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ID1806401300

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    Plenarprotokoll 18/64 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 64. Sitzung Berlin, Freitag, den 7. November 2014 I n h a l t : Präsident Dr. Norbert Lammert . . . . . . . . . . . 5995 A Liedvortrag Wolf Biermann . . . . . . . . . . . . . . 5997 C Filmeinspielungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5998 D Tagesordnungspunkt 29: Vereinbarte Debatte: Friedliche Revolution – 25 Jahre nach dem Mauerfall . . . . . . . . . . . 5998 D Gerda Hasselfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 5999 A Iris Gleicke (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5999 D Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 6001 A Katrin Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6002 B Arnold Vaatz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 6003 D Nachträgliche Ausschussüberweisung (Druck- sache 18/2586, 55. Sitzung) . . . . . . . . . . . . . . 6005 A Tagesordnungspunkt 30: a) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Ent- wurfs eines Gesetzes zur Einführung des Elterngeld Plus mit Partner- schaftsbonus und einer flexibleren Elternzeit im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz Drucksachen 18/2583, 18/2625, 18/3086 6005 A – Bericht des Haushaltsausschusses ge- mäß § 96 der Geschäftsordnung Drucksache 18/3087. . . . . . . . . . . . . . . 6005 A b) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu dem Antrag der Abgeord- neten Dr. Franziska Brantner, Katja Dörner, Kai Gehring, weiterer Abgeordne- ter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Echte Wahlfreiheit schaffen – Elterngeld flexibler gestalten Drucksachen 18/2749, 18/3086 . . . . . . . . 6005 B Manuela Schwesig, Bundesministerin BMFSFJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6005 B Jörn Wunderlich (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 6007 C Marcus Weinberg (Hamburg) (CDU/CSU) . . 6009 B Dr. Franziska Brantner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6011 B Sönke Rix (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6012 A Katja Dörner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6013 C Paul Lehrieder (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 6014 C Jörn Wunderlich (DIE LINKE) . . . . . . . . . 6015 C Bettina Hornhues (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 6016 D Tagesordnungspunkt 31: a) Erste Beratung des von den Abgeordneten Hans-Christian Ströbele, Luise Amtsberg, Volker Beck (Köln), weiteren Abgeordne- ten und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Förderung von Transpa- renz und zum Diskriminierungsschutz von Hinweisgeberinnen und Hinweisge- bern (Whistleblower-Schutzgesetz) Drucksache 18/3039 . . . . . . . . . . . . . . . . . 6018 D b) Antrag der Abgeordneten Karin Binder, Andrej Hunko, Caren Lay, weiterer Abge- ordneter und der Fraktion DIE LINKE: Inhaltsverzeichnis II Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 64. Sitzung. Berlin, Freitag, den 7. November 2014 Gesellschaftliche Bedeutung von Whist- leblowing anerkennen – Hinweisgebe- rinnen und Hinweisgeber schützen Drucksache 18/3043 . . . . . . . . . . . . . . . . . 6019 A Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6019 B Wilfried Oellers (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 6020 C Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6021 D Karin Binder (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 6023 A Markus Paschke (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6024 A Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6025 C Alexander Hoffmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . 6026 B Katja Keul (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6027 A Irene Mihalic (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6027 D Andrej Hunko (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 6028 C Waltraud Wolff (Wolmirstedt) (SPD) . . . . . . . 6029 C Uwe Lagosky (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 6031 A Gerold Reichenbach (SPD) . . . . . . . . . . . . . . 6032 C Tagesordnungspunkt 32: Antrag der Abgeordneten Dr. Heinz Riesenhuber, Dr. Joachim Pfeiffer, Dr. Kristina Schröder (Wiesbaden), weiterer Abgeordneter und der Fraktion der CDU/CSU sowie der Abgeordneten Wolfgang Tiefensee, Hubertus Heil (Peine), Niels Annen, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD: Strategische Ziele für die Raumfahrt in dieser Legislaturperiode absichern Drucksache 18/3040 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6034 A Brigitte Zypries, Parl. Staatssekretärin BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6034 B Thomas Lutze (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 6035 C Dr. Heinz Riesenhuber (CDU/CSU) . . . . . . . 