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ID1705804400

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    11. Linke.\n: 1
  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/58 Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin . . . . . . . 6038 C Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Birgit Homburger (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Ulrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Volker Kauder (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Joachim Poß (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christian Lindner (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Hans-Peter Friedrich (Hof) (CDU/CSU) . . . Siegmund Ehrmann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . Bernd Neumann, Staatsminister BK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Rainer Stinner (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Klaus Brandner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Silberhorn (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Marina Schuster (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. h. c. Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . Gunther Krichbaum (CDU/CSU) . . . . . . . . . Edelgard Bulmahn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . Ruprecht Polenz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Klaus Brandner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 6047 A 6052 C 6055 A 6057 A 6061 A 6063 D 6065 D 6067 C 6070 B 6071 B 6087 B 6088 D 6090 C 6091 C 6092 B 6093 B 6094 D 6095 B 6096 C 6098 A 6098 C Deutscher B Stenografisch 58. Sitz Berlin, Mittwoch, den 1 I n h a l Tagesordnungspunkt 1: (Fortsetzung) a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2011 (Haushaltsgesetz 2011) (Drucksache 17/2500) . . . . . . . . . . . . . . . . b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2010 bis 2014 (Drucksache 17/2501) . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 04 Bundeskanzleramt . . . . . . . . . . . . . . . . . Sigmar Gabriel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . A D D P J K 6031 A 6031 B 6031 B 6031 B Dr. Lukrezia Jochimsen (DIE LINKE) . . . . . . Reiner Deutschmann (FDP) . . . . . . . . . . . . . . 6073 B 6074 A undestag er Bericht ung 5. September 2010 t : gnes Krumwiede (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 05 Auswärtiges Amt . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Guido Westerwelle, Bundesminister AA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Manuel Sarrazin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Rolf Mützenich (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . hilipp Mißfelder (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . an van Aken (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . erstin Müller (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6074 D 6075 D 6075 D 6078 A 6080 B 6082 B 6084 C 6085 D Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . Annette Groth (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 6099 A 6100 B II Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 58. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. September 2010 Erika Steinbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Erika Steinbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Axel Schäfer (Bochum) (SPD) . . . . . . . . . . . . Rüdiger Kruse (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 14 Bundesministerium der Verteidigung . . . Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, Bundesminister BMVg . . . . . . . . . . . . . . . Rainer Arnold (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. h. c. Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . . Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Bärbel Kofler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Christian Ruck (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Dr. Sascha Raabe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Ute Koczy (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Heike Hänsel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . Thilo Hoppe (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hartwig Fischer (Göttingen) (CDU/CSU) Dr. h. c. Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . Lothar Binding (Heidelberg) (SPD) . . . . . . . . Holger Haibach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Niema Movassat (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 6101 A 6102 A 6102 C 6102 D 6103 D 6104 D 6104 D 6107 B 6109 D 6111 A 6124 D 6126 C 6128 A 6128 C 6129 C 6131 A 6132 B 6132 D 6133 C 6135 C 6137 C Paul Schäfer (Köln) (DIE LINKE) . . . . . . . . . Alexander Bonde (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ernst-Reinhard Beck (Reutlingen) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Bernhard Brinkmann (Hildesheim) (SPD) . . . Elke Hoff (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Omid Nouripour (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Karin Strenz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . Klaus-Peter Willsch (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Einzelplan 23 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung . . . . Dirk Niebel, Bundesminister BMZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . N P J D D D V D D N A L 6112 A 6114 A 6115 A 6116 B 6117 A 6118 A 6119 B 6120 C 6122 A 6123 B 6123 C iema Movassat (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . riska Hinz (Herborn) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Georg Schirmbeck (CDU/CSU) . . . . . . . . ürgen Klimke (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . r. Sascha Raabe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . r. h. c. Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . r. Sascha Raabe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . olkmar Klein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . irk Niebel, Bundesminister BMZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Sascha Raabe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . ächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage iste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 6139 A 6139 B 6140 B 6140 D 6142 B 6144 A 6144 A 6144 B 6145 D 6146 C 6147 C 6149 A H olger Haibach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 6138 D Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 58. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. September 2010 6031 (A) ) )(B) 58. Sitz Berlin, Mittwoch, den 1 Beginn: 9.0
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 58. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. September 2010 6149 (A) (C) (D)(B) Anlage zum Stenografischen Bericht Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Bartol, Sören SPD 15.09.2010 Bernschneider, Florian FDP 15.09.2010 Binder, Karin DIE LINKE 15.09.2010 Maurer, Ulrich DIE LINKE 15.09.2010 Oswald, Eduard CDU/CSU 15.09.2010 Roth, Michael (Heringen) SPD 15.09.2010 Dr. Schockenhoff, Andreas CDU/CSU 15.09.2010 Dr. Schui, Herbert DIE LINKE 15.09.2010 Dr. Seifert, Ilja DIE LINKE 15.09.2010 Dr. Steinmeier, Frank- Walter SPD 15.09.2010 Dr. Terpe, Harald BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 15.09.2010 Ulrich, Alexander DIE LINKE 15.09.2010 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich 58. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 15. September 2010 Inhalt: Redetext Anlage zum Stenografischen Bericht
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Bernd Neumann


