Protokoll:
15068

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Metadaten
  • date_rangeWahlperiode: 15

  • date_rangeSitzungsnummer: 68

  • date_rangeDatum: 22. Oktober 2003

  • access_timeStartuhrzeit der Sitzung: None Uhr

  • av_timerEnduhrzeit der Sitzung: 16:54 Uhr

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 15/68 BMWA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johannes Singhammer CDU/CSU . . . . . . . . . Wolfgang Clement, Bundesminister BMWA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wilhelm Schmidt (Salzgitter) SPD . . . . . . . . Wolfgang Clement, Bundesminister BMWA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Rainer Brüderle FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Clement, Bundesminister BMWA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ernst Burgbacher FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Clement, Bundesminister Sicherheitsrates bei den Nahen Osten betref- fenden Resolutionen MdlAnfr 3 Dr. Rainer Stinner FDP Antw StMin für Europa Hans Martin Bury . . ZusFr Dr. Rainer Stinner FDP . . . . . . . . . . . . Einflussmöglichkeiten von USA, EU, UNO und Russland im Rahmen des UN-Sicher- heitsrates auf den Friedensprozess im Nahen Osten MdlAnfr 4 Dr. Rainer Stinner FDP 5846 A 5846 C 5846 C 5846 D 5847 A 5847 B 5847 D 5848 C 5851 A 5851 B Deutscher B Stenografisch 68. Sitz Berlin, Mittwoch, den I n h a l Tagesordnungspunkt 1: Befragung der Bundesregierung: Aktuelle Konjunktur- und Exportperspektiven Wolfgang Clement, Bundesminister BMWA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hans Michelbach CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Clement, Bundesminister BMWA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jürgen Koppelin FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Clement, Bundesminister BMWA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gudrun Kopp FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Clement, Bundesminister W B E R R R T K E 5843 A 5843 B 5844 C 5844 D 5845 B 5845 B 5845 D BMWA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hans Michelbach CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . 5848 D 5849 B undestag er Bericht ung 22. Oktober 2003 t : olfgang Clement, Bundesminister MWA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ckart von Klaeden CDU/CSU . . . . . . . . . . olf Schwanitz, Staatsminister BK . . . . . . . . einhard Grindel CDU/CSU . . . . . . . . . . . . olf Schwanitz, Staatsminister BK . . . . . . . . agesordnungspunkt 2: Fragestunde (Drucksache 15/1763) . . . . . . . . . . . . . . . onsultationsmechanismen zwischen USA, U, UNO und Russland im Rahmen des UN- 5849 B 5850 A 5850 A 5850 B 5850 C 5850 D Antw StMin für Europa Hans Martin Bury . . ZusFr Dr. Rainer Stinner FDP . . . . . . . . . . . . 5851 C 5851 D II Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 22. Oktober 2003 Spendenzahlungen des Fluthilfekuratoriums an die betroffenen Länder im Zusammenhang mit dem Hochwasser im August 2002 MdlAnfr 7 Petra Pau fraktionslos Antw PStSekr Fritz Rudolf Körper BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ZusFr Petra Pau fraktionslos . . . . . . . . . . . . . Verwendung des mit dem Verkauf der Zu- schlagsmarke „50. Jahrestag des Volksauf- standes in der DDR“ erzielten Spendenauf- kommens MdlAnfr 12 Dr. Jürgen Gehb CDU/CSU Antw PStSekr’in Dr. Barbara Hendricks BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ZusFr Dr. Jürgen Gehb CDU/CSU . . . . . . . . Zeitpunkt der Entscheidung über die Verwen- dung des mit dem Verkauf der Zuschlags- marke „50. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR“ erzielten Spendenaufkommens MdlAnfr 13 Dr. Jürgen Gehb CDU/CSU Antw PStSekr’in Dr. Barbara Hendricks BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ZusFr Dr. Jürgen Gehb CDU/CSU . . . . . . . . Zukunft der nationalen und europäischen Strukturpolitik vor dem Hintergrund der EU- Osterweiterung für die ehemaligen westdeut- schen Grenzregionen nach dem Auslaufen der Bundesmittel für die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschafts- struktur“ MdlAnfr 16 Hans Michelbach CDU/CSU Antw PStSekr Gerd Andres BMWA . . . . . . . ZusFr Hans Michelbach CDU/CSU . . . . . . . Auswirkungen des Anhebens der Besitz- grenze bei Cannabis auf die Cannabispräven- tion MdlAnfr 19 Gerlinde Kaupa CDU/CSU Antw PStSekr’in Marion Caspers-Merk BMGS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ZusFr Gerlinde Kaupa CDU/CSU . . . . . . . . . ZusFr Jens Spahn CDU/CSU . . . . . . . . . . . . Änderung des Betäubungsmittelgesetzes hin- sichtlich Strafverfolgung bei Betäubungsmit- t b M G A B Z Z P h t M P A B Z U F C M H A Z M s s M K A Z Z T D C U B D D W G 5852 B 5852 C 5853 A 5853 A 5853 C 5853 C 5854 B 5854 C 5855 C 5856 A 5856 D elverbrauch im Hinblick auf eine Canna- isprävention dlAnfr 20 erlinde Kaupa CDU/CSU ntw PStSekr’in Marion Caspers-Merk MGS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usFr Gerlinde Kaupa CDU/CSU . . . . . . . . usFr Jens Spahn CDU/CSU . . . . . . . . . . . . ro Jahr für das Gesundheitswesen entste- ende Kosten für die Behandlung lebensmit- elbedingter Krankheiten dlAnfr 21 etra Pau fraktionslos ntw PStSekr’in Marion Caspers-Merk MGS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usFr Petra Pau fraktionslos . . . . . . . . . . . . . nterschiedliche Aussagen des BMVBW zur ertigstellung der ICE-Trasse Nürnberg– oburg–Erfurt dlAnfr 23 ans Michelbach CDU/CSU ntw PStSekr Achim Großmann BMVBW usFr Hans Michelbach CDU/CSU . . . . . . . aximalgeschwindigkeit für die niederschle- ische Magistrale Hoyerswerda–Horka–polni- che Grenze dlAnfr 26 laus Haupt FDP ntw PStSekr Achim Großmann BMVBW . . usFr Klaus Haupt FDP . . . . . . . . . . . . . . . . usFr Henry Nitzsche CDU/CSU . . . . . . . . . agesordnungspunkt 3: Aktuelle Stunde auf Verlangen der Frak- tion der CDU/CSU: Haltung der Bundes- regierung zu Berichten über Äußerun- gen des Bundesumweltministeriums, die Vernichtung von Arbeitsplätzen durch das Dosenzwangspfand sei poli- tisch gewollt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Klaus W. Lippold (Offenbach) DU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . lrike Mehl SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . irgit Homburger FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Antje Vogel-Sperl BÜNDNIS 90/ IE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . erner Wittlich CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . erd Friedrich Bollmann SPD . . . . . . . . . . . 5857 B 5857 C 5858 B 5858 C 5858 D 5859 D 5860 A 5860 D 5860 D 5861 B 5861 C 5861 D 5862 D 5864 A 5865 B 5867 A 5868 A Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 22. Oktober 2003 III Franz Obermeier CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . Dr. Reinhard Loske BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tanja Gönner CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Müller (Düsseldorf) SPD . . . . . . . . Kristina Köhler (Wiesbaden) CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker SPD . . . . . . Jürgen Trittin, Bundesminister BMU . . . . . . . Max Straubinger CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . Anlage 2 Erklärung des Abgeordneten Jürgen Koppelin (FDP) zur Abstimmung über den Entwurf ei- nes Gesetzes zur Änderung des Grundge- setzes (Kommunale Finanzreform) (Druck- sachen 15/1247 und 15/1729) (67. Sitzung, Tagesordnungspunkt 20) . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 3 Erklärung der Abgeordneten Uta Zapf (SPD) zur Abstimmung über den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgeset- zes (Kommunale Finanzreform) (Drucksa- chen 15/1247 und 15/1729) (67. Sitzung, Ta- gesordnungspunkt 20) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 4 Erklärung des Abgeordneten Rezzo Schlauch (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zur namentli- chen Abstimmung über den Entwurf eines Gesetzes zur Einordnung des Sozialhilfe- rechts in das Sozialgesetzbuch (Drucksa- chen 15/1514, 15/1734, 15/1761 und 15/1740) (67. Sitzung, Tagesordnungspunkt 21) . . . . . . Anlage 5 Ausweitung des Bundeswehrengagements in Afghanistan auf Kunduz und Umgebung MdlAnfr 1 Günther Friedrich Nolting FDP Antw PStSekr Hans Georg Wagner BMVg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . A E f M G A A S E s M H A B A Z k S M A A B A S n M D A B A A B d e h G M J A B 5869 A 5870 B 5871 C 5872 D 5874 B 5875 C 5876 B 5878 B 5879 C 5881 A 5881 B 5881 B 5881 C 5881 C nlage 6 insatz der Bundeswehr zur Drogenbekämp- ung in Afghanistan dlAnfr 2 ünther Friedrich Nolting FDP ntw StMin für Europa Hans Martin Bury . . nlage 7 icherstellung eines länderübergreifenden insatzes der Tauchergruppen der Bereit- chaftspolizei dlAnfr 5, 6 artmut Koschyk CDU/CSU ntw PStSekr Fritz Rudolf Körper MI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 8 ahl der Ausbildungsverträge im Bundes- anzleramt und in den Bundesministerien; chulabschlüsse der Auszubildenden dlAnfr 8, 9 lbert Deß CDU/CSU ntw PStSekr Fritz Rudolf Körper MI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 9 teuerpflicht für deutsche Europaabgeord- ete dlAnfr 10, 11 r. Hermann Otto Solms FDP ntw PStSekr’in Dr. Barbara Hendricks MF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 10 uswirkungen der geplanten Änderungen der esteuerungsregeln für Versicherer, insbeson- ere die Abschaffung des so genannten Halb- inkünfteverfahrens, auf den Bundeshaus- alt; Vorkommnisse bei den Beratungen zum esetzentwurf dlAnfr 14, 15 ochen-Konrad Fromme CDU/CSU ntw PStSekr’in Dr. Barbara Hendricks MF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5881 D 5882 B 5882 D 5883 A 5883 C IV Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 22. Oktober 2003 Anlage 11 Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedin- gungen von Werkvertragsarbeitern aus dem Ausland MdlAnfr 17, 18 Dr. Gesine Lötzsch fraktionslos Antw PStSekr Gerd Andres BMWA . . . . . . . Anlage 12 Bereitstellung von nicht abfließenden Bun- desbahnmitteln für Straßenbauvorhaben MdlAnfr 22 Dietrich Austermann CDU/CSU Antw PStSekr Achim Großmann BMVBW . . Anlage 13 Verknüpfung der Hochgeschwindigkeitsnetze von TGV-Est und ICE zwischen Kehl und Straßburg bis 2010 MdlAnfr 24 Sibylle Laurischk FDP Antw PStSekr Achim Großmann BMVBW . Inbetriebnahme der Hochgeschwindigkeits- strecke Paris–Straßburg–Stuttgart–Wien–Bra- tislava als Bestandteil des transeuropäischen Verkehrsnetzes bis 2020 MdlAnfr 25 Sibylle Laurischk FDP Antw PStSekr Achim Großmann BMVBW . 5883 D 5884 C 5884 D 5884 D Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 22. Oktober 2003 5843 (A) ) (B) ) 68. Sitz Berlin, Mittwoch, den Beginn: 13.0
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    Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 22. Oktober 2003 5881 (A) ) (B) ) führt. Mein Votum lautet Nein. nischen Außen- und dem Innenminister einen Bericht an die In der Abstimmungsliste ist mein Name nicht aufge- 10. und 11. September 2003 nach Gesprächen mit dem afgha- Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten * für die Teilnahme an den Sitzungen der Westeuropäischen Union Anlage 2 Erklärung des Abgeordneten Jürgen Koppelin (FDP) zur Abstimmung über den Entwurf eines Geset- zes zur Änderung des Grundgesetzes (Kom- munale Finanzreform) (Drucksachen 15/1247 und 15/1729) (67. Sitzung, Tagesordnungs- punkt 20) In der Abstimmungsliste ist mein Name nicht aufge- führt. Mein Votum lautet Ja. Anlage 3 Erklärung der Abgeordneten Uta Zapf (SPD) zur Abstim- mung über den Entwurf eines Gesetzes zur Än- derung des Grundgesetzes (Kommunale Finanz- reform) (Drucksachen 15/1247 und 15/1729) (67. Sitzung, Tagesordnungspunkt 20) A f A d F ( d s q t f u v r Z f E e c s K s g c w A d A ( Abgeordnete(r) entschuldigt biseinschließlich Dr. Akgün, Lale SPD 22.10.2003 Bülow, Marco SPD 22.10.2003 Feibel, Albrecht CDU/CSU 22.10.2003 Dr. Fuchs, Michael CDU/CSU 22.10.2003 Gleicke, Iris SPD 22.10.2003 Hartnagel, Anke SPD 22.10.2003 Jonas, Klaus Werner SPD 22.10.2003* Dr. Lucyga, Christine SPD 22.10.2003* Probst, Simone BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 22.10.2003 Dr. Röttgen, Norbert CDU/CSU 22.10.2003 Schmidt (Fürth), Christian CDU/CSU 22.10.2003 Welt, Jochen SPD 22.10.2003 (C (D Anlagen zum Stenografischen Bericht nlage 4 Erklärung des Abgeordneten Rezzo Schlauch (BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN) zur namentlichen Ab- stimmung über den Entwurf eines Gesetzes zur Einordnung des Sozialhilferechts in das So- zialgesetzbuch Drucksachen (15/1514, 15/1734, 15/1761 und 15/1740) (67. Sitzung, Tagesord- nungspunkt 21) In der Abstimmungsliste ist mein Name nicht aufge- ührt. Mein Votum lautet Ja. nlage 5 Antwort es Parl. Staatssekretärs Hans Georg Wagner auf die rage des Abgeordneten Günther Friedrich Nolting FDP) (Drucksache 15/1763, Frage 1): Trifft es zu, dass bis zu 450 Soldaten der Bundeswehr, die im Rahmen der Erweiterung des Afghanistanmandats in Kun- duz eingesetzt werden sollen, für einen Bereich für Sicherheit sorgen sollen, der sich nicht nur auf die Stadt Kunduz be- schränkt, sondern auch umliegende Gegenden einschließt, die mit einer Flächengröße von zwei mittleren Bundesländern Deutschlands zu vergleichen sind, und, wenn ja, wie soll dies umgesetzt werden? Das Einsatzgebiet des DEU EinsKtgt Kunduz umfasst ie Provinzen Kunduz (Hauptstadt Kunduz), Badakh- chan (Feyzahad), Baghlan (Baghlan) und Takhar (Talo- an) mit einer Gesamtfläche von 85 200 Quadratkilome- ern. Damit entspricht das Einsatzgebiet ungefähr der lächenmäßigen Ausdehnung der Bundesländer Hessen nd Bayern. Die Gesamtbevölkerungszahl der vier Pro- inzen beträgt ca. 3,2 Millionen, das heißt, die Region ist elativ dünn besiedelt. Im Mittelpunkt des deutschen Engagements steht das iel, in dieser Region mit zivilen Mitteln die Grundlagen ür eine demokratische Zivilgesellschaft, wirtschaftliche ntwicklung, für regionale Zusammenarbeit und die für ine stabile Entwicklung notwendige Ausübung staatli- her Autorität zu stärken. In diesem Rahmen ist die Ent- endung bewaffneter Einheiten der Bundeswehr nach unduz als Schutzkomponente notwendig. Die militäri- che Präsenz soll darüber hinaus stabilisierend in die Re- ion ausstrahlen. Dabei darf nicht von einer flächende- kenden internationalen Sicherheitspräsenz ausgegangen erden. nlage 6 Antwort es Staatsministers Hans Martin Bury auf die Frage des bgeordneten Günther Friedrich Nolting (FDP) Drucksache 15/1763, Frage 2): Trifft es zu, dass der deutsche Botschafter in Kabul am 5882 Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 22. Oktober 2003 (A) ) (B) ) Bundesregierung geschickt hat, der das Konzept der Bundes- regierung zur Erweiterung des deutschen Engagements in Af- ghanistan betreffend ausdrücklich den Wunsch der afghani- schen Regierung beinhaltet, die Bundeswehr zur Drogenbekämpfung einzusetzen, und, wenn ja, wie gedenkt die Bundesregierung diese Bitten umzusetzen? Die Bundesregierung hat ihr Afghanistan-Konzept der afghanischen Regierung detailliert vorgestellt. In Ge- sprächen mit der Botschaft Kabul begrüßten Außenmi- nister Abdullah und Innenminister Jalali das vorgese- hene deutsche zivile und militärische Engagement in Kunduz nachdrücklich. Der Außenminister dankte dafür, dass Deutschland bezüglich einer Ausweitung des ISAF- Mandats die Initiative ergriffen habe und begrüßte die vorgesehene Schwerpunktsetzung für die deutsche Ar- beit in Kunduz. Insbesondere der Innenminister drückte bei dieser Ge- legenheit auch Hoffnung auf eine deutsche Unterstüt- zung bei der Drogenbekämpfung aus. Die Haltung der Bundesregierung zu dieser Frage ist klar: Der Kampf gegen die Drogen ist eine polizeiliche Aufgabe; er zählt nicht zu den Aufgaben der Bundes- wehr. Die Bundesregierung unterstützt Afghanistan beim Polizeiaufbau, einschließlich des Aufbaus spezieller An- tidrogen-Einheiten und der Grenzpolizei. Ziel der deut- schen Unterstützung ist es, die afghanische Zentralregie- rung in die Lage zu versetzen, selbst den Kampf gegen den Anbau und Handel von Drogen erfolgreich aufzu- nehmen. Die Bundesregierung plant zudem, gezielt al- ternative Anbaumöglichkeiten für die Landbevölkerung zu fördern. Ein Einsatz der Bundeswehr zur Drogenbe- kämpfung ist daher nicht vorgesehen. Diese Position der Bundesregierung ist der afghanischen Regierung be- kannt und wird von ihr mitgetragen. Anlage 7 Antwort des Parl. Staatssekretärs Fritz Rudolf Körper auf die Fra- gen des Abgeordneten Hartmut Koschyk (CDU/CSU) (Drucksache 15/1763, Fragen 5 und 6): Wie stellt die Bundesregierung angesichts der Erfahrungen mit dem Jahrhunderthochwasser und des veränderten Bedrohungsszenarios durch den internationalen Terrorismus sicher, dass bei länderübergreifenden Einsätzen die Taucher- gruppen der Bereitschaftspolizeien wirksam und reibungslos arbeiten können, und wie wird die einheitliche Ausstattung mit Gerät und Fahrzeugen gewährleistet? Wie wird die im Rahmen einer Bund-Länder-Projekt- gruppe erarbeitete Konzeption zur Beschaffung von Taucher- basisfahrzeugen umgesetzt und welche Alternativen hat die Bundesregierung insoweit zum Schutz der Bevölkerung ent- wickelt? Zu Frage 5: Die Tauchergruppen der Bereitschaftspolizeien der Länder, die in den zwischen dem Bund und den Ländern abgeschlossenen Verwaltungsabkommen über die Be- reitschaftspolizei erfasst sind, werden auf der Grundlage der von der Konferenz der Innenminister (IMK) im Jahre 1996 beschlossenen Ausstattungsnachweisung einheit- l m t n w ä T L E L z m T s w d t w d Z g „ g 2 m v c d V A d g s Z b 3 1 d M s z a v t (C (D ich mit Gerät und Fahrzeugen durch den Bund im Rah- en zur Verfügung stehender Haushaltsmittel ausgestat- et. Erfahrungen und neue Erkenntnisse aus vorangegang- en Einsatzanlässen, wie zum Beispiel dem Hoch- asserkatastropheneinsatz im August 2002 bzw. des ver- nderten Bedrohungsszenarios durch den internationalen errorismus, fließen durch speziell eingerichtete Bund- änder-Entwicklungs- und Erprobungsgruppen in am insatzbedarf optimierte Neubeschaffungen ein. So werden unter anderem derzeit durch eine Bund- änder-Erprobungsgruppe, in der einsatzerfahrene Poli- eitaucher der Länder Berlin, Mecklenburg-Vorpom- ern, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und hüringen vertreten sind, Muster des ab 2004 neu zu be- chaffenden Leichttauchgerätes einer praktischen An- endererprobung unterzogen. Darüber hinaus wurde in iesem Jahr eine Bund-Länder-Projektgruppe eingerich- et, die das Konzept für den Bootseinsatz fortschreibt so- ie die taktischen, technischen und betrieblichen Anfor- erungen für Schlauch- und Mehrzweckboote optimiert. u Frage 6: Die Umsetzung der von der Bund-Länder-Projekt- ruppe erarbeiteten Konzeption zur Beschaffung der Spezialkraftwagen Taucher“ ist im Rahmen zur Verfü- ung stehender Haushaltsmittel in den Jahren 2004 bis 007 geplant. Die hierfür erforderlichen Beschaffungs- aßnahmen sind bereits eingeleitet. Die vom Bund im Einvernehmen mit den Ländern orgesehene Beschaffung der „Spezialkraftwagen Tau- her“ für die Bereitschaftspolizeien der Länder entbindet ie Länder nicht von ihrer originären Zuständigkeit für orsorgemaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. nlage 8 Antwort es Parl. Staatssekretärs Fritz Rudolf Körper auf die Fra- en des Abgeordneten Albert Deß (CDU/CSU) (Druck- ache 15/1763, Fragen 8 und 9): Wie viele Ausbildungsverträge bestehen im Bundeskanz- leramt und in den einzelnen Bundesministerien? Wie verteilen sich die Schulabschlüsse für Hauptschule, Sekundarstufe 1 und Sekundarstufe 2 auf die Gesamtzahl der bei der Bundesregierung bestehenden Ausbildungsverträge? u Frage 8: Im Bundeskanzleramt und in den Bundesministerien estanden am Stichtag 1. September 2003 insgesamt 39 Ausbildungsverhältnisse. Dazu kommen noch 0 099 Ausbildungsplätze im Geschäftsbereich der Bun- esministerien und der Beauftragten für Kultur und edien. Die Bundesregierung bildet somit zurzeit insge- amt 10 438 junge Menschen aus. Zu den Zahlen im Ein- elnen darf ich auf die ausführliche schriftliche Antwort n Frau Kollegin Reiche auf deren inhaltsgleiche Frage om 4. September (Bundestagsdrucksache 15/1556, Sei- en 20 ff.) Bezug nehmen. Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 22. Oktober 2003 5883 (A) ) (B) ) Zu Frage 9: Die Schulbildung der einzelnen Auszubildenden ist statistisch nicht erfasst und war in der Kürze der zur Ver- fügung stehenden Zeit auch nicht zu ermitteln. Anlage 9 Antwort der Parl. Staatssekretärin Dr. Barbara Hendricks auf die Fragen des Abgeordneten Dr. Hermann Otto Solms (FDP) (Drucksache 15/1763, Fragen 10 und 11): Sind die deutschen Abgeordneten des Europäischen Parla- ments mit ihren Diäten in Deutschland unbeschränkt steuer- pflichtig? Treffen Medienberichte – zum Beispiel die „Welt“ vom 15. Oktober 2003 – zu, nach denen die Abgeordneten künftig wie beschränkt Steuerpflichtige behandelt werden sollen, und beabsichtigt die Bundesregierung gegebenenfalls eine solche Rechtsänderung im deutschen Steuerrecht oder auf europäi- scher Ebene zu unterstützen? Zu Frage 10: Die Entschädigungen der deutschen Abgeordneten des Europäischen Parlaments werden gegenwärtig aus dem nationalen Haushalt finanziert und unterliegen der deutschen Einkommensteuer. Die Abgeordneten sind in der Regel unbeschränkt steuerpflichtig, da sie einen Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Sie haben ihr Welteinkommen – mithin auch die Abgeordne- tenentschädigung – in Deutschland zu versteuern. Zu Frage 11: Nein. Die grundsätzliche unbeschränkte Einkommen- steuerpflicht von EU-Abgeordneten, die in Deutschland einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben, würde durch den vom Europäischen Parlament am 3. Juni 2003 angenommenen Vorschlag eines EU-Abge- ordneten-Statuts nicht berührt. Ergänzend weise ich da- rauf hin, dass der damalige amtierende griechische EU- Ratspräsident mit Schreiben vom 12. Juni 2003 an den Präsidenten des Europäischen Parlamentes mitgeteilt hat, dass der Rat den Vorschlag eines Statuts der Abge- ordneten des Europäischen Parlamentes nicht billigen kann. Anlage 10 Antwort der Parl. Staatssekretärin Dr. Barbara Hendricks auf die Fragen des Abgeordneten Jochen-Konrad Fromme (CDU/CSU) (Drucksache 15/1763, Fragen 14 und 15): Welche Auswirkungen auf den Bundeshaushalt haben die geplanten Änderungen der Besteuerungsregeln für Versiche- rer, insbesondere die Abschaffung des so genannten Halbein- künfteverfahrens? Trifft es zu, dass es bei den Beratungen des dieser Rege- lung zugrunde liegenden Gesetzentwurfs der Bundesregie- rung „Kommunikationspannen“, „nicht ausreichende Zeit“ und „schlechte Vorbereitung“ gegeben habe – vergleiche „Fi- nancial Times Deutschland“ vom 15. Oktober 2003 –, und, wenn ja, worauf ist dies zurückzuführen? Z s d K S A d G r Z d u D a f F s g b u l a A d A ( Z M m d n W s W w d s (C (D u Frage 14: Die Auswirkungen auf den Bundeshaushalt lassen ich nicht beziffern. Die Neuregelung führt dazu, dass ie Versicherungsunternehmen bei positiver Lage am apitalmarkt künftig wieder in angemessenem Umfang teuern zahlen. Es handelt sich im Übrigen nicht um die bschaffung des Halbeinkünfteverfahrens, sondern le- iglich um eine Anpassung an die Besonderheiten der ewinnermittlung von Lebens- und Krankenversiche- ern. u Frage 15: Es trifft nicht zu, dass es Mängel bei der Vorbereitung er Änderung der Besteuerungsregelungen für Lebens- nd Krankenversicherungsunternehmen gegeben hat. ie Regelung wurde fachlich durch eine Bund-/Länder- rbeitsgruppe vorbereitet. Sie wurde nach Prüfung der inanziellen Wirkungen auf dem üblichen Weg im inanzausschuss des Deutschen Bundestages in das Ge- etzgebungsverfahren eingebracht und am Freitag vori- er Woche vom Deutschen Bundestag beschlossen. Die eschlossenen Regelungen helfen den Versicherungs- nternehmen – und damit auch den Versicherten –, be- asten die Finanzplanung des Bundes und der Länder ber nicht. nlage 11 Antwort es Parl. Staatssekretärs Gerd Andres auf die Fragen der bgeordneten Dr. Gesine Lötzsch (fraktionslos) Drucksache 15/1763, Fragen 17 und 18): Sind der Bundesregierung Beschwerden der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, NGG, über die Zustände in der Fleisch verarbeitenden Industrie, insbesondere für Werkver- tragsarbeiter aus dem Ausland, bekannt, die sich darin äußern, dass Werkvertragsarbeiter unter unzumutbaren Arbeits- und Lebensbedingungen existieren müssen, ihnen Lohn vorenthal- ten und Urlaub nicht gewährt wird, und, wenn ja, was hat die Bundesregierung bisher im Rahmen ihrer Kompetenzen un- ternommen, um die Arbeits- und Lebensbedingungen von Werkvertragsarbeitern zu verbessern? Was unternimmt die Bundesregierung, um Landesarbeits- ämter und staatliche Kontrollämter in die Lage zu versetzen, die Arbeits- und Lebensbedingungen von Vertragsarbeitern zu kontrollieren, und welche juristischen Möglichkeiten gibt es bzw. müssen geschaffen werden, um gegen Unternehmen, die entsprechende Standards nicht einhalten, vorzugehen? u Frage 17: Seit Beginn der neunziger Jahre sind mit zwölf OE-Staaten und der Türkei Werkvertragsarbeitneh- er-Vereinbarungen geschlossen worden, die es auslän- ischen Unternehmen ermöglichen, mit ihren Arbeit- ehmern in Deutschland zur Ausführung von erkverträgen tätig zu werden. Alle Vereinbarungen ehen vor, dass die Arbeitserlaubnis für die angestrebte erkvertragsarbeitnehmertätigkeit nur erteilt wird, so- eit die Entlohnung des Werkvertragsarbeitnehmers em Lohn entspricht, welchen die einschlägigen deut- chen Tarifverträge für vergleichbare Tätigkeiten 5884 Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 22. Oktober 2003 (A) ) (B) ) vorsehen. Nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz fin- den darüber hinaus die in Rechts- oder Verwaltungsvor- schriften enthaltenen Regelungen über die Höchstar- beitszeiten und Mindestruhezeiten, den bezahlten Min- destjahresurlaub, die Mindestentgeltsätze einschließlich der Überstundensätze, die Sicherheit, den Gesundheits- schutz und die Hygiene am Arbeitsplatz auch auf Ar- beitsverhältnisse im Rahmen der Werkvertragsarbeit- nehmertätigkeiten zwingend Anwendung. Die Bundesanstalt für Arbeit, der die Durchführung der Werkvertragsarbeitnehmer-Vereinbarungen obliegt, prüft bereits bei der Zulassung eines Werkvertrages, ob die Voraussetzungen insbesondere der gleichen Entloh- nung gegeben ist. Für die Auswahl der ausländischen Werkvertragsunternehmen ist die jeweilige Vergabestelle des Herkunftslandes zuständig, die darauf zu achten hat, dass das Werkvertragsunternehmen die geforderten Stan- dards erfüllen kann. Einfluss auf die Entscheidungen der Vergabestellen hat die deutsche Seite allerdings nur inso- weit, als sie im Rahmen regelmäßig stattfindender Ar- beitsgruppensitzungen mit den Vertragsstaaten darauf drängt, strenge Maßstäbe an die Qualität des um Vergabe eines Werkvertrages nachsuchenden Unternehmens an- zulegen. Mit den Auswirkungen der BSE-Krise und später der Maul- und Klauenseuche, verschärfte sich der Wett- bewerb in der Fischverarbeitung und damit auch der Einsatz ausländischer Subunternehmen. Es mehrten sich auch Fälle, in denen Verdacht auf untertarifliche Ent- lohnung beziehungsweise unzulässige Ausdehnung der täglichen Arbeitszeiten der ausländischen Arbeitneh- mer bestand. Die Bundesanstalt für Arbeit hat darauf- hin ihre Kontrollen im Bereich der Fleisch verarbeiten- den Industrie erheblich verstärkt und im Jahre 2002 126 Betriebe mit 1 777 Arbeitnehmern überprüft. Der Verdacht auf Lohndumping hat sich in keinem Fall be- stätigt. Vertreter der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gast- stätten haben ihrerseits im Dezember 2002 in einem Ge- spräch mit der Bundesregierung auf die genannten Ver- dachtsfälle aufmerksam gemacht. Die Bundesregierung hat die Bundesanstalt für Arbeit angewiesen, an der be- reits hohen Kontrolldichte mit häufigen Schwerpunkt- prüfungen festzuhalten. Die Bundesanstalt für Arbeit ist angehalten worden, den Zeitraum bis zur bußgeldrechtli- chen Ahndung zu verkürzen und betroffene Unterneh- men von weiterer Zulassung auszuschließen. Zu Frage 18: Zur Vermeidung von Missständen in der Fleisch ver- arbeitenden Industrie werden die Bundesanstalt für Ar- beit und die Kontrollbehörden (Arbeitsmarktinspektion/ Hauptzollämter) die bisherige Praxis mit strengen Prü- fungen der Zulassungskriterien und deren Umsetzung fortsetzen sowie häufige und weiterhin gezielte Außen- prüfungen der Werkvertragsarbeitnehmertätigkeiten in diesen Bereichen durchführen und Verstöße ahnden. Bei Verstößen der Werkvertragsunternehmen sind die nach d m t A d d ( g t d A d g s Z b n U S P F k g J Z z a e H W V j (C (D en Vereinbarungen bestehenden Sanktionsmechanis- en (Ausschluss der Unternehmen von der weiteren Tä- igkeit in Deutschland) strikt anzuwenden. nlage 12 Antwort es Parl. Staatssekretärs Achim Großmann auf die Frage es Abgeordneten Dietrich Austermann (CDU/CSU) Drucksache 15/1763, Frage 22): Ist die Bundesregierung bereit, angesichts des Ausfalls der Einnahmen durch die nicht anlaufende Erhebung der LKW- Maut voraussichtlich nicht abfließende Bundesbahnmittel für Straßenbauvorhaben zur Verfügung zu stellen? Es liegen keine Erkenntnisse vor, die einen vollständi- en Abfluss der Bundesmittel für Schienenwegeinvesti- ionen infrage stellen. Insofern stellt sich die Frage nach er Umschichtung von Mitteln derzeit nicht. nlage 13 Antwort es Parl. Staatssekretärs Achim Großmann auf die Fra- en der Abgeordneten Sibylle Laurischk (FDP) (Druck- ache 15/1763, Fragen 24 und 25): Warum schreibt die Bundesregierung nicht verbindlich fest, die Hochgeschwindigkeitsnetze von TGV-Est und ICE zwischen Kehl und Straßburg bis zum Jahr 2010 zu verknüp- fen, wenn sie dies so beabsichtigt, sondern hat bei den 81. deutsch-französischen Regierungskonsultationen in Berlin nur eine unverbindliche Absichtserklärung abgegeben? Hat die Bundesregierung der Europäischen Kommission verbindlich zugesagt, die Hochgeschwindigkeitsstrecke Pa- ris–Straßburg–Stuttgart–Wien–Bratislava als Bestandteil des transeuropäischen Verkehrsnetzes bis 2020 in Betrieb zu neh- men, soweit sie über das Bundesgebiet führt? u Frage 24: Die Planung der Ausbaustrecke Kehl–Appenweier efindet sich in einem sehr frühen Stadium. So bedarf es eben der Errichtung der zweiten Rheinbrücke auch des mbaues des Bahnhofs Kehl und der Ertüchtigung der trecke Kehl–Appenweier. Erst nach Abschluss der lanungen können die notwendigen Regelungen wie die inanzierungsvereinbarung getroffen werden. Eine Ver- nüpfung des deutschen und des französischen Hoch- eschwindigkeitsnetzes über Straßburg wird bis zum ahr 2010 angestrebt. u Frage 25: Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag ur Änderung der TEN-Leitlinien vorgelegt. Der darin ngegebene Zeithorizont für die Realisierung der trans- uropäischen Verkehrsnetze ist das Jahr 2020. Die ochgeschwindigkeitsstrecke Paris–Straßburg–Stuttgart– ien–Bratislava ist in diesem Vorschlag als eines der orhaben in der so genannten Liste der prioritären Pro- ekte enthalten. Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 22. Oktober 2003 5885 (A) (C) (B) (D) Die TEN-Leitlinien sind allerdings weder ein Bau- noch ein Finanzierungsplan. Alle darin aufgeführten Neu- und Ausbauvorhaben – gleich ob als prioritäres Projekt aufgeführt oder nicht – stehen unter dem Vorbe- halt der Machbarkeit in Abhängigkeit von den nationa- len Planungs- und Finanzierungsmöglichkeiten. Die Realisierung von Projekten der Verkehrsinfra- struktur des Bundes, zu der auch die deutschen Ab- schnitte der Hochgeschwindigkeitsverbindung gehören, richtet sich also nach der Bundesverkehrswegeplanung und damit insbesondere nach den Bedarfsplangesetzen und der Mittelbereitstellung im Bundeshaushalt. 68. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 22. Oktober 2003 Inhalt: Redetext Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Anlage 2 Anlage 3 Anlage 4 Anlage 5 Anlage 6 Anlage 7 Anlage 8 Anlage 9 Anlage 10 Anlage 11 Anlage 12 Anlage 13
Gesamtes Protokol
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506800000

