Protokoll:
16168

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Metadaten
  • date_rangeWahlperiode: 16

  • date_rangeSitzungsnummer: 168

  • date_rangeDatum: 18. Juni 2008

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  • av_timerEnduhrzeit der Sitzung: 15:45 Uhr

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 16/168 Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister Ulrike Höfken (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMbA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Christel Happach-Kasan (FDP) . . . . . . . . Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMbA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Kirsten Tackmann (DIE LINKE) . . . . . . . Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMbA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Peter Jahr (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMbA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . BMbA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMbA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sibylle Pfeiffer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMbA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMbA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 2: 17784 D 17785 A 17785 B 17785 C 17786 A 17786 B 17786 D 17787 A 17788 D 17788 D 17789 A 17789 A 17789 B 17789 C 17789 D Deutscher B Stenografisch 168. Sitz Berlin, Mittwoch, de I n h a l Glückwünsche zum Geburtstag des Parlamen- tarischen Staatssekretärs Peter Altmaier . . . Tagesordnungspunkt 1: Befragung der Bundesregierung: Bericht zur Welternährungslage – Globale Ernährungs- sicherung durch nachhaltige Entwicklung und Agrarwirtschaft; sonstige Fragen an die Bundesregierung Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMbA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Peter Bleser (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMbA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . D D D J D T D M 17796 B 17783 B 17784 B 17784 C Cornelia Behm (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17787 B undestag er Bericht ung n 18. Juni 2008 t : r. Thomas de Maizière, Bundesminister BMbA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Karl Addicks (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Thomas de Maizière, Bundesminister BMbA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ohannes Röring (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . r. Thomas de Maizière, Bundesminister BMbA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . hilo Hoppe (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Thomas de Maizière, Bundesminister BMbA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . arlene Mortler (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 17787 C 17787 C 17787 D 17788 A 17788 A 17788 B 17788 B 17788 C Fragestunde (Drucksache 16/9553) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17790 A II Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 168. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2008 Mündliche Frage 2 Cornelia Hirsch (DIE LINKE) Konsequenzen der Bundesregierung aus den Ergebnissen des Zweiten nationalen Bildungsberichtes insbesondere im Hin- blick auf den deutschen Bildungsföderalis- mus Antwort Andreas Storm, Parl. Staatssekretär BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Cornelia Hirsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Dr. Ilja Seifert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Mündliche Frage 3 Cornelia Hirsch (DIE LINKE) Bereitstellung von finanziellen Mitteln für das von der Bundeskanzlerin angestrebte Ziel „Bildungsrepublik Deutschland“ Antwort Andreas Storm, Parl. Staatssekretär BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Cornelia Hirsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Mündliche Frage 4 Ulrike Höfken (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Farben und grafische Elemente für die ge- plante farbliche Nährwertkennzeichnung auf Lebensmitteln Antwort Ursula Heinen, Parl. Staatssekretärin BMELV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Ulrike Höfken (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Mündliche Frage 5 Ulrike Höfken (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Zusammensetzung der von der Bundesre- gierung neu eingesetzten Arbeitsgruppe zur Nährwertkennzeichnung Antwort Ursula Heinen, Parl. Staatssekretärin BMELV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Ulrike Höfken (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . M D H L m B h l A R Z D M D B s s i A G Z D M W H i A G Z W M D H 1 t A P Z D S M J G r g 17790 B 17790 C 17791 B 17791 C 17791 D 17792 C 17792 C 17793 A 17793 B ündliche Fragen 6 und 7 r. Ilja Seifert (DIE LINKE) altung der Bundesregierung zur laut andesärztekammer Hessen nicht ange- essenen Versorgung von Menschen mit ehinderungen während eines Kranken- ausaufenthaltes sowie notwendiger Hand- ungsbedarf ntwort olf Schwanitz, Parl. Staatssekretär BMG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatzfragen r. Ilja Seifert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . ündliche Frage 8 r. Hakki Keskin (DIE LINKE) ewertung der gegenwärtigen Friedensge- präche zwischen Israel und Syrien hin- ichtlich einer klaren Einbindung Syriens n den Nahostfriedensprozess ntwort ünter Gloser, Staatsminister für Europa . . . usatzfrage r. Hakki Keskin (DIE LINKE) . . . . . . . . . . ündliche Frage 10 olfgang Gehrcke (DIE LINKE) altung der Bundesregierung zu Aussagen m Friedensgutachten 2008 ntwort ünter Gloser, Staatsminister für Europa . . . usatzfragen olfgang Gehrcke (DIE LINKE) . . . . . . . . . ündliche Frage 13 r. Hakki Keskin (DIE LINKE) altung der Bundesregierung zu dem ab . September 2008 geltenden Einbürgerungs- est ntwort eter Altmaier, Parl. Staatssekretär BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatzfragen r. Hakki Keskin (DIE LINKE) . . . . . . . . . . evim Dağdelen (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . ündliche Frage 14 osef Philip Winkler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) eplante Abgrenzung in der Durchfüh- ungsverordnung der ab 1. September 2008 eltenden Einbürgerungstests von den Ori- 17793 C 17794 A 17795 B 17795 B 17795 C 17795 D 17796 C 17796 D 17797 C Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 168. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2008 III entierungskursen nach § 43 Abs. 3 Aufent- haltsgesetz Antwort Peter Altmaier, Parl. Staatssekretär BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Josef Philip Winkler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sevim Dağdelen (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Mündliche Frage 15 Josef Philip Winkler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Befreiung von Einbürgerungstests für Aus- länderinnen und Ausländer mit mindestens Hauptschulabschluss Antwort Peter Altmaier, Parl. Staatssekretär BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Josef Philip Winkler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sevim Dağdelen (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Mündliche Frage 16 Sevim Dağdelen (DIE LINKE) Einbeziehung von Einbürgerungsbewerbe- rinnen und -bewerbern mit deutschem Schul- abschluss in den geplanten bundesweit ein- heitlichen Einbürgerungstest Antwort Peter Altmaier, Parl. Staatssekretär BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Sevim Dağdelen (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Mündliche Frage 17 Sevim Dağdelen (DIE LINKE) Kenntnis der Bundesregierung über die Zusammenarbeit zwischen der NPD und der italienischen Forza Nuova; Organisa- tion eines gemeinsamen Zeltlagers mit grie- chischen und zyprischen Neofaschisten im Sommer 2008 Antwort Peter Altmaier, Parl. Staatssekretär BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Sevim Dağdelen (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . M P B m F d A P Z P D M D V r t S d m r A H Z D S P M W H d D a A C Z W M P H L d u v c A C 17798 A 17798 B 17798 C 17798 D 17799 A 17799 C 17800 A 17800 A 17800 D 17800 D ündliche Frage 18 etra Pau (DIE LINKE) egründung für die Nichterfassung antise- itisch motivierter Schändungen jüdischer riedhöfe im „Kriminalpolizeilichen Melde- ienst – Politisch motivierte Kriminalität“ ntwort eter Altmaier, Parl. Staatssekretär BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatzfragen etra Pau (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE) . . . . . ündliche Frage 25 r. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE) ereinbarkeit der Aussage des Parlamenta- ischen Staatssekretärs beim Bundesminis- er für Wirtschaft und Technologie Hartmut chauerte zur Armut in Deutschland mit en Angaben im Entwurf des aktuellen Ar- uts- und Reichtumsberichts der Bundes- egierung ntwort artmut Schauerte, Parl. Staatssekretär BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatzfragen r. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE) . . . . . evim Dağdelen (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . etra Pau (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . ündliche Frage 27 olfgang Gehrcke (DIE LINKE) altung der Bundesregierung zu im Frie- ensgutachten 2008 zitierten Aussagen des irektors der Europäischen Verteidigungs- gentur ntwort hristian Schmidt, Parl. Staatssekretär BMVg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatzfragen olfgang Gehrcke (DIE LINKE) . . . . . . . . . ündliche Frage 28 etra Pau (DIE LINKE) äufigkeit und Zweck der Nutzung des übecker Flughafens durch die Luftwaffe er Bundeswehr seit dem 1. Januar 2007 nd Zahl der Überflüge bzw. Landeflüge on AWACS-Maschinen der NATO im glei- hen Zeitraum ntwort hristian Schmidt, Parl. Staatssekretär BMVg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17801 B 17801 C 17802 A 17802 B 17802 D 17803 D 17804 A 17804 C 17804 D 17805 B IV Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 168. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2008 Zusatzfragen Petra Pau (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . Lutz Heilmann (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Mündliche Frage 29 Lutz Heilmann (DIE LINKE) Zugehörigkeit des Flughafens Lübeck zu den Low Flying Areas sowie Regelungen der Mindestflughöhe für AWACS an einem zivilen Flugplatz über bewohntem Gebiet; Lande- und Starterlaubnis für AWACS- Maschinen mit einem MTOW (maximales Startgewicht) von circa 147 Tonnen auf dem Flughafen Lübeck-Blankensee Antwort Christian Schmidt, Parl. Staatssekretär BMVg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Lutz Heilmann (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Volker Schneider (Saarbrücken) (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Petra Pau (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . Mündliche Frage 30 Lutz Heilmann (DIE LINKE) Gefahrloser Start und Landung von AWACS- Maschinen mit einem maximalem Startge- wicht (MTOW) von circa 147 Tonnen auf dem Flughafen Lübeck-Blankensee Antwort Christian Schmidt, Parl. Staatssekretär BMVg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Lutz Heilmann (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Petra Pau (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . Mündliche Frage 31 Jan Mücke (FDP) Im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung durchgeführte Prü- fungen zu rechtlichen Aspekten im Zusam- menhang mit dem Bauvorhaben „Neubau des Verkehrszuges Waldschlößchenbrücke“ in Dresden und Ergebnisse dieser Prüfun- gen Antwort Achim Großmann, Parl. Staatssekretär BMVBS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatzfragen Jan Mücke (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . M J T f d F s A A M D H d v t S r d z b t g A A Z D N A L A M H R p a g A M 17805 C 17806 B 17806 C 17806 D 17807 B 17807 D 17808 A 17808 B 17809 B 17809 D 17810 A ündliche Frage 32 an Mücke (FDP) eilnehmer seitens des Bundesministeriums ür Verkehr, Bau und Stadtentwicklung an em am 2. April 2008 mit Vertretern des achrats Dresdner Welterbe geführten Ge- prächs und hierbei getroffene Aussagen ntwort chim Großmann, Parl. Staatssekretär BMVBS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ündliche Fragen 35 und 36 r. Anton Hofreiter (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) altung der Bundesregierung zum Stand er eisenbahnrechtlichen Anreizregulierung or dem Hintergrund der Teilkapitalpriva- isierung der Deutschen Bahn AG und tärkung der Informations- und Eingriffs- echte der Bundesnetzagentur gegenüber er DB AG; Haltung der Bundesregierung ur Übertragung der eine Zahlungspflicht egründende Feststellung von Zugverspä- ungen von der DB Netz AG auf unabhän- ige Dritte ntwort chim Großmann, Parl. Staatssekretär BMVBS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatzfragen r. Anton Hofreiter (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 1 iste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . nlage 2 ündliche Frage 1 ans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) egelung der Haftung im Falle eines Su- er-GAUs als Folge eines Terrorangriffs uf ein deutsches bzw. innerhalb der EU elegenes Atomkraftwerk ntwort ichael Müller, Parl. Staatssekretär BMU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17810 B 17811 B 17811 C 17813 C 17815 A 17815 C Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 168. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2008 V Anlage 3 Mündliche Frage 9 Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Erkenntnisse der Bundesregierung über das formelle und faktische Fortbestehen des Rates zur Unterstützung von zivilge- sellschaftlichen Institutionen und Men- schenrechten in Russland; Funktion von Ella Pamfilowa und Kenntnisse über ihren Verbleib im Amt Antwort Günter Gloser, Staatsminister für Europa . . . . Anlage 4 Mündliche Frage 11 Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) Geplante Veranstaltungen anlässlich des 20. Jahrestags des Falls der Mauer und der deutschen Einheit Antwort Peter Altmaier, Parl. Staatssekretär BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 5 Mündliche Frage 12 Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) Ministerien bzw. Einrichtungen der Bun- desregierung mit gebührenpflichtigen Tele- fonnummern und entstehende Kosten für die Anrufer Antwort Peter Altmaier, Parl. Staatssekretär BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 6 Mündliche Frage 19 Veronika Bellmann (CDU/CSU) Höhe der jeweiligen Steuereinnahmen (Mi- neralölsteuer, Ökosteuer und Mehrwert- steuer) für die handelsüblichen Kraftstoffe in den Jahren 1998, 2002, 2007 und 2008 sowie Höhe des jeweils jährlichen Ertrags für das Bevorratungssystem (Erdölbevor- ratung) Antwort Nicolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . A M V A c i A N A M D I h A N A M H S w M E s u A H A M H I S h u e u h A H 17816 A 17816 B 17816 D 17817 A nlage 7 ündliche Frage 20 eronika Bellmann (CDU/CSU) rt und Höhe der 25 kostspieligsten staatli- hen Leistungen an Betriebe und Private m Bundeshaushalt 2007 ntwort icolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 8 ündliche Frage 21 r. Gerhard Schick (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) nstitutionen des Bundes mit Finanzbezie- ungen zur IKB seit Anfang 2007 ntwort icolette Kressl, Parl. Staatssekretärin BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 9 ündliche Frage 22 ans-Kurt Hill (DIE LINKE) icherstellung der Übermittlung aller not- endigen Daten über die Entgelte des essstellenbetriebs und der Messung an nergieversorgungsunternehmen im Ge- etz zur Öffnung des Messwesens bei Strom nd Gas für Wettbewerb ntwort artmut Schauerte, Parl. Staatssekretär BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 10 ündliche Frage 23 ans-Kurt Hill (DIE LINKE) m Gesetz zur Öffnung des Messwesens bei trom und Gas für Wettbewerb vorgese- ene freie Wahl des Messstellenbetreibers nd der technischen Ausführung der Mess- inrichtung durch den Letztverbraucher nter Berücksichtigung möglicherweise äufigen Mieterwechsels ntwort artmut Schauerte, Parl. Staatssekretär BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17817 C 17817 D 17818 A 17818 C VI Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 168. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2008 Anlage 11 Mündliche Frage 24 Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Folgen der Berichterstattung über die deutsche Fußballnationalmannschaft in zum Axel-Springer-Konzern gehörenden polnischen und deutschen Zeitungen für die deutsch-polnischen Beziehungen sowie Schlussfolgerungen im Hinblick auf die Kontrolle international agierender Me- dienkonzerne Antwort Hartmut Schauerte, Parl. Staatssekretär BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 12 Mündliche Frage 26 Hans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Höhe der finanziellen Unterstützung der Bundesregierung für die Internationale Energieagentur (IEA) sowie Relevanz von deren Prognosen für Energierohstoffe und Energiepreise Antwort Hartmut Schauerte, Parl. Staatssekretär BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 13 Mündliche Fragen 33 und 34 Peter Hettlich (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Asbestfunde an der deutschen Botschaft in Washington sowie geplante Sanierungs- maßnahmen Antwort Achim Großmann, Parl. Staatssekretär BMVBS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17818 D 17819 A 17819 C Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 168. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2008 17783 (A) ) (B) ) 168. Sitz Berlin, Mittwoch, de Beginn: 13.0
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    Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 168. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2008 17815 (A) ) (B) ) * für die Teilnahme an den Sitzungen der Westeuropäischen Union Opfer sicherstellen. Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten A d d G P I k K s g A E w p D m E k a s u d t b M D z t l 2 F h n r w o g a t H E d Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Andres, Gerd SPD 18.06.2008 Beckmeyer, Uwe SPD 18.06.2008 Bulling-Schröter, Eva DIE LINKE 18.06.2008 Dörmann, Martin SPD 18.06.2008 Dreibus, Werner DIE LINKE 18.06.2008 Gehring, Kai BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 18.06.2008 Dr. Gerhardt, Wolfgang FDP 18.06.2008 Gerster, Martin SPD 18.06.2008 Golze, Diana DIE LINKE 18.06.2008 Hänsel, Heike DIE LINKE 18.06.2008 Herrmann, Jürgen CDU/CSU 18.06.2008* Hörster, Joachim CDU/CSU 18.06.2008 Krichbaum, Gunther CDU/CSU 18.06.2008 Dr. Küster, Uwe SPD 18.06.2008 Link (Heilbronn), Michael FDP 18.06.2008 Lintner, Eduard CDU/CSU 18.06.2008* Meinhardt, Patrick FDP 18.06.2008 Nitzsche, Henry fraktionslos 18.06.2008 Schily, Otto SPD 18.06.2008 Schmitt (Berlin), Ingo CDU/CSU 18.06.2008* Seib, Marion CDU/CSU 18.06.2008 Wächter, Gerhard CDU/CSU 18.06.2008 Weisskirchen (Wiesloch), Gert SPD 18.06.2008 (C (D Anlagen zum Stenografischen Bericht nlage 2 Antwort es Parl. Staatssekretärs Michael Müller auf die Frage es Abgeordneten Hans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/DIE RÜNEN) (Drucksache 16/9553, Frage 1): Wer haftet bis zu welcher Höhe im Falle eines Super-GAUs als Folge eines Terrorangriffs auf ein in Deutschland oder ei- nem anderen Land der Europäischen Union gelegenes Atom- kraftwerk, und inwieweit spielt bei der Haftungsfrage eine Rolle, dass die Betreiber von in Deutschland gelegenen Atom- kraftwerken verpflichtet sind, selbst Schutzmaßnahmen gegen etwaige Terrorangriffe zu ergreifen (siehe hierzu auch das Ur- teil des VGH Leipzig vom April 2008 [BVerwG 7 C 39.07]). Gemäß § 25 Atomgesetz in Verbindung mit dem ariser Atomhaftungsübereinkommen (PÜ) haftet der nhaber einer Kernanlage für Schäden, die durch ein nu- leares Ereignis verursacht worden sind, das in der ernanlage eingetreten oder auf aus der Kernanlage tammenden Kernmaterialien zurückzuführen ist. Dies ilt auch für Schäden, die durch einen terroristischen ngriff auf die Kernanlage verursacht werden. Die gleiche Rechtslage gilt auch in den Staaten der uropäischen Union, in deren Hoheitsgebiet Kernkraft- erke betrieben werden. Die west-, süd- und nordeuro- äischen EU-Staaten sowie Slowenien gehören wie eutschland überwiegend dem PÜ an, während die eisten mittel- und osteuropäischen Mitgliedstaaten der U Vertragsparteien des Wiener Atomhaftungsüberein- ommens (WÜ) sind. In Deutschland ist die Haftung des Inhabers der Kern- nlage – auch im Hinblick auf Schäden, die auf terroristi- che Angriffe zurückzuführen sind – summenmäßig nbegrenzt (§ 31 Abs. 1 Satz 1 Atomgesetz). In den an- eren Staaten der Europäischen Union, die Vertragsstaa- en des PÜ sind, ist die Haftung dagegen in der Regel egrenzt. Das 2004 revidierte PÜ sieht nunmehr eine indesthaftungssumme von 700 Millionen Euro vor. er Ratifikationsprozess zu diesem revidierten PÜ läuft urzeit in den Vertragsstaaten. Das deutsche Ratifika- ionsgesetz und das Gesetz zur Änderung haftungsrecht- icher Vorschriften des Atomgesetzes sind am 5. Juni 008 vom Deutschen Bundestag verabschiedet worden. ür die EU-Staaten, die dem 1997 revidierten WÜ ange- ören, gilt eine Mindesthaftungssumme von 300 Millio- en Sonderziehungsrechten des Internationalen Wäh- ungsfonds (= circa 330 Millionen Euro). Die Verpflichtung des Betreibers eines Kernkraft- erks, den erforderlichen Schutz gegen Störmaßnahmen der sonstige Einwirkungen Dritter zu gewährleisten, er- ibt sich aus § 7 Abs. 2 Nr. 5 Atomgesetz. Dies umfasst uch terroristische Angriffe. Diese Verpflichtung des Be- reibers einerseits und die summenmäßig unbegrenzte aftung für Schäden andererseits stehen nebeneinander. rstere soll Schäden ausschließen, letztere für den Fall ennoch eintretender Schäden die Entschädigung der 17816 Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 168. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2008 (A) ) (B) ) Anlage 3 Antwort des Staatsministers Günter Gloser auf die Frage des Ab- geordneten Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) (Drucksache 16/9553, Frage 9): Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über das formelle und faktische Fortbestehen des „Rat[es] zur Unter- stützung von zivilgesellschaftlichen Institutionen und Men- schenrechten“ in Russland und insbesondere die Funktion von Ella Pamfilowa, und inwiefern hat sich die Bundesregierung nach dem Verbleib von Ella Pamfilowa in ihrem Amt erkun- digt oder plant sie, dies zu tun? Im Juli 2002 wurde Ella Pamfilowa per Erlass des Präsidenten zur Vorsitzenden der Menschrechtskommis- sion beim Präsidenten der Russischen Föderation er- nannt. Im Zuge einer Reorganisation der Kommission im November 2004 wurde sie zur Vorsitzenden des „Ra- tes zur Förderung zivilgesellschaftlicher Institute und der Menschenrechte“ beim Präsidenten der Russischen Förderation ernannt. Der Rat, dessen Aufgabe darin be- stand, den Präsidenten zu Menschenrechtsthemen zu be- raten, wurde im Mai 2008 vom damaligen russischen Präsidenten, Wladimir Putin, zum Ende seiner Amtszeit aufgelöst. Ella Pamfilowa hat mithin zurzeit keine offizielle Funktion mehr. Frau Pamfilowa hat bisher zu einer möglichen Einset- zung eines ähnlichen Gremiums unter dem neuen Präsi- denten, Dimitri Medwedew, und einer Rolle ihrerseits in einem solchen Gremium keine Angaben machen kön- nen. Die Bundesregierung beobachtet die menschenrecht- liche Entwicklung in Russland mit großer Aufmerksam- keit. Sie hält es gleichfalls für wichtig, dass innerhalb Russlands staatliche und nichtstaatliche Gremien und Organisationen über die Einhaltung der Menschenrechte wachen und in Problemfällen zur Verfügung stehen. Anlage 4 Antwort des Parl. Staatssekretärs Peter Altmaier auf die Frage der Abgeordneten Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) (Druck- sache 16/9553, Frage 11): Mit welchen Veranstaltungen und Projekten möchte die Bundesregierung den 20. Jahrestag des Mauerfalls im nächs- ten Jahr begehen, und welche Veranstaltungen sind anlässlich des 20. Jahrestages der Deutschen Einheit geplant? Die Bundesregierung und die Verfassungsorgane wer- den in den Jahren 2009 und 2010 die Erinnerung an die Verkündung des Grundgesetzes 1949 und an die friedli- che Revolution und die Wiedervereinigung 1989/90 als ein verbundenes „Jubiläum Freiheit und Einheit“ bege- hen. Dies entspricht der Tatsache, dass beide Ereignis- komplexe in einem inneren Zusammenhang stehen: Sie sind grundlegend für die Bundesrepublik Deutschland, wie sie sich heute darstellt. Zu rechnen ist mit einer Vielzahl von Maßnahmen auf der Ebene des Bundes, der Länder, der Kommunen und g g w – P s s R r d V S n S d D G 2 D t 1 t d r J A d A s s 0 t w T 2 n T g s s a O r R m (C (D esellschaftlicher Organisationen. An einem Gesamtpro- ramm der Bundesregierung und der Verfassungsorgane ird zurzeit gearbeitet. Vorgesehen sind Veranstaltungen auch mit internationaler Beteiligung –, Ausstellungen, ublikationen und anderes; Träger sind neben den Res- orts auch die Geschäftsbereichsbehörden und Bundes- tiftungen. Die Planungen bedürfen zum Teil noch der essortabstimmung und der haushaltsmäßigen Absiche- ung. Beispielhaft seien genannt: eine Veranstaltung über ie DDR am Vorabend der friedlichen Revolution, eine eranstaltung anlässlich des Jahrestages des Mauerfalls, onderbriefmarken zum Mauerfall und zur Wiederverei- igung, Fachtagungen der Stiftung zur Aufarbeitung der ED-Diktatur und der Bundeszentrale für politische Bil- ung und andere, themenbezogene Ausstellungen des eutschen Historischen Museums und des Hauses der eschichte der Bundesrepublik Deutschland. Im Jahr 010 wird auch – neben den Festlichkeiten zum Tag der eutschen Einheit selbst – in entsprechenden Veranstal- ungen an die freie Volkskammerwahl vom 18. März 990 und an die innerdeutschen und internationalen Ver- räge zur Herstellung der deutschen Einheit erinnert wer- en. Es ist beabsichtigt, ein Programm der Bundesregie- ung im Herbst auf einer eigenen Internetseite zu dem ubiläum zu veröffentlichen. nlage 5 Antwort es Parl. Staatssekretärs Peter Altmaier auf die Frage der bgeordneten Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) (Druck- ache 16/9553, Frage 12): Welche Ministerien bzw. Einrichtungen der Bundesregie- rung haben gebührenpflichtige Telefonnummern geschaltet, und welche Kosten entstehen den Anrufern pro Minute? Alle Ministerien und zahlreiche Behörden des Bundes ind über die zentrale Standardeinwahl 030 18 bzw. 228 99 im Behördennetz des Bundes – dem sogenann- en Informationsverbund Berlin-Bonn (IVBB) zum je- eiligen Ortsnetztarif – tarifabhängig vom jeweiligen elekommunikationsanbieter – zu erreichen, derzeit bis 4 Cent pro Minute vom Festnetz. Die alternative Einwahl über die Vorwahl 01888 ist ur noch bis Ende 2008 geschaltet, da sie von einigen elekommunikationsanbietern als Sonderrufnummer an- esehen wird und daher, vor allem im Mobilfunkbereich, ehr kostenintensiv ist. Andere Dienstleistungen des Bundes – so zum Bei- piel der telefonische Bürgerservice des Bundespresse- mts – sind über eine eigene Rufnummer zum jeweiligen rtstarif erreichbar. Eine Ausnahme bildet die Deutsche Rentenversiche- ung – hier ist die telefonische Einwahl gebührenfrei. Darüber hinaus werden gegenwärtig von verschiedenen essorts zusätzliche gebührenpflichtige Sonderrufnum- ern für spezielle Beratungs- und Informationsdienstleis- Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 168. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2008 17817 (A) ) (B) ) tungen betrieben, zum Beispiel vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, dem Bundesministe- rium für Arbeit und Soziales, dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, dem Bundesministerium der Verteidigung und dem Bun- desministerium für Gesundheit. Diese Rufnummern sind regelmäßig zu einer Gebühr von bis zu 14 Cent pro Mi- nute aus dem Festnetz erreichbar. Bei Anrufen aus den Mobilfunknetzen gelten die Tarife der jeweiligen Netz- betreiber bzw. Serviceprovider. Im Ergebnis ist somit festzuhalten: Für die Anrufe bei Bundesbehörden wird in der Regel eine geringe Gebühr erhoben, entweder der jeweilige Ortstarif (2 bis 4 Cent pro Minute vom Festnetz) oder bei einzelnen Sonderruf- nummern eine Gebühr von bis zu 14 Cent pro Minute. Für eine geringe Gebühr spricht die grundsätzliche Erfahrung, dass Leistungen zum Nulltarif verschwende- risch in Anspruch genommen werden könnten. Auch der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages ist der Auffassung, dass Sonderrufnummern kostenpflichtig an- zubieten sind. Anlage 6 Antwort der Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Frage der Abgeordneten Veronika Bellmann (CDU/CSU) (Drucksache 16/9553, Frage 19): Wie hoch sind die jeweiligen Steuereinnahmen (Mineral- ölsteuer, Ökosteuer und Mehrwertsteuer) für die handelsübli- chen Kraftstoffe (aufgeschlüsselt nach Kraftstoffart) in den Jahren 1998, 2002, 2007 und 2008 (Jahr 2008: bisheriger Jah- resanteil), und wie hoch ist der jeweils jährliche Ertrag für das Bevorratungssystem (Erdölbevorratungsabgabe)? Einleitend möchte ich zunächst darauf hinweisen, dass infolge der Umsetzung der Energiesteuer-Richtlinie in nationales Recht das Mineralölsteuerrecht grundle- gend neu gestaltet wurde. Das am 1. August 2006 in Kraft getretene Energiesteuergesetz löste das bis dahin geltende Mineralölsteuergesetz ab und nahm zusätzlich zum Mineralölsteuergesetz den fossilen Energieträger Kohle in seinen Anwendungsbereich auf. Das Aufkommen der Energiesteuer und die Einnah- men aus der Erdölbevorratungsabgabe hatten in den an- gesprochenen Jahren folgende Höhe: K l r z R K A d d ( G F d r d f 2 1 A d s w v w s t w b d V w 2 E E A d d D 1998 2002 2007 2008 bis einschl. Mai Energiesteuer in Millionen Euro 34 091 42 192 38 955 10 877 davon entfallen auf Kraftstoffe: 30 894 37 365 35 161 9 509 Erdölbevorra- tungsabgabe in Millionen Euro 0,6 0,5 0,4 0,1 (C (D Eine Aufschlüsselung der Energiesteuer auf einzelne raftstoffarten ist nicht möglich. Die Ökosteuer setzt sich aus der Stromsteuer und Tei- en der Energiesteuer zusammen. Eine genaue Beziffe- ung des Aufkommens ist unter anderem aufgrund der ahlreichen nach der Ökosteuerreform ergangenen echtsänderungen nicht mehr möglich. Die gewünschten Daten zur Mehrwertsteuer auf raftstoffe liegen mangels Aufzeichnungen nicht vor. nlage 7 Antwort er Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Frage er Abgeordneten Veronika Bellmann (CDU/CSU) Drucksache 16/9553, Frage 20): Wie hoch war die Summe der 25 kostspieligsten staatli- chen Leistungen an Betriebe und Private – Subventionen im weistesten Sinne, Transferleistungen aller Art, steuerliche Mindereinnahmen durch steuerrelevante Pauschalen sowie staatliche Förderprojekte – aufgeschlüsselt nach Art und Höhe der Leistungen im Bundeshaushalt 2007? Dem Bundeshaushalt sind jährlich als Anlage zum esamtplan die Übersichten über die jeweils 20 größten inanzhilfen und Steuervergünstigungen des Bundes in er Abgrenzung des jeweils aktuellen Subventionsbe- ichts beigefügt. Für den Bundeshaushalt 2007 sind iese auf den Seiten 91 bis 94 des Gesamtplans veröf- entlicht. Die Summe der Steuermindereinnahmen der 0 größten Steuervergünstigungen betrug demnach 4,051 Milliarden Euro, die Summe der veranschlagten usgaben für die 20 größten Finanzhilfen 5,543 Milliar- en Euro. Staatliche Ausgaben und Mindereinnahmen ind in ihrer Wirkung nicht direkt vergleichbar, deshalb urde auf die Bildung einer einheitlichen Rangfolge erzichtet. Die Haushaltsstruktur lässt eine tiefergehende Aus- ertung in der gefragten Abgrenzung nicht zu, da bei- pielsweise mehrere Projekte in einem Titel und inves- ive sowie konsumtive Ausgaben getrennt veranschlagt erden. Eine Auswertung des Haushalts nach Aufga- engebieten gemäß Funktionenplan zeigt, dass – ohne ie Ausgaben für Allgemeine Dienste (insbesondere erwaltung und Verteidigung) und Allgemeine Finanz- irtschaft (insbesondere Schuldendienst) – für die 5 wichtigsten Funktionen insgesamt 164 Milliarden uro verausgabt wurden, davon allein 69 Milliarden uro als Zuschuss an die Rentenversicherung. nlage 8 Antwort er Parl. Staatssekretärin Nicolette Kressl auf die Frage es Abgeordneten Dr. Gerhard Schick (BÜNDNIS 90/ IE GRÜNEN) (Drucksache 16/9553, Frage 21): Welche Institutionen neben der Finanzagentur GmbH und der KfW Bankengruppe, die ganz oder teilweise im Eigentum des Bundes sind oder unter seiner direkten Aufsicht stehen, hatten oder haben seit Anfang 2007 Finanzbeziehungen mit der IKB? 17818 Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 168. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2008 (A) ) (B) ) Welche Informationen durch ein Unternehmen veröf- fentlicht werden müssen, ist gesetzlich geregelt. Sofern eine gesetzliche Publizitätspflicht nicht besteht, ent- scheidet das Unternehmen, welche Daten es veröffent- licht. Insbesondere, wenn es sich um den Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen, insbesondere bör- sennotierter Aktiengesellschaften, und den Schutz der Rechte Dritter handelt, wird ein Unternehmen die Veröf- fentlichung solcher Informationen ablehnen. Dies gilt auch für die hier angefragten Finanzbeziehungen der IKB. Anlage 9 Antwort des Parl. Staatssekretärs Hartmut Schauerte auf die Frage des Abgeordneten Hans-Kurt Hill (DIE LINKE) (Drucksache 16/9553, Frage 22): Wie wird im aktuell beschlossenen Gesetz zur Öffnung des Messwesens bei Strom und Gas für Wettbewerb sicherge- stellt, dass jedes Energieversorgungsunternehmen über den je- weiligen Netzbetreiber alle notwendigen Daten über die Ent- gelte des Messstellenbetriebs und der Messung erhält, um sie im Sinne des § 40 gegenüber den Letztverbrauchern ord- nungsgemäß ausweisen zu können, insbesondere da bisher diese Datenübermittlung und Ausweisung in der Praxis kaum stattfindet? Dies ist keine Frage des Energiewirtschaftsgesetzes, das wir am 6. Juni gemeinsam – auch mit den Stimmen der Linken – beschlossen haben, sondern der bereits gel- tenden Rechtsverordnungen. Zur Erläuterung: Bereits bisher müssen Stromliefe- ranten die Netzentgelte, die in ihren Strompreisen ent- halten sind, gesondert ausweisen. Mit dem neuen Gesetz haben wir zwei Dinge getan: Wir haben zum einen ein „Versehen“ aus 2005 korri- giert und diese Vorschrift auch auf Gaslieferanten ausge- dehnt – es gab keinen Grund, warum hier nicht dasselbe gilt. Zum Zweiten haben wir vorgesehen, dass – soweit in diesen Netzentgelten auch Messentgelte enthalten sind – die Messentgelte gesondert auszuweisen sind. Dies betrifft den Fall, in dem der Netzbetreiber – wie heute üblich – auch die Messung durchführt. Wen es interessiert: Näheres hierzu hat die Bundesregierung in ihrem Evaluierungsbericht vom September 2007 ausge- führt. Die Übermittlung der Daten für eine solche Angabe an die Lieferanten erfolgt über den Netzbetreiber im Rahmen des Netznutzungsvertrages, der zwischen Lie- feranten und Netzbetreiber besteht. Hier gibt es also nichts Neues. Grundlage sind die Netzzugangs- und Netzentgeltverordnungen. Sie sehen bereits vor, dass die Messentgelte, die ein Netzbetreiber verlangt, im Rahmen des Netzzugangs gesondert abzurechnen sind. Sollten sich in der Anwendungspraxis noch weitere Fragen ergeben, wird sich die Bundesnetzagentur mit ihnen befassen. A d F ( g d h G s b a z d h R b m n d A w a a t A d F ( F (C (D nlage 10 Antwort es Parl. Staatssekretärs Hartmut Schauerte auf die rage des Abgeordneten Hans-Kurt Hill (DIE LINKE) Drucksache 16/9553, Frage 23): Ist es richtig, dass Letztverbraucher nach dem oben ge- nannten Gesetz den Messstellenbetreiber und die technische Ausführung der Messeinrichtung frei wählen können, und wie wird mit der Messeinrichtung verfahren, wenn Mieterinnen bzw. Mieter häufiger das Gebäude wechseln, das heißt: Muss der Letztverbraucher, der einen Vertrag mit dem Messstellen- betreiber eingeht, den Zähler bei jedem Umzug mit sich füh- ren? Zur ersten Teilfrage lautet die Antwort: Ja, allerdings ibt es bei Neubauten ab 2010 einen technischen Min- eststandard, wie wir am 6. Juni gemeinsam beschlossen aben. Zur zweiten Teilfrage: Dies wird in erster Linie ein egenstand der Verträge sein, die Anschlussnutzer – al- o die Letztverbraucher – mit neuen Messstellenbetrei- ern schließen. Die nähere Ausgestaltung ist im Übrigen uch hier keine Frage des Gesetzes, sondern des Mess- ugangsverordnung, die das Bundeskabinett heute auf er Grundlage der gesetzlichen Änderungen beschlossen at. § 4 Abs. 2 und Abs. 5 dieser Verordnung enthalten egelungen, die bei einem Wechsel des Messstellen- etreibers an einem Ort – aus welchem Grund auch im- er – eine Übernahme vorhandener Geräte durch den euen Messstellenbetreiber erleichtern soll, wenn er es enn will. Blickt man in die Zukunft, kann für die praktische bwicklung auch die eingesetzte Technologie relevant erden. In einem ersten Schritt wird die Bundesnetz- gentur nach Inkrafttreten von Gesetz und Verordnung n einer Standardisierung der Geschäftsprozesse arbei- en. nlage 11 Antwort es Parl. Staatssekretärs Hartmut Schauerte auf die rage des Abgeordneten Hans-Christian Ströbele BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) (Drucksache 16/9553, rage 24): Wie bewertet die Bundesregierung im Hinblick auf die deutsch-polnischen Beziehungen und auch das Klima der Fußball-EM den Sachverhalt, dass die polnische Zeitung des Axel-Springer-Konzerns „Fakt“ (herausgegeben von Axel Springer Polska) Titelfotos von abgeschlagenen Köpfen von Mitgliedern der deutschen Männer-Fußballnationalmann- schaft (Ballack, Löw) und andere Schlagzeilen veröffent- lichte, die geeignet sind, im Zusammenhang mit der Fußball- EM Aggressionen aufzubauen, und dass daraufhin in deut- schen Blättern des Springer-Konzerns, allen voran der „Bild“- Zeitung, Bilder und Artikel erschienen mit Schlagzeilen wie „EM-Krieg gegen uns“ (5. Juni 2008), und welche Schlussfol- gerungen zieht die Bundesregierung aus dem internationalen Zusammenwirken von Zeitschriften ein und desselben Kon- zerns vor dem Hintergrund der Debatte um notwendige Machtbegrenzungen im internationalen Medienmarkt gerade auch bezüglich des Springer-Konzerns? Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 168. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2008 17819 (A) (C) (B) (D) Die Bundesregierung gibt vor dem Hintergrund der Pressefreiheit grundsätzlich keine Stellungnahme oder Kommentare zu einzelnen Presseberichten ab. Das gilt insbesondere auch für Geschmacksfragen. Anlage 12 Antwort des Parl. Staatssekretärs Hartmut Schauerte auf die Frage des Abgeordneten Hans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) (Drucksache 16/9553, Frage 26): In welcher Höhe finanziert die Bundesrepublik Deutsch- land die Internationale Energieagentur (IEA) direkt und indi- rekt, und welche Rolle spielen für die Bundesregierung die Annahmen der IEA für die Entwicklung des Angebots der Energierohstoffe sowie der Energiepreise (auch vor dem Hin- tergrund, dass vor allem die Erdölpreisprognosen der IEA in den letzten acht Jahren deutlich danebenlagen)? Der Mitgliedsbeitrag der Bundesrepublik Deutsch- land für die IEA betrug für das Haushaltsjahr 2007 1,986 Millionen Euro. Daneben hat die Bundesregierung in 2007 noch freiwillige Beiträge für Einzelprojekte der IEA in Höhe von 800 000 Euro geleistet. Die freiwilli- gen Beiträge variieren von Jahr zu Jahr. Die IEA verfügt aufgrund der Meldungen der Mit- gliedsländer über umfangreiche Daten und Informatio- nen zu Energie- und Rohstofffragen. Die Bundesregierung wertete Szenarien und Prognosen von verschiedenen In- stitutionen aus. Hierzu gehören auch die Prognosen der IEA. Anlage 13 Antwort des Parl. Staatssekretärs Achim Großmann auf die Fra- gen des Abgeordneten Peter Hettlich (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) (Drucksache 16/9553, Fragen 33 und 34): Wie groß sind die Asbestfunde an der Botschaft in Washing- ton einzustufen? Zu welchem Zeitpunkt sind welche Asbestsanierungsmaß- nahmen für die Botschaft in Washington geplant? Zu Frage 33: Die Asbestfunde sind als stark einzustufen. Vor allem die konstruktiven Stahlbauteile wie Stützen, Träger, De- ckenunterseiten sowie Teile der haustechnischen Anlage sind mit Spritzasbest beschichtet. Zu Frage 34: Im Rahmen der Gesamtsanierung der Deutschen Bot- schaft ist eine komplette Asbestsanierung, das heißt eine vollständige Entfernung des Asbests geplant. Nach ak- tuellem Terminplan sollen die Arbeiten 2010 bis 2012 durchgeführt werden. 168. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2008 Inhalt: Redetext Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Anlage 2 Anlage 3 Anlage 4 Anlage 5 Anlage 6 Anlage 7 Anlage 8 Anlage 9 Anlage 10 Anlage 11 Anlage 12 Anlage 13
Gesamtes Protokol
Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616800000

