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ID1812111400

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 18/121 Textrahmenoptionen: 16 mm Abstand oben Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 121. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 10. September 2015 Inhalt Begrüßung des neuen Abgeordneten Volker Mosblech . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11701 A Wahl der Abgeordneten Dr. Jan-Marco Luczak und Matthias Hauer als Mitglie- der des Kuratoriums der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11701 B Erweiterung der Tagesordnung . . . . . . . . . . . . 11701 B Nachträgliche Ausschussüberweisung . . . . . . 11701 C Begrüßung des früheren Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Kofi Annan . . . . . . . . . . 11719 D Tagesordnungspunkt 1 (Fortsetzung): a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2016 (Haushaltsgesetz 2016) Drucksache 18/5500 . . . . . . . . . . . . . . . . . 11701 C b) Beratung der Unterrichtung durch die Bun- desregierung: Finanzplan des Bundes 2015 bis 2019 Drucksache 18/5501 . . . . . . . . . . . . . . . . . 11701 D Einzelplan 09 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Sigmar Gabriel, Bundesminister BMWi . . . . 11702 A Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 11707 A Dr . Michael Fuchs (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 11708 A Sigmar Gabriel, Bundesminister BMWi (Erklärung nach § 30 GO) . . . . . . . . . . . . . 11710 C Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 11710 D Oliver Krischer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11711 A Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . . . 11712 C Klaus Ernst (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . 11714 B Dr . Joachim Pfeiffer (CDU/CSU) . . . . . . . . . 11715 D Dr . Thomas Gambke (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11717 A Dr . Julia Verlinden (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11719 A Thomas Jurk (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11720 A Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE) . . . . . . . 11721 B Karl Holmeier (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 11722 B Dr . Thomas Gambke (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11724 B Andreas G . Lämmel (CDU/CSU) . . . . . . . . . 11725 B Andreas Mattfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 11727 B Einzelplan 30 Bundesministerium für Bildung und For- schung Dr . Johanna Wanka, Bundesministerin BMBF 11729 A Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 11731 D Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 121 . Sitzung . Berlin, Donnerstag, den 10 . September 2014II Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . . . 11733 B Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) 11735 C Albert Rupprecht (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 11736 D Dr . Rosemarie Hein (DIE LINKE) . . . . . . . . 11739 B Swen Schulz (Spandau) (SPD) . . . . . . . . . . . 11740 C Kai Gehring (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) 11742 B Tankred Schipanski (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 11743 D Marianne Schieder (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 11746 C Anette Hübinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 11747 C Oliver Kaczmarek (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 11749 B Tagesordnungspunkt 2: a) Erste Beratung des vom Bundesrat ein- gebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Abwicklung der staatlichen Notariate in Baden-Württemberg Drucksache 18/5218 . . . . . . . . . . . . . . . . . 11750 D b) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zur Neuordnung des Rechts der Syn- dikusanwälte Drucksache 18/5563 . . . . . . . . . . . . . . . . . 11750 D c) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Ge- setzes zur Reform der Strukturen der Krankenhausversorgung (Kranken- hausstrukturgesetz – KHSG) Drucksache 18/5867 . . . . . . . . . . . . . . . . . 