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ID1712310300

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    Vokabeln: 18
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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/123 Thomas Oppermann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . Dr. Guido Westerwelle, Bundesminister AA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. h. c. Gernot Erler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Dr. Andreas Schockenhoff (CDU/CSU) . . . . . Stefan Liebich (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Dr. Frithjof Schmidt (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Rainer Stinner (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Rolf Mützenich (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Wolfgang Götzer (CDU/CSU) . . . . . . . . . Dr. Diether Dehm (DIE LINKE) . . . . . . . . . . Dr. Hermann Otto Solms (FDP) . . . . . . . . . . . Gerda Hasselfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Bernd Neumann, Staatsminister bei der Bundeskanzlerin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Siegmund Ehrmann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . Reiner Deutschmann (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Agnes Krumwiede (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 14 Bundesministerium der Verteidigung Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister 14445 A 14445 B 14446 D 14448 B 14450 C 14451 D 14453 C 14454 B 14455 D 14456 D 14492 B 14495 A 14497 A 14499 C 14501 A 14502 B 14503 A Deutscher B Stenografisch 123. Sitz Berlin, Mittwoch, den 7 I n h a l Tagesordnungspunkt 1: (Fortsetzung) a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2012 (Haushaltsgesetz 2012) (Drucksache 17/6600) . . . . . . . . . . . . . . . . b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2011 bis 2015 (Drucksache 17/6601) . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 05 Auswärtiges Amt Dr. Guido Westerwelle, Bundesminister AA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . E R D D D R J V 14443 A 14443 B 14443 B Veronika Bellmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Klaus Brandner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14458 A 14458 D undestag er Bericht ung . September 2011 t : rika Steinbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . uprecht Polenz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Einzelplan 04 Bundeskanzleramt r. Frank-Walter Steinmeier (SPD) . . . . . . . . r. Angela Merkel, Bundeskanzlerin . . . . . . . r. Gregor Gysi (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . ainer Brüderle (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . ürgen Trittin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . olker Kauder (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 14460 A 14461 A 14462 A 14467 D 14474 B 14480 D 14484 D 14488 B BMVg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Rainer Arnold (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14504 C 14506 C II Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 123. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 7. September 2011 Dr. h. c. Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . . Paul Schäfer (Köln) (DIE LINKE) . . . . . . . . . Dr. Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ernst-Reinhard Beck (Reutlingen) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bernhard Brinkmann (Hildesheim) (SPD) . . . Dr. h. c. Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . Bernhard Brinkmann (Hildesheim) (SPD) . . . Elke Hoff (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Omid Nouripour (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Silberhorn (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Klaus-Peter Willsch (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMVg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 23 Thilo Hoppe (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. h. c. Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . Dr. Sascha Raabe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Dirk Niebel (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Sascha Raabe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Christian Ruck (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Niema Movassat (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Sibylle Pfeiffer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Niema Movassat (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Priska Hinz (Herborn) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Klaus Riegert (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Lothar Binding (Heidelberg) (SPD) . . . . . . . . Volkmar Klein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Uwe Kekeritz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14508 D 14510 D 14513 A 14514 A 14515 C 14516 D 14517 A 14517 C 14519 A 14520 B 14521 C 14523 A 14530 D 14531 D 14533 A 14534 D 14535 B 14535 D 14537 D 14539 B 14539 C 14539 D 14540 D 14541 C 14543 B 14543 C Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dirk Niebel, Bundesminister BMZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Bärbel Kofler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Sibylle Pfeiffer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Heike Hänsel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . Marina Schuster (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Heike Hänsel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . V V G N A L 14523 B 14525 A 14526 C 14528 B 14530 B 14530 C olkmar Klein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) . . . . . . olkmar Klein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . udrun Kopp (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage iste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 14543 C 14544 B 14544 C 14545 C 14546 C 14547 A Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 123. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 7. September 2011 14443 (A) ) )(B) 123. Sitz Berlin, Mittwoch, den 7 Beginn: 9.0
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 123. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 7. September 2011 14547 (A) (C) )(B) Anlage zum Stenografischen Bericht Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Beck (Bremen), Marieluise BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 07.09.2011* Behrens, Herbert DIE LINKE 07.09.2011 Bockhahn, Steffen DIE LINKE 07.09.2011 Dr. Dehm, Diether DIE LINKE 07.09.2011 Gerster, Martin SPD 07.09.2011 Glos, Michael CDU/CSU 07.09.2011 Gohlke, Nicole DIE LINKE 07.09.2011 Maisch, Nicole BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 07.09.2011 von der Marwitz, Hans- Georg CDU/CSU 07.09.2011 Menzner, Dorothee DIE LINKE 07.09.2011 Nietan, Dietmar SPD 07.09.2011 Nink, Manfred SPD 07.09.2011 Schreiner, Ottmar SPD 07.09.2011 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich * Hunko, Andrej DIE LINKE 07.09.2011 Dr. Jochimsen, Lukrezia DIE LINKE 07.09.2011 Kramme, Anette SPD 07.09.2011 Krestel, Holger FDP 07.09.2011 Krischer, Oliver BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 07.09.2011 Lambrecht, Christine SPD 07.09.2011 Dr. Lehmer, Max CDU/CSU 07.09.2011 D S T W W (D für die Teilnahme an Sitzungen der Parlamentarischen Versamm- lung des Europarates r. Strengmann-Kuhn, Wolfgang BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 07.09.2011 tübgen, Michael CDU/CSU 07.09.2011 ack, Kerstin SPD 07.09.2011 erner, Katrin DIE LINKE 07.09.2011 underlich, Jörn DIE LINKE 07.09.2011 123. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 7. September 2011 Inhalt Redetext a) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2012 (Haushaltsgesetz 2012) b) Beratung der Unterrichtung durch die Bundesregierung Finanzplan des Bundes 2011 bis 2015 Epl. 05: AA Epl. 04: Bundeskanzleramt Epl. 14: Verteidigung Epl. 23: BMZ Anlage zum Stenografischen Bericht Anlage
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Sibylle Pfeiffer


