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ID1818609900

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 18/186 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 186. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 7. September 2016 Inhalt: Würdigung von Bundespräsident a. D. Walter Scheel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18407 A Begrüßung des Olympiateilnehmers Andreas Toba . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18408 A Tagesordnungspunkt 1 (Fortsetzung): a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaus- haltsplans für das Haushaltsjahr 2017 (Haushaltsgesetz 2017) Drucksache 18/9200 . . . . . . . . . . . . . . . . . 18408 A b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2016 bis 2020 Drucksache 18/9201 . . . . . . . . . . . . . . . . . 18408 B Einzelplan 04 Bundeskanzlerin und Bundeskanzleramt Dr . Dietmar Bartsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . 18408 B Dr . Angela Merkel, Bundeskanzlerin . . . . . . . 18414 A Katrin Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18418 B Thomas Oppermann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 18423 A Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18423 D Volker Kauder (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 18427 C Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18432 B Gerda Hasselfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 18434 C Bettina Hagedorn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 18437 B Dennis Rohde (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18438 D Monika Grütters, Staatsministerin BK . . . . . . 18440 D Sigrid Hupach (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 18442 B Hiltrud Lotze (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18443 C Ulle Schauws (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18444 B Rüdiger Kruse (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 18445 C Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18447 C Burkhard Blienert (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 18448 C Einzelplan 05 Auswärtiges Amt Dr . Frank-Walter Steinmeier, Bundesminister AA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18449 D Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 18452 C Jürgen Hardt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . 18453 D Dr . Frithjof Schmidt (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18456 A Michelle Müntefering (SPD) . . . . . . . . . . . . . 18457 D Wolfgang Gehrcke (DIE LINKE) . . . . . . . . . . 18458 C Dr . Norbert Röttgen (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 18459 D Dr . Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18461 D Norbert Spinrath (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18462 D Dr . Hans-Peter Friedrich (Hof) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18463 C Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 186 . Sitzung . Berlin, Mittwoch, den 7 . September 2016II Frank Schwabe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18465 A Alois Karl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18466 B Einzelplan 14 Bundesministerium der Verteidigung Dr . Ursula von der Leyen, Bundesministerin BMVg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18468 C Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 18470 D Karin Evers-Meyer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 18472 A Dr . Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18473 B Ingo Gädechens (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 18475 A Christine Buchholz (DIE LINKE) . . . . . . . . . 18477 A Rainer Arnold (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18478 B Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 18480 B Rainer Arnold (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18480 C Doris Wagner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18480 D Dr . Karl A . Lamers (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 18481 C Lars Klingbeil (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18483 B Bartholomäus Kalb (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 18484 B Dr . Fritz Felgentreu (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 18485 D Einzelplan 23 Bundesministerium für wirtschaftliche Zu- sammenarbeit und Entwicklung Dr . Gerd Müller, Bundesminister BMZ . . . . . 18486 D Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 18489 A Stefan Rebmann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18490 C Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18492 A Sabine Weiss (Wesel I) (CDU/CSU) . . . . . . . . 18493 B Heike Hänsel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 18494 C Michaela Engelmeier (SPD) . . . . . . . . . . . . . . 18496 A Uwe Kekeritz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18497 B Dagmar G . Wöhrl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 18498 C Gabi Weber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18500 C Volkmar Klein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 18501 D Gabriela Heinrich (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 18503 B Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18504 D Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . . 18505 A (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 186 . Sitzung . Berlin, Mittwoch, den 7 . September 2016 18407 186. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 7. September 2016 Beginn: 9 .00 Uhr
  • folderAnlagen
    Gabriela Heinrich (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 186 . Sitzung . Berlin, Mittwoch, den 7 . September 2016 18505 Anlage zum Stenografischen Bericht Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Binder, Karin DIE LINKE 07 .09 .2016 Bluhm, Heidrun DIE LINKE 07 .09 .2016 Bülow, Marco SPD 07 .09 .2016 Dehm, Dr . Diether DIE LINKE 07 .09 .2016 Gerster, Martin SPD 07 .09 .2016 Hellmich, Wolfgang SPD 07 .09 .2016 Hintze, Peter CDU/CSU 07 .09 .2016 Kolbe, Daniela SPD 07 .09 .2016 Lach, Günter CDU/CSU 07 .09 .2016 Lerchenfeld, Philipp Graf CDU/CSU 07 .09 .2016 Lösekrug-Möller, Gabriele SPD 07 .09 .2016 Marwitz, Hans-Georg von der CDU/CSU 07 .09 .2016 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Neu, Dr . Alexander S . DIE LINKE 07 .09 .2016 Rix, Sönke SPD 07 .09 .2016 Rosemann, Dr . Martin SPD 07 .09 .2016 Schlecht, Michael DIE LINKE 07 .09 .2016 Schmelzle, Heiko CDU/CSU 07 .09 .2016 Schmidt (Ühlingen), Gabriele CDU/CSU 07 .09 .2016 Stadler, Svenja SPD 07 .09 .2016 Steffen, Sonja SPD 07 .09 .2016 Storjohann, Gero CDU/CSU 07 .09 .2016 Walter-Rosenheimer, Beate BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 07 .09 .2016 Weisgerber, Dr . Anja CDU/CSU 07 .09 .2016 Zimmermann (Zwickau), Sabine DIE LINKE 07 .09 .2016 Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 186. Sitzung Inhaltsverzeichnis EPL 04 Bundeskanzlerin und Bundeskanzleramt EPL 05 Auswärtiges Amt EPL 14 Verteidigung EPL 23 Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Anlage
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Bartholomäus Kalb


