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ID1602806000

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    8. SPD-Fraktion.: 1
  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 16/28 Dr. Wolfgang Gerhardt (FDP) . . . . . . . . . . . . Dr. Peter Ramsauer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Oskar Lafontaine (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Hubertus Heil (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Fritz Kuhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin . . . . . . . Dr. Guido Westerwelle (FDP) . . . . . . . . . . . . Dr. Peter Struck (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Oskar Lafontaine (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Bernd Neumann, Staatsminister BK . . . . . . . Dr. Angelica Schwall-Düren (SPD) . . . . . . . . Monika Knoche (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Monika Knoche (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Walter Kolbow (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Markus Löning (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Manfred Grund (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Dr. Norman Paech (DIE LINKE) . . . . . . . . . . Marieluise Beck (Bremen) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Axel Schäfer (Bochum) (SPD) . . . . . . . . . . . 2203 D 2207 A 2211 A 2216 B 2221 A 2226 C 2235 C 2239 C 2242 C 2244 B 2245 D 2262 C 2264 C 2266 C 2267 C 2268 A 2269 B 2270 C 2271 D 2272 C 2274 A Deutscher B Stenografisch 28. Sitz Berlin, Mittwoch, de I n h a l Erweiterung der Tagesordnung . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 1 (Fortsetzung): a) Erste Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bun- deshaushaltsplans für das Haushalts- jahr 2006 (Haushaltsgesetz 2006) (Drucksache 16/750) . . . . . . . . . . . . . . . . . b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2005 bis 2009 (Drucksache 16/751) . . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 04 Bundeskanzleramt E A i Z A S D d ( D D E 2203 A 2203 B 2203 B Markus Meckel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Monika Griefahn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 2249 D 2250 A undestag er Bericht ung n 29. März 2006 t : inzelplan 05 uswärtiges Amt n Verbindung mit usatztagesordnungspunkt 1: ntrag der Fraktionen der CDU/CSU, der PD, der FDP und des BÜNDNISSES 90/ IE GRÜNEN: Belarus nach den Präsi- entschaftswahlen Drucksache 16/1077) . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Frank-Walter Steinmeier, Bundesminister AA . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Werner Hoyer (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . ckart von Klaeden (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 2252 D 2253 A 2257 A 2259 B Dr. Diether Dehm (DIE LINKE) . . . . . . . . Harald Leibrecht (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . 2275 A 2275 B II Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 28. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. März 2006 Thomas Silberhorn (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Dr. Diether Dehm (DIE LINKE) . . . . . . . . Wolfgang Gehrcke (DIE LINKE) . . . . . . . . . Hartwig Fischer (Göttingen) (CDU/CSU) . . . Wolfgang Gehrcke (DIE LINKE) . . . . . . . . . Erika Steinbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Uta Zapf (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Joachim Hörster (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 14 Bundesministerium der Verteidigung Dr. Franz Josef Jung, Bundesminister BMVg . . . . . . . . . . . . . . . Elke Hoff (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Hans-Peter Bartels (SPD) . . . . . . . . . . . . . Paul Schäfer (Köln) (DIE LINKE) . . . . . . . . . Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . Gerd Höfer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 23 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin BMZ . . . . . . . . . . . . . . . Hellmut Königshaus (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Arnold Vaatz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Heike Hänsel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . Thilo Hoppe (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hüseyin-Kenan Aydin (DIE LINKE) . . . . Dr. Bärbel Kofler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Hellmut Königshaus (FDP) . . . . . . . . . . . . Alexander Bonde (BÜNDNIS 90/ 2276 A 2276 D 2278 B 2279 B 2279 B 2279 D 2280 D 2282 A 2283 B 2285 D 2287 B 2289 A 2300 D 2301 A 2302 C 2304 D 2306 C 2308 B 2310 B 2310 C 2312 C 2313 A Alexander Bonde (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jürgen Herrmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Birgit Homburger (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Rainer Arnold (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Susanne Jaffke (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Alexander Bonde (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . D N B A L 2291 B 2293 B 2295 A 2295 D 2296 D 2298 D 2299 A 2299 B 2300 C DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Christian Ruck (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Dr. Uschi Eid (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . erichtigungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage iste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 2313 B 2314 D 2315 B 2316 D 2316 B 2317 A Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 28. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. März 2006 2203 (A) ) (B) ) 28. Sitz Berlin, Mittwoch, de Beginn: 9.0
  • folderAnlagen
    ngen Einzelplan 15“ ist „Bun- it“ zu lesen. r 1. Satz ist wie folgt zu der Föderalismusreform, dazu führen sollen, glei- Mobilität in Deutschland s Bereichs der Bildungs- einbart haben. Dazu gehört, die internationale wie auch gsländern gewinnen. Ich undesbürgern deutlich zu einen Akt der Humanität cklungspolitik in unserem sowie bei Abgeord- SPD) betonen, dass es nicht nur ht nur über Geld und die uch darüber, dass wir in (Beifall bei der CDU/CSU BÜNDNIS 90/DIE GRÜN [DIE LINKE]: Ihretwegen Vizepräsidentin Gerda Ha Weitere Wortmeldungen lieg Wir sind damit am Schluss ordnung. Ich berufe die nächste Sitz Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 28. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. März 2006 2317 (A) (C) (B) ) Anlage zum Stenografischen Bericht Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Dr. Bartsch, Dietmar DIE LINKE 29.03.2006 Bernhardt, Otto CDU/CSU 29.03.2006 Dr. Bisky, Lothar DIE LINKE 29.03.2006 Bülow, Marco SPD 29.03.2006 Hintze, Peter CDU/CSU 29.03.2006 Dr. Höll, Barbara DIE LINKE 29.03.2006 Krichbaum, Gunther CDU/CSU 29.03.2006 Kurth (Quedlinburg), BÜNDNIS 90/ 29.03.2006 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich * Dr. Däubler-Gmelin, Herta SPD 29.03.2006 Deittert, Hubert CDU/CSU 29.03.2006* Fischer (Frankfurt), Joseph BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 29.03.2006 Fischer (Karlsruhe- Land), Axel E. CDU/CSU 29.03.2006* Dr. Fuchs, Michael CDU/CSU 29.03.2006 Gabriel, Sigmar SPD 29.03.2006 Goldmann, Hans- Michael FDP 29.03.2006 Gradistanac, Renate SPD 29.03.2006 Dr. Gysi, Gregor DIE LINKE 29.03.2006 Heinen, Ursula CDU/CSU 29.03.2006 Hermann, Winfried BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 29.03.2006 Hilsberg, Stephan SPD 29.03.2006 L M M P S S D D T W (D für die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Ver- sammlung des Europarates Undine DIE GRÜNEN intner, Eduard CDU/CSU 29.03.2006* üller (Gera), Bernward CDU/CSU 29.03.2006 üller (Köln), Kerstin BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 29.03.2006 flug, Johannes SPD 29.03.2006 cheel, Christine BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 29.03.2006 chmidt (Nürnberg), Renate SPD 29.03.2006 r. Schui, Herbert DIE LINKE 29.03.2006 r. Spielmann, Margrit SPD 29.03.2006 auss, Jörg SPD 29.03.2006 issmann, Matthias CDU/CSU 29.03.2006 28. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 29. März 2006 Inhalt: Redetext Anlage zum Stenografischen Bericht
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dr. h.c. Wolfgang Thierse


