Protokoll:
16182

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Metadaten
  • date_rangeWahlperiode: 16

  • date_rangeSitzungsnummer: 182

  • date_rangeDatum: 15. Oktober 2008

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  • av_timerEnduhrzeit der Sitzung: 15:42 Uhr

  • account_circleMdBs dieser Rede
  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 16/182 rungsgesetz – FMStG) Olaf Scholz, Bundesminister (Drucksache 16/10600) . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin . . . . . . . Dr. Norbert Lammert, Präsident . . . . . . . . . . . Dr. Guido Westerwelle (FDP) . . . . . . . . . . . . Peer Steinbrück, Bundesminister BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Oskar Lafontaine (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Dr. Peter Ramsauer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Fritz Kuhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Carsten Schneider (Erfurt) (SPD) . . . . . . . . . . Otto Fricke (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Michael Meister (CDU/CSU) . . . . . . . . . . BMAS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Brigitte Pothmer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Olaf Scholz, Bundesminister BMAS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kornelia Möller (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Olaf Scholz, Bundesminister BMAS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Stefan Müller (Erlangen) (CDU/CSU) . . . . . Olaf Scholz, Bundesminister BMAS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Heinrich L. Kolb (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Olaf Scholz, Bundesminister 19349 B 19349 B 19351 D 19352 C 19354 C 19358 C 19361 D 19365 A 19366 D 19367 D 19369 B 19376 D 19378 D 19379 A 19380 C 19380 C 19381 A 19381 B 19381 C Deutscher B Stenografisch 182. Sitz Berlin, Mittwoch, den I n h a l Erweiterung und Abwicklung der Tagesord- nung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatztagesordnungspunkt 1: Abgabe einer Regierungserklärung durch die Bundeskanzlerin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 2: Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und der SPD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Umsetzung ei- nes Maßnahmenpakets zur Stabilisierung des Finanzmarktes (Finanzmarktstabilisie- N D T B n z n B n g O D 19349 A 19349 B Dr. Gerhard Schick (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19372 D undestag er Bericht ung 15. Oktober 2008 t : ina Hauer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Rainer Wend (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . agesordnungspunkt 1: efragung der Bundesregierung: Entwurf ei- es Gesetzes zur Senkung des Beitragssat- es zur Arbeitsförderung und Entwurf ei- er Verordnung über die Erhebung von eiträgen zur Arbeitsförderung nach ei- em niedrigeren Beitragssatz; weitere Fra- en zur Kabinettsitzung laf Scholz, Bundesminister BMAS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . irk Niebel (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19373 D 19374 D 19376 B 19376 C BMAS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Ralf Brauksiepe (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 19381 D 19382 C II Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 Olaf Scholz, Bundesminister BMAS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Petra Pau (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . Peter Altmaier, Parl. Staatssekretär BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 2: Fragestunde (Drucksache 16/10519) . . . . . . . . . . . . . . . . . Mündliche Frage 2 Britta Haßelmann (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Vorlage eines Langzeitsicherheitsnachwei- ses für Gorleben und Bewertung der Aus- sage der Bundeskanzlerin zu alternativen Standorten Antwort Michael Müller, Parl. Staatssekretär BMU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Britta Haßelmann (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Mündliche Frage 3 Britta Haßelmann (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Bürgerbeteiligung bei weiteren Maßnah- men zu Asse II Antwort Michael Müller, Parl. Staatssekretär BMU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Britta Haßelmann (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Mündliche Frage 4 Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Gespräche und Ergebnisse zwischen der Bundesregierung und den Energieversor- gungsunternehmen zur verstärkten Beteili- gung dieser Branche an den Kosten zur Entsorgung von deutschem Atommüll Antwort Michael Müller, Parl. Staatssekretär BMU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Z S M P S s s H S A A M Z P M P E m t F A M Z P M C V d Z n H r i r A A Z C K 19382 D 19383 A 19383 B 19383 C 19383 C 19383 D 19384 C 19384 B 19384 D 19385 A 19385 B usatzfragen ylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ündliche Frage 5 eter Hettlich (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) chriftwechsel zwischen dem Niedersächsi- chen Ministerium für Umwelt und Klima- chutz und der Rechtsanwaltskanzlei einemann & Partner bezüglich der chließung des Forschungsbergwerkes sse II ntwort ichael Müller, Parl. Staatssekretär BMU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatzfragen eter Hettlich (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ündliche Frage 6 eter Hettlich (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) xistenz von Akten oder Gesprächsver- erken zur Erarbeitung eines Sonderbe- riebsplans 18 im Zusammenhang mit dem orschungsbergwerk Asse II ntwort ichael Müller, Parl. Staatssekretär BMU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatzfragen eter Hettlich (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ündliche Frage 7 ornelia Hirsch (DIE LINKE) ereinbarkeit des Vorschlags zur Grün- ung einer offenen Universität mit dem iel der flächendeckenden Hochschulöff- ung auch für Bewerber ohne klassische ochschulzugangsberechtigung und Be- ücksichtigung einer solchen Einrichtung m Haushaltsentwurf der Bundesregie- ung für 2009 ntwort ndreas Storm, Parl. Staatssekretär BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatzfragen ornelia Hirsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . rista Sager (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19385 C 19386 A 19386 A 19386 C 19386 C 19387 A 19387 A 19387 D Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 III Mündliche Frage 8 Cornelia Hirsch (DIE LINKE) Bereitstellung von Informationen über den Erarbeitungsprozess des Deutschen Quali- fikationsrahmens durch das Bundesminis- terium für Bildung und Forschung zur Er- möglichung eines breiten Dialogs Antwort Andreas Storm, Parl. Staatssekretär BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Cornelia Hirsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Mündliche Frage 9 Kai Gehring (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Haltung der Bundesregierung zur Erhö- hung der Zinssätze für KfW-Studien- kredite zum 1. Oktober 2008 sowie Konse- quenzen für die Hochschulpolitik der Bundesregierung Antwort Andreas Storm, Parl. Staatssekretär BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Kai Gehring (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Cornelia Hirsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Silke Stokar von Neuforn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Krista Sager (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Carl-Ludwig Thiele (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Mündliche Frage 10 Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Existenz von Schweigeklauseln in den Ver- trägen zwischen dem Helmholtz-Zentrum München und mit dem Forschungsberg- werk Asse II befassten Mitarbeitern und Einflussnahme der Bundesregierung auf eine Aufhebung dieser Klauseln Antwort Thomas Rachel, Parl. Staatssekretär BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Krista Sager (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . D D M P V A n t d d A P Z P M W G m i n s s A P Z W J M M V z B R 2 B g A P Z M K S 19388 B 19388 C 19389 B 19389 C 19390 B 19390 C 19391 A 19391 B 19391 D 19392 B 19392 C 19392 D 19393 B 19393 C r. Anton Hofreiter (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Maria Flachsbarth (CDU/CSU) . . . . . . . . ündliche Frage 11 etra Pau (DIE LINKE) erantwortliche für das unvermummte uftreten von Elitepolizisten der GSG 9 ach ihrem Einsatz zur Befreiung entführ- er Geiseln in der Sahara und Maßnahmen er Bundesregierung zur Gewährleistung er Sicherheit dieser Elitepolizisten ntwort eter Altmaier, Parl. Staatssekretär BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatzfragen etra Pau (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . ündliche Fragen 12 und 13 olfgang Wieland (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) eplante Grundgesetzesänderung zur Er- öglichung des Einsatzes der Bundeswehr m Innern; Grad der Konkretisierung ei- er Gefahr oder Bedrohung für den Ein- atz der Bundeswehr im Innern und Ent- cheidungsbefugnis eines Bundeslandes ntwort eter Altmaier, Parl. Staatssekretär BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatzfragen olfgang Wieland (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . erzy Montag (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ündliche Frage 14 anuel Sarrazin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) orbehalte der tschechischen Regierung um Richtlinienvorschlag zur europäischen luecard auf der Sitzung des Europäischen ates der Justiz- und Innenminister am 6. September 2008 sowie Reaktion der undesregierung und der übrigen Mit- liedstaaten ntwort eter Altmaier, Parl. Staatssekretär BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatzfragen anuel Sarrazin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . rista Sager (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ilke Stokar von Neuforn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19393 D 19394 A 19394 C 19394 C 19395 B 19395 C 19396 B 19396 D 19397 A 19397 B 19397 D IV Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 Mündliche Frage 16 Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE) Umsetzung der aus dem Jahr 2004 stam- menden EU-Empfehlungen zur Regulie- rung der Managergehälter in nationales Recht Antwort Alfred Hartenbach, Parl. Staatssekretär BMJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE) . . . . . . Kornelia Möller (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Elke Reinke (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . Mündliche Frage 17 Mechthild Dyckmans (FDP) Bedenken gegen die Übernahme der anglo- amerikanischen Fair-Value-Bewertung an- stelle des deutschen Vorsichtsprinzips im Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz Antwort Alfred Hartenbach, Parl. Staatssekretär BMJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Mechthild Dyckmans (FDP) . . . . . . . . . . . . . Carl-Ludwig Thiele (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . Mündliche Fragen 18 und 19 Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Verhinderung einer unbeschränkten Aus- weitung der Strafbarkeit von rechtsgutneu- tralen Handlungen im geplanten neuen § 89 a Strafgesetzbuch; Differenzen zwi- schen dem Bundesminister des Innern und der Bundesministerin der Justiz zur Vorlage eines Gesetzentwurfes zum neuen § 89 a Strafgesetzbuch Antwort Alfred Hartenbach, Parl. Staatssekretär BMJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Mündliche Frage 20 Carl-Ludwig Thiele (FDP) Prüfung der Hypo Real Estate durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs- aufsicht (BaFin) A N Z C M C F b F d A N Z C M K B H r d i A N Z K M S K d K B Z d d A H Z S N A L 19398 C 19399 A 19399 C 19399 D 19400 A 19400 B 19401 A 19401 D 19402 A 19402 D ntwort icolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatzfragen arl-Ludwig Thiele (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . ündliche Frage 21 arl-Ludwig Thiele (FDP) ehlende Prüfung der Deutschen Pfand- riefbank AG durch die Bundesanstalt für inanzdienstleistungsaufsicht nach Erwerb urch die Hypo Real Estate ntwort icolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatzfragen arl-Ludwig Thiele (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . ündliche Frage 28 ornelia Möller (DIE LINKE) enennung der größten Gläubiger der ypo Real Estate Holding und eigentums- echtliche Beziehung dieser Gläubiger zu en an der Auffanglösung für dieses Geld- nstitut beteiligten Banken ntwort icolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatzfragen ornelia Möller (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . ündliche Fragen 43 und 44 ilke Stokar von Neuforn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) onsequenzen der Bundesregierung aus er Entwendung von mehr als 17 Millionen undendaten der Deutschen Telekom im ereich der Mobilfunksparte T-Mobile, eitpunkt der Inkenntnissetzung der Bun- esregierung sowie Haltung zum Umgang er Telekom mit diesem Vorfall ntwort artmut Schauerte, Parl. Staatssekretär BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatzfragen ilke Stokar von Neuforn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 1 iste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 19403 C 19403 C 19404 A 19404 B 19405 A 19405 B 19406 A 19406 C 19407 D 19409 A Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 V Anlage 2 Mündliche Frage 1 Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Zeitpunkt der Vorlage des Antrags zur wei- teren Beteiligung deutscher Streitkräfte an der Operation Enduring Freedom (OEF) zur Beratung im Deutschen Bundestag Antwort Dr. h. c. Gernot Erler, Staatsminister AA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 3 Mündliche Frage 15 Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Bewertung der Empfehlungen des ehemali- gen BKA-Mitarbeiters Dieter Schenk in seinem Buch „BKA – Polizeihilfe für Folterregime“ zur Ausbildungs- bzw. Aus- stattungshilfe an Staaten mit fragiler Menschenrechtslage; Maßnahmen der Bundesregierung zur Verringerung der Folter in anderen Staaten Antwort Peter Altmaier, Parl. Staatssekretär BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 4 Mündliche Frage 22 Dr. Herbert Schui (DIE LINKE) Beteiligung der Bundesanstalt für Finanz- dienstleistungsaufsicht oder der Bundesre- gierung an der Prüfung der Bücher von Töchtern der Hypo Real Estate AG in der 40. Kalenderwoche Antwort Nicolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 5 Mündliche Frage 23 Dr. Herbert Schui (DIE LINKE) Rettung systemisch relevanter Finanzinsti- tutionen bei möglichst vollständiger Kos- tenübernahme des privaten Finanzsektors Antwort Nicolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 6 Mündliche Frage 24 Werner Dreibus (DIE LINKE) N B d t b E A N A M W V n H e u A N A M D S a B v d B A N A M U L u H A N A M D H v P 19409 D 19410 A 19410 C 19410 D ame der in einem Schreiben von der aFin und der Deutschen Bundesbank an en Bundesminister der Finanzen genann- en, mit der Bewertung der nicht noten- ankfähigen Sicherheiten der Hypo Real state betrauten „namhaften Bank“ ntwort icolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 7 ündliche Frage 25 erner Dreibus (DIE LINKE) erantwortung der mit der Bewertung der icht notenbankfähigen Sicherheiten der ypo Real Estate betrauten Bank im Falle iner Überbewertung dieser Sicherheiten nd hieraus resultierender Verluste ntwort icolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 8 ündliche Fragen 26 und 27 r. Axel Troost (DIE LINKE) chuldner der DEPFA BANK plc Irland us dem öffentlichen oder nichtöffentlichen ereich; Zusammensetzung des Geschäfts- olumens und der offenen Forderungen er DEPFA-Bank im Hinblick auf die onität der Schuldner ntwort icolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 9 ündliche Fragen 29 und 30 lla Lötzer (DIE LINKE) iquidität stellende und bürgende Banken nd Institutionen im Rettungspaket für die ypo Real Estate ntwort icolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 10 ündliche Frage 31 r. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) öhe der für die staatlichen Bürgschaften on der Hypo Real Estate zu zahlenden rovision 19411 A 19411 A 19411 B 19411 C VI Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 Antwort Nicolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 11 Mündliche Frage 32 Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) Abberufung der Aufsichtsräte der Hypo Real Estate Antwort Nicolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 12 Mündliche Frage 33 Dr. Barbara Höll (DIE LINKE) Zeitpunkt der Beendigung der vom Bund im Zusammenhang mit der Auffanglösung für die Hypo Real Estate eingegangenen Bürgschaftsverpflichtungen Antwort Nicolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 13 Mündliche Frage 34 Dr. Barbara Höll (DIE LINKE) Auswirkungen eines Zusammenbruchs der Hypo Real Estate auf die private Altersver- sorgung und insbesondere auf die Riester- Rente Antwort Nicolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 14 Mündliche Frage 35 Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Rechtliche Verbindlichkeit der Aussagen der Bundeskanzlerin zur Absicherung der Spareinlagen der Bürger im Zusammen- hang mit der aktuellen Finanzkrise Antwort Nicolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 15 Mündliche Fragen 36 und 37 Sabine Zimmermann (DIE LINKE) H B g c s t A N A M C R S b s A A N A M H P r F r A N A M H G q s A N A M M A k d 19412 A 19412 A 19412 B 19412 B 19412 C öhe der durch die Garantieerklärung der undeskanzlerin vom 5. Oktober 2008 ab- edeckten privaten Bankeinlagen, entspre- hende Risiken für den Bundeshaushalt owie geplante Untermauerung der Garan- ieerklärung durch ein Gesetz ntwort icolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 16 ündliche Fragen 38 und 39 hristine Scheel (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) echtsverbindliche Art und Weise der icherung der Sichteinlagen von Sparern ei den Banken durch die Bundesregierung owie hierbei berücksichtigte Banken und nlageformen ntwort icolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 17 ündliche Frage 40 ans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) räventive Maßnahmen der Bundesregie- ung für den Fall eines Übergreifens der inanzmarktkrise auf den Kreditversiche- ungsderivatemarkt ntwort icolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 18 ündliche Frage 41 ans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) eplante Novellierung des Biokraftstoff- uotengesetzes hinsichtlich der Beimi- chungsquote sowie der Steuersätze ntwort icolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 19 ündliche Fragen 46 und 47 ichael Leutert (DIE LINKE) uswirkungen der gegenwärtigen Finanz- rise auf die Finanzierung des Mittelstan- es und Haltung der Bundesregierung zur 19412 D 19413 B 19413 C 19414 A Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 VII Empfehlung einer Finanzierung mit Wag- niskapital vor dem Hintergrund der ak- tuellen Situation Antwort Hartmut Schauerte, Parl. Staatssekretär BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 20 Mündliche Fragen 48 und 49 Dr. Ilja Seifert (DIE LINKE) Erforderliche Maßnahmen zur Gewähr- leistung der vollen Teilhabe am Leben, der medizinischen Versorgung sowie der Al- terssicherung für Menschen mit Conter- ganschädigungen unter Einbeziehung der Angehörigen sowie geplante Umsetzung in dieser Wahlperiode Antwort Klaus Brandner, Parl. Staatssekretär BMAS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 21 Mündliche Frage 50 Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE) Schlussfolgerungen der Bundesregierung aus dem am 9. Oktober 2008 vom Europäi- schen Parlament gebilligten Bericht zur Förderung der sozialen Integration und die Bekämpfung der Armut, einschließlich der Kinderarmut, in der EU, insbesondere hin- sichtlich der in dem Bericht formulierten Ziele der EU-weiten Einführung von Min- destlöhnen und Mindesteinkommen Antwort Klaus Brandner, Parl. Staatssekretär BMAS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 22 Mündliche Frage 51 Elke Reinke (DIE LINKE) Konsequenzen der Bundesregierung aus der Studie „Was fehlt bei Hartz IV?“ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsfor- schung (IAB); Maßnahmen der Bundesre- gierung zur zukünftig stärkeren Teilhabe von Hartz-IV-Betroffenen am sozialen und kulturellen Leben Antwort Klaus Brandner, Parl. Staatssekretär BMAS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . A M M H s u z g t d k A U A M D U r d A U A M J B Z G t e d Z t s A D A M I V g 19414 B 19414 C 19415 A 19415 C nlage 23 ündliche Frage 52 anuel Sarrazin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) altung der Bundesregierung zu den Vor- chlägen der Europäischen Kommission nd des Europäischen Parlaments be- üglich einer Bereitstellung überschüssi- er Gelder aus dem Agrarhaushalt zur Un- erstützung der Entwicklungsländer bei eren Bekämpfung der Nahrungsmittel- rise ntwort rsula Heinen, Parl. Staatssekretärin BMELV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 24 ündliche Fragen 53 und 54 r. Christel Happach-Kasan (FDP) mfang und Ursachen der Überwinte- ungsverluste bei den Bienenvölkern nach em Winter 2007/2008 ntwort rsula Heinen, Parl. Staatssekretärin BMELV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 25 ündliche Fragen 55 und 56 örn Wunderlich (DIE LINKE) edingungen für die öffentlich zugesagte ahlung von 50 Millionen Euro der Firma rünenthal GmbH an die Conterganstif- ung sowie geschätzte Höhe des davon steu- rlich absetzbaren Betrags; Maßnahmen er Bundesregierung zur Verbesserung der usammensetzung der Gremien der Con- erganstiftung zugunsten der Contergange- chädigten ntwort r. Hermann Kues, Parl. Staatssekretär BMFSFJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 26 ündliche Frage 57 na Lenke (FDP) orlage des Berichts über die Auswirkun- en des Bundeselterngeldgesetzes 19415 D 19416 A 19416 C VIII Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 Antwort Dr. Hermann Kues, Parl. Staatssekretär BMFSFJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 27 Mündliche Fragen 58 und 59 Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU) Baufreigabe für die B 173 zwischen Lich- tenfels und Kronach durch den Bundesmi- nister für Verkehr, Bau und Stadtentwick- lung Antwort Karin Roth, Parl. Staatssekretärin BMVBS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 28 Mündliche Fragen 60 und 61 Dr. Anton Hofreiter (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Gründe für die Wettbewerbsrelevanz der geschätzten Kosten für Betrieb und Wartung bei konventionellem Bau des A-Modells (Betreibermodell für den mehr- streifigen Autobahnausbau) an den Bundesautobahnen 1, 4 und 8 und der vo- raussichtlichen Verkehrsstärke an maut- pflichtigen Lkw über 12 Tonnen auf der A 8 und zukünftige Mauteinnahmen auf den A-Modell-Abschnitten der A 1 und A 4 Antwort Achim Großmann, Parl. Staatssekretär BMVBS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19416 D 19417 A 19417 C Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 19349 (A) ) (B) ) 182. Sitz Berlin, Mittwoch, den Beginn: 9.3
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    Die Antworten auf die Frage 45 lag bei Redaktionsschluss nicht vor und wird deshalb im Plenarprotokoll der 183. Sitzung veröffent- licht. Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 19409 (A) ) (B) ) ligung an OEF am 29. Oktober 2008 im Kabinett zu tung rechtzeitig vor Mandatsablauf steht die reguläreRohde, Jörg FDP 15.10.2008 beschließen. So kann die 1. Lesung des Antrags entspre- chend dem Beschluss des Ältestenrats des Deutschen Bundestages an dem als Sitzungstag vorgesehenen 4. No- vember 2008 stattfinden. Für die abschließende Bera- Meierhofer, Horst FDP 15.10.2008 Raidel, Hans CDU/CSU 15.10.2008*** Anlage 1 Liste der entschuldigt * ** ** A d d D s 1 d Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Dr. Akgün, Lale SPD 15.10.2008 Albach, Peter CDU/CSU 15.10.2008 Bodewig, Kurt SPD 15.10.2008** Dreibus, Werner DIE LINKE 15.10.2008 Fischer (Karlsruhe- Land), Axel E. CDU/CSU 15.10.2008 Friedrich (Bayreuth), Horst FDP 15.10.2008 Gruß, Miriam FDP 15.10.2008 Gunkel, Wolfgang SPD 15.10.2008 Hänsel, Heike DIE LINKE 15.10.2008 Haibach, Holger CDU/CSU 15.10.2008 Heller, Uda Carmen Freia CDU/CSU 15.10.2008 Hempelmann, Rolf SPD 15.10.2008 Dr. Hendricks, Barbara SPD 15.10.2008 Hintze, Peter CDU/CSU 15.10.2008 Höfer, Gerd SPD 15.10.2008* Jung (Karlsruhe), Johannes SPD 15.10.2008 Dr. Keskin, Hakki DIE LINKE 15.10.2008* Leutheusser- Schnarrenberger, Sabine FDP 15.10.2008 Lintner, Eduard CDU/CSU 15.10.2008* Maisch, Nicole BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 15.10.2008 R R D S S D Z A (C (D Anlagen zum Stenografischen Bericht en Abgeordneten für die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Ver- sammlung des Europarates für die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Ver- sammlung der NATO * für die Teilnahme an der 119. Jahreskonferenz der Interparlamenta- rischen Union nlage 2 Antwort es Staatsministers Dr. h. c. Gernot Erler auf die Frage es Abgeordneten Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ IE GRÜNEN) (Drucksache 16/10519, Frage 1): Warum legt die Bundesregierung den Antrag zur weiteren Beteiligung deutscher Streitkräfte an der Operation Enduring Freedom (OEF) nicht so rechtzeitig vor, dass im Deutschen Bundestag noch in dieser Sitzungswoche die erste Beratung erfolgen kann, und wie erklärt sie dieses Verhalten vor dem Hintergrund, dass keine Beschlüsse internationaler Gremien (zum Beispiel NATO-Rat, UN-Sicherheitsrat) abgewartet werden müssen, da das Mandat eine „Coalition of the willing“ betrifft und auch noch sieben Jahre nach dem 11. September 2001 allein auf dem Selbstverteidigungsrecht der USA ge- gründet wird? Wie Sie wissen, endet das laufende Mandat des Deut- chen Bundestages für die Beteiligung an OEF zum 5. November 2008. Die Bundesregierung hat entschie- en, ihren Antrag auf Verlängerung der deutschen Betei- oth (Augsburg), Claudia BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 15.10.2008 upprecht (Tuchenbach), Marlene SPD 15.10.2008 r. Schäuble, Wolfgang CDU/CSU 15.10.2008 chily, Otto SPD 15.10.2008 taffelt, Grietje BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 15.10.2008 r. Wodarg, Wolfgang SPD 15.10.2008* eil, Martin FDP 15.10.2008 bgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich 19410 Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 (A) ) (B) ) Sitzungswoche vom 10. bis 14. November 2008 zur Ver- fügung. Eine – für die Behandlung in der laufenden Sitzungs- woche notwendige – Beschlussfassung im Kabinett mehr als einen Monat vor Mandatsende würde bedeuten, dass das Kabinett mögliche für die Mandatsentscheidung relevante Entwicklungen nicht mehr berücksichtigen könnte. Ein so früher Beschluss dürfte daher auch nicht im Interesse des Parlamentes liegen. Anlage 3 Antwort des Parl. Staatssekretärs Peter Altmaier auf die Frage des Abgeordneten Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) (Drucksache 16/10519, Frage 15): Wie bewertet die Bundesregierung vor ihrem anstehendem Jahresbericht über die Menschenrechtslage in Deutschland für den UN-Menschenrechtsrat die Empfehlungen des ehemali- gen Bundeskriminalamtmitarbeiters Dieter Schenk in seinem gerade erschienenen Buch „BKA – Polizeihilfe für Folter- regime“ zur Verringerung dahin gehender Praxis, unter anderem Bundeskriminalamt und Bundesministerium der Ver- teidigung regelmäßig über geleistete Ausbildungs- bzw. Aus- stattungshilfe an Staaten mit fragiler Menschenrechtslage be- richten zu lassen, und welche sonstigen Maßnahmen wird die Bundesregierung selbst ergreifen, um Folterpraxis in anderen Staaten, deutsche Unterstützung dessen sowie Nutznießung an unter Folter erlangten Erkenntnissen zu vermeiden? Die Bundesregierung steht für die verfassungsrecht- lich geschützten Grundsätze einer freiheitlichen, rechts- staatlichen und demokratischen Grundordnung unter Achtung der Menschenrechte sowie der Wahrung der Menschenwürde. Sie berücksichtigt deren Einhaltung auch bei der Entscheidung zur Gewährung von Ausbil- dungs- und Ausstattungshilfe für andere Staaten. Die Ausbildungs- und Ausstattungshilfe bildet einen festen Bestandteil der internationalen Zusammenarbeit und dient unter anderem dazu, den Auf- und Ausbau demo- kratischer und rechtsstaatlicher Strukturen in den Emp- fängerländern zu fördern. Erkenntnisse der Bundesregie- rung zu Menschenrechtsverletzungen und Folter fließen in die Bewertung der Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Staaten ein. Die Intention und Unterstellungen der Empfehlungen des ehemaligen Bundeskriminalamtsmitarbeiters Dieter Schenk in seinem Buch „BKA – Polizeihilfe für Folter- regime“ werden von der Bundesregierung nicht geteilt. Die Bundesregierung sieht keinen Anlass, die Ausfüh- rungen von Herrn Schenk bei der Abfassung des deut- schen Staatenberichts im Rahmen des neuen Staaten- überprüfungsverfahrens (Universal Periodic Review, UPR) zu berücksichtigen. Im Hinblick auf die ausdrücklich in der Mündlichen Frage erwähnten Berichtspflichten wird mitgeteilt, dass die Bundesregierung im Rahmen des parlamentarischen Fragerechts regelmäßig gegenüber dem Deutschen Bun- destag über die Grundsätze und einzelnen Maßnahmen der polizeilichen Ausbildungs- und Ausstattungshilfe schriftlich und mündlich berichtet. q M s n s e W e c u g u m d A d d ( n t a g e h z m A d d ( n d i t e b ö W m n H (C (D Zudem engagiert sich die Bundesregierung konse- uent und kontinuierlich im Kampf gegen Folter und isshandlung. Zusammen mit den Partnern der Europäi- chen Union tritt sie ein für eine Stärkung der internatio- alen Mechanismen, zum Beispiel des Antifolteraus- chusses der Vereinten Nationen, und bringt regelmäßig ntsprechende Resolutionen in die VN-Gremien mit ein. ährend der deutschen EU-Ratspräsidentschaft wurde in Global-Action-Plan, der eine weltweite flächende- kende Demarchenaktion zur Bekämpfung von Folter nd anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedri- ender Behandlung oder Strafe vorsieht, in 56 Ländern mgesetzt. Die Bundesregierung weist entschieden den it der Frage implizierten Vorwurf einer deutschen Dul- ung von Folteraktivitäten zurück. nlage 4 Antwort er Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Frage es Abgeordneten Dr. Herbert Schui (DIE LINKE) Drucksache 16/10519, Frage 22): Wie war die BaFin oder die Bundesregierung gegebenen- falls an der Prüfung der Bücher der Hypo-Real-Estate-Töchter durch die Deutsche Bank in der 40. Kalenderwoche beteiligt, bei der festgestellt wurde, dass das erste Rettungspaket nicht ausreicht, und, wenn die BaFin oder die Bundesregierung nicht beteiligt war, warum nicht? Die fragliche Bank hat die Bewertung für ihre inter- en Zwecke vorgenommen, um ihre eigene Risikoposi- ion im Fall einer Teilnahme an der Rettung der HRE zu nalysieren. Die Bank hat ihre Bewertung der Bundesre- ierung und der Bundesbank zur Verfügung gestellt, da ine eigene Bewertung der Sicherheiten angesichts der ohen Dringlichkeit, Maßnahmen zur Rettung der HRE u ergreifen, in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht öglich war. nlage 5 Antwort er Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Frage es Abgeordneten Dr. Herbert Schui (DIE LINKE) Drucksache 16/10519, Frage 23): Wie möchte die Bundesregierung vor dem Hintergrund, dass sie ein „Konzept für ein strukturierteres Handeln“ plant, um „systemisch relevante Finanzinstitutionen“ zu retten, er- reichen, dass die Kosten möglichst vollständig vom privaten Finanzsektor getragen werden, und in welchem Umfang? Im Einklang mit den Vereinbarungen auf internatio- aler Ebene (Erklärung der Finanzminister und Präsi- enten der Zentralbanken der G 7 am 10. Oktober 2008 n Washington; Beschluss des ECOFIN-Rates am 7. Ok- ober 2008 in Luxemburg) und außerdem in Über- instimmung mit den Vorgaben nach dem EU-Wett- ewerbsrecht legt die Bundesregierung auf eine die ffentlichen Gelder möglichst schonende Lösung großen ert. Gemäß der Begründung im Entwurf eines Finanz- arktstabilisierungsgesetzes sollte daher das für die Über- ahme von Garantien erhobene Entgelt grundsätzlich eine öhe von 2 Prozent im Jahr nicht unterschreiten. Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 19411 (A) ) (B) ) Anlage 6 Antwort der Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Frage des Abgeordneten Werner Dreibus (DIE LINKE) (Drucksache 16/10519, Frage 24): Welche in dem Schreiben von der BaFin und der Deut- schen Bundesbank an den Bundesminister der Finanzen vom 29. September 2008 zum Rettungspaket für die Hypo Real Estate Holding genannte „namhafte“ Bank bewertete die nicht notenbankfähigen Sicherheiten der Hypo Real Estate Holding in Höhe eines Nominalwertes von 42 Milliarden Euro mit ei- nem Beleihungswert von 15 Milliarden Euro? Die Bank kann aus Gründen der Verschwiegenheit nicht genannt werden. Die Bewertung durch diese Bank wurde von einer weiteren namhaften Bank nachvollzo- gen und durch die Bundesbank für ihre Zwecke geprüft. Anlage 7 Antwort der Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Frage des Abgeordneten Werner Dreibus (DIE LINKE) (Drucksache 16/10519, Frage 25): Wie wird für den Fall einer Überbewertung dieser Sicher- heiten und hieraus resultierender Verluste die „namhafte“ Bank, die diese Bewertung vorgenommen hat, in die Verant- wortung genommen, und, wenn sie nicht in die Verantwortung genommen wird, warum nicht? Die fragliche Bank hat die Bewertung für ihre inter- nen Zwecke vorgenommen, um ihre eigene Risikoposi- tion im Fall einer Teilnahme an der Rettung der HRE zu analysieren. Diese Bewertung wurde unter Zugrundele- gung sehr konservativer Annahmen bereits vor der Zu- sage der Bundesregierung über die Bundesgarantie durchgeführt. Die Bank hat ihre Bewertung der Bundes- regierung und der Bundesbank zur Verfügung gestellt, da eine eigene Bewertung der Sicherheiten angesichts der hohen Dringlichkeit, Maßnahmen zur Rettung der HRE zu ergreifen, in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich war. Eine Haftung der Bank gegenüber der Bundesregie- rung lässt sich aus einem derartigen internen Papier nicht ableiten. Anlage 8 Antwort der Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Fragen des Abgeordneten Dr. Axel Troost (DIE LINKE) (Drucksache 16/10519, Fragen 26 und 27): Ist es zutreffend, dass die Schuldner der Hypo-Real- Estate-Tochter DEPFA BANK plc Irland ausschließlich öf- fentliche Institutionen und Staaten sind, wenn nein, wer sind die nichtöffentlichen Schuldner der DEPFA BANK? Wie setzt sich das Geschäftsvolumen der DEPFA-BANK im Hinblick auf die Bonität ihrer Schuldner zusammen, und wie hoch ist der Anteil der offenen Forderungen der DEPFA- BANK gegen Schuldner hoher und höchster Bonität? Z f n D U l f j S Z a S s 8 r R ü m A d d s D H F d w c s L ( H d t 3 w v r d t z a t z (C (D u Frage 26: Nein, diese Aussage ist nicht zutreffend. Neben öf- entlichen Institutionen und Staaten zählen auch Unter- ehmen und Finanzinstitutionen zu den Schuldnern der EPFA BANK plc. Die Gläubigerstruktur eines privaten nternehmens sind vertrauliche Daten, bei denen Be- ange Dritter betroffen sind. Weiter hat die Bank auch In- rastrukturprojekte finanziert. Insgesamt überwiegen edoch sehr deutlich die öffentlichen Institutionen und taaten bzw. diesen nahe stehende Schuldner. u Frage 27: Nahezu sämtliche Forderungen der DEPFA BANK plc n ihre Schuldner sind mit einem Rating versehen. Zum tand 31. August 2008 entfallen von der Gesamtbilanz- umme in Höhe von rund 287 Milliarden Euro etwa 4,8 Milliarden Euro auf das Höchstrating AAA. Weitere und 181 Milliarden Euro Forderungen sind mit einem ating aus dem A-Bereich versehen. Dies bedeutet, dass ber 92 Prozent der Forderungen der DEPFA BANK plc it einem Rating im A-Bereich versehen sind. nlage 9 Antwort er Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Fragen er Abgeordneten Ulla Lötzer (DIE LINKE) (Druck- ache 16/10519, Fragen 29 und 30): Welche Banken bzw. Institutionen stellen die 50 Milliar- den Euro Liquidität im gesamten Rettungspaket für die Hypo Real Estate bereit, und welche Banken bzw. Institutionen bür- gen aufgeschlüsselt nach Anteilen für diese Summe? Welche Anteile haben die Banken bzw. Institutionen an der Bereitstellung von Liquidiät und Bürgschaften aufge- schlüsselt nach dem ersten und zweiten Rettungspaket? Die Bundesregierung informiert die Mitglieder des eutschen Bundestages kontinuierlich im Rahmen des aushaltsauschusses über das Rettungspaket. Auch die raktion Die Linke ist dort mit Mitgliedern vertreten. Die Bundesregierung, die Deutsche Bundesbank und ie Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht so- ie die Spitzenvertreter der deutschen Kredit- und Versi- herungswirtschaft haben am 5. Oktober 2008 eine Lö- ung für die in den Tagen davor zusätzlich entstandenen iquiditätserfordernisse der Hypo Real Estate Group HRE) erzielt. Hierüber hat der Finanzminister den aushaltsausschuss am 7. Oktober informiert. Dafür wird der Finanzsektor der HRE-Gruppe neben en von der Deutschen Bundesbank und dem Finanzsek- or zur Verfügung gestellten Kreditlinien in Höhe von 5 Milliarden Euro gegenüber dem ersten Paket einen eiteren, ebenfalls besicherten Liquiditätskredit in Höhe on 15 Milliarden Euro gewähren. Der vom Bund zur Verfügung gestellte Bürgschafts- ahmen von bis zu 35 Milliarden Euro bleibt unverän- ert. Bis zu einer Gesamthöhe von 14,2 Milliarden Euro rägt der Finanzsektor 60 Prozent und der Bund 40 Pro- ent der möglichen finanziellen Belastungen, die sich us einer Inanspruchnahme der Garantie ergeben könn- en. Der Finanzsektor hat bekräftigt, Verluste in Höhe bis u 8,5 Milliarden Euro zu tragen. 19412 Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 (A) ) (B) ) Bei der konkreten Aufschlüsselung, bezogen auf ein- zelne Unternehmen, handelt es sich um vertrauliche Da- ten, bei denen Rechte Dritter betroffen sind. Anlage 10 Antwort der Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Frage der Abgeordneten Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) (Drucksache 16/10519, Frage 31): Wie hoch ist die Provision, die die Hypo Reale Estate für die staatlichen Bürgschaften zahlen muss? Die Hypo Real Estate bezahlt für die ihr gewährten Subventionsvorteile ein von der Kommission akzeptier- tes übermarktgerechtes Entgelt. Anlage 11 Antwort der Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Frage der Abgeordneten Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) (Drucksache 16/10519, Frage 32): Trifft es zu, dass die Aufsichtsräte der Hypo Reale Estate noch im Amt sind, und, wenn ja, warum? Kurt Viermetz ist als Vorsitzender des insgesamt zwölfköpfigen Aufsichtsrates am 10. Oktober 2008 zu- rückgetreten. Über den Verbleib der übrigen Aufsichts- räte werden die Eigentümer zu entscheiden haben. Anlage 12 Antwort der Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Frage der Abgeordneten Dr. Barbara Höll (DIE LINKE) (Drucksache 16/10519, Frage 33): Wann enden die durch den Bund im Zusammenhang mit der Auffanglösung der Hypo Real Estate Holding eingegange- nen Bürgschaftsverpflichtungen? Nach Angaben der Hypo Real Estate Holding und Be- stätigung durch die Bankenaufsicht bestehen akute Li- quiditätsschwierigkeiten bei der Institutsgruppe bis in das Jahr 2009. Weitere Schritte werden gegenwärtig vor- bereitet. Anlage 13 Antwort der Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Frage der Abgeordneten Dr. Barbara Höll (DIE LINKE) (Drucksache 16/10519, Frage 34): In welchem Umfang hätte die private Altersvorsorge in Deutschland durch einen Zusammenbruch der Hypo Real Estate Holding Schaden genommen, und wäre im Falle einer Insolvenz der Hypo Real Estate Holding durch die Zertifizie- rungsvoraussetzungen der sogenannten Riester-Rente sicher- gestellt gewesen, dass Riester-Anleger keine finanziellen Ein- bußen hätten hinnehmen müssen? U t d R A d d N f s v n d c r G B l s g s w v g b t b d S A d d ( (C (D Der Bundesregierung ist nicht bekannt, in welchem mfang die von der Hypo Real Estate Holding verwalte- en Mittel der privaten Altersvorsorge in Deutschland ienen. Im Übrigen ist die Holding kein Anbieter von iester-Verträgen. nlage 14 Antwort er Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Frage es Abgeordneten Hans-Christian Ströbele (BÜND- IS 90/DIE GRÜNEN) (Drucksache 16/10519, Frage 35): Welche Schritte wird die Bundesregierung unternehmen, damit die Aussagen der Bundeskanzlerin am 5. Oktober 2008 („Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein.“) und am 7. Oktober 2008 im Deutschen Bundestag („Diese Erklä- rung gilt“) nicht bloß politische Absichtserklärungen ohne re- alen Wert für die Sparerinnen und Sparer bleiben, sondern zu einer entsprechenden rechtsverbindlichen Garantieerklärung mit einem notfalls gegen den Bund einklagbaren Anspruch der betroffenen Bürgerinnen und Bürger werden, und wie sol- len nach Auffassung der Bundesregierung Zahlungsverpflich- tungen zulasten des Bundes, die dadurch in Milliardenhöhe entstehen können, bezahlt werden? Die Erklärung der Bundeskanzlerin und des Bundes- inanzministers vom 5. Oktober 2008 stellt eine politi- che Erklärung dar, mit welcher die Bundesregierung ersichert, dass die privaten Spareinlagen der Bürgerin- en und Bürger auch im äußerst unwahrscheinlichen Fall es Versagens der bestehenden Sicherungssysteme gesi- hert sind. Hieraus lässt sich für die Bürger keine- echtsverbindliche und damit selbstständig einklagbare arantieerklärung ableiten. Allerdings wird sich die undesregierung an dieser politischen Zusage festhalten assen und geeignete Maßnahmen ergreifen, sofern und obald dies erforderlich wird. Wie Ihnen bekannt ist, sind die Sparer in Deutschland rundsätzlich doppelt abgesichert. Die Sicherheit ergibt ich zum einen durch das gesetzliche Sicherungssystem, elches den Sparern eine Mindestabsicherung in Höhe on 90 Prozent der Einlagen, begrenzt auf 20 000 Euro ewährt. Darüber hinaus besteht in Deutschland ein ewährtes System von freiwilligen Sicherungseinrich- ungen der Sparkassen, der Volksbanken und Raiffeisen- anken sowie der privaten Banken, welches bis heute en Inhabern von Spareinlagen einen vollumfänglichen chutz gewährt hat. nlage 15 Antwort er Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Fragen es Abgeordneten Sabine Zimmermann (DIE LINKE) Drucksache 16/10519, Fragen 36 und 37): Wie hoch ist der Bestand privater Bankeinlagen, der von der Garantieerklärung der Bundeskanzlerin vom 5. Oktober 2008 erfasst wird, weil er über das Maß der bereits bestehen- den Sicherungssysteme der privaten, genossenschaftlichen und öffentlich-rechtlichen Banken hinausgeht? Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 19413 (A) ) (B) ) Wie hoch schätzt die Bundesregierung die Risiken für den Bundeshaushalt ein, die sich aus der Garantieerklärung der privaten Einlagen seitens der Bundeskanzlerin ergeben, und schließt die Bundesregierung weiterhin aus, diese Garantie- erklärung durch Gesetz zu untermauern? Zu Frage 36: Die Erklärung der Bundeskanzlerin und des Bundes- finanzministers vom 5. Oktober 2008 betrifft private Spareinlagen der Bürgerinnen und Bürger und damit sämtliche privaten Sparkonten, Girokonten und Termin- einlagen einschließlich der Sparbriefe von natürlichen Personen. Damit geht die Zusage nicht über den Umfang der im Rahmen der freiwilligen Einlagensicherungssys- teme der Kreditindustrie abgesicherten Einlagen hinaus. Zu Frage 37: Die Bundesregierung sieht derzeit nicht das Risiko, dass durch die Erklärung der Bundesregierung finan- zielle Risiken für den Bundeshaushalt entstehen. Bis heute haben die Bürger durch einen Entschädigungsfall keinen Euro ihrer Einlagen verloren, da sämtliche Fälle von den bestehenden Einlagensicherungseinrichtungen abgedeckt wurden. Es besteht derzeit kein Anlass anzu- nehmen, dass die Einlagensicherungssysteme in der Zu- kunft nicht mehr leistungsfähig sein werden. Anlage 16 Antwort der Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Fragen der Abgeordneten Christine Scheel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) (Drucksache 16/10519, Fragen 38 und 39): Auf welche rechtsverbindliche Art und Weise sichert die Bundesregierung die Sichteinlagen von Sparern bei den Ban- ken, und welche Banken werden nicht berücksichtigt? Welche Anlageformen werden von der Garantieerklärung der Bundesregierung berücksichtigt, und welche Anlagefor- men sind ausgeschlossen? Zu Frage 38: Die Erklärung der Bundeskanzlerin und des Bundesfi- nanzministers vom 5. Oktober 2008 stellt eine politische Erklärung dar, mit welcher die Bundesregierung versi- chert, dass die privaten Spareinlagen der Bürgerinnen und Bürger auch im äußerst unwahrscheinlichen Fall des Versagens der bestehenden Sicherungssysteme gesichert sind. Hieraus lässt sich für die Bürger noch keine rechts- verbindliche und damit selbstständig einklagbare Garan- tieerklärung ableiten. Allerdings wird sich die Bundesre- gierung an diese politische Zusage halten. Im Fall des Versagens der gegenwärtig bestehenden Sicherungsein- richtungen wird die Bundesregierung daher geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Spareinlagen zu schützen. Berücksichtigt werden hiervon alle privaten Spareinlagen bei denjenigen Banken, die einer gesetzlichen Siche- rungseinrichtung in Deutschland zugeordnet sind. Zu Frage 39: Die Erklärung der Bundesregierung betrifft private Spareinlagen der Bürgerinnen und Bürger und damit s e A d d G n t f o L i B t c r s D M v p g z H t C t T r B d A u t F s n w 5 i s K w s (C (D ämtliche privaten Sparkonten, Girokonten und Termin- inlagen einschließlich Sparbriefen. nlage 17 Antwort er Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Frage es Abgeordneten Hans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/DIE RÜNEN) (Drucksache 16/10519, Frage 40): Welche präventiven Maßnahmen hat die Bundesregierung für den Fall ergriffen, dass es auf dem Kreditversicherungsde- rivatemarkt, credit default swaps – cds, der auf 54 Billionen US-Dollar geschätzt wird, zu einer krisenhaften Entwicklung kommt, wie sie aktuell in anderen Segmenten des Kapital- marktes zu beobachten ist, und für wie wahrscheinlich hält es die Bundesregierung, dass die Finanzmarktkrise auf den Kre- ditversicherungsderivatemarkt übergreift? Kreditderivate, CDS – credit default swaps, werden icht an Börsen, sondern unter professionellen Markt- eilnehmern, Banken, Versicherungen, Fonds, Hedge- onds, direkt gehandelt, sogenanntes OTC-Geschäft, ver the counter. Die Geschäfte werden überwiegend in ondon und New York getätigt. Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich, BIZ, n Basel und das Joint Forum, internationale Gruppe der ank-, Versicherungs- und Wertpapier-Aufseher, arbei- en an der Problematik der Intransparenz. Dazu wird si- herlich auch der Aufbau von Handelsstrukturen gehö- en müssen. Das Forum für Finanzstabilität, FSF, hatte bereits in einem Bericht vom April 2008 die Over-the-Counter- erivatehändler aufgefordert, die Infrastruktur der OTC- ärkte zu verbessern. Wie das FSF in seinem Bericht om 10. Oktober 2008 zu den Fortschritten bei der Im- lementierung der Empfehlungen vom April 2008 fest- estellt hat, sind hier bereits erste wichtige Fortschritte u verzeichnen. Trotz dieser Fortschritte hat das FSF die ändler erneut aufgefordert, möglichst umgehend zen- rale Kontrahenten, sogenanntes „central counterparty learing“, einzurichten. Die Einrichtung zentraler Kon- rahenten wäre ein wichtiger Schritt zur Erhöhung der ransparenz und zur Verminderung des Kontrahenten- isikos. Darüber hinaus wird das FSF auf Anregung des undesfinanzministeriums und der Deutschen Bun- esbank in einem weiteren neuen Arbeitsstrang die ngemessenheit des Regulierungsrahmens für bisher nregulierte Institutionen, Instrumente und Märkte un- ersuchen. In diesem Zusammenhang gilt es auch die rage zu beurteilen, ob CDS künftig über regulierte Bör- en anstatt over the counter gehandelt werden sollten. Es ist derzeit schwer zu ermitteln, welche Institutio- en letztlich die übertragenen Bankrisiken halten und in elcher Höhe sie bestehen. Die genannte Zahl von circa 4 Billionen Dollar ist nicht aussagekräftig. Zu ermitteln st ein Nettobetrag, der sich gegenseitig aufhebende Ri- iken berücksichtigt. Unternehmen des Finanzsektors, denen infolge von reditderivaten finanzielle Schwierigkeiten entstehen, erden die im Finanzmarktstabilisierungsgesetz vorge- ehenen Hilfen beanspruchen können. Die mit dem 19414 Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 (A) ) (B) ) Finanzmarktstabilisierungsgesetz in Deutschland sowie durch vergleichbare Ansätze in anderen Staaten getroffe- nen Maßnahmen werden im Übrigen mittelbar dazu bei- tragen, auch den CDS-Markt zu stabilisieren. Anlage 18 Antwort der Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Frage des Abgeordneten Hans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) (Drucksache 16/10519, Frage 41): Welche Änderungen beabsichtigt die Bundesregierung beim Biokraftstoffquotengesetz – insbesondere hinsichtlich der Beimischungsquote sowie der Steuersätze – für die einzel- nen Biokraftstoffe für die nächsten Jahre? Die Bundesregierung plant, die Biokraftstoffquote für das Jahr 2009 von derzeit 6,25 Prozent energetisch auf 5,25 Prozent energetisch zu senken. Für die Jahre 2010 bis 2014 wird die Biokraftstoffquote auf einer Höhe von 6,25 Prozent energetisch eingefroren. Die steuerliche Belastung von reinem Biodiesel wird gegenüber der geltenden gesetzlichen Regelung jährlich um jeweils 3 Cent je Liter gesenkt. Danach sinkt die Steuerbelastung im Jahr 2009 von 21,41 Cent je Liter auf 18,29 Cent je Liter, im Jahr 2010 von 27,42 Cent je Liter auf 24,50 Cent je Liter, im Jahr 2011 von 33,33 Cent je Liter auf 30,41 Cent je Liter und im Jahr 2012 von 45,06 Cent je Liter auf 42,22 Cent je Liter. Anlage 19 Antwort des Parl. Staatssekretärs Hartmut Schauerte auf die Fra- gen des Abgeordneten Michael Leutert (DIE LINKE) (Drucksache 16/10519, Fragen 46 und 47): Welche Auswirkungen hat die gegenwärtige Finanzkrise nach Ansicht der Bundesregierung auf die Finanzierung des Mittelstandes? Hält die Bundesregierung vor dem Hintergrund der gegen- wärtigen Finanzkrise an ihrem Kurs fest, kleinen und mittle- ren Unternehmen eine Finanzierung mit Wagniskapital zu empfehlen und diese steuerlich zu fördern, und wie begründet sie ihre Antwort? Zu Frage 46: Nach bisher vorliegenden Erkenntnissen funktioniert die Finanzierung des Mittelstandes nach wie vor gut. Eine Kreditverknappung ist bisher nicht festzustellen. Im Gegenteil: Der Bestand an kurz- und mittelfristigen Unternehmenskrediten ist derzeit mit über einer Billion Euro so hoch wie noch nie. Auch die zinsgünstigen För- derkredite des Bundes, ERP und KfW, die vor allem an den Mittelstand vergeben werden, sind im l. Halbjahr 2008 um 3 Prozent angestiegen und damit ein Beleg für die noch immer zufriedenstellende Kreditsituation für den Mittelstand; allenfalls bei den Konditionen kann ein gewisses Anziehen festgestellt werden. Die Bundes- regierung wird die Entwicklung weiterhin im Auge be- halten. Z a tu f i a d A n A d d ( Z p f d s b S C B t s g b G d F Z d A g (C (D u Frage 47: Die Finanzierung mit Wagniskapital ist für viele, vor llem junge innovative Unternehmen mit großem Wachs- mspotenzial ohne Alternative, weil eine Fremdkapital- inanzierung bei diesen Unternehmen sehr häufig nicht nfrage kommt. Wagniskapital ist für diese Unternehmen uch deshalb vorteilhaft, weil – anders als bei Bankkre- iten – dafür keine Sicherheiten verlangt werden. Das usfallrisiko der Finanzierung trägt der Kapitalgeber, icht das finanzierte Unternehmen. nlage 20 Antwort es Parl. Staatssekretärs Klaus Brandner auf die Fragen es Abgeordneten Dr. Ilja Seifert (DIE LINKE) Drucksache 16/10519, Fragen 48 und 49): Was ist aus Sicht der Bundesregierung erforderlich, um den Menschen mit Conterganschädigungen die volle Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, umfassende medizinische Ver- sorgung und angemessene Alterssicherung zu gewährleisten, und was wird die Bundesregierung – auch mit Blick auf die Vorschläge und Forderungen aus der Anhörung des Ausschus- ses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages zum Thema Contergan am 28. Mai 2008 – dies- bezüglich in dieser Wahlperiode noch tun? Was unternimmt die Bundesregierung – auch mit Blick auf die Vorschläge und Forderungen aus der Anhörung des Aus- schusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deut- schen Bundestages zum Thema Contergan am 28. Mai 2008 – zur Verbesserung der Situation der Angehörigen von Conter- gangeschädigten, insbesondere hinsichtlich der Gewährleistung einer angemessenen Alterssicherung trotz erheblicher beruflicher Einschränkungen infolge der jahrzehntelangen Betreuung und Pflege ihrer Kinder? u Frage 48: Das System der sozialen Sicherung in der Bundesre- ublik Deutschland gewährleistet umfangreiche und dif- erenzierte Leistungen, die sich an der jeweiligen Be- arfslage der einzelnen Menschen orientieren. Diese ind insbesondere in den Regelungen der Sozialgesetz- ücher, SGB, V, IX, XI und XII festgeschrieben. Dieses icherungssystem gilt gleichermaßen für Menschen mit onterganschädigungen. Darüber hinaus erhalten Contergangeschädigte in der undesrepublik Leistungen nach dem Conterganstif- ungsgesetz. Die Leistungen nach diesem Gesetz sind teuer- und anrechnungsfrei. Ob darüber hinaus besondere Maßnahmen oder Re- elungen infolge alters-, gesundheits- und behinderungs- edingter Veränderungen erforderlich sind, ist derzeit egenstand intensiver Beratungen der zuständigen Bun- esressorts mit Betroffenen und Experten verschiedener achrichtungen. u Frage 49: Die Unterstützung derjenigen Personen, die Pflegebe- ürftigen helfen, ist eine wichtige gesellschaftspolitische ufgabe, die in den zurückliegenden Jahrzehnten einen esellschaftlichen Wandel erfahren hat. Bereits das Ren- Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 19415 (A) ) (B) ) tenreformgesetz von 1992 hat dies berücksichtigt und für Pflegepersonen Verbesserungen gebracht. So können Pfle- gepersonen, die einen Pflegebedürftigen – auch einen pflegebedürftigen Contergangeschädigten – mindestens 10 Stunden wöchentlich häuslich pflegen, anfallende Pflegezeiten mit Pflichtbeiträgen versichern lassen oder sie – ohne Beitragszahlung – als Berücksichtigungszei- ten anerkennen lassen. Pflegeberücksichtigungszeiten können nur anerkannt werden, wenn bei dem Pflegebedürftigen ein bestimmter Grad der Pflegebedürftigkeit vorliegt und die von der Pflegeperson geleistete Pflege einen bestimmten zeitli- chen Umfang erreicht. Es ist gegenwärtig nicht daran gedacht, zugunsten der Pflegepersonen, die Contergangeschädigte betreuen, über die bereits mit dem Pflegegesetz ermöglichten Entlas- tungen der Pflegepersonen, hinauszugehen. Anlage 21 Antwort des Parl. Staatssekretärs Klaus Brandner auf die Frage der Abgeordneten Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE) (Drucksache 16/10519, Frage 50): Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus dem am 9. Oktober 2008 vom Europäischen Parlament gebil- ligten Bericht zur „Förderung der sozialen Integration und die Bekämpfung der Armut, einschließlich der Kinderarmut, in der EU“ (2008/2034 INI), insbesondere hinsichtlich der in dem Bericht formulierten Ziele der EU-weiten Einführung von Mindestlöhnen und Mindesteinkommen? Die Bundesregierung nimmt die Empfehlung des Euro- päischen Parlaments zur „Förderung der sozialen Inte- gration und die Bekämpfung der Armut, einschließlich der Kinderarmut in der EU“ zur Kenntnis. Die Bundes- regierung setzt die unter den Mitgliedstaaten vereinbar- ten Prinzipien der Zusammenarbeit im Bereich der so- zialen Integration fort. Mit der Offenen Methode der Koordinierung Sozialschutz und soziale Eingliederung und mit der Lissabon-Strategie sowie mit dem Sozial- schutz- und dem Beschäftigungsausschuss stehen geeig- nete Instrumente bzw. Foren der Zusammenarbeit und des Monitorings zur Verfügung. Die Bundesregierung spricht sich auch gegen eine Orientierung von Mindestsicherungsleistungen am Durchschnittseinkommen aus. In Deutschland definieren die Mindestsicherungsleistungen das soziokulturelle Existenzminimum, das sich an den Ausgaben der unte- ren 20 Prozent der Einkommensbezieher orientiert. Die- ser Maßstab, der regelmäßig angepasst wird, gibt an, was für ein menschenwürdiges Leben in unserer Gesell- schaft mindestens erforderlich ist. Mindestsicherungs- leistungen EU-weit anhand der statistischen Messgröße von 60 Prozent des Durchschnittseinkommens festzule- gen, widerspricht dem Subsidiaritätsprinzip. Soweit eine EU-Vorgabe für Mindestlöhne gefordert wird, ist auf Art. 137 Abs. 5 des EG-Vertrags zu verwei- sen. Danach liegt die Zuständigkeit für das Arbeitsent- gelt allein bei den Mitgliedstaaten. Eine EU-Vorgabe auf diesem Gebiet wäre daher europarechtlich unzulässig. A d d s d d k f D k m b G „ n e g G „ w z ih A d v g w g s t a A d d D (C (D nlage 22 Antwort es Parl. Staatssekretärs Klaus Brandner auf die Frage er Abgeordneten Elke Reinke (DIE LINKE) (Druck- ache 16/10519, Frage 51): Welche politischen Konsequenzen zieht die Bundesregie- rung aus der unter anderem am 5. Oktober 2008 im FOCUS- Online-Artikel „Kranken Hartz-IV-Empfängern drohen Kür- zungen“ zitierten Studie („Was fehlt bei Hartz IV?“, Informa- tionsdienst Soziale Indikatoren 40, Juli 2008, S. 7 ff.) von Bernhard Christoph vom Institut für Arbeitsmarkt- und Be- rufsforschung, IAB, welches bekanntermaßen eine eigene Dienststelle der Bundesagentur für Arbeit ist, und wie ge- denkt die Bundesregierung Hartz-IV-Betroffenen zukünftig eine stärkere Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben zu garantieren? Die Bundesregierung teilt die in der Studie zum Aus- ruck kommende Einschätzung, dass das Sicherungsziel es Arbeitslosengeldes II als erreicht angesehen werden ann; insofern besteht derzeit kein Handlungsbedarf. Die Studie wertet die Relevanz verschiedener Güter ür den Lebensstandard in der Gesamtbevölkerung aus. iese Güter entsprechen nicht denjenigen, die der Ein- ommens- und Verbrauchsstichprobe und damit der Be- essung der Regelleistung zugrunde gelegt werden. Da- ei wurden die unter dem Begriff „Teilhabe“ erfassten üter auf einer Skala von „unbedingt notwendig“, wünschenswert“ und „verzichtbar“ von weniger als ei- em Drittel der Befragten als „unbedingt notwendig“ mpfunden. Dieser Aussage entspricht es, wenn Arbeitslosen- eld-II-Empfänger angeben, dass sie aus finanziellen ründen nicht über die in der Studie genannten Güter der Teilhabe“ verfügen. Es ist anzunehmen und auch ge- ollt, dass auch Arbeitslosengeld-II-Empfänger die ihnen ur Verfügung stehenden finanziellen Mittel entsprechend ren Prioritäten einsetzen. Daher ist es plausibel, wenn rbeitslosengeld-II-Empfänger entsprechend ihren indivi- uellen Bedürfnissen überproportional viel Geld für die on ihnen stark präferierten Güter und entsprechend weni- er für subjektiv verzichtbare Güter ausgeben. Über die Verteilung der Ausgaben für „unbedingt not- endige“, „wünschenswerte“ und „verzichtbare“ Güter ibt die Studie keine Auskunft, sodass keine Rück- chlüsse dazu gezogen werden können, ob die Regelleis- ung die Teilhabe am kulturellen und sozialen Leben usreichend berücksichtigt. nlage 23 Antwort er Parl. Staatssekretärin Ursula Heinen auf die Frage es Abgeordneten Manuel Sarrazin (BÜNDNIS 90/ IE GRÜNEN) (Drucksache 16/10519, Frage 52): Ist es zutreffend, dass die Bundesregierung nicht den Vor- schlägen der Europäischen Kommission und des Europäi- schen Parlaments folgen will, als Reaktion auf die Nahrungs- mittelkrise in Entwicklungsländern überschüssige Gelder in Höhe von einer Milliarde Euro aus dem Agrarhaushalt bereit- zustellen bzw. eine Revision des Haushalts vorzunehmen, und inwiefern würden alternative Vorschläge der Bundesregierung auf Kosten anderer Projekte der deutschen oder europäischen Entwicklungszusammenarbeit gehen? 19416 Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 (A) ) (B) ) Die Bundesregierung begrüßt grundsätzlich die Initia- tive der Kommission für eine Fazilität zur Unterstützung der von der Nahrungsmittelkrise besonders betroffenen Entwicklungsländer. Diese Fazilität soll jedoch den Vor- gaben des Europäischen Rates entsprechend im Rahmen der geltenden Finanziellen Vorausschau finanziert wer- den. Dies ist nach Auffassung der Bundesregierung und weiterer Mitgliedstaaten durch den gegenwärtigen Vor- schlag der Kommission nicht erfüllt. Die Bundesregie- rung sowie weitere Mitgliedstaaten haben deshalb die Kommission aufgefordert, einen Finanzierungsvorschlag vorzulegen, der die oben angegebene Vorgabe des Euro- päischen Rates erfüllt. Die Bundesregierung begrüßt insoweit den Ansatz der französischen Ratspräsident- schaft, gemeinsam Finanzierungsalternativen zu unter- suchen. Deren Auswirkungen können erst nach Vorlage entsprechender Vorschläge geprüft werden. Anlage 24 Antwort der Parl. Staatssekretärin Ursula Heinen auf die Fragen der Abgeordneten Dr. Christel Happach-Kasan (FDP) (Drucksache 16/10519, Fragen 53 und 54): Wie hoch waren die Überwinterungsverluste bei den Bie- nenvölkern nach dem Winter 2007/2008? Was waren die Ursachen für die Überwinterungsverluste? Zu Frage 53: Die Überwinterungsverluste bei den Bienenvölkern nach dem Winter 2007/2008 in Deutschland belaufen sich auf etwa 20 Prozent im Durchschnitt. Die Überwinterungsverluste 2007/2008 lagen somit über den Überwinterungsverlusten des vorletzten Win- ters 2006/2007 (14 Prozent). Allerdings traten über die einzelnen Erhebungszeit- räume jeweils starke regionale Schwankungen und auch starke Schwankungen innerhalb einzelner Regionen auf. Zu Frage 54: Es wird vermutet, dass es sich um multifaktorielle Be- lastungseinflüsse handelt, die auf die jeweiligen Bienen- völker wirken und zu Überwinterungsverlusten bei den Bienenvölkern fuhren. Als eine wesentliche Ursache wird allgemein die pa- rasitäre Belastung der Honigbiene, im Besonderen mit der Varroa-Milbe, gesehen. Dabei ist die Varroa-Milbe auch ein bedeutender Überträger von pathogenen Viren, Bakterien sowie anderen Parasiten. Diese und verschie- dene weitere immunsupprimierende Faktoren sind ver- antwortlich für eine zusätzliche Schwächung der Bie- nenvölker. In Deutschland wurde im Jahr 2007 bereits im Sommer ein außergewöhnlich hoher Varroa-Befall mit bereits ers- ten Varroa-Schäden im Juni festgestellt. Diese sehr hohe Varroa-Vorbelastung führte dann regional (zum Beispiel in Teilen Süddeutschlands) zu teilweise erheblichen Ver- lusten von über 30 Prozent. m le S A d g ( Z l f d r I l S f G h t d k Z s s e s p g w d r A d F 1 (C (D Die strukturbedingten Probleme im Haltungsmanage- ent von Honigbienen scheinen zumindest in einigen Tei- n Deutschlands einen weiterhin bedeutenden Faktor im euchengeschehen bei der Honigbiene darzustellen. nlage 25 Antwort es Parl. Staatssekretärs Dr. Hermann Kues auf die Fra- en des Abgeordneten Jörn Wunderlich (DIE LINKE) Drucksache 16/10519, Fragen 55 und 56): Welche Übereinkünfte, Regelungen, Bedingungen gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung für die Zahlung der von der Firma Grünenthal GmbH öffentlich zugesagten Zahlung von 50 Millionen Euro an die Conterganstiftung, und wie hoch schätzt die Bundesregierung die Summe, die die Firma Grünenthal GmbH davon wieder steuerlich geltend machen kann? Was wird die Bundesregierung tun, um die Zusammenset- zung der Gremien der Conterganstiftung (zurzeit steht nur ein Sitz von 15 im Stiftungsbeirat den Betroffenen zu – er wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bestellt bzw. berufen) dahin gehend zu verändern, dass künftig eine Mehrheit der Sitze von Contergangeschädigten und ihren Verbänden selbst in Anspruch genommen werden kann? u Frage 55: Die von der Firma Grünenthal GmbH zugesagte Zah- ung von 50 Millionen Euro an die Conterganstiftung er- olgt als Gesamtsumme und ist an das Inkrafttreten des erzeit in Vorbereitung befindlichen Zweiten Ände- ungsgesetzes zum Conterganstiftungsgesetz gebunden. n diesem Änderungsgesetz sollen unter anderem Rege- ungen zur Ausschüttung der vorgesehenen jährlichen onderzahlungen an die Contergangeschädigten getrof- en werden. Eine schriftliche Zusicherung der Firma rünenthal vom 9. September 2008 liegt vor. Darüber inaus besteht Konsens über die Abgabe einer Verpflich- ungserklärung. Eine Aussage dazu, welche Summe von er Firma Grünenthal steuerlich geltend gemacht werden ann, ist der Bundesregierung nicht möglich. u Frage 56: Die maßgeblichen Gremien der Conterganstiftung ind Vorstand und Stiftungsrat. Im dreiköpfigen Vor- tand werden die Contergangeschädigten bislang durch in Mitglied vertreten. Änderungen sind hier nicht beab- ichtigt. Der Stiftungsrat soll dagegen durch das ge- lante Zweite Änderungsgesetz zum Conterganstiftungs- esetz auf vier bis maximal sechs Mitglieder verkleinert erden, davon ein Vertreter der Betroffenen. Durch iese Straffung erhält der Vertreter der Betroffenen ein elativ größeres Gewicht. nlage 26 Antwort es Parl. Staatssekretärs Dr. Hermann Kues auf die rage der Abgeordneten Ina Lenke (FDP) (Drucksache 6/10519, Frage 57): Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 182. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 19417 (A) (C) (B) ) Warum hat die Bundesregierung dem Deutschen Bundes- tag bisher nicht den Bericht über die Auswirkungen des Bun- deselterngeldgesetzes nach § 25 des Bundeselterngeld- und Elternteilzeitgesetzes zugeleitet, der laut Gesetz bereits am 1. Oktober 2008 vorgelegt werden sollte, und bis wann ge- denkt die Bundesregierung dies nachzuholen? seine Priorität im Vergleich zu anderen Bauvorhaben in Abhängigkeit von den künftig verfügbaren Haushalts- mitteln einen Baubeginn erlaubt. Zur Erstellung des Berichts über die Auswirkungen des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes sowie über die gegebenenfalls notwendige Weiterentwicklung die- ser Vorschriften waren umfangreiche und aufwendige Arbeiten erforderlich. Die Erarbeitung hat sich geringfü- gig verzögert. Letzte Abstimmungen erfolgen noch im Oktober. Derzeit findet die abschließende Überarbeitung statt. Die Kabinettbefassung ist für den 29. Oktober 2008 vorgesehen. Unmittelbar danach wird der Bericht an den Deutschen Bundestag überwiesen. Anlage 27 Antwort der Parl. Staatssekretärin Karin Roth auf die Fragen des Abgeordneten Dr. Hans Michelbach (CDU/CSU) (Drucksache 16/10519, Fragen 58 und 59): Trifft es zu, dass der Bundesrechnungshof gegenüber dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung lediglich durch seine Argumente und Empfehlungen auf ein wirtschaftliches und sparsames Handeln der Verwaltung hin- wirken kann, und wenn ja, aus welchem Grunde wurde vor dem Hintergrund, dass der Bundesrechnungshof in seiner Prü- fungsmitteilung vom 16. August 2007 einen vierstreifigen Ausbau der Bundesstraße 173 zwischen Lichtenfels und Kro- nach nicht infrage gestellt, sondern lediglich eine Reduzie- rung des zunächst geplanten vierstreifigen Sonderquer- schnitts 23 auf den Regelquerschnitt 20 vorgeschlagen hat, von Seiten des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadt- entwicklung trotz dem Bundesrechnungshof gegenüber durch das Bundesministerium mitgeteilten Festhaltens am ursprüng- lich geplanten Sonderquerschnitt 23 die Baufreigabe für die Bundesstraße 173 in den Abschnitten zwischen Lichtenfels und Kronach noch nicht erteilt? Wann wird der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung eine Baufreigabe für den Bau der Bundes- straße 173 zwischen Lichtenfels und Kronach bezüglich der bereits durch die Straßenbaubehörde geplanten Streckenab- schnitte erteilen? Zu Frage 58: Die Baufreigabe für die planfestgestellte Teilstrecke südlich Kronach konnte bisher nicht erfolgen, da deren Querschnitt an den Querschnitt der noch in Planung be- findlichen Teilabschnitte anzugleichen ist. Dies ist nach der Entscheidung über den Querschnitt der Gesamt- strecke noch planungsrechtlich abzusichern. Zu Frage 59: Die Freigabe des Baubeginns setzt voraus, dass die planungsrechtliche Absicherung mit der für die Gesamt- strecke vorgesehenen Querschnittsbreite erfolgt und A d F ( F t r d V f l i d z l m r z d t a n v ö s k e g (D nlage 28 Antwort es Parl. Staatssekretärs Achim Großmann auf die ragen des Abgeordneten Dr. Anton Hofreiter BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) (Drucksache 16/10519, ragen 60 und 61): Aus welchen Gründen erklärt die Bundesregierung die Kosten für den Betriebsdienst sowie die Erhaltungsarbeiten, die beim konventionellen Bau der A-Modelle (Betreibermo- dell für den mehrstreifigen Autobahnausbau) für die Konzes- sionsstrecke über den Konzessionszeitraum von 30 Jahren zu erwarten gewesen wären, für wettbewerbsrelevant (Antwort zu Frage 3 auf Bundestagsdrucksache 16/10001), und aus welchen Gründen erklärt die Bundesregierung die voraus- sichtlichen Verkehrsstärken an mautpflichtigen Lkw über 12 Tonnen auf der Bundesautobahn 8 in den Jahren 2008, 2010, 2015, 2020, 2025 und 2030 für wettbewerbsrelevant (Antwort zu Frage 5 auf Bundestagsdrucksache 16/10001)? Aus welchen Gründen erklärt die Bundesregierung die Kosten, die beim konventionellen Bau der A-Modelle an den Bundesautobahnen 1 und 4 angefallen wären, für wettbe- werbsrelevant (Antwort zu Frage 4 auf Bundestagsdruck- sache 16/10234), und aus welchen Gründen erklärt die Bun- desregierung die zukünftigen Mauteinnahmen auf den A-Mo- dell-Abschnitten der Bundesautobahnen 1 und 4 in 5, 10, 15, 20 und 30 Jahren für wettbewerbsrelevant (Antwort zu Frage 7 auf Bundestagsdrucksache 16/10234)? Gegenstand der A-Modelle ist regelmäßig die Über- ragung einer Baukonzession. Der Konzessionsnehmer efinanziert das Projekt im Wesentlichen durch die auf er Strecke anfallenden Mauterlöse und trägt damit das erkehrsmengenrisiko. Wie die Bieter im Vergabever- ahren die Verkehrs- und damit auch die Erlösentwick- ung über den Konzessionszeitraum einschätzen, bleibt hnen überlassen. Ebenso obliegt es dem Bieter, die über en Konzessionszeitraum anfallenden Kosten abzuschät- en und zu beurteilen, ob die seinerseits erwarteten Er- öse zur Refinanzierung sowie zur Erzielung eines ange- essenen Gewinns ausreichen werden. Dieses Verfahren hat seinen Zweck nicht zuletzt da- in, den Wettbewerb der Bieter zum einen untereinander, um anderen allerdings auch mit Blick auf die seitens er Verwaltung zugrunde gelegten Kosten einer konven- ionellen Beschaffung bis zum Abschluss des Verfahrens ufrecht zu erhalten. Die seitens der Verwaltung insoweit getroffenen An- ahmen bzw. sonstigen Ansätze sind wettbewerbsrele- ant, da Rückschlüsse zum Beispiel auf die aus Sicht der ffentlichen Hand bestehende Wirtschaftlichkeits- chwelle der PPP-Variante nicht ausgeschlossen werden önnen. Die damit wiederum verbundene Möglichkeit iner Wettbewerbsbeschränkung im Vergabeverfahren ilt es zu vermeiden. 182. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 15. Oktober 2008 Inhalt: Redetext Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Anlage 2 Anlage 3 Anlage 4 Anlage 5 Anlage 6 Anlage 7 Anlage 8 Anlage 9 Anlage 10 Anlage 11 Anlage 12 Anlage 13 Anlage 14 Anlage 15 Anlage 16 Anlage 17 Anlage 18 Anlage 19 Anlage 20 Anlage 21 Anlage 22 Anlage 23 Anlage 24 Anlage 25 Anlage 26 Anlage 27 Anlage 28
Gesamtes Protokol
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1618200000

