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    Plenarprotokoll 18/138 Textrahmenoptionen: 16 mm Abstand oben Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 138. Sitzung Berlin, Dienstag, den 24. November 2015 Inhalt: Gedenken an die Opfer der Pariser Attentate . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13497 A Begrüßung der Delegation von Parlamentari- ern aus Usbekistan unter Vorsitz von Herrn Shadmanov . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13518 D Tagesordnungspunkt I: a) Zweite Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bun- deshaushaltsplans für das Haushalts- jahr 2016 (Haushaltsgesetz 2016) Drucksachen 18/5500, 18/5502 . . . . . . . . 13498 B b) Beratung der Beschlussempfehlung des Haushaltsausschusses zu der Unterrich- tung durch die Bundesregierung: Finanz- plan des Bundes 2015 bis 2019 Drucksachen 18/5501, 18/5502, 18/6127 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13498 B I .1 Einzelplan 01 Bundespräsident und Bundespräsidi- alamt Drucksachen 18/6124, 18/6125 . . . . . . . . 13498 B I .2 Einzelplan 02 Deutscher Bundestag Drucksachen 18/6102, 18/6124 . . . . . . . . 13498 B I .3 Einzelplan 03 Bundesrat Drucksachen 18/6124, 18/6125 . . . . . . . . 13498 C I .4 a) Einzelplan 08 Bundesministerium der Finanzen Drucksachen 18/6108, 18/6124 . . . . . . 13498 C b) Einzelplan 20 Bundesrechnungshof Drucksachen 18/6124, 18/6125 . . . . . . 13498 D Dr . Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . 13498 D Eckhardt Rehberg (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 13500 A Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13501 D Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13503 A Dr . Axel Troost (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 13504 D Dr . Wolfgang Schäuble, Bundesminister BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13506 A Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13507 B Dr . Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13508 D Carsten Schneider (Erfurt) (SPD) . . . . . . . . . . 13510 B Ralph Brinkhaus (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 13511 D Dr . Hans-Ulrich Krüger (SPD) . . . . . . . . . . . . 13513 D Bartholomäus Kalb (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 13515 A Lothar Binding (Heidelberg) (SPD) . . . . . . . . 13516 A Carsten Körber (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 13517 D I .5 Einzelplan 16 Bundesministerium für Umwelt, Na- turschutz, Bau und Reaktorsicherheit Drucksachen 18/6115, 18/6124 . . . . . . . . 13519 B Heidrun Bluhm (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 13519 B Steffen-Claudio Lemme (SPD) . . . . . . . . . . . . 13521 A Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13522 A Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 138 . Sitzung . Berlin, Dienstag, den 24 . November 2015II Josef Rief (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13523 C Dr . Barbara Hendricks, Bundesministerin BMUB . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13525 B Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 13526 C Hubertus Zdebel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 13527 C Dr . Georg Nüßlein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 13528 D Steffi Lemke (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13531 C Carsten Träger (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13532 D Christian Hirte (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 13533 D Christian Kühn (Tübingen) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13535 A Sören Bartol (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13536 B Christian Haase (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 13537 C I .6 a) Einzelplan 06 Bundesministerium des Innern Drucksachen 18/6106, 18/6124 . . . . . 13540 A b) Einzelplan 21 Bundesbeauftragte für den Daten- schutz und die Informationsfreiheit Drucksachen 18/6119, 18/6124 . . . . . . 13540 A Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 13540 B Dr . Reinhard Brandl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 13541 C Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13543 A Martin Gerster (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13544 B Dr . Thomas de Maizière, Bundesminister BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13546 B Frank Tempel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 13548 C Dr . Eva Högl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13549 D Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13551 C Stephan Mayer (Altötting) (CDU/CSU) . . . . . 