Die Sitzung ist eröffnet. Ich begrüße Sie alle sehr

herzlich.
Ich rufe Tagesordnungspunkt 1 auf:

Befragung der Bundesregierung
Die Bundesregierung hat als Thema der heutigen Ka-

binettssitzung mitgeteilt: aktuelle Konjunktur- und Ex-
portperspektiven.

Das Wort für den einleitenden fünfminütigen Bericht
hat der Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit,
Wolfgang Clement.

Wolfgang Clement, Bundesminister für Wirtschaft
und Arbeit:

Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und
Herren! Das Kabinett hat sich heute vor dem Hinter-
grund der Beratungen über den Stand der Agenda 2010
auch mit der erwarteten Konjunktur- und Exportent-
wicklung beschäftigt.

Wir alle kennen das Herbstgutachten der Institute zur
Lage der Weltwirtschaft und der deutschen Wirtschaft,
aus dem sich ergibt, dass die deutsche Wirtschaft seit
diesem Sommer wieder Fahrt aufnimmt und dass wir be-

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Redet
reits in der zweiten Hälfte dieses Jahres eine leichte Be-
lebung werden verzeichnen können. Dies besagt auch
der Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Ok-
tober, dem zu entnehmen ist, dass im laufenden dritten
Quartal eine geringe Zunahme des Bruttoinlandspro-
dukts wahrscheinlich ist.

Im nächsten Jahr wird sich die wirtschaftliche Erho-
lung ausweiten. Das Herbstgutachten der Institute rech-
net für dieses Jahr mit einer Stagnation des Bruttoin-
landsprodukts und im nächsten Jahr mit einem Wachstum
von 1,7 Prozent. Das entspricht auch unseren Erwartun-
gen, wobei uns allen klar ist, dass der so genannte Ar-
beitstageeffekt, das heißt die für Unternehmer günstige
Lage der Feiertage, eine Rolle spielt.

Wir werden morgen in der Bundesreg
Herbstprojektion verabschieden. Sie reiht s

(C (D ung 22. Oktober 2003 0 Uhr pektrum dieser Berichte ein. Wir rechnen bei der wirtchaftlichen Entwicklung für dieses Jahr mit einer, wie ir sagen, schwarzen Null und für das nächste Jahr, um as vorwegzunehmen, mit einer Steigerung um 1,7 Proent. Darauf komme ich aber noch zu sprechen. Die Frühjahrsprognose, bei der wir mit einem Wachs um von 0,75 Prozent gerechnet haben, ist ebenso wie ie Annahme der Institute, die von einem Wachstum von ,5 Prozent ausgegangen sind, also nach unten korrigiert orden. Die Institute führen die leichte Prognosekorrekur, wie sie das nennen, auf drei Faktoren zurück: Erster aktor ist das Expansionstempo des Welthandels, das in iesem Jahr deutlich geringer ausgefallen ist als im rühjahr erwartet. Zweiter Faktor ist die faktische Aufertung des Euro gegenüber dem amerikanischen Dolar. Dritter Faktor ist das zurückbleibende Wachstum in en europäischen Nachbarstaaten. Das Zusammenwiren dieser Faktoren hat zu einer deutlichen Korrektur er Exportschätzung und damit auch des Außenbeitrags eführt. Das trifft auch für unsere Frühjahrsprojektion u. Die Bundesregierung erwartet für 2004, um das voregzunehmen – darüber beraten bis morgen Mittag ämlich noch die Fachleute –, ein reales Wachstum des ruttoinlandsproduktes von 1,5 bis 2 Prozent. Wir rech ext nen – darauf stützt sich die Bundesregierung auch in ihren weiteren Planungen – mit einem Wachstum von 1,7 Prozent. Mit der Unsicherheitsmarge, die wir mit einer Spanne zwischen 1,5 und 2 Prozent ansetzen, berücksichtigen wir die außenund binnenwirtschaftlichen Chancen und Risiken. Es ist nicht unüblich, bei Prognosen solche Unsicherheitsspannen vorzusehen. Die EZB veröffentlicht ihre Prognosen zum Beispiel mit Spannen von bis zu einem Prozentpunkt. Wir rechnen sowohl die nationalen als auch die internationalen Chancen und Risiken ein. Auf nationaler Ebene betrifft das beispielsweise – das ergibt auch das Institute – die Frage des Vorziehens der as zu einem Wachstum von zwischen zent führt, wie es in den unterschiedlien angenommen wird. ierung die ich in das Gutachten der Steuerreform, w 0,2 und 0,4 Pro chen Schätzung Bundesminister Wolfgang Clement Am Arbeitsmarkt rechnen wir zunächst aufgrund der Arbeitsmarktreformen und dann zunehmend auch aufgrund der besseren Konjunktur mit einer leichten Entspannung. Für 2003 erwarten wir – genauso wie die Institute – eine Arbeitslosenzahl von 4,39 Millionen. Für 2004 rechnen wir im Jahresdurchschnitt mit einer ganz leichten Abnahme auf 4,36 Millionen, also mit weniger Arbeitslosen als die Institute, die von einer Steigerung der Arbeitslosenzahl auf 4,45 Millionen ausgehen. Wir sind mit unserem Ansatz etwas optimistischer als die Institute. Das hat mit den von uns erwarteten Effekten aufgrund der so genannten Hartz-Gesetze zu tun. Diese Erwartung resultiert aus den Alternativberechnungen des Instituts für Arbeitsmarktund Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg, das möglicherweise eine bessere Übersicht über die Effekte der Hartz-Gesetze hat als die Institute. Die Zahl der Erwerbstätigen wird nach unseren Erwartungen in diesem Jahr um 1,5 Prozent und im nächsten Jahr – wiederum in Übereinstimmung mit den Erwartungen des Instituts – nur um etwa 50 000 zurückgehen, während die Sachverständigeninstitute mit 104 000 rechnen. Aus unserer Sicht ist ein Wirtschaftswachstum von bis zu 2 Prozent zu erreichen. Dazu ist unter anderem die Aufhellung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen notwendig, also insbesondere der erwartete Aufschwung in den USA, der sich weiter fortsetzen müsste und nicht durch Wechselkursoder Ölpreisverwerfungen beeinträchtigt werden sollte. Daneben rechnen wir mit der Realisierung der Reformvorhaben – insbesondere dem Vorziehen der dritten Stufe der Steuerreform –, die die Bundesregierung auf den Weg gebracht hat. Wir weisen darauf hin – deshalb auch diese Annahme –, dass das Wirtschaftswachstum bei Verhinderung der Reformmaßnahmen bis auf 1,5 Prozent gedrückt werden könnte. Ich sollte noch auf die dominierende Rolle des Außenhandels hinweisen. Dies ist umso erfreulicher, als die aktuelle Eurostärke die deutschen Ausfuhren nicht gerade beflügelt. Ich teile die Einschätzung der Deutschen Bundesbank in ihrem neuesten Monatsbericht, dass sich die Konkurrenzfähigkeit deutscher Unternehmen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert hat. Es ist sehr interessant, dass der Anteil Deutschlands am weltweiten Außenhandel weiter leicht angestiegen ist. Von 1998 bis 2002 hat die Bundesrepublik Deutschland beim Anteil am weltweiten Handel ein Plus von einem Prozentpunkt auf jetzt 10,5 Prozent erreicht. Das zeigt sich insbesondere an den sehr positiven Daten der deutschen Unternehmen bei dem Handel mit den Ländern Mittelund Osteuropas. Dieser Markt hat einen Anteil von insgesamt 11 Prozent am deutschen Außenhandel und liegt damit vor den USA. In die USA exportieren wir 9,6 Prozent. Das heißt, die Erweiterung der Europäischen Union im nächsten Jahr stellt eine hervorragende Chance für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft dar. Herr Minister, könnten Sie sich mit Blick auf die Zeit vorstellen, dass ein Teil der Zahlen, die Sie offenkundig n K k u R h z D M d g v M t S S g a w k i 6 F M h s i s u d c l a l v d n H s r A d (C (D och parat haben, in den Antworten auf die Fragen der olleginnen und Kollegen untergebracht werden önnte? Wolfgang Clement, Bundesminister für Wirtschaft nd Arbeit: Ja, Herr Präsident, ich stimme Ihnen zu; Sie haben echt. Ich bitte um Entschuldigung. Ich will noch auf etwas nicht ganz Uninteressantes inweisen: Gemäß den uns vorliegenden Prognosen beüglich des Wachstums wird die Bundesrepublik eutschland nicht mehr das Schlusslicht in Europa sein. it 1,7 Prozentpunkten werden wir genau in der Mitte er Entwicklung des Wachstums in Europa liegen. Wir ehen davon aus, dass wir diese Position noch werden erbessern können. Ich danke Ihnen sehr. Ich habe mir bereits die Wortmeldungen der Kollegen ichelbach und Koppelin sowie der Kollegin Kopp no iert. – Zunächst hat Kollege Michelbach das Wort. Herr Bundesminister Clement, ich frage mich und ie: Wo nehmen Sie diesen Optimismus her? Wecken ie mit Ihren Versprechungen nicht falsche Erwartunen? Wenn Sie einmal anstatt auf die Arbeitslosenzahl uf die Entwicklung der Zahl der Erwerbstätigen achten ürden – das ist viel wichtiger –, dann könnten Sie erennen, dass wir heute im Vergleich zum Vorjahr – das st das eigentliche Problem der deutschen Wirtschaft – 50 000 Erwerbstätige verloren haben. Ist Ihre Bewertung nicht auch deshalb falsch, weil die orschungsinstitute in ihrer Beurteilung die ganzen aßnahmen als zu zaghaft und widersprüchlich anseen? Schon im Vorjahr haben Sie im Zuge der Hartz-Geetze 2 Millionen neue Stellen versprochen. Allerdings st dadurch nur eine geringe Zahl von Arbeitsplätzen enttanden. Wolfgang Clement, Bundesminister für Wirtschaft nd Arbeit: Herr Kollege Michelbach, wir sollten uns langsam arauf verständigen, zwischen Zielsetzungen, Versprehungen und Prognosen zu unterscheiden. Es macht reativ wenig Sinn, dass wir in dieser Diskussion ständig neinander vorbeireden; ob bewusst oder unbewusst asse ich einmal dahingestellt. Ich habe keine Versprechungen gemacht. Die Zahl on 2 Millionen neuen Arbeitsplätzen habe ich nicht in en Mund genommen. Die Versprechungen, die Sie meien benennen zu müssen, sind im Zuge der gesamten artz-Reformen gemacht worden, aber nicht von mir, ondern von Peter Hartz. Ich vermute, dass der Zeitaum, um ein solches Ziel zu erreichen, länger sein wird. ber niemand von uns hat diese Zahl von 2 Millionen in en Mund genommen. Bundesminister Wolfgang Clement Ich habe im Übrigen keine Versprechungen gemacht, sondern Prognosen wiedergegeben. Wenn Sie sie mit dem vergleichen, was die Institute gestern in ihrem Gutachten bekannt gegeben haben, dann werden Sie feststellen, dass dies auf Punkt und Komma übereinstimmt. Deshalb verstehe ich Ihre Frage nicht. Was die Arbeitslosenzahl von 4,39 Millionen im Durchschnitt für dieses Jahr angeht, so kann ich dazu nur sagen, dass dies viel zu viel ist. Dennoch ist diese Zahl bemerkenswert: In der Frühjahrsprojektion wurde von über 4,4 Millionen Arbeitslosen bei einem Wachstum von 0,75 Prozent ausgegangen. Das Wachstum liegt heute bei null, aber die Arbeitslosenzahl liegt bei 4,39 Millionen, genauso wie es die Institute für dieses Jahr voraussagen. Unsere Annahmen für das nächste Jahr sind etwas positiver als die der Wirtschaftsinstitute. Dabei unterstellen wir, dass die Beschäftigungsschwelle in Deutschland langsam, aber sicher sinkt. Sie liegt nicht mehr bei 2 oder 2,5 Prozent, sondern irgendwo zwischen 1,5 und 1,8 Prozent, und wird im Zuge der Reformen weiter sinken. All dies sind relativ nüchterne Beschreibungen, die mit Versprechungen nicht das Geringste zu tun haben. Ich kann Ihnen gerne mit Versprechungen dienen, wenn Sie sie benötigen. Aber diese haben dann mit der Sache nichts zu tun. Herr Kollege Koppelin. Herr Minister, Sie konnten sicherlich aus Zeitgründen nicht auf einen Bereich eingehen, der heute in den Medien aufgegriffen wurde. Im Herbstgutachten soll besonders harte Kritik an der Finanzund Haushaltspolitik der Bundesregierung zum Ausdruck gekommen sein. Diese harte Kritik würden wir als FDP natürlich teilen. Ich möchte aber zuerst wissen, ob das stimmt. Ich darf Sie bei dieser Gelegenheit auch noch fragen: Ist es eine solide Finanzpolitik der Bundesregierung – das gehört mit zum Herbstgutachten –, wenn am Freitag von der Koalition mit dem Haushaltsbegleitgesetz entschieden wird, den Zuschuss des Bundes zur Rentenversicherung um 2 Milliarden Euro zu kürzen, und am Sonntag von der Bundesregierung genau das Gegenteil beschlossen wurde? Wolfgang Clement, Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit: In dem Herbstgutachten ist tatsächlich eine Kritik der Sachverständigen enthalten. Der Vorwurf ist, dass unser Kurs – Konsolidierung oder weitere Schuldenaufnahme – nicht klar ist. Alle sechs Institute sind übrigens für das Vorziehen der letzten Stufe der Steuerreform; damit wir uns in diesem Punkt verstehen. Auch warnen alle vor dem Risiko, auf das Vorziehen zu verzichten. Es ist allerdings bemerkenswert, dass sich die Institute in ihrer Kritik nicht einig sind. Drei der sechs Institute sind nämlich für das Vorziehen der dritten Stufe der S u B n b A n B m t m d U l W t z f 0 – – d m g H i s v a r s s t w d w S m d z z i s h s (C (D teuerreform, unter Inkaufnahme von höheren Schulden, nd zwar bis zu zwei Drittel des Gesamtbetrages. Ihre egründung, die ich für richtig halte, ist, dass wir im ächsten Jahr einen Investitionsschub für die Konjunktur rauchen. Die drei anderen Institute sind hinsichtlich der ufnahme von Schulden nicht dieser Ansicht. Die Meiungen sind also sehr differenziert. Aus diesem Grunde ist auch die Finanzpolitik der undesregierung sehr differenziert. Mit unserer Politik üssen wir sowohl konsolidieren als auch der Konjunkur einen Schub geben. Wir haben das heute im Kabinett it Herrn Kommissar Solbes diskutiert. Dabei haben wir eutlich gemacht, wie die Situation ist. Die Europäische nion ist auf ein wirtschaftliches Wachstum in Deutschand angewiesen. Die Annahme, dass das wirtschaftliche achstum in eine Größenordnung von 1,7 Prozentpunk en erreicht, hängt aber davon ab, dass es durch das Voriehen der letzten Stufe der Steuerreform einen Schub ür die Konjunktur gibt, den die Wirtschaftsinstitute mit ,2 bzw. 0,4 Prozentpunkten voraussagen. (Jürgen Koppelin [FDP]: Sie haben meine Frage nicht beantwortet!)





(A) )


(B) )

Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506800100

(Beifall bei der SPD)

Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506800200
Hans Michelbach (CSU):
Rede ID: ID1506800300




(A) )


(B) )

Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506800400
Dr. h.c. Jürgen Koppelin (FDP):
Rede ID: ID1506800500

Welche Frage habe ich nicht beantwortet?

(Jürgen Koppelin [FDP]: Meine Frage zum Haushaltsbegleitgesetz und der Entscheidung zum Sonntag!)


Aufgrund der aktuellen Rentensituation hat die Bun-
esregierung entschieden, eine Veränderung vorzuneh-
en; das ist richtig. Das wird sich unter anderem in einer
lobalen Minderausgabe niederschlagen, die über den
aushalt gelegt wird und über die die einzelnen Ressorts
n eigener Verantwortung zu entscheiden haben. Insge-
amt wird sich dadurch der Haushaltsentwurf natürlich
erändern. Diese Kritik ist richtig. Das hat aber mit der
ktuellen Lage der Rentenversicherungsträger zu tun.
Ich möchte Sie in diesem Zusammenhang gerne da-

auf hinweisen, weil Ihrer Partei und Ihrer Fraktion so
ehr am wirtschaftlichen Erfolg liegt, dass es aus wirt-
chaftspolitischer Sicht von außerordentlicher Bedeu-
ung ist – da werden Sie mir sicher zustimmen –, dass
ir die Rentenversicherungsbeiträge stabil halten, und
ass wir dazu alle Möglichkeiten ergreifen müssen, auch
enn dies Schmerzen verursacht, was uns klar ist. Diese
chmerzen machen sich parteipolitisch durchaus be-
erkbar.


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506800600

Frau Kopp.


Gudrun Kopp (FDP):
Rede ID: ID1506800700

Herr Minister, Sie haben selbst dargestellt, dass Sie

avon ausgehen, dass von den prognostizierten 1,7 Pro-
ent Wachstum für das kommende Jahr allein 0,6 Pro-
ent dadurch erreicht werden, dass im kommenden Jahr
nsgesamt fünf Feiertage auf einen Sonnabend fallen und
omit fünf Tage mehr für die Arbeit zur Verfügung ste-
en. Sie bestätigen damit einen direkten positiven Zu-
ammenhang zwischen mehr Arbeit und Wachstum.






(A) )



(B) )


Gudrun Kopp

Ergreifen Sie jetzt auch die entsprechenden Maßnah-

men, beispielsweise betriebliche Bündnisse, Rechts-
grundlagen für mehr Deregulierung und Möglichkeiten
vor Ort, in den Betrieben zu Sondervereinbarungen zu
kommen, und wann dürfen wir mit Ihren Initiativen
rechnen?

Wolfgang Clement, Bundesminister für Wirtschaft
und Arbeit:

Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Natürlich ist es rich-
tig, dass es aus unternehmerischer und aus volkswirt-
schaftlicher Sicht gut ist, wie die Feiertage im nächsten
Jahr fallen, und dass das zu einem erheblichen Wachs-
tum in Deutschland beiträgt. Sie haben Recht, wenn Sie
dadurch mit einem Wachstum von etwa 0,6 Prozent-
punkten rechnen.

Wenn Sie fragen, wie sich das in Deutschland aus-
wirkt und was man daraus lernen kann, so antworte ich
Ihnen: Ja, wenn wir mehr arbeiten, werden wir ein höhe-
res Wachstum erzielen.


(Gudrun Kopp [FDP]: Eben! – Hans Michelbach [CDU/CSU]: Hört! Hört! – Jürgen Koppelin [FDP]: Weiß die SPD das?)


– Ich sage es Ihnen doch jetzt.

(Jürgen Koppelin [FDP]: Ja, Sie!)


– Ich sage es Ihnen jetzt. Sie haben doch gefragt.

(Jürgen Koppelin [FDP]: Das weiß die SPD nicht!)

Dann werden Bayern und andere Länder Entscheidun-
gen zu fällen haben.

Ich werde das jetzt fortsetzen. Es ist richtig, dass die
Staaten, die die Arbeitskraft voll mobilisieren können
– das gilt beispielsweise für die Arbeitsdauer und für
die Erwerbstätigenquote –, ein höheres Wachstum als
andere erreichen. Deshalb stellt sich diese Frage auch in
Deutschland, und zwar erstens für die Tarifparteien,
denn die Arbeitszeit wird in Deutschland immer noch
von den Tarifparteien festgelegt, zweitens insbesondere
für die Länder, denn die entscheiden über die Feier-
tage, und drittens für die Bundesregierung, die bei-
spielsweise über das Renteneintrittsalter und über die
Lebensarbeitszeit entscheidet. Wir sind im Entschei-
dungsprozess, wie Sie wissen. Deshalb wundere ich
mich etwas über Ihre Reaktion. Jeder möge an seinem
Platz entscheiden, was fällig ist, die Tarifparteien in ih-
rer Verantwortung, die Länder in ihrer Verantwortung
und der Bund in seiner.


(Gudrun Kopp [FDP]: Da bin ich aber gespannt!)


– Ein bisschen Spannung ist ja auch gut für den Fort-
schritt.

Vizepräsident: Dr. Norbert Lammert:
Herr Kollege Singhammer.

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(C (D Herr Bundesminister, die Bundesregierung hat in der ergangenheit immer wieder auf den Zusammenhang wischen steigenden Löhnen und deren stimulierender irkung für die Konjunktur hingewiesen. Nun haben ie mit den Beschlüssen vom Sonntag für eine erheblihe Verbrauchergruppe, nämlich die der Rentner, Einchnitte beschlossen. In welcher Weise gehen diese konunkturdämpfenden Momente in Ihre Prognose ein und ie werden Sie diese berücksichtigen? Wolfgang Clement, Bundesminister für Wirtschaft nd Arbeit: Die Institute haben sie nicht berücksichtigt. Sie haben icht mit den Beschlüssen gerechnet. Die Institute haben nterstellt, dass die Bundesregierung so handeln würde, ie Sie es geglaubt haben. Die Bundesregierung hat aber nders gehandelt und die Rentenversicherungsbeiträge tabil gehalten. Wir sehen dies in der gegenwärtigen konjunkturel en Lage als überragende Aufgabe an und müssen desalb das, was die Beschlüsse beinhalten, in Kauf nehen und den Rentnerinnen und Rentnern zumuten. Wir aben dies sehr wohl abzuwägen. Das ist unter allen esichtspunkten eine überaus kritische Frage, sowohl nter wirtschaftspolitischen als auch unter sozialen Geichtspunkten. Wir meinen, dass die wirtschaftspolitichen Gesichtspunkte in der gegenwärtigen Phase der ntwicklung in Deutschland, die immer noch durch ine relativ labile wirtschaftliche Lage gekennzeichnet st, für die Beibehaltung der Höhe des Beitrags sprehen. Es ist bemerkenswert, dass die Institute das nicht be ücksichtigt haben. Wenn sie es berücksichtigt hätten, ätten sie ihre Prognose möglicherweise sogar mit einem eichten Wachstum oberhalb von 1,7 Prozentpunkten abeschlossen. Kollege Schmidt. Herr Minister, die Wirtschaft wird – das ist eine insenweisheit – auch durch eine gute allgemeine Situaion und öffentliche Aktivitäten unterstützt. Deswegen rage ich Sie, ob die Wirtschaftsweisen, die ihre Prognoen, ihr Gutachten vorgelegt haben, auch Kriterien erücksichtigt haben wie die Tatsache, dass Teile der irtschaftslobby und der Opposition – wie wir es eben ieder im Ansatz gehört haben – durch ständiges Heauspicken von einzelnen negativen Elementen Miesmaherei in der öffentlichen Diskussion betreiben, ohne ass es dafür eine umfassende Begründung gibt. (Lachen bei der CDU/CSU und der FDP – Eckart von Klaeden [CDU/CSU]: Ruhe ist erste Bürgerpflicht!)

Johannes Singhammer (CSU):
Rede ID: ID1506800800
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506800900
Wilhelm Schmidt (SPD):
Rede ID: ID1506801000






(A) )



(B) )


Wolfgang Clement, Bundesminister für Wirtschaft

und Arbeit:
Ich nehme Ihre Frage gerne zum Anlass, Herr Kollege

Schmidt, um zu betonen, dass wir in Deutschland froh
darüber sein sollten, dass sich eine wirtschaftliche Bele-
bung andeutet, und dass uns die parteipolitischen Dis-
kussionen, die wir gelegentlich – manchmal auch sehr
intensiv – führen, nicht verführen sollten, die Chance,
die in der derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung liegt
und die sich übrigens insbesondere aus der weltwirt-
schaftlichen Entwicklung ergibt, möglicherweise nicht
zu nutzen.


(Hans Michelbach [CDU/CSU]: Wir brauchen einen Maulkorberlass der Bundesregierung!)


Wir werden nach meiner Interpretation im nächsten
Jahr noch keinen Aufschwung erleben. Es wird vielmehr
zu einer Phase der wirtschaftlichen Belebung kommen.
Wir sind gut beraten, nach den Reformen, die wir auf
den Weg gebracht haben, auch diese Reform gemeinsam
zu Ergebnissen zu führen, um voranzukommen.

Zwischen all diesen Maßnahmen besteht ein Zusam-
menhang. Wenn wir von einem wirtschaftlichen Wachs-
tum von 1,5 bis 2 Prozent im nächsten Jahr ausgehen,
dann spielen dabei neben der Zahl der Feiertage, die auf
Arbeitstage fallen, das Vorziehen der Steuerreform wie
auch die Reformen insgesamt eine wichtige Rolle. Ohne
diese Faktoren ist ein solches wirtschaftliches Wachstum
nicht erreichbar. Hinzu kommt der Export, bei dem die
Bundesrepublik Deutschland zum ersten Mal seit langer
Zeit wieder an erster Stelle liegt, was gelegentlich unter-
schätzt wird.

Wir haben insofern keinen Grund, die Wirtschaft in
Deutschland und unsere wirtschaftliche Leistungsfähig-
keit unter den Scheffel zu stellen. Beides stellt sich gut
dar. Wir haben allen Grund, die Voraussetzungen dafür
zu schaffen, dass die weltwirtschaftliche Belebung von
der deutschen Volkswirtschaft genutzt werden kann, um
selbst wieder in eine Aufschwungphase zu kommen.
Viele Menschen – auch viele Arbeitnehmer – scheinen
dies langsam, aber sicher auch so wahrzunehmen. Wir
müssen ein Interesse daran haben – ich wüsste nicht, wer
einen Grund haben sollte, das infrage zu stellen –, die
wirtschaftliche Entwicklung gemeinsam und mit aller
Kraft voranzubringen.


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506801100

Herr Kollege Brüderle.