Guten Tag, liebe Kolleginnen und Kollegen. – Die

Sitzung ist eröffnet.

Ich rufe den Tagesordnungspunkt 1 auf:

Befragung der Bundesregierung
Die Bundesregierung hat als Thema der heutigen Ka-

binettssitzung mitgeteilt: Bericht zur Welternährungs-
lage – Globale Ernährungssicherung durch nachhal-
tige Entwicklung und Agrarwirtschaft.

Das Wort für den einleitenden fünfminütigen Bericht
hat der Bundesminister für besondere Aufgaben,
Dr. Thomas de Maizière.

Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für be-
sondere Aufgaben:

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die Bun-
desregierung hat den genannten Bericht heute in der Tat
beschlossen. Er ist unter Beteiligung international re-
nommierter Fachleute zustande gekommen.

Der Bericht umfasst zwei Teile: eine Ursachenanalyse
und Handlungsempfehlungen. Die Ursachen der globa-
len Nahrungsmittelpreissteigerung können in kurzfris-
tige und längerfristige Ursachen unterteilt werden.

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Redet
Zu den kurzfristigen Ursachen: Wir hatten weltweit
wetterungsbedingte Produktionsausfälle, insbesondere
im Getreidebereich. Die steigenden Rohölpreise verteu-
ern die Agrarproduktion; die Weltbank schätzt den Ein-
fluss steigender Energiepreise auf die Preissteigerung
bei Agrarrohstoffen auf circa 15 Prozent. Die Lagerbe-
stände nehmen ab, wir haben den niedrigsten Stand seit
30 Jahren. Die Entwicklung auf den Finanzmärkten zeigt
Wirkung: Vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise
werden Finanzanlagen in Agrarrohstoffe interessant.
Viele Länder, insbesondere starke Exportländer, haben
Exportzölle und -beschränkungen eingeführt. Die von
der Nahrungsmittelkrise besonders betroffenen Staaten
verfügen nicht über Haushaltsreserven un
Sicherheitsnetze.

Zu den langfristigen Ursachen: Die qualita
frage nach Lebensmitteln hat sich verändert

(C (D ung n 18. Juni 2008 0 Uhr piel: Der Pro-Kopf-Fleischkonsum hat sich in China in en letzten 15 Jahren verdoppelt. Das globale Bevölkeungswachstum wirkt sich aus: Die Weltbevölkerung ächst jährlich um etwa 80 Millionen Menschen. Da aus ergibt sich ein Mehrbedarf an Lebensmitteln von twa 1,6 Prozent. In vielen Entwicklungsländern wurde er Agrarsektor in den vergangenen Jahrzehnten verachlässigt. Die Nachfrage nach Agrarrohstoffen für die ioenergieerzeugung wächst. Global betrachtet werden war auf nur 1,7 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzläche Pflanzen für die Bioenergieerzeugung angebaut, egional kommt es jedoch zu einer Nutzungskonkurrenz, ie das Beispiel Mexiko zeigt. An dieser Stelle möchte ich sagen, dass Preissteigeungen auch Chancen bieten: Die Bauern erzielen höhere rlöse, und Entwicklungsländer erzielen durch den xport höhere Einkünfte. Insofern ist diese Entwicklung icht ausschließlich negativ zu betrachten. Das Ausmaß nd die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Aren sind in bestimmten Regionen aber besorgniserre end. Die Versorgungslage hat sich insoweit verschärft. s wird eine Menge getan. In dem Bericht wird das im inzelnen ausgeführt. Wir halten weitere kurzfristige und mittelfristige aßnahmen für erforderlich: ext Weil das Problem akut ist, muss kurzfristig Nahrungsmittelhilfe geleistet werden. Die Bundesregierung hat ihre finanzielle Unterstützung um 23 Millionen Euro erhöht. Diese Nahrungsmittelhilfe muss allerdings auf wirkliche Krisensituationen begrenzt bleiben, und wir müssen darauf achten, dass das Geld bei den Betroffenen ankommt. Wir müssen zweitens darauf achten, dass die Grundlagen für einen verbesserten Zugang zu landwirtschaftlichen Betriebsmitteln – ich nenne Saatgut, Düngemittel und Technik – geschaffen werden, damit die Ernte des nächsten Jahres nicht gefährdet wird. Die Bundesregierung fordert die betroffenen Länder tbeschränkungen aufzuheben, und wird der EU und der G 8 dafür einsetzen. Wir die Doha-Runde in diesem Jahr abge, um den internationalen Handel bei d soziale tive Nach. Ein Bei auf, ihre Expor sich im Kreise möchten, dass schlossen wird Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für besondere AufgabenBundesminister Dr. Thomas de Maizière Agrarexporten zu begünstigen. Wir müssen die Haushaltsund Zahlungsbilanzungleichgewichte in der Welt bekämpfen. Langfristig wollen wir das Frühwarnsystem verbessern, damit man nicht überrascht wird. Institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen in den Entwicklungsländern müssen verbessert werden. Dazu gehören Maßnahmen zur Gewährleistung und Verbesserung der Rechtssicherheit, zum Aufbau effizienter Verwaltungsstrukturen und zur Schaffung von Marktund Preistransparenz. Schließlich wollen wir die landwirtschaftliche Produktion steigern. Die internationale Gebergemeinschaft ist gefordert, mit Zuschüssen und Krediten – mit klaren Zielvorgaben für die Reduktion von Hunger und Armut – die Investitionen in die Landwirtschaft und in die ländliche Entwicklung zu fördern. Die Agrarforschung muss intensiviert werden. Dazu gehört ein verstärkter Dialog über Chancen und Grenzen einer verantwortungsvollen Nutzung der Grünen Gentechnik. Die Bundesregierung wird einen Forschungsrat Bioökonomie bei der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften einrichten. Wir wollen Nutzungskonkurrenzen vermeiden. Wir wollen also einen verantwortungsbewussten Ausbau der Bioenergie, aber unter der Bedingung verbindlicher Nachhaltigkeitsstandards und unter der Vermeidung von Nutzungskonkurrenzen, das heißt insbesondere eine Konzentration auf die Biokraftstoffe der zweiten Generation. Die Agrarpolitik soll stärker an den Märkten orientiert werden. Die Klimaschutzpolitik und die Biodiversitätspolitik spielen bei der langfristigen Ursachenbekämpfung eine entscheidende Rolle. Ich darf abschließend feststellen, dass wir mit diesem Papier natürlich nicht alle Probleme lösen, aber eine, wie wir meinen, zuverlässige und seriöse Beschreibung der Ursachen bieten und Handlungsempfehlungen für die Zukunft geben. Mit dieser Strategie wird die Bundesregierung, wird die Bundeskanzlerin morgen auf dem Europäischen Rat und im Juli beim G-8-Gipfel in Japan ihre Position vertreten. Vielen Dank, Herr Minister. – Es haben sich nun zahl reiche Kollegen gemeldet. Ich verlasse mich auf Frau Klöckner, die mir als Schriftführerin alle Wortmeldungen in der entsprechenden Reihenfolge aufgeschrieben hat. Wir fangen mit Kollegen Bleser von der CDU/CSUFraktion an. (Volker Beck [Köln] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist ja klar!)





(A) )


(B) )

Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616800100


Peter Bleser (CDU):
Rede ID: ID1616800200

Zunächst einmal herzlichen Dank und Gratulation zu-

gleich dafür, dass sich die Bundesregierung als eine der
ersten auf der Welt mit dieser zentralen Frage unserer
Zukunft beschäftigt und das Thema auf dem G-8-Gipfel
in Japan vertieft zur Sprache bringen will. Ich habe
einige Fragen, zu denen ich von Ihnen gern Antworten
hätte, insbesondere zu folgender Frage: Welche Mög-
lichkeiten zur Steigerung des Potenzials sehen Sie

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(C (D ngesichts wachsender Bevölkerung – das haben Sie ja ichtig geschildert –, angesichts zunehmenden Flächenedarfs für Infrastruktur und gleichzeitig veränderten Erährungsverhaltens der Menschen sowie vor dem Hinergrund, dass auch Wasser zunehmend ein begrenzter aktor sein wird? Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für beondere Aufgaben: Herr Abgeordneter Bleser, ich habe ja eingangs voretragen, dass wir ein jährliches Wachstum der Weltbeölkerung in Höhe von ungefähr 80 Millionen Menchen, ein Nachfragewachstum in Höhe von 1,6 Prozent nd in den Entwicklungsländern einen Produktivitätsortschritt von nur 1 Prozent haben. Diese Kluft zeigt, ass wir ein Problem haben. Dies berücksichtigt noch icht einmal veränderte Ernährungsgewohnheiten in vieen Staaten, etwa eine zweite warme Mahlzeit, und viees andere mehr. Wie lässt sich das Problem lösen? Zunächst sind die ernachlässigten Anbauflächen zu reaktivieren; das gilt nsbesondere für viele Entwicklungsländer. Aufgrund er Anreizsysteme musste man sich nicht auf die landirtschaftlichen Flächen konzentrieren. Es liegt im Inte esse der Entwicklungsländer, dies zu ändern. Der Prouktivitätsfortschritt kann und muss erhöht werden. Wir ollen die Forschung verbessern. Ich habe bewusst eien Satz zur Grünen Gentechnik gesagt; in diese Richung zielt ja eventuell auch Ihre Frage. Ich glaube in der at, dass man zunächst mit klassischen Methoden, Saatorschung und Ähnlichem, dazu beitragen kann, Pflanen zu züchten, die in trockenen Gebieten besser wachen als bisher. Als Bundesregierung glauben wir, dass in inem Dialog über Chancen und Grenzen auch die rüne Gentechnik eine Rolle spielen sollte. Die nächste Frage stellt die Kollegin Ulrike Höfken. Vielen Dank für Ihren Bericht. Auch der Weltagrarbe icht mit dem schönen Kürzel IAASTD hat sich dieser rage angenommen. In dem Bericht wird davon ausgeangen, dass eben nicht die Quantität, sondern die ungeechte Verteilung der weltweit zur Verfügung stehenden ebensmittel der Grund dafür ist, dass 850 Millionen enschen hungern. Auch die Konflikte in vielen Län ern tragen dazu bei. Ein weiterer Grund ist die europäiche Agrarpolitik. Sie haben gerade auf die Grüne Gentechnik verwieen. In dem Weltagrarbericht findet in diesem Punkt eine bgrenzung statt. Es heißt darin, dass eine nachhaltige, mweltverträgliche und bäuerliche Landwirtschaft die inzig dauerhafte Lösung für die Welternährungsproleme sei. Ich frage Sie: Inwieweit werden Sie diesen ericht auch in Bezug auf die G 8 einbeziehen? Inwieeit werden Sie dem andauernden Kampf einzelner onzerne, zum Beispiel Monsanto, Bayer und BASF, m die Vormachtstellung auf den Weltmärkten durch Paente Einhalt gebieten? Inwieweit werden Sie daraus Ulrike Höfken Schlussfolgerungen für unsere Politik in diesem Bereich ziehen, zum Beispiel in Bezug auf die EU-Patentrichtlinien? Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für besondere Aufgaben: Frau Abgeordnete, als ich in die Schule gegangen bin, habe ich gelernt: Wenn die Zahl der Menschen auf der Welt auf 2 Milliarden angewachsen ist, dann können die Menschen nicht mehr ernährt werden. – Inzwischen ist diese Zahl überschritten. Aber trotz Hungersnöten gibt es für die Welternährung viel mehr Chancen und Reserven, als wir noch vor 20 oder 30 Jahren vermutet haben. Es gibt keine einfache Ursache. Das, was Sie beschrieben haben, ist zwar ein Element, aber es ist eben nicht das einzige Element. Deswegen sind die Konsequenzen, mit denen das Ziel verfolgt wird, die Welternährung zu sichern, nicht eindimensional. Vielmehr brauchen wir einen Ansatz, der verschiedene Elemente miteinander verbindet. Wir brauchen in bestimmten Ländern, wie Sie es gesagt haben, kleinbäuerliche Strukturen mit eng begrenzter Wertschöpfung und regionalen Kreisläufen; das ist wahr. Aber wenn wir nur das hätten, würden wir damit die Welternährungskrise nicht lösen. Wir brauchen den Welthandel. Wir brauchen den Zugang von Nahrungsmitteln aus Entwicklungsländern in unsere Regionen, sonst werden diese Länder nie Exportchancen bekommen; das gehört dazu. Wir brauchen echte Produktivitätsfortschritte. Es hilft also nur ein Bündel von Maßnahmen, um diese Krise zu lösen. Dazu gehören auch Wettbewerbsstrukturen. Natürlich sind wir gegen Monopolstrukturen, von welcher Firma auch immer. Deswegen glauben wir, dass Wettbewerbsstrukturen durch einen erfolgreichen Abschluss der Doha-Runde, wenn er denn zustande kommt, gefördert und nicht behindert werden. Die europäische Landwirtschaftspolitik hat dazu ihren Beitrag geleistet und Exportsubventionen abgebaut. Es gibt keinerlei Restriktionen für den Import von Produkten aus den ärmsten Ländern der Welt. Man kann zwar sagen, dass das noch nicht reicht, und das kritisieren. Aber der Weg, den die europäische Politik auch mit Blick auf die Welternährungskrise eingeschlagen hat und weiterhin verfolgt, ist richtig. Die nächste Frage hat die Kollegin Dr. Christel Happach-Kasan. Herr Bundesminister, das allgemeine Lob auf die Bundesregierung haben wir inzwischen zur Kenntnis genommen. Ich möchte anfügen, wie sehr ich es bedauere, dass Bundesernährungsminister Seehofer seine Teilnahme am Ernährungsgipfel der FAO in Rom sehr kurzfristig abgesagt hat, was meines Erachtens für die internationale Staatengemeinschaft kein gutes Zeichen gewesen ist. G W G c n s P D w s B n L k s k h D e m i u h t d B K r v u F r w e G r D t S g g d r d B r (C (D Ich freue mich über Ihre Ausführungen zur Grünen entechnik. Dennoch möchte ich nachfragen, in welcher eise die Bundesregierung diesen Worten zur Grünen entechnik konkrete Taten folgen lassen wird, in wel her Weise sie die Forderung der afrikanischen Länder ach einer zweiten grünen Revolution auch durch praktiches Handeln unterstützt und dafür sorgt, dass sie neue rodukte, die sie entwickelt haben, auch tatsächlich nach eutschland bzw. in die EU importieren dürfen und in elcher Weise sie sich darum bemüht, die Ausbildungs ituation der Ärmsten in diesen Ländern, nämlich der auern, zu verbessern, damit auch sie aus den Erkenntissen, die in modernen Industriestaaten im Bereich der andwirtschaft gewonnen worden sind, Nutzen ziehen önnen. Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für beondere Aufgaben: Frau Abgeordnete, zunächst einmal Folgendes: Man önnte sich durchaus wundern, warum gerade ich mich ier zu diesem Thema äußere. (Volker Beck [Köln] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das stimmt!)

Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616800300
Ulrike Höfken-Deipenbrock (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616800400




(A) )


(B) )

Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616800500
Dr. Christel Happach-Kasan (FDP):
Rede ID: ID1616800600

as liegt daran, dass dieses Thema in seiner Gesamtheit
in Thema ist, für das nicht allein der Landwirtschafts-
inister oder Bundesministerin Wieczorek-Zeul zuständig

st, sondern das auch die Bereiche Forschung, Wirtschaft
nd Außenpolitik betrifft. Das, was ich vorgetragen
abe, ist ein Gemeinschaftswerk.

Bundesministerin Wieczorek-Zeul hat auf der interna-
ionalen Konferenz, von der die Rede war, die Position
er Bundesregierung vertreten, auch im Namen von
undesminister Seehofer. Auf vielen internationalen
onferenzen ist es so, dass ein Mitglied der Bundes-

egierung die Position der Bundesregierung insgesamt
ertritt. Es kann aber schon bei der nächsten Konferenz
mgekehrt sein: dass Herr Seehofer die Position von
rau Wieczorek-Zeul vertritt.

Was die Grüne Gentechnik angeht, so habe ich im Be-
icht ganz bewusst eine bestimmte Formulierung ge-
ählt; ich habe sie gerade bereits wiederholt. Ich will es

twas deutlicher sagen: Die Begeisterung für die Grüne
entechnik ist nicht bei allen Mitgliedern der Bundes-

egierung gleich ausgeprägt.


(Heiterkeit des Abg. Peter Bleser [CDU/CSU])


as, was ich vorgetragen habe, ist die gemeinsame Posi-
ion der Bundesregierung; das ist alles, was ich an dieser
telle sagen kann. Denn wir vertreten hier wie immer die
eschlossene Position der Bundesregierung.


(Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Der Witz war gut!)


Zur Ausbildungshilfe. Im Bericht wurde darauf hin-
ewiesen, dass die Beratungshilfe vor Ort verstärkt wer-
en soll. Das gilt nicht nur für die Beratung der Regie-
ungen, sondern auch für die Beratung der Landwirte,
er Genossenschaften, die dort arbeiten, und in anderen
ereichen. Das ist ein Teil der Maßnahmen, die wir an-

egen.






(A) )



(B) )


Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616800700

Die nächste Frage stellt die Kollegin Dr. Kirsten

Tackmann.


Dr. Kirsten Tackmann (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616800800

Vielen Dank, Herr Bundesminister, für Ihren Bericht.

Nicht nur Horst Seehofer war nicht in Rom, sondern
auch Frau Merkel.


(Peter Bleser [CDU/CSU]: Na und? Ich war auch nicht da! – Gegenruf der Abg. Ulrike Höfken [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist ja auch nicht so wichtig!)


Andere Staatspräsidenten und Staatschefs haben den
Weg dorthin allerdings gefunden. Insofern ist dieser Kri-
tikpunkt vielleicht nicht ganz unwichtig. Nichtsdesto-
trotz begrüßen wir es sehr, dass diese Angelegenheit hier
und heute Thema ist.

Sie hatten vorhin gesagt, die Agrarpolitik müsse sich
stärker am Markt orientieren. In der Analyse, die Sie
vorgetragen haben, fehlte mir allerdings ein wichtiges
Argument: Was den Weltmarkt betrifft, sind – neben vie-
len anderen Aspekten, in denen ich Ihre Analyse teilen
würde – vor allen Dingen die Spekulationen bei den
Agrarrohstoffen und Bodenpreisen ein Teil des großen
Problems. Spricht das nicht gerade dagegen, die Lage
jetzt durch Exportoffensiven und ähnliche Maßnahmen
noch weiter zu erschweren?

Die Analyse des Weltagrarrates ist bereits erwähnt
worden, und auf der FAO-Konferenz wurde das genaue
Gegenteil empfohlen, nämlich die Stärkung der lokalen
Märkte. Außerdem ist die Rolle der Frauen bei der Su-
che nach einer Lösung des Welthungerproblems zu be-
rücksichtigen. Es handelt sich dabei vor allem um ein
Problem der Vor-Ort-Produktion und der Verteilung der
Lebensmittel, nicht in erster Linie um das Problem, dass
nicht genug Lebensmittel zur Verfügung stehen. Wie be-
urteilt die Bundesregierung diese Strategie? Wie könnte
sie hinsichtlich der Verteilung der Mittel für die Ent-
wicklungshilfe und die Entwicklungszusammenarbeit
gegebenenfalls agieren?

Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für be-
sondere Aufgaben:

Frau Abgeordnete, die Reisepläne der Bundeskanzle-
rin möchte die Bundesregierung schon selbst bestim-
men. Übrigens habe ich angesichts der Äußerungen Ihrer
Fraktion in der Vergangenheit eher die Tendenz verspürt,
dass sie lieber nicht so viel reisen sollte.


(Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Die Frage ist immer: Wohin?)


Wie auch immer: Sie wird zum EU-Rat und nach Japan
reisen; auch dort wird über dieses Thema diskutiert wer-
den. Sie haben recht: Etliche Regierungschefs waren in
Rom, aber nicht die Regierungschefs aller EU-Staaten.

Zu Ihrer Frage; ich habe eingangs bereits erwähnt,
dass im Bericht eine entsprechende Passage zu finden
ist. Ja, es stimmt: Im Rahmen der Finanzmarktkrise in
den Vereinigten Staaten ist von Finanzinvestoren Geld

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(C (D nvestiert worden, in Öl, aber auch in Agrarrohstoffe. Es st wahr: Sowohl beim Ölpreis auch als bei den Agrarreisen gibt es einen gewissen spekulativen Anteil. Wir aben uns bemüht, herauszubekommen, wie hoch dieser nteil sein könnte. Die Experten, mit denen wir gespro hen haben, haben uns gesagt: Wir wissen es nicht geau, das kann man nur schätzen. Ohnehin weiß man icht, wie sich die kurzfristigen und die langfristigen Urachen für Preiserhöhungen konkret auswirken. Betimmte Preise sind gestiegen, andere nicht, wieder anere sind gleich geblieben. Der Schweinefleischpreis ist eltweit gleich geblieben, der Zuckerpreis ist gesunken, er Preis für Öle und Getreide ist gestiegen. Warum das o ist, kann wahrscheinlich niemand beurteilen. Die Frage ist: Was kann man machen? Die Antwort autet: relativ wenig. Mit keinem Mittel der Welt kann an internationale Investoren davon abhalten, da zu nvestieren, wo sie eine hohe Rendite erwarten. In der egel profitieren wir übrigens davon in der weltweiten irtschaft, in der Globalisierung, in der wir uns befin en. Natürlich müssen Überhitzungen vermieden weren; das wird jetzt beim Öl passieren. Wenn jetzt allerings die Hauptexportländer – fünf, sechs Länder roduzieren 50 Prozent des Getreides der Welt – aus orge, dass sie ihre eigene Bevölkerung nicht satt beommen, unabgestimmt Exportbeschränkungen erlasen, zerstört das natürlich den Markt. Deswegen sollen aßnahmen zum Abbau von Exportbeschränkungen azu führen, dass der Spekulationsanteil geringer wird. Was die Frauen angeht, habe ich schon eingangs erähnt, dass insbesondere die Entwicklungsländer funk ionierende ländliche Wirtschaftskreisläufe brauchen. iese Wirtschaftskreisläufe müssen wiederbelebt weren. Das geänderte Ernährungsverhalten hängt auch dait zusammen, dass mehr Menschen in der Stadt woh en. In der Stadt ist das Ernährungsverhalten offenbar nders als auf dem Land: Es wird mehr Fleisch gegesen, es werden mehr Eiweißprodukte gegessen. Nun ann die Bundesregierung die Menschen nicht dazu beegen, wieder aufs Land zu ziehen. Wir wollen aber den uzug in die Stadt, weil es auf dem Land keine Arbeit ibt, vermindern, indem wir regionale Kreisläufe in den ändlichen Gebieten wieder befördern. Das hilft auch en Frauen, die dann in der Landwirtschaft arbeiten könen. Vielen Dank. – Die nächste Frage stellt der Kollege r. Peter Jahr. Herr Minister, ich bin der Bundesregierung sehr ankbar, dass sie sich mit dem Thema Welternährung eschäftigt. Das ist ganz wichtig; denn zu dieser Probleatik gibt es zurzeit viele Wahrheiten. Ich verspreche ir vom Beginn dieser Debatte, dass die Enden wieder usammengeführt werden. Es könnte so einfach sein! Steigende Preise bedeuten a nicht nur, dass der Verbraucher mehr bezahlen muss, ie können ja auch bedeuten, dass der Landwirt mehr be Dr. Peter Jahr kommt. Das ist – Sie haben das schon gesagt – eine Chance für eine regional angepasste Landwirtschaft in den Entwicklungsländern. Meine Fragen, die sich daran anschließen, sind: Sollte sich die Entwicklungspolitik, die Entwicklungshilfe der Bundesregierung nicht noch mehr auf die Entwicklung einheimischer, regional angepasster Landwirtschaft in den Entwicklungsländern konzentrieren? Zweitens. Sind Sie mit mir der Auffassung, dass es dabei nicht nur um Geld geht, sondern dass man dabei auch über einen Know-how-Transfer sprechen muss, dass man Menschen und Methoden austauschen muss? Sie haben darauf hingewiesen, dass es dabei auch um die Sicherung der politischen Stabilität in diesen Ländern geht. Wir wissen ja: Die Landwirtschaft findet unter freiem Himmel statt. Das Wichtigste, was der Bauer braucht, sind politische Stabilität und Frieden. Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für besondere Aufgaben: Herr Abgeordneter, ich kann alle Fragen mit Ja beantworten. Frau Wieczorek-Zeul hat heute schon gesagt, dass der Schwerpunkt in diese Richtung verlagert werden soll. Das geht aber nicht allein, das muss im Dialog mit den Entwicklungsländern passieren, dazu brauchen wir Partner. Von besonderer Bedeutung sind dabei die internationalen Organisationen, die in den Entwicklungsländern arbeiten: die FAO, die europäischen Banken, die international und regional tätigen Banken. Wir können uns auch vorstellen, bestimmte Maßnahmen mit Auflagen zu verbinden. So kann man gegebenenfalls mit Nahrungsmittelgutscheinen operieren, damit die arme Bevölkerung an die Nahrungsmittel kommt und sich nicht Zwischenhändler, von denen man nicht genau weiß, wie ihre Interessenlagen sind, die Taschen vollstopfen. All das finden Sie in dem Bericht. Das geht aber nur Schritt für Schritt. Es gibt ärmste Länder, die unter den Regeln der Good Governance ganz gut dastehen, leider gibt es aber eben auch den umgekehrten Fall. Deswegen muss das mit einer Mischung aus Fördern und Fordern verbunden werden. Frau Wieczorek-Zeul hat das vor. Das Wort zur nächsten Frage hat die Kollegin Cornelia Behm. Mit Befremden musste ich vor circa zwei Stunden bei der Vorstellung des Berichts des Weltagrarrates durch den Co-Chair, Herrn Herren, feststellen, dass sich die Bundesregierung an der Erstellung dieses Berichts im Gegensatz zu zahlreichen anderen – auch europäischen – Regierungen nicht beteiligt hat. Meine Frage lautet nun, inwieweit die Bereitschaft der Bundesregierung besteht, sich noch vor dem G-8Gipfel mit diesem aus meiner Sicht sehr wichtigen und sehr weitsichtigen Bericht auseinanderzusetzen, damit vor dem G-8-Gipfel gegebenenfalls noch Anregungen a e s u a h r v l E t r h d m u s s t B b e s M m g s h d l t B s s d v w t d d (C (D us diesem Bericht in die Position der Bundesregierung infließen können. Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für beondere Aufgaben: Die Bundesregierung wird sich mit allen zusätzlichen nd interessanten Berichten und Informationen befassen – uch vor dem G-8-Gipfel. Dies ist ja nun keine in Stein gemeißelte Position, anand derer man die Probleme in den nächsten zehn Jahen abarbeitet, sondern das ist eine Positionsbestimmung erbunden mit einer Ursachenbeschreibung und Handungsempfehlung. Diese werden immer an unsere neuen rkenntnisse angepasst. Zu den gerade erwähnten zusätzlichen und interessanen Informationen mag auch gerne dieser Bericht gehöen, den ich persönlich allerdings nicht kenne. Die nächste Frage stellt der Kollege Dr. Karl Addicks. Danke, Herr Präsident. – Herr Bundesminister, Sie aben uns gerade ein Maßnahmenbündel genannt, mit em Sie auf die derzeitige Krise reagieren wollen. Dazu öchte ich Sie fragen: Wie, durch welche Arbeitsteilung nd mit welchem Zeithorizont wollen Sie die vorgechriebenen Maßnahmen konkret umsetzen? Daran sind ja verschiedene Ressorts beteiligt. Ich ehe hier jetzt eine Vertreterin des Landwirtschaftsminiseriums und den Kanzleramtsminister. Vertreter des MZ zum Beispiel kann ich hier auf der Regierungsank im Moment aber nicht erblicken. Das scheint mir in schlechtes Zeichen hinsichtlich der Umsetzung dieer Maßnahmen zu sein. Ich habe noch eine weitergehende Frage: Wie sollen aßnahmen auf multilateraler Ebene umgesetzt werden, it deren Vereinbarung Sie in Rom gerade im Grunde enommen gescheitert sind? Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für beondere Aufgaben: Ich bin mir sicher, dass sich Frau Wieczorek-Zeul eute sehr gut durch mich vertreten fühlt. Das muss sie urch ihre Anwesenheit oder die Anwesenheit eines Paramentarischen Staatssekretärs nicht noch zusätzlich unerstreichen. Wir arbeiten hier sehr gut zusammen. Zur Umsetzung im Einzelnen. In der Langfassung des erichts finden Sie die entsprechenden Schritte darge tellt. Wir unterstützen die Initiative des UN-Generalekretärs in diesem Zusammenhang. Durch die verschieenen Ressorts sind wir auf den internationalen Foren ertreten. Jedes Ressort trägt hier einen Teil der Verantortung. Deswegen bedarf es keiner weiteren organisa orischen Veränderung. Wir arbeiten gut zusammen. Jeer fühlt sich innerhalb seiner Ressortverantwortung ieser gemeinsamen Handlungsempfehlung verpflichtet. Die nächste Frage hat der Kollege Johannes Röring von der CDU/CSU-Fraktion. Herr Staatsminister, plant die Bundesregierung vor dem Hintergrund der auch von Ihnen geschilderten stark wachsenden Nachfrage nach Agrarrohstoffen für Nahrung und Energie eine Umschichtung der Entwicklungshilfemittel zugunsten der Steigerung der Agrarproduktion in den Entwicklungsländern und der Entwicklung in den ländlichen Räumen? Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für besondere Aufgaben: Die Antwort ist: Ja. In meinen Unterlagen steht die genaue Zahl. Ich habe im Kopf, dass wir 500 Millionen Euro umschichten – wir stellen sie also nicht zusätzlich zur Verfügung –, um für diese Maßnahmen zusätzliche Mittel bereitzustellen. Innerhalb der Etats der Bundesregierung und auch innerhalb des Etats des BMZ wird also umgeschichtet. Im Etat des BMZ wurde der Grundbeitrag für das Welternährungsprogramm auf 23 Millionen Euro festgelegt. Eine zusätzliche, den Gesamthaushalt belastende Haushaltssumme ist aber nicht vorgesehen. Die nächste Frage stellt der Kollege Thilo Hoppe. Herr Minister, ich möchte zunächst betonen, dass es sehr gut und begrüßenswert ist, dass sich die Regierung um einen ressortübergreifenden kohärenten Ansatz bemüht. Ich habe am Welternährungsgipfel in Rom teilgenommen, auf dem Ministerin Wieczorek-Zeul eine bemerkenswerte Rede gehalten und ganz besonders die entwicklungsschädliche Dimension der Agrarexportsubventionen angeprangert hat. Gleichzeitig aber hat sich Deutschland dafür eingesetzt, dass die Exporterstattungen für Schweinefleisch – auch für den Export nach Afrika – wieder eingeführt werden. Wie passt das zusammen? Ist dieses Kohärenzproblem in der Bundesregierung diskutiert worden? Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für besondere Aufgaben: Herr Präsident, mit Ihrer Erlaubnis möchte ich gerne noch die Antwort zu der Frage vorhin präzisieren. Bitte schön. Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für besondere Aufgaben: Die Bundesregierung wird alleine in diesem Jahr im Rahmen ihrer bilateralen Entwicklungszusammenarbeit insgesamt 500 Millionen Euro in die Ernährungssicherung in Entwicklungsländern investieren. Mit diesen N m n r s k k r S i c f d r t i s d v d d m g A h r d b a b d r g U d d a (C (D euzusagen trägt die Bundesregierung dazu bei, die unittelbare Versorgung der Familien, die sich heute in ei er besonderen Krise befinden, sicherzustellen. Die Beeiche ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und oziale Sicherungssysteme werden kurzfristig noch stärer in den Fokus rücken. Das ist die Antwort auf die eben gestellte Frage. Sie önnen das auf Seite 30 des Berichts zur Welternähungslage nachlesen. Ich habe das vorhin auf die chnelle nicht gefunden. Zu Ihrer Frage: Das Verhalten der Bundesregierung st immer konsistent und in sich stimmig. (Lachen beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Volker Beck [Köln] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: In der Sache nichts zu sagen! Das ist ja unglaublich!)

Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616800900
Dr. Peter Jahr (CDU):
Rede ID: ID1616801000




(A) )


(B) )

Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616801100
Cornelia Behm (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616801200
Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616801300
Dr. Karl Addicks (FDP):
Rede ID: ID1616801400




(A) )


(B) )

Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616801500
Johannes Röring (CDU):
Rede ID: ID1616801600
Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616801700
Thilo Hoppe (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616801800
Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616801900


Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616802000

Die nächste Frage stellt die Kollegin Marlene Mortler.


Marlene Mortler (CSU):
Rede ID: ID1616802100

Sehr geehrter Herr Minister, in dem landwirtschaftli-

hen Berufsstand gibt es seit vielen Jahren ein sehr er-
olgreiches Programm zum Praktikantenaustausch mit
en osteuropäischen Ländern. Plant die Bundesregie-
ung Ähnliches – Stichwort: Wissens- und Technologie-
ransfer – vor allem mit Asien und Afrika? Das würde
ch sehr begrüßen.

Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für be-
ondere Aufgaben:

Frau Abgeordnete, die Bundesregierung unterstützt in
er Tat insbesondere die Ausbildung von Fachkräften
or Ort. Dieser Wissens- und Technologietransfer soll
urch gemeinsame Projekte vertieft werden. Insbeson-
ere die Erfahrung aus den von Ihnen genannten ge-
einsamen Projekten mit osteuropäischen Staaten soll

enutzt werden, soweit die Übertragung auf Länder
siens und Afrikas sinnvoll ist. In diesem Zusammen-
ang soll auch die Zusammenarbeit mit den Nichtregie-
ungsorganisationen verstärkt werden.


Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616802200

Die nächste Frage stellt die Kollegin Bärbel Höhn.


Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616802300

Herr Minister, eben wurde bereits eine Frage nach

en Spekulationen gestellt, auf die Sie geantwortet ha-
en, da könne man wenig machen. Problematisch sind
ber Spekulationen, wie sie an den Warenterminbörsen
esonders stark verbreitet sind. Deshalb wird – auch in
en USA – geprüft, inwieweit Kontrollen und Transpa-
enzregeln, wie es sie bereits für die normalen Börsen
ibt, eingeführt werden können und ob man über eine
msatzsteuer die Spekulanten ein Stück vom Markt ver-
rängen kann.

Wie steht die Bundesregierung dazu, und wird sie
iese Frage, die auch international von Bedeutung ist,
uf dem G-8-Gipfel thematisieren?






(A) )



(B) )

Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für be-
sondere Aufgaben:

Frau Abgeordnete Höhn, wir haben beim letzten G-8-
Gipfel, bei dem wir die Gastgeber waren, eine Initiative
zur Verbesserung der Transparenz auf den internationa-
len Finanzmärkten ergriffen. Wie Sie wissen, hielt sich
das Echo der G-8-Partner seinerzeit in überschaubaren
Grenzen. Das änderte sich schlagartig, als im Sommer
letzten Jahres die Finanzkrise offenbar wurde. Daraufhin
hat unsere Initiative ziemlich viel Unterstützung auch
durch die Briten und Amerikaner – interessanterweise
auch durch die amerikanische Industrie; der Bankensek-
tor verhielt sich zunächst zögerlich – gefunden. Diese
Transparenzinitiativen setzen wir fort. Sie werden auch
Gegenstand des G-8-Gipfels sein.

Daran, ob die Einführung einer zusätzlichen interna-
tionalen Umsatzsteuer in diesem Zusammenhang hilf-
reich ist, habe ich allerdings meine Zweifel.


Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616802400

Wegen Zeitablaufs kann ich nur noch eine Frage zu-

lassen.

Bitte, Kollegin Sibylle Pfeiffer.


Sibylle Pfeiffer (CDU):
Rede ID: ID1616802500

Vielen Dank, Herr Präsident. – Herr Minister, in vie-

len Entwicklungsländern besitzt der Staat oder besitzen
viele Feudalherren Land. Man kann das sehr wohl pach-
ten. Der Pachtzins beträgt meistens Zweidrittel nicht des
Ertrags, sondern der kompletten Ernte. In diesem Zu-
sammenhang ist es wichtig, zu sehen, dass Frauen in der
ländlichen Entwicklung eine Hauptrolle spielen. Aber
der Landbesitz ist für Frauen in diesen Ländern sehr viel
schwieriger als für Männer. Das Erbrecht ist das ent-
scheidende Thema. Frauen dürfen in der Regel nicht er-
ben, so auch keinen Landbesitz. Teil von Good Gover-
nance ist – das ist der politische Wille –, den Menschen
Eigentum zukommen zu lassen. Auf diese Art und Weise
können wir die Eigenverantwortung der Menschen stär-
ken. Das ist ein wichtiger Aspekt, wenn wir über Land-
besitz reden. Im Rahmen von Good Governance müssten
dafür entsprechende Strukturen – auch föderale – ge-
schaffen werden. Ist auch dies Teil der Überlegungen der
Bundesregierung?

Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für be-
sondere Aufgaben:

Im Rahmen von Good Governance wird darüber ein
Dialog geführt. Eine spezielle Aussage zum Landbesitz
lässt sich in dem Bericht zur Welternährungslage aller-
dings nicht finden. Ich will die Anregung aber gerne auf-
greifen. Wir werden dies intensivieren und dem nachge-
hen. Natürlich muss man sehen, dass die Traditionen der
Länder bei den Eigentumsstrukturen unterschiedlich
sind. Diese Strukturen waren im Laufe der Jahrhunderte
in den einzelnen Regionen Deutschlands ebenfalls unter-
schiedlich. Es gab große und kleine Besitztümer. Auch
in Deutschland war die Erbfolge über Jahrhunderte un-
terschiedlich, mit verschiedenen Auswirkungen auf die
Landwirtschaftsstrukturen. Ich wage zu bezweifeln, dass
wir wissen können, welche Eigentumsstrukturen vor

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(C (D em Hintergrund jahrhundertealter Traditionen in den erschiedenen Ländern richtig sind. Sicherlich wollen ir, dass die Fläche demjenigen, der sie bewirtschaftet, öglichst auch gehört; das ist wahr. Damit haben wir die esten Erfahrungen gemacht. Das wollen wir unterstüten. In diesem Zusammenhang hilft das, was die Bunesregierung und andere im Bereich der Kleinkredite un. Kleinkredite dienen nicht nur dazu, Saatgut, Beriebsmittel und Ähnliches zu finanzieren, sondern eröffen auch die Möglichkeit, den Grund und Boden zu ererben, auf dem man wirtschaftet. Konkrete Aussagen dazu finden Sie in dem Bericht icht. Aber das scheint mir ein wichtiger Punkt im Hinlick auf die Stabilität ländlicher Räume in Entwickungsländern zu sein. Ich greife das deswegen gerne auf. Gibt es noch Fragen zu anderen Themen in der heuti en Kabinettssitzung? – Das ist nicht der Fall. Damit kommen wir zu sonstigen Fragen an die Bunesregierung. Bitte schön, Herr Koppelin. Ich habe eine Frage an Sie, Herr Bundesminister de aizière. In den letzten Tagen häufen sich Meldungen, n denen es heißt – ich gebe die Tendenz wieder –, dass undesminister Steinmeier vor einiger Zeit seinen bemteten Staatssekretär Tiemann damit beauftragt habe, ür das SPD-Wahlprogramm Themen zu sammeln, es orzubereiten und daran mitzuwirken. Nun weiß jeder, er mit solchen Dingen zu tun hat, dass so etwas sehr eitaufwendig ist. Darf ich Sie fragen: Halten Sie es für ulässig, dass ein beamteter Staatssekretär zumindest ach der Medienlage seine Zeit überwiegend damit verringt, das Wahlprogramm der SPD zu schreiben bzw. afür Themen zu sammeln und die Kanzlerkandidatur on Bundesminister Steinmeier vorzubereiten, wie wir benfalls den Medien entnehmen können? Sind Sie vieleicht bereit, ein Gespräch mit Staatssekretär Tiemann ber seine Arbeitsaufteilung zu führen? Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für beondere Aufgaben: Herr Abgeordneter Koppelin, in der Arbeitszeit von errn Staatssekretär Tiemann ist das sicherlich nicht zu ässig. In seiner Freizeit kann er machen, was er für richig hält. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich der Bundesaußenminister und sein Staatssekretär nders verhalten, als ich es jetzt hier gesagt habe. (Jürgen Koppelin [FDP]: Darf ich eine Zusatzfrage stellen?)

Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616802600
Dr. h.c. Jürgen Koppelin (FDP):
Rede ID: ID1616802700


Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616802800

Bitte schön.


Dr. h.c. Jürgen Koppelin (FDP):
Rede ID: ID1616802900

Ihre Aussage über die Freizeit überrascht mich etwas,

eil ich bisher davon ausgegangen bin, dass Staatssekre-






(A) )



(B) )


Jürgen Koppelin
täre ähnlich wie Bundesminister kaum noch Freizeit ha-
ben. Aber in dem Fall nehme ich das zur Kenntnis.

Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister für be-
sondere Aufgaben:

Es handelt sich bei der Person, die Sie ansprechen,
um einen beamteten Staatssekretär.


(Heiterkeit und Beifall bei der FDP, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Dieser ist nach dem Beamtenrecht zu voller Hingabe an
den Dienstherren verpflichtet. Volle Hingabe muss sich
aber nicht auf 24 Stunden am Tag erstrecken. Ein biss-
chen Freizeit sollte auch ein beamteter Staatssekretär ha-
ben.


Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616803000

Vielen Dank, Herr Bundesminister. – Ich beende die

Befragung der Bundesregierung.

Ich rufe den Tagesordnungspunkt 2 auf:

Fragestunde

– Drucksache 16/9553 –

Wir beginnen mit dem Geschäftsbereich des Bundes-
ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktor-
sicherheit. Die Frage 1 des Kollegen Hans-Josef Fell soll
schriftlich beantwortet werden.

Wir kommen dann zum Geschäftsbereich des Bun-
desministeriums für Bildung und Forschung. Zur Beant-
wortung steht der Parlamentarische Staatssekretär
Andreas Storm zur Verfügung.

Wir kommen zunächst zur Frage 2 der Kollegin
Cornelia Hirsch:

Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus den
Ergebnissen des zweiten nationalen Bildungsberichtes 2008
insbesondere im Hinblick auf den deutschen Bildungsfödera-
lismus?

A
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1616803100


Herr Präsident, ich beantworte die Frage der Abge-
ordneten Hirsch wie folgt: Der gemeinsame Bildungsbe-
richt ist ein gutes Beispiel für das funktionierende Zu-
sammenwirken von Bund und Ländern in der Bildung.
Er verdeutlicht die Notwendigkeit, zwischen Ländern
und Bund gemeinsame Ziele und Schlussfolgerungen zu
vereinbaren, die in der jeweiligen Zuständigkeit umge-
setzt werden. Dies ist Gegenstand der Qualifizierungs-
initiative für Deutschland. Der nun vorgelegte zweite
Bildungsbericht liefert der Bildungspolitik insbesondere
wichtige Informationen darüber, wie Einmündungspro-
zesse von der Schule in berufliche Ausbildung oder
Hochschule und von dort in den Arbeitsmarkt verlaufen.
Mit diesem Schwerpunkt ist der Bericht ein Beitrag für
die von den Regierungschefs von Bund und Ländern
vereinbarte Qualifizierungsinitiative. Sie zielt unter an-
derem darauf, die Übergänge zwischen den Bildungsbe-
reichen zu erleichtern und Wege zum Aufstieg durch
Bildung auszubauen. Bund und Länder werden die im

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(C (D weiten nationalen Bildungsbericht genannten zentralen erausforderungen zum Anlass nehmen, um bereits eineleitete Maßnahmen zu verstärken und neue Schwerunkte zu setzen, um die Bildungsangebote weiter zu erbessern und die Qualitätsentwicklung in den verchiedenen Bereichen des Bildungswesens auszubauen. Nachfrage, Kollegin Hirsch? Ja, besten Dank. – Meine erste Nachfrage lautet: Sie aben gerade davon gesprochen, dass der Bildungsbeicht ein Beispiel für die funktionierende Zusammenareit zwischen Bund und Ländern ist. Inwieweit deckt ich das Ihrer Auffassung nach mit den Befunden, die in iesem Bildungsbericht stehen? Er spricht beispielseise von fast 80 000 Schulabbrecherinnen und Schul bbrechern, davon, dass fast zwei Drittel der Hauptschüerinnen und Hauptschüler keinen Ausbildungsplatz inden, dass eine Kürzung der Mittel im Weiterbildungsereich um 70 Prozent stattgefunden hat usw. usf. Man önnte diese Liste noch lange fortsetzen. Inwieweit haen wir hier eine funktionierende Zusammenarbeit, enn doch offensichtlich die Befunde in diesem Bilungsbericht eher nahelegen, von einer Bildungsmisere u sprechen? A Frau Abgeordnete Hirsch, die beiden von Ihnen ange prochenen Themen sind Beispiele dafür, dass die Zuammenarbeit sowohl bei der Diagnose als auch bei der herapie hervorragend funktioniert. Wir haben beim hema „Schulabgänger ohne Abschluss“ festzustellen, ass in den letzten Jahren zwar eine leichte Verbesserung ingetreten ist, diese Verbesserung aber nicht ausreicht. eswegen haben die Kultusminister der Länder ebenso ie die Bundesbildungsministerin in den letzten Mona en das Ziel formuliert, die Zahl der Schulabgänger ohne bschluss zunächst deutlich zu reduzieren und im Wei eren wenn möglich zu halbieren. Deshalb ist dieses eies der Schwerpunktthemen im nationalen Bildungsbeicht. Sowohl die Länder als auch der Bund haben ereits Maßnahmen eingeleitet, um die Zahl der Schulbgänger ohne Abschluss reduzieren zu können. Das gilt in ähnlicher Weise für das Thema Weiterbilung. Hier ist der Bund bereits aktiv geworden, indem as Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zur Einführung iner Bildungsprämie im Zusammenhang mit der Verögensbildung für Arbeitnehmer beschlossen hat, und und und Länder beraten auf dem Weg zum Bildungsipfel im Oktober weitere gemeinsame Aktivitäten zur tärkung der Weiterbildungsbeteiligung der Arbeitneherinnen und Arbeitnehmer in Deutschland. Ihre zweite Nachfrage, Frau Hirsch. Über das Stichwort „Bildungsgipfel“ – darauf bezieht sich auch meine zweite Nachfrage – ist schon viel debattiert worden, aber immer nur als ein Schlagwort. Mich würde interessieren: Wer ist in die Vorbereitung eingebunden? Was soll dort konkret passieren, und welche Ergebnisse erwartet man von diesem Gipfel? Bisher erscheint mir dieser geplante Bildungsgipfel eher als eine medientechnisch vielleicht ganz sinnvolle Maßnahme, aber es scheint mir doch mehr als fraglich zu sein, ob er wirklich zur Verbesserung der Bildungssituation beiträgt. A Frau Abgeordnete Hirsch, die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder haben bei ihrer Tagung im Dezember vereinbart, in diesem Herbst eine Qualifizierungsinitiative zu starten. Zur Vorbereitung dieser gemeinsamen Qualifizierungsinitiative hat das Bundeskabinett bereits im Januar die Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung verabschiedet, und nun bereiten Bund und Länder gemeinsam in den zuständigen Gremien den Bildungsgipfel vor, der für die zweite Oktoberhälfte anberaumt ist. Im weiterem Prozess werden selbstverständlich dann auch Akteure aus dem gesamten Bildungswesen eine Rolle spielen, weil der Bildungsgipfel thematisch breit ausgerichtet sein wird. Der Kollege Dr. Ilja Seifert hat eine Zusatzfrage. Herr Staatssekretär, im Zusammenhang mit dem Bil dungsgipfel, den Sie auch angesprochen haben und bei dem nach Ihrer Aussage alle Bereiche der Bildung angemessen berücksichtigt werden sollen, würde mich schon sehr interessieren, in welcher Weise dort die Frage der Bildung von Menschen mit Behinderung eine Rolle spielen wird. Dieser Bereich ist in dem Bildungsbericht eher unterbelichtet, und die Probleme der Sonderschulen, die eher Aussonderungsschulen sind, sind ja hinreichend bekannt. Unter dem dreigliedrigen System gibt es immerhin sieben Sonderschulsysteme, also Aussonderungssysteme. Wird das Thema auf dem Bildungsgipfel eher in Richtung inklusiver Bildung oder eher in Richtung weiterer Aussonderung behandelt werden? A Herr Abgeordneter Seifert, es ist zum jetzigen Zeitpunkt, etwa vier Monate vor dem Bildungsgipfel, natürlich noch zu früh, die konkrete Detailplanung für den geplanten Bildungsgipfel hier zu diskutieren, weil sie noch erarbeitet wird. Ich gehe aber davon aus, dass das von Ihnen angesprochene Thema sicherlich eine Rolle spielen wird. Ich will Ihnen ein Beispiel nennen: Aus der im nationalen Berichtungsbericht vorgenommenen Analyse der Struktur der Schulabgänger ohne Hauptschulab s d F d p s H m D z B h p g a v g l n z d B i u h n S h N s g S a S m d e 1 w n d (C (D chluss – im Jahr 2006 waren es 76 000 – geht hervor, ass darunter allein 39 000 junge Menschen sind, die örderschulen besucht haben. Deshalb wird der Kreis er Förderschüler bei der Frage nach weiteren bildungsolitischen Maßnahmen sicherlich besondere Aufmerkamkeit erfahren. Wir kommen zur Frage 3 der Kollegin Cornelia irsch. Wie hoch sollen die zusätzlichen finanziellen Mittel für die Bildung sein, um die von der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel angestrebte „Bildungsrepublik Deutschland“ zu realisieren, und wie sollen diese zusätzlichen Mittel finanziert werden? A Herr Präsident, ich beantworte die Frage wie folgt: ie Bundeskanzlerin hat am 12. Juni 2008 in ihrer Rede um Festakt „60 Jahre Soziale Marktwirtschaft“ mit dem egriff von der „Bildungsrepublik Deutschland“ die ohe politische Priorität und die gemeinsame bildungsolitische Verantwortung von Bund und Ländern hervorehoben. Diese gemeinsame Verantwortung kommt uch zum Ausdruck im Beschluss der Regierungschefs on Bund und Ländern vom 19. Dezember 2007, eine emeinsame „Qualifizierungsinitiative für Deutschand“ zu konzipieren und im Herbst 2008 im Rahmen eies Treffens zu beschließen. Zur Vorbereitung dieses „Bildungsgipfels“ findet zureit ein Abstimmungsprozess zwischen Bund und Länern statt. Angaben zu den Mittelaufwendungen von und und Ländern für die gemeinsame Qualifizierungs nitiative lassen sich bei derzeitigem Verhandlungsstand nd aufgrund der fortlaufenden Abstimmungen inneralb und zwischen den Ländern zum jetzigen Zeitpunkt och nicht machen. Haben Sie eine Nachfrage, Kollegin Hirsch? Besten Dank. – Es hätte mich auch gewundert, wenn ie mir schon eine konkrete Zahl genannt hätten. Das ist ier ja selten der Fall. Nichtsdestotrotz habe ich folgende achfrage: Wenn man in den Bildungsbericht schaut, tellt man beim Vergleich des Anteils der Bildungsausaben am BIP der Jahre 2006 und 1995 – seitdem ist die ituation nicht besser geworden – fest, dass im Prinzip llein 13 Milliarden Euro fehlen, um wieder auf den tand von 1995 zu kommen. An dieser Stelle würde ich schon interessieren, inwieweit diese Relation bei en Überlegungen eine Rolle spielt. Dabei geht es nicht infach nur um 1 Milliarde Euro für den Hochschulpakt; 3 Milliarden Euro sind schon viel mehr. Selbst dann, enn diese Mittel gezahlt würden, hätten wir längst och kein ausfinanziertes Bildungssystem, sondern leiglich den Stand von 1995. A Frau Abgeordnete Hirsch, zu dem von Ihnen genannten Sachverhalt ist zweierlei zu bemerken. Erstens. In der Tat ist die Quote, also der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt, im Zeitraum von 1995 bis 2006 zurückgegangen; die absoluten Ausgaben sind aber gestiegen. Wir liegen im internationalen Vergleich im Hinblick auf das Pro-Kopf-Leistungsniveau über dem OECD-Durchschnitt. Zweitens. Ein wesentlicher Aspekt bei den Beratungen über einen Bildungsgipfel wird sicherlich sein, dass wir die sogenannte demografische Rendite, also einen sich theoretisch dadurch ergebenden Spielraum, dass in den nächsten anderthalb Jahrzehnten in den meisten Bundesländern rückläufige Schülerzahlen zu verzeichnen sein werden, in vollem Umfang nutzen müssen, um die Qualität unseres Bildungssystems zu verbessern. Es darf hier also keinesfalls zu Einsparungen kommen. Im Gegenteil: Tendenziell muss mehr für die Bildung ausgegeben werden. Zweite Nachfrage, bitte. Hält die Bundesregierung das Sinken des Anteils der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt für mit der von Ihnen gerade dargestellten hohen Priorität für Bildung vereinbar? A Ich habe versucht, zu verdeutlichen, dass die Quote allein einen unzureichenden Aussagegehalt im Hinblick auf die Qualität eines Bildungssystems hat. Die Bundesregierung misst der Weiterentwicklung des Bildungssystems aber eine sehr hohe Priorität bei. Deswegen sind die Bildungsausgaben im Bundeshaushalt erhöht worden. Gegenstand der Beratungen über den Bildungsgipfel wird eine gemeinsame zusätzliche Anstrengung von Bund und Ländern sein. Dass das Bildungssystem eine hohe finanzpolitische Priorität genießt, können Sie auch daran erkennen, dass Bund und Länder gemeinsam einen Hochschulpakt geschlossen haben. Damit beteiligt sich allein der Bund mit mehr als 1 Milliarde Euro an der Finanzierung der Hochschulen im Zeitraum bis 2010. Vielen Dank, Herr Staatssekretär Storm. Wir kommen zum Geschäftsbereich des Bundesmi nisteriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Zur Beantwortung der Fragen steht die Parlamentarische Staatssekretärin Ursula Heinen zur Verfügung. Zunächst rufe ich die Frage 4 der Kollegin Ulrike Höfken auf: Welche Farben und grafischen Elemente möchte die Bundesregierung für die am 23. Mai 2008 angekündigte farbliche Nährwertkennzeichnung auf Lebensmitteln vorsehen? m c b w n d G e n G r c D v g t g v S s m c Ü V d ü v f i m a k s b e d B m g W (C (D Urs Wie Sie wissen, hat Herr Bundesminister Seehofer ei der Vorstellung des „Leitfadens für erweiterte Nährertinformationen auf vorverpackten Lebensmitteln“ ach dem vom Ministerium entwickelten „1 plus 4“-Moell angekündigt, dass er mit der betroffenen Wirtschaft espräche darüber führen wird, ob es möglich wäre, ine farbliche Unterlegung dieser Nährwertkennzeichung zu schaffen. Die betreffenden Farben sind Grün, elb und Rot. Ich denke, Schwarz, Blau und Weiß wä en nicht so aussagekräftig, wie auch durch die entsprehende Umfrage bei uns herausgefunden worden ist. Nachfrage, Frau Höfken. Wie bewertet die Bundesregierung die Forderung der eutschen AdipositasGesellschaft nach einem Werbeerbot für Junkfood und Softdrinks bei Kindern und Juendlichen? Diese Forderung hat sie in einer Pressemiteilung vom 18. März noch einmal bekräftigt. Wird der erade vom Kabinett beschlossene Aktionsplan auch erbindliche Werbebeschränkungen oder wieder nur elbstbeschränkungen, die sich nicht als wirksam erweien, enthalten? Urs Wir haben darüber schon oft diskutiert. Wir sind der berzeugung, dass nicht Werbeverbote zum Ziel führen. ielmehr müssen wir umfassend aufklären. Das heißt, ass wir Eltern, Lehrer sowie Kinder und Jugendliche ber gesunde Ernährung aufklären müssen. Dazu gibt es erschiedene Projekte. Beispielsweise unterstützen wir inanziell die Plattform Ernährung und Bewegung. Das st der Weg, der zum Ziel führen wird. Ähnliches gilt für ehr Bewegung; denn wir wissen, dass Übergewicht uch eine Folge mangelnder Bewegung ist. Wir haben gerade auf europäischer Ebene eine Disussion über Werbeverbote im Kinderund Jugendfernehen geführt. Dort ist entschieden worden, keine Wereverbote auszusprechen, sondern dafür zu sorgen, dass s zu wesentlich mehr Aufklärung kommt. Demnächst werden wir uns noch einmal intensiv mit em nationalen Aktionsplan für bessere Ernährung und ewegung befassen. Dabei werden wir uns ganz gezielt it der Ernährung und Bewegung von Kindern und Ju endlichen auseinandersetzen. Zweite Nachfrage. Ich darf wiederholen: Wird es im Aktionsplan eine erbeeinschränkung geben oder nicht? Ur Der Aktionsplan sieht keine Werbebeschränkung vor. Dann kommen wir zur Frage 5 der Abgeordneten Ulrike Höfken: Wie setzt sich die von der Bundesregierung neu einge setzte Arbeitsgruppe zur Nährwertkennzeichnung – bitte mit Namen und Funktion – zusammen? Ur Zur Frage 5 der Kollegin Höfken kann ich Folgendes sagen: Die für den Verbraucherschutz zuständigen Ministerinnen und Minister sowie Senatorinnen und Senatoren der Bundesländer haben den Beschluss gefasst, dass eine Arbeitsgruppe sich mit der Frage der Nährwertkennzeichnung beschäftigen soll. Über die Zusammensetzung dieser Arbeitsgruppe kann ich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nichts sagen. Die Verbraucherministerkonferenz hat am vergangenen Mittwoch stattgefunden. Wir sind zurzeit in Abstimmungsgesprächen mit den Bundesländern darüber, wer an dieser Arbeitsgruppe teilnehmen soll. Nachfrage? Ja. – Wird es verstärkte Forschungsaktivitäten, spe ziell des Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe, zu diesem Themenbereich geben? Ur Wir werden uns weiter sehr intensiv mit dem Thema Ernährung beschäftigen, nicht nur in Karlsruhe, sondern auch an anderen Stellen, der Deutschen Gesellschaft für Ernährung beispielsweise, und die Ergebnisse zusammenfassen. Auch dies ist Teil des nationalen Aktionsplans. Zweite Nachfrage. Wann werden die genaue Zusammensetzung und das weitere Vorgehen bekannt gegeben? Ur Zur Arbeitsgruppe kann ich Ihnen jetzt wirklich nichts Genaues sagen, weil wir noch in Abstimmungsgesprächen sind. Die Bundesländer haben den Wunsch n d e m d V n m W b a v d m l S V a e h d s e d g V ü (C (D ach zügigem Vorgehen geäußert. Wir schließen uns em an. In einer Woche kann ich Ihnen vielleicht Genaures dazu sagen. Vielen Dank, Frau Staatssekretärin Heinen. Jetzt kommen wir zum Geschäftsbereich des Bundesinisteriums für Gesundheit. Zur Beantwortung steht er Parlamentarische Staatssekretär Rolf Schwanitz zur erfügung. Es gibt zwei Fragen des Kollegen Dr. Seifert. Zuächst rufe ich die Frage 6 auf: Inwieweit teilt die Bundesregierung die Einschätzung der Landesärztekammer Hessen über die katastrophale Versorgung bzw. Assistenzsicherung für Schwerbehinderte während ihres Krankenhausaufenthaltes (siehe Stellungnahme zur Assistenz im Krankenhaus bei Schwerbehinderten der Landesärztekammer Hessen – Information für den Ausschuss für Arbeit und Soziales vom 10. Juni 2008, Ausschussdrucksache 16[11]1011)

Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616803200
Cornelia Hirsch (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616803300
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1616803400
Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616803500




(A) )


(B) )

Cornelia Hirsch (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616803600
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1616803700
Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616803800
Dr. Ilja Seifert (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616803900
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1616804000
Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616804100
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1616804200
Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616804300
Cornelia Hirsch (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616804400




(A) )


(B) )

Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1616804500
Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616804600
Cornelia Hirsch (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616804700
Andreas Storm (CDU):
Rede ID: ID1616804800
Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616804900
Ursula Heinen (CDU):
Rede ID: ID1616805000
Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616805100
Ulrike Höfken-Deipenbrock (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616805200
Ursula Heinen (CDU):
Rede ID: ID1616805300
Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616805400
Ulrike Höfken-Deipenbrock (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616805500




(A) )


(B) )

Ursula Heinen (CDU):
Rede ID: ID1616805600
Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616805700
Ursula Heinen (CDU):
Rede ID: ID1616805800
Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616805900
Ulrike Höfken-Deipenbrock (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616806000
Ursula Heinen (CDU):
Rede ID: ID1616806100
Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616806200
Ulrike Höfken-Deipenbrock (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616806300
Ursula Heinen (CDU):
Rede ID: ID1616806400
Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616806500

R
Rolf Schwanitz (SPD):
Rede ID: ID1616806600

Herr Präsident! Sehr geehrter Kollege Dr. Seifert!

eil es einen engen Sachzusammenhang zwischen den
eiden Fragen gibt, würde ich sie gern gemeinsam be-
ntworten. Ich habe das mit dem Kollegen Dr. Seifert
orher schon besprochen.


Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616806700

Dann verfahren wir so, und ich rufe auch die Frage 7

es Kollegen Dr. Seifert auf:
Inwieweit sieht die Bundesregierung hier Handlungsbe-

darf, und was wird sie gegebenenfalls kurz- und mittelfristig
tun, um eine angemessene Versorgung von Menschen mit Be-
hinderung während eines Krankenhausaufenthaltes zu ge-
währleisten?

R
Rolf Schwanitz (SPD):
Rede ID: ID1616806800

Die Antwort lautet wie folgt:

Die stationäre Krankenhausversorgung umfasst sämt-
iche Leistungen, die im Einzelfall nach Art und
chwere der Krankheit für die medizinisch notwendige
ersorgung des Patienten erforderlich sind. Dies umfasst
uch die zur akut-stationären Behandlung der Krankheit
rforderliche Krankenpflege. Die Leistungen, die außer-
alb der medizinisch notwendigen Versorgungsleistung
er GKV liegen, werden von dem betroffenen Patienten
elbst bzw. von dem zuständigen Sozialleistungsträger
rbracht.

Die Bundesregierung wird sich in Gesprächen mit
en Beteiligten und Betroffenen dafür einsetzen, dass
egebenenfalls bestehende Defizite bei der umfassenden
ersorgung von Schwerbehinderten im Krankenhaus
berwunden werden.


Dr. Hermann Otto Solms (FDP):
Rede ID: ID1616806900

Nachfrage, Kollege Seifert? – Bitte.






(A) )



(B) )


Dr. Ilja Seifert (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616807000

Herr Staatssekretär, ich bin über das „gegebenenfalls“

etwas verwundert. Sie haben nach meinem Verständnis
zum Ausdruck gebracht, dass Sie Gespräche beginnen
wollen, wenn Defizite vorhanden sein sollten. Dass es
Defizite gibt, ist aber nun hinreichend oft dokumentiert
worden. Ich erinnere daran, dass im September vergan-
genen Jahres eine große Konferenz dazu stattgefunden
hat, bei der die Bundesbehindertenbeauftragte entspre-
chende Zusagen gemacht hat. Ich erinnere daran, dass
die Bundesärztekammer gerade jetzt wieder ausdrück-
lich darauf hingewiesen hat, dass für Menschen, die auf
eine regelmäßige Assistenz angewiesen sind, große De-
fizite im Krankenhausbereich bestehen, wenn sie wegen
einer akuten Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert
werden. Deshalb bitte ich noch einmal um eine Auskunft
dazu, worin Ihr Erkenntnisbedarf besteht.

R
Rolf Schwanitz (SPD):
Rede ID: ID1616807100


Herr Abgeordneter Dr. Seifert, ich glaube, dass es zu
Beginn der Gespräche mit den Beteiligten Sinn macht,
zunächst noch einmal zu besprechen, welchen Umfang
diese Defizite haben und wie gravierend sie sind, und
natürlich auch auszuloten, wie man diese Defizite behe-
ben kann. Die Probleme können ja sehr vielschichtiger
Natur sein. Sie können in die Richtung gehen, dass ent-
sprechende Leistungen, die gemäß den sozialen Siche-
rungssystemen möglich wären, nicht gewährt werden. Es
könnte aber durchaus auch Resultat dieser Besprechung
sein, dass es gesetzgeberischen Handlungsbedarf gibt.
Dem Ergebnis möchte ich jetzt nicht vorgreifen.

Das Wort „gegebenenfalls“ soll den Sachverhalt also
nicht relativieren, sondern soll beschreiben, was zur
Sachverhaltsaufklärung und zum Ermitteln des Hand-
lungsbedarfes erforderlich und sinnvoll ist.


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616807200

Zusatzfrage, Herr Kollege Seifert.


Dr. Ilja Seifert (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616807300

He
Rede von: Unbekanntinfo_outline
Rede ID: ID1616807400
Menschen, die regelmäßig Assistenz brauchen,
brauchen diese Assistenz selbstverständlich auch im
Krankenhaus, unabhängig davon, dass die Behandlungs-
pflege von den dort pflegenden Mitarbeitern vorgenom-
men wird. Diese Tatsache ist relativ leicht überschaubar.
Insofern ist mir nicht klar, was Sie jetzt noch bei den Be-
troffenen erfragen wollen.

Aber wenn Sie das Verfahren schon so angelegt ha-
ben, können Sie mir doch wohl zumindest sagen, in wel-
chem Zeitraum die Befragung der Betroffenen stattfin-
den soll und wann man mit einem Abschluss dieser
Fragerunde rechnen kann, sodass die von Ihnen gerade
ins Auge gefassten gesetzgeberischen und/oder Verwal-
tungsmaßnahmen sowie Weiteres eingeleitet werden
können.

