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ID1806807400

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Metadaten
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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 18/68 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 68. Sitzung Berlin, Dienstag, den 25. November 2014 I n h a l t : Tagesordnungspunkt I: a) Zweite Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2015 (Haushaltsgesetz 2015) (Drucksachen 18/2000, 18/2002) . . . . . . . 6411 A b) Beratung der Beschlussempfehlung des Haushaltsausschusses zu der Unterrich- tung durch die Bundesregierung: Finanz- plan des Bundes 2014 bis 2018 (Drucksachen 18/2001, 18/2002, 18/2826) 6411 B I.1 Einzelplan 01 Bundespräsident und Bundespräsi- dialamt (Drucksachen 18/2823, 18/2324) . . . . . . 6411 B I.2 Einzelplan 02 Deutscher Bundestag (Drucksachen 18/2802, 18/2823) . . . . . . 6411 C I.3 Einzelplan 03 Bundesrat (Drucksachen 18/2823, 18/2824) . . . . . . 6411 D I.4 a) Einzelplan 08 Bundesministerium der Finanzen (Drucksachen 18/2808, 18/2823) . . . 6411 D b) Einzelplan 20 Bundesrechnungshof (Drucksachen 18/2818, 18/2823) . . . 6411 D Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE) . . . . . . . . 6412 A Norbert Barthle (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 6413 D Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6416 C Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6418 C Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6420 B Dr. Axel Troost (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 6423 A Carsten Schneider (Erfurt) (SPD) . . . . . . . . . 6424 A Dr. Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6425 D Norbert Brackmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 6426 D Dr. Hans-Ulrich Krüger (SPD) . . . . . . . . . . . . 6428 B Bartholomäus Kalb (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 6429 C Cansel Kiziltepe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 6430 D I.5 Einzelplan 15 Bundesministerium für Gesundheit (Drucksachen 18/2814, 18/2823) . . . . . . 6432 A Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . 6432 B Helmut Heiderich (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 6433 C Maria Klein-Schmeink (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6435 A Petra Hinz (Essen) (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 6436 B Hermann Gröhe, Bundesminister BMG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6438 B Kathrin Vogler (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 6440 D Burkhard Blienert (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 6441 C Kordula Schulz-Asche (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6443 A Hubert Hüppe (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 6444 B Inhaltsverzeichnis II Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 25. November 2014 Maria Klein-Schmeink (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6445 D Birgit Wöllert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 6446 C Hilde Mattheis (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6447 B Kordula Schulz-Asche (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6448 A Reiner Meier (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 6449 A I.6 a) Einzelplan 07 Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (Drucksachen 18/2807, 18/2823) . . . 6450 D b) Einzelplan 19 Bundesverfassungsgericht (Drucksachen 18/2817, 18/2823) . . . 6450 D Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 6451 A Heiko Maas, Bundesminister BMJV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6452 A Renate Künast (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6453 D Klaus-Dieter Gröhler (CDU/CSU) . . . . . . . . . 6455 C Dennis Rohde (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6457 C Caren Lay (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . 6459 B Dr. Hendrik Hoppenstedt (CDU/CSU) . . . . . . 6460 C Nicole Maisch (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6462 D Elvira Drobinski-Weiß (SPD) . . . . . . . . . . . . . 6464 A Mechthild Heil (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 6465 A Metin Hakverdi (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6466 C Dr. Volker Ullrich (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 6467 D Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6469 B I.7 Einzelplan 06 Bundesministerium des Innern (Drucksachen 18/2806, 18/2823) . . . . . . 6470 A Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE) . . . . . . . . 6470 B Dr. Reinhard Brandl (CDU/CSU) . . . . . . . . . 6472 A Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6474 A Martin Gerster (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6475 B Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6476 D Dr. André Hahn (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 6479 C Rüdiger Veit (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6481 A Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6482 C Stephan Mayer (Altötting) (CDU/CSU) . . . . 6483 D Dr. Eva Högl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6486 A Dr. André Berghegger (CDU/CSU) . . . . . . . . 6487 C Susanne Mittag (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6489 C Michaela Engelmeier (SPD) . . . . . . . . . . . . . 6490 D Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6491 D Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten. . . . . . 6493 A Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Nina Warken (CDU/CSU) zur namentlichen Abstimmung über den Änderungsantrag der Abgeordneten Nicole Gohlke, weiterer Ab- geordneter und der Fraktion DIE LINKE zu dem von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Fünfundzwanzigsten Gesetzes zur Änderung des Bundesausbildungsförde- rungsgesetzes (25. BAföGÄndG) (Drucksa- che 18/3181) (66. Sitzung, Tagesordnungs- punkt 13 a) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6493 C Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 25. November 2014 6411 (A) (C) (D)(B) 68. Sitzung Berlin, Dienstag, den 25. November 2014 Beginn: 10.01 Uhr
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 25. November 2014 6493 (A) (C) (B) Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten (D) Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Alpers, Agnes DIE LINKE 25.11.2014 Bellmann, Veronika CDU/CSU 25.11.2014 Bluhm, Heidrun DIE LINKE 25.11.2014 Dr. Braun, Helge CDU/CSU 25.11.2014 Dağdelen, Sevim DIE LINKE 25.11.2014 Dörner, Katja BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 25.11.2014 Feiler, Uwe CDU/CSU 25.11.2014 Fischer (Karlsruhe- Land), Axel E. CDU/CSU 25.11.2014 Frieser, Michael CDU/CSU 25.11.2014 Dr. Gysi, Gregor DIE LINKE 25.11.2014 Heller, Uda CDU/CSU 25.11.2014 Hellmich, Wolfgang SPD 25.11.2014 Kermer, Marina SPD 25.11.2014 Kotting-Uhl, Sylvia BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 25.11.2014 Nietan, Dietmar SPD 25.11.2014 Nissen, Ulli SPD 25.11.2014 Schön (St. Wendel), Nadine CDU/CSU 25.11.2014 Tempel, Frank DIE LINKE 25.11.2014 Walter-Rosenheimer, Beate BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 25.11.2014 Wunderlich, Jörn DIE LINKE 25.11.2014 Zech, Tobias CDU/CSU 25.11.2014 Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Nina Warken (CDU/CSU) zur namentlichen Abstimmung über den Ände- rungsantrag der Abgeordneten Nicole Gohlke, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE zu dem von der Bundesregierung einge- brachten Entwurf eines Fünfundzwanzigsten Gesetzes zur Änderung des Bundesausbildungs- förderungsgesetzes (25. BAföGÄndG), Druck- sache 18/3181 (66. Sitzung, Tagesordnungs- punkt 13 a) In der Ergebnisliste ist mein Name nicht aufgeführt. Mein Votum lautet: Nein. Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Anlagen Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 68. Sitzung Inhaltsverzeichnis EPL 01 Bundespräsident EPL 02 Bundestag EPL 03 Bundesrat EPL 08, EPL 20 Finanzen, Bundesrechnungshof EPL 15 Gesundheit EPL 07, EPL 19 Justiz und Verbraucherschutz, Bundesverfassungsgericht EPL 06 Innen Anlagen
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Nicole Maisch