Die Sitzung ist eröffnet.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich begrüße Sie alle
herzlich. Ich weise darauf hin, dass die Fraktionen über-
eingekommen sind, die heutige Tagesordnung um die
Abgabe einer Erklärung durch die Bundeskanzlerin so-
wie um die erste Beratung des von den Fraktionen der
CDU/CSU und der SPD eingebrachten Gesetzentwurfs
zur Umsetzung eines Maßnahmenpakets zur Stabilisie-
rung des Finanzmarktes zu erweitern. – Ich sehe, Sie
sind damit einverstanden. Dann verfahren wir so.

Ich rufe die soeben aufgesetzten Zusatzpunkte 1 und 2
auf:

ZP 1 Abgabe einer Regierungserklärung durch die
Bundeskanzlerin

ZP 2 Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/
CSU und der SPD eingebrachten Entwurfs eines
Gesetzes zur Umsetzung eines Maßnahmenpa-

(Finanzmarktstabilisierungsgesetz – FMStG)


– Drucksache 16/10600 –
Überweisungsvorschlag:
Haushaltsausschuss (f)

Rechtsausschuss

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Redet
Finanzausschuss
Ausschuss für Wirtschaft und Technologie

Nach einer interfraktionellen Vereinbarung sind für
die Aussprache im Anschluss an die Regierungserklä-
rung zwei Stunden vorgesehen. – Auch dazu höre ich
keinen Widerspruch. Dann ist das so beschlossen.

Ich erteile das Wort zur Abgabe einer Regierungser-
klärung der Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)



Dr. Angela Merkel (CDU):
Rede ID: ID1618200100

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten

Damen und Herren! Die Weltwirtschaft erleb
Wochen ihre schwerste Bewährungsprobe sei
Jahren des letzten Jahrhunderts. Letzte Wo
Schlüsselmärkte unseres Wirtschaftssystems,

(C (D ung 15. Oktober 2008 0 Uhr ärkte, praktisch funktionsunfähig. Immer weitere Märkte rohten infiziert zu werden. Der Kurssturz an den welteiten Aktienmärkten hätte eine verhängnisvolle Spirale n Gang setzen können. Letzte Woche habe ich an dieser Stelle bereits darauf ingewiesen, dass niemand von uns die weitere Enticklung absehen kann. Es hat sich dann gezeigt, dass as vor allem dringend notwendige Vertrauen zwischen en Finanzmarktteilnehmern, das die Geschäftsbasis der inanzmärkte ist, noch weiter erodierte. Kaum ein Insti ut war noch bereit, einem anderen Geld zu verleihen. ie Folge war, dass selbst solide Banken in Gefahr ge ieten, ihre Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen u können. Das gegenseitige Misstrauen hat die Akteure uf den Finanzmärkten fast vollständig gelähmt, mit unbsehbaren Folgen für Wachstum und Arbeitsplätze. In dieser Situation musste die internationale Gemeinchaft unverzüglich und entschlossen handeln. Und sie at gehandelt – entschlossen und, was ganz wichtig war, n weiten Teilen auch zeitgleich: vorneweg mit dem G-7reffen der Finanzminister in Washington, dann mit dem ipfel der Euro-Gruppe am letzten Wochenende, chließlich national. Vorgestern haben mehrere Regieungen umfassende und abgestimmte Maßnahmenpakete uf den Weg gebracht. Auch Deutschland hat gehandelt. ext Wir haben es uns mit den notwendigen Entscheidungen wahrlich nicht leicht gemacht; denn wir alle wissen um die Tragweite dieser Entscheidungen. Aber es war unsere Pflicht, innerhalb kürzester Zeit ein Maßnahmenpaket in bisher nicht dagewesener Größenordnung auf den Weg zu bringen, und das, wie gesagt, binnen weniger Tage. Es hat sich etwas gezeigt, was selten vorkommt: Der Staat war und ist die einzige Instanz, um das Vertrauen zwischen den Banken wiederherzustellen, und zwar zum Schutz der Bürger und nicht zum Schutz von Bankinteressen. (Beifall bei der CDU/CSU, der SPD und der FDP)


n damit unserer Pflicht nach, Schaden
Volk abzuwenden und seinen Nutzen zu
t in diesen
t den 20er-
che waren
die Geld-

Wir komme
vom deutschen






(A) )



(B) )


Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
mehren. Ich weiß: Noch nie wurde ein so umfangreiches
Gesetzesvorhaben mit einem so ehrgeizigen gesetzgebe-
rischen Zeitplan auf den Weg gebracht. Ich bin mir be-
wusst, dass dies allen Beteiligten sehr viel abverlangt. In
diesem Bewusstsein danke ich Ihnen allen: den Mitglie-
dern der Bundesregierung, insbesondere dem Bundes-
finanzminister, den Fraktionen und dem Bundesrat. Ich
danke für die Bereitschaft, sich im Interesse unseres
Landes auf diesen Zeitplan einzustellen.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


Wir zeigen damit, dass die Politik ihrer Verantwortung
gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes
gerecht wird.

Meine Damen und Herren, Ihnen liegt der Entwurf ei-
nes Gesetzes zur Umsetzung eines Maßnahmenpakets
zur Stabilisierung des Finanzmarktes vor. Sagen wir es
den Bürgern in einfacheren Worten: Ihnen liegt der erste
Baustein für eine neue Finanzmarktverfassung vor.


(Zurufe von der LINKEN: Oh! – Das ist hochgestapelt!)


Damit wollen wir erreichen, dass neues Vertrauen ent-
steht: Vertrauen zwischen den Banken, Vertrauen in der
Wirtschaft, Vertrauen der Bürger.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


Dazu ist es erforderlich, die Refinanzierung der Finan-
zinstitute zu sichern sowie die Beschaffung von Kapital
und die Veräußerung von Risikopositionen zu ermögli-
chen.

Darüber hinaus wird die Europäische Kommission
wahrscheinlich schon heute durch eine Anpassung der
Bilanzierungsregeln für gleiche Wettbewerbsbedingun-
gen mit unseren internationalen Partnern sorgen. Wir ha-
ben über dieses Thema in den vergangenen Tagen viel
gesprochen. Es ist von außerordentlicher Wichtigkeit,
dass diese Maßnahmen so getroffen werden, dass die
Abschlüsse des dritten Quartals bereits nach den neuen
Bilanzierungsrichtlinien erfolgen können. Das ist wich-
tig für die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes
Deutschland.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)


Unser Gesetzentwurf sieht vor, den Finanzinstituten ge-
gen eine Gebühr Garantien bis zur Höhe von 400 Mil-
liarden Euro zur Verfügung zu stellen. Die Bereitstellung
von Garantien des Bundes ist eine vertrauensbildende
Maßnahme, die die Finanzierungskreisläufe und damit
auch die Kreditvergabe an Unternehmen stabilisieren
soll. Letztlich heißt das nichts anderes, als dass der Bund
wie eine Versicherung gegen eine Gebühr für bestimmte
Zahlungsverpflichtungen der Finanzinstitute eintritt. Da-
mit soll erreicht werden, dass wieder gehandelt werden
kann und Refinanzierungen erfolgen können. Der Ga-
rantierahmen führt – dies will ich hier noch einmal aus-
drücklich sagen – natürlich nicht automatisch zu entspre-
chenden Ausgaben des Bundes. Für die Absicherung der
Risiken dieses Garantierahmens sollen 20 Milliarden

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(C (D uro, also 5 Prozent der Garantiesumme, vorsorglich als reditermächtigung in den Haushalt eingestellt werden. Der zweite Schwerpunkt unseres Maßnahmenpakets etrifft die Beschaffung von Kapital für die Finanzinstiute. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, vorübergehend apitalhilfen in Anspruch zu nehmen. Diese Hilfen wird s allerdings nur geben, wenn die Banken zu ihrer Verantortung stehen und sich an bestimmte Regeln halten. Das eißt ganz konkret: Auflagen zur Begrenzung der Manaergehälter und der Bonuszahlungen, Auflagen hinsichtich der geschäftspolitischen Ausrichtung des Instituts, uflagen hinsichtlich der Kreditvergabe, insbesondere an leine und mittlere Unternehmen, und natürlich Teilhabe es Bundes an den Erträgen der Finanzinstitute. as heißt also mit einem Wort: Keine Leistung ohne Geenleistung. Als weiteren Punkt sieht der Gesetzentwurf vor, dass er Staat erforderlichenfalls den Finanzunternehmen riikoreiche Vermögenswerte abkaufen kann. Die Erlöse us einem späteren Verkauf kommen natürlich dem teuerzahler zugute. Von diesem Instrument wollen wir llerdings möglichst sparsam Gebrauch machen, weil es icherlich zu den am schwersten durchsetzbaren gehört. Für den genannten staatlichen Kapitalhilferahmen nd für den Ankauf von Problemaktiva sollen insgesamt aximal 80 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Das eißt, einschließlich der genannten 20 Milliarden Euro ur Risikoabsicherung des Garantierahmens kommen ir auf 100 Milliarden Euro als Kreditermächtigung im aushalt. Meine Damen und Herren, für uns alle sind diese ahlen unglaubliche Beträge. Deshalb will ich wiederolen: Uns fallen diese Entscheidungen nicht leicht. Wir achen das alles nicht einfach, um einzelnen Finanz nstituten zu helfen. Wir machen das zum Schutz unserer irtschaft und zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger nseres Landes. Das Finanzsystem hat eine unabdingbare Scharnierunktion für das Funktionieren der gesamten Volkswirtchaft und damit für Wachstum und Beschäftigung. Die ürger und Unternehmen unseres Landes verlassen sich uf ein intaktes Finanzsystem, das den Zugang zu Kredien gewährleistet und es den Bürgern ermöglicht, sicher nd mit Gewinn zu sparen. Dem Schutz dieses Systems ient unser Gesetzentwurf. Mehr noch: Er dient der Allemeinheit, er dient dem Gemeinwohl. Eine neue Finanzmarktverfassung verdient diesen amen allerdings erst, wenn über den ersten Schritt der ofortmaßnahmen hinaus ein zweiter Baustein folgt, (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


nd zwar die Veränderung der internationalen Regeln
es Finanzmarktes. Wir müssen den internationalen






(A) )



(B) )


Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
Ordnungsrahmen für die Finanzmärkte neu gestalten,
um derartige entfesselte Entwicklungen in der Zukunft
zu vermeiden.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)


Die Bundesregierung und ich ganz persönlich werden
sich auf internationaler Ebene weiterhin mit Nachdruck
dafür einsetzen, dass nun die Lehren aus den jüngsten
Ereignissen gezogen werden.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)


Es hat keinen Sinn, zurückzublicken und über verpasste
Chancen zu sprechen; wir alle wissen, dass schon viel zu
viel Zeit ungenutzt verstrichen ist. Jetzt zählt nur noch
der Blick nach vorne.

Zu diesem zweiten Baustein einer neuen Finanz-
marktverfassung gehören nach meiner Auffassung eine
Stärkung der Rolle des Internationalen Währungsfonds
bei der Überwachung der Finanzinstitutionen, eine Ver-
besserung der Arbeit der Ratingagenturen, mehr Absi-
cherung von Risikoprodukten der Finanzwirtschaft
durch Risikounterlegung und mehr Transparenz bei den
gehandelten Produkten. All dies werden Themen der
nächsten internationalen Konferenzen sein – für Herrn
Steinbrück waren es auf den internationalen Konferen-
zen der Finanzminister bereits Themen –, bis hin zu ei-
nem G-8-Treffen mit den Schwellenländern auf der
Ebene der Staats- und Regierungschefs noch in diesem
Jahr.

Zur Vorbereitung dieses Treffens werden der Finanz-
minister und ich eine Expertengruppe einberufen, die pa-
rallel dazu Vorschläge für diesen zweiten Baustein
macht, damit wir auch mit Expertenwissen ausgestattet
in diese Beratungen gehen. Ich habe Professor Tietmeyer
gebeten, diese Expertengruppe zu führen.


(Lachen bei der LINKEN – Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist ja genau der Richtige!)


Er verfügt über erhebliche Erfahrungen,


(Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ja, ja! Und was für welche!)


insbesondere bei den Verhandlungen zu Basel II. Wenn
Basel II bereits heute weltweit in Kraft wäre bzw. wenn
Basel II ein paar Jahre früher in Kraft getreten wäre,
dann wären Schattenbilanzen, wie sie zum Beispiel bei
der IKB bestanden, nicht möglich gewesen. Wir müssen
auf diejenigen zurückgreifen, die hier Erfahrungen ha-
ben.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)


Ich sage ausdrücklich: Ich erwarte von der Kredit-
wirtschaft, dass sie sich an diesen Arbeiten konstruktiv
und vor allen Dingen auch selbstkritisch beteiligt. Das
muss von dieser Branche erwartet werden.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


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(C (D Ich wiederhole meine Ankündigung von letzter Wohe, dass wir bis Jahresende ebenfalls Änderungen bei er Finanzmarktaufsicht vorlegen wollen, die die Effiienz der Finanzmarktaufsicht, nicht nur in Krisenzeiten, erbessern. Lassen Sie mich deutlich sagen, dass die Gefahr für ie Finanzmarktstabilität noch nicht gebannt ist. Wir üssen aber schnellstmöglich durch die Verabschiedung ieses Gesetzes die Grundlage dafür schaffen, dass sich ie Lage auf den Märkten beruhigt. Dies ist entscheiend für Wachstum und Beschäftigung. Dennoch müssen wir damit rechnen, dass sich das achstum in Deutschland abschwächen wird. Ich bin avon überzeugt, dass es nicht zu einem dauerhaften Konunktureinbruch kommen wird. Aber die Maßnahmen, die ir getroffen haben, sind bitter nötig, wie die Konsolidie ung der Staatsfinanzen, die Senkung der Lohnzusatzkosen, die Unternehmensteuerreform, die Rente mit 67. Sie aben die mittelfristigen Wachstumsperspektiven für uner Land gestärkt. Zudem sind deutsche Unternehmen eute aufgrund von Umstrukturierung und Erhöhung iher Eigenkapitalquote krisenfester als noch vor einigen ahren. Das alles zeigt: Deutschland ist stark. Allerdings ird auch Deutschland durch eine schwierigere Periode ehen. Meine Damen und Herren, ich habe es in diesen Taen mehrmals gesagt, und ich wiederhole es heute hier och einmal: Wir haben es mit Exzessen der Märkte zu un. Aufgabe des Staates in einer sozialen Marktwirtchaft ist Kontrolle. Der Staat ist Hüter der Ordnung. (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie des Abg. Jürgen Trittin [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


Wir beschließen umfassende, weitreichende und ein-
chneidende Maßnahmen. Wir greifen hart durch, damit
ich das, was wir jetzt erlebt haben, nicht wiederholt.
amit schaffen wir Strukturen für eine menschliche
arktwirtschaft im 21. Jahrhundert.

In diesem Sinne bitte ich Sie um konstruktive Bera-
ungen in den Ausschüssen und um die Zustimmung zu
iesem Gesetzentwurf, weil er Deutschland dient.

Herzlichen Dank.


(Anhaltender Beifall bei der CDU/CSU – Beifall bei der SPD)



Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1618200200

Bevor wir jetzt in die Aussprache eintreten, möchte

ch zu dem außergewöhnlichen Beratungsgegenstand
nd dem zweifellos etwas ungewöhnlich schnellen Bera-
ungsverfahren drei knappe Bemerkungen machen, um
ie mich auch zahlreiche Kollegen ausdrücklich gebeten
aben. Ganz sicher werde ich diese Anmerkungen auch
m Namen der allermeisten Mitglieder des Hauses ma-
hen können.

Erstens möchte ich mich bei allen beteiligten Mitar-
eiterinnen und Mitarbeitern der Bundesregierung, der
undesbank und der anderen Behörden für die impo-






(A) )



(B) )


Präsident Dr. Norbert Lammert
sante Arbeitsleistung bedanken, innerhalb weniger Tage
dieses komplizierte Werk von Maßnahmen zur Stützung
der Finanzmärkte erstens zu entwickeln, zweitens inter-
national abzustimmen und drittens dem Deutschen Bun-
destag als Gesetzentwurf vorzulegen. Das verdient ho-
hen Respekt und hohe Anerkennung.


(Beifall bei der CDU/CSU, der SPD, der FDP und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


Zweitens. Dieses Programm hat eine außerordentliche
und beispiellose Größenordnung. Es ist insgesamt bei-
nahe doppelt so umfangreich wie der jährliche Bundes-
haushalt. Dadurch wird auch das Parlament wegen der
Eilbedürftigkeit der Entscheidung in der Sache wie auch
im Verfahren vor besondere Herausforderungen gestellt.

Ich möchte mich bei allen Mitgliedern des Hauses,
insbesondere bei den Fraktionsführungen, herzlich dafür
bedanken, dass sie unbeschadet ihrer unterschiedlichen
Rollen in Koalition und Opposition ihre Bereitschaft er-
klärt haben, unter Verzicht auf übliche Fristen die
schnellstmögliche Beratung und Entscheidung über die-
ses Gesetzespaket zu ermöglichen.

Dies ist nicht nur ein eindrucksvoller Beleg für die
Handlungsfähigkeit unserer Verfassungsorgane, dies ist
auch ein eindrucksvoller Beleg für die oft beschworene
Solidarität der Demokraten, die das Vertrauen verdienen
und neu begründen, das an anderer Stelle verloren ge-
gangen ist.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP, der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


Drittens. Der Bundestag wird der Bundesregierung
mit dieser Gesetzgebung einen weitreichenden Hand-
lungsrahmen für notwendige Stützungsaktionen erteilen,
er wird aber seine originären Haushalts- und Kontroll-
rechte nicht abtreten oder aufgeben.


(Beifall bei der CDU/CSU, der SPD, der FDP und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


Durch die zeitliche Befristung der möglichen
finanzwirksamen Maßnahmen und den ausdrücklichen
Verzicht auf Rechtsansprüche zugunsten von Einzelfall-
prüfungen nach pflichtgemäßem Ermessen wird der
Bundestag in die Lage versetzt und muss der Bundestag
in der Lage bleiben, die Umsetzung und Abwicklung der
vorgesehenen Maßnahmen regelmäßig und zeitnah zu
begleiten. Damit kommen Parlament wie Regierung ih-
ren unterschiedlichen Rollen bei der Bewältigung einer
großen gemeinsamen Aufgabe nach.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)


Erster Redner in der Aussprache ist der Kollege
Dr. Westerwelle für die FDP-Fraktion.


(Beifall bei der FDP)


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(C (D Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Her en! Ich möchte mich beim Herrn Bundestagspräsidenen für diese – wie ich finde – notwendige und wichtige rklärung gleich zu Beginn unserer Aussprache ausrücklich bedanken. Ich möchte für die FDP-Fraktion esthalten, dass wir nicht aufhören, Parlamentarier zu ein, nur weil wir jetzt – ich vermute, das geht allen Koleginnen und Kollegen so – im Interesse unseres Landes us patriotischer Verantwortung heraus darauf drängen, chnell zu beraten und zu entscheiden. Es kann nicht gelen: Je größer die Summe ist, desto geringer ist die parlaentarische Kontrolle. Umgekehrt ist es richtig. (Beifall bei der FDP und der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Dr. Guido Westerwelle (FDP):
Rede ID: ID1618200300

Deswegen will ich – ich vermute, das wird vielen
olleginnen und Kollegen, ob sie in der Opposition oder

n den Regierungsfraktionen sind, so gehen – klarma-
hen: Weil schnelles Handeln nötig ist, haben wir einer
chnellen parlamentarischen Beratung zugestimmt.
as heißt ausdrücklich nicht, dass wir jedes Detail, jedes

nstrument, jede Maßnahme dieses Gesetzes, vor allem
ie im Verordnungswege, am Schluss auch unterstützen.
ir haben erhebliche Fragen. Die sind nicht aus der
elt, nur weil wir bereit sind, unter Verzicht auf unsere

risteinreden in dieser Woche dafür zu sorgen, dass
chnell entschieden werden kann.


(Beifall bei der FDP)


Ich möchte für meine Fraktion zu Protokoll geben,
ass mit der konstruktiven Begleitung dieses Hilfspakets
usdrücklich keine Zustimmung zu allem verbunden ist.
ir haben, wie gesagt, Fragen: Warum ist der Bundesre-

ierung so wenig an parlamentarischer Begleitung gele-
en? Warum sollen die Not-Verordnungen vollständig
m Parlament vorbeigehen? Wäre es nicht klug, wenigs-
ens für die Kabinettsverordnungen eine Abstimmungs-
flicht mit unserem Haushalts- oder Finanzausschuss
orzusehen?


(Beifall bei der FDP, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Warum sollen einige Regelungen, beispielsweise die
um Insolvenzrecht – das ist bisher in der Öffentlichkeit
och nicht bekannt geworden, weil wir über die
inanzwirksamen Sachen natürlich an erster Stelle spre-
hen –, zeitlich unbefristet gelten? So sieht es der erste
ntwurf jedenfalls vor. Ich höre – ich will dem nicht vor-
reifen –, dass Sie in den Regierungsfraktionen Ähnli-
hes angemerkt haben. Ich denke, das wird heute in den
usschussberatungen noch zu lösen sein.

Warum soll die Kontrolle des Bundesrechnungshofs
n weiten Teilen ausgeschlossen sein? Wie geht der Staat
us den Banken wieder heraus? Also: Was ist eigentlich
nsere Rückzugsstrategie?


(Beifall bei der FDP)


uch das muss beantwortet werden.






(A) )



(B) )


Dr. Guido Westerwelle
Meine Damen und Herren, es ist schon eine erheb-
liche Frage: Wie kann die Bundesregierung davon aus-
gehen, dass dieses Gesetz keinen spürbaren Zinseffekt
haben wird und sich nach ihren eigenen Angaben nicht
auf die Verbraucherpreise auswirken wird? Ich sage nur
eines: Es kann nicht vernünftig sein, dass sich durch eine
solche Haushaltsgesetzgebung und durch solche Sum-
men der Wert unseres Geldes plötzlich verringert. Es gilt
der Satz: Inflation ist etwas, was im Interesse gerade der
sozial Schwächsten unbedingt vermieden werden muss.


(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU – Hartmut Koschyk [CDU/ CSU]: Unstreitig!)


Wenn wir über solche Summen reden, dann muss das an-
gesprochen werden. – Ich vermute, dass es unstreitig ist.
Ich sage es hier aus unserer Sicht. Aber da wir als Parla-
mentarier gegenüber der Regierung gefragt sind, möchte
ich sagen: Es geht nicht um eine Selbstbeschäftigung des
Parlaments, sondern es geht um ein Grundprinzip unse-
rer Gewaltenteilung: Die Regierung regiert, aber die
Treuhänder der Steuergelder sind die Abgeordneten des
Deutschen Bundestages. Wir können Ihnen hier keinen
Blankoscheck ausstellen. Das müssen Sie wissen, meine
sehr geehrten Damen und Herren.


(Beifall bei der FDP und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


Sie haben Ihr Krisenmanagement geschildert. Ich will
die Debatte heute nicht nutzen, um mich mit Ihrem Kri-
senmanagement auseinanderzusetzen. Das ist jetzt nicht
die Stunde dafür. Ich glaube allerdings, dass Sie dabei
nicht so positiv wegkommen, wie Sie dies selber in Be-
zug auf Ihre eigene Arbeit meinen. Ich habe doch den
Eindruck, dass bei Ihrem Handeln in den letzten Wochen
sehr viel Versuch und Irrtum dabei gewesen sind. Aber
wir wollen über das reden, was jetzt schnell notwendig
ist.

Notwendig ist – das ist etwas, Frau Bundeskanzlerin,
was Sie in der Regierungserklärung der letzten Woche
schon einmal gesagt haben und was ich noch einmal
unterstreichen möchte – eine Neuregelung der Banken-
aufsicht. Es ist aus unserer Sicht schlechterdings inak-
zeptabel, dass wir eine Bankenaufsicht haben, die so un-
tergliedert ist, dass sie sich gegenseitig eher behindert,
anstatt dass sie die Banken effizient begleitet.


(Beifall bei der FDP)


Wir wollen, dass die Bankenaufsicht unter eine staat-
liche Verantwortung kommt. Wir unterstützen Sie, wenn
Sie in Europa und international ähnliche Aufsichts- und
Verkehrsregeln durchsetzen wollen; das ist gar keine
Frage.

Wir wollen und müssen über die Ratingagenturen
reden; das ist, glaube ich, in den letzten Wochen und
Monaten viel zu kurz gekommen. Damit, dass die Rating-
agenturen gewissermaßen aus eigener, innerer Erkennt-
nis heraus – mit gelegentlichen Interessenkollisionen –
mit dem Daumen nach oben oder nach unten zeigen und
darüber entscheiden, was sein wird, obwohl es gelegent-

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(C (D ich an Unabhängigkeit fehlt, müssen wir uns befassen. ch wiederhole den Vorschlag der FDP-Fraktion, ob wir ür Ratingagenturen nicht eine europäische Stiftung rauchen, wie wir sie beim Verbraucherschutz bereits aben: Warentest auch für Ratingagenturen und Bewerungen von Firmen. Ich glaube, mehr Unabhängigkeit ird richtig sein. Herr Finanzminister, Sie haben Wert darauf gelegt, ass die Bilanzierungsregeln verändert werden; das urde noch nicht angesprochen. Es ist gut und richtig, ass das mutmaßlich noch im dritten Quartal gelingen ann. Das ist von ganz herausragender Bedeutung. Das st nicht nur Technik für Feinschmecker, sondern ganz rheblich für die Realwirtschaft in den nächsten Monaen. udem ist erforderlich, dass die internationalen Stanards verändert werden. Auch hier wollen wir Sie konsruktiv begleiten. Ich will noch auf etwas anderes in dieser Situation ingehen, weil ich glaube, dass es notwendig ist. Mit wei Dingen werden wir uns nicht nur heute, sondern in en nächsten Monaten definitiv befassen müssen. Dazu aben Sie nichts gesagt; vielleicht wird es der Finanzinister noch tun. Erstens: Was bedeutet das, was Sie ns vorlegen, für den Bundeshaushalt? Was bedeutet as für das Ziel der Konsolidierung der Staatsfinanzen? lles, was über den Abbau der Schulden, die zulasten er nächsten jungen Generationen gehen, gesagt worden st, wird mit dem heutigen Tag aus Sicht der FDP nicht ngültig. s bleibt notwendig, damit verantwortungsvoll umzugeen. Unsere Sorge ist, dass jetzt ein Damm bricht, nach em Motto: Wenn man nun mit solchen riesigen Sumen mal eben jongliert, dann kann man die eine oder an ere Milliarde für diese oder jene Wohltat nicht ernsthaft erweigern. Wir sollten weiterhin an die nächste Generaion denken. Heute darf nicht die Stunde sein, in der soide Staatsfinanzen zulasten der nächsten Generationen u Grabe getragen werden. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


(Beifall bei der FDP)


(Beifall bei Abgeordneten der FDP)


(Beifall bei der FDP)


ch unterstütze nachdrücklich, was Kollege Kauder in
ieser Woche dazu mehrfach gesagt hat.

Zweitens: Was bedeutet das für die Realwirtschaft?
uch das muss an dieser Stelle ausdrücklich angespro-

hen werden. Ich glaube, Frau Bundeskanzlerin, dass
as zu einer Regierungserklärung, zumindest aber zu ei-
er solchen Debatte dazu gehört. Herr Finanzminister,
ls wir vor vier Wochen in den Haushaltsberatungen ge-
agt haben, dass wir am Rande einer Rezession stehen,
aben Sie uns – wörtlich! – Sadomaso-Tendenzen vorge-
orfen. Ich frage: Wollen Sie das in Anbetracht des
erbstgutachtens allen Ernstes aufrechterhalten? Wer

etzt die Augen vor der wahren Wirtschaftsentwicklung






(A) )



(B) )


Dr. Guido Westerwelle
verschließt, der versündigt sich an denen, die nächstes
Jahr arbeitslos werden können.


(Beifall bei der FDP)


Noch eine grundlegende Bemerkung zum Verhältnis
zwischen Staat und sozialer Marktwirtschaft. Wir ha-
ben erlebt, dass in diesen Tagen mancher, der schon im-
mer Probleme mit der Marktwirtschaft bzw. der sozialen
Marktwirtschaft hat, glaubt, Oberwasser zu bekommen
und Morgenluft zu wittern. Ich glaube, dass das zu kurz
gegriffen ist. Aus unserer Sicht bleibt es dabei: Wir ar-
beiten jeden Tag daran, dass die soziale Marktwirtschaft
besser wird.


(Lachen bei der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


– Wir alle arbeiten hoffentlich gemeinsam daran, dass
unser System, in dem wir leben, jeden Tag besser wird.


(Beifall bei Abgeordneten der FDP)


Es ist aber mit Sicherheit das beste System, das es je-
mals auf deutschem Boden gab. Es ist mit Sicherheit
besser als jede Form von Planwirtschaft, die Sie nun
wiederbeleben wollen.


(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


Sie freuen sich zu früh, wenn Sie glauben, Sie könn-
ten die Gunst der Stunde nutzen und die soziale Markt-
wirtschaft zu Grabe tragen.


(Zurufe von der SPD und der LINKEN)


Diese Rechnung wird nicht aufgehen.

Denjenigen, die jetzt sagen, der Staat müsse das alles
lösen, will ich an dieser Stelle aus unserer Sicht, aus
Sicht der Freien Demokratischen Partei, klar mit auf den
Weg geben: Der Staat ist nicht der bessere Banker, er hat
nur mehr Geld.


(Zurufe von der SPD und der LINKEN: Oh!)


Das ist es, worum es im Augenblick geht.


(Beifall bei Abgeordneten der FDP)


Alle diejenigen, die meinen, alles Heil sei jetzt im Staat
zu suchen und die soziale Marktwirtschaft könne abge-
wickelt werden, liegen aus unserer Sicht falsch. Wir
brauchen einen Staat, der treffsicher ist, der sich auf
seine Kernaufgaben konzentriert, der Rahmenbedingun-
gen setzt.


(Zurufe von der SPD)


Ein Staat, der sich so in das tägliche Leben der Bürgerin-
nen und Bürger einmischt, dass einem die Luft weg-
bleibt, der aber bei der Aufsicht über die Banken versagt,
ist nicht der starke Staat, den wir uns wünschen.


(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)



Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1618200400

Das Wort erhält nun der Bundesminister der Finan-

zen, Peer Steinbrück.

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(C (D (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)



Rede von: Unbekanntinfo_outline
Rede ID: ID1618200500

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten

amen und Herren! Auch ich möchte mit einem Dank
n alle Fraktionen dafür beginnen, dass wir dieses Ge-
etz zur Stabilisierung der Finanzmärkte quasi in einem
print auf den Weg bringen können. Ich weiß, das ist
ine Zumutung; aber in ungewöhnlichen Zeiten, in de-
en wir sind, und bei dem Problemdruck, unter dem wir
tehen, sind ungewöhnliche Verfahren erforderlich. Ich
öchte meinen Respekt äußern und betonen, dass diese
ereitschaft aller Fraktionen, wie ich finde, schon Aus-
ruck eines gemeinsamen Verantwortungsbewusstseins
er Politik ist und in der Tat die Handlungsfähigkeit de-
okratischer Institutionen in diesem Lande bestätigt und

ie demokratischen Institutionen wieder aufwertet.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


asselbe gilt übrigens auch mit Blick auf die häufig ge-
choltene mangelhafte Handlungsfähigkeit und Zeitöko-
omie Europas. Auch hier machen wir die Erfahrung,
ass sich Europa in einer solchen Krise doch als sehr viel
andlungsfähiger und entscheidungsfähiger erweist, als
ir das je angenommen haben.

