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ID1420509100

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    Wahl der Abgeordneten Monika Griefahn als stellvertretendes Mitglied in den Verwaltungs- rat der Filmförderungsanstalt . . . . . . . . . . . . . 20195 A Erweiterung der Tagesordnung . . . . . . . . . . . 20195 A Fristabweichung für den Beginn der Beratung 20195 D Nachträgliche Ausschussüberweisung . . . . . . 20196 A Tagesordnungspunkt I: (Fortsetzung) a) Zweite Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bun- deshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2002 (Haushaltsgesetz 2002) (Drucksachen 14/6800, 14/7537) 20196 A b) Beschlussempfehlung und Bericht des Haushaltsausschusses zu der Unter- richtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2001 bis 2005 (Drucksachen14/6801,14/7324,14/7538) 20196 B 20. Einzelplan 11 Bundesministerium fürArbeit und Sozial- ordnung (Drucksachen 14/7311, 14/7321) . . . . . . . 20196 B in Verbindung mit 21. a) Zweite und dritte Beratung des von den Fraktionen der SPD und des BÜNDNIS- SES 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Bestim- mung der Schwankungsreserve in der Rentenversicherung derArbeiter und Angestellten (Drucksachen 14/7284, 14/7598, 14/7637) 20196 C b) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Arbeit und Sozial- ordnung zu dem Antrag der Abgeord- neten Karl-Josef Laumann, Horst Seehofer, weiterer Abgeodneter und der Fraktion der CDU/CSU: Keine system- widrigen Eingriffe bei der Schwan- kungsreserve (Drucksachen 14/7292, 14/7598) . . . . 20196 D Hans-Joachim Fuchtel CDU/CSU . . . . . . . . . 20196 D Dr. Konstanze Wegner SPD . . . . . . . . . . . . . 20199 A Dr. Irmgard Schwaetzer FDP . . . . . . . . . . . . 20201 D Dr. Thea Dückert BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 20204 B Dr. Heidi Knake-Werner PDS . . . . . . . . . . . . 20207 A Ewald Schurer SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20208 C Dr. Klaus Grehn PDS . . . . . . . . . . . . . . . 20208 D Horst Seehofer CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . 20210 C Walter Riester, Bundesminister BMA . . . . . . 20214 B Dr. Klaus Grehn PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20218 B Walter Riester, Bundesminister BMA . . . . . . 20218 C Dirk Niebel FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20218 D Katrin Göring-Eckardt BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20220 B Pia Maier PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20221 D Renate Jäger SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20222 D Dr. Christa Luft PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20224 C Renate Jäger SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20225 A Karl-Josef Laumann CDU/CSU . . . . . . . . . . 20225 B Franz Thönnes SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20228 B Plenarprotokoll 14/205 Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 205. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 29. November 2001 I n h a l t : Andreas Storm CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . 20230 A Ekin Deligöz BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 20231 C Klaus Brandner SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20232 D 22. Einzelplan 09 Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (Drucksachen 14/7309, 14/7321) . . . . . . . 20235 B in Verbindung mit 24. Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Wirtschaftsplans des ERP-Sondervermö- gens für das Jahr 2002 (ERP-Wirtschafts- plangesetz 2002) (Drucksachen 14/7259, 14/7608) . . . . . . . 20235 C Dankward Buwitt CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 20235 D Manfred Hampel SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20237 C Rainer Brüderle FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20240 D Ernst Hinsken CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 20243 A Michaele Hustedt BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20244 B Dr. Hermann Otto Solms FDP . . . . . . . . . 20245 C Rolf Kutzmutz PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20246 B Dr. Werner Müller, Bundesminister BMWi 20247 D Dr. Christa Luft PDS . . . . . . . . . . . . . . . . 20248 C Matthias Wissmann CDU/CSU . . . . . . . . . . . 20251 D Franziska Eichstädt-Bohlig BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20254 A Dagmar Wöhrl CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . 20255 C Namentliche Abstimmung . . . . . . . . . . . . . . . 20257 C Ergebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20258 C 25. Einzelplan 30 Bundesministerium für Bildung und Forschung (Drucksachen 14/7318, 14/7321) . . . . . . . 20260 D Steffen Kampeter CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 20261 A Siegrun Klemmer SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . 20264 B Steffen Kampeter CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 20267 C Siegrun Klemmer SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . 20268 A Cornelia Pieper FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20268 C Hans-Josef Fell BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 20271 B Maritta Böttcher PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20273 B Jörg Tauss SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20273 D Edelgard Bulmahn, Bundesministerin BMBF 20275 D Ulrike Flach FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20277 B Norbert Hauser (Bonn) CDU/CSU . . . . . 20278 B Maritta Böttcher PDS . . . . . . . . . . . . . . . 20279 B Dr. Martin Mayer (Siegertsbrunn) CDU/CSU 20281 B Hans-Josef Fell BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 20284 A Dr. Martin Mayer (Siegertsbrunn) CDU/CSU 20284 A Jörg Tauss SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20284 B Cornelia Pieper FDP . . . . . . . . . . . . . . . . 20285 A Ulrike Flach FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20286 B Dr. Reinhard Loske BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20287 A 26. Einzelplan 10 Bundesministerium für Verbraucher- schutz, Ernährung und Landwirtschaft (Drucksachen 14/7310, 14/7321) . . . . . . . 20289 A Josef Hollerith CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . 20289 B Iris Hoffmann (Wismar) SPD . . . . . . . . . . . . 20291 B Ulrich Heinrich FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20293 D Ulrike Höfken BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 20296 A Kersten Naumann PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . 20298 A Jella Teuchner SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20299 C Heinrich-Wilhelm Ronsöhr CDU/CSU . . . . . 20301 A Renate Künast, Bundesministerin BMVEL 20302 D Ulrich Heinrich FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20305 D Josef Hollerith CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . 20306 B Renate Künast, Bundesministerin BMVEL 20306 B Dr. Klaus W. Lippold (Offenbach) CDU/CSU 20306 D Heino Wiese (Hannover) SPD . . . . . . . . . . . 20309 A 27. Einzelplan 15 Bundesministerium für Gesundheit (Drucksachen 14/7314, 14/7321) . . . . . . . 20311 C Dr. Michael Luther CDU/CSU . . . . . . . . . . . 20311 D Marion Caspers-Merk SPD . . . . . . . . . . . 20313 A Walter Schöler SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20314 A Detlef Parr FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20317 B Katrin Göring-Eckardt BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20319 D Dr. Ruth Fuchs PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20321 C Ulla Schmidt, Bundesministerin BMG . . . . . 20322 C Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 205. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 29. November 2001II Horst Seehofer CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . 20325 A Monika Knoche BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20327 C Dr. Ilja Seifert PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20329 A Klaus Kirschner SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20329 D Annette Widmann-Mauz CDU/CSU . . . . . . 20332 A Beratungen ohne Aussprache Tagesordnungspunkt V: Überweisungen im vereinfachten Ver- fahren a) Erste Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Neuordnung der Statis- tik im Produzierenden Gewerbe und zurÄnderung des Gesetzes überKos- tenstrukturstatistik (Drucksache 14/7556) . . . . . . . . . . . . 20334 C b) Erste Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Stärkung der vertrag- lichen Stellung von Urhebern und ausübenden Künstlern (Drucksache 14/7564) . . . . . . . . . . . . 20334 C c) Erste Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs ei- nes Gesetzes zur geordneten Beendi- gung der Kernenergienutzung zur gewerblichen Erzeugung von Elek- trizität (Drucksache 14/7261) . . . . . . . . . . . . 20334 D d) Erste Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines Forstvermehrungsgutgesetzes (Drucksache 14/7384) . . . . . . . . . . . . 20334 D e) Erste Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs ei- nes Gesetzes zu dem Protokoll vom 27. Februar 2001 zur Ergänzung des Abkommens vom 5. April 1993 zwi- schen der Bundesrepublik Deutsch- land und der Republik Lettland über den Luftverkehr (Drucksache 14/7419) . . . . . . . . . . . . 20334 D f) Beratung des Antrags der Abgeordne- ten Ulrike Flach, Cornelia Pieper, wei- terer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Deutscher Wissenschafts- preis (Drucksache 14/3811) . . . . . . . . . . . . . 20335 A in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 1: Weitere Überweisung im vereinfachten Verfahren Antrag der Fraktion der PDS: Sofort- und Wiederaufbauhilfe für Kuba nach dem Wirbelsturm Michelle (Drucksache 14/7597) . . . . . . . . . . . . . . . 20335 A Tagesordnungspunkt VI: Abschließende Beratungen ohne Aus- sprache a) Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Ände- rung des Anerkennungs- und Voll- streckungsausführungsgesetzes (Drucksachen14/7207,14/7418,14/7595) 20335 B b) Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Ent- wurfs eines Gesetzes über die Auf- hebung des Gesetzes zur Förderung der Rationalisierung im Steinkohlen- bergbau (Drucksachen 14/7238, 14/7607) . . . . 20335 C c) Zweite Beratung und Schlussabstim- mung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Abkommen vom 11. März 1996 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Demokrati- schen Volksrepublik Algerien über die gegenseitige Förderung und den gegenseitigen Schutz von Kapital- anlagen (Drucksachen 14/7042, 14/7482) . . . . 20335 D d) Zweite Beratung und Schlussabstim- mung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zu dem Vertrag vom 23. Mai 2000 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Bot- suana über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Kapital- anlagen (Drucksachen 14/7043, 14/7525) . . . . 20336 A e) Zweite Beratung und Schlussabstim- mung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zu dem Vertrag vom 7. Februar 2000 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Demokrati- schen Sozialistischen Republik Sri Lanka über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Kapital- anlagen (Drucksachen 14/7036, 14/7526) . . . . 20336 A Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 205. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 29. November 2001 III f) – k) Beschlussempfehlungen des Petitions- ausschusses: Sammelübersichten 317, 318, 319, 320, 321, 322 zu Petitionen (Drucksachen 14/7494, 14/7495, 14/7496, 14/7497, 14/7498, 14/7499) . . . . . . . . 20336 B Zusatztagesordnungspunkt 2: Weitere abschließende Beratungen ohne Aussprache a) Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Ent- wurfs eines Gesetzes zur Bereinigung des als Bundesrecht fortgeltenden Rechts der Deutschen Demokrati- schen Republik (Drucksachen 14/6811, 14/7570) . . . . 20336 D b) Zweite Beratung und Schlussabstim- mung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Markenrechtsvertrag vom 27. Oktober 1994 (Drucksachen 14/7044, 14/7574) . . . . 20337 A 29. Einzelplan 12: Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (Drucksachen 14/7312, 14/7321 . . . . . . . . 20337 B Bartholomäus Kalb CDU/CSU . . . . . . . . . . . 20337 C Annette Faße SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20340 B Horst Friedrich (Bayreuth) FDP . . . . . . . . . . 20342 D Franziska Eichstädt-Bohlig BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20344 A Christine Ostrowski PDS . . . . . . . . . . . . . . . 20347 A Kurt Bodewig, Bundesminister BMVBW . . . 20349 B Christine Ostrowski PDS . . . . . . . . . . . . . . . 20353 A Kurt Bodewig, Bundesminister BMVBW . . . 20353 D Dr.-Ing. Dietmar Kansy CDU/CSU . . . . . . . 20354 A Wolfgang Spanier SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . 20356 A Hans-Michael Goldmann FDP . . . . . . . . . . . 20358 C Dr. Hermann Kues CDU/CSU . . . . . . . . . . . 20359 D 30. Haushaltsgesetz 2002 (Drucksachen 14/7322, 14/7323) . . . . . . . 20362 C Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20362 D Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 20363 A Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 205. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 29. November 2001IV Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 205. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 29. November 2001
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    Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 205. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 29. November 2001 Vizepräsidentin Petra Bläss 20362 (C) (D) (A) (B) Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 205. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 29. November 2001 20363 (C) (D) (A) (B) Altmann (Aurich), BÜNDNIS 90/ 29.11.2001 Gila DIE GRÜNEN Balt, Monika PDS 29.11.2001 Beck (Bremen), BÜNDNIS 90/ 29.11.2001 Marieluise DIE GRÜNEN Buntenbach, Annelie BÜNDNIS 90/ 29.11.2001 DIE GRÜNEN Catenhusen, SPD 29.11.2001 Wolf-Michael Erler, Gernot SPD 29.11.2001 Follak, Iris SPD 29.11.2001 Friedrich (Altenburg), SPD 29.11.2001 Peter Hauer, Nina SPD 29.11.2001 Heiderich, Helmut CDU/CSU 29.11.2001 Hiksch, Uwe PDS 29.11.2001 Kolbow, Walter SPD 29.11.2001 Kraus, Rudolf CDU/CSU 29.11.2001 Dr. Küster, Uwe SPD 29.11.2001 Lippmann, Heidi PDS 29.11.2001 Nachtwei, Winfried BÜNDNIS 90/ 29.11.2001 DIE GRÜNEN Nahles, Andrea SPD 29.11.2001 Dr. Protzner, Bernd CDU/CSU 29.11.2001 Roth (Gießen), Adolf CDU/CSU 29.11.2001 Rübenkönig, Gerhard SPD 29.11.2001 Schenk, Christina PDS 29.11.2001 Schlee, Dietmar CDU/CSU 29.11.2001 Schmitz (Baesweiler), CDU/CSU 29.11.2001 Hans Peter Dr. Schuchardt, Erika CDU/CSU 29.11.2001 Schultz (Everswinkel), SPD 29.11.2001 Reinhard Dr. Schwarz-Schilling, CDU/CSU 29.11.2001 Christian Dr. Freiherr von CDU/CSU 29.11.2001 Stetten, Wolfgang Dr. Süssmuth, Rita CDU/CSU 29.11.2001 Thiele, Carl-Ludwig FDP 29.11.2001 Dr. Thomae, Dieter FDP 29.11.2001 Wiesehügel, Klaus SPD 29.11.2001 entschuldigt bisAbgeordnete(r) einschließlich entschuldigt bisAbgeordnete(r) einschließlich Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Anlage zum Stenographischen Bericht Druck: MuK. Medien- und Kommunikations GmbH, Berlin
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Steffen Kampeter


