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ID1413616900

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Begrüßung des schweizerischen Bundespräsi- denten und Vorstehers des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölke- rungsschutz und Sport, Herrn Bundesrat Adolf Ogi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13193 D Tagesordnungspunkt III (Fortsetzung): a) Zweite Beratung des von der Bundesre- gierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bun- deshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2001 (Haushaltsgesetz 2001) (Drucksachen 14/4000, 14/4302) . . . . 13187 B b) Beschlussempfehlung und Bericht des Haushaltsausschusses zu der Unterrich- tung durch die Bundesregierung: Finanz- plan des Bundes 2000 bis 2004 (Drucksachen 14/4001, 14/4301, 14/4524) 13187 B Einzelplan 04 Bundeskanzler und Bundeskanzleramt (Drucksachen 14/4504, 14/4521) . . . . . . . 13187 B Michael Glos CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . . 13187 D Dr. Peter Struck SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13194 A Sylvia Bonitz CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . 13197 D Rainer Brüderle F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13199 A Kerstin Müller (Köln) BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13204 B Roland Claus PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13210 C Gerhard Schröder, Bundeskanzler . . . . . . . . . 13214 B Friedrich Merz CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . 13223 B Ludwig Stiegler SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13231 A Matthias Berninger BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13231 C Sabine Kaspereit SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13233 D Günter Nooke CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . 13236 A Lothar Mark SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13238 B Dr. Norbert Lammert CDU/CSU . . . . . . . . . 13239 D Klaus Hagemann SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13241 A Namentliche Abstimmung . . . . . . . . . . . . . . . 13242 A Ergebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13242 C Einzelplan 05 Auswärtiges Amt (Drucksachen 14/4505, 14/4521) . . . . . . . 13245 A Karl Lamers CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . . 13245 A Uta Titze-Stecher SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . 13247 C Dr. Werner Hoyer F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . . . 13251 B Rita Grießhaber BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13253 C Wolfgang Gehrcke PDS . . . . . . . . . . . . . . . . 13255 B Joseph Fischer, Bundesminister AA . . . . . . . . 13256 D Ursula Heinen CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . 13260 C Marion Caspers-Merk SPD . . . . . . . . . . . . . . 13262 A Christian Schmidt (Fürth) CDU/CSU . . . . . . 13263 D Volkmar Schultz (Köln) SPD . . . . . . . . . . . . 13265 D Einzelplan 14 Bundesministerium der Verteidigung (Drucksachen 14/4513, 14/4521) . . . . . . . 13267 A Plenarprotokoll 14/136 Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 136. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 29. November 2000 I n h a l t : Dietrich Austermann CDU/CSU . . . . . . . . . . 13267 C Volker Kröning SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13269 D Günther Friedrich Nolting F.D.P. . . . . . . . . . 13273 D Angelika Beer BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13276 B Jürgen Koppelin F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . 13277 D Heidi Lippmann PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13278 D Rudolf Scharping, Bundesminister BMVg . . 13280 C Jürgen Koppelin F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . 13281 B Dietrich Austermann CDU/CSU . . . . . . . 13283 C Jürgen Koppelin F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . 13284 C Helmut Rauber CDU/CSU . . . . . . . . . . . 13285 B Jürgen Koppelin F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . . . . 13287 A Paul Breuer CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . . . 13287 B Winfried Nachtwei BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13290 B Helmut Rauber CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . 13290 D Kurt J. Rossmanith CDU/CSU . . . . . . . . . . . 13291 B Namentliche Abstimmungen 13293 A, 13293 A, 13298 B Ergebnisse . . . . . . 13293 D, 13296 A, 13301 C Einzelplan 09 Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (Drucksachen 14/4509, 14/4521) . . . . . . . 13298 B Dankward Buwitt CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 13298 D Manfred Hampel SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13303 B Rainer Brüderle F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13306 D Antje Hermenau BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13308 D Dr. Christa Luft PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13310 D Dr. Werner Müller, Bundesminister BMWi . . 13312 B Dankward Buwitt CDU/CSU . . . . . . . . . 13314 C Ernst Hinsken CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 13316 A Gunnar Uldall CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . 13316 D Michaele Hustedt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13319 B Max Straubinger CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . 13320 C Einzelplan 23 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Drucksachen 14/4517, 14/4521) . . . . . . . 13322 C Dr. Christian Ruck CDU/CSU . . . . . . . . . . . 13322 D Dr. Emil Schnell SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13324 D Peter Weiß (Emmendingen) CDU/CSU 13325 D Jürgen Koppelin F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . . . . 13327 C Antje Hermenau BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13329 B Carsten Hübner PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13331 B Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin BMZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13332 C Detlev von Larcher SPD . . . . . . . . . . . . . 13333 D Klaus-Jürgen Hedrich CDU/CSU . . . . . . . . . 13335 B Dr. Uschi Eid BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13337 B Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13338 C Berichtigungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13338 A Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 13339 A Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Annelie Buntenbach (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zur Abstimmung über die Be- schlussempfehlung des Haushaltsausschusses zum Entwurf eines Gesetzes über die Feststel- lung des Bundeshaushaltsplans für das Haus- haltsjahr 2001 (Haushaltsgesetz 2001); hier: Einzelplan 14 – Geschäftsbereich des Bundes- ministeriums der Verteidigung (Tagesordnungs- punkt III. 16) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13339 C Anlage 3 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Monika Knoche (BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN) zur Abstimmung über die Beschlussem- pfehlung des Haushaltsausschusses zum Ent- wurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2001 (Haushaltsgesetz 2001); hier: Einzelplan 14 – Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung (Tagesordnungspunkt III. 16) 13340 C Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 136. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. November 2000II Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 136. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. November 2000
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    Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 136. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. November 2000 Klaus-Jürgen Hedrich 13338 (C) (D) (A) (B) Berichtigungen 133. Sitzung, Seite 12861 (D) zweiter Absatz, der zweite Satz ist wie folgt zu lesen: „Diese 3,5 Millionen DM sind insofern verstetigt, als sie einen Ver- trag zwischen zwei förderalen Institutionen – zwischen Bund und Land – betreffen und Personalkosten sind.“ 135. Sitzung, Seite 13152 (B) vierter Absatz, der erste Satz ist wie folgt zu lesen: „Deshalb habe ich Herrn Austermann im Ohr, der vorhin behauptet hat, wir würden im Interesse der Haushaltskonsolidierung keine Ausgaben- beschränkung vornehmen, keine Ausgabendisziplin üben.“ 135. Sitzung, Seite 13155 (D) erster Absatz, der erste Satz ist wie folgt zu lesen: „Also lassen Sie das doch mit der Leitgeschichte und bleiben Sie bes- ser bei Herrn Stoiber, der zu Recht auf Bayerisch gesagt hat: D’Leit brauch’n a Kultur.“ Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 136. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. November 2000 13339 (C) (D) (A) (B) Balt, Monika PDS 29.11.2000 Dr. Blüm, Norbert CDU/CSU 29.11.2000 Bühler (Bruchsal), CDU/CSU 29.11.2000* Klaus Burchardt, Ursula SPD 29.11.2000 Frankenhauser, Herbert CDU/CSU 29.11.2000 Frick, Gisela F.D.P. 29.11.2000 Friedhoff, Paul K. F.D.P. 29.11.2000 Hasselfeldt, Gerda CDU/CSU 29.11.2000 Heyne, Kristin BÜNDNIS 90/ 29.11.2000 DIE GRÜNEN Holetschek, Klaus CDU/CSU 29.11.2000 Dr. Kohl, Helmut CDU/CSU 29.11.2000 Kramme, Anette SPD 29.11.2000 Maaß (Wilhelmshaven), CDU/CSU 29.11.2000* Erich Müller (Berlin), PDS 29.11.2000 Manfred Pau, Petra PDS 29.11.2000 Reiche, Katherina CDU/CSU 29.11.2000 Schenk, Christina PDS 29.11.2000 Schewe-Gerigk, BÜNDNIS 90/ 29.11.2000 Irmingard DIE GRÜNEN von Schmude, Michael CDU/CSU 29.11.2000 Schulhoff, Wolfgang CDU/CSU 29.11.2000 Dr. Volmer, Ludger BÜNDNIS 90/ 29.11.2000 DIE GRÜNEN Wiese (Hannover), SPD 29.11.2000 Heino Wohlleben, Verena SPD 29.11.2000 Wülfing, Elke CDU/CSU 29.11.2000 * für die Teilnahme an Sitzungen der Parlamentarischen Versamm- lung des Europarates entschuldigt bisAbgeordnete(r) einschließlich Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Anlagen zum Stenographischen Bericht Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Annelie Buntenbach (BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN) zur Abstimmung über die Beschlussempfehlung des Haushaltsaus- schusses zum Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2001 (Haushaltsgesetz 2001); hier: Einzelplan 14 – Geschäftsbereich des Bun- desministeriums der Verteidigung (Tagesord- nungspunkt III. 16) Ich lehne den Verteidigungshaushalt ab. Das Parlament ist von der ihm zustehenden Beratung und Entscheidung über die Ausrichtung und Struktur einer reformierten Bundeswehr praktisch enteignet worden. Dieses vorde- mokratische Verfahren lässt mir als Abgeordnete im Deut- schen