Rainer Brüderle (FDP):
Rede ID: ID1506801200

Herr Minister, Sie haben selbst dargelegt, dass das

Wachstum im Grunde zu niedrig ist, um beschäftigungs-
wirksam zu werden; denn das ist erst ab einer Schwelle
von 1,5 bis 1,8 Prozent – 1,5 Prozent wäre schon sehr
günstig – der Fall. Das für das nächste Jahr prognosti-
zierte Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent – wenn man
die Sondersituation der Feiertage unberücksichtigt lässt
– liegt aber deutlich darunter. Insofern muss über zusätz-
liche Aktivitäten nachgedacht werden, um eine Dynamik
zu erzielen, die uns nach vorne bringt.

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(C (D Ein Blick in das Herbstgutachten zeigt, dass das nvestitionsvolumen keinen Aufschwung bedeutet. Vielehr handelt es sich in der Regel um Ersatzinvestiionen, die sich aus der konjunkturell bedingten Zurückaltung ergeben. Ein Turnaround bzw. eine Trendwende st nicht erkennbar. Deshalb müssen wir zusätzlich haneln. Das geltende Tarifvertragsrecht hat dazu geführt, ass in Ostdeutschland 70 Prozent aller Arbeitsverhältisse außertariflich geregelt sind. Wir müssen endlich uch die Mitentscheidungsrechte der betroffenen Bechäftigten in Westdeutschland erweitern, damit sie geebenenfalls abweichend vom Flächentarifvertrag in ihen Betrieben eigene Wege beschreiten können. Das aber erweigern Sie. Weil die Gewerkschaften einseitig und neinsichtig vorgehen, müssen wir gesetzliche Öffungsklauseln schaffen. In dieser verfahrenen Situation ist Vertrauen notwen ig. Der Kollege Schmidt hat gefordert, wir sollten die ituation gesundbeten und als Hofjubler der Regierung urch die Lande ziehen, damit das Wirtschaftswachstum insetzt. (Wilhelm Schmidt [Salzgitter] [SPD]: Das habe ich nicht gesagt!)


as wäre aber verkehrt. Vertrauen gewinnt man nicht
urch Hochjubeln, auch wenn das hier immer wieder
ersucht wird. Als vor ein oder zwei Jahren kritisiert
urde, dass die Wachstumsprognosen eine Illusion seien
sie waren tatsächlich eine Illusion; keine Prognose
urde eingehalten –, hat Herr Eichel von 2 Prozent
achstum schwadroniert. Tatsächlich hat er ein Null-
achstum erreicht. Als wir darauf hingewiesen haben,
ass die Prognosen unrealistisch seien, wurden wir von
ot-Grün auf eine Stufe mit Vaterlandsverrätern gestellt.
ertrauen gewinnt man nur durch eine faire und realisti-
che Darlegung. Hier unterscheiden Sie sich von Ihrem
orgänger – erfreulicherweise – sehr; denn Sie haben of-
en auf das Bemühen der Bundesregierung hingewiesen.
ber die Regierung muss doch noch zusätzlich etwas be-
egen. Das Vorziehen der letzten Stufe der Steuerreform
st von der Regierung und den sie tragenden Koalitions-
raktionen schon regelrecht zerredet worden; denn jeden
ag wird eine neue Sau durch das Dorf getrieben. So ge-
innt man kein Vertrauen.
Meine Frage lautet zugespitzt: Was macht der Wirt-

chafts- und Arbeitsminister Deutschlands aus der unbe-
riedigenden Situation, die unter anderem dadurch ge-
ennzeichnet ist, dass das Wachstum weit unter der
eschäftigungsschwelle liegt. Natürlich können Sie sich
lücklich schätzen, dass die Feiertage, insbesondere die
eihnachtsfeiertage, im nächsten Jahr nicht auf einen
erktag fallen. Das ist für Deutschland eine schöne Be-
cherung durch das Christkind. Aber was machen Sie,
amit es vorangeht?
Wolfgang Clement, Bundesminister für Wirtschaft

nd Arbeit:
Herr Kollege Brüderle, Hochjubler habe ich schon

ange nicht mehr gesehen, jedenfalls nicht in der letzten
eit.


(Rainer Brüderle [FDP]: Mit Herrn Schmidt sitzt dort einer!)







(A) )



(B) )


Bundesminister Wolfgang Clement

Die Bundesregierung und insbesondere die Mehrheit der
Regierungsfraktionen haben sich mit den Reformmaß-
nahmen, die wir auf den Weg gebracht haben – wir reden
ja in vollem Ernst darüber –, wirklich nicht die leichteste
Last auf die Schultern gelegt. Wir tun dies sehr wohl im
vollen Bewusstsein der politischen Risiken, die mit die-
sen Maßnahmen verbunden sind. Wir tun dies aber auch
in der Überzeugung, dass es für die Bundesrepublik zur-
zeit keinen anderen Weg gibt als den, den wir einge-
schlagen haben.

Herr Kollege Eichel hat sich auf Prognosen und Er-
wartungen gestützt, die von allen Instituten geteilt wur-
den. Es gibt weltweit kein einziges Institut – jedenfalls
nicht in den hoch entwickelten Volkswirtschaften –, des-
sen Prognosen in den letzten Jahren der Realität standge-
halten hätten. Das gilt auch für die Prognosen der Sach-
verständigen und der Bundesregierung. Das ist eine
Tatsache. Europaweit wird nun ein Wachstum von
1,7 Prozentpunkten erwartet. Genau hier liegt die
Schwelle der Beschäftigungswirksamkeit. Ich gehe da-
von aus, dass wir eine gewisse Beschäftigungswirksam-
keit erzielen werden und dass wir mit den Hartz-Geset-
zen, die wir vor kurzem verabschiedet haben, die
Beschäftigungsschwelle senken werden. Wir müssen
eine Beschäftigungsschwelle erreichen, die wie in den
Nachbarstaaten, zum Beispiel in den Niederlanden, bei
1 Prozent liegt. Experten schätzen, dass das Arbeits-
platzpotenzial in Deutschland bei bis zu 2 Millionen
liegt. Dieses Potenzial ist auszuschöpfen. Wir haben es
noch lange nicht geschafft, dieses Potenzial in legale Ar-
beitsplätze zu verwandeln. Man muss ja bedenken, dass
es in Deutschland 5 Millionen bis 6 Millionen Schwarz-
arbeiter gibt. Wir müssen jede Chance nutzen, um die
Menschen aus der Schwarzarbeit durch ordnungspoliti-
sche Maßnahmen und ökonomische Anreize herauszu-
holen.

Sie haben gefragt, was wir auf der Pfanne hätten, um
zusätzlich etwas zu mobilisieren. Das ist das, was vor al-
len Dingen die Agenda 2010 mit allem, was dazu gehört,
beinhaltet: die Steuerreform, die Gemeindefinanzreform
und die Gesundheitsreform. Das sind aber auch das, was
wir in rentenpolitischer Hinsicht getan haben, um die
Beiträge stabil zu halten, und die Arbeitsmarktreformen,
die zu einer gravierenden Veränderung des Arbeitsmark-
tes führen werden. Dazu gehört außerdem das, was Ih-
nen Schmerzen bereitet: die Reform der Handwerksord-
nung und die Reform der berufsständischen Institutionen
in Deutschland, die allesamt zu Verhärtungen und Ver-
krustungen geführt haben. Nicht zuletzt gehört auch die
weitere Liberalisierung des gesamten Netzbereiches
dazu, insbesondere des Telekommunikationsbereiches
und des Energiebereiches. Der gesamte Güter-, Dienst-
leistungs- und Netzbereich in Deutschland müssen wei-
ter liberalisiert werden. Wenn wir in den nächsten Jahr-
zehnten die wirtschaftliche Entwicklung stabilisieren
und eine sichere Wettbewerbssituation für die Export-
wirtschaft und für die nächste Generation schaffen wol-
len, werden wir des Weiteren zugunsten von Investitio-
nen in Wissenschaft und Forschung sowie in Bildung
und Qualifikation umschichten müssen. Wenn wir das

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(C (D lles hinter uns haben, dann – so vermute ich – sind wir ber den Berg. Herr Kollege Burgbacher. Herr Minister, die Experten haben gestern eingeräumt das haben auch Sie eigentlich schon getan –, dass der ufschwung – wenn er denn kommt – nur von außen, as heißt von den USA und Ostasien, angetrieben werde nd dass der Antrieb aller Binnenkräfte im Augenblick leich null sei. Wir werden in der morgigen Sitzung des ourismusausschusses eine entsprechende Debatte fühen. Prognos sagt voraus, dass Deutschland auf dem Geiet des Tourismus im internationalen Vergleich weit interherhinke. Die Frage ist doch, wie wir es schaffen önnen, die Aufschwungkräfte, die von außen kommen, n unserem Land aufzunehmen. Mit allen Maßnahmen, die Sie jetzt durchführen wol en – Sie muten den Menschen weiß Gott viel zu –, pringen Sie eigentlich zu kurz. Ich empfehle Ihnen, den n der heutigen Ausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ erchienenen Artikel von Nikolaus Piper zu lesen. Er chreibt sehr treffend, dass Sie zu kurz springen würden nd dass die Maßnahmen, die eine Zumutung für die enschen seien, nicht die Erfolge zeitigen würden, die ie erzielen wollten. Deshalb frage ich Sie: Was wollen ie tun, wenn die Erfolge, die Sie sich von Ihren Maßahmen versprechen – man sieht das zum Beispiel an em Vorziehen der letzten Stufe der Steuerreform –, ausleiben werden, wovon ich überzeugt bin? Wolfgang Clement, Bundesminister für Wirtschaft nd Arbeit: Ich weiß nicht, warum ich mich daran beteiligen soll, ie Exportleistung der deutschen Volkswirtschaft kleinureden. Was spricht denn dagegen, dass die deutsche xportwirtschaft einen erheblichen Anteil am wirtchaftlichen Aufschwung in Deutschland haben wird? ie ist unser wichtigster Motor. Es ist von überragender edeutung, dass Deutschland gerade in den weltwirtchaftlichen Bereichen, in denen jetzt eine Dynamik einetzt, ausgesprochen gut positioniert ist, und zwar – ich age das einmal so – ausnahmsweise wirtschaftlich und olitisch. Das bezieht sich auf die Beitrittsländer. Ich habe vor in gesagt, dass der Anteil Deutschlands an den Exporen in diese Länder bei 11,6 Prozent liegt. Wir haben ine enorme Dynamik in China und in anderen südostsiatischen Staaten, überall dort, wo wir sehr gut positioiert sind. Sie haben das immer bestritten. Seit dem Jahr 2001 mussten wir eine Abflachung der xportentwicklung während der weltweiten Konjunkturchwäche hinnehmen. Das hat sich bei uns besonders egativ ausgewirkt. Jetzt kommen wir in eine weltwirtchaftliche Erholung hinein, es sei denn, es gäbe irendein zusätzliches Problem, etwa bei den Ölpreisen der in den Währungsrelationen. Wenn ich diese Risiken Bundesminister Wolfgang Clement außer Acht lasse, haben wir in der Perspektive eine sehr gute weltwirtschaftliche Entwicklung zu erwarten. Dies wirkt sich für uns positiv aus. Die weltweite Konjunkturschwäche in allen negativen Facetten haben wir ausgebadet – Sie und andere haben das in allen Formen beschrieben – und jetzt kommt es zu einer positiven Entwicklung; daran wird sich hoffentlich auch nichts ändern. Dass sie sich hier auswirkt, ist für uns von außerordentlicher Bedeutung. Wir in der Bundesrepublik brauchen diese Exportposition und werden sie weiter verbessern müssen, indem wir auch technologisch immer noch besser werden, als wir heute schon sind, und zwar in den Technologien, die in Zukunft die Weltmärkte bestimmen werden, und das geht über die Bereiche Automobil, Chemie oder Maschinenbau hinaus. Das ist die Aufgabe, die wir zu erfüllen haben. Was die Situation in der Bundesrepublik angeht – wir werden das jetzt nicht miteinander ausdiskutieren können –, sind wir der Meinung – alle Reaktionen, die es dazu gegeben hat, bestätigen uns darin –: Was von der Bundesregierung an Reformen auf den Weg gebracht worden ist, ist in der deutschen Nachkriegsgeschichte bisher einmalig. Auch vor diesem Hintergrund ist von enormer Bedeutung, dass diese Reformen gelingen. Ich habe andere Erwartungen in Bezug auf den Erfolg dieser Maßnahmen als Sie. Die Institute sprechen von einer ersten wirtschaftlichen Belebung. Niemand von uns sagt, dass damit die Hände in den Schoß gelegt werden können. Wir werden auch im nächsten Jahr über mehr als 4 Millionen Arbeitslose reden. Sie können davon ausgehen, dass es unser Ziel ist, diese Situation grundlegend zu verändern. Dazu benötigen wir noch weiter gehende Maßnahmen als die, die wir jetzt diskutieren. Die, die jetzt beschlossen worden sind, brauchen wir; auch das bestätigen die Institute. Letzte Frage zu diesem Themenkomplex, Kollege Michelbach. Herr Bundesminister Clement, Sie haben das Ver trauen der Wirtschaft in den Vordergrund Ihrer Ausführungen gestellt. Die Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit hängt sicherlich auch mit der Stimmung zusammen. Wie beurteilen Sie denn die Tatsache, dass der Stabilitätsund Wachstumspakt von deutscher Seite im Jahr 2003 und dann auch im Jahr 2004 vorsätzlich wieder gebrochen werden wird? Führt das nicht zu einem Vertrauensverlust? Liegt darin nicht auch begründet, dass die Auslandsinvestitionen zunehmen und die Inlandsinvestitionen abnehmen? Wolfgang Clement, Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit: Das sehe ich ganz und gar nicht so. Wenn wir schon über die Investitionen sprechen, dann sollten wir auch s a t U V ß s g u v C p w Z a e m B b p h s h s i n k w w l i l K v d s b m f n n L B g n w k l h b (C (D agen, dass Deutschland, was die Auslandsinvestitionen ngeht, zurzeit in einer außerordentlich positiven Situaion ist. Unter den Mitgliedstaaten der Europäischen nion sind wir vermutlich auf Platz eins oder zwei. Das ertrauen in den Standort Deutschland scheint also auerordentlich hoch zu sein; sonst wären wir nicht in dieer günstigen Position, was Auslandsinvestitionen aneht. Deshalb kann ich das, was Sie benannt haben, ganz nd gar nicht teilen. Deutsche Unternehmen investieren im Ausland, ja. In ielen Fällen geht es auch gar nicht anders. Wenn sie in hina im Markt sein wollen, müssen sie auch in China roduzieren. Wenn sie in Südostasien im Markt sein ollen, müssen sie dort auch produzieren. Es hat keinen weck, dass wir in Deutschland nun über alles in Tränen usbrechen. Wir müssen schon akzeptieren, dass wir in inem weltweiten Markt sind und dass unsere Unternehen weltweit unterwegs sein müssen, und zwar zu den edingungen, die in den jeweiligen Weltregionen gegeen sind. Deshalb kann ich da überhaupt keinen Kritikunkt erkennen. Was den Stabilitätsund Wachstumspakt angeht – das aben wir heute auch mit Kommissar Solbes erörtert –, ind wir in einer Situation, die nicht einfach zu handaben ist. Wir müssen konsolidieren, also für Stabilität orgen, so wie es der Stabilitätspakt vorsieht. Der Pakt st aber ein Stabilitätsund Wachstumspakt. Es macht ämlich keinen Sinn, dass wir auf Teufel komm raus onsolidieren. Entscheidend ist, dass wir Impulse für die irtschaftliche Entwicklung geben; deshalb ist beispielseise das Vorziehen der Steuerreform so außerordentich wichtig. Insofern müssen wir die finanzpolitische Situation – sie st, wie ich meine, keineswegs widersprüchlich – letztich sehr sorgfältig austarieren: auf der einen Seite die onsolidierungsbemühungen einschließlich des Abbaus on Subventionen und auf der anderen Seite Impulse, ie unsere Wirtschaft – auch im Interesse der europäichen Wirtschaft – braucht. Der Vorwurf, den Sie erheen, ist also in meinen Augen nicht gerechtfertigt. Richtig ist, dass wir auf längere Sicht konsolidieren üssen. Die Bundesregierung vertritt zu Recht die Aufassung, dass das Vorziehen der Steuerreform durch eien entsprechenden Abbau öffentlicher Leistungen im ächsten Jahr nicht voll kompensiert werden sollte. angfristig sollte das allerdings schon passieren. Wie der undeskanzler und der Bundesfinanzminister deutlich emacht haben, sind wir bereit, für die nächsten Jahre eien Subventionsabbau, der deutlich über das hinausgeht, as die Ministerpräsidenten Koch und Steinbrück danenswerterweise auf den Weg gebracht haben, verbindich festzulegen. Vielen Dank. – Gibt es Fragen zu anderen Themen der eutigen Kabinettssitzung? – Herr Kollege von Klaeden, itte. Ich habe eine Frage an Herrn Staatsminister Schwanitz. Am Wochenende hat es eine widersprüchliche Berichterstattung darüber gegeben, ob das Kanzleramt mittlerweile Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Bonn vom 2. Oktober eingelegt hat. Können Sie uns sagen, was Sache ist? (Wilhelm Schmidt [Salzgitter] [SPD]: Das ist die Umgehung der Nichtzulassung einer dringlichen Frage, Herr Präsident!)

Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506801300
Ernst Burgbacher (FDP):
Rede ID: ID1506801400




(A) )


(B) )

Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506801500
Hans Michelbach (CSU):
Rede ID: ID1506801600
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506801700




(A) )


(B) )

Eckart von Klaeden (CDU):
Rede ID: ID1506801800


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506801900

Es ist jedenfalls die Wahrnehmung des Fragerechts

des Abgeordneten.
Herr Minister Schwanitz, bitte.


Rolf Schwanitz (SPD):
Rede ID: ID1506802000

Herr von Klaeden, nur der Ordnung halber will ich

einfach sagen, dass das nicht Thema der heutigen Kabi-
nettssitzung war.

Aber da es bekanntermaßen Interesse an diesem
Thema gibt, will ich Ihre Frage mit einem klaren Ja be-
antworten. Das Bundeskanzleramt hat mit Schreiben
vom 16. Oktober 2003 fristgemäß zur Begründung der
Einstellungsverfügung unter Beibehaltung der früheren
Bewertung ergänzend kritisch Stellung genommen.
Gleichzeitig wurde mitgeteilt, dass das Bundeskanzler-
amt im Fall der Nichtabhilfe der Beschwerde im Übrigen
nicht beabsichtigt, durch den Generalstaatsanwalt ein
Klageerzwingungsverfahren gemäß § 172 StPO zu be-
treiben. Das Vorbringen des Bundeskanzleramtes gilt da-
mit im weiteren Verfahren als Fachaufsichtsbeschwerde.
Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft bleibt demge-
mäß abzuwarten.


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506802100

Das Wort zu einer weiteren Frage hat der Kollege

Grindel.


Reinhard Grindel (CDU):
Rede ID: ID1506802200

Herr Staatsminister, ich würde Ihnen gern ein Inter-

view des Journalisten Hans Leyendecker vorhalten, der
sich seit drei Jahren mit den Recherchen über diese an-
gebliche Affäre beschäftigt hat. In der „Frankfurter All-
gemeinen Sonntagszeitung“ hat er gesagt:

Aber wir wissen eben heute mehr als damals. Die
Recherchen rechtfertigten damals eine Verdachts-
berichterstattung, erweisen sich aber heute als kor-
rekturbedürftig und müssen berichtigt werden.

Er führt dann weiter aus:
Richtig ist, dass Kohl in Parteifinanzierungsdingen
Dreck am Stecken hat. Aber andere Sachen, wie die
so genannten „Bundeslöschtage“, sind ihm schon
deshalb nicht anzulasten, weil es sie nicht gegeben
hat. Leider sind nicht alle Leser an Differenzierung
interessiert.

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(C (D timmen Sie mir zu, dass sich langsam wirklich der Einruck aufdrängt, dass die Bundesregierung wegen dieser angelnden Differenzierung in der Öffentlichkeit nach em Motto „Hauptsache, es bleibt etwas hängen“ den rüheren Bundeskanzler und andere, die in dieser Affäre ine Rolle spielen, weiter unter Verdächtigung halten ill, obwohl selbst Journalisten, die nun nicht der CDU/ SU zuzurechnen sind und seit drei Jahren recherchieen, sagen: Es müsste eigentlich längst etwas berichtigt erden, da an der Geschichte ohnehin nichts dran ist? Herr Kollege Grindel, ich stimme Ihnen ausdrücklich icht zu. Ich weise auch diese, wie ich finde, unsachichen Beschreibungen zurück. Es war, insbesondere bei solch sensiblen Fragen, imer gute Sitte, Äußerungen in Zeitungen und Zeitungsrtikel nicht zu kommentieren. (Reinhard Grindel [CDU/CSU]: Er ist ein unverdächtiger Zeuge!)

Rolf Schwanitz (SPD):
Rede ID: ID1506802300

ie haben versucht, dieses Thema durch eine Dringlich-
eitsfrage anzuberaumen. Ich denke, ich bin Ihnen mit
er Beantwortung der Frage von Herrn von Klaeden sehr
air entgegengekommen.
Wenn Sie weiter gehende Ausführungen und Informa-

ionen wünschen, dann steht es Ihnen selbstverständlich
rei, der Bundesregierung auf dem herkömmlichen Weg
ine Frage zu stellen. Diese Frage wird dann auch beant-
ortet.


(Hans Michelbach [CDU/CSU]: Eine solche Arroganz habe ich noch nie erlebt!)



Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506802400

Weitere Fragen hierzu liegen nicht vor.
Ich beende die Befragung der Bundesregierung.
Ich rufe den Tagesordnungspunkt 2 auf:

Fragestunde
– Drucksache 15/1763 –

Die zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums der
erteidigung eingereichte Frage 1 des Kollegen Nolting
ird schriftlich beantwortet.
Wir kommen damit zum Geschäftsbereich des Aus-
ärtigen Amtes. Die Frage 2 des Kollegen Nolting wird
emäß unseren Richtlinien für die Fragestunde ebenfalls
chriftlich beantwortet.
Ich rufe nun die Frage 3 des Kollegen Dr. Stinner auf:

Welche Konsultationsmechanismen gibt es zwischen den
Teilnehmern des Quartetts – bestehend aus USA, EU, UNO
und Russland –, um zu einheitlichen Abstimmungsergebnis-
sen der Mitglieder des Quartetts bzw. ihrer EU-Mitglieder im
UN-Sicherheitsrat bei den den Nahen Osten betreffenden Re-
solutionen zu kommen, und welche Initiativen unternimmt die
Bundesregierung, um diese Abstimmung zu verbessern?

Zur Beantwortung steht der Staatsminister Hans Martin
ury zur Verfügung.






(A) )



(B) )



Hans Martin Bury (SPD):
Rede ID: ID1506802500

Herr Kollege Dr. Stinner, das Nahost-Quartett aus den

USA, der EU, dem VN-Generalsekretär und Russland ist
mit auf deutsche Initiative hin im April 2002 geschaffen
worden. Es trifft sich regelmäßig auch auf Minister-
ebene, zuletzt am Rand der VN-Generalversammlung in
New York am 26. September. Sein Ziel war von Anfang
an ein abgestimmtes Vorgehen vor Ort.

Die Abstimmung über konkrete Entwürfe für Sicher-
heitsratsresolutionen zum Nahen Osten findet zwischen
allen Mitgliedstaaten des VN-Sicherheitsrates statt, wo-
bei die Konsultationen unter den im Sicherheitsrat ver-
tretenen Mitgliedern des Quartetts, das heißt Russland,
den USA und den im Sicherheitsrat vertretenen EU-Mit-
gliedern – das sind zurzeit neben Deutschland Frank-
reich, Großbritannien und Spanien –, besonders intensiv
verlaufen. Zusätzlich finden häufig noch direkte Konsul-
tationen zwischen den Hauptstädten statt.

Deutschland wird sich an diesen Konsultationen auch
weiterhin engagiert beteiligen und dabei für einen mög-
lichst umfassenden Konsens im Sicherheitsrat werben.
Dabei ist klar – das gilt auch für Deutschland –, dass je-
der Staat letztendlich in eigener Verantwortung über sein
Abstimmungsverhalten entscheiden muss.


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506802600

Zusatzfrage, Herr Kollege Stinner?


Dr. Rainer Stinner (FDP):
Rede ID: ID1506802700

Herr Staatsminister, bezieht sich diese Abstimmung,

also die Konsultationen des Quartetts, auch auf die Gen-
fer Initiative für den Nahen Osten, die unter Führung der
ehemaligen Minister Beilin aus Israel und Rabbo aus Pa-
lästina gestartet wurde?


Hans Martin Bury (SPD):
Rede ID: ID1506802800

Herr Kollege, die Bundesregierung sieht in dem Gen-

fer Abkommen einen äußerst positiven zivilgesellschaft-
lichen Beitrag zum Nahost-Friedensprozess, der insbe-
sondere dem in der Roadmap formulierten Ziel dient, die
Parteien wieder an den Verhandlungstisch zu bringen
und entsprechende politischen Perspektiven für den End-
status auszuformulieren. Insbesondere unterstützt die
Bundesregierung die mögliche Impulswirkung, die vom
Genfer Abkommen für die israelische und palästinen-
sische Öffentlichkeit ausgehen kann. Der Abkommens-
entwurf zeigt, dass die schwierigen Problemfelder des
Nahost-Konfliktes rational lösbar sein können.


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506802900

Weitere Zusatzfrage?


Dr. Rainer Stinner (FDP):
Rede ID: ID1506803000

Herr Präsident, ich möchte meine Frage von eben

noch einmal wiederholen; denn die Antwort, die Sie,
Herr Staatsminister, gegeben haben, hat mit meiner
Frage nicht das Geringste zu tun gehabt. Sie lautete ganz

