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  • tocInhaltsverzeichnis
    Begrüßung des schweizerischen Bundespräsi- denten und Vorstehers des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölke- rungsschutz und Sport, Herrn Bundesrat Adolf Ogi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13193 D Tagesordnungspunkt III (Fortsetzung): a) Zweite Beratung des von der Bundesre- gierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bun- deshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2001 (Haushaltsgesetz 2001) (Drucksachen 14/4000, 14/4302) . . . . 13187 B b) Beschlussempfehlung und Bericht des Haushaltsausschusses zu der Unterrich- tung durch die Bundesregierung: Finanz- plan des Bundes 2000 bis 2004 (Drucksachen 14/4001, 14/4301, 14/4524) 13187 B Einzelplan 04 Bundeskanzler und Bundeskanzleramt (Drucksachen 14/4504, 14/4521) . . . . . . . 13187 B Michael Glos CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . . 13187 D Dr. Peter Struck SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13194 A Sylvia Bonitz CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . 13197 D Rainer Brüderle F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13199 A Kerstin Müller (Köln) BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13204 B Roland Claus PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13210 C Gerhard Schröder, Bundeskanzler . . . . . . . . . 13214 B Friedrich Merz CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . 13223 B Ludwig Stiegler SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13231 A Matthias Berninger BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13231 C Sabine Kaspereit SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13233 D Günter Nooke CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . 13236 A Lothar Mark SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13238 B Dr. Norbert Lammert CDU/CSU . . . . . . . . . 13239 D Klaus Hagemann SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13241 A Namentliche Abstimmung . . . . . . . . . . . . . . . 13242 A Ergebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13242 C Einzelplan 05 Auswärtiges Amt (Drucksachen 14/4505, 14/4521) . . . . . . . 13245 A Karl Lamers CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . . 13245 A Uta Titze-Stecher SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . 13247 C Dr. Werner Hoyer F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . . . 13251 B Rita Grießhaber BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13253 C Wolfgang Gehrcke PDS . . . . . . . . . . . . . . . . 13255 B Joseph Fischer, Bundesminister AA . . . . . . . . 13256 D Ursula Heinen CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . 13260 C Marion Caspers-Merk SPD . . . . . . . . . . . . . . 13262 A Christian Schmidt (Fürth) CDU/CSU . . . . . . 13263 D Volkmar Schultz (Köln) SPD . . . . . . . . . . . . 13265 D Einzelplan 14 Bundesministerium der Verteidigung (Drucksachen 14/4513, 14/4521) . . . . . . . 13267 A Plenarprotokoll 14/136 Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 136. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 29. November 2000 I n h a l t : Dietrich Austermann CDU/CSU . . . . . . . . . . 13267 C Volker Kröning SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13269 D Günther Friedrich Nolting F.D.P. . . . . . . . . . 13273 D Angelika Beer BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13276 B Jürgen Koppelin F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . 13277 D Heidi Lippmann PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13278 D Rudolf Scharping, Bundesminister BMVg . . 13280 C Jürgen Koppelin F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . 13281 B Dietrich Austermann CDU/CSU . . . . . . . 13283 C Jürgen Koppelin F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . 13284 C Helmut Rauber CDU/CSU . . . . . . . . . . . 13285 B Jürgen Koppelin F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . . . . 13287 A Paul Breuer CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . . . 13287 B Winfried Nachtwei BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13290 B Helmut Rauber CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . 13290 D Kurt J. Rossmanith CDU/CSU . . . . . . . . . . . 13291 B Namentliche Abstimmungen 13293 A, 13293 A, 13298 B Ergebnisse . . . . . . 13293 D, 13296 A, 13301 C Einzelplan 09 Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (Drucksachen 14/4509, 14/4521) . . . . . . . 13298 B Dankward Buwitt CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 13298 D Manfred Hampel SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13303 B Rainer Brüderle F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13306 D Antje Hermenau BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13308 D Dr. Christa Luft PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13310 D Dr. Werner Müller, Bundesminister BMWi . . 13312 B Dankward Buwitt CDU/CSU . . . . . . . . . 13314 C Ernst Hinsken CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 13316 A Gunnar Uldall CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . 13316 D Michaele Hustedt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13319 B Max Straubinger CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . 13320 C Einzelplan 23 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Drucksachen 14/4517, 14/4521) . . . . . . . 13322 C Dr. Christian Ruck CDU/CSU . . . . . . . . . . . 13322 D Dr. Emil Schnell SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13324 D Peter Weiß (Emmendingen) CDU/CSU 13325 D Jürgen Koppelin F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . . . . 13327 C Antje Hermenau BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13329 B Carsten Hübner PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13331 B Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin BMZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13332 C Detlev von Larcher SPD . . . . . . . . . . . . . 13333 D Klaus-Jürgen Hedrich CDU/CSU . . . . . . . . . 13335 B Dr. Uschi Eid BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13337 B Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13338 C Berichtigungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13338 A Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 13339 A Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Annelie Buntenbach (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zur Abstimmung über die Be- schlussempfehlung des Haushaltsausschusses zum Entwurf eines Gesetzes über die Feststel- lung des Bundeshaushaltsplans für das Haus- haltsjahr 2001 (Haushaltsgesetz 2001); hier: Einzelplan 14 – Geschäftsbereich des Bundes- ministeriums der Verteidigung (Tagesordnungs- punkt III. 16) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13339 C Anlage 3 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Monika Knoche (BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN) zur Abstimmung über die Beschlussem- pfehlung des Haushaltsausschusses zum Ent- wurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2001 (Haushaltsgesetz 2001); hier: Einzelplan 14 – Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung (Tagesordnungspunkt III. 16) 13340 C Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 136. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. November 2000II Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 136. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. November 2000
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 136. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. November 2000 Klaus-Jürgen Hedrich 13338 (C) (D) (A) (B) Berichtigungen 133. Sitzung, Seite 12861 (D) zweiter Absatz, der zweite Satz ist wie folgt zu lesen: „Diese 3,5 Millionen DM sind insofern verstetigt, als sie einen Ver- trag zwischen zwei förderalen Institutionen – zwischen Bund und Land – betreffen und Personalkosten sind.“ 135. Sitzung, Seite 13152 (B) vierter Absatz, der erste Satz ist wie folgt zu lesen: „Deshalb habe ich Herrn Austermann im Ohr, der vorhin behauptet hat, wir würden im Interesse der Haushaltskonsolidierung keine Ausgaben- beschränkung vornehmen, keine Ausgabendisziplin üben.“ 135. Sitzung, Seite 13155 (D) erster Absatz, der erste Satz ist wie folgt zu lesen: „Also lassen Sie das doch mit der Leitgeschichte und bleiben Sie bes- ser bei Herrn Stoiber, der zu Recht auf Bayerisch gesagt hat: D’Leit brauch’n a Kultur.“ Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 136. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. November 2000 13339 (C) (D) (A) (B) Balt, Monika PDS 29.11.2000 Dr. Blüm, Norbert CDU/CSU 29.11.2000 Bühler (Bruchsal), CDU/CSU 29.11.2000* Klaus Burchardt, Ursula SPD 29.11.2000 Frankenhauser, Herbert CDU/CSU 29.11.2000 Frick, Gisela F.D.P. 29.11.2000 Friedhoff, Paul K. F.D.P. 29.11.2000 Hasselfeldt, Gerda CDU/CSU 29.11.2000 Heyne, Kristin BÜNDNIS 90/ 29.11.2000 DIE GRÜNEN Holetschek, Klaus CDU/CSU 29.11.2000 Dr. Kohl, Helmut CDU/CSU 29.11.2000 Kramme, Anette SPD 29.11.2000 Maaß (Wilhelmshaven), CDU/CSU 29.11.2000* Erich Müller (Berlin), PDS 29.11.2000 Manfred Pau, Petra PDS 29.11.2000 Reiche, Katherina CDU/CSU 29.11.2000 Schenk, Christina PDS 29.11.2000 Schewe-Gerigk, BÜNDNIS 90/ 29.11.2000 Irmingard DIE GRÜNEN von Schmude, Michael CDU/CSU 29.11.2000 Schulhoff, Wolfgang CDU/CSU 29.11.2000 Dr. Volmer, Ludger BÜNDNIS 90/ 29.11.2000 DIE GRÜNEN Wiese (Hannover), SPD 29.11.2000 Heino Wohlleben, Verena SPD 29.11.2000 Wülfing, Elke CDU/CSU 29.11.2000 * für die Teilnahme an Sitzungen der Parlamentarischen Versamm- lung des Europarates entschuldigt bisAbgeordnete(r) einschließlich Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Anlagen zum Stenographischen Bericht Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Annelie Buntenbach (BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN) zur Abstimmung über die Beschlussempfehlung des Haushaltsaus- schusses zum Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2001 (Haushaltsgesetz 2001); hier: Einzelplan 14 – Geschäftsbereich des Bun- desministeriums der Verteidigung (Tagesord- nungspunkt III. 16) Ich lehne den Verteidigungshaushalt ab. Das Parlament ist von der ihm zustehenden Beratung und Entscheidung über die Ausrichtung und Struktur einer reformierten Bundeswehr praktisch enteignet worden. Dieses vorde- mokratische Verfahren lässt mir als Abgeordnete im Deut- schen Bundestag lediglich die