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich

    ache Entwicklungspolitik für meine Enkeltochter. Sie
    t acht Jahre alt und wird mit den Folgen aller politi-

    chen Entscheidungen, die wir treffen, leben müssen.
    eien es die Beschlüsse zum Schuldenabbau, zum Kli-
    aschutz oder zur Verbesserung des Standorts Deutsch-
    nds, wir alle müssen unsere Hausaufgaben jetzt ma-

    hen, damit meine Enkeltochter und die kommenden
    enerationen in Frieden, Sicherheit, Freiheit und Wohl-

    tand leben können. Dafür brauchen wir zum Beispiel
    tabile demokratische Partner in der Welt, die mit uns
    andel treiben und friedlich mit uns zusammenleben.
    ichts anderes heißt es, die Herausforderungen der Glo-
    alisierung anzunehmen.

    Globalisierung und Entwicklungspolitik sind zwei
    eiten einer Medaille. Unsere militärischen Einsätze lie-
    en immer öfter in Entwicklungsländern. Da brennt es.
    a riskieren unsere Soldaten ihr Leben. Das kostet unser
    eld, weil dort die Dinge nicht in Ordnung sind. Ent-
    icklungszusammenarbeit entscheidet darüber, wie
    iele Afrikaner, Araber oder Sonstige


    (Heike Hänsel [DIE LINKE]: Menschen!)


    ach Europa einwandern wollen, wenn sie in ihrer Hei-
    at kein Auskommen haben und ihre Familien nicht er-

    ähren können.


    (Heike Hänsel [DIE LINKE]: Das ist das Wichtigste!)


