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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 18/68 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 68. Sitzung Berlin, Dienstag, den 25. November 2014 I n h a l t : Tagesordnungspunkt I: a) Zweite Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2015 (Haushaltsgesetz 2015) (Drucksachen 18/2000, 18/2002) . . . . . . . 6411 A b) Beratung der Beschlussempfehlung des Haushaltsausschusses zu der Unterrich- tung durch die Bundesregierung: Finanz- plan des Bundes 2014 bis 2018 (Drucksachen 18/2001, 18/2002, 18/2826) 6411 B I.1 Einzelplan 01 Bundespräsident und Bundespräsi- dialamt (Drucksachen 18/2823, 18/2324) . . . . . . 6411 B I.2 Einzelplan 02 Deutscher Bundestag (Drucksachen 18/2802, 18/2823) . . . . . . 6411 C I.3 Einzelplan 03 Bundesrat (Drucksachen 18/2823, 18/2824) . . . . . . 6411 D I.4 a) Einzelplan 08 Bundesministerium der Finanzen (Drucksachen 18/2808, 18/2823) . . . 6411 D b) Einzelplan 20 Bundesrechnungshof (Drucksachen 18/2818, 18/2823) . . . 6411 D Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE) . . . . . . . . 6412 A Norbert Barthle (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 6413 D Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6416 C Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6418 C Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6420 B Dr. Axel Troost (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 6423 A Carsten Schneider (Erfurt) (SPD) . . . . . . . . . 6424 A Dr. Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6425 D Norbert Brackmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 6426 D Dr. Hans-Ulrich Krüger (SPD) . . . . . . . . . . . . 6428 B Bartholomäus Kalb (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 6429 C Cansel Kiziltepe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 6430 D I.5 Einzelplan 15 Bundesministerium für Gesundheit (Drucksachen 18/2814, 18/2823) . . . . . . 6432 A Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . 6432 B Helmut Heiderich (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 6433 C Maria Klein-Schmeink (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6435 A Petra Hinz (Essen) (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 6436 B Hermann Gröhe, Bundesminister BMG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6438 B Kathrin Vogler (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 6440 D Burkhard Blienert (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 6441 C Kordula Schulz-Asche (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6443 A Hubert Hüppe (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 6444 B Inhaltsverzeichnis II Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 25. November 2014 Maria Klein-Schmeink (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6445 D Birgit Wöllert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 6446 C Hilde Mattheis (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6447 B Kordula Schulz-Asche (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6448 A Reiner Meier (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 6449 A I.6 a) Einzelplan 07 Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (Drucksachen 18/2807, 18/2823) . . . 6450 D b) Einzelplan 19 Bundesverfassungsgericht (Drucksachen 18/2817, 18/2823) . . . 6450 D Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 6451 A Heiko Maas, Bundesminister BMJV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6452 A Renate Künast (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6453 D Klaus-Dieter Gröhler (CDU/CSU) . . . . . . . . . 6455 C Dennis Rohde (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6457 C Caren Lay (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . 6459 B Dr. Hendrik Hoppenstedt (CDU/CSU) . . . . . . 6460 C Nicole Maisch (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6462 D Elvira Drobinski-Weiß (SPD) . . . . . . . . . . . . . 6464 A Mechthild Heil (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 6465 A Metin Hakverdi (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6466 C Dr. Volker Ullrich (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 6467 D Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6469 B I.7 Einzelplan 06 Bundesministerium des Innern (Drucksachen 18/2806, 18/2823) . . . . . . 6470 A Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE) . . . . . . . . 6470 B Dr. Reinhard Brandl (CDU/CSU) . . . . . . . . . 6472 A Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6474 A Martin Gerster (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6475 B Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6476 D Dr. André Hahn (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 6479 C Rüdiger Veit (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6481 A Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6482 C Stephan Mayer (Altötting) (CDU/CSU) . . . . 6483 D Dr. Eva Högl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6486 A Dr. André Berghegger (CDU/CSU) . . . . . . . . 6487 C Susanne Mittag (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6489 C Michaela Engelmeier (SPD) . . . . . . . . . . . . . 6490 D Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6491 D Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten. . . . . . 6493 A Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Nina Warken (CDU/CSU) zur namentlichen Abstimmung über den Änderungsantrag der Abgeordneten Nicole Gohlke, weiterer Ab- geordneter und der Fraktion DIE LINKE zu dem von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Fünfundzwanzigsten Gesetzes zur Änderung des Bundesausbildungsförde- rungsgesetzes (25. BAföGÄndG) (Drucksa- che 18/3181) (66. Sitzung, Tagesordnungs- punkt 13 a) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6493 C Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 25. November 2014 6411 (A) (C) (D)(B) 68. Sitzung Berlin, Dienstag, den 25. November 2014 Beginn: 10.01 Uhr
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 25. November 2014 6493 (A) (C) (B) Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten (D) Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Alpers, Agnes DIE LINKE 25.11.2014 Bellmann, Veronika CDU/CSU 25.11.2014 Bluhm, Heidrun DIE LINKE 25.11.2014 Dr. Braun, Helge CDU/CSU 25.11.2014 Dağdelen, Sevim DIE LINKE 25.11.2014 Dörner, Katja BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 25.11.2014 Feiler, Uwe CDU/CSU 25.11.2014 Fischer (Karlsruhe- Land), Axel E. CDU/CSU 25.11.2014 Frieser, Michael CDU/CSU 25.11.2014 Dr. Gysi, Gregor DIE LINKE 25.11.2014 Heller, Uda CDU/CSU 25.11.2014 Hellmich, Wolfgang SPD 25.11.2014 Kermer, Marina SPD 25.11.2014 Kotting-Uhl, Sylvia BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 25.11.2014 Nietan, Dietmar SPD 25.11.2014 Nissen, Ulli SPD 25.11.2014 Schön (St. Wendel), Nadine CDU/CSU 25.11.2014 Tempel, Frank DIE LINKE 25.11.2014 Walter-Rosenheimer, Beate BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 25.11.2014 Wunderlich, Jörn DIE LINKE 25.11.2014 Zech, Tobias CDU/CSU 25.11.2014 Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Nina Warken (CDU/CSU) zur namentlichen Abstimmung über den Ände- rungsantrag der Abgeordneten Nicole Gohlke, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE zu dem von der Bundesregierung einge- brachten Entwurf eines Fünfundzwanzigsten Gesetzes zur Änderung des Bundesausbildungs- förderungsgesetzes (25. BAföGÄndG), Druck- sache 18/3181 (66. Sitzung, Tagesordnungs- punkt 13 a) In der Ergebnisliste ist mein Name nicht aufgeführt. Mein Votum lautet: Nein. Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Anlagen Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 68. Sitzung Inhaltsverzeichnis EPL 01 Bundespräsident EPL 02 Bundestag EPL 03 Bundesrat EPL 08, EPL 20 Finanzen, Bundesrechnungshof EPL 15 Gesundheit EPL 07, EPL 19 Justiz und Verbraucherschutz, Bundesverfassungsgericht EPL 06 Innen Anlagen
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dr. André Hahn


