Rede:
ID1420504100

insert_comment

Metadaten
  • sort_by_alphaVokabular
    Vokabeln: 9
    1. der: 2
    2. Das: 1
    3. Worthat: 1
    4. jetzt: 1
    5. Kollege: 1
    6. Franz: 1
    7. Thönnes: 1
    8. von: 1
    9. SPD-Frak-tion.\n: 1
  • tocInhaltsverzeichnis
    Wahl der Abgeordneten Monika Griefahn als stellvertretendes Mitglied in den Verwaltungs- rat der Filmförderungsanstalt . . . . . . . . . . . . . 20195 A Erweiterung der Tagesordnung . . . . . . . . . . . 20195 A Fristabweichung für den Beginn der Beratung 20195 D Nachträgliche Ausschussüberweisung . . . . . . 20196 A Tagesordnungspunkt I: (Fortsetzung) a) Zweite Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bun- deshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2002 (Haushaltsgesetz 2002) (Drucksachen 14/6800, 14/7537) 20196 A b) Beschlussempfehlung und Bericht des Haushaltsausschusses zu der Unter- richtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2001 bis 2005 (Drucksachen14/6801,14/7324,14/7538) 20196 B 20. Einzelplan 11 Bundesministerium fürArbeit und Sozial- ordnung (Drucksachen 14/7311, 14/7321) . . . . . . . 20196 B in Verbindung mit 21. a) Zweite und dritte Beratung des von den Fraktionen der SPD und des BÜNDNIS- SES 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Bestim- mung der Schwankungsreserve in der Rentenversicherung derArbeiter und Angestellten (Drucksachen 14/7284, 14/7598, 14/7637) 20196 C b) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Arbeit und Sozial- ordnung zu dem Antrag der Abgeord- neten Karl-Josef Laumann, Horst Seehofer, weiterer Abgeodneter und der Fraktion der CDU/CSU: Keine system- widrigen Eingriffe bei der Schwan- kungsreserve (Drucksachen 14/7292, 14/7598) . . . . 20196 D Hans-Joachim Fuchtel CDU/CSU . . . . . . . . . 20196 D Dr. Konstanze Wegner SPD . . . . . . . . . . . . . 20199 A Dr. Irmgard Schwaetzer FDP . . . . . . . . . . . . 20201 D Dr. Thea Dückert BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 20204 B Dr. Heidi Knake-Werner PDS . . . . . . . . . . . . 20207 A Ewald Schurer SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20208 C Dr. Klaus Grehn PDS . . . . . . . . . . . . . . . 20208 D Horst Seehofer CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . 20210 C Walter Riester, Bundesminister BMA . . . . . . 20214 B Dr. Klaus Grehn PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20218 B Walter Riester, Bundesminister BMA . . . . . . 20218 C Dirk Niebel FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20218 D Katrin Göring-Eckardt BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20220 B Pia Maier PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20221 D Renate Jäger SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20222 D Dr. Christa Luft PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20224 C Renate Jäger SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20225 A Karl-Josef Laumann CDU/CSU . . . . . . . . . . 20225 B Franz Thönnes SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20228 B Plenarprotokoll 14/205 Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 205. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 29. November 2001 I n h a l t : Andreas Storm CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . 20230 A Ekin Deligöz BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 20231 C Klaus Brandner SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20232 D 22. Einzelplan 09 Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (Drucksachen 14/7309, 14/7321) . . . . . . . 20235 B in Verbindung mit 24. Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Wirtschaftsplans des ERP-Sondervermö- gens für das Jahr 2002 (ERP-Wirtschafts- plangesetz 2002) (Drucksachen 14/7259, 14/7608) . . . . . . . 20235 C Dankward Buwitt CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 20235 D Manfred Hampel SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20237 C Rainer Brüderle FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20240 D Ernst Hinsken CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 20243 A Michaele Hustedt BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20244 B Dr. Hermann Otto Solms FDP . . . . . . . . . 20245 C Rolf Kutzmutz PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20246 B Dr. Werner Müller, Bundesminister BMWi 20247 D Dr. Christa Luft PDS . . . . . . . . . . . . . . . . 20248 C Matthias Wissmann CDU/CSU . . . . . . . . . . . 20251 D Franziska Eichstädt-Bohlig BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20254 A Dagmar Wöhrl CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . 20255 C Namentliche Abstimmung . . . . . . . . . . . . . . . 20257 C Ergebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20258 C 25. Einzelplan 30 Bundesministerium für Bildung und Forschung (Drucksachen 14/7318, 14/7321) . . . . . . . 20260 D Steffen Kampeter CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 20261 A Siegrun Klemmer SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . 20264 B Steffen Kampeter CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 20267 C Siegrun Klemmer SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . 20268 A Cornelia Pieper FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20268 C Hans-Josef Fell BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 20271 B Maritta Böttcher PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20273 B Jörg Tauss SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20273 D Edelgard Bulmahn, Bundesministerin BMBF 20275 D Ulrike Flach FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20277 B Norbert Hauser (Bonn) CDU/CSU . . . . . 20278 B Maritta Böttcher PDS . . . . . . . . . . . . . . . 20279 B Dr. Martin Mayer (Siegertsbrunn) CDU/CSU 20281 B Hans-Josef Fell BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 20284 A Dr. Martin Mayer (Siegertsbrunn) CDU/CSU 20284 A Jörg Tauss SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20284 B Cornelia Pieper FDP . . . . . . . . . . . . . . . . 20285 A Ulrike Flach FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20286 B Dr. Reinhard Loske BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20287 A 26. Einzelplan 10 Bundesministerium für Verbraucher- schutz, Ernährung und Landwirtschaft (Drucksachen 14/7310, 14/7321) . . . . . . . 20289 A Josef Hollerith CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . 20289 B Iris Hoffmann (Wismar) SPD . . . . . . . . . . . . 20291 B Ulrich Heinrich FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20293 D Ulrike Höfken BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 20296 A Kersten Naumann PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . 20298 A Jella Teuchner SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20299 C Heinrich-Wilhelm Ronsöhr CDU/CSU . . . . . 20301 A Renate Künast, Bundesministerin BMVEL 20302 D Ulrich Heinrich FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20305 D Josef Hollerith CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . 20306 B Renate Künast, Bundesministerin BMVEL 20306 B Dr. Klaus W. Lippold (Offenbach) CDU/CSU 20306 D Heino Wiese (Hannover) SPD . . . . . . . . . . . 20309 A 27. Einzelplan 15 Bundesministerium für Gesundheit (Drucksachen 14/7314, 14/7321) . . . . . . . 20311 C Dr. Michael Luther CDU/CSU . . . . . . . . . . . 20311 D Marion Caspers-Merk SPD . . . . . . . . . . . 20313 A Walter Schöler SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20314 A Detlef Parr FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20317 B Katrin Göring-Eckardt BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20319 D Dr. Ruth Fuchs PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20321 C Ulla Schmidt, Bundesministerin BMG . . . . . 