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    Lieber Dr. Hoppenstedt, ich habe vernommen, dass Sie
    mit Anlauf zweimal gegen dieselbe Wand laufen wollen,
    nämlich bei der Vorratsdatenspeicherung.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Ich kann nur sagen: Hier hört für uns Grüne der Spaß
    auf. Wenn Sie einen Angriff auf unsere Bürgerrechte
    fahren, dann wird es hier in der Debatte durchaus unge-
    mütlich. Das möchten wir nicht zulassen. Wir halten Ihr
    Vorhaben hier für völlig falsch.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Aber wir sind ja heute zusammengekommen, um über
    den Haushalt zu reden. Man kann sagen, dass die Bera-
    tungen im Haushaltsausschuss durchaus erfolgreich wa-
    ren. Herr Maas, Sie haben viel Kritik eingesteckt. Aber
    es gibt auch Dinge, die man loben kann.

    Wir finden es als Grüne gut, dass der Bundesverband
    Verbraucherzentralen mehr Geld bekommt. Wir finden
    es gut, dass Sie endlich Geld für die Marktwächter in
    den Bereichen Finanzen und Digitales eingestellt haben.
    Wir finden es auch gut, dass Sie endlich einen Sachver-
    ständigenrat für Verbraucherfragen benannt haben und
    den auch finanzieren wollen.

    Aber – damit ist die lobende Vorrede vorbei – wenn
    man so etwas Schlaues macht wie Marktwächter, was
    wir lange gefordert haben, dann muss man auch den Mut
    haben, alles zu tun, damit das Projekt ein Erfolg wird. So





    Nicole Maisch


    (A) (C)



    (D)(B)

    wie Sie das angelegt haben, sieht es ein bisschen so aus,
    als ob Sie sich eigentlich gar nicht trauen, dass die
    Marktwächter erfolgreich werden. Warum ist das so? Sie
    wollen weiter mit Projektförderungen operieren. Sie
    wissen so gut wie ich, dass der Bundesrechnungshof die
    Projektitis nicht gerne sieht. Hier kann man schon fra-
    gen: Ist es vor allem ein Ansinnen der Union, die Markt-
    wächter nach kurzer Zeit in Schönheit sterben zu lassen,
    oder warum finden sie nicht eine längerfristige, eine in-
    stitutionelle Finanzierung?