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr

    Minister, ich sage es gleich vorab: Wir finden zur Fröh-
    lichkeit in Ihrem Haushalt nur wenig Anlass.


    (Beifall der Abg. Anja Hajduk [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN] – Zurufe von der CDU/CSU: Oh!)


    Ich möchte gerne über das Bundesamt für Verfas-
    sungsschutz und die Geheimdienste allgemein sprechen
    und auch zum Sport etwas sagen.

    Im Zusammenhang mit dem Thema Geheimdienste
    hat SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann dieser Tage
    dem Spiegel ein sehr aufschlussreiches Interview gege-
    ben.


    (Max Straubinger [CDU/CSU]: Da habt ihr die meiste Erfahrung mit Geheimdiensten!)


    Darin heißt es unter anderem:

    Wenn die Dienste die Informationen über den NSU
    richtig verarbeitet und ausgetauscht hätten, hätte
    eine in der deutschen Nachkriegszeit beispiellose
    Verbrechensserie wohl verhindert werden können.
    Das ist eine der größten Niederlagen der deutschen
    Sicherheitsbehörden überhaupt. Die Verfassungs-
    schutzämter von Bund und Ländern haben kollektiv
    versagt.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Wir Linke teilen diese Auffassung.

    An anderer Stelle heißt es – wieder Zitat Oppermann –:

    Leider wurde der Rechtsextremismus über viele
    Jahre systematisch unterschätzt. … Die Behörden
    haben den brisanten Moment, als der Rechtsextre-
    mismus von der offenen Gewalt gegen Ausländer
    und Flüchtlinge über national befreite Zonen in den
    terroristischen Untergrund gegangen ist, schlicht
    verpasst.

