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ID1806806800

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  • sort_by_alphaVokabular
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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 18/68 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 68. Sitzung Berlin, Dienstag, den 25. November 2014 I n h a l t : Tagesordnungspunkt I: a) Zweite Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2015 (Haushaltsgesetz 2015) (Drucksachen 18/2000, 18/2002) . . . . . . . 6411 A b) Beratung der Beschlussempfehlung des Haushaltsausschusses zu der Unterrich- tung durch die Bundesregierung: Finanz- plan des Bundes 2014 bis 2018 (Drucksachen 18/2001, 18/2002, 18/2826) 6411 B I.1 Einzelplan 01 Bundespräsident und Bundespräsi- dialamt (Drucksachen 18/2823, 18/2324) . . . . . . 6411 B I.2 Einzelplan 02 Deutscher Bundestag (Drucksachen 18/2802, 18/2823) . . . . . . 6411 C I.3 Einzelplan 03 Bundesrat (Drucksachen 18/2823, 18/2824) . . . . . . 6411 D I.4 a) Einzelplan 08 Bundesministerium der Finanzen (Drucksachen 18/2808, 18/2823) . . . 6411 D b) Einzelplan 20 Bundesrechnungshof (Drucksachen 18/2818, 18/2823) . . . 6411 D Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE) . . . . . . . . 6412 A Norbert Barthle (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 6413 D Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6416 C Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6418 C Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6420 B Dr. Axel Troost (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 6423 A Carsten Schneider (Erfurt) (SPD) . . . . . . . . . 6424 A Dr. Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6425 D Norbert Brackmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 6426 D Dr. Hans-Ulrich Krüger (SPD) . . . . . . . . . . . . 6428 B Bartholomäus Kalb (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 6429 C Cansel Kiziltepe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 6430 D I.5 Einzelplan 15 Bundesministerium für Gesundheit (Drucksachen 18/2814, 18/2823) . . . . . . 6432 A Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . 6432 B Helmut Heiderich (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 6433 C Maria Klein-Schmeink (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6435 A Petra Hinz (Essen) (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 6436 B Hermann Gröhe, Bundesminister BMG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6438 B Kathrin Vogler (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 6440 D Burkhard Blienert (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 6441 C Kordula Schulz-Asche (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6443 A Hubert Hüppe (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 6444 B Inhaltsverzeichnis II Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 25. November 2014 Maria Klein-Schmeink (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6445 D Birgit Wöllert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 6446 C Hilde Mattheis (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6447 B Kordula Schulz-Asche (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6448 A Reiner Meier (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 6449 A I.6 a) Einzelplan 07 Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (Drucksachen 18/2807, 18/2823) . . . 6450 D b) Einzelplan 19 Bundesverfassungsgericht (Drucksachen 18/2817, 18/2823) . . . 6450 D Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 6451 A Heiko Maas, Bundesminister BMJV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6452 A Renate Künast (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6453 D Klaus-Dieter Gröhler (CDU/CSU) . . . . . . . . . 6455 C Dennis Rohde (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6457 C Caren Lay (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . 6459 B Dr. Hendrik Hoppenstedt (CDU/CSU) . . . . . . 6460 C Nicole Maisch (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6462 D Elvira Drobinski-Weiß (SPD) . . . . . . . . . . . . . 