Möglichkeit, meine Kritik beim Etat zum Ausdruck zu bringen. Hierbei geht es zum einen darum, dass ich eher aus der Presse als aus den dafür zuständigen Gremien über Vor- haben der Privatisierung und Wirtschaftskooperation er- fahre, deren Implikationen im parlamentarischen Raum keiner oder jedenfalls keiner rechtzeitigen oder angemes- senen parlamentarischen Beurteilung unterworfen wer- den. Auch langfristige Verpflichtungen zum Beispiel ge- genüber den europäischen Partnern werden eingegangen, ohne dass über deren Inhalt und Umfang im Deutschen Bundestag befunden worden wäre. Hier zeichnen sich Ri- siken für einen erheblichen Aufwuchs des Verteidigungs- etats ab, was ich nachdrücklich ablehne. Ein solches Vor- gehen lässt sich weder mit meinem Selbstverständnis und meiner Verantwortung als Abgeordnete vereinbaren noch mit meinem Verständnis von der Würde des Parlaments. Zum anderen: Der in der Verfassung festgeschriebene Auftrag der Bundeswehr ist die Landesverteidigung. Wenn jetzt der Fokus auf „Bündnisverteidigung“ erwei- tert bzw. verlagert wird, bedeutet das statt einem Abbau der angriffsfähigen Verbände einen Ausbau der Krisenre- aktionskräfte. Die Armee wird auf Interventionsfähigkeit umgebaut – warum und für was? Auch der Kosovo-Krieg wäre nach offizieller Diktion unter „Bündnisverteidi- gung“ subsumiert worden, die aktuelle NATO-Strategie – übrigens genau wie die Bundeswehrstrukturreform zwar von tief greifender Bedeutung, aber ohne parlamen- tarische Befassung – geht von militärischen Präventiv- schlägen – zum Beispiel zur „Vermeidung von Flücht- lingströmen“ – aus. An ein UN-Mandat als Voraussetzung ist eine solche Intervention nicht gebunden. Auf der europäischen Ebene wird eine gemeinsame Truppe gebildet – ebenfalls wie die Bundeswehrstruk- turreform und die NATO-Strategie nicht einmal Gegen- stand von Beratungen, geschweige denn transparenter Entscheidung im Parlament! In wieweit dies zusätzliches Personal bedeutet, kann ich zurzeit nicht verifizieren, scheint mir aber gerade wegen der Notwendigkeit, bei Krisenreaktionskräften in regelmäßigen Abständen die Kräfte auszutauschen, sehr wahrscheinlich. Mit Sicher- heit bedeutet es zusätzliche Ausrüstung, damit ein Wei- terdrehen der Rüstungsspirale statt des überfälligen Ausstiegs. „Die Krisenreaktionstruppe soll durch um- fangreiche Lufttransport- und Logistik-Einheiten ergänzt werden. Die Truppe soll für Einsätze von über einem Jahr in bis zu 4 000 Kilometern Entfernung bereitstehen“ heißt es in einer Agenturmeldung vom 22. September 2000. Ei- nen so weit gestreckten Aktionsradius kann ich mit mei- nem Verständnis von Landesverteidigung nicht vereinba- ren und muss schon deshalb gegen ein solches Projekt erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken geltend ma- chen. An der europäischen Truppe hat der Verteidigungsmi- nister eine erhebliche Beteiligung zugesagt, Deutschland würde nach bisherigem veröffentlichten Stand gar den Löwenanteil übernehmen. In der Öffentlichkeit führt das zu besorgten Äußerungen – „Spiegel“, 48/2000 –: „Bei künftigen Krisen in Europa werden die Amerikaner ‚Ger- mans to the front’ rufen, anstatt eigene Spezialkräfte zu schicken. Und EU-Partner werden die starken Deutschen bei militärischen Abenteuern gern und womöglich oft um Hilfe bitten. Eine Berliner Regierung, die zudem offensiv einen ständigen Sitz im Uno-Sicherheitsrat anstrebt, könnte kaum noch nein sagen.“ Das sind Parameter für eine deutsche Militärpolitik, die ich nicht mittragen kann und will. Anlage 3 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Monika Knoche (BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN) zur Abstimmung über die Beschlussempfehlung des Haushaltsaus- schusses zum Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2001 (Haushaltsgesetz 2001); hier: Einzelplan 14 – Geschäftsbereich des Bun- desministeriums der Verteidigung (Tagesord- nungspunkt III. 16) Ich lehne den Verteidigungshaushalt ab. Das Parlament ist mit der Entscheidung über die Ausrichtung und Struk- tur einer reformierten Bundeswehr nicht befasst worden. Dieses Verfahren lässt mir als Abgeordnete im Deutschen Bundestag lediglich die Möglichkeit, meine Kritik beim Etat zum Ausdruck zu bringen. Hierbei geht es unter anderem darum, dass die Impli- kationen der Vorhaben der Privatisierung und Wirt- schaftskooperation im parlamentarischen Raum keiner oder jedenfalls keiner rechtzeitigen oder angemessenen parlamentarischen Beurteilung unterworfen werden. Auch langfristige Verpflichtungen zum Beispiel gegen- über den europäischen Partnern werden eingegangen, ohne dass über deren Inhalt und Umfang im Deutschen Bundestag befunden worden wäre. Hier zeichnen sich Ri- siken für einen erheblichen Aufwuchs des Verteidigungs- etats ab, was ich nachdrücklich ablehne. Ein solches Vor- gehen lässt sich weder mit meinem Selbstverständnis und meiner Verantwortung als Abgeordnete vereinbaren noch mit meinem Verständnis von der Aufgabe des Parlaments. Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 136. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. November 200013340 (C) (D) (A) (B) Druck: MuK. Medien- und Kommunikations GmbH, Berlin
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dr. h.c. Jürgen Koppelin