11702 A d) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zur Änderung des Unterhaltsrechts und des Unterhaltsverfahrensrechts Drucksache 18/5918 . . . . . . . . . . . . . . . . . 11750 D e) Antrag des Bundesministeriums der Finan- zen: Entlastung der Bundesregierung für das Haushaltsjahr 2014: – Vorlage der Vermögensrechnung des Bundes für das Haushaltsjahr 2014 – Drucksache 18/5128 . . . . . . . . . . . . . . . . . 11751 A f) Antrag des Bundesministeriums der Finan- zen: Entlastung der Bundesregierung für das Haushaltsjahr 2014: – Haus- haltsrechnung des Bundes für das Haus- haltsjahr 2014 – Drucksache 18/5291 . . . . . . . . . . . . . . . . . 11751 A Tagesordnungspunkt 3: a) Beschlussempfehlung und Bericht des Haushaltsausschusses – zu dem Antrag des Bundesministeriums der Finanzen: Entlastung der Bun- desregierung für das Haushaltsjahr 2013: – Vorlage der Haushaltsrech- nung des Bundes für das Haushalts- jahr 2013 – – zu dem Antrag des Bundesministeriums der Finanzen: Entlastung der Bun- desregierung für das Haushaltsjahr 2013: – Vorlage der Vermögensrech- nung des Bundes für das Haushalts- jahr 2013 – – zu der Unterrichtung durch den Bun- desrechnungshof: Bemerkungen des Bundesrechnungshofes 2014 zur Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes (einschließlich der Fest- stellungen zur Jahresrechnung 2013) – zu der Unterrichtung durch den Bun- desrechnungshof: Bemerkungen des Bundesrechnungshofes 2014 zur Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes: – Weitere Prüfungser- gebnisse – Drucksachen 18/1930, 18/1809, 18/3300, 18/3617 Nr . 1, 18/4650, 18/4865 Nr .1, 18/5387 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11751 B b) Beschlussempfehlung und Bericht des Haushaltsausschusses zu dem Antrag des
  • folderAnlagen
    Alois Rainer (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 121 . Sitzung . Berlin, Donnerstag, den 10 . September 2015 11813 Anlage zum Stenografischen Bericht Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Amtsberg, Luise BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 10 .09 .2015 Becker, Dirk SPD 10 .09 .2015 Brandl, Dr . Reinhard CDU/CSU 10 .09 .2015 De Ridder, Dr . Daniela SPD 10 .09 .2015 Dröge, Katharina BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 10 .09 .2015 Grindel, Reinhard CDU/CSU 10 .09 .2015 Groth, Annette DIE LINKE 10 .09 .2015 Hartmann (Wackern- heim), Michael SPD 10 .09 .2015 Hirte, Dr . Heribert CDU/CSU 10 .09 .2015 Kassner, Kerstin DIE LINKE 10 .09 .2015 Kiziltepe, Cansel SPD 10 .09 .2015 Klein-Schmeink, Maria BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 10 .09 .2015 Kolbe, Daniela SPD 10 .09 .2015 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Lenkert, Ralph DIE LINKE 10 .09 .2015 Maizière, Dr . Thomas de CDU/CSU 10 .09 .2015 Mihalic, Irene BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 10 .09 .2015 Mortler, Marlene CDU/CSU 10 .09 .2015 Obermeier, Julia CDU/CSU 10 .09 .2015 Pfeiffer, Sibylle CDU/CSU 10 .09 .2015 Pilger, Detlev SPD 10 .09 .2015 Renner, Martina DIE LINKE 10 .09 .2015 Röspel, René SPD 10 .09 .2015 Sarrazin, Manuel BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 10 .09 .2015 Schwarzelühr-Sutter, Rita SPD 10 .09 .2015 Tressel, Markus BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 10 .09 .2015 Werner, Katrin DIE LINKE 10 .09 .2015 Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de Deutscher Bundestag Inhaltsverzeichnis TOP 1 Einbringung Haushaltsgesetz 2016 – Finanzplan des Bundes 2015 bis 2019 Epl 09 Wirtschaft und Energie Epl 30 Bildung und Forschung TOP 2 Entlastung der Bundesregierung für dasHaushaltsjahr 2014 TOP 3 Entlastung der Bundesregierung für dasHaushaltsjahr 2013 Epl 11 Arbeit und Soziales Epl 10 Ernährung und Landwirtschaft Epl 17 Familie, Senioren, Frauen und Jugend Anlage
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Johannes Singhammer


