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ID1805000400

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 18/50 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 50. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 10. September 2014 I n h a l t : Glückwünsche zum Geburtstag der Abgeord- neten Karin Evers-Meyer, Dr. Angela Merkel, Günter Lach, Dr. Harald Terpe, Dr. Wilhelm Priesmeier, Jürgen Trittin, Max Straubinger, Norbert Brackmann, Dr. Axel Troost, Bartholomäus Kalb, Karsten Möring, Volker Kauder, Hans- Peter Uhl und Wolfgang Gehrcke . . . . . . . . 4547 B Tagesordnungspunkt 1: (Fortsetzung) a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2015 (Haushaltsgesetz 2015) Drucksache 18/2000 . . . . . . . . . . . . . . . . . 4547 B b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2014 bis 2018 Drucksache 18/2001 . . . . . . . . . . . . . . . . . 4547 C Einzelplan 04 Bundeskanzlerin und Bundeskanzleramt Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 4547 D Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin . . . . . . . 4554 B Katrin Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4560 B Thomas Oppermann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . 4565 A Matthias W. Birkwald (DIE LINKE) . . . . . 4566 A Herbert Behrens (DIE LINKE) . . . . . . . . . 4568 A Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4570 A Volker Kauder (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 4571 A Aydan Özoğuz, Staatsministerin BK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4574 C Gerda Hasselfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 4577 A Bettina Hagedorn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 4579 C Harald Petzold (Havelland) (DIE LINKE) . . 4581 A Monika Grütters, Staatsministerin BK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4582 B Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4584 A Hiltrud Lotze (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4585 A Rüdiger Kruse (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 4586 C Ulle Schauws (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4588 A Burkhard Blienert (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 4588 D Einzelplan 09 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Sigmar Gabriel, Bundesminister BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4590 B Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 4594 B Dr. Michael Fuchs (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 4595 C Dr. Barbara Hendricks (SPD) . . . . . . . . . . 4598 A Kerstin Andreae (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4598 B Wolfgang Tiefensee (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 4600 A Klaus Ernst (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . 4601 B Dr. Joachim Pfeiffer (CDU/CSU) . . . . . . . . . 4603 A Klaus Ernst (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 4603 C Inhaltsverzeichnis II Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 50. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 10. September 2014 Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4605 C Sigmar Gabriel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4606 C Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4607 B Thomas Jurk (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4607 D Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE) . . . . . . . . 4609 A Karl Holmeier (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 4610 A Dr. Julia Verlinden (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4612 A Andreas Mattfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . 4612 C Mark Hauptmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 4613 C Jan Metzler (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . 4615 A Andreas Mattfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 4616 B Einzelplan 14 Bundesministerium der Verteidigung Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin BMVg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4618 B Dr. Alexander S. Neu (DIE LINKE) . . . . . . . 4620 B Rainer Arnold (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4621 D Dr. Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4624 A Henning Otte (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 4625 A Inge Höger (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . 4627 B Karin Evers-Meyer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 4628 C Agnieszka Brugger (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4629 D Ingo Gädechens (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 4631 B Gabi Weber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4633 A Bartholomäus Kalb (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 4634 A Dr. Karl-Heinz Brunner (SPD) . . . . . . . . . . . . 4635 C Einzelplan 23 Bundesministerium für wirtschaftliche Zu- sammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller, Bundesminister BMZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4637 A Heike Hänsel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 4639 C Sonja Steffen (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4641 A Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4642 C Jürgen Klimke (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 4644 A Annette Groth (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 4645 C Dr. Bärbel Kofler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 4646 C Uwe Kekeritz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4648 B Johannes Selle (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 4649 C Gabriela Heinrich (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 4650 C Tobias Zech (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . 4651 D Stefan Rebmann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 4652 D Volkmar Klein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 4654 C Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4655 A Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4656 C Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 4657 A Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 50. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 10. September 2014 4547 (A) (C) (D)(B) 50. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 10. September 2014 Beginn: 10.31 Uhr
  • folderAnlagen
    (D) Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 50. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 10. September 2014 4657 (A) (C) (B) Anlage zum Stenografischen Bericht Liste der entschuldigten Abgeordneten (D) Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Alpers, Agnes DIE LINKE 10.09.2014 Beckmeyer, Uwe SPD 10.09.2014 Bleser, Peter CDU/CSU 10.09.2014 Buchholz, Christine DIE LINKE 10.09.2014 Connemann, Gitta CDU/CSU 10.09.2014 Dağdelen, Sevim DIE LINKE 10.09.2014 Dinges-Dierig, Alexandra CDU/CSU 10.09.2014 Färber, Hermann CDU/CSU 10.09.2014 Ferner, Elke SPD 10.09.2014 Heil (Peine), Hubertus SPD 10.09.2014 Hintze, Peter CDU/CSU 10.09.2014 Dr. Krüger, Hans-Ulrich SPD 10.09.2014 Leutert, Michael DIE LINKE 10.09.2014 Ostendorff, Friedrich BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 10.09.2014 Petry, Christian SPD 10.09.2014 Dr. Reimann, Carola SPD 10.09.2014 Sarrazin, Manuel BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 10.09.2014 Schlecht, Michael DIE LINKE 10.09.2014 Steiniger, Johannes CDU/CSU 10.09.2014 Ulrich, Alexander DIE LINKE 10.09.2014 Weinberg, Harald DIE LINKE 10.09.2014 Zimmermann, Pia DIE LINKE 10.09.2014 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Anlagen 50. Sitzung Inhaltsverzeichnis TOP 1 Einbringung Haushaltsgesetz 2015 – Finanzplan des Bundes 2014 bis 2018 Epl 04 Bundeskanzlerin und Bundeskanzleramt Epl 09 Wirtschaft und Energie Epl 14 Verteidigung Einzelplan Anlagen
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dr. Gregor Gysi


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Deshalb merken Sie sich doch bitte, liebe Union,

    liebe SPD, liebe Grüne, dass Sie sich viel häufiger und
    schneller, auch in Ihrem Interesse, nach den Linken rich-
    ten sollten.

    Danke schön.


    (Beifall bei der LINKEN – Dagmar Ziegler [SPD]: Das ist ja narzisstisch!)




