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ID1820206900

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 18/202 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 202. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 23. November 2016 Inhalt: Tagesordnungspunkt I (Fortsetzung): a) Zweite Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haus- haltsjahr 2017 (Haushaltsgesetz 2017) Drucksachen 18/9200, 18/9202 . . . . . . . 20159 A b) Beratung der Beschlussempfehlung des Haushaltsausschusses zu der Un- terrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2016 bis 2020 Drucksachen 18/9201, 18/9202, 18/9827 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20159 B I .9 Einzelplan 04 Bundeskanzlerin und Bundeskanzler- amt Drucksachen 18/9824, 18/9825 . . . . . . . 20159 B Dr . Sahra Wagenknecht (DIE LINKE) . . . . . . 20159 C Dr . Angela Merkel, Bundeskanzlerin . . . . . . . 20165 B Dr . Anton Hofreiter (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20172 B Thomas Oppermann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 20175 D Volker Kauder (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 20179 C Thomas Jurk (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20182 B Gerda Hasselfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 20184 A Bettina Hagedorn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 20186 D Antje Tillmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 20188 C Dennis Rohde (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20190 A Rüdiger Kruse (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 20192 A Sigrid Hupach (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 20193 D Marco Wanderwitz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 20194 D Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20196 B Martin Dörmann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20197 D Ulle Schauws (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20199 B Hiltrud Lotze (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20200 B Namentliche Abstimmung . . . . . . . . . . . . . . . 20201 C Ergebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20203 C I .10 Einzelplan 05 Auswärtiges Amt Drucksachen 18/9805, 18/9824 . . . . . . . 20201 D Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 20201 D Doris Barnett (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20206 A Omid Nouripour (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20208 A Alois Karl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20209 A Dr . Frank-Walter Steinmeier, Bundesminister AA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20211 B Stefan Liebich (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 20213 C Roderich Kiesewetter (CDU/CSU) . . . . . . . . . 20214 D Manuel Sarrazin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20216 C Erika Steinbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 20217 D Frank Schwabe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20218 D Dr . Bernd Fabritius (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 20219 D Karl-Heinz Wange (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 20221 B Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 202 . Sitzung . Berlin, Mittwoch, den 23 . November 2016II I .11 Einzelplan 14 Bundesministerium der Verteidigung Drucksachen 18/9813, 18/9824 . . . . . . . 20222 B Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 20222 C Bartholomäus Kalb (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 20223 D Dr . Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20225 A Karin Evers-Meyer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 20226 D Dr . Ursula von der Leyen, Bundesministerin BMVg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20228 C Christine Buchholz (DIE LINKE) . . . . . . . . . 20231 A Rainer Arnold (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20232 B Omid Nouripour (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20234 A Henning Otte (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 20234 D Gabi Weber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20237 A Ingo Gädechens (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 20238 A Heidtrud Henn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20239 C I .12 Einzelplan 23 Bundesministerium für wirtschaftli- che Zusammenarbeit und Entwick- lung Drucksachen 18/9824, 18/9825 . . . . . . . 20240 B Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 20240 C Volkmar Klein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 20241 D Uwe Kekeritz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20243 B Axel Schäfer (Bochum) (SPD) . . . . . . . . . . . . 20244 C Dr . Gerd Müller, Bundesminister BMZ . . . . . 20245 D Niema Movassat (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 20248 B Sonja Steffen (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20249 C Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20250 D Jürgen Klimke (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 20252 A Gabi Weber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20253 A Johannes Selle (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 20254 A Stefan Rebmann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20255 A Sibylle Pfeiffer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 20256 C Niema Movassat (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 20258 C Sibylle Pfeiffer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 20259 A Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20259 D Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . . 20261 A (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 202 . Sitzung . Berlin, Mittwoch, den 23 . November 2016 20159 202. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 23. November 2016 Beginn: 9 .00 Uhr
  • folderAnlagen
    Niema Movassat (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 202 . Sitzung . Berlin, Mittwoch, den 23 . November 2016 20261 Anlage zum Stenografischen Bericht Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Beck (Köln), Volker BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 23 .11 .2016 Connemann, Gitta CDU/CSU 23 .11 .2016 De Ridder, Dr . Daniela SPD 23 .11 .2016 Gleicke, Iris SPD 23 .11 .2016 Gysi, Dr . Gregor DIE LINKE 23 .11 .2016 Heller, Uda CDU/CSU 23 .11 .2016 Hennrich, Michael CDU/CSU 23 .11 .2016 Hintze, Peter CDU/CSU 23 .11 .2016 Hirte, Dr . Heribert CDU/CSU 23 .11 .2016 Kofler, Dr. Bärbel SPD 23 .11 .2016 Kretschmer, Michael CDU/CSU 23 .11 .2016 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Marwitz, Hans-Georg von der CDU/CSU 23 .11 .2016 Möhring, Cornelia DIE LINKE 23 .11 .2016 Schimke, Jana CDU/CSU 23 .11 .2016 Schlecht, Michael DIE LINKE 23 .11 .2016 Schnieder, Patrick CDU/CSU 23 .11 .2016 Strebl, Matthäus CDU/CSU 23 .11 .2016 Tank, Azize DIE LINKE 23 .11 .2016 Timmermann-Fechter, Astrid CDU/CSU 23 .11 .2016 Wawzyniak, Halina DIE LINKE 23 .11 .2016 Zeulner, Emmi * CDU/CSU 23 .11 .2016 *aufgrund gesetzlichen Mutterschutzes Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 202. Sitzung Inhaltsverzeichnis EPL 04 Bundeskanzlerin und Bundeskanzleramt EPL 05 Auswärtiges Amt EPL 14 Verteidigung EPL 23 Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Anlage
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Bartholomäus Kalb


