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  • tocInhaltsverzeichnis
    Begrüßung des schweizerischen Bundespräsi- denten und Vorstehers des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölke- rungsschutz und Sport, Herrn Bundesrat Adolf Ogi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13193 D Tagesordnungspunkt III (Fortsetzung): a) Zweite Beratung des von der Bundesre- gierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bun- deshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2001 (Haushaltsgesetz 2001) (Drucksachen 14/4000, 14/4302) . . . . 13187 B b) Beschlussempfehlung und Bericht des Haushaltsausschusses zu der Unterrich- tung durch die Bundesregierung: Finanz- plan des Bundes 2000 bis 2004 (Drucksachen 14/4001, 14/4301, 14/4524) 13187 B Einzelplan 04 Bundeskanzler und Bundeskanzleramt (Drucksachen 14/4504, 14/4521) . . . . . . . 13187 B Michael Glos CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . . 13187 D Dr. Peter Struck SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13194 A Sylvia Bonitz CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . 13197 D Rainer Brüderle F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13199 A Kerstin Müller (Köln) BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13204 B Roland Claus PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13210 C Gerhard Schröder, Bundeskanzler . . . . . . . . . 13214 B Friedrich Merz CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . 13223 B Ludwig Stiegler SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13231 A Matthias Berninger BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13231 C Sabine Kaspereit SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13233 D Günter Nooke CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . 13236 A Lothar Mark SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13238 B Dr. Norbert Lammert CDU/CSU . . . . . . . . . 13239 D Klaus Hagemann SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13241 A Namentliche Abstimmung . . . . . . . . . . . . . . . 13242 A Ergebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13242 C Einzelplan 05 Auswärtiges Amt (Drucksachen 14/4505, 14/4521) . . . . . . . 13245 A Karl Lamers CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . . 13245 A Uta Titze-Stecher SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . 13247 C Dr. Werner Hoyer F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . . . 13251 B Rita Grießhaber BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13253 C Wolfgang Gehrcke PDS . . . . . . . . . . . . . . . . 13255 B Joseph Fischer, Bundesminister AA . . . . . . . . 13256 D Ursula Heinen CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . 13260 C Marion Caspers-Merk SPD . . . . . . . . . . . . . . 13262 A Christian Schmidt (Fürth) CDU/CSU . . . . . . 13263 D Volkmar Schultz (Köln) SPD . . . . . . . . . . . . 13265 D Einzelplan 14 Bundesministerium der Verteidigung (Drucksachen 14/4513, 14/4521) . . . . . . . 13267 A Plenarprotokoll 14/136 Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 136. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 29. November 2000 I n h a l t : Dietrich Austermann CDU/CSU . . . . . . . . . . 13267 C Volker Kröning SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13269 D Günther Friedrich Nolting F.D.P. . . . . . . . . . 13273 D Angelika Beer BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13276 B Jürgen Koppelin F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . 13277 D Heidi Lippmann PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13278 D Rudolf Scharping, Bundesminister BMVg . . 13280 C Jürgen Koppelin F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . 13281 B Dietrich Austermann CDU/CSU . . . . . . . 13283 C Jürgen Koppelin F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . 13284 C Helmut Rauber CDU/CSU . . . . . . . . . . . 13285 B Jürgen Koppelin F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . . . . 13287 A Paul Breuer CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . . . 13287 B Winfried Nachtwei BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13290 B Helmut Rauber CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . 13290 D Kurt J. Rossmanith CDU/CSU . . . . . . . . . . . 13291 B Namentliche Abstimmungen 13293 A, 13293 A, 13298 B Ergebnisse . . . . . . 13293 D, 13296 A, 13301 C Einzelplan 09 Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (Drucksachen 14/4509, 14/4521) . . . . . . . 13298 B Dankward Buwitt CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 13298 D Manfred Hampel SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13303 B Rainer Brüderle F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13306 D Antje Hermenau BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13308 D Dr. Christa Luft PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13310 D Dr. Werner Müller, Bundesminister BMWi . . 13312 B Dankward Buwitt CDU/CSU . . . . . . . . . 13314 C Ernst Hinsken CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 13316 A Gunnar Uldall CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . 13316 D Michaele Hustedt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13319 B Max Straubinger CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . 13320 C Einzelplan 23 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Drucksachen 14/4517, 14/4521) . . . . . . . 13322 C Dr. Christian Ruck CDU/CSU . . . . . . . . . . . 13322 D Dr. Emil Schnell SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13324 D Peter Weiß (Emmendingen) CDU/CSU 13325 D Jürgen Koppelin F.D.P. . . . . . . . . . . . . . . . . . 13327 C Antje Hermenau BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13329 B Carsten Hübner PDS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13331 B Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin BMZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13332 C Detlev von Larcher SPD . . . . . . . . . . . . . 13333 D Klaus-Jürgen Hedrich CDU/CSU . . . . . . . . . 13335 B Dr. Uschi Eid BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 13337 B Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13338 C Berichtigungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13338 A Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 13339 A Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Annelie Buntenbach (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zur Abstimmung über die Be- schlussempfehlung des Haushaltsausschusses zum Entwurf eines Gesetzes über die Feststel- lung des Bundeshaushaltsplans für das Haus- haltsjahr 2001 (Haushaltsgesetz 2001); hier: Einzelplan 14 – Geschäftsbereich des Bundes- ministeriums der Verteidigung (Tagesordnungs- punkt III. 16) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13339 C Anlage 3 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Monika Knoche (BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN) zur Abstimmung über die Beschlussem- pfehlung des Haushaltsausschusses zum Ent- wurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2001 (Haushaltsgesetz 2001); hier: Einzelplan 14 – Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung (Tagesordnungspunkt III. 16) 13340 C Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 136. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. November 2000II Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 136. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. November 2000
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    Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 136. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. November 2000 Klaus-Jürgen Hedrich 13338 (C) (D) (A) (B) Berichtigungen 133. Sitzung, Seite 12861 (D) zweiter Absatz, der zweite Satz ist wie folgt zu lesen: „Diese 3,5 Millionen DM sind insofern verstetigt, als sie einen Ver- trag zwischen zwei förderalen Institutionen – zwischen Bund und Land – betreffen und Personalkosten sind.“ 135. Sitzung, Seite 13152 (B) vierter Absatz, der erste Satz ist wie folgt zu lesen: „Deshalb habe ich Herrn Austermann im Ohr, der vorhin behauptet hat, wir würden im Interesse der Haushaltskonsolidierung keine Ausgaben- beschränkung vornehmen, keine Ausgabendisziplin üben.“ 135. Sitzung, Seite 13155 (D) erster Absatz, der erste Satz ist wie folgt zu lesen: „Also lassen Sie das doch mit der Leitgeschichte und bleiben Sie bes- ser bei Herrn Stoiber, der zu Recht auf Bayerisch gesagt hat: D’Leit brauch’n a Kultur.“ Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 136. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. November 2000 13339 (C) (D) (A) (B) Balt, Monika PDS 29.11.2000 Dr. Blüm, Norbert CDU/CSU 29.11.2000 Bühler (Bruchsal), CDU/CSU 29.11.2000* Klaus Burchardt, Ursula SPD 29.11.2000 Frankenhauser, Herbert CDU/CSU 29.11.2000 Frick, Gisela F.D.P. 29.11.2000 Friedhoff, Paul K. F.D.P. 29.11.2000 Hasselfeldt, Gerda CDU/CSU 29.11.2000 Heyne, Kristin BÜNDNIS 90/ 29.11.2000 DIE GRÜNEN Holetschek, Klaus CDU/CSU 29.11.2000 Dr. Kohl, Helmut CDU/CSU 29.11.2000 Kramme, Anette SPD 29.11.2000 Maaß (Wilhelmshaven), CDU/CSU 29.11.2000* Erich Müller (Berlin), PDS 29.11.2000 Manfred Pau, Petra PDS 29.11.2000 Reiche, Katherina CDU/CSU 29.11.2000 Schenk, Christina PDS 29.11.2000 Schewe-Gerigk, BÜNDNIS 90/ 29.11.2000 Irmingard DIE GRÜNEN von Schmude, Michael CDU/CSU 29.11.2000 Schulhoff, Wolfgang CDU/CSU 29.11.2000 Dr. Volmer, Ludger BÜNDNIS 90/ 29.11.2000 DIE GRÜNEN Wiese (Hannover), SPD 29.11.2000 Heino Wohlleben, Verena SPD 29.11.2000 Wülfing, Elke CDU/CSU 29.11.2000 * für die Teilnahme an Sitzungen der Parlamentarischen Versamm- lung des Europarates entschuldigt bisAbgeordnete(r) einschließlich Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Anlagen zum Stenographischen Bericht Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Annelie Buntenbach (BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN) zur Abstimmung über die Beschlussempfehlung des Haushaltsaus- schusses zum Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2001 (Haushaltsgesetz 2001); hier: Einzelplan 14 – Geschäftsbereich des Bun- desministeriums der Verteidigung (Tagesord- nungspunkt III. 16) Ich lehne den Verteidigungshaushalt ab. Das Parlament ist von der ihm zustehenden Beratung und Entscheidung über die Ausrichtung und Struktur einer reformierten Bundeswehr praktisch enteignet worden. Dieses vorde- mokratische Verfahren lässt mir als Abgeordnete im Deut- schen Bundestag lediglich die