Rede:
ID1611104400

insert_comment

Metadaten
  • sort_by_alphaVokabular
    Vokabeln: 10
    1. \n: 2
    2. Das: 1
    3. Wort: 1
    4. hat: 1
    5. die: 1
    6. Kollegin: 1
    7. Monika: 1
    8. Griefahn: 1
    9. von: 1
    10. derPD-Fraktion.\n: 1
  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 16/111 Bundeskanzleramt Rainer Brüderle (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin . . . . . . . Oskar Lafontaine (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Dr. Peter Struck (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Diether Dehm (DIE LINKE) . . . . . . . . . . Fritz Kuhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Volker Kauder (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Dr. Guido Westerwelle (FDP) . . . . . . . . . . . . Olaf Scholz (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Max Straubinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Klaas Hübner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auswärtiges Amt Dr. Frank-Walter Steinmeier, Bundesminister AA . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Werner Hoyer (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Eckart von Klaeden (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Winfried Nachtwei (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Monika Knoche (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Kerstin Müller (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Eckart von Klaeden (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Kerstin Müller (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11477 B 11478 C 11484 C 11488 D 11493 C 11493 D 11497 C 11500 D 11505 B 11508 A 11509 A 11520 C 11522 D 11523 C 11526 C 11527 A 11528 C 11530 A 11530 C Deutscher B Stenografisch 111. Sitz Berlin, Mittwoch, den 1 I n h a l Begrüßung der Parlamentarischen Bundes- heer-Beschwerdekommission des österreichi- schen Nationalrats . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 2 (Fortsetzung): a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2008 (Haushaltsgesetz 2008) (Drucksache 16/6000) . . . . . . . . . . . . . . . . b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2007 bis 2011 (Drucksache 16/6001) . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 04 D M K H S K 11539 D 11477 A 11477 B Bernd Neumann, Staatsminister BK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11511 C undestag er Bericht ung 2. September 2007 t : Dr. Ilja Seifert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Steffen Kampeter (CDU/CSU) . . . . . . . . . r. Lukrezia Jochimsen (DIE LINKE) . . . . . onika Griefahn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . atrin Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Börnsen (Bönstrup) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ans-Joachim Otto (Frankfurt) (FDP) . . . . . . teffen Kampeter (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . atrin Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 05 11512 C 11513 A 11513 D 11515 A 11517 A 11518 C 11519 C 11520 A 11520 B Walter Kolbow (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . 11531 B 11533 C II Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 111. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 12. September 2007 Herbert Frankenhauser (CDU/CSU) . . . . . . . Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Rainder Steenblock (BÜNDNIS 90/ Dr. Franz Josef Jung, Bundesminister BMVg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Norman Paech (DIE LINKE) . . . . . . . . . . 11534 B 11535 D 11561 A 11562 A DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Axel Schäfer (Bochum) (SPD) . . . . . . . . . . . . Erika Steinbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 14 Bundesministerium der Verteidigung Dr. Franz Josef Jung, Bundesminister BMVg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Elke Hoff (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ulrike Merten (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Paul Schäfer (Köln) (DIE LINKE) . . . . . . . . . Alexander Bonde (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Susanne Jaffke (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Inge Höger (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Silberhorn (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Gert Winkelmeier (fraktionslos) . . . . . . . . . . . Dr. Hans-Peter Bartels (SPD) . . . . . . . . . . . . . Eckart von Klaeden (CDU/CSU) . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 3: – Beschlussempfehlung und Bericht des Auswärtigen Ausschusses zu dem Antrag der Bundesregierung: Fortsetzung des Einsatzes bewaffneter deutscher Streit- kräfte im Rahmen der „United Nations Interim Force in Lebanon“ (UNIFIL) auf Grundlage der Resolutionen 1701 (2006) und 1773 (2007) des Sicherheits- rates der Vereinten Nationen vom 11. August 2006 bzw. 24. August 2007 (Drucksachen 16/6278, 16/6330) . . . . . . . – Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung (Drucksache 16/6341) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Frank-Walter Steinmeier, Bundesminister AA . . . . . . . . . . . . . . . . . . Birgit Homburger (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Winfried Nachtwei (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . J N E N E H D D M T D J H H A N A L 11536 D 11537 D 11538 C 11540 A 11542 A 11544 B 11546 A 11547 B 11549 D 11550 D 11551 C 11553 C 11555 A 11556 A 11557 B 11557 D 11558 A 11558 B 11559 B 11560 B Kerstin Müller (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Alexander Bonde (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ürgen Trittin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . iels Annen (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ckart von Klaeden (CDU/CSU) . . . . . . . . . . amentliche Abstimmung . . . . . . . . . . . . . . . rgebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 23 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin BMZ . . . . . . . . . . . . . . . r. Karl Addicks (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Christian Ruck (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Dr. Karl Addicks (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin BMZ . . . . . . . . . . . . . ichael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Hellmut Königshaus (FDP) . . . . . . . . . . . . hilo Hoppe (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Bärbel Kofler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . ürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . artwig Fischer (Göttingen) (CDU/CSU) . . . eike Hänsel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . lexander Bonde (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage iste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 11562 C 11563 A 11563 D 11565 A 11566 C 11567 C 11570 C 11568 A 11572 B 11574 B 11575 B 11575 D 11576 A 11577 B 11578 B 11578 D 11579 C 11581 A 11582 A 11582 D 11585 A 11586 B 11587 C 11589 A Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 111. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 12. September 2007 11477 (A) ) (B) ) 111. Sitz Berlin, Mittwoch, den 1 Beginn: 9.0
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 111. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 12. September 2007 11589 (A) (C) (B) ) Anlage zum Stenografischen Bericht Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten * für die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Ver- Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Bluhm, Heidrun DIE LINKE 12.09.2007 Bulling-Schröter, Eva DIE LINKE 12.09.2007 Deligöz, Ekin BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 12.09.2007 Fell, Hans-Josef BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 12.09.2007 Ferner, Elke SPD 12.09.2007 Haibach, Holger CDU/CSU 12.09.2007 Hermann, Winfried BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 12.09.2007 Höfken, Ulrike BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 12.09.2007 Höhn, Bärbel BÜNDNIS 90/ 12.09.2007 Hörster, Joachim CDU/CSU 12.09.2007* Lintner, Eduard CDU/CSU 12.09.2007* Meckel, Markus SPD 12.09.2007 Müller (Gera), Bernward CDU/CSU 12.09.2007 Ortel, Holger SPD 12.09.2007 Röring, Johannes CDU/CSU 12.09.2007 Schily, Otto SPD 12.09.2007 Dr. Stadler, Max FDP 12.09.2007 Dr. Stinner, Rainer FDP 12.09.2007 Strothmann, Lena CDU/CSU 12.09.2007 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich DIE GRÜNEN (D sammlung des Europarates 111. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 12. September 2007 Inhalt: Redetext Anlage zum Stenografischen Bericht Anlage
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dr. Lukrezia Jochimsen