    Wenn man will, dass die Marktwächter auch wirklich
    beißen und bellen können, dann brauchen sie auch die
    strukturellen Voraussetzungen dafür. Dann brauchen sie
    ein formales Beschwerderecht gegenüber der BaFin. Wir
    müssen außerdem darüber nachdenken, ob wir nicht bes-
    sere Möglichkeiten der kollektiven Rechtsdurchsetzung
    finden können.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Geld allein, so wichtig es ist, macht noch keinen gu-
    ten Verbraucherschutz. Das gilt insbesondere für den
    Finanzbereich. Hier haben Sie noch einige Versprechun-
    gen einzulösen. Sie haben Maßnahmen zur Begrenzung
    von Dispozinsen angekündigt. Ich habe akzeptiert, dass
    es erst einmal keinen gesetzlichen Deckel geben wird.
    Aber Sie haben andere Möglichkeiten angedeutet und
    entsprechende Gesetze versprochen. Darauf warten wir
    noch.

    Weil wir gerade beim Thema „Knietief im Dispo“
    sind, will ich noch auf den Kollegen Klaus-Dieter
    Gröhler eingehen. Er hat hier eine allgemeine Haushalts-
    rede gehalten, hat sich für die schwarze Null und eine
    solide Haushaltsführung gerühmt und hat dann auf die
    Linken und die Grünen geschimpft.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Max Straubinger [CDU/CSU]: Da hat er recht! Das hat er gut gemacht! Das gibt es bei den Grünen nie!)


    Da muss ich Ihnen Folgendes sagen, liebe Kolleginnen
    und Kollegen: Wer so tief wie Sie in die Rentenkasse, in
    den Gesundheitsfonds und in den Topf für die Finanzie-
    rung der Infrastruktur fasst, der hat keine schwarze Null
    aufzuweisen, sondern der steckt knietief im Dispo bei
    den kommenden Generationen. Das lassen wir Ihnen so
    nicht durchgehen.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN – Max Straubinger [CDU/CSU]: Sie haben doch gesagt, die Mittel müssten noch gekürzt werden!)


    Wenn wir uns den Haushalt für den Verbraucherschutz
    anschauen, dann finden wir dort hinsichtlich des nachhal-
    tigen Konsums eine Leerstelle. Verbraucher sind nicht nur
    schutzbedürftig, sondern sie sind auch mächtige Akteure,
    wenn es um mehr Tierschutz, mehr Umweltschutz und
    nachhaltigeren Konsum geht. Aber dafür braucht man
    eben auch die strukturellen Voraussetzungen: vor allem
    verlässliche Label und Siegel – zum Beispiel für grüne
    Geldanlagen, echten Ökostrom, aber auch für faire Klei-
    dung. Hier, finde ich, ist der Verbraucherschutzminister
    in der Verantwortung, den Kollegen Müller nicht schei-
    tern zu lassen


    (Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Er könnte es sogar besser machen!)