Ich stehe nicht an, zu sagen, dass wir es mit einer der
efährlichsten Krisen oder der gefährlichsten Krise auf
en Weltfinanzmärkten seit 80 Jahren zu tun haben. Es
eht daher um Gefahrenabwehr, es geht darum, Scha-
en von unserem Lande abzuwehren. Herr Westerwelle,
n diesem Zusammenhang wäre ich sehr vorsichtig, mit
egriffen wie Notverordnung auf eine unsägliche histo-

ische Epoche anzuspielen,


(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


eil Sie definitiv falsche Assoziationen wecken könn-
en;


(Dr. Peter Struck [SPD]: Ja!)


enn in der Zeit von 1930 bis 1933 haben diese Notver-
rdnungen zu nichts anderem als der Ausschaltung des
arlaments gedient. Darüber reden wir heute definitiv
icht.


(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU sowie der Abg. Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


Ich will sofort zur Sache kommen. Es geht nicht da-
um – das sage ich vor allen Dingen allen Bürgerinnen
nd Bürgern, die uns zuhören oder zuschauen können –,
ass es Gratifikationen für den Bankensektor geben soll
der dass Bankmanager vor dem Ruin bewahrt werden
ollen, sondern es geht in Deutschland und anderswo um
tabile, funktionierende Finanzmärkte. Diese stabilen
nd funktionsfähigen Finanzmärkte gehören nicht den
anken; sie gehören auch nicht den Bankern. Sie sind
ielmehr, um ein Stichwort von Herrn Röttgen aus der






(A) )



(B) )


Bundesminister Peer Steinbrück
letzten Debatte aufzugreifen, ein öffentliches Gut. Sie
sind unverzichtbar. Sie sind unverzichtbar für jeden
Handwerker, der einen Betriebsmittelkredit haben möchte,
sie sind unverzichtbar für jedes große Unternehmen, das
arbeitsplatzerhaltende oder arbeitsplatzerweiternde In-
vestitionen vornehmen möchte, sie sind unverzichtbar
für jede Kommune, wenn sie Kassenkredite braucht, sie
sind unverzichtbar für Infrastrukturfinanzierungen in
Deutschland, sie sind unverzichtbar für alle Menschen,
die für das Alter sparen und damit ein auskömmliches
Einkommen im Alter haben möchten, sie sind unver-
zichtbar für alle Sparerinnen und Sparer in Deutschland,
die einen wettbewerbsfähigen Finanzsektor brauchen,
auch um die günstigsten Konditionen zu bekommen.
Das ist der Charakter dieses öffentlichen Gutes, um den
es geht.


(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)


Man muss mit Bildern und Begriffen, wie ich selber
gerade kritisch angemerkt habe, vorsichtig sein. Aber ich
scheue mich nicht, zu sagen, dass es Momente gegeben
hat, in denen wir international mit Blick auf die eskalie-
rende Finanzmarktkrise in den Abgrund geschaut haben.
Bei der Betrachtung und Bewertung bitte ich nachzuvoll-
ziehen, dass es nach Wahrnehmung aller Fachleute, auch
derjenigen, die ich am letzten Wochenende in Washing-
ton gesprochen habe, eine Wasserscheide gibt, die sich
danach definiert, was vor und was nach der Insolvenz
von Lehman Brothers passiert ist. Dies begründet auch
manche Einlassungen, Herr Westerwelle, die in den Zei-
ten davor gemacht worden sind. Man kann im Rückblick
nicht ganz unberücksichtigt lassen, welche Zeitläufe es
seitdem gegeben hat. Sie verändern Einschätzungen; das
gilt für mich und für viele andere auch.


(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP und der Abg. Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


Wir haben insbesondere bei dem Gespräch mit Finanz-
marktakteuren in Deutschland am Montagabend bei der
Bundeskanzlerin noch einmal von vielen die Einschät-
zung gehört, dass die Insolvenz von Lehman Brothers so
etwas wie ein GAU gewesen ist, weil darüber eine Er-
schütterungsdynamik ausgelöst worden ist, die Effekte
auch in Europa gehabt hat. Bei diesem Unternehmen mit
einer Bilanzsumme von 800 Milliarden waren ungefähr
400 Milliarden, also die Hälfte, Europa zugeordnet. Da-
rüber ist fast in einer Art Dominoeffekt unter anderen
auch die Hypo Real Estate Bank zum Einsturz oder je-
denfalls in eine sehr schwierige Lage gebracht worden.

Der Staat musste in dieser Situation handeln; auch die
Staatengemeinschaft musste in dieser Situation handeln.
Wenn es auf den Weltfinanzmärkten brennt, meine Da-
men und Herren, dann muss gelöscht werden, auch wenn
es sich um Brandstiftung handelt. Anschließend müssen
die Brandstifter aber daran gehindert werden, so etwas
wieder zu tun.


(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU und der FDP sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


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(C (D ie Brandbeschleuniger müssen verboten werden, und s muss für einen besseren Brandschutz gesorgt werden. as heißt, wir reden auf der einen Seite über eine systeische Antwort auf die derzeitige Krise – das ist das ak uelle Krisenmanagement – und auf der anderen Seite arüber, dass wir parallel dazu Vorsorge treffen müssen, amit sich eine solche Finanzmarktkrise, jedenfalls nicht n dieser Dimension und Tiefenschärfe, wiederholt. Daach handeln wir. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Die Bundesregierung kann für sich in Anspruch neh-
en, dass Deutschland dieses Thema der Krisenpräven-

ion als einer der ersten G-7-Staaten und als eines der
rsten Länder in der Euro-Gruppe und im Ecofin aufge-
riffen hat. Ich will nicht alles im Einzelnen wieder-
olen; aber ich erinnere daran, dass es diese Bundesre-
ierung während ihrer G-7-Präsidentschaft gewesen
st, die im Oktober des Jahres 2007 das Financial Stabi-
ity Forum nicht nur um eine Analyse, sondern um kon-
rete Vorschläge gebeten hat, und dass diese Vorschläge
n Sitzungen im April verabschiedet worden sind. Die
eschlüsse reichten bis hin zu einer Ecofin-Roadmap
nd werden in einem Hunderttageprogramm umgesetzt.
ies schließt nicht aus, dass noch mehr hinzukommen
uss, unter anderem auch von mir in Vorbereitung der

etzten G-7-Konferenz in acht Punkten formuliert, in de-
en auch die Fragen enthalten sind, ob wir nicht zu ei-
em Verbot von Leerverkäufen kommen müssen und ob
s nicht auf Dauer verboten werden sollte, dass Bank-
nstitute anderen Finanzdienstleistern Kreditrisiken ein-
ach zu 100 Prozent in Form von Derivaten weiterrei-
hen können.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Ich will aus Zeitgründen auf die anderen Maßnahmen
icht eingehen, sondern nur darauf hinweisen, dass die
aßnahmen dieses Gesetzes zur Finanzmarktstabilität,
ie die Kanzlerin ausgeführt hat, international weit ab-
estimmt sind. Weltweit werden die notwendigen Maß-
ahmen getroffen, um die Stabilität und die Funktionsfä-
igkeit des Finanzsystems zu gewährleisten. Vielleicht
üsste man erst einmal sagen: wiederherzustellen, was

erloren gegangen ist. Aus den Gesprächen, die wir An-
ang der Woche bei der Bundeskanzlerin sowohl mit den
inanzmarktakteuren in Deutschland als auch mit den
ertretern der sogenannten Realwirtschaft geführt ha-
en, habe ich eine eindeutige Bestätigung dafür bekom-
en, dass es jetzt Zeit zum Handeln war, und zwar nicht

m Sinne einer Von-Fall-zu-Fall-Regelung – IKB, Lan-
esbanken, Hypo Real Estate –, sondern im Sinne einer
ystemischen Antwort auch für die Bundesrepublik
eutschland. Dies haben wir getan, und das wird breit

nerkannt.


(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)


Meine Damen und Herren, von unserem Paket profi-
ieren alle Geldinstitute und Versicherungen in Deutsch-
and, die sich unter den Schutzschirm der neuen staatli-
hen Garantien stellen wollen. Aber dies erfolgt unter






(A) )



(B) )


Bundesminister Peer Steinbrück
sehr strengen Bedingungen. Leistung – Gegenleistung,
wie die Kanzlerin gesagt hat, ist das Prinzip, nach dem
wir handeln. Wer sich unter diesen Schirm stellt, wer die
Garantien, die Leistungen dieses Sondervermögens,
staatliche Hilfe und damit möglicherweise auch Steuer-
gelder, in Anspruch nehmen möchte, muss dafür eine
ganze Reihe von Gegenleistungen erbringen und eine
Reihe von Bedingungen erfüllen.

Erster Punkt: Als Gegenleistung erhält der Staat in
dem Augenblick, in dem er Unternehmen und Finanz-
dienstleister in Deutschland rekapitalisiert, Aktien, Vor-
zugsaktien, stille Einlagen oder Beteiligungen. Er kauft
sich also ein. Dadurch erwirbt er Rechte und die Option,
diese Beteiligungen später mit der Aussicht zu veräu-
ßern, darüber möglicherweise ein Einkommen zu erzie-
len, das mögliche Verluste abdeckt.

Dies ist im Fall von Schweden gelungen. Die Schwe-
den haben eine ganz ähnliche Lösung, fast eine Art
Blaupause für das geliefert, was wir heute beraten, und
damit waren sie durchaus erfolgreich. Der schwedische
Zentralbankgouverneur hat mir am Wochenende gesagt,
dass nach Liquidation der Assets, die der Staat übernom-
men hat, eine schwarze Null herausgekommen ist. Das
heißt, es besteht kein Automatismus, dass Steuergelder
in Anspruch genommen werden. Aber die Ehrlichkeit
gebietet es, darauf hinzuweisen, dass dies auch nicht
auszuschließen ist.

Zweiter Punkt: Der Staat wird für diese Garantien Ge-
bühren erheben. Er wird auch das Recht bekommen, auf
die Geschäftspolitik Einfluss zu nehmen, und zwar ins-
besondere mit Blick darauf, dass die geförderten Banken
nicht über eine Bilanzverkürzung ihre Kredittätigkeit ge-
genüber dem Mittelstand in Deutschland reduzieren.
Dies ist nicht die Absicht, die wir mit diesen Förderleis-
tungen verbinden.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Es geht auch um die Frage, ob bei dieser Gelegenheit
nicht das in Gang gesetzt wird, was bisher der Banken-
aufsicht in Deutschland definitiv nicht möglich war,
nämlich die Überprüfung von Geschäftsmodellen, weil
dies der Kreditsektor verweigert hat. Dies geschah übri-
gens auch bei manchen gesetzlichen Initiativen aus
diesem Haus – sie wurden anschließend von den interes-
sierten Verbänden so attackiert, dass es nicht zur Be-
schlusslage gekommen ist –, die unter anderem die Zu-
ständigkeit der deutschen Bankenaufsicht zum Inhalt
hatten, die Geschäftsmodelle zu überprüfen. Manche
Kritik, die Sie an der Bankenaufsicht geäußert haben,
richtet sich, wie ich glaube, an die falsche Adresse. Lei-
der hat die Bankenaufsicht bisher nicht die Zuständig-
keit, Geschäftsmodelle zu überprüfen. Die entschei-
dende Frage ist, ob bei dieser Gelegenheit, wenn
Unternehmen und Finanzdienstleister diese Abschir-
mung in Anspruch nehmen, das Institut, das als Teil der
Bankenaufsicht das Sondervermögen verwalten soll,
nicht auch in den Stand versetzt wird, die Geschäfts-
modelle zu überprüfen.

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(C (D Es geht aber um mehr als das. Es geht um weitere Beingungen, die sich darauf erstrekken, dass sich mit dieer Leistung des Staates zum Beispiel ein Verbot von bfindungen, Bonuszahlungen und auch von Dividenenausschüttungen verbinden. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


ch will bei dieser Gelegenheit aus aktienrechtlichen
ründen keinen Irrtum aufkommen lassen. Das Verbot
on Dividendenausschüttungen muss sich damit ver-
inden, dass es über die Spielräume, die die Dividenden-
usschüttungen sonst hergeben, zu einer Stärkung der
igenkapitalbasis der Unternehmen kommt. Das ist ein
ntscheidender Punkt.

Ich will im Einzelnen nicht erneut die Maßnahmen
uflisten, sondern darauf hinweisen, dass wir es im We-
entlichen mit vier entscheidenden Aktivitäten zu tun ha-
en. Herr Westerwelle hat recht:


(Beifall des Abg. Burkhardt Müller-Sönksen [FDP])


ußerhalb dieses Paketes hat das Thema Bilanzierungs-
egelungen Priorität, Bilanzierungsregelungen, die nicht
rozyklisch wirken und die die Unternehmen in der der-
eitigen Situation nicht noch weiter unter Wasser ziehen,
ls bisher geschehen. Wir sind mit Blick auf dieses
hema – es erstreckt sich auf den Aspekt der Bewer-

ungsmethoden und darauf, dass man zu einer größeren
lexibilisierung in der Bilanzierung zwischen dem Ban-
enbuch und dem Handelsbuch kommen muss – auf ei-
em sehr guten Weg.

Ich glaube, wir werden Ende dieser Woche konstatie-
en können, dass in internationaler Abstimmung die
eutschen Kreditinstitute und darüber hinaus einige Un-
ernehmen in der Realwirtschaft, die Derivate in ihren
ilanzen haben, in den Stand gesetzt werden, in dieser
rweiterten Interpretation der Bilanzierungsregelungen
as dritte Quartal bilanzieren zu können. Das ist von
normer Bedeutung. Dies wird häufig unterschätzt, weil
s sehr technokratisch anmutet; da gebe ich Ihnen völlig
echt. Aber auch in den Gesprächen, die wir seitens der
undesregierung mit vielen Vertretern geführt haben,
nd zwar sowohl aus der Realwirtschaft wie auch aus
er Kreditwirtschaft, wurde deutlich, dass dies von au-
erordentlicher Bedeutung ist.

Der erste Punkt im Rahmen dieses Paketes – untech-
isch und, ich hoffe, verständlich und umgangssprach-
ich dargestellt – ist die Beseitigung einer Liquiditäts-
nge. Wir haben es im Augenblick damit zu tun, dass
ich der Bankensektor untereinander nicht mehr vertraut.
iejenigen, die Liquidität haben, sitzen auf dieser Liqui-
ität und reichen sie nicht aus an diejenigen, die sie drin-
end brauchen, die am Verdursten sind, weil sie befürch-
en, dass sie das ausgeliehene Kapital – möglicherweise
chon in Tagesfrist oder in Wochenfrist – nicht zurück-
ekommen.

Wir haben es mit dem fast perversen Zustand zu tun,
ass diejenigen, die Liquidität haben, sie im Augenblick
icht ausleihen an andere Kreditinstitute, sondern zum






(A) )



(B) )


Bundesminister Peer Steinbrück
Zentralbanksystem bringen, und zwar zu Zinskonditio-
nen, die sie früher sofort abgelehnt haben: 2 Prozent.
Der Zentralbanksektor befindet sich in der Situation,
dass er vor dem Hintergrund des enormen Durstes nach
Liquidität diese Liquidität weiterreichen kann – teil-
weise zu 10 oder 11 Prozent – an diejenigen, die sie drin-
gend brauchen. Dies ist ein ungeheurer Missstand und
führt dazu, dass darüber ein Bankensystem kollabieren
kann. Deshalb ist es so wichtig, mit den 400 Milliarden
Euro eine Garantie zu schaffen, die nicht haushaltswirk-
sam ist, die aber zu verstehen gibt, dass man im Zwei-
felsfalle den Unternehmen eine Sicherheit bietet, die be-
reit sind, Liquidität auszureichen, weil sie wissen, dass
in dem Augenblick, wo ihr Marktpartner ausfällt, diese
Garantie gezogen werden kann. Darüber werden wir,
wie ich erwarte, diese Liquiditätsenge beseitigen kön-
nen.

Der zweite wichtige Punkt ist, dass wir es bei einigen
Unternehmen in Deutschland nicht nur mit einem Liqui-
ditätsengpass zu tun haben, sondern auch mit einem In-
solvenzrisiko in Abhängigkeit von Eigenkapitalquoten,
die gefährlich niedrig werden können. Deshalb ist dieser
zweite Punkt, die Rekapitalisierung dieser Unterneh-
men in Deutschland, von entscheidender Bedeutung.
Welche Bedeutung das hat, können Sie gerade daran
feststellen, dass der amerikanische Schirm von 700 Mil-
liarden Dollar konzeptionell geändert wird. Er war bis-
her – nicht vergleichbar mit dem, was wir machen – aus-
schließlich darauf gerichtet, Problemaktiva aufzukaufen.
Jetzt fängt man an, zu sagen: Das ist nicht das Hauptpro-
blem; es ist übrigens sehr kompliziert, sehr gefährlich.
Jetzt wird vielmehr dazu übergegangen, mit einem Be-
trag von 250 Milliarden Dollar von diesen 700 Milliar-
den Dollar das zu tun, was in der zweiten Stufe bei uns
unter der Überschrift einer Rekapitalisierung der Unter-
nehmen Bedeutung hat. Fast bin ich bereit, abzuwarten,
bis sie den ersten Schritt von uns auch nachvollziehen,
mit Blick auf die Garantieposition, die wir einnehmen.

Erst in der Kaskade im dritten Effekt besteht der
Spielraum, dass das Sondervermögen, dieser Finanz-
marktstabilisierungsfonds, auch genutzt werden kann für
den Aufkauf von illiquiden Assets, von Problemaktiva.
Aber in der Tat – in der Bestätigung dessen, was die
Kanzlerin gesagt hat –: Dies ist für uns von nachrangiger
Bedeutung und verbindet sich mit einer ganzen Reihe
von Problemen, die ich nicht in Abrede stellen möchte.

Dass es darüber hinaus mittelfristig auch darum geht,
die Einlagensicherung und die nationale Aufsicht – ich
füge hinzu: auch die europäische und internationale Auf-
sicht – zu verbessern, ist unabweisbar richtig. Ich bitte
nur, gelegentlich zu registrieren, welche Fortschritte es
schon gegeben hat. Warum soll sich die Politik unter
Wert verkaufen mit Blick auf das, was uns schon gelun-
gen ist? Wir müssen uns ja nicht immer nur defizitär dar-
stellen.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Wir sind in Europa einen ganzen Schritt weiter mit
Blick auf die Einführung von Gruppenaufsichten für
grenzüberschreitende Tätigkeiten von Bankinstituten.

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(C (D ch werde die französische EU-Präsidentschaft dabei unerstützen, dass dies auch im Versicherungsbereich eineführt wird. Wir sind einen ganzen Schritt weiter mit er Einführung von sogenannten Colleges of Superisors auf der europäischen Ebene, und wir sind einen anzen Schritt weiter mit Blick auf die Aufwertung des nternationalen Währungsfonds. Ich bin in der Tat berzeugt, dass er zukünftig eine sehr viel stärkere unktion haben könnte, wenn es darum geht, Verkehrsegeln im internationalen Finanzbereich zu verabreden dazu muss er ein Mandat haben – und gleichzeitig iese Verkehrsregeln zu überwachen. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


as sagt sich relativ leicht. Wenn man ein Gespräch mit
em jetzigen Managing Director des IMF, mit Dominique
trauss-Kahn, hatte, dann weiß man, dass das auf eine
morganisation des IMF hinausläuft, auf ein ganz ande-

es Personal, auch mit anderen Qualifikationen, auf die
nderung von Statuten und, wie ich glaube, letztlich auf
ie Mandatierung auf einer vertraglichen Basis, womit
utomatisch verbunden ist, dass souveräne Rechte an
ine solche supranationale Einrichtung abgetreten wer-
en müssen.

Derjenige übrigens, der dieses Thema im IMF als Ers-
er angesprochen hat – das bitte ich als Kompliment zu
erstehen –, war Bundespräsident Köhler in seiner da-
aligen Rolle als Managing Director des IMF. Diesen
eg fortzuschreiben, ist die wesentliche Herausforde-

ung, vor der wir auf internationaler Ebene stehen. Die
anzlerin wird dieses Thema in ihren Gesprächen auf-
reifen, die für, glaube ich, November auf Ebene der
-7-Staats- und Regierungschefs geplant sind.

Ich will zum Schluss auf zwei Stichworte eingehen,
ie Herr Westerwelle angesprochen hat. Wir haben es in-
wischen mit deutlichen Abwärtsrisiken bei der Kon-
unktur zu tun. Etwas anderes zu sagen, wäre Schönfär-
erei. Der erkennbare Abwärtstrend ist aber nicht allein
urch die Finanzmarktkrise verursacht. Wenn man mit
irtschaftswissenschaftlern oder Analytikern spricht,

rfährt man: Auch ohne die Finanzmarktkrise würde die
ntwicklung in 2009 nicht mehr so schön sein, wie sie in
en letzten Jahren gewesen ist, aber die Finanzmarkt-
rise wird diesen Trend verstärken. In welchem Aus-
aß, das wird Ihnen niemand sagen können, auch nicht
it Blick auf das, was wir als Stabilisierungspaket ver-

bschieden werden. Warum? Ich kann Ihnen nicht sagen,
n welchem Ausmaß die Garantien zu tatsächlichen Aus-
ällen führen, sondern ich kann nur darauf hinweisen,
ass wir mit 5 Prozent eine Vorsorge für solche Ausfälle
reffen. Ich halte diesen Prozentsatz vor dem Hinter-
rund der schwedischen Erfahrung für angemessen. Dort
at man ursprünglich 10 Prozent Ausfälle veranschlagt
nd nachher 0 Prozent festgestellt. Da liegen wir mit
Prozent, wie ich finde, in einer ziemlich pragmatisch

egründbaren Mitte.

Dass die Realwirtschaft eingetrübt wird, hat eher et-
as mit einer weltweiten Entwicklung zu tun. Das resul-

iert auch aus Effekten, die sehr viel zu tun haben mit der
nergie- und Rohstoffpreisentwicklung, aber auch mit






(A) )



(B) )


Bundesminister Peer Steinbrück
der Nahrungsmittelpreisentwicklung und einer ökonomi-
schen Entwicklung in den USA, die immer noch – wenn
auch immer weniger – auch die europäischen Partner-
staaten trifft. Die sogenannte Entzerrungsthese oder De-
coupling-These, die einige debattieren, nach der Europa
sich zunehmend von dem abkoppeln kann, was in den
USA passiert, vertrete ich nicht. Es gibt dynamische
Weltregionen, die im Sinne einer Stabilisierung der welt-
wirtschaftlichen Entwicklung zunehmend substitutiv
eine Rolle spielen. Aber machen wir uns nichts vor: Wir
werden in eine sehr schwierige Zeit 2009 hineingehen.

Dies bedeutet für mich nicht die Aufgabe des Konso-
lidierungskurses,


(Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Sehr gut!)


definitiv nicht.


(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU und der FDP)


Ich wäre nur nicht ehrlich zu Ihnen und zur Bevölke-
rung, wenn ich nicht sagte, dass im Lichte der konkreten
Entwicklung des Jahres 2009 die Leitplanken auf der
Zeitachse gegebenenfalls anders gesetzt werden müssen.
Damit lade ich nicht zu Forderungen ein, sondern nur zu
Realismus, nicht mehr und nicht weniger.

In dieser Situation ist die Bundesregierung gut bera-
ten, als Antwort auf die erkennbare Entwicklung vier
Dinge zu beachten: erstens keine Investitionskürzung,
zweitens keine Kürzung von Sozialleistungen, drittens
keine Mehrbelastung der Bevölkerung bei ausfallenden
Einnahmen des Gesamtstaats. Viertens wird es darum
gehen, eventuell über die KfW, über die Europäische In-
vestitionsbank Förderprogramme sehr gezielt auszuwei-
ten, größer zu dimensionieren, damit sie einen antizykli-
schen Effekt haben.


(Beifall bei der SPD)


Im Übrigen erinnere ich daran, dass die Bundesregie-
rung vor kurzem schon ein Paket verabschiedet hat. Die
Elemente – sie sind von der Kanzlerin genannt worden –
führen bei voller Jahreswirksamkeit zu einer Entlastung
der Bürgerinnen und Bürger in der Größenordnung von
14 bis 15 Milliarden Euro.

Ich glaube, dass sich über die Finanzmarktkrise – da-
mit komme ich in die Schlusskurve – vieles verändern
wird. Wir reden inzwischen über internationale Ver-
kehrsregeln. Wir reden über ein neu ausbalanciertes Ver-
hältnis von Staat und Markt. Ihre Einlassung, Herr
Westerwelle, dass der Staat viel mehr Geld als der pri-
vate Bereich hat,


(Ute Berg [SPD]: Lächerlich!)


konnte ich nicht so gut verstehen. Ich habe eher den Ein-
druck, dass die These von einer öffentlichen Armut nach
wie vor jedenfalls nicht ganz falsch ist, wenn wir das mit
der Vermögensbildung im privaten Bereich vergleichen.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


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(C (D Ich bin davon überzeugt, dass das richtig ist, was ein früherer italienischer Kollege Tommaso Padoachioppa gesagt hat: Es ist nicht der Kapitalismus oder die Marktwirtschaft, die zusammenbricht … Was einstürzt, ist die Illusion, dass eine Marktwirtschaft ohne Regeln funktionieren kann. Es ist das Fehlurteil, dass die Finanzmärkte im Stande seien, sich selbst zu regulieren. enn wir das lernen, dann könnte die soziale Marktwirtchaft aus dieser Krise umso chancenreicher und umso ttraktiver hervorgehen. Vielen Dank. (Anhaltender Beifall bei der SPD und der CDU/CSU – Beifall bei Abgeordneten der FDP)


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)



Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1618200600

Nächster Redner ist der Kollege Oskar Lafontaine,

raktion Die Linke.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])



Oskar Lafontaine (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618200700

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Her-

en! Zu Beginn der Debatte möchte ich noch einmal fest-
tellen, dass das Problem, mit dem wir heute konfrontiert
ind, aus unserer Sicht nicht mit dem Begriff Finanz-
arktkrise beschrieben werden kann. Ich möchte in Er-

nnerung rufen, dass wir der Meinung sind, dass es sich
m eine Krise der Demokratie und der Wirtschafts- und
ozialordnung handelt.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Um zu begründen, dass es sich um eine Krise der
emokratie handelt, will ich den Mann zitieren, den die
anzlerin zu ihrem Ratgeber bei der Bewältigung der
inanzmarktkrise erklärt hat, nämlich Herrn Tietmeyer,
en Vorsitzenden des Kuratoriums der Initiative Neue
oziale Marktwirtschaft. Er sagte auf dem Weltwirt-
chaftsforum in Davos am 3. Februar 1996 – ich zitiere –:

Ich habe bisweilen den Eindruck, dass sich die
meisten Politiker immer noch nicht darüber im Kla-
ren sind, wie sehr sie bereits heute unter der Kon-
trolle der Finanzmärkte stehen und sogar von die-
sen beherrscht werden.

iese Analyse könnte man auch auf unsere heutige De-
atte übertragen; denn wir stehen immer noch unter der
ontrolle der Finanzmärkte, oder besser gesagt: Wir
erden immer noch von ihnen beherrscht. Das Problem
ei Herrn Tietmeyer ist nur, Frau Bundeskanzlerin, dass
r dies für richtig hielt. Er war insofern ein Marktfunda-
entalist, als er glaubte, es sei richtig, über die Märkte

ie Politik außer Kraft zu setzen. Deshalb ist er der fal-






(A) )



(B) )


Oskar Lafontaine
scheste Ratgeber, den Sie in diesem Fall heranziehen
konnten.


(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Wir haben doch gar keine andere Wahl, als das Fi-
nanzmarktsystem – wie es so schön heißt – schleunigst
wieder in Gang zu bringen. Insofern ist das, was Sie
technisch machen, in der Sache nicht zu kritisieren.
Selbstverständlich muss das Interbankengeschäft wieder
funktionieren, und selbstverständlich müssen die Ban-
ken über ausreichendes Kapital verfügen, um nicht plei-
tezugehen. Das steht alles außer Frage. Es spricht auch
einiges dafür, die Bilanzierungsregeln zu ändern; aber
– das muss gesagt werden – es birgt große Risiken, wenn
man den Banken einen großen Spielraum bei der Bewer-
tung von faulen Papieren einräumt. Das möchte ich an
dieser Stelle betonen, weil es heute noch nicht angespro-
chen wurde.

Ich komme nun darauf zu sprechen, warum Herr
Tietmeyer mit seiner Analyse der Kronzeuge dafür ist,
dass sich unsere demokratische Ordnung und unsere
Wirtschafts- und Sozialordnung in einer Krise befinden.
Das beginnt bei den Weltfinanzmärkten. Die entschei-
dende Frage ist, ob es die Möglichkeit gibt, weltweit Re-
geln zu vereinbaren, in deren Rahmen sich dann die
Wirtschaftstätigkeit aller Staaten vollzieht.

Ich mache auf die Analyse aufmerksam, die ein ehe-
maliger Finanzminister der Vereinigten Staaten, Larry
Summers, vorgetragen hat. Er sagte, dass es zwei Theo-
rien gibt: Die eine Theorie ist, dass die Krise eine Krise
rein „made in USA“ ist – darauf komme ich noch zu
sprechen –; die andere Theorie besagt, dass es eine Krise
der Liquidität und der Qualität der Finanzprodukte ist.
Wahrscheinlich kommen alle drei Faktoren zusammen.
Denn die Frage ist: Wer hat den Ordnungsrahmen, den
viele gefordert haben, bisher verhindert? Schon vor
20 Jahren gab es eine Kommission, die Bretton-Woods-
Kommission, die genau das gefordert hat, was heute auf
der Tagesordnung steht. Wenn diese Forderungen nicht
erfüllt werden, haben wir keine Chance, das Kasino in
den Griff zu bekommen.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Ich möchte ergänzend zu dem, was Sie hier völlig un-
zureichend vorgetragen haben, noch einmal darauf auf-
merksam machen, was die Kommission damals unter
dem Vorsitz von Paul Volkker – für diejenigen, die da-
mals noch nicht politisch gearbeitet haben: Beteiligt wa-
ren Leute wie Pöhl und sogar Lambsdorff – gefordert
hat. Sie hat ein festes Wechselkursregime und Zielzo-
nen gefordert, damit Währungsspekulationen in der Ur-
sache bekämpft werden können; die Zielzonen würden
benötigt, weil es für alle Volkswirtschaften der Welt
nicht verkraftbar ist, wenn die Währungskurse ständig
schwanken und bestimmte Margen überschreiten. – Das
ist die erste Forderung, die ich für meine Fraktion erhe-
ben möchte. Ohne eine solche Regulierung wird die Spe-
kulation auf den Weltfinanzmärkten munter weiterge-

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(C (D en. Es gibt derzeit Währungskrisen, von denen noch gar icht die Rede ist, die aber in einigen Monaten auch hier in Thema sein werden. (Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Zweiter Punkt. Wir brauchen eine verbindliche Regu-
ierung der internationalen Kapitalströme. Wenn
elbst Spekulanten wie Soros das fordern, dann sollten
ir zumindest zuhören. Wenn sogar diejenigen, die von
en Kapitalströmen profitiert haben, eine Kontrolle for-
ern, dann sollten wir nach Wegen suchen, eine Regulie-
ung der internationalen Kapitalströme, Kapitalverkehrs-
ontrollen auch international auf den Weg zu bringen.

Die wichtigste Forderung ist bisher noch gar nicht an-
esprochen worden. Ich möchte sie Ihnen allen nach-
rücklich empfehlen: Wenn die Vereinigten Staaten
icht zustimmen, dass die Steueroasen endlich ausge-
rocknet werden, dann können Sie so viel regeln, wie Sie
ollen; dann suchen sich alle ihre Inseln und machen
eiterhin, was sie wollen.


(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


eshalb ist das Austrocknen der Steueroasen eine Con-
itio sine qua non. Wenn dies nicht angegangen wird,
erden wir nicht weiterkommen.

Ich komme nun zu der Frage der Finanzprodukte,
ie von Larry Summers aufgeworfen wurde: Made in
SA. Er hatte insoweit recht, als die Vereinigten Staaten
allerdings auch Großbritannien – sich diesen Regeln
mmer wieder entgegengestellt haben. Kommen wir also
u den Finanzprodukten, die laut Joseph Stiglitz nie-
and mehr versteht. Wenn Banker Produkte verkaufen,

ie sie nicht mehr verstehen, wie soll das zu einem Er-
olg führen? Es geht nicht darum, die Arbeit der Rating-
genturen zu verbessern. Nein, es geht um das, was be-
eits Adam Smith in seinem Wohlfahrt der Nationen
efordert hat: dass der Bankensektor reguliert werden
uss. Das heißt, die Ratingagenturen gehören in öffent-

iche Kontrolle.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


ch sage für meine Fraktion: Anders ist das nicht zu ma-
hen.

Nun kommen wir zur europäischen Ebene. Es ist
ut, dass sich in blitzartiger Geschwindigkeit jetzt For-
erungen durchsetzen, die lange Jahre abgelehnt worden
ind. Ich begrüße es, dass die französische Ratspräsi-
entschaft das Vorgehen der Staaten auf der europäi-
chen Ebene koordiniert hat. Es ist eine Art Wirtschafts-
egierung, wie sie von Jacques Delors schon zu Beginn
einer Präsidentschaft in der Europäischen Kommission
efordert wurde.

Gerade jetzt hat sich wieder gezeigt, dass man nicht
inen einzigen Währungsraum und gleichzeitig 10 oder
0 Regierungen haben kann, die Gegensätzliches ma-
hen. Wir brauchen eine Koordinierung der Wirtschafts-






(A) )



(B) )


Oskar Lafontaine
und Finanzpolitik und letztendlich auch der Tarifpolitik
auf europäischer Ebene.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Es ist gut, dass die französische Präsidentschaft diesen
Punkt angesprochen hat.

Es ist ein Vergnügen, dass man jetzt erkannt hat, dass
der Stabilitätspakt, den wir oft kritisiert haben, weil er
eine antizyklische Finanzpolitik unterbindet, im Kon-
sens der europäischen Regierungen als im Moment nicht
anwendbar gilt. Es ist richtig, dass wir heute nicht mehr
am Ziel der Haushaltskonsolidierungen in der bisherigen
Planung festhalten. Ansonsten hätten wir überhaupt
keine Chance, die sich jetzt anbahnende Rezession anzu-
gehen und zu bewältigen.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Nun komme ich zur Kernfrage, die noch gar nicht dis-
kutiert worden ist: Wie konnte sich diese große Liquidi-
tät aufbauen? Es stehen alle in der Verantwortung. Man
kann nicht nur von Marktversagen sprechen. Beides ist
festzustellen: Es handelt sich um Marktversagen und um
Staatsversagen. Beides zusammen muss man sehen.
Wenn vonseiten der Bankenwelt gefordert wird, dass
sich einige zu entschuldigen haben, ist folgende Frage an
alle Parlamente und Regierungen zu richten: Was ist mit
denjenigen, die dieses Karussell parlamentarisch und ge-
setzlich nicht unterbunden haben?


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Die Frage, die wir uns stellen, ist: Wie konnte sich
diese große Liquidität aufbauen? Hier möchte ich einen
anderen Standpunkt vorbringen. Sie brauchen nur in den
Jahreswirtschaftsbericht Ihrer Regierung und der Vor-
gängerregierung zu schauen. Auf der drittletzten Seite
finden Sie die Antwort auf die Frage, warum sich diese
Liquidität aufgebaut hat. Sie hat sich aufgebaut, weil das
eintritt, was Sie in jedem Bericht schreiben: Zuwächse
an Einkommen haben nicht die Arbeitnehmer. Zuwächse
an Einkommen haben nicht die Rentnerinnen und Rent-
ner. Zuwächse an Einkommen haben nicht diejenigen,
die soziale Leistungen empfangen. Zuwächse an Ein-
kommen haben ausschließlich diejenigen, die Gewinn
und Vermögenseinkommen haben.

Dadurch dass der gesamte Zuwachs der Volkswirt-
schaft durch Gewinn und Vermögenseinkommen abge-
schöpft wurde, hat man den Aufbau der Liquidität und
die internationale Spekulation in Gang gesetzt. Nur
durch eine nachhaltige Reform unserer Wirtschafts-
und Sozialordnung werden wir überhaupt in der Lage
sein, diese Liquidität wieder abzubauen.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Wir müssen nun an diejenigen denken, die immer
wieder sagen: Gebt uns mehr für Hartz IV. Gebt etwas
mehr für Rentnerinnen und Rentner. Lasst doch zu, dass
die Löhne etwas höher werden. – Diesen Menschen wird

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(C (D esagt: Es ist kein Geld da. – Das Volk sitzt jetzt stauend vor dem Fernseher und sieht auf einmal, dass 00 Milliarden Euro bereitgestellt werden, um Krisen zu ewältigen, und vorher haben wir uns um ein paar Hunert Millionen gezankt. Das Volk versteht das nicht ehr. (Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos] – Thomas Oppermann [SPD]: Aber Sie verstehen es doch, oder?)


ch finde es gut, dass sie sich getroffen fühlen und zur
ehr setzen, und ich hoffe, dass die Bilder dies rüber-

ringen.

Ich möchte Ihnen sagen: Wir werden die Rezession,
ie sich jetzt anbahnt, nicht in den Griff bekommen,
enn wir nicht auch die Nachfrageseite unserer Volks-
irtschaft im Auge behalten. Denn was sich jetzt ab-

eichnet, sind die Einbrüche im Exportbereich. Wer jetzt
icht gegensteuert, der handelt sträflich und fahrlässig.
eshalb brauchen wir eine Stabilisierung der Nachfrage

uf dem Binnenmarkt. Das ist die prioritäre Forderung
einer Fraktion.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Unsere Vorschläge werden so schnell akzeptiert, dass
ir damit gar nicht mehr nachkommen. Wenn jetzt selbst
ie Forschungsinstitute, die in den letzten Jahren über-
iegend eher angebotspolitische Empfehlungen gegeben
aben, sagen: „Wir brauchen eine Stabilisierung der
achfrage“, dann ist das zu begrüßen. Aber über Steuer-

rleichterungen ist das nicht zu machen. Lösen Sie sich
ndlich von diesem Irrtum, weil Sie damit große Teile
er Bevölkerung – einen großen Teil der Rentnerinnen
nd Rentner, die Hartz-IV-Empfänger und 30 Prozent
er Lohnempfänger – überhaupt nicht erfassen! Wir
rauchen eine Verbesserung bei den Renten, wir brau-
hen eine Verbesserung bei Hartz IV, und wir brauchen
ine Verbesserung bei den Löhnen. Das sind die drei
orderungen unserer Fraktion zur Stabilisierung der Bin-
ennachfrage.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Wir brauchen natürlich auch etwas, das dem Volk das
efühl gibt, dass wir uns wieder um Gerechtigkeit be-
ühen. Ich bin nicht so naiv, zu glauben, es würde sich

n den nächsten Wochen nachhaltig an dem etwas verän-
ern, was sich an falschen Denk- und Entscheidungs-
trukturen über 20 Jahre aufgebaut hat. Diese Hoffnung
abe ich nicht. Aber man kann zumindest teilweise et-
as tun. Deshalb ist die Frage berechtigt, die in der
resse gestellt wird: Welchen Beitrag leisten eigentlich
ie Banker, die dieses Geld in den letzten Jahren ver-
ockt haben und die sich mit Millionengehältern bedient
aben? Wir brauchen eine Millionärs- und Milliardärs-
teuer in Deutschland. Das ist die Forderung meiner
raktion; ich will das in aller Klarheit einmal sagen.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])







(A) )



(B) )


Oskar Lafontaine
Ansonsten wird das Volk an unserem Gefühl für Gerech-
tigkeit zweifeln.

Wir brauchen eine Erneuerung der Demokratie; ich
will einmal mit Amerika beginnen. Der Historiker Fritz
Stern, den viele hier gepriesen haben, hat einmal gesagt:
Amerika ist eine fundamentalistische Plutokratie. Was
meinte er damit? Er meinte damit, dass in Amerika eben
nicht die Mehrheit der Bevölkerung bestimmt, welche
Politik gemacht wird, sondern die Minderheit der Wohl-
habenden. Ich halte diese Analyse für richtig. Diese
Analyse wird im System offenkundig; denn beispiels-
weise müssen Spenden in Millionenhöhe eingesammelt
werden, um jemandem zu ermöglichen, als Präsident zu
kandidieren. Aber diese Millionen werden nicht ohne
eine entsprechende Erwartungshaltung gegeben; ich will
das in aller Klarheit sagen. Die Wall Street, die die Präsi-
dentschaftskandidaten immer wieder finanziert hatte, er-
wartete von ihnen, dass sie das Kasino nicht beendeten.
Wir werden daher erst dann eine demokratische Ord-
nung haben, wenn der Kauf der Politik ausgeschlossen
wird. Das ist der Kern des Anliegens, das wir heute hin-
sichtlich der Krise auf den internationalen Finanzmärk-
ten vorbringen.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Demjenigen, der meint, das sei nur ein Problem der
Vereinigten Staaten, möchte ich vorschlagen, einmal die
Veröffentlichung des Herrn Parlamentspräsidenten sorg-
fältig zu studieren und die Zahlen zu saldieren. Daraus
ergibt sich schon die eine oder andere Frage. Es muss
jetzt aufhören, dass Lobbyisten der Finanzindustrie in
der Regierung sitzen und dort Verordnungen machen.
Das ist doch eine Katastrophe.


(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


Dann darf man sich nicht wundern, wenn solche Ge-
schichten passieren, wie sie jetzt passiert sind.

Wir brauchen tatsächlich eine neue Wirtschafts- und
Sozialordnung, wie sie von allen Parteien bei der Grün-
dung der Westrepublik gefordert wurde. Eine neue Wirt-
schafts- und Sozialordnung stand am Anfang der Grün-
dung der Bundesrepublik, in der eben nicht eine
Minderheit derjenigen, die Vermögen und Geld besitzen,
demokratische Entscheidungen beeinflussen sollten. De-
mokratie heißt nun einmal eine Gesellschaftsordnung, in
der die Entscheidungen so getroffen werden, dass sich
die Interessen der Mehrheit durchsetzen. Das ist das
Verständnis von Demokratie. Eine Hartz-IV-Demokra-
tie, eine Rentenkürzungs-Demokratie und eine Demo-
kratie mit fallender Lohnquote gibt es nicht; sie ist ein
Widerspruch in sich.

Deshalb möchte ich für meine Fraktion sagen: Demo-
kratie gibt es erst dann wieder, wenn die Interessen der
Mehrheit tatsächlich zur Geltung kommen und wenn das
Volk nicht erleben muss, dass auf der einen Seite Hun-
derte von Milliarden für die „Bankster“ ausgegeben wer-
den, auf der anderen Seite kein Geld für Hartz-IV-Emp-
fänger, für Rentner und für Lohnempfänger da ist. Das
ist nicht Demokratie.


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(C (D (Beifall bei der LINKEN – Zuruf von der CDU/CSU: Das ist polemisch!)


Sie meinen, das sei Polemik? Ich will Ihnen mal etwas
ber Polemik sagen: Als wir hier eine Begrenzung der
anagergehälter gefordert haben, wurden wir von der
egierungsbank und von der großen Mehrheit des Hau-

es als Populisten beschimpft.


(Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie waren doch Finanzminister! Sie sind doch abgehauen! So einer muss uns hier nicht zutexten!)


ch habe 600 000 Euro als Grenze vorgeschlagen. Jetzt
at der Finanzminister 500 000 Euro als Begrenzung
orgeschlagen. Willkommen im Klub der Populisten,
err Bundesfinanzminister!


(Beifall bei der LINKEN)


ie sind an dieser Stelle nicht gerade glaubwürdig. Wis-
en Sie, warum Sie diesen Vorschlag machen? Weil das
m Moment populär ist.


(Ute Berg [SPD]: Was machen Sie denn?)


agegen haben wir noch nicht einmal etwas. Aber wir
aben etwas dagegen, dass Sie diesen Vorschlag auch
eswegen machen, um sich Ihrer eigenen Verantwortung
icht stellen zu müssen. Für die Finanzmarktkrise ist
uch die Mehrheit dieses Hauses mit verantwortlich, um
as in aller Klarheit zu sagen.


(Anhaltender Beifall bei der LINKEN)



Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1618200800

Dr. Peter Ramsauer ist der nächste Redner für die

DU/CSU-Fraktion.


(Beifall bei der CDU/CSU)



Dr. Peter Ramsauer (CSU):
Rede ID: ID1618200900

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und

ollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich
telle fest: Es ist gut, dass der demagogische Teil dieser
ebatte jetzt vorbei ist.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


err Kollege Lafontaine, ich halte es angesichts der epo-
halen Herausforderung, in der unser Land steht, für ab-
olut unpatriotisch, eine solche Rede zu halten.


(Beifall bei der CDU/CSU – Lachen bei der LINKEN)


Dieses Gelächter zeigt, dass Sie mit Ihrem Vaterland,
it Patriotismus und Verantwortung gegenüber dem ei-

enen Land nichts, aber auch gar nichts am Hut haben.


(Volker Schneider [Saarbrücken] [DIE LINKE]: Auf die Erbschaftsteuer zu verzichten, ist patriotisch, oder was?)


Herr Lafontaine, Sie werfen uns, der Regierung und
er Koalition, sträfliches und fahrlässiges Handeln vor.


(Beifall des Abg. Volker Schneider [Saarbrücken] [DIE LINKE])







(A) )



(B) )


Dr. Peter Ramsauer
Ich halte Ihnen entgegen: Sträflich und fahrlässig würde
in der gegenwärtigen Situation handeln, wer nicht han-
delt. Deswegen war es richtig, so beherzt anzupacken.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Herr Lafontaine, Sie versündigen sich, wenn Sie eine
Krise unserer Demokratie und unserer Wirtschafts- und
Sozialordnung herbeireden. Genau das Gegenteil ist der
Fall. Allein die Tatsache, dass in diesem demokratischen
System bei dieser Wirtschafts- und Sozialordnung so
zielgerichtet, intensiv und energisch angepackt und um-
gesetzt werden kann, zeigt, dass unsere Wirtschafts- und
Sozialordnung, unser demokratisches System und unser
Parlamentarismus handlungsfähig sind und in einer
schwierigen Situation verantwortlich handeln.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)


Wir alle können nur unseren Respekt ausdrücken: der
Regierung, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Wirt-
schaftsminister Michael Glos,


(Zurufe von der SPD: Oh!)


Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und all denen, die
daran beteiligt waren, dass diese gewaltige Herausforde-
rung so angepackt worden ist, wie sie angepackt worden
ist. Ich bin überzeugt, dass wir den Flächenbrand nicht
sich haben ausbreiten lassen und dass wir das Vertrauen
der Banken untereinander und vor allen Dingen zwi-
schen den Banken einerseits sowie den Sparern und Kre-
ditnehmern andererseits, die in dieser Situation häufig
vergessen werden, wieder herstellen.

Die Beschlüsse der G 7 vom Wochenende weisen den
richtigen Weg aus der Krise. Die Schritte, die wir jetzt
gehen, sind international abgestimmt. Aber sie sind
– auch das ist sehr wichtig – in nationaler Verantwor-
tung. Ich glaube, dass die westlichen Industrienationen
damit zusammen, aber dennoch jeweils in nationaler
Verantwortung das Erforderliche tun.

Meine Fraktion begrüßt das im Entwurf des Finanz-
marktstabilisierungsgesetzes enthaltene Maßnahmenpaket.
Es gibt schlicht und einfach keine verantwortbare und
gangbare Alternative.


(Beifall bei der CDU/CSU)


Aber ich unterstreiche natürlich genauso deutlich, dass
wir, das Parlament, unsere Rechte und Pflichten wahren
müssen. Ich möchte unsere Rolle als Parlamentarier aus-
drücklich herausstreichen.