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    err Staatsminister, ich kann Ihnen ein Lob der soge-
    annten Linken nicht ersparen, auch wenn das auf mein
    edezeitkonto geht.


    (Hans-Joachim Otto [Frankfurt] [FDP]: Wieso sogenannte?)


    Weil hier im Laufe des heutigen Morgens so sehr viel
    on „sogenannt“ geredet worden ist.

    Ja, Sie haben einen vergleichsweise guten Haushalt
    ür die Kultur eingebracht und haben die Bedeutung der
    ultur, seit Sie Staatsminister sind, tatsächlich ins Zen-






    (A) )



    (B) )


    Dr. Lukrezia Jochimsen
    trum der Bundespolitik gerückt. Dafür ist Ihnen Achtung
    zu zollen.

    Jetzt werde ich allerdings etwas grundsätzlich. Wir
    reden nämlich heute über die Förderung und den Schutz
    unserer Kultur in einer Zeit, da Unkultur, Gewalt, Roh-
    heit, Jagd auf Minderheiten und die offene Verhöhnung
    der Demokratie Konjunktur haben. Kaum eine Woche
    vergeht, in der nicht neue Nazis wieder öffentlich durch
    unsere Städte marschieren, Brandreden halten und Kon-
    zerte veranstalten, die rattenfängerisch junge Leute in ih-
    ren Bann ziehen sollen. Jedes Mal schwören wir dann,
    dass wir uns mehr, kontinuierlicher und intensiver mit
    den Initiatoren, Anhängern und vor allem den potenziel-
    len Sympathisanten auseinandersetzen müssen. Wie, das
    allerdings wissen wir nicht so recht, und ich gestehe,
    dass auch ich hilflos bin und keine umfassende Strategie
    kenne.