13553 A Dr . Lars Castellucci (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 13554 D Armin Schuster (Weil am Rhein) (CDU/ CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13556 A Frank Tempel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 13557 C Susanne Mittag (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13558 D I .7 a) Einzelplan 07 Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Drucksachen 18/6107,18/6124 . . . . . . 13560 B b) Einzelplan 19 Bundesverfassungsgericht Drucksachen 18/6124, 18/6125 . . . . . . 13560 B Caren Lay (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . 13560 B Dennis Rohde (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13562 A Caren Lay (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 13562 B Dr . Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13564 B Klaus-Dieter Gröhler (CDU/CSU) . . . . . . . . . 13565 C Heiko Maas, Bundesminister BMJV . . . . . . . 13568 A Harald Petzold (Havelland) (DIE LINKE) . . . 13570 B Thomas Strobl (Heilbronn) (CDU/CSU) . . . . 13571 B Renate Künast (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13573 B Elvira Drobinski-Weiß (SPD) . . . . . . . . . . . . . 13575 A Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU/CSU) . 13575 C Metin Hakverdi (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13577 D Michael Frieser (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 13578 D I .8 Einzelplan 30 Bundesministerium für Bildung und Forschung Drucksachen 18/6124, 18/6125 . . . . . . 13580 B Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 13580 C Anette Hübinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 13581 D Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13583 B Swen Schulz (Spandau) (SPD) . . . . . . . . . . . . 13584 C Dr . Johanna Wanka, Bundesministerin BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13587 A Ralph Lenkert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 13590 A Dr . Ernst Dieter Rossmann (SPD) . . . . . . . . . 13591 B Özcan Mutlu (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13593 A Stephan Albani (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 13593 D Beate Walter-Rosenheimer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13595 C Saskia Esken (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13596 A Dr. Wolfgang Stefinger (CDU/CSU) . . . . . . . 13597 B Ralph Lenkert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 13598 D Dr. Wolfgang Stefinger (CDU/CSU) . . . . . . . 13599 B René Röspel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13599 B Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13601 B Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . . 13603 A (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 138 . Sitzung . Berlin, Dienstag, den 24 . November 2015 13497 138. Sitzung Berlin, Dienstag, den 24. November 2015 Beginn: 10 .00 Uhr
  • folderAnlagen
    Vizepräsidentin Claudia Roth (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 138 . Sitzung . Berlin, Dienstag, den 24 . November 2015 13603 Anlage zum Stenografischen Bericht Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Albsteiger, Katrin CDU/CSU 24 .11 .2015 Binder, Karin DIE LINKE 24 .11 .2015 Dörner, Katja BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24 .11 .2015 Ernstberger, Petra SPD 24 .11 .2015 Gundelach, Dr . Herlind CDU/CSU 24 .11 .2015 Gysi, Dr . Gregor DIE LINKE 24 .11 .2015 Hartmann, Sebastian SPD 24 .11 .2015 Heiderich, Helmut CDU/CSU 24 .11 .2015 Jung, Andreas CDU/CSU 24 .11 .2015 Kekeritz, Uwe BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24 .11 .2015 Kindler, Sven-Christian BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24 .11 .2015 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Lagosky, Uwe CDU/CSU 24 .11 .2015 Launert, Dr . Silke CDU/CSU 24 .11 .2015 Neu, Dr . Alexander S . DIE LINKE 24 .11 .2015 Nissen, Ulli SPD 24 .11 .2015 Nouripour, Omid BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24 .11 .2015 Scharfenberg, Elisabeth BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24 .11 .2015 Schick, Dr . Gerhard BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24 .11 .2015 Schnieder, Patrick CDU/CSU 24 .11 .2015 Strässer, Christoph SPD 24 .11 .2015 Westphal, Bernd SPD 24 .11 .2015 Wicklein, Andrea SPD 24 .11 .2015 Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 138. Sitzung Inhaltsverzeichnis EPL 01 Bundespräsident EPL 02 Bundestag EPL 03 Bundesrat EPL 08 Finanzen EPL 20 Bundesrechnungshof EPL 16 Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit EPL 06 Innen EPL 21 Datenschutz und Informationsfreiheit EPL 07 Justiz und Verbraucherschutz EPL 19 Bundesverfassungsgericht EPL 30 Bildung und Forschung Anlage
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Ralph Brinkhaus