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CSU)


    Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen

    und Kollegen! Die Eckdaten des Haushalts sind bereits
    mehrfach genannt worden . Zu erwähnen ist, dass es der
    Ministerin gelungen ist, in den Verhandlungen zur Haus-
    haltsaufstellung zu erreichen, dass der Haushaltsentwurf
    nun um 1,7 Milliarden Euro höher ausgefallen ist, als zu-
    nächst im letzten mittelfristigen Finanzplan vorgesehen
    war . Damit wird den Notwendigkeiten Rechnung getra-
    gen, die sich im Bereich der militärischen Beschaffun-
    gen, im Bereich Forschung, Entwicklung, Erprobung, im
    Bereich Materialerhalt und für die Auslandseinsätze, die
    zusätzliche Kosten bereiten, ergeben .

    Lieber Kollege Dr . Lindner, ich will an etwas erin-
    nern . Ich sage das gar nicht vorwurfsvoll . Wenn wir bei
    einigen großen Beschaffungsvorhaben heute Probleme

    mit der Zeit- und Kostenentwicklung haben, dann soll-
    te man sich daran erinnern, dass auch einmal Rot-Grün
    regiert hat .


    (Dr . Tobias Lindner [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das war vor meiner Zeit!)


    – Man muss da auch mithaften . – Es gibt ein sehr bekann-
    tes Projekt, das uns große Sorgen bereitet .

    Wir wissen auch, dass sich die Anforderungen stän-
    dig verändern, dass die Anforderungen an die Bundes-
    wehr immer höher werden . Darüber ist bereits vieles ge-
    sagt worden . Um all diese Aufgaben ordentlich erfüllen
    zu können, ist es einfach dringend notwendig, dass wir
    hochqualifiziertes und hochmotiviertes Personal bei der
    Bundeswehr haben . Das war ein Thema, das wir im letz-
    ten Jahr in besonderer Weise im Rahmen der Attraktivi-
    tätsinitiative hier behandelt haben .

    Die internationale Ordnung, in der sich Deutschland
    engagiert, in der Deutschland Verantwortung übernimmt
    und versucht, seine Interessen zu wahren, ist im Um-
    bruch . Das sicherheitspolitische Umfeld ist durch die
    Entwicklungen der letzten Jahre zunehmend komplexer,
    unstetiger und dynamischer geworden . Zudem treten
    unterschiedliche Herausforderungen gleichzeitig an ver-
    schiedenen Orten auf . Der Bundesaußenminister, dessen
    Etat wir vorhin betrachtet haben, hat vor kurzem ausge-
    führt – wörtlich –: Europas Sicherheit ist bedroht . – Auch
    das müssen wir zur Kenntnis nehmen . Darauf müssen
    wir uns einstellen . Das ist eine Situation, die wir uns viel-
    leicht vor zwei, drei oder vier Jahren so gar nicht hätten
    vorstellen können .

    Das Gefährdungsspektrum für unsere Sicherheit ist
    breiter, vielfältiger und unberechenbarer geworden . Ge-
    rade vorhin ist über das Thema Cyberraum und andere
    Fragen wie zum Beispiel die asymmetrische Bedrohung
    gesprochen worden . Das sind alles Dinge, auf die wir
    Antworten geben müssen und die sich natürlich dann im
    Haushalt wiederfinden werden.