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CSU)


    Nächster Redner ist der Kollege Friedrich Ostendorff,

    BÜNDNIS 90/Die Grünen .


    (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Mi-
    nister Schmidt, noch im Winter und Frühjahr erklärten
    Sie bei jeder Gelegenheit, die Zukunft der Milch wer-
    de nach dem Wegfall der Quote am 1 . April golden sein .
    Endlich könnten sich unternehmerische Fähigkeiten voll
    entfalten . Für die Bauern und Bäuerinnen, die Ihnen
    glaubten, gab es aber schon nach wenigen Apriltagen ein
    böses Erwachen: Der Milchpreis, der 37 Cent betragen
    sollte, sackte auf 27 Cent, dann auf 24 Cent pro Liter ab .
    Statt im gelobten Land kamen sie im Land des Preisver-
    falls an, der bis heute unvermindert anhält – da, wo sich
    Schweinebauern, vor allen Dingen Sauenhalter, schon
    länger befinden.

    Die Lage für die meisten tierhaltenden Betriebe ist
    äußerst dramatisch . Noch nie wurden so viele Liquidi-
    tätshilfen in so großer Höhe nachgefragt wie aktuell . Was
    sagt unser Minister? Irgendwann wird es schon besser
    werden . Aber Herr Minister, was kommt denn nach der
    Liquiditätsspritze? Damit werden doch die Ursachen der
    Preismisere nicht behoben .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN)


    Am Montag kamen Sie vom Sondergipfel aus Brüs-
    sel wieder zurück – mit nichts, nur mit Absichten, mit
    null Beschlüssen . Es wurden Ankündigungen gemacht:

    Die Ausgleichszahlungen sollen vorgezogen, die Liqui-
    ditätshilfen noch mehr aufgestockt werden, damit das
    Nötigste bezahlt werden kann . Mit sehr viel Geld soll der
    Export abermals angekurbelt werden . Nichts, aber auch
    gar nichts war dabei, mit dem die viel zu hohen Mengen
    in den Griff bekommen werden könnten . Keinerlei Per-
    spektive! Was kommt denn, wenn der Preisverfall, wie
    befürchtet, weitergeht, Herr Minister? Was wollen Sie
    denn dann tun?


    (Gitta Connemann [CDU/CSU]: Den größten Preisverfall gab es in der Quote unter Friedrich!)


    – Wir Bauern und Bäuerinnen verlangen endlich Taten,
    Frau Connemann . Taten sind gefordert, nicht nur wohl-
    feile, warme und blumige Worte, Frau Connemann .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN)


    Vor allen Dingen keine Märchen mehr, sondern Taten!
    Mit jedem Hof, der in einem Dorf zugrunde geht, stirbt
    ein Stück Kulturlandschaft, ein Stück bäuerlichen Le-
    bens, das wir so dringend brauchen . Wir brauchen keinen
    Exportgipfel, Herr Minister, wir Bauern brauchen end-
    lich einen Milchgipfel, wo wir über die Situation reden
    können .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN)


    Ich bin seit 47 Jahren Bauer, aber ich habe noch nie
    einen so hilflos agierenden Minister erlebt. Wir erinnern
    uns noch alle gut an den lächerlichen Vorschlag aus dem
    Schmidt‘schen Baukasten „One apple each day keeps the
    Putin away“ . Stark gewachsene, hoch verschuldete Be-
    triebe, die nicht mehr ein noch aus wissen, das ist doch
    die Realität, Herr Minister .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN)


    Warum bekämpfen Sie mit solcher Inbrunst unsere
    grünen Forderungen? Wir würden uns diese Inbrunst
    an der Front des Preiskampfes wünschen; aber Sie be-
    kämpfen uns damit . Wir fordern wie auch der BDM ein
    Bonus-Malus-System zur Mengendrosselung in Krisen-
    zeiten auf dem Milchmarkt . Wir fordern eine grünland-
    gebundene Förderung für bäuerliche Milchviehhalter .
    Seit Jahren fordern wir die Erzeugerbündelung, um die
    Verhandlungsposition der Milchbäuerinnen und Milch-
    bauern gegenüber Molkereien zu verbessern .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN – Gitta Connemann [CDU/CSU]: Macht es doch!)


    Wir fordern – wie viele andere auch –, das Tierwohl zu
    stärken und mit mehr Platzangebot vor allen Dingen auch
    die Schweinezahlen zu senken .