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(C (D R Ich will zunächst noch einmal sagen – Sie können das n der von mir gegebenen Antwort ja auch noch einmal achlesen –, dass sich das Wort „gegebenenfalls“ nicht uf die Frage des Bedarfes bezieht. Dass dieser besteht, as halte ich in der Tat für unstrittig. Allerdings ist die Frage der Defizite und vor allem uch die Frage der Schwere der Defizite – in Ihrer ersten rage ist die Schwere dieser Defizite ja mit einem sehr tarken Ausdruck belegt worden – in der Tat klärungsbeürftig und muss aus meiner Sicht auch Gegenstand dieer Gespräche sein. Ich gehe davon aus, dass die Gesprähe unverzüglich aufgenommen werden; denn – in der ache sind wir uns ja einig – diesen Bedarfen muss auch n einer akut-stationären Versorgungssituation im Kranenhaus entsprochen werden. Weitere Zusatzfrage? Ja. – Vielen Dank, Herr Staatssekretär. Ich gehe da on aus, „unverzüglich“ bedeutet: noch vor der Somerpause. Können Sie mir auch sagen, mit wem Sie reden wolen? Ich denke zum Beispiel an Vertreter von ForseA nd anderer entsprechender Organisationen. Könnten Sie vielleicht auch den Begriff „unverzügich“ noch näher konkretisieren? R Herr Kollege Seifert, das kann ich natürlich jetzt icht, weil ich die entsprechende Terminplanung nicht or mir liegen habe. Klar ist aber, dass eine Vielzahl von esprächsteilnehmern zu diesem Gespräch hinzugezoen wird. Es handelt sich natürlich um Betroffene – das st, wie ich denke, völlig klar –, aber auch um Vertreter er Versicherungsträger und der Einrichtungen selbst, lso der Krankenhäuser; auch muss mit den Ländern geprochen werden. Allein im Bereich der Versicherungsräger ist ja eine Vielzahl von Personen, die potenziell eteiligt werden müssten, vorstellbar. Neben den Vertreern der Pflegeversicherung ist durchaus vorstellbar, dass uch die der Unfallversicherungen und diejenigen, die om Rechtskreis des SGB XII erfasst werden, mit in diees Gespräch integriert werden. Darf ich zumindest noch nachfragen, Herr Staats ekretär, wo die Federführung für diesen komplizierten rozess liegen wird? Liegt die Federführung vielleicht ei der Bundesbehindertenbeauftragten? Wenn nicht, elche Rolle soll sie in diesem Prozess spielen? R Von der Sache her innerhalb der Bundesregierung sehe ich außer meinem Haus, dem Bundesgesundheitsministerium, zuständig für SGB V und Pflegeversicherung, vor allen Dingen das BMAS in dem Bereich SGB XII und Unfallversicherung zuständig; sie sind gemeinschaftlich beteiligt. Auch die Bundesbehindertenbeauftragte soll selbstverständlich beteiligt werden. Wir werden gemeinsam mit dem BMAS die Gespräche aufnehmen; das ist so verabredet. Für diejenigen, die nicht wissen, was mit dem BMAS gemeint ist: Es handelt sich um das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. So viel Zeit ist bei der Beantwortung der Fragen notfalls noch verfügbar. Ich bedanke mich herzlich beim Kollegen Schwanitz für die Beantwortung der Fragen. Nun rufe ich den Geschäftsbereich des Auswärtigen Amtes auf. Hier steht der Herr Staatsminister Gloser zur Verfügung. Ich rufe zunächst die Frage 8 des Kollegen Dr. Keskin auf: Wie bewertet die Bundesregierung die gegenwärtigen Friedensgespräche zwischen Israel und Syrien hinsichtlich einer klaren Einbindung Syriens in den Nahostfriedensprozess? Vielen Dank, Herr Präsident. – Ich darf wie folgt ant worten: Die Bundesregierung hat sich stets für eine Beilegung des Konfliktes zwischen Israel und Syrien durch Verhandlungen zwischen beiden Parteien ausgesprochen. Sie begrüßt deshalb die derzeit über türkische Mittler geführten indirekten Gespräche ausdrücklich als einen vertrauensbildenden Schritt in diese Richtung, der auch auf den Nahostfriedensprozess positiv wirken kann. Sie hat aus dem gleichen Grund für eine Teilnahme Syriens am Treffen in Annapolis geworben. Zusatzfrage. Ich finde es gut, weil die bisherigen Bemühungen, im Nahen Osten Frieden zu sichern oder zu schaffen, unter anderem deshalb gescheitert sind, weil Syrien in diesen Friedensprozess nicht eingebunden war. Ich freue mich, dass die Bundesregierung Syrien einbinden will. Die Frage ist: Können Sie, Herr Staatssekretär, ein bisschen konkretisieren, in welcher Form die Bundesregierung diesen Prozess unterstützen will? Ich habe in meiner Antwort erwähnt, dass wir aus drücklich dafür geworben haben, dass Syrien in den Annapolis-Prozess mit einbezogen wird. Das war ein wichtiger Schritt; aber damit ist der Friedensprozess im Nahen Osten noch nicht abgeschlossen. Wir erkennen je d B u w a d r a m D k e K d t w d n k e z g s d s w t d n a t (C (D och, dass Syrien ein wichtiger Akteur ist, der seinen eitrag zu einer umfassenden Friedenslösung im Nahen nd Mittleren Osten leisten kann. Weitere Zusatzfrage? Danke sehr. Die Frage 9 des Kollegen Beck wird schriftlich beant ortet. Ich rufe die Frage 10 des Kollegen Wolfgang Gehrcke uf: Teilt die Bundesregierung die Auffassung der Herausgeber des Friedensgutachtens 2008, dass die „Rückkehr zu Krieg und Gewaltpolitik gescheitert“ daher europäische Politik auf die Wiederbelebung des Multilateralismus und der Rüstungskontrolle zu richten ist? Ich darf wie folgt antworten, Herr Präsident: Unter en neuen sicherheitspolitischen Bedingungen und Heausforderungen geht es mehr denn je darum, Sicherheit uf der Grundlage gemeinsam definierter globaler Noren und im Wege der Zusammenarbeit zu schaffen. ies ist ein zentrales Thema und Anliegen der Rüstungsontrolle. Rüstungskontrolle zielt auf die vorausschaunde Verhütung mit militärischen Mitteln ausgetragener onflikte. Die Bundesregierung setzt sich daher ausrücklich dafür ein, den Themen Abrüstung und Rüsungskontrolle wieder den ihnen gebührenden Stellenert zu geben. Ich erinnere an die vom Bundesminister es Auswärtigen, Dr. Frank-Walter Steinmeier, und seiem norwegischen Amtskollegen angestoßene rüstungsontrollpolitische Initiative in der NATO, die zu einer rfreulichen Wiederbelebung der Diskussion in diesem entralen Pfeiler der Sicherheitspolitik des Bündnisses eführt hat. Die europäische Sicherheitsstrategie und die europäiche Strategie zur Bekämpfung der Proliferation, also er Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen, tellen die Stärkung der multilateralen Übereinkünfte beusst in den Mittelpunkt: durch Ausbau der Verifika ionsund Durchsetzungsinstrumente, durch Stärkung er Exportkontrollregime sowie durch Ausbau der interationalen Zusammenarbeit. Die Bundesregierung wird uf diesem Weg entschlossen weitergehen. Bitte schön. Herzlichen Dank, Herr Präsident. – Herr Staatsminis er, das höre ich alles sehr gerne, – Das freut mich. – mit voller Begeisterung. Ich entnehme Ihren Wor ten, dass die Bundesregierung das Friedensgutachten ähnlich positiv bewertet, wie es die Fraktion der Linken tut. Meine Frage lautet: Auf Seite 7 des Friedensgutachtens wird für ein sogenanntes Avantgarde-Modell in der Abrüstung plädiert. Das bedeutet, man muss nicht so lange warten, bis alle mitmachen, sondern man kann selber vorangehen. Teilt die Bundesregierung diese Vorstellung? Herr Abgeordneter, zum einen halten wir das Frie densgutachten für einen wichtigen Beitrag, weil es in der öffentlichen Diskussion eine wichtige Rolle spielt. Insofern haben wir dieses Gutachten begrüßt. Das heißt aber nicht, dass wir alle darin enthaltenen Aussagen teilen. Zum anderen glaube ich, dass es wichtig ist, gemeinsame Regeln und gemeinsame Standards zu finden, um den Schritt in Richtung Rüstungskontrolle zu gehen. Ihrer Antwort entnehme ich, dass Sie die Vorstellung nicht teilen. – Ich möchte aber noch eine andere Frage stellen: Auf Seite 9 des Friedensgutachtens wird der Bundesregierung der Rat gegeben, hinsichtlich der Stationierung amerikanischer Atomwaffen in Deutschland rechtlich gesehen allein voranzugehen. Hier bedarf es – so das Friedensgutachten – einer Bitte oder einer Forderung der Bundesregierung, diese Waffen abzuziehen. Nehmen Sie diesen Impuls des Friedensgutachtens auf? Herr Abgeordneter, ich habe bereits gesagt, dass wir dieses Gutachten ausgewertet haben und zu einer insgesamt positiven Einschätzung gekommen sind. Das heißt aber nicht, dass wir allen Punkten zustimmen. Ich sage noch einmal: Wenn wir auf dem Weg der Abrüstung vorangehen wollen, dann bedarf es der Zusammenarbeit mit mehreren Staaten. In diesem Punkt reicht ein unilaterales Vorgehen nicht aus. (Wolfgang Gehrcke [DIE LINKE]: Also auch hier ein Nein! – Dr. Ilja Seifert [DIE LINKE]: Aber schön wäre es!)

Rolf Schwanitz (SPD):
Rede ID: ID1616807500
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616807600
Dr. Ilja Seifert (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616807700
Rolf Schwanitz (SPD):
Rede ID: ID1616807800
Dr. Ilja Seifert (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616807900




(A) )


(B) )

Rolf Schwanitz (SPD):
Rede ID: ID1616808000
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616808100
Günter Gloser (SPD):
Rede ID: ID1616808200
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616808300
Dr. Hakki Keskin (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616808400
Günter Gloser (SPD):
Rede ID: ID1616808500
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616808600
Dr. Hakki Keskin (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616808700
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616808800
Günter Gloser (SPD):
Rede ID: ID1616808900
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616809000
Wolfgang Gehrcke (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616809100
Günter Gloser (SPD):
Rede ID: ID1616809200




(A) )


(B) )

Wolfgang Gehrcke (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616809300
Günter Gloser (SPD):
Rede ID: ID1616809400
Wolfgang Gehrcke (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616809500
Günter Gloser (SPD):
Rede ID: ID1616809600


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616809700

Wir sind damit am Ende dieses Geschäftsbereichs.

Wir kommen nun zum Geschäftsbereich des Bundes-
ministeriums des Innern. Hier steht der Kollege Peter
Altmaier als Parlamentarischer Staatssekretär für die Be-
antwortung der Fragen zur Verfügung.

Bevor ich die eingereichten Fragen aufrufe, nehme
ich die Gelegenheit gerne wahr, dem Kollegen Peter
Altmaier zu seinem heutigen 50. Geburtstag im Namen
des zwar spärlich vertretenen, aber gleichwohl repräsen-
tativ besetzten Hauses herzlich zu gratulieren, verbun-
den mit allen guten Wünschen für die nächsten 50 Jahre.

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(C (D Als Beitrag zur Humanisierung der Arbeitswelt hat ie Kollegin Gesine Lötzsch die Fragen 11 und 12 zur chriftlichen Beantwortung vorgesehen. Ich rufe die Frage 13 des Kollegen Hakki Keskin auf: Wie beurteilt die Bundesregierung den Einbürgerungstest, der ab dem 1. September 2008 deutschlandweit gelten wird, im Hinblick auf die Komplexität der Fragen, die teilweise detaillierte Geschichtskenntnisse erfordern? P Vielen Dank, Herr Präsident. – Ich bedanke mich zu ächst für die freundlichen Glückwünsche des Hohen auses. Die Frage des Kollegen Keskin beantworte ich ie folgt: Mit der Entwicklung eines bundeseinheitlichen Einbürerungstests kommen wir einem Auftrag des Gesetzgebers ach, der im letzten Jahr beim Richtlinienumsetzungsgeetz die entsprechende Rechtsgrundlage geschaffen hat. Es ag uns von Anfang an sehr viel daran, den Test so zu errbeiten, dass er außerhalb jeder Kritik steht. Deshalb aben wir das IQB, das Institut zur Qualitätsentwicklung m Bildungswesen an der Humboldt-Universität zu Berin, beauftragt, den kompletten Fragebogen zu erarbeien. Er wird uns vertragsgemäß erst am 30. Juni 2008 im undesinnenministerium überreicht werden. Die Bundesregierung kann also jetzt noch nicht zu jeer einzelnen Frage des Einbürgerungstests Stellung ehmen. Es ist allerdings sichergestellt, Herr Kollege eskin, dass sich die Fragen an dem bereits veröffent ichten Curriculum mit den Themenbereichen „Leben in er Demokratie“, „Geschichte und Verantwortung“ soie „Mensch und Gesellschaft“ orientieren. Für ihre Be ntwortung sind detaillierte Geschichtskenntnisse nicht rforderlich, und sie werden im Einbürgerungstest auch icht verlangt. Im Übrigen werden die Einbürgerungsbewerber Geleenheit haben, sich durch Einbürgerungskurse und auch urch Selbststudium auf den Test vorzubereiten. Aus iesem Grund werden wir die 310 Fragen, die erarbeitet erden, veröffentlichen. So kann jeder Interessierte iese Fragen zur Kenntnis nehmen und sich auf ihre Bentwortung vorbereiten. Danke, Herr Staatssekretär. – Sie wissen, dass die inbürgerungszahlen insbesondere seit dem Inkrafttreen des neuen Einbürgerungsrechts im Jahr 2000 erhebich zurückgegangen sind, insbesondere bei denen, die us den Hauptanwerbestaaten nach Deutschland gekomen sind. Was ist eigentlich die Intention dieses neuen Tests? ch höre eine ganze Menge Kritik vonseiten der Migranenverbände. Aber selbst der Integrationsminister aschet aus Nordrhein-Westfalen hat sich dahin gehend ritisch geäußert, dass diese Testfragen ziemlich schwer u beantworten seien. Was ist also die Intention? Wie Dr. Hakki Keskin werden Sie diese Kritik berücksichtigen, und welche Maßnahmen werden Sie unternehmen? P Herr Kollege Keskin, da Sie Parlamentarier sind und dem Hohen Hause angehören, werden Sie wissen, dass das Parlament selbst durch eine entsprechende Gesetzesänderung dafür gesorgt hat, dass in § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 des Staatsangehörigkeitsgesetzes eine neue Einbürgerungsvoraussetzung geschaffen worden ist. Das betrifft den Nachweis von staatsbürgerlichen Kenntnissen. Dieser Nachweis wird durch einen standardisierten Test erbracht, der bundeseinheitlich sein wird, das heißt, er gilt für alle 16 Bundesländer. Insofern steht es der Bundesregierung nicht zu, eine Entscheidung zu kritisieren, die das Parlament getroffen hat. Wir sind für die Umsetzung zuständig. Wir geben uns alle Mühe, dass die Umsetzung so erfolgt, dass Einbürgerungen nicht erschwert werden, dass allerdings dem gesetzgeberischen Auftrag Rechnung getragen wird, dass nur solche Personen eingebürgert werden, die über ein Mindestmaß an staatsbürgerlichen Kenntnissen verfügen. Im Übrigen gibt es großzügige Ausnahmen für Behinderte und altersbedingt Beeinträchtigte sowie für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Diese brauchen selbstverständlich keinen Einbürgerungstest abzulegen. Herr Staatssekretär, selbst wenn dieser Auftrag vom Bundestag kommt, geht es darum, wie schwer die Beantwortung dieser Fragen ist oder in welcher Dimension die Antworten zu formulieren sind. Sie sprechen von Mindestmaß; aber ich höre die Kritik, dass diese Fragen insbesondere von denjenigen, die die Bildungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland nicht besucht haben, schwer zu beantworten sind. Mit anderen Worten: Es ist jetzt die Aufgabe der Bundesregierung, zu prüfen, inwieweit man einem solchen Test gerecht werden kann, wenn es zugleich das Ziel der Bundesregierung ist, mehr Einbürgerungen zu ermöglichen. P Herr Abgeordneter Keskin, ich bemühe mich nach all meinen Möglichkeiten; aber es fällt mir nach wie vor schwer, Ihre Kritik, dass diese Fragen zu kompliziert seien und man es den Bewerbern zu schwer mache, nachzuvollziehen. Denn, wie ich Ihnen eingangs sagte, uns liegen die Fragen noch gar nicht vor. Diese werden dem Bundesinnenministerium von dem Institut, das wir beauftragt haben, bis Ende Juni vorgelegt. Dann werden wir diese Fragen selbstverständlich noch einmal in aller Ruhe und Besonnenheit anschauen und überprüfen. Da wir aber das Institut beauftragt haben, sie auf der Grundlage des Curriculums zu erarbeiten, und da das Institut von allen 16 Bundesländern getragen und finanziert wird, gehen wir davon aus, dass diese Fragen sehr sorgfältig erarbeitet werden. S K m r h e D m H M z Z 3 l V e v n e k n r s Z t n r w d s J b g w w K z e b a F T w (C (D Kollegin Dağdelen. Vielen Dank, Herr Präsident. – Lieber Herr Altmaier, ie haben in Ihrer Beantwortung der Nachfragen meines ollegen Keskin gesagt, dass es im letzten Jahr im Rahen eines Richtlinienumsetzungsgesetzes eine Ände ung des Staatsangehörigkeitsgesetzes gegeben hat. Desalb zwei Fragen: Wie können Sie sich zum einen rklären, dass es in der vergangenen Woche vor allen ingen bei der SPD Unmut gegeben hat, dass das Parlaent nicht beteiligt gewesen sei, insbesondere vor dem intergrund, dass es auf der Innenministerkonferenz im ai 2006, soweit ich mich erinnern kann, Zustimmung ur Einführung von Tests gegeben hat. Sie haben zum weiten gesagt, dass dem BMI der Fragenkatalog am 0. Juni überreicht werden soll. Wie ist insoweit gewähreistet – daran besteht ja noch Kritik –, dass sich die olkshochschulen auf die Kurse für diejenigen, die sich inbürgern lassen und diesen Test bestehen möchten, orbereiten können und diese Kurse von den Lehrerinen und Lehrern der Volkshochschulen auch wirklich ntsprechend dem dann gültigen Test abgehalten werden önnen? P Frau Kollegin Dağdelen, es ist Aufgabe der Bundesegierung, die Sachverhalte zu erläutern, die in ihren Zutändigkeitsbereich fallen. Insofern steht es mir nicht zu, ustimmung oder Kritik, die es bei den einzelnen Frak ionen geben mag, zu bewerten oder zu kommentieren. Wir gehen davon aus, dass die Volkshochschulen geügend Zeit haben werden, diese Prüfungen durchzufühen, und die Prüfungsbewerber genügend Zeit haben erden, sich auf diese Prüfungen vorzubereiten. Sobald ie Bundesregierung den Fragenkatalog offiziell bechlossen hat, wird er als Anhang veröffentlicht werden. eder interessierte Bürger wird dann die Möglichkeit haen, die Fragen nachzulesen. Die Prüfung ist mit einer Führerscheinprüfung verleichbar: Sie können sich die Fragen vorher anschauen, issen aber nicht, welche Fragen im Einzelnen gestellt erden. Im Übrigen darf ich darauf hinweisen, dass der atalog insgesamt 310 Fragen umfassen wird, dem ein elnen Bewerber aber nur 33 Fragen gestellt werden und r lediglich eine mehr als die Hälfte dieser Fragen richtig eantworten muss. Das heißt, die Anforderungen sind so usgelegt, dass auch ein Bewerber, der nicht auf jede rage die richtige Antwort weiß, eine Chance hat, den est zu bestehen. Der Test kann im Übrigen beliebig oft iederholt werden. Ich rufe die Frage 14 des Kollegen Winkler auf: Wie beabsichtigt die Bundesregierung in der Durchführungsverordnung zu den ab dem 1. September 2008 geltenden Einbürgerungstests die Abgrenzung zu den Orientierungskursen nach § 43 Abs. 3 des Aufenthaltsgesetzes zu regeln? P Herr Kollege Winkler, ich kann Ihre Frage wie folgt beantworten: Der Einbürgerungstest und die Einbürgerungskurse nach § 10 Abs. 5 Staatsangehörigkeitsgesetz sind selbstverständlich unabhängig von dem Orientierungskurs und dem Orientierungskurstest aufgrund von § 43 Abs. 3 des Aufenthaltsgesetzes. Formal hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Die Orientierungskurse werden nach der Integrationskursverordnung vom Bund organisiert und durchgeführt. Die Einbürgerungskurse werden in die Zuständigkeit der Länder fallen, die auch das Einbürgerungsverfahren durchführen. Wir bieten den Ländern allerdings über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge unsere Hilfe beim Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur an. Der Besuch eines Orientierungskurses kann durchaus dazu beitragen, die Aussichten auf ein erfolgreiches Bestehen des Einbürgerungstests zu erhöhen; denn die Inhalte, die wir im Orientierungskurs vermitteln, und die Fragen, die im Einbürgerungstest enthalten sind, weisen vielfältige Schnittstellen auf, sodass es nicht schadet, wenn der Bewerber diese Kurse besucht. Ein großer Teil derjenigen, die sich um eine Einbürgerung bewerben, hat im Übrigen einen Anspruch auf Teilnahme an einem Orientierungskurs. Sie haben also die Möglichkeit, an solchen Kursen teilzunehmen. Zusatzfrage. Vielen Dank, Herr Präsident. – Herr Staatssekretär, heißt das, dass der Einbürgerungstest auch nach erfolgreichem Abschluss des Integrationskurses inklusive Orientierungskursstunden abgelegt werden muss? P Ja. Darf ich noch eine Frage stellen? – Wie erfolgt bei dem Einbürgerungstest, der zusätzlich stattzufinden hat, die Abstimmung hinsichtlich der Fragen? Sie haben eben gesagt, dass sich beides aufeinander bezieht. Der Fragenkatalog wird aber von einem anderen Institut erarbeitet, nämlich von einem Institut der Humboldt-Universität. Wie findet zwischen dem BAMF und dem Institut der Humboldt-Universität die Abstimmung hinsichtlich der Curricula statt? Findet eine solche Abstimmung überhaupt statt? P Das ist sehr leicht zu erklären und nachzuvollziehen. Das Institut, das wir beauftragt haben, entwickelt diese Fragen auf der Grundlage des Curriculums, das wir bereits veröffentlicht haben. Und das Curriculum ist auch i O n r i g W m l t d l n n d d S v n d i n f 2 n t b n w d g v f G O g n s k (C (D m Hinblick auf die Inhalte entwickelt worden, die im rientierungskurs vermittelt werden. Der Besuch eines Orientierungskurses ist im Übrigen icht Voraussetzung für die Teilnahme am Einbürgeungstest. Auch eine Teilnahme am Einbürgerungskurs st keine Voraussetzung für die Absolvierung des Einbürerungstests. Das muss der Bewerber selbst entscheiden. ir möchten allerdings denjenigen, die sich vorbereiten öchten, die entsprechende Hilfestellung angedeihen assen. Aus diesem Grund gibt es vielfältige Möglichkeien, auf die der Einzelne zurückgreifen kann. Frau Kollegin Dağdelen. Lieber Herr Altmaier, es ist begrüßenswert, dass Sie en einbürgerungswilligen Menschen Hilfe angedeihen assen wollen. Inwiefern ist diese Hilfe aber von den fianziellen Möglichkeiten der Einbürgerungsbewerberinen und -bewerber abhängig? Das heißt, wie viel kosten ie Einbürgerungskurse – ich weiß, dass sie nicht unbeingt Voraussetzung sind; aber letztendlich ist es eine tütze, vorher an den Kursen teilzunehmen –, und wie iel kostet die Teilnahme am Test? P Die Einbürgerungskurse werden von den Bundeslänern in eigener Verantwortung organisiert. Insofern kann ch als Vertreter der Bundesregierung Ihnen diese Frage icht beantworten. Das müssen Sie die Bundesländer ragen. Die Teilnahme am Einbürgerungstest wird 5 Euro kosten. Nun rufe ich die Frage 15 des Kollegen Winkler auf: Trifft es zu, dass Ausländerinnen und Ausländer, die an einer deutschen Schule schon mindestens einen Hauptschulabschluss bestanden haben, vom Einbürgerungstest befreit sind, und wie wird in den Tests insofern auf bildungsfernere Einbürgerungsbewerberinnen und -bewerber Rücksicht genommen? P Auch diese Frage ist sehr einfach zu beantworten. Es rifft zu, dass Einbürgerungsbewerberinnen und -bewerer, die einen deutschen Schulabschluss nachweisen könen, den Einbürgerungstest nicht ablegen müssen, weil ir davon ausgehen, dass ein solcher Schulabschluss nur ann erworben werden kann, wenn man über die im Test eforderten Kenntnisse verfügt. Das IQB, das Institut, on dem ich gesprochen habe, hat im Übrigen die Testragen an den Einbürgerungsbewerbern vergleichbaren ruppen erprobt, zum Beispiel an Teilnehmern von rientierungskursen und Schülern mit Migrationshinterrund. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Bewerber icht überfordert werden, sondern dass ein Bewerber, der ich entsprechend vorbereitet, diese Fragen beantworten ann. Vielen Dank, Herr Staatssekretär. – Ihre Einschät zung, dass die Frage einfach zu beantworten sei, zielt hoffentlich nicht darauf ab, dass Ihnen anlässlich Ihres Geburtstages aus Höflichkeit nur besonders einfache Fragen gestellt werden. Es wäre mir lieber gewesen, wenn Sie die Frage vollständig beantwortet hätten. Denn Sie sind in Ihrer Beantwortung nur auf den ersten Teil eingegangen, nämlich darauf, wie es mit denjenigen ist, die einen Hauptschulabschluss oder einen anderen deutschen Schulabschluss haben. Was ist mit denen, die ihn nicht erreicht haben, also ohne Schulabschluss sind? Das war jetzt quasi noch ein Nachklapp zu meiner eingereichten Frage. Ich stelle gleich eine Nachfrage: Haben Sie diese Testfragen bezüglich des Niveaus mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung abgeglichen, das ja sicherlich Erfahrungswerte in diesem Bereich vorzuweisen hat? P Ich gehe davon aus, Herr Kollege Winkler, dass sich aus dem Umstand, dass derjenige, der einen deutschen Schulabschluss nachweisen kann, vom Einbürgerungstest befreit ist, naheliegend ergibt, dass derjenige, der ihn nicht nachweisen kann, zunächst einmal nicht davon befreit ist; es sei denn, es gibt besondere Befreiungstatbestände. Diese haben wir in der Tat vorgesehen, insbesondere für Bewerber mit Behinderungen, Bewerber, die aufgrund ihres Alters beeinträchtigt sind, sowie für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Dies sind ganz wichtige Ausnahmen. Damit haben wir, glaube ich, den Kreis der Personen hinreichend abgegrenzt. Diejenigen, die nicht unter diese Kategorien fallen, werden diesen Test in aller Regel ablegen. Es kommt darauf an, ihn so zu organisieren, dass die Betreffenden eine faire Chance haben. Nach allem, was ich von der Vorbereitung weiß, vor allen Dingen von den Feldversuchen, die durchgeführt worden sind, ist dies auch der Fall. Möchten Sie eine noch anspruchsvollere Zusatzfrage stellen? – Bitte schön, Herr Kollege Winkler. Ja, wobei es mir lieber wäre, wenn die Qualität der Fragen nicht von der Regierung, sondern vom Präsidium des Hauses bewertet würde; das sei aber nur am Rande bemerkt. Ich habe noch eine letzte Frage. Herr Staatssekretär, wie steht die Bundesregierung zu der vom Land BadenWürttemberg geäußerten Absicht – sie war ja in den gleichen Veröffentlichungen in der Presse zu lesen, in denen auf die Einbürgerungskurse rekurriert wurde –, weiterhin Tests einzufordern, die eine Gesinnungsprüfung beinhalten und keine Wissensabfrage? n m g E r e d g z m d I B b s e V g z d b d d l s m u s g b n r s d w H c w d d d b (C (D P Herr Kollege Winkler, Sie werden verstehen, dass ich ir Ihre Bewertung im Hinblick auf Gesinnungsprüfun en ausdrücklich nicht zu eigen mache. Der Sachverhalt als solcher ist sehr leicht zu erklären. s geht um staatsbürgerliche Kenntnisse als neue Vo aussetzungen für die Einbürgerung. Diese werden durch inen bundeseinheitlichen Test geprüft. Sache der Länder ist es, sich zu vergewissern, dass ie Bewerber keine verfassungsfeindlichen Bestrebunen verfolgen. Wie sie dies feststellen, ist Sache der einelnen Bundesländer. Da gibt es, wie Sie zu Recht angeerkt haben, unterschiedliche Vorgehensweisen. Das hat ie Bundesregierung aber nicht zu kommentieren. Nun möchte Frau Dağdelen eine Zusatzfrage stellen. Vielen Dank, Herr Präsident. – Ich möchte direkt an hre Antwort anknüpfen, Herr Altmaier. Es gibt gemäß undesgesetz bestimmte Voraussetzungen für die Einürgerung, unter anderem die Regelanfrage beim Verfasungsschutz. Das möchte ich vorwegschicken, weil Sie rklärt haben, dass die Länder die Aufgabe haben, die erfassungstreue der Einbürgerungsbewerberinnen und bewerber zu prüfen. Anvisiertes Ziel war es, eine bundeseinheitliche Reelung für einen Einbürgerungstest zu schaffen, um so u vermeiden, dass verschiedene Bundesländer verschieene Einbürgerungsfragebögen für Einbürgerungsbewererinnen und -bewerber haben. Da aber Bayern und Baen-Württemberg an ihren Tests festhalten wollen, wird as anvisierte Ziel der Bundesregierung bzw. der damaige Beschluss der Innenministerkonferenz nicht umgeetzt. Gibt es Pläne der Bundesregierung, mit den Inneninistern der Länder das damals anvisierte Ziel mzusetzen, eine Regelung für ganz Deutschland zu chaffen? Schließlich geht es um die deutsche Staatsanehörigkeit, nicht um die baden-württembergische oder ayerische. P Wir vermitteln in der Tat die deutsche Staatsangehöigkeit. Aber das im Staatsangehörigkeitsgesetz vorgechriebene Einbürgerungsverfahren wird von den Bunesländern durchgeführt. Das ist nun einmal so. Die Bundeseinheitlichkeit bezieht sich auf den Nacheis der entsprechenden staatsbürgerlichen Kenntnisse. ier werden wir mit diesem Test Einheitlichkeit errei hen. Das heißt, als Voraussetzung für die Einbürgerung ird es nur die Fragen geben, die auf Bundesebene für iesen Test entwickelt worden sind. Darüber hinaus ist es Sache der Länder, zu entscheien, wie sie sich Gewissheit über die Verfassungstreue er Bewerber verschaffen wollen. Die Regelanfrage haen Sie erwähnt. Außerdem gibt es eine Reihe von In Parl. Staatssekretär Peter Altmaier strumentarien, die von den Ländern entwickelt worden sind. Es war aber nie beabsichtigt, diese zu vereinheitlichen. Vorgesehen war nur, dass der Nachweis der staatsbürgerlichen Kenntnisse in einem einheitlichen Verfahren zu erfolgen hat. Ich rufe nun die Frage 16 der Kollegin Dağdelen auf: Inwieweit werden auch Einbürgerungsbewerberinnen und -bewerber, die das deutsche Schulsystem durchlaufen haben, dem vom Bundesministerium des Innern geplanten bundesweit einheitlichen Einbürgerungstest unterzogen, und sollte dies der Fall sein, welche Kenntnisse werden über das in der Schule vermittelte Wissen hinaus abgefragt? P Ich beantworte die Frage wie folgt: Einbürgerungsbewerberinnen und -bewerber, die einen deutschen Schulabschluss, also mindestens Hauptschulabschluss, besitzen, müssen sich dem Einbürgerungstest nicht unterziehen. Das habe ich eben bereits auf die Frage des Kollegen Winkler ausgeführt. Zusatzfrage? Herr Altmaier, Sie haben in Ihrer Antwort gesagt, dass es für bestimmte Gruppen Befreiungstatbestände gibt. Laut dem Bericht der Bundesbeauftragten über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland – wir werden über diesen Bericht morgen früh debattieren – haben 17,5 Prozent der ausländischen Jugendlichen keinen Schulabschluss gemacht. Wie wollen Sie mit ihnen verfahren? Sie erfüllen keinen Befreiungstatbestand, sondern haben aus unterschiedlichen Gründen einfach keinen Schulabschluss. P Die rechtliche Lage für diese Personen ist klar. Nach dem Gesetz, das der Deutsche Bundestag verabschiedet hat, müssen sie einen solchen Einbürgerungstest bestehen. Das ist unserer Auffassung nach auch möglich. Viele der Personen, die Sie genannt haben, haben beispielsweise eine Führerscheinprüfung bestanden. Nach allem, was mir an Kenntnissen vorliegt, kann man nicht behaupten, dass dieser Einbürgerungstest schwieriger ist als zum Beispiel eine Führerscheinprüfung. Um die Verbindung zu einem aktuellen Thema herzu stellen: Sie sagten, dass es nach dieser gesetzlichen Regelung für Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen keinen Schulabschluss machen konnten – zum Teil aber hier geboren sind –, keine Ausnahmen geben wird. Wird eine solche Regelung, die keine Ausnahmen kennt, auch für Einbürgerungsbewerber gelten, deren Mitwirkung in der deutschen Fußballnationalmannschaft uner l r n n i K d d a l t m n n F d v r F d p d s a ü (C (D ässlich ist und die deshalb die deutsche Staatsangehöigkeit bekommen? (Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das wäre an sich langsam mal wieder fällig!)


