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ID1820204000

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    Plenarprotokoll 18/202 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 202. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 23. November 2016 Inhalt: Tagesordnungspunkt I (Fortsetzung): a) Zweite Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haus- haltsjahr 2017 (Haushaltsgesetz 2017) Drucksachen 18/9200, 18/9202 . . . . . . . 20159 A b) Beratung der Beschlussempfehlung des Haushaltsausschusses zu der Un- terrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2016 bis 2020 Drucksachen 18/9201, 18/9202, 18/9827 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20159 B I .9 Einzelplan 04 Bundeskanzlerin und Bundeskanzler- amt Drucksachen 18/9824, 18/9825 . . . . . . . 20159 B Dr . Sahra Wagenknecht (DIE LINKE) . . . . . . 20159 C Dr . Angela Merkel, Bundeskanzlerin . . . . . . . 20165 B Dr . Anton Hofreiter (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20172 B Thomas Oppermann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 20175 D Volker Kauder (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 20179 C Thomas Jurk (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20182 B Gerda Hasselfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 20184 A Bettina Hagedorn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 20186 D Antje Tillmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 20188 C Dennis Rohde (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20190 A Rüdiger Kruse (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 20192 A Sigrid Hupach (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 20193 D Marco Wanderwitz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 20194 D Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20196 B Martin Dörmann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20197 D Ulle Schauws (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20199 B Hiltrud Lotze (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20200 B Namentliche Abstimmung . . . . . . . . . . . . . . . 20201 C Ergebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20203 C I .10 Einzelplan 05 Auswärtiges Amt Drucksachen 18/9805, 18/9824 . . . . . . . 20201 D Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 20201 D Doris Barnett (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20206 A Omid Nouripour (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20208 A Alois Karl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20209 A Dr . Frank-Walter Steinmeier, Bundesminister AA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20211 B Stefan Liebich (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 20213 C Roderich Kiesewetter (CDU/CSU) . . . . . . . . . 20214 D Manuel Sarrazin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20216 C Erika Steinbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 20217 D Frank Schwabe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20218 D Dr . Bernd Fabritius (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 20219 D Karl-Heinz Wange (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 20221 B Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 202 . Sitzung . Berlin, Mittwoch, den 23 . November 2016II I .11 Einzelplan 14 Bundesministerium der Verteidigung Drucksachen 18/9813, 18/9824 . . . . . . . 20222 B Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 20222 C Bartholomäus Kalb (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 20223 D Dr . Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20225 A Karin Evers-Meyer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 20226 D Dr . Ursula von der Leyen, Bundesministerin BMVg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20228 C Christine Buchholz (DIE LINKE) . . . . . . . . . 20231 A Rainer Arnold (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20232 B Omid Nouripour (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20234 A Henning Otte (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 20234 D Gabi Weber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20237 A Ingo Gädechens (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 20238 A Heidtrud Henn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20239 C I .12 Einzelplan 23 Bundesministerium für wirtschaftli- che Zusammenarbeit und Entwick- lung Drucksachen 18/9824, 18/9825 . . . . . . . 20240 B Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 20240 C Volkmar Klein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 20241 D Uwe Kekeritz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20243 B Axel Schäfer (Bochum) (SPD) . . . . . . . . . . . . 20244 C Dr . Gerd Müller, Bundesminister BMZ . . . . . 20245 D Niema Movassat (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 20248 B Sonja Steffen (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20249 C Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20250 D Jürgen Klimke (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 20252 A Gabi Weber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20253 A Johannes Selle (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 20254 A Stefan Rebmann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20255 A Sibylle Pfeiffer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 20256 C Niema Movassat (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 20258 C Sibylle Pfeiffer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 20259 A Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20259 D Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . . 20261 A (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 202 . Sitzung . Berlin, Mittwoch, den 23 . November 2016 20159 202. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 23. November 2016 Beginn: 9 .00 Uhr
  • folderAnlagen
    Niema Movassat (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 202 . Sitzung . Berlin, Mittwoch, den 23 . November 2016 20261 Anlage zum Stenografischen Bericht Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Beck (Köln), Volker BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 23 .11 .2016 Connemann, Gitta CDU/CSU 23 .11 .2016 De Ridder, Dr . Daniela SPD 23 .11 .2016 Gleicke, Iris SPD 23 .11 .2016 Gysi, Dr . Gregor DIE LINKE 23 .11 .2016 Heller, Uda CDU/CSU 23 .11 .2016 Hennrich, Michael CDU/CSU 23 .11 .2016 Hintze, Peter CDU/CSU 23 .11 .2016 Hirte, Dr . Heribert CDU/CSU 23 .11 .2016 Kofler, Dr. Bärbel SPD 23 .11 .2016 Kretschmer, Michael CDU/CSU 23 .11 .2016 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Marwitz, Hans-Georg von der CDU/CSU 23 .11 .2016 Möhring, Cornelia DIE LINKE 23 .11 .2016 Schimke, Jana CDU/CSU 23 .11 .2016 Schlecht, Michael DIE LINKE 23 .11 .2016 Schnieder, Patrick CDU/CSU 23 .11 .2016 Strebl, Matthäus CDU/CSU 23 .11 .2016 Tank, Azize DIE LINKE 23 .11 .2016 Timmermann-Fechter, Astrid CDU/CSU 23 .11 .2016 Wawzyniak, Halina DIE LINKE 23 .11 .2016 Zeulner, Emmi * CDU/CSU 23 .11 .2016 *aufgrund gesetzlichen Mutterschutzes Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 202. Sitzung Inhaltsverzeichnis EPL 04 Bundeskanzlerin und Bundeskanzleramt EPL 05 Auswärtiges Amt EPL 14 Verteidigung EPL 23 Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Anlage
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Hiltrud Lotze


