Protokoll:
16103

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Metadaten
  • date_rangeWahlperiode: 16

  • date_rangeSitzungsnummer: 103

  • date_rangeDatum: 14. Juni 2007

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  • av_timerEnduhrzeit der Sitzung: 14:29 Uhr

  • account_circleMdBs dieser Rede
  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 16/103 (Drucksache 16/5268) . . . . . . . . . . . . . . . . c) Antrag der Abgeordneten Rainder Steenblock, Volker Beck (Köln) und der Fraktion des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN: Die Erweiterungs- und Nachbarschaftspolitik der Europäi- schen Union weiterentwickeln (Drucksache 16/5425) . . . . . . . . . . . . . . . . d) Antrag der Abgeordneten Rainder Steenblock, Jürgen Trittin, Omid Nouripour, weiterer Abgeordneter und der Fraktion des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN: Die EU braucht einen neuen Grundlagenvertrag (Drucksache 16/5441) . . . . . . . . . . . . . . . . e) Beschlussempfehlung und Bericht des Bundeskanzlerin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Guido Westerwelle (FDP) . . . . . . . . . . . . Hans-Ulrich Klose (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . Oskar Lafontaine (DIE LINKE) . . . . . . . . . . Volker Kauder (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Renate Künast (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Axel Schäfer (Bochum) (SPD) . . . . . . . . . . . Rainder Steenblock (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Peter Ramsauer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Omid Nouripour (BÜNDNIS 90/ 10565 B 10565 C 10565 D 10566 A 10570 A 10571 D 10573 C 10575 D 10577 D 10579 A 10580 B 10581 A Deutscher B Stenografisch 103. Sitz Berlin, Donnerstag, d I n h a l Glückwünsche zum Geburtstag der Abgeord- neten Hans-Ulrich Klose und Dr. Michael Bürsch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Begrüßung des neuen Abgeordneten Dieter Steinecke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 13: a) Abgabe einer Erklärung durch die Bun- deskanzlerin: Vorschau auf den Europäi- schen Rat am 21./22. Juni 2007 . . . . . . . b) Antrag der Abgeordneten Markus Löning, Michael Link (Heilbronn), Florian Toncar, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Ein Europa der Erfolge – Mehr Demokratie in der EU wagen i Z A S U e ( D 10565 A 10565 B 10565 B Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Gregor Gysi, Oskar undestag er Bericht ung en 14. Juni 2007 t : Lafontaine, Dr. Diether Dehm, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der LIN- KEN: Für eine demokratische, freiheit- liche, soziale und Frieden sichernde Verfassung der Europäischen Union (Drucksachen 16/3402, 16/5647) . . . . . . . n Verbindung mit usatztagesordnungspunkt 3: ntrag der Fraktionen der CDU/CSU und der PD: Die Verfasstheit der Europäischen nion zügig klären – Für ein klares und nges Mandat einer Regierungskonferenz Drucksache 16/5601) . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Angela Merkel, 10565 D 10566 A DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Roth (Heringen) (SPD) . . . . . . . . . . 10582 A 10582 D II Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 Tagesordnungspunkt 14: a) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Ent- wurfs eines Gesetzes zur Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union (Drucksachen 16/5065, 16/5527, 16/5621, 16/5654) . . . . . . . . . . . . . . . . – Zweite und dritte Beratung des von den Abgeordneten Volker Beck (Köln), Josef Philip Winkler, Britta Haßelmann, weiteren Abgeordneten und der Fraktion des BÜNDNIS- SES 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines … Gesetzes zur Ände- rung des Aufenthaltsgesetzes (Drucksachen 16/3198, 16/5621, 16/5654) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . b) Beschlussempfehlung und Bericht des In- nenausschusses – zu dem Antrag der Abgeordneten Sibylle Laurischk, Hartfrid Wolff (Rems-Murr), Michael Kauch, weite- rer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Sprache schafft Identität und ist Schlüssel zur Integration – zu dem Antrag der Abgeordneten Hartfrid Wolff (Rems-Murr), Dr. Max Stadler, Sibylle Laurischk, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Das Aufenthaltsrecht für Hochqualifizierte und Selbständige ändern – Integration maßgeblich verbessern – zu dem Antrag der Abgeordneten Hartfrid Wolff (Rems-Murr), Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Dr. Karl Addicks, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Bleiberecht großzügig gestalten – Integration verbessern – zu dem Antrag der Abgeordneten Ulla Jelpke, Sevim Dağdelen, Dr. Hakki Keskin, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der LINKEN: Auswirkun- gen des Zuwanderungsgesetzes so- fort evaluieren – zu dem Antrag der Abgeordneten Sevim Dağdelen, Petra Pau, Ulla Jelpke, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der LINKEN: Für einen um- fassenden Schutz religiös Verfolgter in der Bundesrepublik Deutschland – zu dem Antrag der Abgeordneten Sevim Dağdelen, Ulla Jelpke, Katja Kipping, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der LINKEN: Asylsu- chende und geduldete Flüchtlinge beim Zugang zum Arbeitsmarkt gleichstellen c d D H F S J D 10584 D 10585 A – zu dem Antrag der Abgeordneten Ulla Jelpke, Sevim Dağdelen, Petra Pau, weiterer Abgeordneter und der Frak- tion der LINKEN: Für Humanität und Menschenrechte statt wirt- schaftlicher „Nützlichkeit“ als Grundprinzipien der Migrations- politik – zu dem Antrag der Abgeordneten Josef Philip Winkler, Volker Beck (Köln), Irmingard Schewe-Gerigk, weiterer Abgeordneter und der Fraktion des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN: Für ein integrationsförderndes, menschenrechtskonformes und hu- manitär ausgewogenes Zuwande- rungsgesetz – zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Thea Dückert, Kerstin Andreae, Josef Philip Winkler, weiterer Abge- ordneter und der Fraktion des BÜND- NISSES 90/DIE GRÜNEN: Zuzug von Hochqualifizierten erleichtern (Drucksachen 16/2092, 16/4609, 16/4739, 16/1204, 16/4487, 16/4907, 16/5108, 16/5103, 16/5116, 16/5621,16/5654) . . . . ) Beschlussempfehlung und Bericht des In- nenausschusses zu dem Antrag der Abge- ordneten Josef Philip Winkler, Volker Beck (Köln), Britta Haßelmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN: Zwi- schenbilanz für Integrationskurse des Jahres 2005 vorlegen (Drucksachen 16/940, 16/1704) . . . . . . . . ) Beschlussempfehlung und Bericht des In- nenausschusses zu dem Antrag der Abge- ordneten Josef Philip Winkler, Volker Beck (Köln), Monika Lazar, weiterer Ab- geordneter und der Fraktion des BÜND- NISSES 90/DIE GRÜNEN: Für eine wirksame Bleiberechtsregelung für langjährig in Deutschland geduldete Personen (Drucksachen 16/3340, 16/4828) . . . . . . . r. Hans-Peter Uhl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . artfrid Wolff (Rems-Murr) (FDP) . . . . . . . . ritz Rudolf Körper (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . evim Dağdelen (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . osef Philip Winkler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Wolfgang Schäuble, Bundesminister BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10585 D 10585 D 10585 D 10586 B 10587 D 10589 A 10590 B 10591 C 10592 D 10593 A Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 III Omid Nouripour (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Dieter Wiefelspütz (SPD) . . . . . . . . . . Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sevim Dağdelen (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Josef Philip Winkler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sebastian Edathy (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Sevim Dağdelen (DIE LINKE) . . . . . . . . . Namentliche Abstimmungen . . . . . . . . . . . . . Ergebnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 17: a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zur Umsetzung des VN-Überein- kommens vom 13. April 2005 zur Bekämpfung nuklearterroristischer Handlungen (Drucksache 16/5334) . . . . . . . . . . . . . . . . b) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zu dem Internationalen Überein- kommen der Vereinten Nationen vom 13. April 2005 zur Bekämpfung nukle- arterroristischer Handlungen (Drucksache 16/5336) . . . . . . . . . . . . . . . . c) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zu dem Europäischen Übereinkom- men vom 26. Mai 2000 über die internationale Beförderung von gefähr- lichen Gütern auf Binnenwasserstraßen (ADN) (Drucksache 16/5389) . . . . . . . . . . . . . . . . d) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zur Vorbereitung eines registerge- stützten Zensus einschließlich einer Gebäude- und Wohnungszählung 2011 (Zensusvorbereitungsgesetz 2011 – ZensVorbG 2011) (Drucksache 16/5525) . . . . . . . . . . . . . . . . e) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zur Änderung der Rechtsgrundla- gen zum Emissionshandel im Hinblick auf die Zuteilungsperiode 2008 bis 2012 (Drucksache 16/5617) . . . . . . . . . . . . . . . . f g h i j k Z a b 10594 D 10595 D 10596 B 10597 A 10597 C 10597 D 10598 C 10600 A 10601 B, 10607 B 10602 A, 10604 B 10608 B 10611 A 10611 A 10611 A 10611 B 10611 B ) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zur Aufhebung des Freihafens Bre- men (Drucksache 16/5580) . . . . . . . . . . . . . . . ) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zu dem Protokoll vom 22. April 2005 zur Änderung des Übereinkom- mens vom 11. Oktober 1973 zur Errich- tung des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (Drucksache 16/5577) . . . . . . . . . . . . . . . ) Antrag der Abgeordneten Monika Knoche, Heike Hänsel, Michael Leutert, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der LINKEN: Das Menschenrecht auf Schutz vor Binnenvertreibung stärken – Fluchtgründe vermeiden (Drucksache 16/3913) . . . . . . . . . . . . . . . ) Antrag der Abgeordneten Paul Schäfer (Köln), Inge Höger, Monika Knoche, wei- terer Abgeordneter und der Fraktion der LINKEN: Keine deutsche Beteiligung an der Europäischen Verteidigungsagentur (Drucksache 16/4489) . . . . . . . . . . . . . . . ) Antrag der Abgeordneten Elke Reinke, Dr. Lothar Bisky, Klaus Ernst, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der LIN- KEN: Neuregelung der GEZ-Befrei- ungstatbestände – Neuverhandlung des Rundfunkgebührenstaatsvertrages (Drucksache 16/5140) . . . . . . . . . . . . . . . ) Antrag der Abgeordneten Grietje Bettin, Volker Beck (Köln), Ekin Deligöz, weite- rer Abgeordneter und der Fraktion des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN: Besondere Rolle des öffentlich-recht- lichen Rundfunks nach EU-Kompro- miss sicherstellen (Drucksache 16/5424) . . . . . . . . . . . . . . . usatztagesordnungspunkt 4: ) Antrag der Abgeordneten Laurenz Meyer (Hamm), Dr. Martina Krogmann, Hans- Joachim Fuchtel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der CDU/CSU sowie der Abgeordneten Dr. Uwe Küster, Dr. Rainer Wend, Dr. h. c. Susanne Kastner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD: Den Wettbewerb stärken, den Einsatz offener Dokumentenstandards und offener Dokumentenaustauschformate fördern (Drucksache 16/5602) . . . . . . . . . . . . . . . ) Antrag der Abgeordneten Dr. Rainer Stinner, Birgit Homburger, Elke Hoff, weiterer Abgeordneter und der Fraktion 10611 C 10611 C 10611 C 10611 D 10611 D 10612 A 10612 A IV Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 der FDP: Planungen für Bundeswehr- Ehrenmal am Bendlerblock aussetzen – Würdigung der Toten in unmittelbarer Reichstagsnähe (Drucksache 16/5593) . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 18: a) – Beschlussempfehlung und Bericht des Auswärtigen Ausschusses zu dem An- trag der Bundesregierung: Fortset- zung des Einsatzes bewaffneter deutscher Streitkräfte zur Unter- stützung der Überwachungsmission AMIS der Afrikanischen Union (AU) in der Region Darfur/Sudan auf Grundlage der Resolutionen 1556 (2004) und 1564 (2004) des Sicher- heitsrates der Vereinten Nationen vom 30. Juli 2004 und 18. September 2004 (Drucksachen 16/5436, 16/5655, 16/5656) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . b) Zweite Beratung und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrach- ten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Fakultativprotokoll vom 8. Dezember 2005 zum Übereinkommen über die Si- cherheit von Personal der Vereinten Na- tionen und beigeordnetem Personal (Drucksachen 16/4381, 16/5313) . . . . . . . c) Zweite Beratung und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrach- ten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Ab- kommen vom 15. Dezember 2003 über Politischen Dialog und Zusammenar- beit zwischen der Europäischen Ge- meinschaft und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Republik Costa Rica, der Republik El Salvador, der Republik Guatemala, der Republik Honduras, der Republik Nicaragua und der Repu- blik Panama andererseits (Drucksachen 16/4716, 16/5438) . . . . . . . d) Zweite und dritte Beratung des von der Bun- desregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Stärkung der Berufsauf- sicht und zur Reform berufsrechtlicher Regelungen in der Wirtschaftsprüferord- nung (Berufsaufsichtsreformgesetz – BARefG) (Drucksachen 16/2858, 16/5544) . . . . . . . e) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Ent- wurfs eines Gesetzes zu dem Abkom- men vom 25. Juni 2005 zur Ände- rung des Partnerschaftsabkommens vom 23. Juni 2000 zwischen den Mitgliedern der Gruppe der Staaten f g h N E T B s 10612 B 10612 C 10613 A 10613 A 10613 C in Afrika, im Karibischen Raum und im Pazifischen Ozean einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten anderer- seits (AKP-EG-Partnerschaftsab- kommen) (Drucksachen 16/4970, 16/5648, 16/5649) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ) Zweite Beratung und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrach- ten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Ab- kommen vom 1. Juni 2006 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Geor- gien zur Vermeidung der Doppelbesteu- erung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen (Drucksachen 16/5386, 16/5650) . . . . . . . ) Zweite Beratung und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrach- ten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Ab- kommen vom 12. Oktober 2006 zwi- schen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik zur Vermeidung der Doppelbesteuerung der Nachlässe, Erbschaften und Schen- kungen (Drucksachen 16/5388, 16/5652) . . . . . . . ) – m) Beschlussempfehlungen des Petitionsaus- schusses: Sammelübersichten 226, 227, 228, 229, 230 und 231 zu Petitionen (Drucksachen 16/5430, 16/5431, 16/5432, 16/5433, 16/5434, 16/5435) . . . . . . . . . . . amentliche Abstimmung . . . . . . . . . . . . . . . rgebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . agesordnungspunkt 15: eschlussempfehlung und Bericht des Aus- chusses für Arbeit und Soziales – zu dem Antrag der Abgeordneten Werner Dreibus, Hüseyin-Kenan Aydin, Dr. Dietmar Bartsch, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der LINKEN: Deutschland braucht Min- destlöhne – zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Heinrich L. Kolb, Dirk Niebel, Birgit Homburger, weiterer Abgeord- neter und der Fraktion der FDP: Vor- schläge des Sachverständigenrates aufgreifen – Tarifrecht flexibilisie- ren, auf Mindestlöhne verzichten, Bürgergeld einführen 10613 D 10614 A 10614 B 10614 C 10612 D 10618 A Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 V – zu dem Antrag der Abgeordneten Brigitte Pothmer, Kerstin Andreae, Dr. Thea Dückert, weiterer Abgeord- neter und der Fraktion des BÜNDNIS- SES 90/DIE GRÜNEN: Schnell handeln für eine umfassende Min- destlohnregelung (Drucksachen 16/4845, 16/4864, 16/5102, 16/5585) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Klaus Brandner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Heinrich L. Kolb (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Jörg Tauss (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ute Kumpf (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Heinrich L. Kolb (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Gitta Connemann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Bodo Ramelow (DIE LINKE) . . . . . . . . . . Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Peter Friedrich (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Alexander Ulrich (DIE LINKE) (Erklärung nach § 30 GO) . . . . . . . . . . . . . Brigitte Pothmer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Namentliche Abstimmung . . . . . . . . . . . . . . . Ergebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 16: Antrag der Abgeordneten Dr. Thea Dückert, Jerzy Montag, Fritz Kuhn, weiterer Abgeord- neter und der Fraktion des BÜNDNISSES 90/ DIE GRÜNEN: Keine Toleranz gegenüber Korruption (Drucksache 16/4459) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Thea Dückert (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Michael Fuchs (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Martin Zeil (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christian Lange (Backnang) (SPD) . . . . . . . . Dr. Barbara Höll (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . A E ( A b ( A E E S o A E R D B B M E F G G N H K K L K D n M R R D b D S A D W U z E a d p A E A H R S D c 10615 B 10615 C 10620 A 10620 D 10622 A 10622 C 10622 D 10623 A 10625 D 10627 A 10627 A 10627 B 10627 C 10628 C 10630 A 10628 D 10629 A 10632 A 10633 D 10634 C 10636 B 10637 C 10639 A nlage 2 rklärung des Abgeordneten Jan Mücke FDP) zur Abstimmung über den Antrag: sylsuchende und geduldete Flüchtlinge eim Zugang zum Arbeitsmarkt gleichstellen Tagesordnungspunkt 14 b) . . . . . . . . . . . . . . nlage 3 rklärung der Abgeordneten Dr. Dagmar nkelmann (DIE LINKE) zur Abstimmung: ammelübersicht 230 zu Petitionen (Tages- rdnungspunkt 18 l) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 4 rklärung nach § 31 GO der Abgeordneten üdiger Veit, Klaus Barthel, Sören Bartol, irk Becker, Dr. Axel Berg, Ute Berg, Lothar inding (Heidelberg), Willi Brase, Marco ülow, Ulla Burchardt, Martin Burkert, artin Dörmann, Sebastian Edathy, Hans ichel, Annette Faße, Elke Ferner, Peter riedrich, Martin Gerster, Gabriele roneberg, Wolfgang Grotthaus, Wolfgang unkel, Monika Griefahn, Bettina Hagedorn, ina Hauer, Gabriele Hiller-Ohm, Frank ofmann (Volkach), Dr. h. c. Susanne astner, Ulrich Kelber, Rolf Kramer, Anette ramme, Ernst Kranz, Ute Kumpf, Christine ambrecht, Christian Lange (Backnang), atja Mast, Petra Merkel (Berlin), r. Matthias Miersch, Detlef Müller (Chem- itz), Gesine Multhaupt, Andrea Nahles, aik Reichel, Dr. Carola Reimann, René öspel, Dr. Ernst Dieter Rossmann, Michael oth (Heringen), Marianne Schieder, r. Frank Schmidt, Renate Schmidt (Nürn- erg), Ottmar Schreiner, Frank Schwabe, r. Angelica Schwall-Düren, Dr. Margrit pielmann, Andreas Steppuhn, Rolf Stöckel, ndreas Weigel, Petra Weis, Lydia Westrich, r. Margrit Wetzel, Andrea Wicklein, altraud Wolff (Wolmirstedt), Heidi Wright, ta Zapf und Manfred Zöllmer, (alle SPD) ur namentlichen Abstimmung über den ntwurf eines Gesetzes zur Umsetzung ufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien er Europäischen Union (Tagesordnungs- unkt 14 a) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 5 rklärung nach § 31 GO der Abgeordneten ngelika Graf (Rosenheim), Christel umme, Caren Marks, Sönke Rix, Christel iemann-Hanewinckel, Reinhold Hemker, ilvia Schmidt (Eisleben), Helga Lopez, r. Bärbel Kofler, Marlene Rupprecht (Tu- henbach), Jürgen Kucharczyk, Ewald 10639 C 10639 D 10639 D VI Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 Schurer, Hedi Wegener und Elvira Drobinski- Weiß (alle SPD) zur namentlichen Abstim- mung über den Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union (Tages- ordnungspunkt 14 a) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 6 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Dr. Lale Akgün, Renate Gradistanac, Hilde Mattheis und Lothar Mark (alle SPD) zur na- mentlichen Abstimmung über den Entwurf ei- nes Gesetzes zur Umsetzung aufenthalts- und Anlage 9 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Katja Mast, Gregor Amann, Doris Barnett, Sören Bartol, Klaus Brandner, Bernhard Brinkmann (Hildesheim), Edelgard Bulmahn, Elvira Drobinski-Weiß, Siegmund Ehrmann, Annette Faße, Gabriele Frechen, Peter Friedrich, Klaus Hagemann, Josip Juratovic, Fritz Rudolf Körper, Nicolette Kressl, Waltraud Lehn, Angelika Krüger-Leißner, Helga Lopez, Caren Marks, Dr. Matthias Miersch, Johannes Pflug, Maik Reichel, Gerold Reichenbach, Dr. Carola Reimann, Walter Riester, Michael Roth (Heringen), 10641 A asylrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union (Tagesordnungspunkt 14 a) . . . . . . . . . Anlage 7 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Kerstin Griese und Nicolette Kressl (beide SPD) zur namentlichen Abstimmung über den Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung aufent- halts- und asylrechtlicher Richtlinien der Euro- päischen Union (Tagesordnungspunkt 14 a) . . Anlage 8 Erklärungen nach § 31 GO zur namentlichen Abstimmung über den Entwurf eines Geset- zes zur Umsetzung aufenthalts- und asylrecht- licher Richtlinien der Europäischen Union (Tagesordnungspunkt 14 a) Gregor Amann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jürgen Kucharczyk (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Sascha Raabe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Mechthild Rawert (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Gerold Reichenbach (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Swen Schulz (Spandau) (SPD) . . . . . . . . . . . . Christoph Strässer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Jörn Thießen (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . M S D S H D S B D o A E E G s d l A E C A z d A A 10642 B 10643 C 10644 A 10645 D 10646 B 10647 A 10649 A 10649 D 10650 A 10651 B arianne Schieder, Dr. Frank Schmidt, Silvia chmidt (Eisleben), Dr. Angelica Schwall- üren, Rita Schwarzelühr-Sutter, Rolf töckel, Dr. Rainer Tabillion, Jörg Tauss, edi Wegener, Gert Weisskirchen (Wiesloch), r. Rainer Wend und Manfred Zöllmer (alle PD) zur namentlichen Abstimmung über die eschlussempfehlung zu dem Antrag: eutschland braucht Mindestlöhne (Tages- rdnungspunkt 15) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 10 rklärung nach § 31 GO der Abgeordneten lke Ferner, Iris Gleicke und Monika riefahn (alle SPD) zur namentlichen Ab- timmung über die Beschlussempfehlung zu em Antrag: Deutschland braucht Mindest- öhne (Tagesordnungspunkt 15) . . . . . . . . . . . nlage 11 rklärung nach § 31 GO des Abgeordneten hristian Kleiminger (SPD) zur namentlichen bstimmung über die Beschlussempfehlung u dem Antrag: Deutschland braucht Min- estlöhne (Tagesordnungspunkt 15) . . . . . . . nlage 12 mtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10651 C 10652 B 10652 D 10653 A Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 10565 (A) ) (B) ) 103. Sitz Berlin, Donnerstag, d Beginn: 9.0