Möglichkeit, meine Kritik beim Etat zum Ausdruck zu bringen. Hierbei geht es zum einen darum, dass ich eher aus der Presse als aus den dafür zuständigen Gremien über Vor- haben der Privatisierung und Wirtschaftskooperation er- fahre, deren Implikationen im parlamentarischen Raum keiner oder jedenfalls keiner rechtzeitigen oder angemes- senen parlamentarischen Beurteilung unterworfen wer- den. Auch langfristige Verpflichtungen zum Beispiel ge- genüber den europäischen Partnern werden eingegangen, ohne dass über deren Inhalt und Umfang im Deutschen Bundestag befunden worden wäre. Hier zeichnen sich Ri- siken für einen erheblichen Aufwuchs des Verteidigungs- etats ab, was ich nachdrücklich ablehne. Ein solches Vor- gehen lässt sich weder mit meinem Selbstverständnis und meiner Verantwortung als Abgeordnete vereinbaren noch mit meinem Verständnis von der Würde des Parlaments. Zum anderen: Der in der Verfassung festgeschriebene Auftrag der Bundeswehr ist die Landesverteidigung. Wenn jetzt der Fokus auf „Bündnisverteidigung“ erwei- tert bzw. verlagert wird, bedeutet das statt einem Abbau der angriffsfähigen Verbände einen Ausbau der Krisenre- aktionskräfte. Die Armee wird auf Interventionsfähigkeit umgebaut – warum und für was? Auch der Kosovo-Krieg wäre nach offizieller Diktion unter „Bündnisverteidi- gung“ subsumiert worden, die aktuelle NATO-Strategie – übrigens genau wie die Bundeswehrstrukturreform zwar von tief greifender Bedeutung, aber ohne parlamen- tarische Befassung – geht von militärischen Präventiv- schlägen – zum Beispiel zur „Vermeidung von Flücht- lingströmen“ – aus. An ein UN-Mandat als Voraussetzung ist eine solche Intervention nicht gebunden. Auf der europäischen Ebene wird eine gemeinsame Truppe gebildet – ebenfalls wie die Bundeswehrstruk- turreform und die NATO-Strategie nicht einmal Gegen- stand von Beratungen, geschweige denn transparenter Entscheidung im Parlament! In wieweit dies zusätzliches Personal bedeutet, kann ich zurzeit nicht verifizieren, scheint mir aber gerade wegen der Notwendigkeit, bei Krisenreaktionskräften in regelmäßigen Abständen die Kräfte auszutauschen, sehr wahrscheinlich. Mit Sicher- heit bedeutet es zusätzliche Ausrüstung, damit ein Wei- terdrehen der Rüstungsspirale statt des überfälligen Ausstiegs. „Die Krisenreaktionstruppe soll durch um- fangreiche Lufttransport- und Logistik-Einheiten ergänzt werden. Die Truppe soll für Einsätze von über einem Jahr in bis zu 4 000 Kilometern Entfernung bereitstehen“ heißt es in einer Agenturmeldung vom 22. September 2000. Ei- nen so weit gestreckten Aktionsradius kann ich mit mei- nem Verständnis von Landesverteidigung nicht vereinba- ren und muss schon deshalb gegen ein solches Projekt erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken geltend ma- chen. An der europäischen Truppe hat der Verteidigungsmi- nister eine erhebliche Beteiligung zugesagt, Deutschland würde nach bisherigem veröffentlichten Stand gar den Löwenanteil übernehmen. In der Öffentlichkeit führt das zu besorgten Äußerungen – „Spiegel“, 48/2000 –: „Bei künftigen Krisen in Europa werden die Amerikaner ‚Ger- mans to the front’ rufen, anstatt eigene Spezialkräfte zu schicken. Und EU-Partner werden die starken Deutschen bei militärischen Abenteuern gern und womöglich oft um Hilfe bitten. Eine Berliner Regierung, die zudem offensiv einen ständigen Sitz im Uno-Sicherheitsrat anstrebt, könnte kaum noch nein sagen.“ Das sind Parameter für eine deutsche Militärpolitik, die ich nicht mittragen kann und will. Anlage 3 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Monika Knoche (BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN) zur Abstimmung über die Beschlussempfehlung des Haushaltsaus- schusses zum Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2001 (Haushaltsgesetz 2001); hier: Einzelplan 14 – Geschäftsbereich des Bun- desministeriums der Verteidigung (Tagesord- nungspunkt III. 16) Ich lehne den Verteidigungshaushalt ab. Das Parlament ist mit der Entscheidung über die Ausrichtung und Struk- tur einer reformierten Bundeswehr nicht befasst worden. Dieses Verfahren lässt mir als Abgeordnete im Deutschen Bundestag lediglich die Möglichkeit, meine Kritik beim Etat zum Ausdruck zu bringen. Hierbei geht es unter anderem darum, dass die Impli- kationen der Vorhaben der Privatisierung und Wirt- schaftskooperation im parlamentarischen Raum keiner oder jedenfalls keiner rechtzeitigen oder angemessenen parlamentarischen Beurteilung unterworfen werden. Auch langfristige Verpflichtungen zum Beispiel gegen- über den europäischen Partnern werden eingegangen, ohne dass über deren Inhalt und Umfang im Deutschen Bundestag befunden worden wäre. Hier zeichnen sich Ri- siken für einen erheblichen Aufwuchs des Verteidigungs- etats ab, was ich nachdrücklich ablehne. Ein solches Vor- gehen lässt sich weder mit meinem Selbstverständnis und meiner Verantwortung als Abgeordnete vereinbaren noch mit meinem Verständnis von der Aufgabe des Parlaments. Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 136. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. November 200013340 (C) (D) (A) (B) Druck: MuK. Medien- und Kommunikations GmbH, Berlin
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    Rede von Rainer Brüderle