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Nachdem

    die Haushaltsdebatte irgendwie zur Steuerdebatte mutiert
    ist,


    (Bettina Hagedorn [SPD]: Das gehört zusammen!)


    muss man vielleicht mal eines klarstellen: Es hat keine
    Bundesregierung, kein Finanzminister so viel gegen in-
    ternationale Steuerhinterziehung und -verkürzung getan
    wie unser Finanzminister Wolfgang Schäuble . Das ge-
    hört auch zur Wahrheit dazu, meine Damen und Herren .


    (Beifall bei der CDU/CSU)


    Ich würde gerne über den Haushalt reden und möchte
    meine Ausführungen unter drei Überschriften subsumie-

    Carsten Schneider (Erfurt)







    (A) (C)



    (B) (D)


    ren . Die erste Überschrift ist „Lob und Dank“, dann kom-
    men „Vorsicht“ und „Zuversicht“ .

    Fangen wir mit Lob und Dank an . Wir nehmen es mitt-
    lerweile als Selbstverständlichkeit hin, dass wir wieder
    einmal trotz aller Fährnisse und Gefahren einen Haus-
    haltsplan mit einer schwarzen Null vorgelegt haben . Das
    haben Generationen unserer Vorgänger nicht hingekriegt .
    Das ist etwas Besonderes . Dass etwas Besonderes gelun-
    gen ist, liegt nicht nur an der guten Wirtschaftsleistung,
    die wir in diesem Land haben, liegt nicht nur an den nied-
    rigen Zinsen, sondern liegt auch an der vorausschauen-
    den und guten Haushaltspolitik .

    Wenn man sich überlegt, welche Rucksäcke wir uns
    dabei noch aufgeladen haben: Wir haben diese schwarze
    Null nämlich geschafft ohne Steuererhöhung, ohne neue
    Steuern, und – Sie haben darauf hingewiesen – wir haben
    die Steuern durch den Abbau der kalten Progression und
    durch die Erhöhung der Freibeträge sogar gesenkt . Wir
    haben sehr viel Geld an die Kommunen und Länder gege-
    ben; Kollege Rehberg hat darauf hingewiesen . Wir haben
    die Investitionen erhöht, auch für die Kommunen . Wir
    geben mehr Geld für Bildung und Forschung aus . Und
    wir tragen als einziges Land in Europa, vielleicht neben
    Schweden, eine unglaubliche Last infolge der Menschen,
    die zu uns kommen . Allein im nächsten Jahr wird die Zu-
    satzbelastung des Bundeshaushaltes – je nachdem, wie
    man es rechnet – 8 bis 9 Milliarden Euro betragen .

    Für all das gilt allen Beteiligten mein großes Danke-
    schön; denn das war nicht einfach . Unsere Haushälter
    mussten kurzfristig improvisieren, sie mussten priori-
    sieren, sie mussten umschichten . Sie mussten vor allen
    Dingen ganz viel Nein sagen . Das muss man den Haus-
    hältern hoch anrechnen; denn die Kunst, Nein zu sagen,
    ist nicht ganz einfach . Dafür braucht man ein dickes Fell
    und einen breiten Rücken, und beides haben sie . Dafür
    ganz herzlichen Dank .


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


    Die zweite Überschrift lautet „Vorsicht“ . Wir müs-
    sen in der Tat vorsichtig sein, weil in diesem Haushalt
    natürlich Risiken enthalten sind, und zwar nicht nur auf
    der Ausgabenseite – Thema Migration, Thema innere Si-
    cherheit, Thema äußere Sicherheit –, sondern auch auf
    der Einnahmenseite . Es ist nicht selbstverständlich, dass
    die Steuereinnahmen so gut sind . Deswegen müssen wir
    viel Kraft darauf verwenden, dass das so bleibt und dass
    wir unseren Wirtschaftsstandort stärken .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Wir müssen aber auch vorsichtig sein, dass wir uns
    insgesamt nicht übernehmen . Ich hatte in den letzten Wo-
    chen ein Gespräch mit einem ausländischen Kollegen . Er
    fragte mich: Was packt ihr Deutschen euch eigentlich
    alles in euren Rucksack hinein? Im weiteren Verlauf die-
    ses Gespräches wurde klar, was er meinte: Wir sind der
    größte Nettozahler innerhalb der Europäischen Union,
    wir stabilisieren mit unseren Garantien maßgeblich die
    Euro-Zone, wir haben eine sehr ehrgeizige Energiewen-
    de, die viel kostet, auf den Weg gebracht, und wir ha-
    ben umfangreiche Sozialpakete in den Bereichen Rente,

    Krankenhaus und Pflege auf den Weg gebracht. Wir sind
    nicht nur dabei, der Einwanderungsströme in irgendei-
    ner Art und Weise, auch mit finanziellen Mitteln, Herr
    zu werden und eine vernünftige Finanzausstattung zu
    gewährleisten, sondern wir investieren auch in innere
    Sicherheit .

