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ID1700415200

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/4 Zusatztagesordnungspunkt 3: Antrag der Abgeordneten Sabine Zimmermann, Klaus Ernst, Matthias W. Birkwald, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Folgen der Krise für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab- mildern – ALG I befristet auf 24 Monate verlängern (Drucksache 17/22) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 4: Antrag der Abgeordneten Diana Golze, Klaus Ernst, Matthias W. Birkwald, weiterer Abge- Dr. Norbert Röttgen, Bundesminister BMU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ulrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Kauch (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE) . . . . . . . Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Marie-Luise Dött (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Marco Bülow (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Kauch (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Horst Meierhofer (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . Dorothée Menzner (DIE LINKE) . . . . . . . . . 179 C 147 A 150 B 151 B 152 D 153 D 155 C 157 A 157 D 158 D 160 A Deutscher B Stenografisc 4. Sitz Berlin, Mittwoch, den I n h a Tagesordnungspunkt 1: Fortsetzung der Aussprache zur Regierungs- erklärung der Bundeskanzlerin . . . . . . . . . Arbeit und Soziales in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 2: Antrag der Abgeordneten Jutta Krellmann, Klaus Ernst, Matthias W. Birkwald, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Förderung der Altersteilzeit durch die Bundesagentur für Arbeit fortführen (Drucksache 17/21) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . in Verbindung mit 127 A 179 B ordneter und der Fraktion DIE LINKE: Anhe- bung und bedarfsgerechte Ermittlung der Kinderregelsätze (Drucksache 17/23) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 179 C undestag her Bericht ung 11. November 2009 l t : Rainer Brüderle, Bundesminister BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . . . Dr. Michael Fuchs (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Sahra Wagenknecht (DIE LINKE) . . . . . . . . Kerstin Andreae (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Hermann Otto Solms (FDP) . . . . . . . . . . . Ulla Lötzer (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Joachim Pfeiffer (CDU/CSU) . . . . . . . . . Dr. Georg Nüßlein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Ulrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 127 B 129 A 133 B 136 A 137 B 139 D 141 A 142 A 144 B 145 D Josef Göppel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Frank Schwabe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161 A 161 D II Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 4. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 11. November 2009 Dr. Peter Ramsauer, Bundesminister BMVBS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Florian Pronold (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Patrick Döring (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Heidrun Bluhm (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Winfried Hermann (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dirk Fischer (Hamburg) (CDU/CSU) . . . . . . Uwe Beckmeyer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Peter Götz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . Sabine Leidig (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Sören Bartol (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Franz Josef Jung, Bundesminister BMAS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . . . Dr. Heinrich L. Kolb (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Klaus Ernst (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . Brigitte Pothmer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Markus Kurth (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Karl Schiewerling (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . Elke Ferner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johannes Vogel (Lüdenscheid) (FDP) . . . . . . Katja Kipping (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Max Straubinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Anton Schaaf (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Heinrich L. Kolb (FDP) . . . . . . . . . . . . Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Olaf Scholz (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gisela Piltz (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Olaf Scholz (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jan Korte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Dieter Wiefelspütz (SPD) . . . . . . . . . . Hartfrid Wolff (Rems-Murr) (FDP) . . . . . . 163 B 165 D 167 A 169 C 170 D 172 C 174 A 175 C 176 C 178 A 179 C 181 C 183 D 186 B 187 C 189 B 189 D 190 D 192 C 194 D 196 A 197 A 198 A 198 D 199 B 200 A 202 C 204 C 206 A 206 C 207 D 209 A 209 D Dr. Hans-Peter Uhl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Dr. Dieter Wiefelspütz (SPD) . . . . . . . . . . . . Hartfrid Wolff (Rems-Murr) (FDP) . . . . . . . . Ulla Jelpke (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . Reinhard Grindel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Dagmar Ziegler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesministerin BMJ . . . . . . . . . . . . . . . Olaf Scholz (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Günter Krings (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Raju Sharma (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christian Ahrendt (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Christine Lambrecht (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Michael Grosse-Brömer (CDU/CSU) . . . . . . Jens Petermann (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Daniela Raab (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Halina Wawzyniak (DIE LINKE) . . . . . . . . . Dr. Annette Schavan, Bundesministerin BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dagmar Ziegler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Patrick Meinhardt (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Petra Sitte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Krista Sager (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Kretschmer (CDU/CSU) . . . . . . . . . Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD) . . . . . . . . . Dr. Martin Neumann (Lausitz) (FDP) . . . . . . Albert Rupprecht (Weiden) (CDU/CSU) . . . . Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin BMFSFJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dagmar Ziegler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Miriam Gruß (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jörn Wunderlich (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ingrid Fischbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Caren Marks (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sibylle Laurischk (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Johannes Singhammer (CDU/CSU) . . . . . . . 210 D 212 B 213 B 214 B 215 A 216 C 217 D 219 C 221 D 225 B 226 A 227 D 228 C 230 D 232 B 233 B 234 D 235 D 238 A 240 B 241 D 243 D 245 C 247 B 249 A 250 B 251 B 253 B 254 D 256 C 258 D 260 C 262 C 263 D 265 A Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 4. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 11. November 2009 III Sönke Rix (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Otto Fricke (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michaela Noll (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 266 C 267 A 268 B 269 D 271 A/C Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 4. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 11. November 2009 127 (A) (C) (B) (D) 4. Sitz Berlin, Mittwoch, den Beginn: 9
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 4. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 11. November 2009 271 (A) (C)Anlage zum Stenografischen Bericht Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Glos, Michael CDU/CSU 11.11.2009 Lafontaine, Oskar DIE LINKE 11.11.2009 Mattheis, Hilde SPD 11.11.2009 Özoğuz, Aydan SPD 11.11.2009 Dr. Westerwelle, Guido FDP 11.11.2009 Zapf, Uta SPD 11.11.2009 (D) (B) 4. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 11. November 2009 Inhalt: Redetext Anlage zum Stenografischen Bericht Anlage
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Reinhard Grindel