(Beifall)

Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616809800
Dr. Hakki Keskin (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616809900




(A) )


(B) )

Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616810000
Dr. Hakki Keskin (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616810100
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616810200
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616810300
Sevim Dağdelen (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616810400
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616810500
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616810600




(A) )


(B) )

Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616810700
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616810800
Josef Philip Winkler (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616810900
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616811000
Josef Philip Winkler (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616811100
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616811200
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616811300
Sevim Dağdelen (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616811400
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616811500
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616811600
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616811700




(A) )


(B) )

Josef Philip Winkler (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616811800
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616811900
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616812000
Josef Philip Winkler (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616812100
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616812200
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616812300
Sevim Dağdelen (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616812400
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616812500




(A) )


(B) )

Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616812600
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616812700
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616812800
Sevim Dağdelen (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616812900
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616813000
Sevim Dağdelen (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616813100

P
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616813200


Ich bitte um Verständnis, Frau Kollegin: Da der Sport
icht zu meinen primären Zuständigkeiten im Bundes-
nnenministerium gehört, habe ich keine detaillierten
enntnisse über die aktuelle Zusammensetzung der
eutschen Fußballnationalmannschaft und über die von
en Spielern erworbenen Bildungsqualifikationen.


(Dr. Thea Dückert [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Haben Sie denn das Spiel vorgestern nicht gesehen? – Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Das ist aber schade!)



Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616813300

Herr Staatssekretär, Sie können aber doch sicherlich

usschließen, dass der Einbürgerungstest in solchen Fäl-
en in der Halbzeitpause zwischen den beiden Spielhälf-
en absolviert werden muss.


(Heiterkeit)


P
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616813400

Das, Herr Präsident, kann ich ausschließen.


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616813500

Gut. – Damit ist offenkundig ein Großteil der Besorg-

isse ausgeräumt.

Ich rufe jetzt die Frage 17 der Kollegin Dağdelen auf:
Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Zu-

sammenarbeit zwischen der NPD und der Forza Nuova – Ita-
lien –, und inwieweit ist der Bundesregierung das Vorhaben
der besagten Parteien bekannt, gemeinsam ein Zeltlager im
Sommer 2008 auf Zypern in Kooperation mit griechischen
und zyprischen Neofaschisten zu organisieren?

P
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616813600


Meine Antwort lautet: Die NPD und die Forza Nuova,
N, sind Mitglieder der Europäischen Nationalen Front,
er ENF, und beide unterhalten in dieser Eigenschaft seit
ielen Jahren Kontakte zueinander. Das ist der Bundes-
egierung bekannt.

In einer am 24. Oktober 2007 auf der Homepage der
N veröffentlichten Pressemitteilung hat der Vorsitzende
er FN, Roberto Fiore, mit der NPD gemeinsam ge-
lante Projekte für das Jahr 2008 öffentlich vorgestellt,
arunter auch ein Treffen mit griechischen und einheimi-
chen Aktivisten auf Zypern. Dieses Vorhaben ist uns
lso bekannt; das war ja Ihre Frage.


Sevim Dağdelen (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616813700

Ja. – Haben Sie vielleicht noch weitere Kenntnisse

ber dieses Vorhaben? Es wäre sehr hilfreich, wenn Sie






(A) )



(B) )


Sevim DaðdelenSevim Dağdelen
dazu noch etwas mehr sagen könnten, Herr Staatssekre-
tär.

P
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616813800


Ich glaube, dass ich Ihnen alles, was ich Ihnen hierzu
sagen kann, mitgeteilt habe. Da sich dieses Projekt noch
in der Planung befindet und bisher nicht durchgeführt
wurde, kann ich dazu keine weiteren konkreten Aussa-
gen treffen.


Sevim Dağdelen (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616813900

Ist dieses Projekt, von dem Sie in einer Pressemittei-

lung vom 24. Oktober 2007 erfahren haben, für die Bun-
desregierung überhaupt von Interesse? Hat die Bundes-
regierung vor, sich tiefergehendes Wissen und genauere
Informationen darüber zu beschaffen?

P
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616814000


Wie Sie wissen, Frau Kollegin Dağdelen, werden Par-
teien mit verfassungsfeindlichen Bestrebungen vom Ver-
fassungsschutz beobachtet. Im Rahmen dieser Beobach-
tung bemühen wir uns um alle einschlägigen und
wichtigen Informationen.


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616814100

Nun rufe ich die Frage 18 der Kollegin Pau auf:

Ab wann und mit welcher Begründung wurden die antise-
mitisch motivierten Schändungen jüdischer Friedhöfe nicht
mehr in dem „Kriminalpolizeilichen Meldedienst – Politisch
Motivierte Kriminalität“ bzw. in der Vorgängerversion von
1992 „Polizeiliche Kriminalstatistik – Staatsschutz“ statis-
tisch erfasst und bewertet?

P
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616814200


Dieser Fragestellung liegt nach allem, was ich fest-
stellen konnte, offenbar ein Missverständnis zugrunde.
Es ist nämlich so, dass antisemitisch motivierte Schän-
dungen jüdischer Friedhöfe – darauf zielt Ihre Frage ab –
in der Vergangenheit nie als eigener Tatbestand im „Kri-
minalpolizeilichen Meldedienst – Politisch Motivierte
Kriminalität“ – in guter deutscher Abkürzungstradition:
KPMD-PMK – erfasst worden sind, auch nicht im vor-
herigen und mit Wirkung zum 1. Januar 2001 durch Be-
schlussfassung der IMK eingestellten „Kriminalpolizei-
lichen Meldedienst – Staatsschutz“.

Das ist leicht zu erklären. Die Delikte, die mittels des
KPMD-PMK statistisch erfasst werden, orientieren sich
an dem im Einzelfall verletzten Straftatbestand. Bei Ver-
letzung mehrerer Straftatbestände erfolgt die statistische
Erfassung nach dem Delikt, das mit der höchsten Straf-
androhung bewehrt ist. Die antisemitisch motivierte
Schändung jüdischer Friedhöfe stellt gemäß Strafgesetz-
buch aber kein eigenständiges Delikt dar. Vielmehr kön-
nen je nach den Umständen des konkreten Einzelfalls
unterschiedliche, zum Teil auch mehrere Straftatbe-
stände verletzt werden, in der Regel insbesondere Sach-
beschädigung, gegebenenfalls verbunden mit Propa-
gandadelikten, Volksverhetzung oder Störung der

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(C (D otenruhe. Das wird dann in der Statistik entsprechend rfasst. Herr Staatssekretär, wenn nie unter dem Vorzeichen der Attribut „antisemitisch“ erfasst wurde, was an traftaten unterschiedlichster Ausprägungen auf jüdichen Friedhöfen passiert ist, stellt sich mir die Frage, uf welcher Grundlage Herr Adolf Diamant sein Buch eschändete Jüdische Friedhöfe in Deutschland – 1945 is 1999 geschrieben hat, in dem er insbesondere für die ahre 1995 und 1996 Auskünfte vom BMI zitiert, bis um einzelnen Friedhof in der jeweiligen Stadt genau. Er eint, diese Informationen, auch was die Motivation für ie Straftat betrifft, vom Bundesministerium des Innern natürlich von den damals Verantwortlichen – bekomen zu haben. P Ihre Frage bezog sich auf die entsprechende Rubrik es Kriminalpolizeilichen Meldedienstes; das habe ich xakt beantwortet. Dort werden Straftaten erfasst. Bei en Schändungen handelt es sich allerdings nicht um eien einheitlichen Straftatbestand, sondern um unterchiedliche Straftatbestände. Selbstverständlich haben wir im Rahmen der Tätigeit der Landeskriminalämter seit jeher versucht, uns eien Überblick über die jüdischen Friedhöfe, die gechändet worden sind, zu verschaffen. So steht zum eispiel in einer Aufschlüsselung, dass in den Jahren 002 bis 2007 insgesamt 267 jüdische Friedhöfe gechändet worden sind – eine erschreckende Zahl, die ehr bedauerlich ist. Ich nehme an, dass der von Ihnen itierte Autor über diese Informationen verfügt hat. Mich würde trotzdem interessieren, wo genau und ach welchen Kriterien Schändungen von jüdischen riedhöfen erfasst werden. Das frage ich auch vor dem intergrund, dass mir die Bundesregierung am 27. De ember des vergangenen Jahres in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage zu antisemitisch motivierten chändungen von jüdischen Friedhöfen geschrieben hat, ch möge mich wegen der genauen Aufschlüsselung bitte n die Bundesländer, an die Landeskriminalämter wenen. Das heißt, dass Sie nicht in der Lage sind, mir außer er Gesamtzahl etwas zu sagen. P Ja. Das hängt mit der Verteilung der Zuständigkeiten m föderalen Bundesstaat zusammen. Es handelt sich um rhebungen der Länder. Ich kann Ihnen die Zahl, die ich hnen genannt habe, gerne für die Jahre 2002 bis 2007 ufschlüsseln. Wir sind aber leider nicht imstande, sie eispielsweise regional aufzuschlüsseln. Insofern müsen Sie sich in der Tat an das jeweilige Bundesland wenen. Nun möchte die Kollegin Enkelmann Ihnen eine Frage stellen. Herr Staatssekretär, wie diesem Buch offenkundig zu entnehmen ist, gibt es trotz allem eine Art Gesamtstatistik. Erfassen Sie diese Gesamtstatistik? Gibt es Meldungen aus den Ländern, die Sie sozusagen zusammentragen? Das wäre ja nicht unwichtig, um bestimmte Entwicklungen nachvollziehen zu können. Irgendwoher müssen die Zahlen ja kommen. P Natürlich, die Zahlen kommen von den Landeskriminalämtern. Sie müssen aber wissen, dass diese Erhebungen von den Landeskriminalämtern in eigener Regie durchgeführt werden und dass die Landeskriminalämter die Definitionshoheit über die Bewertung der jeweiligen Straftat haben. Auch das ist etwas, worauf wir von Bundesseite aus keinen Einfluss haben. Damit sind wir am Ende der Fragen zu diesem Ge schäftsbereich. Herr Kollege Altmaier, ich bedanke mich sehr und wünsche Ihnen für den verbleibenden Tag noch ähnlich angenehme und gemütliche Beschäftigung zur angemessenen Feier Ihres heutigen Geburtstages. Die zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen eingereichten Fragen 19 und 20 der Kollegin Veronika Bellmann und die Frage 21 des Kollegen Dr. Gerhard Schick werden schriftlich beantwortet. Wir kommen damit zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Für die Beantwortung der Fragen steht der Kollege Schauerte zur Verfügung. Die Fragen 22 und 23 des Kollegen Hill werden schriftlich beantwortet, die Frage 24 des Kollegen Ströbele ebenfalls. Ich rufe die Frage 25 der Kollegin Enkelmann auf: Wie vereinbart die Bundesregierung den Armutsbegriff des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Hartmut Schauerte, wonach es in Deutschland „bis auf wenige Ausnahmen nahezu keine Armut“ gebe (vergleiche den Tagesspiegel vom 12. Juni 2008)

Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616814300
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616814400
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616814500
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616814600




(A) )


(B) )

Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616814700
Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616814800
Peter Altmaier (CDU):
Rede ID: ID1616814900
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616815000
Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung, laut
dem die Armutsrisikoquote in der Bundesrepublik Deutsch-
land von 1998 bis 2005 von 12 auf 18 Prozent gestiegen ist

(vergleiche Seite 294 des Berichts)?


H
Hartmut Schauerte (CDU):
Rede ID: ID1616815100


Herr Präsident! Frau Kollegin Enkelmann, die Ant-
wort lautet: Der Entwurf des aktuellen Armuts- und
Reichtumsberichts der Bundesregierung verwendet das
Konzept der relativen Einkommensarmut.In Deutsch-
land gilt nach dieser offiziellen Definition als armutsge-
fährdet, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren

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(C (D inkommens verfügt. Dies sind nach der international ergleichbaren EU-Statistik etwa 13 Prozent der Bürger. Sollten Bürger ein Einkommen unter dieser Schwelle aben, so haben sie in der Regel Anspruch auf Leistunen nach SGB II oder SGB XII. Diese Leistungen garanieren das soziokulturelle Existenzminimum, durch das ber die physische Existenzsicherung, also den Grundedarf wie notwendige Nahrung, Kleidung oder Unterunft, hinaus die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ichergestellt wird. Somit sorgt der Sozialstaat dafür, ass niemand in Deutschland eine existenzielle Notlage m Sinne von absoluter oder primärer Armut erfährt. Auf iese Aussage im aktuellen Armutsund Reichtumsbeicht hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinisterium für Wirtschaft und Technologie, nämlich ch, hingewiesen. Durch das Zitat wird das verdeutlicht: Würde man Armut als echte Notlage verstehen, in der eine Person um ihren Lebensunterhalt fürchten muss, dann gäbe es in Deutschland bis auf wenige Ausnahmen nahezu keine Armut. Da Sie in Ihrer Frage auch einen Prozentsatz erwähnt aben, wonach etwa 18 Prozent der Bevölkerung dem rmutsrisiko unterliegen – mit steigender Tendenz –, arf ich in diesem Zusammenhang darauf verweisen, ass diese Untersuchung auf einer Stichprobengröße – es eht um die erfassten Haushalte – von 11 500 Haushalen beruht. Die im Rahmen eines Mikrozensus erfasste tichprobe, bei dem ein Anteil von 15 Prozent ermittelt urde, umfasst demgegenüber 315 000 Haushalte. (Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist egal! Hauptsache, die Stichprobe ist repräsentativ!)



Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616815200

Zusatzfrage, Frau Enkelmann.


Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616815300

Herr Staatssekretär, ich beziehe mich auf Ihren Bei-

rag im Tagesspiegel, in dem Sie sich unter der Über-
chrift „Deutschland rechnet sich arm“ zu diesem Thema
ußern. Sie schreiben dort unter anderem:

Wer als Alleinlebender 781 Euro oder weniger
netto verdient, gilt in Deutschland als armutsge-
fährdet. Das ist – gemessen an internationalen Stan-
dards – ein respektables Einkommen.

alten Sie 781 Euro angesichts der Höhe der Lebenshal-
ungskosten, die deutlich angestiegen sind, und der dra-
atisch steigenden Stromkosten nach wie vor für ein

espektables Einkommen?

H
Hartmut Schauerte (CDU):
Rede ID: ID1616815400


Im internationalen Zusammenhang: Ja. In Deutsch-
and – darauf habe ich hingewiesen – reicht dieses Ein-
ommen – so ist es definiert –, um über den Grundbedarf
inaus auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu
rmöglichen.






(A) )



(B) )


P
Rede von: Unbekanntinfo_outline
Rede ID: ID1616815500
Mit diesem Artikel
habe ich auf eine systematische Problematik hinweisen
wollen, was mir sehr wichtig ist. Die Definition der Ar-
mut – danach ist jemand arm, wenn er weniger als
60 Prozent des Durchschnitts verdient – orientiert sich
am durchschnittlichen Einkommen in Deutschland, einer
mathematisch und nicht nach dem Bedarf abgeleiteten
Größe. Das kann zu fatalen Ergebnissen führen. Man
muss sich das einmal klarmachen: Wenn alle Millionäre
Deutschland verlassen würden, sänke das durchschnittli-
che Einkommen in Deutschland deutlich, und darum
hätten wir deutlich weniger Arme. Ich könnte ein ande-
res Beispiel nennen: Wenn Bill Gates mit seinen Einnah-
men in Milliardenhöhe nach Deutschland ziehen würde,
stiege das durchschnittliche Einkommen in Deutschland,
darum hätten wir dann statistisch gesehen einige Hun-
derttausend Arme mehr in Deutschland. Das ist die Kon-
sequenz einer solchen mathematischen Durchschnittsbil-
dung. Mit meinem Artikel wollte ich darauf hinweisen.
Es ist nötig, einmal über diese Definition nachzudenken
und die Menschen nicht zu verhetzen und sie in der ei-
nen oder anderen Sachlage in Sorge zu treiben.


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616815600

Frau Enkelmann.


Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616815700

Herr Staatssekretär, erschrecken Sie jetzt nicht selber

über die Kälte Ihrer Aussagen? Es geht hier nicht um
Statistik und Mathematik, sondern um ganz reale Pro-
bleme von Menschen in diesem Land. Darauf hat im
Übrigen der Bundespräsident gestern in seiner Berliner
Rede hingewiesen. Er hat unter anderem gesagt:

Gerade die Armut von Kindern – die meist eine le-
benslang nachwirkende Benachteiligung hinsicht-
lich ihrer Chancen bedeutet – dürfen wir nicht dul-
den. Sie ist ein Skandal.

Darin muss ich dem Bundespräsidenten ausdrücklich
recht geben.


(Zuruf von der FDP: Dann können Sie ihn auch mitwählen!)


Wie erklären Sie sich den Widerspruch Ihrer Aussage
zur Aussage des Bundespräsidenten gestern?

H
Hartmut Schauerte (CDU):
Rede ID: ID1616815800


Frau Enkelmann, ich darf Sie darauf hinweisen, dass
ich diesen Bundespräsidenten seinerzeit sogar gewählt
habe


(Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Das ist aber noch keine Antwort auf die Frage!)


und dass ich ihm insofern schon viel früher recht gege-
ben habe, wie auch in dieser Frage. Ich gebe dem Bun-
despräsidenten mit dieser Feststellung recht.

Meine nachdenkliche Berichterstattung bezieht sich
im Prinzip auf das, was Sie mit Zahlen machen. Sie ver-
hetzen mit statistischen Zahlen Menschen.


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(C (D (Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Es ist der Bericht der Bundesregierung, der von 18 Prozent spricht!)


Ich habe gerade darauf hingewiesen, dass es im glei-
hen Zusammenhang auch einen Bericht der Bundes-
egierung gibt, der von 15 Prozent spricht. Ich habe auch
arauf hingewiesen, wie solche Prozentzahlen zustande
ommen. Das gehört genauso zu einer vernünftigen und
erantwortungsvollen Diskussion über Armut in Deutsch-
and wie der Hinweis, dass es im Einzelfall wirklich bit-
ere Armut gibt.


(Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Probleme kleinreden! Das ist Ihr Ansatz!)


Die Bundesregierung ist aber nicht der Meinung, dass
ie Armutsentwicklung in Deutschland in einer Weise
kandalisiert werden muss, wie es der eine oder andere
olitisch versucht.


(Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Unter anderem der Bundespräsident! Na, schönen Dank!)


Nein. Ich darf noch einmal in aller Ruhe darauf einge-
en. Der Bundespräsident hat mit Recht auf Probleme
ei der Kinderarmut hingewiesen. Die Bundesregierung
st einschließlich der Diskussion über Kindergeldfragen
nd Möglichkeiten zusätzlicher Hilfen für kinderreiche
amilien sehr intensiv mit diesem Thema befasst. Wir
ehen uns in engem Schulterschluss mit dem, was der
undespräsident angemahnt hat.


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616815900

Nun hat die Kollegin Dağdelen noch eine Zusatz-

rage.


Sevim Dağdelen (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616816000

Herr Staatssekretär, Sie haben davon gesprochen,

ass Armut eine mathematische Größe sei und sich das
urchschnittseinkommen in Deutschland entsprechend

ndert, wenn Reiche zuziehen oder abwandern. Stimmen
ie mir zu, dass es im vorliegenden Armutsbericht ei-
entlich nicht um das Durchschnittseinkommen, sondern
m das Medianeinkommen geht, in dessen Berechnung
ie Einkommen von Ausreisenden und Einreisenden
icht einbezogen werden?

H
Hartmut Schauerte (CDU):
Rede ID: ID1616816100


Frau Kollegin, ich habe nicht davon gesprochen, dass
rmut ein Problem des mathematischen Durchschnitts

st. Ich wollte vielmehr darauf hinweisen, dass man sie
icht zu einem solchen Problem machen darf. Es kommt
arauf an, den Einzelfall zu berücksichtigen, statt durch
urchschnittswerte den Blick für die Wirklichkeit zu
erstellen.

Ich habe mich auf Durchschnittswerte bezogen, die in
em nicht abgestimmten Armutsbericht, der vorzeitig
eröffentlicht wurde, enthalten sind und die Sie gerne
ufgreifen, wie Ihre Frage beweist. Diesem Irrtum wollte
ch entgegenwirken






(A) )



(B) )


Parl. Staatssekretär Hartmut Schauerte

(Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf!)


und auf die Betroffenen im Einzelfall verweisen; man
darf sich nicht hinter statistischen Angaben verstecken.
Das ist der Ansatz meines Artikels. Insofern halte ich ihn
nach wie vor für sehr geeignet, diese Diskussion zu be-
fruchten.