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (F.D.P.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)

    Frau Präsidentin! Liebe
    Kolleginnen und Kollegen! Erst mal herzlichen Dank,
    dass Sie noch zu dieser späten Stunde hier im Plenarsaal
    sind. Wir haben ja immer das Problem, dass dieser Etat zu
    später Stunde beraten wird. Ich denke, das sollten wir all-
    gemein bedauern.

    Die Erwartungen an die Entwicklungspolitik der rot-
    grünen Koalition waren sehr hoch. Das lag sicherlich
    nicht nur daran, dass Sie in der Oppositionszeit viel ver-
    sprochen haben, sondern auch daran, dass Sie im Koaliti-
    onsvertrag einiges versprochen haben. Daran müssen Sie
    sich messen lassen. Sie wollten doch – so steht es auch im
    Koalitionsvertrag – die wirtschaftlichen, sozialen, ökolo-
    gischen und politischen Verhältnisse in den Entwick-
    lungsländern verbessern. Aber nicht nur das: Die Koali-
    tion versprach auch noch, die Entwicklungspolitik
    weiterzuentwickeln. Ich sehe und höre davon in diesem
    Haushalt nichts.


    (Beifall bei der F.D.P.)

    Vielleicht wollte die Ministerin tatsächlich neue Ak-

    zente setzen. Vielleicht wollte die Ministerin in den Ent-
    wicklungsländern wirklich mehr für die Stärkung der
    Wirtschaft, für die Gesundheit und vor allen Dingen für
    die Frauen erreichen. Nur, wie soll das mit diesem Haus-
    halt überhaupt gehen? Vor allem fragt man sich natürlich:
    Wie will sie diese Zielvorstellungen erfüllen angesichts
    eines Finanzministers, mit dem sie in herzlicher hessi-
    scher Parteifreundschaft verbunden ist? Jeder weiß, was
    das bedeutet: Er wird ihr keine zusätzlichen Mittel zur
    Verfügung stellen.


    (Beifall bei der F.D.P. und der CDU/CSU)

    Versprochen wurde, dass dieses Ministerium unter die-

    ser Koalition eine große Blüte erleben würde. Die Bilanz
    ist heute, dass das Bundesministerium fast politikunfähig
    geworden ist.


    (Beifall bei der F.D.P. und der CDU/CSU)

    Eigentlich zeichnete sich dieses Ministerium in der Öf-
    fentlichkeit in den letzten Monaten doch nur durch zwei-
    erlei aus: Zum einen ist da der Streit um die Personal-
    politik der Ministerin, der die Schlagzeilen bestimmt hat.


    (Dr. Emil Schnell [SPD]: Das stimmt ja überhaupt nicht! Geh mal in dich!)


    – Emil, ich habe doch alles dabei. Darauf kannst du natür-
    lich nicht eingehen. Aber dann muss ich das eben tun.

    Zum anderen waren da noch die Schlagzeilen, dass
    Frau Ministerin hoffe, ihr Ministerium werde in zukünfti-
    gen Zeiten finanziell besser ausgestattet.


    (Dr. R. Werner Schuster [SPD]: Lesen Sie auch internationale Zeitungen?)


    Das bedeutet doch, dass sie mit diesem Etat auf keinen
    Fall zufrieden ist. Frau Ministerin, Sie sollten uns also er-
    klären, was Sie in den nächsten Jahren erwarten. Damit
    können Sie sich dann in diesem Jahr trösten.




    PeterWeiß (Emmendingen)


    13327


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    Lieber Emil, nach dem zu urteilen, was du hier zum
    Haushalt vorgetragen hast, brauchst du – wie ich schon in
    einem Zuruf zum Ausdruck gebracht habe – wirklich eine
    neue Brille. Oder ich muss einen falschen Haushaltsplan
    bekommen haben. Irgendetwas ist da jedenfalls nicht in
    Ordnung; wir sollten einmal unsere Haushaltspläne ver-
    gleichen. Dieser Haushaltsplan zeichnet sich nämlich in
    erster Linie durch Buchungstricks aus. Das ist vorhin
    schon erwähnt worden, ich komme gleich noch darauf
    zurück.


    (Beifall bei der F.D.P.)

    Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Recht auf Bil-

    dung ist ein Bestandteil der allgemeinen Erklärung der
    Menschenrechte. Bildung und Ausbildung müssen des-
    halb im Mittelpunkt unserer Entwicklungsbemühungen
    stehen. Nur, so stellt man fest: Das, was man im Haus-
    haltsgesetz lesen kann, ist nicht einmal der berühmte
    Tropfen auf dem heißen Stein. Die Ächtung der Gewalt
    gegen Frauen sowie die gezielte Förderung von Bildungs-
    und Ausbildungsmaßnahmen für Frauen und Mädchen in
    den Entwicklungsländern müssen eine Kernforderung der
    Entwicklungspolitik sein. Ich glaube sehr wohl, Frau Mi-
    nisterin, dass Sie sich dafür einsetzen wollen. Ich frage
    mich nur: Wie wollen Sie das mit diesem Haushalt tun?
    Mit guten Worten sind diese Ziele in keiner Weise zu er-
    reichen.