6464 A Mechthild Heil (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 6465 A Metin Hakverdi (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6466 C Dr. Volker Ullrich (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 6467 D Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6469 B I.7 Einzelplan 06 Bundesministerium des Innern (Drucksachen 18/2806, 18/2823) . . . . . . 6470 A Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE) . . . . . . . . 6470 B Dr. Reinhard Brandl (CDU/CSU) . . . . . . . . . 6472 A Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6474 A Martin Gerster (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6475 B Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6476 D Dr. André Hahn (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 6479 C Rüdiger Veit (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6481 A Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6482 C Stephan Mayer (Altötting) (CDU/CSU) . . . . 6483 D Dr. Eva Högl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6486 A Dr. André Berghegger (CDU/CSU) . . . . . . . . 6487 C Susanne Mittag (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6489 C Michaela Engelmeier (SPD) . . . . . . . . . . . . . 6490 D Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6491 D Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten. . . . . . 6493 A Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Nina Warken (CDU/CSU) zur namentlichen Abstimmung über den Änderungsantrag der Abgeordneten Nicole Gohlke, weiterer Ab- geordneter und der Fraktion DIE LINKE zu dem von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Fünfundzwanzigsten Gesetzes zur Änderung des Bundesausbildungsförde- rungsgesetzes (25. BAföGÄndG) (Drucksa- che 18/3181) (66. Sitzung, Tagesordnungs- punkt 13 a) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6493 C Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 25. November 2014 6411 (A) (C) (D)(B) 68. Sitzung Berlin, Dienstag, den 25. November 2014 Beginn: 10.01 Uhr
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 68. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 25. November 2014 6493 (A) (C) (B) Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten (D) Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Alpers, Agnes DIE LINKE 25.11.2014 Bellmann, Veronika CDU/CSU 25.11.2014 Bluhm, Heidrun DIE LINKE 25.11.2014 Dr. Braun, Helge CDU/CSU 25.11.2014 Dağdelen, Sevim DIE LINKE 25.11.2014 Dörner, Katja BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 25.11.2014 Feiler, Uwe CDU/CSU 25.11.2014 Fischer (Karlsruhe- Land), Axel E. CDU/CSU 25.11.2014 Frieser, Michael CDU/CSU 25.11.2014 Dr. Gysi, Gregor DIE LINKE 25.11.2014 Heller, Uda CDU/CSU 25.11.2014 Hellmich, Wolfgang SPD 25.11.2014 Kermer, Marina SPD 25.11.2014 Kotting-Uhl, Sylvia BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 25.11.2014 Nietan, Dietmar SPD 25.11.2014 Nissen, Ulli SPD 25.11.2014 Schön (St. Wendel), Nadine CDU/CSU 25.11.2014 Tempel, Frank DIE LINKE 25.11.2014 Walter-Rosenheimer, Beate BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 25.11.2014 Wunderlich, Jörn DIE LINKE 25.11.2014 Zech, Tobias CDU/CSU 25.11.2014 Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Nina Warken (CDU/CSU) zur namentlichen Abstimmung über den Ände- rungsantrag der Abgeordneten Nicole Gohlke, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE zu dem von der Bundesregierung einge- brachten Entwurf eines Fünfundzwanzigsten Gesetzes zur Änderung des Bundesausbildungs- förderungsgesetzes (25. BAföGÄndG), Druck- sache 18/3181 (66. Sitzung, Tagesordnungs- punkt 13 a) In der Ergebnisliste ist mein Name nicht aufgeführt. Mein Votum lautet: Nein. Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Anlagen Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 68. Sitzung Inhaltsverzeichnis EPL 01 Bundespräsident EPL 02 Bundestag EPL 03 Bundesrat EPL 08, EPL 20 Finanzen, Bundesrechnungshof EPL 15 Gesundheit EPL 07, EPL 19 Justiz und Verbraucherschutz, Bundesverfassungsgericht EPL 06 Innen Anlagen
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dennis Rohde