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)

    Frau Präsidentin!
    Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dies ist der
    letzte Etat, mit dem die Bundesministerin für Bildung und
    Forschung Edelgard Bulmahn die Bildungs- und For-
    schungspolitik beeinflussen wird.


    (Beifall bei der CDU/CSU – Hans Georg Wagner [SPD]: Du wirst dich noch wundern!)


    Frau Bundesministerin, was Sie vor ein paar Wochen,
    als es um die Einbringung dieses Etats ging, vorgetragen
    haben, war eine wortreiche Verschleierung der mangel-
    haften und politisch wirkungslosen Tätigkeit, die Sie in
    den vergangenen drei Jahren in diesem Amt ausgeführt
    haben.


    (Widerspruch bei der SPD)

    Drei Jahre nach der Bundestagswahl sollte der rot-grünen
    Koalition mehr einfallen als die Mär, dass erst mit dem
    Regierungswechsel die Bildungs- und Forschungspolitik
    richtig angefangen hat. Gemessen an den Ausgaben des
    Gesamthaushaltes lag der Anteil der Ausgaben für Bil-
    dung und Forschung in den Etats von Frau Bulmahn und
    Herrn Müller bei 3,3 Prozent, als sie 1998 die Regierung
    übernommen haben. Bei 3,3 Prozent liegt der Anteil der
    Bildungsausgaben in diesem Jahr und 3,3 Prozent wird
    der Anteil der Bildungs- und Forschungsausgaben – zu-
    mindest nach Aussagen der bisherigen Bundesregierung –
    am Ende des Finanzplanungszeitraums sein.


    (Dietrich Austermann [CDU/CSU]: Das ist aber keine Verdoppelung!)


    Die Regierung ist mit der Ankündigung angetreten, die
    Ausgaben im Bildungs- und Forschungsbereich zu ver-
    doppeln.


    (Dietrich Austermann [CDU/CSU]: Das ist richtig!)


    Am Ende der Regierungszeit wird der Anteil der Bil-
    dungs- und Forschungsausgaben nicht höher sein als zur
    Zeit des Regierungswechsels.


    (Zurufe von der CDU/CSU: Hört! Hört! – Widerspruch bei der SPD)


    Das ist ein Zeichen der Stagnation und der politischen
    Wirkungslosigkeit.


    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Es zeigt, dass wieder einmal ein Wahlversprechen in ei-
    nem wichtigen Politikbereich gebrochen wird.


    (Jörg Tauss [SPD]: Ein Haushälter sollte rechnen können!)


    Wie kannmanda allenErnstes in Presseerklärungenbe-
    haupten, es handele sich um eine Rekordausgabe? Wenn
    man die in den Etats desWirtschafts- und des Bildungsmi-
    nisteriums angesetzten Forschungsausgaben zusammen-
    zählt – in der letzten Debatte über den Wirtschaftsetat ist
    darauf hingewiesen worden –, wird man feststellen, dass
    hier in Wahrheit eine Stagnation und in Teilen sogar ein
    Rückgang stattfindet. Vom Zukunftsinvestitionspro-
    gramm redet heute kein ernsthafter Politiker mehr.


    (Jörg Tauss [SPD]: Deswegen reden wir ja nicht darüber!)


    Die mit viel Tamtam aus dem gescheiterten UMTS-Priva-
    tisierungsdeal finanzierten Programme stellen keinen we-
    sentlichen Impuls dar. Ohne den UMTS-Impuls würden
    die Forschungsausgaben real und nominal sogar sinken.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)

    Angesichts der Trickserei an allen Ecken und Enden die-
    ses Haushaltes ist dies kein Wunder.

    Die Programmwut dieses Bildungsministeriums führt
    dazu, dass Programme mit einem riesigen Volumen an-
    gekündigt werden, ohne dass die dafür notwendigen ad-
    ministrativen Kompetenzen überhaupt vorhanden sind.
    Die Programme laufen langsam und schleppend an. Die
    Mittel, die die Bundesministerin schon fünfmal in Pres-
    seerklärungen angekündigt hat, fließen überhaupt nicht ab


    (Thomas Rachel [CDU/CSU]: Aha!)

    und werden dem Finanzminister zum Jahresende wieder
    gutgeschrieben. Dies ist ein Schaulaufen und keine se-
    riöse Politik. Diese Programmwut zeigt eher die Gedan-
    kenlosigkeit und die Konzeptionslosigkeit der For-
    schungspolitik der Regierung.


    (Beifall bei der CDU/CSU – Dr. Ernst Dieter Rossmann [SPD]: Können Sie eigentlich noch etwas anderes, als nur zu polemisieren?)


    Ein Beispiel, das dies illustriert, ist das Programm
    Inno-Regio. Uns wird zwar erzählt, es laufe zögernd an;
    das wird gar nicht verschwiegen. Dann wird aber seit Mo-
    naten gesagt, nächste Woche würden die entsprechenden
    Entscheidungen fallen. Diese Woche verschiebt sich von
    Monat zu Monat. Ende Oktober sind Mittel in Höhe von
    40 Prozent der für das Jahr 2001 vorgesehenen Gesamt-
    etatsumme abgeflossen. Es muss schon ein richtiges No-
    vemberfieber sein, wenn man diese Mittel noch sinnvoll
    ausgeben will. Das sind Luftballons und Worthülsen; das
    ist keine realistische Forschungspolitik.


    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Dies ist der vierte Haushalt, den die rot-grüne Macht-

    erhaltgemeinschaft vorgelegt hat.

    (Heiterkeit bei der CDU/CSU)


    Man kann sich beim vierten Haushalt nur noch schlecht
    mit Vergangenheitsvergleichen retten, selbst wenn es
    stimmen würde, dass es galt – was wir entschieden be-
    streiten –, eine Erblast in Bildung und Forschung zu über-
    nehmen. Wir Politikerinnen und Politiker in Deutschland
    werden nicht als Testamentsvollstrecker gewählt, sondern
    wir werden dafür gewählt, Politik kraftvoll zu gestalten.


    (Jörg Tauss [SPD]: Sehr gut!)

    Wenn man Politik kraftvoll gestalten will, dann muss man
    eigene Akzente setzen, die wir aber bei dieser Bundesmi-
    nisterin nicht erkennen können.


    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Es geht dabei nicht nur um Geld, sondern auch um

    praktische Politik. Deswegen will ich einige Beispiele
    nennen, die, glauben wir, zeigen, dass Bildung und For-
    schung eher eine Misserfolgsgeschichte denn eine Er-
    folgsgeschichte dieser Regierung ist.






    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    Das erste Beispiel, das ich anführen will, ist die Studi-
    enfinanzierung, insbesondere das BAföG. Es war die Er-
    wartung geweckt worden, als würde man in dieser Legis-
    laturperiode zu einer umfassenden, tragfähigen und von
    allen Parteien getragenen BAföG-Reform kommen. Damit
    wäre eine auch von uns nicht verschwiegene Verbesserung
    der strukturellen Schwäche der Studienfinanzierung mög-
    lich gewesen. Allerdings hat das übliche Vorgehen – näm-
    lich nicht gemeinsam mit der Opposition zu handeln, son-
    dern im politischen Alleingang Dinge durchs Parlament zu
    peitschen – dazu geführt, dass selbst in der Bundesregie-
    rung die Zustimmung für eine große BAföG-Reform nicht
    vorhanden war. Die jetzt auf den Weg gebrachte kleine
    BAföG-Reform ist eher ein Misserfolg, zumindest dann,
    wenn man sie an den Ankündigungen misst.