    und dieses Textilsiegel zum Erfolg zu führen. Hier soll-
    ten Sie Ihren Kollegen unterstützen, damit das Ganze zu
    einem Erfolg wird; denn so, wie es im Moment angelegt
    ist, ist es eher dazu geeignet, ein Rohrkrepierer zu wer-
    den.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Ich möchte, dass Sie sich weiterhin dafür einsetzen,
    dass wir bessere Informationsansprüche im VIG haben
    und dass Sie Kampagnen für nachhaltigere Konsum-
    muster und für bessere Produkte fahren. Grüner und
    nachhaltiger Konsum ist eine große Macht bei der
    Transformation der Wirtschaft. Hier kann der Verbrau-
    cherschutzminister einfach noch mehr tun.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Herr Maas, ich wundere mich schon, dass es beim
    Thema TTIP um Sie sehr ruhig geworden ist. Vor eini-
    gen Monaten hörte sich das noch sehr mutig an. Da ha-
    ben Sie den Bürgern in unterschiedlichsten Zeitungs-
    interviews viel versprochen. Ihr erstes Versprechen war:
    keine Absenkung von Standards. Sie stehen in der Ver-
    antwortung, zu erklären, wie regulatorische Kooperatio-
    nen mit einem System – nämlich dem der USA – mög-
    lich sein sollen, welches das Vorsorgeprinzip nicht
    kennt. Wie soll es eine regulatorische Kooperation und
    gleichzeitig den Erhalt des Vorsorgeprinzips geben?
    Vielleicht ist das möglich. Aber Sie sind in der Verant-
    wortung, es zu erklären.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Sie haben auch gesagt: keine Investor-Staats-Schieds-
    gerichte. Das heißt, Sie haben den Bürgerinnen und Bür-
    gern versprochen, dass es keine undemokratische Kon-
    zernjustiz gibt. In dieser Deutlichkeit – das muss ich
    ganz offen sagen – habe ich das von Ihnen lange nicht
    mehr gehört. Das mag damit zusammenhängen, dass
    sich Ihr Parteivorsitzender und Wirtschaftsminister
    Sigmar Gabriel von der Forderung „keine Investor-
    Staats-Schiedsgerichte“ klammheimlich verabschiedet.
    Jetzt sind Sie als Verbraucherschutzminister gefragt, ge-
    genüber den Bürgerinnen und Bürgern Ihr Versprechen
    zu halten: kein Ausverkauf von Verbraucher- und Daten-
    schutz und keine Sonderjustiz für Konzerne.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


    Hier steht nicht nur der europäische Standard für Ver-
    braucher- und Datenschutz auf dem Spiel, sondern auch
    Ihre Glaubwürdigkeit als Minister.

    Ich bedanke mich.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)




Rede von Petra Pau
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)

Für die SPD-Fraktion hat die Kollegin Elvira

Drobinski-Weiß das Wort.


(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)







(A) (C)



(D)(B)


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Elvira Drobinski-Weiß


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Maisch,
    ich bitte Sie, einfach mal in den Beschluss unseres Par-
    teikonvents zu schauen. Dann wissen Sie, was unsere
    und die Position des Wirtschaftsministers zum Thema
    TTIP ist. Ich denke, damit ist alles gesagt.

    Wenn in den vergangenen Jahren im Rahmen der
    Haushaltsberatung über die Politik des Verbraucherschutz-
    ministeriums gesprochen wurde, dann musste ich leider
    immer Begriffe wie Placebo oder Etikettenschwindel be-
    nutzen. Das ist heute zum Glück anders; denn dieser
    Haushalt zeigt: SPD wirkt.


    (Lachen der Abg. Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    Wir haben es zusammen mit unserem Koalitionspartner
    in diesem Haushalt geschafft, wichtige Weichen für eine
    wirksame Verbraucherpolitik zu stellen.

    Wir haben einen Sachverständigenrat für Verbrau-
    cherfragen eingerichtet, der jetzt seine Arbeit aufgenom-
    men hat. Frau Künast, das ist jetzt gerade einmal drei
    Wochen her. Ich denke, dann ist es auch recht, dass er
    jetzt noch keine Ergebnisse zeitigen kann. – Unser Ziel
    ist eine effektive, eine empirisch fundierte Verbraucher-
    politik, also keine Placebos mehr. Die Verbraucherfor-
    schung kann viel dazu sagen, welche Instrumente effek-
    tiv sind, welche Informationen Verbraucherinnen und
    Verbraucher in der konkreten Entscheidungssituation
    nutzen und welche Gesetze wie verbessert werden müs-
    sen. Der Sachverständigenrat wird uns genau dabei un-
    terstützen.

    Welche Weichen haben wir noch gestellt? Der Start-
    schuss für die Marktwächter ist im Oktober gefallen. Wir
    haben in der Bereinigungssitzung zum Haushalt 2015
    noch einmal 1,135 Millionen Euro draufgesattelt. Insge-
    samt stehen den Marktwächtern rund 5,6 Millionen Euro
    in 2015 zur Verfügung – wie ich finde, ein toller Erfolg.


    (Beifall bei der SPD)


    Mit dem Kleinanlegerschutzgesetz – ich würde hier
    gerne vom Sparerschutzgesetz sprechen – sorgen wir da-
    für, dass die BaFin als Behörde nun auch die Marktauf-
    sicht im Bereich des kollektiven Rechtsschutzes wahr-
    nehmen kann. Einzelne Verletzungen des AGB-Rechts
    und rechtswidrige Bankgebühren werden der vzbv und
    die Verbraucherzentralen in ihrer Marktwächterfunktion
    weiterhin durch Abmahnungen und Klagen abstellen.