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    Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 10639 (A) ) (B) ) Monika Griefahn, Bettina Hagedorn, Nina Toncar, Florian FDP 14.06.2007 Christian Lange (Backnang), Katja Mast, Petra Hauer, Gabriele Hiller-Ohm, Frank Hofmann (Volkach), Dr. h. c. Susanne Kastner, Ulrich Kelber, Rolf Kramer, Anette Kramme, Ernst Kranz, Ute Kumpf, Christine Lambrecht, DIE GRÜNEN Thiele, Carl-Ludwig FDP 14.06.2007 Anlage 1 Liste der entschuldigt * * A s A u A Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Bätzing, Sabine SPD 14.06.2007 Beckmeyer, Uwe SPD 14.06.2007 Borchert, Jochen CDU/CSU 14.06.2007 Brüderle, Rainer FDP 14.06.2007 Burgbacher, Ernst FDP 14.06.2007 Ferlemann, Enak CDU/CSU 14.06.2007 Gabriel, Sigmar SPD 14.06.2007 Irber, Brunhilde SPD 14.06.2007 Dr. Jung, Franz Josef CDU/CSU 14.06.2007 Dr. Keskin, Hakki DIE LINKE 14.06.2007** Kuhn, Fritz BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 14.06.2007 Laurischk, Sibylle FDP 14.06.2007 Lintner, Eduard CDU/CSU 14.06.2007** Merten, Ulrike SPD 14.06.2007 Michalk, Maria CDU/CSU 14.06.2007 Möller, Kornelia DIE LINKE 14.06.2007 Nahles, Andrea SPD 14.06.2007 Nešković, Wolfgang DIE LINKE 14.06.2007 Nitzsche, Henry fraktionslos 14.06.2007 Pau, Petra DIE LINKE 14.06.2007 Pronold, Florian SPD 14.06.2007 Roth (Esslingen), Karin SPD 14.06.2007 Schmitt (Berlin), Ingo CDU/CSU 14.06.2007** Dr. Terpe, Harald BÜNDNIS 90/ 14.06.2007 D W A (C (D Anlagen zum Stenografischen Bericht en Abgeordneten für die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Ver- sammlung des Europarates * für die Teilnahme an den Sitzungen der Westeuropäischen Union nlage 2 Erklärung des Abgeordneten Jan Mücke (FDP) zur Abstim- mung über den Antrag: Asylsuchende und ge- duldete Flüchtlinge beim Zugang zum Arbeits- markt gleichstellen (Tagesordnungspunkt 14 b, Drucksache 16/4907) Ich erkläre im Namen der Fraktion der FDP, dass un- er Votum „Ja“ lautet. nlage 3 Erklärung der Abgeordneten Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE) zur Abstimmung: Sammelübersicht 230 zu Petitionen (Tagesordnungspunkt 18 l, Druck- sache 16/5434) Ich erkläre im Namen der Fraktion Die Linke, dass nser Votum „Nein“ lautet. nlage 4 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Rüdiger Veit, Klaus Barthel, Sören Bartol, Dirk Becker, Dr. Axel Berg, Ute Berg, Lothar Binding (Heidelberg), Willi Brase, Marco Bülow, Ulla Burchardt, Martin Burkert, Martin Dörmann, Sebastian Edathy, Hans Eichel, Annette Faße, Elke Ferner, Peter Friedrich, Martin Gerster, Gabriele Groneberg, Wolfgang Grotthaus, Wolfgang Gunkel, r. Wodarg, Wolfgang SPD 14.06.2007* olf (Frankfurt), Margareta BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 14.06.2007 bgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich 10640 Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 (A) ) (B) ) Merkel (Berlin), Dr. Matthias Miersch, Detlef Müller (Chemnitz), Gesine Multhaupt, Andrea Nahles, Maik Reichel, Dr. Carola Reimann, René Röspel, Dr. Ernst Dieter Rossmann, Michael Roth (Heringen), Marianne Schieder, Dr. Frank Schmidt, Renate Schmidt (Nürn- berg), Ottmar Schreiner, Frank Schwabe, Dr. Angelica Schwall-Düren, Dr. Margrit Spielmann, Andreas Steppuhn, Rolf Stöckel, Andreas Weigel, Petra Weis, Lydia Westrich, Dr. Margrit Wetzel, Andrea Wicklein,Waltraud Wolff (Wolmirstedt), Heidi Wright, Uta Zapf und Manfred Zöllmer, (alle SPD) zur namentli- chen Abstimmung über den Entwurf eines Ge- setzes zur Umsetzung aufenthalts- und asyl- rechtlicher Richtlinien der Europäischen Union (Tagesordnungspunkt 14 a) Erstens. Die Chancen und Möglichkeiten zur Umset- zung der elf EU-Richtlinien sind zugunsten der Betroffe- nen nicht annähernd ausgeschöpft, sondern hart an der Grenze des nach EU-Recht gerade noch Zulässigen um- gesetzt worden (das heißt, alle Optionsmöglichkeiten zur Einschränkung von Rechten wurden genutzt). Zweitens. Rund die Hälfte der Regelungen dieses Ge- setzentwurfes haben jedoch mit der Richtlinienumset- zung im engeren Sinne nichts zu tun, sondern beinhalten Rechtsänderungen aufgrund der Evaluierung des Zu- wanderungskompromisses, der Wünsche des Bundesmi- nisteriums des Innern, zahlreicher Länderinnenminister und unseres Koalitionspartners. Insoweit haben die in- tensiven Koalitionsverhandlungen über mehr als ein Jahr zwar die gefundenen Kompromisse auch im Sinne der SPD-Fraktion beeinflussen können. Allein in unserem Interesse liegende Rechtsänderungen konnten dagegen leider nur in sehr wenigen Punkten durchgesetzt werden. Zur Bewertung im Einzelnen – bei den folgenden Punkten handelt es sich keineswegs um eine vollständige Aufzählung, sondern nur um wenige ausgewählte Bei- spiele –: a) Vor allem um die sogenannten Kettenduldungen jetzt und auch für die Zukunft zu vermeiden – wie es schon einmal die ursprüngliche Absicht des Zuwande- rungsgesetzes war –, hatten wir vorgeschlagen, die § 25 Abs. 4 und Abs. 5 des Aufenthaltsgesetzes entsprechend zu ändern (§ 25 Abs. 4 Aufenthaltsgesetz sollte eine vo- rübergehende Aufenthaltserlaubnis für Ausländer er- möglichen, die bereits vollziehbar ausreisepflichtig sind, in § 25 Abs. 5 Aufenthaltsgesetz sollte ausdrücklich klargestellt werden, dass eine Aufenthaltserlaubnis auch dann zu gewähren ist, wenn „das schutzwürdige private Interesse am Verbleib in der Bundesrepublik, insbeson- dere unter Berücksichtigung des Kindeswohls, das öf- fentliche Interesse an der Aufenthaltsbeendigung über- wiegt.“) Diese Vorschläge wurden von der CDU/CSU jedoch strikt abgelehnt. b) Leider ist es auch nicht gelungen, für die Opfer von Zwangsverheiratungen im Ausland eine verbesserte Möglichkeit der Wiederkehr nach Deutschland zu schaf- fen. l r u z H h D w n t b b R e e d f v H l l n e ( i ( s A l s – l G k A d d 6 c g f u h l w D v b h h k r m e (C (D c) Eindeutig negativ für die Betroffenen sind vor al- em die in dem Gesetzentwurf enthaltenen Verschlechte- ungen im Familiennachzug: Ehegatten von Ausländern nd Deutschen sollen demnach in Zukunft vor ihrem Zu- ug zum in Deutschland lebenden Partner bereits im eimatland erworbene Sprachkenntnisse zwingend (das eißt ohne allgemeine Härtefallregelung) nachweisen. er Ehegattennachzug zu Deutschen soll ausnahms- eise versagt werden können, wenn der Lebensunterhalt icht gesichert ist. d) Die im EU-Richtlinienumsetzungsgesetz enthal- ene Absenkung der Leistungen nach dem Asylbewer- erleistungsgesetz auf nunmehr 48 Monate gegenüber isherigen 36 Monaten ist ein weiterer Punkt unter einer eihe von Verschlechterungen für die Betroffenen, die s insgesamt schwer machen, dem vorliegenden Gesetz- ntwurf zuzustimmen. e) Obwohl die Anzahl der Einbürgerungen schon wie- er auf einen Stand von vor der Reform 1999 zurückge- allen ist, werden unter anderem durch die Einführung on Einbürgerungstests als Regelfall (§ 10 StAG) die ürden für die Einbürgerung eher erhöht. Drittens. Dem Gesetzentwurf könnte also in der vor- iegenden Form als einem schwierigen und in vielen Tei- en eigentlich abzulehnenden Kompromiss nur unter ei- em einzigen Gesichtspunkt zugestimmt werden: Er nthält in den § 104 a und 104 b des Aufenthaltsgesetzes neu) eine gesetzliche Altfall/Bleiberechtsregelung. Diese st zwar immer noch nicht umfassend genug angelegt mit sechs bzw. acht Jahren Mindestlaufzeit beinhaltet ie zu lange Wartefristen, eine zu niedrige Grenze beim bschluss wegen Strafbarkeit, einen Regelausschuss al- er Familienmitglieder, wenn nur ein Familienmitglied olche Straftaten begonnen hat), aber sie durchbricht anders übrigens als bei der sogenannten IMK-Rege- ung – zumindest den bisherigen „Teufelskreis“ für die eduldeten, der da lautete: „Hast du keine Arbeit, be- ommst du keine Aufenthaltserlaubnis; hast du keine ufenthaltserlaubnis, darfst du gar nicht arbeiten.“ Danach werden von den insgesamt circa 180 000 ge- uldeten ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, ie derzeit in der Bundesrepublik leben, maximal circa 0 000 – darunter etwa ein Drittel Kinder und Jugendli- he – eine Aufenthaltserlaubnis erhalten können. Ihnen, die zum Teil schon seit vielen Jahren nicht ab- eschoben werden konnten, kann damit eine Perspektive ür ihren weiteren Aufenthalt, ihre weitere Integration nd – jedenfalls für den größeren Teil von ihnen – Unab- ängigkeit von staatlichen Transferleistungen ermög- icht werden. Andernfalls wären auch sie auf wieder und ieder und manchmal auf nur drei Monate befristete uldungen angewiesen oder sie wären sogar konkret on Abschiebung bedroht. Im Interesse dieser Menschen und vor allem ihrer hier ei uns in Deutschland aufgewachsenen und zum Teil ier geborenen Kinder, denen wir angesichts der Mehr- eitsverhältnisse im Bundestag und Bundesrat derzeit eine andere Chance bieten könnten, ist es nicht nur ge- echtfertigt sondern sogar zwingend, einem ansonsten it vielen Mängeln aus unserer Sicht behafteten Gesetz- ntwurf zuzustimmen. Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 10641 (A) ) (B) ) Anlage 5 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf (Rosenheim), Christel Humme, Caren Marks, Sönke Rix, Christel Riemann-Hanewinckel, Reinhold Hemker, Silvia Schmidt (Eisleben), Helga Lopez, Dr. Bärbel Kofler, Marlene Rupprecht (Tuchenbach), Jürgen Kucharczyk, Ewald Schurer, Hedi Wegener und Elvira Drobinski- Weiß (alle SPD) zur namentlichen Abstimmung über den Entwurf eines Gesetzes zur Umset- zung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtli- nien der Europäischen Union (Tagesordnungs- punkt 14 a) In vielen und sehr mühsamen Gesprächen mit dem Koalitionspartner haben sich die zuständigen innenpoli- tischen Berichterstatterinnen und Berichterstatter der SPD erfolgreich darum bemüht, in den §§ 104 a und 104 b des Aufenthaltsgesetzes (neu) eine gesetzliche Altfall/Bleiberechtsregelung zu verankern. Sie durch- bricht den bisherigen „Teufelskreis“ für Geduldete, der da lautet: „Ohne Arbeit keine Aufenthaltserlaubnis und ohne Aufenthaltserlaubnis keine Arbeit.“ Damit werden circa 60 000 der insgesamt 180 000 in Deutschland le- benden geduldeten ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger eine Aufenthaltserlaubnis erhalten können. Diese Regelung ist überfällig und bietet den Betroffenen eine Perspektive für ihre Zukunft, die Chance auf Inte- gration und Unabhängigkeit von staatlichen Transfer- leistungen. Sie und ihre Kinder sind nun nicht mehr wie- der und wieder auf befristete Duldungen angewiesen oder trotz jahrelangen Aufenthalts in Deutschland von Abschiebung bedroht. Ohne die konsequente und hartnä- ckige Arbeit der SPD-Bundestagsfraktion hätte es diese Bleiberegelung nicht gegeben. Allein unter frauen- und familienpolitischer Betrach- tung enthält der Gesetzentwurf jedoch meines Erachtens eine Reihe von diskriminierenden Regelungen, die dem Ziel eines notwendigen Opferschutzes und dem Ziel einer angemessenen Integrationspolitik zuwiderlaufen. So ist die Verfassungsmäßigkeit der im Gesetzentwurf vorgesehenen Regelungen im Bereich des Ehegatten- nachzugs und der Maßnahmen zur Bekämpfung der Zwangsverheiratung von der großen Mehrheit der Sach- verständigen bei der Anhörung des Innenausschusses am 21. Mai 2007 deutlich infrage gestellt worden. Insbeson- dere scheint der im Grundgesetz verankerte Verfassungs- auftrag für eine gleichberechtigte Gesellschaft (Art. 3 Abs. 2 GG) mit ausreichendem humanitären Schutz von Frauen (Art. 1 Abs. 1 iVm Art. 2 Abs. 2 und Art. 16 a Abs. 1 GG) und der Schutz von Ehe und Familie (Art. 6 Abs. 1 und 2 GG) nicht ausgehend gewährleistet. So er- gibt sich zum Beispiel das Recht auf Familienzusam- menführung aus dem notwendigen Schutz der Familie. Das Recht auf familiäres Zusammenleben in Deutsch- land darf deshalb nach meiner Auffassung nicht davon abhängig gemacht werden, aus welchem Land der nach- ziehende Partner oder die Partnerin kommt, ob dort D d A w H r m s v d w c g i b k d c s r – e I j r t t D i E R s o b F a d g J f d d s S l v v s u g d h e v (C (D eutschkurse verfügbar sind, wie hoch das Einkommen es in Deutschland lebenden Partners ist oder ob (§ 28 bs. 1 Satz 3) der bereits in Deutschland lebende Partner egen seiner sprachlichen, kulturellen oder beruflichen intergründe die Ehe auch in einem anderen Land füh- en könnte. All diese Regelungen sind meines Erachtens it der geltenden Rechtssprechung des Bundesverfas- ungsgerichts zum Schutz von Ehe und Familie nicht ereinbar. Ich kann nicht akzeptieren, dass damit auch Kindern as Zusammenleben mit beiden Elternteilen verweigert erden kann, weil ein Elternteil den geforderten ausrei- henden Spracherwerb nicht nachweisen kann. Die Re- elung entfaltet zudem eine diskriminierende Wirkung nsbesondere für Frauen, die zum Beispiel durch Kinder- etreuung oder eine Schwangerschaft in ihrem Her- unftsland am Spracherwerb gehindert sind. Außerdem iskriminiert sie nach Herkunftsregionen in bedenkli- her Weise. Ich halte am Konzept des Zuwanderungsge- etzes fest, nach dem Neuzuwanderern direkt nach Ein- eise differenzierte Sprachkurse angeboten werden, die konsequent umgesetzt – eine frühzeitige Integration rmöglichen. Zum frauenpolitisch bedeutsamen Anliegen zählt die ntention des Gesetzgebers, im Interesse der betroffenen ungen Frauen und Mädchen einen Beitrag zur Verhinde- ung von Zwangsverheiratungen zu leisten. Dieser Bei- rag lässt sich jedoch nicht erkennen. Allein mit den Mit- eln der Restriktion wird keine Zwangsehe verhindert. er Opferschutz müsste hier zumindest gleichberechtigt m Fokus des Gesetzgebers stehen. Bereits während der langen Verhandlungen zu diesem ntwurf hat die SPD deshalb mehrfach eine verbesserte egelung für ein Rückkehrrecht von ins Ausland ver- chleppten Opfern von Zwangsehen, die in Deutschland ft mit einem gesicherten Aufenthaltsstatus gelebt ha- en, eingefordert. Das bisher geltende Recht sieht eine rist von sechs Monaten für die mögliche Rückkehr vor; nsonsten erlischt das Aufenthaltsrecht. Eine Anhörung es Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Ju- end im Zusammenhang mit Zwangsverheiratung hat im uni 2006 eine eindeutige Position der Sachverständigen ür eine Verlängerung der Frist ergeben. Diese wurde urch die überwiegende Mehrheit der Sachverständigen er Anhörung im Innenausschuss zum genannten Ge- etzentwurf am 21. Mai 2007 ebenfalls bestätigt. Allen achkundigen ist klar, dass ein zur Zwangsehe ins Aus- and verschlepptes Mädchen eine Rückkehr innerhalb on sechs Monaten eigentlich nicht schaffen kann. Opfer on Zwangsverheiratung nach und in Deutschland müs- en vorrangig durch einen sicheren Aufenthaltsstatus nd ein vom Ehemann unabhängigen Aufenthaltsrecht eschützt werden. Ich habe erfahren, dass die Union einer Verlängerung er Rückkehrfrist unter der Bedingung zugestimmt ätte, dass – sozusagen im Ausgleich dafür – der Erwerb ines eigenständigen Aufenthaltsrechts für Frauen, die on Gewalt betroffen sind, erst nach drei Jahren – bisher 10642 Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 (A) ) (B) ) zwei Jahre – Ehebestandszeit möglich gewesen wäre. Hier sollten Frauenrechte gegeneinander ausgespielt werden. Ein solcher menschenunwürdiger „Kuhhandel“ wurde von den SPD-Verhandlungsführern entschieden abgelehnt, sodass es bei der halbjährigen Rückkehrfrist geblieben ist. Das Vorgehen macht aber deutlich, dass es den Verhandlungsführern der Union jedenfalls nicht um die Situation der zwangsverheirateten Frauen geht. Genauso kritisch ist auch der bereits angesprochene, zwingend vorgeschriebene Erwerb deutscher Sprach- kenntnisse im Herkunftsland zu sehen. Unabhängig da- von, dass der Spracherwerb im Herkunftsland nicht überall möglich sein dürfte, was im Ergebnis zu gegebe- nenfalls langen Wartezeiten oder gar einer Unmöglich- keit des Nachzugs führen könnte, enthält diese Regelung im Kern einen diskriminierenden Ansatz; denn das Spracherfordernis für den Ehegattennachzug gilt für be- stimmte Staaten nicht. Es ist widersinnig, einerseits eine Verpflichtung in das Gesetz aufzunehmen, von der nicht sichergestellt werden kann, dass diejenigen, die ihr nach- kommen sollen, dies von den Voraussetzungen her über- haupt können, andererseits anderen diese Verpflichtung aber nicht abzuverlangen. Ganz offensichtlich geht es doch wohl darum, den Familiennachzug aus bestimmten Staaten zu verringern. Einer solchen diskriminierenden Regelung kann ich nicht zustimmen, und es stellt sich die grundsätzliche Frage, ob diese mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Die Liste der Kritikpunkte ließe sich verlängern. Zu nennen wären zum Beispiel neben der Familienhaftung nach §104 a und b Abs. 3 AufenthG-E auch noch die un- zureichenden Regelungen für die Opfer von Menschen- handel und Zwangsprostitution, die Absenkung der Leis- tungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz auf nunmehr 48 Monate und die Erhöhung der Hürden für die Einbürgerung. All dies kann ich nicht mittragen. Da- her werde ich diesen Gesetzentwurf der Bundesregie- rung ablehnen. Anlage 6 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Dr. Lale Akgün, Renate Gradistanac, Hilde Mattheis und Lothar Mark (alle SPD) zur namentlichen Abstimmung über den Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union (Tagesordnungspunkt 14 a) Ich kann dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union, Bundestagsdrucksache 16/5065, nach reiflicher Überlegung und nach bestem Wissen und Gewissen nicht zustimmen. Für mich sprechen gewich- tige fachpolitische Gründe gegen das Gesetz, und ich hege ernste Zweifel an seiner Verfassungskonformität. Aus diesem Grunde habe ich mich – bei allem Respekt für die getroffene Mehrheitsentscheidung meiner Frak- tion – zu diesem Schritt entschlossen. z s g d v I w c t s s E h l h s v R n w d l C v n w k z r R s r V e A S f A d l b G w r u d E d (C (D Der vorliegende Gesetzentwurf ist durch die Pflicht ur Umsetzung von EU-Richtlinien entstanden. Zudem tand noch die Lösung des Problems der Kettenduldun- en aus. Auch hat sich ein Änderungs- und Reformbe- arf durch die Evaluation des Zuwanderungsgesetzes om 1. Januar 2005 ergeben, vor allem im Bereich der ntegrationskurse. Eine Weiterentwicklung des Zuwanderungsgesetzes ar aus diesen Gründen dringend nötig. Ziel einer sol- hen Entwicklung sollte meiner Meinung nach sein, In- egrationsmöglichkeiten zu fördern und auszuweiten, owie Chancengleichheit für die Zugewanderten herzu- tellen. Dazu gehört meiner Überzeugung nach, die Zahl der inbürgerungen durch effektive Maßnahmen zu erhö- en, Kettenduldungen abzuschaffen und den Flücht- ingsschutz sowie den Schutz der Opfer von Menschen- andel und Zwangsheirat zu verbessern. Diese Ziele werden aber mit dem vorliegenden Ge- etzentwurf nicht erreicht. Schlimmer noch: Das Gesetz erhindert nicht nur Fortschritte, sondern es ist ein ückfall hinter das Zuwanderungsgesetz, mit dem sei- erzeit der überfällige Paradigmenwechsel eingeleitet orden war. Mit dem Zuwanderungsgesetz hat der Gesetzgeber eutlich gemacht: Deutschland ist ein Einwanderungs- and. Der Prozess der Zuwanderung soll unter diesem redo gestaltet werden. In dem heute zur Abstimmung orliegenden Gesetz jedoch erscheint Zuwanderung icht mehr als etwas Positives: Deutschland wird damit ieder zu einem Land, das die Einwanderer nicht will- ommen heißt, sondern Zuwanderung und Integration unehmend mit Repression verbindet. Abgesehen von wenigen positiven Elementen im Be- eich der Duldungen, setzt der Gesetzentwurf die EU- ichtlinien sehr restriktiv um. Dabei werden jene Ge- taltungsspielräume der Richtlinien, die das Ausländer- echt verschärfen, wahrgenommen, derweil humanitäre erbesserungen unterbleiben – sogar dann, wenn sie uroparechtlich verpflichtend geboten sind. Besonders negativ beurteile ich die grundsätzliche bkehr vom Grundsatz der Förderung von Integration. o wird der explizite Hinweis, dass Integration auch ge- ördert werden muss, aus dem Gesetz gestrichen, vgl. § 1 bs. 1 AufenthG-E. Statt den positiven Anreiz der För- erung von Integration herauszustellen, wird nun vor al- em der repressive Charakter, die Pflicht zur Integration, etont. Auch die Einbürgerung wird durch den vorliegenden esetzentwurf erschwert. Dabei ist es doch wünschens- ert, dass Zugewanderte die deutsche Staatsangehö- igkeit erwerben. Einbürgerung ist Voraussetzung für nd ein Meilenstein im Integrationsprozess – und nicht eren Endpunkt. Die geplanten neuen Hürden bei der inbürgerung sind daher integrationspolitisch kontrapro- uktiv. Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 10643 (A) ) (B) ) Außerdem wird der Grundsatz der Gleichbehandlung durch das Gesetz empfindlich gestört. Stattdessen wird eine nicht hinzunehmende Diskriminierung eingeführt, von der vor allem Menschen mit geringerem sozialen Status und Bildungsniveau betroffen sind. So muss – gemäß § 30 Abs. 1 Nr. 2 AufenthG-E – beim Ehegattennachzug der nachziehende Ehepartner künftig nachweisen, dass er sich zumindest auf einfache Art in deutscher Sprache verständigen kann. Gemäß § 28 Abs. 2 S. 5 AufenthG-E gilt diese Regelung auch beim Ehegattennachzug zu einem Deutschen. Keine Sprach- kenntnisse benötigen Personen, die „einen geringen Inte- grationsbedarf haben“, oder jene, die wegen ihrer Staats- angehörigkeit für längere Aufenthalte visumfrei nach Deutschland einreisen können, wie Japaner oder US- Amerikaner. Damit werden ausländische Ehegatten in zwei Klassen unterteilt: Die Begründung, mit dieser Re- gelung könnten Zwangsheiraten verhindert werden, zeigt offensichtlich, auf welchen Personenkreis diese ab- zielt. Aufgrund der eindeutigen Diskriminierung, die hinter dieser Regelung steht, hege ich ernste Zweifel an der Verfassungskonformität des Gesetzesvorhabens. In die- sem Sinne haben sich auch mehrere der Gutachter geäu- ßert, die der Innenausschuss des Deutschen Bundestages zu diesem Gesetzentwurf gehört hat. Auch frauenpolitisch ist die Regelung zum Ehegat- tennachzug nicht hinzunehmen. Sie wird keine Zwangs- heiraten verhindern; wirklich effektive Maßnahmen zum Schutz der Opfer von Zwangsheirat und Menschenhan- del sind in dem Gesetz nicht enthalten. Zum Schutz der betroffenen Frauen – und Männer – wären vor allem auf- enthaltsrechtliche Erleichterungen sowie der Ausbau von niederschwelligen Beratungsangeboten geboten. Auch die Verlängerung des Rückkehrrechtes für Frauen und Männern, die durch Zwangsheirat ins Ausland ver- bracht wurden, wäre dringend notwendig. Schließlich vermisse ich den Ausbau der Integrations- kurse und einen besseren Schutz für Flüchtlinge. Auch das im Zuwanderungsgesetz von 2005 ursprünglich vor- gesehene Punktesystem für die Zuwanderung von Ar- beitskräften, zum Beispiel von Hochqualifizierten, aber auch von Beschäftigten im Handwerk, vermisse ich im vorliegenden Gesetzespaket. Damit verstoßen wir gegen unsere eigenen Interessen und bremsen den Auf- schwung: Mittlerweile verweisen sowohl Gewerkschaf- ten als auch Arbeitgeber darauf, dass die Zuwanderung von Fachkräften dringend notwendig ist. Zuwanderung und Integration sind für mich Prozesse, die wir gemeinsam positiv gestalten müssen. Es geht da- rum, für die Migranten in unserem Land Chancengleich- heit herzustellen und ihnen das Gefühl zu vermitteln: Ihr seid willkommen. Diesen positiven Geist aber, den wir so dringend für die Zukunft unseres Landes benötigen, kann ich in dem vorliegenden Gesetzentwurf der Bun- desregierung nicht wiedererkennen und stimme daher mit Nein. A u n g g t e p O u h v A n Z r n t f v A D t d a g e w m P K g A w D B t u l i z z (C (D nlage 7 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Kerstin Griese und Nicolette Kressl (beide SPD) zur namentlichen Abstim- mung über den Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union (Tagesord- nungspunkt 14 a) Der vorliegende Gesetzentwurf nutzt die Chancen nd Möglichkeiten zur Umsetzung der EU-Richtlinien icht und setzt sie sehr restriktiv um. Er ist kein überzeu- endes und einladendes Angebot zur Integration von Mi- rantinnen und Migranten, was meiner Ansicht nach nö- ig wäre und der Realität der deutschen Gesellschaft ntsprechen würde. Besonders aus frauen- und familien- olitischer Sicht ist der Gesetzesentwurf problematisch. Die vorgesehene Regelung zum „Rückkehrrecht für pfer von Zwangsehen“ ist nicht das geeignete Mittel, m Zwangsverheiratungen zu verhindern. Zwangsver- eirateten Frauen würde am wirksamsten durch einen erbesserten Opferschutz und durch einen gesicherten ufenthaltsstatus geholfen. Eine Rückkehrfrist von ei- em halben Jahr ist zu kurz. Sie schützt Opfer von wangsverheiratungen nicht. Das haben auch die Anhö- ungen der Fachleute im Familienausschuss und im In- enausschuss ergeben. Unter frauen- und familienpolitischen Gesichtspunk- en halte ich auch die Regelungen zum „Spracherwerb“ ür problematisch, denn durch sie wird die Integration on Familien nicht verbessert. Stattdessen bedeutet die nforderung des Spracherwerbs im Herkunftsland eine iskriminierung besonders von Frauen, die aus den un- erschiedlichsten Umständen an diesem gehindert sind. Ich bedauere weiterhin, dass im Bereich der Ketten- uldungen nicht die Berücksichtigung des Kindeswohls ls ausdrückliche Klarstellung in den Gesetzentwurf auf- enommen wurde. Positiv ist aus meiner Sicht zu bewerten, dass endlich ine Bleiberechtsregelung gefunden worden ist, auch enn sie nicht so umfassend gestaltet wurde, wie es öglich gewesen wäre. Es ist gut, dass wir in diesem unkt eine Lösung gefunden haben, wofür sich auch die irchen in Deutschland seit langem einsetzen. Ich be- rüße es, dass der Zusammenhang „Keine Arbeit – keine ufenthaltserlaubnis – keine Arbeitserlaubnis“ aufgelöst ird. Hierdurch eröffnet sich eine Perspektive für die in eutschland als „geduldet“ lebenden Bürgerinnen und ürger für ihren weiteren Aufenthalt und ihre Integra- ion. Mit Blick auf ihre in Deutschland aufwachsenden nd zum Teil hier geborenen Kinder ist es für mich mög- ich, dem Gesetzentwurf heute zuzustimmen. Denn dies st in der momentanen politischen Konstellation der ein- ige Weg, diesen Kindern eine Chance in Deutschland u geben. 10644 Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 (A) ) (B) ) Anlage 8 Erklärungen nach § 31 GO zur namentlichen Abstimmung über den Ent- wurf eines Gesetzes zur Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der Europäi- schen Union (Tagesordnungspunkt 14 a) Gregor Amann (SPD): Ich kann einem Gesetzent- wurf nicht zustimmen, der in meinen Augen klar ver- fassungswidrig ist, da er elementare Grundrechte ein- schränkt. Dennoch ist mir die Entscheidung, den vorliegenden Gesetzentwurf abzulehnen, nicht leicht gefallen. Zum ei- nen respektiere ich die Mehrheitsentscheidung meiner Fraktion, die – wenn auch mit vielen Bedenken und Zweifeln – für die Annahme des genannten Gesetzes ist. Und zum anderen begrüße ich ausdrücklich den Teil des Gesetzentwurfs, der sich mit der rechtlichen Besserstel- lung von langjährig Geduldeten beschäftigt. Eine solche Bleiberechtsregelung ist dringend not- wendig und überfällig. Sie ist im vorliegenden Gesetz- entwurf zwar immer noch nicht umfassend genug ange- legt – mit sechs bzw. acht Jahren Mindestaufenthaltszeit beinhaltet sie zu lange Wartefristen, eine zu niedrige Grenze beim Ausschluss wegen Strafbarkeit, einen Re- gelausschluss aller Familienmitglieder, wenn nur ein Fa- milienmitglied solche Straftaten begannen hat –, aber sie durchbricht zumindest den bisherigen „Teufelskreis“ für die Geduldeten: „Hast du keine Arbeit, bekommst du keine Aufenthaltserlaubnis; hast du keine Aufenthaltser- laubnis, darfst du nicht arbeiten.“ Dadurch würden von den insgesamt circa 180 000 geduldeten ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die derzeit in der Bun- desrepublik leben, bis zu circa 60 000 – darunter etwa ein Drittel Kinder und Jugendliche – endlich eine Auf- enthaltserlaubnis erhalten können. Ihnen, die zum Teil schon seit vielen Jahren nicht abgeschoben werden konnten, würde damit eine Perspektive für ihren weite- ren Aufenthalt, ihre weitere Integration und – jedenfalls für einen großen Teil von ihnen – Unabhängigkeit von staatlichen Transferleistungen ermöglicht werden. Bis- her sind diese Menschen auf immer wieder neue, manch- mal auf nur drei Monate befristete Duldungen angewie- sen, oder sie sind sogar konkret von Abschiebung bedroht. Im Interesse dieser Menschen und vor allem auch ihrer hier bei uns in Deutschland aufgewachsenen und zum Teil hier geborenen Kinder, denen wir ange- sichts der Mehrheitsverhältnisse im Bundestag und Bun- desrat derzeit keine andere Chance bieten könnten, hätte ich diesem Gesetzentwurf gerne zugestimmt. Aber die massiven Verschärfungen der Zuwande- rungsbedingungen, insbesondere im Bereich des Fami- lien- und Ehegattennachzugs, sind ein zu hoher Preis für die oben beschriebene Bleiberechtsregelung. Derzeit le- ben in Deutschland 2,3 Millionen Menschen in binatio- nalen Ehen – mich selbst übrigens eingeschlossen. Al- lein im Jahr 2005 haben circa 100 000 Deutsche und Ausländer die Ehe geschlossen. Viele dieser Ehen könnte es mit dem neuen Gesetz nicht geben. Die Ver- w o h s E z l n s n g f – u n E l D g k i v z d k d d w c g i b k s i n f q c A k d w D w d B m h f t s h e g z (C (D irklichung einer Ehe darf aber nicht vom Geldbeutel der von der Hautfarbe abhängen. Zu kritisieren sind ier insbesondere die drastischen, dauerhaften Ver- chlechterungen beim Ehegattennachzug. Ausländische hegatten sollen demnach in Zukunft vor ihrem Zuzug um in Deutschland lebenden Partner bereits im Heimat- and deutsche Sprachkenntnisse erwerben und zwingend achweisen. Zudem soll der Ehegattennachzug zu Deut- chen versagt werden können, wenn der Lebensunterhalt icht gesichert ist. Konkret bedeutet dies, dass Menschen, die nicht über enügend Geld für den Besuch eines Sprachkurses ver- ügen, in dem sie die deutsche Sprache lernen können sofern ein solcher Sprachkurs in dem jeweiligen Land nd in erreichbarer Nähe überhaupt existiert –, künftig icht mehr mit einem Deutschen in unserem Land als heleute leben können. Und selbst wenn die Sprache er- ernt wird, kann der Zuzug zum Ehepartner nach eutschland immer noch verweigert werden, wenn nicht enug Vermögen und Einkommen nachgewiesen werden ann. Dies diskriminiert nicht nur Milliarden Menschen n anderen Ländern – 2,8 Milliarden Menschen leben on weniger als 2 US-Dollar pro Tag – sondern auch un- ählige deutsche Arbeitslose, Geringverdiener und Stu- enten. Eine Ausländerin oder einen Ausländer kann ünftig nur noch derjenige heiraten, der zum Zeitpunkt er Eheschließung genug Geld hat. Ich kann auch nicht akzeptieren, dass damit Kindern as Zusammenleben mit beiden Elternteilen verweigert erden kann, weil ein Elternteil den geforderten ausrei- henden Spracherwerb nicht nachweisen kann. Die Re- elung entfaltet zudem eine diskriminierende Wirkung nsbesondere für Frauen, die zum Beispiel durch Kinder- etreuung oder eine Schwangerschaft in ihrem Her- unftsland am Spracherwerb gehindert sind. Ich bin davon überzeugt, dass die Erlernung der deut- chen Sprache der Königsweg zur Integration ist. Aber ch halte am Konzept des Zuwanderungsgesetzes fest, ach dem Neuzuwanderern direkt nach der Einreise dif- erenzierte Sprachkurse angeboten werden, die, konse- uent umgesetzt, eine frühzeitige Integration ermögli- hen. Aus diesem Grund hätte ich mir vielmehr einen usbau der in Deutschland stattfindenden Integrations- urse gewünscht. Der vorherige Erwerb der Sprachkenntnisse wird teils amit begründet, dass dadurch Zwangsehen verhindert erden könnten, weil die Frauen sich ja dann in eutschland besser wehren könnten. In Wirklichkeit ürde zwangsverheirateten Frauen am wirksamsten urch einen verbesserten Opferschutz, niederschwellige eratungsangebote und ein gesichertes und vom Ehe- ann unabhängiges Aufenthaltsrecht geholfen. Das bis- er geltende Recht sieht eine Frist von sechs Monaten ür die mögliche Rückkehr von ins Ausland verschlepp- en Opfern von Zwangsverheiratung, die keinen deut- chen Pass haben, vor; ansonsten erlischt das Aufent- altsrecht. Allen Sachkundigen ist klar, dass Betroffene ine Rückkehr innerhalb von sechs Monaten in der Re- el nicht schaffen können. Diese Rückkehrfrist ist also u kurz; eine Verlängerung des Rückkehrrechts wäre Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 10645 (A) ) (B) ) notwendig. Das haben im Übrigen auch die Anhörungen des Bundestags zu diesem Thema ergeben. Die verfassungsrechtlich geschützte Ehe wird mit dem vorliegenden Gesetzentwurf empfindlich beein- trächtigt. Es findet eine nicht hinzunehmende Diskrimi- nierung statt, von der vor allem Menschen mit geringe- rem sozialen Status und Bildungsniveau betroffen sind. Deutschen ist ein Leben mit ihrer ausländischen Ehefrau oder ihrem ausländischen Ehemann in vielen Fällen künftig nur noch außerhalb Deutschlands möglich. Da- mit käme es auch zu einer aus meiner Sicht nicht zu ver- tretenden Inländerdiskriminierung, denn in Deutschland lebende Bürgerinnen und Bürger aus EU-Mitgliedstaa- ten, die die Ehe mit einem Partner aus einem Drittstaat planen, wären von der deutschen Regelung nicht betrof- fen. Keine Sprachkenntnisse benötigen, nach dem vorlie- genden Gesetzesentwurf, allerdings Personen bzw. Na- tionalitäten, die vermeintlich „einen geringen Integra- tionsbedarf“ haben. Nach meiner Auffassung ist dies hochgradig diskriminierend, da es ausländische Ehegat- ten in zwei Klassen unterteilt. Ganz offensichtlich geht es wohl darum, den Familiennachzug aus bestimmten Staaten zu verringern. Wenn man weiß, woher ein großer Teil der nach Deutschland einreisenden Ehepartner stammt, dann liegt die Vermutung nahe, dass hier eine Lex Türkei geschaffen werden soll. Einer solchen diskri- minierenden Regelung kann ich nicht zustimmen, und ich halte sie für nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Die im EU-Richtlinienumsetzungsgesetz enthaltene Absenkung der Leistungen nach dem Asylbewerberleis- tungsgesetz auf nunmehr 48 Monate gegenüber bisher 36 Monaten ist ein weiterer Punkt unter einer Reihe von Verschlechterungen für die Betroffenen, die es mir un- möglich machen, dem vorliegenden Gesetzentwurf zu- zustimmen. Obwohl die Anzahl der Einbürgerungen schon wieder auf einen Stand von vor der Reform von 1999 zurückge- fallen ist, sollen unter anderem durch die Einführung von Einbürgerungstests als Regelfall – § 10 StAGV – die Hürden für die Einbürgerung erhöht werden. Ich halte es für wünschenswert, dass Zugewanderte die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben. Einbürgerung ist ein wichtiger Meilenstein im Integrationsprozess und nicht der Endpunkt. Die geplanten neuen Hürden bei der Ein- bürgerung sind daher integrationspolitisch kontrapro- duktiv. Auf der anderen Seite trägt der vorliegende Gesetz- entwurf nicht dazu bei, das Problem der sogenannten Kettenduldungen dauerhaft und endgültig zu lösen, wie es bereits die ursprüngliche Absicht des Zuwanderungs- gesetzes aus der vorangegangenen Legislaturperiode war. Die Vorschläge der SPD, § 25 des Aufenthaltsgeset- zes entsprechend zu ändern, wurden nach meinen Infor- mationen von der CDU/CSU strikt abgelehnt. Es ist be- dauerlich, dass die Berücksichtigung des Kindeswohls hier nicht in den Gesetzentwurf aufgenommen wurde. Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Chancen und Möglichkeiten zur Umsetzung der elf EU- R a n d k e l d i d i u d w w c t s s d h l h w e F r m r g l s P L Z s w h n M A O d g k i w e z z D b n z (C (D ichtlinien zugunsten der Betroffenen nicht annähernd usgeschöpft wurden, sondern hart an der Grenze des ach EU-Recht gerade noch Zulässigen umgesetzt wur- en, das heißt, alle Optionsmöglichkeiten zur Einschrän- ung von Rechten wurden genutzt. Viele der im Gesetz nthaltenen Verschärfungen haben jedoch mit der Richt- inienumsetzung im engeren Sinn gar nichts zu tun, son- ern beinhalten Rechtsänderungen aufgrund der Evalu- erung des Zuwanderungskompromisses, der Wünsche es Bundesministeriums des Innern, zahlreicher Länder- nnenminister und unseres Koalitionspartners. Allein in nserem Interesse liegende Rechtsänderungen konnten agegen leider nur in sehr wenigen Punkten durchgesetzt erden. Eine Weiterentwicklung des Zuwanderungsgesetzes äre meines Erachtens dringend nötig. Ziel einer sol- hen Entwicklung muss meiner Meinung nach sein, In- egrationsmöglichkeiten zu fördern und auszuweiten, owie Chancengleichheit für die Zugewanderten herzu- tellen. Dazu gehört meiner Überzeugung nach, die Zahl er Einbürgerungen durch effektive Maßnahmen zu er- öhen, Kettenduldungen abzuschaffen und den Flücht- ingsschutz sowie den Schutz der Opfer von Menschen- andel und Zwangsheirat zu verbessern. Diese Ziele erden aber mit dem vorliegenden Gesetzentwurf nicht rreicht. Schlimmer noch: Das Gesetz verhindert nicht nur ortschritte, es ist ein Rückfall hinter das Zuwande- ungsgesetz, mit dem seinerzeit der überfällige Paradig- enwechsel eingeleitet worden war. Mit dem Zuwande- ungsgesetz hatte der Gesetzgeber endlich deutlich emacht: Deutschland ist faktisch ein Einwanderungs- and. In dem heute zur Abstimmung vorliegenden Ge- etz jedoch erscheint Zuwanderung nicht mehr als etwas ositives: Deutschland wird damit wieder zu einem and, das Einwanderer nicht willkommen heißt, sondern uwanderung und Integration zunehmend mit Repres- ion verbindet. Jürgen Kucharczyk (SPD): Folgende Gründe be- egen mich dazu, dem Gesetz zur „Umsetzung aufent- altsrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union“ icht zuzustimmen: Erstens. Der Gesetzentwurf bildet keine verbesserte öglichkeit, für Opfer von Zwangsverheiratungen im usland eine Wiederkehr nach Deutschland zu schaffen. pfer von Zwangsverheiratung sind am wirksamsten urch einen verbesserten Opferschutz und durch einen esicherten Aufenthaltsstatus zu schützen. Die viel zu urz bemessene Rückkehrfrist von einem halben Jahr für ns Ausland Verschleppte muss zwingend angehoben erden. Zweitens. Außerdem sehe ich in dem Gesetzentwurf rhebliche Verschlechterungen für den Familiennach- ug. Ehegatten von Ausländern und Deutschen sollen ukünftig vor ihrem Zuzug zum Ehepartner nach eutschland zwingend bereits im Herkunftsland erwor- ene Sprachkenntnisse nachweisen. Dies stellt sich nicht ur anlässlich fehlender Möglichkeiten – auch aus finan- ieller Sicht – für einen Spracherwerb im Herkunftsland 10646 Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 (A) ) (B) ) als problematisch dar, sondern auch unter dem Gesichts- punkt, dass für bestimmte Staaten diese Spracherforder- nisregelung nicht gilt. Dies ist klar diskriminierend, da dadurch der Eindruck erweckt wird, dass für manche mit „sogenanntem geringeren Integrationsbedarf“ andere Regeln gelten und eine Klassifizierung nach Herkunfts- ländern gemacht wird. Drittens. Des Weiteren zweifle ich an der Verfas- sungsmäßigkeit des Gesetzes. In Art. 6 Abs. 1 und Abs. 2 GG ist der Schutz von Ehe und Familie verankert. Daraus ergibt sich unter anderem das Recht auf Fami- lienzusammenführung. Macht man dies jedoch davon abhängig, aus welchem Land der nachziehende Partner oder die Partnerin kommt, ob dort Sprachkenntnisse er- worben werden können oder wie hoch das Einkommen des in Deutschland lebenden Partners ist, ist dies mit un- serer Verfassung nicht vereinbar. Viertens. Zudem soll der Nachzug von Ehepartnern aus dem Ausland zu Deutschen in Ausnahmefällen ver- sagt werden können, wenn der Lebensunterhalt in Deutschland nicht gesichert ist. Dies diskriminiert nicht nur viele ausländische Menschen, sondern auch Deut- sche, die arbeitslos, Geringverdiener oder Studenten sind, die sich bei der Wahl eines Ehepartners aus dem Ausland nach dem Geldbeutel richten müssen. Dies ist mit dem verfassungsrechtlichen Schutz der Ehe eben- falls nicht vereinbar. Fünftens. Kritisch sehe ich außerdem die längere Be- zugsdauer der abgesenkten Leistungen nach dem Asyl- bewerberleistungsgesetz, die sich unterhalb des Sozial- geldniveaus befinden, von bisherigen 36 auf 48 Monate. Dies stellt eine zusätzliche Hürde für die Einbürgerung dar. Ich befürworte die erreichten Regelungen zu den neuen §§ 104 a und 104 b Aufenthaltsgesetz, denn da- durch wird der „Teufelskreis“ für Geduldete „Ohne Ar- beit keine Aufenthaltserlaubnis und ohne Aufenthaltser- laubnis keine Arbeit“ durchbrochen. Diese Regelung bietet Betroffenen die Perspektive für die Zukunft, sich dauerhaft zu integrieren, ohne eine wiederkehrende Be- drohung der Abschiebung im Nacken zu haben. Bedau- erlicherweise trifft diese Regelungen auf nur maximal 60 000 der insgesamt 180 000 in Deutschland lebenden geduldeten ausländischen Mitbürger zu, die eine Aufent- haltserlaubnis erhalten können. Dauerhaftere und für künftige Fälle geltende Regelungen wären notwendig gewesen. Angesichts der oben genannten Kritikpunkte, die dazu führen, dass bestimmte binationale Ehen dauerhaft diskriminiert werden, kann ich dem Gesetz nach meinem Gewissen nicht zustimmen. Dr. Sascha Raabe (SPD): Ich kann eine Zustim- mung zu dem Entwurf des Gesetzes zur Umsetzung auf- enthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der Europäi- schen Union nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Ich begrüße ausdrücklich den Teil des Gesetzentwurfs, der sich mit der rechtlichen Besserstellung von langjäh- rig Geduldeten beschäftigt. Zwar wären hier auch groß- zügigere und insbesondere dauerhafte, auch für künftige Fälle geltende Regelungen wünschenswert gewesen, a m k n d g l v b b E w w B S d h i w E n u k d T r n d d w D w m t k m ß n n s Z k S w n f l d D o k m t l t p f (C (D ber dies war mit dem Koalitionspartner wohl nicht zu achen. Sachlich unangemessen und inakzeptabel ist die Ver- nüpfung des Bleiberechts mit den Fragen des Familien- achzugs. Zu kritisieren sind hier insbesondere die rastischen, dauerhaften Verschlechterungen beim Ehe- attennachzug (§§ 28 ff. AufenthG). Ehegatten von Aus- ändern und Deutschen (!) sollen demnach in Zukunft or ihrem Zuzug zum in Deutschland lebenden Partner ereits im Heimatland deutsche Sprachkenntnisse erwer- en und zwingend nachweisen müssen. Zudem soll der hegattennachzug zu Deutschen versagt werden können, enn der Lebensunterhalt nicht gesichert ist. Konkret bedeutet dies, dass arme Menschen aus Ent- icklungsländern, die nicht über genügend Geld für den esuch einer Schule verfügen, in der sie die deutsche prache lernen können (sofern eine solche Schule in em jeweiligen Land und in erreichbarer Nähe über- aupt existiert), künftig nicht mehr mit einem Deutschen n unserem Land als Eheleute leben können. Und selbst enn die Sprache erlernt wird, kann der Zuzug zum hepartner/zur Ehepartnerin nach Deutschland immer och verweigert werden, wenn nicht genug Vermögen nd Einkommen nachgewiesen werden kann. Dies dis- riminiert nicht nur Milliarden Menschen (2,8 Milliar- en Menschen leben von weniger als 2 US-Dollar pro ag), sondern auch unzählige deutsche Arbeitslose, Ge- ingverdiener und Studenten. Eine Ausländerin oder ei- en Ausländer kann künftig nur noch derjenige heiraten, er zum Zeitpunkt der Eheschließung genug Geld hat. Der vorherige Erwerb der Sprachkenntnisse wird teils amit begründet, dass dadurch Zwangsehen verhindert erden könnten, weil die Frauen sich ja dann in eutschland besser wehren könnten. Selbst wenn dies so äre, würde der Missbrauch der Ehe durch einige Kri- inelle nicht rechtfertigen, dass hunderttausende bina- ionale Ehen, die aus Liebe geschlossen werden, deshalb ünftig diskriminiert werden. Außerdem ist das Argu- ent auch ziemlich schlicht. Eine Afrikanerin, die flie- end Englisch spricht, kann sich in Deutschland gegebe- enfalls besser zur Wehr setzen als eine Ukrainerin, die ur ein paar Deutschkenntnisse hat. Und es ist doch ab- urd zu glauben, dass Zwangsehen, Scheinehen und wangsprostitution durch vorher erworbene Deutsch- enntnisse verhindert werden können. Und wenn die prachkenntnisse der Integration dienen sollen, dann äre es sinnvoller, innerhalb einer bestimmten Frist ach Zuzug den Erwerb von Deutschkenntnissen einzu- ordern und die entsprechenden Angebote bereitzustel- en. Die verfassungsrechtlich geschützte Ehe wird mit em vorgesehenen Gesetz empfindlich beeinträchtigt. eutschen ist ein Leben mit ihrer ausländischen Ehefrau der ihrem ausländischen Ehemann in vielen Fällen ünftig nur noch außerhalb Deutschlands möglich. Da- it käme es auch zu einer aus meiner Sicht nicht zu ver- retenden Inländerdiskriminierung, denn in Deutschland ebende Bürgerinnen und Bürger aus EU-Mitgliedstaa- en, die die Ehe mit einem Partner aus einem Drittstaat lanen, wären von der deutschen Regelung nicht betrof- en. Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 10647 (A) ) (B) ) Ohne eine weitere gesetzgeberische Konkretisierung obliegt es zudem der Willkür der jeweiligen Ausländer- behörden, Länderlisten zu erstellen, bei denen nach Per- sonen „mit einem geringen Integrationsbedarf“ und ver- meintlich der deutschen Kultur fernstehenden Personen unterschieden wird. Eine derartige Klassifizierung kann zu rassistischen Einteilungen führen, die nicht nur für den Personenkreis, sondern für alle in Deutschland le- benden Ausländer diskriminierend wirken. Das bisher weitgehend friedliche Zusammenleben mit Millionen von ausländischen Mitbürgern und Familien mit Migra- tionshintergrund könnte dadurch empfindlich gestört werden Die einmalige rechtliche Besserstellung eines kleinen Teils von langjährig Geduldeten (höchstens 60 000), von denen die meisten sowieso nicht mehr abgeschoben wer- den können, kann nicht die dauerhafte künftige Diskri- minierung von Ausländern und heiratswilligen Deut- schen rechtfertigen. Derzeit leben in Deutschland 2,3 Millionen Menschen in binationalen Ehen. Allein in 2005 haben 100 000 Deutsche und Ausländer die Ehe geschlossen. Viele dieser Ehen würde es mit dem neuen Gesetz nicht geben. Die Verwirklichung einer Ehe darf nicht vom Geldbeutel oder von der Hautfarbe abhängen. Aus diesen Gründen ist das Gesetz mit meinem Ge- wissen nicht vereinbar, und ich werde deshalb dem Ge- setz nicht zustimmen. Mechthild Rawert (SPD): Ich stimme dem Gesetz- entwurf der Bundesregierung zur Umsetzung aufent- halts- und asylrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union nach intensiver Überlegung, Abwägung und Ge- wichtung der Argumente nicht zu. Anlass dieses Gesetzes ist die Umsetzung von elf EU- Richtlinien in nationales Recht. Die Regierungsfraktio- nen des Deutschen Bundestages müssen tätig werden, zumal neun dieser Richtlinien bereits entfristet sind. Dieses Richtlinien-Umsetzungsgesetz enthält drei maß- gebliche Aspekte: eine gesetzliche Bleiberechtsrege- lung, die eigentliche Richtlinien-Umsetzung und darüber hinausgehenden nationalen Änderungsbedarf im Auslän- derrecht. Außerordentlich positiv zu bewerten sind die erstmals allgemein verbindlich bundesweit einheitlichen gesetzli- chen Bestimmungen zum Bleiberecht für Menschen (vgl. § 104 a und 104 b AufenthG), die seit Jahren mit einem Duldungsstatus in Deutschland leben. Diesen fast 60 000 Kindern und Jugendlichen, Frauen und Männern wird mit dem Gesetz eine dauerhafte Lebensperspektive in Deutschland geboten. Ich begrüße diesen gesetzgebe- rischen Meilenstein über alle Ländergrenzen hinweg nachdrücklich. Ohne die hartnäckige Arbeit der SPD- Bundestagsfraktion hätte es diese Regelung nicht gege- ben. Mit dem Koalitionspartner nicht mehr verhandelbar war, eine dauerhafte, keine neuen Duldungsfälle produ- zierende Bestimmung zu vereinbaren. Das Gesetz vermittelt viel zu wenig, dass Deutsch- land unsere gemeinsame Heimat ist. Es entsteht viel- mehr der Eindruck, Integration würde verstärkt als A p M d g 2 w b s d B m m I (C (D bwehrpolitik und nicht als gemeinsame gesellschafts- olitische Herausforderung sowohl für die aufnehmende ehrheitsgesellschaft als auch für die Zugewanderten er 1. bzw. die hier geborenen bzw. in jungen Jahren zu- ewanderten Kinder und Jugendlichen der sogenannten . und 3. Generation verstanden. Ich lehne es ab, dass ir Regelungen schaffen, die teilweise hinter das augen- licklich geltende Zuwanderungsgesetz zurückfallen. Bei den öffentlichen Anhörungen des Innenausschus- es haben Expertinnen und Experten nachdrücklich vor er wahrscheinlichen Verfassungswidrigkeit zahlreicher estimmungen gewarnt. Viele ihrer Hinweise sind für ich überzeugend. Exemplarisch möchte ich einige der Beweggründe für eine Ablehnung erläutern: . Kinder und Jugendliche a) Abzulehnende Bestimmungen zum Staatsbürger- schaftsrecht Rücknahme der Einbürgerungserleichterungen für junge Erwachsene (§ 10 Abs. 1 S. 3 StAG) Nicht einverstanden bin ich damit, dass die Ein- bürgerungserleichterungen für junge Erwachsene gestrichen werden. Bisher können unter 23-Jäh- rige sich einbürgern lassen, ohne nachweisen zu müssen, dass sie ihren Lebensunterhalt eigen- ständig sichern können. Angesichts der bereits länger andauernden Probleme auf dem Ausbil- dungs- und Arbeitsmarkt für Jugendliche/junge Erwachsene mit oder ohne deutschen Pass geht diese Forderung an den Realitäten Deutschlands vorbei. Auch aus den EU-Richtlinien, die mit dem Gesetz umgesetzt werden sollen, ergibt sich keine Notwendigkeit zur Änderung des Staatsan- gehörigkeitsrechts in dieser Form. b) Abzulehnende jugendpolitisch relevant wer- dende Bestimmungen „… wenn der Heranwachsende wegen serienmä- ßiger Begehung nicht unerheblicher vorsätzlicher Straftaten, wegen schwerer Straftaten oder einer besonders schweren Straftat rechtskräftig verur- teilt worden ist.“ (§ 56 Abs. 2 AufenthG) Die über das Strafrecht hinausgehende konstante Drohung zur Ausweisung an alle in Deutschland lebenden Jugendlichen nichtdeutscher Herkunft ist meines Erachtens diskriminierend und fördert den Integrationswillen nicht. Viele der hier gebo- renen bzw. aufgewachsenen Jugendlichen ken- nen das Herkunftsland ihrer Eltern nur aus dem Urlaub bzw. gar nicht. c) Abzulehnende Bestimmungen: Eingriff in die körperliche Unversehrtheit „… das Aufnehmen von Lichtbildern, das Ab- nehmen von Fingerabdrücken sowie Messungen und ähnliche Maßnahmen, einschließlich körper- licher Eingriffe, die von einem Arzt nach den Re- geln der ärztlichen Kunst zum Zweck der Fest- stellung des Alters vorgenommen werden, wenn 10648 Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 (A) ) (B) ) kein Nachteil für die Gesundheit des Ausländers zu befürchten ist. Die Maßnahmen sind zulässig bei Ausländern, die das 14. Lebensjahr vollendet haben; Zweifel an der Vollendung des 14. Le- bensjahres gehen dabei zu Lasten des Auslän- ders.“ (§ 49 Abs. 6 AufenthG) Die Feststellung des Alters könnte eine große Rolle spielen: bei von Abschiebung bedrohten Minderjährigen, bei Ermittlungsverfahren we- gen des Verdachts eines strafrechtlichen Verge- hens, bei der Feststellung der Strafmündigkeit (bis 14 Jahren) bzw. bei der Anwendung des Ju- gendstrafrechts oder des Strafrechts. Ärztinnen und Ärzte haben auf dem 110. Deut- schen Ärztetag 2007 beschlossen, mit Entschie- denheit jegliche Beteiligung zur Feststellung des Alters von Ausländern und Ausländerinnen ab- zulehnen. Die Feststellung des Alters von Aus- ländern und Ausländerinnen sei mit dem Berufs- recht nicht vereinbar, es handele sich weder um eine Maßnahme zur Verhinderung noch um die Therapie einer Erkrankung. Weiterhin sei die Al- tersfeststellung durch Röntgen der Handwurzel- knochen von Jugendlichen wissenschaftlich höchst umstritten und könne daher keine zwei- felsfreie Rechtssicherheit bieten. II. Frauen- und Familienpolitik a) Abzulehnende Bestimmungen zum Familien- nachzug „(1) Dem Ehegatten eines Ausländers ist eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen, wenn a) beide Ehegatten das 18. Lebensjahr vollendet haben, b) der Ehegatte sich zumindest auf einfache Art in deutscher Sprache verständigen kann …“ § 30 Abs. 1 AufenthG) Begründet wird der Vorschlag von der CDU/ CSU damit, man müsse etwas gegen Zwangsver- heiratungen tun. Ich bin davon überzeugt, dass die geplanten Regelungen keine einzige Zwangs- heirat verhindern. Die beabsichtigten Anforderun- gen stellen stattdessen schwer zu überwindende Hürden für eine Familienzusammenführung in Deutschland dar. So sollen Ehepartner bzw. Ehe- partnerinnen bereits vor ihrer Einreise die deut- sche Sprache erlernen, was gerade im ländlichen Raum vieler Herkunftsländer kaum realisierbar ist. Diese Regelungen werden eher zu einer so- zialen Auswahl führen. Zudem fordert die umzu- setzende EU-Richtlinie lediglich, dass Zuwan- dernde Sprachkenntnisse erwerben sollen – keine Aussage wird dazu gemacht, ob vor oder nach der Einreise. Wer tatsächlich will, dass keine Zwangsehen mehr geschlossen werden, sollte im Gesetz die Aufenthaltsrechte zwangsverheirateter Frauen I (C (D stärken: Die Rückkehroption darf auch bei länge- rem Auslandsaufenthalt nicht erlöschen, um im Ausland zwangsverheirateten Frauen (Heirats- verschleppung) eine Rückkehr zu ermöglichen. Die Wiedereinreisefrist sollte drei Jahre betra- gen. Zwangsverheiratung soll im Hinblick auf das eigenständige Aufenthaltsrecht für Ehegatten als Härtefall innerhalb der ersten 24 Monate gel- ten und somit für Betroffene die Möglichkeit er- öffnen, ein eigenständiges Aufenthaltsrecht be- gründen zu können. In den entsprechenden Verwaltungsvorschriften soll Zwangsheirat aus- drücklich als Härtefall deklariert werden. An- stelle der Verpflichtung, vor einem Nachzug Sprachkenntnisse verpflichtend zu erlernen, soll- ten in Deutschland Integrationskurse verpflich- tend sein, in denen auch ein auf Häusliche Ge- walt/Zwangsheirat spezialisiertes Beratungs- und Betreuungsprogramm impliziert ist. b) Abzulehnende Bestimmungen: Binationale Ehen unter Generalverdacht „… wenn die Ehe nicht ausschließlich zu dem Zweck geschlossen wurde, dem nachziehenden Ehegatten die Einreise und den Aufenthalt im Bundesgebiet zu ermöglichen.“ (§ 27 Abs. 1 a AufenthG) In einer Einwanderungsgesellschaft wie der un- serigen ist es völlig normal, dass zwischen Men- schen ohne deutschen Pass und Menschen mit deutschem Pass Beziehungen gelebt, Ehen ge- schlossen und/oder Familien gegründet werden. Wer fragt beim Sich-Verlieben schon nach einem Pass? Dennoch besteht aufgrund der Rechtslage die Tendenz, einen Teil der binationalen Ehen unter den Generalverdacht der „Scheinehe“ zu stellen. II. Integrationskurse a) Abzulehnende Bestimmungen: Integrations- kurse mit Sanktionen Ausländer bzw. Ausländerinnen, die ihre Pflicht zur ordnungsgemäßen Teilnahme an Integra- tionskursen verletzten, erfahren einen gestuften Sanktionskatalog: Nichtverlängerung der Auf- enthaltserlaubnis (§ 8 Abs. 3 AufenthG), Verwal- tungszwang (§ 44 a Abs. 3 AufenthG) und Buß- geld (§ 98 AufenthG). Sanktionen demotivieren. Es besteht lernpsycho- logisch Einigkeit darüber, dass Zwang und Druck keine geeigneten Mittel zur Förderung von Lern- erfolg sind. Ich befürworte es, wenn die Motivie- rung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen durch die Schaffung positiver Anreize erfolgt. Die Er- höhung der Qualität der Integrationskurse (kun- den-, bildungs- und berufsorientierte Angebote) oder die frühere Erteilung der Niederlassungser- laubnis bzw. Einbürgerung wäre ein sachgerech- ter und angemessener Weg dahin. Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 10649 (A) ) (B) ) Gerold Reichenbach (SPD): Erstens. Die Chancen und Möglichkeiten zur Umsetzung der elf EU-Richt- linien sind zugunsten der Betroffenen nicht befriedigend ausgeschöpft, sondern hart an der Grenze des nach EU- Recht noch Zulässigen umgesetzt worden. Zweitens. Ein großer Teil der Regelungen dieses Ge- setzentwurfes hat jedoch mit der Richtlinienumsetzung im engeren Sinne nichts zu tun, sondern beinhaltet Rechtsänderungen aufgrund der Evaluierung des Zu- wanderungskompromisses, der Wünsche des Bundesmi- nisteriums des Innern, zahlreicher Länderinnenminister sowie unseres Koalitionspartners. Insoweit haben zwar die intensiven Koalitionsverhandlungen über mehr als ein Jahr die gefundenen Kompromisse auch im Sinne der SPD-Fraktion beeinflussen können. Aus unserer Sicht im Interesse der Betroffenen liegende Rechtsänderungen konnten leider nur in wenigen Punkten durchgesetzt werden. a) Um vor allem die sogenannten Kettenduldungen jetzt und auch für die Zukunft zu vermeiden – wie dies bereits die ursprüngliche Absicht des Zuwanderungsge- setzes war – hatten wir vorgeschlagen, die § 25 Abs. 4 und Abs. 5 des Aufenthaltsgesetzes entsprechend zu än- dern (§ 25 Abs. 4 Aufenthaltsgesetz sollte eine vorüber- gehende Aufenthaltserlaubnis für Ausländer ermögli- chen, die bereits vollziehbar ausreisepflichtig sind; in § 25 Abs. 5 Aufenthaltsgesetz sollte ausdrücklich klar- gestellt werden, dass eine Aufenthaltserlaubnis auch dann zu gewähren ist, wenn „das schutzwürdige private Interesse am Verbleib in der Bundesrepublik, insbeson- dere unter Berücksichtigung des Kindeswohls, das öf- fentliche Interesse an der Aufenthaltsbeendigung über- wiegt“). Diese Vorschläge wurden von der CDU/CSU jedoch strikt abgelehnt. b) Leider ist es auch nicht gelungen, für die Opfer von Zwangsverheiratungen im Ausland eine verbesserte Möglichkeit der Wiederkehr nach Deutschland zu schaf- fen. c) Eindeutig negativ für die Betroffenen sind vor al- lem die in dem Gesetzentwurf enthaltenen Verschlechte- rungen im Familiennachzug: Ehegatten von Ausländern und Deutschen sollen demnach in Zukunft vor ihrem Zu- zug zum in Deutschland lebenden Partner bereits im Heimatland erworbene Sprachkenntnisse zwingend, das heißt ohne allgemeine Härtefallregelung, nachweisen. Der Ehegattennachzug zu Deutschen soll ausnahms- weise versagt werden können, wenn der Lebensunterhalt nicht gesichert ist. Inwieweit diese Regelung einer ver- fassungsrechtlichen Überprüfung standhält, ist offen. d) Die im EU-Richtlinienumsetzungsgesetz enthal- tene Absenkung der Leistungen nach dem Asylbewer- berleistungsgesetz auf nunmehr 48 Monate gegenüber bisherigen 36 Monaten ist ein weiterer Punkt in einer Reihe von Verschlechterungen für die Betroffenen, die es insgesamt schwer machen, dem vorliegenden Gesetz- entwurf zuzustimmen. e) Obwohl die Anzahl der Einbürgerungen bereits wieder auf einen Stand vor der Reform 1999 zurückge- fallen ist, werden unter anderem durch die Einführung v H g p e d e z s s A a s – b G k A d M d e l v d i r T r n s I D n n C f u w s t M l v d n B S P S Z f a K d (C (D on Einbürgerungstests als Regelfall (§ 10 StAG) die ürden für die Einbürgerung eher erhöht. Drittens. Ich kann dem Gesetzentwurf in der vorlie- enden Form als einem schwierigen und in vielen Teilen roblematischen Kompromiss nur unter dem letztlich ntscheidenden Gesichtspunkt zustimmen: Er enthält in en § 104 a und 104 b des Aufenthaltsgesetzes (neu) ine gesetzliche Altfall-/Bleiberechtsregelung. Diese ist war immer noch nicht umfassend genug angelegt (mit echs bzw. acht Jahren Mindestaufenthaltszeit beinhaltet ie zu lange Wartefristen, eine zu niedrige Grenze beim usschluss wegen Strafbarkeit, einen Regelausschluss ller Familienmitglieder, wenn nur ein Familienmitglied olche Straftaten begannen hat), aber sie durchbricht anders als bei der sogenannten IMK-Regelung – den isherigen menschenunwürdigen „Teufelskreis“ für die eduldeten, der da lautete: „Hast du keine Arbeit, be- ommst du keine Aufenthaltserlaubnis; hast du keine ufenthaltserlaubnis, darfst du nicht arbeiten.“ Mit der Verabschiedung dieses Gesetzes werden von en insgesamt circa 180 000 geduldeten ausländischen itbürgerinnen und Mitbürgern, die derzeit in der Bun- esrepublik leben, maximal circa 60 000 – darunter etwa in Drittel Kinder und Jugendliche – eine Aufenthaltser- aubnis erhalten können. Ihnen, die zum Teil schon seit ielen Jahren nicht abgeschoben werden konnten, kann amit eine Perspektive für ihren weiteren Aufenthalt, hre weitere Integration und – jedenfalls für den größe- en Teil von ihnen – Unabhängigkeit von staatlichen ransferleistungen ermöglicht werden. Andernfalls wä- en auch sie auf wieder und wieder und manchmal auf ur drei Monate befristete Duldungen angewiesen, oder ie wären sogar konkret von Abschiebung bedroht. Im nteresse dieser Menschen und vor allem ihrer bei uns in eutschland aufgewachsenen und zum Teil hier gebore- en Kinder, denen wir angesichts der Mehrheitsverhält- isse in Bundestag und Bundesrat derzeit keine andere hance bieten könnten, ist es für mich nicht nur gerecht- ertigt, sondern sogar zwingend, einem ansonsten aus nserer Sicht mit vielen Mängeln behafteten Gesetzent- urf zuzustimmen. Swen Schulz (Spandau) (SPD): Ich kann dem Ge- etzentwurf der Bundesregierung nicht zustimmen. Unbestritten sieht er wesentliche und dringend benö- igte Verbesserungen für viele in Deutschland lebende enschen vor. Gleichzeitig beinhaltet das Gesetz Rege- ungen, die aus meiner Sicht falsch und teilweise nicht erfassungsgemäß sind. Zudem konnten die im Interesse er SPD liegenden Rechtsänderungen in vielen Punkten icht durchgesetzt werden. Dazu zählen die restriktiven estimmungen zum Ehegattennachzug, die sogenannte ippenhaft, wonach im Falle der Straffälligkeit einer erson die ganze Familie ausreisen muss, der fehlende chutz von ins Ausland verschleppten Opfern von wangsehen, das Fehlen von humanitären Regelungen ür diejenigen, die ihren Lebensunterhalt objektiv nicht lleine bestreiten können, wie zum Beispiel Alte und ranke, die fehlende Klarstellung der Berücksichtigung es Kindeswohls als Ausnahmetatbestand zum Verbleib 10650 Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 (A) ) (B) ) in Deutschland sowie das Wegfallen einer erleichterten Einbürgerungsmöglichkeit für Jugendliche. Verbesserungen für viele Menschen in einem be- grenzten Zeitraum stehen unbefristete Regelungen ge- genüber, die letztlich wesentlich mehr Menschen hart treffen und die Integration in Deutschland insgesamt er- schweren werden. Trotz der intensiven Verhandlungen und vielen Be- mühungen der SPD hat sich die CDU/CSU vernünftigen Regelungen verweigert. Dieses Gesetz ist von einem Ungeist der Ausländerphobie geprägt. Es wird den heuti- gen gesellschaftlichen Anforderungen nicht gerecht und verschärft Integrationsprobleme. Für mich ist dies der falsche Weg, sodass ich dem Gesetz bei allem Respekt gegenüber der Mehrheitsentscheidung meiner Fraktion nicht zustimmen kann. Christoph Strässer (SPD): Der Gesetzentwurf ist in der vorliegenden Form ein schwieriger und in vielen Teilen eigentlich abzulehnender Kompromiss. Nur ein einziger Gesichtspunkt beschreibt eine positive Ent- wicklung, auch und gerade unter dem Aspekt sozial- demokratischer Zuwanderungs- und Integrationspolitik: Er enthält in den §§ 104 a und 104 b des Aufenthalts- gesetzes (neu) eine gesetzliche Altfall-/Bleiberechts- regelung. Diese ist zwar immer noch nicht umfassend genug angelegt (mit sechs bzw. acht Jahren Mindestauf- enthaltszeit beinhaltet sie zu lange Wartefristen, eine zu niedrige Grenze beim Ausschluss wegen Strafbarkeit, ei- nen Regelausschluss aller Familienmitglieder, wenn nur ein Familienmitglied solche Straftaten begannen hat), aber sie durchbricht – anders übrigens als bei der soge- nannten IMK-Regelung – zumindest den bisherigen „Teufelskreis“ für die Geduldeten, der da lautete: „Hast du keine Arbeit, bekommst du keine Aufenthaltserlaub- nis; hast du keine Aufenthaltserlaubnis, darfst du gar nicht arbeiten.