    (Beifall bei der F.D.P. sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des Abg. Carsten Hübner [PDS])


    Ich weiß sehr wohl: Der Staat allein kann nicht alles
    ausrichten. Aus liberaler Sicht wird deswegen eine erfolg-
    reiche Entwicklungspolitik künftig davon abhängig sein,
    wie das Engagement der einzelnen Bürger aussieht, wie
    sich Privatunternehmen engagieren und wie Nichtregie-
    rungsorganisationen von uns unterstützt werden. Ge-
    rade die Nichtregierungsorganisationen haben schlanke
    Verwaltungsstrukturen und sie könnten viel erreichen;
    aber wir lassen sie irgendwie im Regen stehen, weil wir
    ihnen nicht genug Mittel geben – jedenfalls nicht mit die-
    sem Etat. Dieser Etat der Ministerin Wieczorek-Zeul, der
    Einzelplan 23, ist, wie wir bedauerlicherweise feststellen
    müssen, eine traurige Bilanz der entwicklungspolitischen
    Arbeit dieser Regierung – nicht mehr und nicht weniger.


    (Beifall bei der F.D.P. sowie bei Abgeordneten der PDS)


    Wer sich diesen Einzelplan anschaut, der muss einfach
    feststellen – wir müssen Sie immer wieder an Ihre Ver-
    sprechungen aus Oppositionszeiten und aus dem Regie-
    rungsprogramm erinnern –: Die Entwicklungspolitik ist
    inzwischen ein Stiefkind dieser Regierung.


    (Beifall bei der F.D.P. sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Wenn Sie uns nicht glauben, dann schauen Sie sich
    doch einmal an, was andere erklärt haben. Ich nenne die
    Deutsche Welthungerhilfe, terre des hommes usw. Sie alle
    erklären nach zwei Jahren Amtszeit dieser Ministerin:
    traurige Bilanz! Es handelt sich bei diesen Organisationen
    nicht gerade um unsere Freunde; schließlich haben sie in

    der Vergangenheit auch uns kritisiert. Frau Ministerin, die
    Sonntagsreden nützen nichts: Sie können mit diesem Etat
    sehr wenig anfangen.

    Die Zusammenführung von DEGund KfWmag ein
    vernünftiger Vorgang sein. Lieber Emil Schnell, ich habe
    zur Vorbereitung auf den heutigen Tag Reden von dir
    nachgelesen. Ich stelle fest, dass du früher etwas ganz an-
    deres erzählt hast.


    (Dr. Emil Schnell [SPD]: Sprich dich aus!)

    Ich darf einmal zitieren:

    Wir sind der Ansicht, dass nur wegen kurzfristiger
    und geringer Privatisierungserlöse eine unbedachte
    und schnelle Privatisierung nicht angezeigt ist.

    (Dr. R. Werner Schuster [SPD]: Betonung auf „unbedacht“!)

    Das Protokoll vermerkt interessanterweise: „Beifall bei
    der SPD und der F.D.P.“ Daran kann man sehen, wie
    schnell sich Auffassungen ändern, wenn man an der Re-
    gierung ist.

    Gestatten Sie mir eine Bemerkung, die mir im Rahmen
    der heutigen Debatte wichtig ist. Ich möchte den politi-
    schen Stiftungen und den Nichtregierungsorganisationen
    danken. Beide leisten Hervorragendes für das deutsche
    Ansehen in der Welt. Ich ärgere mich schon das eine oder
    andere Mal heftig darüber, dass gerade unsere politischen
    Stiftungen durch die Medien in den Topf der Parteienfi-
    nanzierung geworfen werden. Jeder, der die politischen
    Stiftungen kritisiert, sollte sich einmal anschauen, was die
    politischen Stiftungen draußen in der Welt machen.


    (Beifall bei der F.D.P. sowie bei Abgeordneten der SPD, der CDU/CSU und der PDS)


    Ich hoffe, dass es den politischen Stiftungen gelingt, auch
    in Mittel- und Osteuropa wichtige Beiträge zur Demokra-
    tisierung zu leisten.

    Ich komme nun darauf zu sprechen – Sie wollen das
    natürlich hören –, warum wir den Antrag gestellt haben,
    dieses Ministerium aufzulösen.


    (Lachen bei der SPD – Wilhelm Schmidt [Salzgitter] [SPD]: Eigentlich wollen wir das nicht hören!)


    – Sie haben keine Geduld.

    (Zuruf von der SPD)


    – Sie sind doch nur unruhig, weil Sie eigentlich mit die-
    ser Ministerin unzufrieden sind und nicht mit meiner
    Rede. Das ist doch das Problem.


    (Lachen bei Abgeordneten der SPD)

    Der Kollege Joachim Günther hat bei früherer Gele-

    genheit schon einmal darauf hingewiesen: Wie ist es mög-
    lich, dass der Außenminister diplomatische Vertretungen,
    zum Beispiel Botschaften in Afrika, auflöst, ohne mit der
    Ministerin je ein Gespräch darüber geführt zu haben? Das
    wäre doch nötig gewesen; stattdessen ignoriert er sie und
    hat keinerlei Interesse an einem solchen Gespräch. Kol-
    lege Ruck, Sie haben unseren Antrag zwar ein bisschen




    Jürgen Koppelin
    13328


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    kritisiert, aber ich verspreche Ihnen: Wenn wir das Minis-
    terium auflösen, dann bleibt der Fachausschuss bestehen,
    Sie können Ihren Sitz dort behalten und brauchen nicht in
    den Auswärtigen Ausschuss zu gehen.