Ein funktionsfähiges Finanzsystem ist die unabding-
bare Voraussetzung für eine funktionierende und leis-
tungsfähige Marktwirtschaft. Ohne eine reibungslose
Versorgung mit Liquidität kann ein solches Wirtschafts-
system nicht funktionieren. Es droht ansonsten, was un-
ser Wirtschaftsminister Michael Glos immer wieder he-
rausstellt,


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Lachen des Abg. Jürgen Trittin [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


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(C (D er Zusammenbruch der realen Wirtschaft. Dies ist übriens ein Begriff, der durchaus tükkisch ist. Wenn es eine eale Wirtschaft gibt, müsste es auch eine irreale Wirtchaft geben. Diesen Begriff möchte man, trotz aller ersuchung, aber lieber nicht anwenden. Wir begrüßen all diese Schritte. Im Einzelnen geht es arum – um es auf einen Punkt zu bringen –, die Geldersorgung der Wirtschaft sicherzustellen, eine drohende reditklemme zwischen den Banken auf dem Markt zu erhindern und die Sicherheit der Einlagen, der Ersparisse des kleinen Sparers oder Anteilseigners sicherzutellen. Aus Sicht meiner Partei, die sich – ich betone das – in anz besonderer Weise dem Schutz des Eigentums verflichtet fühlt, ist es ordnungspolitisch geboten, einen roßen Schirm, einen nationalen Schutzschirm aufzupannen. Allein auf die Selbstheilungskräfte der Finanzärkte zu setzen, könnte in der Tat fatale Folgen für un ere Wirtschaftsund Gesellschaftsordnung haben. enn das Vertrauen erst einmal erschüttert ist, wenn ngst und Unsicherheit um sich greifen, wenn die Men chen Angst davor haben, dass ihr Notgroschen, ihr Erpartes, ihre Wertpapiere, ihre Einlagen, ihre Lebensvericherungen kaputtgehen, dann nimmt unser Land llergrößten Schaden. Dann nimmt auch das politische ystem Schaden. Deshalb konnte und kann die Politik icht tatenlos zusehen. Ich glaube, dass wir in Deutschland ein weltweit vorildliches, vielleicht kann man sogar sagen: einmaliges inlagensicherungssystem haben. Die Privatbanken ver ügen über einen eigenen Einlagensicherungsfonds. Die enossenschaftsbanken und die Sparkassen haben ihrer eits ebenfalls interne Sicherheitsverbünde. Dennoch ird sich die Politik Gedanken darüber machen müssen, ie diese Sicherheitseinrichtungen so fortentwickelt weren können, dass die Banken gegen künftige Krisen beser gewappnet sind. Frau Bundeskanzlerin, Ihre Patronatserklärung war in erster richtiger und unverzichtbarer Schritt, der soort hervorragende Wirkung entfaltet hat. ie Wirkung war, dass Deutschlands Bankkunden die chalter der Banken, Sparkassen und Genossenschaftsanken nicht gestürmt haben. Das ist Gott sei Dank auseblieben. Was stattgefunden hat, war eine Umschichtung wischen verschiedenen Anlageund Einlageformen. Es urde – das ist ganz klar – in risikoärmere Anlagen umeschichtet. Ich glaube, dass diese besonnene Reaktion nserer Bürgerinnen und Bürger zeigt, dass unsere Bürerinnen und Bürger, nennen wir sie einmal die Wirtchaftsbürger Deutschlands, die wirtschaftlichen Zusamenhänge entgegen anderen Befürchtungen durchaus gut ennen. Weil das so ist, haben wir alle Chancen, das, was ir in dieser Woche beschließen, hinreichend zu erklären. as müssen wir auch tun. Bei dem vorliegenden Maßnahmenpaket – vielleicht st das eine Antwort auf das, was in der Vorrede pole Dr. Peter Ramsauer misch vorgetragen worden ist – geht es weder um eine Sozialisierung irgendwelcher Verluste noch um die Verstaatlichung eines Wirtschaftssektors, was von der einen Seite ordnungspolitisch beklagt und von der anderen Seite aus ideologischen Motiven begrüßt wird. Es ist keine Verstaatlichung, die Sie von der Linken sich vielleicht wünschen würden oder vorstellen könnten. Es muss immer wieder unterstrichen werden, dass das, was wir tun, zeitlich klar befristet ist. Im Gesetz steht klipp und klar, dass die Maßnahmen, die wir jetzt ergreifen, bis zum 31. Dezember des Jahres 2009 befristet sind. Abhängig davon, wie weit wir eingreifen, wie weit wir uns engagieren, eilen uns die Sicherungswirkungen der Maßnahmen, die wir zu unseren Gunsten ergreifen, natürlich nach. Allerdings müssen wir dabei – da brauchen wir ein entsprechendes Berichtsund Monitoringsystem – immer wieder im Auge haben – Kollege Westerwelle, Sie haben es eine Ausstiegsstrategie genannt; über den Begriff haben wir in ganz anderem Zusammenhang in der vergangenen Woche diskutiert –, wie sich der Staat, wenn seine Aufgabe hier getan ist, zurückzieht. Es geht einzig und allein darum, die Stabilität des Systems zu sichern. Bürgschaften für den Interbankenmarkt, die die Forderungen zwischen den Banken absichern, sind erforderlich, um das Vertrauen der Banken untereinander wieder herzustellen und den Geldmarkt wieder flüssig zu machen. Wir brauchen die ins Auge gefassten staatlichen Kapitalbeteiligungen mit strengen Auflagen und Vorgaben. Man muss ganz laut und deutlich betonen: keine Leistung des Sondervermögens, des Fonds, ohne klare Gegenleistung und ohne hinreichende Besicherung. Ich weiß auch, dass viele der Eingriffe, die in Art. 1 § 10 stehen, nach Meinung vieler schon sehr weit gehen. Aber es schützt unsere Interessen. Es ist wichtig, dies den Menschen draußen zu erklären, damit nicht der Vorwurf kommt: Man muss nur hinreichend groß sein, dann darf man sich alles erlauben und der Staat hilft dann schon, und den Kleinen gewährt man solche Hilfen nicht. Nein, wir helfen im Interesse des Großen und Ganzen, auch im Interesse des Gemeinwohls in unserem Land. Aber im Interesse des Steuerzahlers, des Staates und der öffentlichen Hände sichern wir uns hinreichend, in kaufmännisch und politisch verantwortbarer und richtiger Weise ab. Flexiblere Bilanzierungsvorschriften sollen verhindern, dass allein Bilanzbewertungen hohe Wertberichtigungen erforderlich machen, die eine Abwärtsspirale beschleunigen. Wir wollen also nicht irgendwelchen gierigen Banken und Bankern aus ihrem Schlamassel helfen, sondern wir wollen im Interesse des Großen und Ganzen, des Gemeinwohls in unserem Lande die Probleme zugunsten aller meistern, zugunsten des kleinen S I v n n d m h d g d n t B z d d s d o t b d e A f d r a s P ä ü n m b d p g j g k (C (D parers genauso wie zugunsten des unternehmerischen nvestors. Das Mittelvolumen, ein Bürgschaftsrahmen in Höhe on 400 Milliarden Euro und die Kreditermächtigung eies Sondervermögens bis zu 100 Milliarden Euro, klingt atürlich ganz gewaltig. Noch einmal: Inwieweit sich araus tatsächliche Belastungen ergeben, kann heute nieand sagen. Aber wir sind durch unser Instrumentarium inreichend gewappnet. Theoretisch ist es möglich, dass as Ganze am Ende als Nullsummenspiel ausgeht. Der rundsätzliche Kurs der Haushaltskonsolidierung – auch as möchte ich in diesem Zusammenhang sagen – darf atürlich niemals aufgegeben werden. Darum ist es richig, dass wir dieses Sondervermögen unabhängig vom undeshaushalt gestalten. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)





(A) )


(B) )


(Beifall bei der CDU/CSU)


(Zuruf vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


(Beifall bei der CDU/CSU)


Ich möchte einen weiteren Punkt ansprechen, und
war die Einwendung von einigen Bundesländern zu
er vorgesehenen Regelung, dass sich die Länder unter
em Strich mit 35 Prozent beteiligen. Hier muss klarge-
tellt werden: Nicht bei der Aufbringung der Lasten sind
ie Länder beteiligt, sondern am Ende, also im Jahr 2010
der 2011, wenn abgerechnet wird und mögliche endgül-
ige Belastungen aufgeteilt werden.

Ich begrüße es sehr, dass die Länder klargestellt ha-
en, dass sie grundsätzlich Ja zu diesem Paket sagen. Es
arf nicht so aussehen, als würden sich die Länder hier
infach pauschal verweigern. Sie sagen ein klares Ja.


(Otto Fricke [FDP]: Ein klares „Ja, aber“!)


ber wir müssen natürlich ernst nehmen – ich halte das
ür eine beachtliche Einwendung vonseiten der Länder –,
ass diejenigen, die ihre große Aufgabe schon im Be-
eich von Landesbanken angepackt und eine hohe Last
uf sich genommen haben, hier anders zu behandeln
ind.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Otto Fricke [FDP]: Da sind die doch Eigentümer!)


Was ändert sich? Wir müssen bei alldem auch dem
ublikum draußen deutlich machen, was sich konkret
ndert; allein darüber könnte man lange räsonieren.

Ein paar Bemerkungen dazu. Die staatliche Aufsicht
ber die Finanzdienstleister, die Bankenaufsicht, muss
atürlich verbessert werden. Ich sage ganz offen: Wir
üssen uns auch anschauen, ob bei der BaFin alles so

leiben kann, wie es derzeit ist.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


Was soll sich eigentlich ein kleiner Gewerbetreiben-
er, ein kleiner Unternehmer denken, der mit Fremdka-
ital investiert und Arbeitsplätze geschaffen hat und ge-
enüber seiner Hausbank oder gegenüber Förderbanken
edes Jahr mehrmals einen Vermögensnachweis erbrin-
en, sozusagen die letzte Hose herunterlassen und sich
ontrollieren lassen muss, wenn er beobachtet, dass gleich-






(A) )



(B) )


Dr. Peter Ramsauer
zeitig in ganz großem Stil offensichtlich nicht so genau
hingeschaut wird?


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)


Auch das müssen wir den Leuten erklären.

Ein weiterer Punkt ist die internationale Zusammen-
arbeit bei der Aufsicht und bei internationalen Geldströ-
men insgesamt. Dabei geht es auch um die Rolle der
Ratingagenturen, die heute schon angesprochen wor-
den ist. Meine Damen und Herren, es geht nicht, dass
man als ein und dieselbe juristische Person gleichzeitig
Bonitätsprüfer und Anlageberater bzw. Produktentwick-
ler ist. Das haut auf Dauer nicht hin.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Aufgrund dieser Doppelrolle haben sich die Ratingagen-
turen, was ihre Glaubwürdigkeit angeht, einen gewalti-
gen Bärendienst erwiesen.

Produktinnovationen kennzeichnen alle Wirtschafts-
sektoren, natürlich auch Banken. Deshalb mag die Ver-
briefung von Krediten zur besseren Streuung von Risi-
ken geeignet sein. Aber sind die Ausgabe von und das
Handeln mit solchen Papieren nicht auch an eine hinrei-
chend große Selbstverantwortung aller Marktteilnehmer
geknüpft? Ich denke, ja. Offensichtlich glaubten nicht
wenige Banker, sie hätten Edelmetalle erworben, was
sich aber als Schrott herausgestellt hat. Wer verbriefte
Papiere erwirbt, der muss darauf achten, dass das, was
draufsteht, auch drin ist.


(Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Was? Das sieht Herr Seehofer aber ganz anders! Der will doch eine Beweislastumkehr! Aber ihr in der CSU habt ja im Moment sowieso nur Streit!)


Den leichtfertigen Systemkritikern möchte ich sagen:
Die seit nunmehr einem Jahr anhaltende Finanzmarkt-
krise kann nicht dem Konzept einer freiheitlichen Wirt-
schafts- und Gesellschaftsordnung angelastet werden.
Noch einmal: Es handelt sich nicht um ein Versagen der
sozialen Marktwirtschaft, meine Damen und Herren.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU sowie des Abg. Dirk Niebel [FDP])


Man muss sich nur einmal anschauen, woher die Finanz-
marktkrise kommt: aus einem Land, in dem keine Me-
chanismen und Grundideen der sozialen Marktwirtschaft
vorhanden sind und waren. Diese Krise ist eine Folge
der Verletzung der Spielregeln


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


und der ethischen Grundlagen der sozialen Marktwirt-
schaft.

Statt seriöse Bankgeschäfte zu tätigen, wurde der
Blick einseitig auf die Entwicklung der Aktienkurse ge-
richtet. Es wurde spekuliert und auf kurzfristige Ge-
winnmaximierung gesetzt, zum Teil bewusst vorgespie-
gelt. Es stellt sich die Frage: Wo ist der Shareholder-
Value geblieben? Viele, die dieser Schimäre hinterherge-
rannt sind und sich haben locken lassen,

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(C (D licken jetzt entsetzt auf das, was von den Verantwortlihen – manche von ihnen kann man als Rattenfänger beeichnen – als Scherbengericht hinterlassen wurde. olche exzessiven Entwicklungen haben das Vertrauen er Menschen unterminiert. Eine Bemerkung zum Schluss, auch an diejenigen, ie sich jetzt hilfesuchend an uns gewandt haben: Es eht nicht, dass die Politik diese schwierige Arbeit, diese chmutzarbeit macht, dass aber der gesamte führende ankensektor, also diejenigen, für die wir das vor allem un, auf publizistischer und kommunikativer Tauchstaion ist. Das geht nicht! ch ersuche den Bankensektor, sich an dieser schwierien Kommunikationsaufgabe zu beteiligen. iejenigen, die diese Situation mit verursacht haben, ollten nicht so tun, als sei es die selbstverständliche ufgabe der Politik, die Dinge wieder zu richten. Da ich gerade beim Thema Banken bin: Ich warne daor, jetzt irgendwelche Mitnahmeeffekte zu realisieren; er eine oder andere in der Hochfinanz könnte nämlich uf die Idee kommen, seinen eigenen Status so zu gestalen, dass er Ansprüche am Sondervermögen hat. Solche itnahmeeffekte dürfen und werden wir nicht zulassen. s wird – das ist das Gute – keinen Rechtsanspruch im inzelnen geben, sondern wir werden im Rahmen einer inzelfallprüfung sehr genau prüfen, ob ein solcher Einatz des Fonds erforderlich ist. Herr Ramsauer, kommen Sie bitte zum Ende. Ich sehe das. – Zum Schluss will ich noch etwas Posi ives sagen: Durch solche Krisen wie die jetzige werden uch die Stärken unseres Bankensystems in Deutschand aufgezeigt; manches, für das wir auch in den letzten ahren international immer mehr belächelt worden sind, ämlich die Genossenschaftsbanken und Sparkassen. arum werden wir jetzt regelrecht beneidet. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


(Volker Kauder [CDU/CSU]: Sehr richtig!)


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


(Hartmut Koschyk [CDU/CSU]: Sehr richtig!)


(Beifall bei der CDU/CSU)

Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618201000
Dr. Peter Ramsauer (CSU):
Rede ID: ID1618201100

Diese Sektoren erweisen sich als eine großartige
tärke und ein großartiges Rückgrat unserer Wirtschaft
nd unseres Finanzwesens in Deutschland. Um es auf
en Punkt zu bringen: Das lassen wir uns deshalb von
er Europäischen Kommission auch nicht streitig ma-
hen.

Vielen herzlichen Dank.






(A) )



(B) )


Dr. Peter Ramsauer

(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und des Abg. Dr. Guido Westerwelle [FDP])



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618201200

Der nächste Redner ist der Kollege Fritz Kuhn für

Bündnis 90/Die Grünen.


Fritz Kuhn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618201300

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und

Kollegen! Herr Ramsauer, den größten Gefallen, den ich
Ihnen jetzt tun kann, ist, dass ich mich nicht ausführlich
mit Ihrem Herrn Glos beschäftige;


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Dr. Peter Ramsauer [CDU/CSU]: Sie brauchen mir keinen Gefallen zu tun! So weit wird es noch kommen!)


denn ein Wirtschaftsminister, der noch vor einem Jahr
hier in diesem Hause gesagt hat, es gebe keinerlei Aus-
wirkungen der Banken- und Immobilienkrise auf die
deutsche Wirtschaft, und jetzt, am Beginn einer Rezes-
sion, wie eine Schlaftablette auf zwei Beinen durch die
politische Landschaft irrt, ist wirklich keiner weiteren
Erwähnung wert.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN – Hartmut Koschyk [CDU/CSU]: Das ist aber sehr polemisch!)


Frau Bundeskanzlerin, ich möchte kurz sagen: Wir
haben der Fristverkürzung zugestimmt, weil wir es für
richtig halten, dass es in den einzelnen Nationalstaaten
Europas, also auch in Deutschland, ein Rettungspaket
etwa in der vorgesehenen Größenordnung gibt, weil die
systemische Krise in unserem Finanzsektor und natür-
lich auch im Hinblick auf die Arbeitsplätze andernfalls
zu groß würde. Das war der Grund, weshalb wir bei den
Fristen zugestimmt haben.

Wir haben also nicht um das Ob zu streiten, aber wir
haben sehr wohl um das Wie zu streiten. Im Unterschied
zur Linkspartei, die dazu gar nichts gesagt hat, finden
wir die Art, wie Sie dieses Rettungspaket aufgelegt ha-
ben, verkehrt. Ich will darstellen, an welchen Stellen es
dringend nachgebessert werden muss. Damit will ich sa-
gen, dass es immer Alternativen gibt. Der Satz, den Sie
in den Gesetzentwurf hineingeschrieben haben und der
jetzt immer durch die politische Landschaft geistert, dass
es dazu keine Alternativen gibt, ist natürlich falsch. Man
kann ein Rettungspaket an entscheidenden Punkten voll-
ständig anders gestalten. Dazu einige Bemerkungen.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Erster Punkt. Bisher ist vielen nicht aufgefallen, dass
die private Seite nicht wirklich in Anspruch genommen
wird. Der Finanzminister hat vorhin das Beispiel Schwe-
den genannt. 1992 hätten die Schweden mit einem ähnli-
chen Paket ihre damalige Bankenkrise bewältigt. Ich
kann nur sagen: In einem entscheidenden Detail stimmt
das nicht. Die Schweden verfolgten damals das Prinzip:
bleed the shareholders first. Das heißt, die Shareholder,

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(C (D ie Aktieninhaber, mussten mit dem Wert ihrer alten Akien einen Teilbeitrag zur Bewältigung der Liquiditätsnd sonstigen Probleme der Banken leisten, bevor der taat geholfen hat. Das ist ein wichtiger Punkt. Warum erwähne ich das? – iele der leitenden Angestellten, der Bankmanager, haen heute wesentliche Teile ihres Privatvermögens per ktien in dem eigenen Institut angelegt. So sah ja die onorarbasis aus. Deswegen will ich die Frage stellen: arum nehmt ihr diejenigen, die den Schaden mit ange ichtet haben, nicht zuerst in die Verantwortung, ehe der taat einspringt? Die Herbstgutachter haben Ihr Paket gestern übrigens icht nur gelobt, sondern sie haben auch gesagt, dass die läubiger bei Banken zuerst in Anspruch genommen erden sollten. Davon steht in Ihrem Gesetzentwurf ichts. Damit komme ich zum wichtigsten Punkt, der für uns irklich entscheidend ist. Sie haben durch die Art und eise, wie Sie das Gesetz gestrickt haben – übrigens im nterschied zu dem, was im angelsächsischen Raum geacht wird –, Ihre Angst vor einer effektiven Teilver taatlichung und vor tatsächlicher staatlicher Kontrolle erwirklicht. Ich glaube nicht, dass der Staat bei den vieen Kann-Regelungen und Verordnungen, die erlassen erden können oder auch nicht, tatsächlich effektiven influss auf die Banken ausübt, denen er jetzt mit Mil iardenbeträgen hilft. Das ist ein Strukturfehler Ihres Geetzentwurfs, den wir Ihnen nicht durchgehen lassen önnen. Ich will Ihnen einmal ein Beispiel nennen, weil manhe das Kleingedruckte offensichtlich nicht gelesen haen. Sie sagen an mehreren Stellen: Für dieses Gesetz ilt die Bundeshaushaltsordnung an entscheidenden unkten nicht. So soll zum Beispiel § 65 der Bundesaushaltsordnung nicht gelten. Dort heißt es – das muss an sich noch einmal anschauen –, dass Beteiligungen es Bundes an privatrechtlichen Unternehmen – darum eht es ja bei der Rekapitalisierung – nur dann möglich ind, wenn – so § 65 Abs. 1 Nr. 3 – der Bund einen angemessenen Einfluss, insbesondere im Aufsichtsrat oder in einem entsprechenden Überwachungsorgan erhält. Diese Regelung der Bundeshaushaltsordnung wird, enn Sie am Freitag dem Gesetz zustimmen, außer raft gesetzt. Es kann doch nicht wahr sein, dass man en Banken Geld gibt, aber den staatlichen Einfluss per esetz außer Kraft setzt, liebe Kolleginnen und Kolleen. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN – Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Das stimmt so nicht!)


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Deshalb werden wir heute im Haushaltsausschuss
onkrete Anträge stellen, die den staatlichen Einfluss






(A) )



(B) )


Fritz Kuhn
und den parlamentarischen Einfluss – darauf komme ich
nachher noch zu sprechen – effektivieren.

Damit wir uns, Frau Bundeskanzlerin, richtig verste-
hen: Wir geben Milliardenbeträge in Finanzinstitute, die
heute noch unter den Regeln des alten Finanzmarkts ar-
beiten. Was wir alle hier diskutieren – Ratingagenturen
verbessern, Eigenkapitalausstattung verbessern und so
weiter – und worüber es viel Einigkeit gibt, ist nicht gel-
tendes Recht, sondern es wird international gerade dis-
kutiert. Wer weiß denn, wann das kommt? Also schieben
wir Geld in Bankinstitute, die nach altem Recht, nach
den alten Spekulationsmöglichkeiten agieren. Deswegen
sagen wir: Es muss mehr staatliche Aufsicht, es müssen
mehr Einflussmöglichkeiten des Staates her, als Sie es
insgesamt bisher vorgesehen haben.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Ich will noch einen Punkt nennen, der auch scheinbar
das Kleingedruckte betrifft. Aber es lohnt sich einfach,
international hinzuschauen und zu gucken, was in ande-
ren Ländern los ist. Wenn in den USA Rekapitalisie-
rung betrieben wird, der Staat also mit Anteilen bei ei-
ner Bank einsteigt, dann wird dort im Rahmen des
Fonds, der gegründet wurde, definiert, zu welchen Be-
dingungen der Staat dort einsteigt. Dort ist zum Beispiel
definiert: 5 Prozent Verzinsung, Wandelanleihen mit
verschiedenen Regularitäten. In den USA definiert der
Staat, wie er einsteigt.

Wie sieht es der Gesetzentwurf vor, den Sie heute
vorgelegt haben, Herr Finanzminister und Frau Merkel?
Bei uns wird explizit festgelegt, dass die Altaktionäre
bestimmen, zu welchen Bedingungen und zu welchem
Kurs der Staat sich beteiligt. Liebe Kolleginnen und
Kollegen, mit diesem Gesetzentwurf machen wir den
Bock zum Gärtner, indem die Betreffenden noch sagen
können, wie ihnen geholfen werden soll. Ganz anders ist
es in den angelsächsischen Ländern, in denen der Staat
hergeht und sagt: Wenn wir schon helfen, dann müssen
wir auch sagen, zu welchen Bedingungen geholfen wird.

An der Stelle ist Ihr Gesetzentwurf – ich sage das so
drastisch – wirklich Murks, weil er auf staatliche Ein-
flussnahme im Konkreten verzichtet. Ich kann nicht
nachvollziehen, wie die Kolleginnen und Kollegen der
Großen Koalition dies bisher wahrgenommen haben;
denn ich habe von Ihnen in der Öffentlichkeit keine
Stimmen gehört, dass wir dies ablehnen sollten.

Letzter Punkt, den ich ansprechen möchte. Der Ge-
setzentwurf ist ein Blankoscheck für die Regierung, mit
dem das Parlament sein Haushaltsrecht – immerhin das
Königsrecht des Parlaments – aus der Hand gibt. Wenn
das kommt, was Sie an dieser Stelle wollen, dann wird
am Freitag beschlossen, dass nach dem Schlüssel, der im
Gesetz festgelegt ist, über 100 Milliarden Euro verfügt
werden kann. Aber es gibt im Laufe der Etappe keinerlei
parlamentarische Kontrolle, auch nicht im Haushalts-
ausschuss, ob die Mittel richtig verwendet werden.


(Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Warten Sie erst einmal ab, Herr Kuhn! Locker bleiben! – Joachim Poß [SPD]: Das ist nicht richtig!)


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(C (D er Haushaltsausschuss kann einmal im halben Jahr inormiert werden. Aber es gibt keinerlei parlamentarische ontrolle. (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Das stimmt gar nicht!)


Ich sage für meine Fraktion: So leicht geben wir das
önigsrecht des Parlaments nicht aus der Hand.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP – Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Wir auch nicht!)


eswegen beantragen wir, Herr Kampeter, dass bei einer
ekapitalisierung in Höhe von mehr als 50 Millionen
uro nicht einfach durch Verordnung des Ministers
giert wird, sondern dass der Haushaltsausschuss infor-
iert werden muss und entscheiden muss, ob dies richtig

st oder nicht. Was seid ihr für Parlamentarier, wenn ihr
ies alles aus der Hand gebt? Das wird es mit uns nicht
eben.

Vielen Dank.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618201400

Der Kollege Carsten Schneider hat jetzt das Wort für

ie SPD-Fraktion.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)



Carsten Schneider (SPD):
Rede ID: ID1618201500

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und

erren! Wahrscheinlich wird irgendwann in der histori-
chen Betrachtung das Gesetz, über dessen Entwurf wir
eute in erster Lesung beraten, als Zeitenwende dahin
ehend angesehen werden, dass ein ungezügelter Kapi-
alismus, der nur sich selbst vertraut, zu Ende gegangen
st und der Staat zurück ist. Das bedeutet nicht, staats-
läubig zu sein. Der Staat nimmt vielmehr als Akteur
eine Aufgaben stärker wahr. Herr Westerwelle, ich
ehme erfreut zur Kenntnis, dass auch Sie das so darge-
egt haben, zumindest was die Regeln betrifft. Ich weise
ür meine Fraktion allerdings den Begriff der Not-Ver-
rdnung, den Sie verwendet haben, entschieden zurück.


(Beifall bei der SPD)


as ist ein in historischer Hinsicht verbrannter Begriff in
eutschland, der auch nicht zutrifft.

Herr Kuhn, Sie haben schon verschiedene Ände-
ungsvorschläge gemacht und uns kritisiert, weil Sie
och nichts gehört hätten. Warten Sie es ab! Wir beraten
eute in erster Lesung zusammen mit dem Finanzaus-
chuss ausführlich über den Gesetzentwurf. Sie können
ns glauben, dass auch uns als Parlamentarier die parla-
entarische Mitbestimmung und Kontrolle enorm wich-

ig sind.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU – Jürgen Koppelin [FDP]: Warum legt die Regierung dann so etwas vor?)







(A) )



(B) )


Carsten Schneider (Erfurt)

Die Bundesregierung hat Möglichkeiten zur Unterrich-
tung nicht nur des Haushaltsausschusses, sondern auch
des Bundesfinanzierungsgremiums unverzüglich zuge-
sagt; das ist Teil des Gesetzes. Wir werden darüber nach-
denken, ob dies ausreicht oder ob das noch verschärft
werden muss.


(Fritz Kuhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Verschärfen! Nur Mut!)


Ich vertraue im Kern nicht nur dem Krisenmanage-
ment des Bundesfinanzministers in den vergangenen Ta-
gen und Wochen – ich danke ihm und insbesondere sei-
nen Mitarbeitern; das war gut für unser Land –, sondern
auch dem Fachwissen des Finanzministeriums über Ab-
wicklung und Befugnisse, bei welcher Bank auch immer
man sich beteiligen wird. Darin will ich mich als Parla-
mentarier auch gar nicht einmischen. Wir müssen kon-
trollieren und Maßgaben machen. Deswegen bin ich der
Auffassung, dass wir möglichst vor der zweiten und drit-
ten Lesung über die sieben Rechtsverordnungen, die das
Gesetz konkretisieren werden, in groben Zügen Kennt-
nis erlangen sollten, damit wir wissen, worüber wir ent-
scheiden.

Die Parlamentsbeteiligung habe ich bereits ange-
sprochen. Wir unterstützen grundsätzlich das Ziel des
Gesetzes, die Banken teilweise zu verstaatlichen. Wir
werden uns die Instrumente genau anschauen müssen.


(Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Rekapitalisierung, keine Verstaatlichung!)


– Herr Kampeter, Sie können die Verstaatlichung ruhig
Rekapitalisierung nennen. Im Kern bedeutet das aber
nichts anderes, als dass der Staat zurück ist. Wenn es in
dieser Zeit einen Anker gibt, dann ist es der Staat, den
wir vertreten und schützen müssen.

Ich habe mit Verwunderung zur Kenntnis nehmen
müssen, dass Frau Bundeskanzlerin ein Expertengre-
mium einberufen will, dessen Vorsitzender der ehema-
lige Bundesbankpräsident Tietmeyer sein soll. Er war
bzw. ist sogar noch Mitglied des Aufsichtsrates der
Hypo Real Estate, also der Bank, die wir vor rund zwei
Wochen gerettet haben. Der Vorstand und der Aufsichts-
ratsvorsitzende mussten zurücktreten. Was weiß der
Aufsichtsratsvorsitzende mehr als ein normales Auf-
sichtsratsmitglied? Daher sage ich Ihnen klar: Meine
Fraktion trägt diese Personalie nicht mit. Hier wird der
Bock zum Gärtner gemacht.


(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


Ein Punkt wurde noch nicht angesprochen. Wir alle
hoffen, dass der Fonds nicht so stark in Anspruch ge-
nommen wird, dass er am Ende einen negativen Saldo
aufweist, sondern dass er sich – genauso wie es in
Schweden der Fall war – fast refinanziert.

Sollte es aber dazu kommen, dass der Fonds am Ende
mit einem Minus abschließt, dann stellt sich die Frage,
wer zahlt. Bis jetzt ist vorgesehen, dass die Allgemein-
heit zahlt. Es ist noch umstritten, ob und welche Anteile
Bund und Länder zahlen. Ich finde, auch die Länder ste-

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(C (D en in der Verantwortung. Es kann nicht immer nur der und eingreifen. Die Länder dürfen sich in dieser chwierigen Situation nicht vom Acker machen. Ein solhes Verhalten würde den Föderalismus in seinen rundfesten erschüttern. s kann auch nicht sein, dass wir ein Spezialpaket für ine Branche schnüren – es ist sehr wichtig, diese am eben zu erhalten; denn sie stellt den Blutkreislauf unse er Wirtschaft dar –, diese Branche aber kein Sonderpfer bringt. Auch die Banken werden wieder gutes eld verdienen. Sogar in Krisen wird Geld verdient. enn sich die Lage in den nächsten Jahren wieder kon olidiert hat und die Banken wieder mehr Geld verienen, dann muss diese Branche langfristig überproporional zur Refinanzierung dieses Fonds beitragen. Die efinanzierung kann nicht aus den Steuergeldern der indergärtnerinnen oder Polizisten erfolgen, sondern azu muss diese Branche beitragen. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


(Beifall bei der SPD)


ir als SPD-Fraktion werden mit diesem Ziel in die Ver-
andlungen gehen, und ich hoffe, dass uns die Unions-
raktion hierbei unterstützt.

Wir haben bewegte Zeiten hinter uns, wir haben aber
uch noch aufregende Tage und Wochen vor uns. Wir
erden dieses Gesetz heute und morgen sehr sorgfältig
eraten. Wir werden sicherstellen, dass die Parlaments-
echte gewahrt werden


(Jürgen Koppelin [FDP]: Da schauen wir mal!)


nd dass auch die Einflussmöglichkeiten gewährleistet
ind. Wenn wir uns bei einer Bank beteiligen, müssen
ir – das ist im Gesetzentwurf vorgesehen – Einfluss auf
as Management und die Geschäftspolitik nehmen kön-
en. Ich bin in dieser Beziehung guter Dinge. Wir sind
llerdings auch für Vorschläge der Opposition offen. Von
en Grünen habe ich heute einige hilfreiche Vorschläge
ehört. Ich denke, wir werden uns einig werden.

Vielen Dank.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618201600

Der Kollege Otto Fricke spricht jetzt für die FDP-

raktion.


(Beifall bei der FDP)



Otto Fricke (FDP):
Rede ID: ID1618201700

Frau Präsidentin! Meine lieben Kolleginnen und Kol-

egen! Lassen Sie uns doch am Anfang über jemanden
eden, über den heute noch nicht geredet worden ist,
ämlich über den Bürger.


(Dr. Peter Ramsauer [CDU/CSU]: Haben Sie nicht zugehört? – Weiterer Zuruf von der SPD: Darüber haben wir schon viel gesagt!)







(A) )



(B) )


Otto Fricke
Wir alle haben in den letzten Tagen und Wochen sehr
viele Gespräche mit unseren Wählern geführt. Es ist
doch bemerkenswert, wie viel Angst die Bürger haben.
Den Bürgern gebührt – das sollte man einmal deutlich
sagen – Lob dafür, dass sie sich trotz dieser Finanzkrise
bisher so vernünftig verhalten haben. Auch das sollten
wir hier einmal festhalten, und wir sollten darum bitten,
dass sie sich weiterhin so verhalten.


(Beifall bei der FDP sowie der Abg. Bettina Hagedorn [SPD])


Es geht um die Verantwortung, die wir als Politik ha-
ben und die wir wahrnehmen wollen, es geht aber auch
darum, Vertrauen zu schaffen. In der letzten Zeit ist ei-
niges Vertrauen durch Kommunikationsfehler kaputtge-
macht worden. Lassen Sie uns bitte an der Wiederher-
stellung des Vertrauens arbeiten, gerade vonseiten der
Regierung, aber auch vonseiten der Koalitionsfraktio-
nen. Soeben haben wir die Aussage über Herrn
Tietmeyer gehört. Wir dürfen nicht schon wieder neue
Kommunikationsprobleme erzeugen, sodass sich der
Bürger fragt, was wir eigentlich wollen. Das muss bis
Freitag ein Ende haben. Dann muss ein Ergebnis vorlie-
gen, das wirklich ein Rettungspaket ist. Alles andere
wäre für diesen Staat nicht richtig;


(Beifall bei Abgeordneten der FDP)


denn sonst würde ein wichtiger Pfeiler unseres Gemein-
wesens, nämlich die soziale Marktwirtschaft, die der
wichtigste Pfeiler in unserem Wirtschaftssystem ist, zer-
stört. Das dürfen wir auf keinen Fall zulassen; denn
sonst würde unsere Demokratie wirklich gefährdet wer-
den.


(Beifall bei der FDP)


Aber was Sie, Herr Lafontaine, hier mit Empörung
gesagt haben, ist der Versuch, Klassenkampf zu propa-
gieren. Sie sagten, dass dann, wenn bei der Rente und
bei Hartz IV nicht so entschieden wird, wie Sie es wol-
len, hier keine Demokratie sei. Das ist unverantwortlich.


(Beifall bei der FDP, der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


So etwas kann man nicht machen. Demokratie heißt,
dass die Mehrheit entscheidet. Wenn dem so ist, dann
muss man die Entscheidung hinnehmen. Man kann nicht
dann, wenn einem die Entscheidung nicht passt, sagen,
das sei keine Demokratie. So können Sie hier in diesem
Parlament nicht reden.


(Zuruf des Abg. Oskar Lafontaine [DIE LINKE])


Sie, Herr Lafontaine, sagen, dieses Paket würde für je-
manden geschaffen. Dieses Paket wird geschaffen, um
den Grundpfeiler, die soziale Marktwirtschaft, zu erhal-
ten. Es wird geschaffen, damit für Rentner, Hartz-IV-
Empfänger und die Schwachen in unserer Gesellschaft
ausreichend Geld da ist. Nichts anderes ist der Grund,
warum wir das tun.


(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)


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(C (D Die FDP begrüßt ausdrücklich, dass es eine internaionale Koordination gegeben hat. Das ist nicht schlecht ewesen, Herr Minister. Sie hätten die Maßnahmen aber uch mit dem Bundesrat – die Bank ist jetzt wieder leer – esser koordinieren müssen. Da besteht noch Unklarheit. uch in dieser Beziehung hätten Sie mehr tun können. ch will aber auch den Ländern – wir haben gesehen, elche Vertreter der Länder in einer solch entscheidenen Phase hier sind; es sind nur noch wenige hier – klar agen: Die Länder erhalten über 50 Prozent der Steuerinnahmen. Wenn für die Länder gilt, dass sie beim Haen dabei sind, dann gilt für die Länder auch, dass sie eim Soll dabei sind. Das müssen die Länder klar sehen. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD)


(Beifall bei Abgeordneten der FDP)


Über den Umgang mit dem Parlament ist viel gesagt
orden. Ich hoffe, dass die Äußerungen des Kollegen
chneider nach dieser Sitzung im Haushaltsausschuss
en entsprechenden Erfolg haben.

Der Umgang mit der Bundesbank, liebe Bundes-
egierung, scheint mir allerdings doch etwas zweifelhaft
u sein. Sie im Rahmen dieses Verfahrens teilweise so-
ar unter Rechtsaufsicht zu stellen, ist nach meiner Mei-
ung mit einer unabhängigen Bundesbank nicht mög-
ich. Die FDP wird sich dagegen wehren, dieses Gesetz
afür zu nutzen, diese Unabhängigkeit hier auch nur zu
inem kleinen Teil anzukratzen.


(Beifall bei der FDP)


Im Übrigen ist auch die Frage des Insolvenzrechts
die Justizministerin ist ebenfalls nicht mehr anwesend –
icht ganz klar. Hier mit einem Wisch das Insolvenz-
echt auf Dauer nur deshalb zu ändern, um sich ir-
endwo an etwas anzupassen, wäre unverantwortlich.
ir können gern über eine Befristung diskutieren. Aber

etzt diese Gelegenheit zu nutzen, auch noch beim Insol-
enzrecht in eine Richtung zu gehen, die für den Stand-
rt unverantwortlich ist, macht die FDP auf keinen Fall
it.


(Beifall bei der FDP)


Herr Minister, Sie haben gesagt – das stimmt –, seit
er Insolvenz von Lehman sei alles anders. Aber wie
aben Sie sich denn nach der Lehman-Insolvenz, die am
ontag, dem 15. September bekannt wurde, am 16. Sep-

ember verhalten? Da haben Sie doch nicht gesagt, es sei
in Fehler gewesen, dass Lehman „pleitegegangen wor-
en“ ist, sondern Sie haben gesagt: Das ist halt so, da
eht ihr mal, die Amerikaner. Man muss also auch sehen,
ass an dieser Stelle vonseiten der Regierung keine rich-
ige Reaktion stattgefunden hat. Vielmehr hat man sich
rst einmal gefreut, dass die Amerikaner den Mist haben,
en sie von den Wurzeln her selber herbeigeführt haben.
on Ihnen war es jedenfalls nicht die richtige Reaktion.


(Beifall bei der FDP)


Zur Aufgabe der Konsolidierungsziele, Herr Minis-

Rede von: Unbekanntinfo_outline
Rede ID: ID1618201800
Ich halte es schon für sehr be-
erkenswert, dass man ohne Not aufgibt, was der Minis-






(A) )



(B) )


Otto Fricke
ter in einem Interview mit Herrn Müller-Vogg gesagt
hat:

Unser Etatziel eines ausgeglichenen Haushalts ver-
lieren wir nicht aus den Augen – auch wenn es jetzt
länger dauern dürfte.

Sie kommen mir wie ein Wanderer vor, der vor sich ei-
nen Berg sieht – die Neuverschuldung abzubauen, ist
wie die Besteigung eines steilen Berges – und sagt, er
verliere den Berg nicht aus den Augen, gehe aber um ihn
herum. Das ist nichts anderes als das, was Sie hier an-
kündigen. Sie wissen genau, dass dazwischen eine Bun-
destagswahl stattfinden wird. Deswegen ist das im Mo-
ment nur weiße Salbe, die allerdings die Minister hinter
Ihnen ermutigt, im Rahmen von Beratungen und von
Pressearbeit immer wieder neue schöne Geschenke zu
versprechen. Das darf nicht passieren, und ich erwarte,
dass dem in den nächsten Wochen Einhalt geboten wird.


(Beifall bei der FDP)


Schließlich zu der von uns angesprochenen und kriti-
sierten Exit-Strategie: Bei der IKB, liebe Kolleginnen
und Kollegen, haben wir gelernt, dass der Bund Verluste
in Milliardenbeträgen hat, wenn er sich dauerhaft als
Banker versucht. Dann sollten wir bitte, liebe Koalition,
liebe Bundesregierung, denselben Fehler nicht noch ein-
mal machen und auch nicht solchen Leuten wie Herrn
Lafontaine im Verwaltungsrat der KfW die Möglichkeit
geben, so etwas noch länger durchsetzen zu wollen.


(Beifall bei der FDP – Oskar Lafontaine [DIE LINKE]: Das ist der größte Blödsinn aller Zeiten! Solch ein ahnungsloser Mensch setzt sich hier hin!)


Wir müssen wissen, wann und unter welchen wirt-
schaftlichen Bedingungen wir aus den Banken heraus-
kommen werden. Dies kann nicht einer Regierung über-
lassen werden.

Meine Damen und Herren, der Staat als Banker wäre
etwas völlig Falsches für unsere soziale Marktwirtschaft,
die die Starken fördert, aber nicht als Selbstzweck, son-
dern um den Schwachen in unserer Gesellschaft zu hel-
fen. Dies wird unsere Aufgabe sein. Lassen Sie uns dies
bis Freitag anpacken. Die FDP wird das Verfahren unter-
stützen, in der Sache weiter kritisch sein, aber auch hof-
fen, dass wir für die Bürger das erreichen, was sie in die-
sem Lande von der Regierung und dem Parlament
erwarten können.

Herzlichen Dank.


(Beifall bei der FDP)



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618201900

Der Kollege Dr. Michael Meister hat jetzt für die

CDU/CSU-Fraktion das Wort.


(Beifall bei der CDU/CSU)



Dr. Michael Meister (CDU):
Rede ID: ID1618202000

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Wir ste-

hen in dieser Woche als Deutscher Bundestag vor der
größten Herausforderung seit 1989/90, als wir die Frage

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(C (D u beraten hatten, wie wir die deutsche Einheit realisieen. Für diese Aufgabe gibt es keine Blaupause. Nieand weiß, wie wir diese Krise bewältigen können, weil s eine Krise in dieser Form bisher nicht gegeben hat. eshalb bringe ich zu Beginn meine Hochachtung dafür um Ausdruck, mit welchem Format die Bundesregieung in dieser Krise agiert, und versichere ihr die volle nterstützung meiner Fraktion. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


Meine Damen und Herren, wir sollten ein Stück weit
orsichtig sein, was zu viel Selbstgewissheit angeht.
leichwohl müssen wir auf der Basis der uns verfügba-

en Informationen versuchen, zu verhindern, dass sich
ie Krise weiter verstärkt. Daher sage ich hier in aller
eutlichkeit: Wir als Deutscher Bundestag stehen in die-

er Woche ebenfalls in Verantwortung. Es ist die Woche
er Verantwortungsträger. Es ist nicht die Woche der De-
agogen.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


Kollege Lafontaine hat vorhin darauf hingewiesen,
ass eine Ursache der Krise zu viel Liquidität auf den
nternationalen Märkten ist. Ja, das ist eine Ursache.
ber die Ursache für diese Liquidität ist, dass in den
SA über lange Zeit eine Politik billigen Geldes mit ei-
em zu niedrigen Zinsniveau der Zentralbank gemacht
orden ist. Diejenigen, die heute im Sinne einer Krisen-
ewältigung ein künstlich niedriges Zinsniveau fordern,
orgen folglich dafür, dass wieder zu viel Liquidität auf
em Markt ist, womit das Fundament für die nächste
rise gelegt ist. Ihre Ursachenbetrachtung ist richtig,
err Lafontaine. Aber Ihre Schlussfolgerung geht völlig

n die Irre.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


Ich möchte einen weiteren Punkt ansprechen. Aus-
angspunkt für die Krise war die Entwicklung auf den
mmobilienmärkten in den USA. Das war das längste
onjunkturprogramm eines großen Industrielandes, das

s jemals gab. Dieses riesige Konjunkturprogramm hat
as ausgelöst, was wir hier diskutieren. Deshalb möchte
ch alle dringend warnen, zu glauben, dass wir mit wie
uch immer gearteten Konjunkturprogrammen aus der
ktuellen Krise herauskommen.


(Dr. Norbert Röttgen [CDU/CSU]: Jawohl!)


as wir brauchen, ist ein Nachdenken über die richtigen
trukturen. An dieser Baustelle sollten wir tätig werden.


(Beifall bei der CDU/CSU)


Wir haben bisher versucht – ich nenne die Beispiele
KB und Hypo Real Estate –, die Probleme dort, wo sie
uftraten – das kann man auch auf die Sachsen-LB be-
iehen –, zu lösen und zu vermeiden, dass solche Fälle
ystematisch in den Finanzsektor hineinwirken. Wir ste-
en heute vor einer Änderung. Wir versuchen nicht
ehr, im Nachhinein zu handeln, sondern wir machen






(A) )



(B) )


Dr. Michael Meister
jetzt den ersten Schritt zur Prävention. Deshalb ist das,
was wir heute diskutieren, ein anderer Ansatz.

Der erste Schritt war die Patronatserklärung für die
Privatanleger. Ich will ausdrücklich sagen: Ich halte das
für richtig, weil es ein Beitrag dazu ist, Vertrauen zu
schaffen und der Bevölkerung die Ängste zu nehmen.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)


Der zweite Schritt ist die Frage: Wie schaffen wir
neues Vertrauen unter den Finanzakteuren? Wir haben
seit über einem Jahr dafür geworben, dass dieses neue
Vertrauen entsteht, und waren der Meinung, dass dies
über Offenheit und Transparenz der Akteure selbst zu er-
reichen ist. Wir haben sie immer wieder gemahnt, deut-
lich zu machen, wo bei ihnen selbst die Probleme sind,
um durch Offenheit untereinander dazu zu kommen,
dass neues Vertrauen entsteht. Wir müssen leider fest-
stellen, dass dies nicht gelungen ist. Die Akteure haben
in den vergangenen zwölf Monaten ihre Verantwortung
leider nur unzureichend wahrgenommen. Deshalb stehen
wir als Staat als Letzter in der Verantwortung, zu versu-
chen, dieses neue Vertrauen zu schaffen. Dafür dient das
Paket, über das wir heute diskutieren. Ich hoffe – dazu
sollten wir alle unseren Beitrag leisten –, dass diese
Möglichkeit erfolgreich ist, um das Fundament für neues
Vertrauen zu legen.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


Vertrauen ist die Währung, in der wir zahlen. Deshalb
müssen wir sehen, dass dieser Schritt gelingt. Ich will
hier nicht die drei Stufen dieses Pakets noch einmal er-
läutern; das ist heute Morgen schon geschehen. Ich will
aber darauf hinweisen, dass das wichtigste und erste Ele-
ment die Garantieerklärung ist. Das ist etwas ganz an-
deres als das, was in den USA mit dem Versuch ge-
schieht, Wertpapiere am Markt aufzukaufen. Wir hoffen,
dass die Garantien als Garantie in Anspruch genommen
werden. Wir hoffen aber nicht, dass die Risiken, die hin-
ter diesen Garantien stehen, tatsächlich eintreten. Viel-
mehr hoffen wir, durch die Garantieerklärung das Eintre-
ten der Risiken abzuwenden. Deshalb halte ich es für
richtig, dass wir diesen Schritt tun, weil er hoffentlich
dazu führt, größeren Schaden abzuwenden.

Ein anderes Thema ist die Eigenkapitalausstattung.
Ich bin sehr wohl der Meinung, dass das Prinzip, das
hier angesprochen worden ist, richtig ist. Sowohl die
Hilfe bei den Garantieerklärungen wie auch die Hilfe bei
der Eigenkapitalausstattung kann es nur unter zwei Be-
dingungen geben. Die erste Bedingung ist: Es geht nicht
kostenfrei. Wer Hilfe in Anspruch nimmt, muss dafür
eine Gegenleistung erbringen. Die zweite Bedingung ist:
Er muss es sich gefallen lassen, dass er nur noch kondi-
tioniert tätig werden kann.

An dieser Stelle müssen wir in der Debatte ein biss-
chen aufpassen. Ich glaube, in der öffentlichen Wahrneh-
mung werden diejenigen, die als Akteure tätig sind und
keine Hilfe in Anspruch nehmen, mit denjenigen in ei-
nen Topf geworfen, die Hilfe in Anspruch nehmen. Die
erstgenannten Akteure können ihre Geschäftsmodelle so

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(C (D ntwickeln, wie sie wollen; für sie gibt es keine Auflaen. Aber von demjenigen, der darum bittet, dass ihm it Steuergroschen, mit dem Euro des Steuerzahlers, ge olfen wird, können wir auch verlangen, dass mit diesem eld ordentlich umgegangen wird; denn wir sind diejeigen, die für des Steuerzahlers Geld verantwortlich ind. eshalb muss es an dieser Stelle Vorgaben geben, und eshalb müssen wir versuchen, deutlich zu machen, dass ir auf die Verwendung aufpassen. Ich verweise darauf, wie in den USA dem großen Vericherer AIG geholfen wurde: Ihm flossen hohe, zweistelige Milliardenbeträge zu; mittlerweile wurde weiteres eld nachgeschossen. Es wird berichtet, dass Verantwort iche dieses Unternehmens anschließend Luxusreisen unernommen haben. Das ist nicht vermittelbar. Das zeigt, ass es dazu bei uns nicht kommen darf. Deshalb müssen uidelines und Konditionen geschaffen werden, und war nicht erst dann, wenn es passiert ist, sondern jetzt, in er Gesetzgebung, muss darauf geachtet werden. Es wird der Punkt „zeitliche Befristung“ angesprohen. Ich halte es für richtig, dass wir eine zeitliche Beristung zum 31. Dezember 2009 einführen. Die Vertraunsbildung wird hoffentlich irgendwann erfolgt sein, und er Markt kann dann wieder selbsttragend tätig sein. Wir üssen aber auch hier in der Kommunikation deutlich achen: Der 31. Dezember 2009 ist ein Zeitpunkt, von em wir hoffen, dass der Fonds und die Garantie dann icht mehr in Anspruch genommen werden. Das ist nicht er Tag, an dem der Fonds abgewickelt sein muss. Ich ate uns dringend dazu, dass wir uns für den zweiten Teil ie notwendige Zeit und Muße nehmen, aus diesem onds herauszugehen und bitte auch hier mit dem Geld es Steuerzahlers verantwortlich, in Ruhe und Gelasseneit umzugehen, um den Schaden möglichst klein zu alten bzw. den Erfolg für uns möglichst zu optimieren. eshalb: Ja zur Begrenzung des Fonds auf das Datum 1. Dezember 2009, aber das Herausgehen in aller Ruhe nd Gelassenheit und verantwortlich in der Sache. Wir müssen an dieser Stelle aufpassen – ich sage ein usdrückliches Dankeschön –, dass neben der Arbeit, um ns dieses Gesetzespaket vorzulegen, vor der Verabchiedung dieses Gesetzespakets eine Abstimmung auf WF-Ebene und in der Eurogruppe stattzufinden hat. Danke schön! – Wir müssen aufpassen, dass es an dieer Stelle am Ende des Tages nicht zu Wettbewerbsvererrungen auf den internationalen Märkten kommt. Es äre fatal, wenn einzelne Länder Hilfsprogramme aufleen und andere nicht. Deshalb ist die internationale Kordination ausgesprochen wichtig. Ich möchte ein Zweites ansprechen. Wir müssen aufassen, dass es auch bei uns, also auf nationaler Ebene, icht zu Wettbewerbsverzerrungen kommt. Es wird ei Dr. Michael Meister nige geben, die sagen, sie nähmen die Hilfsangebote unter den vorhin erwähnten Konditionen an, und es wird andere geben, die davon möglicherweise nicht Gebrauch machen. Es darf am Ende doch nicht so sein, dass derjenige, der keine Probleme hat und die Hilfe also nicht in Anspruch nimmt, im Wettbewerb mit denen, die Hilfe in Anspruch genommen haben, schlechter gestellt wird. Ich glaube, darauf müssen wir in den parlamentarischen Beratungen sehr genau achten. (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)


(Otto Fricke [FDP]: G 7!)





(A) )


(B) )


Wenn wir Hilfe leisten, darf dies nicht im Sinne eines
Wettbewerbseingriffs geschehen.

Wir haben über das aktuelle Hilfsprogramm und den
Fonds hinaus mit Sicherheit erkannt, dass es in dieser Fi-
nanzmarktkrise Regelungsdefizite gibt. Sie sind auch
schon vor der Krise angesprochen worden. Auf G 7 und
EU-Präsidentschaft ist hingewiesen worden. Ich möchte
ausdrücklich festhalten: Diese Krise stellt für mich die
soziale Marktwirtschaft nicht infrage; vielmehr ist sie
der richtige Rechtsrahmen. Was wir machen müssen, ist,
die Beseitigung dieser Defizite zu internationalisieren,
und dafür ist auch jetzt die Zeit. Mir ist klar: Wenn die
Krise vorbei ist, dann werden viele, die das nicht so se-
hen, wieder für Marktwirtschaft, aber nicht für soziale
Marktwirtschaft sein und werden sich wieder gegen den
Regelkreis wenden. Deshalb müssen wir jetzt die
Chance ergreifen, das Modell der sozialen Marktwirt-
schaft zu internationalisieren und zu transportieren.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


Im Gegensatz zur Planwirtschaft und im Gegensatz
zur reinen Marktwirtschaft, also zur Marktwirtschaft
ohne Regeln, ist die soziale Marktwirtschaft ein ler-
nendes System, das sein Regelwerk durch Problemfälle
optimieren kann. Wir hatten ein Gleichgewicht auf den
Finanzmärkten. Das ist jetzt gestört, und zwar massiv.
Alles ist eingestürzt. Jetzt müssen wir ein neues Ge-
bäude errichten und eine neue Balance finden. Es gibt
eine Unzahl von Vorschlägen. Ich rate uns dazu, klug zu
überlegen, wie die neue Balance aussehen soll, damit sie
auch längerfristig trägt und nicht schon beim nächsten
kleinen Windstößchen wieder verloren geht. Das heißt:
handeln ja, schnell und zügig, aber auch durchdacht, da-
mit es längerfristig zu einer neuen Balance an dieser
Stelle kommt.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


Wir können beim Regelwerk tun, was wir wollen:
Wenn die handelnden Personen ihrer Verantwortung nicht
gerecht werden, dann kann ein solches Regelwerk nicht
funktionieren. An dieser Stelle spreche ich den Kollegen
Lafontaine – er hat vorhin unsere persönliche Verantwor-
tung angemahnt – persönlich an. Er ist Mitglied des KfW-
Verwaltungsrats. Wir hatten vor wenigen Wochen eine
lang anberaumte Sitzung. Er hat einen Wahlkampftermin
in Bayern für wichtiger gehalten als seine persönliche
Verantwortung als Mitglied des Verwaltungsrats der KfW.

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(C (D (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD – Steffen Kampeter [CDU/ CSU]: Pfui!)


as ist nicht Wahrnehmung von persönlicher Verantwor-
ung, sondern das ist Verweigerung.


(Wolfgang Zöller [CDU/CSU]: Da lacht er auch noch! Das ist ja zynisch, wenn er lacht! – Dr. Norbert Röttgen [CDU/CSU]: Erst die Partei, dann der Staat!)


in solches Verhalten brauchen wir nicht. Nehmen Sie
hre Verantwortung wahr, Herr Kollege!


(Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Da hat er nur den Lafontaine gemacht! – Norbert Barthle [CDU/CSU]: Der soll sich mal entscheiden!)