6036 C Dieter Janecek (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6038 A Wolfgang Tiefensee (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 6039 A Andreas Mattfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 6040 A Tagesordnungspunkt 33: Unterrichtung durch die Bundesregierung: Achter Familienbericht: Zeit für Familie – Familienzeitpolitik als Chance einer nach- haltigen Familienpolitik: und Stellung- nahme der Bundesregierung Drucksache 17/9000 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6041 B Caren Marks, Parl. Staatssekretärin BMFSFJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6041 C Harald Petzold (Havelland) (DIE LINKE) . . 6042 B Ingrid Pahlmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 6043 B Dr. Franziska Brantner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6044 C Gülistan Yüksel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6045 D Markus Koob (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 6046 D Gudrun Zollner (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 6047 D Tagesordnungspunkt 34: a) Erste Beratung des von den Abgeordneten Dr. Gesine Lötzsch, Heidrun Bluhm, Caren Lay, weiteren Abgeordneten und der Fraktion DIE LINKE eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Reform der Liegenschaftsveräußerungen (Liegen- schaftsveräußerungsreformgesetz) Drucksache 18/2882 . . . . . . . . . . . . . . . . . 6049 A b) Beschlussempfehlung und Bericht des Haushaltsausschusses – zu dem Antrag der Abgeordneten Heidrun Bluhm, Caren Lay, Dr. Dietmar Bartsch, weiterer Abge- ordneter und der Fraktion DIE LINKE: Sofortiges Moratorium für die Woh- nungs- und Grundstücksverkäufe durch die Bundesanstalt für Immo- bilienaufgaben – zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Tobias Lindner, Christian Kühn (Tübingen), Lisa Paus, weiterer Abge- ordneter und der Fraktion BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN: Moratorium beim Verkauf von Wohnimmobilien in Städten mit angespanntem Woh- nungsmarkt durch die Bundes- anstalt für Immobilienaufgaben Drucksachen 18/1952, 18/1965, 18/2908 . 6049 A c) Antrag der Abgeordneten Christian Kühn (Tübingen), Dr. Tobias Lindner, Britta Haßelmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN: Für eine nachhaltige und zu- kunftsweisende Liegenschaftspolitik des Bundes Drucksache 18/3044 . . . . . . . . . . . . . . . . . 6049 B Heidrun Bluhm (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 6049 B Norbert Brackmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 6050 C Lisa Paus (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . 6051 A, 6052 B Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 64. Sitzung. Berlin, Freitag, den 7. November 2014 III Christian Kühn (Tübingen) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6054 A Dr. Hans-Ulrich Krüger (SPD) . . . . . . . . . . . . 6055 B Klaus Mindrup (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6056 C Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . 6057 A Lisa Paus (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6057 D Tagesordnungspunkt 35: Antrag der Abgeordneten Hans-Werner Kammer, Arnold Vaatz, Ulrich Lange, weite- rer Abgeordneter und der Fraktion der CDU/ CSU sowie der Abgeordneten Gustav Herzog, Sören Bartol, Kirsten Lühmann, weiterer Ab- geordneter und der Fraktion der SPD: Was- serstraßen- und Schifffahrtsverwaltung zu- kunftsfest gestalten Drucksache 18/3041 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6058 D Alexander Dobrindt, Bundesminister BMVI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6059 A Herbert Behrens (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 6060 C Bettina Hagedorn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 6061 C Dr. Valerie Wilms (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6062 C Gustav Herzog (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6063 C Hans-Werner Kammer (CDU/CSU) . . . . . . . 6064 D Nächste Sitzung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6066 C Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten. . . . . . 6067 A Anlage 2 Amtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6067 D Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 64. Sitzung. Berlin, Freitag, den 7. November 2014 5995 (A) (C) (D)(B) 64. Sitzung Berlin, Freitag, den 7. November 2014 Beginn: 9.00 Uhr