    (Lachen bei der SPD – Detlev von Larcher [SPD]: Das ist ja doll!)


    Ich gebe zu, dass wir als F.D.P. bezüglich unserer For-
    derung einer Eingliederung des Bundesministeriums für
    wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in das
    Auswärtige Amt etwas nachdenklich wurden, weil in der
    „Leipziger Volkszeitung“ Folgendes steht – der Kollege
    Günther hat mir das gegeben –: „Fischer verspricht: Ich
    tue alles für die Abschaffung des Außenministers“. Das
    hat bei uns natürlich Zweifel hervorgerufen. – Wir meinen
    schon, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche
    Zusammenarbeit und Entwicklung aufgelöst und in das
    Auswärtige Amt eingegliedert werden muss.

    Lassen Sie mich Ihnen, Frau Ministerin, zum Schluss
    Folgendes sagen: Ihre Politik erinnert mich an Ihre Süd-
    seefahrt. Als Sie losfuhren, war alles unkoordiniert. Sie
    waren und blieben weit weg vom Ziel, hatten keinen Kon-
    takt zur Außenwelt mehr, dann fiel auch noch der Motor
    aus und Sie selber brauchten Hilfe. Das ist die Politik Ih-
    res Ministeriums. Ihre Politik sieht genauso aus wie das,
    was Sie damals in der Südsee erlebt haben.

    Vielen Dank für Ihre Geduld.

    (Beifall bei der F.D.P. und der CDU/CSU)




Rede von Anke Fuchs
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)
Jetzt hat die Kollegin
Antje Hermenau für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
das Wort.


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Antje Hermenau


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Eines muss
    man dem Kollegen Koppelin konzedieren: Seine Rede
    war unterhaltsam.

    Ich beginne meine Rede zum Einzelplan 23 mit einem
    Dank an die Kollegen, die sich mit viel Mühe für den Etat
    eingesetzt haben. Ich verrate hier kein Geheimnis, wenn
    ich sage, dass es nicht immer leicht ist, im Haushaltsaus-
    schuss die entsprechenden Mehrheiten für die Belange
    der Entwicklungszusammenarbeit zu finden. Wir haben
    es geschafft und wir alle – von allen fünf Fraktionen –
    können ruhig einmal diesen Erfolg genießen.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


    Jetzt schauen wir uns doch einmal an, was wir ge-
    schafft haben. Es geht nicht nur um irgendwelche Pfläts-
    erchen auf irgendwelchen kleinen Wunden. Wir haben
    langfristige und strukturelle Probleme angefasst und zum
    Teil sogar gelöst.

    Seit Jahren gibt es das Problem der Wechselkursan-
    passung; in diesem Jahr ist es uns richtig auf die Füße ge-
    fallen. Der Stichtag für den Dollar-Umtauschkurs ist im
    Frühjahr, sodass man den Kurs nicht zeitnah genug für das
    nächste Jahr einschätzen kann. Wenn danach der Dollar
    ansteigt, geht die Umrechnung zulasten zum Beispiel der

    Projektfinanzierung. Wir haben jetzt den Stichtag auf Ok-
    tober gelegt und sind damit zeitnäher am folgenden Haus-
    haltsjahr. Das wird sich im Haushalt 2001 positiv, wie ich
    annehme, auswirken; denn im Oktober dieses Jahres war
    der Wechselkurs für den Dollar so hoch, dass er kaum
    noch überboten werden wird. Das heißt, dieses Problem
    haben wir gelöst.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


    Das nächste Problem waren die Verpflichtungser-
    mächtigungen; es ist auch ein strukturelles und länger-
    fristiges Problem. Wir haben es zumindest angepackt. Ich
    will noch nicht so kühn sein, zu behaupten, wir hätten es
    gelöst; aber wir haben es energisch angepackt. Eine Er-
    höhung der Verpflichtungsermächtigungen, also der Aus-
    gabeabsichten in den Folgejahren, um 20 Prozent halte ich
    für einen Erfolg für diesen Einzelplan.


    (Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    – Sie können ruhig klatschen, das ist völlig in Ordnung.

    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)

    Des Weiteren ist die Beißlust des Finanzministers hin-

    sichtlich der Verbundfinanzierung ein bisschen ge-
    bremst worden. Es gab ja immer große Bedenken aus dem
    Bundesfinanzministerium. Diesmal war es schon im Vor-
    feld kein großes Problem, den Gewährleistungsrahmen
    für die Verbundfinanzierung anzuheben. Auch das halte
    ich für einen Erfolg. Das heißt, die Kommunikation der
    letzten Jahre hat dazu geführt, dass sich der BMF, wenn
    auch gemessenen Schrittes, in diese Richtung bewegt.

    Außerdem ist es uns zum ersten Mal seit Jahren gelun-
    gen, dass die lineare Stellenkürzung im Einzelplan 23
    nicht mehr durchschlägt.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


    Ich komme noch zu ein paar grünen Erfolgen, die ich
    natürlich auch nennen muss, wenn ich für meine Fraktion
    Bündnis 90/Die Grünen hier in die Bütt gehe. Ich bin sehr
    froh darüber, dass es Impulsfinanzierungen für die Ein-
    führung der regenerativen Energien in den Entwicklungs-
    ländern geben wird.