Bundestag lediglich die Möglichkeit, meine Kritik beim Etat zum Ausdruck zu bringen. Hierbei geht es zum einen darum, dass ich eher aus der Presse als aus den dafür zuständigen Gremien über Vor- haben der Privatisierung und Wirtschaftskooperation er- fahre, deren Implikationen im parlamentarischen Raum keiner oder jedenfalls keiner rechtzeitigen oder angemes- senen parlamentarischen Beurteilung unterworfen wer- den. Auch langfristige Verpflichtungen zum Beispiel ge- genüber den europäischen Partnern werden eingegangen, ohne dass über deren Inhalt und Umfang im Deutschen Bundestag befunden worden wäre. Hier zeichnen sich Ri- siken für einen erheblichen Aufwuchs des Verteidigungs- etats ab, was ich nachdrücklich ablehne. Ein solches Vor- gehen lässt sich weder mit meinem Selbstverständnis und meiner Verantwortung als Abgeordnete vereinbaren noch mit meinem Verständnis von der Würde des Parlaments. Zum anderen: Der in der Verfassung festgeschriebene Auftrag der Bundeswehr ist die Landesverteidigung. Wenn jetzt der Fokus auf „Bündnisverteidigung“ erwei- tert bzw. verlagert wird, bedeutet das statt einem Abbau der angriffsfähigen Verbände einen Ausbau der Krisenre- aktionskräfte. Die Armee wird auf Interventionsfähigkeit umgebaut – warum und für was? Auch der Kosovo-Krieg wäre nach offizieller Diktion unter „Bündnisverteidi- gung“ subsumiert worden, die aktuelle NATO-Strategie – übrigens genau wie die Bundeswehrstrukturreform zwar von tief greifender Bedeutung, aber ohne parlamen- tarische Befassung – geht von militärischen Präventiv- schlägen – zum Beispiel zur „Vermeidung von Flücht- lingströmen“ – aus. An ein UN-Mandat als Voraussetzung ist eine solche Intervention nicht gebunden. Auf der europäischen Ebene wird eine gemeinsame Truppe gebildet – ebenfalls wie die Bundeswehrstruk- turreform und die NATO-Strategie nicht einmal Gegen- stand von Beratungen, geschweige denn transparenter Entscheidung im Parlament! In wieweit dies zusätzliches Personal bedeutet, kann ich zurzeit nicht verifizieren, scheint mir aber gerade wegen der Notwendigkeit, bei Krisenreaktionskräften in regelmäßigen Abständen die Kräfte auszutauschen, sehr wahrscheinlich. Mit Sicher- heit bedeutet es zusätzliche Ausrüstung, damit ein Wei- terdrehen der Rüstungsspirale statt des überfälligen Ausstiegs. „Die Krisenreaktionstruppe soll durch um- fangreiche Lufttransport- und Logistik-Einheiten ergänzt werden. Die Truppe soll für Einsätze von über einem Jahr in bis zu 4 000 Kilometern Entfernung bereitstehen“ heißt es in einer Agenturmeldung vom 22. September 2000. Ei- nen so weit gestreckten Aktionsradius kann ich mit mei- nem Verständnis von Landesverteidigung nicht vereinba- ren und muss schon deshalb gegen ein solches Projekt erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken geltend ma- chen. An der europäischen Truppe hat der Verteidigungsmi- nister eine erhebliche Beteiligung zugesagt, Deutschland würde nach bisherigem veröffentlichten Stand gar den Löwenanteil übernehmen. In der Öffentlichkeit führt das zu besorgten Äußerungen – „Spiegel“, 48/2000 –: „Bei künftigen Krisen in Europa werden die Amerikaner ‚Ger- mans to the front’ rufen, anstatt eigene Spezialkräfte zu schicken. Und EU-Partner werden die starken Deutschen bei militärischen Abenteuern gern und womöglich oft um Hilfe bitten. Eine Berliner Regierung, die zudem offensiv einen ständigen Sitz im Uno-Sicherheitsrat anstrebt, könnte kaum noch nein sagen.“ Das sind Parameter für eine deutsche Militärpolitik, die ich nicht mittragen kann und will. Anlage 3 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Monika Knoche (BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN) zur Abstimmung über die Beschlussempfehlung des Haushaltsaus- schusses zum Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2001 (Haushaltsgesetz 2001); hier: Einzelplan 14 – Geschäftsbereich des Bun- desministeriums der Verteidigung (Tagesord- nungspunkt III. 16) Ich lehne den Verteidigungshaushalt ab. Das Parlament ist mit der Entscheidung über die Ausrichtung und Struk- tur einer reformierten Bundeswehr nicht befasst worden. Dieses Verfahren lässt mir als Abgeordnete im Deutschen Bundestag lediglich die Möglichkeit, meine Kritik beim Etat zum Ausdruck zu bringen. Hierbei geht es unter anderem darum, dass die Impli- kationen der Vorhaben der Privatisierung und Wirt- schaftskooperation im parlamentarischen Raum keiner oder jedenfalls keiner rechtzeitigen oder angemessenen parlamentarischen Beurteilung unterworfen werden. Auch langfristige Verpflichtungen zum Beispiel gegen- über den europäischen Partnern werden eingegangen, ohne dass über deren Inhalt und Umfang im Deutschen Bundestag befunden worden wäre. Hier zeichnen sich Ri- siken für einen erheblichen Aufwuchs des Verteidigungs- etats ab, was ich nachdrücklich ablehne. Ein solches Vor- gehen lässt sich weder mit meinem Selbstverständnis und meiner Verantwortung als Abgeordnete vereinbaren noch mit meinem Verständnis von der Aufgabe des Parlaments. Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 136. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. November 200013340 (C) (D) (A) (B) Druck: MuK. Medien- und Kommunikations GmbH, Berlin
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dr. Emil Schnell