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und

    Herren! Ich bin froh und stolz, dass ich als Fazit zu den
    Verhandlungen zum Einzelplan 07 festhalten kann, dass
    wir unsere Versprechungen gehalten haben. Ich möchte
    das an drei Punkten näher darlegen. Ich beginne mit dem
    Punkt, den auch Sie gerade angesprochen haben, Herr
    Kollege Claus: mit dem Deutschen Patent- und Marken-
    amt.

    Ich war sehr verwundert über Ihre Worte. Das, was
    Sie in Bezug auf die erste Lesung des Haushalts 2015
    hier ausgeführt haben, können Sie eigentlich nur aus
    dem Märchenbuch von Frau Künast haben. Alle Kolle-
    ginnen und Kollegen haben damals gefordert, dass beim
    DPMA etwas passiert. Alle Haushälter haben gesagt:
    Das müssen wir angehen. – Das waren nicht nur die Lin-
    ken, sondern alle Kolleginnen und Kollegen. Ich finde,
    man sollte zumindest im Plenum die Wahrheit sagen.


    (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Aber zu welchem Zeitpunkt?)


    Wir haben alle gesagt, dass das Deutsche Patent- und
    Markenamt eine vernünftige Ausstattung braucht. Heute
    können wir feststellen: Es gibt einen massiven Personal-
    aufwuchs. Es gibt eine bessere finanzielle Ausstattung
    des DPMA. Versprochen und gehalten, meine Damen
    und Herren.

    Meine Kollegin Eva Högl hat am 26. Juni 2014 zum
    Haushalt im Bereich innere Sicherheit gesagt: „Ein
    wichtiger Punkt ist die Stärkung des Generalbundesan-
    walts.“ Heute werden wir sechs zusätzliche R-besoldete
    Stellen beschließen und dem Generalbundesanwalt über
    700 000 Euro zusätzlich zur Verfügung stellen. Verspro-
    chen und gehalten.





    Dennis Rohde


    (A) (C)



    (D)(B)

    Meine Kollegin Elvira Drobinski-Weiß hat in dersel-
    ben Haushaltsberatung gesagt: Neben Ideen und Kon-
    zepten benötigen wir für den Verbraucherschutz auch
    Geld. – Heute können wir sagen: Seit Regierungsüber-
    nahme haben sich die Mittel für den wirtschaftlichen
    Verbraucherschutz um mehr als 20 Prozent erhöht. Ver-
    sprochen und gehalten.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Aber lassen Sie mich auf die Punkte im Einzelnen
    eingehen. Wir wussten zu Beginn der Haushaltsverhand-
    lungen um die Situation beim Deutschen Patent- und
    Markenamt. Wir wussten, dass es dort einen Antragsstau
    von gut 170 000 Anträgen gibt. Ich habe ungefähr drei
    Viertel meiner Rede dafür genutzt, die Wichtigkeit des
    Patents für unsere Wirtschaft herauszustellen.

    Ich bin sehr froh, dass wir als Koalition den Vorschlag
    des Deutschen Patent- und Markenamtes heute eins zu
    eins umsetzen. Wir werden 58 neue Patentprüferstellen
    schaffen und eine bessere finanzielle Ausstattung zur
    Verfügung stellen. Ich freue mich wirklich, dass bei die-
    sem überlegten Vorgehen auch die Opposition mitgehen
    kann.

    Wir haben bei der Absicherung der Innovationskraft
    unseres Landes Ernst gemacht.


    (Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Was?)


    Wir haben beim Schutz des geistigen Eigentums Ernst
    gemacht. Wir haben beim Deutschen Patent- und Mar-
    kenamt keine halben Sachen gemacht, sondern klare
    Kante gezeigt.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Ein zweites Thema: Die nationale Sicherheit kostet
    Geld. Das merken insbesondere die Kolleginnen und
    Kollegen, die mit dem Haushalt des Bundesinnenminis-
    teriums befasst sind und mit der Bundespolizei, dem
    Zoll, aber auch dem Bundeskriminalamt zu tun haben.

    Aber auch die Judikative steht vor neuen Herausfor-
    derungen. So gibt es erhebliche Mehrbelastungen beim
    Generalbundesanwalt. Diese stehen in unmittelbarem
    Zusammenhang mit der Bedrohung durch die Terroristen
    des „Islamischen Staates“ und gewaltbereite Dschihadis-
    ten. Lassen Sie mich nur ein Beispiel nennen: Im Jahr
    2012 gab es beim Generalbundesanwalt in diesem Be-
    reich einen Prüfvorgang, ein Ermittlungsverfahren und
    vier Beschuldigte. Im Jahr 2014 – Stand: 30. Oktober –
    waren es 162 Prüfvorgänge und 41 Ermittlungs- und
    Strafverfahren mit insgesamt 80 Beschuldigten.