    Herr Minister, Sie propagieren stattdessen nur Welt-
    marktzukunft für die Höfe . Ihre Exportoffensiven haben
    dazu geführt, dass die Märkte zusammenbrachen . Die
    Weltmärkte für Milch und Schweinefleisch sind gesät-
    tigt . Sie sind übervoll . Darunter leiden deutsche und eu-
    ropäische Bauern und Bäuerinnen . Aber auch die Erzeu-

    Willi Brase






    (A) (C)



    (B) (D)


    gerinnen und Erzeuger in anderen Teilen der Welt leiden
    darunter .

    Ihrem Haushaltsvorschlag fehlt jegliche Vision, jeg-
    liche Substanz . Es fehlen Vorschläge und Maßnahmen,
    mit denen Sie die Probleme in der Landwirtschaft behe-
    ben und eine gesunde bäuerliche Agrarstruktur fördern
    wollen . Wir fragen Sie: Was ist denn mit der Tierwohli-
    nitiative? Was ist denn mit den Empfehlungen des Wis-
    senschaftlichen Beirates für Agrarpolitik zur zukunftsfä-
    higen Tierhaltung? Wo in Ihrem Haushalt sind die Mittel
    für Tierwohl, mit denen Sie substanzielle Fortschritte
    erzielen wollen? Wo sind die Umsetzungen, die das Gut-
    achten des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik
    empfiehlt?

    Übrigens haben wir auch von der großen Novelle der
    Düngeverordnung, die uns Weihnachten auf den Tisch
    gelegt wurde, seit Monaten nichts mehr gehört . Wir hö-
    ren jetzt: Vielleicht im nächsten Jahr . Die Schmidt‘sche
    Lösung heißt, über Probleme nicht mehr zu reden, bis sie
    irgendwann vergessen sind .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Das lassen wir Grüne Ihnen nicht durchgehen . Wir wer-
    den dieses Aussitzen brandmarken . Wir werden der Ge-
    sellschaft zeigen, dass wir die Probleme angehen wollen .

    Um die Probleme zu lösen, sind wahrlich weitaus grö-
    ßere Anstrengungen notwendig, als freundlich und völlig
    inhaltsleer durch das Land zu fahren, wie Sie es gemein-
    hin tun . Wir fordern deshalb die Aufstockung der Mittel
    für die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrar-
    struktur und des Küstenschutzes“ um 200 Millionen Euro
    für ein Aktionsprogramm „Bäuerlich-ökologische Land-
    wirtschaft“, um damit einen Umbauplan „Zukunftsfähige
    Tierhaltung“ in Höhe von 150 Millionen Euro zur Um-
    setzung der Vorschläge des Gutachtens zu finanzieren.

    Wir fordern die Förderung einer grünlandgebundenen
    Milchviehhaltung mit 50 Millionen Euro nationaler Mit-
    tel . Damit können wir nach unseren Berechnungen wei-
    tere Mittel in Höhe von 160 Millionen Euro in EU- und
    Länderprogrammen hebeln . Angesichts dieser Summe
    sollten wir darüber nachdenken, ob wir damit den haupt-
    sächlich betroffenen Grünlandbetrieben wirksam helfen
    können .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Wir fordern weitere zielführende Maßnahmen im Tier-
    schutz und bei der Novellierung der Düngeverordnung .
    Wir fordern des Weiteren die Aufstockung der Mittel für
    das Bundesprogramm „Ökologischer Landbau“ sowie
    eine Bündelungsoffensive für Milcherzeuger .

    Herr Minister, es gilt, nicht weiter die Hände in den
    Schoß zu legen und – quasi wie bei einer Tasse Kaffee –
    nett zu plaudern . Erforderlich ist Handeln . Handeln Sie
    endlich! Die Bäuerinnen und Bauern warten auf Taten,
    und zwar auf Ihre Taten .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie der Abg . Dr . Kirsten Tackmann [DIE LINKE])




Rede von Johannes Singhammer
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CSU)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CSU)

Der Kollege Waldemar Westermayer spricht jetzt für

die CDU/CSU .