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    (D) Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 64. Sitzung. Berlin, Freitag, den 7. November 2014 6067 (A) (C) (B) Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten (D) Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Alpers, Agnes DIE LINKE 7.11.2014 Dr. Bartke, Matthias SPD 7.11.2014 Bätzing-Lichtenthäler, Sabine SPD 7.11.2014 Brugger, Agnieszka BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 7.11.2014 Dağdelen, Sevim DIE LINKE 7.11.2014 Dörflinger, Thomas CDU/CSU 7.11.2014 Gohlke, Nicole DIE LINKE 7.11.2014 Hartmann (Wackernheim), Michael SPD 7.11.2014 Helfrich, Mark CDU/CSU 7.11.2014 Hellmuth, Jörg CDU/CSU 7.11.2014 Henn, Heidtrud SPD 7.11.2014 Irlstorfer, Erich CDU/CSU 7.11.2014 Krellmann, Jutta DIE LINKE 7.11.2014 Kühn-Mengel, Helga SPD 7.11.2014 Kunert, Katrin DIE LINKE 7.11.2014 Dr. Launert, Silke CDU/CSU 7.11.2014 von der Marwitz, Hans- Georg CDU/CSU 7.11.2014 Movassat, Niema DIE LINKE 7.11.2014 Dr. Neu, Alexander S. DIE LINKE 7.11.2014 Özdemir, Cem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 7.11.2014 Pflugradt, Jeannine SPD 7.11.2014 Pilger, Detlev SPD 7.11.2014 Poschmann, Sabine SPD 7.11.2014 Poß, Joachim SPD 7.11.2014 Reiche (Potsdam), Katherina CDU/CSU 7.11.2014 Rief, Josef CDU/CSU 7.11.2014 Schäfer (Bochum), Axel SPD 7.11.2014 Dr. Schäuble, Wolfgang CDU/CSU 7.11.2014 Schlecht, Michael DIE LINKE 7.11.2014 Schön (St. Wendel), Nadine CDU/CSU 7.11.2014 Strobl (Heilbronn), Thomas CDU/CSU 7.11.2014 Tack, Kerstin SPD 7.11.2014 Dr. Tackmann, Kirsten DIE LINKE 7.11.2014 Thönnes, Franz SPD 7.11.2014 Veit, Rüdiger SPD 7.11.2014 Vogler, Kathrin DIE LINKE 7.11.2014 Dr. Wagenknecht, Sahra DIE LINKE 7.11.2014 Wagner, Doris BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 7.11.2014 Walter-Rosenheimer, Beate BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 7.11.2014 Weinberg, Harald DIE LINKE 7.11.2014 Werner, Katrin DIE LINKE 7.11.2014 Wöllert, Birgit DIE LINKE 7.11.2014 Anlage 2 Amtliche Mitteilungen Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat mit- geteilt, dass sie die folgenden Anträge zurückzieht: – Oppositionsrechte im Bundestag wahren auf Drucksache 18/4 – Maßgabebeschluss des Bundesrates zur Spielver- ordnung umgehend in Kraft setzen auf Drucksache 18/1875 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Anlagen 6068 Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 64. Sitzung. Berlin, Freitag, den 7. November 2014 (A) (C) (D)(B) Die folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass sie gemäß § 80 Absatz 3 Satz 2 der Geschäftsordnung von einer Berichterstattung zu den nachstehenden Vorlagen absehen: Finanzausschuss – Unterrichtung durch die Bundesregierung Bericht zur Steuerbegünstigung für Biokraftstoffe 2013 Drucksachen 18/2437, 18/2530 Nr. 12 Haushaltsausschuss – Unterrichtung durch die Delegation des Deutschen Bundes- tages in der Konferenz gemäß Artikel 13 des Vertrags über Stabilität, Koordinierung und Steuerung in der Wirtschafts- und Währungsunion (Fiskalvertrag) Tagung der Interparlamentarischen Konferenz für die wirtschaftspolitische Steuerung der Europäischen Union vom 20. bis 22. Januar 2014 in Brüssel, Belgien Drucksachen 18/2120, 18/2530 Nr. 5 Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden Unionsdokumente zur Kenntnis genommen oder von ei- ner Beratung abgesehen hat. Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz Drucksache 18/419 Nr. A.46 Ratsdokument 12974/13 Drucksache 18/419 Nr. C.2 Ratsdokument 6152/13 Drucksache 18/419 Nr. C.5 Ratsdokument 7641/12 Drucksache 18/419 Nr. C.19 Ratsdokument 13260/11 Drucksache 18/419 Nr. C.22 Ratsdokument 16000/11 Drucksache 18/419 Nr. C.25 Ratsdokument 16971/11 Drucksache 18/419 Nr. C.26 Ratsdokument 16972/11 Drucksache 18/544 Nr. A.23 Ratsdokument 5076/14 Drucksache 18/2533 Nr. A.24 Ratsdokument 11533/14 Drucksache 18/2533 Nr. A.25 Ratsdokument 11607/14 Finanzausschuss Drucksache 18/2677 Nr. A.4 Ratsdokument 12644/14 Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft Drucksache 18/2845 Nr. A.3 Ratsdokument 12854/14 Ausschuss für Arbeit und Soziales Drucksache 18/2533 Nr. A.47 Ratsdokument 10949/14 Drucksache 18/2533 Nr. A.48 Ratsdokument 11572/14 Drucksache 18/2533 Nr. A.49 Ratsdokument 11688/14 Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe Drucksache 18/419 Nr. A.154 EP P7_TA-PROV(2013)0422 Drucksache 18/1707 Nr. A.4 EP P7_TA-PROV(2014)0460 Drucksache 18/1707 Nr. A.5 EP P7_TA-PROV(2014)0461 Drucksache 18/2533 Nr. A.59 EP P8_TA-PROV(2014)0011 Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Drucksache 18/2845 Nr. A.13 Ratsdokument 13217/14 Drucksache 18/2845 Nr. A.14 Ratsdokument 13263/14 64. Sitzung Inhaltsverzeichnis TOP 29 Vereinbarte Debatte Friedliche Revolution – 25 Jahre nach Mauerfall TOP 30 Elterngeld Plus und flexiblere Elternzeit TOP 31 Schutz von Hinweisgebern TOP 32 Strategische Ziele für die Raumfahrt TOP 33 Achter Familienbericht – Zeit für Familie TOP 34 Liegenschaftspolitik TOP 35 Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Anlagen
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Ulla Schmidt


