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ID1004220000

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 10/42 Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 42. Sitzung Bonn, Dienstag, den 6. Dezember 1983 Inhalt: Erweiterung der Tagesordnung 2865A Begrüßung des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für das Flüchtlingswesen, Poul Hartling 2955 B Zweite Beratung und Schlußabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Abkommen vom 6. Dezember 1982 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik über den Bau einer Straßenbrücke über den Rhein zwischen Sasbach und Marckoldsheim — Drucksache 10/252 — Beschlußempfehlung und Bericht des Ausschusses für Verkehr — Drucksache 10/688 — 2865 A Zweite Beratung und Schlußabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zum Zweiten Protokoll vom 17. Februar 1983 zur Änderung und Ergänzung des Abkommens vom 22. April 1966 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Japan zur Vermeidung der Doppelbesteuerung bei den Steuern vom Einkommen und bei einigen anderen Steuern — Drucksache 10/461 — Beschlußempfehlung und Bericht des Finanzausschusses — Drucksache 10/694 — 2865 B Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Feuerschutzsteuergesetzes — Drucksache 10/556 —Beschlußempfehlung und Bericht des Finanzausschusses — Drucksache 10/714 — 2865 D Zweite Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 1984 (Haushaltsgesetz 1984) — Drucksachen 10/280, 10/534 — Beschlußempfehlungen und Bericht des Haushaltsausschusses in Verbindung mit Zweite Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über Maßnahmen zur Entlastung der öffentlichen Haushalte und zur Stabilisierung der Finanzentwicklung in der Rentenversicherung sowie über die Verlängerung der Investitionshilfeabgabe (Haushaltsbegleitgesetz 1984) — Drucksachen 10/335, 10/347 — Beschlußempfehlung und Bericht des Haushaltsausschusses — Drucksachen 10/690, 10/691 — Einzelplan 01 Bundespräsident und Bundespräsidialamt — Drucksachen 10/631, 10/659 — . . . . 2866 A II Deutscher Bundestag — 10. Wahlperiode — 42. Sitzung. Bonn, Dienstag, den 6. Dezember 1983 Einzelplan 02 Deutscher Bundestag — Drucksachen 10/632, 10/659 — Conradi SPD 2866 C Wolfgramm (Göttingen) FDP 2867 C Seiters CDU/CSU 2868 B Einzelplan 03 Bundesrat — Drucksachen 10/633, 10/659 — . . . . 2868 D Einzelplan 06 Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern — Drucksachen 10/636, 10/659 — und Art. 23, 24, 24a, 25 und 25a des Entwurfs des Haushaltsbegleitgesetzes 1984 — Drucksachen 10/335, 10/347, 10/690, 10/691 — in Verbindung mit Einzelplan 36 Zivile Verteidigung — Drucksachen 10/656, 10/659 — in Verbindung mit Einzelplan 33 Versorgung — Drucksache 10/654 — Kühbacher SPD 2869 A Gerster (Mainz) CDU/CSU 2872 D Dr. Ehmke (Ettlingen) GRÜNE 2878 A Dr. Hirsch FDP 2881 D Dr. Schmude SPD 2885 C Dr. Laufs CDU/CSU 2889A Schäfer (Offenburg) SPD 2893 B Baum FDP 2896 D Dr. Zimmermann, Bundesminister BMI 2898 D Namentliche Abstimmung 2904 C Einzelplan 07 Geschäftsbereich des Bundesministers der Justiz — Drucksachen 10/637, 10/659 — in Verbindung mit Einzelplan 19 Bundesverfassungsgericht — Drucksachen 10/646, 10/659 — Helmrich CDU/CSU 2906 C Schmidt (München) SPD 2908 D Kleinert (Hannover) FDP 2911 B Schily GRÜNE 2912 C Engelhard, Bundesminister BMJ . . . 