Rede von Dr. Norbert Lammert
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)

Das Wort hat nun die Bundeskanzlerin, Frau

Dr. Angela Merkel.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Angela Merkel


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und

    Kollegen! Wir beraten heute in erster Lesung einen ganz
    besonderen Haushalt. Mit dem Haushalt 2015 wollen
    wir zum ersten Mal seit 1969 keine neuen Schulden
    mehr aufnehmen. Das, was wir seit Jahren angestrebt ha-
    ben, ist nun Realität. Der Bundesregierung ist es gelun-
    gen, einen generationengerechten Haushaltsentwurf vor-
    zulegen, der sozial ist, der in die Zukunft des Landes
    investiert und der damit wirtschaftliches Wachstum und
    Beschäftigung fördert. Wir können stolz sein, dass wir
    gemeinsam dieses Ziel erreicht haben.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


    Auch für die kommenden Jahre, meine Damen und
    Herren, sieht der Finanzplan keine neuen Schulden des
    Bundes mehr vor. Das Wirtschaften auf Pump soll end-
    lich ein Ende haben, und das ist – darin liegt der tiefere
    Sinn dieses Haushalts – der beste Beitrag zur Generatio-
    nengerechtigkeit, den wir für die Jungen, für die Kinder
    und Enkel, leisten können. Das schaffen wir heute ange-
    sichts einer sich anbahnenden großen demografischen
    Veränderung. Deshalb ist das richtig.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Damit wir unsere Ziele erreichen, wird strikte Ausga-
    bendisziplin erforderlich sein. Das, was für Deutschland
    gilt, gilt unverändert auch für Europa. Wir wissen, dass
    die Situation hier nach wie vor fragil ist. Wir haben
    wichtige Erfolge mit der Reformpolitik in Europa er-
    zielt. Wir sehen an einer Reihe von Ländern wie zum
    Beispiel Spanien, dass Reformen Wirkung zeigen, dass
    sie die Dynamik stärken, aber wir sollten sehr ernst neh-
    men, dass die Kommission mit Recht jetzt darauf hinge-
    wiesen hat, dass das Ablassen vom Reformkurs das
    größte Risiko für die weitere Erholung ist. Deshalb ist es
    richtig, dass die Kommission im Rahmen des sogenann-
    ten Europäischen Semesters den Druck mit Blick auf so-
    lide Haushalte und auf Reformen aufrechterhält. Die
    Bundesregierung unterstützt die Kommission in diesem
    Ziel.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Wolfgang Schäuble hat es gestern gesagt; ich möchte
    es wiederholen: Das Einhalten der von uns eingegange-
    nen Verpflichtungen in Europa, besonders in der Euro-
    Zone, muss anders als in der Vergangenheit endlich zum
    Markenzeichen der Euro-Zone werden. Das schafft Ver-
    trauen, und das wird uns dann von den Betroffenen auch
    zurückgezahlt werden, meine Damen und Herren.

    Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass
    die Arbeitslosigkeit weiterhin sehr hoch ist, gerade die
    Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen. Deshalb bleibt
    die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit eine zentrale
    Aufgabe. Am 8. Oktober wird die italienische Ratspräsi-
    dentschaft in Italien einen Gipfel der Staats- und Regie-
    rungschefs abhalten, auf dem wir uns noch einmal damit
    beschäftigen: Wie sind wir vorangekommen? Welche
    Hemmnisse gibt es? Es ist kein gutes Zeichen, dass das
    Sonderprogramm für die Bekämpfung der Jugendar-
    beitslosigkeit bis jetzt seitens der betroffenen europäi-
    schen Staaten so wenig in Anspruch genommen wird.
    Wir müssen uns fragen: Brauchen wir mehr Flexibilität
    in der Ausgestaltung? Ist das notwendig? Das Wichtigste
    ist, dass das Geld zu den jungen Menschen kommt und
    dass daraus Arbeitsplätze entstehen.

    Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und
    Kollegen, solides Haushalten ist kein Selbstzweck, son-
    dern es ist die Voraussetzung für politische Handlungs-
    möglichkeiten in der Zukunft.

    Erstens für eine aktive Begleitung des digitalen Wan-
    dels. Der digitale Wandel ist zentrale Gestaltungsauf-
    gabe für die Wirtschaft, die Wissenschaft, aber eben
    auch – das ist unser Part – für die Politik. Wie sich
    Deutschland und wie sich die Europäische Union in der
    zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts hier weltweit positio-
    nieren, das wird über unsere Wettbewerbsfähigkeit und





    Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel


    (A) (C)



    (D)(B)

    damit auch über unseren zukünftigen Wohlstand ent-
    scheiden.

    Das Bundeswirtschaftsministerium, das Innenminis-
    terium und das Ministerium für digitale Infrastruktur ha-
    ben eine digitale Agenda erarbeitet, die am 20. August
    im Kabinett beschlossen wurde. Sie ist ein erster Schritt,
    um die technische Revolution, die sich durch die Digita-
    lisierung in nahezu allen Lebensbereichen ergibt, aktiv
    zu begleiten und politisch mitzugestalten.


    (Zuruf des Abg. Sven-Christian Kindler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    Wir setzen dabei als Bundesregierung drei Schwer-
    punkte: Impulse für weiteres Wachstum und Beschäfti-
    gung – die Informations- und Technologiebranche ist
    entscheidender Innovations- und Wachstumsmotor –,
    Zugang und Teilhabe durch leistungsstarke Netze – un-
    ser Land braucht flächendeckende Breitbandinfrastruk-
    tur – und Vertrauen und Sicherheit im Internet; das reicht
    von der Datensicherheit für Privatpersonen und Unter-
    nehmen bis zum Schutz unserer kritischen Infrastruktur.

    Der Kabinettsbeschluss vom 20. August umreißt den
    Handlungsrahmen. Die gemeinsame Umsetzung erfolgt
    im Dialog mit den relevanten Gruppen aus Wirtschaft,
    Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Aber es wird auch
    etliche Punkte geben, bei denen die Politik nach diesem
    Dialog auch kritische Entscheidungen fällen muss und
    fällen wird.