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (F.D.P.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)

    Frau Präsidentin! Meine
    Damen und Herren! Ich beginne mit drei Aussagen.
    Erstens:

    Der deutsche Arbeitsmarkt gehört weltweit zu den
    reglementiertesten.

    Zweitens:
    Man muss darüber nachdenken, ob der Anreiz, in
    Deutschland Arbeit aufzunehmen, nicht zu gering
    ist.

    (Uta Titze-Stecher [SPD]: Alte Kamellen!)





    Manfred Hampel
    13306


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    Drittens:
    Bei der Diskussion über Löhne unter Tarif für exis-
    tenzbedrohte Betriebe hoffe ich, dass der gedanklich
    richtige Ansatz nicht völlig tot ist.

    Dies sind keine Aussagen von mir, sondern vom Bundes-
    wirtschaftsminister in der „Süddeutschen Zeitung“ vom
    vergangenen Samstag.


    (Beifall bei der F.D.P.)

    Sie sehen: Ich registriere immer mit größtem Interesse,

    was Sie, Herr Müller, von sich geben. Meine Damen und
    Herren, ich gratuliere dem Bundeswirtschaftsminister zu
    seinen Einsichten.


    (Beifall bei der F.D.P.)

    Doch anscheinend leben Sie, Herr Müller, in einem poli-
    tischen Paralleluniversum; denn Ihr Haushalt drückt ge-
    nau das Gegenteil von dem aus, was Sie uns in Ihren
    Sonntagsreden verbal zu vermitteln versuchen.


    (Hartmut Schauerte [CDU/CSU]: Das ist extraterrestrisch!)


    Ihr Etat ist rückwärts gewandt und reformfeindlich. Es
    bleibt dabei: Der Bundeswirtschaftsminister hält an über-
    kommenen Wirtschaftsstrukturen fest und behindert den
    notwendigen Strukturwandel.


    (Beifall bei der F.D.P. sowie des Abg. Dietrich Austermann [CDU/CSU])


    Einem Wirtschaftsminister hätte es gut zu Gesicht ge-
    standen, wenn er dem armen Rezzo Schlauch etwas laut-
    stärker beigestanden hätte.


    (Beifall bei der F.D.P.)

    Er hat ja mittlerweile dermaßen Prügel von den grünen
    Reformverweigerern bezogen, dass er sich erst gar nicht
    in die Wirtschaftsdebatte traut.


    (Widerspruch beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Dabei hat Herr Schlauch nichts anderes als einen Schritt
    in Richtung Realität getan. Er hat erkannt, dass unser
    starres Tarifsystem Arbeitslosigkeit produziert. Er hat
    erkannt, dass Beschäftigte und Betriebe flexibel auf un-
    terschiedliche wirtschaftliche Situationen reagieren kön-
    nen müssen. Er hat erkannt, dass wir weniger Macht
    der Verbände, dafür eine Stärkung der individuellen
    Verantwortung brauchen.


    (Beifall bei der F.D.P. – Hartmut Schauerte [CDU/CSU]: Wenig – aber immerhin!)


    Herr Müller, es würde einem Wirtschaftsminister gut
    zu Gesicht stehen, wenn er sich nicht nur in Sonntagsre-
    den, sondern auch in aktuellen politischen Debatten für
    eine überfällige Reform unserer Arbeitsmarktordnung
    einsetzen würde.


    (Beifall bei der F.D.P.)

    Ihre Aufgabe ist es nicht, sich fein zurückzuhalten und
    sich in Selbstmitleid über Ihre schwache Position inner-
    halb des Kabinetts zu ergehen.

    Ihre Politik erinnert manchmal an „Das Schweigen der
    Lämmer“,


    (Antje Hermenau [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wer ist hier Hannibal?)


    hat aber wenig mit der Funktion eines Bundeswirtschafts-
    ministers zu tun. Ihre Aufgabe ist es, sich kraftvoll und mit
    Nachdruck für die Wirtschaft einzusetzen. Es kann ja sein,
    dass Sie in solchen Momenten bei sich auch ein Glaub-
    würdigkeitsproblem sehen. Es kann aber auch sein, dass
    Sie gar nicht öffentlich für mehr Flexibilität, mehr Wett-
    bewerb und mehr Arbeitsplätze und damit für die Interes-
    sen der deutschen Volkswirtschaft streiten wollen.

    Stattdessen streiten Sie lieber für ehemalige Staatsun-
    ternehmen wie Post oder Telekom. Sie streiten für ein
    Zurückdrehen der Liberalisierung des deutschen Strom-
    marktes. Sie wollen einen deutschen Energiesockel und
    das Importverbot für billigen Auslandsstrom durchsetzen.
    Sie ziehen gegen Wettbewerb und sinkende Preise auf den
    Energiemärkten zu Felde. Sie kämpfen nicht für mehr
    wettbewerbsfähige Strukturen im deutschen Bergbau.
    Sie setzen sich gegenüber Brüssel für die Weiterzahlung
    der Steinkohlesubventionen ein und verpassen wieder
    einmal eine Chance, Subventionen zu kürzen.


    (Beifall bei der F.D.P.)

    Auch beim Sparen arbeiten Sie mit Tricks. Da werden

    Steinkohlebeihilfen in Höhe von 190 Millionen DM für
    das kommende Jahr gekürzt, um sie gleichzeitig der Ruhr-
    kohle AG für das Jahr 2003 zuzusagen.


    (Beifall der Abg. Gudrun Kopp [F.D.P.])

    Ich frage mich: Muss der Staat wegen seines Sparkurses
    jetzt schon Darlehen bei der Kohleindustrie aufnehmen?


    (Beifall bei der F.D.P.)

    Herr Müller, das ist Verschieben und nicht Sparen.


    (Zuruf von der SPD: Ach, Sie waren auch schon besser!)