    Ja, auch das ist leider zutreffend. Der SPD-Fraktions-
    chef zieht verbal durchaus die richtigen Schlussfolgerun-
    gen,


    (Dr. Konstantin von Notz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Warum spielt er denn bei Ihnen so eine Rolle? Er ist doch gar nicht da!)


    wenn er darauf drängt, dass die Rechtsgrundlagen der
    Dienste grundlegend revidiert werden. Wir als Linke ge-
    hen da noch einen deutlichen Schritt weiter. Wir stellen
    nicht zuletzt nach dem Versagen in Sachen NSU und bei
    der Spionageabwehr beim NSA-Skandal die Existenzbe-
    rechtigung von Geheimdiensten grundsätzlich infrage.


    (Beifall bei der LINKEN)


    So weit geht Herr Oppermann nicht. Er fordert aber im-
    merhin eine generelle Überarbeitung des BND-Gesetzes





    Dr. André Hahn


    (A) (C)



    (D)(B)

    und des G-10-Gesetzes sowie eine spürbare Verbesse-
    rung der parlamentarischen Kontrolle.

    Doch Ankündigungen sind das eine. Die Realität sieht
    leider anders aus.


    (Dr. Konstantin von Notz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Oh ja!)


    Deshalb frage ich die Koalitionäre von Union und SPD
    – drei Jahre nach der Aufdeckung der NSU-Verbrechen
    und fast eineinhalb Jahre nach den Enthüllungen Edward
    Snowdens zur massenhaften Überwachung der NSA
    auch bei uns in Deutschland –: Wo ist denn der Entwurf
    eines neuen BND- oder G-10-Gesetzes? Wo ist der Ent-
    wurf einer Novellierung des Gesetzes zur Arbeit des
    Parlamentarischen Kontrollgremiums? Wo sind die Kon-
    sequenzen der Bundesregierung aus den Aussagen hoch-
    karätiger Verfassungsrechtler vor dem NSA-Untersu-
    chungsausschuss, nach denen zumindest ein Teil der
    Tätigkeit des BND ohne jegliche Rechtsgrundlage statt-
    findet?


    (Zuruf von der CDU/CSU): Stimmt doch gar

    nicht!)

    Überall Fehlanzeige. Doch daran werden Sie gemessen
    und nicht an Absichtserklärungen.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Statt mit einer grundlegenden Reform auch nur zu be-
    ginnen, machen Sie im vorliegenden Haushaltsplan et-
    was ganz anderes: Sie schanzen den Diensten erst einmal
    über Jahre hinweg weitere Mittel in dreistelliger Millio-
    nenhöhe zu, ohne dass sich an der Arbeitsweise der
    Dienste auch nur irgendetwas geändert hätte. Es ist doch
    geradezu absurd, dass die Geheimdienste für ihr Versa-
    gen bei NSU und NSA de facto noch mit zusätzlichen
    Steuergeldern belohnt werden. Für uns Linke ist das in-
    akzeptabel.


    (Beifall bei der LINKEN)


    BND und Verfassungsschutz sollen weiter aufgerüstet
    werden, um mit den Überwachungstechniken der Ameri-
    kaner künftig halbwegs mithalten zu können. Das ist
    doch der völlig falsche Weg. Wo ist eigentlich, frage ich
    Sie, das millionenschwere Programm zum Schutz der
    Bürgerinnen und Bürger sowie der Unternehmen hier in
    Deutschland vor Ausspähung und Spionage? Davon fin-
    det sich im vorliegenden Plan für 2015 nichts. Auch des-
    halb wird die Linke diesen Haushalt ablehnen.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Einige Anmerkungen zum Sportetat. Der Haushalts-
    ausschuss ist über den ursprünglichen Ansatz für 2015
    hinausgegangen; er hat die Mittel um 15 Millionen Euro
    aufgestockt. Das begrüßen wir; das ist positiv.


    (Norbert Barthle [CDU/CSU]: Korrekt!)