    Wenn das das Einzige ist, worüber wir hier diskutie-
    n! – Öl und andere Rohstoffe wie zum Beispiel Seltene
    rden kommen fast alle aus Entwicklungsländern und
    chwellenländern. Deutschland muss all dies importie-
    n, und deshalb brauchen wir eine solide Entwicklung
    diesen Ländern und vor allen Dingen ein gutes Ver-

    ältnis zu ihnen. Dies ist Politik in beiderseitigem Inte-
    sse.

    Wir brauchen in den Partnerländern leistungsfähige
    egierungen, die in der Lage sind, die Probleme des
    andes – ihres Landes – zu lösen. Im Ergebnis sind es
    ur Schlaglichter, die zeigen, dass Entwicklungspolitik
    icht nur eine Idee von Spezialisten und Gutmenschen
    t, sondern als Instrument politischer Gestaltungsfähig-
    eit Deutschlands in unserem ureigenen Interesse liegt.
    as beherzigt die jetzige Bundesregierung, und sie setzt
    as in dem vorgelegten Haushalt um. Trotz der Schul-
    enkrise, der Nachwirkungen der Wirtschafts- und
    inanzkrise und der Probleme im Euro-Raum stellen wir
    )





    Sibylle Pfeiffer


    (A) )


    )(B)

    einen Rekordhaushalt – Herr Minister Niebel hat es
    schon erwähnt – für das BMZ auf. Ich finde, darauf kön-
    nen wir stolz sein, und das dürfen wir auch laut sagen.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    An dieser Stelle Ihnen, Herr Minister Niebel, vielen
    Dank für den Einsatz, den Sie in diesem Zusammenhang
    geleistet haben.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    Der Haushaltstitel des BMZ ist der siebtgrößte Titel
    insgesamt und der zweitgrößte Investitionshaushalt.
    Dass das keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt ein Blick
    zurück. 1998 hatten wir einen BMZ-Haushalt von 4 Mil-
    liarden Euro, 2010 haben wir die 6-Milliarden-Euro-
    Schwelle zum ersten Mal überschritten. Im Jahr 2012
    soll der Etat auf 6,3 Milliarden Euro wachsen. Ich finde,
    das ist eine tolle Leistung, vor allem im Lichte der
    schwierigen Zeiten, in denen wir heute leben.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    Doch allein über die Höhe des Haushalts zu reden,
    greift einfach zu kurz. Wir müssen die Entwicklungs-
    politik natürlich sorgfältig finanzieren. Aber ich wieder-
    hole es immer wieder in jeder Rede: Geld ist nicht alles.


    (Beifall bei der FDP)


    Was wir brauchen, sind Qualität und die Überprüfung
    der Wirkung. Trotzdem bekennen auch wir uns nach wie
    vor zu dem Ziel von 0,7 Prozent, liebe Kollegin Kofler.
    Aber das von jetzt auf gleich – da sage ich Ihnen sicher-
    lich nichts Neues – in der derzeitigen Situation aus Steu-
    ermitteln zu leisten, ist völlig illusorisch.


    (Uwe Kekeritz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Die Forderung ist viele Jahre alt!)


    – Genau so ist es, Kollege Kekeritz. Die Forderung ist
    alt. – Alle vorherigen Regierungen hätten die Möglich-
    keit gehabt – da sitzt die ehemalige Ministerin –, konti-
    nuierlich daran zu arbeiten. Der jetzigen Regierung diese
    Aufgabe von jetzt auf gleich aufzugeben, halte ich für et-
    was üppig.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    Wir müssen jetzt versuchen, das nachzuholen, was vor-
    her versäumt worden ist. Dass wir das gemeinsam tun
    sollten, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Darin
    sind wir uns, liebe Kollegin Hänsel, sogar einig.