    (Dr. Ernst Dieter Rossmann [SPD]: Starker Beifall!)


    Die Ausgaben im Jahre 2001 sinken gegenüber den
    Ankündigungen der Ankündigungsministerin Edelgard
    Bulmahn. Die Ausgaben des Jahres 2002 für das BAföG
    wurden bereits im Regierungsansatz gegenüber Ihren bis-
    herigen Planungen, Frau Bulmahn, um 100Millionen DM
    nach unten korrigiert. 100 Millionen DM nehmen Sie den
    Studierenden weg, weil Ihre Reform auf unzutreffenden
    Annahmen aufbaute und weil für weitere notwendige po-
    litische Reformen bei der Studienfinanzierung sowohl die
    politische Unterstützung des Finanzministers als auch die
    Ihres Landsmannes, des Bundeskanzlers, fehlte.

    Um der ganzen Sache die Krone aufzusetzen, sind im
    Zuge der Haushaltsberatungen aus diesem eh schon ge-
    schröpften BAföG-Titel von den Koalitionären noch ein-
    mal circa 40 Millionen DM weggenommen worden.


    (Zuruf von der CDU/CSU: Sauerei!)

    Da helfen auch keine Ausreden, dass es jetzt angeblich ei-
    nen Antragsstau gebe. Es wird von 25 Prozent Zuwachs
    geredet. Sie selbst aber gehen davon aus, dass der BAföG-
    Titel nicht so schnell wachsen wird und dass eine struktu-
    relle Reform nicht erreicht wird. Die Gefördertenquote
    dürfte kaum steigen. In der Frage der Studienfinanzierung
    sind Sie auf der ganzen Linie erfolglos.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie der Abg. Cornelia Pieper [FDP])


    Daran ändert im Übrigen die Tatsache auch nichts,
    dass Sie eine sehr teure und eine den Öffentlichkeitsetat
    nahezu ausschöpfende Werbekampagne für das BAföG
    mit Guildo Horn durchgeführt haben. Ich glaube, er ist
    ohne die „Orthopädischen Strümpfe“ zur Unterstützung
    Ihrer Regierungspolitik angetreten. Diese Kampagne war
    sehr teuer. Ich befürchte, dass sie ergebnislos sein wird.
    Mit PR-Maßnahmen wird man nämlich Studierende in
    Deutschland nicht überzeugen. Da muss man schon eine
    anständige Politik machen.


    (Beifall des Abg. Thomas Rachel [CDU/CSU])


    Ein zweites Beispiel. Ich will darauf hinweisen, dass
    Sie die Hochschulbauausgaben nach einem Zwi-
    schenhoch im Jahre 2001 im Jahre 2002 gegenüber der Fi-
    nanzplanung zurücknehmen. Nach diesem Zwischenhoch

    gehen Ihnen trotz UMTS-Sonderspritze die Finanzmittel
    für Ihre Hochschulbaupolitik aus. Auch die im Übrigen
    schon seit Jahren von allen Fraktionen – schon vor dem
    Regierungswechsel – angemahnten Überlegungen zur
    Strukturreform der Hochschulbaufinanzierung sind noch
    nicht weiter vorangekommen. Die Grundüberlegungen
    zur Entflechtung scheinen von Ihnen nicht engagiert ge-
    nug vertreten worden zu sein. Auch beim Hochschulbau
    gibt es keine Entwarnung. Dort stehen wir vor großen
    Strukturproblemen. Doch die Politik in dieser Legislatur-
    periode ist zur Lösung dieses Problems ein glatter Ausfall
    gewesen.


    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Der dritte Ausfall, auf den ich hinweisen möchte, ist die

    Dienstrechtsreform. Auch hier hat Ihnen die Opposition
    die Hand gereicht, um gemeinsam zwischen Koalition
    und Opposition ein tragfähiges Reformwerk vorzuberei-
    ten und in das Bundesgesetzblatt zu bringen. Es war Ih-
    nen offensichtlich aber bisher nicht möglich, allein schon
    die SPD-regierten Bundesländer von der Notwendigkeit
    Ihrer Vorschläge zu überzeugen.

    Deswegen kommen Sie in die politisch schwierige Si-
    tuation, dass nicht sicher ist, ob dieses von Ihnen in der
    ersten Lesung als „Jahrhundertwerk“ charakterisierte Re-
    formwerk morgen überhaupt eine Mehrheit im Bundesrat
    erhalten wird. Der Vermittlungsausschuss droht und an-
    schließend droht das Diktat der Finanzminister. Dann
    kann das, was Sie als Jahrhundertwerk angekündigt ha-
    ben, leicht zur Jahrhundertpleite für Bildung und For-
    schung werden.

    Es gibt einen vierten Ausfall: Sie haben die Dienst-
    rechtsreform lange angekündigt, aber bis heute haben Sie
    offensichtlich noch keine Mehrheit dafür, dass sie ins
    Bundesgesetzblatt kommt.

    Ich will in diesem Zusammenhang auf ein weiteres Po-
    litikfeld hinweisen, bei dem die Union mit großer Sorge
    auf die Entwicklung blickt, nämlich die Gen- und Bio-
    technologie. Wir sind der Auffassung, dass man die Mög-
    lichkeiten dieser neuen Technologien für Deutschland
    nutzbar machen sollte, ohne die Bedenken von breiten
    Teilen der Bevölkerung zu unterschlagen. Dies gilt für die
    grüne ebenso wie für die rote Gentechnik. Im Bereich der
    grünen Gentechnik blockiert Ihr Koalitionspartner. Ange-
    kündigte Entscheidungen stehen an. Im Bereich der roten
    Gentechnik wird heute wohl der von Ihnen zwar nicht ein-
    gesetzte, aber bezahlte Gentechnikbeirat


    (Zuruf von der SPD: Der heißt „Ethikrat“!)

    – „Ethikrat“ – eine erste Beschlussempfehlung vorlegen,
    die nach Ankündigungen in der Sache ein entschiedenes
    Sowohl-als-auch bedeuten wird.

    Ich glaube nicht, dass die Verlagerung von politischen
    Entscheidungen aus dem Parlament heraus in Experten-
    gremien – Sie haben ja auch weitere Gremien, beispiels-
    weise den Innovationsbeirat – hilfreich ist. Dies ist eine
    ungute Entwicklung. Entscheiden muss das Parlament.


    (Siegrun Klemmer [SPD]: Das wird es ja auch!)





    Steffen Kampeter
    20262


    (C)



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    (A)



    (B)


    Wir werden mit der notwendigen Sensibilität und im
    Übrigen auch mit dem dafür erforderlichen Sachverstand
    in allen Fraktionen eine richtige und akzeptable Lösung
    finden. Dafür wollen wir Sie gewinnen.