    Ohne diese Anhebung hätte tatsächlich die Gefahr be-
    standen, dass der deutsche Spitzensport noch weiter in
    die Mittelmäßigkeit abrutscht, wie es der DOSB in sei-
    ner Presseerklärung ja selbst formuliert hat.
    Wir verstehen die jetzige Entscheidung so, dass es,
    anders als beispielsweise in Großbritannien, bei uns wei-
    terhin eine umfassende Spitzensportförderung geben
    soll, die sich nicht allein an medaillenträchtigen Sportar-
    ten ausrichtet. Auch die Verstetigung der Mittelzuwei-
    sungen für das Programm „Integration durch Sport“ bis
    2017 ist richtig und sinnvoll. Allerdings gibt es leider
    auch im Sporthaushalt durchaus Defizite.

    Über künftige deutsche Olympiabewerbungen kann
    man trefflich streiten, Herr de Maizière – ich persönlich
    bin für überzeugende Konzepte durchaus offen –, aber
    man muss auch zur Kenntnis nehmen, dass es zum Bei-
    spiel allein in Berlin über 1 000 sanierungsbedürftige
    Sportstätten gibt.


    (Norbert Barthle [CDU/CSU]: Dafür ist aber Berlin zuständig! Dafür ist das Land zuständig!)


    Einen derartigen Investitionsstau können die Länder al-
    lein kaum bewältigen. Deshalb bleiben wir Linke bei un-
    serer Forderung nach einem entsprechenden Förderpro-
    gramm des Bundes.


    (Beifall bei der LINKEN – Dr. Reinhard Brandl [CDU/CSU]: Es gibt doch schon jedes Jahr über 3 Milliarden Euro aus dem Länderfinanzausgleich allein aus Bayern!)


    Da Sie jetzt so schimpfen,


    (Dr. Reinhard Brandl [CDU/CSU]: Wir schimpfen nicht! Wir sagen nur die Wahrheit!)


    darf ich Ihnen sagen, dass sich die Sportpolitiker der
    unionsregierten Länder im März dieses Jahres getroffen
    und einstimmig ein solches Förderprogramm des Bundes
    gefordert haben.


    (Norbert Barthle [CDU/CSU]: Ja, ja! Die Länder sind sich immer schnell einig! Das ist ja auch ein Geschäft zulasten Dritter! – Max Straubinger [CDU/CSU]: Ein Geschäft zulasten Dritter lässt sich immer schnell vereinbaren!)


    Sie haben es aber in beiden Ausschüssen abgelehnt.

    Ich komme zum Schluss, Frau Präsidentin. – Wir ver-
    kennen nicht, dass es im Zuge der Beratungen zum In-
    nenetat einige vernünftige Korrekturen gegeben hat, so
    beispielsweise bei der Verbesserung der Finanzierung
    der Nationalen Anti Doping Agentur oder auch bei der
    Migrationsberatung für Erwachsene, die gerade wir
    Linke immer unterstützt haben. Das ändert jedoch nichts
    an unserer grundsätzlichen Kritik an den falschen Wei-
    chenstellungen im Einzelplan 06. Deshalb werden wir
    mit Nein votieren.

    Herzlichen Dank.


    (Beifall bei der LINKEN)




Rede von Claudia Roth
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Vielen Dank, Kollege Dr. Hahn. – Nächster Redner in

der Debatte: Rüdiger Veit für die SPD.


(Beifall bei der SPD)







(C)



(D)(B)


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Rüdiger Veit


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    Ich kann mich jetzt nicht auf den Beitrag des Kollegen
    Hahn beziehen, weil ich mich in meiner Rede zu diesem
    Bundeshaushalt nach unserer Aufgabenverteilung mit
    Überlegungen zu Flüchtlingen und Integrationsaufgaben
    auseinanderzusetzen habe, was ich gerne tue.

    Um den Überraschungseffekt am Anfang auszunut-
    zen: Frau Hajduk, Sie haben in einem recht: Man kann
    sich bei ganz vielen Dingen, die gut gemeint sind und
    hoffentlich auch gut gemacht werden, vorstellen, dass
    noch mehr getan wird und dass man noch mehr Geld da-
    für ausgibt.


    (Anja Hajduk [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Es geht um eine andere Qualität!)


    Das ist zwischen uns völlig unstreitig. Wenn man aber
    eben nicht so viel Geld hat, wie das vielleicht Ihren und
    vielleicht auch meinen Wunschvorstellungen entspräche,
    kann man nicht den Umkehrschluss daraus ziehen und
    sagen: Wenn ich nicht 100 Prozent bekomme, dann bin
    ich auch dagegen, dass es mindestens 50, 60 oder
    70 Prozent sind.