Wer glaubt, dass wir ein neues Regelwerk gegen die
SA entwerfen können, irrt nach meiner Einschätzung.
ir müssen überlegen, wie wir mit den USA dieses neue
egelwerk weltweit zur Geltung bringen, und dafür Vor-

chläge machen.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


ur dann können wir Erfolg haben. Dabei geht es auch
m die schon angesprochenen Schlupflöcher. Die kön-
en wir nur gemeinsam schließen.

Ich möchte schon jetzt ein Dankeschön sagen an die
aushalts- und Finanzpolitiker der Sozialdemokraten,
er Grünen, der FDP und meiner Fraktion, weil sie in
ieser Woche in einer ungeheuren Anstrengung versu-
hen werden, eines der größten Gesetzespakete seit lan-
em in kürzester Zeit sachgerecht zu beraten. Ich möchte
ier für meine Fraktion ausdrücklich versichern, dass
ir nicht schnell, schnell machen. Wir haben Zeitdruck,
ir sind in Eile, aber wir wollen auch eine sachgerechte
eratung.


(Beifall des Abg. Jürgen Koppelin [FDP])


ir sind heute in der ersten Lesung. Wir wollen in der
eratung lernen und das Gesetzeswerk in dieser Woche
och weiter optimieren. Das ist ausdrücklich ein Ange-
ot. Es gibt kein Basta nach dem Motto: Es liegt etwas
uf dem Tisch. Das muss durchgezogen und beschlossen
erden.


(Beifall bei der CDU/CSU, der SPD und der FDP)


Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich alle einladen
heute Morgen war man hier sehr stark vertreten; mitt-
erweile ist das ein bisschen weniger stark der Fall –,
ich rechtzeitig in die Beratungen einzuschalten.


(Jürgen Koppelin [FDP]: Vor allem Möllring oder wie der heißt, der aus Niedersachsen!)


ir stehen vor der größten Herausforderung der letzten
0 Jahre. Das Paket kann nur gemeinsam von Bund und
ändern getragen werden. Teilnehmen an der Beratung,
as heißt auch, Verantwortung wahrnehmen.


(Beifall bei der SPD)







(A) )



(B) )


Dr. Michael Meister
Deshalb bitte ich uns, aber auch die Kollegen in den
Ländern, der jeweiligen Verantwortung an dieser Stelle
gerecht zu werden.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


Wir reden jetzt viel über Wachstum und Wirtschafts-
entwicklung. Ich bin davon überzeugt – das möchte ich
festhalten –, dass die Wachstumszahlen, die wir jetzt be-
kommen haben, etwas mit den Rohstoffpreisen, mit den
Währungsmärkten und mit der Konjunkturentwicklung
weltweit zu tun haben; das haben auch die Sachverstän-
digen in ihrer Gemeinschaftsdiagnose gesagt. Wir sind
gerade bei dem Versuch, die Auswirkungen der Finanz-
marktkrise auf die Realwirtschaft zu begrenzen. Das ist
unser Anliegen. Wenn wir an diese Probleme herange-
hen, müssen wir das sachadäquat tun. Ich rate uns, ein
Stück weit Kurs zu halten.

Ich sehe keinen Grund, wegen des Finanzpakets, das
heute auf dem Tisch liegt, die Haushaltskonsolidierung
infrage zu stellen.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg. Dr. Rainer Wend [SPD])


Wir haben mit der Haushaltskonsolidierung die Voraus-
setzungen für die Handlungsfähigkeit geschaffen. Was
wir heute vorlegen, ist davon isoliert. Es findet zunächst
einmal nicht im Bundeshaushalt statt, sondern in einem
getrennt geführten Fonds unter Verwaltung der Bundes-
bank. Ich bin dankbar, dass die Bundesbank sich dieser
Aufgabe als sachkompetenter, vertrauenswürdiger Ver-
walter stellt. Warten wir bitte einmal ab, in welchem
Umfang wir am Ende tatsächlich gefordert werden! Wir
sollten nicht irgendwelche Gespenster an die Wand ma-
len.

Bei der Konsolidierung des Bundeshaushalts reden
wir nicht über Einmaleffekte – die können uns immer
wieder ereilen –, sondern wir reden über einen struktu-
rellen Ausgleich. Der strukturelle Ausgleich ist durch
das, was wir bisher diskutieren, nicht infrage gestellt.
Deshalb rate ich uns bezogen auf den strukturellen Haus-
haltsausgleich: Kurs halten, weiterführen und Linie hal-
ten. Auch das bildet das Vertrauen, das wir dringend
brauchen.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


Ein Zweites. Wenn wir etwas tun wollen, um die
Wirtschaft zu stabilisieren, dann sollten wir versuchen,
die strukturellen Verbesserungen, die wir vorhaben,
gemeinsam umzusetzen. Der Koalitionsgipfel vor gut ei-
ner Woche hat das richtige Signal gesetzt. Auf diesem
Gipfel wurden strukturelle Verbesserungen beschlossen.
Wir sollten nun konsequent daran arbeiten – ich bin
dankbar, dass sich das Bundeskabinett heute Morgen
zum Teil damit beschäftigt hat –, dass diese wie geplant
umgesetzt werden


(Fritz Kuhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Erbschaftsteuer!)


und damit ein Beitrag für die Stärkung des Vertrauens
geleistet wird und dafür, dass unsere Wirtschaft wieder
in Gang kommt.


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(C (D (Fritz Kuhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Es lebe die Erbschaftsteuerdiskussion bei euch!)


Bei dem Thema, das Sie ansprechen, lieber Herr Kuhn,
ersuchen wir unsere Zusage zu halten und zu ermögli-
hen, dass mittelständische Unternehmen leichter und
esser auf die nächste Generation übergehen können.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


ch sage Ihnen voraus, dass wir einen erfolgreichen Ab-
chluss tätigen werden. Wir werden mittelständischen
nternehmen eine bessere Perspektive für die Zukunft
ieten, als das gegenwärtig der Fall ist. Dazu bedarf es
iner großen Anstrengung, vor allem wenn man das Ur-
eil des Bundesverfassungsgerichts im Blick hat. Wir
tellen uns der Herausforderung und werden sie auch be-
ältigen.

Zum Abschluss möchte ich einen Appell aussprechen.
ir befassen uns derzeit mit einer schwierigen Materie.
omentan stehen in der öffentlichen Debatte einige

unkte im Vordergrund; aber in diesem Gesetz steckt
iel mehr. Ich rate dringend dazu, dass wir nicht öffent-
ich über Kleinigkeiten diskutieren, sondern uns in den
achausschüssen intensiv mit den Details befassen, um
u sachgerechten Lösungen zu kommen. In dieser Weise
ollen wir von der Union unsere Verantwortung wahr-
ehmen.

Ich freue mich, dass wir diese Debatte führen, und ich
offe, dass das Ziel, neues Vertrauen in den Märkten und
ei den Menschen zu schaffen, durch diese Debatte und
as zu verabschiedende Paket erreicht wird. Ich hoffe,
ass wir das Paket am Freitag erfolgreich beschließen
erden.

Vielen Dank.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618202100

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die

ebendigkeit der Debatten in unserem Parlament selbst-
erständlich auch durch Zwischenrufe gestärkt wird.
as Wort „pöbeln“, Herr Kollege Lafontaine, in Rich-

ung Redner eignet sich dafür allerdings nicht.


(Fritz Kuhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN], an Abg. Oskar Lafontaine [DIE LINKE] gewandt: Sie sind hier doch nicht im Saarland, oder?)


Jetzt erteile ich das Wort dem Kollegen Dr. Gerhard
chick.


Dr. Gerhard Schick (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618202200

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

as Bild der Feuerwehr, das Finanzminister Steinbrück
orhin gewählt hat, muss man genau betrachten. Es ist
ichtig, dass es auf den internationalen Finanzmärkten
rennt, und es ist auch richtig, diesen Brand sehr zügig
u löschen. Dazu soll dieses Rettungspaket einen Beitrag
eisten. Es stellt sich nicht die Frage, ob wir handeln sol-
en; vielmehr ist es richtig, zügig zu handeln.






(A) )


)

Dr. Gerhard Schick
Aber das Bild der Feuerwehr stößt an einer Stelle an
seine Grenzen. Wenn ein Ruf bei der Feuerwehr eingeht,
dann geht es rasch in den Wagen und mit Tatütata los.
Wir nehmen uns hingegen ganz bewusst die Zeit, zu
überlegen, wie die Rettung aussehen soll. Hierin besteht
der Unterschied zu einem Brandherd in einem Haus.
Diese Zeit müssen wir uns nehmen. Wir alle tragen dafür
Verantwortung.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Man muss überprüfen, wie gut diese Feuerwehr in
den letzten Monaten gearbeitet hat, bevor wir sie erneut
auf den Weg schicken. Hier stelle ich einen eindeutigen
Widerspruch zu der Aussage von Frau Merkel fest, dass
es keinen Sinn hat, zurückzublicken und über verpasste
Chancen zu diskutieren. Im Gegenteil: Wir müssen die
Fehler des bisherigen Krisenmanagements betrachten,
bevor die Feuerwehr erneut ausrückt. Da gibt es einiges
zu kritisieren.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Jürgen Koppelin [FDP])


Mein erster Punkt. Schauen wir uns an, wie bei Hypo
Real Estate gearbeitet wird und was das für die jetzt an-
stehenden Rettungsmaßnahmen bedeutet. Der Aktien-
kurs der Hypo Real Estate ist auf 3,52 Euro gefallen.
Zwischendurch stand er bei 7,50 Euro; jetzt steht er bei
6,10 Euro. Das heißt de facto, dass die Rettungsmaßnah-
men dieser Bundesregierung für die Aktionäre der Hypo
Real Estate zu einem Plus von ungefähr einer halben
Milliarde Euro geführt haben.

Dann ist die Frage der Gegenleistung nicht eine
Frage, die man mit dem Wort „Gebühr“ abtun kann. Wir
wollen dafür sorgen, dass bei einer Rettungsmaßnahme
nicht auf der einen Seite die Bürgerinnen und Bürger ste-
hen, die die Risiken eingehen und vielleicht Verluste tra-
gen müssen, und auf der anderen Seite eine halbe Mil-
liarde Euro einfach in die Taschen von Aktionären
gelangt, ohne dass eine Gegenleistung in entsprechender
Höhe eingefordert wird.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)


Der zweite Blick auf die Qualität dieser Feuerwehr:
15 Monate ist es her, seitdem die ersten Hedgefonds in
den USA gefallen sind. Dann stellt sich die Frage, was in
den vergangenen 15 Monaten passiert ist. Die erschre-
ckende Antwort lautet: viel zu wenig. An vielen Stellen
haben wir als Opposition in den Ausschüssen und hier
im Plenum darauf hingewiesen und haben immer wieder
gehört: Nein, bei uns ist alles in Ordnung.

Jetzt wollen Sie in aller Kürze die Finanzaufsicht
neu strukturieren und etwas überarbeiten. Die Kanzlerin
hat angekündigt, dies bis zum Jahresende tun zu wollen.
Finanzminister Steinbrück hat aber noch vor wenigen
Wochen die Auffassung vertreten, dass die BaFin nicht
ans Geschäftsmodell herangehen soll. Jetzt folgt plötz-
lich der Umschwenk. Ich frage Sie: Was haben Sie ei-
gentlich in den vergangenen 15 Monaten gemacht?


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)


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(C (D Genauso verhält es sich bei der Koordination auf euopäischer Ebene. Im Ausschuss haben wir gefragt, wesalb das nicht sinnvoll europäisch koordiniert wird. Es önnten doch auch Banken, die grenzüberschreitend täig sind, wackeln. Darauf gab es keine Antwort. Jetzt muss in wenigen Tagen ein europäischer Krienmechanismus etabliert werden. Ich frage mich: Was aben Sie in den vergangenen 15 Monaten getan? Warum üssen wir heute in großer Eile etwas durchpeitschen, nd warum müssen sich die europäischen Regierungen anz schnell zusammenfinden? Zeit zur Vorbereitung ar gegeben. Es ist nicht so, dass wir etwas völlig Neues aben. Herr Meister, Sie haben so getan, als gebe es keine orbilder. Man hat aber in Japan und in Schweden einige orbilder gehabt. Man weiß, wie gefährlich Bankenkrien sind und dass ein effektives Krisenmanagement erorderlich ist. Sie haben das 15 Monate lang nicht vorbeeitet. Das ist die Qualität der Feuerwehr, mit der wir es ier zu tun haben. Vor diesem Hintergrund ist die Position von ündnis 90/Die Grünen ganz klar. Einer Feuerwehr, die n den vergangenen 15 Monaten so schlecht gearbeitet at, können wir keinen Blankoscheck ausstellen. Sonern dann fragen wir genau: Was ist der Auftrag? Wie ieht die Gegenleistung für die Bürgerinnen und Bürger us? Wie kann aus dem Parlament heraus kontrolliert erden, dass die Rettungsmaßnahmen für die nächsten 5 Monate wirklich gut sind und die Gegenleistungen timmen? Das ist unsere Position. Danke schön. Für die SPD-Fraktion spricht jetzt Frau Kollegin Nina auer. Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! ir wissen, dass viele Menschen, die uns heute zuhören nd die uns Abgeordneten schreiben, sich fragen: Wesalb helfen sie den Banken? Wenn ich mich nicht an die egeln halte, dann gibt mir niemand Geld, dann hilft mir uch niemand. Wir wollen in dieser Debatte deutlich machen, dass ir das natürlich verstehen können, dass es aber nicht arum geht, den Banken und schon gar nicht den Banern zu helfen oder sie „herauszuhauen“ aus der Situaion, die sie zu verantworten haben. Vielmehr geht es uns arum, das Geld der Bürgerinnen und Bürger zu sichern. Die Notgroschen, die Altersvorsorge und das, was zuückgelegt worden ist, das wollen wir sichern. Außerem wollen wir sichern, dass die Wirtschaft – die kleien, aber auch die großen Unternehmen – weiterhin an Nina Hauer Kapital herankommt, dass sie Kredite bekommt. Das gilt natürlich auch für die Privatleute. Die Finanzwirtschaft ist der Blutkreislauf unserer Wirtschaft. Deswegen unternehmen wir diese Anstrengungen. Wir tun das nicht ohne Gegenleistung von denjenigen, die diese Katastrophe zu verantworten haben. Wer eine Bürgschaft vom Staat in Anspruch nimmt, der muss dafür auch eine Gebühr bezahlen, wie es bei normalen Bankkunden auch der Fall ist, (Dr. Axel Troost [DIE LINKE]: Was ist das? 5,20 Euro? Oder was?)


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618202300
Nina Hauer (SPD):
Rede ID: ID1618202400

(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)


(B)





(A) )


(B) )


der muss sich auch an die getroffenen Vereinbarungen
halten, wenn er diese Bürgschaft annehmen will. Wer
schwierige Vermögenswerte in seiner Bilanz hält und
diese an den Staat verkaufen bzw. abgeben will, der
muss auch sicherstellen und sagen, dass er diese zurück-
nimmt; denn der Wert der Papiere, die jetzt wertlos sind,
wird sich in den nächsten Monaten wieder verändern.

Wer vom Staat Eigenkapital erhält und damit seine
Basis stärkt, der muss akzeptieren, dass er nicht mehr so
weiterwirtschaften kann wie vorher. Der Vorstand, der
Geld vom Staat in Anspruch nehmen will, weil er sonst
die Liquidität nicht mehr gewährleisten könnte, muss
sich an bestimmte Regeln halten. Bei Nichtbeachtung
wird er zur Rechenschaft gezogen. Auch gegenüber sei-
nen Aktionären muss er Rechenschaft ablegen.


(Beifall des Abg. Joachim Poß [SPD])


Wir haben konkrete Punkte in das Gesetz hineinge-
schrieben: Die Gehälter von denjenigen, die sich ent-
schieden haben, Hilfe in Anspruch zu nehmen, werden
begrenzt. Die sehr ausufernden Bonuszahlungen werden
beendet. Es gibt keine Dividendenausschüttung – übri-
gens auch nicht für die anderen Eigentümer.

Auch dieser Punkt, der einen Eingriff ins Aktienrecht
darstellt, ist wichtig: Die Vereinbarung, die der Vorstand
trifft, kann von der Hauptversammlung nicht ohne Wei-
teres außer Kraft gesetzt werden. Das heißt, die Anteils-
eigner der betreffenden Banken werden sich also Gedan-
ken machen müssen, wie sie in Zukunft besser
kontrollieren und besser nachvollziehen können, womit
eigentlich das Geld verdient wird.

Natürlich muss gegenüber dem Fonds Rechenschaft
hinsichtlich der Ausrichtung der Geschäftspolitik abge-
legt werden. Es geht also auch um die Frage, wie Kredite
vergeben werden. Wir wollen darauf achten, dass der
Vorstand sicherstellt, dass die Unternehmen weiterhin
Kredite bekommen. An dieser Stelle mischt sich der
Staat ein. Ich habe mit Interesse die Stellungnahme des
Bundesverbandes deutscher Banken zu diesem Gesetz
gelesen, in der es heißt, dies gehe zu weit, der Staat dürfe
sich nicht in die Geschäftstätigkeit der Banken einmi-
schen. Wir sagen: Ihr hattet eure Chance. Jetzt werden
wir uns einmischen. Wer Geld vom Staat bekommt,
muss darlegen, wofür er seine Kredite vergibt.

Ich bin dafür, dass in diese Vereinbarung aufgenom-
men wird, dass ein Teil der risikobehafteten Kredite und
Verbriefungen im Portfolio behalten wird.

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(C (D ch glaube, dass diejenigen, die beispielsweise noch 0 Prozent Anteil an solchen Krediten und Verbriefunen halten, ein ganz anderes Verantwortungsgefühl entickeln. Diesen Punkt wollen wir in die Vereinbarung ufnehmen. Damit stellen wir sicher, dass wir die Enticklung in eine andere Richtung drehen können. Natürlich sind wir damit noch nicht am Ende. In den etzten Jahren haben wir im Parlament viele Regulierunen beschlossen, die den Finanzmarkt betreffen. Das eiste davon kann sich wirklich sehen lassen. Es ging ämlich nicht nur darum, klarere Regeln aufzustellen nd deren Einhaltung zu kontrollieren, sondern es ging uch um den Anlegerschutz, für den wir viel getan haen. Wir haben dafür gesorgt, dass die Leute erklärt beommen, was der Unterschied zwischen einem Investentfonds und einem Zertifikat ist. Es ist sichergestellt, ass sich die Menschen auf diese Gespräche berufen önnen. All das haben wir umgesetzt. Natürlich ist dieser Weg noch nicht zu Ende. Wir sind eiterhin gefragt, wenn es darum geht, diese Regeln urchzusetzen. Wie man auf die Fragen „Wo kann nachefragt werden? Wie gefährlich und wie risikobehaftet st ein bestimmtes Finanzprodukt?“ reagieren soll, kann an ruhig noch einmal zum Gegenstand der politischen rörterung machen. Bei jedem Medikament kann man achlesen, welche Risiken und Nebenwirkungen es hat. arum sollte man dies nicht bei einem Finanzprodukt un können, und das in einer Sprache, die die Leute auch erstehen können? Diese Konsequenzen müssen wir zieen. Steueroasen, die bewirkt haben, dass manches Finanzrodukt nicht wegen seiner finanztechnischen Wirkung, ondern wegen seiner steuerlichen Wirkung interessant eworden ist, gehören ebenfalls zu diesem Themenkomlex. Wir haben hier noch einige Aufgaben vor uns. Ich glaube, dass wir mit dem, was wir jetzt vereinbart aben, richtig handeln; denn damit stellen wir sicher, ass unsere Wirtschaft – Realwirtschaft und Finanzwirtchaft können nicht getrennt werden; sie bilden eine Eineit – unter dieser Krise nicht leidet, und vor allen Dinen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger keine Sorge m ihr gespartes Geld machen müssen. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


(Beifall bei der SPD)



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618202500

Der Kollege Rainer Wend hat jetzt das Wort für die

PD-Fraktion.


Dr. Rainer Wend (SPD):
Rede ID: ID1618202600

Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und

erren! Sicher verwundert es Sie nicht, dass ich mich als
irtschaftspolitiker vor allen Dingen frage, welche Aus-
irkungen die Finanzkrise eigentlich auf die sogenannte
ealwirtschaft hat, also auf den Maschinenbau, auf die
utomobilindustrie, auf die chemische Industrie und die






(A) )



(B) )


Dr. Rainer Wend
Elektroindustrie, um nur einige Bereiche zu nennen. Es
kann kein Zweifel daran bestehen, dass es solche Aus-
wirkungen geben wird. Wir können sie heute nicht quan-
tifizieren. Das kann niemand. Wir müssen aber befürch-
ten, dass diese Finanzkrise ein Stück weit auf die
Realwirtschaft überspringt und damit das, was wir in den
letzten Monaten so prima hinbekommen haben, nämlich
einen Aufbau der Erwerbstätigkeit, in Mitleidenschaft
gezogen wird.

Ich möchte mich einem Bereich der Realwirtschaft
insbesondere zuwenden, dem deutschen Mittelstand.
Ich habe zwar weiß Gott nichts gegen die Großindustrie;
aber im deutschen Mittelstand entstehen die Arbeits-
plätze und die Ausbildungsplätze. Auch dieser Mittel-
stand droht ein Stück weit in Mitleidenschaft gezogen zu
werden, wenngleich er extrem stabil ist. Aber wenn die
Herbstferien – um es am Beispiel der Firma Opel festzu-
machen – um eine Woche verlängert werden, wenn also
die Bänder außerplanmäßig stillstehen, hat das natürlich
Auswirkungen auf die Zulieferindustrie. Die Zuliefer-
industrie besteht im Wesentlichen aus kleinen und mitt-
leren Unternehmen. Das ist der klassische Mittelstand,
und der bekommt die Folgen zu spüren.

Wir müssen uns also verantwortlich fragen: Was kön-
nen wir tun, um unseren Mittelstand in dieser Situation
zu stützen?

Punkt eins. Das Paket von insgesamt 500 Milliarden
Euro, das auf den Weg geschickt wurde, ist richtig, weil
es Liquidität und den Interbankenverkehr sichert und
weil es verhindert, dass für den Mittelstand eine Kredit-
klemme eintritt.

Wir haben aber auch noch andere Dinge gemacht, die
zwar zurzeit wenig Beachtung finden, die ich aber für
wichtig halte. Das eine ist die Lockerung des Insolvenz-
rechtes. Wir haben es vor knapp zehn Jahren verschärft
und sind jetzt dabei, zu sagen, dass in Zukunft nicht je-
des Unternehmen – beispielsweise jeder Handwerkerbe-
trieb –, das kurzfristig in Liquiditätsproblemen ist, aber
mittelfristig eine gute Prognose hat, sofort einen Kon-
kurs- bzw. Insolvenzantrag stellen muss. Ich glaube,
dass das eine richtige Antwort auf unsere Krisensituation
ist. Ich möchte dem Kollegen Fricke ausdrücklich recht
geben: Wir sollten uns fragen, ob wir die Lockerung des
Insolvenzrechtes nicht zeitlich befristen, weil das, was
wir vor acht Jahren gemacht haben, grundsätzlich und
ordnungspolitisch nicht völlig falsch war. Aber in dieser
Krise ist es richtig, eine Lockerung – sehr gerne zeitlich
begrenzt – vorzunehmen.

Punkt zwei. Ich glaube, dass es nicht wirklich hilft,
heute ein großes Konjunkturprogramm zu fordern, das
im Wesentlichen kurzfristige Strohfeuereffekte hätte –
wenn überhaupt. Aber wir müssen versuchen, die Inves-
titionen, die wir als Staat machen, zu verstetigen. Dazu
gehört beispielsweise, dass wir auch in Zukunft das so-
genannte ERP-Sondervermögen für den Mittelstand nut-
zen können. Was heißt das? Wir wollen etwa 368 Mil-
lionen Euro – dies sind zurzeit die Möglichkeiten im
Rahmen des ERP-Sondervermögens – für die Förderung
von Existenzgründungen, für die CO2-Gebäudesanie-
rung und Ähnliches ausgeben. Das schafft ein Gesamt-

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(C (D olumen an Investitionen von etwa 4 Milliarden Euro denn das zieht ja viele Dinge nach sich – vor allen Din en für kleine und mittlere Unternehmen. Dieses ERPondervermögen ist ein Stück weit durch die – ich foruliere es einmal vornehm – Fehlbuchung der KfW an ehman Brothers, aber auch durch die IKB-Problematik n Mitleidenschaft gezogen worden. In diesem Jahr weren 148 Millionen Euro fehlen. Wir müssen dafür Sorge ragen, dass das ERP-Vermögen im Interesse des Mitteltandes und der Investitionen bei uns im Land ungechmälert aufrechterhalten wird. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Meine Damen und Herren, es ist mehrfach gesagt
orden: Unsere Marktwirtschaft ist in einer Legitima-

ionskrise. Wir sollten das ruhig so nennen. Wie wollen
ir es den Menschen denn auch verständlich machen,
ass wir seit Mitte der 90er-Jahre eine Reallohnstagna-
ion hatten – mit Ausnahme des letzten Jahres; da ist der
eallohn nach oben gegangen –, in derselben Zeit aber

m Finanzsektor die Managergehälter explodiert sind
nd dass nun ausgerechnet diejenigen, deren Gehälter
xplodiert sind, verantwortlich für eine Krise sind, deren
ösung wieder von denen, nämlich vom Steuerzahler,
ezahlt wird, die in den letzten zehn Jahren eine Real-
ohnstagnation hatten? Wem will man denn erklären,
ass ein solches System vernünftig ist? Das kann man
einem Menschen erklären.


(Beifall bei der SPD sowie des Abg. Dr. Ilja Seifert [DIE LINKE])


Deswegen müssen wir aufpassen, dass daraus keine
egitimationskrise unserer Demokratie wird. Das wird
ns nur gelingen, wenn wir neben den richtigen Maß-
ahmen zur Krisenbekämpfung Maßnahmen zur Regu-
ierung der internationalen Finanzmärkte einleiten. So,
ie es in der Vergangenheit war, kann es nicht bleiben.

Ich glaube, wir haben in dieser Krise die Chance – das
oll nicht zynisch klingen, sondern ist sehr ernst gemeint –,
ie Proportionen in unserer Gesellschaft wieder zurecht-
urücken;


(Beifall bei der SPD)


enn so wie der Staatssozialismus, der glaubte, alle
taatlich reglementieren und lenken zu können, bereits
or 20 Jahren gescheitert ist, so ist heute die völlig freie
arktwirtschaft gescheitert, die geglaubt hat, auf jegli-

he Regeln und staatliche Kontrolle verzichten zu kön-
en. Setzen wir deshalb darauf, durch enge internatio-
ale Kooperation die Globalisierung zu gestalten; lassen
ir uns nicht von ihr gestalten. Setzen wir auf die Fin-
igkeit und Kreativität der Marktwirtschaft, wenn es da-
um geht, die klaren Regularien der demokratischen
taaten zu ergänzen. Das wäre eine Renaissance der so-
ialen Marktwirtschaft, die Wohlstand schaffen kann,
nd würde unsere Demokratie deutlich stärken.

Vielen Dank.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)







(A) )



(B) )


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618202700

Damit schließe ich die Aussprache.

Es wird interfraktionell vorgeschlagen, den Gesetz-
entwurf auf Drucksache 16/10600 zur federführenden
Beratung an den Haushaltsausschuss und zur Mitbera-
tung an den Rechtsausschuss, den Finanzausschuss so-
wie den Ausschuss für Wirtschaft und Technologie zu
überweisen. – Dazu gibt es offensichtlich keine weiteren
Vorschläge. Dann ist die Überweisung so beschlossen.

Ich unterbreche die Sitzung bis zur Befragung der
Bundesregierung um 13 Uhr. Ihnen wird durch Klingel-
signal rechtzeitig der Wiederbeginn der Sitzung ange-
kündigt.

Vielen Dank.


(Unterbrechung von 12.01 bis 13.01Uhr)



Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618202800

Liebe Kolleginnen und Kollegen, die unterbrochene

Sitzung ist wieder eröffnet.

Ich rufe den Tagesordnungspunkt 1 auf:

Befragung der Bundesregierung

Die Bundesregierung hat als Thema der heutigen Ka-
binettssitzung mitgeteilt: Entwurf eines Gesetzes zur
Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitsförderung
und Entwurf einer Verordnung über die Erhebung von
Beiträgen zur Arbeitsförderung nach einem niedrigeren
Beitragssatz.

Das Wort für den einleitenden fünfminütigen Bericht
hat der Bundesminister für Arbeit und Soziales Olaf
Scholz. Bitte schön.

Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Sozia-
les:

Die Bundesregierung hat heute ein Gesetz auf den
Weg gebracht, mit dem der Beitragssatz zur Arbeitslo-
senversicherung auf 3,0 Prozent gesenkt wird, und paral-
lel dazu eine Verordnung beschlossen, die bis zum
Sommer des übernächsten Jahres zu einer weiteren Ab-
senkung des Beitragssatzes auf 2,8 Prozent führt. Das ist
ein wichtiger Schritt, der dazu beitragen soll, die Kon-
junktur in unserem Lande zu stützen. Im Übrigen darf
ich darauf hinweisen, dass es durch die Reformpolitik
der letzten Jahre gelungen ist, eine so gute Entwicklung
auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren, dass die Beitrags-
einnahmen der Bundesagentur für Arbeit in der Vergan-
genheit ausreichen, um jetzt eine solche drastische Ab-
senkung des Beitragssatzes zu rechtfertigen und damit in
einer vielleicht schwieriger gewordenen Phase die Kon-
junktur zu stützen.

Ich will noch einmal in Erinnerung rufen: Der Bei-
tragssatz wurde zunächst von 6,5 Prozent auf 4,2 Pro-
zent gesenkt, dann von 4,2 Prozent auf 3,3 Prozent und
jetzt von 3,3 Prozent auf 3,0 Prozent. Das ist im Übrigen
der strukturell vernünftige Beitragssatz angesichts der
Höhe der heutigen Arbeitslosigkeit. Wenn wir sicherstel-
len können, dass wir nicht mehr Arbeitslose als heute be-
kommen, können wir ihn langfristig so halten und damit

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(C (D ie Aufwendungen der Arbeitsförderung finanzieren und ie damit verbundenen Tätigkeiten organisieren. Unser hrgeiz muss sein, das zu schaffen. Wir haben deshalb parallel dazu dafür gesorgt, dass ie Zahl derjenigen, die sich um die Vermittlung kümern, weiter ausgebaut wird. Für den Bereich des rbeitslosengeldes II wird es zu einem deutlichen Aufuchs kommen, sodass eine vernünftige Relation zwi chen Vermittlern und Arbeitssuchenden entsteht und die hance, dass jemand einen Arbeitsplatz findet, weil er ut unterstützt wird, gesteigert wird. Das, was wir hier tun, führt dazu, dass die Bürgerinen und Bürger um fast 30 Milliarden Euro im Jahr entastet werden gemessen an dem Beitragssatz, von dem us wir gestartet sind und von dem aus es uns gelungen st, die Beiträge zu senken. Danke schön. Das waren weniger als fünf Minuten; as wollen wir nicht kritisieren. Kollege Niebel hat die Gelegenheit zu einer ersten achfrage. Herr Präsident, ich war überrascht, weil ich dachte, ie Bundesregierung hätte noch so viel mehr zu dem hema zu sagen. Hier wurde angekündigt, in der Regierungsbefragung ehe es um den Entwurf eines Gesetzes zur Senkung des eitragssatzes zur Arbeitsförderung. Da wir, wie Kol ege Kolb im zuständigen Fachausschuss festgestellt hat, einen Beitragssatz zur Arbeitsförderung leisten, sonern nur zur Arbeitslosenversicherung, interpretieren ir die Überschrift dieser Befragung der Bundesregie ung so, dass Sie durchaus akzeptieren und unterschreien, dass durch die Beitragssatzsenkungen Arbeitsplätze esichert werden, sie also faktisch Arbeitsförderung ind. Nun lautet der Vorschlag der Bundesregierung, die bsenkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrages auf ,8 Prozent nur bis nach der Bundestagswahl zu befrisen. Stimmen Sie mir zu, dass Beitragssenkungen areitsfördernd wirken? Wenn Sie mir zustimmen, können ie dann bestätigen, dass die Anhebung der Beiträge zur esetzlichen Krankenversicherung nicht befristet ist, ass also auch nach der Bundestagswahl weiter erhöhte eiträge erhoben werden? Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Soziaes: Zunächst einmal, Herr Kollege, ist es richtig, dass ein u hoher Beitragssatz zur Sozialversicherung schlechte uswirkungen auf die Beschäftigungslage in unserem and hat. Deshalb gehört es zum Stolz der Regierungen er letzten zehn Jahre, seit 1998 für eine weitgehende tabilität der Beiträge gesorgt zu haben. Bundesminister Olaf Scholz Sie erinnern sich noch an die Zeit der Mitregierungsverantwortung der FDP. Vom Anfang der 80er-Jahre bis 1998 ist der Beitragssatz von 32 Prozent auf etwa 42 Prozent gestiegen. Dies war ein schlimmer Fehler, der nach 1998 sorgfältig korrigiert werden musste. Seitdem haben wir es geschafft, den paritätischen Beitragssatz zu drücken und bei unter 40 Prozent zu stabilisieren. Das gelingt auch jetzt, weil wir die Entscheidung, über die wir hier reden, parallel zu der wegen der gestiegenen Gesundheitskosten unvermeidbaren Anhebung der Beiträge im Bereich der Krankenversicherung getroffen haben. Diese Anhebung ist im Übrigen auch deshalb zustande gekommen, weil den vielen Wünschen der FDP nach einer besseren finanziellen Ausstattung der Ärzte nachgegeben worden ist. Sie waren zwar nicht die Einzigen, die dies gefordert haben, aber Sie waren ganz laut. Insofern sollten Sie sich jetzt nicht leise verdrücken, wenn das, was Sie gefordert haben, bezahlt werden muss. (Stefan Müller [Erlangen] [CDU/CSU]: Sehr richtig!)


(Dirk Niebel [FDP]: War es das schon?)

Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618202900
Dr. h.c. Dirk Niebel (FDP):
Rede ID: ID1618203000




(A) )


(B) )


Wir haben darüber hinaus dazu beigetragen, dass die
Ausstattung der Krankenhäuser und des Pflegebereichs
insgesamt verbessert wird. Das führt übrigens dazu, dass
unmittelbar auf einem der Wachstumsmärkte unseres Lan-
des, nämlich in der Gesundheitswirtschaft, Arbeitsplätze
entstehen. Deshalb ist es vielleicht eine vernünftige Kom-
bination, dort das, was für unser Zusammenleben not-
wendig ist, zu bezahlen und dort, wo wir Rücklagen ha-
ben, einen Beitragssatz zu wagen, der unter dem liegt,
welchen wir für die laufenden Ausgaben brauchen. Wie
gesagt: Rücklagen bei der Bundesagentur für Arbeit ma-
chen keinen Sinn, wenn wir langfristig auch anders klar-
kommen können.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618203100

Kollege Niebel, bitte.


Dr. h.c. Dirk Niebel (FDP):
Rede ID: ID1618203200

Da der Minister die Antwort auf meine Frage schön

umgangen hat, möchte ich eine Nachfrage stellen. Sie
wissen ja, dass die FDP seit über einem Jahr eine Bei-
tragssatzsenkung auf 3 Prozent bei der Arbeitslosenversi-
cherung fordert und seit gut einem halben Jahr aufgrund
der guten finanziellen Entwicklungen und natürlich auch
wegen der sinkenden Arbeitslosigkeit die 2,8 Prozent als
Zielmarke präferiert.

Nun geht es mir noch einmal um die Frage der Befris-
tung. Sie haben zwar verklausuliert, aber mir doch insge-
heim zugestimmt, dass eine Senkung der Beiträge ar-
beitsplatzfördernd und -sichernd ist.

Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Sozia-
les:

Nicht verklausuliert, sondern laut und deutlich.


Dr. h.c. Dirk Niebel (FDP):
Rede ID: ID1618203300
.
Dann nehme ich das laut und deutlich zur Kenntnis.

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(C (D Da Sie dem zustimmen, werden Sie mir auch dahin ehend zustimmen – ich frage Sie, ob das so ist –, dass ine dauerhafte Beitragssenkung eine dauerhafte Plaungssicherheit für die handelnden Akteure am Arbeitsarkt darstellt. Damit meine ich sowohl die Arbeitgeber, ie die Beiträge als Kostenfaktor zu realisieren haben, ls auch die Arbeitnehmer, die gerade in einem sich entickelnden wirtschaftlichen Abschwung natürlich mehr eld für Konsum übrig behalten. Dies vollzieht sich war nur im kleinen Rahmen, aber aufgrund einer Beiragssenkung bleibt mehr Netto vom Brutto übrig. Wäre es dann Ihrer Ansicht nach arbeitsmarktpoliisch klüger und sinnvoller, den Beitrag dauerhaft auf as jetzt Mögliche von 2,8 Prozent zu senken in der offnung, dass die daraus resultierenden positiven Ef ekte zu einer Verstetigung der guten Arbeitsmarktsituaion, zu mehr Einnahmen und weniger Ausgaben und soit zu einer langfristigen Haltemöglichkeit dieses eitragssatzes führen, statt von vornherein kleingeistig orge zu haben, dass man womöglich wieder erhöhen uss? Der Termin ist doch nach der Bundestagswahl. a kann man ruhig einmal mutig sein. Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Soziaes: Herr Abgeordneter, es gehört zur Großgeistigkeit des anzen, dass man die Zusammenhänge richtig darstellt. ie möchten gerne einen strukturellen Beitragssatz von ,8 Prozent, und zwar unabhängig davon, wie viele Einahmen und wie viele Ausgaben anfallen. Dann müssten ie hier gleichzeitig laut fordern, dass die Aufwendunen der Bundesagentur für Arbeit notfalls in einer Miliarden-Größenordnung aus dem Bundeshaushalt bezahlt erden, und dies müssten Sie als FDP-Programm veründen. Da Sie das nicht tun, ist der Satz, den Sie sagen, innlos. Denn ohne diese zusätzliche Bemerkung macht hre Erkenntnis keinen Sinn. Wir glauben, dass es vernünftiger ist, über die struktuell richtige Höhe des Beitrages nachzudenken. Dabei aben wir uns durchaus mutig an den Erfolgen der Areitsmarktpolitik, die wir jetzt verzeichnen können, und er Tatsache orientiert, dass wir nun über 3 Millionen rbeitslose und deutlich weniger als 1 Million Arbeits osengeld-I-Bezieher – ich drücke es einmal so untechisch aus – haben. Diese Aufwendungen können wir bei inem Beitragssatz von 3,0 Prozent bezahlen. Da es keien Sinn hat, Rücklagen nur hübsch anzuschauen, wolen wir die Rücklagen, die wir haben, jetzt verwenden; urch die aktuelle Lage sind wir hierin bestätigt worden. ir wollen das Geld den Bürgerinnen und Bürgern zur erfügung stellen. Die Beitragsbelastung soll geringer usfallen, als es zur Finanzierung der laufenden Ausgaen nötig wäre. Momentan geben wir nämlich laufend ehr Geld aus, als wir durch Beitragszahlungen einnehen. Das ist vertretbar, weil wir Rücklagen in Höhe von 5 Milliarden Euro haben. Es ist aber nicht sinnvoll – das möchte ich auf Ihre rage antworten –, von einem Beitragssatz auszugehen, er strukturell und langfristig so niedrig ist, dass die Einahmen nicht ausreichen. Deshalb stellt unser Vorschlag Bundesminister Olaf Scholz eine hochintelligente, moderne und liberale Kombination dar. Wir setzen einen Beitragssatz fest, der strukturell richtig ist und den wir über die Verordnung des Bundesarbeitsministers in der Hand haben. Sie haben eine letzte Nachfrage, Kollege Niebel. Ich weiß, dass ich noch eine letzte Nachfrage habe. Herr Minister, wenn ich Sie sinngemäß richtig zitiere, sagen Sie nicht allzu selten: Man muss jetzt das Richtige tun. Hier stimme ich Ihnen natürlich zu; ich glaube, das würde das gesamte Hohe Haus tun. Das gilt übrigens für alle politischen Felder, über die man diskutieren kann. Ich stimme Ihnen auch zu, dass es sich bei den Rücklagen der Bundesagentur natürlich um Geld handelt, das den Beitragszahlern, den Arbeitnehmern und den Arbeitgebern, zu viel abgenommen worden ist. Man muss es ihnen zurückgeben, um auf der einen Seite Arbeit billiger zu machen und um auf der anderen Seite, auf der Arbeitnehmerseite, den Konsum durch mehr Netto vom Brutto zu stärken. Da Sie allerdings beklagen, dass das Geld dann womöglich nicht für die Ausgaben reichen würde, frage ich Sie: Wie wäre es, wenn man einmal die Ausgaben überprüfen würde? Ich weiß, dass wir morgen, ausgehend von einem FDP-Antrag, eine Debatte zur Modernisierung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente führen werden. Sie und ich wissen – das gilt wahrscheinlich auch für den Rest des Hohen Hauses –, dass in den Schubladen Ihres Ministeriums seit weit mehr als einem Jahr ein Evaluierungsbericht der Bundesregierung – nicht etwa der bösen Opposition – über die Effizienz arbeitsmarktpolitischer Instrumente liegt, dessen Ergebnisse vernichtend sind. In diesem Bericht werden gerade einmal neun von 80 arbeitsmarktpolitischen Instrumenten als irgendwie sinnvoll und zielgerichtet beschrieben; ansonsten wird das Geld anderer Leute, nämlich der Beitragszahler, offenkundig uneffizient ausgegeben. Wie wäre es, wenn wir nach drei Jahren dieser Regierung, der sogenannten Großen Koalition, endlich einmal die Ausgabenseite der Bundesagentur betrachten würden, um sie so zu gestalten, dass Geld nur noch ganz gezielt für integrative Prozesse ausgegeben wird und nicht für irgendetwas, was ideologisch vielleicht wünschenswert wäre? Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Soziales: Dies ist ein guter Tag, denn der FDP-Politiker Niebel lobt die Bundesregierung häufiger. In diesem Fall danke ich ihm dafür. Wir sind Ihrer Anregung – nicht nur Ihrer Anregung, sondern auch der vieler anderer, übrigens auch unserer eigenen – gefolgt und haben die Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente i w b z s f 1 b d i w s o D m m m H s A b D d m m S g s p f s n e v s n z T a r (C (D m Kabinett beschlossen. Ein entsprechender Gesetzenturf wird auf den Weg gebracht. Die Zielsetzung der Koalition ist, die Reform der areitsmarktpolitischen Instrumente noch in diesem Jahr u beschließen. Dabei werden einige Instrumente abgechafft, die sich unseren Evaluationserkenntnissen zuolge als nicht sinnvoll erwiesen haben oder in nur 80, 00 oder 300 Fällen überhaupt angewandt wurden. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir in der Areitsmarktpolitik einen Instrumentenkatalog benötigen, en der einzelne Vermittler und die einzelne Vermittlerin m Gespräch mit den Arbeitssuchenden selbstständig anenden kann, ohne in einem Handbuch blättern zu müs en. Es kann auch nicht angehen, dass sich jeder Abgerdnete nach einer längeren Mitgliedschaft im eutschen Bundestag und nach mehrjährigem Engageent in der Sozialpolitik mit seinem eigenen arbeitsarktpolitischen Instrument im Gesetz verewigt. Vielehr brauchen wir eine überschaubare und flexible andlungsstruktur. Diese werden wir mit diesem Gesetz chaffen. Was Ihre Grundvermutung angeht, dass Geld, das für rbeitslose ausgegeben wird, immer schlecht ausgegeenes Geld ist, bin ich mit Ihnen nicht einer Meinung. as ist allerdings eine grundsätzliche Haltung der FDP, ie sehr häufig zum Ausdruck kommt, wenn Sie sagen, an müsse sparen. Uneleganterweise sagen Sie nicht, an müsse bei den Arbeitslosen sparen, sondern beim cholz. Dabei meinen Sie aber nicht mein Weihnachtseld, (Dirk Niebel [FDP]: Nein! Ihren Staatssekretär zum Beispiel! – Peter Weiß [Emmendingen] [CDU/CSU]: Was? Der Minister kriegt Weihnachtsgeld?)





(A) )


(B) )

Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618203400
Dr. h.c. Dirk Niebel (FDP):
Rede ID: ID1618203500

(Heiterkeit bei Abgeordneten der FDP)


(Heiterkeit bei der CDU/CSU)


ondern Sie meinen, dass wir die aktive Arbeitsmarkt-
olitik, die wir für diejenigen machen, die keine Arbeit
inden und in deren Rahmen wir unter Verwendung be-
timmter Instrumente dazu beitragen wollen, dass sie ei-
en Arbeitsplatz bekommen, einstellen sollten. Das ist
ine falsche Herangehensweise. Eine solche Haltung ist
on Missgunst gegenüber denjenigen, die ohne Arbeit
ind, geprägt. Herr Niebel, diese Missgunst teilen wir
icht.


(Dirk Niebel [FDP]: Ich denke, Sie wollen das Richtige machen, Herr Scholz!)



Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618203600

Frau Kollegin Pothmer, Sie haben jetzt Gelegenheit,

u fragen.


(Dr. Ralf Brauksiepe [CDU/CSU]: Sie müssen den richtigen Knopf drücken!)



Brigitte Pothmer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618203700

Herr Brauksiepe, Sie geben mir immer sehr hilfreiche

ipps; dafür möchte ich mich in diesem Hohen Hause
usdrücklich bedanken.

Herr Minister, die Bundesagentur für Arbeit hat be-
echnet, dass die Senkung des Beitragssatzes zur Ar-






(A) )



(B) )


Brigitte Pothmer
beitslosenversicherung auf 2,8 Prozent für das operative
Geschäft ein Minus in Höhe von 5 Milliarden Euro zur
Folge hätte.

Diese Berechnungen fußen noch auf Wachstumser-
wartungen von 1,2 Prozent. Ich glaube, wir alle wissen,
dass das illusorisch ist. Die wirtschaftswissenschaftli-
chen Forschungsinstitute haben mitgeteilt, dass wir mit
einer Wachstumsrate von 0,2 Prozent bis 0 Prozent zu
rechnen haben. Das bedeutet weniger Einnahmen und
eine höhere Arbeitslosigkeit, also auch mehr Ausgaben.
Können Sie mir sagen, welche Wachstumserwartung bei
dieser Absenkung auf 2,8 Prozent, die bis zum Sommer
des übernächsten Jahres gelten sollen, zur Grundlage ge-
macht wurde?

Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Sozia-
les:

Ich will noch einmal sagen: Die Bundesagentur für
Arbeit hat aufgrund der guten Entwicklung des Arbeits-
marktes – infolge der Arbeitsmarktpolitik der Regierun-
gen bis zur letzten Legislaturperiode, die wir gemeinsam
getragen haben, und der jetzigen Regierung – Rücklagen
aufgebaut; denn es ist uns gelungen, eine Belebung auf
dem Arbeitsmarkt zu erreichen, die dazu geführt hat,
dass jetzt weniger Bürgerinnen und Bürger arbeitslos
sind. Deshalb kommen wir mit den Einnahmen besser
als in der Vergangenheit hin, sodass wir den Beitragssatz
mehrfach senken konnten.

Wir haben uns jetzt überlegt, wie wir strukturell vor-
gehen. Dabei sind wir immer von den gleichen Zahlen
wie die Bundesagentur für Arbeit ausgegangen, weil wir
gemeinsam gerechnet und kalkuliert haben. Wir haben
gesagt: Langfristig verantwortbar ist ein Beitragssatz
von 3,0 Prozent. Darüber war ich mir mit dem Chef der
Bundesagentur für Arbeit auch immer einig.

Gleichzeitig ist es die politische Überzeugung des Ar-
beitsministers und der Regierung – die aber auch von der
Bundesagentur für Arbeit geteilt wird –, dass es nun kei-
nen Sinn macht, sich wie Dagobert Duck seine Milliar-
den zu betrachten, sondern es vielmehr sinnvoll ist, sie
für die Bürgerinnen und Bürger einzusetzen. Das tun
wir. Wir glauben, dass wir den Beitragssatz von 2,8 Pro-
zent bis zum Sommer des übernächsten Jahres vertreten
können. Längerfristig haben wir strukturell einen ande-
ren Beitragssatz festgesetzt.

Sollten wir – das ist jetzt natürlich eine ganz ehrgei-
zige Sache – in zügiger Zeit eine weitere Absenkung der
Arbeitslosigkeit erreichen, dann würde man ihn auch
strukturell weiter absenken können. Das kann man jetzt
aber natürlich nicht vorhersehen und einfach in einen
Gesetzentwurf schreiben, weil man fest daran glaubt,
sondern das muss man dann auch beobachten und hoch-
rechnen können. 2,8 Prozent sind also sehr vertretbar.

Im Übrigen spricht auch alles für die, wie ich finde, in
der Tat intelligente Kombination, die die Regierung ge-
wählt hat, nämlich einen Gesetzentwurf zu erstellen, in
dem ein strukturell verantwortbarer Beitrag verankert
ist, und über die Möglichkeit der Rechtsverordnung

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(C (D leichzeitig Sorge dafür zu tragen, ein bisschen von dem olster abzubauen und diese Mittel in einer Zeit, in der as Sinn macht, den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfüung zu stellen. Kollegin Pothmer, Sie wollen noch nachfragen. Herr Minister, werden Sie den Beitragssatz von ,8 Prozent aufgrund der Tatsache, dass sich die Erwarung von 1,2 Prozent Wirtschaftswachstum aller Vorausicht nach nicht erfüllen wird, sodass das angesammelte eld schneller abschmilzt, auch früher als im übernächs en Sommer wieder anheben, (Dirk Niebel [FDP]: Das kann er nicht, weil er dann nicht mehr regiert!)

Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618203800
Brigitte Pothmer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618203900

der bleiben Sie, egal was kommt, bei diesem Beitrags-
atz?

Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Sozia-
es:

Wir haben uns fest vorgenommen, den Beitragssatz
on 2,8 Prozent bis zu dem vorgesehenen Fristende bei-
ubehalten. Dass wir mehr Spielraum haben, ist richtig.
as ergibt sich aus der rechtlichen Struktur und ist für
iejenigen, die in der Sache etwas weniger mutig als die
egierung sind, vielleicht auch ganz beruhigend. Jeden-

alls haben wir uns hinsichtlich des Zeitraums überlegt,
elchen Beitragssatz man gut vertreten kann, ohne dass
an sich korrigieren muss. Das sollte schon die Grund-

age einer solchen Entscheidung sein. Deshalb glauben
ir, dass wir damit gut zurechtkommen und dass sich
as auch durchhalten lässt.

Im Übrigen teile ich mit Ihnen zwar das mulmige Ge-
ühl, das wir alle angesichts der Daten haben, die wir
on den Börsen und den Banken hören, und angesichts
es riesigen Pakets für die Stabilisierung unserer Wirt-
chaft, das wir im Deutschen Bundestag in dieser Woche
erhandeln. Gleichzeitig sage ich aber auch, dass es
icht unvermeidbar ist, dass wir mit einem deutlichen
nstieg der Arbeitslosigkeit rechnen müssen. Vielmehr
önnen wir es schaffen – jedenfalls sollten wir von uns
us den Ehrgeiz entwickeln, alles zu versuchen, damit
ir das erreichen –, dass die Arbeitslosigkeit strukturell
nd substanziell auch im nächsten Jahr gegenüber dem
eutigen Niveau nicht steigt. Ich jedenfalls will Ihnen
erne versichern, dass ich zusammen mit den Abgeord-
eten dieses Hauses alles tun werde, was wir dazu bei-
ragen können, damit wir weniger und nicht mehr Ar-
eitslose haben werden.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618204000

Wollen Sie noch eine Nachfrage stellen? Es muss

icht sein. Es gibt keinen Anspruch auf zwei Nachfra-
en. Das gilt für die Fragestunde. Wir wollen ja mög-
ichst vielen Kollegen Gelegenheit geben, zu fragen. –
lso noch eine Nachfrage. Aber dann gehen wir weiter.






(A) )



(B) )


Brigitte Pothmer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618204100

Ich bedanke mich für die Großzügigkeit des Präsiden-

ten an dieser Stelle.