    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Allerdings betreiben Sie die außerparlamentarische

    Forschungspolitik, glaube ich, mit einer gewissen Ziel-
    setzung. Es gab in den vergangenen Jahren eine ganze
    Reihe von Vorhaben, insbesondere im Bereich der
    Forschungspolitik, bei denen Sie versucht haben, das Par-
    lament – das betrifft offensichtlich alle Fraktionen – vor
    vollendete Tatsachen zu stellen. Ich erwähne die Grün-
    dung der Stiftung „Friedensforschung“, über die das Par-
    lament erst informiert worden ist, als die Sache schon un-
    ter Dach und Fach war. Ich nenne die Neuordnung der
    geisteswissenschaftlichen Forschungsinstitute, von der
    das Parlament ebenfalls nur aus der Presse erfahren hat.
    Ich nenne die Reform der Großforschungseinrichtungen
    oder die Fusion von GMD und Fraunhofer-Gesellschaft.


    (Dr. Ernst Dieter Rossmann [SPD]: Die ein Erfolg war!)


    In all diesen Fällen kann man fühlen, dass Sie ein Miss-
    trauen nicht nur in die Opposition haben, dass sie nicht all
    das bejubelt, was Sie machen, sondern auch in Ihre eigene
    Regierungskoalition, die Sie genauso spät informieren.

    Ich glaube aber, dass das der Mehrheitstauglichkeit
    von solchen Vorhaben wie beispielsweise der Neuord-
    nung der Großforschungseinrichtungen, bei der wir in der
    Sache eher zustimmen, aber hinsichtlich des Verfahrens
    unsere Bedenken haben, eher schadet als nutzt.

    Wir sehen auch an dem Abstimmungsverhalten Ihrer
    eigenen Partei, dass dieser von mir mehr als autistisch in-
    terpretierte Politikstil der Sache nicht dienlich ist.


    (Beifall bei der CDU/CSU – Lachen bei der SPD)


    Auf dem Bundesparteitag der Sozialdemokraten sind Sie
    in der Frage der Studienfinanzierung nicht nur von den
    Delegierten im Regen stehen gelassen worden, sondern
    auch von der gesamten SPD-Führung. Das ist eine bittere
    Niederlage für Sie


    (Hans Georg Wagner [SPD]: Am Montag kommt sie ins Präsidium!)


    und ein Zeugnis für den offensichtlich nicht sehr hohen
    Stellenwert der Amtsinhaberin im Bereich Bildung und
    Forschung.

    Übersetzt auf den Bereich des Parlaments heißt dies:
    Wenn Sie noch nicht einmal in der Lage sind, die SPD-
    Führung von der Richtigkeit Ihrer politischen Konzepte
    zu überzeugen, wie soll es Ihnen dann gelingen, darzu-
    stellen, dass Sie eine engagierte Anwältin von Bildung
    und Forschung im Parlament und weit darüber hinaus
    sind? Das ist unglaubwürdig. Sie sind keine solche An-
    wältin.


    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Entgegen der von mir kritisierten Zusammenarbeit

    zwischen Regierung und Parlament hat es innerhalb des

    Parlaments eine sehr gute Zusammenarbeit gegeben, ins-
    besondere auf der Berichterstatterebene. Ich begrüße in
    diesem Zusammenhang ausdrücklich, dass es gelungen
    ist, ein Forschungsprojekt zum Thema „Hormon-
    ersatztherapie bei Frauen nach der Menopause“ unstreitig
    über Fraktionsgrenzen hinweg mit einem ausreichenden
    Mittelansatz zu versehen. Ebenfalls einvernehmlich un-
    terstützt wird die Neuorientierung der Bereederung unse-
    rer Forschungsschiffe sowie in der Sache die Neugliede-
    rung der Helmholtz-Gemeinschaft, die auch durch die
    kompetente Personalentscheidung an der Spitze auf breite
    Zustimmung innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfrak-
    tion gestoßen ist.


    (Jörg Tauss [SPD]: Seit wann?)

    An dieser Stelle will ich mich ausdrücklich bei der Be-

    richterstatterin der Mehrheitsfraktion, der Kollegin
    Klemmer, für die gute Zusammenarbeit bedanken. Ich tue
    dies auch vor dem Hintergrund, dass sich die Kollegin
    Klemmer aus freien Stücken entschieden hat, den Deut-
    schen Bundestag zu verlassen. Von daher wird es die
    letzte gemeinsame Haushaltsberatung sein. Mir hat sie
    stets Spaß gemacht, weil sie über alle Parteigrenzen hin-
    weg von gegenseitigem Respekt geprägt war.


    (Beifall bei der CDU/CSU, der SPD und der PDS)


    Gleichwohl muss ich in dieser Zusammenarbeit poli-
    tisch anmerken, dass ich Sorge habe, dass im For-
    schungsbereich immer stärker Klientelpolitik betrieben
    wird. So haben die Grünen durchgesetzt, dass unter dem
    Deckmantel der Umweltforschung Gelder in einer Grö-
    ßenordnung von 12 Millionen DM für Öko- und Umwelt-
    gruppen eingesetzt worden sind. Weil der eine Koaliti-
    onspartner befriedigt werden musste, hat man gleich noch
    den vor allem von den Gewerkschaften in Anspruch ge-
    nommenen Innovationstitel mit zusätzlichen 5 Millionen
    ausgestattet. Ich halte dies für eine gefährliche Entwick-
    lung, weil an anderen Stellen, zum Beispiel im Bereich
    der Fachhochschulen oder bei der wirtschaftsnahen For-
    schung, das Geld fehlt. Dass sich gleichzeitig so viel Geld
    für die Befriedigung von Klientelinteressen im Haushalt
    befindet, kann nicht unsere Zustimmung finden.


    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Lassen Sie mich einiges zur beruflichen Bildung sa-

    gen. Frau Bundesministerin, auch das ist ein schwieriges
    Feld; insbesondere die Situation beim Meister-BAföG.
    Vor einigen Jahren ist es Ihnen nicht gelungen, die
    Kompetenzen für das Meister-BAföG in Ihrem Haus zu
    behalten. Sie haben es an den Wirtschaftsminister abge-
    geben. Der Wirtschaftsminister ist jetzt finanziell mau ge-
    worden. Aus Ihren bisherigen Mitteln haben Sie wieder
    Gelder herausnehmen müssen, um dem Wirtschaftsminis-
    ter auszuhelfen. Wenn das Forschungsministerium zur
    Reservekasse des Wirtschaftsministeriums wird, ist das
    natürlich kein Ausweis der politischer Stärke, sondern
    eher ein Ausweis der politischen Schwäche. So weit sind
    wir in Deutschland schon gekommen.


    (Beifall bei der CDU/CSU)





    Steffen Kampeter

    20263


    (C)



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    (A)



    (B)


    Meine sehr verehrten Damen und Herren, viermal ha-
    ben Sie hier als Rednerinnen und Redner der Koalition auf
    die tolle Steigerung der Ausgaben und die tolle Qualität
    Ihrer Bildungs- und Forschungspolitik hingewiesen.


    (Jörg Tauss [SPD]: Das wird auch weiterhin so geschehen!)