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    Frau Jelpke, Sie haben die Neuorientierung unserer
    Extremismusprogramme angesprochen, und Herr Korte
    kritisiert, dass die Linke, zumindest in Teilen, vom Ver-
    fassungsschutz beobachtet wird.


    (Jan Korte [DIE LINKE]: Ja, zu Recht!)


    Heute hat die Leiterin des Berliner Verfassungsschutzes
    darauf hingewiesen, dass die Tendenzen bei Ihrer Partei
    zunehmen, mit militanten linken Gruppierungen ge-
    meinsame Sache zu machen.


    (Zuruf von der CDU/CSU: Recht hat sie!)


    Ich verweise darauf, dass Ihre Abgeordnete Höger
    Brandanschläge auf Bundeswehrfahrzeuge in Berlin ge-
    rechtfertigt und dafür Verständnis geäußert hat.


    (Hartwig Fischer [Göttingen] [CDU/CSU]: Unglaublich!)


    Wer so etwas Unmögliches tut, der darf sich nicht wun-
    dern, wenn der Verfassungsschutz genau hinschaut.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    Herr Scholz und Frau Kollegin Ziegler – Sie haben
    die Gelegenheit, nach mir zu sprechen –, es ist das SPD-
    geführte Innenressort hier in Berlin, das diese Sorgen ge-
    äußert hat. Es sind Ihre Koalitionspartner, mit denen Sie
    jetzt in Berlin und Brandenburg gemeinsame Sache ma-
    chen, die mit militanten Gruppen gemeinsame Aktionen
    durchführen. Auch daran muss man bei so einer Gele-
    genheit erinnern.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    Insofern bleibt es dabei: Für uns kommt es auf den
    Kampf gegen jede Form von Extremismus an, gegen
    Rechts- und Linksextremismus, Antisemitismus und Is-
    lamismus. Das ist unsere Linie, die wir in den kommen-
    den vier Jahren vertreten werden.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    Herr Kollege Wiefelspütz, Sie haben das Niveau der
    SPD-Innenpolitik und der SPD-Innenminister angespro-
    chen. Der Kollege Scholz kritisiert, dass wir uns beim
    Thema Onlinedurchsuchung darauf verständigt haben,
    dass der BGH-Richter zuständig ist. Ich muss den Hin-
    weis des Kollegen Wolff aufgreifen. Sie haben noch
    nicht einmal eine Rechtsgrundlage gehabt, Sie haben nur
    ein Dekret des Bundesinnenministers Schily und seines
    Staatssekretärs Diwell gehabt. Damit haben Sie Online-
    durchsuchungen durchgeführt. Sie sind nun wirklich der
    Allerletzte, der irgendwelche kritischen Anmerkungen
    bei diesem Thema machen kann, was Rechtsstaatlichkeit
    angeht.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    Zu Recht ist in unserem Koalitionsvertrag sehr viel
    von Integrationspolitik die Rede. Wir brauchen verant-
    wortungsbewusste Integration. Das bedeutet, jeder, der
    für das Gelingen der Integration verantwortlich ist, muss