(Beifall bei der CDU/CSU)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Waldemar Westermayer


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Herr Präsident! Herr Minister! Liebe Kolleginnen und

    Kollegen! Werte Zuhörer auf der Tribüne! Wir disku-
    tieren heute in erster Lesung über den Haushalt für das
    nächste Jahr und damit über die grundsätzliche Ausrich-
    tung unserer Agrarpolitik . Beginnen möchte ich mit dem
    Bereich der Landwirtschaft . Das Berufsbild des Land-
    wirts ist vielseitig, interessant und bietet einen besonde-
    ren Bezug zu Natur und Technik sowie zum Tierwohl .
    Trotzdem ergreifen immer weniger junge Menschen
    diesen Beruf, da er durchaus auch harte und anstren-
    gende Seiten hat, gerade was die Arbeitszeiten angeht .
    Hiervon kann ich ganz persönlich berichten . Bereits mit
    16 Jahren habe ich nach dem Tod meines Vaters zusam-
    men mit meiner Mutter den elterlichen Hof weitergeführt
    und Verantwortung für die ganze Familie übernommen .
    Über 40 Jahre habe ich den Milchviehbetrieb im Allgäu
    in eigener Verantwortung geführt . Inzwischen habe ich
    ihn an meinen Sohn übergeben . Sie sehen also, dass ich
    aus eigener Erfahrung einen ganz praktischen Bezug zur
    Landwirtschaft habe .

    Zur Bewältigung der Aufgaben in der Landwirtschaft
    unternehmen wir in diesem Haushalt einiges . Schwer-
    punkt ist dabei natürlich die landwirtschaftliche Sozi-
    alpolitik . Durch die weiter gestiegenen Zuschüsse im
    Bereich der Alterssicherung der Landwirte und der land-
    wirtschaftlichen Krankenkasse nehmen wir unsere sozi-
    ale Verantwortung gegenüber den Landwirten und deren
    Familien wahr .


    (Beifall bei der CDU/CSU)


    Insbesondere der Union ist die Wahrnehmung dieser
    sozialen Verantwortung gegenüber unseren Landwirten
    schon immer ein Anliegen gewesen . Das Geld, das wir
    im sozialen Bereich ausgeben, ist gut angelegt; denn
    der gesamte landwirtschaftliche Sektor unterliegt in be-
    sonderem Maße dem demografischen Strukturwandel.
    Die Dynamisierung der Zuschüsse zur Krankenversi-
    cherung und zur Alterssicherung ist deshalb genau der
    richtige Ansatz . Angesichts dieses Strukturwandels und
    der damit einhergehenden Probleme müssen wir meiner
    Ansicht nach auch darüber nachdenken, den abgesenk-
    ten Zuschuss zur Unfallversicherung wieder anzuheben .
    Dies würde eine spürbare Entlastung der 1,5 Millionen
    Mitglieder der landwirtschaftlichen Berufsgenossen-
    schaft bedeuten .

    Neben dieser sozialen Komponente nehmen wir im ak-
    tuellen Haushalt Verantwortung für die Gestaltung der
    Landwirtschaft wahr . Dazu gehört neben der im Haus-
    halt weiterhin verstärkten Innovationsförderung und dem
    neuen Programm zur Energieeffizienz in Landwirtschaft
    und Gartenbau insbesondere das fortgeführte Bundespro-
    gramm zur ländlichen Entwicklung . Entscheidend für die
    zukünftige Entwicklung des ländlichen Raums ist neben
    der Flurbereinigung der von der Bundesregierung vor-
    angetriebene Breitbandausbau . Mit diesen Maßnahmen

    Friedrich Ostendorff






    (A) (C)



    (B) (D)


    unterstützen wir den Wandel der Landwirtschaft hin zu
    mehr Nachhaltigkeit und Innovation . Dadurch erhöhen
    wir die Wettbewerbsfähigkeit und stellen sicher, dass es
    auch in Zukunft eine funktionsfähige bäuerliche Land-
    wirtschaft in Deutschland geben wird . Dies sollte das ge-
    meinsame Ziel von uns allen sein .