    Eine Forderung allerdings stelle ich hier im Zusam-
    menhang mit der Debatte über den Kulturhaushalt zur
    Diskussion: Wir müssen die Gedenkstätten zur natio-
    nalsozialistischen Terrorherrschaft viel mehr und viel
    nachhaltiger unterstützen als bisher.


    (Beifall bei der LINKEN – Wolfgang Börnsen [Bönstrup] [CDU/CSU]: Das ist im Konzept auch vorgesehen!)


    10 Millionen Euro sind im Haushalt des Kulturstaats-
    ministers für die Fortschreibung des Gedenkstätten-
    konzepts zusätzlich eingestellt, und die KZ-Gedenkstät-
    ten Dachau, Flossenbürg, Neuengamme und Bergen-
    Belsen sollen dauerhaft gefördert werden. Das ist zu be-
    grüßen. Erstens aber ist nicht klar, ob die Gedenkstätten
    durch diese institutionelle Förderung tatsächlich einen
    Euro mehr erhalten, während feststeht, dass die Projekt-
    förderung zum Beispiel für Neuengamme stark zurück-
    gegangen ist.


    (Wolfgang Börnsen [Bönstrup] [CDU/CSU]: Das liegt aber an den beantragten Projekten!)


    Zweitens muss hier einmal beschrieben werden, wie
    der Status quo, wie die Alltagssituation dieser Gedenk-
    orte aussieht: Dachau hat 800 000 Besucher jährlich,
    aber nur eine einzige pädagogische Stelle für die histori-
    sche Aufarbeitung. Neuengamme hatte im letzten Jahr
    1 500 Führungen zu organisieren, Mittelbau-Dora rund
    1 400, und dies mit jeweils einer museumspädagogi-
    schen Stelle. Ehrenamtliche, Honorarkräfte, selbst Zivil-
    dienstleistende, was eigentlich gar nicht erlaubt ist, ma-
    chen dort die Arbeit. Ein Drittel – ich bitte Sie! – der
    Anfragen nach Führung und Betreuung muss abgelehnt
    werden. In Neuengamme kosten die Führungen jetzt für
    Schülergruppen 20 Euro und für Erwachsene 40 Euro.
    Das ist der Alltag, und das ist ein Skandal.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Dieser Skandal steht im krassen Widerspruch zur Über-
    schrift der Gedenkstättenkonzeption des Kulturstaats-
    ministers, die da lautet: „Verantwortung wahrnehmen,
    Aufarbeitung verstärken, Gedenken vertiefen“. Wenn
    diese drei Aufgaben ernst genommen werden, setzten

    w
    G
    d

    n
    G
    t
    U
    ü
    r
    v
    k

    G
    a
    b
    G
    d

    d

    A
    d
    s
    g
    n

    D
    k

    A
    g

    D
    z

    S

    (C (D ir in der Auseinandersetzung mit den neuen Nazis, den ewaltbereiten, den Fremdenhassern da an, wo unbeingt angesetzt werden muss, (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Aber vergessen Sie nicht die SED-Aufarbeitung!)


    ämlich bei dem Bestreben, bei jungen Menschen die
    rundlagen für humanitäre und demokratische Hal-

    ung zu legen. Es muss uns gelingen, die Haltung, die
    nverletzlichkeit der Person des anderen immer und
    berall zu respektieren, auch dann, wenn es Zivilcou-
    age, ja sogar Mut kosten kann, jetzt in der Jugend zu
    erankern, und wenn es noch so viele Anstrengungen
    ostet.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Natürlich kann die Arbeit in den Gedenkstätten die
    esellschaft gegen Rechtsradikalität nicht immunisieren,

    ber eine kontinuierliche, vertiefende, aufklärerische Ar-
    eit mit der Geschichte an den authentischen Orten der
    eschichte heißt, jene Verantwortung wahrzunehmen,
    ie das Gedenkstättenkonzept postuliert.