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Ich erteile das Wort Kollegin Marieluise Beck, Frak-

    ion Bündnis 90/Die Grünen.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Marieluise Beck (Bremen) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
    EN):
    Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Nur

    in Satz zu Herrn Paech: Wer sich in dieser Weise von
    er Politik der Vereinten Nationen absetzt, für den bleibt
    ur noch nationale oder nationalistische Politik. Das
    öchte ich hier festhalten.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)


    Ich bin dem Kollegen Grund sehr dankbar – wir wa-
    en uns über alle Fraktionen hinweg darin einig –, dass
    r so eindringlich die Situation in Belarus geschildert
    at. Es gibt seitenlange Listen mit Verhafteten. Es gibt
    erichte von jungen Frauen, von Studentinnen, dass sie

    n der Haft von Milizen mit Vergewaltigung bedroht
    orden sind und ihnen gesagt worden ist, sie würden in
    en Wald verschleppt und dort umgebracht. Es geht dort
    lso ganz fürchterlich zu.

    Wir sollten uns darüber im Klaren sein: Das eigent-
    ich Entscheidende wird sein, dass wir unser Interesse an
    elarus aufrechterhalten.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der CDU/CSU, der SPD und der FDP)


    ir haben in kurzer Zeit zweimal darüber debattiert. Sie
    aben sicherlich eine realistische Einschätzung gegeben,
    ls Sie sagten, wir würden einen langen Atem brauchen.
    ie Reformbewegung und die Opposition werden einen

    angen Atem brauchen. Deswegen brauchen auch wir ei-
    en langen Atem.