2914 B Einzelplan 12 Geschäftsbereich des Bundesministers für Verkehr — Drucksachen 10/642, 10/659 — Hoffmann (Saarbrücken) SPD 2916 C Metz CDU/CSU 2920 B Drabiniok GRÜNE 2922 C Hoffie FDP 2924 C Dr. Dollinger, Bundesminister BMV . . 2926 C Einzelplan 13 Geschäftsbereich des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen — Drucksachen 10/643, 10/659 — Dr. Friedmann CDU/CSU 2928 B Paterna SPD 2930 B Hoffie FDP 2933 B Frau Reetz GRÜNE 2934 D Dr. Schwarz-Schilling, Bundesminister BMP 2936 D Einzelplan 25 Geschäftsbereich des Bundesministers für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau — Drucksachen 10/649, 10/659 — und Art. 26 a des Entwurfs des Haushaltsbegleitgesetzes 1984 — Drucksachen 10/335, 10/347, 10/690, 10/691 — Müntefering SPD 2939 B Echternach CDU/CSU 2942 A Sauermilch GRÜNE 2944 D Gattermann FDP 2946 D Dr. Schneider, Bundesminister BMBau 2948 C Einzelplan 30 Geschäftsbereich des Bundesministers für Forschung und Technologie — Drucksachen 10/651, 10/659 — Dr. Stavenhagen CDU/CSU 2952 C Vosen SPD 2955 B Dr.-Ing. Laermann FDP 2958 D Frau Dr. Bard GRÜNE 2961 A Dr. Riesenhuber, Bundesminister BMFT 2962 D Einzelplan 31 Geschäftsbereich des Bundesministers für Bildung und Wissenschaft — Drucksachen 10/652, 10/659 — Deutscher Bundestag — 10. Wahlperiode — 42. Sitzung. Bonn, Dienstag, den 6. Dezember 1983 III und Art. 22 des Entwurfs des Haushaltsbegleitgesetzes 1984 — Drucksachen 10/335, 10/347, 10/690, 10/691 — Vogelsang SPD 2966 B Dr. Rose CDU/CSU 2968 B Dr. Jannsen GRÜNE 2971 B Neuhausen FDP 2972 C Frau Dr. Wilms, Bundesminister BMBW 2974 C Einzelplan 23 Geschäftsbereich des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit — Drucksachen 10/648, 10/659 — Brück SPD 2977 C Schröder (Lüneburg) CDU/CSU 2980 C Frau Gottwald GRÜNE 2983 B Frau Seiler-Albring FDP 2985 B Dr. Hauchler SPD 2987 D Dr. Pinger CDU/CSU 2991 A Dr. Warnke, Bundesminister BMZ . . 2993 B Einzelplan 27 Geschäftsbereich des Bundesministers für innerdeutsche Beziehungen — Drucksachen 10/650, 10/659 — Heimann SPD 2997 B Stiegler SPD 2999 B Frau Berger (Berlin) CDU/CSU 3000 C Schneider (Berlin) GRÜNE 3003 A Ronneburger FDP 3005 A Windelen, Bundesminister BMB . . . 3006 D Nächste Sitzung 3008 C Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten . 3008 B Deutscher Bundestag — 10. Wahlperiode — 42. Sitzung. Bonn, Dienstag, den 6. Dezember 1983 2865 42. Sitzung Bonn, den 6. Dezember 1983 Beginn: 9.00 Uhr
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    Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Dr. h. c. Lorenz 9. 12. Offergeld 9. 12. Pauli 9. 12. Petersen 9. 12. Rapp (Göppingen) 9. 12. Dr. Stark (Nürtingen) 9. 12. Stockleben 9. 12. Schlaga 6. 12. Schmidt (Hamburg) 9. 12. Schreiner 9. 12. Voigt (Frankfurt) ** 6. 12. Frau Dr. Wex 9. 12. Dr. Wittmann 9. 12. Dr. Wörner 6. 12. ** für die Teilnahme an Sitzungen der Nordatlantischen Versammlung
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dr. Winfried Pinger