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(C (D xplizit, ob sich die Konsultationen des Quartetts auch uf dieses Genfer Abkommen bezogen haben. Ich habe Ihnen geschildert, dass permanent enge Kon ultationen stattfinden, vermag Ihnen aber nicht zu saen, inwieweit bei diesen Konsultationen bisher eine bstimmung zum Genfer Abkommen stattgefunden hat. nhaltlich habe ich Ihre Frage aber sehr wohl beantworet. Dann rufe ich die Frage 4 des Kollegen Stinner auf: Wie bewertet die Bundesregierung die Auswirkungen unterschiedlicher Voten des Quartetts im UN-Sicherheitsrat auf die Einflussmöglichkeiten des Quartetts auf den Friedensprozess im Nahen Osten? Herr Kollege, die einmütige Unterstützung der oadmap durch die Mitglieder des Nahost-Quartetts leibt aus Sicht der Bundesregierung alternativlos und ird durch das unterschiedliche Stimmverhalten von uartettmitgliedern im VN-Sicherheitsrat zu Einzelfraen der Nahost-Politik im Kern nicht infrage gestellt, zual die Bewertungen in der Sache zumeist übereinstimen. So wurde zum Beispiel der Ausweisungsbeschluss es israelischen Kabinetts in Bezug auf Yassir Arafat on allen Quartettmitgliedern kritisiert. Im Sicherheitsat ging es vor allem um die Frage der Ausgewogenheit er Resolutionstexte hinsichtlich der Einbeziehung einer erurteilung von Terroranschlägen. Zusatzfrage? Eine Zusatzfrage dazu: Wie bewertet die Bundes egierung denn, dass gestern Abend das Quartett in den ereinten Nationen wiederum zu einer von der Europäichen Union vorgelegten Resolution ein unterschiediches Abstimmungsverhalten gezeigt hat? Zunächst, Herr Kollege, ist es positiv, wie ich denke, ass die EU in den Resolutionsentwürfen jeweils entcheidende Textverbesserungen durchsetzen konnte und amit ein geschlossenes Abstimmungsverhalten der Euroäischen Union bzw. der im Sicherheitsrat vertretenen itgliedstaaten der Europäischen Union ermöglichte. on den anderen Quartettsmitgliedern haben Russland ür den Entwurf und die USA gegen den Entwurf getimmt; die USA hatten nämlich bezüglich der Ausgeogenheit der Texte nach wie vor Bedenken. Weitere Zusatzfrage? Herr Staatsminister, ist es vorstellbar, dass das Quar tett darin übereinkommt, eigene Resolutionsentwürfe bei den Vereinten Nationen einzubringen? Herr Kollege, es ist ohne Alternative, dass das Quar tett weiterhin geschlossen und entschlossen an der Umsetzung der Roadmap arbeitet und daran festhält. Ob zu dem Zweck neue Sicherheitsratsresolutionen zu diesem Zeitpunkt erforderlich und hilfreich sind, vermag ich nicht zu beurteilen. Wir sind damit am Ende dieses Geschäftsbereichs. Ich bedanke mich, Herr Staatsminister Bury. Ich rufe den Geschäftsbereichs des Bundesministeri ums des Innern auf. Zur Beantwortung der Fragen steht der Parlamentarische Staatssekretär Fritz Rudolf Körper zur Verfügung. Die Fragen 5 und 6 des Kollegen Hartmut Koschyk werden schriftlich beantwortet. Ich rufe die Frage 7 der Abgeordneten Petra Pau auf: Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Spendenzahlungen des Fluthilfekuratoriums im Zusammenhang mit dem Hochwasser im August 2002 an die betroffenen Länder und in welchem Verhältnis – bitte einzeln für die Länder aufschlüsseln – stehen diese zur Antragslage? F Frau Kollegin, das Kuratorium „Fluthilfe“ unter Vorsitz von Herrn Bundespräsidenten a. D. Dr. Richard von Weizsäcker wurde unmittelbar nach der Flutkatastrophe von Herrn Bundeskanzler Schröder als unabhängige Beschwerdeinstanz berufen. Zu seinen Aufgaben gehören die Gewährleistung einer möglichst gerechten Abwicklung der Entschädigungen und die Ausreichung von Zuschüssen in Notsituationen. Für die Hilfe in begründeten Fällen wurde das Kuratorium mit Finanzmitteln in Höhe von 20 Millionen Euro aus dem Fluthilfefonds in Höhe von circa 7 Milliarden Euro ausgestattet. Davon wurden bisher circa 8,5 Millionen Euro direkt an die einzelnen Antragsteller ausgezahlt. Zuweisungen an die Länder aus den Mitteln des Kuratoriums – das ist ganz wichtig – erfolgen nicht. In der Regel sind es die Bürger des am stärksten betroffenen Freistaates Sachsen, die sich – gefolgt von den Bürgern Sachsen-Anhalts und mit weitem Abstand von den Bürgern Bayerns – an das Kuratorium „Fluthilfe“ wenden. Nach derzeitiger Einschätzung werden die noch verfügbaren Finanzmittel ausreichen, um im erforderlichen Umfang Einzelfallhilfen leisten zu können. Zusatzfrage, Frau Kollegin Pau. d s i w s B A d s i i s B g B s k B e t S d k r f e n s d t s D S a (C (D Herr Staatssekretär, es ist mir natürlich bekannt, dass ie Zuwendungen nicht an die Länder geleistet werden, ondern an einzelne oder juristische Personen. Sind Sie n der Lage, auszuführen, ob es gewisse Schwerpunkte ie beispielsweise karitative Einrichtungen, Einzelperonen oder betroffene Unternehmen in den einzelnen undesländern, insbesondere in Sachsen und Sachsennhalt, gibt? Fr Frau Kollegin Pau, den Hinweis, dass keine Zuwei ungen an die Länder aus diesen Mitteln erfolgen, habe ch vorgebracht, weil mir nicht klar war, was genau Sie n Ihrer Frage meinten. Die Schwerpunkte, nach denen Sie gefragt haben, las en sich vielleicht insofern kennzeichnen, als es sich um ereiche handelt, in denen es um relativ kleine Beträge eht. Beispielsweise hat man festgestellt, dass aus dem ereich der Kleingärtner etliche Anträge gestellt worden ind, sodass man hier von einem Schwerpunkt sprechen ann. Weitere Zusatzfrage. Eine weitere Zusatzfrage und vielleicht auch eine itte. Wir haben inzwischen eine gewisse Übung, wenn s darum geht, tiefer gehende Informationen auszuauschen. Hat Ihr Ministerium eine Übersicht dieser chwerpunkte, sodass man sie nachlesen kann? Fr Frau Kollegin Pau, da das Kuratorium „Fluthilfe“ eine nachgeordnete Behörde des Bundesinnenministeiums ist – wir sind zwar für vieles zuständig, aber nicht ür alles –, ist die statistische Erfassung nicht so ganz infach. Ich kann Ihnen nicht zusagen, die von Ihnen achgefragte Übersicht zu liefern. Die Fragen 8 und 9 des Kollegen Albert Deß sollen chriftlich beantwortet werden. Wir sind damit am Ende ieses Geschäftsbereiches. Ich rufe nun den Geschäftsbereich des Bundesminis eriums der Finanzen auf. Zur Beantwortung der Fragen teht die Parlamentarische Staatssekretärin Frau r. Hendricks zur Verfügung. Die Fragen 10 und 11 des Kollegen Dr. Hermann Otto olms werden schriftlich beantwortet. Ich rufe die Frage 12 des Kollegen Dr. Jürgen Gehb uf: Für welche Zwecke soll nach Auffassung der Bundes regierung das Spendenaufkommen, das mit dem Verkauf der Zuschlagsmarke „50. Jahrestag des Volksaufstandes in der Vizepräsident Dr. Norbert Lammert DDR“ – Ausgabetag 12. Juni 2003 – erzielt wird, verwendet und welchen Institutionen soll es zugewiesen werden? D Herr Kollege Gehb, vorab: Die korrekte Bezeichnung des Sonderpostwertzeichens lautet: „50. Jahrestag des Volksaufstandes am 17. Juni 1953“. Die Mittel aus dem Erlös dieser Sonderbriefmarke sollen den Opfern politischer Verfolgung zugute kommen. Nach Möglichkeit soll der Anlass der Herausgabe der Sondermarke bei der Verwendung der Mittel Berücksichtigung finden. Derzeit sind die Beratungen über den Empfängerkreis und die Verwendung der erwarteten Zuschlagserlöse noch nicht abgeschlossen. Zusatzfrage. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, Frau Staatssek retärin, steht auch nach vier Monaten der Kreis der Empfänger der Mittel noch nicht genau fest. Wie beurteilen Sie dieses Im-Dunkeln-Lassen der Postkunden und der Öffentlichkeit eigentlich unter dem Gesichtspunkt des Verbraucherschutzes? D Herr Kollege, es handelt sich hier nicht um ein ImDunkeln-Lassen, sondern es ist eben noch keine Entscheidung gefällt worden. Das Geld wird auf einem Sonderkonto der Deutschen Post AG gesammelt; es geschieht also nichts Böses. Weitere Zusatzfrage. Vor dem Ausgabetag ist von exponierter Stelle aus Ih rem Hause gesagt worden, zum Beispiel die Opfer des Stalinismus sollten bei der Vergabe bedacht werden. Gibt es einen Grund, warum man von dieser Aussage abgewichen ist, und mit welchen Institutionen wird nach nunmehr über vier Monaten eigentlich darüber beraten? D Herr Kollege Gehb, ich kann Ihnen darauf nur antworten: Es ist noch keine Entscheidung gefällt worden; es wird weiterhin darüber beraten. Wie ich Ihnen gerade schon gesagt habe, soll eine Nähe zum Thema des Sonderpostwertzeichens hergestellt werden. Das kann ich Ihnen zusichern. Ich rufe die Frage 13 des Kollegen Gehb auf: B d ü w Z d n f V w – w d w B Z m g m s v w k s d t N a s n a d P s d t c (C (D Wann hat die Bundesregierung über die Verwendung des Spendenaufkommens entschieden, das mit dem Verkauf der Zuschlagsmarke „50. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR“ – Ausgabetag 12. Juni 2003 – erzielt wird, und, falls bisher keine Entscheidung getroffen wurde, wann plant die Bundesregierung dies zu tun? D Wie ich schon sagte: Wir haben eine solche Entschei ung bisher nicht getroffen. Derzeit sind die Beratungen ber den Empfängerkreis und die Verwendung der erarteten Erlöse noch nicht abgeschlossen. Den genauen eitpunkt kann ich Ihnen im Moment noch nicht nennen. Frau Staatssekretärin, Zuschlagsmarken werden be auerlicherweise kaum gekauft. Was hat den Bundesfianzminister eigentlich veranlasst, statt einer zuschlagsreien Sondermarke, durch die das Gedenken an den olksaufstand millionenfach in die Welt hinausgetragen orden wäre, eine Zuschlagsmarke herauszugeben, die abgesehen von Zwangskäufen durch die Philatelisten – ie Blei an den Postschaltern liegt, sodass die Entscheiung unter PR-Gesichtspunkten völlig kontraproduktiv ar? D Herr Kollege Gehb, ich kann Ihrer Auffassung, dass uschlagsmarken kaum gekauft würden, nicht zustimen. Es ist schon richtig, dass Zuschlagsmarken weniger ekauft werden als zuschlagsfreie Marken. Die Bürger üssen sich schon bewusst dafür entscheiden, eine Zuchlagsmarke zu kaufen. Dies geschieht im Geschäftserkehr nur vereinzelt und bei Privatkunden nach beusster Entscheidung. Ich weiß auch, dass die Philatelisten Zuschlagsmar en nicht lieben. Es finden zwar keine Zwangskäufe tatt, wie Sie es eben genannt haben; aber Philatelisten, ie Wert auf eine vollständige Sammlung legen, sind naürlich veranlasst, auch Zuschlagsmarken zu erwerben. atürlich würden sie lieber weniger Geld für ihr Hobby usgeben; das kann ich aus Sicht eines Philatelisten vertehen. Aber es gibt in der Bundesrepublik Deutschland ur eine sehr beschränkte Anzahl von Zuschlagsmarken, bgesehen von bestimmten Reihen, die jedes Jahr wieerkommen. Es gibt auch eine Verständigung mit den hilatelisten darüber, dass – aus den eben von mir gechilderten Gründen – deren Anzahl nicht zu groß ist. Bürgerinnen und Bürger, die dazu beitragen wollen, as Andenken des 17. Juni 1953 in alle Welt hinauszuragen, dürfte der Zuschlag daran nicht hindern. Herr Kollege Gehb. Stimmen Sie mir zu, dass die Kauflust der entspre henden Kunden jedenfalls größer wäre, wenn diese von Dr. Jürgen Gehb Anfang an wüssten, an wen der Erlös aus dem Zuschlag geht? D Herr Kollege Gehb, ich habe schon gesagt, dass die Opfer politischer Verfolgung bedacht werden sollen. Es soll eine Nähe zum Thema dieses Sonderpostwertzeichens, also zum Gedenktag 17. Juni 1953, gegeben sein. Allerdings müssen die möglichen Destinatäre geprüft werden. Möglicherweise fühlen sich viele berufen, eine solche Unterstützung zu bekommen. Bevor eine entsprechende Entscheidung gefällt wird, muss allerdings im öffentlichen Interesse genau geprüft werden, ob unter den Bewerbern nicht auch obskure Vereinigungen sind. (Wilhelm Schmidt [Salzgitter] [SPD]: Sehr richtig!)

Hans Martin Bury (SPD):
Rede ID: ID1506803100
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506803200
Hans Martin Bury (SPD):
Rede ID: ID1506803300
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506803400
Dr. Rainer Stinner (FDP):
Rede ID: ID1506803500
Hans Martin Bury (SPD):
Rede ID: ID1506803600
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506803700




(A) )


(B) )

Dr. Rainer Stinner (FDP):
Rede ID: ID1506803800
Hans Martin Bury (SPD):
Rede ID: ID1506803900
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506804000
Fritz Rudolf Körper (SPD):
Rede ID: ID1506804100
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506804200
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1506804300
Fritz Rudolf Körper (SPD):
Rede ID: ID1506804400
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506804500
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1506804600
Fritz Rudolf Körper (SPD):
Rede ID: ID1506804700
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506804800




(A) )


(B) )

Dr. Barbara Hendricks (SPD):
Rede ID: ID1506804900
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506805000
Dr. Jürgen Gehb (CDU):
Rede ID: ID1506805100
Dr. Barbara Hendricks (SPD):
Rede ID: ID1506805200
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506805300
Dr. Jürgen Gehb (CDU):
Rede ID: ID1506805400
Dr. Barbara Hendricks (SPD):
Rede ID: ID1506805500
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506805600
Dr. Barbara Hendricks (SPD):
Rede ID: ID1506805700
Dr. Jürgen Gehb (CDU):
Rede ID: ID1506805800
Dr. Barbara Hendricks (SPD):
Rede ID: ID1506805900
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506806000
Dr. Jürgen Gehb (CDU):
Rede ID: ID1506806100




(A) )


(B) )

Dr. Barbara Hendricks (SPD):
Rede ID: ID1506806200


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506806300

Wir sind am Ende dieses Geschäftsbereiches, da die

Fragen 14 und 15 des Kollegen Fromme schriftlich be-
antwortet werden sollen.

Ich rufe nun den Geschäftsbereich des Bundesminis-
teriums für Wirtschaft und Arbeit auf. Hier steht der Par-
lamentarische Staatssekretär Gerd Andres zur Beantwor-
tung zur Verfügung.

Ich rufe die Frage 16 des Kollegen Hans Michelbach
auf:

Wie beurteilt die Bundesregierung die Zukunft der natio-
nalen und europäischen Strukturpolitik vor dem Hintergrund
der EU-Osterweiterung für die ehemaligen westdeutschen
Grenzregionen nach dem Auslaufen der Bundesmittel für die
Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirt-
schaftsstruktur“ in den alten Bundesländern?

G
Dr. h.c. Gerd Andres (SPD):
Rede ID: ID1506806400


Herr Abgeordneter Michelbach, von dem Auslaufen
der Bundesmittel für diese Gemeinschaftsaufgabe in den
alten Ländern nach 2003 werden die beihilferechtlichen
Spielräume in deren strukturschwachen Gebieten, ins-
besondere das bis Ende 2006 von der EU-Kommission
genehmigte Fördergebiet der GA sowie die nach der
KMU-Freistellungsverordnung zulässige Förderinten-
sität, nicht berührt. In diesem Rahmen können weiterhin
auch Landes- und EU-Strukturfondsmittel eingesetzt
werden.

Die Handlungsmöglichkeiten in den ehemaligen
westdeutschen Grenzregionen ab 2007 sind vor allem
von den beihilferechtlichen Entwicklungen auf EU-
Ebene abhängig. Die EU-Kommission wird insbeson-
dere im Zusammenhang mit der EU-Osterweiterung das
derzeitige Beihilferegime überprüfen und anpassen. Die
Bundesregierung setzt sich in den laufenden Gesprächen
mit der Kommission unter anderem für eine generelle
Absenkung und Harmonisierung der Regionalförder-
sätze in den Mitgliedstaaten ein. Darüber hinaus soll
sichergestellt werden, dass auch Mitgliedstaaten wie
Deutschland ausreichend Spielraum erhalten, ihre Regio-

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(C (D alprobleme selbst zu identifizieren und aus eigener raft lösen zu können. Im Rahmen der Diskussion über die europäische trukturpolitik nach 2006 setzt sich die Bundesregierung ür eine nachhaltige Konzentration der Förderung auf die edürftigsten Regionen in der erweiterten Union ein. ine Förderung außerhalb dieser Regionen ist nur bei orliegen eines besonderen europäischen Mehrwerts zu echtfertigen. Diesen sieht die Bundesregierung bei der ranseuropäischen Zusammenarbeit grundsätzlich geährleistet und befürwortet daher auch im Interesse der hemaligen westdeutschen Grenzregionen die Fortsetung von Fördermaßnahmen mit dem Schwerpunkt der renzübergreifenden Zusammenarbeit der Regionen beierseits der neuen Binnengrenze der erweiterten Geeinschaft. Zusatzfrage, Herr Kollege Michelbach. Herr Staatssekretär, sehen Sie bei diesem Vorgehen wenn Sie nur auf die grenzüberschreitenden beiderseiigen Förderungen abzielen – nicht das Problem, dass es ach 2006 unter den EU-Nachbarländern ein noch stäreres Fördergefälle geben wird, und wäre es nicht notendig, dass sich die Bundesregierung zur Strukturförerung der grenznahen Gebiete nationale Maßnahmen usbedingt, die dann lediglich einer EU-Missbrauchsontrolle unterliegen, und sowohl in den Bundesländern ls auch auf Bundesebene eigenständige Strukturfördeungen ermöglicht? G Nein. Weitere Zusatzfrage. Herr Staatssekretär, Ihre Antwort auf meine Frage ach einer für die Wirtschaft und die Arbeitsplätze in iesem Raum sehr bedeutenden Maßnahme ist sehr dürfig. Können Sie sich nicht vorstellen, dass die Bundesreierung bei der EU-Kommission eine Initiative ergreift, m die Strukturförderung zu forcieren und die Lösung egionaler Aufgaben in den grenznahen Gebieten weiter oranzubringen, statt das bestehende Fördergefälle nach 006 noch auszuweiten? G Herr Abgeordneter Michelbach, ich habe deswegen o knapp geantwortet, weil Ihre Einleitungsfloskel lauete: „Sehen Sie nicht …?“ Dann haben Sie Vieles aufgeählt, was ich so nicht sehe. Pa Sie wissen, dass das ein außerordentlich komplizierter Sachverhalt ist, weil die Neuauflage von Strukturfördermitteln ab 2007 unter mehreren Gesichtspunkten zu sehen ist. Zum einen geht es um die Finanzierung. Im europäischen Bereich gibt es Vorstellungen, diese Mittel kräftig aufzustocken. Diese Vorstellung hat die Bundesregierung nicht. Denn es stellt sich dann immer die Frage, wer das bezahlt. Zum anderen stellt sich das Problem, dass die gegenwärtigen Förderregime in einer erweiterten Union natürlich verändert werden müssen. Sie wissen ganz genau: Wenn man, so wie ich das vorgetragen habe, sagt, man wolle nur die bedürftigsten Regionen fördern, dann verliert die Bundesrepublik Deutschland weite Teile der jetzigen Ziel-1-Förderung. Das ist so. Das kann man aber, glaube ich, vor dem Hintergrund der von mir angesprochenen Finanzierung nicht verändern, es sei denn, dass wir die entsprechenden Beträge aus eigenen Mitteln aufstocken. Dann könnten wir das auch komplett selber bezahlen. Es gibt da also einen gewissen Zusammenhang, den man beachten muss. Wir haben am Montag auf der Konferenz der Arbeitsund Sozialminister über diese Frage geredet, weil schon jetzt Vorbereitungen getroffen werden. Die Finanzminister haben, soweit ich informiert bin, auf ihrem informellen Rat in Rom darüber diskutiert. Es ist ein sehr schwieriges Gebiet. Wir haben die Absicht, nur solche Strukturmaßnahmen zu fördern, die einen gesamteuropäischen Mehrwert erbringen und grenzüberschreitend sind. Vor diesem Hintergrund muss man die weiteren Diskussionen und Entwicklungen der nächsten zwei Jahre sehen. Denn in Bezug auf die Fortsetzung ab 2007 haben wir noch etwas Zeit. Zu dem zweiten Teil Ihrer Frage. Auch das will ich noch einmal ausdrücklich sagen: Es bleibt uns nach wie vor der Spielraum, dass Ländermittel und EU-Mittel eingesetzt werden können. Es verhält sich nicht so, dass mit dem Auslaufen der GA West keine Förderung mehr möglich sei. Das wird zwar oft behauptet, aber das ist nicht so. Vielen Dank. – Die Fragen 17 und 18 der Abgeordne ten Dr. Lötzsch werden schriftlich beantwortet. Wir sind damit am Ende dieses Geschäftsbereichs. Ich rufe den Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung auf. Zur Beantwortung steht die Parlamentarische Staatssekretärin Caspers-Merk zur Verfügung. Ich rufe zunächst die Frage 19 der Kollegin Kaupa auf: Ist die Bundesregierung der Meinung, dass ein Anheben der Besitzgrenze von Cannabis auf 15 Gramm der Cannabisprävention und damit einer Reduzierung des Cannabiskonsums schaden würde, und sieht sich die Bundesregierung hinsichtlich der Bestrebungen, die es laut der „Welt“ vom 26. September 2003 in Berlin gibt, aufgefordert, ein Programm für eine zielgerichtete und effektive Cannabisprävention in Deutschland durchzuführen? B n d s e v g m g s d z r r c S g f b j B ä ß t r Z h d n e h d t C M 1 d t l f s G m f t A v k s I s g r b (C (D M Herr Präsident! Liebe Kollegin Kaupa, Sie fragen ach den Auswirkungen bestimmter Ankündigungen in er Presse zum Thema Cannabispolitik und danach, wie ich die Bundesregierung mit diesem Themenfeld ausinander setzt. Der Artikel in der Zeitung „Die Welt“ om 26. September 2003 hat immer wieder zu Nachfraen in unserem Hause Anlass gegeben. Deswegen öchte ich diese Gelegenheit nutzen, um hier einige rundsätzliche Dinge anzusprechen. Nach Auskunft der Berliner Senatsverwaltung für Ge undheit, Soziales und Verbraucherschutz ist kein Moellprojekt – wie in dem genannten Artikel behauptet – ur legalen Abgabe von Cannabis geplant. Es wäre auch echtlich unzulässig. Der Verkehr mit Cannabis zu andeen als zu medizinischen oder wissenschaftlichen Zweken ist entsprechend den Vorgaben der internationalen uchtstoffübereinkommen nach dem Betäubungsmittelesetz verboten und strafbar. Die Strafbarkeit gilt sowohl ür die Abgabe als auch für den bloßen Besitz von Betäuungsmitteln. Ein Absehen von der Strafverfolgung ist edoch nach § 31 a des Betäubungsmittelgesetzes beim esitz einer geringen Menge von Betäubungsmitteln und hnlichen konsumbezogenen Verhaltensweisen zum bloen Eigenverbrauch möglich, wenn die Schuld des Täers als gering anzusehen wäre und kein öffentliches Inteesse an der Strafverfolgung besteht. Nur in diesem usammenhang kann, untechnisch gesprochen, überaupt von einer „straffreien“ Besitzmenge die Rede sein, as heißt einer Menge, die im Ergebnis regelmäßig zu eier Einstellung des Strafverfahrens führt. An der materillen Strafbarkeit dieser Verhaltensweisen ändert dies ingegen nichts. Das heißt, die Strafverfolgungsbehören können beim Besitz einer geringen Menge von Beäubungsmitteln von einer Strafverfolgung absehen. Bei annabis haben die Länder bei der Festlegung dieser enge einen rechtlichen Spielraum. Die Bundesregierung hat auch in ihrer Antwort vom 5. Oktober 2003 auf die Frage des Abgeordneten Spahn arauf hingewiesen, dass es grundsätzlich in der Kompeenz der für die Strafverfolgung zuständigen Länder iegt, in Einzelerlassen bzw. Richtlinien die Grenzwerte ür die Anwendung des § 31 a des Betäubungsmittelgeetzes zu konkretisieren. Derzeit bewegen sich diese renzwerte in den entsprechenden Richtlinien der allereisten Bundesländer zwischen 6 und 15 Gramm. Insoern lägen die 15 Gramm, über die jetzt in Berlin diskuiert wird, noch im beschriebenen Rahmen. Die Bundesregierung hat demzufolge auch keinen nlass, ihre Maßnahmen zur Cannabisprävention zu erändern. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Auflärung hat im Auftrag des Bundesministeriums für Geundheit und Soziale Sicherung ein breites Spektrum an nformationsmaterial entwickelt, in dem auch auf die Riiken des Cannabiskonsums eingegangen wird. Darunter ibt es gezielte Informationsbroschüren für Eltern, Leher und Multiplikatoren. Einige Angebote, wie zum Beispiel das Internetange ot www.drugcom.de, richten sich direkt an Jugendliche. Parl. Fred, aufgelegt. An 15 Modellstandorten wurde insbesondere für Jugendliche der Altersgruppe 14 bis 21 Jahre, die erstmalig wegen Konsums illegaler Drogen straffällig geworden waren, ein gezieltes Hilfsangebot in Form eines Kurses gemacht. Das Angebot wurde von fast 100 Prozent der auffällig gewordenen Cannabiskonsumenten in Anspruch genommen und als sehr positiv beurteilt. Es hat darüber hinaus zu einer deutlichen Haltungsveränderung beigetragen. Wir sind sehr froh, dass einige Länder, insbesondere Berlin und Bayern, dieses Programm weiterführen werden, weil es sich bewährt hat. Zusatzfrage. Das durchschnittliche Einstiegsalter in den Konsum von Cannabis ist auf 14 Jahre gesunken. Rund 30 Prozent der 12bis 25-Jährigen in Deutschland haben schon einmal illegale Drogen wie Cannabis genommen. 3 Prozent konsumieren regelmäßig. Meine Frage lautet: Welche Programme der Frühintervention und Frühprävention strebt die Bundesregierung an? M Frau Kollegin Kaupa, ich habe schon zwei Modellprojekte angesprochen. Die Cannabiskonsumstruktur gibt Anlass zur Besorgnis. Ein großes Problem besteht darin, dass wir eine gesellschaftspolitische Diskussion über Cannabis führen, die zwischen Dämonisieren und Bagatellisieren schwankt. Ich glaube, es ist richtig, über die Risiken umfassend aufzuklären. Es gibt über 10 000 Jugendliche, die mit Cannabisabhängigkeitsproblemen in den Beratungsstellen vorstellig werden. Aus diesem Grund möchten wir die Frühintervention stärker fördern. Hier gibt es unterschiedliche Zuständigkeiten: Der Bund führt die Modellprojekte durch, die er in seinem Namen verantwortet. In aller Regel führt er sie zusammen mit den Ländern durch, die diese dann weiterführen. Ein großes Projekt speziell für Cannabisabhängige war „Fred“. Acht Länder, leider nicht alle, haben die Komplementärmittel zur Verfügung gestellt. Dieses Projekt wird jetzt zumindest von zwei Ländern weitergeführt. Es gibt zunächst eine Modellphase, nach deren Ablauf die Länder einspringen müssen. Ich bin sehr besorgt darüber, dass gerade die Länder, die größere Anstrengungen gegen den Cannabiskonsum fordern, diese Modellprojekte nicht weiterführen. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie insbesondere bei den Ländern, die daran beteiligt waren, darauf hinwirken würden, diese weiterhin mitzutragen. w g a r A A d b t v u m g c z w t f Z P M s K S s B i h d C d b d m n g g b m w m B M v s (C (D Unter der Adresse „www.drugcom.de“ informieren ir über die Gefahren des Cannabiskonsums. Generell ilt: Es macht heute nur wenig Sinn, Präventionsprojekte usschließlich auf ein Suchtmittel bezogen durchzufühen. Wir haben in der Bundeszentrale für gesundheitliche ufklärung, in der viele Projekte zusammenlaufen, den nsatz „Kinder stark machen“ gewählt, weil wir wissen, ass Kinder, wenn sie selbstbewusst sind und gelernt haen, mit Enttäuschungen, Stress und auch Sorgen im Elernhaus oder mit Gleichaltrigen umzugehen, am besten or Drogenkonsum geschützt sind. Deshalb bezieht sich nser Modellprojekt auf die Kampagne „Kinder stark achen“. Im Zuge dieses Projekts qualifizieren wir Juendübungsleiter in Sportvereinen; gleichzeitig versuhen wir, etwas an Schulen anzustoßen. Sie wissen, dass wir dieses Jahr das Thema Rauchen um Schwerpunkt der BZgA-Arbeit gemacht haben. Wir issen, dass ein früher Einstieg in die legalen Suchtmitel in aller Regel dazu führt, dass auch illegale Drogen rüher ausprobiert werden. Hier gibt es einen deutlichen usammenhang. Aus diesem Grund brauchen wir eine räventionsstrategie, die nicht nur ein Suchtmittel in den ittelpunkt stellt, sondern suchtmittelübergreifend anetzt. Es gibt keine weitere Zusatzfrage der Kollegin aupa, also kommen wir zur Zusatzfrage des Kollegen pahn. Frau Staatssekretärin, ich wundere mich schon, dass ich die Regierungssprecherin und auch der Regierende ürgermeister von Berlin während seines Aufenthaltes n Mexiko zu dieser Frage geäußert haben – aber damit aben Sie natürlich nichts zu tun –, obgleich in Berlin azu offiziell nichts geplant ist. Ich persönlich stehe in Bezug auf die Beurteilung der annabisproblematik fest an Ihrer Seite. Ich bin froh, ass Sie als Drogenbeauftragte auch bei anderen Bestreungen in der Koalition weiterhin dazu stehen. Ich habe allerdings eine Frage: Verfolgen Sie Ihr Ziel, as Sie bereits des Öfteren und auch kürzlich noch einal in einem „Focus“-Interview formuliert haben, zu eier in allen Bundesländern einheitlichen Beurteilung der eringfügigen Menge zu kommen, weiter – das diveriert in den einzelnen Bundesländern sehr stark –, verunden mit dem Ziel, zu einer starken Reduzierung der aximal zulässigen Menge zu kommen? 30 Gramm sind eit mehr als der Tagesbedarf eines Gelegenheitskonsuenten. Diese Menge ist eher etwas für Kleindealer. M Herr Kollege Spahn, mit der durchschnittlichen enge eines Gelegenheitskonsumenten kenne ich mich ielleicht weniger aus als Sie. Wir haben beim Max-Planck-Institut für ausländi ches und internationales Strafrecht ein Forschungspro Parl. Staatssekretärin Marion Caspers-Merk jekt in Auftrag gegeben, um zu untersuchen, ob die derzeit in der Bundesrepublik Deutschland hinsichtlich der Höchstgrenze für den straffreien Besitz von Cannabis bestehende Differenzierung adäquat ist. Es gibt in der Praxis immer wieder Diskussion darüber, warum ein Land die Grenze bei 6 Gramm und ein anderes sie bei 15 Gramm festlegt. Ich sage das insbesondere mit Blick auf die Jugendlichen, denen Sie sich sicher auch stellen müssen. Wir wissen, dass sich die Rechtsprechung inzwischen auf eine bestimmte Menge festlegt hat. Das gilt für die gesamte Bundesrepublik. Das aber möchten wir belegen und haben deshalb dieses Forschungsprojekt in Auftrag gegeben. Mitte nächsten Jahres werden wir die Ergebnisse bekommen. Dann müssen wir die Ergebnisse nochmals mit den Ländern erörtern. Diesen Grenzwert kann der Bund nicht allein festlegen, sondern muss dies im Einvernehmen mit den Ländern tun. Einige Länder haben ein Interesse an einer einheitlichen Struktur, andere dagegen wollen an ihrer getroffenen Festlegung festhalten. Ich rufe die Frage 20 der Kollegin Kaupa auf: Sieht es die Bundesregierung hinsichtlich der Cannabisprävention als erforderlich an, insbesondere den § 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 12 des Betäubungsmittelgesetzes, wonach mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird, wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften – § 11 Abs. 3 des Strafgesetzbuches – dazu auffordert, Betäubungsmittel zu verbrauchen, die in nicht zulässiger Weise verschrieben worden sind, für eine vernünftige Cannabisprävention zu ändern bzw. ersatzlos zu streichen? M Frau Kollegin Kaupa, Sie fragen, ob wir § 29 des Betäubungsmittelgesetzes nicht ändern oder abschaffen sollten. So habe ich Ihre Frage verstanden und beantworte Ihre Frage wie folgt: Wir marschieren hier in unterschiedliche Richtungen. Wir wollen § 29 des Betäubungsmittelgesetzes nicht abschaffen. In den ambulanten Drogenberatungsstellen nimmt der Anteil der Klienten, die wegen eines Cannabisproblems zur Behandlung kommen, zu. Ich habe eben die absoluten Zahlen genannt. Im Jahre 2002 war Cannabiskonsum bei 30,5 Prozent der wegen Drogenproblemen ambulant Behandelten nach einem Bericht der Deutschen Referenzstelle für die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht der wichtigste Anlass der Betreuung in den Beratungsstellen. Die Bundesregierung sieht daher einen Widerspruch zwischen einer vernünftigen Cannabisprävention und der Streichung des § 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 12 des Betäubungsmittelgesetzes. Das Betäubungsmittelgesetz enthält eine Reihe von Vorschriften, deren Ziel es ist, die öffentliche Aufstachelung, Verherrlichung und Verleitung zum Drogenkonsum zu verhindern. Das Jugendschutzgesetz ergänzt diese Regelungen. Da im Zeitalter moderner Kommunikationstechnologien auch Jugendliche einen erleichterten Zugang zu aller Art von Informationen haben und h z w D s A d s b n g v r d h z B V f l e a P w n e d d m w n m s n D c m K d F W z u – t h g (C (D eutzutage zahlreiche Medien auf dem Markt sind, die um Beispiel den Cannabiskonsum offen propagieren, äre die Streichung dieser Vorschrift ein falsches Signal. eswegen halten wir an § 29 des Betäubungsmittelgeetzes fest. Wir sind der Überzeugung, dass es für die ufklärung wichtig ist, nochmals darauf hinzuweisen, ass der Aufruf zum Drogenkonsum nicht straffrei getellt ist. Zusatzfrage? Ziel meiner Frage war nicht, dass Sie § 29 des Betäu ungsmittelgesetzes streichen. Ich wollte nur Ihre Meiung dazu hören. Die Bundesregierung hat in ihrem Aktionsplan „Dro en und Sucht“ die Überlebenshilfen als vierte Säule erankert. Welche Rechtssicherheit kann die Bundesegierung den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie en Nutzern niedrigschwelliger Angebote der Drogenilfe gewähren, ohne den Vorgaben des Aktionsplanes u widersprechen? M Es gab in dieser Hinsicht bisher nur einen einzigen orfall, und zwar in Bielefeld. Ich denke, auf diesen Vorall beziehen Sie sich auch. Die Staatsanwaltschaft Bieefeld hat gegen Mitarbeiter einer Drogenberatungsstelle rmittelt. Einige Vorwürfe – es gab noch andere – hat sie uf § 29 des Betäubungsmittelgesetzes bezogen. Dieser rozess ist im Sande verlaufen; denn auch die Staatsanaltschaft Bielefeld musste einsehen: Betreuer in iedrigschwelligen Drogeneinrichtungen wandern auf inem schmalen Grat: Sie müssen einerseits diejenigen, ie die Betreuungseinrichtung aufsuchen – sie wissen, ass es Drogenkonsumenten sind –, beraten, andererseits üssen sie aber auch darauf hinwirken, dass diejenigen, enn sie sie schon nicht zum Ausstieg motivieren könen, wenigstens die Überlebenshilfen in Anspruch nehen. Dazu zählt, dass sie saubere Spritzen benutzen oder ich regelmäßig ärztlich untersuchen lassen. Nur derjeige, der überlebt, kann aus der Drogensucht aussteigen. eswegen sind gerade die niedrigschwelligen Kontaktafés die Stellen, in denen der Kontakt zu den Konsuenten hergestellt werden kann. Durch den Ausbau des ontaktes können die Mitarbeiter darauf einwirken, dass ie Betroffenen einen Ausstieg wollen. Wir befinden uns hier in einer Grauzone. Außer dem all in Bielefeld ist uns aber kein anderer Fall bekannt. ir haben Betreuer immer ermuntert, die Konsumenten unächst zu einem sichereren Konsum anzuhalten, auch, m Infektionen mit HIV oder Hepatitis einzudämmen auch das ist ein wichtiges Ziel – und dann über den inensiven Kontakt und den Aufbau eines Vertrauensverältnisses zum Ausstieg zu motivieren. Den Beschäftigten, die in Drogenprojekten arbeiten, ilt mein großer Respekt, weil sie sich mit einer sehr Parl. Staatssekretärin Marion Caspers-Merk schwierigen Klientel beschäftigen und es sich insgesamt um eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe handelt. Man muss alles tun, um diese Personen rechtlich abzusichern. Wir glauben aber, dass ihnen durch eine bloße Streichung des § 29 des Betäubungsmittelgesetzes nicht geholfen wäre. Es wäre wichtiger, wenn wir uns öffentlich zu solchen Einrichtungen bekennen und stärker zu ihnen stehen. Zusatzfrage? Reicht es aus, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbei ter dieser Einrichtungen rechtlich nicht verfolgt werden, wenn wir öffentlich hinter solchen Einrichtungen stehen? Die Arbeit, die sie machen – Sie haben sie gerade beschrieben –, ist wichtig. Wir wollen, dass sie gemacht wird. M Frau Kollegin Kaupa, ich habe mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Einrichtung in Bielefeld Kontakt gehabt und habe mich sehr für sie eingesetzt. Wir können natürlich nicht in ein Strafverfahren eingreifen, schließlich müssen wir respektieren, dass unsere Justiz unabhängig ist. Im Verlauf des Verfahrens hat sich aber gezeigt, dass die Vorwürfe nicht haltbar waren und dass der Verweis auf § 29 des Betäubungsmittelgesetzes nicht getragen hat. Zusatzfrage des Kollegen Spahn. Fr Sie halten weitere rechtliche Maßnahmen, um die Grauzone, die Sie gerade beschrieben haben, aufzulösen und weitere Verfahren dieser Art zu vermeiden, also für nicht notwendig? M Wir halten solche Maßnahmen nicht für notwendig. Wir wissen, dass es den Vorstoß von einigen Drogenberatungsstellen gab, § 29 des Betäubungsmittelgesetzes zu überdenken. Wenn wir § 29 Betäubungsmittelgesetzes streichen, würde das aber auch dazu führen, dass wir nicht mehr gegen Publikationen vorgehen könnten, die offen für Drogenkonsum werben. Bei der Abwägung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir ein rechtliches Instrumentarium brauchen, um gegen drogenverherrlichende Schriften in der Öffentlichkeit vorgehen zu können. Deswegen führt eine einfache Streichung nicht zum Ziel. Wir glauben, dass es wichtiger ist, anzuerkennen, dass ein Mitarbeiter einer Drogenberatungsstelle am Drogenkonsum der Klienten zunächst nichts ändert. Er muss vielmehr über den Auf b A e r I n n p a t B f h w t g D G h G 2 d n b z d t e a d r r k f B i b (C (D au eines Vertrauensverhältnisses versuchen, sie zum usstieg zu motivieren. Um Vertrauen aufzubauen, muss r seine Klienten zunächst annehmen und durch die Beeitstellung sauberer Spritzen etc. dafür sorgen, dass sich nfektionskrankheiten nicht weiter verbreiten. Wir sind der Überzeugung, dass für den Gesetzgeber och kein Anlass besteht, tätig zu werden, wenn in eiem so langen Zeitraum, in dem vor Ort für die Drogenrävention gearbeitet wird, nur ein entsprechender Fall uftritt. Daneben wurde dieser eine Fall ja auch zugunsen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entschieden. Ich rufe nun die Frage 21 der Kollegin Pau auf: Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung – bitte für die letzten vier Jahre aufschlüsseln – die jährlichen Kosten lebensmittelbedingter Krankheiten für das bundesdeutsche Gesundheitswesen? M Frau Kollegin Pau, in einer vom Bundesministerium ür Gesundheit geförderten Studie über ernährungsabängige Krankheiten und ihre Kosten aus dem Jahr 1993 erden die Kosten für ernährungsabhängige Krankheien für das Jahr 1990 mit 83,5 Milliarden DM, also mit ut 40 Milliarden Euro, beziffert. Dies ist nahezu ein rittel aller Kosten im Gesundheitswesen. Die höchsten esamtkosten unter den ernährungsabhängigen Krankeiten entfallen mit rund 33 Milliarden DM auf die ruppe der Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mit rund 0 Milliarden DM folgt Zahnkaries. Diese Ergebnisse sind in Band 27 der Schriftenreihe es Bundesministeriums für Gesundheit ausführlich achzulesen. Neuere und valide Studien sind uns nicht ekannt. Zusatzfrage. Frau Staatssekretärin, ich gebe zu, dass ich über die urückliegende Untersuchung jetzt etwas überrascht bin, a sich die Frau Ministerin erst im Oktober zu den Kosen geäußert hat. Dabei wurde zumindest der Anschein rweckt, als seien das neuere Zahlen; auch sie bezog sich uf ein Drittel der gesamten Gesundheitskosten. Ich frage trotzdem nach: Wurde beispielsweise bei er Vorbereitung des Gesundheitssystemmodernisieungsgesetzes über prophylaktische Maßnahmen zur Zuückdrängung dieser Kosten nachgedacht und welche onkreten Maßnahmen sind in das Gesetzeswerk eingelossen? M Frau Kollegin Pau, an der grundlegenden Problematik n Deutschland, dass wir uns falsch ernähren, zu wenig ewegen und zu viel rauchen, hat sich seit Anfang der Parl. Staatssekretärin Marion Caspers-Merk 90er-Jahre leider nichts geändert. Im Gegenteil: Die Problematik hat sich eher verschärft. Wenn wir uns heute den Anteil der Kinder und Jugendlichen ansehen, die schon sehr früh übergewichtig sind, wissen wir, dass dort zukünftig Krankheitskosten entstehen werden, wenn wir nicht gegensteuern. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass es bei denjenigen, die früh Übergewicht haben, im Alter zu einem höheren Anteil an Diabetikern kommt als bei Menschen ohne Übergewicht. So sind die Zusammenhänge. Deswegen würde es wenig Sinn machen, eine neue Studie zu finanzieren. Wir müssen die Prävention verbessern und verstärken. Bei den Beratungen des Gesundheitssystemmodernisierungsgesetzes gab es parteiübergreifend einen Konsens, dass wir die Aufgabe haben – das ist auch ein Anliegen der Gesundheitsund Sozialministerin –, ein eigenständiges Präventionsgesetz vorzulegen. Dies ist im Eckpunktepapier zum GMG nachzulesen. In diesem eigenständigen Präventionsgesetz sollen gerade auch diese genannten Dinge aufgegriffen werden. Dazu benötigen wir öffentliche Kampagnen, Veränderungen bei der Ernährung in der Schule und die Bereitschaft der gesetzlichen Krankenkassen, neben Investitionen in rein kurativer Medizin auch der Prävention ein stärkeres Gewicht beizumessen. Wir werden dieses Präventionsgesetz in einem geordneten parlamentarischen Verfahren präsentieren. Im Parlament wird dann ausreichend Gelegenheit sein, darüber zu diskutieren. Zusatzfrage. Ist bei dieser Prävention auch daran gedacht, die Ver ursacher von lebensmittelbedingten Krankheiten – Ursache dafür sind nicht nur Bewegungsmangel und die von Ihnen sonst noch aufgezählten Umstände, sondern manchmal auch die oft ungesunde Zusammensetzung von Nahrungsmitteln – zur Kasse zu bitten bzw. durch Auflagen mehr an der Prophylaxe zu beteiligen? M Ihre Frage geht in die Richtung, wie man das Verursacherprinzip adäquat durchsetzen kann. Deutschland hat eine andere Rechtstradition als beispielsweise die USA, wo derzeit Klagen gegen FastFood-Ketten anhängig sind. Wir sind der Auffassung, dass zunächst der Staat und die Gesellschaft die Aufgabe haben, Prävention zu fördern. Insofern ist es zunächst an uns, bei den gesetzlichen Krankenkassen darauf hinzuwirken, die Anstrengungen zur Prävention zu verstärken. Es muss klar werden, dass ein Teil der Krankheitskosten durch das vernünftige Verhalten eines jeden Einzelnen eingespart werden kann. Es bringt wenig, sich zuerst unvernünftig zu verhalten und hinterher die Verursacher zu verklagen, wenn durch K m T g l d w B T r s i p G G v h t t s d a d A 2 b V f C d E (C (D rankheiten hohe Kosten entstanden sind. Wichtiger ist ir, eine gesellschaftliche Veränderung zu erreichen. hemen wie gesunde Ernährung, ausreichende Beweung und der Verzicht auf Zigaretten müssen in Deutschand wieder auf die Tagesordnung. Leider ist das nicht der Fall. Vielmehr treten bei Kin ern immer häufiger Krankheiten aufgrund von Übergeicht und Bewegungsmangel auf. So leiden Kinder zum eispiel sehr früh unter Rückenbeschwerden. Auch das hema Karies ist unmittelbar auf falsche Ernährung zuückzuführen. Es ist wichtig, dass gesunde Ernährung owohl in Schulen als auch in Kindergärten ein Thema st. Deswegen unterstützen wir zum Beispiel die Kamagne „5 am Tag“, mit der für den Verzehr von Obst und emüse geworben wird. Mit der Stiftung Prävention und esundheitsförderung sowie mit „gesundheitsziele.de“ ersuchen wir die Verantwortlichen an einen Tisch zu olen und übergreifende Präventionskampagnen zu iniiieren. Nun rufe ich den Geschäftsbereich des Bundesminis eriums für Verkehr, Bauund Wohnungswesen auf. Zur Beantwortung steht der Parlamentarische Staats ekretär Achim Großmann zur Verfügung. Die Frage 22 es Kollegen Austermann wird schriftlich beantwortet. Ich rufe die Frage 23 des Kollegen Hans Michelbach uf: Wie erklärt die Bundesregierung die Diskrepanz zwischen der Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr, Bauund Wohnungswesen, Iris Gleicke, auf meine Frage 51 in der Fragestunde am 24. September 2003, Plenarprotokoll 15/62, Seite 5281 C – betreffend das Projekt Nr. 8.1 des Bundesverkehrswegeplans Deutsche Einheit, die ICE-Trasse Nürnberg–Coburg–Erfurt –, dass die Fertigstellung der Neubaustrecke bis 2015 abgeschlossen sein werde, und den Äußerungen derselben Staatssekretärin gegenüber der „Neuen Presse“ Coburg, dort abgedruckt am 15. Oktober 2003, Seite 1, wonach nicht feststehe, ob der Abschnitt Ebensfeld–Nürnberg 2015 bereits ausgebaut sein werde, und dass deswegen auf dem vorbenannten Teilstück in einer Länge von 96 Kilometern nicht mit Geschwindigkeiten bis zu 230 Kilometer pro Stunde, sondern nur bis zu etwa 160 Kilometer pro Stunde gefahren werden könne? A Herr Michelbach, es besteht keine Diskrepanz. Die ntwort auf Ihre Frage 51 in der Fragestunde vom 4. September 2003 – ich zitiere – Es besteht kein Baustopp für ICE-Strecken. Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 8.1, also die Eisenbahnneubaustrecke Erfurt–Nürnberg wird, – wie geplant – bis 2015 fertig gestellt werden. ezieht sich eindeutig auf den Neubaustreckenteil des erkehrsprojekts „Deutsche Einheit“ 8.1 zwischen Erurt und Ebensfeld. Der Artikel aus der „Neuen Presse“ oburg vom 15. Oktober 2003 bezieht sich dagegen auf en Ausbauabschnitt des VDE 8.1, also den Abschnitt bensfeld–Nürnberg. Parl. Staatssekretär Achim Großmann Diese Aussage ist auch deshalb korrekt, weil die Bun desregierung mit der Deutschen Bahn AG eine Finanzierungsvereinbarung mit einer Laufzeit bis 2015 für die Neubaustrecke abgeschlossen hat. Für die Ausbaustrecke des VDE 8.1, also den Abschnitt Ebensfeld–Nürnberg, die derzeit zweigleisig und elektrifiziert ist und im Zuge der zunehmenden Verkehrsentwicklung, bedingt durch die Fertigstellung der Neubaustrecken des VDE 8.2 und VDE 8.1, sowie der Ausbaustrecke Berlin–Leipzig, um zwei weitere Gleise ausgebaut werden soll, gibt es noch keine Finanzierungsvereinbarung und keine endgültige Zeitplanung. Zusatzfrage. Herr Staatssekretär, sehen Sie nicht einen großen Ver trauensverlust in der Region, wenn ein Projekt der deutschen Einheit erst 26 Jahre nach der deutschen Einheit fertig gestellt werden soll und gleichzeitig der durchgehende Ausbau zur direkten Anbindung der Ballungszentren Berlin und München für die Region Oberfranken wieder infrage gestellt wird? Wird damit nicht ein falsches Signal für mehr wirtschaftliche Dynamik in diesem Raum gesetzt? A Herr Kollege Michelbach, ich kann diese Einschätzung nicht teilen. Ich glaube, dass die Bevölkerung vor Ort sehr interessiert zur Kenntnis genommen hat, dass wir die VDE 8.1 und 8.2 fertig stellen wollen, obwohl es – auch das sollte man erwähnen – hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit dieser Strecke Bedenken gibt. Wir haben uns trotzdem entschieden, die Strecken der Verkehrsprojekte 8.1 und 8.2 trotz aller anderen Prioritäten, die wir in unserem Land sehen, mit Hochdruck zu Ende zu bauen. Das Ziel der Fertigstellung einer so langen Strecke bis 2015 – es geht um Ingenieursbauten, die es in diesem Ausmaß teilweise noch gar nicht gegeben hat – wird engagiert verfolgt. Herr Michelbach. Herr Staatssekretär, geben Sie mir darin Recht, dass nur die Gesamtstrecke die Wirkung erzielt, die notwendig ist, um in Oberfranken eine Wirtschaftsdrehscheibe zwischen Bayern und Thüringen zu schaffen? Wenn eine regionale Wirkung erzielt werden soll, ist neben der Verbindung zwischen den beiden Bundesländern die direkte, schnelle Anbindung an die anderen Zentren notwendig. Das ist eine große Maßnahme; aber das ist die Grundlage einer solchen Entscheidung. Diese Verbindung sollte möglichst schnell fertig gestellt werden. d n r g h v B f t w s d c f „ d s s A a g g 1 r d S D t v d d b (C (D A Herr Kollege Michelbach, das ist das teuerste Schie enprojekt, das wir überhaupt in Deutschland realisieen. Ich betone, dass wir große finanzielle Anstrengunen zur Realisierung dieses Projekts unternommen aben. Ich darf Sie daran erinnern, dass wir in der Phase om Referentenentwurf bis zum Kabinettsentwurf des undesverkehrswegeplans 700 Millionen Euro zusätzlich ür diesen Bereich vorgesehen haben, um zu dokumenieren, dass wir diese Strecke zeitnah zu Ende bauen ollen. Aber ein so großes Objekt braucht seine Zeit. (Hans Michelbach [CDU/CSU]: Vielen Dank!)

Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506806500
Hans Michelbach (CSU):
Rede ID: ID1506806600
Dr. h.c. Gerd Andres (SPD):
Rede ID: ID1506806700
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506806800
Hans Michelbach (CSU):
Rede ID: ID1506806900
Dr. h.c. Gerd Andres (SPD):
Rede ID: ID1506807000




(A) )


(B) )

Rede von: Unbekanntinfo_outline
Rede ID: ID1506807100
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506807200
Marion Caspers-Merk (SPD):
Rede ID: ID1506807300




(A) )


(B) )

Rede von: Unbekanntinfo_outline
Rede ID: ID1506807400
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506807500
Gerlinde Kaupa (CSU):
Rede ID: ID1506807600
Marion Caspers-Merk (SPD):
Rede ID: ID1506807700
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506807800
Jens Spahn (CDU):
Rede ID: ID1506807900
Marion Caspers-Merk (SPD):
Rede ID: ID1506808000




(A) )


(B) )

Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506808100
Marion Caspers-Merk (SPD):
Rede ID: ID1506808200
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506808300
Gerlinde Kaupa (CSU):
Rede ID: ID1506808400
Marion Caspers-Merk (SPD):
Rede ID: ID1506808500




(A) )


(B) )

Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506808600
Gerlinde Kaupa (CSU):
Rede ID: ID1506808700
Marion Caspers-Merk (SPD):
Rede ID: ID1506808800
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506808900
Jens Spahn (CDU):
Rede ID: ID1506809000
Rede von: Unbekanntinfo_outline
Rede ID: ID1506809100
Marion Caspers-Merk (SPD):
Rede ID: ID1506809200
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506809300
Marion Caspers-Merk (SPD):
Rede ID: ID1506809400
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506809500
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1506809600
Marion Caspers-Merk (SPD):
Rede ID: ID1506809700




(A) )


(B) )

Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506809800
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1506809900
Marion Caspers-Merk (SPD):
Rede ID: ID1506810000
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506810100
Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1506810200




(A) )


(B) )

Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506810300
Hans Michelbach (CSU):
Rede ID: ID1506810400
Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1506810500
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506810600
Hans Michelbach (CSU):
Rede ID: ID1506810700
Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1506810800


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506810900

Die Fragen 24 und 25 der Kollegin Laurischk werden

chriftlich beantwortet.
Ich rufe nun die Frage 26 des Kollegen Haupt auf:

Weshalb sieht die Bundesregierung den Ausbau der nie-
derschlesischen Magistrale, das heißt die Eisenbahnstrecke
Hoyerswerda–Horka–Grenze zu Polen, nur für eine Maxi-
malgeschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde statt der
für den zukünftigen europäischen Güterverkehr angepeilten
160 Kilometer pro Stunde vor, und welche Mehrkosten sind
absehbar, wenn die auf 120 Kilometer pro Stunde ausgebaute
Strecke nachträglich, wie es angesichts der europäischen Be-
deutung dieser wichtigen Ost-West-Magistrale zu erwarten
ist, auf 160 Kilometer pro Stunde aufgerüstet werden muss?

A
Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1506811000

Herr Kollege Haupt, der Ausbau der Eisenbahnstre-

ke Hoyerswerda–Horka–Grenze Deutschland/Polen er-
olgt als Vorrangstrecke des Güterverkehrs gemäß dem
Europäischen Übereinkommen über wichtige Linien
es internationalen kombinierten Verkehrs und damit zu-
ammenhängende Einrichtungen“ für eine Streckenge-
chwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde. Dieser
usbaustandard wurde in dem mit der Republik Polen
m 30. April 2003, also erst vor kurzer Zeit, in Görlitz
eschlossenen Abkommen vereinbart.
Bestrebungen der Europäischen Union, die Strecken-

eschwindigkeit für den Schienengüterverkehr auf
60 Kilometer pro Stunde zu erhöhen, sind der Bundes-
egierung nicht bekannt. Eine nachträgliche Anhebung
er Streckengeschwindigkeit auf 160 Kilometer pro
tunde zwischen Hoyerswerda und der Grenze zwischen
eutschland und Polen – das Stück ist circa 60 Kilome-
er lang – würde nach groben Schätzungen weitere In-
estitionen in Höhe von 50 Millionen Euro erfordern.

Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506811100

Zusatzfrage, Herr Kollege Haupt.

Klaus Haupt (FDP):
Rede ID: ID1506811200

Herr Staatssekretär, angesichts der Tatsache, dass mit

ieser zweiten wichtigen Ost-West-Verbindung neben
er Verbindung Berlin–Warschau im Prinzip eine Ver-
indung zwischen den Nordseehäfen, dem Ruhrgebiet






(A) )



(B) )


Klaus Haupt

und Mitteldeutschland auf der einen Seite und dem nie-
derschlesischen Ballungsraum auf der anderen Seite ge-
schaffen wird sowie eine Anbindung an die Ukraine er-
folgt, müssen wir an Wettbewerbsfähigkeit denken. Als
europäischer Standard sind 160 Kilometer pro Stunde
angepeilt. Wie mir bekannt ist, soll auf der polnischen
Seite eine Streckengeschwindigkeit von 160 Kilometern
pro Stunde realisiert werden. Finden Sie vor diesem Hin-
tergrund nicht, dass das Anpeilen von 120 km/h nicht
gerade zukunftssicher ist?

A
Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1506811300


Herr Kollege Haupt, ich habe schon in meiner ersten
Antwort zum Ausdruck gebracht, dass der Bundesregie-
rung von einem Willen der Europäischen Union, die Güter-
verkehrsstrecken für eine Geschwindigkeit von 160 Kilo-
metern pro Stunde auszubauen, nichts bekannt ist.

Ich habe das Abkommen zitiert. Der Originaltitel
heißt: Accord européen sur les grandes lignes internatio-
nales de chemin de fer. In diesem Abkommen ist der
Standard auf 120 Kilometer pro Stunde festgelegt. In
dem Vertrag, den ich eben zitiert habe, haben sich die
deutsche Seite und die polnische Seite auf
120 Kilometer pro Stunde verständigt. Auch die polni-
sche Seite baut diese Strecke nicht auf den Standard von
160 Kilometern pro Stunde aus, sondern auf den euro-
päischen Standard von 120 Stundenkilometern für Gü-
terfernverkehrszüge.


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506811400

Eine weitere Zusatzfrage? – Herr Kollege Nitzsche,

eine weitere Zusatzfrage.

Henry Nitzsche (Plos):
Rede ID: ID1506811500

Herr Staatssekretär, Sie erwähnten den Vertrag mit

der polnischen Seite. Die Strecke geht in das schlesische
Kohlfurt. Meines Erachtens liegt das Memorandum
schon zwei Jahre zurück. Für wann sehen Sie Realisie-
rungschancen für dieses Projekt?

A
Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1506811600


Darf ich zurückfragen, welches Memorandum Sie
meinen?


Henry Nitzsche (Plos):
Rede ID: ID1506811700

Es gab meines Wissens ein Memorandum, das die

Deutsche Bahn, die deutsche Bundesregierung und die
polnische Seite über diese Strecke abgeschlossen haben.
Das müsste etwa vor zwei Jahren passiert sein.

A
Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1506811800


Das Abkommen ist am 30. April 2003 unterzeichnet
worden. Daraufhin haben sich die deutsche und die pol-
nische Seite verständigt, den Streckenabschnitt für eine
Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern auszu-
bauen.

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(C (D Der Vereinbarung des Abkommens folgt die Realisieungsphase. Als Mitglied des Verkehrsausschusses ist hnen bekannt, dass wir derzeit den Bundesverkehrsweeplan beraten. Das Abkommen wird in dem neuen Bunesverkehrswegeplan berücksichtigt. Wenn das Parlaent keine Änderungen beschließt, wird damit die rundlage geschaffen, um weitere Schritte folgen zu lasen. Weitere Zusatzfragen liegen mir nicht vor. Wir sind amit am Ende der Fragestunde. Ich unterbreche die Sitzung bis zum Beginn der Aktu llen Stunde um 15.30 Uhr. Die Sitzung ist wieder eröffnet. Ich rufe den Zusatzpunkt 1 auf: Aktuelle Stunde auf Verlangen der Fraktion der CDU/CSU Haltung der Bundesregierung zu Berichten über Äußerungen des Bundesumweltministeriums, die Vernichtung von Arbeitsplätzen durch das Dosenzwangspfand sei politisch gewollt Ich eröffne die Aussprache. Das Wort hat der Kollege r. Klaus Lippold, CDU/CSU-Fraktion. (Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Ein guter Mann!)

Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1506811900

(Unterbrechung von 14.35 bis 15.30 Uhr)

Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506812000


Dr. Klaus W. Lippold (CDU):
Rede ID: ID1506812100

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und
erren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Bundes-
anzler hatte versprochen, die Zahl der Arbeitslosen un-
er 3,5 Millionen zu senken. Heute liegt sie bei
,5 Millionen. Der Sachverständigenrat hat mitgeteilt,
ass das auch im nächsten Jahr nicht anders sein werde
zw. dass sogar eine leichte Zunahme wahrscheinlicher
ei. Dabei haben Sie bereits durch Manipulationen an
er Statistik 1 Million Menschen herausgerechnet, die
igentlich arbeitslos sind.
Vor diesem Hintergrund ist für uns der Sachverhalt

on besonderer Bedeutung – den kann ich eigentlich
icht mehr verstehen –,


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Den kann keiner verstehen!)


ass im Zusammenhang mit der Einführung des Dosen-
fandes ein Staatssekretär der Bundesregierung erklärt,
ie Vernichtung von circa 10 000 Arbeitsplätzen werde
icht nur hingenommen, sondern sei politisch sogar ge-
ollt.


(Zuruf von der SPD: Das ist falsch! – Manfred Grund [CDU/CSU]: Unglaublich! Wo ist der Mann?)







(A) )



(B) )


Dr. Klaus W. Lippold (Offenbach)


Es folgte, Herr Minister, postwendend ein Dementi Ihres
Hauses. Aber auf dieses ist ebenso viel zu geben wie auf
viele andere Dementis; denn wir haben die Bestätigung
von Betriebsratsvorsitzenden bzw. Betriebsräten vorlie-
gen, dass diese Äußerung so und nicht anders gefallen
ist. Ich möchte Ihnen in aller Deutlichkeit sagen: Vor
dem Hintergrund, dass wir es mit 4,5 Millionen Einzel-
schicksalen zu tun haben – jedes stellt einen schwierigen
Fall dar –, ist ein beamteter Staatssekretär, der aus gesi-
cherter Position heraus solche zynischen Bemerkungen
macht, nicht mehr zu halten.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

Sie sollten sich von diesen Äußerungen distanzieren und
nicht noch versuchen, das zu entschuldigen. Das ist
schlicht und ergreifend ein Skandal.

Ich sage Ihnen ganz offen: Früher saßen auf der lin-
ken Seite des Hauses noch Abgeordnete, die die Arbeits-
plätze der Arbeitnehmer verteidigt haben.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Das war einmal!)


Davon haben Sie sich längst verabschiedet. Aber ich
wäre schon dankbar, wenn die Bundesregierung mitteilte
– das haben wir die Bundesregierung und insbesondere
Sie, Herr Trittin, gefragt –, ob sie das Schreiben der Be-
triebsratsvorsitzenden und der Betriebsräte an Wirt-
schafts- und Arbeitsminister Clement beantwortet hat, in
dem sie um Aufklärung in der Frage bitten, ob diese Äu-
ßerung die Meinung eines einzelnen Irrenden oder die
der Bundesregierung sei. Nach meinen Informationen ist
dieses Schreiben bis heute nicht beantwortet. Es ist auch
ein Skandal, wie Sie mit gewählten Vertretern der Ar-
beitnehmer umgehen.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

Ich sage Ihnen das, meine Damen und Herren von der
SPD, weil jeder von Ihnen im Regelfall ein Gewerk-
schaftsbuch in der Tasche hat. Aber haben Sie das bitte
nicht nur zum Vorzeigen, sondern auch, um die Interes-
sen der Arbeitnehmer in der Sache überzeugend zu ver-
treten! Sie sollten das, was hier geschehen ist, nicht ein-
fach hinnehmen.


(Beifall bei der CDU/CSU)

Ich kann mir schon vorstellen, wie das laufen wird.

Sie werden sagen: Das Ausmaß der Arbeitsplatzvernich-
tung ist nicht so schlimm. Wir haben ein Gutachten, das
bestätigt, dass alles gut ist.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Das war mal!)


Uns liegt eine vernünftige Studie der Firma Prognos
vor. Als Sie den Zwischenbericht der Firma Prognos mit
dieser Studie gesehen haben, ist Ihnen auf einmal klar
geworden, welche politische Brisanz das hat. In Panik
haben Sie sofort ein Gutachten bei einer anderen Institu-
tion bestellt, die heute selbst zugegeben hat, dass ihre Er-
hebung nicht repräsentativ sein kann.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: So ist es!)


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(C (D assen Sie doch diese Mätzchen! Kommen Sie zur Sahe selbst! ösen Sie die Probleme! Verschleudern Sie nicht Steuerelder, die man anderswo besser und sinnvoller einseten kann! So geht es mit Sicherheit nicht. Ich will Ihnen auch sagen, was mich besonders be ührt. Wenn dieses Dosenpfand eine besondere Bedeuung für die Arbeitsplatzschaffung hätte, dann könnte an es hinnehmen. Aber es hat weder eine Bedeutung ür die Schaffung von Arbeitsplätzen, noch hat es – auch as ist heute herausgekommen – eine ökologische Beeutung. Es soll ja eine Umweltbelastung vermieden erden. Für eine CO2-Reduktion um 0,04 Prozent wür-en circa 1 Million Arbeitsplätze in der Bundesrepublik eutschland vernichtet. Das heißt, sowohl in Sachen Areitsplätze als auch in Sachen Umweltschutz ist Ihre orgehensweise desaströs. Ich will eigentlich gar nicht darauf hinweisen, dass ie von der EU korrigiert werden, auch wenn Sie hier so un, als sei das alles mit Gelassenheit ertragbar. Das hat it Gelassenheit nichts zu tun. Der Punkt ist, das in der undesrepublik niemand mehr dieses Hin und Her, diees Hickhack versteht. Auch in der Europäischen Union erden Fragen aufgeworfen. Ich sage Ihnen, Herr Trittin: Tun Sie etwas Vernünfti es! Setzen Sie das Dosenpfand aus! Kommen Sie mit ns zu einer überzeugenden, vernünftigen Novelle der erpackungsverordnung insgesamt! Das ist eine Lösung, ie wir akzeptieren können. (Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg. Ulrich Heinrich [FDP])


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


Außerdem bin ich dafür, dass Sie Ihren Staatssekretär
icht nur öffentlich rügen, sondern ihn auch bitten, sich
ei den Arbeitnehmern zu entschuldigen.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Entschuldigung ist das Mindeste!)


it einer Entschuldigung würde er einen Rest von An-
tand zeigen.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506812200

Nächste Rednerin ist die Kollegin Ulrike Mehl, SPD-

raktion.