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Vielen Dank . – Drittens: die Gedenkstätten, die an

    die Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus und an
    die SED-Diktatur erinnern und damit auch mahnen . Es
    ist ungeheuer wichtig, dass Menschen, besonders junge
    Menschen, sich an diesen authentischen Orten wie den
    Gedenkstätten mit unserer Geschichte auseinandersetzen
    können .

    Die jungen Menschen wollen das auch . Ich habe das
    erst neulich wieder in einem Schulprojekt erfahren, als

    Ulle Schauws






    (A) (C)



    (B) (D)


    ich mit Schülerinnen und Schülern einer zehnten Klasse
    am Gymnasium Lüchow in meinem Wahlkreis zur Erin-
    nerungspolitik gearbeitet habe . Die Forderung der Schü-
    ler ist: Jede Schulklasse muss mindestens einmal eine
    Gedenkstätte besuchen, und dieser Besuch sollte öffent-
    lich gefördert werden .


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Dafür brauchen die Gedenkstätten Geld für pädago-
    gisches Personal, besonders vor dem Hintergrund, dass
    eben immer mehr Menschen dort hinkommen . Das ist ein
    Erfolg . Die Besuchergruppen, die dort hinkommen, wer-
    den immer bunter: Es gibt Menschen mit unterschiedli-
    chen Nationalitäten, mit unterschiedlichen Religionen
    und mit unterschiedlichen Geschichtsbildern . Deswegen
    ist es wichtig, dass die Gedenkstätten über ausreichend
    finanzielle Mittel verfügen.

    Es ist uns gelungen, einige personell besser auszustat-
    ten, zum Beispiel die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg .


    (Beifall der Abg . Ulli Nissen [SPD])


    Andere Gedenkstätten sind leider leer ausgegangen, zum
    Beispiel die Gedenkstätte Bergen-Belsen . Sie macht eine
    hervorragende internationale Arbeit . Ich weiß, dass auch
    hier zu wenig Geld vorhanden ist, um die Arbeit so aus-
    führen zu können, wie es die Besucherströme eigentlich
    erfordern .