    Wenn Sie dann tatsächlich einmal den Rotstift anset-
    zen, dann trifft es natürlich den Mittelstand. Der kann sich
    auch nicht wehren; er hat bei Ihnen sowieso keine Lobby.
    Der Etat für die Förderung kleiner und mittlerer Unter-
    nehmen ist innerhalb von drei Jahren von 1,3 Milli-
    arden DM auf 0,5 Milliarden DM zusammengestri-
    chen worden. Die Existenzgründungsberatung, die For-
    schungs- und Innovationsförderung für kleine und mitt-
    lere Unternehmen oder der Technologietransfer sind Bei-
    spiele dafür, wo Sie die Mittel zulasten des deutschen
    Mittelstandes zusammengestrichen haben.

    Sie lassen auch die ostdeutschen Bürger und Unter-
    nehmen im Regen stehen. Denen müssen Sie schon erklä-
    ren, warum Sie die Mittel für die Gemeinschaftsaufgabe
    zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftstruktur Ost
    um 300 Millionen DM kürzen, gleichzeitig aber nach
    Brüssel rennen, um auch weiterhin die deutsche Stein-
    kohle mit rund 8 Milliarden DM alimentieren zu können.


    (Dietrich Austermann [CDU/CSU]: Ja!)

    Das versteht niemand.




    Rainer Brüderle

    13307


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    Für die New Economy, die Sie im letzten „Müller-
    Comic“ – auch Wirtschaftsbericht genannt – noch groß
    feierten, haben Sie nur warme Worte, aber offensichtlich
    kein Geld. Die Bundesregierung erweist sich hier auf vie-
    len Feldern als Bremser, sei es bei der Urheberrechtsab-
    gabe auf Computer, sei es bei der Besteuerung von Stock
    Opinions für Mitarbeiter in den Start-ups.


    (Dr. Ditmar Staffelt [SPD]: Das sind Stock Options!)


    – Hören Sie mal zu, Herr Staffelt. Das tut Ihnen auch gut.
    Längst haben alle Gründer von Start-ups eine Tapfer-
    keitsmedaille verdient, denn es gehört schon viel Mut
    dazu, unter Grün-Rot ein Unternehmen zu gründen.


    (Beifall bei der F.D.P. sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Die New Economy zeigt eines ganz deutlich: Die Wirt-
    schaft wird durch Internet und E-Commerce immer glo-
    baler, immer transparenter. Der Wettbewerbsdruck auf
    den einzelnen Betrieb, auf die ganze Volkswirtschaft
    nimmt zu. Die Wirtschaft nähert sich dank der neuen
    Technologien immer schneller einer grenzenlosen Welt-
    wirtschaft. Die F.D.P. ist nicht umsonst die Partei der „Ge-
    neration @“, der Start-ups, der jungen Unternehmen, der-
    jenigen, die in unserem Land endlich etwas bewegen
    wollen, denn wir kämpfen wie sie gegen bürokratische
    Gängelung, für weniger Staat, weniger Verwaltung, weni-
    ger Bevormundung und weniger Reglementierung.

    Herr Müller, wenn Sie es mit der Internet-Ökonomie
    ernst meinen, dann gehen Sie von der Bremse. Beziehen
    Sie Stellung, setzen Sie sich für die Interessen derjenigen
    ein, die hoch produktive und zukunftsträchtige Arbeits-
    plätze für hochqualifizierte Mitarbeiter schaffen. Wenn
    Sie das nicht tun, dann hören Sie wenigstens auf, Lippen-
    bekenntnisse abzugeben,


    (Beifall bei der F.D.P.)

    denn, Herr Müller, New Economy ist kein neues Sitz-
    platzangebot der Lufthansa. New Economy ist Realität
    und Zukunft.


    (Zuruf von der SPD: Es heißt auch nicht Stock Opinions! – Heiterkeit bei der SPD)


    Meine Damen und Herren, es ist bezeichnend, dass wir
    uns in einer Haushaltswoche in den Abendstunden über
    den Wirtschaftsetat unterhalten müssen. Das führe ich
    nicht in erster Linie darauf zurück, Herr Müller, dass Sie
    Ihren Etat 2001 gern vor der Öffentlichkeit verstecken
    wollen. Grund dafür hätten Sie. Das hängt vielmehr und
    in erster Linie damit zusammen, dass die Bedeutung des
    Wirtschaftsministeriums in dieser Regierung ge-
    schrumpft ist.


    (Beifall bei der F.D.P. sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU – Hartmut Schauerte [CDU/ CSU]: Leider wahr! Leider wahr!)


    Die Wirtschaftspolitik hat keine klare Linie mehr, und
    wird zusehends vom Bundeskanzler mit bestritten.


    (Zurufe von der SPD: Ja, das ist Chefsache! – Der versteht was davon!)


    Wirtschaftspolitik wird vom Wirtschaftsminister nur noch
    als Randerscheinung verkauft, und das in einem Land, das
    die soziale Marktwirtschaft zum Exportschlager gemacht
    hat, das dem Staat aufgrund historischer Erfahrung die
    Schiedsrichter- und nicht die Mitspielerrolle zugewiesen
    hat, das auf ordnungspolitische Zusammenhänge gebaut
    hat. Hier spielt inzwischen das ordnungspolitische Ge-
    wissen, das Wirtschaftsministerium, keine Rolle mehr.
    Das Denken in Zusammenhängen, in Ordnungen ist
    längst einem einzelfallbezogenen, widersprüchlichen und
    interventionistischen Aktionismus gewichen.