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)

    Herr Kollege Brück, das ist eine Fehleinschätzung und eine falsche Erklärung der Entwicklungspolitik. Entwicklungspolitik wird nicht durch Versprechungen gemacht, die nachher nicht eingehalten werden können.

    (Lachen bei der SPD)

    Entwicklungspolitik wird dadurch gemacht, daß Hilfe geleistet wird, d. h. Barzahlungen geleistet werden.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Meine Damen und Herren, zum erstenmal war mit Bundeskanzler Helmut Kohl ein Regierungschef in Indonesien, diesem wichtigen blockfreien Entwicklungsland. Seit 15 Jahren hat es nun wieder den Besuch eines Bundeskanzlers in Indien gegeben, diesem traditionellen Schwerpunktland deutscher Entwicklungspolitik. Indien ist Sprecher der Blockfreien. Daran zeigt sich, welches Vakuum in der Dritte-Welt-Politik aufzuarbeiten ist.

    (Bindig [SPD]: Er hat da doch nur herumgegrinst!)

    Muß es uns nicht zu denken geben, mit welcher Freundschaft und Erwartung der Bundespräsident bei seinem kürzlichen Besuch in zwei westafrikanischen Staaten empfangen wurde? Seit Heinrich Lübke war kein Staatsoberhaupt mehr dort.

    (Bindig [SPD]: Kohl als Sohn von Lübke!)

    2992 Deutscher Bundestag — 10. Wahlperiode — 42. Sitzung. Bonn, Dienstag, den 6. Dezember 1983
    Dr. Pinger
    Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit erhöht unser Vertrauen in der Dritten Welt und die Wirkung unserer Entwicklungshilfe.

    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

    Vertrauen gründet sich auf Berechenbarkeit und Stetigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit. Bloße Versprechungen — ich wiederhole es —, die dann nicht eingehalten werden können, verursachen Enttäuschung und wirken nicht entwicklungspolitisch. Aber immer noch bestehen Sie von der SPD auf irrealen Verpflichtungsermächtigungen. Deshalb werden wir Ihren Antrag ablehnen. Wir unterstützen den Bundesminister in seiner soliden und zeitnahen Planung.

    (Beifall bei der CDU/CSU — Zurufe von der SPD)

    Wir wollen Wirkungen erzielen und nicht Luftschlösser bauen.
    Es ist daher auch richtig, daß der Minister zuallererst die entwicklungspolitische Praxis verbessern will. Dazu gehört die Ermutigung der privaten Initiative bei uns und in den Entwicklungsländern.

    (Zuruf von den GRÜNEN: Der völlig falsche Weg!)

    Der Staat kann Entwicklung weder verordnen noch selbst veranstalten; er kann Rahmenbedingungen setzen

    (Zuruf von der SPD: Richtig!)

    und die Eigeninitiative unterstützen. Sozialisten setzen immer noch auf die staatliche Allmacht

    (Zuruf von der SPD: Nein, das tun wir nicht!)

    und auf die oft korrupte Bürokratie.

    (Zurufe von der SPD und den GRÜNEN)

    Wir vertrauen auf die Privatinitiativen der Menschen und auf ihre Selbsthilfe,

    (Weitere Zurufe von der SPD und den GRÜNEN)

    auf eine Selbsthilfe, die aber erst dann wirksam wird, wenn marktwirtschaftliche Elemente ausreichende Freiräume

    (Zuruf von der SPD: Aha!)

    zur Entfaltung bieten. Wer produzieren will, muß dafür einen Preis erzielen, der nicht unter den Produktionskosten liegt,

    (Zuruf von der SPD: Aber keine Monopolpreise!)

    der nicht entsprechend reglementiert wird. Jeder Arbeiter und Bauer versteht dieses marktwirtschaftliche Element, Sie von der SPD tun es offensichtlich nicht.

    (Dr. Holtz [SPD]: Das hat die CDU in China bei der Zusammenarbeit immer erzählt!)

    Meine Damen und Herren, entwicklungspolitische Wirksamkeit, nicht Ideologie ist der Maßstab der neuen Bundesregierung. Damit wendet sich die
    Regierung von der Ideologie in der Entwicklungspolitik ab, wie sie vorher betrieben worden ist,

    (Zuruf von der SPD: Wann denn?)

    wofür Nicaragua und El Salvador Beispiele sind. Die Hilfe für El Salvador wurde bekanntlich eingestellt, nachdem das Rechtsregime gestürzt worden war und nachdem ein christdemokratischer Präsident versuchte,

    (Zuruf von den GRÜNEN: Versuchte!)

    soziale Reformen durchzusetzen. Man hat ihn hängenlassen, statt ihn zu unterstützen. Das nenne ich Ideologie in der Entwicklungspolitik!