    Der Regierungsentwurf und das, was heute verabschie-
    det wird, unterscheiden sich allerdings um keine Mark
    und keinen Pfennig, das heißt, dass wir während der ge-
    samten Haushaltsberatung in diesem Bereich keine ma-
    terielle Veränderung – zum Beispiel eine zusätzliche Fi-
    nanzspritze – herbeiführen konnten. Man kann vielleicht
    sagen, dass sie eher nutzlos gewesen ist. Allerdings sind
    Klientelinteressen befriedigt worden. Eine kraftvolle
    Haushaltspolitik oder gar eine Verdoppelung sowie ein
    hoher Stellenwert für Bildung und Forschung waren in
    diesen und den vorangegangenen Haushaltsberatungen
    leider nicht zu erkennen. Von diesen leeren Verspre-
    chungen haben wir genug und von dieser Politik schon
    lange.

    Wir lehnen den Etat ab.

    (Beifall bei der CDU/CSU – Susanne Kastner [SPD]: Wir haben von euch auch genug!)




Rede von Dr. Antje Vollmer
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Das Wort hat
jetzt die eben gelobte Kollegin Klemmer.


(Jörg Tauss [SPD]: Für den könnt ihr Ostwestfalen nicht verantwortlich machen! – Gegenruf des Abg. Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Herr Tauss, in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ steht, sie seien ein Opportunist! Gehen Sie einmal in Selbstkritik!)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Siegrun Klemmer


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

    Sehr geehrte Frau Präsi-
    dentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Plafond des
    Einzelplans 30, den wir jetzt beraten und der einen der po-
    litischen und finanziellen Schwerpunkte unserer Politik
    darstellt,


    (Beifall bei der SPD)

    beläuft sich für das Jahr 2002 auf nahezu – ab jetzt reden
    wir nur noch von Euro – 8,4 Milliarden Euro. Im nächs-
    ten Jahr werden wir für Bildung und Forschung 223 Mil-
    lionen Euro mehr ausgeben als im laufenden Haushalts-
    jahr. Gegenüber 1998 haben wir die Mittel um
    21,5 Prozent erhöht. Das sind die reinen Zukunftsinvesti-
    tionsmittel


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    und natürlich nicht die Mittel für Personal, Bürobedarf
    usw. Davon war auch nie die Rede.

    Daher muss ich die unzutreffenden Äußerungen des
    Kollegen Austermann vom Dienstag dieser Woche
    zurückweisen.


    (Zuruf von der CDU/CSU: Pflichtgemäß!)


    Sie sagten, im letzten Jahr der alten Koalition, nämlich
    1998, seien die Mittel für Bildung, Forschung und Tech-
    nologie höher gewesen als heute.


    (Jörg Tauss [SPD]: Was?)

    Selbst wenn ich die von Ihnen genannten Mittel für Tech-
    nologie einrechne – Sie wissen natürlich, dass die Mittel
    für Technologie jetzt im Einzelplan 09 eingestellt sind –,
    lagen sie 1998 bei 7,6 Milliarden Euro. Wir geben heute
    für Bildung und Forschung – ohne Technologie – knapp
    8,4 Milliarden Euro aus.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Jetzt erklären Sie mir bitte, wie 7,6 mehr sein kann als 8,4.

    (Dietrich Austermann [CDU/CSU]: Sie haben doppelt gezählt!)

    Ich will Ihnen einmal sagen, welche Situation wir 1998

    nachdergewonnenenBundestagswahlvorgefundenhaben.

    (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Eine Testamentsvollstreckung ist das! – Gegenruf des Abg. Jörg Tauss [SPD]: Es war eine Leiche und deshalb die Testamentsvollstreckung! – Dr. Guido Westerwelle [FDP]: „Erblast“!)


    – Natürlich, Herr Westerwelle, Sie mögen es nicht gerne
    hören, aber das gehört zur historischen Wahrheit.

    Wir haben einen heruntergewirtschafteten Haushalt
    mit einer Rekordverschuldung und erdrückend hohe
    Zinslasten übernommen.


    (Zuruf des Abg. Steffen Kampeter [CDU/CSU])


    – Ich weiß, dass Sie das nicht hören möchten. Es muss
    aber immer wieder gesagt werden.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Wir hatten kaum Gestaltungsspielraum. Das Urteil des
    Bundesverfassungsgerichts zur Familienpolitik hat uns
    gezwungen, das, was Sie auf diesem Gebiet versäumt ha-
    ben, nachzuholen. Die Mittel im Einzelplan 30 betrugen,
    wie ich bereits sagte, 7,2 Milliarden Euro. Die Anzahl der
    BAföG-Empfänger – darauf gehe ich später näher ein – ist
    nach der Wiedervereinigung kontinuierlich auf einen
    Stand von 340 000 gesunken. Im Bereich der modernen
    Zukunftstechnologien hatten wir unter der Ägide des von
    Ihnen zum „Zukunftsminister“ hochstilisierten Herrn
    Rüttgers total den Anschluss verloren. – Das war die Bi-
    lanz, mit der Sie nach 16 Jahren aus der Regierungsver-
    antwortung verabschiedet worden sind.


    (Beifall bei der SPD)

    Wir haben die Ärmel hochgekrempelt, den Haushalt in

    schwierigsten Zeiten auf einen Konsolidierungskurs ge-
    bracht und dennoch unsere Wahlversprechen gehalten,


    (Beifall bei der SPD – Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Das stimmt doch gar nicht!)


    indem wir in die Zukunft unseres Landes, in Bildung und
    Forschung investiert haben.




    Steffen Kampeter
    20264


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    Schlimm ist jedoch, dass Sie seitdem offensichtlich gar
    nichts dazugelernt haben.


    (Jörg Tauss [SPD]: Nein, denn das setzt Bildung voraus!)


    Was hatte die Opposition in den letzten Haushaltsberatun-
    gen zum Einzelplan 30 als Alternative zu bieten? Alle Op-
    positionsfraktionen wollten – wunderbar – die Mittel des
    Einzelplans 30 erhöhen: die PDS um 15,6 Millionen Euro,


    (Rolf Kutzmutz [PDS]: Da sehen Sie einmal, wie bescheiden wir waren!)


    Sie von der Union um knapp 120 Millionen Euro und die
    FDP– eine kleine Fraktion, aber doch sehr mutig – um un-
    glaubliche 834 Millionen Euro.


    (Cornelia Pieper [FDP]: 3,6 Milliarden mehr wollen wir für den Bundeshaushalt!)


    Zur Wahrheit gehört, dass die PDS als einzige Fraktion
    halbwegs akzeptable Vorschläge zur Gegenfinanzierung
    gemacht hat.


    (Beifall bei der PDS sowie des Abg. Dr. Guido Westerwelle [FDP])


    Die Union hat gerade in den Bereichen kräftig draufge-
    sattelt, in denen wir bereits 1998 die Mittel enorm aufge-
    stockt haben. Und was macht die FDP? Sie machen es
    sich ganz einfach. Sie stellen Änderungsanträge mit ei-
    nem Volumen von 834 Millionen Euro. Was aber ist mit
    Vorschlägen zur Finanzierung? – Fehlanzeige.


    (Cornelia Pieper [FDP]: Was ist denn mit dem Bundesvermögen?)