20322 C Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 205. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 29. November 2001II Horst Seehofer CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . 20325 A Monika Knoche BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20327 C Dr. Ilja Seifert PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20329 A Klaus Kirschner SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20329 D Annette Widmann-Mauz CDU/CSU . . . . . . 20332 A Beratungen ohne Aussprache Tagesordnungspunkt V: Überweisungen im vereinfachten Ver- fahren a) Erste Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Neuordnung der Statis- tik im Produzierenden Gewerbe und zurÄnderung des Gesetzes überKos- tenstrukturstatistik (Drucksache 14/7556) . . . . . . . . . . . . 20334 C b) Erste Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Stärkung der vertrag- lichen Stellung von Urhebern und ausübenden Künstlern (Drucksache 14/7564) . . . . . . . . . . . . 20334 C c) Erste Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs ei- nes Gesetzes zur geordneten Beendi- gung der Kernenergienutzung zur gewerblichen Erzeugung von Elek- trizität (Drucksache 14/7261) . . . . . . . . . . . . 20334 D d) Erste Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines Forstvermehrungsgutgesetzes (Drucksache 14/7384) . . . . . . . . . . . . 20334 D e) Erste Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs ei- nes Gesetzes zu dem Protokoll vom 27. Februar 2001 zur Ergänzung des Abkommens vom 5. April 1993 zwi- schen der Bundesrepublik Deutsch- land und der Republik Lettland über den Luftverkehr (Drucksache 14/7419) . . . . . . . . . . . . 20334 D f) Beratung des Antrags der Abgeordne- ten Ulrike Flach, Cornelia Pieper, wei- terer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Deutscher Wissenschafts- preis (Drucksache 14/3811) . . . . . . . . . . . . . 20335 A in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 1: Weitere Überweisung im vereinfachten Verfahren Antrag der Fraktion der PDS: Sofort- und Wiederaufbauhilfe für Kuba nach dem Wirbelsturm Michelle (Drucksache 14/7597) . . . . . . . . . . . . . . . 20335 A Tagesordnungspunkt VI: Abschließende Beratungen ohne Aus- sprache a) Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Ände- rung des Anerkennungs- und Voll- streckungsausführungsgesetzes (Drucksachen14/7207,14/7418,14/7595) 20335 B b) Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Ent- wurfs eines Gesetzes über die Auf- hebung des Gesetzes zur Förderung der Rationalisierung im Steinkohlen- bergbau (Drucksachen 14/7238, 14/7607) . . . . 20335 C c) Zweite Beratung und Schlussabstim- mung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Abkommen vom 11. März 1996 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Demokrati- schen Volksrepublik Algerien über die gegenseitige Förderung und den gegenseitigen Schutz von Kapital- anlagen (Drucksachen 14/7042, 14/7482) . . . . 20335 D d) Zweite Beratung und Schlussabstim- mung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zu dem Vertrag vom 23. Mai 2000 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Bot- suana über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Kapital- anlagen (Drucksachen 14/7043, 14/7525) . . . . 20336 A e) Zweite Beratung und Schlussabstim- mung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zu dem Vertrag vom 7. Februar 2000 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Demokrati- schen Sozialistischen Republik Sri Lanka über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Kapital- anlagen (Drucksachen 14/7036, 14/7526) . . . . 20336 A Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 205. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 29. November 2001 III f) – k) Beschlussempfehlungen des Petitions- ausschusses: Sammelübersichten 317, 318, 319, 320, 321, 322 zu Petitionen (Drucksachen 14/7494, 14/7495, 14/7496, 14/7497, 14/7498, 14/7499) . . . . . . . . 20336 B Zusatztagesordnungspunkt 2: Weitere abschließende Beratungen ohne Aussprache a) Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Ent- wurfs eines Gesetzes zur Bereinigung des als Bundesrecht fortgeltenden Rechts der Deutschen Demokrati- schen Republik (Drucksachen 14/6811, 14/7570) . . . . 20336 D b) Zweite Beratung und Schlussabstim- mung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Markenrechtsvertrag vom 27. Oktober 1994 (Drucksachen 14/7044, 14/7574) . . . . 20337 A 29. Einzelplan 12: Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (Drucksachen 14/7312, 14/7321 . . . . . . . . 20337 B Bartholomäus Kalb CDU/CSU . . . . . . . . . . . 20337 C Annette Faße SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20340 B Horst Friedrich (Bayreuth) FDP . . . . . . . . . . 20342 D Franziska Eichstädt-Bohlig BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20344 A Christine Ostrowski PDS . . . . . . . . . . . . . . . 20347 A Kurt Bodewig, Bundesminister BMVBW . . . 20349 B Christine Ostrowski PDS . . . . . . . . . . . . . . . 20353 A Kurt Bodewig, Bundesminister BMVBW . . . 20353 D Dr.-Ing. Dietmar Kansy CDU/CSU . . . . . . . 20354 A Wolfgang Spanier SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . 20356 A Hans-Michael Goldmann FDP . . . . . . . . . . . 20358 C Dr. Hermann Kues CDU/CSU . . . . . . . . . . . 20359 D 30. Haushaltsgesetz 2002 (Drucksachen 14/7322, 14/7323) . . . . . . . 20362 C Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20362 D Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 20363 A Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 205. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 29. November 2001IV Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 205. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 29. November 2001
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 205. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 29. November 2001 Vizepräsidentin Petra Bläss 20362 (C) (D) (A) (B) Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 205. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 29. November 2001 20363 (C) (D) (A) (B) Altmann (Aurich), BÜNDNIS 90/ 29.11.2001 Gila DIE GRÜNEN Balt, Monika PDS 29.11.2001 Beck (Bremen), BÜNDNIS 90/ 29.11.2001 Marieluise DIE GRÜNEN Buntenbach, Annelie BÜNDNIS 90/ 29.11.2001 DIE GRÜNEN Catenhusen, SPD 29.11.2001 Wolf-Michael Erler, Gernot SPD 29.11.2001 Follak, Iris SPD 29.11.2001 Friedrich (Altenburg), SPD 29.11.2001 Peter Hauer, Nina SPD 29.11.2001 Heiderich, Helmut CDU/CSU 29.11.2001 Hiksch, Uwe PDS 29.11.2001 Kolbow, Walter SPD 29.11.2001 Kraus, Rudolf CDU/CSU 29.11.2001 Dr. Küster, Uwe SPD 29.11.2001 Lippmann, Heidi PDS 29.11.2001 Nachtwei, Winfried BÜNDNIS 90/ 29.11.2001 DIE GRÜNEN Nahles, Andrea SPD 29.11.2001 Dr. Protzner, Bernd CDU/CSU 29.11.2001 Roth (Gießen), Adolf CDU/CSU 29.11.2001 Rübenkönig, Gerhard SPD 29.11.2001 Schenk, Christina PDS 29.11.2001 Schlee, Dietmar CDU/CSU 29.11.2001 Schmitz (Baesweiler), CDU/CSU 29.11.2001 Hans Peter Dr. Schuchardt, Erika CDU/CSU 29.11.2001 Schultz (Everswinkel), SPD 29.11.2001 Reinhard Dr. Schwarz-Schilling, CDU/CSU 29.11.2001 Christian Dr. Freiherr von CDU/CSU 29.11.2001 Stetten, Wolfgang Dr. Süssmuth, Rita CDU/CSU 29.11.2001 Thiele, Carl-Ludwig FDP 29.11.2001 Dr. Thomae, Dieter FDP 29.11.2001 Wiesehügel, Klaus SPD 29.11.2001 entschuldigt bisAbgeordnete(r) einschließlich entschuldigt bisAbgeordnete(r) einschließlich Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Anlage zum Stenographischen Bericht Druck: MuK. Medien- und Kommunikations GmbH, Berlin
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dr. Hermann Otto Solms