    Das Wichtige an dieser Erinnerungsarbeit ist doch
    nicht nur, dass wir zurückschauen . Erinnerungsarbeit
    ist immer auch zukunftsgewandt; denn die Arbeit in den
    Gedenkstätten ist im besten Sinne Demokratie- und Men-
    schenrechtsbildung .


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Liebe Kolleginnen und Kollegen, eines fehlt aber im
    Bundeshaushalt: Das sind die Mittel für das Freiheits-
    und Einheitsdenkmal . Der Haushaltsausschuss hat den
    Bau aufgrund der Kostensteigerungen gestoppt . Diese
    Entscheidung akzeptieren wir SPD-Kulturpolitikerin-
    nen und -Kulturpolitiker . Wir sind uns aber einig, dass
    dadurch die Idee eines Freiheits- und Einheitsdenkmals,
    dessen Errichtung auf einem Bundestagsbeschluss be-
    ruht, nicht gestorben sein darf .


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Ich freue mich, dass ich die Gelegenheit habe, vor vol-
    lem Haus zu sprechen . Worum geht es? Es geht darum,
    ein Denkmal zu errichten, das an die friedliche Revolu-
    tion von 1989 erinnert . Mutige Menschen haben damals
    die Mauer von innen niedergerissen . Sie haben gezeigt,
    dass die Kraft der Freiheit, der Demokratie und der Ver-
    antwortung stärker ist als die Kraft der Unterdrückung .
    Ich bin mir sehr sicher, dass wir uns alle hier mehrheit-
    lich darin einig sind: Es ist uns etwas wert, dieses positive
    und schöne Ereignis der deutschen Demokratiegeschich-
    te mit einem eigenen und neuen Denkmal zu würdigen .


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Freiheit und Einheit – das ist uns allen klar – sind nicht
    selbstverständlich . Auch deswegen ist dieses Denkmal
    ein in die Zukunft gerichtetes Denkmal . Ich würde mich
    also sehr darüber freuen und setze mich dafür ein, dass
    wir im nächsten Haushaltsentwurf für dieses Freiheits-
    und Einheitsdenkmal wieder Mittel einstellen werden .


    (Volker Kauder [CDU/CSU]: Nein! Das brauchen wir nicht!)


    Damit danke ich für die Aufmerksamkeit .


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)




Rede von Claudia Roth
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Vielen Dank, Hiltrud Lotze . – Ich schließe die Aus-

sprache .

Wir kommen jetzt zur Abstimmung über den Einzel-
plan 04 – Bundeskanzlerin und Bundeskanzleramt – in
der Ausschussfassung . Wir stimmen namentlich ab . Dazu
bitte ich jetzt die Schriftführer und Schriftführerinnen,
die vorgesehenen Plätze einzunehmen . –Jetzt kommt die
Frage, die Sie schon kennen: Sind alle Plätze an den Ur-
nen besetzt? – Gut . Dann eröffne ich die Abstimmung
über den Einzelplan 04 .

Gibt es noch Kolleginnen und Kollegen, die noch
nicht abgestimmt haben? – Das ist nicht der Fall . Damit
schließe ich die Abstimmung und bitte die Schriftführe-
rinnen und Schriftführer, mit der Auszählung zu begin-
nen . Das Ergebnis der namentlichen Abstimmung wird
Ihnen später bekannt gegeben .1)

Ich bitte jetzt diejenigen, die an der nächsten Debatte
teilnehmen wollen, Platz zu nehmen .

Ich rufe den Tagesordnungspunkt I .10 auf:

Einzelplan 05
Auswärtiges Amt

Drucksachen 18/9805, 18/9824

Berichterstatter beim Einzelplan 05 sind die Abge-
ordneten Doris Barnett, Alois Karl, Michael Leutert und
Dr . Tobias Lindner .