    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

    Wir unterstützen die Bemühungen der Bundesregierung um eine rationale und damit wirkungsvollere Hilfevergabe. Es ist richtig, das Instrumentarium entsprechend anzupassen. Die neue Politik muß basieren: erstens auf eingehenden Länderanalysen;

    (Lachen bei Abgeordneten der SPD)

    zweitens auf nachprüfbaren länderspezifischen Vergabekriterien; sie muß drittens in einen Politikdialog mit den Regierungen und den Menschen in den Entwicklungsländern umgesetzt werden,

    (Zuruf von den GRÜNEN: Wenn sie deren Interessen vertritt!)

    und sie mull viertens durch eine bessere Koordinierung mit der Politik anderer Geberländer unterstützt werden.

    (Dr. Diederich [Berlin] [SPD]: Können Sie Ihre Allgemeinplätze nicht woanders erzählen?)

    Diese Instrumente sind geeignet, die breite Kluft zwischen entwicklungspolitischem Anspruch und Wirklichkeit, wie sie unter den SPD-Regierungen entstanden ist, zu überbrücken.

    (Dr. Holtz [SPD]: Reine Polemik!)

    Damit wird es dann gelingen, die wichtigsten politischen Ziele nicht nur zu proklamieren, sondern auch zu erreichen, nämlich: erstens mit den Projekten direkt die Hauptzielgruppe der Entwicklungspolitik, die Masse der armen Bevölkerung in der Dritten Welt, zu unterstützen und damit den krassen Gegensatz zwischen Arm und Reich, zwischen Stadt und Land abzubauen;

    (Bindig [SPD]: Darum nehmen Sie den ärmsten Ländern das Geld!)

    zweitens die Erfüllung der Grundbedürfnisse nicht durch Almosen und internationale Sozialhilfe, sondern durch produktive Maßnahmen zu erreichen, d. h. über Millionen bäuerlicher und gewerblicher Kleinbetriebe; drittens die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für diese Privatinitiative herbeizuführen sowie viertens die Selbstverantwortung und Partizipation dieser Zielgruppen zu erhöhen und durch Gewährleistung der Menschenrechte abzusichern.
    Wir wissen, daß die Verfolgung dieser entwicklungspolitischen Ziele in der Praxis oft an den ganz
    Deutscher Bundestag — l0. Wahlperiode — 42. Sitzung. Bonn, Dienstag, den 6. Dezember 1983 2993
    Dr. Pinger
    anderen Interessen der Machteliten in den Entwicklungsländern scheitert. Das uneingeschränkte Antragsprinzip, nach dem ohne einen Antrag eben dieser Elite ein staatliches Projekt nicht initiiert werden kann, ermöglichte diesen Gruppen die einseitige Verfolgung ihrer Interessen, und unserer damaligen Regierung verschaffte es zugleich das Alibi dafür, daß sie ihre entwicklungspolitischen Ziele nicht erreichte. Das uneingeschränkte Antragsprinzip ist eine Hinterlassenschaft sozialdemokratischer Entwicklungsminister. Es muß durch das An. gebotsprinzip ersetzt oder jedenfalls ergänzt werden.

    (Dr. Holtz [SPD]: Sehr interessant! — Weiterer Zuruf von der SPD: Angebote der großen Konzerne!)

    Eine weitere Hinterlassenschaft war die feste Länderquote. Die Millionenbeträge für ein einzelnes Land wurden in der Rahmenplanung schlicht fortgeschrieben und dann auf Projekte verteilt, die die Elite gerade für richtig hielt. Wir haben jetzt mit dem Angebotsprinzip und Länderquoten, die nach entwicklungspolitischen Vergabekriterien ermittelt werden, den völlig neuen Einstieg in die Verwirklichung der entwicklungspolitischen Ziele. Mit mehr Geld wird es eine bessere Politik geben. Entscheidend ist: Die Richtung stimmt. Wir werden die Anträge der SPD und der GRÜNEN ablehnen

    (Schily [GRÜNE]: Eine Überraschung! — Weitere Zurufe von den GRÜNEN)

    und mit der Bundesregierung zielstrebig und mit neuen Instrumenten an die großen entwicklungspolitischen Aufgaben herangehen.

    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)



Rede von Dr. Annemarie Renger
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)
Das Wort hat der Herr Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Jürgen Warnke


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (None)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CSU)

    Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und meine Herren! Mit einer Steigerungsrate des Entwicklungshaushaltes von 2,5 % gegenüber diesem Jahr bekräftigt der Deutsche Bundestag auch in schwierigen Zeiten: Als wir selbst in Not waren, wurde uns 1947 durch den Marshall-Plan geholfen. Das haben wir nicht vergessen. Heute, da wir uns in der Spitzengruppe des Weltwohlstandes befinden,

    (Frau Gottwald [GRÜNE]: ... lehnen wir die Hilfe für die Dritte Welt ab!)

    erfüllen wir mit der Hilfe für die Dritte Welt eine humanitäre Pflicht ebenso wie das Gebot politischer und wirtschaftlicher Weitsicht.