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (FDP)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)

    Das Wort
    hat jetzt der Kollege Karl-Josef Laumann von der CDU/
    CSU-Fraktion.

    Karl-Josef Laumann (CDU/CSU) (von der CDU/
    CSU mit Beifall begrüßt): Herr Präsident! Liebe Kolle-
    ginnen und Kollegen! Gestern fand ich im Ticker eine
    dpa-Meldung. Laut dieser wurden auf die Frage, mit wem
    aus der aktuellen Regierungsmannschaft Schröder weiter-
    hin zusammenarbeiten sollte, am häufigsten abgelehnt:
    Herr Trittin, Herr Scharping und der sozialdemokratische
    Arbeitsminister Riester.


    (Zuruf von der CDU/CSU: Hört! Hört!)

    Herr Riester, dass Sie auf dieser Beliebtheitsskala mit
    Scharping gleich aufliegen, sollte Ihnen wirklich zu den-
    ken geben.


    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Wissen Sie, warum das so ist? Das ist deswegen so,

    weil es außer Ihrem Politikbereich keinen anderen in
    Deutschland gibt, in dem das, was Sie in den letzten drei
    Jahren veranstaltet haben, so weit von dem entfernt ist,
    was Sie im Wahlkampf 1998 gesagt haben.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)


    Sie merken das auch – das betrifft Ihre Partei – an einer
    anderen Tatsache: Die Arbeitsgemeinschaft der sozial-

    demokratischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
    kommt in Deutschland nicht mehr vor. In der ganzen
    Wahlperiode hat der Vorsitzende dieser wichtigen Ar-
    beitsgemeinschaft Ihrer Partei noch in keiner einzigen so-
    zialpolitischen Debatte von Ihrer Fraktion das Wort im
    Deutschen Bundestag erhalten,


    (Beifall bei der CDU/CSU und der PDS)

    weil Sie genau wissen, dass diese Arbeitsgemeinschaft
    nicht mehr bereit ist, die Politik, die Sie hier in den letz-
    ten Jahren durchgesetzt haben, zu verteidigen, mit zu ver-
    antworten und mit zu vertreten. Es ist wirklich ein einzig-
    artiger Vorgang, den es unter den Arbeitnehmergrup-
    pierungen im Deutschen Bundestag bis jetzt noch nicht
    gegeben hat, dass der Vorsitzende der AfA in der
    14.Wahlperiode noch in keiner einzigen sozialpolitischen
    Debatte das Wort ergriffen hat.


    (Beifall bei der CDU/CSU – Friedrich Merz [CDU/CSU]: Wo ist er eigentlich?)


    Herr Riester, Sie haben eben hier sehr lange geredet.
    Als Bundesarbeitsminister haben Sie in Ihrer Rede kein
    Wort zum Arbeitsmarkt in Ostdeutschland gesagt.


    (Horst Seehofer [CDU/CSU]: Da fällt ihm nichts mehr ein! – Dirk Niebel [FDP]: Das traut er sich nicht!)