    Meine Damen und Herren, das sind dramatische Ent-
    wicklungen, und diesen dramatischen Entwicklungen
    müssen wir Rechnung tragen. Wir tragen ihnen Rech-
    nung, indem der Generalbundesanwalt 720 000 Euro
    mehr zur Verfügung gestellt bekommt.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)

    Ich möchte an dieser Stelle deutlich sagen: Die Si-
    cherheit der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutsch-
    land und darüber hinaus ist in Geld nicht zu beziffern.
    Sicherheit hat kein Preisschild. Es ist unsere Verantwor-
    tung, in Gewahrsam genommene Terroristen einem
    rechtsstaatlichen Verfahren zuzuführen und sie für ihre
    Gräueltaten zur Rechenschaft zu ziehen und die Bevöl-
    kerung vor ihnen zu schützen. Darum werden wir wei-
    terhin genau prüfen und beobachten, was wir an Unter-
    stützung für den Generalbundesanwalt werden leisten
    können.

    Ein drittes Thema. Es war die richtige Entscheidung,
    den wirtschaftlichen Verbraucherschutz im Bundesjus-
    tizministerium einzugliedern. Wir gehen diesen Schritt
    konsequent weiter und stellen den Verbraucherschutz
    heute auf eine breitere finanzielle wie personelle Basis.
    So haben wir überhaupt erst zum zweiten Mal in seiner
    Geschichte der Verbraucherzentrale Bundesverband eine
    Erhöhung seiner institutionellen Förderung zugedacht.
    Ich weiß, dass das nicht allen gefällt, auch nicht allen
    Kolleginnen und Kollegen; denn der vzbv ist auch ge-
    genüber den gewählten Politikerinnen und Politikern
    manchmal unbequem und nimmt sich das Recht zu Kri-
    tik heraus. Aber genau das soll er auch: mit lauter
    Stimme einzig und allein für die Verbraucherinnen und
    Verbraucher sprechen. Das kann er nur, wenn er unab-
    hängig von der Wirtschaft agiert. Darum sind die staatli-
    chen Mittel so wichtig. Wir wollen und brauchen starke
    und unabhängige Verbraucherzentralen, eine starke
    Lobby für die Verbraucherinnen und Verbraucher in un-
    serem Land.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Darum werden wir eines der zentralen Projekte dieser
    Koalition und der Verbraucherzentralen mit mehr finan-
    ziellen Mitteln hinterlegen. Im kommenden Jahr werden
    die Marktwächter mit 5,5 Millionen Euro weiter ange-
    schoben.

    Die Große Koalition richtet ihre Politik übrigens nicht
    nach dem Irrglauben aus, man müsse nur vom mündigen
    Verbraucher sprechen, und alle Probleme lösten sich
    dann in Wohlgefallen auf. So unterschiedlich wie Men-
    schen, so unterschiedlich sind auch ihre Bedürfnisse und
    die Herausforderungen für die Verbraucherpolitik. Dem
    tragen wir Rechnung, indem wir im Bundesjustizminis-
    terium ein Referat „Besondere Verbrauchergruppen“
    installieren werden. Da geht es zum Beispiel um die
    Herausforderungen junger Menschen sowie der Senio-
    rinnen und Senioren, aber auch der Migrantinnen und
    Migranten. Dabei geht es ganz besonders darum, dass
    auf die Dinge, die wir nicht gleich auf dem politischen
    Radar haben, aufmerksam gemacht wird.