Zum Einzelplan 05 liegt ein Entschließungsantrag der
Fraktion Die Linke vor, über den wir dann am Freitag
nach der Schlussabstimmung abstimmen werden .

Nach einer interfraktionellen Vereinbarung sind für
die Aussprache 96 Minuten vorgesehen . – Ich höre und
sehe keinen Widerspruch .

Dann eröffne ich die Aussprache und gebe das Wort
Michael Leutert für die Linke .


(Beifall bei der LINKEN)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Michael Leutert


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (None)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kolle-

    gen! Herr Minister, wir sprechen jetzt über 5,2 Milliar-
    den Euro für das Auswärtige Amt . Das sind immerhin
    630 Millionen Euro mehr, als Sie in der ersten Lesung

    1) Ergebnis Seite 20203 C

    Hiltrud Lotze






    (A) (C)



    (B) (D)


    beantragt hatten . Während der Verhandlungen wurden
    475 Millionen Euro mehr für humanitäre Hilfe, genauso
    wie wir das gefordert haben – Links wirkt also –,


    (Beifall bei der LINKEN)


    und 75 Millionen Euro mehr für die Krisenbewältigung
    bereitgestellt . Trotzdem muss ich Ihnen sagen: Gemessen
    an den Aufgaben und Problemen, vor denen wir stehen –
    diese sind nicht geringer geworden –, langt das Geld
    nicht .


    (Michael Brand [CDU/CSU]: Ihnen langt es ja nie!)


    Ich habe zumindest noch nicht gehört, dass die Bürger-
    kriege in Syrien und im Irak beendet wurden, dass sich
    die Situation in der Ukraine oder in Afghanistan beruhigt
    hat oder dass die Fluchtursachen in Afrika verschwunden
    sind . Im Gegenteil: Mit der Wahl von Trump in Ame-
    rika und der katastrophalen Entwicklung in der Türkei
    verschärft sich der Handlungsdruck . Am Sonntag, den
    4 . Dezember, gibt es in Europa zwei wichtige Abstim-
    mungen: das Verfassungsreferendum in Italien und die
    Präsidentschaftswahl in Österreich . Die Ergebnisse
    könnten Europa wieder vor neue Herausforderungen
    stellen . All das zeigt, dass wir uns in einer sehr schwieri-
    gen außenpolitischen Situation befinden. Ich glaube, das 
    ist unstrittig und allen bewusst .

    Um dem zu begegnen, wird viel davon geredet, dass
    wir auf internationaler Ebene mehr Verantwortung über-
    nehmen müssen . Aber was heißt das eigentlich? Das rei-
    ne Beschwören dieser Formel verdeckt eigentlich einen
    Fakt: Die Außenpolitik steckt derzeit fest . Im Kern ist
    deutsche Außenpolitik derzeit nicht handlungsfähig . Mit
    dem Flüchtlingsdeal mit der Türkei hat sich die Bundes-
    regierung erpressbar gemacht . Nicht bloß das: Sie hat
    Glaubwürdigkeit massiv verspielt . Ich frage Sie: Wie
    soll denn Trump etwas ernsthaft und moralisch begrün-
    det entgegengesetzt werden, wenn gleichzeitig Erdogan
    finanziell unterstützt wird, und zwar nur aus dem Grund, 
    dass er dafür sorgt, dass keine Flüchtlinge bei uns an-
    kommen,


    (Michael Brand [CDU/CSU]: Das Geld kommt zu den Flüchtlingen, nicht zu Erdogan!)


    und wir die ganze Zeit dazu schweigen, dass in der Tür-
    kei eine Entwicklung eingesetzt hat, die immer mehr in
    Richtung Diktatur geht, und dass Säuberungen, Massen-
    entlassungen und Massenverhaftungen durchgeführt
    werden . Amnesty International spricht bereits von Folter .
    Der richtige Weg wäre jetzt, die Beitrittsverhandlungen
    auf Eis zu legen .