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)



    Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Zum
    Schuldenabbau und zur Sanierung der Haushalte von
    Bund, Ländern und Kommunen – das haben wir mehr-
    fach gehört – gibt es keine Alternative. Vor diesem Hin-

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    (C (D ergrund stellt sich die Frage: Können wir uns eine so mfangreiche, öffentlich finanzierte kulturelle Infratruktur in Deutschland weiterhin leisten? Was bringt sie ns? (Wolfgang Börnsen [Bönstrup] [CDU/CSU]: Ja!)


    assen Sie es mich ganz deutlich sagen: Der kulturelle
    eichtum unseres Landes und seine Attraktivität auch

    m Ausland hängen nicht zuletzt mit unserer reichen,
    ielfältigen und dichten Kulturlandschaft zusammen.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg. Reiner Deutschmann [FDP])


    as breite Angebot nicht nur in den Stadtzentren, son-
    ern auch in den Regionen ist das Fundament unserer
    ulturnation. Hier wird vieles gerade auch durch hohen
    ürgerschaftlichen Einsatz geleistet.


    (Beifall des Abg. Wolfgang Börnsen [Bönstrup] [CDU/CSU])


    ie Verbindung von öffentlicher Förderung mit privater
    erantwortung für die Kultur in unserem Lande ist, so
    eine Überzeugung, unabdingbar, auch wenn keine Kri-

    enszenarien drohen.

    Brauchen wir sie alle, die 150 Theater und die
    30 Orchester, die die öffentliche Hand finanziert, die
    ausenden von Museen, Galerien und Ausstellungshal-

    en, trotz der überbordenden Angebote in den elektroni-
    chen Medien, trotz der vielfältigen privaten Freizeit-
    ngebote oder der Offerten des Tourismus? Meine
    amen und Herren, meine Antwort ist: Ja, ja und noch-
    als ja.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg. Reiner Deutschmann [FDP])


    s ist die Kultur, die unser Wertefundament bildet. Es
    ind die Künste, die uns zum Reflektieren und Besinnen
    rmuntern. Es ist dieses gleichsam überflüssig Schei-
    ende, das ganz wesentlich die Basis unseres Gemein-
    esens bildet. Lassen Sie es mich plastisch sagen: Kunst

    st nicht das Sahnehäubchen, sondern die Hefe im Teig.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU sowie der Abg. Dr. Claudia Winterstein [FDP])


    ie Kultur ist gerade in der Krise ein unentbehrliches,
    esentliches, integratives Element unserer Gesellschaft.

    dentität, Zugehörigkeit, Zusammenhalt – all das stiftet
    ultur.

    Natürlich gibt es bei der notwendigen Haushaltssanie-
    ung erst einmal keine Tabus. Alle Ausgaben müssen auf
    en Prüfstand, und nicht jede Maßnahme und Förderung
    uch im Bereich der Kultur hält einer kritischen Über-
    rüfung stand. Aber eines steht auch fest: Mit Kürzun-
    en bei der Kultur kann man keine Haushalte sanieren.


    (Wolfgang Börnsen [Bönstrup] [CDU/CSU]: Richtig!)


    er Anteil der Kulturausgaben in den Ländern und
    emeinden in Deutschland liegt bei mageren 1,9 Pro-

    ent, was immer noch mehr ist als beim Bund, weil dort





    Staatsminister Bernd Neumann


    (A) )


    )(B)

    die eigentliche Kompetenz liegt. Mit über 1,1 Milliarden
    Euro, die mein Haushalt im Bund ausmacht, liegen wir
    deutlich unter 1 Prozent. Selbst drastisches Sparen bei
    den Kulturausgaben bringt keinen bemerkenswerten
    Konsolidierungserfolg. Aber es zerschlägt so viele
    kleine und auch große kulturelle Einrichtungen und Ak-
    tivitäten, die unsere Gesellschaft so bunt und lebenswert
    machen.