    Hier geht es um einen Arbeitsmarkt, auf dem wir – bei
    knapp 15 Millionen Einwohnern – 1,3 Millionen Arbeits-
    lose haben, auf dem wir heute 200 000 Arbeitslose mehr
    haben als 1998. Der Arbeitsminister dieses Landes hält
    eine Haushaltsrede und beschäftigt sich mit Dingen aus
    dem Jahr 1998, sagt aber zu den Menschen in den neuen
    Bundesländern kein Wort darüber, wie es mit ihnen wei-
    tergehen soll.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP – Widerspruch bei der SPD – Friedrich Merz [CDU/CSU]: Er spielt den Unbeteiligten!)


    Ich kann Ihnen auch sagen, warum Sie das nicht getan
    haben: Weil in den neuen Ländern die Kurzarbeit gegen-
    über dem Vorjahr um 50 Prozent gestiegen ist, weil die Ar-
    beitsvermittlung in den neuen Ländern per Oktober 2001
    gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent zurückgegangen
    ist. Sie haben in Ostdeutschland eine katastrophale Situa-
    tion auf dem Arbeitsmarkt, und Ihr Bundesarbeitsminister
    sagt in dieser wichtigen Debatte kein Wort zu den Men-
    schen in den neuen Ländern. Das ist wirklich eine Bank-
    rotterklärung.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der PDS)


    Herr Riester, Sie haben hier Zahlen mit Rentener-
    höhungen aus der Zeit der CDU-Regierung und Ihrer Re-
    gierung gebracht. Ich will gar nicht fachsimpeln, aber Sie
    wissen ganz genau, dass unter unserer Regierung die Ren-
    ten so gestiegen sind wie die Nettolöhne und wir die Ren-
    tenformel ganz sauber eingehalten haben.


    (Horst Seehofer [CDU/CSU]: Ohne Manipulation!)





    Dr. Christa Luft

    20225


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    Sie haben im ersten Regierungsjahr schon die Renten-
    formel gebrochen, indem Sie die Renten nicht mehr wie
    die Nettolöhne erhöht haben, sondern wie die Inflations-
    rate aus dem Vorjahr.


    (Gerd Andres, Parl. Staatssekretär: Das stimmt nicht! Das ist falsch!)


    Aber die Wahrheit ist: Wenn Sie die Rentenerhöhungen
    von 2000 und 2001 zusammennehmen, dann stellen Sie
    fest, dass die Menschen 2,5 Prozent Rentenerhöhung be-
    kommen haben, aber wir zur gleichen Zeit in diesem Land
    eine Inflationsrate von 4,4 Prozent haben. Das heißt, die
    Menschen können sich wegen dieser Differenz von 2 Pro-
    zent weniger kaufen als vorher, weil Sie mit Ihrer Renten-
    erhöhung der Inflationsrate hinterherlaufen.


    (Beifall bei der CDU/CSU – Dirk Niebel [FDP]: Das ist nichts anderes als Rentenklau!)


    Die Zahlen, die Sie hier vorlegen, sind in vielen Berei-
    chen frisiert. Sie sagen: „Es gibt eine Entlastung auf dem
    Arbeitsmarkt“, verschweigen dabei aber, dass seit Ihrem
    Regierungsantritt aufgrund der demographischen Ent-
    wicklung in Deutschland jedes Jahr 200 000 Menschen
    mehr in Rente gehen, als aus den Schulen, Lehrwerkstät-
    ten und Universitäten auf den Arbeitsmarkt entlassen wer-
    den. Bei Ihrer Regierung ist das so: Ein Bundeskanzler,
    der sich die Haare färbt, frisiert auch jede Statistik. Das ist
    die Wahrheit.


    (Heiterkeit und Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP und der PDS – Renate Jäger [SPD]: Das ist ein Niveau!)


    Jetzt will ich Ihnen etwas zum Job-Aqtiv-Gesetz sa-
    gen. Ich habe die Beratungen im Ausschuss, die Anhörung
    und die Debatten, die wir dazu geführt haben, alle erlebt.
    Die Mitglieder Ihrer Partei konnten nur noch von Quan-
    tensprüngen erzählen. Dann wurde das Job-Aqtiv-Gesetz
    im Deutschen Bundestag beschlossen.

    Aber Ihnen ist völlig entgangen, dass der Wirtschafts-
    ausschuss des Bundesrates die Einberufung des Vermitt-
    lungsausschusses zu diesem Gesetz auch mit den SPD-
    Stimmen gefordert hat, weil der Wirtschaftsausschuss des
    Bundesrates erstens gesagt hat: Wir brauchen für arbeits-
    marktpolitische Maßnahmen eine angemessene Finanz-
    verteilung zwischen dem Bund und der Bundesanstalt für
    Arbeit. Das heißt, auch Ihre Leute im Bundesrat haben Sie
    dafür geohrfeigt, dass Sie mittlerweile alle Ihre Vorhaben
    – Langzeitarbeitslosenprogramm, Strukturanpassung, Ar-
    beitslosengeld – nicht mehr über Steuermittel finanzieren,
    sondern nur noch über die Arbeitnehmerinnen und Ar-
    beitnehmer und ihre Chefs, nämlich über Beiträge.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)


    Zweitens. Der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates
    hat gesagt: Wir brauchen den Vermittlungsausschuss, weil
    wir eine Angleichung von Arbeitslosenhilfe und Sozial-
    hilfe sowie die Einführung von Kombilöhnen benötigen.


    (Zurufe von der FDP: Tja!)

    Der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates hat mit den

    Stimmen der SPD genau das gefordert, was CDU, CSU

    und FDP immer wieder verlangt haben. Was ihr beim Job-
    Aqtiv-Gesetz gemacht habt, war nicht falsch, aber nichts
    anderes als eine Verwaltungsreform, nicht aber eine Re-
    form der Arbeitsmarktpolitik in Deutschland.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

    Herr Riester, ich will Ihnen auch sagen, warum das so

    ist. Seitdem Sie Minister sind, laufen die Sozialpolitik
    und die Arbeitsmarktpolitik folgendermaßen:


    (Friedrich Merz [CDU/CSU]: Er hört gar nicht zu! Er spielt hier den Unbeteiligten!)