Ulrike Mehl (SPD):
Rede ID: ID1506812300

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
err Lippold, an einer Stelle gebe ich Ihnen Recht:


(Dr. Klaus W. Lippold [Offenbach] [CDU/ CSU]: Das könnte bei mehreren sein, wenn du ehrlich bist!)


Nein, an einer Stelle! – Wenn es um das Pflichtpfand
eht, denkt man manchmal, dass man in einem Tollhaus
st; das Wort haben Sie eben, glaube ich, verwendet.
an müsste eigentlich ein Buch darüber schreiben.






(A) )



(B) )


Ulrike Mehl


(Michaele Hustedt [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ NEN]: Bloß nicht!)

Vielleicht erbarmt sich mal jemand. Ein solches Buch
würde sich bestimmt genauso spannend lesen wie ein
Henning Mankell. Das Ganze wird langsam nämlich zur
Räuberpistole.

Seit drei Jahren zieht der Handel gegen das Pflicht-
pfand zu Felde, bringt immer neue Argumente, versucht,
alle Register zu ziehen, und geht überall baden. Jetzt
hofft er darauf, dass der Weg zum Erfolg für ihn über die
EU führen wird. Ich sage Ihnen: Das wird nicht der Fall
sein.


(Zuruf von der CDU/CSU: Aha! Sie wissen es schon!)


Die Welt ist hierbei nach meiner Auffassung schon
deshalb auf den Kopf gestellt, weil es um eine Regelung
geht, die Sie selbst erfunden haben.


(Max Straubinger [CDU/CSU]: Deshalb kann man sie nicht aussetzen?)


Im Übrigen war der Handel an dieser Regelung beteiligt.
Für den Handel ist das also nicht neu. Sie sagen nun, es
mache ökologisch keinen Sinn.


(Dr. Klaus W. Lippold [Offenbach] [CDU/ CSU]: Vor 13 Jahren machte das Sinn, aber es sind 13 Jahre vergangen!)


– Moment! Darauf komme ich noch zu sprechen. – Sie
haben damals das Prinzip erfunden, und zwar mit der
Begründung: Wir wollen – mit heutigen Worten – ökolo-
gisch sinnvolle oder verträgliche Verpackungen. Wir
wollen den ökologisch sinnvollen Verpackungen den
Vorzug geben. – Das war auch der Sinn der Produktver-
antwortung. Das muss doch auch bei Ihnen dahinter ge-
steckt haben. Anders ist es mir nicht erklärlich. Oder wa-
rum haben Sie es damals erfunden?


(Dr. Klaus W. Lippold [Offenbach] [CDU/ CSU]: Weil es damals nötig war!)


Folgendes ist mir aber noch weniger erklärlich: Sie
haben sich von diesem Prinzip anscheinend völlig verab-
schiedet. Jedenfalls habe ich nichts anderes wahrgenom-
men; vielleicht hören wir heute dazu noch etwas Sub-
stanzielles. Ich habe bei den bisherigen Diskussionen
nicht gehört, dass Sie irgendeine Regelung für ökolo-
gisch sinnvolle Verpackungen wollen.


(Birgit Homburger [FDP]: Oh!)

Es geht nur noch darum, dass möglichst lange ausgesetzt
wird. Welche Regelung Sie wollen, ist nicht klar. Sie
stellen streitig, was eine ökologisch sinnvolle Verpa-
ckung ist, behaupten, dass die Bewertungen des Um-
weltbundesamtes nicht in Ordnung sind, was der Handel
ja auch schon einmal zu beweisen versucht hat. Das alles
ist Unsinn.

Der Handel hat uns schon vor drei Jahren gesagt, dass
er gern eine Aussetzung der Verpackungsverordnung
möchte. Von daher kenne ich den Vorschlag schon län-
ger. Dass die derzeitige Verpackungsverordnung nicht
die optimale ist, wissen auch wir.

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(C (D ir versuchen, Ihre Erfindung (Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Was 1991 gut war, muss 2001 nicht gut sein! Das versteht der Minister nicht!)


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Bravo!)


ja, ja, ja – halbwegs vollziehbar zu machen. Wir haben
inen neuen Vorschlag auf den Tisch gelegt. Über den
ird nur gar nicht geredet.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Doch!)

r wird boykottiert. Man versucht, ihn abzuwürgen, not-
alls im Bundesrat, oder das Ganze auszusitzen. Im Mo-
ent habe ich den Eindruck, dass der Bundesrat ver-
ucht, das auszusitzen.
Der Handel weiß spätestens seit 1998, dass das

flichtpfand eingeführt wird, da die Mehrwegquote zu-
or gesunken war, und zwar kontinuierlich. Im Jahr
000 lag die Quote schon bei 65 Prozent, also deutlich
nter der Vorgabe, und 2002 bei 50 Prozent. Jeder weiß,
ass die Mehrwegsysteme bei solchen Quoten auf Dauer
icht überleben können und am Ende irgendwann ver-
chwinden. Wenn man das will, dann muss man eine ent-
prechende Politik betreiben; aber wir versuchen, zu-
ächst einmal Recht zu vollziehen.
Mein Eindruck ist allmählich: Hier geht es überhaupt

icht mehr darum, ob etwas ökologisch sinnvoll ist oder
icht,


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Doch! Darum gehts! – Birgit Homburger [FDP]: Genau! Darum geht es!)


ondern darum, wer die Macht in den Händen hält. Der
andel glaubt, er halte sie in den Händen. Das ist ein Irr-
um. Sie freuen sich zu früh, wenn Sie auf die EU hof-
en.


(Werner Wittlich [CDU/CSU]: Wir freuen uns überhaupt nicht! Wir bedauern nur diese Politik!)


Im Übrigen hatte der Handel die Möglichkeit, eine
egelung zu finden. Es lag in seinen Händen; aber er hat
ichts gemacht. In anderen Ländern wurde dies lautlos
ollzogen und es funktioniert dort seit Jahren. Der Han-
el hat dieses Instrument bis zum letzten Tag boykot-
iert. So kann es nicht funktionieren.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Was sagen Sie zum Staatssekretär Baake?)


Am Anfang der Diskussion hat zum Beispiel der BDI
orgeschlagen, eine Abgabe einzuführen, weil dies ein
iel besseres Instrument sei. Als man anfing, darüber
achzudenken, hat der BDI plötzlich die Kurve gekratzt
nd gesagt, das sei es dann doch nicht. Es wurde ständig
ersucht – egal was vorgeschlagen wurde – anzugreifen.
Machen Sie doch einmal Vorschläge – außer den Vor-

chlag, die Verpackungsverordnung auszusetzen; er ist
chon etwas älter – und sagen Sie, was Sie sich vorstel-
en! Sie hätten in den zwei oder drei Jahren, in denen






(A) )



(B) )


Ulrike Mehl

diese Diskussion läuft, schon längst Vorschläge machen
können; aber es kommt nichts.


(Tanja Gönner [CDU/CSU]: Sie werden staunen!)


Es wird nur dagegengehalten. Sie wissen ganz genau:
Wenn es zu einer Aussetzung käme, dann wäre das
Thema „ökologisch vorteilhafte Verpackungen“ erledigt.
Das wollen wir nicht. Deswegen fordern wir Sie auf, Ih-
ren Beitrag dazu zu leisten, dass die neue Verpackungs-
verordnung im Bundesrat beschlossen wird. Wenn Sie
das tun, dann hätten Sie endlich einmal etwas Konstruk-
tives getan.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD – Zuruf von der CDU/CSU: Ein schwacher Beifall! – Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Gewerkschaftsfreundin Mehl, was ist mit Staatssekretär Baake?)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506812400

Nächste Rednerin ist die Kollegin Birgit Homburger,

FDP-Fraktion.

Birgit Homburger (FDP):
Rede ID: ID1506812500

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Wenn man sich das hier so anhört, kann man nur sagen:
Das Zwangspfand gerät immer mehr zur peinlichen
Posse.


(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Deutschland wird dank dieser stümperhaft arbeitenden
rot-grünen Bundesregierung zur europäischen Lachnum-
mer: Ganz Europa schüttelt den Kopf darüber, dass wir
es nicht schaffen, ein Mautsystem einzuführen; seit ges-
tern schüttelt ganz Europa auch noch den Kopf über das
Chaos mit dem Zwangspfand in Deutschland.


(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU – Dr. Uwe Küster [SPD]: Dann machen Sie sich nur zum Arm von irgendwelchen Industrien! Wo ist denn Ihre Unabhängigkeit geblieben?)


Ich kann nur feststellen: Die EU-Kommission hat völ-
lig zu Recht ein Vertragsverletzungsverfahren gegen
Deutschland eingeleitet. Dieses Vertragsverletzungsver-
fahren richtet sich vor allen Dingen gegen die jetzige
Umsetzung des Zwangspfands – nicht gegen die eigent-
liche Regelung –, und zwar weil wir kein flächendecken-
des Rücknahmesystem aufweisen können. Herr Müller,
lesen Sie doch einmal den ganzen Briefwechsel dazu!


(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)

Dieses Verfahren kann Deutschland teuer zu stehen

kommen. Am Ende kann ein von der EU erhobenes
Zwangsgeld stehen. Am Ende könnten auch Schadenser-
satzforderungen der jenigen Betriebe ins Haus stehen,
die schon jetzt in Rücknahmeautomaten investiert haben
und womöglich irgendwann erfahren, dass diese Investi-
tion unsinnig war.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Wir haben jetzt schon genug davon!)


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(C (D Ich kann es absolut nicht mehr akzeptieren, dass ein usgewachsener Bundesminister alle Warnungen in den ind schlägt, ignoriert und auch finanzielle Folgen für ie Bundesrepublik Deutschland in Kauf nimmt, nur eil er stur ist und seinen Kopf durchsetzen will. Das eht nicht. Ebenso haben Sie alle Warnungen, was Arbeitsplätze ngeht, in den Wind geschlagen. Allein in diesem Jahr so schätzt das Prognos-Gutachten – gehen 2 700 Areitsplätze verloren. Bis 2004 werden im Vergleich zu 002 demzufolge 9 700 Arbeitsplätze vernichtet. Das eigt: Das Zwangspfand ist ein Jobkiller. Die heutige Ausschusssitzung hat deutlich gemacht, ass das Prognos-Gutachten seriös erarbeitet worden ist nd dass das, worauf sich der Herr Minister beruft – es st keine Studie, die die Arbeitsplätze betrifft, sondern ine Presserecherche, die er in Auftrag gegeben hat –, so icht stimmt. Etwas anderes war auch nicht zu erwarten. Hinzu kommt, dass Sie immer wieder davon reden, ass laut einer gemeinsamen Studie von DUH und FFU 4 000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Eine solche geeinsame Studie gibt es nicht, Herr Minister. Deswegen ann man nur sagen: Hören Sie endlich auf, die Tatsahen zu verdrehen, und kümmern Sie sich stattdessen arum, was in diesem Bereich wirklich abgeht! Nun sind wir bei dem Fall, der zu dieser Aktuellen tunde geführt hat: Die Befürchtungen von Tausenden on Familien sind Ihnen offensichtlich völlig egal. Eine olche Arroganz kann man doch nicht unwidersprochen innehmen. ei den Betriebsräten, die sich jetzt vor den Kopf gestoen fühlen, nachdem man ihnen gesagt hat, man nehme n Kauf, dass Arbeitsplätze bei den Herstellern von Einegverpackungen verloren gehen, handelt es sich doch m ehrliche, unbescholtene Bürger, (Dr. Reinhard Loske [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Oh!)


(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


ie sich als Arbeitnehmervertreter für ihren Betrieb en-
agieren, weil sie Angst um ihre Arbeitsplätze haben.
ch gehe davon aus, dass diese bei dem Gespräch sehr
enau zugehört haben, was man ihnen gesagt hat.


(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)

Nun kann es sein, dass man so etwas vielleicht nur ge-

acht hat, aber nicht sagen wollte. Ich kann mir sehr gut
orstellen, dass der Herr Staatssekretär Baake das, was
r da gesagt hat, nicht sagen wollte und es ihm nur he-
ausgerutscht ist. Wissen Sie, warum ich das glaube?
eil es Ihrer Denke entspricht.


(Zurufe von der FDP und der CDU/CSU: So ist es!)







(A) )



(B) )


Birgit Homburger

Sie sagen doch die ganze Zeit, Mehrweg sei besser als
Einweg. So steht in der von Ihnen herausgegebenen
Pressemitteilung, Herr Trittin:

Vielmehr wurde im Gespräch mit Betriebsräten da-
rauf hingewiesen, dass das von allen politischen Par-
teien gemeinsam getragene Ziel der Verpackungs-
verordnung die Stärkung von Mehrweg gegenüber
Einweg sei.


(Jürgen Trittin, Bundesminister: Ja!)

Dazu kann ich Ihnen nur sagen: Das ist nicht unser Ziel.


(Jürgen Trittin, Bundesminister: Endlich ist es heraus!)


Das war das Ziel von Anno Tobak, von vor 13 Jahren.
Unser Ziel ist es, auch neue Erkenntnisse umzusetzen.
Wir wissen heute, dass die Trennlinie nicht mehr zwi-
schen Einweg und Mehrweg verläuft, sondern zwischen
ökologisch sinnvoll und ökologisch nicht sinnvoll. Das
ist die aktuelle Trennlinie, Herr Trittin.


(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)

Ich kann Ihnen dazu nur sagen: Wenn der Wahrheits-

gehalt der ganzen von mir zitierten Pressemitteilung, die
Sie verteilt haben, so viel wert ist wie Ihr Versuch, uns
darin ausschließlich pro Mehrweg zu vereinnahmen
– wir sind vielmehr für ökologisch vorteilhafte Verpa-
ckungen –, dann steht für mich fest, wer an dieser Stelle
Recht hat, und zwar die Arbeitnehmervertreter, die mei-
nes Erachtens zu Recht eine Entschuldigung –


Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506812600

Frau Kollegin, Ihre Redezeit ist abgelaufen.


(Dr. Uwe Küster [SPD]: Sie sind am Ende!)



Birgit Homburger (FDP):
Rede ID: ID1506812700

– ja – für eine Äußerung erwarten, die so nicht stehen

bleiben darf.
Vielen Dank.


(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506812800

Nächste Rednerin ist die Kollegin Antje Vogel-Sperl,

Bündnis 90/Die Grünen.

(Dr. Uwe Küster [SPD]: Aber jetzt! Zeige es ihr! – Lachen bei der CDU/CSU)



(BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und
Kollegen! Man kann sich nur wundern, wie viel Einsatz
und Mühe in den vergangenen Wochen und Monaten
von Teilen des Handels und der beteiligten Wirtschafts-
kreise aufgebracht worden ist, um gegen das Pfand vor-
zugehen. Es hätte bereits ein Bruchteil dessen gereicht,
um rechtzeitig ein einheitliches, verbraucherfreundliches
und EU-konformes Rücknahmesystem aufzubauen.

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(C (D (Max Straubinger [CDU/CSU]: Hätten Sie ja auch machen können!)


ann bräuchten wir uns nicht wieder und wieder mit der
ose zu beschäftigen und könnten uns anderen anste-
enden Problemen zuwenden.


(Max Straubinger [CDU/CSU]: Müssen immer andere die Arbeit machen?)


Fest steht in der Tat: Das Pfand an sich ist mit dem
uroparecht konform. Die EU-Kommission hat in ihrer
ressemitteilung eindeutig festgestellt – ich zitiere –:

Die Kommission stellt Pfand- und Rücknahmesys-
teme nicht grundsätzlich infrage, welche vorteilhaft
für umweltschützende Ziele sind.

s wird kritisiert, dass es kein „einwandfrei funktionie-
endes landesweites Rücknahmesystem“ gebe. Dies liegt
ber nicht, wie immer wieder behauptet wird, in der Ver-
ntwortung der Bundesregierung, sondern ganz klar in
er Verantwortung der beteiligten Wirtschaftskreise.


(Max Straubinger [CDU/CSU]: Selbstverständlich! – Werner Wittlich [CDU/CSU]: Die Bundesregierung muss doch dafür sorgen, dass umgesetzt wird!)


Der in den letzten Tagen oft gehörte Spruch: „Die
önnen es nicht!“ trifft nicht die Regierung, sondern die
eteiligte Wirtschaft.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD – Zuruf von der CDU/CSU: Das ist unverschämt!)


iese hatte den Aufbau eines ebensolchen Rücknahme-
ystems gegenüber dem Bundesumweltminister fest zu-
esagt.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Was ist mit den Insellösungen?)


ieser war ihr im Gegenzug mit dem bis zum 1. Oktober
ieses Jahres eingeschränkten Vollzug der Verordnung
ntgegengekommen.
Die beteiligten Wirtschaftskreise haben ihre Zusage

m Übrigen auch ohne Rücksicht auf den Verbraucher
ebrochen. Ihr Kalkül war, mit ihrer Verweigerungshal-
ung auf europäischer Ebene endlich zu erreichen, was
islang auf rechtlichem Wege in Deutschland nicht ge-
ungen ist, nämlich das Einwegpfand doch noch zu ver-
indern.
In diesem Zusammenhang ist ein Punkt, der gerade

on FDP und Union immer wieder gefordert wird, von
anz zentraler Bedeutung: der Ruf nach so wenig Staat
ie möglich und die damit verbundene Forderung, der
taat solle sich zurückziehen und die Erfüllung von Auf-
aben der Wirtschaft überlassen. Genau dieses hat die
undesregierung getan. Aber Teile des Handels sind of-
ensichtlich nicht gewillt ist bzw. nicht in der Lage, ihre
usagen einzuhalten. Dies muss und wird Konsequen-
en für künftige Vereinbarungen zwischen Wirtschaft
nd Regierung haben.






(A) )



(B) )


Dr. Antje Vogel-Sperl

Auch der Umgang mit dem Thema Liberalisierung

wird vor diesem Hintergrund zu diskutieren sein. Ich
frage mich, wohin wir künftig kommen, wenn aus ur-
eigenen Interessen und aus Bequemlichkeit das gültige
Recht ausgehebelt wird. Was ist das für ein Rechtsver-
ständnis?


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


Was passiert, wenn dieses Beispiel in anderen Bereichen
Schule macht? Sind sich die beteiligten Wirtschafts-
zweige nicht im Klaren darüber, dass genau sie dem An-
sehen Deutschlands Schaden zufügen?

Lieber Herr Kollege Paziorek, in Ihrer heutigen Pres-
semitteilung lese ich, Deutschland drohe sich beim Do-
senpfand zum Gespött zu machen.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Stimmt! Ich stehe voll dahinter!)


Da stellt sich doch die Frage, wer sich hier zum Gespött
macht, wer der Verursacher ist. Die Antwort ist: nicht die
Bundesregierung,


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Doch!)

sondern Teile der Wirtschaft.

Was bedeutet dies für diejenigen, die sich an das gül-
tige Recht der Töpfer-Verordnung gehalten haben und
dies bis heute tun? Was bedeutet das für diejenigen, die
bereits in Rücknahmesysteme investiert haben

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD – Dr. Uwe Küster [SPD]: Genau!)

und einen reibungslosen Ablauf für den Verbraucher ge-
währleisten? Sind sie jetzt die Dummen?

Zum Thema Prognos-Gutachten. Die Zahlen des
Statistischen Bundesamtes sind nach Aussagen von
Günther Guder vom Bundesverband des Deutschen Ge-
tränkefachgroßhandels zur Ableitung der Beschäfti-
gungsentwicklung in der Getränkeindustrie nicht ver-
wendbar, da Beschäftigungsveränderungen bei den
Getränkefachgroßhändlern mit einem Umsatz von we-
niger als 1 Million Euro vom Statistischen Bundesamt
nicht erfasst werden. Ein Drittel der Betriebe wird da-
mit nicht erfasst. Auch von den Brauereien werden nur
diejenigen erfasst, die mindestens 20 sozialversiche-
rungspflichtige Beschäftigte ausweisen; bei allen ande-
ren Betrieben werden statistisch nur die erfasst, die
mindestens zehn sozialversicherungspflichtige Beschäf-
tigte ausweisen. Durch diese Art der Datenerhebung
und die Nichtberücksichtigung von Daten im Prognos-
Gutachten werden die Betriebe, die am meisten vom
Pflichtpfand profitieren, nicht berücksichtigt. – So sieht
es aus.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD – Dr. Peter Paziorek [CDU/ CSU]: Aber in der Presseerklärung sagen wir, dass wir gemeinsam etwas erarbeiten sollen! Zitieren Sie das mal!)


Mir drängt sich zudem der Verdacht auf, dass es ganz
offensichtlich eine starke Lobby gibt, die die Einnah-

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(C (D eausfälle des DSD durch den Wegfall von Getränkedoen, Glasund PET-Verpackungen – alle aus wertvollen nd lukrativen Rohstoffen hergestellt – und das bisheige Entsorgungssystem mit dem gelben Sack im Blick at und alles daran setzt, diesen Status quo zu erhalten – echtslage hin oder her. (Birgit Homburger [FDP]: Warten Sie mal unseren Abfallantrag ab!)


s kann doch nicht sein, dass sich am Ende die Lobbyis-
en wirklich durchsetzen, die sich am lautesten zu Wort
elden!


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Das will auch keiner!)


Liebe Kolleginnen und Kollegen von der CDU/CSU,
ie heutige Diskussion macht es wieder deutlich: Sie
ollen eben keine Stärkung von Mehrweg, ganz im Ge-
ensatz zu Ihrem früheren Umweltminister Töpfer.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Wie kommen Sie denn darauf?)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506812900

Frau Kollegin, Ihre Redezeit ist zu Ende.


(BÜNDNIS 90/DIE GRÜEN)

Ich komme gleich zum Ende.


Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506813000

Bitte kommen Sie jetzt zum Ende.


(BÜNDNIS 90/DIE GRÜEN)

Für Sie spielen Ökologie und Mittelstand eine nach-

eordnete Rolle. Sie handeln anders, als Sie sprechen.
in von Ihnen gefordertes Aussetzen der Pfandpflicht
äre nicht nur unsinnig, sondern zugleich auch teuer.
ausende von Unternehmen würden wohl mit Schaden-
rsatzklagen Erfolg haben.


Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506813100

Frau Kollegin, Ihre Redezeit ist deutlich überschrit-

en.


(BÜNDNIS 90/DIE GRÜEN)

Das Pfand ist und bleibt ein sinnvolles Instrument, um

kologisch vorteilhafte Verpackungen zu fördern, ein In-
trument, das nach einer jüngsten Forsa-Umfrage nach
ie vor von einem großen Teil der Bevölkerung, näm-
ich von 75 Prozent, befürwortet wird.
Vielen Dank.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD – Werner Wittlich [CDU/ CSU]: Dann kriege ich zwei Minuten mehr Redezeit!)







(A) )



(B) )



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506813200

Nächster Redner ist der Kollege Werner Wittlich,

CDU/CSU-Fraktion.

Werner Wittlich (CDU):
Rede ID: ID1506813300

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und

Kollegen! Weniger als ein Jahr nach der Einführung des
so genannten Dosenpfandes steht heute ein ganzer In-
dustriezweig auf der Kippe. Viele Brauereien und Do-
senhersteller haben riesige Umsatzeinbrüche erlebt.
Mehrere Tausend Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, über
1 000 ist bereits gekündigt worden.

Die Betroffenen haben am 24. September dieses Jah-
res hier in Berlin demonstriert. Ich habe mich – im Ge-
gensatz zu unserem Bundesumweltminister – an diesem
Tag unter die Demonstranten gemischt. Über 3 000 Be-
troffene sind an diesem Tag in Berlin auf die Straße ge-
gangen. Fast alle diese Menschen waren entweder in
Kurzarbeit oder ihnen war schon gekündigt. Ich habe
T-Shirts gesehen mit Aufdrucken wie „dank Dosenpfand
zum Arbeitsamt“ oder „bereits gekündigt“.

Die Organisatoren hatten 16 000 Unterschriften ge-
sammelt. Die Stimmung war sehr gedrückt und vielen
Teilnehmern standen Fassungslosigkeit und Zukunfts-
angst ins Gesicht geschrieben. Diese Menschen sind be-
stimmt keine radikalen Umweltgegner, ganz im Gegen-
teil: Sie kennen ihre Produkte und die ideologischen
Grabenkämpfe, die um diese Produkte geführt werden.
Sie kennen die Recyclingquoten ihrer Verpackungen aus
jahrelanger Erfahrung und müssen deshalb keine teuren
Studien dafür in Auftrag geben. Sie haben in jahrelanger
Arbeit die Materialstärken ihrer Verpackungen reduziert
und Millionen in den Umweltschutz investiert.

Und diesen Menschen sagen Sie, dass der Verlust von
Arbeitsplätzen durch das Pfand gewollt ist? – Wir sind
von Herrn Trittin ja inzwischen einiges gewohnt. Aber
dass ein Staatssekretär – und damit natürlich auch sein
Minister – öffentlich verkündet, dass die Vernichtung ei-
nes gesamten Industriezweiges politisch gewollt ist, das
schlägt dem Fass den Boden aus.


(Beifall bei der CDU/CSU)

Am folgenden Tag hat das BMU die Meldung des

„Tagesspiegel“ heftig dementiert. In diesem Dementi
fand sich unter anderem folgender Satz:

Um dem drohenden Abbau von Arbeitsplätzen in
der Einwegindustrie entgegenzuwirken, sei die
Stärkung der bestehenden Rücknahmesysteme …
das beste Mittel.

Diese Äußerung zeigt immerhin, dass das lang verleug-
nete Prognos-Gutachten inzwischen selbst im BMU Be-
achtung gefunden hat. Man höre und staune!


(Zuruf des Abg. Dr. Uwe Küster [SPD])

– Ich denke, dass Sie es überhaupt nicht gelesen haben,
Herr Kollege.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)

Was ich an dem Dementi aber viel schlimmer finde:

Unabhängig voneinander hat nicht nur einer, sondern ha-

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(C (D en sieben mündige Betriebsräte bestätigt, was gesagt urde. Diese Betriebsräte sind unbescholtene und poliisch unabhängige Staatsbürger. Sie werden durch das ementi des BMU der Lüge bezichtigt. Hieran wird eutlich, mit welcher Kälte und Arroganz der Bunesumweltminister mit Menschen umgeht, die um ihren rbeitsplatz bangen. as BMU wurde also ganz klar der Lüge überführt. Meine Damen und Herren, ich appelliere heute nochals mit allem Nachdruck an unseren Bundesumweltinister Trittin, endlich seine ideologischen Scheuklapen abzulegen und nicht mit dem Kopf durch die Wand u gehen. So geht es einfach nicht weiter. Wir haben hnen, Herr Trittin, bereits mehrfach angeboten, gemeinam nach einer vernünftigen Lösung zu suchen. ie können sich doch nicht immer nur auf das berufen, as 1991 oder noch früher in Gang gesetzt worden ist. lles zu seiner Zeit! Das war damals natürlich richtig. ir standen damals vor dem Problem, dass die Kommuen riesige Müllberge hatten, dass man nicht wusste, elche Deponien noch Müll aufnehmen konnten. Wir rohten ja im Müll zu ersticken. Heute gibt es Recyclingverfahren, es gibt die Samm ung des Dualen Systems Deutschland, es gibt die Wieerverwertung. Das Problem, dessentwegen wir damals ie Verpackungsverordnung entwickeln mussten, ist eute weitgehend gelöst. Wir müssen uns dem widmen, was der Bürger eigent ich verlangen kann: einer umweltfreundlichen, umwelterträglichen und bürgernahen Entsorgung und damit uch dem Erhalt der Arbeitsplätze in allen Bereichen. Wir, die CDU/CSU, werden eine verbraucherfreund iche Alternative zum Zwangspfand erarbeiten. Wir weren dabei die ökologische Lenkungswirkung mit der raktikabilität für den Bürger kombinieren. Die „Leipziger Volkszeitung“ titelte am 21. Oktober 003: Neben der Groteske um die LKW-Maut ist der Tanz ums heilige Blechle das zweite rot-grüne Prestigeobjekt, das Deutschland in Brüssel vor dem gesamten organisierten Europa blamiert. Für beide Umweltschutzvorhaben gilt das alte Handwerkerprinzip: Gut gemeint ist leider oft das Gegenteil von gut gemacht. eine Damen und Herren, dem kann ich nichts hinzuügen. Danke. Nächster Redner ist der Kollege Gerd Bollmann, PD-Fraktion. Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Vernichtung von Arbeitsplätzen durch die Pfandpflicht ist politisch auf gar keinen Fall gewollt. Eine gegenteilige Äußerung des Staatssekretärs Baake hat es auf der Veranstaltung am 26. September dieses Jahres hier in Berlin nicht gegeben. (Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Oh, das ist ja interessant!)


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Genau!)


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506813400




(A) )


(B) )

Gerd Bollmann (SPD):
Rede ID: ID1506813500

(Zurufe von der CDU/CSU: Aha!)


Ich selber habe an dieser Veranstaltung teilgenommen.

(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Wie? Sie als Betriebsratsmitglied waren dabei?)

So wie Frau Homburger und Frau Gönner habe ich diese
Rede gehört. Herr Baake hat keinesfalls gesagt, die Ver-
nichtung von Arbeitsplätzen sei gewollt.


(Werner Wittlich [CDU/CSU]: Das gibt es doch überhaupt nicht!)


Die Behauptung, er habe gesagt, die Vernichtung von
Arbeitsplätzen sei politisch gewollt, ist eine Falschaus-
sage. Staatssekretär Baake wies darauf hin, dass eine
Stärkung des Mehrwegsektors zwangsläufig zu einem
Rückgang bei den Einweggetränkeverpackungen führen
wird. Ich frage Sie: War dies von Herrn Töpfer und Frau
Merkel nicht gewollt? Natürlich soll durch die Stärkung
des Mehrwegsektors der Einwegbereich zurückgedrängt
werden. Das ist doch eine Konsequenz daraus.

Eine Klarstellung durch das Ministerium ist bereits
erfolgt. Eine Debatte darüber ist heute im Grunde ge-
nommen unnötig.


(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


Hintergrund dieser Vorwürfe sind Arbeitsplatzverluste
und Kurzarbeit bei den Herstellern von Einweggetränke-
verpackungen. Uns ist bewusst, dass Kurzarbeit und dro-
hender Arbeitsplatzverlust für jeden Betroffenen schlim-
me persönliche Folgen haben. Wir wissen, es nützt den
betroffenen Arbeitnehmern nichts, dass in anderen Be-
reichen, in den mittleren Brauereien oder im Getränke-
großhandel, neue Arbeitsplätze entstanden sind. Ge-
nauso wenig hilft den Betroffenen der Hinweis – auch
das ist völlig klar –, dass in den vergangenen Jahren in
der Mehrwegbranche aufgrund des Booms der Getränke-
dose zahlreiche Arbeitsplätze verloren gegangen sind.
Auch das ist unbestritten.