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CSU)


    Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kollegin-

    nen und Kollegen! Ich gehöre dem Bundestag ja schon
    eine Weile an, habe Zeiten erlebt, insbesondere nach dem
    Fall des Eisernen Vorhangs, nach dem Fall der Mauer, in
    denen in Europa ein Gefühl aufkam, Verteidigung wäre
    nicht mehr so wichtig . Es gab selbst in bürgerlichen Krei-
    sen viele Leute, die meinten, auf die Bundeswehr könne
    man verzichten


    (Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)


    und Verteidigungsausgaben wären hinausgeschmissenes
    Geld . – Nur langsam! – Wenn Sie heute in die Bevölke-
    rung hineinhören, dann hören Sie, dass sich die Bürger
    sehr bewusst darüber sind, dass wir eine gute Verteidi-
    gungspolitik machen müssen und dass unsere Bundes-
    wehr gut ausgestattet sein muss . Die Wichtigkeit und Be-

    Michael Leutert






    (A) (C)



    (B) (D)


    deutung der Bundeswehr ist heute dem allergrößten Teil
    der Bevölkerung sehr bewusst; sie ist ihnen sehr wichtig .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Die Menschen wissen und spüren, dass sich die Welt
    dramatisch verändert und dass die Bedrohungen drama-
    tisch zugenommen haben . Zugleich erkennen sie, dass
    die Bedrohungslagen viel komplexer geworden sind . Wir
    müssen auch sehen, dass wir uns nicht mehr nur auf un-
    sere Partner verlassen können, vielleicht in Zukunft noch
    weniger als bisher – da müssen wir auch erst sehen, wie
    sich die Politik so mancher Administration entwickelt .

    Wir tragen Verantwortung für Frieden, für Freiheit,
    für Menschlichkeit, sowohl für die Menschen in unserem
    Land als auch in der Welt . Der Krisenbogen spannt sich
    mittlerweile von der östlichen Ukraine über Afghanistan
    bis weit in den arabischen und nordafrikanischen Raum .
    Wir glaubten in der Vergangenheit, dass wir zumindest
    nicht mehr von symmetrischen Bedrohungslagen ausge-
    hen müssten . Heute müssen wir erkennen: Auch dieser
    Bereich muss wieder in die Überlegungen einbezogen
    werden . Hinzu kommen natürlich die sogenannten asym-
    metrischen Bedrohungen durch den Terrorismus, die uns
    vor neue, wesentlich größere Herausforderungen stellen .
    Das Thema der Angriffe aus dem Cyberraum ist vorhin
    bereits angesprochen worden . Auf all diese Fragen und
    in all diesen Situationen müssen wir entsprechende Ant-
    worten geben .

    Der Haushalt für das Jahr 2017, den wir heute beraten,
    gibt Antworten auf die neuen Herausforderungen . Mit
    37 Milliarden Euro ist er der größte Verteidigungshaus-
    halt in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland .
    Wir haben Schwerpunkte gesetzt, die uns sehr wichtig
    sind: im Bereich Materialerhalt, im Bereich Forschung
    und Entwicklung, aber auch, was die Einrichtung neuer
    Studiengänge in Hamburg und in München betrifft, ins-
    besondere für den Bereich Cybersicherheit . Wir haben
    auch beim Personal eine Trendwende eingeleitet . Wir ha-
    ben die Stellen für Reservistendienstleistende von 2 500
    auf 3 000 erhöht . Wir treffen Vorsorge im Bereich Cy-
    bersicherheit, im Bereich Aufklärung, in den Bereichen
    Luftraumüberwachung und Luftverteidigung und vieles
    andere mehr .