    Sie gehen bei Ihren Reformen genau so weit, wie es Ihre
    alten Kumpels beim DGB, Herr Zwickel und Herr
    Schulte, zulassen.


    (Friedrich Merz [CDU/CSU]: Genau! – Dietrich Austermann [CDU/CSU]: Er ist fremdgesteuert!)


    Das ist die Wahrheit. Wenn es so weit ist, dass eine si-
    cherlich wichtige gesellschaftliche Gruppe das Tempo der
    Reformen in der Sozialpolitik in Deutschland allein be-
    stimmt, dann ist das eine Bankrotterklärung hinsichtlich
    des Selbstverständnisses der Politik.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP – Konrad Gilges [SPD]: Sie wissen, dass das Quatsch ist! Dann wäre eine andere Rentenreform zustande gekommen! – Dirk Niebel [FDP]: Das ist ganz schön „verzwickelt“!)


    Wir reden hier über den Bundeshaushalt. Selbst Sie,
    Herr Riester, können nicht leugnen, dass wir diese Haus-
    haltsdebatte zu einem Zeitpunkt führen, zu dem sich die
    Arbeitsmarktdaten dieses Landes von Stunde zu Stunde
    verschlechtern.

    Als Sie den Haushalt einbrachten und an diesem Red-
    nerpult begründeten, gingen Sie noch von 2,5 Prozent
    Wachstum aus. Der Haushaltsplan, den wir heute beraten,
    nimmt diese Wachstumsprognose auf Ihren Vorschlag
    hin von 2,5 Prozent auf 1,25 Prozent zurück. Das ist zwar
    auch noch geschönt, aber Sie haben im Ausschuss für Ar-
    beit und Sozialordnung über Ihren Staatssekretär selber
    erklären lassen, dass Sie von 400 000 Arbeitslosen mehr
    als zum Zeitpunkt der Haushaltseinbringung ausgehen.
    Das sind 400 000 Schicksale. Ihre Antwort auf diese He-
    rausforderung ist, abgesehen von einigen fiskalischen
    Veränderungen, einfach null.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP sowie bei Abgeordneten der PDS)


    Es gibt auch nicht das eine Instrument, um diese Pro-
    blematik in den Griff zu bekommen. Sie brauchen dafür
    ein Sammelsurium von verschiedenen Instrumenten un-
    terschiedlicher Politikbereiche. Ich will mich nur auf die
    Dinge beschränken, die im Kompetenzbereich der Ar-
    beits- und Sozialpolitiker liegen.

    Es ist doch einfach wahr, dass Ihnen die Beamten der
    Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit sagen: Wir haben in
    Deutschland ungefähr 600 000 Jobs in Bereichen, in de-
    nen man zugegebenermaßen wenig Geld verdient, die
    aber nicht mit Inländern besetzt werden. Man glaubt so-
    gar, dass die Zahl solcher Arbeitsplätze um ein Vielfaches




    Karl-Josef Laumann
    20226


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    stiege, wenn die vorhandenen besetzt werden
    könnten. Das ist unter allen Arbeitsmarktwissenschaft-
    lern unstrittig. Was hindert uns also daran?


    (Dirk Niebel [FDP]: Ideologie hindert uns!)

    Es ist doch unstrittig, dass wir in den unteren Lohn-
    gruppenbereichen Brutto und Netto über Kombilöhne
    und die degressive Gestaltung von Sozialversicherungs-
    beiträgen näher zusammenführen müssen. Ich rede gar
    nicht von außertariflichen Löhnen. Sie können in meinem
    Büro eine Liste von Tarifverträgen, bei denen die Stun-
    denlöhne unter 13 DM liegen, anfordern. Die Liste um-
    fasst eine ganze DINA4-Seite. Damit wir uns richtig ver-
    stehen: Diese Jobs sind in Deutschland nicht besetzt.

    Alle Länder um uns herum sind diese Wege gegangen.
    Nur ein Land hat dies nicht getan: Deutschland. Das ist so,
    weil Herr Zwickel und Herr Schulte Herrn Riester nicht
    weiter gehen lassen.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP sowie der Abg. Christine Ostrowski [PDS])


    Dass sich die Grünen, die mit ihren Parteitagsbe-
    schlüssen zu dieser Frage gar nicht weit von der Be-
    schlusslage meiner Partei entfernt sind, in dieser Koali-
    tion überhaupt nicht mehr durchsetzen, ist in den letzten
    14 Tagen mehr als offenkundig geworden.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)

    Ich habe sie in der Arbeitsmarktpolitik ebenso abgehakt,
    wie man sie auch auf allen anderen Gebieten abhaken
    muss.

    Was hindert uns eigentlich, Herr Riester, einmal ohne
    Ideologie darüber nachzudenken, was wir im Hinblick auf
    den Arbeitsmarkt und die Beschäftigung regulieren bzw.
    nicht regulieren müssen?


    (Michael Glos [CDU/CSU]: Die Gewerkschaften verhindern das!)


    Ich kann Ihnen nur sagen: Der von Ihnen gesetzlich fest-
    gelegte Teilzeitanspruch für alle hat uns nichts gebracht.


    (Klaus Brandner [SPD]: Was haben Sie eigentlich dagegen, Herr Laumann?)


    Im Gegenteil, es gab Verstimmung.

    (Klaus Brandner [SPD]: Die Leute wollen das haben! Sie erwarten das! Helft doch einmal mit!)


    Ich hätte den Teilzeitanspruch auf die Leute beschränkt,
    die eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe wie die
    Kindererziehung wahrnehmen, ihn aber nicht generell
    festgeschrieben.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Erika Lotz [SPD]: Immer die gleiche Platte!)