    Nach dem Kabinettsbeschluss am 20. August ist der
    nächste Schritt der IT-Gipfel am 21. Oktober in Ham-
    burg. Er wird die zentrale Plattform sein und wird auch
    die Handlungsfelder der digitalen Agenda widerspie-
    geln. Mit den drei federführenden Bundesministern ist
    verabredet, dass bis dahin erste wesentliche Punkte vor-
    angekommen sind, zum Beispiel beim Thema Netzneu-
    tralität oder beim konkreten Zeitplan für die Versteige-
    rung der 700-Megahertz-Frequenzen, die sehr wichtig
    dafür sind, dass wir den Ausbau der Netze voranbringen.

    Wir müssen verstehen, dass die Digitalisierung nicht
    nur schnelles Internet, IT-Sicherheit oder Innovationen
    auf dem Feld der Telekommunikation bedeutet, sondern
    dass es sich dabei um eine industrielle Revolution han-
    delt, diesmal nicht so, wie wir sie aus der Geschichte
    kennen, mit rauchenden Schloten von Fabriken oder Ma-
    schinenlärm, sondern in einer völlig anderen Art und
    Weise, aber mit ebenso faszinierenden Veränderungen.

    Das Schlagwort ist „Industrie 4.0“. Was heißt das? Es
    wird mehr und mehr Produktionsabläufe geben, die sich
    selbst organisieren können, wo die Maschinen miteinan-
    der kommunizieren. Das hat natürlich wesentliche Aus-
    wirkungen auf die Arbeitswelt, über die wir im Übrigen
    mit der Wirtschaft und den Gewerkschaften gerade vor
    wenigen Tagen in Meseberg gesprochen haben. Es wer-
    den durch kleine Softwareanwendungen ganze Ge-
    schäftsmodelle und Wertschöpfungsketten auf den Kopf
    gestellt, und Dienstleistungen und Produktionsprozesse
    werden sich immer weiter annähern und ineinandergrei-
    fen. Der Computer als Gerät, wie er uns heute bekannt
    ist, wird immer mehr in den Alltagsgegenständen ver-
    schwinden und aufgehen. Das ist das Internet der Dinge,
    von dem so viel die Rede ist. Wir sind also in einer Ent-
    wicklung, in der Internetunternehmer, App-Entwickler
    und alle übrigen Unternehmer auf dem Feld der digitalen
    Dienstleistungen zu einem neuen Mittelstand werden,
    und der Mittelstand war ja immer das Rückgrat Deutsch-
    lands. Deshalb geht es darum, dass wir diesen Teil des
    Mittelstandes dabei begleiten, damit er gute Entwick-
    lungschancen hat. Das geschieht einmal durch Open
    Innovation, wie es heutzutage so schön heißt, also durch
    den Zugang zu den notwendigen Quellen. Es geht ferner
    darum, dass wir junge Unternehmer, ganz besonders
    durch den Wirtschaftsminister, fördern, bessere Finan-
    zierungsbedingungen entwickeln. So werden wir zum
    Beispiel den INVEST-Zuschuss für Wagniskapital von
    der Ertragsteuer befreien. Schließlich arbeiten wir an
    weiteren Möglichkeiten, wie wir gerade solchen Start-
    ups gute Bedingungen in Deutschland geben können.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


    Eine gleichmäßige Entwicklung von Stadt und Land
    wird in Zukunft nur möglich sein – wir dürfen nicht ver-
    gessen, dass etwa die Hälfte der Bevölkerung im ländli-
    chen Raum lebt –, wenn beide gleichermaßen Zugang
    zum schnellen Internet haben. Es geht hier nicht nur um
    Teilhabe an den wirtschaftlichen Möglichkeiten; es geht
    um Teilhabe an Bildung und vielen anderen Dingen, um
    gleichwertige Lebensbedingungen im weiteren Sinn.
    Deshalb konkretisieren wir jetzt Schritt für Schritt unser
    Ziel, den Breitbandhochgeschwindigkeitsausbau voran-
    zubringen, sodass das Ziel, 2018 eine flächendeckende
    Breitbandversorgung mit Geschwindigkeiten von min-
    destens 50 Megabit pro Sekunde, erreicht werden kann.

    Wir wollen die Dinge voranbringen. Deshalb hat
    Bundesminister Dobrindt eine „Netzallianz Digitales
    Deutschland“ gegründet, in der die einzelnen Schritte
    festgelegt werden. Neben dem Aufbau der Infrastruktur
    geht es in Zukunft auch und ganz besonders – das wird
    uns sehr herausfordern, die wir damit beschäftigt sind,
    Sicherheit auf der einen Seite und Zukunftsfähigkeit auf
    der anderen Seite gleichermaßen zu vereinen – um das
    Management von riesigen Datenmengen; denn Big Data
    wird der Ausgangspunkt von neuen Wertschöpfungsket-
    ten sein. Wer daran nicht teilnimmt, weil er schon Furcht
    hat, bevor das Wort gefallen ist, wird nicht zu diesen
    Wertschöpfungsketten vorstoßen. Deshalb werden wir
    zwei Big-Data-Kompetenzzentren in Berlin und in Dres-
    den einrichten und damit Erfahrungen sammeln, wie
    Wertschöpfungsketten der Zukunft möglich gemacht
    werden können.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Meine Damen und Herren, der Innenminister Thomas
    de Maizière hat zu Recht davon gesprochen, dass wir
    eine Debatte um einen neuen digitalen Ordnungsrahmen
    führen müssen. Die Grundsatzfrage lautet hierbei immer
    wieder: Wie können wir Freiheit und Sicherheit im Netz
    in Einklang bringen? Deshalb arbeitet die Bundesregie-
    rung unter Federführung des Innenministeriums gerade
    am ersten IT-Sicherheitsgesetz. Es wird einen besonde-
    ren Schwerpunkt auf die Sicherung unserer Infrastruktur
    setzen. Wir werden auch die entsprechenden Geschäfts-





    Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel


    (A) (C)



    (D)(B)

    modelle fördern, die dann in der Wirtschaft die Entwick-
    lungen möglich machen. Deutschland ist führend in der
    Sicherheitstechnik im digitalen Bereich. Das soll weiter
    ausgebaut werden: Initiativen wie „IT-Sicherheit in der
    Wirtschaft“ und die „Allianz für Cyber-Sicherheit“ wer-
    den ausgebaut.