    Aber wir haben auch Vorsorge getroffen, um die Auf-
    gaben, die innerhalb der NATO vereinbart und uns zuge-
    wiesen sind, zu erfüllen; ich denke an Lufttransport und
    auch an Einsatzfelder zur See . Weil es Kollege Leutert
    eben angesprochen hat: Mit dem zusätzlich von uns be-
    schlossenen und mit Verpflichtungsermächtigungen aus-
    gestatteten Ansatz sollen fünf neue Korvetten beschafft
    werden . Diese werden wir nicht etwa zur Bekämpfung
    von „Seeungeheuern“ verwenden, wie Sie es, lieber Kol-
    lege Dr . Lindner,


    (Lachen des Abg . Michael Leutert [DIE LINKE])


    in einer Ihrer Anfragen bezeichnet haben . Vielmehr ver-
    wenden wir sie, um die Anforderungen, die sich aus un-
    seren Aufgaben ergeben, erfüllen zu können . Wenn es für
    eine solche Maßnahme sowohl vonseiten der NATO als

    auch vonseiten des Ministeriums, des Parlaments, des
    Verteidigungsausschusses und des Haushaltsausschus-
    ses, Impulse gibt und man sich auf ein entsprechendes
    Vorgehen verständigt, dann sollten wir als Parlamentari-
    er selbstbewusst genug sein und sagen: Das ist eine aus
    unserer Sicht richtige und notwendige Entscheidung . Ich
    bedanke mich dafür bei den zuständigen Kollegen .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich will
    ein kleines Thema, aber für die Betroffenen sehr bedeu-
    tendes, noch ansprechen . Ich möchte die Stiftung für
    unverschuldet in Not geratene Soldaten ansprechen –
    Hintergrund waren die Radargeschädigten –, die wir
    eingerichtet haben . Wenn es auch kleine Beiträge sind:
    Für die Betroffenen ist es eine ganz wichtige Sache . Ich
    will aber auch betonen: Das war immer ein besonde-
    res Anliegen des Haushaltsausschusses . Ich stehe nicht
    an, dem früheren Kollegen und meinem Vorgänger als
    Hauptberichterstatter Jürgen Koppelin und auch dem
    jetzigen Agrarminister – damals in anderer Funktion –
    Christian Schmidt für die seinerzeitigen Anstrengungen
    und kreativen Beratungen zu danken . Wir haben die Vor-
    schläge gerne aufgenommen und sehen darin auch unser
    Anliegen aufgenommen, wenn ich das für meine zustim-
    menden Mitberichterstatterinnen und Mitberichterstatter
    sagen darf .


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir brau-
    chen heute auch eine Antwort auf die Frage, wie wir
    Fachkräfte für die Bundeswehr gewinnen können . Wir
    brauchen eine Personalpolitik, die dafür sorgt, dass wir
    auch in sich verändernden Zeiten, insbesondere in Zeiten
    demografischer  Veränderungen,  hochqualifiziertes  Per-
    sonal bekommen . Die Bundeswehr benötigt Mitarbeiter,
    die bestens ausgebildet sind, die äußerst zuverlässig und
    loyal sind und die wissen, welch große Verantwortung sie
    übernehmen . Deswegen sind wir all jenen sehr dankbar,
    die sich zum Dienst in der Bundeswehr bereit erklären
    und damit dafür eintreten, dass unsere Werte verteidigt
    und geschützt werden können .


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Wir haben in wichtigen Bereichen eine Trendwen-
    de eingeleitet . Generalinspekteur Wieker hat es bei den
    Petersberger Gesprächen nochmals zum Ausdruck ge-
    bracht – ich darf zitieren –:

    Es liegt auf der Hand, dass die drei Trendwenden
    in den Bereichen Finanzen, Personal und Material
    ganz wesentliche Voraussetzungen zum Erreichen
    der notwendigen Streitkräftestrukturen sind .

    Meine sehr verehrten Damen und Herren, mit dem jetzt
    vorliegenden Verteidigungshaushalt nehmen wir eine
    Weichenstellung vor . Diese Weichenstellung ist richtig .
    Die Trendwende muss natürlich verstärkt werden .