    Da stellt sich schon die Frage: Was können wir eigent-
    lich noch tragen? Was kann man noch draufpacken? Der
    ausländische Kollege hat mir dann gesagt: Das könnt
    ihr so lange stemmen, solange eure Wirtschaftsleistung
    gut ist . Aber was macht ihr eigentlich, wenn es mit der
    Wirtschaft bergab geht? Und er sagte noch etwas – und
    das ist ganz entscheidend –: Das ist dann nicht nur euer
    Problem, sondern das ist auch unser Problem, weil ihr
    mit eurer Wirtschaft die Lokomotive in Europa seid . Ihr
    zieht den Karren in Europa . Wir im Rest von Europa
    sind darauf angewiesen, dass eure Wirtschaft und euer
    Land funktionieren . – Das sollten wir immer beachten,
    wenn wir uns wieder etwas Neues in unseren Rucksack
    hi neinpacken .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Wir müssen auch vorsichtig sein, weil die ersten
    Stimmen laut werden, die fordern, dass die nationale
    Schuldenbremse oder die europäische Schuldenbremse,
    der Fiskalpakt, wegen der Migration, wegen der inne-
    ren Sicherheit und wegen der äußeren Sicherheit gelo-
    ckert oder ausgesetzt werden sollen . Meine Damen und
    Herren, es ist die Entscheidung dieser Generation, zu
    sagen: Wir nehmen in unserem Land Einwanderer und
    Flüchtlinge auf . Es ist die Herausforderung dieser Ge-
    neration, dass wir Probleme mit der inneren und äußeren
    Sicherheit haben . Andere Generationen treffen neue Ent-
    scheidungen . Sie werden vor neuen Herausforderungen
    stehen: Klimawandel, Rohstoffknappheit und was sonst
    noch kommen mag . Deswegen ist es meines Erachtens
    nicht legitim, die Belastungen, die wir heute haben, auf
    die nächste Generation zu verschieben . Wir sollten daher
    nicht darüber nachdenken, an der Schuldenbremse oder
    am Fiskalpakt zu rütteln .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD – Andreas Mattfeldt [CDU/ CSU]: Sehr gute Worte!)


    Wir müssen aber auch vorsichtig sein, weil – der Bun-
    desrechnungshof hat es uns schriftlich gegeben – mittler-
    weile eine große Unwucht bei den Bund-Länder-Finanz-
    beziehungen entstanden ist .


    (Volker Kauder [CDU/CSU]: Das ist richtig!)


    Worum geht es? Wir geben sehr viel Geld aus – Eckhardt
    Rehberg hat es ausgerechnet: von 2010 bis 2018 mehr als
    125 Milliarden Euro –, um Länder und die Kommunen
    seitens des Bundes zu unterstützen . Bei den Regiona-
    lisierungsmitteln, also den Mitteln für den öffentlichen
    Schienenpersonennahverkehr, haben wir noch einmal
    kräftig etwas draufgelegt . Meine Damen und Herren, das
    kann nicht so weitergehen . Wir müssen da wieder Klar-
    heit reinbringen . Wir müssen klare Verhältnisse schaffen .
    Deswegen müssen wir die Bund-Länder-Finanzbezie-

    Ralph Brinkhaus






    (A) (C)



    (B) (D)


    hungen neu ordnen . Das ist auch im Sinne unseres Bun-
    deshaushaltes eine ganz wichtige Aufgabe .

    Wir müssen vorsichtig sein, weil es in der Politik eine
    ungünstige Entwicklung gibt . Natürlich ist es wichtig,
    dass wir im Moment sehr viel über Migration reden . Wir
    haben aber die Tendenz – das gilt auch für die Medien –,
    eine serielle Ein-Thema-Politik zu betreiben . Im August
    haben wir nur über Griechenland gesprochen, jetzt spre-
    chen wir nur über Migration und demnächst vielleicht –
    leider – nur über innere Sicherheit . Wir dürfen bei all
    den Herausforderungen nicht vergessen, das Ganze im
    Blick zu behalten – nicht nur die Haushaltskonsolidie-
    rung, sondern auch die anderen großen Projekte –: die
    Euro-Stabilisierung, die geplante Energiewende, die so-
    ziale Gerechtigkeit in diesem Land . Vor allem aber müs-
    sen wir dafür sorgen, dass wir diesen Wirtschaftsstandort
    zukunftsfähig halten . Deswegen müssen wir über den
    Tellerrand hinausschauen .