Wir bedauern die drohenden Arbeitsplatzverluste bei
den Getränkedosenherstellern ganz ausdrücklich. Die
Proteste richten sich jedoch eindeutig an die falsche
Adresse. Schuld an der derzeitigen Situation ist nicht das
Bundesumweltministerium und erst recht nicht das Do-
senpfand als solches.


(Manfred Grund [CDU/CSU]: Die Opposition?)


Schuld sind die Teile des Handels und der Wirtschaft,
welche bewusst Zusagen und Absprachen gebrochen

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(C (D nd sich geweigert haben, ein einheitliches Rücknahmeystem aufzubauen. (Beifall bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Tanja Gönner [CDU/CSU]: Diese Regierung findet immer andere Schuldige!)


eile des Handels und der Wirtschaft weigern sich seit
ahren, den Willen der politischen Mehrheit und der Be-
ölkerung anzuerkennen, weil sie jegliche Regelung
um Schutz von Mehrwegsystemen ablehnen.


(Werner Wittlich [CDU/CSU]: Zwei Drittel der Bevölkerung lehnt es ab!)


Die Folge davon ist das Fehlen eines einheitlichen
ücknahmesystems. Daraus resultiert der massive Rück-
ang von Getränken in Einwegverpackungen. Hätte der
andel – die Beispiele aus Dänemark und Schweden
eigen dies – Maßnahmen zur Umsetzung des Pfandes
urchgeführt, würden wir jetzt nicht über mögliche Ar-
eitsplatzverluste bei den Dosenherstellern sprechen.
ie rechtzeitige Einführung eines einheitlichen Rück-
ahmesystems hätte den jetzigen Arbeitsplatzabbau und
ie Kurzarbeit zum größten Teil verhindert.
Aus Gesprächen mit Dosenherstellern weiß ich, dass

ie das Dosenpfand keinesfalls grundsätzlich ablehnen.
ie Dosenhersteller fordern aber Planungs- und Inves-
itionssicherheit.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Und die gibt es nicht!)


urch das Verhalten der Pfandgegner in Handel und In-
ustrie wurde diese Sicherheit untergraben.
Um es noch einmal deutlich zu sagen: Der Kampf ge-

en das Dosenpfand, welches nach neuesten Umfragen
on Forsa – sie sind hochaktuell – von 75 Prozent der
evölkerung befürwortet wird,


(Werner Wittlich [CDU/CSU]: Stimmt ja gar nicht! Zwei Drittel sind dagegen! Schon wieder falsche Angaben!)


ird auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen. In
rster Linie sind die Blockierer für Arbeitsplatzverluste
erantwortlich.
Vonseiten der Pfandgegner wird auf die Bedenken der

U-Kommission verwiesen. Darauf möchte ich nur kurz
ingehen. Die Bedenken der Kommission richten sich
usdrücklich nicht gegen das Dosenpfand als solches,
ondern hauptsächlich gegen mögliche Marktbeschrän-
ungen. Bei einem einheitlichen Rücknahmesystem
äbe es diese Bedenken nicht. Verantwortlich für die jet-
ige Situation sind also diejenigen, die den Aufbau eines
inheitlichen Rücknahmesystems verweigert haben. Die
Süddeutsche Zeitung“ von heute schreibt dazu:

Es ist durchaus möglich, dass sich die EU-Kommis-
sion und Trittin im Rahmen des Verfahrens auf ei-
nige Detailänderungen verständigen werden. An
der grundsätzlichen Pfandpflicht auf Dosen wird
sich nichts ändern. Sie wird von der Kommission
auch nicht infrage gestellt. Das eigentliche Problem






(A) )



(B) )


Gerd Friedrich Bollmann

liegt woanders: … Seit Wochen liegt die Novelle
der Verpakkungsverordnung im Bundesrat auf Be-
treiben der Opposition auf Eis. Es wird höchste
Zeit, dass diese Neuregelung, über die im Prinzip
sogar Einigkeit besteht, nun endlich beschlossen
wird.

Ich habe dem im Grunde genommen nichts hinzuzu-
fügen.

Ich denke, man wird in den nächsten Wochen und
Monaten sehen müssen, dass man hier zu einer einver-
nehmlichen, vernünftigen Regelung kommt. Dies würde
allen dienen – vor allen Dingen auch denjenigen, die
Angst um ihre Arbeitsplätze haben.

Vielen Dank.

(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506813600

Nächster Redner ist der Kollege Franz Obermeier,

CDU/CSU-Fraktion.


Franz Obermeier (CSU):
Rede ID: ID1506813700

Frau Präsidentin! Kolleginnen und Kollegen! Es

scheint so zu sein, als ob der Gipfel der Ideologie erfolg-
reich erklommen worden ist. Jetzt sind wir so weit, dass
wir sagen können: Diese Bundesregierung glänzt nur
noch durch Murks und Pfusch.

Ich habe gerade gehört, dass das Gutachten, das die
Bundesregierung in Auftrag gegeben hat, ebenfalls
falsch ist.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Ja!)

Ja, macht denn diese Bundesregierung überhaupt noch
irgendwo etwas richtig?


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Nein, nein! – Dr. Uwe Küster [SPD]: Zögerlicher Beifall! Nicht einmal klatschen können sie!)


Der Staatssekretär, Herr Minister, spricht aus, dass es
politisch gewollt sei, die Arbeitsplätze abzubauen. Hat
denn irgendjemand in dieser Regierung noch ein Ver-
ständnis für die Familien, deren Männer arbeitslos wer-
den?


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Nein, haben sie nicht!)


Hat jemand noch ein Gefühl dafür, was sich in einer Ge-
sellschaft abspielt, die Angst vor Arbeitslosigkeit hat?


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: So ist es!)

Es ist furchtbar. Diese Bundesregierung, dieser Umwelt-
minister wollen mit dem Kopf durch die Wand.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP – Dr. Peter Paziorek [CDU/ CSU]: So ist es! Traurig, aber wahr!)


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(C (D an stelle sich einmal vor, man hätte uns derartige Vorürfe machen können. Was wäre daraus geworden? Wie ätten Sie geschrien! Herr Bollmann, auf das, was Sie gesagt haben, öchte ich schon noch eingehen. Wir haben uns natürich vorbereitet, weil wir gewusst haben, was Sie sagen; ir haben gewusst, dass Sie das abstreiten werden. Jetzt ill ich Ihnen vorlesen, was die Betriebsräte, bei denen ie ja waren, geschrieben haben: Am 26. September waren wir anlässlich der Großdemonstration in Berlin, bei der über 3 000 Mitarbeiter der betroffenen Unternehmen für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert hatten, zum Gespräch mit Herrn Staatssekretär Baake in das Bundesumweltministerium eingeladen worden. Hier wurde uns gegenüber unmissverständlich klar gemacht, dass das Zwangspfand ungeachtet aller negativen Folgen durchgesetzt werden soll. Staatssekretär Baake erklärte uns gegenüber, dass der durch das Zwangspfand verursachte Verlust der Arbeitsplätze in den Betrieben der Einweggetränkeindustrie und den zugeordneten Industriebetrieben (Dr. Uwe Küster [SPD]: Schauen Sie doch einmal in das Gesetz! Das erleichtert die Überlegung! Sie reden am Gesetz vorbei!)


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: So ist es!)


(Ulrike Mehl [SPD]: Aha!)

sowie die Vernichtung der Einwegindustrie an sich
politisch gewollt seien.

ieses Schreiben ist unterschrieben von Wolfgang Gildner,
tefan Seifert, Werner Pop, Horst Krämer und weiteren.
err Bollmann, sind das Lügner oder haben Sie hier ge-
ogen?


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Gerd Friedrich Bollmann [SPD]: Das war nicht in der Rede am 26. September! – Gegenruf des Abg. Werner Wittlich [CDU/CSU]: Das war acht Tage später!)


ch sage Ihnen: Diese Betriebsräte haben mehr Vertrauen
erdient als Ihre Rede hier.
Heute Vormittag haben wir erfahren, mit welchen

ricks Sie versuchen, ein von einem seriösen Institut er-
telltes Gutachten in Misskredit zu bringen.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie der Abg. Birgit Homburger [FDP])


lar und deutlich ist heute zum Ausdruck gekommen,
ass dieses Gutachten nach den anerkannten Regeln für
olche Erhebungen zustande gekommen ist und dass es
ei weitem nicht so ist, wie Sie behaupten, dass nämlich
ieses Gutachten falsch ist.


(Michael Müller [Düsseldorf] [SPD]: Sagt doch auch keiner! – Ulrike Mehl [SPD]: Gehen Sie einmal zum Ohrenarzt!)


Wo bleibt jetzt das ökologische Element? – Das fällt
uch weg. In Rheinland-Pfalz haben die Grünen ins






(A) )



(B) )


Franz Obermeier

Internet gestellt, dass diese Geschichte auch aus ökologi-
schen Gründen völlig sinnlos ist.


(Zurufe von der CDU/CSU: Hört! Hört!)

Das können Sie nachlesen, wenn Sie wollen.


(Werner Wittlich [CDU/CSU]: In RheinlandPfalz sind die Grünen noch vernünftig!)


Ich kann es Ihnen auch gleich hier sagen: Die 100 000
bis 300 000 Tonnen pro Jahr spielen keine Rolle für die
Treibhausgasemissionen.

Was für eine Politik betreiben Sie? Sie betreiben eine
Politik, mit der Sie Leute schädigen und bei der Sie kei-
nerlei Rücksicht auf die Sicherheit der Arbeitsplätze in
der Bundesrepublik Deutschland nehmen. Mit dieser Po-
litik erzielen Sie weder einen ökonomischen noch einen
ökologischen Effekt. Das ist rot-grüne Politik.


(Widerspruch bei der SPD – Dr. Antje VogelSperl [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Was ist mit Bayern?)


Das können Sie landauf, landab erfahren; so schaut das
ganze Land aus. Wir haben seit fünf Jahren eine rot-
grüne Regierung und wir sind pleite.

Vielen Dank.

(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP – Widerspruch bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506813800

Nächster Redner ist der Kollege Dr. Reinhard Loske,

Bündnis 90/Die Grünen.

(BÜNDNIS 90/DIE GRÜ NEN)

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Herr Obermeier, wenn Sie diese Rede vor der bayeri-
schen Brauereiwirtschaft gehalten hätten, hätten Sie ga-
rantiert keinen Applaus erhalten, und zwar zu Recht.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


Man kann erstens Folgendes festhalten: Es ist wirk-
lich traurig, dass sich die CDU/CSU und die FDP für die
Chaosstrategie von Teilen des Handels instrumentalisie-
ren lassen.


(Widerspruch bei der CDU/CSU und der FDP)

Sie sind der verlängerte Arm derjenigen, für die Rechts-
treue ein Fremdwort ist.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD – Dr. Peter Paziorek [CDU/ CSU]: Das glauben aber nur Sie, Herr Loske!)


Zweitens. Es ist doch ein Witz, Frau Homburger, dass
man der FDP sagen muss, dass Strukturwandel zur
Marktwirtschaft gehört. Das ist doch das Normalste von
der Welt. Finden Sie nicht?


(Birgit Homburger [FDP]: Das ist der Fall!)


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(C (D enn die Rahmenbedingungen so gesetzt werden, dass mweltverträgliche Systeme und die Kreislaufwirtschaft efördert werden, (Birgit Homburger [FDP]: Wo ist die Umweltverträglichkeit?)


st doch klar, dass die Unternehmen, die Mehrwegsys-
eme und umweltfreundliche Verpackungen anbieten
nd auf die Kreislaufwirtschaft setzen – die kleinen und
ittelständischen Brauereien, die Mineralwasserbrun-
en usw. –, davon profitieren und dort Arbeitsplätze er-
alten bleiben und neue entstehen. Die Bilanz ist positiv,
as können Sie nicht in Abrede stellen.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD – Werner Wittlich [CDU/ CSU]: Das stimmt doch gar nicht! Sie haben nicht zugehört!)


Das sind zukunftsfähige Arbeitsplätze und diese wol-
en wir schützen und das Entstehen weiterer fördern.
Drittens. Es gibt eine Forsa-Umfrage – wir sollten zwar

icht umfragegläubig sein, aber manchmal ist es gut,
enn man sich die Ergebnisse solcher Umfragen zu Ge-
üte führt –, in der sich 75 Prozent der Bevölkerung für
as Dosenpfand ausgesprochen haben. Auch 70 Prozent
er CDU/CSU-Anhänger sind für das Dosenpfand. Die
ussagen der FDP-Anhänger waren statistisch nicht
essbar, da der Stichprobenumfang zu klein war.


(Heiterkeit und Beifall beim BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


0 Prozent der Bevölkerung glaubt, dass die Landschaft
auberer geworden ist.


(Birgit Homburger [FDP]: Sie glauben! Glauben heißt noch lange nicht, dass es so ist!)


Ja, sie glauben das. Es ist natürlich subjektives Emp-
inden.
Es gibt also eine große Akzeptanz für das Dosen-

fand. Aber die Menschen sind mit seiner Handhabung
nzufrieden. Sie sind mit der jetzigen Situation unzufrie-
en. Eines ist klar: Es muss einfacher werden, wir brau-
hen ein einfaches Rücknahmesystem. So simpel ist die
anze Botschaft. Wir möchten Sie bitten, sich dem nicht
änger in den Weg zu stellen.


(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


Viertens. Herr Kollege Paziorek, wir haben schon oft
ber die Instrumente geredet. Jetzt kommt aus Bayern
in Vorschlag, der fast den Charakter einer freiwilligen
elbstverpflichtung hat,


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Woher wissen Sie das? Es kommt etwas Neues?)


nd das Saarland spricht sich für eine Abgabe aus. Wir
aben darüber diskutiert; ich erinnere mich noch sehr gut
aran. Die Beteiligten – ich will jetzt keine Namen nen-
en – haben damals in meinem Büro gesessen und Teile
es Handels waren bereit, eine Abgabe einzuführen.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Auch der Minister war dabei!)







(A) )



(B) )


Dr. Reinhard Loske

Dann hätte man auch mit einem einfachen Blick ins Re-
gal sofort erkannt, ob etwas ökologisch schlecht und
teuer oder ökologisch gut und günstig ist. Das war aber
nicht durchsetzbar.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: BDI!)

Sie wurden damals von Herrn Fuchs und vom BDI
zurückgepfiffen. Es ist einfach unglaubwürdig, dieses
Instrument jetzt, nachdem man es schon einmal nicht
durchsetzen konnte, erneut vorzuschlagen.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Wieso denn das?)


Bezüglich des Instruments der freiwilligen Selbstver-
pflichtung frage ich: Was ist das für ein Staatsverständ-
nis? Das Instrument ist gescheitert, weil Teile des Han-
dels sich nicht an die Verabredung gehalten haben. Jetzt
sagen Sie, ihr habt euch zwar nicht daran gehalten, aber
wir versuchen es mit diesem Instrument ein zweites Mal.
Ich frage Sie: Worauf gründen Sie eigentlich Ihre Hoff-
nung, dass das Instrument dieses Mal funktionieren
wird? So wird es nicht gehen. Unser Staat wäre schlecht
beraten, wenn er sich einfach seiner Möglichkeiten be-
rauben würde.

Vor zwei Jahren hätte man über eine angemessen
hohe Abgabe reden können. Jetzt haben wir einen ande-
ren Weg beschritten und bekommen dafür eine hohe Ak-
zeptanz. Wir bewegen uns auf der Grundlage dessen,
was Gesetz und Recht in diesem Land ist. Deshalb soll-
ten wir das umsetzen.

Der letzte Punkt, den ich ansprechen möchte, ist
wichtig und richtet sich an all diejenigen, denen die Um-
weltpolitik wirklich am Herzen liegt. Leute, wir haben
andere Probleme als das Dosenpfand!


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD – Beifall bei der CDU/CSU)


– Beifall auf Ihrer Seite.
Die ganze Diskussion über das Dosenpfand ist wie

eine Metapher für die übergeordneten Fragen: Wollen
wir eine Wegwerfwirtschaft oder wollen wir eine Kreis-
laufwirtschaft?


(Max Straubinger [CDU/CSU]: Das hat nichts mit Mehrweg zu tun!)


Wollen wir eine zentralistische Struktur mit großen
Brauereien oder wollen wir eine dezentrale Struktur mit
vielfältigen mittelständischen Brauereien? Das haben die
Leute verstanden. Die Entscheidung ist gefallen, näm-
lich für die ökologisch vorteilhafte Kreislaufwirtschaft
und die dezentrale Struktur. Deswegen möchte ich Sie
bitten, den Weg dafür frei zu machen.

Wenn wir an dieser Stelle so weitermachen, machen
wir uns als Gesamtparlament lächerlich


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Weil ihr so stur seid!)


und fügen der Umweltpolitik insgesamt Schaden zu. Das
kann in niemandes Interesse liegen. Deswegen möchte
ich Sie wirklich bitten, Ihre Obstruktionspolitik in dieser
Sache zu beenden und sich mit uns für die Einführung
eines einfachen Systems einzusetzen.

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(C (D Danke schön. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506813900

Nächste Rednerin ist die Kollegin Tanja Gönner,
DU/CSU-Fraktion.


(Beifall des Abg. Werner Wittlich [CDU/ CSU])



Tanja Gönner (CDU):
Rede ID: ID1506814000

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine lieben Kolle-

innen und Kollegen! Sehr geehrter Herr Kollege Loske,
ch habe Ihre Aussage eher als Aufforderung an Ihren ei-
enen Minister empfunden, sich endlich zu bewegen.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

ir haben Ihnen im Rahmen der Diskussion um das Do-
enpfand und die Verpackungsverordnung vor der Som-
erpause Vorschläge unterbreitet.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Das ist alles abgelehnt worden!)


er Einzige, der nicht zur Mitarbeit bereit ist, ist Ihr
mweltminister.
Frau Mehl, es erschüttert mich zutiefst, dass wir heute

ier über die Aussage eines Staatssekretärs bezüglich der
ernichtung von Arbeitsplätzen sprechen und Sie sich
ls Mitglied der SPD – ich glaube, Sie stehen den Ge-
erkschaften näher als die Union – in keiner Weise zu
ieser Aussage äußern. Das empfinde ich gegenüber den
etroffenen Menschen als ungeheuerlich.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP – Max Straubinger [CDU/CSU]: Das ist die Arroganz! – Michaele Hustedt [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Krokodilstränen!)


Zu Ihnen, Herr Bollmann, kann ich nur sagen: Sie
ollten sich erst einmal an die Fakten halten. Es ging nie
m die Demonstration am 24. September 2003, sondern
s ging um ein gesondertes Gespräch im Umweltminis-
erium. Das Notwendige dazu hat der Kollege Franz
bermeier gesagt. Die Art, wie hier sieben unbeschol-
ene Bürger diffamiert werden, halte ich für nicht mehr
rträglich.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

Dasselbe gilt für den Umgang mit Instituten in diesem

and, und zwar insbesondere für den Umgang mit dem
rognos-Institut und der Freien Universität Berlin. Über
onate hinweg wird behauptet, es gebe ein Gutachten
er Freien Universität, welches die Vorteile des vom
mweltminister gewünschten Systems bestätigt. Heute
orgen haben wir im Rahmen einer Befragung im Um-
eltausschuss festgestellt, dass es sich bei dem so ge-
annten Gutachten in Wirklichkeit um eine journalisti-
che Fachrecherche handelt.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: So ist es! Das muss man sich vor Augen führen!)







(A) )



(B) )


Tanja Gönner

Das Ganze wurde immer mit einer etwas seltsamen Er-
hebung der Deutschen Umwelthilfe zusammengemixt,
deren Zusammenhang mit dieser Frage nach wie vor
nicht geklärt ist, obwohl von unserer Seite hierzu im
Rahmen einer Anhörung zur Verpackungsverordnung
die entsprechenden Nachfragen gestellt worden sind.

Die im Prognos-Gutachten enthaltenen Zahlen spre-
chen eine deutliche Sprache. Ich kann das Umweltminis-
terium im Übrigen nur auffordern, dieses Gutachten end-
lich freizugeben, damit es veröffentlicht werden kann.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Genau!)

Es wurde immerhin von einem Ministerium dieser Re-
gierung in Auftrag gegeben und Sie haben es bis heute
nicht geschafft, es freizugeben.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

Ich will auf einen weiteren Punkt eingehen. Gestern

haben Sie, Minister Trittin, und diese Bundesregierung
mit der Mitteilung der Einleitung des Vertragsverlet-
zungsverfahrens die rote Karte aus Brüssel erhalten. Vor
der Presse jedoch tun Sie so, als sei das alles kein Pro-
blem und wir hätten damit keine Schwierigkeiten. Ent-
scheidend sei, wie Sie die Dinge darlegt.

Fakt ist jedoch, dass Sie in Brüssel bereits Ende Sep-
tember eine zwanzigseitige Stellungnahme vorgelegt ha-
ben, um zu erklären, dass die Umsetzung des heutigen
Dosenpfandes tatsächlich den EU-Richtlinien entspricht.
Trotzdem hat die Kommission gestern einstimmig – ich
erinnere daran, dass zwei der EU-Kommissare aus Ihren
Parteien stammen – der Einleitung des Vertragsverlet-
zungsverfahrens zugestimmt. Im Falle des Unterliegens
in diesem Verfahren ist die Bundesregierung von Anfang
an schadensersatzpflichtig – mit allen finanziellen Fol-
gen für das Land.

Ich frage mich ernsthaft, warum Sie nicht versu-
chen, dies abzuwenden. Stattdessen senden Sie der
Kommission erneut die Stellungnahme, die ihr bereits
bekannt ist und die die Kommission bisher nicht über-
zeugt hat.

Es genügt im Übrigen nicht, dass wir dieses eine Pro-
blem mit der Kommission haben. Wir wissen vielmehr
schon heute, dass die vorgelegte Novelle zur Verpa-
ckungsverordnung nicht EU-rechtskonform ist. Im Rah-
men des Ratifizierungsverfahrens haben, wie Sie wissen,
bereits sieben Länder und die Kommission Einwendun-
gen gemacht, und das vor Verabschiedung der Novelle
im Bundesrat.

Die Länder werden nicht bereit sein, in Kenntnis der
Widrigkeit gegen das Europarecht eine solche Novelle
zu verabschieden. Das muss Ihnen doch klar sein.


(Ulrike Mehl [SPD]: Das wurde überhaupt nicht festgestellt! Wie kommen Sie darauf?)


Als Gründe werden vor allem der Markteintritt, die wett-
bewerbshindernde Insellösung sowie die Pfandhöhe kri-
tisiert. Sie sollten berücksichtigen, dass der Bundesrat
nicht ohne Grund die Vertagung der Entscheidung über
diese Novelle gewollt hat. Er wollte – im Gegensatz zu

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(C (D hnen; schließlich gibt es nichts Schöneres, als zur besn Zeit im Fernsehen zu sehen zu sein – zur Sachlicheit zurückkehren. Angesichts dessen, was Sie und insbesondere die Kolgin Mehl uns unterstellt haben, muss ich Ihnen sagen: ie CDU/CSU-Fraktion ist nicht grundsätzlich gegen as Dosenpfand. (Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: So ist es! Das weiß jeder! – Ulrike Mehl [SPD]: Aha!)


ie ist nur dagegen, wie das Dosenpfand jetzt ausgestal-
et ist und wie Sie die Novelle hierzu ausgestalten wol-
en.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Das haben wir immer gesagt!)


ir haben nichts gegen das Dosenpfand, sondern nur et-
as dagegen, wie Sie es ausgestalten wollen.


(Beifall bei der CDU/CSU)

Wir sind bereit, mit Ihnen über eine neue Lösung

achzudenken, auch unter Berücksichtigung der euro-
äischen Ebene. Sowohl die B-Länder als auch die
DU/CSU-Fraktion sind bereit, mit Ihnen über Vor-
chläge ins Gespräch zu kommen. Sie können von uns in
en nächsten zwei Wochen eine Alternative erwarten, in
er eine hohe ökologische Lenkungswirkung mit dem
iel, einfach und praktikabel für den Bürger zu sein,
ombiniert werden soll. Es liegt an Ihnen, wie bereits
or der Sommerpause angeboten, mit uns in Verhandlun-
en einzutreten.


Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506814100

Frau Kollegin, Ihre Redezeit ist überschritten.


Tanja Gönner (CDU):
Rede ID: ID1506814200

Ich fordere Sie daher auf: Setzen Sie das Dosenpfand

etzt aus und treten Sie mit uns in Verhandlungen ein.
as ist im Sinne der Verbraucher, aber auch im Sinne der
rbeitnehmer der betroffenen Branchen.
Herzlichen Dank.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506814300

Nächster Redner ist der Kollege Michael Müller,

PD-Fraktion.


Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1506814400

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Es ist

llzu offenkundig, was Sie mit dieser Skandalisierung
rreichen wollen. Man muss schon sehr naiv sein, um
icht zu merken, dass Sie versuchen, sich von einer
rnsthaften Umweltpolitik insgesamt zu verabschieden.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von der CDU/CSU: Das ist eine billige Argumentation!)







(A) )



(B) )


Michael Müller (Düsseldorf)


– Das ist keine billige Argumentation.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Sie waren heute Morgen nicht im Ausschuss! – Birgit Homburger [FDP]: Da ist er nie!)


– Dazu sage ich auch etwas.
Ich will Ihnen deutlich sagen: Für jeden Bürger ist das

Thema Abfall das Symbolthema im Bereich Umweltpo-
litik. Sie haben sich in der Vergangenheit stets einer kon-
struktiven Mitarbeit verweigert, haben immer blockiert
und sich hinter Lobbygruppen gestellt.


(Max Straubinger [CDU/CSU]: Die böse Opposition!)


Gleichzeitig haben Sie nach außen aber immer so getan,
als ob Sie die Gemeinsamkeit suchten.

Im Titel Ihrer Aktuellen Stunde taucht für das, was
Sie erfunden haben, der Begriff Dosenzwangspfand auf.
Dieser Begriff zeigt, dass Sie nur diffamieren wollen und
nicht bereit sind, sich ernsthaft mit dem Thema ausein-
ander setzen zu wollen. Schon der Begriff ist eine miese
Diffamierung.


(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN – Dr. Peter Paziorek [CDU/ CSU]: Das ist doch gar nicht wahr!)


– Herr Paziorek, dass das wahr ist, wissen Sie ganz ge-
nau. Und das ist das eigentlich Schlimme. Sie sind viel
intelligenter, als Sie hier tun.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Sie diffamieren!)


Sie müssen aber auch einmal über die Wirkung Ihres
Handelns nachdenken. Sie diffamieren mit der Art und
Weise, wie Sie das Thema Abfallpolitik behandeln, die
Umweltpolitik insgesamt. Das wird weder der Regie-
rung noch Ihnen etwas nutzen, weil Sie nämlich ein zen-
trales Zukunftsthema diffamieren.


(Werner Wittlich [CDU/CSU]: Bleiben Sie mal beim Thema!)


Das ist das eigentlich Schlimme. Sie handeln leichtsin-
nig und leichtfertig zugleich.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Jeder von uns kennt Herrn Baake. Möglicherweise hat

er eine missverständliche Aussage gemacht; das weiß
ich nicht und möchte es ihm nicht unterstellen. Aber ist
hier wirklich jemand in diesem Raum, der sagt, Herr
Baake freue sich, wenn Arbeitsplätze vernichtet wür-
den? Was ist das für eine Unterstellung in einem Haus,
in dem man sich untereinander kennt? Ich finde das
wirklich unglaublich.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Das haben wir auch nicht gesagt!)


– Entschuldigen Sie, aber das ist doch die Konsequenz
Ihrer Aussage, wenn Sie sich mit Krokodilstränen in den
Augen hier hinstellen und sagen, diese bösen Leute wür-
den die Arbeitsplätze vernichten und sich auch noch da-

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(C (D über freuen! Was ist das für eine politische Kultur? Es st eine Unkultur! (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


o können wir nicht miteinander umgehen. Sie können
icht auf der einen Seite Gemeinsamkeiten verlangen
nd auf der anderen Seite die Leute diffamieren. Das
eht nicht.
Eine andere Anmerkung zum Dosenpfand. Ich erin-

ere mich sehr genau, dass ich damals – im Gegensatz
u Ihnen, Frau Homburger – gegen das Dosenpfand und
ür eine Abgabenregelung war. Heute tun Sie so, als ob
ie immer für eine andere Linie gewesen wären und als
b es nicht Ihr Bier wäre. Es ist Ihr Kind,


(Birgit Homburger [FDP]: Ich habe keine Kinder!)


ber das wir heute kritisch diskutieren. Ich finde das ehr-
ich schlimm.
Natürlich kann man Fehler machen, aber dann sollte
an wenigstens ab und zu einmal zugeben, dass man
ier auch eine Verantwortung hat. Nicht einmal dazu
ind Sie imstande. Wie soll Politik dann ernsthaft betrie-
en werden? Ich kann das nicht nachvollziehen; tut mir
eid.
Lassen Sie mich auch noch etwas zur Konsequenz sa-

en. Sie stellen sich hinter die Lobbygruppen, denen Sie
as Gefühl geben, sie könnten sich gegen das Gesetz
tellen.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Das tun wir nicht!)


ch erlebe im Augenblick viele Gespräche, bei denen
ich diejenigen, die jetzt, bei der Umsetzung, eigentlich
m Zuge wären, hinter der Opposition verschanzen und
agen: Solange das unklar ist, brauchen wir das nicht. –
ie Gesetzeslage, die die Regierung und die politisch
erantwortlichen geschaffen haben, ist eindeutig. Sie le-
en hier Feuer. Gleichzeitig beklagen Sie sich, dass es
rennt. Das passt nicht, das geht nicht. Wir sind sehr da-
ür, über jede Verbesserung zu reden, aber wir sind nicht
ereit, über diesen destruktiven Stil zu sprechen.
Lassen Sie mich noch etwas sagen, damit auch das

icht unklar bleibt: Der Inhalt des Auftrags für die
rognos-Studie ist völlig in Ordnung. Ich habe mir die
tudie angeschaut; methodisch kann ich nichts dagegen
agen. Allerdings habe ich Zweifel, ob die Studie in sich
ogisch ist. In ihr werden nämlich zentrale Aspekte, die
an in einem solchen Zusammenhang berücksichtigen
üsste, nicht behandelt. Bestimmte Fragen – beispiels-
eise die Herausarbeitung der Beschäftigungs- und der
kologischen Effekte – werden in der Studie nicht be-
andelt. Insofern wäre ich sehr vorsichtig, mich aus öko-
ogischen oder beschäftigungspolitischen Gesichtspunk-
en allzu sehr darauf zu beziehen. Nicht in der Methodik,
ber in dem, was in ihr behandelt wird, hat die Studie er-
ebliche Mängel. Schauen Sie sich das einmal genau an!