    Ja, auch die SED-Diktatur muss aufgearbeitet wer-
    en, sehr einverstanden!


    (Zustimmung bei der SPD)


    ber die Parallelität, von der hier immer die Rede ist,
    as Parallelitätsverhältnis zur Aufarbeitung der Ge-
    chichte der Nazidiktatur, wie es im Konzept heißt, ist
    eschichtlich falsch und heute ganz und gar nicht hin-
    ehmbar.


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    ie DDR nämlich, liebe Kolleginnen und Kollegen,
    ommt nicht zurück.


    (Hans-Joachim Otto [Frankfurt] [FDP]: Na, na!)


    ber die neuen Barbaren, modern verkleidet, vernetzt,
    ut finanziert, sind auf dem Weg.


    (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Die Nachfolgeorganisation sitzt doch hier im Parlament! – Hans-Joachim Otto [Frankfurt] [FDP]: Sie sind sehr präsent!)


    agegen müssen wir etwas tun. Ich bitte Sie, uns dabei
    u unterstützen.

    Vielen herzlichen Dank.


    (Beifall bei der LINKEN – Hans-Joachim Otto [Frankfurt] [FDP]: Die DDR sitzt da drüben! – Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Eine historische Verirrung, die Sie als Vertreterin der Nachfolgeorganisation der SED hier vortragen!)




Rede von Dr. Hermann Otto Solms
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (FDP)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)

Das Wort hat die Kollegin Monika Griefahn von der

PD-Fraktion.






(A) )



(B) )


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Monika Griefahn


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Herr Präsident! Meine lieben Kolleginnen und Kolle-

    gen! Das Jahr 2010 ist noch eine Weile hin, aber im
    Ruhrgebiet wirft es schon Schatten voraus: Essen wird
    nämlich 2010 europäische Kulturhauptstadt. Der
    Bund begleitete diese Initiative bisher schon intensiv
    und wird das auch weiter tun. Schon jetzt zeigen sich
    trotz kleinen Inputs enorme Synergieeffekte: So ist die
    Love-Parade von Berlin nach Essen gezogen. Das ist
    zwar nicht gerade ein kulturelles Highlight, aber es zeigt,
    dass so eine Initiative eine ganze Region umgestalten
    und neues Leben hereinbringen kann. Wir müssen, wie
    ich glaube, immer wieder deutlich machen, dass Bundes-
    kulturpolitik, auch wenn für sie nur wenig Geld zur Ver-
    fügung steht, Impulse setzen kann. Das ist uns bei vielen
    Dingen ganz wichtig.

    Der Haushalt wächst um 1,3 Prozent. Das ist auf der
    einen Seite ein ganz gutes Ergebnis; auf der anderen
    Seite sind viele Punkte offen, die noch in Angriff ge-
    nommen werden müssen. Vor der Sommerpause hat ja
    Staatsminister Neumann die Fortentwicklung des Ge-
    denkstättenkonzeptes vorgelegt. Wir haben dazu heute
    schon in mehreren Reden etwas gehört. Meine Kollegen
    Scholz und Hübner haben dabei sehr deutlich gemacht,
    dass der Rechtsextremismus eine echte Bedrohung ist
    und wir etwas tun müssen, und zwar, wie ich glaube, in
    ganz Deutschland, nicht nur in Ostdeutschland. Mir be-
    gegnet da durchaus auch in meinem Wahlkreis manches.


    (Wolfgang Börnsen [Bönstrup] [CDU/CSU]: Sehr richtig!)


    Da ist das Gedenken an die Opfer ebenso wichtig wie
    das an Opposition und Widerstand in den Diktaturen.
    Das festigt das Bewusstsein für Freiheit, Recht und
    Demokratie. Ich denke, dass es wichtig ist, dieses auf-
    zuarbeiten und voranzubringen. So kann nämlich Schü-
    lerinnen und Schülern gezeigt werden, wie es früher war,
    insbesondere auch während der nationalsozialistischen
    Diktatur bei uns. Es darf in den Gedenkstätten nicht an
    Möglichkeiten für den Besuch von Schülergruppen feh-
    len. Wenn eine Lehrerin oder ein Lehrer mit einer Klasse
    dorthin will, muss er bzw. sie die Möglichkeit dazu ha-
    ben. Hier müssen wir unterstützend tätig werden.