(Sevim Dağdelen [DIE LINKE]: Können Sie die Frage noch beantworten? Es geht um das Medianeinkommen!)



Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616816200

Jeder kann hier fragen, was er will, und umgekehrt

kann jeder antworten, was er will. Das lässt in dem einen
wie in dem anderen Fall gelegentlich Wünsche offen,
wenn ich mir diese streng überparteiliche Bemerkung er-
lauben darf.


(Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Richtig, Herr Präsident! Das sehen wir auch so!)


Nun hat Frau Kollegin Pau Gelegenheit zu einer Zu-
satzfrage.


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616816300

Herr Staatssekretär, weil Sie keine Durchschnittszahlen

bewerten wollen – was ich im Übrigen gut verstehe –,
stelle ich eine ganz konkrete Frage. Die Verbraucherzen-
trale Nordrhein-Westfalen hat gerade kritisiert, dass der
Arbeitslosengeld-II-Regelsatz für Kinder und Jugendli-
che zu niedrig ist und in Armut führt. Halten Sie einen
Tagessatz von 4,17 Euro pro Kind für ausreichend, oder
meinen Sie, dass ein Kind, das 4,17 Euro pro Tag zur
Verfügung hat, arm ist?

H
Hartmut Schauerte (CDU):
Rede ID: ID1616816400


Wir haben genau diese Frage aufgegriffen. In der Ver-
gangenheit wurde festgelegt – statistisch vom Durch-
schnittsverbrauch abgeleitet –, dass ein Kind 60 Prozent
des Regelsatzes eines Erwachsenen erhält.


(Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Haben Sie Kinder?)


So werden die Versorgung und Finanzierung von Kin-
dern bisher bewertet. Die Bundesregierung ist intensiv
dabei, umzudenken, weil wir an einem solchen Durch-
schnittswert nicht festhalten können. Ein Kind ist näm-
lich teurer als 60 Prozent des Regelsatzes für einen Er-
wachsenen.


(Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Richtig!)


Nun versuchen wir im Rahmen der finanziellen Mög-
lichkeiten, dieses Verhältnis im Sinne der Kinder sowie
ihrer Chancen und Potenziale zu verbessern.


(Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Wann denn?)


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(C (D Die Frage 26 des Kollegen Fell wird schriftlich beant ortet. Damit sind wir am Ende dieses Geschäftsbereiches. ch bedanke mich beim Kollegen Schauerte. Wir kommen zum Geschäftsbereich des Bundesinisteriums der Verteidigung. Der Parlamentarische taatssekretär Christian Schmidt steht zur Beantwortung er Fragen zur Verfügung. Ich rufe die Frage 27 des Kollegen Gehrcke auf: Wie beurteilt die Bundesregierung die im Friedensgutach ten 2008 zitierte Ankündigung des Direktors der Europäischen Verteidigungsagentur, 2008 müsse „Europas Jahr der Rüstung“ werden C Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Kollege, Ihre rage beantworte ich wie folgt: Die zitierte Aussage des auptgeschäftsführers der Europäischen Verteidigungs gentur, EDA, bezog sich wohl auf die Aktivitäten speiell dieser Agentur im Jahr 2008 und nicht auf Rüstung m Sinne einer europäischen Aufrüstung. Obwohl sich ie Bundesregierung nicht in der Exegese einzelner atzbausteine von Äußerungen der Mitarbeiter europäicher Institutionen ergeht, verstehe ich die Intention ieser Sätze so, dass die Aufgabe der Europäischen Vereidigungsagentur in der Verbesserung der innereuropäichen Rüstungszusammenarbeit besteht, um die Resourcen gemeinsam besser nutzen zu können. Nachdem ich die Europäische Verteidigungsagentur in den Vorahren auf andere Themen wie die gemeinsame Sichereitsforschung konzentriert hat, will sie sich nun stärker it der Förderung und Verbesserung der innereuropäi chen Rüstungszusammenarbeit befassen. Darüber hiaus ist darauf hinzuweisen, dass die Aktivitäten der uropäischen Verteidigungsagentur sowohl von der undesregierung als auch von den anderen 25 beteilig en Mitgliedstaaten unterstützt werden. Eben waren wir bei der Armut. Nun reden wir im Zu ammenhang mit der Rüstung über den Reichtum. Kennt ie Bundesregierung den Auftrag des Lenkungsauschusses der Europäischen Verteidigungsagentur, eine uropäische Rüstungsstrategie zu erarbeiten und diese m November vorzulegen, und, wenn ja, was wären aus icht der Bundesregierung wesentliche Bestandteile eier solchen europäischen Rüstungsstrategie? C Herr Kollege, die Europäische Verteidigungsagentur at bereits im Zusammenhang mit der sogenannten ong-Term Vision, der Langzeitvision, für die Entwick ung der europäischen Strukturen Hinweise gegeben und trategische Überlegungen angestellt. Diese sind von der rage geprägt, wie wir auch auf diesem Feld mit den eldmitteln, die uns der Steuerzahler zur Verfügung tellt, sparsam umgehen können. Wir wollen auf euroäischer Ebene einen möglichst hohen Effizienzgrad der Parl. Staatssekretär Christian Schmidt Investitionen erreichen, wenn es um Fragen nach unserer eigenen Sicherheit geht. Die Bundesregierung kennt nicht nur die Arbeit des Lenkungsausschusses der EDA. Sie ist vielmehr sehr daran interessiert, die Synergieeffekte zu nutzen und zu fördern. Abgesehen davon, dass ich Ausgaben für Rüstung für hinausgeschmissenes und falsch eingesetztes Geld halte, wie Sie wissen: Können Sie mir sagen, auf welchen gesetzlichen Grundlagen und mit welchen zu erwartenden Kosten die Europäische Verteidigungsagentur Politik betreibt? Sie war Bestandteil des Vertrages von Lissabon, der nun erledigt ist. C Lieber Kollege, beiden Bewertungen, die Sie in Ihrer Frage vorgenommen haben, möchte ich widersprechen. Ich mache sie mir nicht zu eigen. Erstens. Es bleibt Ihnen überlassen, wie Sie die Sicherheit unseres Landes und der Europäischen Union organisieren wollen. Ich denke schon, dass wir hier sinnvolle Investitionen in Material und Personal brauchen. Was den anderen Aspekt betrifft: Der Lissabonner Vertrag ist nicht tot. Der Lissabonner Vertrag hat durch die irische Abstimmung ein Problem bekommen. Ich empfehle Ihnen, die Regierungserklärung der Frau Bundeskanzlerin morgen im Plenum zu verfolgen und mit zu debattieren. Wir sind alle aufgerufen, den Geist und den Inhalt des Lissabonner Vertrags weiterhin erfolgreich zu befördern. Die im Zusammenhang mit den Beratungen des Lissabonner Vertrags geschaffene, sich aber auf europäischer Rechtsgrundlage befindende Europäische Verteidigungsagentur ist eine Organisation, deren Haushalt sich nicht über die Kommission, sondern über Beiträge der Nationalstaaten finanziert. Insofern ist die parlamentarische Einbindung und die Verpflichtung zur Darstellung der Arbeit, der Ergebnisse und der Verwendung der Mittel Aufgabe insbesondere der nationalen Regierungen. Die Bundesregierung kommt dieser Aufgabe durch Information und Berichterstattung sowie Einflussnahme auf die Arbeit der EDA in großem Umfang nach. Wir sind sehr froh, dass unser Land bei dieser wichtigen europäischen Agentur nun durch den neuen Hauptgeschäftsführer, Herrn Weis, präsent ist. Dadurch können wir deutlich machen, dass uns am Erfolg dieser Organisation liegt. Wir kommen zur Frage 28 der Kollegin Petra Pau: Wie oft hat die Luftwaffe der Bundeswehr seit dem 1. Januar 2007 den Flughafen Lübeck zu welchen Zwecken genutzt, und wie oft wurde in dem gleichen Zeitraum der Flughafen Lübeck von AWACS-Maschinen der NATO überflogen bzw. zu Landeanflügen genutzt? C Sehr geehrte Frau Kollegin Pau, ich beantworte Ihre Frage wie folgt: Die Luftwaffe hat den Flugplatz Lübeck-Blankensee vom 1. Januar 2007 bis zum 16. Juni 2 H s m a L A m m v a L i l F m r p s d 5 s b s r ü z h e l d s v s w G f k H F w l s r (C (D 008 insgesamt fünfmal angeflogen, davon viermal mit ubschraubern oder Flächenflugzeugen der Flugbereit chaft der Bundeswehr im Personentransport und einmal it einer Transall des Lufttransportgeschwaders 61 für usländische Militärattachés. Darüber hinaus nutzt das ufttransportgeschwader 63 in Hohn im Rahmen der usbildung den Flugplatz Lübeck zur Übung von Instruentenanflügen und Durchstartverfahren ohne Landung it dem Luftfahrzeug C-160 Transall. Zum zweiten Teil Ihrer Frage: Nach den mir derzeit orliegenden Informationen wurden in dem von Ihnen ngefragten Zeitraum vier Übungsanflüge von AWACSuftfahrzeugen der NATO, dreimal in 2007 und einmal n 2008, durchgeführt. Ergänzend darf ich dazu mitteien, dass diese Übungsanflüge grundsätzlich mit dem lugplatz Lübeck abgesprochen und von diesem genehigt werden und der ständigen Kontrolle der Flugsiche ung unterliegen. Frau Kollegin, Sie haben eine Nachfrage? Ja. – Danke, Herr Staatssekretär. Bei diesem Flug latz handelt es sich um einen Flugplatz, der in einer ehr umstrittenen Genehmigungssituation ist, unter anerem deshalb, weil die ersten Häuser der Anwohner 50 Meter vom Ende der Startund Landebahn entfernt ind und im Zwischenraum zwischen Startund Landeahn und diesen Häusern eine Gasleitung liegt. Insofern tellt sich mir die Frage, welche Bedingungen auch echtlicher Art erfüllt sein müssen, um solche Flüge berhaupt – auch Anflüge – an einem solchen Flugplatz u genehmigen. Welche rechtlichen Grundlagen besteen hier, bzw. welche Prüfungsverfahren müssen hier ingehalten werden, um die Bevölkerung vor eventuelen Unglücken zu schützen? C Frau Kollegin, da es sich hier nicht um eine militäriche Liegenschaft handelt, sondern um einen Zivillufterkehrsplatz, der nur in einigen Fällen von militärichen Luftfahrzeugen angeflogen wird, dann allerdings ie bei zivilen Fluggesellschaften nach zivilrechtlichen rundsätzen, kann ich Ihnen über die Genehmigungs rage und die Punkte, die Sie ansprechen, keine Ausunft erteilen. Wir gehen davon aus – es gibt keinerlei inweise, die dem widersprechen würden –, dass die lugbetriebserlaubnis für diesen Flugplatz besteht und ir deswegen auf der Grundlage einer gesicherten recht ichen Situation, wie zivile Fluggesellschaften auch, dieen Flugplatz nutzen können. Eine weitere Nachfrage. Es stellt sich mir trotzdem die Sinnfrage, warum ge ade auf einem so kleinen zivilen Flugplatz Landean Petra Pau flugübungen der AWACS, welche tatsächlich ein anderes Gewicht haben und eine andere Lärmbelästigung hervorrufen, stattfinden und warum man solche Anflüge nicht generell auf militärischem Gebiet versucht. C Ich nehme gern zur Kenntnis, dass sich für Sie die Sinnfrage stellt. (Michael Hartmann [Wackernheim] [SPD]: Uns gelegentlich auch! Die Frage nach Sinn und Unsinn stellt sich tatsächlich auch uns ab und an im Leben. (Petra Pau [DIE LINKE]: Die Frage stellt sich nicht nur mir, sondern vor allen Dingen natürlich den Anwohnern, die diese Anflüge als bedrohlich empfinden!)

Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1616816500
Christian Schmidt (CSU):
Rede ID: ID1616816600
Wolfgang Gehrcke (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616816700
Christian Schmidt (CSU):
Rede ID: ID1616816800




(A) )


(B) )

Wolfgang Gehrcke (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616816900
Christian Schmidt (CSU):
Rede ID: ID1616817000
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616817100
Christian Schmidt (CSU):
Rede ID: ID1616817200
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616817300
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616817400
Christian Schmidt (CSU):
Rede ID: ID1616817500
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616817600
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616817700




(A) )


(B) )

Christian Schmidt (CSU):
Rede ID: ID1616817800

– Soweit es um die Anflüge von Bundeswehrflugzeugen
geht, sind diese bei den wenigen Fällen, die ich genannt
habe, alles andere als bedrohlich, auch in der subjektiven
Wahrnehmung.

Außerdem ist es schon notwendig, dass militärische
Flugzeuge den Anflug an Plätze, die Ausweichplätze
sein können, ab und an üben und sich deswegen auch bei
zivilen Flugplätzen mit An- und Abflug vertraut ma-
chen, aber in dem sehr geringen zahlenmäßigen Aus-
maß, das ich Ihnen für den Flugplatz Lübeck gerade dar-
gelegt habe.


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616817900

Es gibt eine weitere Nachfrage des Kollegen

Heilmann.


Lutz Heilmann (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616818000

Herr Staatssekretär, ich bin Lübecker, und ich kenne

die Verhältnisse aus eigenem Erleben. Deswegen muss
ich ganz einfach einmal nachhaken. Ich halte fest: Bür-
gerinnen und Bürger aus der direkten Umgebung des
Flughafens Lübeck haben mehrmals Anflugübungen
vierstrahliger AWACS-Maschinen vom Typ Boeing 707-
320B beobachtet. Von diesen Anflugübungen gibt es
auch eine Menge Fotos. Handmessungen der Bürgerin-
nen und Bürger haben ergeben, dass bei den Anflug-
übungen ein ohrenbetäubender Lärm von 117 dB(A) ent-
standen ist. Ich verstehe nicht, warum bei einer ausrei-
chenden Anzahl von vorhandenen Militärflughäfen der-
artige Übungen dort in Lübeck stattfinden müssen.

Deshalb meine Nachfrage: Hält die Bundesregierung
es angesichts der unglaublichen Lärmbelästigung der
Bürgerinnen und Bürger für vertretbar und verantwort-
bar, solche Anflugübungen über dicht besiedeltem Ge-
biet durchzuführen? Militärflughäfen liegen bekannter-
maßen in wesentlich dünner besiedelten Regionen.
Warum wird den Menschen vor Ort diese Belastung zu-
gemutet, zumal auch die Gefahr von Kollisionen be-
steht? Meine Nachfrage zielt auf Ihre konkrete Position
dazu.

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(C (D C Herr Kollege, ich bin sehr gern bereit, auch Hinweise uf subjektive Eindrücke aufzunehmen, aber ich wäre hnen sehr zu Dank verpflichtet, wenn Sie in der Diskusion mit den Bürgerinnen und Bürgern noch einmal die ahlen nennen würden: drei Anflüge im Jahr 2007 und in Anflug im Jahr 2008. Diese Zahlen fügen sich nicht anz in das Bild, das Sie hier vermitteln. Wir kommen jetzt zur Frage 29 des Kollegen Lutz eilmann: Gehört der Flughafen Lübeck zu den derzeit fünf einge richteten Low Flying Areas, LFAs, die die generelle Nutzung von Flügen im Höhenbereich bis zu 75 Metern über Grund erlauben, und bis zu welcher Minimalhöhe über Grund sind AWACS-Tiefflüge/-Landeanflüge über bewohntem Gebiet an einem zivilen Flugplatz erlaubt, der in einem Stadtgebiet mit über 200 000 Einwohnern wie Lübeck liegt? C Herr Kollege, ich beantworte Ihre Frage wie folgt: er Flugplatz Lübeck liegt nicht innerhalb eines der soenannten Tieffluggebiete. Für Tiefflüge mit strahlgeriebenen militärischen Luftfahrzeugen gilt in Deutschand eine Mindesthöhe von 1 000 Fuß – das sind circa 00 Meter über Grund –, über Städten mit mehr als 00 000 Einwohnern 2 000 Fuß; das sind circa 00 Meter über Grund. Ich verweise in diesem Zusamenhang auf eine vorherige Fragestunde, in der Frau ollegin Pau im Hinblick auf Schwerin eine entspre hende Frage gestellt hat; auch da haben wir über die indestflughöhe gesprochen. Tiefflüge mit Luftfahrzeugen der NATO vom Typ -3A – das ist die militärische Bezeichnung für das WACS-Flugzeug des Typs Boeing 707-200 werden in eutschland nicht durchgeführt. Landeanflüge an zivi en Flugplätzen sind generell bis zu der für das jeweilige nflugverfahren vorgeschriebenen Höhe zulässig, soeit durch den Flugplatzbetreiber oder die örtliche Flug icherung keine restriktivere Regelung erfolgt. Herr Heilmann, Sie haben eine Nachfrage. Bitte chön. Eine Nachfrage habe ich selbstverständlich. – Mit den WACS-Maschinen werden Anflugübungen durchgeührt. Könnten diese AWACS-Maschinen auf dem Flugafen Lübeck überhaupt landen? Die dortige Landebahn st, wie gesagt, 2 100 Meter lang. Nach meinem Kenntisstand können dort nicht alle Flugzeugtypen landen. s kann einmal der Fall eintreten, dass einem Piloten ein ehler unterläuft und er ganz einfach landen muss. Ist ine gefahrlose Landung dieser Riesenflieger in Lübeck berhaupt möglich? C Gemäß flugbetrieblicher Regelungen der NATO dürfen militärische Luftfahrzeuge von diesem Typ, sofern sie ein maximales Startgewicht von 147 Tonnen haben, an Flugplätzen mit einer Startbahnlänge von unter 7 000 Fuß – das sind 2 133 Meter – nicht starten sowie, außer bei einer Luftnotlage, nicht landen. Das heißt, sie dürfen nur bei einer Luftnotlage landen. (Lachen bei Abgeordneten der LINKEN – Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Und nicht mehr starten?)

Christian Schmidt (CSU):
Rede ID: ID1616818100
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616818200
Christian Schmidt (CSU):
Rede ID: ID1616818300
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616818400
Lutz Heilmann (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616818500




(A) )


(B) )

Christian Schmidt (CSU):
Rede ID: ID1616818600

– Frau Präsidentin, wenn Sie es mir gestatten: Frau Kol-
legin, ich finde, über Luftnotlagen braucht man nicht zu
lachen. Es können Situationen auftreten, in denen es
schon notwendig ist, dass Flugzeuge an den Boden kom-
men.


(Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Darum geht es! Sie sagten „Notlagen“!)


Ich bin sehr erstaunt, dass Frau Kollegin Enkelmann sich
einen Spaß daraus macht, über diese Fragen zu reden.
Die Ausbildung der Soldaten und der Piloten – –


(Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Das ist kein Spaß! Sie nehmen das zu leicht!)


– Frau Präsidentin, ich glaube, ich bin jetzt an der Reihe.


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616818700

Durch das Mikrofon haben Sie genügend Lautstärke.

Vielleicht meldet sich Frau Enkelmann zu einer Zwi-
schenfrage.

C
Christian Schmidt (CSU):
Rede ID: ID1616818800


Ich will nicht provozieren, dass sie sich dazu meldet.
Zuhören reicht mir schon.

Wissen Sie, diese Übungsanflüge werden nicht aus
Spaß und Freude gemacht. Eine gute fliegerische Aus-
bildung von Piloten gehört zum Auftrag sowohl ziviler
als auch militärischer Flugzeugbesatzungen. Deswegen
sind solche Übungsanflüge notwendig – Punkt.


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616818900

Es gibt eine weitere Nachfrage des Kollegen

Schneider.


Volker Schneider (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616819000

Herr Staatssekretär, Sie sagten eben, wir gingen hier

etwas leicht mit einer Notsituation um. Sie haben erklärt,
dass man nach den NATO-Vorschriften auf dieser Bahn
nicht landen darf, außer in einer Notsituation. Nun frage
ich mich, was dieses AWACS-Flugzeug überhaupt über
einer Landebahn zu suchen hat, auf der es nicht landen
darf. Da muss ich einfach einmal feststellen: Sie führen
eine Notsituation doch erst herbei. Würde diese Übung
nicht gemacht, dann könnte eine Notsituation nicht ent-
stehen. Ich frage Sie ganz konkret: Warum benutzen Sie
für solche Anflugübungen keine Landebahnen, auf de-
nen das Flugzeug tatsächlich landen darf, wenn eine

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(C (D otsituation eintritt, ohne dass eine Gefährdung für das ersonal besteht? Ich muss Ihnen deutlich sagen, dass ch Ihren Hinweis auf unser Lachen in diesem Zusamenhang völlig unangebracht finde; denn Sie bringen ier die Piloten in Gefahr. C Herr Kollege, das scheint wohl ein Versuch von Diaektik zu sein. Das beginnt schon damit, dass Sie beaupten, ich hätte im Plural gesprochen. Ich habe mich icht mit Ihrem Lachen – im pluralischen Sinne –, sonern nur mit dem von Frau Kollegin Enkelmann auseiandergesetzt. Falls auch Sie gelacht haben sollten, ehme ich Sie gerne in die Runde derer auf, die ich kritiiere. Sie müssen sich schon der Mühe unterziehen, sich mit en Abläufen und Anforderungen auseinanderzusetzen, nd zur Kenntnis nehmen, dass es sich hierbei gerade icht um Landungen handelt. Soweit es um Landungen in einer realen Notlage eht: Sie wissen, dass das Ganze immer sehr großzügig erechnet wird, um Spielräume zu haben. Hier nenne ch eine Startbahnlänge von 7 000 Fuß, umgerechnet 133 Meter. Der Flugplatz Lübeck-Blankensee hat eine erfügbare Startbahnlänge von 2 102 Metern, sodass ine Notlandung oder eine normale Landung zulässig nd auch möglich wäre. Es geht hierbei aber nicht um Landungen, sondern um nflugübungen. Sie werden daraus unschwer erkennen, ass hier keinerlei Gefährdung eintritt und dass es ein bgestimmtes Verfahren ist. Sie können davon ausgehen: enn sich daraus Gefährdungen ergeben würden, wür en diese Übungen, gerade bei den hohen Anforderunen der Luftsicherheit, so nicht stattfinden. Allerdings sind das jetzt Detailfragen, die den Ziviluftverkehr betreffen, die ich an eine andere Stelle zu ichten bitte. Ich kann das für das Bundesministerium er Verteidigung nur für den militärischen Bereich bentworten. Jetzt hat sich Frau Pau gemeldet. Herr Staatssekretär, ich möchte an Ihre letzte Antwort nknüpfen. Wenn die Bundesregierung bei der Prüfung on Umständen – ich habe das geschildert: eine Gasleiung in unmittelbarer Nähe des Endes der Startund andebahn, das erste Wohnhaus in 500 Metern Entferung von dieser Startund Landebahn – zu dem Schluss äme, dass es nicht sinnvoll wäre, unter Berücksichtiung der hypothetischen Möglichkeit, dass doch einmal ine Notlage eintritt, solche Landeanflüge durchzufühen, hätte die Bundesrepublik oder die Bundesregierung ann die Möglichkeit, ihren NATO-Partnern die Nutung einiger Flugplätze oder dieses speziellen zivilen lughafens für Anflugübungen zu untersagen und, wenn a, auf welcher Grundlage? C Nachdem solche Anflüge nach den Regeln der Zivilluftfahrt abzuwickeln sind – Anmeldung beim Flughafen, Genehmigung –, ist diese Möglichkeit grundsätzlich gegeben. Ich möchte aber im Übrigen um Verständnis bitten, Frau Kollegin Pau. Ich müsste spekulieren, wenn ich mich zu der von Ihnen angesprochenen Problematik äußern sollte. Ich kann sie nicht bewerten, weil das eine Angelegenheit ist, die im zivilverkehrlichen Bereich zu klären ist. Wenn es zivilverkehrsrechtlich entsprechende Hinweise gäbe, würde sich selbstverständlich auch das Militär – das schließt Flugzeuge der NATO-Partner und anderer Partner im Rahmen von Bündnissen ein – daran zu halten haben. Herr Heilmann, wir kommen jetzt zu Ihrer Frage 30: Könnte eine AWACS-Maschine bei einem MTOW – maximales Startgewicht – von circa 147 Tonnen auf dem Flughafen Lübeck-Blankensee mit einer verfügbaren Start-/Landestrecke von 2 100 Metern gefahrlos landen und wieder starten? C Ich bitte um Entschuldigung für die kleine Verzögerung jetzt. Ich hatte übersehen, dass noch eine Frage zu beantworten ist. – Wie ich sehe, habe ich die zweite Frage aber schon beantwortet. Ich habe auf die rechtlichen Regelungen hingewiesen und dahin korrigiert, dass die verfügbare Startbahnlänge nach meinen Unterlagen 2 102 Meter beträgt. Herr Heilmann. Herr Staatssekretär, aufgrund Ihrer Ausführungen muss ich nachhaken. Ich möchte das ganz genau wissen, um den Betroffenen das dann auch ganz genau sagen zu können. Ich halte also einmal fest: Die Anflugübungen – egal wie ich zu militärischen Fragen stehe – wären gut und gern auch an Militärflughäfen anderenorts in Deutschland möglich, wo man nicht korinthenkackerisch auf 2 Meter Unterschied abstellen müsste. Meine konkrete Frage lautet: Sind Ihnen die Gefährdung, die wir in unseren Fragen heute schon deutlich gemacht haben, und die Beeinträchtigungen zum Beispiel durch Lärm, die die Bürgerinnen und Bürger im Umfeld des Flughafens erleiden – es handelt sich um ein recht großes Dorf; ich kenne es genau; es geht ja auch nicht nur um die drei AWACS-Anflüge in 2007, sondern es gibt dort auch Linienverkehr; all das muss man ja summieren –, schlichtweg egal? Könnten Sie nicht auch sagen: Solche Anflugversuche bzw. Tests finden nicht in Lübeck statt? d ü s g f s s g g g n u a L j v g R f P F b d t i A B z k d m d d S l w h b e d d F s g d d u d (C (D C Mir ist die Intention Ihrer Frage nicht ganz klar. Alle ber die drei Anflüge hinausgehenden Anflüge beziehen ich ja wohl auf zivile Anflüge. Dazu kann ich nichts saen, weil das nicht in meinen Zuständigkeitsbereich ällt. Nun zu den drei genannten Anflügen in 2007: Mir cheint es noch einmal notwendig, klarzumachen, dass ich Ihre Frage auf Flugzeuge, die ihr maximales Startewicht von 147 Tonnen voll ausgeschöpft haben, bezoen hat, während ansonsten das Gewicht von Flugzeuen stark variiert. Das Gewicht von Flugzeugen hängt ämlich im Wesentlichen von der Schwere der Ladung nd der Menge des Treibstoffes, den sie mit sich führen, b. Übungsanflüge im Rahmen des aktuell zulässigen uftfahrzeuggewichts sind jedoch zulässig. Ich kann etzt keine Aussage dazu machen, ob dort auch Ziilflugzeuge gleicher Größe oder gleichen Gewichts flieen. Bei den Militärflugzeugen wurden allerdings die egeln und Vorschriften eingehalten. Die Übungsan lüge von Flugzeugen der Luftwaffe und der NATOartner wurden zudem auf eine sehr große Zahl von lugplätzen verteilt. Das hat damit zu tun, dass man insesondere die Belastung, die zweifelsohne schon allein urch den Lärm hervorgerufen wird, dadurch gering halen möchte, dass man sie auf möglichst viele Flugplätze n unserem Land verteilt und nicht einzelne besonders in nspruch nimmt. Ich stehe nicht an, mich bei dieser Gelegenheit bei der evölkerung dafür zu bedanken, dass grundsätzlich Akeptanz herrscht, dass militärischer und ziviler Flugverehr in unserem Land notwendig ist und auch zukünftig urchgeführt werden muss. Herr Heilmann, Sie haben eine weitere Nachfrage. Ja. – Herr Staatssekretär, Sie sind im Verteidigungs inisterium tätig. Ich bin dagegen im Verkehrsausschuss ieses Hohen Hauses tätig und kümmere mich dort für ie Fraktion Die Linke insbesondere um den Fluglärm. ie haben wahrscheinlich keine Kenntnis darüber – viel eicht sollten Sie sich das einmal anlesen –, welche Ausirkungen insbesondere Fluglärm auf Menschen hat. Es andelt sich – ich hatte es Ihnen vorgelesen – um LärmA)

Christian Schmidt (CSU):
Rede ID: ID1616819100
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616819200
Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616819300




(A) )


(B) )

Christian Schmidt (CSU):
Rede ID: ID1616819400
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616819500
Christian Schmidt (CSU):
Rede ID: ID1616819600
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616819700
Lutz Heilmann (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616819800
Christian Schmidt (CSU):
Rede ID: ID1616819900
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616820000
Lutz Heilmann (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616820100
inmal ein Gerät mitbringen sollen, um Ihnen zu ver-
eutlichen, wie laut 117 dB(A) sind.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der Tatsache,
ass man diese Anflugübungen auch über militärischen
lughäfen durchführen kann, die nicht über so dicht be-
iedeltem Gebiet und damit in dieser Beziehung günsti-
er liegen, noch einmal meine Frage: Ist es Ihnen egal,
ass den Menschen in Lübeck über die Beeinträchtigung
urch den Linienverkehr, die die Bewohner dort haben
nd die sowohl vom Gesichtspunkt des Lärms als auch
em der Gefährdung, die durch die ungünstige Situation






(A) )



(B) )


Lutz Heilmann
am Flughafen Lübeck herrscht, hervorgerufen wird, wei-
tere Beeinträchtigungen zugemutet werden? Diese Frage
können Sie mit Ja oder mit Nein beantworten.