    Natürlich kann das alles nicht allein national geregelt
    werden. Deshalb brauchen wir einen einheitlichen Da-
    tenschutz in Europa. Hierfür steht die Datenschutz-
    Grundverordnung. Ihre Verabschiedung ist von überra-
    gender Bedeutung; ich habe das hier schon öfter ange-
    sprochen. Wir müssen allerdings aufpassen, dass wir un-
    seren eigenen Datenschutz dabei nicht schwächen.
    Deshalb sind die Verhandlungen nicht ganz einfach.
    Aber: Wenn wir die wirtschaftlichen und rechtlichen
    Rahmenbedingungen inklusive des Datenschutzes in Eu-
    ropa nicht vereinheitlichen, wird der Binnenmarkt in
    diesem Bereich nicht zur Entfaltung kommen. Deshalb
    ist es eine Angelegenheit, die die 28 Mitgliedstaaten be-
    trifft.

    Die Weiterentwicklung der Digitalen Agenda muss
    nicht nur in Deutschland erfolgen, sondern auch im eu-
    ropäischen Maßstab. Unser Ziel muss sein – gerade auch
    in der Arbeit der neuen Kommission –, dass wir mit
    amerikanischen Digitaldienstleistern genauso wie mit
    chinesischen Netzwerkfirmen auf Augenhöhe agieren
    können. Die Frage ist dann: Sind wir so gut wie die
    anderen, und können wir hier wirklich in Zukunft
    Wertschöpfung und Wachstum und Arbeitsplätze für
    Deutschland, aber auch für ganz Europa generieren?

    Meine Damen und Herren, ein Ende des staatlichen
    Schuldenmachens ist – ich sagte es schon – kein Selbst-
    zweck, sondern eben Voraussetzung für politische Hand-
    lungsmöglichkeiten in der Zukunft.

    Das gilt – zweitens – für die Möglichkeit, die Spitzen-
    stellung unserer Forschungs- und Wissenschaftsland-
    schaft zu erhalten. Sie ist Ergebnis und Erfolg unseres
    konsequenten Bekenntnisses zu Bildung und Forschung
    in den letzten Jahren. Ich will noch einmal auf Folgendes
    hinweisen, weil hier manchmal auch Zerrbilder verwen-
    det werden: Seit 2005 sind die Ausgaben für Forschung
    und Entwicklung des Bundes um knapp 60 Prozent auf
    rund 14,4 Milliarden Euro gestiegen. Es ist noch nie so
    viel Geld für Forschung und Bildung in der Bundesrepu-
    blik Deutschland seitens des Bundes ausgegeben wor-
    den.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Wir geben nahezu 3 Prozent unseres Bruttoinlands-
    produkts für Forschung und Entwicklung aus. Das ist im
    Übrigen auch eines der europäischen Vorhaben, das vor
    14 Jahren propagiert wurde und heute nur von einer
    Minderheit der Länder umgesetzt wird. Das hat etwas
    mit Glaubwürdigkeit und im Übrigen auch etwas mit
    wirtschaftlicher Stärke zu tun. In dieser Legislatur-
    periode allein wird die Bundesregierung noch einmal
    9 Milliarden Euro zusätzlich für Bildung und Forschung
    zur Verfügung stellen, 3 Milliarden Euro davon für For-
    schung, etwa für den „Pakt für Forschung und Innova-
    tion“ und für die neue Hightech-Strategie, die wir in der
    letzten Woche im Kabinett beschlossen haben.

    Hier geht es vor allen Dingen um die Vernetzung von
    Wissenschaft und Wirtschaft, also um die Anwendung
    der Entwicklungsergebnisse. Das genau ist die Stärke
    der neuen Hightech-Strategie. Denn wir wollen nicht nur
    die Weltmeister im Forschen sein, sondern wir wollen
    genauso Weltmeister in den Anwendungen sein. Es gibt
    sehr gute Beispiele für solche Erfolge, die sich insbeson-
    dere in den Spitzenclustern zeigen. Ich nenne ein Bei-
    spiel aus dem Bereich der Medizin: In der Region Rhein-
    Neckar entwickelt ein Spitzencluster völlig neue Be-
    handlungsansätze und Medikamente in der Krebsfor-
    schung für die sogenannte personalisierte Medizin. Ich
    habe mir das Krebsforschungszentrum in Heidelberg an-
    geschaut. Es ist faszinierend, wie die Individualisierung
    der Medizin völlig neue Therapien möglich macht. Ich
    könnte viele andere solcher Cluster aufzählen. In ihnen
    spielt sich das ab, was Deutschlands Reputation in der
    Welt in Forschung und Entwicklung ausmacht.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Das Wichtige ist, dass unsere neue Hightech-Strategie
    jetzt alle Ressorts miteinbezieht. Damit haben wir einen
    Gesamtansatz für die Bundesregierung.

    Beim Thema Bildung will ich noch einmal auf die
    625 000 zusätzlichen Studienplätze hinweisen, mitgeför-
    dert durch den Bund im Rahmen des Hochschulpaktes
    gemeinsam mit den Ländern. Allein 2015 stehen dafür
    2 Milliarden Euro zur Verfügung. Und wir haben einen
    historischen Schritt gemacht, gemeinsam mit den Län-
    dern – ich meine, beim Thema Bildung können nur ge-
    meinsam mit den Ländern Lösungen gefunden werden,
    beim Thema Forschung im Übrigen auch –, indem wir
    jetzt die Übernahme der Kosten des BAföG für Schüler
    und Studierende durch den Bund zu 100 Prozent verein-
    bart haben, wodurch wir weitere gesamtstaatliche Ver-
    antwortung für die Bildung übernehmen. Wir haben
    auch die Weichen für die BAföG-Erhöhungen in den
    nächsten Jahren gestellt. Und wir werden den
    Artikel 91 b des Grundgesetzes ändern, damit er eine
    sehr viel bessere Kooperation von universitären und
    nichtuniversitären Forschungseinrichtungen möglich
    macht – etwas, das in anderen Ländern gang und gäbe
    ist, die die föderalistischen Herausforderungen nicht
    kennen –, wodurch wir zur Weltspitze aufsteigen kön-
    nen.