    Meine Damen und Herren, die aktuellen Entwick-
    lungen zeigen uns aber auch, dass in vielen Bereichen
    weiter Handlungsbedarf besteht . Als ehemaliger Milch-
    viehhalter treibt mich vor allem die aktuelle Krise am
    Milchmarkt um . Hierbei möchte ich vorausschicken,
    dass ich natürlich, wie wir alle, die Ausschreitungen in
    Brüssel am vergangenen Montag auf das Schärfste ver-
    urteile .


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Sie zeigen aber die Sprengkraft des gesamten Themas .
    Wir stehen aktuell vor der Entscheidung, ob wir eine Ent-
    wicklung wie im Schweine- und Geflügelbereich hin zu
    dominierenden Großbetrieben wollen oder ob wir wei-
    terhin lebendige kleine und mittlere Milchviehbetriebe in
    Deutschland haben wollen .


    (Willi Brase [SPD]: Das ist richtig!)


    Eine Wiedereinführung der Milchquote ist keine Op-
    tion .


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    In den 32 Jahren der Milchquote musste nämlich allein
    mein Betrieb 320 000 Euro für Lieferrechte ausgeben .
    Die Abschaffung der Milchquote zum 1 . April 2015 hat
    mit dem Milchpreisrückgang meines Erachtens nichts zu
    tun . In der Bundesrepublik haben wir seither eine Men-
    gensteigerung um 0,1 Prozent . Die entscheidenden Punk-
    te sind der Russland-Export und der Einbruch in China .


    (Friedrich Ostendorff [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Die Menge ist die entscheidende Frage!)


    – Sicher ist die Menge entscheidend; das weiß ich auch,
    Herr Ostendorff .


    (Friedrich Ostendorff [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wir haben 10 Millionen ausgedehnt seit 2010, und das ist zu viel!)


    – Belasten Sie nicht meine Redezeit .


    (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Ich glaube, bei den Erzeugerbündelungen, wie sie
    die EU im Milchpaket eigentlich vorgibt, müssen wir in
    nächster Zeit noch einiges machen . Die EU hat es vor-
    gezogen, dass über das Milchpaket gesprochen wird . Ich
    bin der Meinung, in diesem Milchpaket sind viele Punkte
    enthalten; wir müssen sie nur umsetzen, auch wir Land-
    wirte .


    (Friedrich Ostendorff [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Es ist zu viel auf dem Markt!)


    Herr Ostendorff, Sie haben all Ihre Forderungen vor-
    getragen . Ich komme aus einem Bundesland, in dem es

    einen grünen Landwirtschaftsminister und auch einen
    grünen Ministerpräsidenten gibt .


    (Friedrich Ostendorff [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Der macht gute Politik! Eine sehr ehrenwerte Politik macht der! Das wird der Wähler zeigen!)


    Ich bekomme natürlich mit, welche zusätzlichen Aufla-
    gen wir bekommen . Das bedeutet Nachteile in der Be-
    wirtschaftung . Deswegen ist das meines Erachtens der
    falsche Weg .


    (Friedrich Ostendorff [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Der unterstützt unsere Forderungen!)


    Sorgen Sie auch einmal dafür, dass die Landwirte nicht
    unter höheren Kosten leiden müssen, vor allem nicht
    durch die jetzt aktuellen Vorkommnisse rund um die
    JGS-Anlagen .


    (Friedrich Ostendorff [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist ein anderes Thema!)


    Wir sollten deshalb bestehende Exporthemmnisse
    überdenken . Sofern es die außenpolitischen Gegeben-
    heiten zulassen und Russland wieder zu konstruktiven
    Gesprächen in der Lage ist, sollten wir den Handel im
    Agrarbereich mit Russland wieder vollständig möglich
    machen . Andernfalls könnten immerhin 2,5 Prozent des
    Außenhandels Europas verloren gehen .

    Im Hinblick auf die Erweiterung unserer Exportmög-
    lichkeiten spielt auch TTIP eine wichtige Rolle . Das Ab-
    kommen bietet große Chancen, gerade für unsere Land-
    wirtschaft . Positiv ist auch, dass nicht nur isoliert über
    den Abbau von Zöllen geredet wird, sondern auch über
    gemeinsame bereits bestehende Standards . Solange unser
    europäisches Schutzniveau dabei eingehalten wird – das
    ist klar unser Ziel und unsere rote Linie für die Verhand-
    lungen –, überwiegen die Chancen von TTIP deutlich .