    Die dritte Überschrift lautet „Zuversicht“ . Wir können
    eigentlich zuversichtlich sein, weil wir auch in diesem
    Haushalt noch Reserven haben . Damit meine ich nicht,
    dass wir irgendwo kürzen sollten, sondern ich meine,
    dass wir anfangen sollten, jeden Euro effektiver und effi-
    zienter auszugeben, damit wir für jeden Euro mehr Auto-
    bahn bekommen, damit wir für jeden Euro, den wir in das
    System stecken, eine bessere Integration der Langzeit-
    arbeitslosen bekommen, damit wir mit jedem Euro, den
    wir investieren, mehr gegen den Klimawandel und für
    die Energiewende tun und, und, und . Ich glaube, das sind
    große Aufgaben . Da haben wir noch einiges zu erledigen .


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


    Ich bin auch deswegen zuversichtlich, weil ich an un-
    sere starke Wirtschaft glaube . Wir haben eine gesunde
    Wirtschaft, bestehend aus familiengeführten mittelständi-
    schen Unternehmen, großen Unternehmen, kapitalmarkt-
    orientierten Unternehmen . Das Thema Erbschaftsteuer
    ist schon angesprochen worden, lieber Axel Troost . Wir
    müssen aufpassen, dass wir diese Struktur nicht kaputt-
    machen; denn diese Struktur ist die Basis für unseren
    wirtschaftlichen Erfolg, für hohe Steuereinnahmen und
    für gute Haushaltsergebnisse .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Ich bin zuversichtlich, dass wir im Bereich Migration
    gute Entscheidungen treffen werden . In den vergange-
    nen fast 70 Jahren haben wir es immer geschafft, gute
    Entscheidungen zu treffen . Ich bin davon überzeugt,
    dass wir die Balance finden werden zwischen unserem
    berechtigten Anspruch auf Menschlichkeit, Humanität
    und Nächstenliebe auf der einen Seite und dem genau-
    so berechtigten Anspruch darauf, das Ganze zu ordnen,
    zu steuern, zu reduzieren und zu begrenzen . Das ist eine
    große Aufgabe, der wir uns im nächsten Jahr stellen müs-
    sen .

    Letztlich bin ich zuversichtlich, wenn ich mir an-
    schaue, was dieses Land in den letzten sieben Jahren
    geleistet hat: Wir hatten 2008 eine Bankenkrise, danach
    eine Wirtschaftskrise, danach eine Euro-Krise und eine
    Staatsverschuldungskrise . Das, was Angela Merkel in

    ihren Regierungserklärungen immer wieder gesagt hat,
    ist richtig: Wir gehen aus diesen Krisen stärker hervor,
    als wir hineingegangen sind . Das ist eine großartige Ge-
    meinschaftsleistung der Menschen in diesem Land .

    Erst recht stolz bin ich auf das, was wir in den letzten
    sieben Monaten geleistet haben, in denen viele Menschen
    sich aus ganz unterschiedlichen Gründen entschieden ha-
    ben, zu uns zu kommen . Wann hat es das in der Weltge-
    schichte schon einmal gegeben, dass binnen eines halben
    Jahres fast 1 Million Menschen aufgenommen wurden,
    die noch dazu nicht aus der unmittelbaren Nachbarschaft
    kommen – sie kommen nicht aus Holland, Frankreich
    oder so –, sondern aus anderen Erdteilen mit einer ande-
    ren Kultur, mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen? Wir
    alle zusammen, die Politiker, die Hauptamtlichen und die
    Ehrenamtlichen, haben es geschafft, dass jeder von ihnen
    ein Dach über dem Kopf hat, dass er genug zu essen hat,
    dass er Bekleidung und eine medizinische Versorgung
    hat . Ich glaube, das ist etwas, worauf wir stolz sein kön-
    nen . Das sollten wir nicht immer wieder kleinreden .