“ Danach werden von den insgesamt circa 180 000 ge- duldeten ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die derzeit in der Bundesrepublik leben, maximal circa 60 000 – darunter etwa ein Drittel Kinder und Jugendli- che – eine Aufenthaltserlaubnis erhalten können. Ihnen, die zum Teil schon seit vielen Jahren nicht abgeschoben werden konnten, kann damit eine Perspektive für ihren weiteren Aufenthalt, ihre weitere Integration und – je- denfalls für den größeren Teil von ihnen – Unabhängig- keit von staatlichen Transferleistungen ermöglicht wer- den. Andernfalls wären auch sie auf wieder und wieder und manchmal auf nur drei Monate befristete Duldungen angewiesen oder sie wären sogar konkret von Abschie- bung bedroht. Im Interesse dieser Menschen und vor al- lem ihrer hier bei uns in Deutschland aufgewachsenen und zum Teil hier geborenen Kinder, denen wir ange- sichts der Mehrheitsverhältnisse im Bundestag und Bun- desrat derzeit keine andere Chance bieten könnten, ist eine Ablehnung des Gesetzesentwurfs aus meiner Sicht nicht zu verantworten. Allerdings enthält der Entwurf trotz der vielfältigen Bemühungen der aufseiten der SPD-Fraktion Verhan- d n n z n G g E s z R w m t i J d r g w j s r A z r m i k d I d f w j Z M f c h v k e d k s w l r u z H h (C (D elnden viele Mängel, die gravierende Nachteile für ei- en Großteil der Betroffenen bedeuten und die nicht hin- ehmbar sind. Erstens. Die Chancen und Möglichkeiten zur Umset- ung der 11 EU-Richtlinien sind zugunsten der Betroffe- en nicht annähernd ausgeschöpft, sondern hart an der renze des nach EU-Recht gerade noch Zulässigen um- esetzt worden (das heißt alle Optionsmöglichkeiten zur inschränkung von Rechten wurden genutzt). Zweitens. Rund die Hälfte der Regelungen dieses Ge- etzentwurfes haben jedoch mit der Richtlinienumset- ung im engeren Sinne nichts zu tun, sondern beinhalten echtsänderungen aufgrund der Evaluierung des Zu- anderungskompromisses, der Wünsche des Bundes- inisteriums des Innern, zahlreicher Länderinnenminis- er und unseres Koalitionspartners. Insoweit haben die ntensiven Koalitionsverhandlungen über mehr als ein ahr zwar die gefundenen Kompromisse auch im Sinne er SPD- Fraktion beeinflussen können. Allein in unse- em Interesse liegende Rechtsänderungen konnten dage- en leider nur in sehr wenigen Punkten durchgesetzt erden. Zur Bewertung im Einzelnen: a) Vor allem um die sogenannten Kettenduldungen etzt und auch für die Zukunft zu vermeiden – wie es chon einmal die ursprüngliche Absicht des Zuwande- ungsgesetzes war –, hatten wir vorgeschlagen, § 25 bs. 4 und Abs. 5 des Aufenthaltsgesetzes entsprechend u ändern (§ 25 Abs. 4 Aufenthaltsgesetz sollte eine vo- übergehende Aufenthaltserlaubnis für Ausländer er- öglichen, die bereits vollziehbar ausreisepflichtig sind, n § 25 Abs. 5 Aufenthaltsgesetz sollte ausdrücklich largestellt werden, dass eine Aufenthaltserlaubnis auch ann zu gewähren ist, wenn „das schutzwürdige private nteresse am Verbleib in der Bundesrepublik, insbeson- ere unter Berücksichtigung des Kindeswohls, das öf- entliche Interesse an der Aufenthaltsbeendigung über- iegt“). Diese Vorschläge wurden von der CDU/CSU edoch strikt abgelehnt. b) Leider ist es auch nicht gelungen, für die Opfer von wangsverheiratungen im Ausland eine verbesserte öglichkeit der Wiederkehr nach Deutschland zu schaf- en. Diese Regelung ist nicht akzeptabel, da ihr eigentli- her Gehalt, nämlich die Verhinderung von Zwangsver- eiratungen und der Schutz der Opfer, in sein Gegenteil erkehrt wird. Die Gewährung eines großzügigen Rück- ehrrechts für die Opfer von Zwangsverheiratungen ist ine konsequente Folge der Bekämpfung dieser Metho- en und schafft allein Rechtssicherheit und Gerechtig- eit. Die jetzige Regelung führt zu einer doppelten Be- trafung der Betroffenen, denen eigentlich geholfen erden sollte, und ist nicht hinzunehmen. c) Eindeutig negativ für die Betroffenen sind vor al- em die in dem Gesetzentwurf enthaltenen Verschlechte- ungen im Familiennachzug: Ehegatten von Ausländern nd Deutschen sollen demnach in Zukunft vor ihrem Zu- ug zum in Deutschland lebenden Partner bereits im eimatland erworbene Sprachkenntnisse zwingend (das eißt ohne allgemeine Härtefallregelung) nachweisen. Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 10651 (A) ) (B) ) Der Ehegattennachzug zu Deutschen soll ausnahms- weise versagt werden können, wenn der Lebensunterhalt nicht gesichert ist. d) Die im EU-Richtlinienumsetzungsgesetz enthal- tene Absenkung der Leistungen nach dem Asylbewer- berleistungsgesetz auf nunmehr 48 Monate gegenüber bisherigen 36 Monaten ist ein weiterer Punkt unter einer Reihe von Verschlechterungen für die Betroffenen, die es insgesamt schwer machen, dem vorliegenden Gesetz- entwurf zuzustimmen. e) Obwohl die Anzahl der Einbürgerungen schon wie- der auf einen Stand von vor der Reform 1999 zurückge- fallen ist, werden unter anderem durch die Einführung von Einbürgerungstests als Regelfall (§ 10 StAG) die Hürden für die Einbürgerung eher erhöht. f) Durch den sogenannten dynamischen Verweis auf die Geltung der EU-Richtlinien in Bezug auf die Rege- lung der sicheren Drittstaaten im Asylrecht besteht die Gefahr, dass die jetzt erforderliche Zustimmung des Deutschen Bundestags nach Art. 16 a Abs. 2 Satz 2 GG zu der Liste der sicheren Drittstaaten ausgehebelt wird. Nach der jetzigen Fassung wird es möglich sein, dass über vertragliche Vereinbarungen der EU zum Beispiel bei Rücküberstellungsabkommen Staaten wie die Ukraine oder Marokko als sichere Drittstaaten definiert werden – ohne Befassung des deutschen Parlaments. Auch diese Entwicklung ist nicht hinnehmbar. Bei einer Abwägung aller Argumente ist mir eine Zu- stimmung zu diesem Gesetzesvorhaben aus Überzeu- gung nicht möglich und mit meinem Gewissen nicht ver- einbar, sodass ich mich im Ergebnis der Stimme enthalten werde. Jörn Thießen (SPD): Der vorliegende Gesetzent- wurf nutzt die Chancen und Möglichkeiten zur Umset- zung der EU-Richtlinien nicht in ausreichendem Maße und setzt sie sehr restriktiv um. Er ist kein überzeugen- des und einladendes Angebot zur Integration von Mi- grantinnen und Migranten, was meiner Ansicht nach nö- tig wäre und der Realität der deutschen Gesellschaft entsprechen würde. Die vorgesehene Regelung zum „Rückkehrrecht für Opfer von Zwangsehen“ ist nicht das geeignete Mittel, um Zwangsverheiratungen zu verhindern. Zwangsver- heirateten Frauen würde am wirksamsten durch einen verbesserten Opferschutz und durch einen gesicherten Aufenthaltsstatus geholfen. Eine Rückkehrfrist von ei- nem halben Jahr ist zu kurz. Sie schützt Opfer von Zwangsverheiratungen nicht. Das haben auch die Anhö- rungen der Fachleute im Familienausschuss und im In- nenausschuss ergeben. Auch halte ich die Regelungen zum „Spracherwerb“ für problematisch, denn durch sie wird die Integration von Familien nicht verbessert. Stattdessen bedeutet die Anforderung des Spracherwerbs im Herkunftsland eine Diskriminierung besonders von Frauen, die aus den un- terschiedlichsten Umständen an diesem gehindert sind. d a g e w m F f l Z e d l f B T G m d A m u e ü P e B K u (C (D Ich bedauere weiterhin, dass im Bereich der Ketten- uldungen nicht die Berücksichtigung des Kindeswohls ls ausdrückliche Klarstellung in den Gesetzentwurf auf- enommen wurde. Positiv ist aus meiner Sicht zu bewerten, dass endlich ine Bleiberechtsregelung gefunden worden ist, auch enn sie nicht so umfassend gestaltet wurde, wie es öglich gewesen wäre. Sie ist trotz alledem ein großer ortschritt. Es ist gut, dass wir in diesem Punkt eine Lösung ge- unden haben, wofür sich auch die Kirchen in Deutsch- and seit langem einsetzen. Ich begrüße es, dass der usammenhang „Keine Arbeit – keine Aufenthalts- rlaubnis – keine Arbeitserlaubnis“ aufgelöst wird. Hier- urch eröffnet sich eine Perspektive für die in Deutsch- and als „geduldet“ lebenden Bürgerinnen und Bürger ür ihren weiteren Aufenthalt und ihre Integration. Mit lick auf ihre in Deutschland aufwachsenden und zum eil hier geborenen Kinder ist es für mich möglich, dem esetzentwurf heute zuzustimmen. Denn dies ist in der omentanen politischen Konstellation der einzige Weg, iesen Kindern eine Chance in Deutschland zu geben. nlage 9 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Katja Mast, Gregor Amann, Doris Barnett, Sören Bartol, Klaus Brandner, Bernhard Brinkmann (Hildes- heim), Edelgard Bulmahn, Elvira Drobinski- Weiß, Siegmund Ehrmann, Annette Faße, Gabriele Frechen, Peter Friedrich, Klaus Hagemann, Josip Juratovic, Fritz Rudolf Körper, Nicolette Kressl, Waltraud Lehn, Angelika Krüger-Leißner, Helga Lopez, Caren Marks, Dr. Matthias Miersch, Johannes Pflug, Maik Reichel, Gerold Reichenbach, Dr. Carola Reimann, Walter Riester, Michael Roth (Herin- gen), Marianne Schieder, Dr. Frank Schmidt, Silvia Schmidt (Eisleben), Dr. Angelica Schwall- Düren, Rita Schwarzelühr-Sutter, Rolf Stöckel, Dr. Rainer Tabillion, Jörg Tauss, Hedi Wegener, Gert Weisskirchen (Wiesloch), Dr. Rainer Wend und Manfred Zöllmer (alle SPD) zur namentli- chen Abstimmung über die Beschlussempfeh- lung zu dem Antrag: Deutschland braucht Min- destlöhne (Tagesordnungspunkt 15) Der Antrag findet meine Unterstützung nicht. Ich halte Mindestlöhne für ein unerlässliches Instru- ent, um in Deutschland Armutslöhne zu verhindern nd ein Existenz sicherndes Einkommen zu eröffnen. Trotzdem stimme ich bei diesem Antrag mit Nein, da s sich einzig und alleine um eine Provokation gegen- ber den Betroffenen handelt. Die Sozialdemokratische artei Deutschlands ist durch den Koalitionsvertrag an in einheitliches Abstimmungsverhalten mit ihrem ündnispartner CDU/CSU gebunden. Denn in der oalition erreichen wir die Fortsetzung unserer bereits nter Rot-Grün gestarteten erfolgreichen Regierungs- 10652 Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 (A) ) (B) ) politik nur durch ein gemeinsames Vorgehen trotz zahl- reicher unterschiedlicher Vorstellungen in Sachfragen, unter anderem auch beim Mindestlohn. Die sozialdemokratische Kontinuität im Regierungs- handeln wird unter anderem darin deutlich, dass wir in der heutigen Koalition das Elterngeld eingeführt haben, den Atomausstieg beibehalten, das Betriebsverfassungs- gesetz nicht verändert wird, der Kündigungsschutz bleibt, das CO2-Gebäudesanierungsprogramm erfolg- reich ist, Handwerker besser gefördert werde, dass das hohe Engagement für Ausbildung fortgesetzt wird und dass wir mit dem Gebäudereinigerhandwerk weitere 850 000 Arbeitsplätze mit in das Entsendegesetz aufge- nommen haben. Wir haben eine Gesundheitsreform ver- abschiedet, die ein deutlicher Schritt Richtung Bürger- versicherung ist, und bei der Unternehmensteuerreform schließen wir erstmals für Kapitalgesellschaften die Scheunentore der Steuerschlupflöcher und gehen gegen Gewinnverlagerungen ins Ausland insbesondere durch die Zinsschranke vor. Ferner brauchen wir stabile Mehr- heiten, um nach der Föderalismusreform I auch die Föderalismusreform II auf den Weg zu bringen. Wir brauchen auch stabile Mehrheiten bis zur nächsten Bun- destagswahl, um unter anderem die Kinderbetreuung der unter 3-Jährigen vernünftig auf den Weg zu bringen, die Erbschaftsteuerreform sowie die Reform der Pflegever- sicherung sozialdemokratisch mitzugestalten und die Gelder sowohl für Forschung und Bildung als auch für Investitionen in den Klimaschutz und die Förderung re- generativer Energien zu verstetigen. Besonnenheit, Vertragstreue und stabile Mehrheiten bei vereinbartem Vorgehen, um den Wohlstand aller zu sichern, sind nicht nur in der Politik ein hohes Gut! Des- halb findet dieser Antrag nicht meine Unterstützung. Anlage 10 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Elke Ferner, Iris Gleicke und Monika Griefahn (alle SPD) zur namentlichen Abstimmung über die Be- schlussempfehlung zu dem Antrag: Deutsch- land braucht Mindestlöhne (Tagesordnungs- punkt 15) Deutschland ist gemessen an der gesamtwirtschaftli- chen Leistung so reich wie nie zuvor. Viele Menschen arbeiten den ganzen Tag, können aber trotzdem sich und ihre Familien vom erarbeiteten Lohn nicht ernähren. Ar- mutslöhne sind ungerecht und unsozial. Sie missachten die Leistung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das ist ein Skandal. Wer voll arbeitet, muss davon leben können. Deshalb muss das Lohndumping beendet wer- den. Die Fakten sind eindeutig: Die Einkommensschere geht weiter auseinander. Während Spitzengehälter zu- nehmen, stagnieren die Löhne für viele Beschäftigte. Mehr als 2,5 Millionen Vollzeitbeschäftigte arbeiten in Deutschland für Armutslöhne, die weniger als 50 Pro- zent des Durchschnittslohns betragen. Lohndumping r n b D B d m b u z t s b i r s m k u p l b F d d g d A A m l t l l a D S g A d d r v (C (D ichtet sich gegen die Arbeitnehmerinnen und Arbeit- ehmer. Dumpinglöhne schwächen aber auch die Wett- ewerbsfähigkeit von Betrieben, die faire Löhne zahlen. ie Tarifbindung nimmt weiter ab. Nur 68 Prozent der eschäftigten in Westdeutschland und 53 Prozent in Ost- eutschland erhalten tariflich vereinbarte Löhne. Ar- utslöhne gibt es nicht nur bei tarifungebundenen Ar- eitgebern. Auch viele Tariflöhne liegen zwischen drei nd vier Euro. Niedriglöhne sind nicht allein die Folge u geringer Qualifikationen. 60 Prozent der Beschäftig- en im Niedriglohnsektor verfügen über eine abgeschlos- ene Berufsausbildung. Die Aufstiegsmobilität in besser ezahlte Jobs ist gering. Niedriglöhne sind kein Einstieg n eine bessere Zukunft, sondern bedeuten meist Verhar- en in Armut. Gute Arbeit muss gerecht entlohnt werden. Die SPD will gerechte Löhne für gute Arbeit. Men- chen, die einer Vollzeiterwerbstätigkeit nachgehen, üssen von ihrer Arbeit auch menschenwürdig leben önnen. Großbritannien, die Niederlande, Belgien die meisten nserer europäischen Nachbarn und selbst die USA raktizieren Mindestlöhne mit Erfolg. Auch in Deutsch- and ist es höchste Zeit: für gerechten Lohn und gute Ar- eit, für soziale Sicherheit und Mindestlöhne! Zu diesen orderungen stehe ich uneingeschränkt. Trotzdem lehne ich den von der Fraktion Die Linke in en Deutschen Bundestag eingebrachten Antrag, der em Aufruf der SPD entspricht, ab, weil die Verhandlun- en zwischen Union und SPD zur Einführung eines Min- estlohnes noch nicht abgeschlossen sind und weil der ntrag der Fraktion Die Linke ein reiner Showantrag ist. nlage 11 Erklärung nach § 31 GO des Abgeordneten Christian Kleiminger (SPD) zur namentlichen Abstimmung über die Be- schlussempfehlung zu dem Antrag: Deutsch- land braucht Mindestlöhne (Tagesordnungs- punkt 15) Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ist sich it den Gewerkschaften einig: Wir brauchen Mindest- öhne in Deutschland – jetzt. Deshalb unterstütze ich die Kampagne der SPD „Poli- ik für Gute Arbeit – Deutschland braucht Mindest- öhne“ zur Einführung eines Mindestlohns in Deutsch- and als Unterzeichner, nicht jedoch den offenkundig llein taktisch begründeten Antrag der Oppositionspartei ie Linke. Die Fraktion Die Linke hat den Wortlaut der von der PD im Frühjahr 2007 gestarteten Mindestlohnkampa- ne in ihren Gesetzentwurf wortwörtlich hineinkopiert. llein durch die Art und Weise dieses Vorgehens macht ie Fraktion Die Linke deutlich, dass es ihr keinesfalls arum geht, eine eigene Politikalternative zu formulie- en. Das Handeln der Oppositionsfraktion Die Linke ist ielmehr von dem Motiv geleitet, durch eine Politshow Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 10653 (A) ) (B) ) um das Thema Mindestlohn die unmittelbar bevorste- henden Verhandlungen um die Einführung eines Min- destlohns in der bis 2009 vereinbarten Regierungskoali- tion zu untergraben. Insofern schadet der Antrag dem Anliegen von SPD und Gewerkschaften, tatsächlich zu einem gerechten Mindestlohn in Deutschland zu kommen. Dieses allein taktisch begründete Verhalten der Oppositionsfraktion Die Linke ist unseriös. Deshalb stimme ich diesem Antrag nicht zu. Es bleibt bei der politischen Forderung, innerhalb des bestehen- den Koalitionsvertrages zu einem Mindestlohn in Deutschland im Sinne der SPD-Kampagne „Politik für Gute Arbeit – Deutschland braucht Mindestlöhne“ zu kommen. Anlage 12 Amtliche Mitteilungen Der Bundesrat hat in seiner 834. Sitzung am 8. Juni 2007 beschlossen, den nachstehenden Gesetzen zuzu- stimmen bzw. einen Antrag gemäß Artikel 77 Abs. 2 des Grundgesetzes nicht zu stellen: – Achtes Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die Deutsche Bundesbank – Gesetz zur Änderung medizinprodukterechtlicher und anderer Vorschriften – Zweites Gesetz zur Änderung des Ersten Gesetzes zur Änderung des Bundesgrenzschutzgesetzes – Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die Wahl des Bundespräsidenten durch die Bundesver- sammlung – Gesetz zur Einrichtung des Deutschen Ethikrats (Ethikratgesetz – EthRG) – Gesetz zur Sicherung der Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus und in einer Ent- ziehungsanstalt – Zweites Gesetz zur Änderung des Allgemeinen Eisenbahngesetzes – Gesetz zur Anpassung des Dienstrechts in der Bundesagentur für Arbeit (Dienstrechtsanpas- sungsgesetz BA – DRAnpGBA) – Gesetz zur Änderung des Zollfahndungsdienstge- setzes und anderer Gesetze – Gesetz zur Änderung des Passgesetzes und weite- rer Vorschriften – Gesetz zur Neuordnung der ERP-Wirtschaftsför- derung (ERP-Wirtschaftsförderungsneuord- nungsgesetz) – Gesetz zur Änderung kraftfahrzeugsteuerlicher und autobahnmautrechtlicher Vorschriften Darüber hinaus hat er die nachstehende Entschlie- ßung gefasst: 1 2 – ß r s i g (C (D . Der Bundesrat begrüßt und erkennt an, dass mit der Absenkung der Kfz-Steuer auf das EU-rechtlich zu- lässige Mindestmaß und der Einführung der durch die Europäische Kommission gebilligten Förder- richtlinie zur Anschaffung besonders emissionsarmer Nutzfahrzeuge zwei Maßnahmen zur Harmonisie- rung der Wettbewerbsdingungen des Güterkraftver- kehrsgewerbes in Europa im Sinne des Vermittlungs- ergebnisses bei Einführung der Lkw-Maut vom Mai 2003 realisiert werden. . Der Bundesrat bedauert aber, dass durch diese Maß- nahmen nur ein geringer Anteil des vereinbarten Harmonisierungsvolumens von 600 Mio. Euro jähr- lich erreicht werden kann. Er bekräftigt daher seine mit Beschluss vom 22. September 2006 (Bundesrats- drucksache 553/06 (Beschluss)) erhobene Forderung an die Bundesregierung, baldmöglichst über das vor- liegende Gesetz hinausgehende Vorschläge für Maß- nahmen vorzulegen, mit denen das angestrebte Har- monisierungsvolumen realisiert werden kann. Begründung: Im Vermittlungsverfahren zum Gesetz zur Einfüh- rung der streckenbezogenen Lkw-Maut hatten sich Bundesrat, Bundestag und Bundesregierung im Mai 2003 darauf verständigt, dass zur Harmonisie- rung der Wettbewerbsbedingungen im europäischen Güterkraftverkehr ein Harmonisierungsvolumen in Höhe von jährlich 600 Mio. Euro zu gewährleisten ist. Nachdem die Europäische Kommission in einem Beihilfe-Prüfverfahren dem vorrangig vorgesehenen Mautermäßigungs-/Mineralölsteueranrechnungsverfah- ren nicht zugestimmt hat, ist zu begrüßen, dass nun- mehr unabhängig von den Erfolgsaussichten einer Klage gegen diese Entscheidung mit der Kraftfahrzeugsteuerermäßigung und dem von der Bundesregierung inzwischen vorgelegten Innova- tionsprogramm zur Anschaffung besonders emis- sionsarmer Nutzfahrzeuge alternative Harmonisie- rungsmaßnahmen realisiert werden. Bedauerlich ist, dass die nun vorgesehenen Maßnah- men nicht das volle vereinbarte Harmonisierungsvo- lumen von 600 Mio. Euro erreichen. Deshalb soll die im ersten Durchgang erhobene Forderung des Bun- desrats an die Bundesregierung nochmals bekräftigt werden, über das Gesetz hinaus weitere Vorschläge für Maßnahmen vorzulegen, mit denen das ange- strebte Harmonisierungsvolumen jährlich gewähr- leistet werden kann. Drittes Gesetz zur Änderung des Fahrpersonalge- setzes Darüber hinaus hat er die nachstehende Entschlie- ung gefasst: Der Bundesrat begrüßt das Dritte Gesetz zur Ände- ung des Fahrpersonalgesetzes. Neben der durch dieses Gesetz vollzogenen Anpas- ung des Fahrpersonalgesetzes an die am 11. April 2007 n Kraft getretene Verordnung (EG) Nr. 561/2006 wird leichzeitig die Ermächtigungsnorm für die dringend er- (A) ) (B) ) forderliche Änderung der Fahrpersonalverordnung ge- schaffen. Der Bundesrat fordert die Bundesregierung auf, nun- mehr umgehend den Entwurf einer Verordnung zur Än- derung der Fahrpersonalverordnung und weiterer fahr- personalrechtlicher Vorschriften vorzulegen. Solange neben dem Fahrpersonalgesetz nicht auch die Fahrpersonalverordnung an die neue Rechtslage ange- passt wird, kann der Rechtsanwender von den in Arti- kel 13 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 561/2006 aufge- führten Abweichungsmöglichkeiten keinen Gebrauch machen. Ebenso herrscht in der Transportbranche bei den Fahrzeugsegmenten von mehr als 2,8 t bis 3,5 t ein- schließlich Anhänger oder Sattelanhänger und bei der Personenbeförderung im Linienverkehr bis 50 km Linien- länge hinsichtlich der Anwendung der „neuen“ Lenk- und Ruhezeitbestimmungen erhebliche Rechtsunsicher- heit. Diese Regelungslücke würde mit der Änderung der Fahrpersonalverordnung geschlossen. Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss gemäß § 80 Abs. 3 Satz 2 der Geschäftsordnung von einer Berichterstattung zu den nachstehenden Vorlagen absieht: Innenausschuss – Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (17. Ausschuss) gemäß § 56a der Geschäftsordnung Technikfolgenabschätzung hier: TA-Projekt: Biometrie und Ausweisdokumente – Leistungsfähigkeit, politische Rahmenbedingungen, rechtliche Ausgestaltung Zweiter Sachstandsbericht – Drucksache 15/4000 – Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – Unterrichtung durch die Bundesregierung Evaluationsbericht über die Erfahrungen mit den neuen Gesetzen zur Förderung von einem freiwilligen sozialen Jahr bzw. einem freiwilligen ökologischen Jahr (FSJ-/FÖJ-Gesetze) und Stellungnahme der Bundesregierung – Drucksachen 16/2191, 16/2548 Nr. 1.3 – Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden EU- Vorlagen bzw. Unterrichtungen durch das Europäische Parlament zur Kenntnis genommen oder von einer Bera- tung abgesehen hat. Auswärtiger Ausschuss Drucksache 16/5199 Nr. 1.6 Drucksache 16/5199 Nr. 1.10 Drucksache 16/5199 Nr. 2.9 Drucksache 16/5199 Nr. 2.33 (C (D Innenausschuss Drucksache 16/4819 Nr. 1.14 Drucksache 16/4939 Nr. 2.11 Drucksache 16/4939 Nr. 2.12 Rechtsausschuss Drucksache 16/4939 Nr. 2.1 Haushaltsausschuss Drucksache 16/5199 Nr. 2.21 Drucksache 16/5199 Nr. 2.52 Drucksache 16/5199 Nr. 2.53 Ausschuss für Wirtschaft und Technologie Drucksache 16/5199 Nr. 2.5 Drucksache 16/5199 Nr. 2.6 Drucksache 16/5199 Nr. 2.8 Drucksache 16/5199 Nr. 2.17 Drucksache 16/5199 Nr. 2.46 Drucksache 16/5199 Nr. 2.49 Drucksache 16/5199 Nr. 2.50 Drucksache 16/5199 Nr. 2.54 Drucksache 16/5199 Nr. 2.55 Drucksache 16/5199 Nr. 2.56 Drucksache 16/5199 Nr. 2.57 Drucksache 16/5199 Nr. 2.59 Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Drucksache 16/5199 Nr. 2.24 Drucksache 16/5199 Nr. 2.30 Ausschuss für Arbeit und Soziales Drucksache 16/5199 Nr. 2.18 Drucksache 16/5199 Nr. 2.20 Drucksache 16/5199 Nr. 2.58 Ausschuss für Gesundheit Drucksache 16/4501 Nr. 2.48 Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Drucksache 16/481 Nr. 1.15 Drucksache 16/901 Nr. 2.22 Drucksache 16/3196 Nr. 1.4 Drucksache 16/4105 Nr. 2.43 Drucksache 16/4105 Nr. 2.44 Drucksache 16/4105 Nr. 2.46 Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Drucksache 16/4819 Nr. 1.12 Drucksache 16/4939 Nr. 1.1 Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union Drucksache 16/2555 Nr. 1.9 Drucksache 16/2555 Nr. 2.22 Drucksache 16/4258 Nr. 1.4 Drucksache 16/4939 Nr. 2.6 10654 Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 103. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 91, 1 0, T 103. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 14. Juni 2007 Inhalt: Redetext Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Anlage 2 Anlage 3 Anlage 4 Anlage 5 Anlage 6 Anlage 7 Anlage 8 Anlage 9 Anlage 10 Anlage 11 Anlage 12
Gesamtes Protokol
Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1610300000