    Stattdessen verstecken Sie sich hinter dem Argument,
    Ihren angeblich – schon nach drei Jahren; dazu war viel
    Zeit – radikalen Kurswechsel im Bereich Bildung und
    Forschung durch die Streichung von Subventionen finan-
    zieren zu wollen. Wie ernst dürfen wir diesen Vorschlag
    nehmen vor dem Hintergrund, dass Sie die Erhöhung der
    Haushaltsmittel durch die Streichung gerade der Subven-
    tionen finanzieren wollen, die Ihr damaliger Wirtschafts-
    minister Rexrodt ausgehandelt hatte?

    Die föderale Struktur in Deutschland bringt es mit sich,
    dass der Bereich Bildung und Forschung auf Bundes- und
    Länderebene gestaltet wird. Gerade im Forschungs- und
    Wissenschaftsbereich haben wir es mit einer heterogenen,
    nicht einfachen Community mit vielen Partikularinteres-
    sen zu tun, die Reformen nicht sofort begeistert durch ihre
    Unterstützung folgt. Umso mehr kann ich mit großer Ge-
    nugtuung und mit Stolz vortragen, welche Leistungen wir
    auf dem Gebiet der Bildung und Forschung vorzuweisen
    haben.


    (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Bitte nicht zu dick auftragen, Frau Kollegin!)


    – Nein, als seriöse Haushälterin bleibe ich immer unmit-
    telbar bei der Wahrheit. Das wissen Sie doch, Herr Kol-
    lege Kampeter.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Rechtzeitig zum Sommersemester dieses Jahres ist die
    BAföG-Reform in Kraft getreten. Dank einer begleiten-

    den erfolgreichen Aufklärungskampagne wissen Jugend-
    liche und ihre Eltern, „dass sich BAföG wieder lohnt“.
    Selbstverständlich ist es weiterhin nötig – das merken wir
    regelmäßig zum Semesterbeginn –, die jungen Menschen
    davon zu überzeugen, ein Studium aufzunehmen.
    Während nämlich der Anteil eines Jahrgangs, der ein Stu-
    dium beginnt, im Jahr 1999 auf 28 Prozent gesunken war,
    liegt diese Quote zum Beispiel in den USAbei 44 Prozent,
    in Israel bei 49 Prozent und in Finnland bei 58 Prozent.
    Diese Entwicklung darf nicht so bleiben. Durch die Re-
    form können wir die Zahl der Geförderten endlich spür-
    bar erhöhen.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Gab es zu Beginn unserer Regierungsübernahme
    340 000 BAföG-Empfänger, so kehrt sich der Trend all-
    mählich um. Im Jahre 2000 gab es bereits 360 000 Geför-
    derte. Zum jetzigen Zeitpunkt können die BAföG-
    Ämter – Ländereinrichtungen – noch keine absoluten
    Zahlen für das Jahr 2001 angeben.


    (Dietrich Austermann [CDU/CSU]: Gott sei Dank!)


    Die Studierenden aber – Sie müssen doch nur wie ich te-
    lefonieren, um das abzufragen – rennen den BAföG-Äm-
    tern zum ersten Mal seit Jahrzehnten endlich wieder die
    Türen ein.


    (Beifall bei der SPD)

    Die Ausgabenzuwächse beim BAföG, gemessen an

    den Mitteln, die die Länder abrufen, ergeben gegenüber
    demselben Vorjahresmonat folgende Zahlen: September
    plus 43 Prozent; Oktober plus 48 Prozent, November plus
    55 Prozent. Ich lese Ihnen auch gerne vor, was Mitarbei-
    ter von BAföG-Ämtern von unserer Reform halten.

    Allein der Bund stellt für 2002 insgesamt 810 Milli-
    onen Euro zur Verfügung. Das sind 4 Prozent mehr als im
    laufenden Jahr. Ich denke, wir können sagen: Beim
    BAföG ist die Wende zum Guten eingeleitet, auch wenn
    sie noch nicht geschafft ist.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Was den Studierenden sowie den Schülerinnen und
    Schülern recht ist, soll den Berufstätigen billig sein. Wir
    haben das so genannte Meister-BAföG im Aufstiegsfort-
    bildungsförderungsgesetz, welches in der beruflichen
    Bildung das Pendant zum herkömmlichen BAföG bildet,
    ebenfalls auf gesunde Beine gestellt. Fortbildungswillige
    können unabhängig von ihren wirtschaftlichen Verhält-
    nissen ihre Fähigkeiten und Neigungen entfalten. Wir
    leisten mit dieser Novelle vor allen Dingen einen Beitrag
    zur Förderung des Mittelstandes.


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD)

    Dank der gerade im Bundestag verabschiedeten Reform,
    die zum 1. Januar kommenden Jahres in Kraft treten wird,
    erhöhen wir die Zahl der Geförderten von derzeit 50 000
    auf 60 000 bis zum Jahr 2004.


    (Beifall bei der SPD – Steffen Kampeter [CDU/ CSU]: Ohne unseren Druck hätten Sie da gar nichts gemacht!)





    Siegrun Klemmer

    20265


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    Zusammen mit dem Anteil des BMWi kommen 850 Mil-
    lionen Euro zusammen, die jungen Berufstätigen zur Ver-
    fügung gestellt werden können.


    (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Sie wollten gar nichts!)


    Eine andere Reform – lange überfällig und erfolgreich
    gestartet – ist die Dienstrechtsreform.


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD – Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Gestartet schon, aber nicht vollendet!)


    Wir dürfen getrost von einem Jahrhundertwerk sprechen,
    bricht sie doch mit überalterten, unzeitgemäßen Verfahren
    aus dem 19. Jahrhundert.


    (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Außerhalb der Koalition wird das nicht so gesehen!)


    Anstelle der Habilitation wird es die Juniorprofessur ge-
    ben, die es jungen Wissenschaftlerinnen und Wissen-
    schaftlern ermöglicht, in ihren kreativsten Jahren selbst-
    ständig zu lehren und zu forschen. Während der zweimal
    drei Jahre andauernden Professur können sie als vollwer-
    tige Mitglieder des Lehrkörpers


    (Cornelia Pieper [FDP]: Was ist nach sechs Jahren?)


    Drittmittel für eigene Forschungsprojekte einwerben und
    sich ohne Abhängigkeit von einem Professor entfalten.
    Wir wollen es nicht länger hinnehmen, dass Akademiker
    in Deutschland erst mit Anfang 40 eine Professur antreten
    können.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN – Werner Lensing [CDU/CSU]: Das ist ja richtig, aber qualifiziert sollten sie schon sein!)


    Ein im Zeitalter der wissenschaftlichen Globalisierung
    wesentliches Element, das unsere Hochschulen attrakti-
    ver und leistungsfähiger macht, ist Internationalität.Wir
    wünschen uns einen regeren Austausch zwischen deut-
    schen und ausländischen Studierenden sowie Wissen-
    schaftlerinnen und Wissenschaftlern. Da es gerade beim
    Austausch zwischen Deutschland und den mittel- und ost-
    europäischen Ländern ein starkes Ungleichgewicht von
    1:4 gibt, haben wir den Ansatz auf 63,5Millionen Euro er-
    höht. Wir hoffen, dass wir unserer zentralen Lage in Eu-
    ropa als wichtiges Bindeglied vor allen Dingen zu den
    mittel- und osteuropäischen Ländern und der EU auch auf
    diesem Feld nachhaltig gerecht werden können.