C
Christian Schmidt (CSU):
Rede ID: ID1616820200


Diese Frage werde ich nicht beantworten; denn sie
zeugt nicht von einem Interesse an einer sachorientierten
Diskussion, sondern zeugt von dem Versuch, ziemlich
einfache Polemik loszuwerden.

Lieber Herr Kollege, Flugzeuge machen natürlich
Lärm. Das weiß ich, auch ohne Berichterstatter im Ver-
kehrsausschuss zu sein, und das weiß jeder. Sie knüpfen
daran die Frage, inwieweit man die Belastungen für die
Bevölkerung gering halten kann. Natürlich müssen wir
alle daran arbeiten. Ich kann Ihnen auch aufgrund mei-
nes Wissens als Abgeordneter sagen, dass Ihre Vorstel-
lung, dass um militärische Flugplätze herum niemand
wohnt, genauso wenig zutrifft wie die Behauptung, es
hätte sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht Er-
hebliches in der Lärmreduzierung getan. Wenn ich rich-
tig informiert bin, hat dieses Haus gesetzliche Grundla-
gen dafür geschaffen, und zwar erst vor kurzem; ich
glaube, wir haben in dieser Legislaturperiode ein ent-
sprechendes Gesetz verabschiedet.


(Michael Hartmann [Wackernheim] [SPD]: 2007!)


Ich stelle anheim, Herr Kollege, dass Sie über diese
Fragen noch einmal im zuständigen Verkehrsausschuss
beraten. Ich kann Ihnen jedenfalls bei solchen polemi-
schen und pauschalen Angriffen leider nicht mit Ant-
worten dienen, die auf der gleichen Ebene sind. Das ver-
sage ich mir.


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616820300

Die Kollegin Pau mit einer Nachfrage.


Petra Pau (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1616820400
Richtig ist, dass

auch militärisch genutzte Flughäfen und Gelände natür-
lich nicht bevölkerungslos sind. Wir denken nur an die
noch nicht abgeschlossene Auseinandersetzung um die
Nutzung des sogenannten Bombodroms in der Kyritz-
Ruppiner Heide, wo sich die Bürgerinnen und Bürger
gegen eine militärische Nutzung eines zweifellos bis zu
einem bestimmten Zeitpunkt militärisch genutzten Areals
wehren. Aber ich möchte in dieser Debatte noch etwas
lernen, und deswegen wüsste ich gern, ob es in Bezug
auf militärische Anflüge und Flugübungen, auch auf
zivilen Flughäfen, besondere Festlegungen zum Lärm-
pegel gibt; denn ohne Zweifel rufen diese schweren Ma-
schinen, über die wir hier reden, in den sehr geringen
Flughöhen natürlich eine besondere Lärmbelastung her-
vor. Gibt es hier festgelegte Grenzwerte, insbesondere
für den Anflug auf zivile Flughäfen, oder nicht?

C
Rede von: Unbekanntinfo_outline
Rede ID: ID1616820500


Frau Kollegin, ich bedanke mich für die sachliche
Frage. Allerdings muss ich bei der genauen Darlegung

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(C (D er Lärmschutzbestimmungen passen. Ich kann Ihnen ur sagen, dass wir in diesen Fällen der Nutzung von ziilen Flugplätzen den zivilen Lärmschutzvorschriften nterliegen. Das heißt, militärische Flugzeuge, die einen rößeren Lärm verursachen – außer im Fall von Notlanungen oder unmittelbar notwendigen Landungen, von enen wir hier nicht reden –, müssen sich diesen Vorchriften unterwerfen. Ergänzend, schon um die Dimension der Ausgangsragestellung etwas zu relativieren, weise ich darauf hin, ass wir die dafür vorgesehenen zivilen Flugplätze in eiem Umfang von insgesamt circa fünf bis zehn Tagen ro Jahr nutzen. Die meisten Übungsanflüge und -lanungen finden regelmäßig auf den militärischen Fluglätzen – Geilenkirchen, Köln, Laage, Nordholz, Nörveich, Büchel, Spangdahlem, Ramstein und Manching – tatt; das ist – wenn auch von mir jetzt zahlenmäßig icht ganz genau bezifferbar – der weitaus größere Teil on Übungsanflügen und -landungen. Wir kommen jetzt zum Geschäftsbereich des Bundes inisteriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. ur Beantwortung der Fragen steht uns der Parlamenta ische Staatssekretär Achim Großmann zur Verfügung. Ich rufe die Frage 31 des Kollegen Jan Mücke auf: Zu welchen rechtlichen Aspekten wurden bislang im Bun desministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, BMVBS, Prüfungen durchgeführt, die im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben „Neubau des Verkehrszuges Waldschlößchenbrücke“ in Dresden einschließlich aller bislang hierzu diskutierten Alternativvarianten stehen oder sich darauf beziehen, und welche Ergebnisse hatten diese Prüfungen jeweils? A Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Kollege, ich ann Ihnen folgende Antwort geben: Die vom Bundesinisterium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hin ichtlich des Baus der Waldschlößchenbrücke durchgeührten Prüfungen rechtlicher Aspekte beziehen sich usschließlich auf Förderund Finanzierungsfragen, oweit für das Vorhaben Bundesmittel eingesetzt weren. Nach dem zur Umsetzung der Föderalismusreform rlassenen Entflechtungsgesetz stehen dem Freistaat achsen in den Jahren 2007 bis 2013 jährlich 87,678 Mil ionen Euro für erforderliche Investitionen zur Verbesseung der Verkehrsverhältnisse in den Gemeinden zu. Der reistaat Sachsen hat dem Bund jährlich über die Verendung der erhaltenen Beträge zu berichten. Wird daach abschließend festgestellt, dass Beträge im Berichtsahr nicht zweckgerecht verwendet wurden, wird die uweisung an das jeweilige Land um den fehlverwende en Betrag gekürzt und dieser Betrag auf die anderen änder verteilt. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtntwicklung hat ferner die Möglichkeit des Einsatzes on Bundesfinanzhilfen im Rahmen der Städtebaufördeung geprüft. Danach können Städtebauförderungsmittel uch für den Mehraufwand eingesetzt werden, der sich ei kommunalen Straßenbauvorhaben daraus ergibt, dass Parl. Staatssekretär Achim Großmann das Verkehrsbauwerk in einer an das Stadtbild angepassten Weise ausgeführt wird. Sie haben die Möglichkeit zur ersten Nachfrage, Herr Mücke. Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Staatssekretär, ich beziehe mich auf eine Frage, die ich in der letzten Fragestunde gestellt habe. Es ging dabei nicht so sehr um Aspekte der Förderung und Finanzierung, sondern um die Verwendbarkeit von Unterlagen, die zum jetzt gültigen Planfeststellungsbeschluss für die Waldschlößchenbrücke vorhanden sind, für ein Alternativprojekt, nämlich für den Waldschlößchentunnel. Ich hatte in der letzten Fragestunde Ihrer Kollegin Frau Staatssekretärin Roth die Frage gestellt, ob es seitens des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Prüfungen gegeben habe, dass Unterlagen dieses Planfeststellungsbeschlusses im Rahmen eines neuen Planfeststellungsverfahrens für einen Waldschlößchentunnel verwandt werden können. Ihre Kollegin hat dazu ausgeführt, dass solche Prüfungen nicht erfolgt seien. Professor Weber, einer der Initiatoren des Tunnelbauprojekts, sagte in den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 4. Juni dieses Jahres – ich zitiere mit Ihrer Erlaubnis, Frau Präsidentin –: Ich bleibe bei meiner Darstellung, dass Peter Lames, Prof. Michael Kinze und mir am 2. April im Bundesverkehrsministerium gesagt wurde, dass die Fertigstellung eines Elbtunnels etwa zwei Jahre nach dem geplanten Fertigstellungstermin der Waldschlößchenbrücke möglich wäre und in einem neuen Planfeststellungsverfahren Teile des bereits durchgeführten wiedergenutzt werden könnten. Ich habe jetzt ein intellektuelles Problem. Auf der einen Seite steht die Aussage Ihrer Kollegin, dass eine Prüfung dieser Frage im Ministerium nicht erfolgt sei. Auf der anderen Seite gibt es die öffentliche Verlautbarung von Herrn Professor Weber, dass genau diese Prüfung erfolgt sei und dass dazu am 2. April in Ihrem Hause eine Besprechung stattgefunden habe. Deswegen habe ich die Frage gestellt, ob es denn eine solche Prüfung gegeben hat und zu welchem Ergebnis man bei dieser Prüfung gekommen ist. A Ich bin gerne bereit, Ihnen aus Ihrem intellektuellen Dilemma zu helfen, Herr Kollege Mücke. Sie vermischen hier ein wenig zwei Fragen, die man aber sehr stark voneinander trennen muss. Sie fragen zum einen nach der rechtlichen Prüfung. Diese Frage haben Frau Kollegin Roth und gerade auch ich beantwortet. Zum anderen gibt es eine Frage, die den Informationsaustausch mit Bürgerinnen und Bürgern, mit Abgeordneten, mit Bürgermeistern und mit Landrä t G g u s f m v f d g s w g s t e s d r s g h s z s u z P t d a d g k m r n I g B e d M f P R f G (C (D en betrifft. Ich führe an jedem Tag drei bis vier solcher espräche in unserem Hause. Bei diesen Informationsesprächen wird immer die Frage aufgeworfen, was man nter Umständen weiter benutzen könne. Sie können ich bei Ihrer Frage keinesfalls auf eine rechtliche Prüung unseres Hauses, sondern nur – ich habe eben noch it Staatssekretär Lütke Daldrup gesprochen, der das on Ihnen erwähnte Gespräche geführt hat – auf ein Inormationsgespräch beziehen. Der Kollege Lütke Daldrup hat darauf hingewiesen, ass es auch bei der Brückenlösung einen Tunnelvorlauf ibt und dass deshalb Teile der Planungen von den zutändigen Stellen – wir sind dafür nicht zuständig – verendet werden können. Es handelt sich also um eine anz normale Mitteilung, die man mit gesundem Menchenverstand nachvollziehen kann. Herr Mücke, haben Sie eine weitere Nachfrage? Ja, ich habe noch eine Nachfrage. – Herr Staatssekre är, Sie wissen, dass ein Planfeststellungsbeschluss für ine Brücke nicht ohne Weiteres als Planfeststellungsbechluss für einen Tunnel verwendet werden kann. Nach em Verwaltungsverfahrensgesetz zieht jede Planändeung ein neues Planfeststellungsverfahren nach sich. Inofern ist für mich sehr fraglich, mit welcher Berechtiung Ihr Kollege Lütke Daldrup die Aussage getroffen at – er muss vorher eine Prüfung vorgenommen haben, onst könnte er in einem solchen Gespräch keine diesbeügliche Äußerung machen –, dass Teile dieses Planfesttellungsbeschlusses wiederverwendet werden können nd dass sich das Bauvorhaben deswegen lediglich um wei Jahre verzögern würde. Insofern muss es ja eine rüfung gegeben haben. Dann habe ich wieder mein al es Problem, dass Ihre Kollegin Frau Roth gesagt hat, ass eine solche Prüfung nicht stattgefunden hat, Sie mir ber jetzt sagen, dass Herr Lütke Daldrup den Vertretern er Bürgerinitiative offensichtlich genau diese Auskunft egeben hat. Das war ja kein zwangloses Gespräch. Ich ann ja auch nicht einfach in ein Ministerium gehen und it einem Staatssekretär ein zwangloses Gespräch füh en. Dieses Gespräch hatte ja einen konkreten Sinn, ämlich dass ich damit öffentlich argumentieren kann. ch gehe davon aus, dass dem eine Prüfung vorausgeangen ist. Ich glaube kaum, dass ein Staatssekretär der undesregierung leichtfertig Aussagen trifft, ohne dass r den Sachverhalt genau geprüft hat. A Herr Mücke, Sie versuchen jetzt, mir das Wort im unde herumzudrehen. Das finde ich nicht besonders air; ich merke es aber. Ich sage Ihnen noch einmal: Es hat eine rechtliche rüfung durch unser Ministerium zu zwei Fragen im ahmen der finanziellen Fördermöglichkeiten stattge unden. Auf der einen Seite ging es um den Einsatz von VFG-Mitteln, die wir den Ländern nach der Änderung Parl. Staatssekretär Achim Großmann des Grundgesetzes pauschal zur Verfügung stellen, wobei die Länder uns gegenüber aber die Nachweispflicht haben, ob diese Mittel zutreffend und den Richtlinien entsprechend eingesetzt werden, und zum anderen um den Einsatz von Städtebaufördermitteln bei Verkehrsprojekten. Ich glaube, das habe ich Ihnen ausreichend erläutert. Bei einem solchen Gespräch über das weitere Prozedere gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie sagen: „Ich sage Ihnen jetzt überhaupt nichts und gebe die Frage in das Ministerium“, oder Sie sagen – wenn Sie eine beruflich erfolgreiche Zeit als Baudezernent hinter sich haben –, dass man davon ausgehen kann, dass, wenn ein Tunnelzulauf für eine Brücke gebaut werden muss, Teile dessen, was man im planerischen Vorfeld gemacht hat, weiterverwendet werden können. Damit ist keine Prüfung verbunden. So etwas zu sagen, ist, wie ich Ihnen eben sagte, aus der Erfahrung eines langjährigen erfolgreichen Baudezernenten durchaus möglich. Wenn Sie sich die Situation und den Trassenverlauf anschauen – das Vorhaben findet ja auf der gleichen Trasse statt –, dann müssten eigentlich auch Sie mir zustimmen – vielleicht erst nach der Fragestunde; aber letztlich müssen Sie mir zustimmen. Jetzt sind wir bei der Frage 32 des Kollegen Mücke: Wer nahm aufseiten des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung an dem am 2. April 2008 mit Vertretern des Fachrats Dresdner Welterbe geführten Gespräch teil, und welche konkreten Aussagen wurden in diesem Gespräch vonseiten des BMVBS gegenüber diesen Vertretern zur Thematik „Neubau des Verkehrszuges Waldschlößchenbrücke“ in Dresden einschließlich aller bislang hierzu diskutierten Alternativvarianten getroffen? A Da geht es im Grunde genommen um das, worüber wir zwei uns schon unterhalten haben. Am 2. April führte der Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Dr. Engelbert Lütke Daldrup ein Gespräch mit Vertretern des Vereins „Bürgerbegehren Tunnelalternative am Waldschlößchen e. V.“, die zum Teil dem Fachrat Dresdner Welterbe angehören. Das Gespräch kam auf Initiative des Vereins zustande und diente ausschließlich dem Informationsaustausch. Die Fragen 33 und 34 des Kollegen Peter Hettlich werden schriftlich beantwortet. Wir kommen zur Frage 35 des Kollegen Anton Hofreiter aus dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: Wie beurteilt die Bundesregierung den Stand der eisenbahnrechtlichen Anreizregulierung vor dem Hintergrund der Teilkapitalprivatisierung der Deutschen Bahn AG, DB AG, und wie gedenkt die Bundesregierung die Informationsrechte und Eingriffsrechte der Bundesnetzagentur gegenüber der Deutschen Bahn AG zu stärken, weil im Moment die Bundes d D 2 b s r d m g E z k E a i a r s m H N S b m d H r d z s d s S u (C (D netzagentur nicht über ausreichend gesetzlich geregelte Informationsund Eingriffsrechte im Bereich der eisenbahnrechtlichen Anreizregulierung verfügt? A Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Lieber Kollege r. Hofreiter, die Bundesnetzagentur hat am 21. Mai 008 den Bericht zur Anreizregulierung im Eisenbahnereich vorgelegt, der jetzt von der Bundesregierung orgfältig geprüft wird. Es gibt also bislang keine Aneizregulierung. Bisher prüft die Bundesnetzagentur, ob ie Betreiber der Schienenwege § 14 Abs. 4 des Allgeeinen Eisenbahngesetzes einhalten, nämlich die Ent elte so zu bemessen, dass die ihnen insgesamt für die rbringung der Pflichtleistungen entstehenden Kosten uzüglich einer Rendite, die am Markt erzielt werden ann, ausgeglichen werden. Für die Überprüfung der inhaltung dieser Vorschriften steht der Bundesnetzgentur der Katalog der Eingriffsrechte gegen Eisenbahnnfrastrukturunternehmen in § 14 c AEG zur Verfügung, lso das Recht auf Betreten der Geschäftsund Betriebsäume sowie das Recht auf Einsicht in Bücher, Gechäftspapiere, Dateien und sonstige Unterlagen. Hier üssen Auskünfte gegeben, Nachweise erbracht und ilfsdienste geleistet werden. Herr Hofreiter, eine Nachfrage? Dr. Anton Hofreiter (BÜNDNIS 90/DIE GRÜEN)

Christian Schmidt (CSU):
Rede ID: ID1616820600
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616820700




(A) )


(B) )

Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1616820800
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616820900
Jan Mücke (FDP):
Rede ID: ID1616821000
Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1616821100
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616821200
Jan Mücke (FDP):
Rede ID: ID1616821300




(A) )


(B) )


(Jan Mücke [FDP]: Nein!)

Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1616821400
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616821500
Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1616821600
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616821700
Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1616821800
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr

taatssekretär, könnten Sie auch gleich die zweite Frage
eantworten, weil sie in einem engen Zusammenhang
it der ersten Frage steht?

A
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616821900


Gerne.


Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1616822000

Dann rufe ich jetzt die Frage 36 des Kollegen Anton

ofreiter auf:
Inwieweit hält die Bundesregierung es für sachgerecht,

dass die DB Netz AG festlegt, wem Verspätungsminuten an-
gelastet und damit Zahlungspflichten auferlegt werden, und
erscheint es nicht angezeigt, diese Kompetenz auf unabhän-
gige Dritte zu übertragen?

Ich weiß noch nicht genau, wie viele Nachfragen da-
aus folgen sollen. Es können maximal vier sein.

A
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616822100


Nach § 21 Abs. 1 der Eisenbahninfrastruktur-Benut-
ungsverordnung hat der Betreiber der Schienenwege
eine Entgelte für die Pflichtleistungen so zu gestalten,
ass sie durch leistungsabhängige Bestandteile den Ei-
enbahnverkehrsunternehmen und den Betreibern der
chienenwege Anreize zur Verringerung von Störungen
nd zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Schienen-






(A) )



(B) )


Parl. Staatssekretär Achim Großmann
netzes geben. Die Grundsätze hierzu sind in den Schie-
nennetz-Benutzungsbedingungen festgelegt. Die Auf-
sicht hierüber hat die Bundesnetzagentur.


Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1616822200

Wir kommen zur ersten Nachfrage des Kollegen

Hofreiter.


(BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Staatssekretär,
vielen Dank für die Beantwortung der Fragen. Sie haben
gesagt, dass sich die Eingriffsrechte der Bundesnetz-
agentur aus § 14 c AEG ergeben. Wie erklärt sich die
Bundesregierung, dass es trotzdem ständig zu gerichtli-
chen Auseinandersetzungen zwischen Bundesnetzagen-
tur und DB AG kommt, weil die DB AG der Bundesnetz-
agentur die Informationen verweigert? Wie gedenkt das
Bundesverkehrsministerium als Vertreter des Alleinei-
gentümers, des Bundes, damit umzugehen, dass ein Un-
ternehmen gegen „unsere“ Behörde klagt?

A
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616822300


Mir ist nicht bekannt, dass aus Anlass des § 14 c AEG
geklagt wird. Es ist aber klar, dass sie miteinander strei-
ten. Das ist in einem Rechtsstaat nicht ungewöhnlich.
Die Bundesnetzagentur, die kontrolliert, bezieht Posi-
tion. Das Unternehmen kann selbstverständlich eine an-
dere Meinung haben und diese auch äußern. Wenn ich
das richtig sehe, hat die DB AG bei den gerichtlichen
Verhandlungen aber meistens – ich will keine Prozent-
zahlen nennen – den Kürzeren gezogen.

Wenn die Bundesnetzagentur uns signalisieren würde,
dass das Allgemeine Eisenbahngesetz an dieser Stelle
verbessert werden müsste – derartige Bestrebungen
kenne ich nicht –, dann müssten wir im parlamentari-
schen Raum darüber reden. Denken Sie an die Anreizre-
gulierungen, die es noch nicht gibt. Es könnte sein, dass
wir das AEG in diesem Zusammenhang noch einmal an-
fassen müssen.

Ich bin für Vorschläge offen. Wenn sich die Probleme
manifestieren und die Bundesnetzagentur uns entspre-
chende Hinweise gibt, bin ich dafür, dass wir uns das im
parlamentarischen Raum anschauen.


Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1616822400

Herr Hofreiter, Ihre zweite Nachfrage.


(BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Welche Position nimmt die Bundesregierung zur An-
reizregulierung im Eisenbahnmarkt ein? In der letzten
Sitzung des Unterausschusses haben wir über diesen
Punkt relativ ausführlich debattiert. Dabei konnte man
den Eindruck gewinnen, dass die Bundesregierung der
Anreizregulierung sehr negativ gegenübersteht. Mich
würde interessieren, ob das die Position des Hauses, der
Bundesregierung oder Ihre persönliche Meinung ist.

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(C (D A Wenn Sie sich an das Gespräch erinnern, wissen Sie icherlich auch, dass noch kein konkreter Vorschlag für ie Anreizregulierung vorliegt. Man hat über ein Forelpaket gesprochen. Selbst für einen in Mathematik eprüften Abiturienten wie mich war es schwierig, den achverhalt nachzuvollziehen. Wir haben aber, wie ich inde, sehr gut herausgearbeitet, dass eine solche Anreizegulierung Vorteile, aber auch Nachteile mit sich brinen würde. Die Vorteile: Über einen Anreiz wird das isenbahninfrastrukturunternehmen gehalten, gute Qua ität abzuliefern. Der Nachteil: Weil wir eine sehr hohe ualität wollen, kann der Druck auf das Unternehmen nter Umständen dergestalt wachsen, dass der Bund mit aushaltsmitteln einspringen muss. Das wäre der Fall, enn die Grenzen im Preis-Cap-Verfahren zu eng ge etzt würden. Ich glaube, dass die Anreizregulierung der richtige eg ist, wir aber für die Umsetzung noch ein bisschen eit brauchen. Wir betreten schließlich Neuland. Sie haben eine weitere Nachfrage, Herr Hofreiter. – itte sehr. Dr. Anton Hofreiter (BÜNDNIS 90/DIE GRÜEN)

Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616822500
Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1616822600
Ist der Bundesregierung bekannt, dass der DB AG ein

ertrauliches Gutachten von McKinsey vorliegt – „Re-
ulierungsmanagement“ genannt –, das vor allen Dingen
olgende Ziele formuliert: in die Grundelemente des Re-
ulierungsrahmens eingreifen, Aktionspläne zur fakten-
asierten Beeinflussung von Entscheidungsträgern ent-
ickeln, Verschiebung des weiteren Wettbewerbs?

Wenn man dieses McKinsey-Gutachten in der Ge-
amtheit betrachtet, dann könnte man es fast für das
rehbuch dessen, was man in letzter Zeit beim Unteraus-

chuss erlebt hat, halten. Entnimmt die Bundesregierung
der das Verkehrsministerium ihre bzw. seine Aussagen
ur Beeinflussung von Entscheidungsträgern sozusagen
iesem Gutachten, oder ist das reiner Zufall?

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Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616822700


Ich glaube nicht, dass ich jetzt für die Bundesregie-
ung sprechen kann, aber für unser Haus: Ich kenne das
utachten nicht.


Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1616822800

Sie haben noch eine Nachfrage.


(BÜNDNIS 90/DIE GRÜEN)

Sind Sie sich ganz sicher, dass Sie das Gutachten

icht kennen? Es kommt nämlich aus Ihrem Haus.






(A) (C)



(B) (D)


A
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616822900


Ich bin mir ganz sicher. Ich habe eine sehr gute Fest-
platte. Es kann sein, dass es auf Arbeitsebene vorhanden
ist. Ich kenne es jedenfalls nicht. Die politische Leitung
kennt es nicht. Ich habe es nicht gesehen.


(Dr. Anton Hofreiter [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Vorsicht! – Volker Schneider [Saarbrücken] [DIE LINKE]: Im falschen Verzeichnis abgespeichert!)



Achim Großmann (SPD):
Rede ID: ID1616823000

Damit sind wir am Ende der Fragestunde.

Ich berufe die nächste Sitzung des Deutschen Bun-
destages auf Donnerstag, den 19. Juni 2008, 9 Uhr, ein.

Ich schließe die Sitzung.

Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1616823100