Die Sitzung ist eröffnet.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich begrüße Sie alle
herzlich und wünsche uns einen guten Tag und gute Be-
ratungen.

Heute feiert der Kollege Hans-Ulrich Klose seinen
70. Geburtstag.


(Beifall)


Zu diesem stolzen Jubiläum und den vielen eindrucks-
vollen Jahren, die ihm vorausgegangen sind, ließe sich
manches sagen, was bei anderer Gelegenheit sicher vor-
getragen wird. Ich begnüge mich im Augenblick damit,
Ihnen die herzlichen Glückwünsche des ganzen Hauses
zum Ausdruck zu bringen.


(Beifall)


Ebenso herzlich gratuliere ich dem Kollegen
Dr. Michael Bürsch, der am 3. Juni seinen 65. Geburts-
tag gefeiert hat.


(Beifall)


Schließlich möchte ich Sie davon unterrichten, dass
der Kollege Hans-Jürgen Uhl am 1. Juni auf seine Mit-
gliedschaft im Deutschen Bundestag verzichtet hat. Als
Nachfolger begrüße ich den Kollegen Dieter Steinecke.

Redet

(Beifall)


Wir treten nun in unsere Tagesordnung ein. Ich rufe
die Tagesordnungspunkte 13 a bis 13 e sowie den Zu-
satzpunkt 3 auf:

13 a) Abgabe einer Erklärung durch die Bundeskanzlerin

Vorschau auf den Europäischen Rat am 21./
22. Juni 2007

b) Beratung des Antrags der Abgeordneten Markus
Löning, Michael Link (Heilbronn), Florian
Toncar, weiterer Abgeordneter und der Fraktion
der FDP

Ein Europa der Erfolge – Mehr Dem
der EU wagen

– Drucksache 16/5268 –

(C (D ung en 14. Juni 2007 0 Uhr Überweisungsvorschlag: Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union c)

Steenblock, Volker Beck (Köln) und der Fraktion
des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Die Erweiterungs- und Nachbarschaftspolitik
der Europäischen Union weiterentwickeln

– Drucksache 16/5425 –
Überweisungsvorschlag:
Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union (f)

Auswärtiger Ausschuss
Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe

d) Beratung des Antrags der Abgeordneten Rainder
Steenblock, Jürgen Trittin, Omid Nouripour, wei-
terer Abgeordneter und der Fraktion des BÜND-
NISSES 90/DIE GRÜNEN

Die EU braucht einen neuen Grundlagenver-
trag

– Drucksache 16/5441 –
Überweisungsvorschlag:
Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union (f)

Ausschuss für Wirtschaft und Technologie
Ausschuss für Arbeit und Soziales
Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

ext
e) Beratung der Beschlussempfehlung und des Be-
richts des Ausschusses für die Angelegenheiten
der Europäischen Union (21. Ausschuss) zu dem
Antrag der Abgeordneten Dr. Gregor Gysi, Oskar
Lafontaine, Dr. Diether Dehm, weiterer Abgeord-
neter und der Fraktion der LINKEN

Für eine demokratische, freiheitliche, soziale
und Frieden sichernde Verfassung der Euro-
päischen Union

– Drucksachen 16/3402, 16/5647 –

Berichterstattung:
Abgeordnete Thomas Silberhorn

Roth (Heringen)

Löning
er Dehm

Steenblock
okratie in MichaelMarkus
Dr. Dieth
Rainder






(A) )



(B) )


Präsident Dr. Norbert Lammert
ZP 3 Beratung des Antrags der Fraktionen der CDU/
CSU und der SPD

Die Verfasstheit der Europäischen Union zügig
klären – Für ein klares und enges Mandat ei-
ner Regierungskonferenz

– Drucksache 16/5601 –

Zu dieser Regierungserklärung liegen zwei Entschlie-
ßungsanträge der Fraktion Die Linke vor.

Nach einer interfraktionellen Vereinbarung sind für
die Aussprache im Anschluss an die Regierungserklä-
rung eineinviertel Stunden vorgesehen. – Ich höre keinen
Widerspruch. Dann ist das so beschlossen.

Das Wort zur Abgabe einer Regierungserklärung hat
nun die Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)



Dr. Angela Merkel (CDU):
Rede ID: ID1610300100

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! In gut

zwei Wochen geht die deutsche EU-Ratspräsidentschaft
zu Ende. Vieles wurde in den zurückliegenden Monaten
erreicht. Heute spricht kaum noch jemand von Stagna-
tion oder Ratlosigkeit in Europa. Stattdessen sind eine
neue Entschlossenheit und Geschlossenheit spürbar.
„Europa gelingt gemeinsam“, dieses Motto unserer Prä-
sidentschaft haben wir mit Leben erfüllt.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


Die Ergebnisse der deutschen Ratspräsidentschaft in
den unterschiedlichen Politikbereichen können sich
wahrlich sehen lassen – ich kann hier nicht alles aufzäh-
len; wir als Bundesregierung werden Ihnen das natürlich
zur Kenntnis geben –: Geringere Gebühren beim grenz-
überschreitenden Telefonieren mit Handys zum Beispiel,
Vereinfachung des grenzüberschreitenden Zahlungsver-
kehrs in der EU, ein Luftfahrtabkommen mit den USA,
größerer Verbraucherschutz für Kreditnehmer – das alles
sind ganz praktische Fortschritte, die die Bürgerinnen
und Bürger auch persönlich spüren werden. Sie wirken
sich auf den Alltag der Bürger positiv aus.

Der Prümer Vertrag wird in den Rechtsrahmen der
Europäischen Union überführt. In diesem Vertrag haben
sich 2005 Deutschland und weitere sechs Länder zusam-
mengeschlossen, um Straftaten besser als bisher verhin-
dern oder verfolgen zu können. Dies stärkt die Sicherheit
aller Bürger in der EU. Außerdem können wir sagen:
Das Schengen-Abkommen wird auf die mittel- und ost-
europäischen Staaten ausgeweitet; die Agentur Frontex
wird Migration illegaler Art besser bekämpfen können
und vieles andere mehr.

Die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen
Union wurde gestärkt. Wir haben im März wichtige
Ziele zum Bürokratieabbau beschlossen. Nach Schät-
zungen der Europäischen Kommission kann der von uns
beschlossene Bürokratieabbau einen mittelfristigen
Wachstumsimpuls von 1,5 Prozent des europäischen
Bruttoinlandsproduktes auslösen. Das zeigt, wie wir
konkrete europäische Entscheidungen zum Wohle und

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(C (D uch für den Wohlstand der Menschen in der Europäichen Union durchsetzen können. Die Eurozone dehnt sich weiter aus. Zum Jahresbeinn hat Slowenien die gemeinsame Währung eingeührt. In der nächsten Woche werden die Staatsund Reierungschefs auch den Beitritt Zyperns und Maltas zur urozone beschließen. In der Energieund Klimapolitik der Europäischen nion hat der Europäische Rat im März eine entscheiende Wende eingeleitet. Klimaschutzund Energieolitik werden erstmals in einer integrierten Politik usammengefasst. Verminderung der Treibhausgase, erringerung des Energieverbrauchs, Steigerung des An eils erneuerbarer Energien und verbindliche Ziele für iokraftstoffe sind die Ziele, die der Europäische Rat im ärz verabschiedet hat. Für mich steht außer Zweifel: Ohne dieses Ergebnis es März-Rates wären die Klimabeschlüsse des G-8ipfels von Heiligendamm völlig undenkbar gewesen. ie waren die entscheidende Voraussetzung für das G-8ekenntnis zum Klimaschutz. Dieses Bekenntnis der 8, einschließlich der USA, die das Kiotoprotokoll icht ratifiziert haben, ist in seiner Bedeutung gar nicht och genug einzuschätzen. Denn die G 8 sind sich darin inig, dass wir eine Folgevereinbarung zum Kiotoprotooll für die Zeit nach seinem Auslaufen 2012 brauchen, nd zwar nicht irgendwo, sondern einzig und allein unter em Dach der Vereinten Nationen, (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


nd auch nicht irgendwann, sondern bis Ende 2009.

Damit hat die Umweltministerkonferenz im Dezem-
er dieses Jahres auf Bali einen ganz klaren Verhand-
ungsauftrag. Dieser Verhandlungsauftrag befindet sich
udem nicht im luftleeren Raum, vielmehr haben die G 8
usdrücklich auf die im Umweltbericht der Vereinten
ationen festgelegten wissenschaftlichen Erkenntnisse
ezug genommen.

Der IPCC-Bericht – so heißt dieser wissenschaftliche
ericht der UNO – macht mit unmissverständlicher
larheit deutlich, dass die Erderwärmung auf 1,5 bis
,5 Grad begrenzt werden muss, wenn wir nicht völlig
rreparable Schäden der Erdatmosphäre und unserer
rde erleben wollen. Der IPCC-Bericht betont, dass nur
ine deutliche Reduzierung der Treibhausgase den Kli-
awandel stoppen kann. Diese Elemente – ein klares
ekenntnis zum UNO-Prozess und eine Akzeptanz der
issenschaftlichen Erkenntnisse – sind die von den G 8
nmissverständlich anerkannte Basis für die Umweltmi-
ister bei ihrem Treffen auf Bali in diesem Jahr.

Hinzu kommen die Entscheidungen der Europäischen
nion, Kanadas und Japans, auf die die G 8 ausdrück-

ich Bezug nehmen, wenn sie vereinbaren, ernsthaft in
etracht zu ziehen, die Treibhausgase bis zum Jahre
050 mindestens zu halbieren. Diese Ergebnisse sind ein






(A) )



(B) )


Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
enormer Fortschritt, den viele Beobachter noch vor we-
nigen Wochen für völlig undenkbar gehalten haben.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


Möglich wurden sie, weil Europa geschlossen und ent-
schlossen für seine Überzeugungen eingetreten ist;


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)


möglich wurden sie, weil Europa Motor des weltweiten
Klimaschutzes ist.

Aber wir wissen auch, dass wir nur vorankommen
werden, wenn sich weltweit alle Emittenten zu ehrgeizi-
gen Maßnahmen bekennen. Dazu gehören natürlich zu-
erst die Industrieländer. Sie müssen zeigen, dass sie ihrer
historischen Verantwortung gerecht werden. Dazu gehö-
ren in zunehmendem Maße aber auch die Schwellenlän-
der; denn mit ihrem dynamischen wirtschaftlichen Auf-
holprozess wächst auch ihre Verantwortung für die
Lösung globaler Probleme.

Das gilt für alle Bereiche. Deshalb ist es unverzicht-
bar gewesen, dass sich die G-8-Staaten auf dem Gipfel
in Heiligendamm mit China, Indien, Brasilien, Mexiko
und Südafrika darüber verständigt haben, in den nächs-
ten zwei Jahren eine völlig neue Form des vertieften
Dialogs über zentrale Fragen der Weltwirtschaft zu füh-
ren. Damit haben wir den sogenannten Heiligendamm-
prozess begründet, eine Neuheit, die aus meiner Sicht
unverzichtbar ist.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


Die G 8 haben in Heiligendamm an einer weiteren
Stelle gezeigt, dass sie über ihren Tellerrand schauen.
Wir haben unser großes Engagement für die Zukunft
Afrikas bekräftigt. Wir haben die weitreichenden Zusa-
gen, die wir in den letzten Jahren zur Steigerung der öf-
fentlichen Entwicklungsleistungen gerade für Afrika ge-
macht haben, bestätigt. Dies gilt auch für Deutschland.
Wir werden unsere Zusagen einhalten und wollen bis
2011 zusätzlich 3 Milliarden Euro für die Entwicklungs-
hilfe bereitstellen. Wir werden darüber hinaus neue
Wege gehen müssen, zum Beispiel im Hinblick auf inno-
vative Finanzinstrumente. So könnte ich mir vorstellen,
dass wir im Rahmen der parlamentarischen Beratungen
zur Versteigerung von CO2-Zertifikaten auch Projekte
des Klimaschutzes im Sinne der Entwicklungspolitik
vereinbaren.

Wir haben in Heiligendamm im Kampf gegen HIV/
Aids, Malaria und Tuberkulose neue, wichtige Im-
pulse gesetzt: für den Zugang zu Medikamenten, für das
Millenniumsziel des Kampfes gegen diese Krankheiten
sowie für eine Stärkung der Gesundheitssysteme. Dafür
sollen mindestens 60 Milliarden US-Dollar zur Verfü-
gung gestellt werden. Deutschland selbst wird dafür bis
2015 insgesamt 4 Milliarden Euro aufbringen. Das
schließt einen substanziellen deutschen Beitrag zur Wie-
derauffüllung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von
HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria auf der Finanzie-
rungskonferenz im September hier in Berlin, in Deutsch-
land, mit ein.

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(C (D Ich sage an dieser Stelle allerdings ganz klar: Enticklungshilfe allein wird nicht ausreichen, um die Mil enniumsziele zu erreichen. Bessere Regierungsführung, ehr und nachhaltige Investitionen, Wirtschaftswachs um, faire Handelschancen – diese Elemente sind minestens so wichtig wie finanzielle Hilfen. (Beifall bei der CDU/CSU, der SPD und der FDP)


ie sind der Schlüssel für die Entwicklung und für Ar-
utsbekämpfung auch und gerade in Afrika.

Wichtig in diesem Zusammenhang – übrigens nicht
ur für die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas, sondern
ür die Weltwirtschaft insgesamt – wäre ein Erfolg der
aufenden Doharunde; auch darüber wurde in Heiligen-
amm ausführlich gesprochen. Alle, die dabei waren,
aren sich einig, dass ein Durchbruch in diesem Jahr
so besagen es auch die Dokumente – wünschenswert

nd wichtig wäre.


(Zurufe vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Sie hätten das alles ja schon lösen können. Das ist
icht passiert.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP – Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wer hat es denn blockiert? Sie haben es doch blockiert!)


Meine Damen und Herren, dass wir insgesamt auf ei-
en erfolgreichen G-8-Gipfel in Heiligendamm zurück-
licken können, dass wir unseren Gästen und der Weltöf-
entlichkeit ein gutes Bild unseres Landes gezeigt haben,
azu haben – ich denke, darüber sind wir uns einig –
icht zuletzt unsere Polizei und all unsere Sicherheits-
räfte beigetragen.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


ie haben einen ungestörten Ablauf aller Veranstaltun-
en – übrigens auch der friedlichen Demonstrationen –
nd die Sicherheit unserer Staatsgäste gewährleistet.
eshalb möchte ich all denen, die daran beteiligt waren,

n dieser Stelle meinen Dank, den Dank der Bundesre-
ierung und sicherlich auch den Dank des ganzen Hau-
es übermitteln.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)


Während unserer EU-Ratspräsidentschaft haben wir
it allen G-8-Partnern außerhalb der Europäischen
nion EU-Gipfel abgehalten: mit den USA, mit Russ-

and, mit Kanada und mit Japan. Zahlreiche einzelne
ichtige, konkrete Abmachungen wurden getroffen. Ge-

ade diese Gipfel haben eines ganz deutlich gemacht:
emeinsam können wir Europäer unsere Anliegen in der
elt zur Geltung bringen; gemeinsam können wir auch
ichtige außenpolitische Weichen stellen.

So hat sich die deutsche Ratspräsidentschaft von Be-
inn an dafür eingesetzt, dass das Nahost-Quartett einen
euen Anlauf für den Friedensprozess in Nahost nimmt.
ie Ereignisse der letzten Tage bedrücken. Wir fordern






(A) )



(B) )


Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
alle auf, der Gewalt ein Ende zu machen. Es gibt keine
Alternative zu einem Verhandlungsprozess, zu einer
Zweistaatenlösung. Die Bundesregierung wird sich mit
aller Kraft weiter dafür einsetzen.


(Beifall bei der CDU/CSU, der SPD und der FDP sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


In der Statusfrage des Kosovo hat sich die deutsche
Ratspräsidentschaft in den letzten Monaten nachdrück-
lich für eine geschlossene Haltung der Europäischen
Union eingesetzt. Wir arbeiten weiter an einer raschen
und für alle Seiten akzeptablen Lösung.

Der Europäische Rat wird darüber hinaus einen Be-
richt über die Vertiefung der europäischen Nachbar-
schaftspolitik annehmen. Dabei geht es insbesondere um
Angebote für einen besseren Zugang der Nachbarn
Europas zum Binnenmarkt und um ein neues, leistungs-
bezogenes Finanzierungsinstrument für reformbereite
Staaten.

Außerdem werden wir eine Zentralasienstrategie ver-
abschieden. Mit ihr will die Europäische Union ihre
Politik gegenüber dieser Region zur Förderung von De-
mokratie und Menschenrechten sowie zu Energie- und
Umweltfragen besser koordinieren.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


Praktische Fortschritte auf wichtigen Politikfeldern
sind das eine; sie sind unverzichtbar. Die Stärkung des
Gemeinschaftsgefühls der Europäerinnen und Europäer
ist das andere; das ist mindestens ebenso wichtig. Der
25. März dieses Jahres war dafür ein wichtiger Tag. In
Berlin haben wir den 50. Geburtstag der Römischen Ver-
träge gefeiert. Wir haben nicht nur Rückschau betrieben
– die war ohne Zweifel wichtig; denn wir sind dankbar
für 50 Jahre Leben in Frieden und Freiheit; wir Europäer
sind zu unserem Glück vereint –, sondern auch der Aus-
blick auf die Zukunft hat diesen Festtag geprägt. Dabei
haben wir uns die gemeinsame Verantwortung der
27 Regierungen für Europa bewusst gemacht.

Das Bewusstsein für diese gemeinsame Verantwor-
tung muss auch den Europäischen Rat in der nächsten
Woche leiten, der sich vor allem mit dem weiteren Pro-
zess des Verfassungsvertrages beschäftigen wird. Im
Juni 2006, also vor einem Jahr, hatte der Europäische
Rat dem deutschen Ratsvorsitz dazu einen Auftrag er-
teilt. Er lautete so kurz wie klar: Deutschland soll einen
Fahrplan für das weitere Vorgehen im Verfassungspro-
zess vorlegen. Ich sage unumwunden: „Fahrplan“ ist ein
geradezu schlichtes, ein zu einfaches Wort für eine wahr-
hafte Herkulesaufgabe.

Führen wir uns noch einmal kurz vor Augen, wo wir
am Anfang dieser Aufgabe standen. Seit nunmehr über
15 Jahren bestimmt die Frage der Reform der europäi-
schen Verträge die öffentliche Debatte in und über
Europa: Von Maastricht nach Amsterdam, von Amster-
dam nach Nizza – Jahr für Jahr folgte ein Reformschritt
auf den anderen, auch in immer kürzer werdenden zeitli-
chen Abständen. Aber was nicht folgte, war die volle
Handlungsfähigkeit einer größeren, erweiterten Europäi-

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(C (D chen Union. So konnte keiner dieser Reformschritte das ewährleisten, was eigentlich nötig ist, nämlich Handungsfähigkeit. Dann kam das Projekt einer europäischen Verfassung, in großes Projekt. Das Schicksal ist bekannt: Zwar urde sie von 18 Mitgliedstaaten ratifiziert, durch zwei blehnende Volksabstimmungen wurde sie jedoch zum alten gebracht. Nun war guter Rat teuer. Stillstand trat in. Eine Denkpause wurde verordnet; denn jeder usste: Europa muss auch nach 2009, also nach der ächsten Europawahl, handlungsfähig sein, und sei es ur im Hinblick auf das Aussehen der Kommission oder en möglichen Beitritt weiterer Länder; ich erinnere nur n die Verhandlungen mit Kroatien. Auf der Festveranstaltung zum 50. Geburtstag der ömischen Verträge in Berlin konnte dieser Stillstand rstmals aufgebrochen werden. In der dort verabschiedeen Berliner Erklärung wurde das Zieldatum für das Inrafttreten einer, wie es dort heißt, „erneuerten gemeinamen Grundlage“ gesetzt: das Jahr 2009. Dieses klare ekenntnis aller 27 Regierungen, des Europäischen Par aments und der Kommission für eine erneuerte gemeiname Grundlage ab 2009 war ein wichtiger Schritt. Er chaffte vor allen Dingen heilsamen Zeitdruck. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


Machen wir uns nichts vor: Europa steht vor neuen
ufgaben, nach innen und vor allen Dingen nach außen.
ie Bürgerinnen und Bürger erwarten von uns Politi-
ern, dass wir uns so schnell wie möglich wieder mit ih-
en Problemen beschäftigen und nicht weiter und lang-
ierig mit uns selbst. Seit Januar hat der deutsche
atsvorsitz deshalb konzentriert und vertraulich mit al-

en Partnern in der EU verhandelt, sowohl bilateral als
uch gemeinsam. Die Vertraulichkeit, über die mancher-
rten gesprochen wird, ist absolut erforderlich. Sie war
wingend, um in der kurzen Zeit, die wir haben, den uns
estellten Auftrag zu erfüllen und einen Fahrplan über-
aupt vorlegen zu können.

In unzähligen Konsultationen haben wir zunächst die
olitischen Hauptanliegen der Partner ausgelotet. Es
iegt auf der Hand, dass die Regierung eines Landes, in
em der Verfassungsvertrag durch eine Volksabstim-
ung abgelehnt wurde, einen völlig anderen Blick auf

as Problem hat als eine Regierung, die den Vertrag rati-
iziert hat, wie auch die Bundesregierung und das deut-
che Parlament.


(Zuruf von der LINKEN)


Die Mitgliedstaaten ihrerseits sind mit ihren Anliegen
n uns herangetreten. Wir haben alle diese Anliegen ge-
rüft. Wir haben dort, wo es geht, versucht, sie miteinan-
er zu vereinbaren. In den letzten Wochen hat sich die
ahl der offenen Fragen auf eine überschaubare Anzahl
on Punkten reduziert. Die allerdings haben es zum Teil
irklich in sich. Mit ihnen muss sich der Europäische
at in der nächsten Woche befassen.

Ein Ergebnis können wir schon jetzt festhalten: Heute
rbeiten wieder alle Partner an einem gemeinsamen Pro-






(A) )



(B) )


Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
jekt. Ich sage aber auch offen: Hätten wir diese gemein-
same Basis nicht geschaffen, dann wäre der Versuch, ei-
nen Fahrplan für den weiteren Verfassungsprozess
vorzulegen, von vornherein zum Scheitern verurteilt ge-
wesen.


(Zuruf von der LINKEN)


So haben wir jetzt die Chance, diesen Fahrplan zu verab-
schieden. Ich sage: Wir haben die Chance, nicht mehr
und nicht weniger. Denn die noch vor uns liegenden
Schritte dürfen wir nicht unterschätzen.

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich betonen:
Deutschland hat in den letzten Wochen und Monaten
von vielen Partnern aus den Mitgliedstaaten große Un-
terstützung erfahren. Ohne diese Unterstützung wären
wir niemals an dem Punkt, an dem wir heute sind.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


Ende der Woche werden die Außenminister in Brüssel
den an die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten heute zu
verschickenden Bericht des deutschen Vorsitzes über un-
sere Konsultationen beraten. Dieser Bericht gibt auch
Auskunft über eine Hauptsorge der Bürgerinnen und
Bürger Europas: die Sorge vor einer Europäischen
Union, die sich zu einem sogenannten Superstaat ent-
wickeln könnte. Gemeint ist die Sorge vor einer unnöti-
gen Schwächung der Nationalstaaten. Denn sie sind für
die Menschen vertraute Heimat und notwendige Orien-
tierung. Gemeint ist auch die Sorge vor zu vielen büro-
kratischen Regelungen aus Brüssel, die unsere eigenen
Traditionen nicht ausreichend achten.