    Was ist denn das für ein Land, in dem wir auf der einen
    Seite über die Einwanderung von Fachkräften und auf der
    anderen Seite über Teilzeitarbeit reden? Haben wir ei-
    gentlich noch alle Tassen im Schrank?


    (Beifall bei der CDU/CSU – Klaus Brandner [SPD]: Jetzt liest du Hundt & Co. die Wünsche von den Lippen ab!)


    Bei einer Reform des Betriebsverfassungsgesetzes
    hätte ich auch nicht die Zahl der Betriebsratsmitglieder er-
    höht. Das wollte niemand – außer der IG Metall, weil sie
    mit 8 Millionen DM Wahlkampfunterstützung für die
    SPD einige Funktionäre von der Arbeit freistellen wollte.
    Sonst wollte es in diesem Lande niemand! So bekommen
    Sie keine Stimmung für Einstellungen hin!


    (Beifall bei der CDU/CSU – Klaus Brandner [SPD]: Was hat die CDU gegen Betriebsräte? Was hast du als Betriebsrat gegen Betriebsräte?)


    – Ich habe nichts gegen Betriebsräte. Sie müssen nur nicht
    größer werden. Wir verkleinern in der nächsten Wahlperi-
    ode den Deutschen Bundestag, aber die gleiche Regierung
    erhöht die Zahl der Betriebsratsmitglieder. Das ist doch
    Irrsinn!


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP – Klaus Brandner [SPD]: Wir brauchen Leute, die zupacken! – Dirk Niebel [FDP]: Es ist doch klar: Die Betriebsräte machen doch die Politik und nicht das Parlament!)


    Wir müssen auch einmal über Fragen reden, die schon
    gestern Morgen in der Debatte Schröder/Merkel eine
    Rolle gespielt haben: Kündigungsschutz.


    (Zurufe von der SPD)

    – Regen Sie sich doch nicht so auf! Wenn der Herr
    Schreiner noch hier säße, dann hätte ich in ihm einen An-
    sprechpartner, dann hätte ich in ihm jemanden, mit dem
    ich mich über Sozialpolitik unterhalten könnte, aber mitt-
    lerweile kommt er ja zu keiner sozialpolitischen Debatte
    mehr, weil er Ihr Gefasel nicht mehr ertragen kann, und er
    ist immerhin Chef der AfA in Deutschland!


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP sowie bei Abgeordneten der PDS – Klaus Brandner [SPD]: Warum bist du so laut? Mal ganz ruhig! Denk an dein Herz! So ein künstliches Aufregen kostet dich wirklich Jahre!)


    Gestern Morgen hat in der Debatte im Deutschen Bun-
    destag die Frage der Arbeitnehmerrechte eine Rolle ge-
    spielt. Wir von der Union wollen – um das ganz klar zu
    sagen –, dass auch die Arbeitnehmer ein planbares Leben
    haben und dass das unbefristete Arbeitsverhältnis das Re-
    gelarbeitsverhältnis ist. Wir wollen in Deutschland auch
    einen bestimmten sozialen Kündigungsschutz behalten.
    Aber der bedeutet doch – das ist auch wahr –: Wenn ein
    Mensch mit 53 Jahren arbeitslos wird, weil die Firma, bei
    der er arbeitet, insolvent wird, dann hat er aufgrund all
    dieser Dinge kaum noch eine Einstellungschance.


    (Dr. Irmgard Schwaetzer [FDP]: So ist das!)

    Was wäre denn so schlimm daran, wenn wir hier ein

    Gesetz verabschieden würden,

    (Klaus Brandner [SPD]: Hier kann man gar nichts verstehen, wenn du nur zu deiner Fraktion sprichst!)


    in dem steht, dass für diese Menschen der Kündigungs-
    schutz nicht vereinbart wird, in dem aber auch steht, wie




    Karl-Josef Laumann

    20227


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    dann, wenn das Beschäftigungsverhältnis beendet wird,
    die Mindestabfindung pro Beschäftigungsjahr aussieht?
    Wenn wir uns dabei an das halten, was die Arbeitsgerichte
    heute festlegen, nämlich pro Beschäftigungsjahr ein hal-
    ber Monatslohn,


    (Peter Dreßen [SPD]: Jetzt solltest du dich aber langsam schämen!)


    dann liegen wir mit einem solchen Gesetz genau auf der
    Linie, auf der mittlerweile 99 Prozent aller Arbeitsge-
    richtsprozesse in Deutschland enden.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


    Was würden wir auf der einen Seite an Arbeitnehmer-
    rechten verkaufen, auf der anderen Seite aber an Flexibi-
    lität gewinnen, wenn wir das täten, was ich hier vor-
    schlage?


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)

    Aber Sie sind zu gar nichts mehr bereit!


    (Ulrich Heinrich [FDP]: Selbstgefällig!)

    Deswegen hoffe ich sehr, dass es in wenigen Monaten

    so weit ist, dass Sie die Oppositionsrolle wahrnehmen und
    wir dann endlich eine schwungvolle Reformpolitik im Ar-
    beitsministerium durchsetzen.

    Schönen Dank.

    (Lebhafter Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)




Rede von Dr. Hermann Otto Solms
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (FDP)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)
Das Wort
hat jetzt der Kollege Franz Thönnes von der SPD-Frak-
tion.


(Zurufe von der CDU/CSU: Schreiner! Schreiner!)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Franz Thönnes


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

    Herr Präsident! Meine sehr
    geehrten Damen und Herren! Bei all dem Geschrei, das
    Sie hier veranstalten,


    (Horst Seehofer [CDU/CSU]: Ja, das tut weh!)

    wäre es ganz redlich, wenn Sie einmal bei den Zahlen
    blieben, die in Ihrer Regierungszeit maßgeblich gewesen
    sind, was die Frage angeht, in welchem Maß die Renten
    erhöht worden sind und wie die Preissteigerungsraten
    waren. Ich will Ihnen das einmal deutlich sagen, damit
    hier keine Märchen, die Sie uns ja zu erzählen versuchen,
    im Raum bleiben.