    Es gibt über ganz vieles Einigkeit: Das Regime
    ukaschenko ist diktatorisch. Die Wahlen waren weder

    rei noch fair. Das Lukaschenko-Regime ist für uns kein
    artner. Es gibt Einigkeit in der Forderung nach Freilas-
    ung der Verhafteten. Ich möchte noch einmal daran
    rinnern, dass es nach wie vor seit dem 16. Septem-
    er 1999 vier Verschwundene gibt, deren Schicksal nie
    ufgeklärt worden ist, und es gibt einen ehemaligen






    (A) )



    (B) )


    Marieluise Beck (Bremen)

    Oppositionsführer, der auch schon sehr profiliert war,
    Herrn Marinitsch, der mit seiner Verhaftung aus dem
    Verkehr gezogen worden ist und fast schon vergessen zu
    werden droht. Das darf nicht noch einmal mit
    Milinkewitsch passieren.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD und der FDP)


    Es gibt aber auch eine andere Entwicklung. Die Angst
    scheint gebrochen zu sein. Es gibt eine sichtbare Opposi-
    tion und es gibt Führungspersonen in dieser Opposition.
    Wir können vor allen Dingen feststellen: Der nächste
    Anlauf wird von einem höheren Niveau aus beginnen.

    Die Frage ist jetzt, was es für uns zu tun gibt. Wir ha-
    ben eben über die Informationspolitik gesprochen. Die
    Reichweite des erwähnten Radiosenders ist vollkommen
    unzulänglich. Da muss etwas passieren. Zum Beispiel
    muss der Visabann auf diejenigen ausgeweitet werden,
    die sich Verbrechen schuldig machen. Ich glaube, da
    sind wir uns einig, Stichwort „Einfrierung von Aus-
    landskonten“.

    Sanktionen zu verhängen, ist ein zweischneidiges
    Schwert. Wir wissen, dass Saddam Hussein ökonomi-
    sche Misswirtschaft immer auf Sanktionen statt auf die
    eigene Politik schieben konnte. Wir sollten wissen: Bela-
    rus exportiert Energie, die es billig von Russland be-
    kommt, und erzeugt Düngemittel in großem Umfang.
    Wir sind Abnehmer. Devisen sind ein mächtiges Mittel.
    Über diesen Zusammenhang ist nachzudenken.

    Das Wichtigste bleibt allerdings die Unterstützung
    der mutigen Menschen in Belarus. Wir wissen, es sind
    vor allen Dingen junge, gut ausgebildete Menschen, die
    sich in dieses dumpfe System Lukaschenko nicht mehr
    einbinden lassen wollen. Hier kommt jetzt unsere Ver-
    antwortung ins Spiel. Wir wissen, dass viele dieser jun-
    gen Menschen eine Exmatrikulation zu erwarten haben.
    Uns ist bekannt, dass viele Wissenschaftler nicht mehr
    werden weiterarbeiten können. Wir sollten dem Beispiel
    der polnischen Rektorenkonferenz folgen. Sie hat sich
    dazu bereit erklärt, 200 Studenten an polnischen Univer-
    sitäten aufzunehmen.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD und der FDP)


    Ich hoffe – damit verbunden ist ein eindringlicher Ap-
    pell –, dass wir uns in Deutschland – vielleicht sogar zu-
    sammen mit Frankreich und Polen – zu einer solchen
    Initiative durchringen können; denn sonst leisten wir
    keine Unterstützung, sondern weinen nur Krokodilsträ-
    nen. Das sollten wir nicht tun. Um es hier klar zu sagen:
    Es wird dabei auch um Stipendien gehen, um Sprach-
    kurse und Ähnliches mehr.

    Über die Frage der restriktiven Visavergabe kann
    hier anscheinend wieder rational gesprochen werden.
    Wer sich isoliert, der darf sich nicht wundern, dass der
    Informationsaustausch nicht funktioniert. Wir müssen
    nach Wegen der Öffnung suchen. Die 60 Euro für ein