    Wir werden den Ausbildungspakt weiterentwickeln
    und auch den Integrationsgipfel in diesem Jahr auf das
    Thema Berufsausbildung ausrichten. Hier, muss ich sa-
    gen, sind wir schon in eine Lage gekommen: So erfreu-
    lich die Förderung neuer Studienplätze ist, so sehr müs-
    sen wir jetzt schauen, dass wir, wenn zum ersten Mal
    weniger junge Leute in die Berufsausbildung gehen als
    ein Hochschulstudium aufnehmen, die zweite Säule un-
    serer Berufsausbildung nicht aus dem Blick verlieren,
    und werden deshalb die berufliche Ausbildung weiter
    stärken.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)






    Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel


    (A) (C)



    (D)(B)

    Wenn immer noch ein viel zu hoher Prozentsatz von
    Studienanfängern keinen Studienabschluss macht, dann
    zeigt dies natürlich, dass die Verbindung von beruflicher
    Bildung und universitärem System ebenso wichtig für
    die Durchlässigkeit ist; denn wer gar keine Ausbildung
    hat, ist später gefährdet, von Arbeitslosigkeit betroffen
    zu sein.

    Meine Damen und Herren, solides Haushalten ist
    – drittens – Voraussetzung für die Erneuerung unserer
    Infrastruktur. Wir sind uns alle einig: Eine gute Infra-
    struktur ist von herausragender Bedeutung für die Zu-
    kunft unseres Landes. Das gilt für die Energienetze im
    Zusammenhang mit der Energiewende, die wir in den
    vergangenen Beratungen breit diskutiert haben. Das gilt
    für die Datenübertragung und die Digitalisierung; dazu
    habe ich etwas gesagt. Und das gilt natürlich für unser
    Netz an Straßen, Brücken, Schienen und Wasserwegen.
    Bei allem Bedarf – das will ich vorwegsagen –, den ich
    sehe, den alle sehen, muss man sagen, dass Deutschland
    immer noch eines der besten Verkehrsnetze weltweit hat


    (Zuruf der Abg. Jutta Krellmann [DIE LINKE])


    und dass das weiter ein starkes wirtschaftliches Pfund
    unseres Landes ist.


    (Beifall bei der CDU/CSU)


    Hinzu kommt, dass wir im Koalitionsvertrag für die
    laufende Legislaturperiode 5 Milliarden Euro mehr für
    den Erhalt und die Modernisierung unserer Verkehrs-
    wege vereinbart haben, in diesem Jahr allein 1,1 Milliar-
    den Euro. Die Verkehrsinvestitionen steigen im kom-
    menden Jahr auf rund 11 Milliarden Euro. Zusätzliche
    Mittel brauchen wir. Sie sollen einmal aus der Weiterent-
    wicklung der Lkw-Maut gewonnen werden. Auch die
    Einführung einer Pkw-Maut gehört dazu, und das Kon-
    zept des Verkehrsministers Dobrindt wird derzeit mit
    den Ressorts und der Kommission diskutiert und abge-
    stimmt, meine Damen und Herren.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Lachen bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Katrin GöringEckardt [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wir sind gespannt!)


    Liebe Kolleginnen und Kollegen, ein Ende des staatli-
    chen Schuldenmachens ist – viertens – Voraussetzung
    für die Bewältigung des demografischen Wandels und
    den Erhalt der sozialen Sicherheit, den die Menschen
    von uns im Rahmen der sozialen Marktwirtschaft erwar-
    ten. Das gilt für das Rentensystem, das Gesundheitssys-
    tem, aber auch und gerade für den Bereich der Pflege.
    Wir wissen, wir werden in Zukunft mehr ältere Men-
    schen und damit auch mehr Pflegebedürftige haben. Das
    bedeutet völlig neue Herausforderungen für Familien auf
    der einen Seite, in denen dauerhaft Menschen füreinan-
    der Verantwortung übernehmen; das bedeutet auf der an-
    deren Seite aber auch neue Herausforderungen für un-
    sere Gesellschaft. Die Bundesregierung stellt sich genau
    diesen Herausforderungen. Es gibt ja nahezu keine Fa-
    milie in Deutschland, die nicht direkt oder indirekt von
    dem Thema der Pflegebedürftigkeit berührt wird. Des-
    halb ist es ein zutiefst menschliches Thema, das in unse-
    rer Gesellschaft gut bewältigt werden muss.

    Wir haben die erste Lesung des Pflegestärkungsgeset-
    zes gehabt. Hier geht es um die Weiterentwicklung der
    Pflege ab 1. Januar. Der Grundsatz heißt: Eine men-
    schenwürdige Pflege muss für alle Menschen, die sie be-
    nötigen, auch in Zukunft bezahlbar bleiben. Das muss
    für Betreute in Pflegeheimen genauso gelten wie für Be-
    treute in Familien.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Deshalb haben wir uns entschlossen – ich glaube, das
    war richtig –, den Beitragssatz leicht anzuheben. Da-
    durch werden die Geldleistungen erhöht, und sie können
    künftig auch flexibler in Anspruch genommen werden.
    Wir wollen die Möglichkeit der Inanspruchnahme der
    Familienpflegezeit vereinfachen. Dadurch erhalten Fa-
    milien, die zu Hause Angehörige pflegen, mehr Unter-
    stützung. Daran wird zwischen den Ressorts gerade ge-
    arbeitet. Die Zahl der Betreuungskräfte in Pflegeheimen
    wird erhöht. Das bedeutet, dass nicht nur für an Demenz
    erkrankte Heimbewohner zusätzliche Betreuungskräfte
    zur Verfügung stehen, sondern für alle Heimbewohner.
    Das ist eine Entlastung für die Pflegefachkräfte und da-
    mit eine Verbesserung der Situation.