    Ein Beispiel: So deckten im Oktober dieses Jahres die
    Verbraucherzentralen Hamburg, Berlin und Bremen er-
    hebliche Missstände bei den sogenannten Ethnomobil-
    funktarifen auf. Das sind Tarife, die bevorzugt Migran-
    tinnen und Migranten nutzen, um Kontakt zu ihrer
    Heimat zu halten. Mit diesen Tarifen erhält man verbil-
    ligte Konditionen bei Anrufen in einigen Ländern. Kaum
    einer von uns wird diese Tarife intensiv nutzen. Aber ge-





    Dennis Rohde


    (A) (C)



    (D)(B)

    rade weil Migrantinnen und Migranten diese Tarife in-
    tensiv nutzen, gehen zusätzliche Herausforderungen
    zum Beispiel bei der Sprache und der Vertragsgestaltung
    damit einher. Wenn wir ganz ehrlich sind, müssen wir
    zugeben, dass das ein Bereich ist, an den wir nicht zu-
    vorderst denken, wenn wir uns die gesamte große
    TK-Branche anschauen. Es ist aber wichtig, dass sich
    eine Institution mit einer spezifischen Sicht genau sol-
    cher Themen annimmt. Das ist ein wichtiger Schritt hin
    zu einer Verbraucherpolitik, die wirklich alle Menschen
    in unserem Land einschließt.


    (Beifall bei der SPD)


    Wir stellen uns auch der Herausforderung der Digita-
    lisierung unserer Gesellschaft mit der Einrichtung eines
    neue Referats „Digitale Kundenbeziehungen“. Heutzu-
    tage schließen wir Onlineverträge ab. Wir kaufen ein, er-
    ledigen unsere Post und informieren uns über Angebote
    online. Kurzum: Ein guter Teil der traditionellen Bezie-
    hungen zwischen Verbrauchern und Anbietern ist ins
    Netz gewandert. Dabei ist insbesondere der Schutz der
    Kundendaten unheimlich wichtig. Wir hoffen, dass wir
    mit diesem Referat neue Erkenntnisse diesbezüglich ge-
    winnen.

    Meine Damen und Herren, Verbraucherschutz ist in
    der Großen Koalition in guten Händen. Wir haben einen
    Paradigmenwechsel eingeleitet. Wir nehmen den Schutz
    der Verbraucherinnen und Verbraucher ernst. Wir wollen
    eine aktive und keine reagierende Verbraucherpolitik.
    Diesen Weg gilt es in den kommenden Jahren konse-
    quent fortzusetzen, ohne einen Rückfall in vergangene
    Zeiten. Wir gehen mit dem vorliegenden Haushalt die
    Herausforderungen der Judikative, des Schutzes des
    geistigen Eigentums und der Verbraucherpolitik an. Wir
    haben einen guten Regierungsentwurf noch besser ge-
    macht. Hierfür werbe ich um Ihre Zustimmung.


    (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)




Rede von Petra Pau
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)

Das Wort hat die Kollegin Caren Lay für die Fraktion

Die Linke.


(Beifall bei der LINKEN)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Caren Lay


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (None)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und

    Herren! Was die Verbraucherarbeit und den Verbrau-
    cherschutz in diesem Haushaltsentwurf anbelangt,
    komme ich leider zu einer völlig anderen Einschätzung
    als beispielsweise mein Vorredner. Wenn wir uns die
    Zahlen anschauen, stellen wir fest, dass die Verbraucher-
    politik im Gesamthaushalt wirklich ein Schattendasein
    fristet. Gerade einmal 31 Millionen Euro sind für die
    Verbraucherpolitik vorgesehen. Das ist im Vergleich
    zum Gesamthaushalt ziemlich wenig. Alleine der Schüt-
    zenpanzer Puma beispielsweise ist der Bundesregierung
    19-mal mehr wert als die Verbraucherpolitik. Das nenne
    ich eine falsche Prioritätensetzung.