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    (C (D chengenvisum sind ein Riesenproblem. Auch darüber st zu sprechen. Wir alle wissen, dass der Schlüssel zur Lösung der robleme in Russland liegt. Deswegen möchte ich den lick sehr gern noch kurz auf die Entwicklung der russi chen Innenpolitik lenken. Die Bundeskanzlerin hat geagt, es geht um eine strategische Partnerschaft mit ussland. Ich frage jetzt noch einmal: Was heißt das onkret? Wir sehen mit ganz großer Sorge, dass durch as NGO-Gesetz die demokratischen Strukturen und die ivilgesellschaft in Russland immer stärker unter Druck esetzt werden. Es gibt eine Kampagne gegen Nichtreierungsorganisationen, insbesondere gegen Bürgerechtsorganisationen, an allererster Stelle gegen die Rusisch-Tschetschenische Freundschaftsgesellschaft. Es at einen Grund, dass ein massiver Druck auf diese Oranisation ausgeübt wird. Die Kampagne richtet sich ber auch gegen Memorial, gegen die Moskauer Helinki-Gruppe und gegen die Soldatenmütter. Das alles muss uns interessieren, denn dort befindet ich der Keim der Demokratie in Russland. Man verucht jetzt, ihn zu zerstören, indem man den Vorwurf erebt, ausländische Gelder würden genutzt, um umstürzerische Kräfte zu unterstützen. Putin weiß, dass das icht wahr ist. Der ihn stützende FSB weiß das auch. as müssen wir deutlich aussprechen und wir müssen an er Seite dieser NGOs stehen. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)


    Wir müssen in diesem Haus auch wieder über Tschet-
    chenien reden. Die schwierigen Auseinandersetzungen
    m Irak, der Extremismus eines Ahmadinedschad, das
    eltweite islamistische Terrornetz, das alles rechtfertigt
    icht die nackte, oft ziellose und immer haltlosere Ge-
    alt gegenüber den Tschetschenen, übrigens auch ge-
    enüber Inguschen, Nordosseten und anderen nordkau-
    asischen Völkern. Entführungen, wahllose
    erhaftungen, Folter, erpresste Geständnisse, erzwun-
    ene Denunziationen, ein Marionettensystem Kadyrow,
    as immer mehr paramilitärische Terrortruppen entwi-
    kelt, das alles dürfen wir hier nicht schweigend hinneh-
    en.


    (Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/ DIE GRÜNEN, der CDU/CSU und der FDP)


    erzeit hat niemand eine Antwort darauf, wie es in
    schetschenien weitergehen soll.

    Anders als damals aus Bosnien gibt es aus Tschet-
    chenien keine Bilder. Ich fordere dieses Haus und auch
    ie Regierung auf, den Blick dennoch wieder in den
    ordkaukasus zu richten und dem strategischen Partner
    ussland sehr deutlich zu sagen, dass G 8 zu G 7 wird,
    enn man nicht zu Rechtstaatlichkeit und Demokratie

    urückkehrt.


    (Markus Löning [FDP]: Warum haben Sie nie Schröder aufgefordert, das zu machen? – Gegenruf der Abg. Claudia Roth [Augsburg] Marieluise Beck [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie wissen doch, dass wir das gemacht haben!)





    (A) )


    (B) )


    Für den Europarat heißt das: Einen Vorsitz kann nicht
    haben, wer im Windschatten des Kampfes gegen den is-
    lamistischen Terror viele Menschen im Kaukasus zu Un-
    recht terrorisiert.

    Liebe Kolleginnen und Kollegen, Menschenrechte
    sind unteilbar. Wir sind uns in diesem Haus darüber
    weitgehend einig. Ich wünsche mir sehr, dass wir auch in
    diesem Hause, im Plenum und im Ausschuss, wieder
    über das schwierige Thema Tschetschenien sprechen.

    Schönen Dank.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der CDU/CSU und der SPD)




Rede von Dr. h.c. Wolfgang Thierse
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

Ich erteile das Wort Kollegen Axel Schäfer, SPD-

Fraktion.


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Axel Schäfer


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es

    ist erfreulich, dass es in diesem Hause in der außen- und
    europapolitischen Debatte unter vier Fraktionen eine
    große Übereinstimmung gibt, vor allem weil das nicht
    überall in Europa der Fall ist.


    (Beifall des Abg. Lothar Mark [SPD])


    Dennoch sollten wir gerade auf dieser Grundlage durch-
    aus unterschiedliche Pointierungen vornehmen. Es
    kommt ja nicht nur darauf an, dass man diskutiert, son-
    dern auch darauf, wie man diskutiert. Also: nach vorn
    gewandt, mit Mut und nicht mit Kleinmut!