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Liebe Kolleginnen und Kollegen, die unterbrochene

    Sitzung ist wieder eröffnet.

    Ich darf Sie bitten, wieder Platz zu nehmen, damit wir
    die Sitzung fortsetzen können. – Die, die noch dringend





    Vizepräsidentin Ulla Schmidt


    (A) (C)



    (D)(B)

    Unterhaltungen führen müssen, bitte ich, dies außerhalb
    des Saales zu tun. – Vielen Dank.

    Bevor ich den nächsten Tagesordnungspunkt aufrufe,
    kommen wir noch zu einer nachträglichen Ausschuss-
    überweisung. Interfraktionell ist vereinbart, den Ent-
    wurf eines Gesetzes der Bundesregierung zur weiteren
    Entlastung von Ländern und Kommunen ab 2015 und
    zum quantitativen und qualitativen Ausbau der Kinderta-
    gesbetreuung auf Drucksache 18/2586 nachträglich auch
    an den Ausschuss für Arbeit und Soziales zu überwei-
    sen. Sind Sie damit einverstanden? – Ich sehe, das ist der
    Fall. Dann ist die Überweisung so beschlossen.

    Ich rufe die Tagesordnungspunkte 30 a und b auf:

    a) – Zweite und dritte Beratung des von der Bun-
    desregierung eingebrachten Entwurfs eines
    Gesetzes zur Einführung des Elterngeld
    Plus mit Partnerschaftsbonus und einer
    flexibleren Elternzeit im Bundeseltern-
    geld- und Elternzeitgesetz

    Drucksachen 18/2583, 18/2625

    Beschlussempfehlung und Bericht des Aus-
    schusses für Familie, Senioren, Frauen und
    Jugend (13. Ausschuss)


    Drucksache 18/3086


    (8. Ausschuss)


    Drucksache 18/3087

    b) Beratung der Beschlussempfehlung und des Be-
    richts des Ausschusses für Familie, Senioren,
    Frauen und Jugend (13. Ausschuss) zu dem An-
    trag der Abgeordneten Dr. Franziska Brantner,
    Katja Dörner, Kai Gehring, weiterer Abgeordne-
    ter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
    NEN

    Echte Wahlfreiheit schaffen – Elterngeld fle-
    xibler gestalten

    Drucksachen 18/2749, 18/3086

    Zu dem Gesetzentwurf liegt ein Entschließungsantrag
    der Fraktion Die Linke vor.

    Nach einer interfraktionellen Vereinbarung sind für
    die Aussprache 60 Minuten vorgesehen. – Ich höre kei-
    nen Widerspruch. Dann ist so beschlossen.

    Ich erteile jetzt der Bundesministerin Manuela
    Schwesig das Wort.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des Abg. Jörn Wunderlich [DIE LINKE])


    Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie,
    Senioren, Frauen und Jugend:

    Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen
    und Herren Abgeordnete! Ich bin dem Deutschen
    Bundestag sehr dankbar für die Feststunde heute zum
    25. Jahrestag des Mauerfalls. Frau Katrin Göring-Eckardt
    hat es bereits gesagt: Gerade wir, die in Ostdeutschland
    groß geworden sind, fragen uns gelegentlich, was wäre,
    wenn die Mauer nicht eingerissen worden wäre. – Ich
    kann für mich sagen: Ich würde heute mit Sicherheit
    nicht als Bundesfamilienministerin hier stehen können,
    was ich sehr bedauern würde. Ich hoffe, einige von Ih-
    nen auch.


    (Heiterkeit und Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Ich freue mich sehr, dass ich an diesem Tag die Gele-
    genheit habe, das wichtige familienpolitische Projekt El-
    terngeld Plus als ersten Schritt zur Familienarbeitszeit
    mit Ihnen abschließend zu beraten. Ich möchte mich
    ganz herzlich bedanken, weil ich schon in den parlamen-
    tarischen Beratungen im Ausschuss gespürt habe, dass
    es über Fraktionsgrenzen hinweg viel Unterstützung
    gibt. Das ist ein gutes Signal.

    Das ist auch ein gutes Signal für die Familien in
    Deutschland. Im Januar hat mir eine Frau aus Leipzig
    geschrieben:

    Ich würde mich freuen, wenn das Elterngeld Plus
    für mich greifen würde, weil das ein großer Anreiz
    wäre, auch in Elternzeit meinen Teilzeitarbeitsplatz
    zu behalten und nicht ganz auszusteigen.

    Im Juli haben bei einer Allensbach-Befragung 67 Pro-
    zent der Eltern mit Kindern unter drei Jahren gesagt:
    „Das ElterngeldPlus ist eine gute Regelung.“ Heute ist
    es so weit: Der Bundestag wird das Elterngeld Plus be-
    schließen. Wir schlagen mit dem Elterngeld Plus ein
    neues Kapitel in der Familienpolitik auf. Wir gehen ei-
    nen Schritt in Richtung einer modernen Familienpolitik,
    die berücksichtigt, dass Mütter und Väter Zeit für die Fa-
    milie, aber auch gleichzeitig Zeit für den Job haben wol-
    len.

    Wir wollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
    stärken. Wir stärken damit allen jungen Eltern den Rü-
    cken, die gemeinsam für ihre Kinder da sein und ihre be-
    rufliche Entwicklung dafür nicht aufgeben wollen. Wir
    bestärken Mütter und Väter darin, mit dem Elterngeld
    Plus im Rücken früher in den Job zurückzukehren. Wir
    stärken Mütter und Väter, die Familie und Beruf partner-
    schaftlich vereinbaren wollen.

    Die Frau, die mir im Januar geschrieben hat, ist Ma-
    nagerin für Künstler, ihr Mann Kirchenmusiker. Sie
    würde gern schon recht früh nach der Geburt ihres Kin-
    des wieder in den Beruf einsteigen, aber in Teilzeit –
    nicht zuletzt, weil sie ihre Arbeit auch gut von zu Hause
    aus machen kann. Mit dem Elterngeld Plus kann sie das
    tun und trotzdem ihren Elterngeldanspruch ausschöpfen.
    Denn wer während des Elterngeldbezugs wieder ein-
    steigt und Teilzeit arbeitet, bekommt doppelt so lange
    Elterngeld Plus. Das ist der erste Vorteil des neuen Ge-
    setzes.