    Liebe Kolleginnen und Kollegen, eine menschliche
    Gesellschaft misst sich auch an ihrem Umgang mit den
    Schwächsten, mit denen, die unsere Hilfe und Unterstüt-
    zung brauchen. Das betrifft Menschen, die vor existen-
    zieller Not fliehen. Viele von ihnen suchen Schutz in
    Europa, nicht wenige auch in Deutschland. Deshalb ist
    es ganz wichtig, dass wir behutsam und sehr verantwor-
    tungsvoll mit dieser Situation umgehen.


    (Beifall der Abg. Dr. Eva Högl [SPD])


    In diesem Jahr ist die Zahl der Flüchtlinge und Ver-
    triebenen weltweit so hoch wie seit dem Zweiten Welt-
    krieg nicht mehr. Das ist eine riesige Herausforderung.
    Wir Deutschen wissen aus unserer Geschichte, wie viel
    Leid mit Flucht und Vertreibung verbunden ist, und des-
    halb nehmen wir unsere Verantwortung wahr. Innerhalb
    der Europäischen Union nimmt Deutschland mit großem
    Abstand die meisten Asylbewerber auf. Das waren im
    Jahr 2013 127 000, und in diesem Jahr werden es vo-
    raussichtlich etwa 200 000 sein. Damit leistet Deutsch-
    land einen wichtigen Beitrag, auch hinsichtlich der Auf-
    nahme von Flüchtlingen aus Krisenregionen.

    Die steigende Zahl der Asylbewerber in Deutschland
    stellt natürlich Bund, Länder und Gemeinden vor He-
    rausforderungen bei der Bearbeitung von Asylanträgen
    wie auch bei der Unterbringung und Versorgung. Des-
    halb überlegen wir als Bundesregierung gemeinsam mit
    Ländern und Kommunen, wie wir bei der Planung und
    Errichtung von Unterkünften rascher zum Ziel kommen.
    Hier hat die Bundeswehr einen Beitrag zu leisten, und
    sie leistet ihn auch. Sie bemüht sich, nicht mehr benö-
    tigte Liegenschaften oder Teilflächen umgehend an die
    Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zurückzugeben.
    Dadurch können besonders betroffene Landkreise unter-





    Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel


    (A) (C)



    (D)(B)

    stützt werden. Da engagieren wir uns wirklich mit voller
    Kraft.

    Wir müssen aber auch, wie im Koalitionsvertrag ver-
    einbart, die Bearbeitungsdauer bei den Asylverfahren
    weiter verkürzen, sowohl im Interesse der Schutzsu-
    chenden als auch im Interesse der betroffenen Kommu-
    nen. Der Bundestag hat im Haushalt 2014 – ich will da-
    ran noch einmal erinnern – 300 neue Stellen für das
    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bewilligt. Da-
    durch konnte im ersten Halbjahr die Zahl der Asylent-
    scheidungen immerhin verdoppelt werden. Angesichts
    der stark steigenden Asylzahlen brauchen wir natürlich
    eine weitere Verbesserung; das ist gar keine Frage. Liebe
    Kolleginnen und Kollegen, ich will dies zum Anlass
    nehmen, denen, die diese Asylverfahren bearbeiten, ein
    herzliches Dankeschön zu sagen.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Das ist eine wirklich anspruchsvolle, schwierige Arbeit.
    Ich habe größte Hochachtung davor.

    In diesem Zusammenhang lautet eine wichtige Frage:
    Wie stufen wir bestimmte Länder ein? Sie wissen, dass
    die Einstufung von Serbien, Mazedonien und Bosnien-
    Herzegowina als sichere Herkunftsstaaten von uns im
    Bundestag beschlossen wurde. Ich will noch einmal sa-
    gen, wie die Lage ist: Wir stehen angesichts der Flücht-
    linge aus Syrien und vielleicht auch der Flüchtlinge aus
    dem Irak vor drängenden Herausforderungen. Wir müs-
    sen überlegen: Wie können wir denen, die am meisten
    Hilfe brauchen, wirklich helfen? 20 Prozent der bisher in
    2014 gestellten Asylanträge wurden von Angehörigen
    dieser drei Staaten gestellt. 1 Prozent dieser Anträge
    wird genehmigt. Deshalb sind wir in Gesprächen, wie
    wir auch im Bundesrat eine Zustimmung für die Einstu-
    fung dieser Länder als sichere Herkunftsstaaten bekom-
    men können, weil uns das die Möglichkeit gibt, bei
    weiterhin rechtsstaatlichen Asylverfahren für alle, denen
    mehr zu helfen, die dringend unsere Hilfe brauchen.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


    Ende August haben wir Änderungen im Asylbewer-
    berleistungsgesetz beschlossen, die auch zu einer Entlas-
    tung der Kommunen führen werden. Damit haben wir
    das Urteil des Bundesverfassungsgerichts umgesetzt.
    Wir brauchen natürlich auch eine europäische Asylpoli-
    tik. Auf europäischer Ebene müssen die Lösungen ge-
    meinsam gefunden werden. Dazu gehört, dass sich alle
    EU-Mitgliedstaaten gegenseitig unterstützen, aber sich
    nicht gegenseitig die Verantwortung zuschieben. Das ist
    ein Unterschied. Deshalb wünsche ich unserem Innen-
    minister Thomas de Maizière sehr viel Erfolg bei diesen
    Gesprächen und begrüße, dass gemeinsam mit den Kol-
    legen aus Frankreich, Großbritannien und Polen hier
    eine gemeinsame Initiative gestartet wird.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


    Wenn wir in diesen Tagen und gerade in dieser Woche
    über unsere nationalen Herausforderungen beraten, so
    tun wir dies in einem stark veränderten internationalen
    Umfeld. Als wir im vergangenen Jahr die Schwerpunkte
    der Arbeit unserer Großen Koalition verabredet haben,
    haben wir überlegt, wie wir das Gedenkjahr 2014 gestal-
    ten können, das Gedenken an den Beginn des Ersten
    Weltkriegs vor 100 Jahren, an den Beginn des Zweiten
    Weltkriegs vor 75 Jahren und die Feiern zum Mauerfall
    vor 25 Jahren. Wie selbstverständlich erschien es uns da,
    dass die Völker in Europa im 21. Jahrhundert selbst ent-
    scheiden, welchen Weg sie einschlagen wollen, dass ihre
    territoriale Integrität geschützt ist und die Verabredun-
    gen über unsere europäische Sicherheitsarchitektur ein-
    gehalten werden. Wie anders verläuft jetzt das Jahr
    2014!