    sich auch der Verantwortung stellen. Der Bund tut das
    mit einer weiteren Verbesserung der Integrationskurse
    und der Eingliederung von Migranten in den Arbeits-
    markt. Das betrifft natürlich auch die Aufnahmegesell-
    schaft, vor allem die Kommunen. Hier ist vor allen Din-
    gen die Verbesserung der frühkindlichen Erziehung von
    zentraler Bedeutung. Aber das betrifft eben auch die Mi-
    granten selber. Es gibt viele junge Migranten, die Abitur
    machen und studieren. Es gibt vielfältige Integrations-
    erfolge. Wenn man sich diese gelungenen Integrations-
    karrieren anschaut, dann stellt man fest, dass in aller Re-
    gel die Eltern mit dazu beigetragen haben, weil sie auf
    Spracherwerb Wert gelegt und ihren Kindern eine Bil-
    dungsperspektive gegeben haben. Deshalb heißt unsere
    Konsequenz, die sich auch sehr präzise im Koalitions-
    vertrag wiederfindet: Ja, wir müssen noch mehr tun, aber
    unsere Integrationsangebote müssen auch angenommen
    werden. Angebot und Annahme durch die Migranten
    – Eltern und Kinder gehören zusammen –, Fördern und
    Fordern, das ist unser Leitmotiv, das sich sehr präzise im
    Koalitionsvertrag wiederfindet. Das ist auch richtig so.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)


    Es bleibt beim verbindlichen Sprachnachweis vor
    dem Ehegattennachzug, weil wir gerade damit die Fami-
    lien, die eher abgeschottet, eher integrationsfern in unse-
    rem Land leben, darauf aufmerksam machen wollen,
    dass es ohne Deutsch nicht geht, erst recht nicht für die
    Kinder. Sie haben völlig zu Recht angesprochen: Was
    wir dringend in Angriff nehmen müssen, ist, die Qualifi-
    kationsschätze von vielen Migranten zu heben, die seit
    vielen Jahren bei uns leben. Deshalb wollen wir einen
    gesetzlichen Anspruch auf schnelle Verfahren zur Aner-
    kennung von ausländischen Bildungsabschlüssen. Taxi-
    fahrer haben wir genug in unserem Land. Wir brauchen
    Ärzte und Ingenieure. Die haben wir reichlich im Land.
    Mit entsprechenden Qualifizierungen und Anerkennun-
    gen wollen wir erreichen, dass diese hochkompetenten
    Migranten in ihrem angestammten Beruf bei uns arbei-
    ten und zu unserem Wohlstand beitragen können.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    Lieber Herr Kollege Scholz, Sie haben die Frage einer
    weiteren Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte auf
    den deutschen Arbeitsmarkt angesprochen. Ich rate
    dazu, die Arbeitsmarktentwicklung in unserem Land und
    vor allen Dingen die Auswirkungen der Freizügigkeit
    abzuwarten, die wir nach 2011 für alle Arbeitnehmer in-






    (A) (C)



    (B) (D)