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

    Über zwei Jahre findet eine
    wirkliche Erhöhung statt. Die mittelfristige Finanzpla-
    nung ist nicht Sache des Haushaltsausschusses. Das wis-
    sen Sie vielleicht auch. Aber ich gehe fest davon aus, dass
    wir nach diesen zwei Jahren nicht den Abbruch organisie-
    ren werden, sondern dass wir mindestens auf dieser Höhe
    weiterarbeiten werden.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Reicht das aus, um Ihre Zustimmung zu erhalten?

    (Peter Weiß ist eine fromme Hoffnung, aber keine Antwort, weil Sie keine Perspektive genannt haben!)


    Im Einzelplan 60 haben wir 100 Millionen DM für den
    Stabilitätspakt Südosteuropa etatisiert. Das war in der Tat
    ein Kompromiss. Es gab Diskussionen. Wir wollten das an-
    ders organisieren. Aber richtig ist: Das Auswärtige Amt und
    das BMZ wie auch andere Etats müssen Zugriff auf diesen
    wichtigen Titel haben. Die Probleme in dieser Region in
    Serbien, aber nicht nur dort – sind dringlich. Deshalb muss
    man – das will ich hier noch einmal betonen – aus diesen
    Mitteln auch Fragen der Flüchtlingsrückkehr, des Wieder-
    aufbaus, der humanitären Hilfe und Versorgung finanzie-
    ren. Nach Kroatien wollen 35 000 Menschen, nach Bos-
    nien etwa 30 000 zurückkehren. Ich gehe davon aus, dass
    wir aus diesen Mitteln auch die Lösung dieses Problems
    finanziell mit unterstützen können.

    Ich möchte ganz gerne noch auf die Änderungsan-
    träge eingehen, die im Zuge der Beratungen im AWZ ein-
    gebracht worden sind, und zwar überwiegend auf die rot-
    grünen Vorschläge. Ich habe festgestellt, dass die
    Vorschläge der CDU/CSU, zum Teil auch der F.D.P. und
    der PDS in die gleiche Richtung gehen. Es wurde zum
    Beispiel der Antrag gestellt, den Ansatz für ent-
    wicklungspolitische Bildung um 1,2 Millionen DM ge-
    genüber dem Regierungsentwurf zu erhöhen. Das wurde
    im Haushaltsausschuss so beschlossen. Weiter wurde vor-
    geschlagen, die Mittel für die privaten deutschen Träger,
    also in erster Linie für unsere NGOs, um 1,5 Milli-
    onen DM anzuheben. Wir haben gesagt: Die Arbeit, die
    diese Organisationen leisten, ist sehr wichtig. Wir wollen
    da noch mehr tun. Deshalb haben wir 3 Millionen DM zu-
    sätzlich bewilligt, also das Doppelte von dem, was unsere
    rot-grünen AWZler gefordert haben.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Er wurde des Weiteren gefordert, den Titel „Integrierte
    Fachkräfte/Reintegration“ um 4,5 Millionen DM anzuhe-
    ben. Das ist so beschlossen worden. Für die berufliche

    Aus- und Fortbildung wurden 5 Millionen DM mehr ge-
    fordert. Dies ist fast so bewilligt worden. Der Ansatz für
    Ernährungssicherung sollte um 3 Millionen DM angeho-
    ben werden. Auch das ist so beschlossen worden. Der An-
    satz für die politischen Stiftungen, die in Osteuropa und
    in dem Gebiet der ehemaligen GUS tätig sind, sollte um
    30 Millionen DM erhöht werden. Tatsächlich ist eine Er-
    höhung um 35 Millionen DM bewilligt worden, weil wir
    wissen, dass die dort tätigen Stiftungen Probleme be-
    kommen werden, wenn nichts passiert. Deshalb haben wir
    gesagt: Die Stiftungen müssen auch mit Mitteln aus die-
    sem Ansatz finanziert werden. Sie haben nun aufgrund der
    Erhöhung um 35 Millionen DM die Möglichkeit, Defizite
    auszugleichen, die in anderen Bereichen entstanden sind.