    Das Elterngeld Plus kommt den Bedürfnissen von El-
    tern entgegen, die nach der Geburt ihres Kindes wieder
    in den Job einsteigen wollen, aber eben in Teilzeit, um
    auch Zeit für die Familie zu haben. Wenn auch der Mann
    wieder in Teilzeit einsteigt oder seine Arbeitszeit redu-





    Bundesministerin Manuela Schwesig


    (A) (C)



    (D)(B)

    ziert – je nachdem, in welcher Situation er ist –, wenn
    sich also beide Zeit für das Kind nehmen, aber auch Zeit
    in den Job investieren, dann gibt es Partnerschaftsboni.
    Es gibt vier zusätzliche Elterngeld-Plus-Monate, wenn
    beide während des Elterngeldbezugs Teilzeit arbeiten,
    und zwar vier für den einen Partner und vier für den an-
    deren Partner.

    Der Partnerschaftsbonus ist der zweite Vorteil des El-
    terngeld Plus. Partnerschaftlichkeit wird belohnt. Mehr
    Partnerschaftlichkeit – damit ist das Elterngeld Plus ein
    Schritt hin zu einer Familienarbeitszeit, eine Arbeitszeit
    für Familien in Deutschland, die beides ermöglicht: Zeit
    in den Job zu investieren, aber eben auch Zeit für Kinder
    zu haben. Das wünschen sich Paare. 60 Prozent der
    Paare mit Kindern unter drei Jahren wünschen sich, dass
    beide Zeit für die Familie haben und eben auch Zeit für
    die Kinder. Aber nur 14 Prozent der Paare schaffen es.

    In Deutschland haben wir die Situation, dass fast alle
    Männer Vollzeit arbeiten, aber als Väter die Arbeitszeit
    gerne ein wenig reduzieren wollen. Und wir haben die
    Situation, dass die meisten Mütter zwar im Job sind,
    aber oft nur 19 Stunden arbeiten und gerne mehr arbeiten
    möchten. Sie wünschen sich ein Modell, in dem sich die
    Arbeitszeiten angleichen, partnerschaftlich auf Augen-
    höhe und nicht starr vorgeschrieben in Form einer 30-,
    32- oder 35-Stunden-Woche, sondern gemeinsam ausge-
    handelt. So würde sich die Lücke allmählich schließen.
    Das wünschen sich die Paare. Das wäre für die Paare
    und ihr Familieneinkommen gut, aber auch für die Wirt-
    schaft gut; denn bekanntlich ist zweimal 32 mehr als
    einmal 40. Das haben Fachleute wie der DIHK-Chef
    Schweitzer erkannt.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Ein weiterer Schritt hin zur Familienarbeitszeit ist das
    Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege
    und Beruf, über das wir in einer Woche hier im Bundes-
    tag beraten. Zur partnerschaftlichen Vereinbarkeit von
    Beruf und Familie gehört natürlich auch eine gute, aus-
    reichende und bedarfsgerechte Kinderbetreuung. Mit
    dem neuen Kitagesetz beteiligt sich der Bund noch mehr
    am Kitaausbau. Die Kommunen haben gestern bei der
    Bund-Länder-Konferenz zum Thema frühkindliche Bil-
    dung bestätigt, dass die Entwicklung schnell voran-
    schreitet und wir weitere Kitaplätze in Deutschland
    brauchen, insbesondere Ganztagsplätze. Ich freue mich
    sehr, dass wir gestern mit den Ländern erstmalig in ei-
    nem Kommuniqué schriftlich festgehalten haben, dass
    wir uns auf den Weg machen wollen, gemeinsame Quali-
    tätsstandards für die Kindertagesbetreuung zu entwi-
    ckeln. Denn wir brauchen nicht nur eine ausreichende
    Zahl an Plätzen, sondern auch gute Plätze.


    (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)


    Alleinerziehende profitieren genauso wie Elternpaare.
    Das ist mir ganz wichtig; denn die Familienformen in
    Deutschland sind bunt. Wir haben viele Alleinerzie-
    hende, die tagtäglich einen harten Job in der Familie ma-
    chen und gleichzeitig berufstätig sind. Das sind zu
    90 Prozent Frauen. Aber auch die 10 Prozent alleinerzie-
    hende Männer müssen beachtet werden. Es gibt ver-
    schiedene Paarformen, ob nun Ehepaare, Paare ohne
    Trauschein oder gleichgeschlechtliche Paare. Für alle
    muss die Familienpolitik da sein. Das kommt im neuen
    Elterngeld Plus zum Ausdruck. Alleinerziehende profi-
    tieren vom neuen Elterngeld Plus genauso wie Familien,
    egal ob sie gut, durchschnittlich oder wenig verdienen.
    Alleinerziehende können ebenfalls den Partnerschafts-
    bonus in Anspruch nehmen. Vier zusätzliche Elterngeld-
    Plus-Monate – das gilt auch für Alleinerziehende. Ich
    bin den Koalitionsfraktionen dankbar, dass sie auf meine
    Bitte hin die Empfehlung der Länder aufgenommen ha-
    ben, eine Verbesserung für die Alleinerziehenden im
    parlamentarischen Verfahren zu erreichen. Das ist ein
    ganz wichtiger Punkt und ein Signal an die Alleinerzie-
    henden in unserem Land. Wir stärken ihnen den Rücken
    und wollen, dass sie genauso gut von der neuen Fami-
    lienpolitik profitieren.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Ich bin auch für eine wichtige Ergänzung aus dem
    parlamentarischen Verfahren dankbar, nämlich für die
    sogenannte Zustimmungsfiktion. Wenn der Arbeitgeber
    auf einen Teilzeitantrag in der Elternzeit nicht innerhalb
    einer bestimmten Frist reagiert, gilt die Zustimmung als
    erteilt. Das ist gut. Damit haben die Eltern Planungssi-
    cherheit. Herzlichen Dank dafür!