    Wir müssen versuchen, diesen Rekordhaushalt prak-
    tisch umzusetzen. Die Umsetzung besteht unter anderem
    darin, dass wir dem BMZ zum ersten Mal neue Stellen
    zur Verfügung stellen, nämlich 180 Stellen im Jahr 2012
    und weitere im Jahr 2013. Grundsätzlich bin ich nicht
    dafür, Bürokratie aufzubauen. Ich bin eigentlich ein
    Gegner von Bürokratie. Aber hier machen die neuen
    Stellen Sinn. Erstens erhalten die bisherigen Berater re-
    guläre Stellen. Wer mag da widersprechen? Wir sparen
    zweitens durch die erfolgreiche Fusion von GTZ,
    InWEnt und DED Bürokratiekosten ein. Wir müssen zu-
    dem die Entwicklungspolitik international besser ab-
    stimmen. Das erfordert den Politikdialog mit den Men-
    schen vor Ort, mit unseren Partnerregierungen. Das

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    (C (D eißt, wir brauchen drittens Fachleute der Entwicklungsusammenarbeit als Ansprechpartner in unseren Botchaften. Das ist nicht das Einzige, was wir machen. Wir schaffen mit einem unabhängigen Evaluierungsintitut ein wichtiges Instrument der Entwicklungszusamenarbeit. Dafür stellen wir im Haushalt sichtbar Mittel ur Verfügung. Das Ganze ist kein Selbstzweck. Wir alle issen, dass die Qualität der Entwicklungszusammen rbeit in der Vergangenheit viel zu wenig beleuchtet urde; man hätte im Nachhinein mehr tun müssen, um re Wirkung festzustellen. Ich glaube, es ist wichtig, dass ir das Evaluierungsinstitut haben. Denn auch wir müs en über die Steuergelder und deren Verwendung vor Ort echenschaft ablegen. Auch im Hinblick auf die Euroäische Union haben wir Nachbesserungsbedarf, was den mgang mit deutschen Steuergeldern angeht. Immerhin ird ein Fünftel der Mittel der Europäischen Union von nseren Steuerzahlern erbracht. Zurzeit laufen Konsultaonsverfahren; das ist gut. Aber auch hier müssen wir auf ine bessere Qualität achten. Ich erkenne dort noch ein eutliches Verbesserungspotenzial. Ich komme zum Bereich der OECD. Es ist gut, dass ir uns dieses Jahr in Busan treffen, um einmal mehr ber die Weiterentwicklung der Paris-Deklaration und er Accra-Agenda zu sprechen. Die Millenniumsziele ind nach wie vor erreichbar, zumindest teilweise. Lassen Sie mich an dieser Stelle nach der ersten älfte dieser Legislaturperiode eine Zwischenbilanz zieen: mehr Geld für die Entwicklungspolitik, gezielte ualitätsoffensive; Ergebnisse und Wirkungen interes ieren uns. Mit diesem Paradigmenwechsel erreichen ir mehr als mit ein paar Euro mehr im Haushalt. Auch as möchte ich einmal anmerken. Durch einen wesentlich unverkrampfteren Umgang it der Wirtschaft – es geht darum, die Wirtschaft in die ntwicklung der Länder einzubinden – werden wir viel ositives erreichen. Ich glaube, selbst mit Ihnen, Frau ollegin Kofler, bin ich einig: Ohne wirtschaftliche Enticklung vor Ort, ohne Kooperation werden wir keine tabilität und Sicherheit in den Entwicklungsländern erichen. (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP – Dr. Bärbel Kofler [SPD]: Dazu bedarf es staatlicher Strukturen!)


    azu gehört selbstverständlich – ich hoffe, Sie wollen
    ir weiterhin zuhören, Frau Kofler – gute Regierungs-
    hrung. Sie sollte das oberste Ziel sein. Für unsere Ko-

    lition ist sie in den Diskussionen mit unseren Partnern
    er wichtigste Punkt.