    (Klaus-Jürgen Hedrich [CDU/CSU]: Nichts Neues!)


    Ich bin froh, dass die Mittel für den Tropenwaldschutz sta-
    bilisiert worden sind.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

    Und ich finde es gut, dass wir es geschafft haben, auch die
    institutionellen Beratungen im Umweltschutzbereich zu
    verstärken.

    All diese Fragen kommen beim internationalen Kli-
    maschutz, einer wirklich globalen Aufgabe, zusammen.
    Dazu gehört noch die Mobilitätsförderung, zum Beispiel
    die Förderung umweltfreundlicher Massenverkehrsmit-
    tel. – Jetzt warte ich auf einen Zwischenruf zum Thema




    Jürgen Koppelin

    13329


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    Transrapid. Will niemand? – Dann nehme ich den Punkt
    selbst auf.


    (Gernot Erler [SPD]: Jetzt muss man schon die Zwischenrufe selber machen!)


    Als Haushaltspolitikerin bin ich froh darüber, dass es in
    einer Gegend gelungen ist, in der der Transrapid dem ICE
    bzw. einem geschichtlich gewachsenen Schienensystem
    wie in Deutschland keine Konkurrenz macht, Abnehmer
    für den Transrapid zu finden. Das finde ich in Ordnung,
    weil die Forschungs- und Entwicklungskosten nicht ver-
    loren sind.


    (Klaus-Jürgen Hedrich [CDU/CSU]: Das sind ja ganz neue Töne!)


    – Ja, das sind ganz neue Töne.
    Nun komme ich auf das Verhältnis von multi- und bi-

    lateraler Entwicklungszusammenarbeit zu sprechen.
    Es gibt hausintern die Vorgabe, nicht mehr als ein Drittel
    der Mittel für diesen Bereich aufzuwenden. Das halte ich
    für eine vernünftige Zielmarge, die aber nicht erreicht
    worden ist. Das hat zum Teil mit der Haushaltskonsoli-
    dierung und mit völkerrechtlichen Verpflichtungen zu
    tun. Ich möchte unbedingt dazu ermutigen, dass wir da-
    rauf achten, in der bilateralen Entwicklungszusammenar-
    beit nicht zu kürzen und einzuschränken, nur um unsere
    Ansprüche an die multilaterale und die EU-Zusammenar-
    beit zu stabilisieren. Das kann nicht der richtige Weg sein.


    (Klaus-Jürgen Hedrich [CDU/CSU]: Sehr richtig! – Peter Weiß [Emmendingen] [CDU/ CSU]: Sehr richtig!)


    Ich bin schon seit Jahren der festen Überzeugung – das ist
    nichts Neues; das wissen alle, die mit mir in diesem Be-
    reich zusammengearbeitet haben –, dass im Bereich der
    bilateralen Entwicklungszusammenarbeit noch ein großer
    Nachholebedarf besteht. Wir müssen hier auch den Bezug
    zur deutschen Wirtschaft stärker herstellen. Das sage ich
    wie schon so oft ganz offen und unumwunden.


    (Klaus-Jürgen Hedrich [CDU/CSU]: Sehr richtig!)


    Ich glaube nicht, dass es genügt, wenn wir die Wirt-
    schaftspartnerschaft nur auf die Bereiche Förderung er-
    neuerbarer Energien, Überwindung der digitalen Kluft
    und Bekämpfung von Aids konzentrieren, auch wenn die
    Förderung erneuerbarer Energien viele Möglichkeiten
    bietet. Wir werden diese auf weitere Bereiche ausdehnen
    müssen. Die KfW hat dazu interessante Vorschläge ge-
    macht, zum Beispiel Zinsverbilligungen. Das reicht mir
    eigentlich noch nicht. Darauf komme ich aber noch zu
    sprechen.

    Wir haben die Kriterien der Entwicklungszusammen-
    arbeit in den letzten Jahren und Jahrzehnten gemeinsam
    intensiv genug diskutiert und auch entsprechende För-
    derrichtlinien festgelegt und Kriterienkataloge aufge-
    stellt. Ich bin deshalb der Auffassung, dass dieser Bereich
    so belastbar ist, dass man hier weiter voranschreiten kann.
    So habe ich auch die Haltung des BMF interpretiert, das
    uns beim Gewährleistungsrahmen der Verbundfinanzie-
    rung ein Stückchen entgegengekommen ist. Ich weiß