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD und der CDU/CSU)


    Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus
    dürfen wir nicht zulassen. Deshalb müssen wir diesen
    Erscheinungen auch mit aktiven Angeboten im Bereich
    der kulturellen Arbeit und der politischen Bildung entge-
    gentreten. Auch das ist ein Teil unserer Arbeit, der sich
    in dem Konzept widerspiegeln muss. Gedenkstätten ha-
    ben dabei als Gedenk- und vor allem Lernorte eine wich-
    tige gesamtgesellschaftliche Bedeutung. Wir brauchen
    aufbereitete pädagogische Angebote. Daneben sind Be-
    richte von Zeitzeugen wichtig, aber die wird es nicht
    mehr lange geben. Jetzt können sie noch in Schulen ge-
    hen. Ich vermittle viele Zeitzeugen an Schulen. Das ist
    immer ein bewegendes Erlebnis. Daneben brauchen wir
    aber eben die Gedenkorte als Orte, die deren Erfahrun-
    gen bleibend pädagogisch vermitteln.

    c
    a
    b
    a
    t

    D
    t
    A
    u
    W
    m

    E
    M
    n
    m


    g

    D
    r
    d

    r
    G
    E
    k
    t
    v

    D
    v
    K
    f
    S
    m
    A
    n


    g

    b
    s
    s

    (C (D (Beifall bei Abgeordneten der SPD und der CDU/CSU)


    Ich möchte an dieser Stelle den vielen Ehrenamtli-
    hen danken, die vor Ort ihre Arbeit tun. Ich möchte
    uch den Lehrerinnen und Lehrern danken, die trotz der
    egrenzten Mittel immer wieder versuchen, diese Orte
    ufzusuchen und wirklich Arbeit in das Gedenken inves-
    ieren.

    Im neuen Programm sollen durch eine verbesserte
    arstellung die Herrschaftsmechanismen der SED-Dik-

    atur und der damalige Alltag deutlich gemacht werden.
    uch das ist, wie ich glaube, ein wichtiger Punkt. Die
    nterbreiteten Vorschläge bilden dafür eine Grundlage.
    ir werden aber noch über das Konzept diskutieren
    üssen, denn es ist finanziell unzureichend ausgestattet.


    (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Na, na!)


    in Ort wie die Normannenstraße zum Beispiel ist im
    oment überhaupt nicht berücksichtigt. Er muss zum ei-

    en baulich instandgesetzt werden, und zum anderen
    uss ein pädagogisches Konzept erstellt werden.


    (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Die Gedenkstättenarbeit bekommt erheblich mehr Geld!)


    Im Moment ist Geld für die Mauergedenkstätten vor-
    esehen, Herr Kampeter.


    (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Da haben Sie dem Staatsminister nicht zugehört!)


    as ist wichtig, richtig und auch gut; denn in zwei Jah-
    en gibt es ja insoweit einen wichtigen Gedenktag. Aber
    as andere brauchen wir auch.

    Ein weiteres Feld sind die vom Verfall bedrohten Ein-
    ichtungen der Stiftung Preußische Schlösser und
    ärten. Schon jetzt sind viele der Gebäude so sehr vom
    insturz bedroht, dass sie in Teilen für den Besucherver-
    ehr geschlossen werden müssen. Hier gilt es, etwas zu
    un, bevor sich der Zustand vieler Gebäude noch weiter
    erschlechtert und es zu spät ist.


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD, der CDU/ CSU und der FDP)


    as gilt übrigens auch für zahlreiche historisch wert-
    olle Gebäude in der ganzen Republik. Ich denke da an
    irchen, alte Landhäuser, Museen. Da sollten wir prü-

    en, inwieweit wir ein neues Programm für die Hilfe zur
    anierung auflegen können, wie wir es früher schon ein-
    al hatten mit „Dach und Fach“ für Ostdeutschland.
    uch in Westdeutschland gibt es genügend Fälle, in de-
    en Handlungsbedarf besteht.