    (Beifall bei der LINKEN)


    Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen der Mauer,
    die Trump an der Grenze zu Mexiko bauen will, und der
    Mauer, die mit dem Flüchtlingsdeal in Europa hochgezo-
    gen wurde? Der einzige Unterschied ist, dass die Mauer
    bei uns nicht sichtbar ist .


    (Michael Brand [CDU/CSU]: Sie sollten nicht über Mauern sprechen, Sie nicht!)


    – Genau darauf will ich hinaus . – Wir in Deutschland
    sollten es doch besser wissen und darauf hinweisen, dass
    Mauern keine Probleme lösen, sondern sie zementieren .
    Mauern verschärfen Konflikte nur.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Im Übrigen glaube ich, dass viele Menschen in unse-
    rem Land eine solche Politik nicht wollen . Viele Men-
    schen merken, dass hier mit zweierlei Maß gemessen
    wird . Viele hören nicht mehr zu, wenn sie an Werte wie
    Demokratie, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschen-
    rechte erinnert werden, wenn im gleichen Atemzug mit
    Leuten wie Erdogan, die die Rechte mit Füßen treten,
    zusammengearbeitet wird . Deshalb gewinnen derzeit
    Rechtspopulisten, glaube ich, eine Abstimmung nach der
    anderen, auch in Europa .


    (Beifall bei der LINKEN)


    International mehr Verantwortung übernehmen, wür-
    de bedeuten, dass wir zuallererst etwas dafür tun, dass
    Europa wieder funktioniert . Das heißt insbesondere, dass
    wir die südlichen Länder in Europa, Griechenland, Itali-
    en, nicht alleine lassen .


    (Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)


    Wir brauchen europäische Regelungen und europäische
    Institutionen, die europaeinheitlich und durch Europa fi-
    nanziert die Aufgaben von Asyl, von Flüchtlingsschutz,
    von Flüchtlingsrettung im Mittelmeer, von Migration
    ganz allgemein übernehmen .

    International mehr Verantwortung übernehmen, be-
    deutet auch, endlich die internationalen Organisationen
    wieder zu stärken . Wir brauchen wieder eine UNO, die
    die Rolle spielen kann, für die sie eigentlich vorgesehen
    ist .


    (Beifall bei Abgeordneten der LINKEN – Michael Brand [CDU/CSU]: Gerade bei Syrien wird es doch blockiert!)


    Und wir brauchen eine Finanzierung von Programmen
    auf internationaler Ebene . Es kann doch nicht sein, dass
    das Welternährungsprogramm jedes Jahr auf Betteltour
    gehen muss, um die Euros zusammenzubekommen, die
    nötig sind, um sich um die Menschen in den Krisenge-
    bieten kümmern zu können .


    (Beifall bei der LINKEN)


    Wir brauchen eine auskömmliche Finanzierung, eine
    planungssichere Finanzierung . Das Geld, das wir dafür
    benötigen, finde ich in diesem Haushalt nicht. 

    Die Kanzlerin hat heute in ihrer Rede die 2 Prozent
    des Bruttoinlandsproduktes angesprochen, die für Vertei-
    digung ausgegeben werden sollen . Wenn wir über diese
    Zahl sprechen – das wären ungefähr 70 Milliarden Euro
    im Jahr –, dann sollten wir auch darüber sprechen, dass
    wir vielleicht 2 Prozent des Gesamthaushalts für das Aus-
    wärtige Amt zur Verfügung stellen . Das wären 7 Milliar-
    den Euro . Das wäre ein politisches Umsteuern, das den
    Aufgaben wirklich gerecht würde . Dafür könnten auch

    Michael Leutert






    (A) (C)



    (B) (D)


    wir Linke uns erwärmen . So können wir dem Haushalt
    nicht zustimmen .


    (Michael Brand [CDU/CSU]: Das ist aber überraschend!)


    Vielen Dank .


    (Beifall bei der LINKEN)