    Deswegen will ich Ihnen im Einzelnen noch einmal
    aufzählen, warum sich der Einzelplan 06 durchaus sehen
    lassen kann. Natürlich wird man einwenden, dass man
    das schon einmal gehört hat. Erinnern Sie sich aber bitte
    – wer von Ihnen Lehrer ist, der hat das einmal so gelernt –:
    Die Wiederholung ist in der Pädagogik ein ganz wesent-
    liches Element der Vertiefung. Deswegen will ich das
    gerne noch einmal tun.

    Erstens. Im Bundeshaushalt sind wiederum – auch im
    letzten Jahr war das so – 9 Millionen Euro für die Auf-
    nahme von Flüchtlingen aus humanitären Gründen ent-
    halten. Das ist gut so.

    Zweitens. Es gibt – darauf ist hingewiesen worden –
    eine durchaus beachtliche Steigerung im Bereich der Mi-
    grationsberatung für Erwachsene in Höhe von immerhin
    8 Millionen Euro. Wenn ich mir die Zahlen richtig
    notiert und gemerkt habe, dann wurden die Mittel von
    26 auf jetzt 34 Millionen Euro erhöht.

    Drittens – und das ist eigentlich noch wichtiger – ha-
    ben wir in einer Zeit, in der es eine große Anzahl zusätz-
    licher Zuwanderer und Flüchtlinge gibt, eine erhebliche
    Steigerung des Stellenbestandes beim Bundesamt für
    Migration und Flüchtlinge erreicht. 300 Stellen mehr
    waren es im letzten Jahr – soweit ich weiß, sind mittler-
    weile alle besetzt –, und mit diesem Haushalt schaffen
    wir für 2015 weitere 350 Stellen.

    Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als die-
    ses Amt in Nürnberg, diese nachgeordnete Bundesbe-
    hörde, noch den Namen „Bundesamt für die Anerken-
    nung ausländischer Flüchtlinge“ hatte. Alle, die damals
    schon im Bereich der Flüchtlingsbewegung tätig waren,
    werden mir zustimmen: Wir, die wir guten Wollens und
    guten Willens im Sinne der Belange der Flüchtlinge tätig
    waren, haben die Abkürzung BAFl eher so ausgeschrie-
    ben: Bundesamt für die Ablehnung von Flüchtlingen.
    Man kann das so sagen. Das war sozusagen unser nicht
    immer emotionsfrei besetzter Angstgegner. Das hat sich
    seit dem Jahre 2001 aber gründlich geändert.

    Ich will diese Gelegenheit nutzen, um dem vormali-
    gen Präsidenten, Herrn Dr. Albert Schmid, und dem jet-
    zigen Präsidenten, Herrn Dr. Manfred Schmidt, ganz
    herzlich dafür zu danken, dass sie diese Behörde ganz
    erheblich und nachhaltig zu einer Dienstleistungsbe-
    hörde umgebaut haben, mit der wir häufig und intensiv
    Kontakt haben – auch und gerade im Sinne der Men-
    schen, die bei uns Zuflucht suchen.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Dort wird überwiegend eine hervorragende Arbeit ge-
    leistet. Denken Sie einmal daran, wie hoch die Zahl der
    Flüchtlinge in den vergangenen Jahren war. Heute müs-
    sen wir davon ausgehen, dass sich diese Zahl praktisch
    verzehnfacht hat. Umso größer ist die Notwendigkeit,
    hier eine entsprechende Arbeit zu leisten. Dabei ist uns
    aus Sicht der SPD nicht nur eine zügige, sondern auch
    eine sorgfältige und rechtsstaatlich fundierte Bearbei-
    tung von Asylanträgen wichtig. Auch deswegen haben
    wir diesem Personalaufwuchs in der Koalitionsvereinba-
    rung zugestimmt und sehen wir das jetzt mit Freude auch
    in diesem Haushalt.

    Viertens. Nun komme ich zum Komplex Integrations-
    kurse, wofür 40 Millionen Euro mehr zur Verfügung ste-
    hen. Das ist aufgrund der gestiegenen Fallzahlen der
    gleiche Zuwachs wie im letzten Jahr.