    (Wolfgang Börnsen [Bönstrup] [CDU/CSU]: Genau das ist der Punkt!)


    Deshalb bin ich stolz, dass diese Bundesregierung trotz
    drastischer und notwendiger Sparmaßnahmen die Kultur
    geschont hat.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


    Damit will sie auch für die Haushalte von Ländern und
    Kommunen ein Beispiel geben.

    Nach meiner Übernahme des Amts als Kulturstaats-
    minister im Jahr 2005 gelang es, den Kulturhaushalt des
    Bundes Jahr für Jahr zu erhöhen, insbesondere partei-
    übergreifend durch den Haushaltsausschuss. Für den
    jetzt diskutierten Haushalt 2011 kann ich feststellen: Die
    Förderung kultureller Aktivitäten und Projekte wird fort-
    gesetzt; sie bleibt unbeeinträchtigt.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


    Es ist gelungen, den Kulturhaushalt 2011 trotz finanziell
    schwieriger Zeiten stabil zu halten und neue Schwer-
    punkte zu setzen. Ich verweise beispielsweise auf unsere
    Beteiligung bei der Vorbereitung des Jubiläums
    „500 Jahre Reformation“ im Jahre 2017. Hierfür ha-
    ben wir jährlich zusätzlich 5 Millionen Euro für die
    nächsten Jahre eingestellt.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


    Ich verweise auf beträchtliche Summen in den nächsten
    Jahren für die notwendige flächendeckende Digitalisie-
    rung der Kinos. Kollegin Krüger-Leißner und Kollege
    Börnsen waren ja kürzlich dabei.


    (Claudia Roth [Augsburg] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wo waren sie dabei?)


    An uns liegt es nicht, dass wir da nicht zu Potte kom-
    men. Im Gegenteil: Wir müssen diejenigen, um die es ei-
    gentlich geht, nämlich die Filmwirtschaft, noch treiben,
    damit es zu Ergebnissen kommt.

    Vielleicht sollte ich noch sagen, dass es auch gelun-
    gen ist, für die nächsten Jahre, von 2011 bis 2014, aus
    dem Bereich der Forschungsmittel zusätzlich 41 Millio-
    nen Euro für den BKM zu bekommen.


    (Zuruf von der CDU/CSU: Das ist toll!)


    Auch hier haben wir Möglichkeiten, Neues zu machen.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP – Wolfgang Börnsen [Bönstrup] [CDU/CSU]: Gut gehandelt!)


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    (C (D Lieber Kollege Ehrmann, die Zeit erlaubt es mir, soar auf Ihre beiden Bemerkungen einzugehen. Sie fragen nach der kulturellen Bildung. Darum brauchen Sie ich wirklich keine Sorgen zu machen. Inzwischen ist nerkannt, dass wir, obwohl der Bund dort keine Kometenzen hat, mit unserer Schwerpunktsetzung im Beeich der kulturellen Bildung wirklich alles vorzeigen önnen. Im Prinzip brauchen wir für die Förderung beonderer Maßnahmen etwa 1 Million Euro. Im letzten ahr hat der Haushaltsausschuss noch einmal 1 Million uro draufgelegt. Die 1 Million Euro, die wir als Basis aben, dient dazu, besondere Projekte, Pilotprojekte, die n den Ländern und Kommunen stattfinden, zu fördern. arüber hinaus – auch das hat es noch nie gegeben – abe ich im letzten Jahr erstmalig eine Preisverleihung ür kulturelle Bildung vorgenommen; wir haben sie inwischen das zweite Mal absolviert. Sie können also ganz icher sein: Obwohl die Länder und Kommunen primär afür zuständig sind – wie für Bildung überhaupt –, (Beifall der Abg. Monika Grütters [CDU/ CSU])


    erden wir hier weiterhin einen Schwerpunkt setzen,
    eil wir glauben, dass kulturelle Bildung auch aus natio-
    aler Verantwortung heraus gemacht werden muss, und
    eil wir das nicht allein den Ländern überlassen wollen.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