    Wir haben die Probleme – das hat insbesondere in
    der außenpolitischen Debatte vorhin eine große Rolle
    gespielt –, dass sich Staaten auflösen, dass wir in vie-
    len Staaten eine instabile Situation haben und dass wir
    in einigen Regionen geradezu eine Anarchie haben . Das
    alles ist dazu angetan, gefährlich zu sein, und das stellt
    uns vor große neue Herausforderungen . Ich nenne die
    Gefährdungen im Informationsbereich, im Kommuni-
    kationsbereich, in der Versorgung, im Transport und im
    Bereich der Handelslinien . All diese Dinge bis hin zur
    Rohstoff- und Energieversorgung sind bedroht. Natürlich
    zählt auch die unkontrollierte und zum Teil irreguläre
    Migration dazu .

    Wir sollten uns unvoreingenommen ein Thema noch
    einmal vornehmen: Was muss die Bundeswehr in be-
    sonderen Situationen, bei besonderen Herausforderun-
    gen – denken wir einmal an große Terrorlagen und Ähn-
    liches – im Inland leisten können? Darüber brauchen wir
    jetzt keine Grundsatzdebatte zu führen; aber wir sollten
    uns gemeinsam mit dieser Frage ganz ruhig beschäftigen .
    Wir sollten uns dann mit der Frage beschäftigen: Steht
    das mit der Verfassungslage, mit den Gesetzen, mit den

    Lars Klingbeil






    (A) (C)



    (B) (D)


    Gerichtsurteilen in Übereinstimmung oder nicht? Denn
    die Bürger interessiert auch die Frage: Was passiert,
    wenn . . .?

    Was mich heute früh fast geärgert hat, war die Aus-
    sage des Kollegen Dietmar Bartsch von den Linken, der
    gesagt hat – ich habe es wörtlich mitgeschrieben –: „Es
    darf aber keine Militarisierung des Katastrophenschutzes
    geben .“


    (Christine Buchholz [DIE LINKE]: Recht hat er!)


    Ich sage Ihnen: Ich komme aus einer Gegend an der
    Donau, wo es 2013 ein Hochwasser in bis dahin nicht
    gekannter Höhe gab . In Passau, in Deggendorf, vor allem
    in Fischerdorf mussten 250 Häuser erneuert werden; das
    sei jetzt bloß nebenbei bemerkt .


    (Christine Buchholz [DIE LINKE]: Da brauchen Sie den zivilen Katastrophenschutz!)


    Damals waren die Menschen in großer Not . Sie alle und
    auch die sehr aktiven Einsatzkräfte waren sehr froh, dass
    die Bundeswehr ganz schnell zur Verfügung gestanden,
    in dieser Katastrophe geholfen und Schutz geboten hat .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD – Karin Evers-Meyer [SPD]: Das darf sie ja! – Dr . Karl A . Lamers [CDU/ CSU]: Frau Buchholz, das eine ist die Theorie, und das andere ist die Praxis!)


    Deswegen sollte man hier nicht solche Formulierungen
    wählen . Kein Mensch will eine Militarisierung des Ka-
    tastrophenschutzes . Aber Vorbeugen und Mithelfen, das
    muss schon sein .

    Meine sehr verehrten Damen und Herren, alle Aufga-
    ben, die beschrieben worden sind, machen es notwendig,
    dass wir eine permanente, kontinuierliche Modernisie-
    rung der Bundeswehr vornehmen . Wir müssen natürlich
    eine Personalpolitik betreiben, die den demokratischen
    Herausforderungen Rechnung trägt . Ich denke, da sind
    wichtige Schritte eingeleitet worden . Das gilt aber na-
    türlich genauso für die Ausrüstung, die wir bereitstellen
    müssen. Gerade in Zeiten, in denen die Wehrpflicht zwar
    nicht abgeschafft, aber ausgesetzt ist, ist es wichtig, dass
    wir alles tun, dass unsere Bundeswehr in bewährter Wei-
    se weiterhin eine Verankerung in unserer Gesellschaft
    erfährt .

    Es ist ganz wichtig, dass wir noch mehr Transparenz
    bekommen . Ich glaube, die Bundesministerin hat hier mit
    der Schaffung des Rüstungsboards viel dazu beigetragen,
    sodass sogar die Öffentlichkeit jetzt genau weiß, welches
    Waffensystem wie viel Verzögerung hat und welches wie
    viel mehr kostet . – Ich habe den Kollegen Lindner ange-
    schaut, weil ich an einen Spiegel-Artikel denke .


    (Dr . Tobias Lindner [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Was?)


    Das ist auch gar nicht zu kritisieren; um es gleich hinzu-
    zufügen .