    Ich will nicht verhehlen, dass in diesem Bereich noch
    einige Wünsche offen bleiben. Die Mindestvergütung ist
    noch heute nur so hoch, dass die Lehrkräfte selbst bei
    Vollzeit mit lediglich knapp 1 000 Euro netto über die
    Runden kommen müssen. Es wäre wünschenswert, dass
    sie ein vernünftiges Einkommen haben, um wenigstens
    der jetzigen Armut, der notwendigen Aufstockung durch
    staatliche Zusatzleistungen und auch der Armut im Alter
    zu entgehen.

    Das muss auch unser Interesse sein; denn ein hoher
    Erfolg von Integrationskursen setzt guten Unterricht vo-
    raus, und guter Unterricht setzt gute Lehrkräfte voraus.
    Voraussetzung für gute Lehrkräfte ist wiederum, dass
    man sie halbwegs anständig bezahlt, sodass sie von die-
    ser Arbeit leben können und nicht, was man verstehen
    kann, bei jeder sich bietenden Gelegenheit einen neuen
    Job annehmen, weil das der Kontinuität der Arbeit nicht
    guttut.

    Wir werden uns daher weiterhin dafür einsetzen, dass
    durch einen entsprechenden Mittelaufwuchs in Zukunft
    auch eine angemessene Vergütung der Lehrkräfte und
    bei dem einen oder anderen Träger hoffentlich auch eine
    sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder sogar,
    wie ich hoffe, auch eine dauerhafte Anstellung ermög-
    licht werden. Das jedenfalls wäre auch weiterhin unser
    Ziel. Im Rahmen des Möglichen sind wir jedoch durch-
    aus zufrieden.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    (A)






    Rüdiger Veit


    (A) (C)



    (D)(B)

    Ich komme zum letzten Punkt: Perspektiven für die
    Zukunft. Es ist schon die Rede davon gewesen, Herr
    Minister – das müssen wir laut und deutlich sagen und
    dann die notwendigen Schlüsse ziehen –, dass es nicht
    sein kann, dass wir heute zwar eine weit verbreitete, be-
    grüßenswerte Akzeptanz und Sensibilität in unserer Be-
    völkerung dafür haben, dass schutzsuchende Menschen
    aus vielen Teilen dieser Welt zu uns kommen und hier
    Zuflucht finden, dass wir aber diejenigen, die vor Ort
    Integrationsarbeit zu leisten haben, nämlich die Kommu-
    nen, mit dieser Aufgabe, jedenfalls in weiten Teilen die-
    ser Republik, finanziell alleine lassen; denn Flüchtlings-
    angelegenheiten und deren Versorgung muss zwar vor
    Ort in den Kommunen geleistet werden, aber der Staat,
    also Bund oder Länder, muss es bezahlen. Daran müssen
    wir gemeinsam arbeiten.


    (Beifall der Abg. Ulla Jelpke [DIE LINKE])


    Ich komme zum Schluss, Frau Präsidentin, und bitte
    um Nachsicht. Einen Punkt will ich uns allen mit auf den
    Weg geben. Wenn wir über die Frage reden: „Wie kön-
    nen wir den Kommunen nachhaltig helfen?“, dann will
    ich Sie darüber informieren, dass der Parteivorstand der
    SPD gestern in einem Papier beschlossen hat: Wir soll-
    ten dafür sorgen, dass die Kosten für die Gesundheitsfür-
    sorge der Asylbewerber und Flüchtlinge nicht mehr von
    den Kommunen oder teilweise den Ländern getragen
    werden, sondern wir sollten dafür sorgen, dass die
    Flüchtlinge im Rahmen der gesetzlichen Krankenversi-
    cherung eine Gesundheitsfürsorge erhalten und der Bund
    dafür die Kosten übernimmt;


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD, der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    übrigens ein Element aus Ihrem Antrag, das ich in der
    Sache für richtig halte.


    (Norbert Barthle [CDU/CSU]: Einseitiges Vorpreschen!)


    Ich möchte mich, offen gestanden, am liebsten auf
    dieses Instrument konzentrieren. In dem Augenblick, in
    dem wir die Kommunen bei den Kosten für die Gesund-
    heitsfürsorge entlasten, tun wir auch unmittelbar etwas
    für die Kommunen. Bei jedem anderen Finanzierungs-
    weg könnte es sein, dass Finanzierungsmittel des Bun-
    des möglicherweise in Länderhaushalten – ich sage es
    einmal so – verschwinden.