    (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Haben Sie das alles mit Ihrem Finanzminister abgestimmt, was Sie hier versprechen?)


    Darüber werden wir in den parlamentarischen Beratun-
    en diskutieren, Herr Kampeter.

    Nicht nur bei der populären Musik, für die Sie sich
    esonders einsetzen – Sie haben für die „Initiative Mu-
    ik“, die jetzt ihre Arbeit auf der Popkomm aufnehmen
    oll, 1 Million Euro zusätzlich erwirkt, worüber wir uns






    (A) )



    (B) )


    Monika Griefahn
    freuen –, sind wir auf einem guten Weg. Wir haben in
    unserem Antrag für den Bundestag klare Vorstellungen
    formuliert, die wir nun in konkrete Projekte umsetzen
    müssen. Ich denke da zum Beispiel auch an die stärkere
    Einbindung von Jazz in die öffentliche Förderung


    (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Da sind wir uns seltsamerweise einig!)


    oder die praktische Unterstützung von Nachwuchsbands,
    zum Beispiel durch Tourbusverleih.


    (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Ob das eine Bundesaufgabe ist, wage ich allerdings zu bezweifeln!)


    – Die vielen zustimmenden Zuschriften, Herr Kampeter,
    die ich in den letzten Wochen bekommen habe, zeigen
    mir, dass wir hier das Richtige tun. Ich bin froh, dass wir
    unsere Vorschläge da einbringen können.


    (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Sie sollten öfter auf meine Vorschläge hören, Frau Griefahn!)


    – Sie hören ja auch auf meine; darüber freue ich mich.

    Auch im Bereich der Computerspiele geht es voran.
    Nachdem besonders gewalthaltige Computerspiele in
    den letzten Monaten im Fokus der Öffentlichkeit stan-
    den, wächst nun die Erkenntnis, dass man mit einer För-
    derung von wertvollen Inhalten mehr erreichen kann als
    mit Verboten, die in ihrer Wirkung äußerst umstritten
    sind und bei denen man sich auch über die Instrumente
    streitet.


    (Hans-Joachim Otto [Frankfurt] [FDP]: Sehr richtig!)


    Mit zwei neuen kulturpolitischen Initiativen wollen wir
    die Förderung erreichen. Zum einen soll mit dem Projekt
    „Netz für Kinder“ eine sichere Umgebung für Minderjäh-
    rige angeboten werden, die zugleich ungefährliche und
    wertvolle Spiele herausstellt. Zum anderen soll es eine
    Stiftung geben, in der sich Spieleentwickler, Hersteller,
    Einzelhandel und Politik gemeinsam für eine bessere Ak-
    zeptanz des Mediums, für mehr Medienkompetenz und
    Jugendschutz sowie eine bessere Produktionsförderung
    bei hochwertigen Spielen einsetzen.

    Ich denke, es fehlt nur ein Baustein: Wir brauchen ei-
    nen Spielepreis, so wie den Filmpreis, mit dem wir öf-
    fentlich deutlich machen können, welche Computer-
    spiele eine Bereicherung der Medienkultur sind, welche
    zu den besten ihrer Art gehören und so von Eltern ohne
    Bedenken für ihre Kinder gekauft werden können. Das
    gibt gleichzeitig einen wichtigen Impuls für die Branche,
    noch mehr solcher öffentlich ausgezeichneten Spiele zu
    produzieren.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


    Ein weiteres positive Element ist, dass wir dringend
    einen Medien- und Kommunikationsbericht brau-
    chen. Wir führen zwar aktuell keine Diskussion mehr
    über Pressefusion und Medienkonzentration, aber das
    Thema wird uns weiter verfolgen. Ich bin froh, dass der