Wir alle, denke ich, sind gut beraten, diese Sorgen
ernst zu nehmen. Der zu verabschiedende Fahrplan soll
deshalb den Vorschlag enthalten, die notwendige Reform
der Verträge durch einen sogenannten Änderungsver-
trag zu unternehmen – dies ist ein Rechtsinstrument, das
uns in Europa seit Maastricht, Amsterdam und Nizza
vertraut ist –: ein Reformvertrag in Gestalt eines Ände-
rungsvertrages einerseits und damit die Möglichkeit für
die notwendige Handlungsfähigkeit der Europäischen
Union andererseits. Dabei wollen wir die Fortschritte
aus dem ursprünglichen Verfassungsvertrag in diesen
Reformvertrag überführen und in Kraft treten lassen.
Das heißt, wir wollen die Substanz des Vertrages erhal-
ten, ohne die Bürgerinnen und Bürger zu überfordern.


(Zuruf von der LINKEN: Und ohne sie zu beraten!)


Sie werden sicher verstehen, dass ich den Ergebnissen
der Beratungen im Rat in der nächsten Woche nicht vor-
greifen kann. Aber schon jetzt zeichnet sich ab: Staats-
ähnliche Bezeichnungen und Symbole werden in einen
neuen Vertrag nicht aufgenommen. Sie stehen für zu
viele unserer Partner für den sogenannten europäischen
Superstaat, von dem ich vorhin gesprochen habe. Ich
teile diese Sorge nicht, aber ich habe sie zu respektieren.
Denn wir wissen doch alle: Nicht immer sind es ganz
konkrete sachliche Fragen, Paragrafen und Kompeten-
zen, die die Menschen bewegen. Oft geht es auch um

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(C (D ragen des – im eigentlichen Sinne des Wortes – Selbsterständnisses von Staaten und ihren Bürgern. Dies führt uns übrigens zu der Diskussion über die ünftige Stimmenverteilung zwischen den Mitgliedtaaten, die in Polen, wie Sie wissen, intensiv geführt ird. Ich halte nichts davon, diese Frage heute Morgen uszublenden oder unter den Teppich zu kehren. Das ilft uns nicht weiter. Das Problem steht im Raum. Eine ösung ist noch nicht in Sicht. Sie kann nur einstimmig efunden werden, und sie kann – damit das ganz klar ist – ur in einer Form bestehen, die Europa insgesamt weierhilft. (Beifall bei der CDU/CSU, der SPD und der FDP)


Das müssen wir beachten. Wir brauchen eine Lösung,
ie Europa insgesamt weiterhilft. Wir müssen sehen, ob
ns das gelingt. Das ist heute noch völlig offen. Um auch
nabhängig von diesem Punkt Europas Handlungsfähig-
eit zu stärken, müssen wir die Abgrenzung der Zustän-
igkeiten zwischen der Europäischen Union und den
itgliedstaaten noch deutlicher als bislang herausarbei-

en. Denn darum geht es uns: Wir wollen die Sorgen und
nliegen der Bürgerinnen und Bürger aufnehmen und
leichzeitig die Handlungsfähigkeit für die Zukunft si-
hern. Das sind zwei Seiten einer Medaille.

Meine Damen und Herren, die weitere Arbeit wird
nter den nachfolgenden Vorsitzen Portugals und Slowe-
iens fortgesetzt, mit denen wir im Trio zusammenarbei-
en. Aber heute ist klar: Nach zwei Jahren Denkpause in
llen Mitgliedstaaten und nach sechs Monaten intensiver
onsultationen wollen wir jetzt einen deutlichen Schritt
ach vorne schaffen.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)


Wir wollen in der nächsten Woche einen Fahrplan
ür den weiteren Verfassungsprozess verabschieden. Ob
as gelingt, hängt gewiss nicht allein von uns ab. Aber
ir werden das Unsrige tun. Gelingt das nicht, dann ist
as noch nicht der Untergang Europas – natürlich nicht –,
ber dann hat das kaum zu beschreibende, schwerwie-
ende Folgen für die Zukunft Europas. Die Aufrichtig-
eit dieser Debatte in diesem Haus gebietet es aus mei-
er Sicht, dass ich auch darauf heute Morgen hinweise.
chönreden hilft uns nicht weiter.


(Beifall der Abg. Oskar Lafontaine [DIE LINKE] und Dr. Diether Dehm [DIE LINKE])


Gelingt es uns aber, in der nächsten Woche einen
ahrplan zu verabschieden, dann könnte sich die Euro-
äische Union mit größerer Handlungsfähigkeit und
euem Schwung um die Bewältigung der politischen
ufgaben innerhalb und außerhalb Europas kümmern.
as ist es, was die Bürger Europas von uns erwarten,
nd zwar zu Recht. Dafür setzt sich die ganze Bundes-
egierung mit aller Kraft ein.

Herzlichen Dank.


(Anhaltender Beifall bei der CDU/CSU und der SPD – Beifall bei Abgeordneten der FDP)







(A) )



(B) )


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1610300200

Ich eröffne die Aussprache. Erster Redner ist der Vor-

sitzende der FDP-Fraktion, Dr. Guido Westerwelle.


(Beifall bei der FDP)



Dr. Guido Westerwelle (FDP):
Rede ID: ID1610300300

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Her-

ren! Ich möchte vorab etwas zu den Ergebnissen von
Heiligendamm sagen, wie auch Sie, Frau Bundeskanz-
lerin, es in Ihrer Regierungserklärung getan haben. Ich
denke, man kann unterm Strich zusammenfassen, dass
die Ergebnisse von Heiligendamm im Großen und Gan-
zen positiv zu beurteilen sind. Das ist ein Fortschritt, so-
wohl für uns in Deutschland als auch für die ganze Welt.
Dieser Fortschritt reicht zwar nicht aus, aber Fortschritt
ist immer besser als Stillstand oder Rückschritt. Gemes-
sen daran, dass übrigens auch aus den Reihen der Regie-
rung noch am Tag vor dem Beginn des Gipfels erklärt
worden ist, dass er scheitern wird, sind dabei ganz stattli-
che Ergebnisse herausgekommen.


(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


Ich hoffe, die Damen und Herren von der SPD gestat-
ten mir, dass ich es, obwohl ich der Opposition ange-
höre, würdige, wenn die Regierung ordentliche Ergeb-
nisse vorlegt. Ich halte jedenfalls nichts davon, wenn
man diese Ergebnisse, die in der Tat Fortschritt bedeu-
ten, zerredet, kaputtmeckert.


(Heiterkeit bei Abgeordneten der FDP und der CDU/CSU – Dr. Uwe Küster [SPD]: Das kann sich gegen Sie richten!)


Alles in allem sind das solide Ergebnisse.


(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


Ich möchte eingehen auf das, was aus den Reihen der
beiden anderen Oppositionsfraktionen gesagt worden ist.
Die Kollegen haben in fundamentaler Weise alles, was
im Hinblick auf den Klimaschutz beschlossen worden
ist, infrage gestellt und versucht, den Eindruck zu erwe-
cken, Sie könnten das alles besser. Sie von den Grünen
hatten sieben Jahre Zeit; doch etwas Besseres haben Sie
nicht zustande gebracht.


(Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Jetzt nicht neidisch werden, Herr Kollege!)


– Frau Kollegin Künast, lassen Sie mich sagen: Nicht
einmal die große Künast hätte in Heiligendamm mehr
herausgeholt.


(Heiterkeit und Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


Es muss auch darauf hingewiesen werden, dass eines
nicht zusammenpasst: In der Debatte vor Heiligendamm
wurde von den Grünen und der Linksfraktion die demo-
kratische Legitimation dieses Gipfels bestritten, nach
dem Motto: Was sitzen die da frecherweise zusammen
und verabreden die da? Aber hinterher sagen Sie, es sei
aus Ihrer Sicht nicht genug herausgekommen. Wenn die-

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(C (D er Gipfel aus Ihrer Sicht keine Legitimation hat, sollten ie bei Ihrer Beurteilung der Ergebnisse etwas zurückaltender sein. Der zentrale Punkt, der uns noch länger beschäftigen ird – das muss man positiv sehen –, ist die Rolle der ereinten Nationen. Ich lasse einmal dahingestellt, ob as Einlenken der Vereinigten Staaten von Amerika berwiegend oder lediglich auch auf das Verhandlungseschick der Bundeskanzlerin zurückzuführen ist. Ich laube, das wird stark mit dem innenpolitischen Druck n den Vereinigten Staaten zu tun haben. Wie dem auch ei: Dass die Vereinigten Staaten von Amerika, was die olle der Vereinten Nationen angeht, traditionell zurückaltend sind – das ist eine diplomatische Formulieung –, ist bekannt. Umso wichtiger ist, dass sich die ereinigten Staaten von Amerika bewegt haben. Ich will einen weiteren Punkt ansprechen: Es ist ichtig – der Deutsche Bundestag hat mehrfach darüber esprochen; auch die FDP hat das mehrfach angesprohen – und nicht zu unterschätzen, dass in der Frage der aketenstationierung Bewegung in die Diskussion wischen Russland und den Vereinigten Staaten gekomen ist. Das ist übrigens nicht nur das Ergebnis der Ar eit der Bundeskanzlerin, sondern – das sage ich unmwunden – mit Sicherheit auch das Ergebnis des irkens des Außenministers. Dass über dieses Thema esprochen wird, liegt im deutschen Interesse. Wir könen als Europäer kein Interesse daran haben, dass auf nserem Kontinent eine neue Rüstungsspirale in Gang esetzt wird. Deswegen ist es wichtig, dass wir Europäer ei den Gesprächen zwischen Moskau und Washington ine Rolle spielen. Die Stationierung amerikanischer Raeten ist schließlich keine Angelegenheit von zwei, drei der vier Staaten; sie geht ganz Europa an. Das ist auch icht nur eine Angelegenheit der NATO; das ist zuvörerst eine europäische Frage. Deshalb gehört es auf die uropäische Tagesordnung. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)


(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


Ich möchte noch eine Bemerkung zur Rolle der Poli-
istinnen und Polizisten beim Gipfel in Heiligendamm
achen. Ich halte es für erforderlich, dass – bei allem,
as man an der Taktik der Polizei kritisieren mag – unter
em Strich eines klar ist: Wenn dort Menschen, die sich
emonstranten nennen, mit Betonbrocken versuchen,

ungen Polizistinnen und Polizisten die Köpfe einzu-
chlagen, dann sind das keine Demonstranten, sondern
riminelle.


(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und der LINKEN)


ier ist eine klare Sprache gefordert. Das muss man als
emokrat sagen.

Sie haben einen Ausblick auf das gegeben, was auf
em EU-Gipfel unter Ihrer Präsidentschaft in der nächs-
en Woche eine Rolle spielen wird. In weiten Teilen
önnen wir als Freidemokraten uns mit dem Entschlie-
ungsantrag einverstanden erklären, den die beiden Ko-






(A) )



(B) )


Dr. Guido Westerwelle
alitionsfraktionen hier eingebracht haben. Ich habe gese-
hen, dass darüber bereits heute abgestimmt werden soll.
Das ist Ihre Entscheidung. Ich hätte es gut gefunden,
wenn der Versuch unternommen worden wäre, über die
Grenzen von Regierung und Opposition hinweg hier zu
einer gemeinsamen Mehrheit zu kommen.

In weiten Teilen finden wir das, was Sie vorgelegt ha-
ben, vernünftig. Aus unserer Sicht fehlen aber Aussagen
zur Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank.
Dieses Thema sprechen Sie in Ihrem Antrag nur sehr un-
terentwickelt bis gar nicht an. Ich weiß nicht, warum Sie
das nicht tun. Aus unserer Sicht ist das wichtig; denn wir
als Deutsche legen auf die Europäische Zentralbank und
ihre Unabhängigkeit weiterhin großen Wert.


(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)


Zum Schluss noch etwas zur europäischen Verfas-
sung, zum Verfassungsprozess und zu dem, was Sie dazu
gesagt haben. Das wird ohne Frage nicht nur für Sie,
sondern auch für die beiden folgenden Präsidentschaften
eine unglaublich schwierige Aufgabe werden. Ich muss
Ihnen klar sagen, dass es keinen Grund dafür gibt, dass
sich die Opposition hier gegen die Regierung stellt. Wir
haben den Verfassungsvertrag hier im Deutschen Bun-
destag mit riesiger Mehrheit beschlossen. Wir sollten
deshalb auch bei der Durchsetzung unseres gemeinsa-
men Interesses, den ins Stocken geratenen Verfassungs-
prozess doch noch zu einem guten Ergebnis zu führen,
zu einer großen Mehrheit kommen; denn das liegt in un-
serem deutschen Interesse. Wenn es nur zur Erweite-
rung, aber nicht zur Vertiefung Europas kommt, dann
verliert Europa das Vertrauen der Bürger und dann sind
unsere Institutionen nicht mehr handlungsfähig. Deswe-
gen muss die Vertiefung Europas für das ganze Hohe
Haus des Deutschen Bundestages von herausragender
Bedeutung sein. Es ist Angelegenheit nicht nur der Bun-
desregierung, sondern des ganzen Parlaments, dass die-
ser Verfassungsprozess zu einem Ergebnis geführt wird.

Wir wissen, dass der Verfassungsvertrag abgespeckt
werden wird, dass er nach den fehlgeschlagenen Volks-
abstimmungen kaum in derselben Form wieder vorge-
legt werden kann. Es ist aber richtig, dass Sie ehrgeizig
versuchen, das, was darin steht, zu retten. Dies gilt ins-
besondere für die demokratische Kontrolle durch das
Europäische Parlament und die nationalen Parlamente.
Wir müssen hier eine Phase der Demokratisierung der
europäischen Institutionen einleiten und durchsetzen.


(Dr. Werner Hoyer [FDP]: So ist es!)


Das muss in jedem Fall am Ende des Verfassungsprozes-
ses stehen. Das ist viel wichtiger als jede Symbolik. Es
war richtig, dass Sie darauf in Ihrer Regierungserklärung
einen Akzent gesetzt haben.


(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)


Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn der neue Ver-
fassungsvertrag wieder an einigen Mitgliedsländern
scheitert, dann sollte sich Deutschland entschließen, mit
den Ländern, die ihn wollen, zu einer vertieften Integra-

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(C (D ion im Rahmen der verstärkten Zusammenarbeit zu ommen. Es kann nicht sein, dass durch das Veto einzeler Staaten – mögen sie uns noch so nahe sein, und ögen sie auch unsere Nachbarn sein – der gesamte uropäische Integrationsprozess abgebrochen wird. adurch würde Europa als Ganzes riskiert. Möglichereise wird kein Weg daran vorbeiführen, dass wir, wie ei der Eurozone, neue Schritte gehen müssen. Diejenien, die in Europa Avantgarde sein wollen, müssen dann uch Avantgarde sein dürfen. Wir haben jetzt die letzte hance zur Schaffung einer europäischen Verfassung. mso wichtiger ist es, dass wir diese Chance ergreifen. Frau Bundeskanzlerin, Sie haben am Schluss Ihrer egierungserklärung gesagt: Die Bürger erwarten, dass ir uns mit ihren Problemen befassen und dass wir uns icht mit uns selbst befassen. Sie haben das auf die euroäischen Institutionen bezogen. Das könnte eins zu eins uch für die deutsche Regierung gelten. eswegen möchte ich Ihnen in aller Gelassenheit sagen: o viel Gemeinsamkeit es im Hohen Hause hinsichtlich hrer Präsidentschaft und unserer gemeinsamen deutchen Ziele in der Außenund in der Europapolitik gibt: s ist sicher – quasi wie das Amen in der Kirche –, dass uch Sie nicht ewig auf roten Teppichen gehen können. (Jürgen Trittin [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Gelb-schwarz!)


(Beifall bei der FDP)


ie Innenpolitik ruft bereits. Dort müssen Sie Ihre Haus-
ufgaben machen. Miss World ist schön, Miss Germany,
ie in Deutschland ihre Hausaufgaben macht, ist ge-
auso gefragt.

Vielen herzlichen Dank.


(Beifall bei der FDP – Jürgen Trittin [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das war aber eine kurze Bewerbungsrede!)



Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1610300400

Hans-Ulrich Klose ist der nächste Redner für die

PD-Fraktion.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des Abg. Jürgen Trittin [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])



Hans-Ulrich Klose (SPD):
Rede ID: ID1610300500

Vielen Dank, Herr Präsident, für die Glückwünsche;

ielen Dank, liebe Kolleginnen und Kollegen. Wo
önnte ein Parlamentarier einen solchen Geburtstag bes-
er feiern als im deutschen Parlament?


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der FDP und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Dr. Guido Westerwelle [FDP]: Da hätte ich Vorschläge!)


Ich wurde, wie Sie leicht errechnen können, 1937 in
reslau geboren, also gut zwei Jahre vor Beginn des
weiten Weltkrieges. Bei Kriegsende war ich noch nicht
anz acht Jahre alt. Das war alt genug, um kindgemäße
rinnerungen an die Nazizeit und an den Krieg zu ha-





)


(B) )


Hans-Ulrich Klose
ben. Ich finde, es ist gut, sich zu erinnern, auch wenn die
Erinnerungen nicht gut sind.

Den Neubeginn in Deutschland, die Wiederaufbau-
phase und die nach Churchills Züricher Rede 1946
Schritt für Schritt einsetzende Neuordnung Europas hin
zur zunächst westeuropäischen Einheit habe ich als
Teenager miterlebt, nicht unbedingt mit hohem Sachver-
stand, aber mit ungebrochener jugendlicher Begeiste-
rung. Meine Begeisterung hat sich mit Schwankungen
bis heute gehalten. Für mich ist Europa eine Erfolgsge-
schichte; denn wer gesehen und miterlebt hat, was Euro-
pa, was Deutschland am Ende des Krieges war, der kann
es kaum glauben: Der am Abgrund taumelnde Kontinent
erholte sich – wirtschaftlich und politisch von den Verei-
nigten Staaten von Amerika unterstützt – nach erstaun-
lich kurzer Zeit. Ich glaube, es ist 60 Jahre her, dass der
amerikanische Außenminister Marshall seine berühmte
Rede gehalten hat, die dann zum European Recovery
Program, genannt Marshallplan, geführt hat.

Amerika ist heute nicht mehr so populär wie in den
ersten Dekaden nach der Katastrophe. Warum das so ist,
bleibt eine interessante Frage. Noch mehr aber interes-
siert mich, wie es um Europa steht. Wie populär ist die
EU? Wie sieht die Begeisterung der Deutschen für die
EU aus? Ich glaube, dass noch immer die große Mehr-
heit der Europäer und der Deutschen die europäische
Einheit will und unterstützt. Es lässt sich aber nicht über-
sehen: Die Skepsis ist gewachsen. Warum? Die Erfolge
des europäischen Prozesses werden inzwischen als
selbstverständlich – also in Wahrheit gar nicht mehr –
wahrgenommen. Die negativen Begleiterscheinungen
werden dagegen überbetont und dramatisiert.

Europa durchlebt gegenwärtig eine Phase doppelter
Globalisierung: einer europäischen und einer globalen.
Mit der Implementierung der sogenannten Europäischen
Akte zum 1. Januar 1993 entstand der gemeinsame
europäische Markt, der freie Verkehr für Menschen,
Kapital, Güter und – verspätet – auch für Dienstleistun-
gen. Für Kritiker war das der neoliberale Sündenfall. Die
Auswirkungen des größeren Marktes und des verstärkten
Wettbewerbs zeigten sich sofort. Sie waren bei annä-
hernd gleichen Wettbewerbsbedingungen positiv. Das
hat sich aber inzwischen leicht geändert. Heute gibt es
innerhalb der EU erhebliche Lohnkostendifferenzen: Die
polnischen Löhne betragen etwa ein Fünftel der deut-
schen. Die bulgarischen und rumänischen Löhne betra-
gen etwa ein Fünftel der polnischen. Die Löhne im indi-
schen und im chinesischen Raum liegen noch niedriger.
Die Konsequenzen dieser Situation können Sie jeden
Monat miterleben, weil kostenintensive Betriebe ihre
Betriebe ganz oder zum Teil in Niedriglohnländer verla-
gern.

Wenn ich das mittel- und langfristig beobachte, dann
glaube ich, dass die Konsequenzen dieser Entwicklung
eher positiv sind, weil dadurch der Wettbewerb gestärkt
wird. Die Produkte werden billiger, es findet in Europa
und darüber hinaus Entwicklung statt. Nur, dem einzel-
nen Arbeitnehmer, der wegen solcher Betriebsverlage-
rungen seinen Job verliert, können Sie damit nicht kom-
men. Er erwartet von der politischen Seite Schutz.

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(C (D (Beifall des Abg. Oskar Lafontaine [DIE LINKE])


iese Schutzforderung läuft in Wahrheit nicht auf Soli-
arität, sondern auf Abschottung hinaus.

Ich persönlich glaube nicht, dass Abschottung das
ichtige Rezept ist.


(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU, der FDP und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


ch glaube, es ist besser, die Entwicklung zu gestalten,
ndem wir Regeln und Standards erarbeiten. Das könn-
en wir besser als bisher, wenn der Verfassungsvertrag
chon in Kraft wäre.


(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU, der FDP und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


b wir ihn bekommen, weiß ich nicht. Ich hoffe es; aber
s wird sehr schwierig werden. Es wird schwierig sein,
s allen recht zu machen, und zwar denen, die den Ver-
assungsvertrag schon ratifiziert haben, denen, die ihn
och ratifizieren wollen, und denen, die Schwierigkeiten
aben oder machen, nämlich Großbritannien, Polen,
schechien und die Niederlande.

Ich wünsche Ihnen sehr, Frau Bundeskanzlerin, dass
s Ihnen mit Ihrer inzwischen gerühmten „zwischen
artnäckigkeit und Charme pendelnden Verhandlungs-

ührung“ gelingt, den Weg zu einer verbesserten Hand-
ungs- und Gestaltungsfähigkeit der EU zu ebnen.


(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)


ass Sie es können, haben Sie, wie ich finde, im März
ieses Jahres bewiesen, als es letzten Endes doch gelang,
erpflichtende Aktionspläne zur europäischen Energie-
olitik und zum Klimaschutz zustande zu bringen.

Auch in der vergangenen Woche in Heiligendamm ist
hnen das viel besser gelungen, als von vielen erwartet.
nttäuscht konnte nur sein, wer den Charakter des G-8-
reffens missverstanden hatte. Da tagte nämlich keine
eltregierung und kein exklusiver Security Council,

ondern eine Gruppe von Staatslenkern, die Meinungen
usgetauscht und sich auf politische Ziele bzw. Ab-
ichtserklärungen geeinigt haben, die sie national und in-
ernational durchsetzen wollen. Sie sind sozusagen Im-
ulsgeber, deren demokratische Legitimation real und
icht angemaßt war wie bei einigen mehr oder weniger
riedlichen G-8-Kritikern.


(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)


Wer sich im Meinungsbildungsprozess auf Kompro-
isse einlässt, der handelt demokratisch. Bedauern kann

as nur, wer von sich glaubt, dass er alles besser weiß.
ür mich war Heiligendamm ein Erfolg. Genauer gesagt,
s kann zu einem Erfolg werden, wenn die Absichtser-
lärungen auch umgesetzt werden. Darauf muss sich die
undesregierung jetzt konzentrieren.


(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU sowie des Abg. Dr. Guido Westerwelle [FDP])


ch denke, dass wir als Parlamentarier die Bundesregie-
ung dabei begleiten werden.

(A)







(A) )



(B) )


Hans-Ulrich Klose
Zurück zum europäischen Gipfel: Ich möchte noch
zwei Punkte ansprechen. Erstens. Ich finde, es müsste
nach den Erklärungen des französischen Präsidenten
Sarkozy zu den Beitrittsverhandlungen mit der Tür-
kei ein klärendes Wort gesprochen werden.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU – Beifall beim BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


Die Europäische Union hat sich mit der Türkei auf Bei-
trittsverhandlungen mit dem Ziel des Beitritts geeinigt.
Diese Vereinbarung gilt und kann nicht von einem Mit-
gliedsland einseitig infrage gestellt werden. Wo kämen
wir da hin?


(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


Die Verhandlungen können scheitern – das wissen wir
alle –, aber ich finde, die EU muss Vereinbarungen ein-
halten. Das gilt übrigens auch für die Türkei. Das zyprio-
tische Problem bleibt, es erledigt sich nicht durch
Nichtstun.