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Ja, wir haben über die Bandbreiten diskutiert!)







(A) )



(B) )


Michael Müller (Düsseldorf)


Dann kommen Sie zu einem anderen Urteil. Die Debatte,
die wir dann führen könnten – ich wäre sehr dafür, sie zu
führen –, fände ich sehr interessant.

Ich will Prognos überhaupt nicht diffamieren. Aber
für eine ausreichende Bewertung der Arbeitsplatzeffekte
und der ökologischen Effekte reicht die Studie nicht aus.
Diese Kritik übe ich allerdings sehr wohl und auch of-
fensiv.


(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


Ich sage Ihnen: Auch das, was das Bundesumweltamt
dazu schreibt, finde ich völlig richtig.

Wenn Sie aus Ihrer ökologischen Tradition heraus
und nicht so, als würden Sie sich von der Umweltpolitik
verabschieden, argumentieren – dies haben Sie getan –,
dann können wir uns darüber verständigen. Kommen Sie
bitte zur Umweltpolitik zurück!


(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN – Tanja Gönner [CDU/CSU]: Wir freuen uns, Sie demnächst zu begrüßen!)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506814500

Nächste Rednerin ist die Kollegin Kristina Köhler,

CDU/CSU-Fraktion.

(Beifall des Abg. Werner Wittlich [CDU/ CSU] – Dr. Uwe Küster [SPD]: Die spricht jetzt über ihre Zukunft!)



Dr. Kristina Köhler (CDU):
Rede ID: ID1506814600

Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und

Herren! Seit über zwei Jahren wird in diesem Hohen
Hause über Pfandbonussysteme, Auslistungen, Insellö-
sungen, Folienstandbodenbeutel und Pfandschlupf ge-
sprochen – Begriffe, die Parlamentariern fremd waren,
bevor sich Umweltminister Trittin des Dosenpfands an-
nahm und zu einem Auswuchs beispielloser Umweltbü-
rokratie entwickelt hat.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

Pfandbestimmungsfragen sind mittlerweile zu einer
Wissenschaft für sich mutiert und beschäftigen genau
drei Verfassungsorgane: Kabinett, Bundestag und Bun-
desrat.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Und bald noch den Europäischen Gerichtshof!)


Im August konnten wir im „Spiegel“ lesen:
Mit Deutschland und der Dose ist es wie mit
Deutschland und der Welt. Die anderen ziehen da-
von und Deutschland schraubt an seinen maroden
Systemen. Am Bildungssystem, am Arbeitsmarkt,
am Steuersystem. Und am Rücknahmesystem.


(Heiterkeit bei der CDU/CSU)

Letzteres betrifft übrigens gerade einmal 1,5 Prozent des
deutschen Mülls. So hoch ist nämlich der Anteil der Ge-
tränkeverpackungen am Abfall deutscher Haushalte. Da-

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(C (D ür stehen nun – ob politisch gewollt oder nicht – 0 000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. (Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: So ist es! – Manfred Grund [CDU/CSU]: Richtig!)


Herr Müller, diese Zahl verdanken wir übrigens dem
irtschaftsausschuss bzw. Wirtschaftsminister Clement,
er die Prognos-Studie inklusive der Themenstellung in
uftrag gegeben hat.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: So ist es!)

In dieser Studie ist Prognos zu diesem vernichtenden

rgebnis gekommen: 9 700 Arbeitsplätze sind gefährdet.
Alles gar nicht wahr – so tönt es aus dem Umwelt-
inisterium.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Ist das wahr? Hat er das gesagt? – Manfred Grund [CDU/ CSU]: Für die ist das alles nicht so schlimm!)


lugs zaubert Minister Trittin eine sagenumwobene Re-
herche – sie Studie zu nennen traut sich selbst unser
mweltminister nicht – aus dem Hut, die angeblich von
er Deutschen Umwelthilfe und der FU Berlin stammt.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: FU hört sich gut an!)


ach dieser Recherche kommt man zu einem wahrhaft
underbaren Ergebnis: Dank des Einwegpfands sind
4 400 Arbeitsplätze entstanden. Man glaubt es kaum:
urch das Pfand werden Arbeitsplätze geschaffen.


(Michaele Hustedt [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: So ist es!)


Dummerweise ist der berechnete Arbeitsplatzeffekt
benso wunderbar, wie die Methoden der Studie wun-
erlich sind.


(Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


ie Recherche will Aussagen dazu machen, ob in
4 000 Betrieben in Deutschland Arbeitsplätze entstan-
en sind oder nicht. Zu diesem Zweck wurden ganze
5 Betriebe befragt: 95 von 14 000 Betrieben.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: So ist es! 95!)


Nun können wir dem „Neuen Deutschland“ entneh-
en, dass sich der Herr Minister Trittin darauf beruft,
tatistik studiert zu haben. Das ist prima, Herr Minister.
ch fürchte aber, Sie haben gelegentlich im Statistikse-
inar gefehlt; denn sonst hätten Sie schon während des
rundstudiums in Statistik I gelernt, dass eine Stich-
robe von 95 bei einer Grundgesamtheit von 14 000
ach dem Gesetz der großen Zahl wohl kaum Repräsen-
ativität beanspruchen kann.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP – Dr. Klaus W. Lippold [Offenbach] [CDU/CSU]: So weit zum Umgang mit Zahlen!)


ntsprechend sind auf Basis dieser Stichprobe keine
ochrechnungen möglich.






(A) )



(B) )


Kristina Köhler (Wiesbaden)



(Manfred Grund [CDU/CSU]: So fälscht man mit Statistik!)

Beim Getränkefacheinzelhandel wurden bei dieser

Recherche sogar nur 19 von 10 000 Betrieben befragt.

(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Jawohl!)


Das bedeutet: Ein Betrieb steht repräsentativ für
526 Betriebe. Daraus rechnen dann die Forscher einen
Arbeitsplatzgewinn von 4 100 Stellen hoch. Vom Ver-
hältnis her wäre dies etwa das Gleiche, als wenn ein For-
scher die Abgeordneten des Deutschen Bundestages un-
tersuchen will, genau einen Abgeordneten befragt,
zufällig an Eberhard Gienger gerät und daraus schließt,
dass wir alle ehemalige Weltmeister im Turnen am Reck
waren.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP – Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Das wäre doch gut!)


Um diese doch – sagen wir – etwas eigenwillige Me-
thode der Studie zu klären, hat der Umweltausschuss des
Deutschen Bundestages in seiner heutigen Sitzung Ver-
treter der FU Berlin eingeladen. Was ergab sich bei die-
ser Befragung? – Die Vertreter der FU Berlin wiesen es
weit von sich, etwas mit der von Trittin zitierten Studie
zu tun zu haben.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Aha!)

Die FU Berlin hat eine eigene Recherche mit einer eben-
falls kleinen Stichprobe durchgeführt. Sie erhebt aber für
diese Recherche in keiner Weise den Anspruch der Re-
präsentativität. Deshalb könne ihre Stichprobe auf Ar-
beitsplatzeffekte in Deutschland nicht hochgerechnet
werden. Bundesumweltminister Trittin beruft sich aber
ständig auf die FU, wenn er mit seinen sagenhaften
14 000 Dosenpfand-Arbeitsplätzen wuchert.

Es ist doch eindeutig: Bundesumweltminister Trittin
missbraucht das wissenschaftliche Renommee der
Freien Universität Berlin, um seinen dubiosen Zahlen ei-
nen seriösen Touch zu geben.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

Unser Bundesumweltminister schadet dem Ruf einer be-
deutenden deutschen Universität. Meine Damen und
Herren, hören Sie auf mit diesen Täuschungsmanövern!
Hören Sie auf, mit pseudowissenschaftlichen Recher-
chen und auf Kosten der FU Berlin einen Arbeitsplatz-
gewinn herbeizuzaubern! Blicken Sie der Realität ins
Auge: Das Zwangspfand hat Arbeitsplätze vernichtet.
Das Zwangspfand wird weiterhin Arbeitsplätze vernich-
ten, wenn Sie nicht zu einer konstruktiven Zusammenar-
beit mit uns bereit sind und dieses Dauerdrama beenden.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP – Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Bravo!)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506814700

Nächster Redner ist der Kollege Ernst Ulrich von

Weizsäcker, SPD-Fraktion.

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(C (D Frau Präsidentin! Meine verehrten Damen und Her en! Es ist für die Betroffenen immer bitter, wenn Areitsplätze verloren gehen. Es ist absolut verständlich, ass diejenigen, die sich als Verlierer sehen, öffentlich rotestieren. Es wäre sehr bedauerlich gewesen, wenn in Staatssekretär der Bundesregierung etwas gesagt ätte, was von den Betroffenen als Beleidigung empfunen worden wäre. Er hat es nicht gesagt. (Max Straubinger [CDU/CSU]: Waren Sie dabei?)

Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (SPD):
Rede ID: ID1506814800

Mein Freund Gerd Bollmann war dabei.

(Widerspruch bei der CDU/CSU – Zurufe von der CDU/CSU: Er war nicht dabei!)

Mir geht es darum, die Asymmetrie beim Struktur-
andel, über die Herr Loske schon gesprochen hat, noch
inmal zu betonen. Es ist absolut verständlich, dass sich
m Strukturwandel die negativ Betroffenen viel lauter als
ie positiv Betroffenen äußern. Es ist ebenfalls verständ-
ich, dass sich die Medien hauptsächlich mit den Verlie-
ern und nicht mit den Gewinnern befassen. Es ist ebenso
erständlich, dass sich die politische Opposition haupt-
ächlich mit den Verlierern und nicht mit den Gewinnern
eschäftigt. Das ist alles verständlich und geschenkt.


(Zuruf von der CDU/CSU: Hierbei gibt es nur Verlierer!)


ie Frage ist nur, ob dies die alleinigen Fakten sind. Es
st vollkommen richtig gewesen, dass sich der Bun-
esumweltminister in Erkenntnis dieser Situation zusätz-
ichen wissenschaftlichen Rat geholt hat, der sich insbe-
ondere auf die Asymmetrie in den Medien bezieht. Es
ar eine journalistische Recherche, wie gesagt wurde.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Jetzt wird es richtig gestellt!)


un wird von Ihrer Seite völlig zu Recht gesagt: Die
issenschaftliche Basis dessen, was im Prognos-Gut-
chten steht, ist solider als die im FU-Gutachten.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Genau!)

Das kann ich wissenschaftlich aber sehr wohl erläu-

ern. Es gibt nämlich eine grundsätzliche wissenschaft-
iche Asymmetrie, die darin besteht, dass man über Ar-
eitsplätze, Wirtschaftsentwicklung, Wohlstand usw. der
egenwart und der Vergangenheit sehr viel mehr aussa-
en kann als über die Zukunft. Das ist eine Selbstver-
tändlichkeit in der Wissenschaft. Jeder, der einmal die
eontiefschen Input-Output-Analysen gesehen hat, weiß,
ass da immer eine Asymmetrie zugunsten der Vergan-
enheit und der Gegenwart und zuungunsten der Zu-
unft herauskommt. Das ist hineingebaut. Dies nun als
rgument im Sinne von Unseriosität dessen zu gebrau-
hen, was wir über die Zukunft aussagen, heißt, den Be-
riff Strukturwandel zu verdrängen. Das wollen wir
och wohl alle nicht.


(Michaele Hustedt [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das weiß man bei den CDU-Abgeordneten nicht immer so genau!)







(A) )



(B) )


Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker

Das Wichtigste in dieser Debatte haben Reinhard Loske
und Michael Müller gesagt, nämlich dass die Dosen-
pfanddiskussion in Deutschland wichtigere ökologische
Themen erdrückt. Es wäre wichtig, dass wir zu einer par-
teiübergreifenden Einigung darüber kommen, dass wir
eine letzten Endes nicht wahnsinnig produktive Diskus-
sion beenden und zu produktiveren Themen zurückkeh-
ren.

Viele Betriebe haben doch seit 2000 an den Zahlen
der zurückgegebenen Getränkebehälter ablesen können,
dass das, was damals bereits seit vielen Jahren Gesetz
war, nunmehr Wirklichkeit wird und das Zwangspfand
kommt. Man hätte auch diejenigen Arbeitsplätze, über
deren Verlust wir heute klagen müssen, retten können,
wenn die Wirtschaft rechtzeitig reagiert hätte. Das hat
Frau Vogel-Sperl vollkommen zutreffend gesagt. Dann
wären nämlich selbst die Firmen, die Einwegverpackun-
gen herstellen, im Wesentlichen ohne Arbeitsplatzver-
luste davongekommen. Dieses Versäumnis nun aber der
rot-grünen Regierung anzuhaften, das ist eine völlige
Verdrehung der Tatsachen.

Vielen Dank.

(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506814900

Das Wort hat der Bundesumweltminister Jürgen

Trittin.

(Dr. Klaus W. Lippold [Offenbach] [CDU/ CSU]: Von der Koalition mit Begeisterung begrüßt! – Gegenruf der Abg. Michaele Hustedt wir machen! – Beifall beim BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


(BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Das können


Jürgen Trittin, Bundesminister für Umwelt, Natur-
schutz und Reaktorsicherheit:

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Anlass
der heutigen Aktuellen Stunde ist, um es sehr höflich zu
sagen, eine Unterstellung. Bei einem Gespräch am
26. September haben zwar einige Betriebsräte hartnä-
ckig versucht, meinem Staatssekretär Rainer Baake die
Worte in den Mund zu legen, es sei politisch gewollt, Ar-
beitsplätze in der Einwegindustrie zu vernichten. Dieser
Gedanke ist absurd. Herr Baake hat solche Falschinter-
pretationen und Unterstellungen sowohl bereits in dem
Gespräch als auch anschließend schriftlich und per Pres-
semitteilung zurückgewiesen.

Wenn Sie weiter mit diesem Märchen durch die
Lande ziehen, dann arbeiten Sie nicht nur mit Unterstel-
lungen, sondern mit dem Mittel der politischen Verleum-
dung, weil Sie dieses wider besseres Wissen tun. Das
muss ich an dieser Stelle in aller Deutlichkeit und mit
Nachdruck zurückweisen.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD – Dr. Peter Paziorek [CDU/ CSU]: Dann müssen Sie sich an die Betriebsräte wenden! – Dr. Klaus W. Lippold [Offen S r d P g h m S W c d h G ü s r U A in g f S g S N u (C (D bach] [CDU/CSU]: Die Betriebsräte sind glaubwürdiger als jeder in dieser Regierung!)


Wenn es nicht so ernst wäre, mit welcher politischen
tillosigkeit und Schäbigkeit Sie gegenüber einem hono-
igen Beamten an dieser Stelle operieren,


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Das ist eine Unverschämtheit!)


ann könnte man sich darüber amüsieren, was für eine
osse hier aufgeführt wird.


(Dr. Klaus W. Lippold [Offenbach] [CDU/ CSU]: Diese Regierung hat uns permanent getäuscht!)


Da stellt sich die Kollegin Homburger – sie ist Mit-
lied einer Partei, die Gewerkschaften für überflüssig
ält und meint, dass deren Rechte beschränkt werden
üssten – mit Betriebsräten von Metallbetrieben an die
pitze einer Metallerdemonstration.


(Zuruf von der FDP: Das ist doch Unsinn!)

enn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber la-
hen.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD – Dr. Uwe Küster [SPD]: Über Verleumdungen kann man nicht lachen!)


Aber bei der Gelegenheit haben Sie die Katze aus
em Sack gelassen, liebe Frau Homburger. Sie haben
eute deutlich gesagt, sie seien nicht für Mehrweg.


(Birgit Homburger [FDP]: Ich bin für ökologisch sinnvolle Verpackungen! Sie verdrehen schon wieder alles!)


enau das ist der Kern der Debatte. Denn wer ernsthaft
ber Arbeitsplätze in der Getränkeindustrie, die ökologi-
che Lenkungswirkung, Klimaschutz und Abfallpolitik
edet, sich aber gegen Mehrweg ausspricht, der ist gegen
mweltschutz und hat ein zynisches Verhältnis zu den
rbeitsplätzen.


(Jörg van Essen [FDP]: Das hat sie doch gar nicht gesagt! – Werner Wittlich [CDU/CSU]: Großer Märchenerzähler! Das ist doch nicht zu glauben!)


Sie tun fast so, als hätte die Debatte um Arbeitsplätze
der Getränkeindustrie am 1. Januar dieses Jahres an-
efangen. Nein, wir führen diese Debatte schon seit An-
ang der 90er-Jahre.


(Birgit Homburger [FDP]: Aber Sie sind vor zehn Jahren gedanklich stehengeblieben! Das ist das Problem, Herr Trittin!)


ie sind sicherlich noch nicht so lange im Bundestag. Ich
ehöre ihm auch noch nicht ganz so lange an.


(Birgit Homburger [FDP]: Ich bin seit 1990 dabei!)


eit Anfang der 90er-Jahre beobachten wir, wie von
ordrhein-Westfalen bis Bayern mittelständische Brau-
nternehmer, kleine Abfüller und Getränkefachhändler






(A) )



(B) )


Bundesminister Jürgen Trittin

reihenweise über die Wupper gegangen sind. Ich habe
von Ihrer Seite nie auch nur ein Wort des Bedauerns zu
diesem Abbau von Arbeitsplätzen gehört.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


Über zehn Jahre hinweg sind mehrere tausend Ar-
beitsplätze verloren gegangen. Warum? – Weil große
Handelskonzerne beschlossen haben, ihre Logistikkos-
ten zu senken. Wie erreicht man das am besten? – Mit
wenigen Herstellern und, wenn möglich, mit der Einspa-
rung von Personal. Und das Mittel dazu? – Im Bereich
der Getränkeverpackungen bietet das Einwegsystem ent-
sprechende Möglichkeiten, weil die Rücknahme der Ver-
packungen entfällt. Deswegen ist es zu dem beschriebe-
nen Abbau von Arbeitsplätzen gekommen.

Wer sich heute gegen Mehrweg ausspricht,

(Werner Wittlich [CDU/CSU]: Das hat nie mand gesagt!)

der sagt damit deutlich: Ich bin für Einweg und dafür,
dass dieser Prozess fortgesetzt wird.


(Birgit Homburger [FDP]: Sie verdrehen die Tatsachen!)


Dem halte ich entgegen: In diesem Sinne war der
1. Januar dieses Jahres überfällig, weil nämlich dieser
Prozess des Kaputtmachens des Mittelstandes und des
Zerstörens auch der heimatlichen Kultur, die wir in die-
sem Lande haben, endlich beendet worden ist.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD – Lachen bei der CDU/CSU)


Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem es wie
in den USA nur noch fünf Biersorten gibt, die alle gleich
schmecken. Ich fahre gerne durch Bayern,


(Werner Wittlich [CDU/CSU]: Da will Sie doch keiner sehen!)


wo es kleine Betriebe gibt, wo ich in jedem Ort ein ande-
res Bier bekommen kann und wo die Menschen auch in
der Brauwirtschaft noch Arbeit finden.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD – Dr. Klaus W. Lippold [Offenbach] [CDU/CSU]: Dieser Rosstäuscher!)


Deswegen erlauben Sie mir eine etwas harte Bemer-
kung. Was Prognos vorgelegt hat, ist unseriös, weil es
nicht die gesamten Betrachtungsweisen in der Zeit-
spanne von 1991 bis 2002 berücksichtigt hat.


(Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Sie waren doch nicht im Ausschuss! Kommen Sie doch in den Ausschuss!)


Es ist wissenschaftlich außerordentlich fragwürdig,
wenn das Institut 14 Tage vor der Ablieferung des Gut-
achtens zu dem Ergebnis kommt, dass die Zahl der Ar-
beitsplätze durch die Einführung der Pfandpflicht selbst
in der kurzen Übergangsfrist steigt, dann aber auch auf
den Pfandschlupf aufmerksam wird – den habe übrigens

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(C (D icht ich erfunden; er stammt noch von Ihrem damaligen mweltminister –, der nicht in das ökonomische Modell it eingerechnet werden könne, weil er eine Rücklage arstelle. Sie müssen mir erklären, wo diese Rücklage iegt. Allein aufgrund dieses Tricks ist man zu der Überzeu ung gekommen, dass die Übergangsregelung Arbeitslätze gekostet habe. Sie können von mir erwarten, dass ch zwischen einer repräsentativen Studie und einem Rehenmodell wie dem von Prognos unterscheiden kann. ber ein Modell wie das von Prognos wäre, wie gesagt, n unserem ersten Statistikseminar nicht durchgegangen. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Dr. Peter Paziorek [CDU/CSU]: Ihr Haus war ja beteiligt!)


Lassen Sie mich noch eine Bemerkung zu der Verant-
ortung für Arbeitsplätze machen. Weil ich Ihr Recht
nwende – es ist bis heute unverändert so, wie Sie es
erfasst haben –, haben Sie mir vorgeworfen, ich würde
it dem Kopf durch die Wand gehen.


(Werner Wittlich [CDU/CSU]: Nur weil Sie es nicht wollen! Sie wollen doch mit dem Kopf durch die Wand!)


ch muss Sie enttäuschen. Warum habe ich im Vertrauen
uf eine verbindliche Zusage der Wirtschaft, ein solches
ücknahmesystem aufzubauen, eine neunmonatige
bergangsfrist zugelassen? Warum habe ich mich dem
rger der Verbraucherinnen und Verbraucher und mei-
em eigenen Ärger ausgesetzt?


(Birgit Homburger [FDP]: Uns kommen die Tränen!)


ch wollte damit die Verluste in der Übergangszeit ver-
eiden und Möglichkeiten für den Aufbau dieses Rück-
ahmesystems schaffen. Ich habe das getan, gerade weil
ir und – das füge ich ausdrücklich hinzu – auch mei-
em Staatssekretär die Arbeitsplätze in der Dosenindus-
rie nicht egal sind. Diejenigen, die zynisch mit den
ngsten und den Arbeitsplätzen der in dieser Branche
eschäftigten Menschen gespielt haben, sitzen nicht auf
er Regierungsbank, sondern in der Zentrale des HDE,
ei Metro, bei Aldi und in allen anderen Unternehmen,
ie eine Boykottstrategie verfolgt haben und die glau-
en, trotz eines klaren Votums der Wählerinnen und der
ähler im Jahr 2002 beim Dosenpfand nicht nur den
taat, sondern auch die Gesellschaft der Bundesrepublik
eutschland schlicht und ergreifend erpressen zu kön-
en. Das sind die Zyniker!


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


Lassen Sie mich noch auf einen anderen Punkt hin-
eisen. Sie sollten vorsichtig sein, wenn Sie sich auf die
U-Kommission berufen. Die EU-Kommission ver-
angt von mir nämlich nicht, die Pfandpflicht abzuschaf-
en, sondern verlangt, sie zu verschärfen. Jeder, der
ünftig eine Einwegverpackung in den Verkehr bringt,
oll auch jede Einwegverpackung zurücknehmen. Das
st der Kern des Schreibens von Herrn Bolkestein. Die-
en Streit werden wir im Zweifel vor dem Europäischen






(A) )



(B) )


Bundesminister Jürgen Trittin

Gerichtshof ausfechten müssen; denn ich sehe nicht ein,
dass in Deutschland ein anderes Recht gelten soll als bei-
spielsweise in Spanien oder Portugal, wo es vergleich-
bare Regelungen ohne Beanstandungen gibt.

Ich möchte Sie auch von einem Irrtum kurieren: Nicht
die Kommission, sondern der Europäische Gerichtshof
entscheidet über Vertragsverletzungen. Wir wollen uns
mit der Kommission gerne einigen. Wir werden es aber
nicht zulassen, dass die Regelung in Deutschland, die
mit Regelungen, die in anderen Ländern unbeanstandet
gelten, vergleichbar ist, von der EU als Sonderrecht be-
anstandet wird. Das werden wir schon aus Gründen der
Rechtseinheitlichkeit im Binnenmarkt nicht dulden kön-
nen.


(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der SPD)


Ich möchte zum Schluss auf das hinweisen, was ges-
tern gesagt worden ist – vielleicht regt Sie das zum
Nachdenken an –:

Die Entscheidung der Kommission bedeutet nicht,
dass die Kommission gegen das deutsche Pfandsys-
tem ist. Es ist gut für Umwelt.

Das ist ein Originalzitat der EU-Kommissarin Wall-
ström. Weil es gut für die Umwelt und langfristig insbe-
sondere gut für den Mittelstand und die Arbeitsplätze in
diesem Land ist, werden wir die bestehende Pfandrege-
lung nicht aussetzen. Sie sollten Ihre Bemühungen in
dieser Hinsicht einstellen. Dann können wir uns in Ruhe
auch anderen Themen zuwenden.

Vielen Dank.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506815000

Letzter Redner in dieser Debatte ist der Kollege Max

Straubinger, CDU/CSU-Fraktion.

(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)



Max Straubinger (CSU):
Rede ID: ID1506815100

Frau Präsidentin! Werte Damen und Herren! Wir ha-

ben wieder feststellen können, dass Bundesminister
Trittin der Hardliner der Ideologen in der Bundesregie-
rung ist.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

Ihm ist es letztendlich völlig egal, ob die Zahl der Ar-
beitsplätze in Deutschland immer weiter sinkt. Wichtig
ist für ihn nur, dass die Ideologie stimmt. Das kam in sei-
ner heutigen Rede erneut zum Ausdruck.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)


Es ist bedauerlich, wenn ein Staatssekretär aus seinem
Hause erklärt, es sei politisch gewollt, dass Arbeitsplätze
in der Industrie, die Einwegverpackungen in Deutsch-
land herstellt, aufgegeben würden. Herr Bundesminister,
es ist infam, wenn Sie den Betriebsräten von Rexam

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(C (D elsenkirchen unterstellen, dass sie die Unwahrheit sagen bzw. den Staatssekretär fast genötigt hätten, eine solhe Aussage zu machen, oder ihm eine solche Aussage ntergeschoben hätten. Wenn das so gewesen wäre, dann ätten die Betriebsräte so viel Ehrgefühl gehabt – davon in ich überzeugt –, sich nicht bittend an den Bundesanzler zu wenden, sondern Stillschweigen zu bewahen. Die Betriebsräte haben aber in ihrem Brief an den undeskanzler dargelegt, dass Herr Baake, Staatssekreär im Bundesumweltministerium, in der Besprechung, ie zwei Tage nach einer Veranstaltung der IG Metall nd der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten tattgefunden hat, mitgeteilt habe, der Verlust von Areitsplätzen in den betroffenen Branchen sowie die Verichtung der Einwegindustrie seien politisch gewollt. Es st infam, wie man in Deutschland mit Arbeitsplätzen mgeht. Deshalb ist eine Umkehr in der Umweltpolitik, or allen Dingen bei der Verpakkungsverordnung, im inne der Erhaltung von Arbeitsplätzen, aber auch der illionen Verbraucherinnen und Verbraucher in unse em Land notwendig. Bundesumweltminister Trittin hat vorhin zu suggerie en versucht, er sei der Schutzpatron der kleinen Braueeien. Da kann ich nur lachen. Die kleinen Brauereien lagen mittlerweile über das Hickhack zum Dosenpfand. ie Zahlen sprechen für sich. Trotz der heißen Sommeronate dieses Jahres müssen wir leider feststellen, dass nsgesamt mittlerweile der Bierabsatz um 7 Prozent geunken ist. Das bedeutet Umsatzverluste bei den kleinen, ittleren und großen Brauereien und damit Arbeitsplatzerluste, Herr Bundesminister! Etwas schlägt dem Fass da noch den Boden aus. Kol ege Müller, Sie haben ausgeführt, die Handelsverbände nd natürlich Ketten wie Aldi und Lidl sowie sonstige erbrauchermärkte seien die großen Schuldigen; sie verielten sich nicht gesetzeskonform. Tatsache ist doch: ine Insellösung ist möglich. Ich wüsste auch nicht, dass s eine Verpflichtung gibt, Einwegverpackungen zu veraufen. (Michael Müller [Düsseldorf] [SPD]: Das sollte mal umgekehrt sein!)


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


in nicht gesetzeskonformes Verhalten kann ich hier
lso nicht feststellen. Man hat aufgrund dieser Situation
en Verkauf von Dosen eingestellt. Das ist die einfache
ahrheit. Mittlerweile kommt belgisches Bier in PET-
laschen in die Läden. Das ist garantiert zum Schaden
er deutschen Brauereien.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

Man kann feststellen, dass sich das Ganze in die Ar-

eitsplatzabbaubemühungen der Bundesregierung ein-
eiht. Die sind nämlich auch in vielen anderen Bereichen
eststellbar:
Einführung der Ökosteuer: Wir haben heute ganz kurz

achgefragt. Tankstellenbetreiber haben ja auch Ge-
ränke zu verkaufen und vor allem in den Grenzregionen
tehen sie in einer besonderen Wettbewerbssituation.






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(B) (D)


Max Straubinger
400 Tankstellen mussten geschlossen werden, 3 000 bis
3 500 Arbeitsplätze sind verloren gegangen.


(Ulrike Mehl [SPD]: Wegen der Ökosteuer? Das ist wohl ein Witz!)


– Ja, wegen der Ökosteuer. Das ist ein Beispiel für das
Handeln der Bundesregierung.


(Dr. Uwe Küster [SPD]: Sie sind wirklich ein klein bisschen neben der Schiene!)


Beispiel Transportgewerbe: Seit 1999, der Einfüh-
rung der Ökosteuer, hat die Zahl der Insolvenzen im
Transportgewerbe um 96 Prozent zugenommen. Ein
Verlust von mehr als 100 000 Arbeitsplätzen und 10 000
Unternehmungen in diesem Bereich!

Ausstieg aus der Kernenergie: minus 40 000 Arbeits-
plätze in Deutschland,


(Michael Müller [Düsseldorf] [SPD]: So viele sind da doch gar nicht beschäftigt!)


einschließlich des vorgelagerten Bereichs.
Ein einseitiger Beschluss wie der, in Deutschland aus

der Käfighaltung auszusteigen, bedeutet einen Verlust
von 10 000 Arbeitsplätzen in der Geflügelwirtschaft und
17 000 Arbeitsplätzen in der Verpackungsindustrie.


(Zuruf des Abg. Dr. Uwe Küster [SPD])

Es zeigt sich sehr deutlich: Ideologisch begründete

Politik schadet den Arbeitsplätzen in Deutschland. Da-
mit muss Schluss sein.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

In diesem Sinne fordere ich die Bundesregierung auf,
das unglückselige Zwangspfand auszusetzen und zu
konstruktiven Verhandlungen zurückzukehren.

Besten Dank für die Aufmerksamkeit.

(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1506815200

Die Aktuelle Stunde ist beendet.
Wir sind damit am Schluss unserer heutigen Tages-

ordnung.
Ich berufe die nächste Sitzung des Deutschen Bun-

destages auf morgen, Donnerstag, den 23. Oktober 2003,
9 Uhr, ein.

Die Sitzung ist geschlossen.