    Zum Schluss darf ich mich ganz herzlich bedanken
    bei meiner lieben Kollegin Mitberichterstatterin Karin

    Bartholomäus Kalb






    (A) (C)



    (B) (D)


    Evers-Meyer, beim Kollegen Dr . Lindner und beim Kol-
    legen Leutert . Auch wenn wir hier Diskussionen mit viel-
    leicht etwas schärferer Klinge führen: In der Sache kön-
    nen wir sehr gut zusammenarbeiten . Dafür möchte ich
    mich ganz herzlich bedanken . Ich wünsche der Frau Mi-
    nisterin alles Gute bei der Umsetzung dieses Haushalts .
    Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wie natürlich
    auch den Angehörigen der Bundeswehr und den Solda-
    ten ebenfalls ganz herzlichen Dank und viel Glück bei
    der Erfüllung ihrer Aufgaben!


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)




Rede von Ulla Schmidt
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

Vielen Dank . – Nächster Redner ist der Kollege

Dr . Tobias Lindner, Bündnis 90/Die Grünen .


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Tobias Lindner


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Vielen Dank . – Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen

    und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren!
    Ich möchte zuerst an den Dank des Kollegen Kalb an-
    knüpfen, und zwar vor allem aus dem Grund, weil es ja
    der letzte Haushalt ist, den der Kollege Kalb als Haupt-
    berichterstatter für den Einzelplan 14 zu verantworten
    hat . Du, lieber Bartholomäus, hast diesem Hohen Hause
    schon angehört, da bin ich noch in den Kindergarten ge-
    gangen .


    (Heiterkeit bei Abgeordneten der CDU/CSU – Henning Otte [CDU/CSU]: Merkt man gar nicht, dass du mal im Kindergarten warst!)


    Wie lange mir dies beschieden sein wird, weiß ich nicht .
    Aber  ich will sagen: Ich finde, dass wir  in der Bericht-
    erstattergruppe immer produktiv waren und mit diesem
    Einzelplan angesichts seines Finanzvolumens angemes-
    sen umgegangen sind, auch wenn unserer Fraktion am
    Ende des Tages das Ergebnis der Beratungen nicht passt .
    Auch das ist kein Geheimnis .


    (Manfred Grund [CDU/CSU]: Das ist aber schade!)


    Liebe Frau von der Leyen, Sie sind 2013 mit großen
    Ambitionen und noch viel größeren Ankündigungen an-
    getreten . Sie haben versprochen, in Ihrem Haus aufzu-
    räumen, Dinge anders und vor allen Dingen besser zu
    machen . Am Anfang sind Köpfe gerollt, Sie haben ei-
    niges umorganisiert und vor allem eine Menge Berichte
    geschrieben . Ja, im Beschaffungswesen der Bundeswehr
    ist manches transparenter geworden . Aber ich will hinzu-
    fügen: Es ist nach der Ära von Thomas de Maizière auch
    nicht unbedingt schwer, Dinge transparenter zu machen .


    (Michael Brand [CDU/CSU]: Na, na!)


    Die Probleme, die vorhanden sind, liegen nun klarer
    und deutlicher auf dem Tisch, und sie sind sichtbarer;
    auch das wollen wir als Opposition durchaus eingeste-
    hen . Nur, Frau Ministerin: Dadurch, dass Probleme sicht-
    bar sind, sind sie noch lange nicht gelöst . Da sieht Ihre
    Bilanz tatsächlich sehr dürftig aus . Die Große Koalition
    feiert sich in diesen Tagen ja gern für die schwarze Null .
    Ich muss sagen: Das Milliardengrab Einzelplan 14, der
    Verteidigungsetat, hat nichts mit einer schwarzen Null zu

    tun . Es ist eher ein schwarzes Loch für Steuergeld, meine
    Damen und Herren .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Henning Otte [CDU/CSU]: Ei, ei, ei!)