    An den EEF-Titel sind wir nicht herangegangen – auch
    das wurde vorgeschlagen –, weil das keinen Sinn macht;
    denn wir wollen die Mittel für die finanzielle Zusammen-
    arbeit deutlich erhöhen. Aufgrund des Deckungsverbun-
    des in dem Bereich macht es keinen Sinn, den EEF-Titel
    zu kürzen.

    Im Bereich der Verpflichtungsermächtigungen gab
    es viele Vorschläge. Diese sind fast 1:1 umgesetzt worden.
    Ich als Haushälter muss insofern meinen Kollegen vom
    Fachausschuss – das ist durchaus unüblich – ein Kompli-
    ment für die sehr konstruktive Zusammenarbeit und für
    ihre realistischen Vorschläge machen, die fast alle umge-
    setzt werden konnten. Das war früher nicht immer der
    Fall. Das ist der richtige Weg. Ich bedanke mich für diese
    Zusammenarbeit.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Es gab auch noch ein paar andere Bereiche, in denen
    mehr draufgelegt worden ist, als im Fachausschuss ge-
    fordert wurde. So ist zum Beispiel der Ansatz für die fi-
    nanzielle Zusammenarbeit – Bekämpfung von Aids, För-
    derung der regenerativen Energien und Schutz des
    Tropenwaldes – um 70Millionen DM angehoben worden.
    Auch bei der TZ haben wir uns deutlich bewegt: bar plus
    22 Millionen DM und sage und schreibe plus 170 Milli-
    onen DM bei der VE. Die Verpflichtungsermächtigungen
    für FZ und TZ sind gegenüber dem Entwurf um 300 Mil-
    lionen DM erhöht worden. Damit ist sichergestellt, dass
    die Aufgaben auch zukünftig finanziert werden können.

    Noch ein Hinweis: Im Haushaltsgesetz wurde der
    Gewährleistungsrahmen für die Verbundfinanzierung, die
    uns eigentlich immer sehr am Herzen liegt, um 250 Mil-
    lionen DM auf 3,15 Milliarden DM angehoben. Das zeigt
    ganz klar, dass wir die Zusammenarbeit mit der Wirt-
    schaft ausweiten wollen. Das belegt auch die Steigerung
    des Ansatzes für die FZ. Die Projekte im PPP-Bereich,
    zum Beispiel auch im Bereich der Aids-Bekämpfung,
    werden von uns gefördert. Das ist vernünftig. Die Minis-
    terin hat ja dankenswerterweise in der letzten Zeit gerade
    die Einbindung der Wirtschaft in die Entwicklungspo-
    litik stark vorangetrieben. Man hört, dass bis zu 600 Vor-
    schläge für Projekte auf dem Tisch liegen. Sicherlich sind
    nicht alle Projekte realistisch. Wir verteilen keine Sub-
    ventionen und sind auch nicht auf kurzfristige Effekte aus.
    Aber es ist ein guter Ansatz, gemeinsam mit der Wirt-




    PeterWeiß (Emmendingen)

    13326


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    schaft neue Potenziale zu erschließen und dadurch die
    Entwicklungshilfe letztendlich zu stärken.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Ich möchte noch auf eine Sache eingehen, die – hof-
    fentlich wird das hier anerkannt – wirklich großartig
    ist, und zwar nicht deshalb, weil Sie von der CDU/CSU
    das vorgeschlagen haben. Bereits im August hatte das
    Bundesfinanzministerium dankenswerterweise einen
    Vorschlag für einen echten Wechselkursausgleich unter-
    breitet. Das wird zur Verstetigung der internationalen Ver-
    pflichtungen führen und die Verlässlichkeit erhöhen. Das
    heißt allerdings im Umkehrschluss, dass bei Minderbe-
    darf die entsprechenden Mittel zum Finanzministerium
    zurückfließen werden. Aber der angestrebte Ausgleichs-
    mechanismus ist durchaus vernünftig. Wir waren froh,
    dass der Vorschlag auch schon vonseiten des BMF in die
    Beratung gekommen ist. Das ist ein Grund mehr für Sie,
    dem Ganzen zuzustimmen.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


    Es gibt noch eine ganze Reihe von Punkten, die man
    ansprechen müsste. Meine restliche Redezeit wird mir
    hier mit 56 Sekunden angezeigt, jetzt noch mit 53 Sekun-
    den.