    (Beifall bei der SPD)


    Eine weitere Verbesserung, die wir heute schaffen, ist
    die Flexibilisierung der Elternzeit. Es gibt auch später im
    Leben eines Kindes, also nach dem dritten Lebensjahr,
    Phasen, in der die Eltern eine Auszeit brauchen. Das
    kann zum Beispiel die Zeit der Einschulung sein. Es ist
    wichtig, dass sich die Eltern auch dann Zeit nehmen
    können. Deshalb wird es künftig möglich sein, bis zu
    24 Monate einer Elternzeit bis zum 8. Lebensjahr des
    Kindes zu nehmen. Eltern erhalten damit mehr Zeit und
    mehr Flexibilität bei der Betreuung und der Unterstüt-
    zung ihrer Kinder, eben dann, wenn es die Familie
    braucht.

    Zum Ausgleich wird den Unternehmen die Möglich-
    keit eingeräumt, bei der Anmeldung des dritten Eltern-
    zeitabschnitts dringende betriebliche Gründe ins Feld zu
    führen. Das zeigt, dass wir versuchen, die Balance zwi-
    schen den Notwendigkeiten aufseiten der Arbeitgeber
    und den Wünschen der Familien zu halten. So lautet
    mein Wunsch und Appell an alle Arbeitgeber, nicht nur
    der Wirtschaft, sondern auch der Wissenschaft und des
    öffentlichen Bereichs: Wir als Politiker können zwar
    gute Gesetze machen, wir können auch die Familien fi-
    nanziell gut unterstützen, aber wir brauchen die Bereit-
    schaft der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, auch auf
    die Situation der Familien Rücksicht zu nehmen! Die
    Familien in unserem Deutschland haben eine arbeits-
    freundliche Arbeitswelt verdient. Sie brauchen diese ar-
    beitsfreundliche Welt. Das Gute daran ist: Beide profitie-
    ren, die Familien und die Arbeitgeber.


    (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)






    Bundesministerin Manuela Schwesig


    (A) (C)



    (D)(B)

    Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, der
    Wandel der Bedürfnisse junger Eltern, der Wunsch nach
    mehr Partnerschaftlichkeit ist eine Entwicklung, die das
    Elterngeld mit in Gang gesetzt hat. Die Familienpolitik
    hält mit dieser Entwicklung Schritt. Mit dem Elterngeld
    Plus machen wir das Elterngeld moderner, schlagen wir
    ein neues Kapitel auf. Die neuen Regelungen zum El-
    terngeld Plus und zu der Elternzeit gelten für alle Eltern,
    deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren werden. Inso-
    fern hoffe ich, dass jetzt einige Paare in Deutschland zu-
    hören und es sich vielleicht überlegen. Es ist jetzt die
    richtige Zeit.


    (Heiterkeit und Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Ich brauche das nicht zu konkretisieren. Ich glaube, alle
    wissen, was gemeint ist. Wenn Sie, Herr Weinberg, noch
    Nachhilfe brauchen, dann rufen Sie das noch einmal in
    den parlamentarischen Ausschussberatungen auf.


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD)


    Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, ich
    möchte mich ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit
    im parlamentarischen Verfahren bedanken. Das sage ich
    an die Adresse der Koalitionsfraktionen, das sage ich
    aber auch ausdrücklich zu den Oppositionsfraktionen.
    Ich freue mich auch sehr, dass die Fraktion der Grünen
    im Ausschuss ebenfalls dafür gestimmt hat. Das ist ein
    Zeichen dafür, dass man auch über Fraktionsgrenzen
    hinweg zusammen gute Dinge machen kann, und das ist
    das, was die Familien in Deutschland brauchen.

    Herzlichen Dank.


    (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)




Rede von Ulla Schmidt
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

Vielen Dank. – Nächster Redner in der Debatte ist der

Kollege Jörn Wunderlich, Fraktion Die Linke.


(Beifall bei der LINKEN)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Jörn Wunderlich


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    Liebe Frau Ministerin, in der Tat, auch ich hätte es be-
    dauert, wenn Sie als Familienministerin nicht hier wä-
    ren.


    (Beifall bei Abgeordneten der LINKEN und der SPD)


    Das darf man ruhig einmal sagen.

    Aber der Rest ist dann nicht mehr so schön; denn zwi-
    schen der ersten Lesung und heute haben sich die Hoff-
    nungen meiner Fraktion, was die Ausschussberatungen
    angeht, doch nur partiell erfüllt. Ich kann auf das Gesetz
    in Gänze jetzt nicht eingehen; dazu fehlt mir die Zeit. Ich
    will einige Knackpunkte nennen.

    Kommen wir zum Positiven. Damit bin ich schnell
    fertig.


    (Paul Lehrieder [CDU/CSU]: Na, na!)

    Die Flexibilisierung der Elternzeit ist an sich eine
    schöne Sache. Auch wir haben sie schon immer gefor-
    dert, aber nicht nur die Flexibilisierung der Elternzeit,
    sondern auch des Elterngeldes. Das ist hier leider unter-
    blieben. Es ist versäumt worden, beim Elterngeld den
    Geldanspruch zu flexibilisieren. Allein die Elternzeit
    auszuweiten, reicht eben gerade nicht; denn so können
    sich das nur Eltern mit einem sehr guten Einkommen
    leisten.