    (Heike Hänsel [DIE LINKE]: Ich fordere gute Regierungsführung für Deutschland!)


    ir wollen nämlich, dass Entwicklungspolitik nachhal-
    g ist. Das bedeutet vor allen Dingen Klimaschutz, Res-
    ourcenschutz und Biodiversität.

    Bei all dem dürfen wir nicht vergessen, dass wir im-
    er wieder an die nachfolgenden Generationen zu den-

    en haben; ich habe erneut meine Enkelin im Sinn. In
    ürze werden wir den siebenmilliardsten Erdenbürger





    Sibylle Pfeiffer


    (A) )


    )(B)

    begrüßen können. 2050 werden auf der Erde unter Um-
    ständen – wenn die Geburtenrate nicht drastisch gesenkt
    werden kann – zwischen 12,5 und 13,5 Milliarden Men-
    schen leben. Das bedeutet, wir haben Probleme mit der
    Ernährung, mit dem Klima, mit der Entwicklung der
    Länder an sich. Liebe Kollegin Kofler, in diesem Zu-
    sammenhang kommt es hauptsächlich auf die Frauen an.
    Ohne die Frauen ist eine Senkung der Geburtenrate nicht
    zu erreichen. Sexuelle und reproduktive Gesundheit ist
    eines der wichtigsten Themen der Zukunft.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


    Wenn es uns nicht gelingt, die Geburtenrate zu senken,
    haben wir, die internationale Gemeinschaft, versagt: Die
    Folgeprobleme sind nicht lösbar. Dabei geht es auch um
    die Bildung, vor allen Dingen um die von Mädchen;
    denn die Mädchen müssen lernen, dass sie Nein sagen
    dürfen, dass man nicht der Tradition folgen muss, sie-
    ben, acht oder mehr Kinder zu haben, und dass sie mit
    einer guten Bildung zum Familieneinkommen beitragen
    können. All das müssen und werden wir in Zukunft an-
    packen.

    Der vorgelegte Haushaltsentwurf ist vor diesem Hin-
    tergrund sehr gut gelungen. Man kann sicherlich an der
    einen oder anderen Stelle noch nachbessern. Das machen
    wir auch ganz gern: Wir justieren an denjenigen Punkten
    nach, die ich gerade aufgezählt habe. Wir wollen weiter-
    hin dafür sorgen, dass der BMZ-Haushalt solide finan-
    ziert ist. Wir dürfen trotz Schuldenbremse darauf hoffen
    – wir werden daran arbeiten –, dass bei der mittelfristi-
    gen Finanzplanung noch ordentlich nachgebessert wird.
    Da bin ich sehr auf Ihrer Seite.


    (Beifall des Abg. Thilo Hoppe [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN])


    Nachbessern, das können wir; das haben wir bewiesen.
    Allen Unkenrufen zum Trotz ist es uns im Haushaltsent-
    wurf 2012 gelungen. Ich glaube, wir werden gemeinsam
    Energie darauf verwenden, in diesem Sinne weiterzuma-
    chen.

    Herzlichen Dank.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)




Rede von Eduard Oswald
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CSU)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CSU)

Vielen Dank, Frau Kollegin. – Nächste Rednerin für

die Fraktion Die Linke ist unsere Kollegin Heike Hänsel.
Bitte schön, Frau Kollegin Hänsel.


(Beifall bei der LINKEN)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Heike Hänsel


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (None)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen

    und Herren! Wer die Debatte heute im Bundestag ver-
    folgt hat, musste feststellen, dass die große Hungerkata-
    strophe in Ostafrika weitgehend keine Rolle gespielt hat.


    (Zuruf von der CDU/CSU: Dummes Zeug!)