    1994 war die Preissteigerungsrate 2,7 Prozent und war
    die Rentenanpassung 0,5 Prozent.


    (Horst Seehofer [CDU/CSU]: Können Sie nicht 1947 anfangen?)


    Für die nächsten Jahre lauten die Zahlen wie folgt: 1995:
    1,8 Prozent und 0,95 Prozent, 1996: 1,4 Prozent und
    0,95 Prozent. 1997 haben Sie es hinbekommen, dass die
    Rentenanpassung bei 1,65 Prozent lag, obwohl die Preis-
    steigerungsrate 1,4 Prozent betrug. Über Jahre hatten die
    Rentnerinnen und Rentner weniger Geld im Portemon-

    naie, weil die Rentenanpassung unter der Preissteige-
    rungsrate lag. Das ist das Ergebnis Ihrer Politik gewesen!
    Da sollten Sie heute nicht so dicke Backen machen und
    behaupten, alles besser regeln zu können!


    (Beifall bei der SPD)

    Die Menschen wissen auch, dass Sie die Arbeitslosig-

    keit von 3,7Millionen auf 4,3Millionen hochgefahren ha-
    ben. In Ihrer Regierungszeit ist die Zahl der Sozialhilfe-
    empfänger von 2,2Millionen auf 2,9Millionen gestiegen.


    (Dr. Irmgard Schwaetzer [FDP]: Das interessiert die im nächsten Jahr überhaupt nicht!)


    Das ging Monat für Monat so. Jetzt erwecken Sie mit Ih-
    rer Rede den Eindruck, als wären hier ferngesteuerte
    Funktionäre aus irgendwelchen Gewerkschaftszentralen.


    (Dirk Niebel [FDP]: Stimmt doch! – Horst Seehofer [CDU/CSU]: Sie sind doch selber einer!)


    Ich will Ihnen ganz deutlich sagen, welche Politik Sie
    betreiben. Der Deutsche Industrie- und Handelskammer-
    tag fordert, die Einschränkung bei befristeten Arbeitsver-
    hältnissen wieder zu lockern und zurückzunehmen und
    den Rechtsanspruch auf Teilzeit ersatzlos zu streichen.


    (Dirk Niebel [FDP]: Da haben sie Recht!)

    Was sagt Ihr stellvertretender Fraktionsvorsitzender Herr
    Rauen in der „Financial Times Deutschland“? Nach ei-
    nem Wahlsieg im kommenden Jahr würde die Union
    Rauen zufolge die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
    wieder einschränken und die Schwelle für die Befreiung
    vom Kündigungsschutz von derzeit fünf wieder auf zehn
    Beschäftigte erhöhen. Außerdem sollen der Rechtsan-
    spruch auf Teilzeitarbeit und die Einschränkung bei der
    Befristung von Arbeitsverhältnissen wieder rückgängig
    gemacht werden.

    Das geht so munter weiter. Herr Hundt fordert, dass die
    rückwärts gewandten Änderungen durch die Novellie-
    rung des Betriebsverfassungsgesetzes umgehend zurück-
    genommen werden müssen. Was haben Sie zu tun? Von
    Ihrer Seite kommt nichts anderes als das, was gestern auch
    Frau Merkel hier gesagt hat: Die Änderungen werden
    wieder zurückgenommen.

    Was fordert die Arbeitgeberseite? Die Arbeitgeberseite
    sagt: Mittelfristig muss die Form künstlicher Beschäfti-
    gung durch ABM ganz entfallen. Und was sagt Ihr Frak-
    tionsvorsitzender? Er sagt: ABM muss zurückgefahren
    werden. An den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wird
    Kritik geäußert,


    (Dr. Irmgard Schwaetzer [FDP]: Das ist auch in Ordnung!)


    obwohl Sie, die Koalition von CDU/CSU und FDP, von
    Januar 1998 bis September 1998 die Zahl der ABM-Stel-
    len um 160 000 bis 170 000 erhöht haben. Heute tun Sie
    so, als sei das alles Teufelszeug. Wir haben die Zahlen
    sukzessive den Arbeitsmarktbedingungen angepasst. Ich
    denke, das ist auch vernünftig.


    (Wolfgang Meckelburg [CDU/CSU]: Die Zahl der Arbeitslosen ist in diesem Zeitraum von 4,8 auf 3,9 Millionen zurückgegangen!)





    Karl-Josef Laumann
    20228


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    Es geht nicht, dass Sie sich hier hinstellen und eine Po-
    litik formulieren, bei der Sie auf der einen Seite sagen, Sie
    wollten Arbeitnehmerrechte schrittweise einschränken,
    während Ihr Fraktionsvorsitzender auf der anderen Seite
    sagt, Sie wollten keine Arbeitnehmerrechte einschränken.
    Das wurde besonders in dem Beitrag des Kollegen
    Laumann noch einmal deutlich.

    Mit fällt in diesem Zusammenhang der Roman „Ger-
    minal“ von Emil Zola ein, in dem es um eine Auseinan-
    dersetzung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern im
    lothringischen Bergwerksbereich Ende des 19. Jahrhun-
    derts geht. Darin wird geschildert, dass die Arbeitnehmer
    vor den geschlossenen Werkstoren stehen und der Arbeit-
    geber munter sagt: Macht mir Angebote. Wer bereit ist, zu
    den geringsten Löhnen zu arbeiten, den nehme ich. – Da-
    raufhin unterbietet man sich Stück für Stück. Nichts an-
    deres ist das, was Sie gerade noch einmal gefordert haben.


    (Friedrich Merz [CDU/CSU]: Deswegen wollen Sie das Zuwanderungsgesetz!)