    Wenn man sich die Etatsteigerungen ansieht – die
    Bundesregierung redet ja gerne und viel über die neue
    Verantwortung Deutschlands in der Welt –, dann stellt
    man fest: Es passt nicht zusammen, dass der Verteidi-
    gungsetat in diesem Jahr um eine Summe aufwächst, die
    50 Prozent des ganzen Geldes, das für das Auswärtige
    Amt zur Verfügung steht, ausmacht . Während wir noch
    in der Bereinigungsnacht in den Bereichen Entwick-
    lungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe Geld haben
    zusammenkratzen müssen, gab es hier Mittel in Hülle
    und Fülle . Das ist eine völlig falsche Prioritätensetzung,
    liebe Kolleginnen und Kollegen .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN – Ingo Gädechens  [CDU/CSU]:  Das  empfinde  ich  ganz anders! – Henning Otte [CDU/CSU]: Ist es nicht! – Gegenruf des Abg . Omid Nouripour [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ist es doch!)


    Die Sinnhaftigkeit ist vor allem deshalb fraglich, Kol-
    lege Otte, weil die Probleme im Einzelplan 14 nach wie
    vor nicht gelöst sind . Allein im letzten Jahr wurden im
    Verteidigungsetat 1,7 Milliarden Euro anders verwandt,
    als es der Haushaltsgesetzgeber vorgesehen hat . Ja, das
    ist haushaltsrechtlich möglich; aber das ist alles andere
    als Sinn und Zweck der Übung . Jetzt mögen Sie, Frau
    von der Leyen, vielleicht einräumen: Na ja, wir müssen
    flexibel sein. Wir können nicht alles  im Voraus planen; 
    manches verändert sich .


    (Michael Brand [CDU/CSU]: So!)


    Aber dann frage ich Sie: Warum sind in Ihrer ganzen
    Amtszeit immer wieder, Jahr für Jahr, Gelder im Be-
    schaffungsbereich übrig, und warum ist der Bereich Per-
    sonal  Jahr  für  Jahr  unterfinanziert?  Ich  persönlich  und 
    meine Fraktion halten es für unverantwortlich, über mehr
    Personal bei der Bundeswehr zu reden, wenn es dort eine
    Unterfinanzierung gibt, und gleichzeitig neue Ausgaben 
    für Rüstung zu fordern, wenn Sie das Geld an dieser Stel-
    le überhaupt nicht ausgeben, Frau Ministerin . Das ist al-
    les andere als gute Haushaltsführung .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Sie haben gesagt: Wir machen bei der Beschaffung
    einiges anders; wir wollen aus dem Auftrag der Bundes-
    wehr herleiten, welche Fähigkeiten benötigt werden . –
    In Gegenwart des Kollegen Otte und von mir haben
    Sie neulich in Celle gesagt: Die Bundeswehr will das
    beschaffen, was gebraucht wird, und nicht das, was ihr
    angeboten wird . – Schön wär’s . Diese Ansätze und die
    ganzen Dokumente, die Sie geschrieben haben, haben
    Sie sprichwörtlich über Bord geworfen . Damit Sie noch
    ein Bord haben, über das Sie sie werfen können, haben
    Sie sich extra dafür von zwei Haushaltskollegen von der
    Küste fünf neue Korvetten ins Programm schreiben las-
    sen . All das, was Sie sich in Sachen Transparenz in den

    Bartholomäus Kalb






    (A) (C)



    (B) (D)


    letzten Jahren vorgenommen haben, Frau Ministerin,
    können Sie jetzt in die Tonne treten .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Ach, na ja!)


    Vielleicht bezweifeln ja manche, dass es um Partikularin-
    teressen gehen könnte .


    (Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Meine nicht!)


    Ich habe nachgefragt, lieber Ingo Gädechens . Ein Ergeb-
    nis war: Es gibt keine haushaltsbegründenden Dokumen-
    te für diese fünf neuen Korvetten . Das ist zwar konform
    mit der Bundeshaushaltsordnung, aber darauf, dass es
    wirklich geplant ist, weist es nicht hin .

    Agnieszka Brugger und ich haben uns am 8 . Novem-
    ber dieses Jahres mit mehreren Fragen in Form einer
    Kleinen Anfrage an die Bundesregierung gewandt . Ihr
    Parlamentarischer Staatssekretär hat gestern Mittag um
    16 .35 Uhr – nach zwei Wochen – den geschätzten Herrn
    Bundestagspräsidenten um Fristverlängerung gebeten,
    weil einige Fragen noch nicht beantwortet werden kön-
    nen . Es mag ja sein, dass Sie einiges nicht beantworten
    können, aber dann frage ich Sie: Warum wollen Sie heute
    Geld dafür haben, wenn Sie noch nicht einmal wissen,
    wie genau der Bedarf für diese Korvetten hergeleitet ist?
    Nein, hier haben Sie alte Zeiten im Haushalt .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Johannes Kahrs hat sich anscheinend nicht in die De-
    batte getraut . Ich habe den Eindruck, dass es, solange
    diese Schiffe gebaut werden, völlig unerheblich ist, für
    was man sie braucht . Johannes Kahrs hätte ich zugetraut,
    dass er die Korvetten auch bestellt hätte, wenn man damit
    die Spargelfahrt des Seeheimer Kreises hätte unterneh-
    men können .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN – Jürgen Trittin [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das wäre noch einmal ein vernünftiger Schritt! – Michael Brand [CDU/CSU]: Er kann nicht da sein, er ist gebucht!)