    Meine Damen und Herren, ich wünsche mir, dass wir
    diese Zuversicht bei aller Vorsicht und allen berechtigten
    Zweifeln bezüglich dessen, was in den nächsten Jahren
    passieren wird, mit in das kommende Haushaltsjahr neh-
    men; denn Zuversicht ist das, was wir am dringendsten
    brauchen .


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)




Rede von Dr. Norbert Lammert
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)

Das Wort erhält jetzt der Kollege Hans-Ulrich Krüger

für die SPD-Fraktion .


(Beifall bei der SPD)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Hans-Ulrich Krüger


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kol-
    legen! Das dritte Jahr in Folge wird ein Bundeshaushalts-
    plan – für das Jahr 2016 ist ein Etat von 317 Milliarden
    Euro vorgesehen – ohne neue Schulden vorgelegt . Stetig
    wachsende Steuereinnahmen, ein guter, hoffnungsvoller
    Arbeitsmarkt, aber auch die niedrigen Zinsen sind eine
    wesentliche Grundlage für die von uns zum dritten Mal
    zu Recht selbstbewusst zu feiernde schwarze Null . Mir
    ist dabei allerdings auch bewusst – Kollege Kahrs sprach
    es schon an –: Die Herausforderungen für den Bund wer-
    den nicht weniger, sondern mehr werden . Die Kosten für
    die Unterbringung und Integration der Flüchtlinge als
    fundamentale Aufgabe sind hier zu nennen . Es ist richtig,
    wenn der Bund die Länder und Kommunen in Milliar-
    denhöhe bei der Aufnahme und Unterbringung kostende-
    ckend unterstützt . Es ist ebenso richtig und wichtig, dass
    diese Mittel vollständig bei denen ankommen, für die wir
    sie aus dem Bundeshaushalt bereitstellen, nämlich bei
    den Asylbewerberinnen und Asylbewerbern vor Ort .


    (Beifall des Abg . Lothar Binding [Heidelberg] [SPD])


    Darüber hinaus gibt es allerdings auch ambitionierte Her-
    ausforderungen im Rahmen unserer demografischen Ent-
    wicklung . So werden beispielsweise die Leistungen des
    Bundes an die gesetzliche Rentenversicherung von der-

    Ralph Brinkhaus






    (A) (C)



    (B) (D)


    zeit 84 Milliarden Euro auf 98 Milliarden Euro im Jahr
    2019 steigen . Sie sehen also: Die schwarze Null ist auch
    vor diesem Hintergrund eine beeindruckende Leistung .

    Lassen Sie mich nun noch einige Ergebnisse vortra-
    gen, die wir in den abschließenden Haushaltsausschuss-
    sitzungen erzielt haben .

    Besonders gefreut hat mich, dass wir uns auf zusätz-
    liche 10 000 Stellen beim Bundesfreiwilligendienst ver-
    ständigt haben .


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Hierfür sind 50 Millionen Euro bereitgestellt worden .
    Das Angebot an Frauen und Männer, sich außerhalb von
    Beruf und Schule für die Allgemeinheit zu engagieren,
    lohnt sich. Junge Menschen, häufig vor Beruf und Stu-
    dium, sammeln praktische Erfahrungen und Kenntnisse .

    Eine weitere Erfolgsstory ist das Elterngeld . Die Ge-
    burtenrate in unserem Land geht wieder nach oben .


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD)


    Das ist sicherlich auch ein Erfolg des Elterngeldes, des-
    sen Bedarf wir mittlerweile – auch das ist Teil unseres
    Haushalts – mit 6 Milliarden Euro prognostizieren .

    Lassen Sie mich noch ein Wort über das Technische
    Hilfswerk verlieren . Mit über 80 000 ehrenamtlichen
    Helfern hat uns diese Organisation in den letzten Wo-
    chen und Monaten effektiv unter die Arme gegriffen .
    Kaum eine Hilfsorganisation hat sich derart große Ver-
    dienste erworben . Das ist eine herausragende Leistung .
    Wir konnten dafür sorgen, dass die 668 Ortsverbände
    des THW über die bloße Aufwandsentschädigung hinaus
    8 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln für ihre Arbeit
    vor Ort erhalten .