    Symbol für den Verfall ordnungspolitischen Denkens
    in Deutschland ist die Amputation der Grundsatzabtei-
    lung des Wirtschaftsministeriums. Deutlicher kann das
    ordnungspolitische Vakuum dieser Bundesregierung
    nicht sein.


    (Beifall bei der F.D.P. sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Angesichts dieser Entwicklungen verwundert es we-
    nig, dass Ihr Zahlenwerk, Herr Minister Müller, für das
    Jahr 2001 weder Visionen noch politisches Gewicht er-
    kennen lässt. Vielleicht ist das schon ein Vorbote für Ihren
    baldigen Abschied aus dem Bundeskabinett. Sie haben ja
    schon angedeutet, dass neue Aufgaben in der Wirtschaft
    Sie reizen würden.

    Der Bundeskanzler scheint insgesamt wenig Glück mit
    seinen Quereinsteigern zu haben.


    (Antje Hermenau [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Die F.D.P. auch nicht!)


    Sie jedenfalls, Herr Müller, haben sich längst als
    wirtschaftspolitischer Einwechselspieler erwiesen, der
    sich bis heute keinen echten Stammplatz erkämpfen
    konnte. Angesichts Ihrer saft- und kraftlosen Politik ver-
    wundert das wenig.

    Der Standort Deutschland verdient mehr als bunte
    Wirtschaftsberichte und einen uninspirierenden Etat.
    Deutschland kommt nur nach vorne, wenn wir mit Phan-
    tasie und Gestaltungswillen vorwärts gehen. Das ist bei
    diesem Wirtschaftsminister leider nicht zu erwarten.

    Vielen Dank.

    (Beifall bei der F.D.P. und der CDU/CSU)




Rede von Anke Fuchs
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)
Das Wort hat jetzt die
Kollegin Antje Hermenau, Bündnis 90/Die Grünen.


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Antje Hermenau


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Liebe Kol-
    leginnen und Kollegen von der Opposition, ich will ein-
    mal ein paar Sachen klarstellen. Herr Brüderle, Sie haben
    wahrscheinlich in den letzten Jahren im Herbst zu oft ir-
    gendwelche pfälzischen Weinköniginnen zu Boden ge-
    knutscht,


    (Rainer Brüderle [F.D.P.]: Was haben Sie gegen Weinköniginnen?)


    sonst hätten Sie mitbekommen, dass die ganze verhäng-
    nisvolle Malaise mit der Steinkohle auf Ihrem und dem




    Rainer Brüderle
    13308


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    Mist der CDU gewachsen ist. Sie sollten wissen, dass es
    1997 einen Kompromiss gegeben hat, der auf einer Rege-
    lung beruht, die früher einmal der F.D.P.-Wirtschaftsmi-
    nister Lambsdorff getroffen hat. Das ist mein Kenntnis-
    stand zu diesen Dingen.

    Weil wir gerade dabei sind: Es mag sein, dass die
    sächsische Zunge ab und zu dazu neigt, ein hartes t und
    ein weiches d miteinander zu verwechseln. Aber ich glau-
    be, das macht aus dem „Tankwart“ Buwitt noch lange kei-
    nen Ökosteuerexperten. Ihre Bemerkungen haben jeden-
    falls nichts davon erkennen lassen.

    Kommen wir zurück zum Etat. Der Etat ist im Laufe
    der Haushaltsberatungen immerhin um 400 Millio-
    nen DM gestiegen. Trotzdem haben wir es geschafft, die
    Nettoneuverschuldung um insgesamt 2 Milliarden DM zu
    reduzieren. Diese Haushaltsführung nenne ich sehr inspi-
    rierend und sehr kreativ.

    Wenn Sie sich die Schwerpunkte anschauen, dann
    werden Sie diese sehr schnell erkennen: erneuerbare
    Energien, Mittelstand, Forschung, Verbraucherschutz und
    Meister-BAföG. Das sind übrigens alles ganz wichtige
    Punkte. Nachdem Sie das Meister-BAföG erfunden hat-
    ten, haben Sie es einfach weiterlaufen lassen. Nun hat es
    sich entwickelt. Wir müssen eine Novelle machen, weil
    wir festgestellt haben, dass Mittel außerordentlich
    schlecht abgeflossen sind. Sie haben in der Summe noch
    nicht einmal die Hälfte des Ansatzes erreicht. Wir haben
    mit diesem Haushalt die Weichen für eine Novelle des
    Meister-BAföG gestellt.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


    Ich weiß überhaupt nicht, wie Sie auf die Idee kom-
    men, der Mittelstand würde unter einer rot-grünen Regie-
    rung zu leiden haben. Ich kann dafür keinen Anlass sehen.

    Kommen wir einmal auf die erneuerbaren Energien
    zu sprechen, die Sie als einen Schwerpunkt der Etatbera-
    tungen gegeißelt haben, Herr Buwitt. Ich stehe mit Lei-
    denschaft dahinter. Das ist der Punkt: Es ist die Leiden-
    schaft für eine Idee, die sich hier zeigt. Ich weiß nicht, wie
    es früher gewesen ist. Aber wahrscheinlich war es damals
    im Bundestag nicht anders, als irgendwann einmal die
    Atomgesetzgebung auf den Weg gebracht worden ist.
    Auch damals standen hier sicherlich Leute mit großer Lei-
    denschaft und einem Funkeln in den Augen und meinten,
    dass dies die bahnbrechende Idee für die Energieerzeu-
    gung in Deutschland sei.