    Die verbraucherpolitischen Herausforderungen neh-
    men weiter zu, auch bei der Interessenvertretung der
    Konsumentinnen, dem Verbraucherzentrale Bundesver-
    band: Datenschutz, digitale Welt, Onlinehandel. Seit
    Jahren hat der vzbv darauf aufmerksam gemacht, dass er
    mehr Personal braucht, um diesen Herausforderungen
    gerecht werden zu können. Mit dem Haushalt werden
    die hierfür nötigen Mittel bereitgestellt. Beispielsweise
    wird das vzbv-Büro in Brüssel nun auf Dauer eingerich-
    tet. Angesichts der gewachsenen Aufgaben erhält der
    vzbv im Jahr 2015 865 000 Euro zusätzlich; auch das ist
    schon erwähnt worden. Damit können tatsächlich die
    Fachleute für die eben genannten Bereiche der digitalen
    Welt eingestellt werden.

    Welche Weichen haben wir noch gestellt? Im Bundes-
    ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz wer-
    den zwei neue Referate eingerichtet, um auch hier den
    gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden: ein Re-
    ferat „Besondere Verbrauchergruppen“ – Dennis Rohde
    hat es bereits ausgeführt – und ein Referat „Kundenbe-
    ziehungen in der digitalen Welt“. Hier geht es darum,
    unsere Daten zu schützen, die sonst nur gesammelt wer-
    den.

    Neulich titelte die Berliner Zeitung: „Sicher sind nur
    Stempelkarten“. Das sind die Karten, die bei einem Ein-
    kauf in einem bestimmten Geschäft, in dem man öfter
    einkauft, gelocht oder abgestempelt werden. Diese Da-
    ten kann man nicht erfassen. Aber wenn man heute beim
    Einkauf eine Plastikkarte nutzt – man kennt die Frage an
    der Kasse: „Haben Sie eine Payback-Karte?“ –, dann
    werden natürlich die Daten gesammelt. Dies geht inzwi-
    schen auch über Apps auf dem Smartphone. Das ist lei-
    der Standard. Eine Firma hat einmal festgehalten: Nach
    drei Käufen kennt das Computernetzwerk des Unterneh-
    mens das Kaufverhalten des Kunden mindestens in den
    Grundzügen, nach zehn Einkäufen weiß man schon sehr
    gut Bescheid. Für ein wenig Rabatt oder müheloses Be-
    zahlen nutzt man die Karten bzw. Apps, und niemand
    weiß, was mit den Daten passiert. Hier ist es wichtig, zu
    analysieren und zu reglementieren, was mit unseren Da-
    ten passiert. Transparenz ist also notwendig: Wer sam-
    melt welche Daten, wer nutzt sie wofür, und wer gibt sie
    eventuell an wen weiter? – Die Wahrung der Privatsphäre
    und der Schutz der informationellen Selbstbestimmung
    müssen sichergestellt werden. Das, Frau Maisch, ist
    auch ein Anliegen der Großen Koalition.

    Wir wollen also eine Verbraucherpolitik, die wirkt.
    Wie Sie sehen, haben wir im Haushalt 2015 die Weichen
    dafür gestellt. Aber es gibt noch einige andere Themen,
    um die wir uns kümmern müssen, beispielsweise um das
    Thema Rechtsdurchsetzung oder aber um das Thema
    – auch das ist schon angesprochen worden – der Ab-
    schöpfung von Kartellstrafen. Wir alle sind davon über-
    zeugt, dass das Kartellamt gute Arbeit leistet. Tatsäch-
    lich sind in diesem Jahr fast 1 Milliarde Euro Bußgelder
    zusammengekommen. Wir fordern auch hier, dass ein
    Teil davon – da bin ich mir mit der Frau Kollegin Lay ei-
    nig – für Verbraucherpolitik eingesetzt wird. Wir müssen
    darauf achten, dass Kartellsünder unrechtmäßig erwirt-
    schaftete Gewinne nicht behalten; denn ich glaube, das
    würde falsche ökonomische Anreize setzen.

    Ich komme zum Schluss, Frau Präsidentin. Die weni-
    gen von mir genannten Punkte – darüber hinaus gibt es
    noch weitere – stellen die Weichen für eine solide Ver-
    braucherpolitik. Ich danke unserem Haushälter Dennis
    Rohde und auch Herrn Gröhler von der CDU/CSU für
    ihre Unterstützung. Ich wünsche unserem Minister Maas
    und auch unserem Staatssekretär Kelber viel Erfolg bei
    der Umsetzung aller unserer Vorhaben.

    Vielen Dank.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)







    (A) (C)



    (D)(B)