    Reinhard Grindel
    nerhalb der Europäischen Union haben werden. Die
    Grenzen fallen. Ich sage in aller Deutlichkeit: Wir wol-
    len an der Vorrangprüfung festhalten. Sie muss unbüro-
    kratisch ausgestaltet werden – okay, Herr Kollege Wolff.
    Wir wollen, dass jeder Mittelständler, jeder Unterneh-
    mer, der sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt keine Ar-
    beitskraft verschaffen kann, die Chance hat, ausländi-
    sche Arbeitskräfte ins Land zu holen. Aber wir wollen
    keine ungesteuerte Zuwanderung auf den Arbeitsmarkt,
    um billige und willige Arbeitskräfte ins Land zu holen.
    Es wundert mich, dass Sie als ehemaliger Arbeitsminis-
    ter einer solchen Politik das Wort reden, Herr Scholz.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)


    Im Kern geht es auch beim Thema Bleiberechtsrege-
    lung darum, Qualifikationsschätze zu heben und eine
    kluge Integrationspolitik zu betreiben. Wir, die Koali-
    tion, gehen davon aus, dass die Innenministerkonferenz
    im Dezember eine Verlängerung der Bleiberechtsrege-
    lung vereinbaren wird. Ich finde, dass wir darüber hinaus
    zu einer grundlegenden Lösung für Familien kommen
    sollten, die sich lange in Deutschland aufhalten und de-
    ren Kinder hier erfolgreich zur Schule gehen. Wir sollten
    diesen Familien ein Bleiberecht geben, damit ihre Kin-
    der in Ruhe einen Schulabschluss und eine Ausbildung
    machen können. Wir wollen den Erfolg aller Kinder,
    auch solcher, deren Aufenthalt bisher geduldet worden
    ist und für die Deutschland mittlerweile eine neue Hei-
    mat geworden ist. Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam,
    der Bundesinnenminister, die Koalitionsfraktionen und
    die Länder, an einer solchen Lösung arbeiten. Meine
    Fraktion ist dazu ausdrücklich bereit, vor allen Dingen
    im Interesse der Kinder, für die unser Land Heimat ge-
    worden ist.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP – Zuruf von der LINKEN: Das ist ja ganz was Neues!)


    Wir haben gehört, dass der Bundesinnenminister den
    notwendigen gesellschaftlichen Zusammenhalt ange-
    sprochen hat. In Zeiten, in denen man immer öfter hört
    „Was bringt mir das? Was habe ich davon?“, ist es wohl-
    tuend, zu sehen, wie viel ehrenamtliches Engagement
    wir in unserem Land haben. Wir sollten hier über Sonn-
    tagsreden hinauskommen. Wir sollten im Alltag vielen
    Ehrenamtlichen ganz praktisch, unbürokratisch und mit
    der Unterstützung, die wir im Rahmen des finanziell
    Möglichen geben können, helfen, ihre Arbeit zu beför-
    dern. Das heißt für unseren Bereich, vor allen Dingen die
    freiwilligen Feuerwehren und das Technische Hilfswerk
    zu unterstützen. Ich benenne in diesem Zusammenhang
    einen ganz konkreten Punkt: Wir müssen zum Beispiel
    mit den Verkehrspolitikern darüber diskutieren, wie es
    gelingt, eine unbürokratische feuerwehrinterne Lösung
    hinsichtlich der Führerscheine von Feuerwehrleuten zu
    finden. Es hat etwas mit Sicherheit, mit Schutz unserer
    Mitbürger und mit Unterstützung ehrenamtlichen Enga-
    gements zu tun, dass wir in diesem konkreten Fall unse-
    ren freiwilligen Feuerwehren zur Seite stehen.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

    CDU, CSU und FDP haben die Koalitionsverhand-
    lungen in den Bereichen Inneres und Justiz zügig abge-
    schlossen. Frau Kollegin Leutheusser-Schnarrenberger,
    wir haben uns in unserer Verhandlungsgruppe geeinigt.
    Wir haben gesagt: Wir brauchen nichts an die große
    Runde abzugeben; das schaffen wir alles selber. Wir ha-
    ben diese Verhandlungen in einem guten Geist geführt.
    Ich bin ganz sicher, dass wir im Interesse der Menschen
    in unserem Land und zum Wohle der Sicherheit unseres
    Landes gute vier Jahre miteinander haben werden.