    Der zweite Punkt, den Sie ansprachen, betraf den
    enkmalschutz. Ja, es gibt ein großes Sparpaket. Ich
    abe schon gesagt, dass ich erreichen konnte, dass mein
    ereich nicht entscheidend davon betroffen ist; andere
    ereiche hingegen sind schon betroffen. Auch der
    inister, der für Bau und Stadtentwicklung verantwort-

    ich ist, der Kollege Ramsauer, stand vor der Aufgabe,
    ur Sanierung des Haushalts beizutragen, und zwar auch
    m Bereich Städtebausanierung. Auch mir wäre es lieber
    ewesen, wir hätten bei den alten Summen bleiben kön-
    en. Aber ich muss eines sagen: Das, was wir noch ge-
    einsam in der Großen Koalition im Hinblick auf den
    enkmalschutz mit Zusatzprogrammen gemacht haben
    neben der normalen Förderung gab es ein Extrapro-
    ramm mit 40 Millionen Euro seitens des Bundes; die
    leiche Summe kam von den Ländern hinzu –, kann sich
    ehen lassen. Ich wäre dankbar dafür, wenn man das
    iederholen könnte. Ich bitte die Haushälter darum, sich
    ier innovativ zu verhalten. Aber Sie haben recht: In
    em anderen Bereich ist reduziert worden. Ich hoffe, das
    ilt nicht auf Dauer, damit wir unser kulturelles Erbe ins-
    esamt erhalten können.

    Meine Damen und Herren, lassen Sie mich zum Ab-
    chluss sagen: Dass es der Bundesregierung trotz ihres
    eachtlichen Haushaltskonsolidierungsprogramms – im-
    erhin 80 Milliarden Euro bis 2014; dies sucht übrigens

    n Europa seinesgleichen – gelungen ist, den Kulturbe-
    eich im Bundeshaushalt vor dramatischen Kürzungen
    u verschonen, ist im Vergleich mit anderen europäi-
    chen Regierungen einzigartig. In Frankreich wird der
    ulturhaushalt um 5 Prozent zurückgefahren. Noch dra-
    atischere Einbrüche bei der Kultur finden Sie in Grie-

    henland und Italien, wo die Wiege unserer abendländi-





    Staatsminister Bernd Neumann


    (A) )


    )(B)

    schen Kultur stand. Über Großbritannien war vorgestern
    in den Schlagzeilen zu lesen: Der neue Kulturminister
    schlägt der Filmförderung den Kopf ab. – Das ist unge-
    fähr so, Frau Kollegin Roth, als würden wir die ganze
    FFA und deren Zuschüsse abschaffen. In Großbritannien
    zeichnen sich Streichungen im Kulturbereich von rund
    25 Prozent ab, sodass von Kulturschaffenden in Großbri-
    tannien die Kampagne „Save the Arts“ ins Leben geru-
    fen wurde. Das alles ist auf die jeweilige nationale Re-
    gierung bezogen.

    Natürlich weiß ich, dass Länder und Kommunen in
    Deutschland vor großen Herausforderungen stehen. Die
    Arbeitsgruppe beim BMF wird voraussichtlich im
    Herbst einen Vorschlag vorlegen, wie die Finanzvertei-
    lung zwischen Gemeinden, Ländern und Bund gene-
    rell erfolgen soll. Ich hoffe, dass Länder und Kommunen
    der Versuchung widerstehen, gerade den Kulturbereich
    als besondere Sparbüchse zu betrachten. Dafür gibt es
    gute und schlechte Beispiele.


    (Wolfgang Börnsen [Bönstrup] [CDU/CSU]: Jawohl! Da muss man aufpassen!)


    Für die Bundesregierung allerdings darf ich feststellen:
    Mit dem vorgelegten Haushaltsentwurf 2011 wird die
    Aussage in der Koalitionsvereinbarung sowohl der Gro-
    ßen Koalition als auch der neuen christlich-liberalen Ko-
    alition, dass Ausgaben für Kultur keine Subvention, son-
    dern Investitionen in die Zukunft unserer Gesellschaft
    sind, eindrucksvoll unterstrichen.

    Vielen Dank.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)




Rede von Gerda Hasselfeldt
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CSU)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CSU)

Nächste Rednerin ist die Kollegin Dr. Lukrezia

Jochimsen für die Fraktion Die Linke.