    Darüber hinaus muss auch der Handel seiner Verant-
    wortung für eine faire Preisgestaltung gerecht werden .
    Dazu gehört, dass endlich alle Discounter und Super-
    marktketten das Problem anerkennen und verhandlungs-
    bereit sind .


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Meine Damen und Herren, mit diesem Haushalt be-
    stimmen wir neben der agrarpolitischen Ausrichtung
    der Landwirtschaft auch die Ausrichtung unserer Ernäh-
    rungspolitik . Wir können stolz darauf sein, ein breites
    Angebot an qualitativ hochwertigen und gesunden Nah-
    rungsmitteln zu haben . Diese hohe Qualität der Lebens-
    mittel ist einer der Schlüssel für eine langanhaltende gute
    Gesundheit und ein langes Leben .

    Damit wir unser hohes Niveau im Lebensmittelbe-
    reich aufrechterhalten können, unternehmen wir im Rah-
    men des gesundheitlichen Verbraucherschutzes im Be-
    reich der Lebensmittel weiterhin sehr viel . Vor allem sind
    an diesem Punkt die Prüfung und Bewertung möglicher
    neuer Risiken von Lebensmitteln entscheidend . Wir als
    Politiker sind hierbei auf die unabhängige, wissenschaft-
    lich fundierte Analyse der Risiken angewiesen .

    Waldemar Westermayer






    (A) (C)



    (B) (D)


    Ich möchte an dieser Stelle klar sagen, dass ich hin-
    sichtlich der Analyse und Begutachtung dieser Gefahren
    volles Vertrauen in das Bundesamt für Risikobewertung
    und seine Mitarbeiter habe . Das BfR wird seiner wissen-
    schaftlichen Referenz und seiner Orientierungsfunktion
    für die Politik und die Verbraucher in vollen Umfang ge-
    recht . Es ist nicht Aufgabe des BfR – dies möchte ich
    vor allem im Hinblick auf die aktuelle Diskussion über
    Glyphosat betonen –, jede mediale Panikmache mitzu-
    machen .


    (Beifall bei der CDU/CSU)


    Neben der Lebensmittelsicherheit kommt auch dem
    Bereich der Information über richtige Ernährung und
    eine gesunde Lebensweise besondere Bedeutung zu .
    Um noch mehr Verbraucher auch über andere Wege zu
    erreichen, sollten die einzelnen Ernährungszentren, die
    von der CDU in Baden-Württemberg eingeführt wurden,
    einbezogen werden . Diese haben vor Ort die Fachkom-
    petenz, über gesunde Ernährung aufzuklären . In Zusam-
    menarbeit mit dem Lebensmitteleinzelhandel können so
    noch mehr Menschen erreicht werden .

    Schließlich – das ist mir als ehemaligem Landwirt be-
    sonders wichtig – müssen wir als gesamte Gesellschaft
    den Wert von Lebensmitteln wieder schätzen lernen . In-
    sofern bin ich unserem Minister Christian Schmidt auch
    persönlich sehr dankbar, dass er das Thema im Rahmen
    der Initiative „Zu gut für die Tonne“ aufgegriffen hat . Es
    kann einfach nicht sein, dass jeder Bürger in Deutschland
    pro Jahr im Schnitt 82 Kilogramm Lebensmittel einfach
    wegschmeißt . Die Initiative zeigt bereits Wirkung . Durch
    die verschiedenen Maßnahmen der Aktion wird das Be-
    wusstsein der Verbraucher für das Thema geschaffen .
    Dies zeigt, dass weite Teile der Bevölkerung an gesun-
    dem und nachhaltigem guten Essen interessiert sind .

    Dazu passt ein Zitat von Churchill:

    Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die
    Seele Lust hat, darin zu wohnen .

    Herzlichen Dank .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg . Willi Brase [SPD])