    – Die CDU weist mich darauf hin, dass er anscheinend
    gebucht ist . Okay, das werden wir überprüfen .

    Ich komme zum vorletzten Punkt . Sie haben ja viel
    über Personalgewinnung geredet . Es gibt in diesen Tagen
    eine entsprechende YouTube-Serie, die ich persönlich
    sehr vorsichtig bewerte . Dabei kommt aber der ganze Be-
    reich der zivilen Wehrverwaltung der Bundeswehr unter
    die Räder . Warum machen Sie eigentlich dafür nichts?
    Beim Beschaffungsamt in Koblenz, wo man eigentlich
    die Probleme angehen müsste, gibt es eine Unzahl un-
    besetzter Stellen im gehobenen technischen Dienst . Die
    sind nach wie vor offen . Statt das anzugehen, bauen Sie
    jetzt quasi eine Parallelarmee von Unternehmensberatern
    auf . Sie wollen 200 Millionen Euro in die Hand nehmen,
    um mit Unternehmensberatern in Koblenz diese Pro-
    bleme irgendwie zu kaschieren . Selbst der Bundesrech-
    nungshof warnt Sie und sagt: Die Neutralität, die Unab-
    hängigkeit des Verwaltungshandelns ist in Gefahr, wenn
    man wichtige Entscheidungen in die Hand von einigen
    wenigen Beratungsunternehmen gibt . – Nein, Frau von

    der Leyen, diese 200 Millionen Euro sind an dieser Stelle
    nicht gut eingesetzt . Die sollten Sie lieber in die Hand
    nehmen, um die Personalprobleme, die Sie im zivilen
    Bereich haben, tatsächlich zu lösen .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Nun zum letzten Punkt . Dabei geht es darum, ob Sie
    es ernst damit meinen, hart mit der Rüstungsindustrie
    umzugehen und das Beschaffungswesen neu zu ordnen .
    Es bleibt Ihr Geheimnis, warum Sie bis heute nicht die
    Schadensersatzansprüche eintreiben, die Deutschland
    wegen der verspäteten und mangelhaften Lieferung des
    Transportflugzeugs  A400M  gegenüber  Airbus  hat.  Ich 
    kann verstehen, dass solche Gespräche schwierig sind .
    Diese Probleme aber, liebe Kolleginnen und Kollegen,
    gibt es ja wirklich nicht erst seit gestern . Wir wissen seit
    über einem Jahr, dass sich die Lieferungen verzögern und
    dass das zu erheblichen Mehrkosten führen wird, weil
    man die Transall länger betreiben muss . Der Schadenser-
    satz wird diese Kosten bei weitem nicht aufwiegen .

    Wenn ich zusammenrechne, was Sie mir in Bezug
    auf einzelne Zahlungen für die ersten fünf Maschinen
    geantwortet haben, die einfache mathematische Operati-
    on einer Multiplikation mache, wenn ich in dem Vertrag
    lese, dass uns Geld für jeden Tag zusteht, den ein Flieger
    verspätet geliefert wird, dann ist mein Eindruck, dass Sie
    hier ohne Not Millionen und Abermillionen – ich würde
    sagen, einen höheren dreistelligen Millionenbetrag – bei
    diesem Unternehmen liegen lassen, statt ihn im Sinne der
    Steuerzahlerinnen und Steuerzahler einzutreiben . Wir
    fordern Sie auf: Legen Sie da endlich harte Hand vor!
    Machen Sie da endlich einmal ernst mit Ihren Ankündi-
    gungen!

    Liebe Kolleginnen und Kollegen, dieser Verteidi-
    gungsetat löst nicht die Probleme, vor denen die Bundes-
    wehr steht . Er ist die falsche Antwort auf die sicherheits-
    und außenpolitischen Herausforderungen, vor denen
    unser Land und vor denen Europa steht .

    Herzlichen Dank .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)