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Ferner konnten 208 neue Planstellen geschaffen werden;
    denn eine solche Struktur kann nicht nur ehrenamtlich
    geführt werden . In diesem Sinne gebührt unser großer
    Dank dem THW mit seiner beeindruckenden Leistung .


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch erwäh-
    nen, dass wir weitere 5 Millionen Euro für den Erwerb
    von Feuerwehrfahrzeugen für Zwecke des Zivilschutzes
    bereitgestellt und im Haushalt verankert haben .

    Nun noch ein Wort zum Personal . Das Bundesamt
    für Migration und Flüchtlinge, das BAMF, erhält 4 000
    neue Stellen . Diese gibt es zusätzlich zu den 3 000 neuen
    Stellen bei der Bundespolizei und zusätzlich zu den 300
    neuen Stellen beim BKA . Das alles ist richtig und gut .
    Jetzt geht es nur um eine einzige Frage – das ist natürlich
    auch eine Frage der Administration –: Wie schaffen wir
    es – bildlich gesprochen –, diese PS, die wir im Bun-
    deshaushalt bereitstellen, auf die Straße zu bringen? Wie
    können wir dies umsetzen, damit die Bürgerinnen und
    Bürger vor Ort sehr schnell sehen, dass sich das, was der

    Bundestag hier verabschiedet, in diesem und jenem be-
    merkbar macht?

    Es ist in den Haushaltsberatungen mehrfach angespro-
    chen worden: Sprache ist ein Schlüssel zur erfolgreichen
    Integration . Das ist richtig . Wie man kleinreden kann,
    dass wir die Mittel für Sprach- und Integrationskurse um
    250 Millionen Euro auf insgesamt 559 Millionen Euro
    erhöhen, erschließt sich mir nicht; denn all diese Maß-
    nahmen – auch die 559 Millionen Euro – dienen dazu,
    eine entsprechende Antwort auf die aktuelle Situation zu
    geben .

    Lassen Sie mich zum Abschluss noch kurz zwei Din-
    ge erwähnen, die unmittelbar im Haushalt des Bundesfi-
    nanzministers angesiedelt sind .

    Zum einen wurde in diesem Haushalt 2016 nach vie-
    len Bundesratsinitiativen vermerkt: Der Bund nimmt
    sich bei der Mitfinanzierung der Beseitigung alliierter
    Weltkriegsmunition selbst in die Pflicht. – Bisher war es
    so, dass der Bund lediglich die Kosten der sogenannten
    reichseigenen Munition zu tragen hatte . Das ändern wir .
    Insgesamt stehen 60 Millionen Euro für die Jahre 2016
    bis 2019 zur Verfügung, 60 Millionen Euro, die gerade
    Ländern wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern,
    Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen, Nord-
    rhein-Westfalen und Hamburg, wo noch viele Bomben-
    blindgänger festgestellt bzw . vermutet werden, zugute-
    kommen werden .


    (Beifall bei der SPD)


    Zum anderen haben wir in den Haushaltsberatungen
    2016 Haushaltsvermerke fortgeschrieben – der Kollege
    Rehberg erwähnte die entsprechende Zahl ganz kurz –,
    deren Grundlage wir schon im Nachtrag 2015 gelegt hat-
    ten, und zwar bezüglich der Änderung der BImA-Richt-
    linie zum verbilligten Erwerb von Liegenschaften . Mitt-
    lerweile ist es so: Kommunen können von der BImA
    verbilligt, also mit bestimmten Abschlägen, Konversi-
    onsflächen kaufen. Der Abschlag beträgt 350 000 Euro
    pro Vertrag . Sofern dort Flüchtlinge untergebracht wer-
    den, kommen weitere 150 000 Euro hinzu . Eine Kom-
    mune, die sich der Herausforderung der Aufnahme von
    Flüchtlingen stellt bzw . stellen muss, hat diese Möglich-
    keit . Alternativ hat sie die Möglichkeit, die entsprechen-
    den Objekte nach Herrichtung durch die BImA mietzins-
    frei anzumieten . Last, not least kann sie im Falle von
    Geschosswohnungsbau einen Zuschuss von 25 000 Euro
    pro neu geschaffener Wohnung erhalten, wenn sie sich
    dieser Aufgabe, dieser zusätzlichen Aufgabe, widmet .