(Beifall bei der LINKEN)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Lukrezia Jochimsen


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    Herr Staatsminister, ich danke Ihnen für das dreifache Ja
    zum Erhalt der kulturellen Infrastruktur unseres Landes.
    Ich finde, Sie sind zu Recht stolz darauf, dass Ihr Haus-
    halt 2011 stabil geblieben ist. Das ist angesichts der bru-
    talen Kürzungen sonst nicht hoch genug einzuschätzen.
    Gerade deshalb frage ich: Wofür wird das unter schwie-
    rigsten finanziellen Bedingungen erkämpfte Geld ausge-
    geben?

    Für die skandalumwitterte Bundesstiftung „Flucht,
    Vertreibung, Versöhnung“ zum Beispiel sind 2,5 Mil-
    lionen Euro für 2010 und 2,5 Millionen Euro für 2011
    eingestellt. Sind 5 Millionen Euro in diesen Zeiten der
    kulturellen Not eigentlich viel oder wenig Geld? Ich
    meine, das ist sehr viel Geld für ein Ausstellungs- und
    Dokumentationszentrum des Bundes, das seinem Auf-
    trag, der Versöhnung zu dienen, von Monat zu Monat,
    von Woche zu Woche, von Tag zu Tag immer weniger
    gerecht wird und unserem Ansehen als Kulturgesell-
    schaft immer mehr schadet.


    (Beifall bei der LINKEN)


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    (C (D achdem vor Monaten renommierte internationale Wisenschaftler den Stiftungsrat verlassen haben, lässt nun er Zentralrat der Juden in Deutschland seine Mitgliedchaft ruhen, ebenso der Vertreter der Sinti und Roma. ch frage Sie: Wie soll eine Bundesstiftung das Thema Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ ohne jüdische Mitrbeit und ohne die Mitarbeit der Sinti und Roma erareiten? Wie soll das gehen? Herr Staatsminister, Sie haben in Ihrer eigenen Presemitteilung erklärt, dass Sie die Äußerungen der Stifungsratsmitglieder und Landesvorsitzenden des Bundes er Vertriebenen Saenger und Tölg für inakzeptabel halen. Warum arbeiten Sie dann mit denen weiterhin usammen? Und ich frage: Wieso sollen wir Parlamenarier der Millionenförderung eines solchen Skandalrojekts der Erinnerungskultur zustimmen? Insgesamt Millionen Euro in 2010 und 2011! Was hat die Stiftung 2010 eigentlich geleistet, außer en Abgang des internationalen Wissenschaftspersoals? Der Gründungsdirektor Kittel erhält seit einem ahr Gehalt. Ein Konzept der geplanten großen Ausstelung liegt bis heute nicht vor. Vor einer Woche hat in erlin der Geschichtswissenschaftler Martin Schulze essel in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Tschechi chen und Deutsch-Slowakischen Historikerkommission owie der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission in Ausstellungskonzept zum Thema „Flucht, Vertreiung, Versöhnung“ vorgelegt, ausgehend von den Orten roclaw, Aussig und Vilnius. Dabei wurde an den Auf uf aus dem Jahr 2003 erinnert, mit dem unter anderem undespräsident Rau und Staatspräsident Kwasniewski ie Idee eines europäischen Zentrums der Versöhung formuliert haben. Wie weit ist heute das teure Bunesunternehmen davon entfernt! Und wie lange wollen ir da noch zusehen und viel Geld in Zeiten bitterer Not usgeben? (Beifall bei der LINKEN, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    (Beifall bei der LINKEN)


    in stabiler Haushalt allein ist nicht viel wert, wenn
    eld für unhaltbar gewordene Projekte ausgegeben
    ird.

    Im Dezember 2007 gab es einen viel beachteten Vor-
    chlag des Willy-Brandt-Kreises. Anstelle der Stiftung
    egen Vertreibung solle ein Zentrum gegen Krieg in
    erlin eingerichtet werden. Zu den Initiatoren gehörten
    gon Bahr, Günter Grass, Friedrich Schorlemmer,
    aniela Dahn und Klaus Staeck. Über 1 000 Künstler,

    ournalisten und Politiker haben diesen Vorschlag unter-
    tützt. Das wäre eine Alternative: ein Museum, das den
    rieg ächtet und die Ächtung der Vertreibung ein-

    chließt. Dafür könnten 2,5 Millionen Euro gut umge-
    idmet werden.


    (Beifall bei der LINKEN)


    ie Linksfraktion würde das gerne unterstützen.

    Vielen Dank.


    (Beifall bei der LINKEN)







    (A) )


    )(B)