    Wichtig ist aber, dass wir uns hier einfach die Dinge
    vorlegen, dass wir die notwendigen Konsequenzen zie-

    hen, dass das Ganze entsprechend gesteuert wird, und ich
    denke, das wird geschehen .

    Zum Abschluss will ich nur darauf hinweisen: Als uns
    das Weißbuch übersandt wurde, hat uns die Frau Minis-
    terin einen Brief geschrieben . Sie schreibt darin – ich zi-
    tiere jetzt wörtlich –:

    Sämtliche Initiativen und Maßnahmen in diesen
    Gestaltungsfeldern gewährleisten, dass die Bun-
    deswehr in dem sich weiter wandelnden sicher-
    heitspolitischen Umfeld auch künftig unverzicht-
    bare Beiträge zu Sicherheit, Frieden und Freiheit
    Deutschlands, seiner Verbündeten und Partner so-
    wie zu internationaler Stabilität leistet .

    Ich denke, dem ist nichts hinzuzufügen . In diesem
    Sinne werden wir auch die Haushaltsberatungen im Aus-
    schuss angehen .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)




Rede von Claudia Roth
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Vielen Dank, Bartholomäus Kalb . – Jetzt sind wir

natürlich alle neugierig, welchen Spiegel-Artikel Sie ge-
meint haben . Aber das können wir ja dann bilateral klä-
ren .


(Dr . Tobias Lindner [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Welcher Spiegel-Artikel war es? – Bartholomäus Kalb [CDU/CSU]: Es gibt so viele, wo man vermuten kann, dass jemand mit den Spiegel-Leuten gesprochen hat!)


– Ja, das passiert ja öfter .

Letzter Redner in dieser Debatte: Dr . Fritz Felgentreu
für die SPD .


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Fritz Felgentreu


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Danke schön . – Frau Präsidentin! Meine Damen und

    Herren! Wir haben heute viel über Trendwende und über
    das Ansteigen der Ausgaben gesprochen . Ich würde ganz
    gern quasi antizyklisch einmal darauf hinweisen, dass
    man diesen Haushaltsentwurf durchaus auch als ein Do-
    kument von Kontinuität und Augenmaß lesen kann .


    (Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Sehr gut!)


    Das kann überraschen; denn wir alle sind uns einig, dass
    wir Deutschen mehr für unsere Sicherheit und die Sicher-
    heit unserer Verbündeten tun müssen, sodass es durch-
    aus logisch wäre, den einen oder anderen sprunghaften
    Anstieg zu erwarten . Aber wenn man genauer hinguckt,
    dann ergibt sich ein differenziertes Bild.

    Wir haben heute zum Beispiel noch gar nicht darü-
    ber gesprochen, dass ein nicht unwesentlicher Teil des
    Anstiegs allein schon durch die Tarifentwicklung bedingt
    ist .


    (Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Das ist ja jedes Jahr!)


    Bartholomäus Kalb






    (A) (C)



    (B) (D)


    Das ist klar: In dem Moment, in dem wir keine Stellen
    mehr abschmelzen, muss die Tarifentwicklung entspre-
    chend zu Buche schlagen .

    Die Kosten für Auslandseinsätze der Bundeswehr –
    das finde ich schon ganz erstaunlich – tragen zu dem
    Anstieg insgesamt zu weniger als einem Fünftel bei . Ge-
    messen an den vielen wichtigen Aufgaben, die die Bun-
    deswehr im Auftrag dieses Parlaments übernommen hat,
    gerade auch im letzten Jahr – in Afghanistan, in Mali,
    im Irak im Einsatz gegen den IS –, ist dieser Entwurf für
    einen Haushalt durchaus auch ein Dokument der Zurück-
    haltung .

    Meine Damen und Herren, diese Zurückhaltung kriti-
    siert die SPD-Fraktion nicht . Wir sehen aber schon Grün-
    de, bei der Haushaltsberatung etwas genauer nachzufra-
    gen, wie das Verteidigungsministerium den politischen
    Anspruch mit den vorhandenen Möglichkeiten zur De-
    ckung zu bringen beabsichtigt . Im Mai haben Sie, liebe
    Frau von der Leyen, eine Trendwende in der Personalent-
    wicklung angekündigt; erstmals seit dem Ende des Kalten
    Krieges sollten die Streitkräfte wieder wachsen . Aber in
    diesem Haushaltsplan sind dafür noch keine zusätzlichen
    Stellen vorgesehen . Auch das kritisieren wir nicht; denn
    bevor sich eine solche Trendwende tatsächlich in einer
    größeren Bundeswehr niederschlagen könnte, müssten
    wir erst einmal die Sollstärke von 185 000 erreicht ha-
    ben . Damit werden unsere Personalbüros im kommenden
    Jahr zweifellos mehr als genug zu tun haben .