    Herzlichen Dank fürs Zuhören.


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)




Rede von Dr. Hermann Otto Solms
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (FDP)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)

Das Wort hat jetzt die Kollegin Dagmar Ziegler von

der SPD-Fraktion.


(Beifall bei der SPD)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dagmar Ziegler


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Vielen Dank. – Herr Präsident! Liebe Kolleginnen

    und Kollegen! Sehr geehrter Herr de Maizière, auch von
    mir herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg bei Ihrer
    Amtsführung. Ich habe mich sehr gefreut, dass Sie sich
    mit Ostdeutschland so verbunden fühlen. Mir als gebür-
    tiger Ostdeutschen, die nach der Wende zunächst als eh-
    renamtliche Bürgermeisterin in die Politik gekommen
    ist, als Abgeordnete und Ministerin in Brandenburg tätig
    war, liegt dieses Thema natürlich besonders am Herzen.

    Wir haben vor zwei Tagen den Fall der Mauer gefei-
    ert, und wir haben uns an den 9. November 1989 mit
    Respekt vor den Menschen in Ostdeutschland erinnert.
    Wir haben in Ost und West nicht ohne Stolz auf das zu-
    rückgeblickt, was wir in den letzten zwei Jahrzehnten für
    die soziale Einheit Deutschlands gemeinsam erreicht ha-
    ben.

    Klar ist: Der Aufbau Ost ist eine Erfolgsgeschichte.
    Klar ist aber auch, dass immer noch tiefgreifende struk-
    turelle Probleme in Ostdeutschland bestehen, die weiter-
    hin große Anstrengungen und besondere Hilfen für den
    Osten notwendig machen.


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD)


    Es liegt im gesamtdeutschen Interesse, gleichwertige
    Lebensverhältnisse in Ost und West zu verwirklichen.
    Das heißt konkret, erstens die Wirtschafts- und Innova-
    tionskraft zu erhöhen, zweitens die sozialen Spannungen
    abzubauen und die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und,
    drittens, die demografischen Herausforderungen zu
    meistern und eine gute öffentliche Daseinsvorsorge zu
    gewährleisten.

    Das alles ist aber kein Selbstläufer. Dafür ist politi-
    sches Handeln gefragt. Der Koalitionsvertrag von Union
    und FDP ist jedoch in dieser Hinsicht eine herbe Enttäu-
    schung. Die neue Bundesregierung hat kein politisches
    Gesamtkonzept für Ostdeutschland, keinen Fahrplan,
    keine neuen Ideen und offensichtlich auch gar keinen
    Ehrgeiz.


    (Beifall bei der SPD)







    (A) (C)



    (B) (D)


    Dagmar Ziegler
    Stattdessen gibt es eine weitere Expertenkommission,
    sozusagen als Ausdruck der eigenen Einfallslosigkeit.

    Wer den Koalitionsvertrag aus dem Blickwinkel Ost-
    deutschlands liest, stellt aber noch etwas fest: Diese
    Bundesregierung gefährdet mit ihrer Politik der sozialen
    Spaltung das Ziel der sozialen Einheit unseres Landes.


    (Beifall bei der SPD)


    Ich nenne Ihnen drei Beispiele, die in Ost und West wir-
    ken, aber im Osten um ein Vielfaches negativer.

    Erstes Beispiel: die Steuerpolitik. Um die soziale Ein-
    heit Deutschlands zu vollenden, müssen wir die Wirt-
    schafts- und Innovationskraft Ostdeutschlands stärken.
    Dafür brauchen wir Investitionen in Bildung, in For-
    schung, in Infrastruktur. Die Voraussetzung dafür sind
    aber handlungsfähige Länder und handlungsfähige Kom-
    munen. Mit Ihren Steuerplänen setzen Sie die notwendige
    Handlungsfähigkeit der öffentlichen Hand jedoch fahr-
    lässig aufs Spiel. Damit schaffen Sie eben nicht Ihr hoch-
    gepriesenes Wachstum. Sie gefährden es,


    (Beifall bei der SPD)


    und Sie gefährden Beschäftigung und eine gute Daseins-
    vorsorge. Gerade für den Osten wäre das fatal.