Herr Minister, Sie sind ehrgeizig und hoffnungsvoll,
dass die Arbeitslosigkeit nicht steigen wird. Nun gehen
aber die wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinsti-
tute davon aus, dass es im nächsten Jahr 400 000 zusätz-
liche Arbeitslose geben wird. Wenn ich mir Ihren Haus-
haltsentwurf anschaue, dann stelle ich fest, dass Sie sogar
so ehrgeizig sind, die Kosten im Bereich der Arbeitslo-
sigkeit bis zum Jahre 2011 um 2,7 Milliarden Euro zu
senken. Gehen Sie auch vor dem Hintergrund der erkenn-
baren wirtschaftlichen Entwicklung davon aus, dass die
Arbeitslosigkeit bis zum Jahre 2011 so weit absinken
wird, dass eine Kostenreduzierung in diesem Umfang
möglich ist? Ich meine das jetzt nicht nur „gefühlt“.

Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Sozia-
les:

Ich bin nur Minister und Bundestagsabgeordneter und
nicht mit prophetischer Gabe versehen.


(Dirk Niebel [FDP]: Schade!)


– Ja, schade eigentlich, Herr Niebel. Sie können mir ja
noch dazu verhelfen, wenn Sie wissen, wie es geht.
Bitte, machen Sie es.


(Brigitte Pothmer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Herr Niebel weiß es sicher nicht!)


Um Ihre Frage zu beantworten: Nach dem, was wir
bei der Aufstellung des Haushalts berücksichtigen und
mit dem wir rechnen konnten, sind das zwar ehrgeizige,
aber erreichbare Ziele. Ich finde es wichtig, die Ziele
dann auch mit Ehrgeiz zu verfolgen. Ich glaube auch, in
der jetzigen Situation darf man sich von den Worst-
Case-Szenarien, den Schlimmsten-Fall-Berechnungen,
die angestellt werden, nicht in die Irre führen lassen.
Auch in dem Gutachten, aus dem Sie eben zitiert haben,
heißt es nicht, dass es so kommt. Darin wird eigentlich
gesagt, dass man gar nicht weiß, wie es kommt, sondern
nur, dass es auch schlecht kommen könnte. Dann wird
ausgerechnet, wie es wäre, wenn es schlecht kommt.

Ich glaube, wir sollten von dem Größenwahn Abstand
nehmen, den Politik gelegentlich in diesen Dingen ent-
wickelt, indem gesagt wird: Wir wissen, wie es geht, und
wir haben es auch allein in der Hand. Aber wir sollten
das, was wir tun können, machen. Da können wir ja doch
auf eine Erfolgsbilanz zurückblicken; denn durch die
Reformen, die wir mit der Arbeitsvermittlung und in der
Arbeitsmarktpolitik in den letzten Jahren zustande ge-
bracht haben, ist es uns gelungen, den Arbeitsmarkt wet-
terfester zu machen. Trotz rauerer See – wenn ich das als
Hamburger einmal sagen darf – besteht die große
Chance, dass wir ans Ziel kommen. Deshalb sollten wir
uns mehr darum bemühen, es hinzukriegen, als dass wir
uns vor der Aufgabe fürchten.


(Dr. Ralf Brauksiepe [CDU/CSU]: Genau!)


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(C (D Kollegin Möller, bitte. Herr Minister, ich kann mir schon vorstellen, dass Sie in mulmiges Gefühl haben. Das hätte ich, ehrlich geagt, auch. Man braucht kein Hellseher zu sein, sondern an muss sich nur ein bisschen anschauen, was passiert; enn die sogenannte Finanzmarktkrise ist längst in der ealwirtschaft angekommen. Da kann ich Ihnen als Bei piele nennen: Absatzeinbrüche bei Opel, SAP legt ein parprogramm auf, und auch in der bayerischen Wirtchaft wird von einem Konjunktureinbruch geredet. Da raucht man kein Hellseher zu sein. Die Fakten liegen uf der Hand. Das heißt, es wird im nächsten Jahr zu eier Steigerung der Erwerbslosenquote kommen. Ich rage Sie: Wie können Sie es vor diesem Hintergrund, ei einem Wachstum von 0,2 Prozent, verantworten, etzt die Beiträge zu senken? Wie realistisch und wie erantwortlich ist das? Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Soziaes: Zunächst einmal besteht Demokratie ja darin, dass an sich nicht dem Schicksal ergibt. Vielmehr werden arlamente gewählt und Regierungen gebildet, weil wir influss auf unser Leben nehmen und erreichen wollen, ass es besser läuft, als wenn man nichts täte. Deshalb önnen Sie sicher sein, dass wir alles tun, was möglich st, um einen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Ich habe Ihnen eingangs gesagt, es ist etwas los; das ann man nicht leugnen. Das führt zu dramatischen Akionen, wie wir sie in dieser Woche im Parlament erleben erden. Aber alle diese dramatischen Aktionen sind ja uch mit der Zielstellung versehen, möglichst zu verhinern, dass sich die Ereignisse auf den Finanzmärkten in er Realwirtschaft niederschlagen. Wir haben es nicht in er Hand, aber wir können das Unsere tun. Gerade in dieser Situation ist es nicht nur vielleicht, ondern erst recht und ganz besonders verantwortlich, enn wir die Beitragssätze per Rechtsverordnung senen und die vorhandenen Rücklagen, die für sich geseen keinen besonderen Sinn machen, in dieser Phase insetzen, um der Konjunktur, den Arbeitnehmerinnen nd Arbeitnehmern sowie den Unternehmen in unserem ande zu helfen. Kollegin Möller. Halten Sie es bei einer Wachstumsprognose von ,2 Prozent nicht für sinnvoller, ein Konjunkturproramm aufzulegen und die Rücklagen für diejenigen zu erwenden, die erwerbslos werden, damit wir ihnen die öglichkeit geben können, auf den Arbeitsmarkt zügig urückzukehren? Wir dürfen sie nicht länger in der Ererbslosigkeit halten, weil einfach kein Geld mehr da st. Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Soziales: Ich unterstütze den einen Ansatz in Ihrer Nachfrage. Wir dürfen in der aktiven Arbeitsmarktpolitik und in der Verbesserung der Arbeitsvermittlung – die viel besser ist als früher, aber noch nicht so gut ist, wie sie sein sollte – nicht nachlassen. Ich will die Ausgangssituation beschreiben: Als die Bundesanstalt für Arbeit noch existierte, waren 10 Prozent der Beschäftigten mit Vermittlung befasst. Am Ende des Prozesses – wir haben noch Entscheidungen zum weiteren Ausbau der Arbeitsvermittlung getroffen – werden wir es vielleicht geschafft haben, dass sich die Hälfte aller Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit, der Arbeitsgemeinschaften und der Arbeitsagenturen mit Vermittlungsaufgaben befasst. Das wäre ein großer Fortschritt, der sich im konkreten Leben und im konkreten Schicksal der Arbeitslosen positiv niederschlagen wird. Seien Sie sicher: Bei den Arbeitslosen wird, solange ich die Verantwortung dafür habe, nicht gespart werden. Ich fordere Sie auf, laut zu klatschen, wenn ich demjenigen, der demnächst sagt, es müsse gespart werden, Nein sage. Das Wort zu einer Nachfrage hat nun Kollege Müller. Herr Minister, wären Sie bereit, den Kollegen der FDP Nachhilfe in Sachen SGB III zu geben? Herr Dr. Kolb und Herr Niebel haben den Titel des Gesetzes infrage gestellt. Wären Sie bereit, den Kollegen der FDP mitzuteilen, dass im SGB III ausdrücklich von Beiträgen zur Arbeitsförderung und nicht von Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung die Rede ist? Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Soziales: Ich bin gerne bereit, Ihre Aussage zu verstärken, und sage: Ja, die Nachhilfe ist nötig. Herr Minister, stimmen Sie mir zu, dass die FDP un glaubwürdig ist, wenn Herr Niebel sagt, die FDP habe sich schon immer für niedrigere Beiträge eingesetzt? Wir sollten uns in Erinnerung rufen, dass die FDP bei den letzten Abstimmungen immer gegen eine Beitragssatzsenkung gestimmt hat. (Dr. Ralf Brauksiepe [CDU/CSU]: Was? Unglaublich!)

Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618204200
Kornelia Möller (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618204300
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618204400
Kornelia Möller (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618204500




(A) )


(B) )

Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618204600
Stefan Müller (CSU):
Rede ID: ID1618204700

(Widerspruch bei der FDP)


(Heiterkeit bei der CDU/CSU)

Stefan Müller (CSU):
Rede ID: ID1618204800

Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Sozia-
les:

Das Abstimmungsverhalten der FDP verfolge ich
nicht im Detail. Das mag man mir nachsehen. Jedenfalls
ist ihr Verhalten oft widersprüchlich. Ich habe schon da-

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(C (D auf hingewiesen, dass es in der Politik ganz hilfreich ist, ie Dinge vollständig zu nennen. Dass man von fünf ingen, die es zu tun gilt, nur eines anspricht, bei dem eder Beifall klatscht, und die vier anderen Dinge, die etas schwieriger sind, einfach weglässt, sollte nicht zu iner modernen Demokratie gehören. Insofern müssten ie FDP und insbesondere Herr Niebel dem Gesetzenturf zustimmen oder sagen, dass notfalls die Aufgaben er Bundesagentur für Arbeit mit Milliarden aus dem undeshaushalt bezahlt werden müssen. (Peter Weiß [Emmendingen] [CDU/CSU]: Sehr gut!)



Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618204900

Nun hat Kollege Kolb Gelegenheit, eine Frage zu

tellen.


Dr. Heinrich L. Kolb (FDP):
Rede ID: ID1618205000

Herr Minister, in der Koalitionsvereinbarung von

DU/CSU und SPD steht der Satz:

CDU, CSU und SPD stellen sicher, dass die Lohn-
zusatzkosten (Sozialversicherungsbeiträge) dauer-
haft unter 40 % gesenkt werden.

ie haben vorhin davon gesprochen, dass die paritätisch
inanzierten Beiträge unter 40 Prozent gesenkt werden
ollen. Stimmen Sie mir zu, dass sich die zitierte Formu-
ierung im Koalitionsvertrag auf den gesamten Sozial-
ersicherungsbeitrag bezieht und dass sich die Regie-
ung heute von dem Ziel der dauerhaften Senkung auf
nter 40 Prozent verabschiedet? Sie gestehen ein, dass
ie trotz einer weitgehenden Senkung des Arbeitslosen-
ersicherungsbeitragssatzes nicht in der Lage sind, die
nsonsten von Ihnen geplante Erhöhung der Sozialversi-
herungsbeiträge zu kompensieren, dass wir also entge-
en der ursprünglichen Absicht der Großen Koalition
uf Dauer höhere Lohnnebenkosten haben werden.

Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Sozia-
es:

Ich stimme Ihnen in der Interpretation des Koalitions-
ertrages, dessen schriftliche Fassung ich im Wesentli-
hen zusammen mit dem Kollegen Kauder erstellt habe,
icht zu. Wir haben vielmehr in der ganzen Zeit immer
etont, dass es aus unserer Sicht richtig ist, den paritä-
isch finanzierten Beitragssatz unter 40 Prozent zu hal-
en. Darum geht es. Darum haben Sie hier nichts Neues
ehört. Sie haben die Frage schon hundertmal gestellt,
eil Sie es einfach nicht lassen können. Real aber haben
ie Unrecht.

Das Zweite ist: Ich finde, jemand der mit die Verant-
ortung dafür trägt, dass der Beitragssatz zur Sozialver-

icherung von 32 Prozent auf 42 Prozent für Arbeitneh-
er und Arbeitgeber gestiegen ist, sollte noch
indestens fünf Jahre höflich schweigen.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618205100

Kollege Kolb, noch eine Nachfrage.


(Dr. Ralf Brauksiepe [CDU/CSU]: Die fünf Jahre sind noch nicht um!)







(A) )



(B) )


Dr. Heinrich L. Kolb (FDP):
Rede ID: ID1618205200

Das verleitet mich dazu, eine Anmerkung zu dem zu

machen, was in der Zeit passiert ist, als dieser Beitrags-
satzanstieg zu verzeichnen war, nämlich zur deutschen
Einheit. Wir wollten diese im Gegensatz zu namhaften
Vertretern Ihrer Partei. Aber das nur am Rande.


(Dr. Ralf Brauksiepe [CDU/CSU]: Das ist leider wahr!)


Altbundeskanzler Gerhard Schröder hat in diesem
Haus einmal gesagt: Eine Erhöhung der Beiträge zur
Sozialversicherung um 0,1 Prozentpunkte kostet
100 000 Arbeitsplätze. – Meine Frage ist: Können Sie a)
dieses Zitat bestätigen, und würden Sie mir b) zustim-
men, dass sich durch Ihre Maßnahmen – nämlich Erhö-
hung des Krankenversicherungsbeitrags um durch-
schnittlich 0,6 Prozentpunkte und Senkung des Beitrages
zur Arbeitslosenversicherung um 0,5 Prozentpunkte –
ein negativer Saldo und damit ein negativer Beschäfti-
gungseffekt für unsere Volkswirtschaft in der Größen-
ordnung von 100 000 Arbeitsplätzen ergibt?

Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Sozia-
les:

Nein, ich stimme Ihnen nicht zu, dass es einen negati-
ven Beschäftigungseffekt gibt. Wir haben sorgfältig da-
rauf geachtet, dass wir unseren Spielraum nutzen und die
Beiträge zur Krankenversicherung so gering wie mög-
lich anheben. Diese Anhebung ist deshalb auch geringer
ausgefallen, als von den Lobbyisten des Systems, wenn
ich das einmal so sagen darf, gefordert wurde. Es kommt
Ihnen übrigens kein FDP-Politiker in die Quere, wenn
Sie das laut sagen; der regt sich typischerweise über die
Regierung auf, die eine geringere Erhöhung beschließt.

Das Zweite ist: Zur Wahrheit gehört auch, dass unser
Land über ein erstklassiges Gesundheitssystem verfügt
und dass dieses Gesundheitssystem ohne Geld nicht zu
haben ist. Ich finde, die Bürgerinnen und Bürger sind gut
beraten, Politikern, die ihnen versprechen, dass es für
weniger Geld mehr gibt, nicht zu glauben; denn diese
verhalten sich wie Zauberer. Auch ein Zauberer kann
nicht zaubern, sondern er arbeitet mit Tricks, bei denen
man nicht sieht, was passiert. Das gilt in gleicher Weise
für solche Politiker. Es gibt keine Technik, die es erlaubt,
eines der besten Gesundheitssysteme der Welt zu unter-
halten, eine immer weiter steigende Lebenserwartung
der Bevölkerung zu gewährleisten, obwohl nicht jeder
joggt, nicht jeder auf das Rauchen verzichtet und nicht
jeder einen mäßigen Alkoholkonsum hat, ohne dafür
Geld auszugeben. Das geht nur, weil uns die Gesundheit
etwas wert ist und wir dafür Geld ausgeben. Wir müssen
dafür Sorge tragen, dass wir mit unserem Geld so spar-
sam wie möglich umgehen. Der Trick, dies alles für um-
sonst zu erreichen, funktioniert nicht.

Was uns jetzt gelungen ist, ist eine sehr solidarische
Finanzierung des Gesundheitswesens. Darauf ist die
Große Koalition sehr stolz; denn es ist uns gelungen, ei-
nen falschen Wettbewerb durch einen richtigen Wettbe-
werb zu ersetzen. Der falsche Wettbewerb, in dem die
Kassenmanager standen, bestand darin, dass man sich
die „richtigen“ Versicherten ausgesucht hat. Gut verdie-

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(C (D ende, gesunde Versicherte garantierten einen erstklassien Beitragssatz für die eigene Krankenkasse. Der Wettewerb, in dem die Kassenmanager in Zukunft stehen erden, wird darin bestehen, dass man das Beste für eine Mitglieder leistet. Das ist etwas, was wir, wie ich laube, gut gemacht haben. Deshalb profitieren in nicht nerheblichem Maße viele Rentnerinnen und Rentner on diesem Schritt. Sie werden teilweise nicht die Beiragssatzerhöhungen tragen müssen, die sie sonst hätten ragen müssen, oder sie kommen sogar in den Genuss eier Beitragssatzsenkung. Denn es profitieren viele Kasen, unter deren Mitgliedern viele Rentnerinnen und entner mit geringem Einkommen sind, welche Krankeiten haben, die sich im Alter häufen. Ich glaube, wir aben in diesem Zusammenhang einen großen Beitrag ur Solidarität geleistet, der im Übrigen unserer Volksirtschaft nutzen wird. Ein letzter Satz: Dass ein solida ischer Sozialstaat eine bessere Form von Marktwirtchaft ist, als es sie anderswo gibt, wie zum Beispiel in en USA, hat sich, so glaube ich, in diesen Tagen doch ehr deutlich bewiesen. Als letztem Fragesteller gebe ich dem Kollegen rauksiepe das Wort. (Dirk Niebel [FDP]: Das hätten wir jetzt nicht mehr gebraucht! Was der sagt, wissen wir schon!)

Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618205300


Dr. Ralf Brauksiepe (CDU):
Rede ID: ID1618205400

Herr Minister, die FDP hat Klage darüber geführt,

ass die Verordnung zur Senkung des Arbeitslosenversi-
herungsbeitrags auf 2,8 Prozent auf 18 Monate befristet
ein soll und dass deswegen zu wenig Planungssicher-
eit besteht. Ist meine Erinnerung richtig, dass die Sen-
ung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags, die wir in
er Zeit der Großen Koalition durch formal unbefristete
esetze vorgenommen haben, jeweils nach weniger als
8 Monaten erfolgt ist und das durchaus im Interesse der
eitragszahler war?

Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Sozia-
es:

Herr Abgeordneter, ich stimme Ihnen völlig zu. Die
eitragszahler – sowohl die Unternehmer als auch die
rbeitnehmer – haben sich darüber gefreut, dass wir
icht so lange abgewartet haben, bis man sich endlich an
en Beitragssatz gewöhnt hat, sondern ihn jeweils ge-
enkt haben. Diese kluge Umgehensweise mit den Bei-
ragsgeldern wollen wir gern fortsetzen, insbesondere in
ombination mit einer effektiven Politik auf dem Ar-
eitsmarkt, die dafür sorgt, dass möglichst wenige von
en Beiträgen Gebrauch machen müssen, weil die aller-
eisten Arbeit und Beschäftigung haben.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618205500

Damit sind die Fragen zu diesem Themenbereich ab-

eschlossen. Es gibt jetzt noch – –


(Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Da waren noch Fragen!)







(A) )



(B) )


Vizepräsident Dr. h. c. Wolfgang Thierse
– Ich habe Ihre Mitteilung so verstanden, dass die Kolle-
gin Pau eine Frage zu einem anderen Themenbereich
stellen möchte.


(Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Ja, Frau Pau hat eine Frage zu einem anderen Themenbereich! Zuvor waren aber noch Fragen an Herrn Scholz!)


– Trotzdem sind die 30 Minuten vorüber. Das habe ich
missverstanden, weil Sie zu mir kamen und sagten, die
Kollegin Pau wolle eine Frage zu einem anderen The-
menbereich stellen. – Ich erteile Ihr das Wort.


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618205600

Danke, Herr Präsident. – Einer Pressemitteilung der

Bundesregierung habe ich entnommen, dass sie sich in
der heutigen Kabinettssitzung auch mit Neuregelungen
im Zivil- und Katastrophenschutz beschäftigt hat. Wel-
che neuen Bedrohungsfälle meinte das Bundesinnenmi-
nisterium in der Pressemitteilung zum Zivil- und Kata-
strophenschutz,


(Dirk Niebel [FDP]: Lafontaine!)


und ist mit der Formulierung, dass die Ressourcen des
Bundes den Ländern bei besonders schweren Unglücks-
fällen zur Verfügung stehen sollten, auch der Einsatz der
Bundeswehr nach Art. 35 Grundgesetz gegen Folgen ter-
roristischer Anschläge gemeint?


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618205700

Wer kann dazu antworten? – Kollege Altmaier.

P
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1618205800


Herr Präsident, ich beantworte die Frage selbstver-
ständlich gern. – Die Bundesregierung ist ständig be-
müht, neue Entwicklungen im Bereich des Katastro-
phen- und Zivilschutzes zu beobachten. Dies bezieht
sich auf Umwelt- und Naturkatastrophen genauso wie
beispielsweise auf Stromausfälle, die es vor einigen Jah-
ren gegeben hat, aber auch auf terroristische Angriffe
und andere Gefährdungen. Vor einigen Jahren haben wir
das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastro-
phenhilfe eingerichtet, das sich mit diesen Fragen be-
schäftigt. Es ist richtig, dass wir diese Ressourcen auch
den Ländern zur Verfügung stellen. Sie wissen, dass sich
der Bund beispielsweise an der Finanzierung von Feuer-
wehrausrüstung, von Fahrzeugen im ABC-Bereich, be-
teiligt. Auch diese stehen den Ländern in Zukunft zur
Verfügung. Dafür mussten wir eine einwandfreie gesetz-
liche Grundlage schaffen.

Zum letzten Teil Ihrer Frage: Der Entwurf, den das
Bundeskabinett beschlossen hat, bezieht sich ausdrück-
lich nicht auf die Grundgesetzänderung zu Art. 35; denn
wie sie wahrscheinlich selbst wissen, muss sie erst noch
vorgenommen werden. Der heute im Kabinett beratene
Gesetzentwurf bezieht sich auf die zurzeit bestehende
Verfassungslage.

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(C (D Gibt es sonst noch Fragen an die Bundesregierung? – as ist nicht der Fall. Dann beende ich die Befragung. Ich rufe den Tagesordnungspunkt 2 auf: Fragestunde – Drucksache 16/10519 – Die Frage 1 des Kollegen Volker Beck em Geschäftsbereich des Auswärtigen Amtes wird chriftlich beantwortet. Wir kommen damit zum Geschäftsbereich des Bunesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktoricherheit und zunächst zur Frage 2 der Kollegin Britta aßelmann, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: Gibt es einen Langzeitsicherheitsnachweis für Gorleben, und wie bewertet die Bundesregierung die Aussage von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, sie habe „keine Lust“, in Deutschland nach alternativen Standorten zu Gorleben zu suchen Bitte schön, Herr Parlamentarischer Staatssekretär üller. M Sehr geehrte Kollegin Haßelmann, zum ersten Teil Iher Frage: Es gibt keinen Langzeitsicherheitsnachweis ür Gorleben. In der Koalitionsvereinbarung haben wir ns deshalb im Jahre 2005 das Ziel gesetzt, in dieser Leislaturperiode zu einer Lösung der Endlagerfrage zu ommen. Sie wissen auch, dass eine Einigung innerhalb er Koalition für das weitere Vorgehen bei der Endlageung hoch aktiver, Wärme entwickelnder Abfälle bisher icht erzielt werden konnte. Dass die Bundeskanzlerin in iesem Zusammenhang immer wieder mitgeteilt hat, ass man dabei auf die mit hohem Aufwand gewonneen Erkenntnisse im Zusammenhang mit Gorleben zuückgreifen sollte, ergibt sich von selbst. Kollegin Haßelmann, wollen Sie nachfragen? Ja, bei der Antwort habe ich natürlich eine Nachfrage. (Zuruf von der CDU/CSU: Die war doch erschöpfend!)

Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618205900
Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1618206000
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618206100
Britta Haßelmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618206200

Herr Staatssekretär Müller, Sie haben eingangs den
issens in der Bundesregierung und auch innerhalb der
oalition erwähnt. Glauben Sie, dass Sie in dieser Legis-

aturperiode in der Frage eines Standortes zu einer Eini-
ung kommen werden? Daran anschließend: Welchen
tellenwert nimmt aktuell die Beratung zu diesem
hema im Kabinett hinsichtlich einer einheitlichen Auf-

assung der Koalitionsfraktionen und der Bundesregie-
ung zu diesem Thema angesichts der Brisanz in Nieder-
achsen und in der übrigen Öffentlichkeit ein?






(A) )



(B) )

M
Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1618206300


Dass dies ein zentrales Thema ist, ist für diese Legis-
laturperiode nicht neu. Das ist seit der Entwicklung des
Atomministeriums 1956 und der sich daraus entwickeln-
den Aktivitäten immer so gewesen. Aber es ist richtig,
dass es natürlich jetzt einen besonderen Schwerpunkt
hat, weil wir mit einer Entscheidung nicht ewig warten
können. Wir bemühen uns intensiv. Aber es ist keine
Frage, dass die Lösung nicht einfach zu finden ist.

Ich schätze es so ein, dass wir in dieser Legislaturpe-
riode wahrscheinlich keine Einigung finden. Aber end-
gültig kann man das aus meiner Sicht erst sagen, wenn
vom 30. Oktober bis 1. November 2008 das Endlager-
symposium stattgefunden hat. Wir erwarten, dass dort
einige Klarheiten geschaffen werden. Das zentrale An-
liegen unseres Hauses, also des BMU, ist die Fortfüh-
rung des Dialogs sowohl mit der interessierten Öffent-
lichkeit und der Wissenschaft als auch den
verantwortlichen Akteuren. Ich kann letztlich nicht sa-
gen, ob wir in dieser Legislaturperiode zu einer Einigung
kommen. Wir bemühen uns. Ich halte es von der Sache
her für geboten. Aber ich kann keine Garantie bei den im
Augenblick etwas festgezurrten Ausgangspositionen ge-
ben.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618206400

Noch eine Nachfrage?


Britta Haßelmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618206500

Vielen Dank, Herr Präsident. – Sie haben gerade auf

das Symposium hingewiesen. Beabsichtigen Sie als
Bundesregierung, dem Parlament und dem zuständigen
Fachausschuss nach dem Symposium zu berichten, wie
das Ergebnis ist und ob man nach Einschätzung der Bun-
desregierung bei der Standortsuche weitergekommen
ist? Haben Sie das vorgesehen, oder ist das Ihrerseits
nicht beabsichtigt und durch das Parlament zu beantra-
gen?

M
Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1618206600


Sie haben von mir gehört, dass es die Absicht des Mi-
nisteriums ist, die Öffentlichkeit intensiv einzubinden.
Insofern ist es sowohl in Bezug auf die betroffene Re-
gion als auch in Bezug auf die Öffentlichkeit generell
unser Ziel, darüber aufzuklären. Im Übrigen wäre es sehr
kurzsichtig, zu meinen, die Ergebnisse geheim halten zu
können. Jede parlamentarische Anfrage würde uns zur
Antwort zwingen. Das wäre eine sehr kurzsichtige
Handlungsweise. So kurzsichtig sind wir nicht.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618206700

Die Frage 3 hat Kollegin Haßelmann gestellt:

Ist für die weiteren Maßnahmen beim Forschungsberg-
werk Asse II eine Bürgerbeteiligung vorgesehen und, falls ja,
in welcher Form?

Bitte schön.

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(C (D M Die Antwort lautet: Die Asse soll entsprechend der estlegung der drei Beteiligten, Bundesforschungsinisterium, also Frau Schavan, Bundesumweltministe ium und dem Landesumweltminister, Herrn Sander, zuünftig verfahrensrechtlich wie ein Endlager behandelt erden. In diesem Zusammenhang ist auch eine förmli he Öffentlichkeitsbeteiligung zwingend vorgesehen. arüber hinaus wurde für die Asse II eine Begleitgruppe ingerichtet, die insbesondere die Region einbeziehen nd die Interessen der Region bündeln soll. Diese wird uch künftig den weiteren Prozess bei der Schließung on Asse II begleiten. Dazu hat sich die Kollegin Höhn zu einer Nachfrage emeldet. Zunächst aber haben Sie, Frau Kollegin aßelmann, das Wort. Vielen Dank, Herr Staatssekretär, für Ihre Ausführun en. Mich interessiert, ob es dazu eine einvernehmliche altung zwischen dem Land Niedersachsen und der undesregierung gibt. M Diese Grundvereinbarung ist zwischen dem Land und er Bundesregierung getroffen worden. Es ist so, dass in ieser Begleitgruppe der Landkreis Wolfenbüttel, die reistagsfraktionen, die Samtgemeindebürgermeisterinen bzw. -bürgermeister mitarbeiten, die regionalen Bürerinitiativen und Umweltverbände sowie die drei von ir genannten Ministerien vertreten sind. Kollegin Höhn, bitte. Herr Staatssekretär, es ging durch die Medien, dass ich die Zuständigkeitsverlagerung vom Bundesministeium für Forschung auf das Bundesumweltministerium, ie eigentlich Anfang September erfolgen sollte, sehr erzögert hat. Woran hat es gelegen? Ist diese Zuständigeitsübertragung jetzt erfolgt? Begründen Sie noch einal, warum es möglich ist, dass dort in der Zwischenzeit och Arbeiten getätigt werden, die mit dem neuen Recht icht mehr vereinbar sind! M Wir haben in der Zwischenzeit mit den Beteiligten das sind nicht nur das Bundesforschungsund das undesumweltministerium, sondern auch der Haushaltsusschuss und andere Stellen wie das Bundesfinanzminisrium – eine Vereinbarung vorbereitet. Wir haben mitt erweile also eine Lösung gefunden. Das war deshalb icht ganz einfach, weil beträchtliche Personalund inanzierungsfragen zu klären waren. Dies ist jetzt so uf dem Weg, dass wir arbeitsfähig sind. Ich hoffe, dass Parl. Staatssekretär Michael Müller die Arbeiten im BfS nun so angelaufen sind, dass wir relativ schnell zu befriedigenden und klaren Ergebnissen kommen. Kollegin Kotting-Uhl, Nachfrage. Danke schön, Herr Präsident. – Als im Raum stand, dass die Verantwortung an das Bundesumweltministerium übergehen soll, haben wir von allen Seiten gehört, wie dringlich es ist, die Sache unter Atomrecht zu stellen und das Bundesumweltministerium handlungsfähig zu machen. Wie Kollegin Höhn gerade schon bemerkt hat, ist seit Ende September, als diese Übergabe durchgeführt werden sollte, reichlich Zeit ins Land gegangen. Ich habe daher die Frage – ich habe ein etwas anderes Verständnis von Dringlichkeit –, welches Ministerium oder welcher Teil der Bundesregierung dafür verantwortlich ist, dass der Zuständigkeitswechsel auch in der nächsten Kabinettssitzung nicht behandelt werden soll, und welcher Termin anberaumt worden ist, um das im Kabinett endlich einmal zu behandeln. M Da Sie von Dringlichkeit sprechen: Eigentlich müssten wir auch einmal über die letzten zehn Jahre reden. Ich glaube aber, dass wir uns das hier und jetzt ersparen sollten. Es gab nämlich schon früher Hinweise, auch als noch jemand anders Minister war. Ich kann nur sagen, dass wir uns bemühen, dies so schnell wie möglich zu machen. Wir werden Ihnen zweifellos mitteilen, wann dieser Termin sein wird. Ich hoffe, dass ich Ihnen noch diese Woche Auskunft geben kann. Im Augenblick kann ich das noch nicht. Frau Kollegin, Sie können stehen bleiben. Ich rufe die Frage 4 der Kollegin Kotting-Uhl auf – sie bezieht sich ebenfalls auf das Forschungsbergwerk Asse II –: Welche Ergebnisse wurden gegebenenfalls bei den Gesprächen, die vom Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Sigmar Gabriel, anlässlich der Ausschussanhörung zum Forschungsbergwerk Asse II zwischen der Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen angekündigt wurden, in denen die Frage erörtert wurde, ob die Energieversorgungsunternehmen bereit sind, sich stärker an den Kosten für die Entsorgung von deutschem Atommüll zu beteiligen, erzielt, und, falls diese Gespräche nicht stattfanden, welche konkreten Schritte hat die Bundesregierung unternommen, um sie einzuleiten? M Die Antwort des Ministeriums ist: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat anlässlich der Ausschussanhörung vom 16. September – darauf bezieht sich die Frage – keine derartigen Gespräche angekündigt. d a n z E F a K s – Z d d n n a W e w k t e g s Ü g l s n t d B a – l (C (D Nachfrage? Ja, gerne. Danke schön. – Beabsichtigt das Bun esumweltministerium, solche Gespräche zu führen, uch wenn sie bisher nicht angekündigt wurden? M Das Grundproblem ist – das kennen Sie ja –, dass das um Teil eine Einlagerung ist, die mit den privaten VUs gar nichts zu tun hat, sondern überwiegend aus orschungsreaktoren und ähnlichen Einrichtungen, vor llem aus Karlsruhe, kommt. Da stellt sich die Frage der ostenbeteiligung schon ein bisschen anders. Eine weitere Nachfrage, bitte. Ja, danke schön. – Ich habe eine etwas andere Ein chätzung als Sie, Herr Staatssekretär Müller. Zum einen haben Atomkraftwerke in Asse tatsächlich das wissen sicherlich auch Sie – direkt eingelagert. um anderen kommen 50 Prozent des Inventars – was ie Radioaktivität betrifft, sind es sogar 89 Prozent – aus er Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe. Wir haben och keine Aufklärung darüber bekommen, was das geau ist. Wir lassen aber die Vermutung zu, dass einiges us Atomkraftwerken kommt. Ich nehme an, dass in der iederaufarbeitungsanlage, wo die Wiederaufarbeitung rforscht werden sollte, auch mit Atommüll gearbeitet urde. Woher soll der kommen, wenn nicht aus Atomraftwerken? Ich glaube, es ist mehr als nur eine Vermuung, dass die Atomkraftwerksbetreiber tatsächlich da ingelagert haben. Minister Gabriel hat sich auch bei der emeinsamen Sitzung von Forschungsund Umweltauschuss in der Richtung geäußert, dass durchaus die berlegung vorhanden ist, an eine Beteiligung heranzuehen. Deswegen möchte ich Sie bitten, auf dieser Grundage meine Frage zu beantworten, ob beabsichtigt ist, olche Gespräche zu führen. M Über all die Fragen der Historie und der Verantworung können wir uns sicherlich schnell einigen, aber zu iesem entscheidenden Punkt: Die Nachfrage beim MBF hat ergeben, dass der von der WAK an die Asse bgegebene Abfall nicht von den EVUs stammt. (Sylvia Kotting-Uhl [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Gut!)

Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1618206800
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618206900
Britta Haßelmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618207000
Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1618207100
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618207200
Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618207300
Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1618207400




(A) )


(B) )

Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618207500
Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618207600
Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1618207700
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618207800
Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1618207900
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618208000
Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618208100
Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1618208200
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618208300
Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618208400
Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1618208500

Entschuldigung; ich kann die Auskunft nur wiederho-
en.






(A) )



(B) )


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618208600

Damit kommen wir zur Frage 5 des Kollegen Peter

Hettlich:
Gibt es einen Schriftwechsel zwischen dem Niedersächsi-

schen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz und der
Rechtsanwaltskanzlei Heinemann & Partner, der die rechtli-
che Erörterung einer Schließung des Forschungsbergwerks
Asse II zum Gegenstand hat, und ist die Bundesregierung be-
reit, dem Parlament diesen Schriftwechsel zur Verfügung zu
stellen?

M
Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1618208700


Lieber Kollege Hettlich, es tut uns leid; wir können in
dieser Frage keine Auskunft geben. Der entsprechende
Schriftwechsel müsste beim niedersächsischen Ministe-
rium vorliegen. Er ist uns bisher nicht zugänglich. Sie
müssten ihn schon selbst anfordern.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618208800

Kollege Hettlich.


Peter Hettlich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618208900

Vielen Dank, Herr Präsident. – Lieber Herr Staats-

sekretär Müller, dann ist die Frage: Ist Ihnen bekannt,
dass einmal erörtert worden ist, das Forschungsbergwerk
Asse II zu schließen? Ist wenigstens dies dem Ministe-
rium bekannt?

M
Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1618209000


Es gibt über die Asse sehr viel aufzuarbeiten. Wir
sind intensiv dabei, haben deshalb unter anderem die Be-
gleitgruppe gebildet. Für die Vergangenheit ist nicht das
Umweltministerium, sondern die Bundesregierung ins-
gesamt verantwortlich. Die Erkenntnisse, die wir jetzt
haben, haben zu einer Verfahrensänderung geführt. Ich
halte diese Verfahrensänderung für richtig.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618209100

Bitte schön.


Peter Hettlich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618209200

Sehr geehrter Herr Müller, ich gehe aber davon aus,

dass im Rahmen des Übergangs der Verantwortlichkeit
vom BMBF auf das BMU entsprechende Erörterungen
mit dem BMBF stattgefunden haben. Ist in den vielen
Gesprächen, die jetzt sicherlich geführt werden, bei-
spielsweise dieses Thema einmal angesprochen worden?

M
Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1618209300


Wir haben viele Punkte angesprochen. Ich würde sa-
gen: Warten Sie ab, bis wir den Bericht fertig haben! Ich
will auch nicht zwischendurch etwas sagen.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618209400

Dann kommen wir zur Frage 6 des Kollegen Hettlich:

Gibt es Akten oder Gesprächsvermerke zur Erarbeitung
des Sonderbetriebsplans 18 – also Akten aus den Jahren bis
2007, in denen Aktivitäten dokumentiert wurden, die im Vor-

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(C (D feld der Erarbeitung des Sonderbetriebsplans 18 stattfanden –, und welche Erklärung hat die Bundesregierung gegebenenfalls dafür, dass keine oder nur sehr wenige Akten und Gesprächsvermerke existieren? M Die Antwort lautet: Der Bundesregierung liegen eine Akten oder Gesprächsvermerke zur Erarbeitung es Sonderbetriebsplans 18 vor. Entsprechende Akten nd Gesprächsvermerke müssten bei den zuständigen ehörden, also insbesondere dem Landesamt für Bergau, Energie und Geologie sowie dem niedersächsischen inisterium, vorliegen. Wir sehen in der Aufarbeitung es ganzen Verfahrens Veranlassung, dies alles zu klären nd in dem geordneten Verfahren daraus unsere Konseuenzen zu ziehen. Kollege Hettlich. Vielen Dank, Herr Präsident. – Da der Sonderbe riebsplan noch unter Bergrecht, Bundesberggesetz, erareitet wurde, an Sie die Frage: Wird das jetzt überhaupt och weiterverfolgt, oder wird das nach dem Beschluss, ass es jetzt eine Endlagerentscheidung nach Atomrecht eben soll, nicht weiterverfolgt? Das würde mich einmal nteressieren. M Ohne dass ich dazu die letzte Entscheidung definitiv agen könnte, gehe ich nach meinem Wissensstand daon aus, dass jetzt das atomrechtliche Verfahren zählt. Obwohl der Übergang aus Ihrer Sicht noch nicht ganz rfolgt ist? M Aber das ist innerhalb der Bundesregierung ja der rund für die Verlagerung gewesen. Ich kann mir nur uf dieser Basis das weitere Vorgehen vorstellen. (Peter Hettlich [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Okay! Danke schön!)

Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1618209500
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618209600
Peter Hettlich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618209700
Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1618209800
Peter Hettlich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618209900
Michael Müller (SPD):
Rede ID: ID1618210000


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618210100

Danke schön.

Wir kommen damit zum Geschäftsbereich des Bun-
esministeriums für Bildung und Forschung. Der Parla-
entarische Staatssekretär Andreas Storm steht zur Be-

ntwortung der Fragen zur Verfügung.

Die Frage 7 kommt von der Kollegin Cornelia Hirsch,
raktion Die Linke:

In welchem Verhältnis steht der Vorschlag der Bundesmi-
nisterin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, zur

(vergleiche Financial Times Deutschland vom 2. Oktober 2008)







(A) )



(B) )


Vizepräsident Dr. h. c. Wolfgang Thierse
Hochschulen flächendeckend für Bewerberinnen und Bewer-
ber ohne klassische Hochschulzugangsberechtigung zu öff-
nen, und in welchem Umfang ist die Einrichtung einer offenen
Universität im Haushaltsentwurf der Bundesregierung für
2009 berücksichtigt?

Herr Storm, bitte.

A
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1618210200


Vielen Dank, Herr Präsident. – Ich beantworte die
Frage der Abgeordneten Hirsch wie folgt: Der Vorschlag
einer offenen Hochschule steht im Zusammenhang mit
der Qualifizierungsinitiative für Deutschland, die Ver-
besserungen des Übergangs von beruflicher Bildung zur
Hochschule vorsieht. Frau Bundesministerin Dr. Schavan
unterstützt damit auch die Bemühungen der Länder und
deren Verständigung auf gemeinsame Mindestanforde-
rungen zum Hochschulzugang für beruflich qualifizierte
Studienbewerberinnen und Studienbewerber ohne schu-
lische Hochschulzugangsberechtigung. Einzelheiten der
Konzeption und Finanzierung von Angeboten einer offe-
nen Hochschule sind in entsprechenden Bund-Länder-
Gesprächen zu klären.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618210300

Kollegin Hirsch, bitte.


Cornelia Hirsch (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618210400

Besten Dank. Sie haben aber noch nicht den Teil mei-

ner Frage beantwortet, aus welchem Grund die Bundes-
regierung darauf verzichtet, den Hochschulzugang für
Menschen mit einem Berufsabschluss insgesamt zu öff-
nen, sondern darauf abzielt, nur eine Modellhochschule
einzurichten.

A
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1618210500


Frau Abgeordnete Hirsch, dies trifft nicht zu. Die
Bundesregierung hat dieses Thema zum einen zum Ge-
genstand der Beratungen des Bildungsgipfels in der
nächsten Woche gemacht. Dabei werden bereits mit den
Ländern eine Reihe von konkreten Maßnahmen disku-
tiert, die dazu dienen sollen, den Hochschulzugang für
erfolgreiche Absolventen des beruflichen Bildungssys-
tems, die den Meistertitel oder die Technikerausbildung
haben, zu öffnen. Das soll darüber hinaus auch für Ab-
solventen des beruflichen Bildungssystems mit mehrjäh-
riger Berufserfahrung gelten.

Zum anderen gibt es hinsichtlich der Idee der offenen
Hochschule bzw. der Umsetzung dieser Idee, die Erwä-
gung, einen Wettbewerb durchzuführen, bei dem meh-
rere Hochschulen mit innovativen Konzepten Wege zu
einer offenen Hochschule vorstellen können.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618210600

Kollegin Hirsch, eine weitere Nachfrage?


Cornelia Hirsch (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618210700

Ja, ich habe eine weitere Nachfrage. – Bisher haben

wir sehr wenig Wettbewerb im Bildungsbereich. Meine

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(C (D weite Nachfrage bezieht sich auf den von Ihnen geannten Bildungsgipfel. Ich habe eine Frage zur Finanierung; es sind ja verschiedene Zahlen im Umlauf. nter anderem hat Bildungsministerin Schavan angeündigt, dass sie bis 2012 6 Milliarden Euro zur Verfüung stellen will. Wenn man bedenkt, dass wir heute orgen über 500 Milliarden Euro diskutiert haben, er cheint diese Summe niedrig. Auch vor dem Hinterrund der Veröffentlichung der OECD – darin wurde estgestellt, dass Deutschland bei den Bildungsausgaben o weit hinten liegt, dass wir jedes Jahr das Dreifache es Betrages, den Frau Schavan für die Bildung angeündigt hat, investieren müssten, um auf den europäichen Durchschnitt zu kommen – frage ich Sie, ob Sie einen, dass diese Finanzierungsvorschläge wirklich innvoll und ausreichend sind, um ein gut ausgestattetes ildungssystem zu erreichen. A Frau Abgeordnete Hirsch, zunächst einmal teilt die undesregierung die von Ihnen aufgemachten Recheneispiele nicht. Sie sind auch nicht nachvollziehbar. undesbildungsministerin Annette Schavan hat heute im abinett einen mündlichen Bericht über einen Mehraufand des Bundes in Höhe von 6 Milliarden Euro für den ildungsbereich im Zeitraum von 2008 bis 2012 vorge egt. Dabei handelt es sich um die Umsetzung der Qualiizierungsinitiative, die das Bundeskabinett zur Vorbeeitung des Bildungsgipfels am 9. Januar dieses Jahres eschlossen hat. Das sind die Mittel für zusätzliche aßnahmen, die der Bund im Vorfeld des Bildungsgip els bereitgestellt hat. Hinzu kommen die laufenden usgaben, die wir für die Bildung veranschlagt haben. ie Summe von 6 Milliarden Euro, die wir zusätzlich für ie Bildung allein im Zeitraum bis 2012 vorgesehen haen, ist eine sehr beachtliche Größenordnung. Es gibt eine weitere Nachfrage. Bitte schön. Herr Storm, ich möchte Sie fragen, was Sie unter Mehraufwand“ und „zusätzlichen Maßnahmen“ versteen und wie Sie uns das erklären wollen, nachdem Sie ns gerade eben im Bildungsausschuss dargelegt haben, ass sich die 6 Milliarden Euro im Wesentlichen aus itteln für Programme, die bereits stattfinden, bzw. aus itteln, die vom Parlament bereits verabschiedet – ich enne beispielhaft das KiföG oder die Mittel der BA für en Ausbildungsbonus – oder in der mittelfristigen inanzplanung vorgesehen sind, zusammensetzen. A Frau Abgeordnete, bei diesen 6 Milliarden Euro han elt es sich um die Summe der Maßnahmen, die im Zuammenhang mit der Qualifizierungsinitiative, die das undeskabinett im Januar beschlossen hat, durchgeführt erden bzw. um Erhöhungen von bereits bestehenden aßnahmen. Parl. Staatssekretär Andreas Storm Ich will Ihnen das an einem Beispiel erläutern. Das Bundeskabinett hat vor kurzem eine Novelle des Aufstiegsförderungsgesetzes, also des sogenannten MeisterBAföGs beschlossen, die dazu führen wird, dass, wenn dieses Gesetz im vollen Umfang greift, die Leistungen des Bundes um 60 Prozent von 120 Millionen Euro auf 200 Millionen Euro angehoben werden. Dieses Gesetzgebungsverfahren wird voraussichtlich bis zum Ende dieses Jahres im Deutschen Bundestag erfolgen, sodass im Erfolgsfall dieses Gesetz zum 1. Juli 2009 in Kraft treten kann. Selbstverständlich ist dies sowohl im Etatentwurf für das Jahr 2009 als auch in der mittelfristigen Finanzplanung enthalten. Das ist exemplarisch dafür, wie es sich auch mit den übrigen Maßnahmen verhält, die im Umsetzungsbericht der Qualifizierungsinitiative enthalten sind. Damit kommen wir zu Frage 8 der Kollegin Hirsch: Welche Maßnahmen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Sinne der vom Parlamentarischen Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung Andreas Storm am 24. September 2008 im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages angekündigten Bereitstellung von Informationen über den Erarbeitungsprozess des Deutschen Qualifikationsrahmens unternommen, bzw. welche Informationen wird es wann veröffentlichen, um den angestrebten „breiten Dialog“ zu ermöglichen? A Frau Abgeordnete Hirsch, ich beantworte Ihre Frage wie folgt: Durch die Mitglieder des Arbeitskreises Deutscher Qualifikationsrahmen, die für den Bildungsbereich maßgebliche gesellschaftliche Institutionen repräsentieren, ist seit Beginn der Erarbeitung des Deutschen Qualifikationsrahmens eine breite Information und Diskussion zum aktuellen Stand des Prozesses in den jeweiligen Gremien und Interessenverbänden sichergestellt. Ziel der Einrichtung einer Internetpräsenz ist es, Informationen weiterzugeben und eine breitere Diskussion zu ermöglichen. Neben allgemeinen Informationen zur Funktion, zu den Zielen und zu dem Erarbeitungsprozess des Deutschen Qualifikationsrahmens werden auf der DQR-Website Angaben zu den Akteuren und Gremien sowie die wichtigsten Dokumente und relevanten Links zu finden sein. Um auch der interessierten Fachöffentlichkeit, die nicht am ersten DQR-Kongress im März 2008 teilnehmen konnte, den Zugang zu den Ergebnissen zu ermöglichen, werden diese auf der Website, aber auch in Form einer gedruckten Dokumentation veröffentlicht. Informationen über zukünftige Tagungen werden ebenfalls über die DQR-Website erhältlich sein. Geplant ist die Freischaltung dieser Website für Ende Oktober. Frau Kollegin Hirsch. m t b m g f s n w a g f d s r f E K d t d D m d d G d L b s G e a d g b Z A t Q d d m a (C (D Danke schön. – Herr Kollege Storm, Sie haben bereits ehrmals angekündigt, dass es Ihnen bei der Erarbeiung des Deutschen Qualifikationsrahmens sehr um eine reite und transparente Debatte geht. Wir haben auf ehreren Internetseiten der Interessenverbände, die Mit lieder der DQR-Arbeitsgruppe sind, den Hinweis geunden, dass sie vom BMBF dazu aufgefordert worden eien, die Unterlagen der Arbeitsgruppe aus dem Netz zu ehmen, da man künftigen Beschlüssen nicht vorgreifen olle. Das deckt sich mit dem, was Sie uns im Bildungs usschuss gesagt haben, dass Sie warten wollen, bis Erebnisse vorliegen. Diese Ergebnisse sollen dann veröfentlicht werden. Meine Frage lautet: Wie möchten Sie es schaffen, ass eine breite Debatte in der Fachöffentlichkeit hergetellt wird, wenn nicht der Diskussionsprozess transpaent gemacht wird, sondern nur die Ergebnisse zur Verügung gestellt werden? Hinzu kommt, dass Sie jetzt gesagt haben, dass die rgebnisse der Tagung Ende Oktober feststehen sollen. önnen Sie vielleicht noch einmal darstellen, bis wann as abgeschlossen sein soll? Bis wann sollen die endgüligen Entscheidungen gefallen sein? Wie viel Zeit wird ann noch für eine breite und transparente öffentliche ebatte gegeben sein? A Frau Abgeordnete Hirsch, dieser Prozess kann nur ann erfolgreich verlaufen, wenn die relevanten Akteure ie Gelegenheit haben, sich einzubringen. Aus diesem rund ist der Arbeitskreis DQR eingerichtet worden, soass es nicht eine Veranstaltung des Bundes und der änder ist, sondern die relevanten Akteure des Bildungsereiches eine maßgebliche Rolle spielen. In diesem Zuammenhang ist dieser Kongress zu nennen. Auf der anderen Seite müssen wir den Akteuren die elegenheit geben, bestimmte Diskussionen zunächst inmal für sich zu klären. Diese Ergebnisse werden dann uch wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ann natürlich für eine öffentliche Debatte zur Verfüung stehen. Der Prozess insgesamt ist so angelegt, dass der DQR is zum Jahr 2010 erstellt werden soll. Wir sind voll im eitplan. Im Moment geht es – das ist Ihnen auch aus der usschussberatung bekannt – um die Erstellung der Ma rix, also sozusagen des Einordnungssystems für die ualifikationen. Da dies ein Kernelement, ein Herzstück es DQR ist, ist es auch sinnvoll, dass die Akteure nun ie Gelegenheit haben, über die Struktur dieser Matrix iteinander zu verhandeln, bevor sie veröffentlicht wird. Noch eine Nachfrage? Ja, ich habe eine weitere Nachfrage. – Im Bildungs usschuss sind sehr viele offene Fragen zu diesem Cornelia Hirsch Thema aufgetaucht. Den gleichen Eindruck haben wir aus unseren Gesprächen mit den verschiedenen Interessengruppen, die an der Erarbeitung des Deutschen Qualifikationsrahmens beteiligt sind, gewonnen. Die Frage ist, ob die Bundesregierung aus den vielen offenen Fragen, die deutlich geworden sind, in irgendeiner Form Schlussfolgerungen für den weiteren Prozess gezogen hat. Wollen Sie das Verfahren zur Erarbeitung des DQR verlangsamen, und wollen Sie versuchen, auch andere Bereiche einzubeziehen und noch andere Punkte aufzugreifen? Mit anderen Worten: Haben Sie aus der bisherigen Debatte, insbesondere aus der Debatte im Bildungsausschuss, die sehr kontrovers verlief, etwas lernen können? A Frau Abgeordnete Hirsch, die Bundesregierung sieht hierzu keinen Grund, da wir zum einen voll im Zeitplan sind, den sich die relevanten Gremien gegeben haben, und da zum anderen die relevanten Akteure über den Arbeitskreis DQR und über andere Mitwirkungsmöglichkeiten beteiligt sind und daher dieser Prozess aus Sicht der Bundesregierung so verläuft, wie wir uns das vorgestellt haben, sodass wir bis zum Jahr 2010 zu einem erfolgreichen Abschluss kommen können. Danke. – Wir kommen damit zur Frage 9 des Kolle gen Kai Gehring: Wie beurteilt die Bundesregierung die angesichts der aktu ellen Finanzmarktkrise vollzogene Erhöhung der Zinssätze für die Studienkredite der KfW Bankengruppe von 5,95 Prozent – Zinssatz von Dezember 2006 – auf 7,05 Prozent – seit 1. Oktober 2008 gültiger Zinssatz –, und welche hochschulpolitischen Konsequenzen und Schlüsse zieht die Bundesregierung für ihr aktuelles und künftiges Handeln daraus? Herr Staatssekretär, bitte. A Herr Abgeordneter Gehring, ich beantworte Ihre Frage wie folgt: Der Studienkredit ist ein ergänzendes, optionales Angebot, das jungen Menschen unabhängig von bestehenden Sozialleistungsansprüchen gemacht wird. Die Bundesregierung weist auf die Flexibilität des Studienkreditprogrammes hin. Zu feststehenden Terminen zweimal im Jahr kann nicht nur der monatliche Darlehensbetrag geändert werden, sondern in der Rückzahlungsphase auch die Annuität an Zinsen und Tilgungsraten für den Kredit. Die Anhebung des Zinssatzes für Studienkredite auf 7,0 Prozent bzw. 7,05 Prozent effektiv ist eine eigenständige Entscheidung der KfW-Förderbank. Die Bundesregierung nimmt diese Erhöhung der Zinsen zum Anlass, mit der KfW die weitere Entwicklung zu erörtern. Kollege Gehring. N 4 d s g n z c n s r c d S m b r d m i w f d n r b A l d s n s d v d g v t f h d F a F m B (C (D Ganz herzlichen Dank. – Das regt natürlich zum achfragen an, weil die KfW-Studienkredite bereits von 3 000 Studierenden in Anspruch genommen werden, ie jetzt und auch später von der Erhöhung betroffen ein werden. Der KfW-Tilgungsrechner liefert das Erebnis, dass bei einem sechssemestrigen Studium mit eier zurzeit durchschnittlichen Förderhöhe von 490 Euro wischen Oktober 2006 und Oktober 2008 eine zusätzlihe Zinsbelastung von über 3 800 Euro entsteht. Bei eier maximalen Förderdauer von zehn Semestern erhöht ich die Verschuldung sogar um über 10 000 Euro. Deswegen wäre es wichtig, wenn die Bundesregieung aus der Antwort auf die folgende Frage entsprehende Konsequenzen ziehen würde: Ist der KfW-Stuienkredit angesichts der Verschuldungsrisiken aus Ihrer icht ein verantwortbares Studienfinanzierungsinstruent? Halten Sie diesen Kredit für ein attraktives Ange ot – so haben Sie ihn immer verkauft – oder eher für ein iskantes Finanzierungsinstrument, von dem Sie Stuienanfängern jetzt eher abraten? A Herr Abgeordneter Gehring, der KfW-Studienkredit st vor zweieinhalb Jahren mit der Intention eingeführt orden, eine alternative, attraktive Finanzierungsquelle ür die Studierenden anzubieten neben dem BAföG auf er einen Seite und den bestehenden konventionellen Fianzierungsangeboten auf der anderen Seite. Dabei waen zwei Punkte wesentlich: zum einen eine große Flexiilität für die Kreditnehmer und zum anderen eine npassung der Zinsen an die allgemeine Zinsentwick ung. Nun wäre Ihre vorgetragene Berechnung hypothetisch ann richtig, wenn wir den Zinssatz von 7,0 Prozent, der eit 1. Oktober 2008 gilt, in unveränderter Weise für die ächsten Jahrzehnte hätten. Das ist aber sehr unwahrcheinlich. Für den Fall, dass die Zinsentwicklung wieer nach unten geht, wird der KfW-Studienkredit selbsterständlich in entsprechender Weise angepasst, sodass iese Berechnungen, die sehr hohe zusätzliche Belastunen ergeben, mit einem sehr großen Fragezeichen zu ersehen sind. Gleichwohl sieht die Bundesregierung die Attraktiviät eines solchen ergänzenden Angebotes dann als geährdet an, wenn eine zu hohe Zinsbelastung droht. Desalb werden wir in Gesprächen mit der KfW sowohl ieses Finanzierungsangebot im Umfeld der alternativen inanzierungsangebote entsprechend einschätzen als uch die Frage prüfen, ob es Möglichkeiten gibt, dieses inanzierungsinstrument ein Stück weit attraktiver zu achen, insbesondere zur Vermeidung einer zu starken elastung der Studierenden in der Rückzahlungsphase. Wollen Sie noch einmal nachfragen? (Kai Gehring [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ja!)

Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1618210800
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618210900
Krista Sager (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618211000
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1618211100




(A) )


(B) )

Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618211200
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1618211300
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618211400
Cornelia Hirsch (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618211500
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1618211600
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618211700
Cornelia Hirsch (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618211800




(A) )


(B) )

Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1618211900
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618212000
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1618212100
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618212200
Kai Gehring (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618212300
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1618212400
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618212500






(A) )



(B) )


Vizepräsident Dr. h. c. Wolfgang Thierse
Es gibt dann noch drei weitere Nachfragen zu dieser
Frage.


Kai Gehring (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618212600

Ich habe noch eine Nachfrage dazu, dass Sie gesagt

haben, dass sich dieser Zinssatz weiter verändern kann.
Für wie realistisch halten Sie es in Anbetracht der Fi-
nanzmarktkrise, die wir derzeit erleben, dass dieser Zins-
satz im nächsten Jahr, zum Beispiel zum 1. April 2009,
weiter nach oben korrigiert wird, die Verschuldungsrisi-
ken noch stärker steigen und damit die KfW-Banken-
krise ein Stück weit auf dem Rücken derjenigen ausge-
tragen wird, die Studienkredite und auch andere
Bildungskredite der KfW-Förderbank in Anspruch neh-
men?

Mich würde sehr interessieren, ob Sie zum Beispiel
mit den Ländern in Gespräche eintreten werden. Denn
auch bei den Studienkrediten seitens der Landesbanken
sind Zinssteigerungen zu erwarten. Ministerin Schavan
wird offensichtlich morgen in der Leipziger Volkszeitung
ankündigen, dass über denkbare Alternativen nachge-
dacht wird. Mich würde sehr interessieren, welche Alter-
nativen das sind, bis wann Sie prüfen und bis wann Er-
gebnisse vorliegen werden.

A
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1618212700


Herr Abgeordneter Gehring, zunächst einmal hat die
Bundesregierung keine Kenntnis über die künftige Zins-
entwicklung, und zwar nicht nur aufgrund der derzeit
schwierigen Situation auf den Finanzmärkten.

Zu Ihrer Frage nach der Situation in den Ländern. Wir
haben ja im Hinblick auf den KfW-Studienkredit und
Ähnliches teilweise vergleichbare Angebote auf Länder-
seite. Wir werden uns natürlich für die Gespräche mit
der KfW über den Studienkredit diese Angebote an-
schauen und eine Einordnung der Palette der Finanzie-
rungsangebote, die den Studierenden zur Verfügung
steht, vornehmen. Dabei muss ein Leitmotiv sein – das
gilt zumindest für den Bund –, dass wir vermeiden müs-
sen, dass die Studierenden in eine Situation kommen, in
der sie eine finanzielle Belastung haben, die man als zu
hoch empfinden müsste. Dies ist ein Leitgedanke auch
bei der Frage nach möglichen Konsequenzen.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618212800

Es gibt jetzt noch vier Nachfragen zu dieser Frage. –

Zunächst Kollegin Hirsch.


Cornelia Hirsch (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618212900

Ich möchte den letzten Punkt, nach dem Kollege

Gehring gefragt hat, aufgreifen; denn dazu gab es noch
keine Antwort. Auch war ich über Ihre vorherigen Ant-
worten etwas überrascht angesichts dessen, dass wir die
Tickermeldung vorliegen haben, dass Bildungsministe-
rin Annette Schavan sagt – ich zitiere sie –, dass die Zins-
erhöhung ein „falsches Zeichen“ sei und man über
„denkbare Alternativen“ nachdenken müsse. Sie aber sa-
gen uns hier: Das muss nun einmal so sein; so viel kann
sie daran nicht ändern.

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(C (D Mich würde interessieren: Wenn es Überlegungen der undesregierung gibt, daran etwas zu ändern, wenn die undesregierung der Auffassung ist, das Ganze sei ein alsches Signal, wie möchte man das ändern, wie möchte an vorgehen? A Frau Abgeordnete Hirsch, ich habe Ihnen eben deut ich gemacht, dass für die Bundesregierung eine sehr ohe Priorität darin liegt, eine zu große Finanzierungsast für diejenigen Studierenden zu vermeiden, die einen olchen Studienkredit in Anspruch nehmen. Die 7-Proent-Marke ist durchaus eine Grenze – angesichts dieser rößenordnung sehen dies sicherlich wir alle in diesem ause so –, bei der man überlegen muss, ob Maßnahmen rgriffen werden. Aus diesem Grunde werden wir Gespräche mit der fW führen. Dann werden wir schauen, ob es mögli herweise Alternativen zu dem bestehenden Angebot, ob s mögliche Lösungen geben kann. Kollegin Stokar von Neuforn. Silke Stokar von Neuforn (BÜNDNIS 90/DIE RÜNEN)

Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1618213000
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618213100
Ich möchte noch einmal konkret nachfragen: Kann

ich die Bundesregierung vorstellen, dass die Studenten
inen zeitlichen Zusammenhang zwischen der Pleite der
KB und der jetzigen skandalösen Zinserhöhung sehen?

ill die Bundesregierung es wirklich hinnehmen, dass
ie Studenten die Zeche für die Zockerei der IKB zu
ahlen haben? Was gedenken Sie konkret zu tun?

A
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1618213200

Frau Abgeordnete, die Bundesregierung hält es vor

llen Dingen für erforderlich, dass die Diskussion auf ei-
er seriösen Grundlage geführt wird und nicht Zusam-
enhänge hergestellt werden, die objektiv nicht beste-

en.


(Widerspruch bei der LINKEN – Silke Stokar von Neuforn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist doch lächerlich! Das ist ja ein Witz!)


Frau Abgeordnete, ich möchte Ihnen deshalb kurz er-
äutern, was der Zinserhöhung beim KfW-Studienkredit
ugrunde liegt: Das ist die Zinsentwicklung beim 6-Mo-
ats-Euribor. Bei Einführung des KfW-Studienkredits im
pril 2006 lag er bei rund 3,0 Prozent. Er ist bis zum
. Oktober auf 5,4 Prozent, also um 2,4 Prozentpunkte
estiegen.


(Zuruf: Und nun ist er wieder gefallen!)


m gleichen Zeitraum ist der Zinssatz für den KfW-Stu-
ienkredit von 5,11 Prozent auf jetzt 7,0 Prozent gestie-
en. Das sind knapp 1,9 Prozentpunkte. Wenn man sich
as im Verlauf anschaut, dann stellt man fest, dass das
ine ziemlich kontinuierliche Entwicklung ist.






(A) )



(B) )


Parl. Staatssekretär Andreas Storm
Nun kann man – zu Recht – einen Zinssatz von
7,0 Prozent für so hoch halten, dass man nach Möglich-
keiten sucht, den Kredit attraktiver zu gestalten. Einen
Zusammenhang mit anderen Ursachen herzustellen, ist
aber in Hinblick auf das Vertrauen von jungen Menschen
in Instrumente zur Finanzierung ihrer Bildung wenig
hilfreich.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618213300

Kollegin Höhn.


Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618213400

Herr Staatssekretär, ich möchte noch einmal auf die

Frage meiner Kollegin eingehen. Für einen normalen
Studenten stellt sich das doch folgendermaßen dar: Die
KfW ist sehr großzügig gewesen, als es darum ging, ma-
roden Banken Gelder in dreistelliger Millionenhöhe hin-
terherzuschmeißen. Jetzt, wenig später, werden aber die
Kredite für die Studenten erhöht. Die KfW hat in der Be-
völkerung enorm viel Vertrauen verloren.

Ihre Ministerin hat offensichtlich die notwendige Sen-
sibilität, zu sagen: Diese Zinserhöhung ist nicht in Ord-
nung. Sie hingegen drucksen sehr rum. Ich habe eben
mitgeschrieben. Sie haben gesagt: Man muss überlegen,
ob Maßnahmen ergriffen werden. Meinen Sie, dass die
Studenten in diesem Land Verständnis dafür haben, dass
man, wenn es um hohe Zinsen für Studenten geht, erst
überlegen muss, ob man etwas machen kann, obwohl
man in der Lage ist, aufgrund von Fehlern der Banken
innerhalb einer Woche ein dreistelliges Milliardenpaket
zusammenzubekommen? Meinen Sie, dass Studenten
dafür Verständnis haben?

A
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1618213500


Frau Abgeordnete, ich habe eben deutlich gemacht,
dass die Bundesregierung hier einen Handlungsbedarf
sieht und deshalb in Gespräche mit der KfW eintritt.
Wenn Sie sich einmal die Palette ähnlicher Studienkre-
ditangebote anschauen, stellen Sie fest, dass dieser Stu-
dienkredit sich nicht allein in dieser Größenordnung be-
wegt. Deshalb lautet die Frage: Wie kann man eine
sozialverträgliche Lösung finden? Wie können Kreditan-
gebote aussehen, die für die Studierenden auch finan-
zierbar sind? Dies sind die Leitfragen der Bundesregie-
rung bei den Gesprächen in den nächsten Wochen.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618213600

Jetzt Kollegin Sager.


Krista Sager (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618213700

Herr Storm, wir haben heute im Ausschuss auch über

die Anreize für Weiterbildung gesprochen. Sie haben uns
mitgeteilt, dass das Weiterbildungsdarlehen dem erfolg-
reichen Modell der Studienkredite nachgebildet werden
soll. Wie wollen Sie dem Eindruck entgegentreten, dass
in Zukunft nicht nur die Studierenden, sondern auch die
erwachsenen „Weiterbilder“ diesen unverhältnismäßigen
Zinsrisiken ausgesetzt werden, die Folge von Verwer-
fungen an den Finanzmärkten sind? Überlegen Sie zum
Beispiel, mit Verträgen mit fixen Zinssätzen oder mit ga-

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(C (D antierten Zinssatzobergrenzen zu arbeiten? Das sind och die konkreten Fragen. A Frau Abgeordnete Sager, der Ausschuss für Bildung, orschung und Technikfolgenabschätzung hat heute abchließend einen Meilenstein der Weiterentwicklung im eiterbildungsbereich beraten, der drei wesentliche lemente enthält: erstens den Einbau von Entnahmeöglichkeiten für Weiterbildungszwecke in der Vermö ensbildung, zweitens die Einführung einer neuen Weierbildungsprämie bis zu 154 Euro und drittens den ufbau einer breiten Beratungsinfrastruktur für den eiterbildungsbereich mit 600 regionalen Zentren. Es ist auch beabsichtigt, dass wir dies mittelfristig um in Angebot für ein Weiterbildungsdarlehen ergänzen. in solches Angebot für ein Weiterbildungsdarlehen iegt aber in diesen Tagen noch nicht vor, weil es sich ein tück weit als komplizierter darstellt und gestaltet als eispielsweise die Konzeption von Studienkrediten. icht nur vor dem Hintergrund der aktuellen Entwick ung wird die Bundesregierung selbstverständlich ein esentliches Augenmerk darauf richten, dass, wenn es in solches Angebot gibt, dieses angemessene Konditioen für die Weiterbildungsteilnehmer hat. Ich lasse jetzt noch zwei Nachfragen zu dieser Frage u. Dann sollten wir wirklich zur nächsten Frage komen. Zunächst Kollege Thiele und dann Kollegin Kottinghl. Sehr geehrter Herr Staatssekretär, die Zinserhöhung st gerade jetzt erst wirksam geworden. Sie haben auf en Zeitraum seit April 2006 verwiesen und darauf, wie ie Zinsen von 3 auf 4,5 Prozent gestiegen sind. Aber sie ind auch gerade wieder um einen halben Prozentpunkt esenkt worden. Das ist nicht entsprechend berücksichigt, sodass sich schon folgende Frage aufdrängt; sie ist igentlich offensichtlich. Weil der Staat sich zu rot-grüer Zeit an der IKB beteiligt hat, (Lachen der Abg. Bärbel Höhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])

Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1618213800
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618213900
Carl-Ludwig Thiele (FDP):
Rede ID: ID1618214000

ind die Probleme der IKB auch Probleme des Staates
eworden. Dadurch wurden Gelder benötigt, die zum
eil vom Bund gestellt wurden, im Wesentlichen aber
on der KfW. Dadurch ist die Refinanzierungsmöglich-
eit der KfW drastisch eingeschränkt worden. Dadurch
erden die Zinsen der KfW insgesamt erhöht. Ist das
icht der Zusammenhang, in den das zu stellen ist? Denn
da stimme ich den Vorfragestellern ausdrücklich zu –
ier ist doch der Sachzusammenhang zu sehen. Die Stu-
ierenden werden für die Probleme im Zusammenhang
it der Staatsbeteiligung an der IKB zur Kasse gebeten.


(Bärbel Höhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das war von hinten durch die Brust ins Auge!)







(A) )



(B) )

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Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1618214100


Herr Abgeordneter Thiele, der Sachzusammenhang
ist nicht der, dass wir jetzt eine einmalige Anhebung des
Zinssatzes beim KfW-Studienkredit haben. Sie ist viel-
mehr in mehreren Stufen erfolgt. Wenn man sich das an-
schaut und mit dem 6-Monats-Euribor vergleicht, dann
ist jeweils mit einer leicht gedämpften Wirkung die dor-
tige Entwicklung an den Zinssatz für den KfW-Studien-
kredit weitergegeben worden. Von daher ist ein solcher
Sachzusammenhang zunächst einmal nicht unmittelbar
ersichtlich.

Eine Anpassung an eine zwischenzeitlich erfolgte
Veränderung, etwa des Euribor-Zinssatzes, nach unten
ist nach der derzeitigen Regelung erst wieder zum nächs-
ten Stichtag – das ist der 1. April 2009 – möglich. Wir
werden natürlich in den Gesprächen mit der KfW über
all diese Konditionen reden, die von zwei Dingen gelei-
tet sein müssen: Erstens sollte, wenn es eine deutlich
günstigere Zinsentwicklung gibt, diese zu einem Zeit-
punkt, der so früh wie möglich liegt, an die Studierenden
weitergegeben werden, und zweitens – ich betone das
noch einmal – sollte die Belastung der Studierenden
nicht zu hoch werden; hier ist eine Schwelle erreicht, die
auch aus Sicht der Bundesregierung nicht mehr akzepta-
bel ist.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618214200

Kollegin Kotting-Uhl, bitte.


Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618214300

Danke schön, Herr Präsident. – Ich richte meine

Nachfrage an Staatssekretär Storm, obwohl man jetzt
auch in andere Debatten eintreten könnte. Aber ich
glaube, hier ist nicht der Ort dafür.

Wir haben im Sommer die Äußerung von KfW-Chef-
volkswirt Irsch gehört: „Mit dem KfW-Studienkredit
gibt es keinen Grund mehr, ein Studium aus finanziellen
Gründen nicht aufzunehmen.“ Glauben Sie nicht auch,
dass in der jetzigen Situation genau das wieder eintreten
könnte, was wir alle immer versucht haben zu vermeiden
bzw. wovon wir wegkommen wollten, nämlich dass
junge Menschen genau aus diesen Gründen überlegen,
ob sie sich ein Studium überhaupt leisten können? Wer
soll Ihrer Meinung nach jetzt mit welcher Art von Äuße-
rungen Studierende motivieren, zu einem solchen Stu-
dienkredit zu greifen?

A
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1618214400


Frau Abgeordnete Kotting-Uhl, ich darf erstens auf
meine Antwort von vorhin verweisen, in der ich erläutert
habe, dass bei dem Mechanismus, der dem KfW-Stu-
dienkredit zugrunde liegt, nicht davon auszugehen ist,
dass wir nun dauerhaft eine Zinsbelastung von 7 Prozent
hätten, wenn nichts geändert würde.

Ich darf zweitens darauf verweisen, dass die Bundes-
regierung aus der Überzeugung heraus, dass das derzei-
tige Zinsniveau des KfW-Studienkredits zu hoch ist, mit

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(C (D er KfW Gespräche führen wird, um eine attraktivere ösung im Sinne der Studierenden zu finden. Gut. Danke schön. – Wir kommen damit zur Frage 10 der ollegin Sylvia Kotting-Uhl; auch diese Frage gehört och zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für ildung und Forschung. Gibt es Schweigeklauseln in den Verträgen zwischen dem Helmholtz-Zentrum München und seinen mit dem Forschungsbergwerk Asse II befassten Mitarbeitern bzw. ehemaligen Mitarbeitern (siehe Artikel „Atomfässer müssen aus der Asse raus“, Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 7. Oktober 2008)

Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618214500
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618214600
rung, darauf hinzuwirken, dass diese Stillschweigevereinba-
rungen aufgehoben werden?

err Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Rachel
teht zwecks Beantwortung zur Verfügung. Bitte sehr,
err Rachel.

T
Thomas Rachel (CDU):
Rede ID: ID1618214700


Vielen Dank, Herr Präsident. – Frau Kollegin
otting-Uhl, zu Ihrer Frage darf ich Ihnen antworten: In
en Arbeitsverträgen, die für die Mitarbeiter der
chachtanlage Asse abgeschlossen wurden, sind keine
lauseln enthalten, die dem Arbeiternehmer eine
chweigepflicht auferlegen. Für die Mitarbeiter der
chachtanlage Asse gelten damit die gleichen gesetzli-
hen Nebenverpflichtungen zur Verschwiegenheit wie
ür alle anderen Arbeitnehmer auch.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618214800

Nachfrage? – Bitte.


Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618214900

Danke schön, Herr Staatssekretär. Sie müssen schon

ntschuldigen, aber wir waren natürlich in der gemeinsa-
en Sitzung des Forschungsausschusses und des Um-
eltausschusses und bei anderen Gelegenheiten immer
ieder erstaunt darüber, dass so viel Schweigen
errscht.

Daher meine erste Nachfrage: Das BMBF hat nach ei-
ener Aussage erstmals Mitte Juni dieses Jahres davon
rfahren, dass Salzlaugen im Bergwerk Asse radioaktiv
erseucht sind. Hat das BMBF umgehend entsprechende
orschungs- oder Untersuchungsprojekte eingeleitet, um
ie Ursachen festzustellen? Und falls nein: Warum
icht?

T
Thomas Rachel (CDU):
Rede ID: ID1618215000


Frau Kollegin Kotting-Uhl, das Bundesministerium
ür Bildung und Forschung hat gemeinsam mit dem nie-
ersächsischen Umweltministerium, dem NMUK, dem
undesumweltministerium und der Öffentlichkeit am
3. Juni davon erfahren, dass sich kontaminierte Lauge
ußerhalb der Lagerkammer befindet.






(A) )



(B) )


Parl. Staatssekretär Thomas Rachel
Unser Haus hat daraufhin – Sie haben ja gefragt, was
gemacht wurde – ein Gutachten zur Herkunft dieser kon-
taminierten Lauge in Auftrag gegeben. Dieses Gutachten
ist wiederum in den Ihnen bekannten Statusbericht des
NMUK eingeflossen und diesem auch beigefügt.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618215100

Nachfrage? – Bitte.


Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618215200

Danke schön. – Wir wissen also, dass dem BMBF seit

Juni dieses Jahres die radioaktive Verseuchung der
Lauge bekannt ist. Jetzt stellt sich die Frage, seit wann
bekannt ist, dass überhaupt Lauge eintritt. Wir wissen,
dass es den verschiedenen Behörden und auch dem Be-
treiber des damals noch dem Forschungsministerium un-
terstellten Bergwerkes Asse seit den 1980er-Jahren be-
kannt ist, dass Lauge eintritt. Wann hat das BMBF
offiziell zum ersten Mal erfahren, dass überhaupt Salz-
lauge eintritt?

T
Thomas Rachel (CDU):
Rede ID: ID1618215300


Frau Kollegin Kotting-Uhl, seit 1988 fließt eine Na-
triumchlorid-gesättigte Lösung aus dem Deckgebirge in
die Schachtanlage ein. Diese Zutrittslauge wird aufge-
fangen und systematisch beprobt.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618215400

Kollegin Höhn, bitte.


Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618215500

Herr Staatssekretär, Sie haben jetzt noch einmal be-

stätigt, dass das Ministerium erst im Juni erfahren hat,
dass die Freigrenzen von Cäsium 137 überschritten wa-
ren.

Es wäre allerdings interessant, auch zu erfahren, wann
das Ministerium und die Hausspitze das erste Mal erfah-
ren haben, dass es in der Asse kontaminierte Lauge mit
künstlichen Radionukliden, zum Beispiel Cäsium 137,
Tritium oder Kobalt, gibt. Seit wann wussten Sie das?

T
Thomas Rachel (CDU):
Rede ID: ID1618215600


Frau Kollegin Höhn, die zufließenden Flüssigkeiten
sind, wie gesagt, vor rund 20 Jahren festgestellt worden.
Man hat daraus die Konsequenz gezogen, dass sie aufge-
fangen, aber auch beprobt wurden. Dies ist den beteilig-
ten und dafür jeweils zuständigen Institutionen selbstver-
ständlich mitgeteilt worden. Es hat eine systematische
Beprobung stattgefunden. Im Übrigen sind entspre-
chende Rückstellproben im Auftrag des niedersächsi-
schen Ministeriums für Umwelt auch vom TÜV Nord ge-
prüft worden. Dabei sind sie auch im Hinblick auf das
von Ihnen angesprochene Cäsium 137 und auf Tritium
analysiert worden. Das Ergebnis dieser Untersuchung
liegt vor. Es zeigt, dass alle gemessenen Werte unterhalb
der entsprechenden Freigrenzen liegen.


(Bärbel Höhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Er antwortet ja gar nicht! Was macht man denn G s d s A h r l d r E s s F d N d n L B b T d s (C (D da, Herr Präsident? – Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Dass die nicht antworten, ist ja nichts Neues! – Gegenruf der Abg. Elke Ferner [SPD]: Ihr müsst ganz einfach besser fragen! So ist das nun einmal!)



Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618215700

Kollegin Sager, bitte.


Krista Sager (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618215800

Herr Staatssekretär, Bundesumweltminister Sigmar

abriel hat beim Besuch des Endlagers Morsleben ge-
agt, dass das Vertrauen der Bevölkerung in Endlager
urch die Missstände im Bergwerk Asse ruiniert worden
ei und dass nun nur noch absolute Offenheit helfe. Ihre
ntwort war nicht gerade ein Beleg für absolute Offen-
eit. Wäre das BMBF im Sinne absoluter Offenheit be-
eit, dem Parlament die Akten zu Asse II möglichst
eicht zugänglich zu machen?

T
Thomas Rachel (CDU):
Rede ID: ID1618215900


Frau Kollegin Sager, die gleiche Frage haben Sie be-
eits in der letzten Sitzungswoche gestellt.


(Dr. Thea Dückert [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ja! Aber es gab keine Antwort!)


s bleibt bei der Antwort, dass die Bundesregierung
elbstverständlich gerne bereit ist, Ihre Fragen in den zu-
tändigen Ausschüssen, im Umweltausschuss und im
orschungsausschuss, oder im Rahmen der Fragen an
ie Bundesregierung zu beantworten.


(Bärbel Höhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: So schlecht, wie Sie es gerade tun? – Dr. Thea Dückert [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: So, wie Sie das machen, können wir damit nichts anfangen! – Sylvia Kotting-Uhl [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN]: Ob schriftlich oder jetzt und hier – wenn wir keine Antworten kriegen, läuft das auf das Gleiche hinaus! Auf nichts!)



Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618216000

Jetzt hat der Kollege Hofreiter noch eine Nachfrage.


(BÜNDNIS 90/DIE GRÜEN)

Vielen Dank, Herr Präsident. – Mich würde Folgen-

es interessieren: Im Bergwerk gab es auch einen soge-
annten Tiefenaufschluss, in den radioaktiv verseuchte
auge verbracht wurde. Meine Frage: Wann wurden das
MBF und insbesondere die Hausspitze über die Ver-
ringung der kontaminierten Lauge in den sogenannten
iefenaufschluss informiert?


(Dr. Thea Dückert [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Dazu sagt er bestimmt wieder nichts!)


T
Thomas Rachel (CDU):
Rede ID: ID1618216100


Herr Kollege, diese Frage werde ich Ihnen gerne
chriftlich beantworten.






(A) )



(B) )


Parl. Staatssekretär Thomas Rachel

(Dr. Thea Dückert [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ich habe es ja gesagt!)



(BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Auch in der letzten Fragestunde haben Sie zugesagt,
Fragen schriftlich zu beantworten. Darauf warten wir
noch heute; denn das ist immer noch nicht geschehen.
Beantworten Sie diese Frage diesmal wirklich schrift-
lich, oder sagen Sie das hier nur zu?


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618216200

Wir haben die Zusage gehört, und sie ist ja auch im

Bundestagsprotokoll festgehalten.

Als Letzte zu dieser Frage – wir müssen schließlich
ein bisschen vorankommen – Kollegin Flachsbarth,
bitte.


(Dr. Thea Dückert [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: „Ein bisschen vorankommen“! Wenn die Antworten nicht stimmen!)



Dr. Maria Flachsbarth (CDU):
Rede ID: ID1618216300

Vielen Dank, Herr Präsident. – Herr Staatssekretär,

die Kontamination der Lauge und insbesondere die rela-
tiv großen Zuflüsse von 12 Kubikmeter pro Tag bewe-
gen die Republik und natürlich auch dieses Haus seit
Wochen. Herr Bundesminister Gabriel hat diese Frage
auf seiner Sommerreise problematisiert und bei der be-
troffenen Bevölkerung in den Regionen Niedersachsens,
in denen es stillzulegende Bergwerke gibt, in die diese
Lauge verbracht worden war, für nicht unerhebliche Irri-
tationen gesorgt. Der Bundesminister hat in der gemein-
samen öffentlichen Anhörung von Umweltausschuss
und Forschungs- und Bildungsausschuss erklärt, es gebe
für die Freigabe dieser Laugen keine Grenzwerte.

Sind Sie darüber informiert, inwieweit das Bun-
desumweltministerium bzw. das BfS bei der Erarbeitung
solcher Grenzwerte vorangeschritten ist? Denn Sie ha-
ben eben ja richtigerweise ausgeführt, dass weitere Un-
tersuchungen dieser Laugen durch BMBF und NMU in
Auftrag gegeben wurden, bei denen letztendlich keine
Kontamination festgestellt werden konnte.

T
Thomas Rachel (CDU):
Rede ID: ID1618216400


Es gilt tatsächlich, nochmals festzuhalten, dass es sich
hier nur um Laugen handelt, deren Werte unterhalb der
jeweiligen Freigabewerte liegen.

Die Erarbeitung von Freigrenzen, die Sie angespro-
chen haben, liegt in der Zuständigkeit des BMU und des
BfS. Sie werden Verständnis dafür haben, dass Sie diese
Frage unmittelbar an das BMU richten sollten. Ich kann
Ihnen aber sagen, dass es dabei ist, das zu erarbeiten.
Den genauen Zeitpunkt sollte Ihnen aber der Vertreter
des zuständigen Ministeriums nennen.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618216500

Danke schön.

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(C (D Wir kommen damit zum Geschäftsbereich des Bunesministeriums des Innern. Zur Beantwortung steht der arlamentarische Staatssekretär Peter Altmaier zur Verügung. Ich rufe die Frage 11 der Kollegin Petra Pau auf: Auf wessen Veranlassung hin sind die rund 150 Elitepoli zisten der GSG 9 – nach ihrem geplanten Einsatz zur Befreiung entführter Geiseln in der Sahara – unvermummt vor laufenden Kameras und fotografierenden Journalisten über das Rollfeld des Flughafens Berlin-Tegel marschiert, und was unternimmt die Bundesregierung, um zukünftig die Sicherheit dieser Beamten zu gewährleisten (vergleiche den Spiegel vom 6. Oktober 2008)


P
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1618216600


Vielen Dank, Herr Präsident. – Frau Kollegin, die
rage kann ich sehr kurz und knapp beantworten: Die
olizeivollzugsbeamten der GSG 9 der Bundespolizei
ind auf Veranlassung des Bundesministeriums des In-
ern im Einvernehmen mit dem Bundespolizeipräsidium
nd der Leitung der GSG 9 auf dem Rollfeld des Flugha-
ens Tegel in Erscheinung getreten. Es war eine Einzel-
allentscheidung, und sie bedeutet selbstverständlich
eine Abkehr von den bisher praktizierten Maßnahmen
um Schutz der Beamten.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618216700

Nachfragen, Kollegin Pau?


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618216800

Ja, danke, Herr Präsident. – Herr Staatssekretär, durch

hre wahrlich kurze und knappe Antwort werden mir
icht meine Besorgnisse genommen, die ich habe, seit-
em ich diese Fernsehbilder und gestochen scharfen Fo-
os gesehen habe. Deshalb möchte ich gerne wissen, wie
ie die gegenwärtige individuelle Sicherheitslage für
iese Beamten bewerten und welche Vorkehrungen die-
enigen getroffen haben, die für diese Entscheidung ver-
ntwortlich sind, um die Sicherheitsbedürfnisse der
SG-9-Beamten zu berücksichtigen.

Bisher sind sie ja bei allen Gelegenheiten nur ver-
ummt in der Öffentlichkeit aufgetreten, und es werden

us guten Gründen – ich gebe gerne zu: nicht immer von
ns akzeptiert –, selbst dann, wenn sie in Kontakt mit
arlamentariern kommen, Sicherheitsmaßnahmen ge-

roffen, damit ihre Identität nach außen hin nicht offen-
ar wird.


(Wolfgang Wieland [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nur wenn die Linksfraktion kommt!)


P
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1618216900


Frau Kollegin Pau, Sie können davon ausgehen, dass
ie von mir angesprochene Entscheidung nicht getroffen
orden wäre, wenn sie nicht auch im Hinblick auf die
icherheitslage der Beamten verantwortbar und vertret-
ar gewesen wäre.

Dieser Entscheidung lag übrigens die Abwägung zu-
runde, dass wir aus generalpräventiven Gründen ein






(A) )



(B) )


Parl. Staatssekretär Peter Altmaier
Zeichen setzen wollten. Die Bundesregierung ist näm-
lich nicht erpressbar. Potenzielle Entführer von deut-
schen Staatsangehörigen müssen künftig auch mit dem
Einsatz der GSG 9 rechnen.

Insofern möchte ich einen von Ihnen angesprochenen
Punkt korrigieren. Sie sagten: Das geschieht sonst nie,
und das ist noch nie geschehen. – Das ist beispielsweise
auch geschehen, als die damalige GSG-9-Mannschaft
aus Mogadischu zurückgekehrt ist. Auch damals lag die
gleiche Erwägung zugrunde, und sie hat sich nachher in
der Praxis auch bewährt.


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618217000

Gut, dann frage ich noch einmal andersherum: Liegen

Ihnen Erkenntnisse darüber vor, dass GSG-9-Beamte,
die an diesem Einsatz teilgenommen haben und sich hier
in der Öffentlichkeit entsprechend präsentieren mussten,
jetzt irgendeiner Gefährdung ausgesetzt sind oder identi-
fiziert wurden?

P
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1618217100


Davon ist mir nichts bekannt.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618217200

Wir kommen damit zu den Fragen 12 und 13 des Kol-

legen Wolfgang Wieland:
Welche Änderung des Grundgesetzes für den Einsatz der

Bundeswehr im Innern plant die Bundesregierung, und in
welchen Fällen soll der Einsatz der Bundeswehr auch mit spe-
zifisch militärischen Mitteln innerhalb Deutschlands ermög-
licht werden?

Welcher Grad der Konkretisierung einer Gefahr oder Be-
drohung soll nach dem Willen der Bundesregierung vorliegen,
um den Einsatz der Bundeswehr zu ermöglichen, und soll die
Entscheidung darüber, ob polizeiliche Mittel ausreichen oder
nicht, vom jeweiligen Bundesland oder durch einen Bundes-
minister getroffen werden?

P
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1618217300


Vielen Dank, Herr Präsident. – Ich beantworte die
beiden Fragen des Kollegen Wieland im Zusammen-
hang.

Herr Kollege Wieland, Sie wissen, dass die Gefahren-
abwehr in Deutschland grundsätzlich Aufgabe der Län-
der und deren Polizeien ist.


(Wolfgang Wieland [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ich weiß das sehr wohl!)


Mit der Grundgesetzänderung zu Art. 35, die vorbereitet
wird, haben wir im Nachgang zur Entscheidung des
Bundesverfassungsgerichts zum Luftsicherheitsgesetz,
die Sie wahrscheinlich auch kennen werden, eine Rege-
lung beabsichtigt, wonach die Bundesregierung in be-
sonders schweren Unglücksfällen den Einsatz der Streit-
kräfte anordnen kann, wenn polizeiliche Mittel nicht
ausreichen, um die Gefahr abzuwenden. Das heißt, mit
der Änderung von Art. 35 des Grundgesetzes soll die
verfassungsrechtliche Grundlage für einen Streitkräfte-
einsatz mit militärischen Mitteln im Wege der Amtshilfe

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(C (D ei polizeilichen Gefahrenlagen, also ausdrücklich nicht n einem kriegerischen Kontext, geschaffen werden. Das Bundesverfassungsgericht hat in seiner Entscheiung, die ich eben schon zitiert habe, klargestellt, dass m Rahmen der polizeilichen Gefahrenabwehr eine Abägung von Leben gegen Leben, soweit dies unbetei igte Dritte betrifft, nicht zulässig ist. Die zweite Frage, die Sie gestellt haben, bezieht sich uf die Konkretisierung der Gefahr und der Bedrohung. a empfehle ich einen Blick in den Gesetzentwurf. Da in ist nämlich von Abwehr eines besonders schweren nglücksfalls die Rede. Abwehr setzt eine konkret-geenwärtige Gefahr voraus. Das Bundesverfassungsgeicht hat in seinem Urteil, das ich bereits zweimal zitiert abe, auch diesen Gesichtspunkt des noch nicht eingeretenen Schadens und seiner Abwendung präzisiert. Wir erden uns bei der Auslegung von Art. 35 in der Praxis elbstverständlich genau an diesem Urteil orientieren. Gelegenheit zur Nachfrage. Vielen Dank. – Herr Staatssekretär, in den Entwurf ätten wir gerne hineingesehen, wenn er uns zur Verfüung gestellt worden wäre. Nun liest man heute in der üddeutschen Zeitung die Äußerung eines nicht genannen Innenpolitikers der SPD. Ich darf zitieren: Dieses Projekt ist mausetot. Es wird nicht erst im Bundesrat, sondern schon vorher scheitern. Ähnliches las man schon die ganze Woche über. Wie irken sich denn sowohl diese klare Aussage, dass das m Bundesrat keine Zweidrittelmehrheit erhalten wird das haben die Länder, in denen die Grünen bzw. die DP an der Regierung beteiligt sind, bereits gesagt –, als uch der – das ist ja nun ein offenes Geheimnis – veheente Widerstand aller Rechtsund Innenpolitiker der PD auf die Pläne der Bundesregierung aus? Bleibt sie tur? Macht sie weiter, oder kommt sie zur Einsicht? P Herr Kollege Wieland, da der von Ihnen zitierte SPDolitiker namentlich nicht genannt wird (Jerzy Montag [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: „W.“!)

Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618217400
Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618217500
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1618217600

mit „W“ gibt es wahrscheinlich mehrere –, ist es, wie
ie sicherlich verstehen können, schwierig, den Glaub-
ürdigkeitsgrad dieser Aussage zu beurteilen.


(Lachen des Abg. Jerzy Montag [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN] – Jerzy Montag [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN]: Das werden wir ihn dann fragen!)


Im Übrigen schlage ich vor, dass Sie diese Fragen an
ie Kolleginnen und Kollegen der SPD-Bundestagsfrak-
ion richten. Die Bundesregierung hat jedenfalls allen
nlass, ihre gesetzgeberischen Bemühungen weiter vor-






(A) )



(B) )


Parl. Staatssekretär Peter Altmaier
anzutreiben und die dafür vorgesehenen Verfahren ein-
zuhalten.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618217700

Bitte schön, Kollege Wieland.


Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618217800

Herr Staatssekretär Altmaier, ich habe natürlich auch

bei den Innenpolitikern der SPD nachgefragt, die jetzt
leider – wie auch die Rechtspolitiker – sämtlich nicht an-
wesend sind.


(Widerspruch bei der SPD)


– Sorry!


(Jerzy Montag [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Mannhaft zu zweit!)


– Ja, mannhaft zu zweit, aber etwas in meinem Rücken
sitzend, sodass ich sie nicht gleich gesehen habe.

Da wurde uns gesagt, wir beerdigen das gerade in ei-
ner Arbeitsgruppe, und ich könne beruhigt sein, da
bleibe es beerdigt. Jetzt will ich aber einmal anders fra-
gen: Können Sie mir erklären, warum die Bundesjustiz-
ministerin in einer Koalitionsrunde an einem Sonntag of-
fenbar einem Text zustimmt, der völlig verquer zu dem
ist, was hier seit Jahr und Tag in der Debatte über den
Einsatz der Bundeswehr im Inneren vonseiten der So-
zialdemokratie gesagt worden ist, nämlich dass sie ihn
zu Land nicht wolle, dass sie ihn höchstens aus der Luft
und von See her wolle? Können Sie diese Verwirrung
auflösen? Wie kann so etwas zustande kommen?

P
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1618217900


Herr Kollege Wieland, sofern sich Ihre Frage auf in-
terne Debatten des Koalitionspartners bezieht, darf ich
Sie daran erinnern, dass die Bundesregierung das Prinzip
der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten pein-
lich genau beachtet.

Sofern sich Ihre Frage auf das Ergebnis der Runde
vom Sonntag bezieht, das Sie, soweit es mir bekannt ist,
zutreffend dargestellt haben, möchte ich darauf hinwei-
sen, dass diese Runde in der Geschäftsordnung der Bun-
desregierung nicht vorgesehen ist und dass wir – so, wie
ich es eben schon gesagt habe – als federführendes Mi-
nisterium unsere Arbeiten an dieser Frage fortsetzen
werden. Dann werden sich nacheinander das Bundeska-
binett, der Deutsche Bundestag und der Bundesrat dazu
verhalten. Die Ergebnisse wird man dann jeweils zur
Kenntnis nehmen.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618218000

Kollege Montag, bitte.


Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618218100

He
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1618218200
Ich weiß, dass es den Grundsatz der
Nichteinmischung in die Angelegenheiten des Koali-
tionspartners gibt. Es gibt aber auch den Grundsatz „res-
ponsibility to protect“. Dort, wo Sie helfen könnten, soll-

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(C (D en Sie also auch helfen. Nachdem offensichtlich ein ext – Sie haben gesagt, wir hätten ihn lesen können; das onnten wir nicht, weil wir ihn nicht bekommen haben – n einem Gremium formuliert wurde, das nach Ihrer ussage gar nicht vorgesehen ist, lautet meine Frage: önnen Sie uns erklären, ob die Informationen, die wir aben, zutreffen, dass dieser Text zur Änderung des rundgesetzes und zum Einsatz der Bundeswehr im Ineren ohne Einbeziehung der Rechtsund Innenpolitiker er Koalition, also auch Ihrer Fraktion, und ohne Rückprache mit ihnen zustande gekommen ist? P Diese Frage kann ich Ihnen selbstverständlich nicht eantworten, Herr Kollege Montag, (Jerzy Montag [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist mehr als schade!)

Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1618218300

eil sie sich auf den Prozess der inneren Willensbildung
er Bundesregierung bezieht. Auch Vorgängerregierun-
en haben sich bisweilen darauf berufen. Sie werden
ich sicherlich an den von uns gemeinsam besuchten Un-
ersuchungsausschuss, den sogenannten Wahllügenaus-
chuss aus der vorletzten Wahlperiode, noch lebhaft er-
nnern.


(Jerzy Montag [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ich darf noch einmal – –)



Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618218400

Nein, Kollege, Sie dürfen nicht.


(Jerzy Montag [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist sehr schade! Danke!)


Wir kommen damit zu Frage 14 des Kollegen Manuel
arrazin:

Welche Vorbehalte hat die tschechische Regierung gegen
die Zustimmung zum Richtlinienvorschlag zur europäischen
Bluecard auf der Sitzung des europäischen Rates der Justiz-
und Innenminister am 26. September 2008 vorgetragen, und
wie haben die deutsche Regierung und die übrigen Mitglied-
staaten auf die tschechischen Vorbehalte reagiert?

Bitte schön, Kollege Altmaier.

P
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1618218500


Herr Präsident, lieber Kollege Sarrazin, ich bitte um
erständnis. Es geht um eine Sitzung des Rates der In-
en- und Justizminister vom 25. September. Dort hat
an einen Bericht über den Zwischenstand der Verhand-

ungen über die Bluecard-Richtlinie für Hochqualifi-
ierte vorgelegt. Die Mitgliedstaaten haben sich dazu ge-
ußert. Wir haben den Deutschen Bundestag über diese
ebatten gemäß der Vereinbarung zwischen dem Bun-
estag und der Bundesregierung entsprechend unterrich-
et. Darüber hinaus ist es nicht Brauch und nicht üblich,
ber interne Debatten und Argumente im Rat der Innen-
nd Justizminister zu noch nicht abgeschlossenen Ver-
ahren in dieser Form vor dem Deutschen Bundestag zu
erichten.






(A) )



(B) )


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618218600

Haben Sie eine Nachfrage? – Bitte schön.


Manuel Sarrazin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618218700

Danke, Herr Präsident. – Herr Staatssekretär, das Be-

sondere und Neue ist die Umdeutung des Berichts im
Europaausschuss und in der Ratsanfrage zu einer Zwi-
schenvorlage. Der Innenminister hat in der in Rede ste-
henden Sitzung gesagt, er hoffe, dass das auf der nächs-
ten Sitzung des Rates beschlossen werde, und es sei gar
nicht mehr so schlimm, weil man die Bluecard schon
mehr oder weniger beerdigt habe. Da durch Meldungen
der Presse nachvollziehbar ist, dass Tschechien vor al-
lem die Einschränkung der Arbeitnehmerfreizügigkeit
durch Deutschland zu einem Grund gemacht hat, frage
ich die Bundesregierung nach ihrer Einschätzung, ob
Tschechien das und Weiteres vorgetragen hat und was
das für die Verantwortlichkeit der Bundesregierung in
Bezug auf das vorläufige Scheitern der Bluecard bedeu-
tet.

P
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1618218800


Herr Kollege Sarrazin, die Bluecard ist alles andere
als gescheitert. Es ist richtig, dass es bei der Präsident-
schaft die Vorstellung gegeben hat, dass man sich bereits
bei der infrage stehenden Ratssitzung abschließend auf
die Bluecard werde einigen können. Man hat dann aber
festgestellt, dass dazu noch einige Beratungen auf Fach-
und Expertenebene erforderlich sind. Wie Sie wissen,
wird es noch eine Ministerratssitzung unter französi-
scher Präsidentschaft geben. Diese bietet noch einmal
die Chance, zu einer endgültigen Einigung zu gelangen.
Im Übrigen hat sich die Zahl der Vorbehalte auf ganz
wenige reduziert.

Die Spekulationen, die Sie über den konkreten Ge-
genstand des tschechischen Vorbehalts vorgetragen ha-
ben, kann ich aus den bereits dargelegten Gründen nicht
kommentieren und in dieser Form auch nicht bestätigen
oder dementieren. Es ist aber ganz normal, dass über
solch wichtige Vorhaben im Rat der Innen- und Justiz-
minister auch kontrovers diskutiert wird. Trotzdem gehe
ich davon aus, dass es möglich sein wird, bis zum Ende
des Jahres zu einer positiven und abschließenden Ent-
scheidung zu kommen.


Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618218900

Kollege Sarrazin.


Manuel Sarrazin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618219000

Dann würde ich gern nach den aus Sicht der Bundes-

regierung noch offenen Vorbehalten fragen, und zwar
ausdrücklich mit der Maßgabe, mir doch bitte zu sagen,
ob diese Vorbehalte schon bei der Sitzung des Europa-
ausschusses bestanden haben oder ob seit dem Rat neue
Vorbehalte der Bundesregierung vorgebracht worden
sind.

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(C (D P Sie haben alle Berichte und auch den Nachbericht eralten. Der ist, soweit ich mich daran erinnern kann, omplett und gibt Ihnen das vollständige Bild. Es gibt jetzt zwei Nachfragen. Zunächst Kollegin ager. Herr Staatssekretär, welche Unterschiede sehen Sie eim jetzigen Zwischenstand zwischen den Regelungen ür die europäische Bluecard und dem diesjährigen Geetzentwurf der Bundesregierung zur Beschäftigung von usländischen Hochqualifizierten in Deutschland? P Frau Kollegin Sager, es handelt sich um zwei voneiander unabhängige Systeme zur Hochqualifiziertenzuanderung. Sie wissen, dass auf europäischer Ebene die uständigkeiten für Zuwanderung von Drittstaatsangeörigen auf den europäischen Arbeitsmarkt geteilt sind: s gibt eine europäische Zuständigkeit, aber es gibt auch xplizit die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten, selbst die öchstzahlen dieser Zuwanderung festzulegen. Dies ist m Vertrag von Lissabon, der noch nicht in Kraft getreen ist, deklaratorisch festgehalten worden. Uns als deutcher Bundesregierung kam es bei den Verhandlungen or allen Dingen darauf an, diesen Dualismus der beiden echtsinstrumente weiter zu ermöglichen. Wir haben da ür Sorge getragen, dass eine europäische Bluecard, die ir unterstützen und begrüßen, nicht dazu führt, dass die uständigkeit der Bundesrepublik Deutschland, selbst ber den zahlenmäßigen Umfang der Zuwanderung zu ntscheiden, infrage gestellt wird. Deshalb ist es in ukunft beispielsweise nach wie vor möglich, dass wir ür unser System, das mit dem Arbeitsmigrationssteueungsgesetz vorgelegt wird, eigene Verdienstgrenzen estlegen und dass wir regeln, dass es nach diesem Geetz einer Niederlassungserlaubnis für die betroffenen ersonen bedarf. Wir haben großen Wert darauf gelegt, ass diejenigen, die eine Bluecard erhalten haben und ich dann nach einer gewissen Anzahl von Jahren auch n anderen Mitgliedstaaten bewerben können, noch der orrangprüfung unterliegen können, um auf diese Weise u vermeiden, dass nationale Zuständigkeiten ausgeöhlt werden. Kollegin Stokar. Silke Stokar von Neuforn (BÜNDNIS 90/DIE RÜNEN)

Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1618219100
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618219200
Krista Sager (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618219300
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1618219400
Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618219500
Herr Staatssekretär, da wir nicht nach dem Verhand-

ungsstand auf EU-Ebene nachfragen sollen, kann ich
ich auf den Innenausschuss beziehen. Sie persönlich

aben die Bluecard im Innenausschuss als Erfolgspro-
ekt dargestellt. Nach dem Scheitern wegen Tschechien
autet meine Frage: Ist denn die Bundesregierung, die






(A) )



(B) )


Silke Stokar von Neuforn
wegen ihrer Vorbehalte aus der Bluecard ein reines Tou-
ristenvisum gemacht hat, jetzt bereit, einen Teil ihrer
Vorbehalte zurückzunehmen, damit es doch noch zu ei-
ner Einigung kommt? Will die Bundesregierung wirk-
lich die Verantwortung dafür übernehmen, dass es letzt-
endlich an den Vorbehalten aus Deutschland scheitert,
dass die von der Wirtschaft dringend benötigten Hoch-
qualifizierten eine Möglichkeit bekommen, die Arbeits-
plätze einzunehmen, die ausgeschrieben sind? Wann
rechnen Sie denn damit, dass eine Regelung zur Blue-
card, die den Höchstqualifizierten ermöglicht, auf dem
hiesigen Arbeitsmarkt tätig zu werden, in Kraft tritt?

P
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1618219600


Wir haben zum einen durch den Entwurf des Arbeits-
migrationssteuerungsgesetzes, den wir hier im Bundes-
tag eingebracht haben, die Voraussetzung dafür geschaf-
fen, dass Deutschland im Wettbewerb um die weltweit
besten Köpfe seine Position verbessert. Das ist von der
Wirtschaft einhellig begrüßt worden.