    Auch zu den Alleinerziehenden haben Sie, Frau
    Schwesig, schon etwas gesagt. Es ist schön – das findet
    auch meine Fraktion –, dass die Anspruchsvoraussetzun-
    gen für die Alleinerziehenden in Bezug auf die Partner-
    monate geändert wurden. Anfangs war das an das allei-
    nige Sorgerecht geknüpft. Das ist von allen kritisiert
    worden. Den Anspruch nunmehr an die Bedingung des
    Vorliegens der Voraussetzungen der Steuerklasse II zu
    knüpfen, ist in Ordnung. Das wurde auch im Rahmen der
    Anhörung von den Sachverständigen empfohlen und von
    der Regierung übernommen.

    Allerdings wurden andere Empfehlungen aus der
    Sachverständigenanhörung eben nicht aufgegriffen, so
    zum Beispiel die Anrechnung beim Arbeitslosengeld-II-
    Bezug. Die Bundesregierung lässt hier erneut eine Mög-
    lichkeit verstreichen, die Anrechnung von Elterngeld auf
    Transferleistungen zurückzunehmen. Die Anrechnung
    führt vielfach dazu, dass insbesondere Alleinerziehende
    und ihr Kind im ersten Jahr nach der Geburt in Armut le-
    ben. Auch Familien mit geringem Einkommen wäre eine
    entsprechende Änderung entgegengekommen


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    und hätte somit den vielfach zitierten Schonraum für Fa-
    milien allen Eltern ermöglicht. Aber das konnte leider in
    den Beratungen nicht erreicht werden, obwohl sich der
    Verband alleinerziehender Mütter und Väter und auch
    der Familienbund der Katholiken für eine Anrechnungs-
    freiheit ausgesprochen haben. Auch die evangelische ar-
    beitsgemeinschaft familie kritisiert die fehlende sozial
    gerechte Wirkung des Elterngeldes. Alle Rufer in der
    Wüste.

    Es stimmt eben nicht, wie von der CDU/CSU in der
    ersten Lesung behauptet, dass das Elterngeld Schonraum
    schaffe. Schonraum für bestimmte Familien – ja. Aber
    gerade die Familien, die es am dringendsten brauchten,
    bleiben wieder außen vor. Dabei war es – daran möchte
    ich einmal erinnern – eines der Wahlversprechen der
    SPD, den Sockelbetrag des Elterngeldes wieder anrech-
    nungsfrei zu stellen. Versprochen – gebrochen. Das vor-
    liegende Gesetz jedenfalls bietet diesbezüglich keine
    Grundlage, um die Kinderarmut, Elternarmut und Fami-
    lienarmut im Lande wirksam zu bekämpfen.

    Zu den Mehrlingsgeburten. Mit der, wie es heißt, ge-
    setzlichen Präzisierung soll dem Urteil des Bundesso-
    zialgerichts nachgekommen werden, indem festgelegt
    wird, dass bei Mehrlingsgeburten nur ein Elterngeldan-
    spruch entsteht. Somit entsteht künftig ein Elterngeldan-
    spruch pro Geburt und nicht pro Kind. Das Urteil des
    Bundessozialgerichts hat aber eindeutig und mit allen ju-





    Jörn Wunderlich


    (A) (C)



    (D)(B)

    ristischen Auslegungsmethoden festgestellt, dass bei
    Mehrlingsgeburten pro Kind ein Elterngeldanspruch ent-
    steht. Insbesondere aus der Historie dieses Gesetzes lässt
    sich das eindeutig ableiten. Ich habe das Urteil des Bun-
    dessozialgerichts hier vorliegen, und ich möchte einmal
    aus den Entscheidungsgründen zitieren:

    Ab dem 1.1.2007 ist das Bundeselterngeld an die
    Stelle des Bundeserziehungsgeldes getreten …

    In diesem war geregelt,

    dass für jedes … Kind Erziehungsgeld gewährt
    werde, falls in einem Haushalt mehrere Kinder be-
    treut und erzogen würden … Zu dieser Vorschrift
    hat das BSG

    – und zwar schon 2006 –

    entschieden, dass es sich beim Erziehungsgeld für
    Zwillingskinder nicht um einen einheitlichen, son-
    dern um zwei getrennte Ansprüche handelt …

    Den Gesetzgebungsmaterialien zum BEEG

    – also zum Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz –

    lässt sich entnehmen, dass jeder Elternteil einen El-
    terngeldanspruch für ein Kind erhalten sollte …
    Die Absicht einer Anspruchsbegrenzung bei Mehr-
    lingen ist nicht erkennbar.