    (Beifall bei der LINKEN)

    An diesem Beispiel sieht man auch, dass es nicht so
    ist, dass kein Geld da ist oder die Opposition dauernd
    Geld ausgeben möchte; es sitzt einfach an der falschen
    Stelle. Auf dieses Kriegsgerät zu verzichten und das
    Geld für die Verbraucherarbeit einzusetzen, das wäre
    zum Beispiel eine gute Lösung.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Wenn Sie da nicht mitgehen können, will ich Ihnen
    einen anderen Vorschlag machen und eine Idee der ehe-
    maligen Verbraucherministerin Frau Aigner aufgreifen,
    die bekanntlich nicht der Linken angehört, sondern der
    CSU. Sie hatte vorgeschlagen, dass man die Mittel, die
    dem Bundeskartellamt aus Bußgeldern zufließen, also
    die Kartellstrafen aufgrund illegaler Preisabsprachen, für
    die Verbraucherarbeit zur Verfügung stellen könnte. Al-
    leine bis zum Oktober dieses Jahres waren es Bußgelder
    für illegale Preisabsprachen in Höhe von 1 Milliarde
    Euro, die in den Bundeshaushalt fließen. Das ist Geld,
    das den Verbrauchern unrechtmäßig aus der Tasche ge-
    zogen wurde und das man für sinnvolle Projekte einset-
    zen könnte. Selbst wenn wir nur 20 Prozent dieser Gel-
    der nehmen würden, wären das 200 Millionen Euro.

    Dann müsste man, um ein Beispiel zu nennen, nicht
    bei der Stiftung Warentest kürzen – und das ausgerech-
    net im 50. Jubiläumsjahr. Da frage ich mich ehrlich ge-
    sagt, wie das nächste Woche beim feierlichen Festakt ab-
    laufen soll und ob dann die Kanzlerin sagt: Liebe
    Stiftung Warentest, herzlichen Glückwunsch zum Ge-
    burtstag, Sie leisten eine wertvolle Arbeit, und als Ge-
    burtstagsgeschenk werden wir Ihnen gleich die Mittel
    kürzen. – Nein, bei diesen Geburtstagsgeschenken kann
    man sich die Sonntagsreden sparen.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Wir könnten von diesem Geld beispielsweise
    1 000 Schuldner- und Finanzberatungsstellen finanzie-
    ren. Das wäre auch angemessen. Sie haben es selber ge-
    sehen: Die Anzahl der verschuldeten Haushalte ist er-
    neut gestiegen. Die durchschnittlichen Wartezeiten
    betragen sechs Monate, in einzelnen Kommunen können
    es auch einmal eineinhalb Jahre sein. Damit vergeht viel
    zu viel Zeit, in der sich die Schuldenspirale weiter dreht,
    anstatt dass den Betroffenen geholfen würde. Wir müs-
    sen bei der Finanz- und Schuldnerberatung deutlich
    mehr zulegen. Deswegen werden wir als Linke das auch
    beantragen.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Man könnte mit einem Bruchteil des Geldes aus den
    Kartellstrafen beispielsweise auch die Marktwächter
    auskömmlich finanzieren, um tatsächlich und wirkungs-
    voll den Verbraucherschutz auf den Finanzmärkten, aber
    auch in der immer komplizierter werdenden digitalen
    Welt zu stärken. Wir freuen uns, dass eine langjährige
    Oppositionsforderung nach solchen Marktwächtern auf-
    gegriffen wurde, aber wir, die wir uns damit beschäftigt
    haben, wissen auch: Diese 6,5 Millionen Euro sind zu
    wenig. Da hilft es auch nichts, dass die ursprünglich ver-
    anschlagten Kosten von 12 Millionen Euro auf Wunsch





    Caren Lay


    (A) (C)