    (Heiterkeit)

    Ich versuche, die Punkte in dieser Zeit kurz zusammen-
    zufassen.

    Mit dem, was wir beschlossen haben, hat sich der ent-
    wicklungspolitische Gestaltungsrahmen auf jeden Fall
    deutlich ausgeweitet. Wir können mit den Verpflichtungs-
    ermächtigungen, die ich angesprochen habe, eine ganze
    Menge erreichen, vor allem in den Bereichen Mittelost-
    europa, Zivilgesellschaft, FZ, TZ, Agrarforschung, Er-
    nährungssicherung, integrierte Fachkräfte etc. Die Pla-
    fonderhöhungen gestatten neue Akzentsetzungen, zum
    Beispiel bei der Aids-Bekämpfung, die gerade meiner
    Fraktion sehr am Herzen liegt, bei der Armutsbekämp-
    fung, bei der Förderung erneuerbarer Energien und beim
    Tropenwaldschutz. Letzterer ist von den Grünen stark ak-
    zentuiert worden.

    Insofern: Vielen Dank für diese Anregungen! Es ist
    schade, dass der Kollege von Schmude heute nicht hier
    sein kann; er hätte vielleicht einen anderen Auftaktvortrag
    gehalten als den, den wir eben gehört hatten. Ich möchte
    ihm von hier aus ganz herzliche Genesungswünsche über-
    mitteln – ich denke, im Namen des ganzen Hauses.


    (Beifall)

    Ich hoffe, dass er bald wieder bei uns sein kann.

    Ich danke natürlich insbesondere dem BMF, dem BMZ
    sowie den Kolleginnen und Kollegen aus dem Fachaus-
    schuss und aus meiner Arbeitsgruppe. Ich möchte ganz
    einfach darum bitten: Stimmen Sie dem stark verbesser-
    ten Einzelplan 23 zu!

    Vielen Dank.

    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)




Rede von Anke Fuchs
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)
Ich erteile das Wort
dem Kollegen Jürgen Koppelin, F.D.P.-Fraktion.


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. h.c. Jürgen Koppelin


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (F.D.P.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)

    Frau Präsidentin! Liebe
    Kolleginnen und Kollegen! Erst mal herzlichen Dank,
    dass Sie noch zu dieser späten Stunde hier im Plenarsaal
    sind. Wir haben ja immer das Problem, dass dieser Etat zu
    später Stunde beraten wird. Ich denke, das sollten wir all-
    gemein bedauern.

    Die Erwartungen an die Entwicklungspolitik der rot-
    grünen Koalition waren sehr hoch. Das lag sicherlich
    nicht nur daran, dass Sie in der Oppositionszeit viel ver-
    sprochen haben, sondern auch daran, dass Sie im Koaliti-
    onsvertrag einiges versprochen haben. Daran müssen Sie
    sich messen lassen. Sie wollten doch – so steht es auch im
    Koalitionsvertrag – die wirtschaftlichen, sozialen, ökolo-
    gischen und politischen Verhältnisse in den Entwick-
    lungsländern verbessern. Aber nicht nur das: Die Koali-
    tion versprach auch noch, die Entwicklungspolitik
    weiterzuentwickeln. Ich sehe und höre davon in diesem
    Haushalt nichts.


    (Beifall bei der F.D.P.)

    Vielleicht wollte die Ministerin tatsächlich neue Ak-

    zente setzen. Vielleicht wollte die Ministerin in den Ent-
    wicklungsländern wirklich mehr für die Stärkung der
    Wirtschaft, für die Gesundheit und vor allen Dingen für
    die Frauen erreichen. Nur, wie soll das mit diesem Haus-
    halt überhaupt gehen? Vor allem fragt man sich natürlich:
    Wie will sie diese Zielvorstellungen erfüllen angesichts
    eines Finanzministers, mit dem sie in herzlicher hessi-
    scher Parteifreundschaft verbunden ist? Jeder weiß, was
    das bedeutet: Er wird ihr keine zusätzlichen Mittel zur
    Verfügung stellen.


    (Beifall bei der F.D.P. und der CDU/CSU)

    Versprochen wurde, dass dieses Ministerium unter die-

    ser Koalition eine große Blüte erleben würde. Die Bilanz
    ist heute, dass das Bundesministerium fast politikunfähig
    geworden ist.


    (Beifall bei der F.D.P. und der CDU/CSU)

    Eigentlich zeichnete sich dieses Ministerium in der Öf-
    fentlichkeit in den letzten Monaten doch nur durch zwei-
    erlei aus: Zum einen ist da der Streit um die Personal-
    politik der Ministerin, der die Schlagzeilen bestimmt hat.


    (Dr. Emil Schnell [SPD]: Das stimmt ja überhaupt nicht! Geh mal in dich!)