Zweitens. Als Ergänzung zu diesem Gesetz halten wir
die Bluecard für ein wichtiges Instrument. Über dieses
Instrument wird zurzeit im Ministerrat verhandelt; es ist
keineswegs gescheitert. Nach meiner Einschätzung gibt
es eine sehr gute Chance, dass die Bluecard bis zum
Ende des Jahres konsensfähig ist und wenigstens eine
politische Einigung im Ministerrat erreicht werden kann.
Dies würde bedeuten, dass es anschließend noch einige
wenige Wochen dauern wird, bis der formelle Beschluss
gefasst werden wird.

Die deutschen Vorbehalte sind im Rahmen der Bera-
tungen ständig reduziert worden, weil die französische
Präsidentschaft viele dieser Vorbehalte berücksichtigt
hat. Daher gehe ich davon aus, dass die Bluecard nicht
am deutschen Widerstand scheitern wird.


(Silke Stokar von Neuforn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Die konkrete Frage, wann sie in Kraft treten wird, haben Sie nicht beantwortet!)



Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD):
Rede ID: ID1618219700

Die Frage 15 des Kollegen Ströbele wird schriftlich

beantwortet.

Nun kommen wir zum Geschäftsbereich des Bundes-
ministeriums der Justiz. Zur Beantwortung der Fragen steht
der Parlamentarische Staatssekretär Alfred Hartenbach zur
Verfügung.

Ich rufe die Frage 16 der Kollegin Dagmar
Enkelmann auf:

Warum hat die Bundesregierung die bereits im Jahr 2004
gegebenen Empfehlungen der EU-Kommission zur Regulie-
rung der Managergehälter bis heute nicht in nationales Recht
umgesetzt, und wie wird sich die Bundesregierung verhalten,
wenn die EU-Kommission, wie von EU-Kommissionspräsi-
dent José Manuel Barroso angekündigt, erneut Vorschläge zur

(vergleiche Gastbeitrag des EU-Kommissionspräsidenten im Handelsblatt, Ausgabe vom 1. Oktober 2008)


Bitte schön, Herr Staatssekretär.

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(C (D A Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Kolegin Dr. Enkelmann! Eine kurze Zusammenfassung einer Antwort auf Ihre Frage vorweg: Soweit der ommissionsvorschlag Empfehlungen zu Transparenz nd Offenlegung von Managervergütungen enthält, gibt s sehr wohl Vergleichbares in Deutschland, sei es im eutschen Corporate Governance Kodex, sei es im Hanelsgesetzbuch. Nicht umgesetzt wurde bislang lediglich ie Empfehlung zur Beteiligung der Hauptversammlung n der Entscheidung über die Managervergütung. Dies urde diskutiert, fand aber mit gewichtigen Argumenten eine Zustimmung. Sollte die Kommission nun nochals Vorschläge unterbreiten, werden wir sie prüfen. ine Arbeitsgruppe der Koalitionsfraktionen befasst sich hnehin mit diesem Thema. Ich komme zur Antwort im Einzelnen. Der Corporate overnance Kodex sorgt für Transparenz hinsichtlich es Vergütungskonzeptes der Gesellschaft insgesamt, nd zwar sowohl schriftlich im online einsehbaren Verütungsbericht als auch mündlich durch Erläuterungen es Aufsichtsratsvorsitzenden in der Hauptversammung. Die individuelle Offenlegung der Managervergüung ist bei den börsennotierten Gesellschaften seit Auust 2005 durch das Gesetz über die Offenlegung der orstandsvergütungen vorgeschrieben. Nicht umgesetzt wurde die Empfehlung, die Hauptersammlung an der Entscheidung über die Vergütung u beteiligen. Die Vereinbarung der Vorstandsvergütung st vielmehr Sache des Aufsichtsrats und unterliegt damit uch der Mitbestimmung in diesem Gremium. Im Rahen der Entlastung des Aufsichtsrats haben die Aktio äre aber heute schon die Möglichkeit, den Vergütungsericht zu diskutieren. Eine Verlagerung der Kompetenz uf die Hauptversammlung begegnet hingegen Bedenen: Zum Ersten würde der Einfluss der Arbeitnehmerseite eschwächt. Zum Zweiten nähme die Diskussion über die oftmals ehr komplexen Strukturen der Vorstandsvergütung ereblichen Raum in der Hauptversammlung ein. Dies önnte – ich sage: könnte – zulasten wichtiger inhaltliher Strategiedebatten gehen. Zum Dritten ist keineswegs sicher, dass eine Beteiliung der Hauptversammlung überhaupt den gewünschen Effekt hätte. Zum Beispiel könnten Vertreter instituioneller Anleger – etwa gut bezahlte Fondsmanager – urchaus ein Eigeninteresse an einem insgesamt hohen ergütungsniveau haben. Zum Vierten schließlich gäbe eine Billigung durch ie Hauptversammlung dem Aufsichtsrat unter Umstänen die Möglichkeit, sich seiner Schadensersatzhaftung ei unangemessener Vergütungsvereinbarung zu entzieen. Sollte die Kommission nun nochmals Vorschläge unerbreiten, werden wir diese selbstverständlich prüfen. avon abgesehen halten wir es jedoch für richtig, den ufsichtsrat stärker in die Pflicht zu nehmen. Die Fest etzung einer unangemessen hohen Vergütung ist straf Parl. Staatssekretär Alfred Hartenbach rechtlich Untreue und führt schon heute nach den §§ 93 und 116 des Aktiengesetzes zur Schadensersatzpflicht. Eine strafrechtliche Verurteilung oder ein Urteil in einem Schadensersatzprozess in diesem Bereich würde vermutlich mehr Wirkung zeigen als die Verlagerung der Entscheidung auf die Aktionäre, die übrigens ihrerseits völlig unterschiedliche Interessen haben. Sie haben das Wort zur ersten Nachfrage, bitte. Danke, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär, die Frage der Begrenzung von Managergehältern und der Haftungsfähigkeit von Managern ist ein Thema, das uns gegenwärtig sehr stark beschäftigt. Die entsprechende Arbeitsgruppe ist hier mehrfach erwähnt worden. Die erste Frage ist: Wann können wir denn nun mit Ergebnissen rechnen, die in Gesetzesform dem Parlament vorgelegt werden und endlich zu entsprechenden Entscheidungen führen? Schließlich sind die Empfehlungen der EU, um die es hier geht, von 2004. Das ist inzwischen vier Jahre her. Ich komme zu meiner zweiten Frage. Am Wochenende konnten wir zur Kenntnis nehmen, dass der Finanzminister gefordert hat, die Höhe der Managergehälter – davon geht er aus – auf 500 000 Euro zu begrenzen. Meine Frage ist: Was tut die Bundesregierung, um dieser Empfehlung des Finanzministers gerecht zu werden? Herr Staatssekretär, die Kollegin Enkelmann hat gleich beide Nachfragen gestellt. A Das war sehr nett von ihr. So kann ich gleich beide Fragen beantworten. Frau Kollegin Enkelmann, dieses Thema ist heute schon ein paar Mal angesprochen worden. Wir beide haben alle dazu gestellten Fragen und Antworten aufmerksam verfolgt. Es gibt da gewisse Grenzen. Die Koalition hat nun einmal vereinbart, dieses Thema in einer Koalitionsarbeitsgruppe zu prüfen. Wie ich die Kolleginnen und Kollegen der Koalitionsarbeitsgruppe kenne, vor allen Dingen diejenigen, die meiner Partei angehören, können wir davon ausgehen, dass sie ausgesprochen fleißig sind. (Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Das glaube ich gern! Aber die Frage ist: Wann liegt das vor?)

Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618219800




(A) )


(B) )

Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618219900
Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618220000
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618220100
Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618220200

– Moment, ich bin gleich fertig. – Deshalb glaube ich,
dass wir bald mit Ergebnissen rechnen können. Wir kön-
nen es nicht beeinflussen. Das wissen Sie, Frau
Enkelmann. Es gibt eine gewisse Gewaltenteilung. So
viel zu der ersten Frage.

Zu Ihrer zweiten Frage. Ich fand gut, was der Finanz-
minister gesagt hat. Wenn ich ihn aber richtig verstanden

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(C (D abe, hat er sich auf diejenigen bezogen, die etwas aus em Fonds erhalten sollen. (Nicolette Kressl, Parl. Staatssekretärin: So ist es! Das ist etwas anderes!)


ch will dem Herrn Finanzminister um Gottes Willen
icht vorgreifen. Ich möchte auch dem Kabinett nicht
orgreifen, das sich damit noch nicht befasst hat. Aber
00 000 Euro sind eine Größe, über die man reden kann.


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618220300

Zu einer Nachfrage hat die Kollegin Kornelia Möller

as Wort, bitte.


Kornelia Möller (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618220400

Sie hatten gerade erwähnt, dass Manager bereits heute

ur Verantwortung gezogen werden können, wenn ihre
ezüge unangemessen hoch sind. Wie viele Manager

ind denn bereits zur Verantwortung gezogen worden?

A
Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618220500


Ich glaube, ich habe gesagt, dass der Aufsichtsrat zur
erantwortung gezogen werden kann, wenn die Vergü-

ung unangemessen hoch ist.

Ich kann Ihre Frage nicht konkret beantworten. Aber
enn es Sie interessiert – das wird schließlich protokol-

iert –, werde ich dafür sorgen, dass Sie die Antwort in-
erhalb einer Frist von vier Wochen bekommen. Wir
rüfen Ihre Nachfrage. Sie bekommen eine Antwort.


(Kornelia Möller [DIE LINKE]: Vielen Dank!)



Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618220600

Danke, Herr Staatssekretär. – Es gibt noch eine wei-

ere Nachfrage. Die Kollegin Elke Reinke hat das Wort.


Elke Reinke (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618220700

Sollte diese Begrenzung der Gehälter nicht für alle
anager gelten, also nicht nur für die beschränkte An-

ahl an Managern, deren Unternehmen Geld aus dem
onds erhalten?

A
Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618220800


Der Herr Bundesfinanzminister hat zu dem Thema
esprochen, das im Moment aktuell ist. Das war sicher-
ich richtig so. Ich verlasse mich auf die Koalitionsar-
eitsgruppe und auf die Klugheit und Weisheit der Bun-
esregierung, dass wir hier zu einer vernünftigen
egelung kommen.


(Christian Lange [Backnang] [SPD]: Sehr gut!)



Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618220900

Danke. – Wir kommen damit zur Frage 17 der Kolle-

in Mechthild Dyckmans:
Teilt die Bundesregierung mittlerweile die zunehmend kri-

tische Haltung bezüglich der im von ihr vorgelegten Bilanz-






(A) )



(B) )


Vizepräsidentin Petra Pau
rechtsmodernisierungsgesetz vorgesehenen Übernahme der
angloamerikanisch geprägten Fair-Value-Bewertung anstelle
des deutschen Vorsichtsprinzips, und teilt sie die Ansicht, dass
aufgrund der Überlegenheit des deutschen Vorsichtsprinzips
gegenüber dem Prinzip der Zeitwertbewertung dieses be-
währte deutsche Prinzip nicht aufgeweicht werden sollte?

Bitte, Herr Staatssekretär.

A
Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618221000


Zunächst, Frau Kollegin Dyckmans, ist darauf hinzu-
weisen, dass im Entwurf des Bilanzrechtsmodernisie-
rungsgesetzes die Einführung der sogenannten Fair-
Value-Bewertung – das war der wesentliche Kern der
Frage, Frau Präsidentin –, also die Bewertung nach dem
aktuellen Marktwert – ich übersetze es gleich für alle,
die das nicht wissen –, nicht allgemein vorgesehen ist,
sondern nur für bestimmte Finanzinstrumente in klar ab-
gegrenzten Bereichen. Für diese Bereiche bleibt die
Übernahme der Fair-Value-Bewertung grundsätzlich
weiterhin sinnvoll, um die Transparenz der Bilanzen zu
erhöhen und sicherzustellen, dass alle Risiken in den Bi-
lanzen ausgewiesen werden. Dies gilt auch vor dem Hin-
tergrund der aktuellen Situation auf den Finanzmärkten.

Richtig ist allerdings, dass sich die Finanzmärkte der-
zeit weltweit in einer Ausnahmesituation befinden. Aus
diesem Grund werden für die internationalen Rech-
nungslegungsregeln, IFRS, auf EU-Ebene gerade Ab-
schreibungsregelungen beschlossen, die die bisherigen
strengen Bestimmungen lockern und es den Banken er-
möglichen, den sich aus Wertverlusten ergebenden Ab-
schreibungsbedarf in vernünftigen Grenzen zu halten.
Das ist sachgerecht. Auch das von der Bundesregierung
am Montag beschlossene Maßnahmenpaket zur Finanz-
marktstabilisierung stützt diesen Weg. Aber ganz deut-
lich: International bleibt es im Grundsatz bei dem Prin-
zip, dass Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert
auszuweisen sind. Ob wir die Regelungen des Bilanz-
rechtsmodernisierungsgesetzes im Einzelnen an die neu-
esten internationalen Entwicklungen anpassen müssen,
das werden wir in der für Dezember vorgesehenen und
schon beschlossenen Anhörung des Rechtsausschusses
und in den anschließenden Ausschussberatungen klären
müssen.


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618221100

Sie haben das Wort zur ersten Nachfrage, bitte.


Mechthild Dyckmans (FDP):
Rede ID: ID1618221200

Schönen Dank. – Herr Staatssekretär, meine erste

Nachfrage – Sie haben es schon angesprochen –: Wie
will die Bundesregierung gewährleisten, dass es bei der
vorgesehenen Bilanzierung von zu Handelszwecken er-
worbenen Finanzinstrumenten, die nach der Fair-Value-
Bewertung bilanziert werden sollen, nicht zu ähnlichen
Turbulenzen kommt wie jetzt bei der Finanzmarktkrise?

A
Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618221300


Zunächst einmal wird es im Wesentlichen bei der
Bilanzierung nach Handelsrecht bleiben. Es geht nur um

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(C (D nternehmen, die Finanzinstrumente haben, die sie zu andelszwecken erworben haben. Wir werden das insesondere bei Kreditinstituten im Hinblick auf den Hanelsbestand anpassen müssen. Sie wissen, dass wir diesen eg gehen müssen, weil wir internationale Entwicklun en haben. Wir müssen im Moment nicht die Sorge haben, dass s, wie Sie eben gesagt haben, zu weiteren Turbulenzen ommt. Ich bin sehr überzeugt, dass dieses Maßnahmenaket, das Finanzmarktstabilisierungsgesetz, in spätesens einem Jahr den Weg nach vorne zeigt. Ihre zweite Nachfrage, bitte. Ich würde gerne wissen, ob nach Meinung der Bun esregierung die Diskussion hinsichtlich der Bilanzieungsvorschriften, die wir im Moment führen, weitere onsequenzen für das Gesetzgebungsverfahren haben uss, insbesondere hinsichtlich des Inkrafttretens: Wird s sich verlängern? Ist auch vorgesehen – das ist angeichts der Finanzmarktkrise jetzt in der Diskussion –, ass es nach dem HGB zu einer Umwidmung, zum Beipiel aus dem Handelsbestand in das Anlagebuch, ommt? Oder hat die Bundesregierung die Vorstellung, ass man das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz da geebenenfalls noch ändern muss? A Das waren drei Fragen in einer; aber ich will sie gern tück für Stück beantworten. (Mechthild Dyckmans [FDP]: Ich darf immer Unterfragen stellen!)

Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618221400
Mechthild Dyckmans (FDP):
Rede ID: ID1618221500
Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618221600

Ja, natürlich. Das ist doch in Ordnung.

Erstens. Wie ich eben schon gesagt habe, treten wir
etzt – das ist auch sehr gut – in ein sehr intensives Bera-
ungsverfahren ein. Ich glaube, dass uns die Anhörung
m Rechtsausschuss hier weitere Wege weisen wird. Wir
aben dann auch schon Erfahrungen, wie sich das im Fi-
anzmarktstabilisierungsgesetz verankerte Maßnahmen-
aket auswirken wird.

Der zweite Punkt. Wir werden es – sehr zum Leidwe-
en des Kollegen Manzewski – befristen. Wir werden
it der Änderung des § 19 Abs. 2 der Insolvenzordnung

in Instrumentarium schaffen, das Folgendes gewähr-
eistet: Wenn einmal eine Überschuldung eintreten
ollte, kommt ein Unternehmen – das gilt übrigens auch
ür KMU – nicht sofort ins Trudeln.

Verzeihung, wie war die dritte Frage?


(Mechthild Dyckmans [FDP]: Inkrafttreten!)


Auch das ist eine Frage, Frau Kollegin, die wir in der
eiteren Beratung im Rechtsausschuss klären können.
ir sind durch die beiden Richtlinien, die wir umsetzen
üssen, ein bisschen gebunden, aber wir können das be-

bachten und werden das dann regeln.






(A) )



(B) )


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618221700

Zu einer weiteren Nachfrage hat der Kollege Thiele

das Wort.


Carl-Ludwig Thiele (FDP):
Rede ID: ID1618221800

Sehr geehrter Herr Staatssekretär, die derzeitige Fi-

nanzmarktsituation und auch die Debatte, die wir heute
führen – dazu gibt es im Moment parallel eine Beratung
mit Anhörung im Haushalts- und Finanzausschuss –,
zeigen: Hier besteht kurzfristig Handlungsbedarf. Wäre
es insofern nicht ratsam, hier einige Regelungen sozusa-
gen vor die Klammer zu ziehen, damit die schon Ende
des Jahres verabschiedet werden können? Muss man im
Weiteren nicht auch überprüfen, ob die Richtlinienvor-
schläge, die ja formuliert wurden, als man noch nicht die
ganze Dramatik der Situation erkannt hatte, auf europäi-
scher Ebene überarbeitet werden müssen? Es scheint ja
so zu sein, dass das deutsche Vorsichtsprinzip dem Zeit-
wertprinzip, wie es im angloamerikanischen Raum ver-
wendet wird, an einigen Stellen deutlich überlegen ist.

A
Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618221900


Das deutsche Vorsichtsprinzip wird auch weiterhin
Geltung haben, weil die kleinen und mittleren Unterneh-
men auch weiterhin nach Handelsrecht bilanzieren kön-
nen und wir nur vorsichtig zum Fair-Value-Prinzip öff-
nen. Der International Accounting Standards Board,
IASB, hat am Montag beschlossen – –


(Wolfgang Wieland [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Was heißt das denn nun übersetzt?)


– Wolfgang, das erzähle ich dir nachher. Okay?


(Wolfgang Wieland [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Amtssprache ist immer noch Deutsch!)



Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618222000

Herr Kollege Wieland, Sie können sich gern zu einer

Nachfrage melden. Die lasse ich dann auch noch zu. An-
sonsten hat jetzt der Staatssekretär das Wort.

A
Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618222100


Der IASB hat am Montag bestimmte Änderungen zur
Umwidmung, nämlich vom Handelsbestand in den An-
lagebestand, beschlossen. Heute hat der europäische Bi-
lanzregelungsausschuss dies beschlossen.

Was können wir vorziehen? Das BilMoG sieht eine
ganze Menge an Änderungen vor, zum Beispiel andere
Grenzen für die Rechnungslegung und für die Bilanzie-
rung nach internationalen Vorschriften. Ich glaube, wir
wären nicht gut beraten, wenn wir einzelne Vorschriften
aus diesem Gesetz herausbrechen und vorziehen wür-
den. Das Gesetz ist in sich sehr gut geschlossen. Ich
habe eben schon gesagt, dass wir im Hinblick darauf,
dass es zu Turbulenzen kommen könnte, gerade bei den
KMU, den § 19 Abs. 2 der Insolvenzordnung befristet

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(C (D ndern werden, sodass hier eigentlich nichts passieren ann. Danke. – Wir sind immer noch beim Geschäftsbe eich des Bundesministeriums der Justiz und kommen un zur Frage 18 des Kollegen Herrn Jerzy Montag: Wie kann bei Berücksichtigung der Tatsache, dass Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble nach Presseberichten bei einem neuen § 89 a des Strafgesetzbuchs, StGB, auf die Notwendigkeit eines Anschlagsvorsatzes verzichten will, eine uferlose Ausweitung der Strafbarkeit von rechtsgutneutralen Handlungen beim neuen § 89 a StGB vermieden werden, um dem vom Grundgesetz in Art. 103 Abs. 2 und vom Bundesverfassungsgericht in seinen Entscheidungen zur Onlinedurchsuchung, zur Vorratsdatenspeicherung und zur automatisierten Kennzeichenerfassung jüngst hervorgehobenen Bestimmtheitsgrundsatz zu genügen? Bitte, Herr Staatssekretär. A Herr Kollege Montag, darf ich die Frage 19 gleich mit eantworten? (Jerzy Montag [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wenn es Ihnen leichter fällt!)

Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618222200
Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618222300

Danke schön. – Sie gestatten das auch, Frau Präsiden-
in?


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618222400

Ich rufe dann auch die Frage 19 des Kollegen Montag

uf:
Wie erklärt die Bundesregierung, dass der Bundesminister

des Innern, Dr. Wolfgang Schäuble, in einem Interview mit
dem Münchner Merkur in den letzten Tagen erklärt hat, dass
eine Einigung mit der Bundesministerin der Justiz, Brigitte
Zypries, erzielt wurde, während eine Sprecherin des Bundes-
ministeriums der Justiz dem widersprach und erklärte, dass an
einer Einigung noch gearbeitet wird, und ist angesichts dieser
Differenzen mit einem Gesetzentwurf zu § 89 a StGB neu zu
rechnen?

A
Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618222500


Herr Kollege Montag – Sie haben das übrigens sehr
ornehm ausgedrückt –, die Arbeiten an einem Regie-
ungsentwurf für ein Gesetz zur Verfolgung der Vorbe-
eitung von schweren staatsgefährdenden Gewalttaten,
VVG, stehen kurz vor dem Abschluss. Bei den Arbei-

en werden auch die verfassungsrechtlichen Vorgaben
erücksichtigt. Das federführende Bundesministerium
er Justiz und das Bundesministerium des Innern arbei-
en derzeit intensiv an der Finalisierung des Entwurfs
nd gehen davon aus, dass der Entwurf in den kommen-
en Wochen im Bundeskabinett beschlossen werden
ann.

Inhaltliche Fragen zu konkreten Einzelregelungen des
ntwurfs können erst nach einem Kabinettsbeschluss be-
ntwortet werden. Das anschließende Gesetzgebungs-
erfahren bietet für derartige Fragen ausreichend Gele-
enheit.






(A) )



(B) )


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618222600

Da die Fragen 18 und 19 gemeinsam beantwortet

wurden, haben Sie jetzt die Möglichkeit, insgesamt vier
Nachfragen zu stellen.


Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618222700

Danke, Frau Präsidentin. Vielleicht werde ich das mir

so üppig gewährte Fragerecht aber gar nicht ausnutzen
müssen.

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Hartenbach, die Ly-
rik, die Sie hier vorgetragen haben, war wunderschön.

A
Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618222800


Ich wollte mal Theologe werden.


Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618222900

Ja, wären Sie das mal geworden.


(Heiterkeit im ganzen Hause)


Unser parlamentarisches Interesse ist durch diese
Antwort nicht befriedigt. Meine erste Frage lautet: Wie
können Sie uns erklären, dass es in der Öffentlichkeit zu
einem nachvollziehbaren Dissens dergestalt gekommen
ist, dass der Innenminister erklärte, eine Einigung über
diese neue Strafvorschrift in seinem Sinne sei bereits er-
folgt, woraufhin Ihr Haus intervenieren und ebenfalls in
der Öffentlichkeit erklären musste, das sei mitnichten so,
es gebe immer noch keine Einigung?

A
Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618223000


Herr Kollege Montag, Sie zitieren in Ihrer zweiten
Frage den Münchner Merkur, der sicherlich eine sehr se-
riöse Zeitung ist. Ich pflege, wenn ich die Bundesregie-
rung vertrete, zu Zeitungsäußerungen keine Erklärung
abzugeben, weil ich nicht weiß, wie die stille Post funk-
tioniert hat.


Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618223100

Verzeihen Sie bitte – –


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618223200

Sie stellen jetzt die zweite Nachfrage?


Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618223300

Ja, natürlich. Ich habe ja vier Nachfragen. – Herr

Staatssekretär Hartenbach, wenn Sie schon den Münch-
ner Merkur – obwohl er aus meiner Heimatstadt Mün-
chen kommt – nicht als ausreichend seriöse Zeitung be-
zeichnen – –

A
Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618223400


Ich habe sie als seriöse Zeitung bezeichnet. Das ist
doch gut, oder?

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(C (D Sie ist zwar eine seriöse Zeitung, aber Sie wollen sich azu nicht äußern. Ich möchte noch einmal nachhaken. ine Sprecherin Ihres Hauses ist an die Öffentlichkeit etreten und hat erklärt, dass das, was der Innenminister rklärt hat, nicht stimmt. Er habe zwar behauptet, es ebe eine Einigung in seinem Sinne, aber das sei nicht ahr. Richtig sei hingegen, was das Justizministerium rklärt, nämlich, dass es noch keine Einigung gibt. Dazu öchte ich gerne eine Erklärung haben. Dafür brauchen ir den Münchner Merkur nicht; es sind Erklärungen Ih es eigenen Hauses. A Unser Haus hat das, was wir über den Ticker usw. erahren haben, dementiert. Das ist unser gutes Recht. Haben Sie eine dritte Frage, Kollege Montag? Nein, danke. Wir werden von dem Angebot Gebrauch achen und im parlamentarischen Verfahren, wenn es azu kommt, die inhaltlichen Fragen klären. Der Kollege Wolfgang Wieland hat noch eine Nach rage und damit das Wort. Danke. – Herr Staatssekretär, nicht nur Sie haben de entiert. Wenn man der von Ihnen sicherlich auch als eriös angesehenen Zeitung Die Welt glauben mag, die as Thema unter der Überschrift „Union wirft Justizinisterin Zypries Totalblockade vor“ aufgreift, dann hat uch der Bundesinnenminister dementiert. Ich darf zitieen: Der Innenminister dementierte prompt: Wolfgang Schäuble ließ mitteilen, die Äußerungen der Justizministerin seien unzutreffend und gäben die Einigung falsch wieder. oran sollen wir uns nun halten? Sie dementieren, der undesinnenminister dementiert, und der sächsische Inenminister Mackenroth sagt Folgendes – A Nein, er ist Justizminister. – ja, richtig, der sächsische Justizminister, was seine eriosität noch steigert; da sind wir uns sicher einig –: „Der Zypries-Entwurf erschöpft sich in einem Placeboeffekt“ … „Jeder Verdächtige mit einem halbwegs pfiffigen Verteidiger wird sich dann damit herausreden, dass er ja nur mal Abenteuerurlaub machen wollte.“ Dann solle man lieber gar kein Gesetz machen. Wolfgang Wieland Hat Herr Mackenroth nicht wenigstens damit recht? Wäre es nicht besser, gar kein Gesetz zu machen? Darauf hätte ich gerne eine ehrliche Antwort. A Herr Wieland, das war eine sehr kluge Frage, und Sie bekommen von mir auch eine ehrliche Antwort. Wir halten es sowohl im Bundesjustizministerium als auch im Bundesinnenministerium für geboten, ein Gesetz zu machen, welches es den Ermittlungsund Strafverfolgungsbehörden ermöglicht, gegen jene vorzugehen, die sich in sogenannten Terrorcamps – ob sie in der Lüneburger Heide oder in Afghanistan sind, ist völlig egal – in gewissen handwerklichen, aber auch in gewissen ideologischen Fähigkeiten unterrichten lassen, um mit diesen Fähigkeiten in Deutschland schlimmste Straftaten – staatsgefährdende terroristische Anschläge, wie es richtig heißt – zu begehen. Ansonsten würde ich sagen: Nun gedulden Sie sich noch ein bisschen. Die Presse in diesem Land arbeitet gut und richtig; sie deckt vieles auf, sie weist auf vieles hin, sie schafft auch so viel Neugierde, dass Herr Montag und Herr Wieland Fragen stellen. (Wolfgang Wieland [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie erfinden aber doch nicht die Dementis! Wenigstens die Dementis werden doch echt sein!)

Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618223500
Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618223600
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618223700
Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618223800
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618223900
Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618224000
Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618224100
Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1618224200




(A) )


(B) )

Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618224300

– Augenblick mal!


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618224400

Der Parlamentarische Staatssekretär Hartenbach hat

das Wort.

A
Alfred Hartenbach (SPD):
Rede ID: ID1618224500


Herr Wieland, wir können uns nachher weiter unter-
halten.


(Wolfgang Wieland [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist nötig! Weitere Aufklärung!)


Warten Sie noch ein paar Wochen, und dann werden
Sie einen vernünftigen und guten Gesetzentwurf bekom-
men.


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618224600

Herzlichen Dank, Herr Staatssekretär. – Wir sind da-

mit am Ende des Geschäftsbereichs des Bundesministe-
riums der Justiz.

Nun kommen wir zum Geschäftsbereich des Bundes-
ministeriums der Finanzen. Zur Beantwortung steht die
Parlamentarische Staatssekretärin Nicolette Kressl zur
Verfügung.

Ich rufe Frage 20 des Kollegen Carl-Ludwig Thiele
auf:

Wird die Hypo Real Estate, HRE, als im DAX geführte
Bank von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsauf-
sicht, BaFin, geprüft?

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(C (D Bitte, Frau Staatssekretärin. N Sehr geehrter Herr Kollege, bei dem im DAX geführen Unternehmen handelt es sich um die Hypo Real state Holding Aktiengesellschaft. Finanzholdinggesellchaften sind keine Kreditinstitute im Sinne des Kreditesengesetzes und deshalb auch keine – wie vielleicht us Versehen in Ihrer Frage formuliert worden ist – Banen. Sie werden daher auch nicht von der BaFin oder im uftrag der BaFin geprüft. Im Übrigen haben Sie diese Auskunft bereits am verangenen Mittwoch im Ausschuss von einem Beamten es Hauses sehr ausführlich erhalten. Sie haben das Wort zur ersten Nachfrage, bitte. Herzlichen Dank, Frau Präsidentin. – Die Frage usste heute gestellt werden, weil heute die einzige öglichkeit ist, innerhalb von sechs Wochen öffentlich ragen an die Bundesregierung zu stellen. Dies ist nämich die einzige Sitzungswoche, das andere sind Auschusswochen. Frau Staatssekretärin, wie können Sie sich denn dann rklären, dass die Sprecherin der BaFin – der dpa folend – erklärt hat, dass es eine gemeinsame Aufsicht der eutschen und irischen Behörden über die Tochtergesellchaft DEPFA gegeben hat? N Herr Kollege, es kann sein, dass Sie etwas ein bisshen durcheinander bringen. Sie fragen jetzt nicht nach er Holding, sondern nach der irischen Tochter, die etas anderes ist, nämlich eine Banktochter. Diese hat ih en Sitz in Irland und unterliegt im Kern der irischen ankenaufsicht; sie hat ausschließlich im Rahmen einer onsolidierten Aufsicht Meldemöglichkeiten an die Holing. Es ist darauf hinzuweisen, dass eine konsolidierte ufsicht ausdrücklich nicht eine Liquiditätsüberwa hung beinhaltet. Bei den Problemen, über die wir im ahmen der Hypo Real Estate reden, geht es aber um iquiditätsfragen. Ich vermute – das kann ich aber nur vermuten –, dass ich die Sprecherin der BaFin ausschließlich auf die konolidierte Aufsicht, also auf die stark eingeschränkte ruppenaufsicht, bezogen hat. Sie haben das Wort zu einer zweiten Nachfrage, bitte. Frau Staatssekretärin, wie erklären Sie sich, dass Bun esbankpräsident Weber für seine Bankenaufsicht erlärt hat, dass sie die Probleme bei der DEPFA die ganze Carl-Ludwig Thiele Zeit im Auge gehabt habe, obwohl sie gar nicht zuständig war, Prüfungen vorzunehmen? N Ich bin nicht in der Lage, die Worte des Bundesbankpräsidenten, „im Auge gehabt habe“, zu interpretieren. Das steht mir nicht zu. Ich kann Ihnen die faktische und rechtliche Lage beschreiben. Diese ist ausdrücklich so, dass die irische Tochter nicht der deutschen Bankenaufsicht untersteht, während die deutsche Tochter mit Sitz in München, die es auch noch gibt, natürlich der Aufsicht der BaFin unterliegt, weil es sich um ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland handelt. Ich weiß nicht, ob Sie das wirklich auseinanderhalten. Wir kommen damit zur Frage 21 des Kollegen Thiele: Warum hat die Bundesregierung nach dem Erwerb der Deutschen Pfandbriefbank AG, DEPFA, durch die Hypo Real Estate nicht darauf gedrängt, dass die DEPFA von der BaFin geprüft wird? Bitte, Frau Staatssekretärin. N In der Bundesrepublik Deutschland übt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, BaFin, die Aufsicht über die Kreditinstitute nach den Vorschriften des Kreditwesengesetzes in eigener Zuständigkeit aus. Auch aus dieser Frage ist nicht klar geworden, von welcher DEPFA Sie sprechen. Ich gehe einmal davon aus, dass Sie das Institut mit Sitz in München meinen. Es ist völlig klar, dass diese DEPFA vor und nach dem Erwerb durch die HRE der Aufsicht der BaFin unterlag. Die in Deutschland ansässige Bank wurde dementsprechend entweder durch die BaFin oder im Auftrag der BaFin geprüft. Sie haben das Wort zur ersten Nachfrage, bitte. Fra Warum hat die Bundesregierung nach dem Erwerb der Deutschen Pfandbriefbank AG, DEPFA, durch die Hypo Real Estate nicht darauf gedrängt, dass die DEPFA von der BaFin geprüft wird? Die DEPFA als irische Bank wurde im Sommer letzten Jahres von der Hypo Real Estate erworben und unterliegt nach Auffassung der Bundesregierung nicht der Bankenaufsicht, weil es ein irisches Institut ist und die Hypo Real Estate ausschließlich eine Holdingfunktion hat. Da die Holding keine Bankgeschäfte betreibt, wird sie auch nicht überprüft. Wenn aber der Bundesregierung bekannt ist, dass die Holding im Sommer letzten Jahres eine irische Bank gekauft hat und sich sämtliche Probleme der irischen Bank auf das Gesamtinstitut auswir k s W f d P l w b s d e b r h r F i c e F D d s ü h S t d d T s g d d w d S s d S (C (D en, dann muss ich fragen: Weshalb hat es an die Auficht keinen Hinweis gegeben, hier tätig zu werden? eshalb wurde der Gesetzgeber nicht beauftragt, not alls gesetzliche Möglichkeiten zu schaffen? N Erstens. Sie haben in Ihrer Frage unterstellt, dass die robleme bekannt gewesen seien. Ich will hier ausdrück ich deutlich machen, dass die Bundesregierung und ahrscheinlich auch Sie von den Liquiditätsengpässen is vor kurzem noch nichts wussten. Zweitens. Wir haben im Ausschuss auch darüber geprochen, inwieweit die Bankenaufsicht über eine geänerte Gesetzgebung, die wir uns vorgenommen haben, rweitert werden kann und inwieweit die Holdings einezogen werden müssen. Ich sage noch einmal: Die echtliche Lage ist so, wie ich sie vorhin beschrieben abe. Entsprechend ist auch gehandelt worden. Sie können noch eine zweite Nachfrage stellen. Frau Staatssekretärin, es gibt praktisch keinen Be eich der Wirtschaft, der so eng geregelt wird wie die inanzwirtschaft mit dem Kreditwesengesetz. Dabei ist nsbesondere Sorge dafür zu tragen, dass es eine ausreihende Eigenmittelausstattung gibt und die Liquidität ntsprechend gesichert ist. Der Präsident der BaFin hat gerade erklärt, dass im ebruar dieses Jahres eine Sonderprüfung der irischen EPFA durch die BaFin angeordnet worden sei. Wäre es aher nicht erforderlich gewesen, dass die Bankenauficht oder das Finanzministerium, welches die Aufsicht ber die Aufsicht führt, darauf hingewiesen hätte, dass ier gesetzlicher Handlungsbedarf besteht? Oder sind ie der Auffassung, dass man mit den angewandten Mit eln in ausreichender Weise vorgehen konnte? N Herr Kollege Thiele, ich will zum einen noch einmal arauf hinweisen: Die Frage der Prüfung der irischen ochter ist immer im Rahmen der konsolidierten Auficht behandelt worden. Deren Kompetenzen habe ich erade beschrieben. Ich will zum anderen darauf hinweisen, dass sowohl ie Bundeskanzlerin als auch das Finanzministerium eutlich gemacht haben, dass wir uns mit der Frage, inieweit Aufsichtsstrukturen noch einmal überprüft weren und gegebenenfalls – das ist etwas komplizierter, als ie es darstellen – entsprechend verändert werden müsen, beschäftigen werden. Auch der Ausschuss hat sich ies vorgenommen. Die Fragen 22 und 23 des Kollegen Dr. Herbert chui, die Fragen 24 und 25 des Kollegen Werner Vizepräsidentin Petra Pau Dreibus sowie die Fragen 26 und 27 des Kollegen Dr. Axel Troost, welche sich ebenfalls mit der Finanzmarktkrise beschäftigen, werden schriftlich beantwortet. Wir kommen damit zur Frage 28 der Kollegin Kornelia Möller: Wer sind die größten Gläubiger der Hypo Real Estate Holding, deren Forderungen durch das Rettungspaket von nunmehr insgesamt 50 Milliarden Euro kurzfristig bedient werden können, und in welcher eigentumsrechtlichen Beziehung stehen diese Gläubiger zu den Banken, die an der Auffanglösung der Hypo Real Estate Holding beteiligt sind? Bitte, Frau Staatssekretärin. N Sehr geehrte Frau Kollegin Möller, die Bundesregierung informiert die Mitglieder des Deutschen Bundestages kontinuierlich im Rahmen des Haushaltsausschusses über Fragen des Rettungspakets. Sie informiert im Übrigen nicht nur im Rahmen des Haushaltsausschusses; es gibt schon seit einiger Zeit eine gemeinsame Sitzung des Haushaltsausschusses und des Finanzausschusses zum Thema Rettungspaket. Es ist uns allerdings, bezogen auf Ihre Frage, nicht möglich, die Gläubigerstruktur eines privaten Unternehmens öffentlich bekannt zu geben, weil dies ebenso wie die Aufschlüsselung der am Rettungspaket beteiligten Unternehmen vertrauliche Daten sind, bei denen Belange Dritter betroffen sind. Sie haben das Wort zur ersten Nachfrage. Vielen Dank, Frau Staatssekretärin. – Wenn die Bun desregierung daran beteiligt sein wird, ist es dann nicht möglich, mehr Aufklärung zu bekommen? N Ich will Ihnen noch einmal verdeutlichen, dass die Bundesregierung sozusagen nicht aus Lust und Laune entscheidet, inwieweit sie Informationen weitergibt, sondern dass wir selbstverständlich die Informationsrechte des Parlaments einhalten. Aber hier sind nicht nur die Interessen des Parlaments und die der Bundesregierung betroffen, sondern es geht um die Interessen der beteiligten Unternehmen. Über deren Interessen kann sich die Bundesregierung ausdrücklich nicht hinwegsetzen. Diese Kompetenz, diese rechtliche Möglichkeit besteht nicht. Sie haben das Wort zur zweiten Nachfrage. Ich danke Ihnen. – Es geht sicherlich nicht um Lust und Laune, sondern um ein berechtigtes Interesse, gerade wenn es um eine Bürgschaft in Höhe von 50 Milliarden Euro geht. d – d S G n b F d w p s K d l ö w 3 3 4 B F d B H p d s N 1)

Nicolette Kressl (SPD):
Rede ID: ID1618224700
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618224800
Carl-Ludwig Thiele (FDP):
Rede ID: ID1618224900
Nicolette Kressl (SPD):
Rede ID: ID1618225000
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618225100
Carl-Ludwig Thiele (FDP):
Rede ID: ID1618225200




(A) )


(B) )

Nicolette Kressl (SPD):
Rede ID: ID1618225300
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618225400
Nicolette Kressl (SPD):
Rede ID: ID1618225500
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618225600
Carl-Ludwig Thiele (FDP):
Rede ID: ID1618225700
Rede von: Unbekanntinfo_outline
Rede ID: ID1618225800
Nicolette Kressl (SPD):
Rede ID: ID1618225900
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618226000
Carl-Ludwig Thiele (FDP):
Rede ID: ID1618226100
Nicolette Kressl (SPD):
Rede ID: ID1618226200
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618226300




(A) )


(B) )

Nicolette Kressl (SPD):
Rede ID: ID1618226400
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618226500
Kornelia Möller (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618226600
Nicolette Kressl (SPD):
Rede ID: ID1618226700
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618226800
Kornelia Möller (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618226900
(C


(D (Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Ein Interesse der Öffentlichkeit!)


N
Nicolette Kressl (SPD):
Rede ID: ID1618227000


Auch Sie sind sicherlich schon darüber informiert
das kann gerne noch einmal erläutert werden –, dass

ie Bundesregierung die Interessen Dritter nicht in dem
inne verletzen kann, dass sie öffentlich über private
läubigerstrukturen informiert. Auch wenn es Ihnen
icht gefällt: Wir sind an diese rechtlichen Vorgaben ge-
unden.


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618227100

Danke, Frau Staatssekretärin.

Die Fragen 29 und 30 der Kollegin Ulla Lötzer, die
ragen 31 und 32 der Kollegin Dr. Gesine Lötzsch und
ie Fragen 33 und 34 der Kollegin Dr. Barbara Höll,
elche sich allesamt ebenfalls mit diesem Themenkom-
lex beschäftigen, werden schriftlich beantwortet und
ind damit natürlich nicht nur für die Kolleginnen und
ollegen, sondern auch für diejenigen, die das Protokoll
es Deutschen Bundestages zur Kenntnis nehmen wol-
en, einsehbar. – So viel zum gerade eben debattierten
ffentlichen Interesse.

Die Frage 35 des Kollegen Hans-Christian Ströbele
ird schriftlich beantwortet wie auch die Fragen 36 und
7 der Kollegin Sabine Zimmermann, die Fragen 38 und
9 der Kollegin Christine Scheel und die Fragen 40 und
1 des Kollegen Hans-Josef Fell.

Wir sind damit am Ende des Geschäftsbereiches des
undesministeriums der Finanzen. Ich danke Ihnen,
rau Staatssekretärin.

Wir kommen damit zum Geschäftsbereich des Bun-
esministeriums für Wirtschaft und Technologie. Zur
eantwortung steht der Parlamentarische Staatssekretär
artmut Schauerte zur Verfügung.

Die ersten drei Fragen befassen sich mit der Daten-
anne bei der Deutschen Telekom AG. Da die erste Frage,
ie Frage 42, von mir gestellt wurde, muss sie bitte
chriftlich beantwortet werden, Herr Staatssekretär.1)

Ich rufe die Frage 43 der Kollegin Silke Stokar von
euforn auf:

Welche politischen, rechtlichen und administrativen
Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus dem Ab-
handenkommen von mehr als 17 Millionen Kundendaten im
Bereich der Mobilfunksparte T-Mobile, und wie beurteilt sie
das Verhalten des Unternehmens, den Diebstahl privater An-
gaben wie Adressen, Geburtsdaten, Handynummern und teils
auch E-Mail-Adressen gegenüber den Betroffenen und den
Aufsichtsbehörden zu vertuschen, obwohl diese Daten jahre-
lang von Unbefugten, wie einem Erotikunternehmen, gespei-

(vergleiche Kölner Stadt-Anzeiger vom 7. Oktober 2008)


Bitte, Herr Staatssekretär.

Die Antwort auf die Frage 42 lag bei Redaktionsschluss nicht vor
und wird deshalb im Plenarprotokoll der 183. Sitzung veröffent-
licht.






(A) )



(B) )

H
Hartmut Schauerte (CDU):
Rede ID: ID1618227200


Frau Präsidentin! Die Abgeordnete Stokar von
Neuforn fragt die Bundesregierung zum Thema Daten-
panne bei der Deutschen Telekom. Die Antwort auf die
Frage 43 lautet wie folgt:

Die bekannt gewordenen Datenschutzlücken bei der
Deutschen Telekom sind nach Kenntnis der Bundesre-
gierung derzeit Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens
der Staatsanwaltschaft Bonn. Erkenntnisse zu den kon-
kreten Ermittlungsergebnissen liegen der Bundesregie-
rung nicht vor. Die Bundesregierung betrachtet die neu-
erlich bekannt gewordenen Vorkommnisse jedoch
ebenso wie die Datenschutzsituation in der Telekommu-
nikationsbranche insgesamt mit Sorge. Sie hat bereits im
Juni auf Einladung des Staatssekretärs im Bundesminis-
terium des Innern, Dr. Bernhard Beus, und erneut am
18. September 2008 mit Vertretern der Telekommunika-
tionsbranche erörtert, wie der Datenschutz im Telekommu-
nikationssektor wirksam gewährleistet werden kann. An
den Gesprächen haben neben Vertretern der Deutschen
Telekom AG sowie der Telekommunikationsbranchenver-
bände BITKOM und vatm das Bundesministerium der
Justiz, die Bundesnetzagentur sowie mein Haus teilgenom-
men. Die Bundesnetzagentur, der nach § 109 TKG die Si-
cherheitskonzepte der Telekommunikationsunternehmen
vorzulegen sind, hat ihrerseits parallel zur Staatsanwalt-
schaft Untersuchungen aufgenommen, ebenso der Bun-
desbeauftragte für den Datenschutz und die Informati-
onsfreiheit.

Die Deutsche Telekom AG hat zwischenzeitlich auch
in der Mobilfunksparte eine ganze Reihe kurz-, mittel-
und langfristiger Maßnahmen zur Ergänzung ihres Da-
tenschutzkonzepts auf den Weg gebracht, aus denen sich
mit Blick auf das geplante Bundesdatenschutzauditge-
setz gute Ansätze für die Entwicklung branchenweiter
Datenschutzempfehlungen ergeben können.

Eine abschließende Bewertung kann insoweit jedoch
erst erfolgen, wenn die Klärung der Sachverhalte durch
die laufenden Ermittlungsverfahren abgeschlossen ist.
Mögliche weitere Schritte sollen sodann zeitnah mit der
Bundesnetzagentur sowie dem Bundesbeauftragten für
den Datenschutz und die Informationsfreiheit abge-
stimmt werden.

Darf ich die Frage 44 gleich mitbeantworten?


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618227300

Dann rufe ich die Frage 44 der Kollegin Silke Stokar

von Neuforn auf:
Ab wann wurde die Bundesregierung über diese „Daten-

panne“ informiert?

Bitte, Herr Staatssekretär.

H
Hartmut Schauerte (CDU):
Rede ID: ID1618227400


Die Antwort ist: Die Bundesregierung wurde von der
Datenpanne bei T-Mobile erst im Zuge der beabsichtig-
ten Spiegel-Veröffentlichung im Oktober 2008 infor-
miert.

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(C (D Sie haben das Wort zur ersten Nachfrage. Silke Stokar von Neuforn (BÜNDNIS 90/DIE RÜNEN)

Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618227500
Sie haben in Ihrer Antwort gesagt: Die Bundesregie-

ung hat von der Datenpanne – ich beziehe mich auf die
eitergabe von 17 Millionen Daten, auf die Weitergabe

on zum Teil geheimen Handynummern – erst im Okto-
er erfahren. Hat die Bundesregierung von sich aus ir-
endwelche Schritte unternommen, um die 17 Millionen
etroffenen, deren Daten unter anderem in einem Ero-

ikversandhandel gelandet sind, umgehend von dieser
atsache zu informieren?

H
Hartmut Schauerte (CDU):
Rede ID: ID1618227600


Nein, das hat die Bundesregierung nicht getan. Das
ann sie richtigerweise erst, wenn der Sachverhalt so
eit aufgeklärt ist, dass wir eine verlässliche Auskunft
en Betroffenen gegenüber verantworten können. Zur-
eit ist das noch nicht der Fall. Ich habe gesagt: Die Er-
ittlungsverfahren laufen. Die Berichte der Deutschen
elekom und der entsprechenden Unternehmen liegen
och nicht vor. Die Bundesnetzagentur hat auch brieflich
och einmal eine kurzfristige Vorlage dieser Berichte
ingefordert. Erst nach Vorlage dieser Berichte ist es ge-
oten und vernünftig, den Betroffenen entsprechende In-
ormationen zu geben.


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618227700

Sie haben das Wort zu einer zweiten Nachfrage.


(BÜNDNIS 90/DIE RÜNEN)

Den Medien war zu entnehmen, dass das BKA auf-

rund der Tatsache, dass möglicherweise auch die Han-
ynummern von Abgeordneten, Ministern und wichti-
en Wirtschaftsleuten weitergegeben wurden, eine
efährdungsanalyse erstellt hat. Warum wurden die Be-

roffenen nicht informiert? Sie oder zumindest das In-
enministerium mussten ja Informationen haben; denn
onst hätte das BKA in diesem Sinne ja gar nicht tätig
erden können.

H
Hartmut Schauerte (CDU):
Rede ID: ID1618227800


Diese Untersuchungen des BKA unterliegen nicht der
uständigkeit des Wirtschaftsministers.


(Silke Stokar von Neuforn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ich frage die Bundesregierung!)


eswegen kann ich auf diese konkrete Frage keine kon-
rete Antwort geben. Ich könnte allenfalls spekulieren,
ber das würde uns nicht weiterbringen.


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618227900

Kollegin Stokar, Sie haben noch die Möglichkeit zu

wei Nachfragen. Ich mache darauf aufmerksam, dass
ir unsere Zeit erschöpft haben. Das heißt, dass ich da-






(A) (C)



(B) )


Vizepräsidentin Petra Pau

nach keine weiteren Fragen zulasse. – Bitte, Kollegin
Stokar.


(BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Ich erwarte, dass die Frage – da ich hier ja Fragen an
die Bundesregierung stelle – schriftlich beantwortet
wird. Ich bin etwas verwundert darüber, dass das Bunde-
sinnenministerium zur Beantwortung von Fragen zu ei-
nem Komplex, der hauptsächlich vom Bundesinnenmi-
nister behandelt wird, nicht zugegen ist.

Meine weitere Nachfrage. Es ist ja offenkundig, dass
die Telekom AG derzeit nicht in der Lage ist, vertrauens-
voll mit Kundendaten im Kommunikationsbereich um-
zugehen. Was unternimmt die Bundesregierung, um zum
Beispiel die Stellen im Bereich der Datenschutzkontrolle
und der Aufsicht über die Telekom auszuweiten?

H
Hartmut Schauerte (CDU):
Rede ID: ID1618228000


Auch für diese Frage gilt, was ich vorhin gesagt habe.
Wir haben die Berichte angefordert. Wir sind dabei, den
Sachverhalt so sorgfältig zu ermitteln, dass vernünftige
Entscheidungen auf dieser Grundlage getroffen werden

bar, dem Unternehmen Deutsche Telekom AG weitere
Staatsaufträge mit sensiblen Daten, wie zum Beispiel im
Zusammenhang mit der Gesundheitskarte, zu übertra-
gen?

H
Hartmut Schauerte (CDU):
Rede ID: ID1618228100


Frau Kollegin, auch dafür gilt die gleiche Antwort.
Konsequenzen – das, was Sie hier einfordern, wäre ja
eine – kann man erst ziehen, wenn der Sachverhalt aus-
reichend aufgeklärt ist. Insoweit – wenn ich das sagen
darf – kommt Ihre berechtigte Frage ein bisschen zu
früh.


(Silke Stokar von Neuforn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ein Moratorium wäre ja wohl angesagt!)



Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618228200

Herzlichen Dank, Herr Staatssekretär.

Wir sind damit am Schluss unserer heutigen Tages-
ordnung.

Die übrigen Fragen werden, wie unsere Regeln es
können. Die Erkenntnisse liegen uns noch nicht vor. Wir
betrachten den Tatbestand als sehr ernst, sehr wichtig
und sehr ärgerlich und haben nicht vor, ihn auf sich beru-
hen zu lassen.


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1618228300

Sie haben die Möglichkeit zu einer vierten Nachfrage.


(BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Ich frage konkret nach: Hält die Bundesregierung es
aufgrund der Datenschutzpannen derzeit für verantwort-

v

d
9

1)

(D orsehen, schriftlich beantwortet.1)


Ich berufe die nächste Sitzung des Deutschen Bun-
estages auf morgen, Donnerstag, den 16. Oktober 2008,
Uhr, ein.

Die Sitzung ist geschlossen.