    Erst mit einer nicht näheren Bemerkung in der Be-
    gründung zur Einführung dieses Gesetzes wird davon
    ausgegangen, dass keine mehrfache Leistungsgewäh-
    rung vorgesehen ist. Begründet wird das nicht. Wie da
    jetzt von einer entsprechenden Intention des Gesetzes
    geredet werden kann, erschließt sich mir nicht. Denn
    auch bei der Aufnahme eines Kindes in den Haushalt mit
    dem Ziel der Annahme dieses Kindes während laufen-
    den Elterngeldbezugs entsteht ein neuer Elterngeldan-
    spruch. Also Elterngeld nur bei Annahme eines Kindes,
    aber nicht bei den eigenen leiblichen Kindern? Das er-
    klären Sie einmal den Eltern von Zwillingen. Dem Sinn
    und Zweck dieses Gesetzes entspricht es jedenfalls nicht;
    das stellt ja auch das Bundessozialgericht so fest.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Der Erhöhungsbetrag, der notwendig ist, ist zwar sehr
    schön, aber der Mehrlingsanspruch ersetzt nicht das El-
    terngeld als solches.

    Warum wird das so geregelt? Ich habe es schon in der
    ersten Lesung so gesagt und ich möchte es hier noch ein-
    mal tun: Es sind reine Kostengründe, liebe Kolleginnen
    und Kollegen. Aus einem Antwortschreiben des Famili-
    enministeriums vom 6. August 2014 ergibt sich das ganz
    klar. Da heißt es nämlich: Die Einsparungen bei den
    Mehrlingsgeburten sollen dazu dienen, den Partner-
    schaftsbonus zu finanzieren. – Den einen wird also et-
    was weggenommen, um es den anderen zu geben. So ist
    es tatsächlich: Mehrausgaben in Höhe von 75 Millionen
    Euro bei den Partnermonaten stehen Einsparungen in
    Höhe von 100 Millionen Euro bei den Eltern von Mehr-
    lingen entgegen.

    Zur Teilzeit. Eltern müssen ihren Anspruch auf Teil-
    zeit – richtiger wäre es eigentlich, von Wunsch nach
    Teilzeit zu reden – dem Arbeitgeber 13 Wochen vor Teil-
    zeitbeginn mitteilen. Sie haben schon von der Fiktions-
    frist gesprochen, Frau Schwesig. Sie haben allerdings
    nicht den Zeitraum benannt. Denn der Arbeitgeber hat
    dann wohlweislich acht Wochen Zeit, darauf zu reagie-
    ren; das ist diese Fiktionsfrist. Das heißt, die Eltern müs-
    sen ihren Anspruch anmelden, und dann können sie bis
    zu acht Wochen warten, ob der Arbeitgeber sich rührt.
    Erst dann, wenn er innerhalb dieser acht Wochen nicht
    widersprochen hat, gilt es als genehmigt. Wenn der Ar-
    beitgeber widerspricht, können die Eltern notfalls noch
    klagen.


    (Paul Lehrieder [CDU/CSU]: Vier Wochen!)


    – Acht Wochen sind es, lieber Paul. Bei Kindern, die äl-
    ter als drei Jahre sind, sind es acht Wochen. Ja, ich kenne
    sogar die Gesetze, über die wir hier reden.


    (Marcus Weinberg [Hamburg] [CDU/CSU]: Sollten Sie auch! – Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Ach, Sie sind das!)


    Für die Eltern ist es aufgrund der Länge dieser Frist
    ganz schwierig, Planungssicherheit zu erlangen. Aber
    warum das so ist, wurde im Ausschuss durch die SPD ja
    schon ausgeführt. Da hieß es nämlich – ich zitiere –, es
    handele sich um ein wirtschaftsfreundliches Gesetz. –
    Eigentlich sollte es doch eher familienfreundlich sein.


    (Beifall bei der LINKEN – Sönke Rix [SPD]: Es kann auch beides sein! Das muss kein Gegensatz sein!)


    Hier hätte die Regierung gestalten können. Die gestalte-
    rische Wirkung von Gesetzen, so schreibt Professor Wil-
    lutzki, ist nicht in Abrede zu stellen.

    Der Korridor für Alleinerziehende ist nach wie vor zu
    eng, als dass diese vermehrt in den Genuss von Bonus-
    monaten kommen. Auch das wurde in der Anhörung sei-
    tens der Sachverständigen bemängelt.

    Und wo der große Unterschied zwischen „zwischen
    15 und 30 Wochenstunden“ und „nicht weniger als 15
    und nicht mehr als 30 Wochenstunden“ liegt, das muss
    mir mal einer erklären. Zwischen Elternzeitstunden oder
    Arbeitsstunden von verheirateten oder zusammenleben-
    den Eltern auf der einen Seite und von Alleinerziehen-
    den auf der anderen Seite ist kein Vergleich zu ziehen.

    Wo ist denn jetzt der große Wurf, der das „Plus“ in
    diesem Gesetz verdient? Es gibt einige Verbesserungen,
    die wenige Familien treffen, aber kaum Verbesserung
    der Situation Alleinerziehender, keine Verbesserung für
    Familien im ALG-II-Bezug, Schlechterstellung von
    Mehrlingseltern, fehlende Planungssicherheit. Bei allem
    Respekt, liebe Kollegen: Allein wegen der Flexibilisie-
    rung kann meine Fraktion diesem Gesetz nicht zustim-
    men.

    Aber keine Sorge, jeder kriegt seine zweite Chance:
    Sie können alle die Versäumnisse beheben, indem Sie
    einfach unserem Entschließungsantrag zustimmen, der
    all das korrigiert. Und die Welt ist wieder in Ordnung.

    Ich danke für die Aufmerksamkeit.


    (Beifall bei der LINKEN)







    (A) (C)



    (D)(B)