    (Beifall bei der SPD)

    Der Herr Kollege Kampeter hatte es schon erwähnt:

    Ein wichtiger und mir besonders am Herzen liegender
    Posten im Haushalt wird das neue mittelgroße eisrand-
    fähige Forschungsschiff sein. Es wird 2004 vom Stapel
    laufen und dazu beitragen, Deutschlands hervorragendes
    internationales Renommee in den Geowissenschaften, in
    der Klimaforschung und in der Meeresbiologie zu unter-
    mauern.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN – Jörg Tauss [SPD]: Von Küste zu Küste!)


    – Die Küste ist zufrieden, aber ich denke, nicht nur die.
    Der Bund investiert im kommenden Jahr 10,3 Milli-

    onen Euro und damit seinen Anteil von 75 Prozent. Die
    Küstenländer Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bre-
    men und Schleswig-Holstein übernehmen 25 Prozent, so-
    dass bis zum Jahre 2005 42,2 Millionen Euro zur Verfü-
    gung stehen werden.

    Ich komme zu einem weiteren wichtigen Bereich die-
    ses Haushalts. Liebe Kolleginnen und Kollegen, gerade
    auch von der CDU/CSU, trotz vieler Unkenrufe kommen
    wir bei der Raumfahrt nicht nur unseren internationalen
    Verpflichtungen nach. Im Gegenteil: Wir haben unserer
    Ministerin als der neuen Vorsitzenden der EWO-Minis-
    terratskonferenz kräftig den Rücken gestärkt und den
    deutschen Beitrag an die Europäische Weltraumorganisa-
    tion um 30 Millionen Euro auf über 561 Millionen Euro
    erhöht.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN – Zuruf von der CDU/CSU: Das ist verdienstvoll! Vorher haben Sie immer gekürzt!)


    Allerdings – das soll an dieser Stelle deutlich betont wer-
    den – verknüpfen wir mit unserem Engagement die sehr
    konkrete und eindringliche Forderung an die Industrie,
    mittelfristig mehr Eigenmittel aufzubringen.

    Im Bereich Gesundheitsforschung – wir nennen das
    Forschung für den Menschen – stehen im kommenden
    Jahr für Forschung zur Gesundheitsvorsorge, die Ent-
    wicklung neuer Therapien und Präventionsverfahren bei
    den so genannten Volkskrankheiten mehr als 200 Milli-
    onen Euro zur Verfügung. Erneut, Herr Kollege
    Kampeter – eigentlich wissen Sie es, aber Sie haben hier
    etwas anderes behauptet –, haben wir die Mittel für den
    Bereich Biotechnologie erhöht.


    (Jörg Tauss [SPD]: Ich glaube nicht, dass er es weiß!)


    Deutschland gehört mittlerweile zu den führenden Natio-
    nen in Europa: In keinem anderen Land gibt es mehr Bio-
    technologieunternehmen als bei uns.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Für das nächste Jahr sind 115Millionen Euro in den Haus-
    halt eingestellt. Für den gesamten Bereich der Lebens-
    wissenschaften geben wir mehr als 320 Millionen Euro
    und haben damit nur für dieses Segment seit 1998 die Mit-
    tel um fast 60 Prozent erhöht.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Ein Wort zu den neuen Bundesländern. Neben ihrem
    selbstverständlichen Anteil an allen Programmen haben
    wir für die neuen Bundesländer zusätzliche Förderinstru-
    mente aufgelegt: Inno-Regio geht in seine entscheidende
    Phase.


    (Cornelia Pieper [FDP]: Mein Lieblingsthema! – Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Sie kündigen es seit Monaten an, aber passiert ist nichts!)





    Siegrun Klemmer
    20266


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    – Frau Kollegin Pieper, Sie haben gleich Gelegenheit, sich
    dazu positiv zu äußern. – Deshalb haben wir 10 Milli-
    onen Euro zusätzlich gegeben. Wir unterfüttern das mit
    den innovativen regionalen Wachstumskernen, die aus
    dem Zukunftsinvestitionsprogramm finanziert werden.
    Hier stehen weitere 25 Millionen Euro bereit, um endlich
    schlagkräftige, attraktive regionale Zentren aufzubauen.


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD)

    Wir hoffen, dass dadurch moderne, attraktive Arbeits-

    plätze entstehen. Wir hoffen gleichzeitig, dass dadurch
    das Angebot an junge Ostdeutsche verstärkt wird und sie
    veranlasst werden, in ihrer Region zu bleiben. Es hilft, die
    Abwanderung aufzuhalten.


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD)

    Insgesamt fließen aus dem Einzelplan 30 1,5 Milliar-
    den Euro in die neuen Länder.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Die Vergleiche mit den Daten von 1998 belegen, wie
    stark Rot-Grün die Bildungs-, Forschungs- und Wissen-
    schaftslandschaft seit Regierungsantritt verändert hat.
    Es sind aber nicht nur finanzielle Aufwüchse, sondern
    auch moderne und tragfähige Konzepte, die Verbesserun-
    gen bewirken.

    Was bei der heutigen Opposition während ihrer Regie-
    rungszeit doch meist nur Worthülsen waren, sind bei uns
    Projekte und Perspektiven.


    (Werner Lensing [CDU/CSU]: Nennen Sie mal ein Beispiel!)


    Ich erinnere Sie an Worte wie Zukunftsminister,

    (Werner Lensing [CDU/CSU]: Das hat das Volk so gesagt!)

    Stärkung der Innovation, Bildung und Forschung als
    oberste Priorität. Wir haben diese Vokabeln mit Inhalt ge-
    füllt.


    (Beifall bei der SPD)

    Sehen Sie sich die Reformen, die wir angepackt haben, an.
    Sie müssten bei ehrlicher Betrachtungsweise überzeugt
    sein: Bildung und Forschung haben bei Rot-Grün Prio-
    rität. Das hatten wir vor der Wahl versprochen. Das haben
    wir gehalten.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Liebe Kolleginnen und Kollegen, freundlicherweise
    hat der Kollege Kampeter schon darauf hingewiesen, dass
    dies meine letzte Haushaltsrede ist. Darum will ich mich
    ganz herzlich bei dem Haushaltsreferat des BMBF und
    ganz besonders bei Herrn Kleine-Arndt bedanken.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Ich bedanke mich aber auch bei den Mitberichterstatte-
    rinnen und Mitberichterstattern der Grünen-Fraktion,
    aber auch den anderen, auch wenn wir nicht immer zu
    gleichen Ergebnissen gekommen sind und natürlich un-

    terschiedliche Konzepte hatten. Eines will ich den Oppo-
    sitionskollegen zugestehen: Es war trotz aller Differenzen
    eine kollegiale Zusammenarbeit. Ich habe bemerkt, dass
    Sie für den Bereich Bildung und Forschung durchaus En-
    gagement zeigen, aber Sie kommen zu den falschen Er-
    gebnissen.


    (Heiterkeit und Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Es wäre angesichts Ihres Engagements nur konsequent,
    wenn Sie es uns gleichtäten und dem Einzelplan 30, die-
    sem Rekordhaushalt, zustimmten.

    Ich danke Ihnen.

    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)