    Nun kann es zwar sein, dass es mit den erneuerbaren
    Energien nicht so klappt, wie wir uns das wünschen. Aber
    ich glaube, Herr Buwitt, es wird klappen, und zwar deut-
    lich besser als bei der Atomenergiegewinnung, bei der es
    erhebliche Probleme gab. Wir ebnen den erneuerbaren
    Energien den Weg.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD – Dietrich Austermann [CDU/ CSU]: Jetzt lache ich mich tot!)


    Wir beschließen deswegen aber nicht extra ein Gesetz,
    das diese Energiegewinnung sozusagen wie den Letzten

    seiner Art schützt. Vielmehr machen wir es ganz ge-
    schickt, indem wir eine Subvention über ein paar Jahre
    laufen lassen, die damit zeitlich begrenzt und überschau-
    bar ist. Zudem hat sie einen vernünftigen Kurvenverlauf;
    denn sie erreicht in der Mitte ihres Verlaufs ihren höchsten
    Punkt. Das halte ich für eine vernünftige und strukturierte
    Vorgehensweise. Ich kann überhaupt nicht erkennen, was
    das mit dem Gemauschel, aus dem der Haushalt des Wirt-
    schaftsministeriums nach vielen Jahren besteht, zu tun
    hat.

    Wir haben bei der Subventionspolitik neue Kriterien
    eingeführt. Das erkennt man an den Subventionen für die
    erneuerbaren Energien. Wir setzen auf zeitlich befristete
    Abläufe, auf absehbare Kurven- und Ausgabenverläufe.
    Das halte ich für richtungsweisend.


    (Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der SPD)


    Ich glaube, dass wir von dem, wofür wir das Geld aus-
    geben, in nächster Zeit erkennbar profitieren werden. Es
    geht zum Beispiel darum, im Bereich der Brennstoffzel-
    len neue Antriebsformen zu erforschen. Es geht allgemein
    um neue Antriebstechnologien auf regenerativer Basis.
    Wenn wir in der Forschung zu neuen Ergebnissen kom-
    men, werden wir die wirklichen Probleme unserer Zeit lö-
    sen.

    Es wurden vorhin Zweifel daran geäußert – was Herr
    Brüderle hier vorgetragen hat, klang wie eine Grabesrede –,
    dass die Konjunktur in Schwung kommt. Daher nenne ich
    lieber unverdächtige Quellen, zum Beispiel den Bun-
    desverband deutscher Banken, der darauf hinweist, dass
    es zwar ein etwas verlangsamtes Wirtschaftswachstum
    gibt. Dies sei aber eine vorübergehende Wachstums-
    schwäche auf hohem Niveau und keine Konjunktur-
    wende. Die konjunkturelle Grundtendenz sei im Allge-
    meinen – unter anderem auch wegen der rot-grünen Geld-
    und Finanzpolitik – robust.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


    Wenn Sie noch mehr Aussagen von Unverdächtigen
    brauchen, dann nenne ich das Herbstgutachten der Wirt-
    schaftsinstitute vom Oktober dieses Jahres. Dort wird ein
    Wachstum von rund 3 Prozent – auch für das nächste
    Jahr – als stabil angesehen. Wenn ich mich recht erinnere,
    ist das das höchste Wachstum seit 1993.


    (Hartmut Schauerte [CDU/CSU]: Das ist ganz richtig! Das war 1993!)


    Aber das damalige war meines Erachtens geborgt, es war
    Ergebnis der deutschen Einheit. Es resultierte aus dem
    Konsumverhalten der Ostdeutschen. Es handelte sich
    nicht um eine wirkliche Konjunktur, wenn Sie mich fra-
    gen. Die jetzige hingegen hat durchaus mehr Substanz.

    Sie können sich ja einmal die harten Fakten anschauen,
    zum Beispiel den Geschäftsklimaindex, die Auftragsein-
    gänge und die Industrieproduktion. Dann werden Sie er-
    kennen, dass sogar in Ostdeutschland trotz der schweren
    Bedingungen inzwischen 58 Prozent der Betriebe stei-
    gende Auftragseingänge verzeichnen können. Vor dem




    Antje Hermenau

    13309


    (C)



    (D)



    (A)



    (B)


    Hintergrund kann ich die Grabesreden, die Sie hier an-
    stimmen, nicht verstehen.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Ich rede gerne noch einmal über den Aufbau Ost ins-
    gesamt. Sie haben das hier angemahnt, indem Sie auf den
    Änderungsantrag zur Gemeinschaftsaufgabe Infrastruk-
    turinvestitionen hingewiesen haben. Es gab eine allge-
    meine Vereinbarung, wie mit dieser Gemeinschaftsauf-
    gabe in den nächsten Jahren umzugehen ist. Sie wissen
    genau, dass man dies mit den betreffenden Ländern dis-
    kutieren muss. Es gab eine Vereinbarung, wie sich die Fi-
    nanzierung zu entwickeln habe. Dagegen haben die ost-
    deutschen Länder keinen Einspruch erhoben. Es ist
    natürlich wohlfeil, wenn Sie jetzt meinen, Sie müssten
    sich zum Anwalt der ostdeutschen Länder machen.