    Aus dem Wunsch der Ukraine, ein Assoziierungs-
    und Freihandelsabkommen mit der EU zu unterzeich-
    nen, ist ein tiefgreifender Konflikt mit Russland entstan-
    den. Annexion der Krim, Unterstützung der Separatisten
    in Donezk und Luhansk durch Russland und aktives Ein-
    greifen durch russische Soldaten und Waffenlieferungen
    sind nur drei Stichpunkte dieser Entwicklung. Ange-
    sichts dieses akuten Konflikts sind wir vor die Frage ge-
    stellt: Was haben wir aus der Geschichte gelernt? Was
    sind unsere Antworten in solchen Konfliktfällen heute?
    Vier Prinzipien leiten dabei unser Handeln: Erstens. Der
    Konflikt ist nicht militärisch zu lösen. Zweitens. Die
    28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union und die Ver-
    einigten Staaten von Amerika finden gemeinsame Ant-
    worten. Drittens. Die Verletzung der territorialen Integri-
    tät eines Landes und seine Destabilisierung nehmen wir
    nicht hin; deshalb verhängen wir Wirtschaftssanktionen.
    Viertens. Gleichzeitig arbeiten wir fortwährend für eine
    diplomatische Lösung des Konflikts. Die Tür zu Ver-
    handlungen ist und bleibt offen.

    In diesen Tagen gilt es, den Zwölf-Punkte-Plan der
    Präsidenten der Ukraine und Russlands umzusetzen.
    Waffenstillstand und Freilassung von Gefangenen sind
    hierbei nur zwei Elemente von zwölf Punkten. Vor allem
    geht es um eine dauerhafte Überwachung des Waffen-
    stillstands durch die OSZE, den Abzug russischer Solda-
    ten und der Waffen aus der Region sowie die freie Ent-
    scheidung der Menschen in Donezk und Luhansk über
    ihren zukünftigen Status. Das alles gehört zusammen.

    Neue Sanktionen wurden durch die Europäische Union
    beschlossen. Jetzt geht es um die Veröffentlichung und da-
    mit um das Inkrafttreten. Ich will für die Bundesregierung
    sagen: Angesichts der gegebenen Lage, die sicherlich eine
    Verbesserung im Zusammenhang mit den militärischen
    Aktivitäten mit sich bringt – es ist keine hundertprozen-
    tige Waffenruhe, aber immerhin eine Verbesserung; eine
    Unklarheit über die Erfüllung vieler der anderen von mir
    genannten Punkte besteht dennoch –, treten wir dafür
    ein, dass jetzt eine Veröffentlichung dieser Sanktionen
    erfolgt.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Ich hoffe, dass hierüber bald entschieden wird. Ich füge
    hinzu: Wenn die zwölf Punkte wirklich substanziell er-
    füllt werden, werden wir die Ersten sein, die die neuen
    Sanktionen wieder aufheben; denn sie sind kein Selbst-
    zweck, sondern werden immer nur verhängt, wenn sie
    unvermeidlich sind.





    Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel


    (A) (C)



    (D)(B)


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Unser Ziel ist vollkommen klar: Wir unterstützen eine
    Ukraine, die in Frieden und eigener Selbstbestimmung
    über ihr eigenes Schicksal entscheiden kann, im Übrigen
    in guter Nachbarschaft mit Russland. Für uns sind gute
    Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der
    Ukraine sowie zwischen Russland und der Ukraine keine
    Frage eines Entweder-oder – ich habe das im November
    vergangenen Jahres hier gesagt –, sondern ein Sowohl-
    als-auch. Dafür arbeiten wir. Ich weiß sehr wohl, dass
    der Weg zur Überwindung dieser Krise lang und steinig
    ist. Wir werden auch Rückschläge erleben. Wir brauchen
    einen langen Atem. Aber ich bin zutiefst überzeugt: So
    hart die gegenwärtige Situation auch ist, am Ende wird
    sich die Stärke des Rechts durchsetzen. Das sollte uns
    ermutigen.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Natürlich war die Lage in der Ukraine auch Thema
    auf dem NATO-Gipfel in Wales in der letzten Woche. Im
    Sinne unserer Bündnisverpflichtungen gemäß Artikel 5
    des NATO-Vertrages wurde dort einmütig der soge-
    nannte Readiness Action Plan beschlossen. Ziel ist eine
    deutliche Erhöhung der Reaktions- und Verteidigungsfä-
    higkeit des Bündnisses als sichtbarer Ausdruck unserer
    Solidarität gerade mit unseren baltischen und osteuropäi-
    schen Bündnispartnern.

    Deutschland leistet dazu einen Beitrag. Wir erhöhen
    unseren Bereitschaftsgrad und die Fähigkeiten, indem wir
    das Multinationale Korps Nordost in Stettin stärken – ein
    gemeinsamer deutsch-dänisch-polnischer Vorschlag. Es
    entspricht unserer Philosophie, dass wir planerisch, lo-
    gistisch und durch Übungen die Voraussetzungen für
    eine rasche Verlegung größerer Verbände schaffen und
    dafür eine Fähigkeit zur regionalen Kooperation mit un-
    seren Partnern aufbauen.

    Aber es war uns wichtig, dass sich diese Beschlüsse
    des Gipfels im Rahmen unserer euro-atlantischen Si-
    cherheitsarchitektur bewegen, also auch der NATO-
    Russland-Grundakte. Die Prinzipien der NATO-Russ-
    land-Grundakte, die Sicherheit des euro-atlantischen
    Raums auf Basis demokratischer Prinzipien und koope-
    rativer Sicherheit, sind nach wie vor grundlegend. Wir
    hoffen, dass sie eines Tages alle wieder eingehalten wer-
    den.