    K
    M
    r

    l
    4
    g
    z
    W
    a
    v

    g
    n
    W
    w
    b
    B
    D
    l

    G
    n
    s
    z
    A
    n
    b
    t
    c
    g
    h
    v



    d
    ö
    n
    l
    L
    r
    v

    u
    s
    D
    d

    d
    2
    b
    v
    t

    (C (D ulturstaatsminister zugesagt hat, möglichst bald einen edienund Kommunikationsbericht vorzulegen. Da aus können wir dann auch weitere Tätigkeiten ableiten. Ich freue mich, dass – der Staatsminister hat es deutich gemacht – die Deutsche Welle einen Aufwuchs von Millionen Euro erfährt. Es ist der Deutschen Welle elungen, Kooperationsverträge mit ARD und ZDF abuschließen. Von dem Geld können zum Beispiel eltsenderechte gekauft und das arabische Programm usgeweitet werden. Das sind beides sehr sinnvolle Inestitionen. Damit komme ich zur auswärtigen Politik. Im vorlieenden Haushaltsentwurf zeigt sich, dass Kultur nicht ur im Inland Bedeutung hat, sondern auch im Ausland. ir kommen zwar gleich noch zum Haushalt des Ausärtigen Amtes, aber es ist wert, auch in der Kulturdeatte erwähnt zu werden: Die auswärtige Kulturund ildungspolitik erhält zusätzlich 82 Millionen Euro. as ist ein Aufwuchs von 15 Prozent gegenüber dem etzten Jahr. Das ist ein Erfolg. Drei wichtige Initiativen aus dem Programm: Das oethe-Institut wird in diesen Monaten mit einem euen Konzept zukunftsfähig gemacht. Wir haben es gechafft, endlich die Budgetierung ab 2008 durchzuseten. Das war eine Arbeit von zehn Jahren, Lothar Mark. ußerdem können wir die Programmmittel ab dem ächsten Jahr um rund 10 Millionen Euro erhöhen. Das ringt die deutsche Kultur ins Ausland, und der Ausausch und Dialog, den wir auf der Welt dringend brauhen, kann damit verstärkt werden. Ich finde, das ist ein roßer Erfolg. Ich möchte mich beim Außenminister erzlich dafür bedanken, dass er das so unterstützt und orangebracht hat. (Beifall bei Abgeordneten der SPD sowie des Abg. Wolfgang Börnsen [Bönstrup] [CDU/ CSU] – Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Und die Auslandsschulen!)


    Dazu komme ich jetzt.

    Zum zweiten Punkt. Mit über 40 Millionen Euro wer-
    en wir eine große Schulinitiative durchführen. Das er-
    ffnet die Chance, dass endlich wieder mehr Schülerin-
    en und Schüler auf der Welt Deutsch als Fremdsprache
    ernen und damit eine bessere Beziehung zu unserem
    and aufbauen. Ich durfte den Ausschuss beim 150-jäh-

    igen Jubiläum der Deutschen Schule in Montevideo
    ertreten


    (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Wo Sie überall hinreisen, Frau Kollegin!)


    nd habe gesehen, welch wichtige Arbeit die Schule dort
    eit 150 Jahren leistet, wie wichtig die Anbindung an
    eutschland über die deutsche Sprache und damit über
    ie Deutsche Schule ist.

    Die dritte Initiative heißt „Aktion Afrika“. Hier wer-
    en wir den deutsch-afrikanischen Dialog mit
    0 Millionen Euro durch Schüleraustausche, Medienar-
    eit, Stipendien, Künstleraustausche oder Kulturprojekte
    erstärken. Damit soll eine stärkere Anbindung des Kon-
    inents über Kulturaustausch erreicht werden, also eben






    (A) )



    (B) )


    Monika Griefahn
    nicht nur über Entwicklungsarbeit. Wir sehen immer
    wieder, wie wichtig es ist, nicht nur zu kommen und zu
    sagen, man müsse jetzt einmal helfen, sondern auch den
    Reichtum der Länder zu erkennen, sich mit ihnen zu ver-
    ständigen und in einen Dialog einzutreten. Das ist etwas
    anderes, als zu kommen, nur um zu helfen.

    Ich bin froh, dass wir mit diesem Haushalt zeigen
    können, dass die Themen der Kultur- und Medienpolitik
    sowohl im Inland als auch im Ausland wichtige Themen
    sind, Themen mit Zukunft, die wir als solche verstehen.
    Ich freue mich, dass wir in den Ausschüssen mit allen
    Fraktionen wirklich gut zusammengearbeitet haben. Da-
    für möchte ich mich bedanken.


    (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der LINKEN)