    Aber, meine Damen und Herren, die Aufgaben wach-
    sen dennoch weiter . Wir sind dabei, überall dort, wo
    keine Übung und kein Einsatz durchgeführt, vorbereitet
    oder nachbereitet wird, die 41-Stunden-Woche umzu-
    setzen . An vielen Standorten erweist sich das als schwer
    genug – ohne zusätzliches Personal; auch darauf hat die
    Ministerin hingewiesen .

    Zu den Standardaufgaben der Bundeswehr gehört auch
    ihr Beitrag zur NATO, und die hat sich im Juli auf dem
    Gipfel in Warschau einiges vorgenommen, vor allem den
    Aufbau von vier sogenannten Battle Groups, die in Polen
    und im Baltikum jeweils in der Stärke eines Bataillons
    die ständige Anwesenheit von NATO-Truppen in wech-
    selnder Zusammensetzung garantieren sollen, aber auch
    die Verlängerung des Einsatzes in Afghanistan über 2016
    hinaus und den Einsatz von bis zu 16 AWACS-Flugzeu-
    gen, um den Luftraum über dem vom IS kontrollierten
    Gebiet zu überwachen . Das sind nur drei Beispiele; die
    Liste ist länger .

    Jedes dieser Vorhaben, liebe Kolleginnen und Kolle-
    gen, hält auch die SPD-Fraktion für sinnvoll und notwen-
    dig . Die Verbündeten in Osteuropa brauchen die Rück-
    versicherung, dass der Schutz des NATO-Vertrags auch
    ihre Sicherheit in vollem Umfang garantiert . Die Anwe-
    senheit von Truppen der anderen NATO-Staaten macht
    diese Garantie anfassbar . Zugleich bleibt sie aber auch
    im Rahmen des Grundlagenvertrages mit Russland und
    stellt für den großen und schwierigen Nachbarn keine
    Bedrohung dar .


    (Dr . Karl A . Lamers [CDU/CSU]: Genau!)


    Warum es zwingend notwendig ist, einerseits über die
    Lage im IS-Gebiet Bescheid zu wissen und andererseits
    die Afghanen mit ihren Problemen nicht alleinzulassen,
    erschließt sich nach den Erfahrungen des vergangenen
    Jahres von selbst. Deutschland steht zu seinen Verpflich-
    tungen als wichtiges Mitglied der NATO, und es ist gut
    und richtig, dass wir uns aktiv an der Umsetzung der
    Warschauer Beschlüsse beteiligen .

    Aber, meine Damen und Herren, das alles kostet viel
    Geld, und wir brauchen dafür viel Personal . Die ange-
    kündigte Trendwende schlägt sich in dem vorgelegten
    Entwurf noch nicht entsprechend nieder . Ehrlich gesagt,
    bin ich etwas erstaunt, dass der Entwurf nicht einmal
    bei den Reservedienstposten eine Aufstockung vorsieht .
    Unter den Reservistinnen und Reservisten dürfte es doch
    noch viele gut qualifizierte und motivierte Leute geben,
    mit denen kurzfristig Personallücken geschlossen wer-
    den könnten . Bei meiner Sommertour habe ich Klagen
    darüber gehört, dass Freiwillige abgewiesen werden
    mussten, obwohl ihre Dienststellen sie gebraucht hätten .
    Das sollten wir ändern .

    Deshalb: Sosehr wir einen Haushalt begrüßen, der auf
    neue Aufgaben eingestellt ist, aber zugleich unter dem
    Zeichen von Kontinuität und Augenmaß steht, so genau
    und kritisch werden wir über die Prioritäten des kom-
    menden Jahres zu sprechen haben; denn dass wir allen
    hochgesteckten Zielen näherkommen, das wird die De-
    batte über diesen Entwurf erst noch beweisen müssen .
    Eine gewisse Skepsis merken Sie mir vielleicht an . In der
    SPD-Fraktion werden wir auf jeden Fall unser Augen-
    merk darauf richten, dass die notwendige Schwerpunkt-
    bildung am Ende nicht zulasten derjenigen geht, die in
    der Bundeswehr Tag für Tag ihren anspruchsvollen und
    oft auch gefährlichen Dienst leisten .

    Danke schön .


    (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)