    Meine Damen und Herren, zeitgleich mit dem
    Ukraine-Konflikt in Europa mussten wir uns in Wales
    mit den dramatischen Konflikten in Syrien und im Irak
    auseinandersetzen. Der Bürgerkrieg in Syrien hat bislang
    nicht nur fast 200 000 Menschen das Leben gekostet und
    Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht, die Län-
    der wie Jordanien und Libanon zu destabilisieren dro-
    hen, sondern hat auch eine Terrororganisation entstehen
    lassen, die eine ernsthafte Sicherheitsbedrohung für die
    gesamte Region und darüber hinaus darstellt: die Terror-
    miliz IS. Der Kampf gegen IS erfordert ein entschlosse-
    nes und ein geschlossenes Vorgehen aller, die sich gegen
    die Unterdrückung Andersdenkender und gegen die bar-
    barische Vernichtung von Minderheiten auflehnen. Es
    besteht kein Zweifel: Christen, Jesiden, Turkmenen und
    andere Minderheiten im Irak stehen vor einer existen-
    ziellen Bedrohung. Deshalb ist es richtig, wenn sich ein
    Bündnis möglichst vieler Staaten dem IS entgegenstellt.

    Wir haben in der vergangenen Woche über die Bei-
    träge Deutschlands debattiert. Die Bundesregierung hat
    sich entschieden, umfassende Hilfe zu leisten. Wir wol-
    len in erster Linie helfen, die Not der Menschen zu lin-
    dern, die zu Tausenden vor dem Terror geflohen sind.
    Wir haben dafür bisher rund 50 Millionen Euro bereitge-
    stellt. 180 Tonnen Hilfsgüter wurden bereits für die Ver-
    sorgung von Flüchtlingen in den Nordirak geliefert. Wir
    werden dies fortsetzen und dabei helfen, dass die Notlei-
    denden auch den nahenden Winter vernünftig überstehen
    können.

    Wir haben außerdem entschieden, die Sicherheits-
    kräfte der kurdischen Regionalregierung mit Rüstungs-
    gütern zu unterstützen. Sie kämpfen mit knappsten Res-
    sourcen gemeinsam mit irakischen Sicherheitskräften
    und flankiert von den USA gegen skrupellose und hochbe-
    waffnete IS-Terroristen. Eine erste Lieferung mit Schutz-
    westen, Helmen, Funkgeräten und Minenräumausrüs-
    tung nach Arbil ist erfolgt, und noch im Laufe des
    Monats sollen weitere Rüstungsgüter geliefert werden.
    Dafür haben wir die ausdrückliche Einwilligung der ira-
    kischen Zentralregierung und stimmen uns engstens mit
    internationalen Partnern ab.

    Auch die Bekämpfung des IS wird nicht von heute
    auf morgen gelingen; sie wird einen längeren Zeitraum
    in Anspruch nehmen. Aber auch dieser Kampf wird am
    Ende erfolgreich sein, weil er in neuen Bündnissen der
    Vereinigten Staaten von Amerika, der Europäischen
    Union und vieler Partner im arabischen Raum erfolgt.
    Wir alle, Menschen jedweden Glaubens, bieten den
    Extremisten und Islamisten gemeinsam die Stirn.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Dabei möchte ich noch einmal betonen: Die Terrorge-
    fahr militärisch abzuwehren, ist absolut erforderlich.
    Aber auch hier gilt: Dauerhafte Stabilität kann nur mit
    einer politischen Lösung gelingen. Dazu ist die Vereidi-
    gung der neuen inklusiven Regierung im Irak am
    Montag ein erster wichtiger Schritt in eine richtige Rich-
    tung. Nun kommt es darauf an – Deutschland wird dabei
    nach seinen Kräften Unterstützung leisten –, dass die
    Regierung endlich wirklich alle Bevölkerungsgruppen
    einbindet; denn nur so wird es zu einer politischen Lö-
    sung kommen und das Land stabilisiert werden.

    Meine Damen und Herren, wir erleben in diesen Ta-
    gen einmal mehr, dass jede Generation den Auftrag hat,
    stets aufs Neue für ein freiheitliches und friedliches Zu-
    sammenleben der Menschen in Europa und in der Welt
    einzutreten. Wir erleben einmal mehr, welch große He-
    rausforderungen auch wir heute dafür zu bewältigen ha-
    ben.





    Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel


    (A) (C)



    (D)(B)

    Vorhin haben wir bewegende Worte des polnischen
    Präsidenten Bronislaw Komorowski gehört. Es ist gar
    nicht hoch genug einzuschätzen, dass mit ihm ein polni-
    scher Staatspräsident aus Anlass des vor 75 Jahren mit
    dem Überfall auf Polen von Deutschland entfesselten
    Zweiten Weltkriegs hier im Deutschen Bundestag zu uns
    gesprochen hat. Er hat uns damit eine große Ehre erwie-
    sen. Ich möchte ihm dafür auch ganz persönlich danken.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und des Abg. Stefan Liebich [DIE LINKE])


    Bewegend waren seine Worte auch deshalb, weil deut-
    lich geworden ist, dass tiefe, weitreichende Veränderun-
    gen zum Guten möglich sind, wenn wir bereit sind, aus
    der Geschichte zu lernen. Denn das ist doch die epochale
    Leistung der europäischen Nationen: Versöhnung und
    darauf aufbauend die europäische Einigung. Trotz
    Schuldenkrise, trotz anderer ernstzunehmender Pro-
    bleme dürfen wir nie vergessen, wie wertvoll, wie schüt-
    zenswert das europäische Modell des Friedens, der Ver-
    söhnung und der Freiheit ist.

    Die Europäische Union ist zuallererst eine Wertege-
    meinschaft. Wir haben uns Regeln des Miteinanders ge-
    geben, und wir gehen fair miteinander um – in Frieden
    und Freiheit und zum Nutzen jedes einzelnen Bürgers.
    Sie zu schützen und zu stärken ist, so glaube ich, jede
    Anstrengung wert.

    Herzlichen Dank.


    (Anhaltender Beifall bei der CDU/CSU – Beifall bei der SPD)