    Sie ist nicht präsent in den Diskussionen. Auch im Haus-
    halt, Herr Niebel, schlägt sich die Erfahrung mit der

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    (C (D ungerkatastrophe eigentlich überhaupt nicht nieder. Sie aben erst auf öffentlichen Druck sukzessive die Hilfen rhöht. Es fing ganz bescheiden mit 1 Million Euro an. ie haben im Haushalt keine neuen Weichen gestellt, um uf diese Katastrophe adäquat reagieren zu können. Ich nde, das Minimum wäre zum Beispiel eine Aufstokung der Mittel für die Notund Übergangshilfe. (Beifall bei der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)


    ir fordern einen Sondertitel für Ostafrika, weil es über
    ahre hinweg einer Aufbauarbeit und nicht kurzfristiger
    ilfen bedarf.

    Zum Gesamtetat des Haushalts. In der Auseinander-
    etzung um die Erreichung der ODA-Quote möchte ich
    igentlich nicht zu einer Klein-Klein-Diskussion über
    ahlen kommen, weil wir, 364 Abgeordnete – die Kolle-
    in Kofler hat es erwähnt –, über alle Fraktionsgrenzen
    inweg gemeinsam eine Initiative entwickelt haben, die
    ine Aufstockung des Entwicklungsetats zum Ziel hat.
    h sehe das in allererster Linie als eine ganz große
    hance und als eine einmalige Initiative an. Ich appel-
    ere an Sie, diese Chance zu nutzen. Wir möchten Ihnen

    Kabinett den Rücken stärken. Sie sollten die Verspre-
    hen, die Sie machen, ernst nehmen. Mein Appell an Sie
    utet: Lassen Sie diese große Chance nicht ungenutzt!


    (Beifall bei der LINKEN, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Ich möchte jetzt zur politischen Auseinandersetzung
    das ist für mich das Entscheidende – über Ihren Ent-
    icklungsansatz kommen. Sie haben vor kurzem zwei
    apiere entwickelt. Zu beiden möchte ich jetzt etwas sa-
    en.


    (Sibylle Pfeiffer [CDU/CSU]: Wir reden doch über den Haushalt!)


    ls Erstes zum Menschenrechtspapier. Sie haben vorhin
    en Menschenrechts-TÜV angesprochen. Dazu möchte
    h einmal flapsig sagen, Herr Niebel: Ihr TÜV als Ent-
    icklungsminister ist schon lange abgelaufen.


    (Georg Schirmbeck [CDU/CSU]: Wir haben hier schon bessere Witze gehört!)


    ber im Ernst, Sie haben in dem Papier folgenden Satz
    eschrieben – ich zitiere –: „Menschenrechte sind Leit-
    rinzip deutscher Entwicklungspolitik.“ Fast zeitgleich
    atte uns die Meldung erreicht, dass die Bundesregie-
    ng die Lieferung von 200 Panzern nach Saudi-Arabien

    enehmigt hat. Sie haben zu dieser Panzerlieferung nach
    audi-Arabien, ein Land, das auf Demonstranten schie-
    en lässt und in Bahrain einmarschiert ist, der Zeit ge-
    agt – ich zitiere –:

    Die Stabilisierung einer Region trägt durchaus dazu
    bei, die Menschenrechte zu wahren – vielleicht
    nicht in dem Land, in dem man tätig ist, aber in den
    Nachbarländern. Auch in Zeiten des Kalten Krieges
    hat die militärische Abschreckung dazu beigetra-
    gen, dass der Krieg nicht stattfand.





    Heike Hänsel


    (A) )


    )(B)

    Mit solchen Aussagen, Herr Niebel – es wäre ganz
    gut, wenn Sie zuhörten –, können Sie Ihr ganzes Men-
    schenrechtspapier in den Mülleimer werfen.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Waffenexporte sind immer tödlich, weil die Waffen frü-
    her oder später eingesetzt werden. Die Zeit der soge-
    nannten Abschreckung im Kalten Krieg hat indirekt sehr
    vielen Menschen das Leben gekostet, weil eine wahnsin-
    nige Rüstungsspirale in Gang gesetzt und Geld für Waf-
    fen und nicht für die Armutsbekämpfung ausgegeben
    wurde.