    – Emil, ich habe doch alles dabei. Darauf kannst du natür-
    lich nicht eingehen. Aber dann muss ich das eben tun.

    Zum anderen waren da noch die Schlagzeilen, dass
    Frau Ministerin hoffe, ihr Ministerium werde in zukünfti-
    gen Zeiten finanziell besser ausgestattet.


    (Dr. R. Werner Schuster [SPD]: Lesen Sie auch internationale Zeitungen?)


    Das bedeutet doch, dass sie mit diesem Etat auf keinen
    Fall zufrieden ist. Frau Ministerin, Sie sollten uns also er-
    klären, was Sie in den nächsten Jahren erwarten. Damit
    können Sie sich dann in diesem Jahr trösten.




    PeterWeiß (Emmendingen)


    13327


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    Lieber Emil, nach dem zu urteilen, was du hier zum
    Haushalt vorgetragen hast, brauchst du – wie ich schon in
    einem Zuruf zum Ausdruck gebracht habe – wirklich eine
    neue Brille. Oder ich muss einen falschen Haushaltsplan
    bekommen haben. Irgendetwas ist da jedenfalls nicht in
    Ordnung; wir sollten einmal unsere Haushaltspläne ver-
    gleichen. Dieser Haushaltsplan zeichnet sich nämlich in
    erster Linie durch Buchungstricks aus. Das ist vorhin
    schon erwähnt worden, ich komme gleich noch darauf
    zurück.


    (Beifall bei der F.D.P.)

    Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Recht auf Bil-

    dung ist ein Bestandteil der allgemeinen Erklärung der
    Menschenrechte. Bildung und Ausbildung müssen des-
    halb im Mittelpunkt unserer Entwicklungsbemühungen
    stehen. Nur, so stellt man fest: Das, was man im Haus-
    haltsgesetz lesen kann, ist nicht einmal der berühmte
    Tropfen auf dem heißen Stein. Die Ächtung der Gewalt
    gegen Frauen sowie die gezielte Förderung von Bildungs-
    und Ausbildungsmaßnahmen für Frauen und Mädchen in
    den Entwicklungsländern müssen eine Kernforderung der
    Entwicklungspolitik sein. Ich glaube sehr wohl, Frau Mi-
    nisterin, dass Sie sich dafür einsetzen wollen. Ich frage
    mich nur: Wie wollen Sie das mit diesem Haushalt tun?
    Mit guten Worten sind diese Ziele in keiner Weise zu er-
    reichen.


    (Beifall bei der F.D.P. sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des Abg. Carsten Hübner [PDS])


    Ich weiß sehr wohl: Der Staat allein kann nicht alles
    ausrichten. Aus liberaler Sicht wird deswegen eine erfolg-
    reiche Entwicklungspolitik künftig davon abhängig sein,
    wie das Engagement der einzelnen Bürger aussieht, wie
    sich Privatunternehmen engagieren und wie Nichtregie-
    rungsorganisationen von uns unterstützt werden. Ge-
    rade die Nichtregierungsorganisationen haben schlanke
    Verwaltungsstrukturen und sie könnten viel erreichen;
    aber wir lassen sie irgendwie im Regen stehen, weil wir
    ihnen nicht genug Mittel geben – jedenfalls nicht mit die-
    sem Etat. Dieser Etat der Ministerin Wieczorek-Zeul, der
    Einzelplan 23, ist, wie wir bedauerlicherweise feststellen
    müssen, eine traurige Bilanz der entwicklungspolitischen
    Arbeit dieser Regierung – nicht mehr und nicht weniger.


    (Beifall bei der F.D.P. sowie bei Abgeordneten der PDS)


    Wer sich diesen Einzelplan anschaut, der muss einfach
    feststellen – wir müssen Sie immer wieder an Ihre Ver-
    sprechungen aus Oppositionszeiten und aus dem Regie-
    rungsprogramm erinnern –: Die Entwicklungspolitik ist
    inzwischen ein Stiefkind dieser Regierung.


    (Beifall bei der F.D.P. sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Wenn Sie uns nicht glauben, dann schauen Sie sich
    doch einmal an, was andere erklärt haben. Ich nenne die
    Deutsche Welthungerhilfe, terre des hommes usw. Sie alle
    erklären nach zwei Jahren Amtszeit dieser Ministerin:
    traurige Bilanz! Es handelt sich bei diesen Organisationen
    nicht gerade um unsere Freunde; schließlich haben sie in

    der Vergangenheit auch uns kritisiert. Frau Ministerin, die
    Sonntagsreden nützen nichts: Sie können mit diesem Etat
    sehr wenig anfangen.