    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

    Dafür danke ich dem Parlament und seinen Ausschüssen.

    (Frau Gottwald [GRÜNE]: Nur der einen Hälfte!)

    Im Zeichen einer akuten Verschuldungskrise und einer weltweiten wirtschaftlichen Rezession hatte die Bundesregierung zunächst dafür zu sorgen, daß die Rahmenbedingungen für die Aufnahmefähigkeit deutscher Entwicklungshilfe verbessert wurden. Ich nenne die Aufstockung unserer Quote beim Internationalen Währungsfonds um 67 %. Das sind etwa 6,2 Milliarden DM, die wir eingezahlt haben, meine Damen und Herren von der SPD und von den GRÜNEN.

    (Frau Gottwald [GRÜNE]: Fehlinvestition nennt man das!)

    Ich bin dem Finanzminister dankbar, daß er bei einem solchen Instrument mitgezogen hat.

    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP — Bindig [SPD]: Die haben wir doch nicht eingezahlt! Sie sind immer noch Lehrling! — Weitere Zurufe von der SPD und den GRÜNEN)

    Die müssen wir zur Verfügung stellen. Auf unsere Bereitschaft,

    (Frau Gottwald [GRÜNE]: Da ist der Strauß j a noch besser!)

    im Bedarfsfall voll einzuzahlen, gründet sich die Ausleihefähigkeit des Internationalen Währungsfonds. Wenn es zum Schwur kornrot,

    (Zurufe von der SPD)

    dann wird nicht das von Ihnen zitierte Tansania und dann wird nicht das von Ihnen zitierte Nicaragua,

    (Zurufe von der SPD und den GRÜNEN)

    sondern dann wird die Bundesrepublik Deutschland mit ihrer Quote für die Entwicklungsländer haften müssen.

    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP — Zurufe von der SPD)

    Kapitalerhöhung auch bei der Allgemeinen Kreditvereinbarung, die den Entwicklungsländern heute den Zugang zu jenen Krediten gibt, die früher den Industrieländern vorbehalten waren; beschlossen auch eine Kapitalerhöhung bei der Weltbank, mit unserer maßgeblichen Hilfe zur Findung des Kompromisses in der Größenordnung von 8 Milliarden DM, und zusätzlich gewaltige Leistungen des deutschen Kapitalmarktes für jene Anleihen, die die Entwicklungsländer über die Weltbank auf unserem deutschen Kapitalmarkt gesucht haben.

    (Frau Gottwald [GRÜNE]: Bundesdeutscher Kapitalmarkt heißt das! — Zuruf von der SPD: Das ist ja nicht die Leistung der Bundesregierung! — Weitere Zurufe von der SPD und den GRÜNEN)

    Das ist eine Leistung des deutschen Kapitalmarktes. Wir sollten sie nicht vergessen.
    Die Mittel, die die Bundesregierung den Ländern der Dritten Welt, die des Kapitals bedürftig sind, zuführt — denn die Aufsicht über den Kapitalmarkt hat der Bundesminister der Finanzen —, rechnen wir legitim und mit Recht der deutschen Entwicklungshilfe zu. Wir sehen sie eben nicht nur als staatliche Hilfe, Herr Kollege Holtz, sondern wir nehmen die Leistungen des privaten Sektors ganz bewußt mit hinein.
    2994 Deutscher Bundestag — 10. Wahlperiode — 42. Sitzung. Bonn, Dienstag, den 6. Dezember 1983
    Bundesminister Dr. Warnke
    Schließlich gehört zu den Rahmenbedingungen vor allem jene Hilfe für die ärmsten Entwicklungsländer, die über die Internationale Entwicklungsorganisation (IDA) ausgegeben wird. Und, meine Damen und Herren, es war der Bundeskanzler, der die Notwendigkeit verstärkter Hilfe für die am wenigsten entwickelten Länder in das Kommuniqué des Weltwirtschaftsgipfels in Williamsburg hat hineinnehmen lassen.