    Der erste Punkt. Wir setzen den europäischen Ver-
    fassungsprozess fort. Ende dieses Jahres werden zwei
    Drittel aller Länder ratifiziert haben; wir sind dabei. Wir
    sollten diejenigen, die jetzt die Ratspräsidentschaft über-
    nehmen – Portugal, Tschechien, Schweden –, daran erin-
    nern, dass sie eine besondere Verantwortung haben, in
    der Zeit ihrer Präsidentschaft die Ratifizierung erfolg-
    reich durchzuführen.


    (Beifall bei der SPD)


    Wenn wir diesen Prozess am Leben halten, setzen wir
    auch ein eindeutiges Kontra zu Sprüchen wie „Die Ver-
    fassung ist tot“ oder „Nizza oder der Tod“. Wir können
    seriös nicht vor 2009 entscheiden, wie bestimmte Pro-
    bleme überwunden werden müssen; Stichwort: die bei-
    den Referenden in den Niederlanden und in Frankreich.

    Ein Zweites. Die Beitrittsperspektive bleibt. Europa
    ist für europäische Länder offen, seit die Grenzen offen
    sind. Es darf sich keine Methode entwickeln, die da
    heißt: Das Boot ist voll. – Das Boot braucht wohl eine
    neue Steuerung und einen stärkeren Motor, aber wir
    müssen die von uns eingegangenen Verpflichtungen er-
    füllen und mit der europäischen Perspektive auch allen
    Hoffnungen gerecht werden, die in den Ländern beste-
    hen. Gleichzeitig müssen wir deutlich machen – da sind
    wir wieder bei der Verfassung –, dass die Aufnahme
    weiterer Staaten nur möglich ist, wenn wir eine gemein-

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    (C (D ame europäische Verfassung beschlossen haben. Das ehört zusammen. Ein Drittes. Wir lösen Probleme. Die Europäische nion ist in der Globalisierung – das sollten wir deut ich machen – ein Mittel, Politik zu gestalten, nicht ein eil des Problems. Deshalb ist es so wichtig, dass die rsten Schritte der großen Koalition in Europa gemacht urden. Bei der Finanziellen Vorausschau und jetzt bei er Dienstleistungsrichtlinie ist Übereinstimmung erzielt orden und sind Dinge nach vorn gebracht worden. Ein vierter Punkt. Wir widersprechen klar allen neoationalistischen oder populistischen Reden, auch dort, o das bis hin in hohe Regierungskreise oder bis an die pitze von Nachbarstaaten geht, selbst wenn diese Läner uns wichtig sind und wir alle die Menschen dort möen. Das sage ich bewusst auf der einen Seite in Richung Dänemark und auf der anderen Seite in Richtung olen. Entsprechendes gilt aber auch für unser Land. Eine orm, Euroskeptizismus und Nationalismus zu fördern, st das, was wir leider von der Linkspartei hören. as ist im Übrigen der Abschied von europäischen Traitionen, die von bedeutenden Menschen wie Altiero pinelli begründet worden sind. Ein Fünftes. Wir Deutsche haben eine besondere Verntwortung. Das wird sich auch in der Ratspräsidentchaft zeigen. Aber wir müssen bestimmte Dinge schon etzt praktizieren. Wir fangen damit an, zum Beispiel mit er Übereinkunft von Bundestag und Bundesregierung ber eine stärke Europäisierung des Parlaments. Ich ündige hier für die SPD an: Wir werden einmal chauen, ob es 2009 gelingt, dass unser Kandidat oder nsere Kandidatin aus Deutschland für die EU-Kommision hier vor diesem Hause in einer öffentlichen Anhöung zu Europa Rede und Antwort steht, bevor er oder ie in Brüssel angehört wird. Das wäre ein guter Beitrag. (Beifall bei der SPD, der CDU/CSU, der FDP und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    (Beifall bei der SPD)


    (Zuruf der Abg. Uta Zapf [SPD])


    (Beifall des Abg. Markus Löning [FDP])


    Zusammenfassend Folgendes, liebe Kolleginnen und
    ollegen: Wir leisten als Deutsche einen Beitrag zu
    uropa. Der deutsche Europabeitrag in der ersten Hälfte
    es 20. Jahrhunderts waren der Griff danach, Weltmacht
    u werden, und der Weltkrieg. Der deutsche Beitrag in
    er zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war, in einem
    emeinsamen Europa als Deutsche dem Frieden in der
    elt zu dienen. Daran arbeiten wir; das ist wichtig. Das

    st deutsche Politik in Europa; das ist europäische Politik
    n Deutschland.


    (Beifall bei der SPD)