    Die Zusammenführung von DEGund KfWmag ein
    vernünftiger Vorgang sein. Lieber Emil Schnell, ich habe
    zur Vorbereitung auf den heutigen Tag Reden von dir
    nachgelesen. Ich stelle fest, dass du früher etwas ganz an-
    deres erzählt hast.


    (Dr. Emil Schnell [SPD]: Sprich dich aus!)

    Ich darf einmal zitieren:

    Wir sind der Ansicht, dass nur wegen kurzfristiger
    und geringer Privatisierungserlöse eine unbedachte
    und schnelle Privatisierung nicht angezeigt ist.

    (Dr. R. Werner Schuster [SPD]: Betonung auf „unbedacht“!)

    Das Protokoll vermerkt interessanterweise: „Beifall bei
    der SPD und der F.D.P.“ Daran kann man sehen, wie
    schnell sich Auffassungen ändern, wenn man an der Re-
    gierung ist.

    Gestatten Sie mir eine Bemerkung, die mir im Rahmen
    der heutigen Debatte wichtig ist. Ich möchte den politi-
    schen Stiftungen und den Nichtregierungsorganisationen
    danken. Beide leisten Hervorragendes für das deutsche
    Ansehen in der Welt. Ich ärgere mich schon das eine oder
    andere Mal heftig darüber, dass gerade unsere politischen
    Stiftungen durch die Medien in den Topf der Parteienfi-
    nanzierung geworfen werden. Jeder, der die politischen
    Stiftungen kritisiert, sollte sich einmal anschauen, was die
    politischen Stiftungen draußen in der Welt machen.


    (Beifall bei der F.D.P. sowie bei Abgeordneten der SPD, der CDU/CSU und der PDS)


    Ich hoffe, dass es den politischen Stiftungen gelingt, auch
    in Mittel- und Osteuropa wichtige Beiträge zur Demokra-
    tisierung zu leisten.

    Ich komme nun darauf zu sprechen – Sie wollen das
    natürlich hören –, warum wir den Antrag gestellt haben,
    dieses Ministerium aufzulösen.


    (Lachen bei der SPD – Wilhelm Schmidt [Salzgitter] [SPD]: Eigentlich wollen wir das nicht hören!)


    – Sie haben keine Geduld.

    (Zuruf von der SPD)


    – Sie sind doch nur unruhig, weil Sie eigentlich mit die-
    ser Ministerin unzufrieden sind und nicht mit meiner
    Rede. Das ist doch das Problem.


    (Lachen bei Abgeordneten der SPD)

    Der Kollege Joachim Günther hat bei früherer Gele-

    genheit schon einmal darauf hingewiesen: Wie ist es mög-
    lich, dass der Außenminister diplomatische Vertretungen,
    zum Beispiel Botschaften in Afrika, auflöst, ohne mit der
    Ministerin je ein Gespräch darüber geführt zu haben? Das
    wäre doch nötig gewesen; stattdessen ignoriert er sie und
    hat keinerlei Interesse an einem solchen Gespräch. Kol-
    lege Ruck, Sie haben unseren Antrag zwar ein bisschen




    Jürgen Koppelin
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    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    kritisiert, aber ich verspreche Ihnen: Wenn wir das Minis-
    terium auflösen, dann bleibt der Fachausschuss bestehen,
    Sie können Ihren Sitz dort behalten und brauchen nicht in
    den Auswärtigen Ausschuss zu gehen.


    (Lachen bei der SPD – Detlev von Larcher [SPD]: Das ist ja doll!)


    Ich gebe zu, dass wir als F.D.P. bezüglich unserer For-
    derung einer Eingliederung des Bundesministeriums für
    wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in das
    Auswärtige Amt etwas nachdenklich wurden, weil in der
    „Leipziger Volkszeitung“ Folgendes steht – der Kollege
    Günther hat mir das gegeben –: „Fischer verspricht: Ich
    tue alles für die Abschaffung des Außenministers“. Das
    hat bei uns natürlich Zweifel hervorgerufen. – Wir meinen
    schon, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche
    Zusammenarbeit und Entwicklung aufgelöst und in das
    Auswärtige Amt eingegliedert werden muss.

    Lassen Sie mich Ihnen, Frau Ministerin, zum Schluss
    Folgendes sagen: Ihre Politik erinnert mich an Ihre Süd-
    seefahrt. Als Sie losfuhren, war alles unkoordiniert. Sie
    waren und blieben weit weg vom Ziel, hatten keinen Kon-
    takt zur Außenwelt mehr, dann fiel auch noch der Motor
    aus und Sie selber brauchten Hilfe. Das ist die Politik Ih-
    res Ministeriums. Ihre Politik sieht genauso aus wie das,
    was Sie damals in der Südsee erlebt haben.

    Vielen Dank für Ihre Geduld.

    (Beifall bei der F.D.P. und der CDU/CSU)