    Der Vorschlag, dass ältere Arbeitslose gegen ein Hand-
    geld bereits im Einstellungsgespräch auf den Kündigungs-
    schutz verzichten sollen, ist ein Rückfall in das 19. Jahr-
    hundert


    (Eckart von Klaeden [CDU/CSU]: Machen Sie doch den Weberaufstand auch noch verantwortlich!)


    und entspricht nicht den Verhältnissen eines Sozialstaats,
    wie wir ihn nach dem Krieg hier aufgebaut haben.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN – Dr. Irmgard Schwaetzer [FDP]: Lieber arbeitslos als irgendetwas Flexibles!)


    Der Kollege Seehofer sagt, man müsse das Stempeln
    auf dem Arbeitsamt wieder einführen. Sie wollen das Ar-
    beitsamt wieder zu einer Stempelbude degradieren. Damit
    sind Sie schon in Ihrer Regierungszeit gescheitert. Unsere
    Antwort darauf ist


    (Friedrich Merz [CDU/CSU]: Höhere Arbeitslosigkeit!)


    das Job-Aqtiv-Gesetzmit dem Eingliederungsvertrag, in
    dem Rechte und Pflichten auf beiden Seiten festgeschrie-
    ben werden. Fördern und Fordern sind gefragt und nicht
    eine Diffamierung von Arbeitslosen, wie Sie das machen.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Der CDA-Vorsitzende hat das im Übrigen begriffen.
    Nachdem wir deutlich gemacht haben, dass wir 3 000 zu-
    sätzliche Stellen schaffen werden,


    (Dr. Irmgard Schwaetzer [FDP]: Ihr seid wirklich schräg im Kopf!)


    1 000 durch Umschichtung und weitere 2 000 durch die
    Übertragung der Vermittlung an Dritte sowie durch zu-
    sätzliche Beschäftigung, hatte er nichts Besseres zu tun,
    als zu sagen, dafür müssten 12 000 eingestellt werden.
    Was haben Sie eigentlich in Ihrer Regierungszeit an die-
    ser Stelle geleistet?


    (Adolf Ostertag [SPD]: Abgebaut!)


    Sie haben die Zahl der Beschäftigten in der Arbeitsver-
    waltung abgebaut. Das ist die Realität.


    (Beifall bei der SPD)

    Weil Frau Luft fragt, woher das Geld kommt, will ich

    deutlich machen, dass 44 Milliarden DM für aktive Ar-
    beitsmarktpolitik, ungefähr 27 Milliarden DM im Ein-
    gliederungstitel, ausgewiesen sind. Das ist Geld, das für
    aktive Beschäftigungspolitik zur Verfügung steht.

    An dieser Stelle möchte ich unserer Kollegin
    Konstanze Wegner für ihre verantwortungsvolle Arbeit,
    die sie in den letzten Jahren im Haushaltsausschuss für
    Arbeitsmarktpolitik und für Sozialpolitik geleistet hat,
    danken. Dabei handelte es sich immer um ein ausgewo-
    genes Verhältnis zwischen finanzpolitischer Verantwor-
    tung und sozialpolitischer Vernunft.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN – Ernst Hinsken [CDU/CSU]: Wo ist der Dank an Riester?)


    Ich will Ihnen sagen, worauf es in den nächsten Wo-
    chen ankommt und wo die Verantwortung liegt: Bei den
    Arbeitsämtern sind 500 000 offene Arbeitsplätze gemel-
    det. Die Arbeitgeberseite sagt: Wir brauchen Fachkräfte.
    Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, alle offenen
    Stellen, nochmals gut 1 Million, zu melden. Wenn es in
    Deutschland 1,5 Millionen offene Stellen gibt und wir die
    Vermittlungsaktivitäten verstärken, dann gelingt es auch
    – da bin ich mir sicher –, die Arbeitslosen mithilfe von
    Qualifizierung, Weiterbildung und Trainingsmaßnahmen
    passgenau in neue Beschäftigungsverhältnisse zu brin-
    gen. Ich bin davon überzeugt, dass das Projekt Job Aqtiv
    ein Erfolg wird, wenn der Wille auf beiden Seiten vor-
    handen ist.


    (Beifall bei der SPD)

    Ferner darf die Politik nicht nur an die Menschen, die

    keine Arbeit haben, Forderungen stellen; sondern sie
    muss auch von den Arbeitgebern fordern, endlich ein
    Stück weit einen Beitrag dazu zu leisten – man kann von
    ihnen nicht alles fordern; das weiß jeder –, dass 1,8 Mil-
    liarden Überstunden reduziert werden. Die Überstunden
    müssen in Beschäftigung umgesetzt werden. Die Flexibi-
    lität von Tarifverträgen muss genutzt werden. Das Einfor-
    dern von Flexibilität fällt auf die Arbeitgeber zurück. Sie
    müssen die Vereinbarungen, die sie mit den Tarifvertrags-
    parteien, also mit den Betriebsräten und den Gewerk-
    schaften, geschlossen haben, endlich in die Praxis um-
    setzen.


    (Beifall bei der SPD)

    Letztendlich bleiben bei aller Kritik und aller Schwie-

    rigkeit, der wir bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik ge-
    genüberstehen, folgende Fakten: Wir haben 1,1 Milli-
    onen Beschäftigte mehr seit dem Regierungsantritt; die
    Zahl der Sozialhilfeempfänger ist um 200 000 gesunken;
    das Verhältnis zwischen der Nachfrage nach und dem An-
    gebot an Ausbildungsplätzen ist ausgeglichen; die Lohn-
    nebenkosten sind in diesem Jahr von 42,5 Prozent auf vo-
    raussichtlich 41,3 Prozent oder 41,4 Prozent gesunken.
    Der wichtigste Punkt ist: Die Zahl der Arbeitslosen – da
    können Sie reden, so viel Sie wollen – ist um 400 000 ge-
    sunken. Deswegen werden wir an unserem Kurs, mehr




    Franz Thönnes

    20229


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    Beschäftigung zu schaffen und für mehr Gerechtigkeit zu
    sorgen, festhalten. Das gilt auch angesichts des schwieri-
    gen Fahrwassers, in dem wir uns zurzeit befinden.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)