    (D)(B)

    nach unten korrigiert wurden. Hier müssten wir eigent-
    lich viel mehr Geld in die Hand nehmen.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Es wird gerne gesagt, das gehe gar nicht und man
    könne die Bußgelder dafür nicht einsetzen. Die ganzen
    Vorschläge, die ich gemacht habe, fallen einfach deswe-
    gen weg, weil das Geld, das den Verbrauchern eigentlich
    zustehen würde, nicht etwa in den Haushalt des Verbrau-
    cherministers fließt, sondern weil es in den Haushalt des
    Wirtschaftsministers fließt. Da frage ich mich, warum
    das Geld, um das die Verbraucher betrogen wurden, am
    Ende ausgegeben wird, um die Wirtschaft zu unterstüt-
    zen. Das ist doch wirklich völlig absurd.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Ein beliebtes Argument in diesen Debatten ist, das sei
    der kleinste Haushalt. Okay, 31 Millionen Euro sind im
    Vergleich zum Gesamthaushalt nicht besonders viel. Es
    wird angeführt, es gehe auch darum, gute Gesetze zu
    machen. Na, bitte schön, dann machen Sie doch gute Ge-
    setze. Ich möchte Ihnen einige aktuelle Beispiele nen-
    nen. Eines hat schon eine Rolle gespielt.

    Nehmen wir die Mietpreisbremse. Das, was Sie, Herr
    Minister, hier vor kurzem in den Bundestag eingebracht
    haben, lässt zu, dass die Länder selber entscheiden kön-
    nen, ob sie Ihr Gesetz umsetzen. Die Länder haben viel
    zu viel Zeit für die Umsetzung, sodass die Vermieter
    schön an der Preisspirale drehen können. Es gibt viel zu
    viele Ausnahmen und Bedingungen, und der Deckel, den
    Sie gewählt haben, ist überhaupt nicht sachgerecht und
    wird die Mieten nicht deckeln. Nein, meine Damen und
    Herren, diese Mietpreisbremse ist bestenfalls eine Hand-
    bremse, und da müssen wir dringend nachbessern.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Oder nehmen wir die gesetzliche Deckelung der Dis-
    pozinsen; sie lässt ebenfalls auf sich warten. Sehr geehr-
    ter Herr Minister, Sie haben selber gesagt, Verbraucher-
    schutz sei kein Thema von Appellen. Dann möchte ich
    Sie hier, ehrlich gesagt, an Ihre eigenen Worte erinnern:
    Haben Sie bitte den Mut, sich mit der Bankenlobby an-
    zulegen! Belassen Sie es nicht einfach bei mehr Transpa-
    renz, und führen Sie endlich einen gesetzlichen Deckel
    ein!


    (Beifall bei der LINKEN)


    Ich möchte zum Schluss noch auf das Projekt der
    Frauenquote zu sprechen kommen. Dieses Projekt be-
    grüße ich natürlich prinzipiell. Aber Ihre Behauptung,
    dass mit der Verabschiedung dieses Gesetzentwurfs der
    im Grundgesetz verankerte Gleichstellungsauftrag um-
    gesetzt werde, ist, glaube ich, ein bisschen übertrieben.
    Die feste Quote soll tatsächlich nur 108 Unternehmen
    betreffen. Davon würden also gerade einmal 160 Frauen
    tatsächlich profitieren. Dazu muss ich einfach sagen: Vor
    diesen 160 Frauen muss die CSU nicht zittern, und der
    Herr Fraktionsvorsitzende Kauder muss angesichts des-
    sen nicht so weinerlich werden. Meine Damen und Her-
    ren von der CDU/CSU-Fraktion, da müssen Sie keine
    Angst haben. Die Männerbündelei in Deutschlands Vor-
    standsetagen würde auch nach Verabschiedung dieses
    Gesetzentwurfs weitergehen. Wir als Linke finden, es ist
    dringend an der Zeit, dass wir das endlich beenden.

    Vielen Dank.


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)