    natürlich, dass dieses Konkurrenz- oder gar Angstgefühle
    bei den Leuten in den Ministerien auslöst, die für die Her-
    mes-Bürgschaften zuständig sind. Ich glaube aber, dass
    die Nehmer- bzw. Partnerländer nicht mehr als eine ein-
    heitliche Masse behandelt werden können, weil zwischen
    ihnen die Unterschiede zu groß geworden sind. Ange-
    sichts einer so ausdifferenzierten Landschaft brauchen
    wir hier auch ein ausdifferenzierteres Instrumentarium.
    Darum kommen wir nicht herum. Die Zusammenarbeit
    mit der Wirtschaft bietet natürlich neue Instrumente oder
    Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung von bereits be-
    stehenden Instrumenten. Dafür stehe ich auch ein; das
    halte ich für richtig.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Ich komme jetzt zum Verkauf der DEG, der ja alle hier
    beschäftigt. Sie fragten, wo das Geld bleibt, wo es ver-
    bucht wurde, ob das ein Trick sei usw. Ich versuche es ein-
    mal einfach darzustellen: Die Gelder aus dem Verkauf
    fließen natürlich nicht direkt in den BMZ-Haushalt. Das
    wäre ja albern. Sie müssen es sich so vorstellen, dass der
    Staat der KfW im Prinzip einen Teil des Kaufpreises er-
    lässt und sie dieses Geld im Rahmen der operativen Mit-
    tel für finanzielle Zusammenarbeit verwenden kann. So
    funktioniert das Ganze. Ich halte es für ziemlich unpro-
    blematisch, das so zu machen. Die DEG bleibt so als
    GmbH erhalten, nur ist die KfW als Gesellschafter mit al-
    len Rechten und Pflichten in diese eingetreten. Ich sehe
    überhaupt kein Problem darin, das so zu machen.

    Ich komme jetzt noch auf ein paar Punkte zu sprechen,
    die mir persönlich wichtig sind. Es geht hier insbesondere
    um die Frage, wie wir das Finanzvolumen der Entwick-
    lungszusammenarbeit vergrößern können. Ich glaube,
    dass wir das Gesamtvolumen deutlich vergrößern müs-
    sen. Wir werden dieses aufgrund der Anstrengungen, die
    Nettoneuverschuldung in Deutschland herunterzufahren,
    nicht allein durch mehr öffentliche Mittel erreichen. Das
    heißt, wir müssen uns überlegen, wo wir noch weitere
    Gelder herbekommen können. Ich habe gerade eine Mög-
    lichkeit erwähnt, als ich auf die Partnerschaft mit der deut-
    schen Wirtschaft unter entwicklungspolitischen Kriterien
    eingegangen bin. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit,
    solchen Maßnahmeträgern wie der KfW weitere Mög-
    lichkeiten an die Hand zu geben. Einiges haben wir auch
    schon realisiert.

    Die Zinsverbilligung alleine wird es nicht bringen;
    diese reicht noch nicht. Wir wollen ja eigentlich auch
    noch, dass bei der Verbundfinanzierung einheitliche Lauf-
    zeiten zu gleichen Zinssätzen gelten. Das heißt, dass die
    Laufzeiten kürzer werden, die Gelder schneller zurück-
    fließen und wir sie dann auch schneller wieder in der Ent-
    wicklungszusammenarbeit, zum Teil jedenfalls, verwen-
    den können. Ich halte das auch deshalb für wichtig, weil
    hierdurch die Zusammenarbeit mit der deutschen Wirt-
    schaft gestärkt wird. Ein günstiger Punkt ist auch, wenn
    das Geld immer im Fluss ist.

    Im BMF werden noch Diskussionen über die Rolle der
    Hermes-Bürgschaften geführt werden müssen, weil hier
    eine Konkurrenz befürchtet wird, die ich nicht sehe. Auf




    Antje Hermenau
    13330


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    jeden Fall ist die Zinsverbilligung ein gutes Instrument.
    Wir haben hier die Weichen richtig gestellt, indem wir die
    Titelerläuterung angepasst haben. Hier wird zwar keine
    Geldsumme genannt, trotzdem ist das ein ganz wichtiger
    Punkt. Die zur Verfügung stehenden Finanzmittel bei der
    KfW und in der finanziellen Zusammenarbeit, wo wir mit
    solchen Zuschüssen arbeiten, können wir nämlich ver-
    doppeln, indem wir die pro Kredit aufzuwendenden Mit-
    tel halbieren. Damit steht im Prinzip mehr Geld zur Ver-
    fügung. Es geht eigentlich nur noch darum, die für
    Zinsverbilligungen gegebenen Zuschüsse an die marktüb-
    lichen Laufzeiten anzupassen. Ich halte das für einen ganz
    vernünftigen Weg, mit dem Geld, das einem zur Verfü-
    gung steht, ein größeres Volumen im selben Zeitraum zu
    finanzieren.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD – Klaus-Jürgen Hedrich [CDU/ CSU]: In der letzten Legislaturperiode habt ihr das bekämpft!)


    Die Differenzen zwischen den einzelnen Entwick-
    lungs- und Schwellenländern sind, wie ich schon sagte,
    sehr groß. Hier geht es nicht nur um völlig mittellose und
    ganz arme Empfängerländer. Es gibt hier sehr große
    Differenzen. Von daher ist ein solches Instrument auf ei-
    nige dieser Länder anwendbar und sollte auch angewandt
    werden; denn umso mehr öffentliche Gelder bleiben dann
    zum Beispiel für die Armutsbekämpfung in anderen Län-
    dern übrig. Ich halte dieses Vorgehen für sinnvoll und
    werbe um Unterstützung aus dem ganzen Hause hierfür.

    Ich bedanke mich.

    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)