    (Bindig [SPD]: Der Kanzler hält die IDA für ein Mädchen!)

    Und es ist der Bundeskanzler gewesen, der in der vergangenen Woche an den amerikanischen Präsidenten Reagan einen Brief gerichtet und ihn gebeten hat, seine Autorität gegenüber dem amerikanischen Kongreß für eine angemessene Beteiligung der USA an der bevorstehenden siebten Wiederauffüllungsrunde der Internationalen Entwicklungsorganisation einzusetzen.

    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

    Meine Damen und Herren, das ist keine Marketing-Agentur der deutschen Wirtschaft,

    (Zuruf von der SPD: Doch! Doch!)

    das sind deutsche Haushaltsmittel in der Größenordnung von Hunderten von Millionen Dollar, die hier als verlorene Zuschüsse den ärmsten Entwicklungsländern zugute kommen.

    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP — Frau Gottwald [GRÜNE]: So ein Unsinn!)

    — Das muß man natürlich wissen, Frau Kollegin Gottwald.

    (Frau Gottwald [GRÜNE]: Das wollte ich Ihnen sagen!)

    Eines ist klar: Die Bundesrepublik Deutschland wird ihren vollen Anteil bei der Einzahlung in die Internationale Entwicklungsorganisation leisten. Aber eines können wir nicht mehr: den Ausfall von anderen wettmachen und für die Kürzungen anderer Geberländer eine Kompensation geben.

    (Zuruf von der SPD: USA!)

    Die Regierung Kohl, meine Damen und Herren, legt nunmehr den zweiten Bundeshaushalt mit einer massiven Zurückführung unserer Kreditaufnahme vor. Entwicklungspolitisch betrachtet heißt das: Im eigenen Hause schaffen wir Ordnung und leisten damit durch verringerte Kreditnachfrage den uns möglichen Beitrag zum Abbau der Hochzinshypothek aus den 70er Jahren, die verheerende Auswirkungen auf die Entwicklungsländer hatte und bis auf den heutigen Tag hat.

    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP — Zuruf von der SPD: Was treibt die internationalen Zinsen hoch?)

    In diesem Rahmen wird der Ihnen vorliegende Haushalt wirksam werden. Und er wird, meine Damen und Herren von der SPD, mit gesteigerter Qualität und mit erhöhter Quantität wirksam werden.

    (Dr. Holtz [SPD]: Vom Wort zur Tat ist's ein langer Pfad!)

    Wer hier von Verschlechterung von Quantität und Qualität redet, Herr Kollege Brück, der redet wider besseres Wissen. Ihnen, Herr Kollege Hauchler, gebe ich mildernde Umstände, weil Sie es nicht besser wissen, als Sie es gesagt haben.

    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP — Bindig [SPD]: Dann sind Sie sein Zwillingsbruder!)

    Der Haushalt ist 1983 — das war der erste unter der Regierung Kohl — im Volumen gesteigert worden.

    (Brück [SPD]: Auch der war schon miserabel!)

    Wir steigern 1984, und für den gesamten Zeitraum der mittelfristigen Finanzplanung werden die Entwicklungshilfeansätze erhöht.

    (Frau Gottwald [GRÜNE]: Inklusive Rüstungsgeschäfte, ja!)

    Aber, meine Damen und Herren von der SPD, mit einer Hinterlassenschaft müssen auch wir fertig werden — —

    (Zuruf von der SPD: Jetzt kommt das Märchen von der Erblast!)

    — Jetzt hören Sie mal gut zu, insbesondere Sie, Herr Kollege Hauchler; denn das wird für Sie, wie ich meine, neu sein: Sie haben den Entwicklungsländern in den 70er Jahren auf der Grundlage einer jährlichen Steigerungsrate des Entwicklungshilfehaushalts von 12,5 % Zusagen gemacht und dann eine Finanzpolitik betrieben, die ins Finanzchaos geführt und die Einhaltung dieser Zusagen unmöglich gemacht hat.

    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP — Dr. Hornhues [CDU/CSU]: Das ist die Wahrheit!)

    Die Regierung Kohl wird auch — —

    (Fortgesetzte Zurufe von der SPD)

    — Daß Sie das nicht gerne hören, ist mir schon klar. Die Wahrheit tut immer weh, wenn man so danebengewirtschaftet hat.