    (Ernst Hinsken [CDU/CSU]: Das machen wir doch immer!)


    Wenn die ostdeutschen Länder selber kein Handeln ein-
    fordern, dann sehe ich keinen Grund, vonseiten des Bun-
    des etwas zu ändern. Das ist das Erste.

    Das Zweite ist: Es gibt natürlich eine Reihe von
    Bemühungen – auch wenn Sie das als einen Tropfen auf
    den heißen Stein ansehen –, den kleinen und mittelständi-
    schen Unternehmen in den fünf neuen Ländern – große
    gibt es dort fast gar nicht – auf die Beine zu helfen. Ich
    denke daran, dass wir den Absatz der ostdeutschen Pro-
    dukte verstetigt haben. Es wird nicht nur bei der Sanie-
    rung der Schienenwege und Straßen eine Reihe öffentli-
    cher Investitionen geben, sondern zum Beispiel auch bei
    den Stadien in Leipzig und in Berlin oder beim Sportstät-
    tenbau Ost insgesamt. Es gibt Förderprogramme, die vor
    allen Dingen die gemeinsame Forschung von Unterneh-
    men mit wissenschaftlichen Einrichtungen fördern wer-
    den, wie zum Beispiel das Förderprogramm PRO INNO.
    Ostdeutsche Unternehmen liegen dabei mit fast 60 Pro-
    zent weit über dem Abfragenniveau der westdeutschen
    Länder. Für mich gibt es erkennbar eine Reihe von struk-
    turellen Bemühungen, um dem ostdeutschen Mittelstand
    auf die Beine zu helfen. Ich finde überhaupt nicht, dass
    man behaupten könne, dem wäre nicht so.

    Jetzt kommen wir noch einmal zur Tagespolitik, zur
    EXPO. Das Thema hat hier ja einige erregt, deswegen
    muss auch jeder etwas dazu sagen. Reden wir einmal da-
    rüber.


    (Dietrich Austermann [CDU/CSU]: Wer zahlt wie viel?)


    – Wenn ihr schweigt, fange ich an zu reden. Es ist er-
    staunlich, dass das Land Niedersachsen eine Pleite an-
    meldet, wo es doch gerade erst bei den Werften nach der
    Kofinanzierung geschrieen hat – aber das lasse ich einmal
    als lästerliche Vorbemerkung so stehen.

    Ich glaube nicht, dass der Haushaltausschuss des Deut-
    schen Bundestages – da werden mir die Kollegen aus dem
    Haushaltsausschuss alle Recht geben und so habe ich
    auch die bisherigen Redebeiträge verstanden – bereit ist,
    solche Entscheidungen ohne Kenntnis der Zahlen und Ab-

    rechnungen zu treffen. Davon müssen wir ausgehen. Sie
    wissen selbst, dass wir im Haushaltsausschuss lange über
    dieses Thema gesprochen haben. Wir waren uns darüber
    einig, erst die Zahlen zu prüfen, bevor wir diese Dinge ab-
    schließend klären.

    Es gibt den Wunsch des Bundeskanzlers. Den nehmen
    wir ernst. Aber es gibt natürlich auch geordnete Bera-
    tungsverfahren im Haushaltsausschuss. Wir werden se-
    hen, was dabei herauskommt.


    (Ernst Hinsken [CDU/CSU]: Was wünscht denn der Bundeskanzler?)


    – Der Herr Bundeskanzler wird für sich selber sprechen.
    Ich komme noch zum letzten Punkt – er hat, jedenfalls

    nach meiner Auffassung, in den letzten Tagen eine ge-
    wisse Brisanz erreicht –,


    (Dietrich Austermann [CDU/CSU]: Alles sagen sie euch auch nicht!)


    und zwar zur Frage des Verbraucherschutzes. Ich weiß,
    dass es in den letzten Jahren ständig Diskussionen darüber
    gab, ob man Verbraucherschutz überhaupt braucht oder
    nicht. In den letzten Tagen und Wochen ist aber klar
    geworden, wie wichtig die Verbraucherunterrichtung
    ist – zum Beispiel ganz aktuell für das Konsumverhalten
    bezüglich Rindfleisch. Ich bin der Auffassung, dass es uns
    gelungen ist, trotz der Sparbemühungen eine gute Finan-
    zierung für den Bereich des Verbraucherschutzes zu ge-
    währleisten. Das betrifft sowohl die Verbraucherunter-
    richtung als auch die Stiftung Warentest. Ich glaube, dass
    wir uns mit dem Ergebnis sehen lassen können.

    Es ist wichtig, dass die Konsumenten die Möglichkeit
    haben, sich über alle möglichen Varianten des Konsums
    gut zu informieren. Sie müssen die Möglichkeit haben,
    Kaufentscheidungen auf Informationen basierend zu tref-
    fen. Ich halte das für einen wichtigen Punkt und bin dank-
    bar, dass es uns gelungen ist, auch da wieder die Mittel zu
    erhöhen, um den Verbraucherschutz zu stärken.

    Ich danke Ihnen.

    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)