    Zweites Beispiel: die Arbeitsmarktpolitik. Wir brau-
    chen gute Arbeit und faire Löhne. Wir brauchen mehr
    sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, gleiche
    Löhne in Ost und West und einen allgemeinen gesetzli-
    chen Mindestlohn.


    (Beifall bei der SPD)


    Wir müssen auch die Arbeitslosigkeit weiter bekämpfen,
    gerade auch die Langzeitarbeitslosigkeit, die im Osten
    nach wie vor doppelt so hoch ist wie im Westen. Dafür
    brauchen wir gerade in der Krise eine aktive und voraus-
    schauende Arbeitsmarktpolitik. Wir haben die Stich-
    worte Kurzarbeit und Qualifizierung bereits gehört. Ich
    denke aber auch an den Kommunalkombi für Langzeit-
    arbeitslose. Was aber macht Schwarz-Gelb? Sie wollen
    die Arbeitsmarktinstrumente deutlich reduzieren und
    stellen die aktive Arbeitsmarktpolitik gänzlich infrage.
    Das Gleiche beim Thema Mindestlohn. Sie lehnen den
    allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn ab und stellen
    schon beschlossene Mindestlöhne wieder infrage.


    (Iris Gleicke [SPD]: Das ist ein Skandal!)


    Damit machen Sie Billiglöhne im Osten zum Programm.
    Dabei unterstelle ich Ihnen gar keine Blauäugigkeit; das
    ist pure Absicht. Sie handeln zwar nicht blauäugig, aber
    Sie verdienen da zwei blaue Augen.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


    Drittes Thema: die Gesundheitspolitik. Zu den not-
    wendigen Antworten auf die demografischen Herausfor-
    derungen in den neuen Bundesländern gehört ein solida-
    risches und gerechtes Gesundheitssystem. Sie aber
    planen die Entsolidarisierung des Gesundheitswesens
    und die Regionalisierung der Krankenversicherung, und
    zwar insbesondere zulasten der Menschen in den neuen
    Ländern. Ihre Politik bedeutet im Konkreten: höhere
    Beitragsbelastung bei weniger Leistung. Da das Lohn-
    niveau im Osten leider immer noch niedriger ist als im
    Westen, trifft Ihre Politik die Beitragszahlerinnen und
    Beitragszahler im Osten besonders hart.

    Auch mit den geplanten Veränderungen beim Risiko-
    strukturausgleich benachteiligen Sie vor allem die Kran-
    kenkassen in den neuen Ländern.

    Das wird logischerweise zu höheren Zusatzbeiträgen
    im Osten führen müssen. Gestern habe ich aus den Rei-
    hen der CDU gehört, dass es da auch Bauchschmerzen
    gibt. Aber hier hilft nicht der Rat des Arztes oder Apo-
    thekers, da hilft ganz einfach ein Abführmittel. Führen
    Sie einfach diese Pläne dorthin ab, wohin sie gehören,
    und spülen Sie kräftig nach!


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


    Die SPD erwartet von Ihnen, Herr Minister, ganz kon-
    kret, dass Sie Ihrer Verantwortung als Beauftragter für
    Ostdeutschland nachkommen und sich in der Regierung
    gegen eine solche Politik der Spaltung einsetzen. Dazu
    gehört im Übrigen auch, dass endlich die Pläne zur An-
    gleichung der Ostrenten verwirklicht werden.


    (Beifall bei der SPD sowie des Abg. Wolfgang Wieland [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    Wenn Kollegen Ihrer Regierung anfangen, Ost und West
    gegeneinander auszuspielen, so wie es Herr Ramsauer
    schon einmal versucht hat, erwarten wir von Ihnen, dass
    Sie ihm mit klaren Worten Paroli bieten und nicht dazu
    schweigen.

    Ich erwarte, dass wir spätestens zum 30. Jahrestags
    des Mauerfalls gemeinsam sagen können, dass wir die
    soziale Einheit unseres Landes auch tatsächlich verwirk-
    licht haben. Viel Glück dabei!


    (Beifall bei der SPD)