(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU, der FDP und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


Der zweite Punkt betrifft die politische Befindlichkeit
bzw. die Finalität der Europäischen Union. Ich er-
wähnte anfangs, dass Amerika den Prozess der europäi-
schen Einigung von Anbeginn an materiell und politisch
gefördert hat. Das ist noch immer der Fall, wenngleich
man – wenn man sich häufig in den USA aufhält – er-
kennen muss, dass sich die geostrategischen Interessen
der USA nach dem Ende des Kalten Krieges deutlich
verlagert haben, und zwar von West- nach Osteuropa, in
den Nahen und Mittleren Osten, nach Zentral- und Ost-
asien. Aus der Sicht der Supermacht USA ist das ver-
ständlich, jedenfalls nachvollziehbar. Befördert wird es,
wenn und weil in den USA immer häufiger zweifelnd
gefragt wird, wohin dieses einige Europa unter wessen
Führung steuert.

Analysten in den USA registrieren, dass es höchst un-
terschiedliche europäische Konzepte gab und gibt: ers-
tens das pragmatische, auf Freihandel und konkrete Pro-
jekte gerichtete Europa, von dem in Großbritannien
häufiger als anderswo die Rede ist, zweitens Europa als
Gegenmacht zu den USA – ob solche französischen Vor-
stellungen nach dem Wechsel von Chirac zu Sarkozy
weiterverfolgt werden, weiß ich nicht; Sarkozy gilt als
eher proatlantisch – und drittens die traditionelle deut-
sche Position, wonach die EU als gleichberechtigter
Partner im transatlantischen Bündnis anzusehen ist.

Ich bin entschieden für die letztgenannte, für die deut-
sche Sicht, nicht zuletzt deshalb, weil mit ihr keine Re-
gierung in Europa vor die Wahl gestellt wird, sich zwi-
schen Europa und den USA entscheiden zu müssen.


(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU und der FDP)


Diese Sicht ist es auch, die nach meiner Einschätzung
am ehesten geeignet ist, einen Rückfall Europas in Na-

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(C (D ionalismen zu verhindern. Eine leichte Welle der Renaionalisierung gibt es, nicht dramatisch, aber es gibt sie; n einigen Ländern, wie wir wissen, stärker ausgeprägt ls in anderen. Sie wird, so hoffe ich, im Sande verlauen, wenn wir uns in Geduld üben, den Ausgleich suchen nd die Vetomentalität überwinden, wenn die angeblich roßen die Sorgen der angeblich Kleinen ernst nehmen, enn wir Gemeinsamkeiten betonen und Trennendes eiseiteräumen, Schritt für Schritt und – ich wiederhole ich – geduldig. Frau Bundeskanzlerin, ich wünsche Ihnen viel Erfolg n Brüssel. (Beifall bei der SPD, der CDU/CSU und der FDP)



Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1610300600

Das Wort erhält nun der Kollege Oskar Lafontaine,

raktion Die Linke.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])



Oskar Lafontaine (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1610300700

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Her-

en! Selbstverständlich ist es gut, wenn sich die führen-
en Industriestaaten zusammensetzen, um darüber zu
eraten, wie man Dinge in der Welt voranbringen kann.
ber die Legitimation einer solchen Zusammenkunft
rauchen wir also nicht zu sprechen. Es ist ebenfalls zu
egrüßen, wenn sich diese Industriestaaten dazu ent-
chließen – das ist mittlerweile geschehen –, wichtige
änder einzubeziehen, die lange Zeit ausgeklammert
aren, ohne die aber eine Steuerung der Weltwirtschaft
nd andere Fragen, die die gesamte Welt betreffen, nicht
u bewältigen wären. So weit, so gut.

Die für uns entscheidende Frage ist, ob die jetzige
orm der Zusammenkunft richtig ist. Ich teile die
uffassung des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut
chmidt, der wesentlich am Zustandekommen dieser
ipfel beteiligt war, dass die jetzige Form der Zusam-
enkunft dem Anliegen nicht mehr angemessen ist. Es

st ein kostenaufwendiges Medienspektakel. Das, was
abei herauskommt, wurde von Beamten längst vorbe-
eitet.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Nun haben angeblich drei Themen den G-8-Gipfel in
eiligendamm bestimmt: das Umweltthema, die Stabili-

ät der internationalen Finanzmärkte und die Entwick-
ungshilfe. Ich möchte zuerst etwas zum Umweltthema
agen. Ich kann die positiven Beurteilungen, die bislang
orgetragen wurden, nicht nachvollziehen. Zur Minde-
ung des CO2-Ausstoßes eine simple Bemerkung: Wenn
emand die Absicht bekundet, zu prüfen, dann ist das in
rdnung. Wenn jemand sagt, bis zum Jahr 2050 wolle
an eine Reduktion des CO2-Ausstoßes um 50 Prozent,

ann klingt das ganz gut. Aber jeder, der sich mit der Sa-
he befasst und festgestellt hat, dass noch nicht einmal
as Basisjahr genannt wurde, worauf sich solche Ziele
eziehen, muss zu dem Ergebnis kommen, dass hier die






(A) )



(B) )


Oskar Lafontaine
Unverbindlichkeit dominiert und nichts Konkretes he-
rausgekommen ist.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Das Zweite, was seit Jahrzehnten ein großes Thema
der G-8-Gipfel ist, ist die internationale Finanzstabili-
tät. Auch hier hat der Gipfel gar nichts zustande ge-
bracht. Das war zu erwarten; denn – das ist seit Jahr-
zehnten zu beobachten – solange die Wall Street die
amerikanische Politik dominiert oder – anders ausge-
drückt – die Wahlkämpfe der amerikanischen Präsident-
schaftskandidaten finanziert, solange die Londoner City
die britische Politik dominiert oder – anders ausgedrückt –
die Wahlkämpfe der britischen Parteien finanziert, so
lange wird es keine Vereinbarung geben, die uns bei der
internationalen Finanzstabilität voranbringt. Das ist der
Zusammenhang, über den man zumindest sprechen
muss.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Es gibt aber – wenn Sie trotz der Heuschreckenjäger,
die sich auch auf der Regierungsbank eingenistet haben,


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


schon dem Antrag der Linken nicht folgen wollen, kann
ich Ihnen das nachdrücklich empfehlen – Möglichkeiten
nationaler Regulierung.


(Zuruf der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel)


– Ja, Sie waren gemeint. – Hier hat der DGB einen be-
merkenswerten Vorschlag gemacht, der darauf hinaus-
läuft, zumindest die Banken stärker zu regulieren, die
den Hedgefonds Kredite zur Verfügung stellen.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Wenn die gesamte Fachwelt sagt – und wir wissen seit
der Krise des LTCM, dass das kein Märchen ist –, dass
das internationale Finanzsystem in eine Krise geraten
kann, was mit großen Verwerfungen für viele Volkswirt-
schaften und schlimmen sozialen Folgen verbunden ist,
dann kann man dieses Thema nicht einfach ignorieren
und nichts tun. Wir fordern nach wie vor eine Regulie-
rung der Hedgefonds.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Nächster Punkt: Entwicklungshilfe. Was dazu – auch
zur Hilfe für Afrika – zu sagen ist, hat die international
renommierte Organisation Oxfam gesagt. Sie hat darauf
hingewiesen, dass es hier Verrechnungsmöglichkeiten
gibt. Sie hat Rechnungen vorgelegt – ich will sie hier
nicht überprüfen –, nach denen es nicht um 60 Milliar-
den, sondern allenfalls um 3 bis 4 Milliarden geht, weil
alle anderen ausgewiesenen Mittel bereits anderswo eta-
tisiert waren. Wenn das nur zur Hälfte stimmt, dann kann
man auch diese Entscheidungen nicht positiv bewerten.

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(C (D Nun komme ich aber zu dem Thema, das den Gipfel berlagert hat, nämlich dem Thema der Gewalt. Ich ill hier klar für meine Fraktion feststellen: Wir lehnen ewalt in jeder Form ab. Gewalt ist kein Mittel der Polik. (Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Dr. Guido Westerwelle [FDP] und des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


s ist bedauerlich, dass einzelne junge Menschen in un-
erem Land immer noch glauben, sie könnten politische
robleme mit Gewalt lösen. Wir können niemals hinneh-
en – auch das möchte ich klar sagen –, dass Polizeibe-

mte mit Pflastersteinen bedroht werden; denn das kann
etztendlich auch zum Tod führen. Hier ist der Rechts-
taat gefordert.


(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP und des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Vor diesem Hintergrund muss ich als jemand, der als
inisterpräsident lange Jahre Polizeieinsätze letztend-

ich zu verantworten hatte, sagen, dass man es nach dem
ipfel von Heiligendamm nicht mit dem Dank an die
olizeibeamten bewenden lassen kann. Frau Bundes-
anzlerin, es ist doch unglaublich: Nach allem, was ge-
chehen ist, danken Sie der Polizei und setzen sich wie-
er auf die Regierungsbank. Hier sind massive Vorwürfe
m Raum – von Grundrechtsverletzungen über Agents
rovocateurs, die eingeschleust worden sind, bis zur fal-
chen Behandlung vieler Demonstranten –, die aufge-
lärt werden müssen.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


ir haben als Parlament die Aufgabe, den Rechtsstaat
u verteidigen, und können nicht hinnehmen, dass man
infach so zur Tagesordnung übergeht. Es ist ein übles
ittel, dass sich politisch Verantwortliche immer dann,
enn etwas schiefläuft, hinter den jeweils eingesetzten
eamtinnen und Beamten verstecken. Das ist nicht die

ichtige Vorgehensweise. Insbesondere muss aufgeklärt
erden, ob die politisch Verantwortlichen es mit zu ver-

ntworten haben, dass die Polizei schlecht untergebracht
ar und lange Zeit nicht vernünftig ernährt worden ist.
enn das so ist, dann kann man den Polizeibeamten

icht danken, sondern dann ist man mitverantwortlich
ür Vorgänge, die wir nicht verantworten wollen.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Es muss auch aufgeklärt werden, ob die Vorwürfe aus
iner Regierungsfraktion, dass die Bundeswehr einge-
etzt worden ist, nicht wirklich dahin gehend zu interpre-
ieren sind, dass es sich um einen Verfassungsbruch han-
elt.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Ich sage im Hinblick auf die Vorkommnisse während
ieser Demonstration: Es geht hier nicht um das eine
der andere, was zu bemängeln wäre. Wir haben viel-






(A) )



(B) )


Oskar Lafontaine
mehr den Eindruck, dass der Rechtsstaat in der Innen-
politik systematisch infrage gestellt wird. Das ist es, was
wir hier zu behandeln haben.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Wenn schon von Gewalt auf dem Gipfel die Rede
war, dann muss ich natürlich darauf hinweisen, dass
nicht nur von dieser Gewalt hätte die Rede sein sollen,
sondern auch von der Gewalt, die die Gipfelteilnehmer
zu verantworten haben, indem sie völkerrechtswidrige
Kriege zu verantworten haben, in denen Hunderttau-
sende Menschen ums Leben kommen.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Dass wir da keine hervorragende Rolle spielen – Sie
auch nicht, Frau Bundeskanzlerin –, hat in erschüttern-
der Weise der jüngste Bericht über die Waffenexporte
deutlich gemacht. Es ist ein Skandal, dass Deutschland
auf dem dritten Platz der Waffenexporteure der Welt ist.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Was soll diese ganze Gipfelrederei, wenn Sie dies zu
verantworten haben? Es werden Staaten beliefert – das
stellen selbst die Kirchen fest –, in denen Menschen-
rechtsverletzungen auf der Tagesordnung sind. Das Bun-
desverwaltungsgericht hat Ihnen ins Stammbuch ge-
schrieben, dass Sie das Völkerrecht jeden Tag brechen,
indem Sie Flughäfen, Überflugrechte und Führungsein-
richtungen zur Verfügung stellen, um den rechtswidrigen
Krieg im Irak zu unterstützen. Gleichzeitig wird jetzt
festgestellt, dass Sie an Staaten, in denen Menschen-
rechtsverletzungen stattfinden, Waffen liefern. Das ist
ungeheuerlich. Darüber müsste in diesem Parlament ein-
mal geredet werden.


(Beifall bei der LINKEN)


Gut wäre es gewesen, wenn sich diese Staaten darauf
verständigt hätten, ein „Waffen-Kioto“ zu beschließen,
also eine jährliche Reduktion der Waffenexporte. Ich
halte nach wie vor an dem Vorschlag fest, dass man im
Rahmen der UNO eine Agentur einrichten sollte, die
dem UN-Sicherheitsrat zuarbeitet und die Waffenexporte
der Staaten verbindlich genehmigen und insbesondere
veröffentlichen muss. Wir kämen einen erheblichen
Schritt weiter, wenn wir dies machen würden.


(Beifall bei der LINKEN)


Die Zeit reicht gar nicht aus, um auf alle Fragen ein-
zugehen.


(Kurt J. Rossmanith [CDU/CSU]: Es reicht auch!)


Ich sage zu der Begeisterung für die EU, die der Kollege
Klose angesprochen hat: Natürlich sind die Menschen
nicht mehr von der EU begeistert, wenn der Prozess so
weitergeht wie bisher, wenn man beispielsweise Verfas-
sungsentwürfe entwickelt und das Volk noch nicht ein-
mal daran beteiligt. Volksabstimmung ist ein Mittel zur
Begeisterung, nichts anderes.


(Beifall bei der LINKEN)


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(C (D atürlich sind die Menschen nicht zufrieden, wenn man eiter zulässt, dass Steuerdumping, Lohndumping und ozialdumping die Grundlage der europäischen Enticklung sind. Wir alle, die wir hier sitzen oder stehen, ind davon nicht betroffen, aber immer mehr Menschen ind davon betroffen. Es gilt nun einmal der Satz ousseaus – Herr Kollege Klose, das sage ich in vollem espekt vor Ihrer politischen Leistung; Sie wissen, wie ch dazu stehe –: Zwischen dem Starken und dem chwachen befreit das Gesetz, während die Freiheit un erdrückt. – Freiheit der Arbeitsmärkte ist keine Formel, ie wir als Überschrift über die EU stellen können, sonern die Menschen brauchen Schutzvorschriften in allen ändern Europas, das heißt den Mindestlohn. Wir sind – die Frau Bundeskanzlerin ist gerade wieer anderweitig beschäftigt; das ist ein besonderer Stil, n den ich mich noch gewöhnen muss – für die europäiche Einigung, aber Europa wird nur dann von den Menchen unterstützt werden, wenn sie ihre Interessen auch uf der Ebene der Europäischen Union aufgehoben fühen. Für die CDU/CSU-Fraktion spricht nun deren Vorsit ender Volker Kauder. Herr Präsident! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! wei Wochen vor Ende der EU-Ratspräsidentschaft urch Deutschland, wenige Stunden vor dem EU-Gipfel nd auch im Jahre des 50-jährigen Jubiläums der Euroäischen Union ist es angebracht, einmal kurz darüber achzudenken, was diese EU für uns alle bedeutet. Ich ehöre zum ersten Nachkriegsjahrgang in dieser Bunesrepublik Deutschland, der nicht mehr in einen Krieg iehen musste. Wenn ich sehe, was sich im Augenblick berall in der Welt abspielt, ein, zwei Flugstunden von ier entfernt, unmittelbar vor unserer Haustüre, dann uss ich sagen: Wenn diese EU, wenn diese Europäi che Gemeinschaft nicht mehr fertiggebracht hätte, als ns den Frieden in Europa zu sichern, wäre dies schon rund genug, an ihrem 50. Jubiläum zu sagen: Vielen ank, großartige Leistung, was hier erreicht wurde. (Beifall bei der CDU/CSU, der SPD und der FDP)


(Beifall bei der LINKEN)


(Anhaltender Beifall bei der LINKEN)

Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1610300800

(Beifall bei der CDU/CSU)

Volker Kauder (CDU):
Rede ID: ID1610300900

enn darüber gesprochen wird, was Politik bewegen
ann und was die Politiker in der heutigen Zeit bringen,
ann muss auch einmal gesagt werden, damit es den
enschen wieder deutlich wird: Ohne das Engagement

er Politik, ohne den entschiedenen Einsatz der Politik
äre diese Friedenspolitik der EU nicht möglich gewe-

en,


(Zuruf von der LINKEN: Jugoslawien!)


ie wäre nicht vom Himmel gefallen. Deswegen sind wir
ll denen dankbar, die sich hier in der EU für dieses






(A) )



(B) )


Volker Kauder
große Gemeinschaftswerk eingesetzt haben, auch Ihnen,
Frau Bundeskanzlerin, mit Ihrer EU-Ratspräsident-
schaft.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)


Was Geschlossenheit, Einigkeit, Entschiedenheit und
Klarheit in den Programmen bewirken können, haben
wir jetzt in Heiligendamm gesehen. Es kommt nicht von
ungefähr, dass sich in Heiligendamm auf dem Gebiet der
Klimapolitik diejenigen bewegt haben, die sich bisher
partout nicht bewegen wollten. Sie haben endlich einge-
sehen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse nicht einfach
wegzudiskutieren sind.

Jetzt kommen einige und fragen: Was ist denn eigent-
lich wirklich geschehen? Dazu kann ich nur sagen: Frau
Künast, ich traue Ihnen manches zu; aber dass Sie den
amerikanischen Präsidenten zur Einsicht gebracht hät-
ten, dass etwas geschehen muss, um dem Klimawandel
entgegenzuwirken, das traue ich Ihnen nun wirklich
nicht zu.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen. Es
geht im Wesentlichen um vier große Bereiche – die Bun-
deskanzlerin hat sie angesprochen –, zum Beispiel um
den Klimaschutz und um die Afrikapolitik. Zum ersten
Mal ist eine ganz konkrete Zusage gegeben worden. Ich
bin davon überzeugt, dass diese Zusage auch eingehalten
wird. Durch den Heiligendammprozess sollen die
Schwellenländer zum ersten Mal gezielt vorangebracht
werden. Ihnen wird deutlich gemacht, dass der rasante
Aufholprozess in der wirtschaftlichen Entwicklung na-
türlich auch bedeutet, Verantwortung in der Welt zu
übernehmen. Das ist ein großartiges Ergebnis.

Was für Sorgen und Gedanken haben sich die Men-
schen über die Auseinandersetzung, über den Streit zwi-
schen Amerika und Russland, zwischen Bush und Putin,
gemacht! Man kann nicht hoch genug einschätzen
– auch Sie, Herr Kollege Westerwelle haben darauf hin-
gewiesen –, was dort geschehen ist. Niemand hat damit
gerechnet, dass es dem G-8-Gipfel gelingt, die beiden
zusammenzuführen, weswegen wir eine Sorge weniger
haben. Man überlegt nun miteinander.

Frau Roth, angesichts dieser Ergebnisse kann ich
überhaupt nicht verstehen, wie Sie zu der Aussage kom-
men, die Staats- und Regierungschefs der G 8 hätten sich
„ignorant und arrogant“ gezeigt. Nach Ihren Äußerun-
gen in der letzten Zeit, die Sie mit dem Anspruch der ab-
soluten Erkenntnis vorgetragen haben, habe ich den Ein-
druck, dass Sie mit dieser Qualifizierung vielleicht sogar
sich selbst gemeint haben, Frau Roth. So kann man mit
den Ergebnissen dieses Gipfels nicht umgehen.


(Beifall bei der CDU/CSU)


Wir haben allen Grund, auch den Polizeibeamtinnen
und Polizeibeamten für ihren Dienst herzlich zu dan-
ken.


(Dr. Guido Westerwelle [FDP]: Allerdings! So ist es!)


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(C (D ie haben Leib und Leben eingesetzt. Ich habe die Bilder on steinewerfenden Demonstranten gesehen. Daher ann ich nur sagen: Herzlichen Dank an die Sicherheitsräfte in unserem Land, dass sie diesen Gipfel und auch ie Demonstranten geschützt haben. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD – Beifall bei der FDP)


Herr Lafontaine, eigentlich lohnt es sich nicht, sich
it Ihren Positionen auseinanderzusetzen.


(Oskar Lafontaine [DIE LINKE]: Ach Gott!)


as allerdings einen Punkt angeht, muss ich schon sa-
en: Sie haben Ihr wahres Gesicht gezeigt. Während sich
lle anderen vom schwarzen Block als einer Gruppe ge-
alttätiger Krimineller distanziert haben, ist Ihnen diese
istanzierung nicht über die Lippen gekommen. Das

eigt Ihre Denkweise, Herr Lafontaine.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


Dieser G-8-Gipfel und die Voraussetzungen dafür, die
uropäischen Gipfel, sind eine gute Perspektive für das,
as in Europa in den nächsten Tagen passiert. Wir haben

inige Erwartungen an Europa. Wir setzen auf den euro-
äischen Binnenmarkt, und wir setzen darauf, dass sich
uropa weiterentwickelt. Wir glauben, dass wir in
uropa bei einigen Punkten noch viel erreichen können.
er Klimawandel ist angesprochen worden. Zur Be-
ämpfung des Klimawandels könnte in Europa Erhebli-
hes geschehen, wenn es bei der Flugsicherung endlich
u einer einheitlichen Lösung kommt. Seit 1999 wird
ies in Europa diskutiert. Es gibt in Europa 58 Flugleit-
tellen und 22 unterschiedliche Betriebssysteme. Die
ufthansa und die Europäische Kommission rechnen uns
ehrkosten für die Nutzer von 2,2 Milliarden Euro vor.
enn man hier zu einer einheitlichen Lösung käme,

ann wären CO2-Einsparungen in Höhe von 4,5 Millio-
en Tonnen möglich. Das entspricht einem Drittel des
usstoßes der Flugzeuge einer großen Fluggesellschaft.
eswegen, Frau Bundeskanzlerin, wäre ich dankbar,
enn man das Thema der einheitlichen Flugsicherung
ber Europa noch einmal ansprechen könnte. Deutsch-
and wird seinen Beitrag dazu leisten. Durch die Privati-
ierung der Flugsicherung wird die Möglichkeit eröffnet,
u einheitlichen Lösungen ohne zusätzliche europäische
ürokratie zu kommen.


(Zuruf von der LINKEN: Das Gegenteil ist der Fall!)


Ein zweiter Punkt. Europa muss auch Maßstäbe in
echnologischer Hinsicht setzen, dort, wo ein einzelnes
and es nicht mehr schaffen kann. Da erinnere ich an die
iskussion zu Galileo. Der Start ist nicht geglückt; okay.
ber Galileo ist es wirklich wert, finde ich, dass wir uns
avon nicht verabschieden. Es ist ein großes technologi-
ches Projekt, das uns allen nützen kann und das neue
öglichkeiten bietet. Den Hinweis „Es gibt schon ein

nderes System, nämlich GPS“ finde ich nun überhaupt
icht hilfreich. Ich möchte, dass wir Europäer in techno-
ogischer Hinsicht im Wettbewerb bleiben und um bes-
ere Lösungen konkurrieren.






(A) )



(B) )


Volker Kauder

(Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg. Dr. Peter Struck [SPD] – Beifall bei der FDP)


Deswegen möchte ich, dass es bei Galileo bleibt. Ich un-
terstütze auch die Kolleginnen und Kollegen des Euro-
päischen Parlaments, die sagen: Dann finanzieren wir es
aus dem europäischen Haushalt und schauen, wie wir es
übertragen.

Einen dritten Punkt will ich ansprechen, und das be-
trifft den europäischen Binnenmarkt, seine Sicherung
und Weiterentwicklung. Zunehmend wird unsere mittel-
ständische Wirtschaft – inzwischen nicht mehr nur die
Großindustrie – in hohem Maße durch Produktpiraterie
in Indien, vor allem aber in China bedroht. Kleine Fir-
men in unserem Land mit 200, 300 Mitarbeitern müssen
schon heute damit leben, dass sie von Nachahmern von
Produkten bedroht werden. Dies muss ständig, auch von
der Europäischen Union, angesprochen werden.

Ich glaube, dass Europa eine Antwort auf die Globali-
sierung ist, dass aber Europa allein dies nicht schaffen
kann und dass wir deshalb als einen Akt der Globalisie-
rung Kräfte bündeln müssen. Das heißt, dass wir in Eu-
ropa, Amerika und Kanada gemeinsame Standards set-
zen müssen, um im Wettbewerb mit Asien stärker zu
sein. Es ist einfach nicht mehr zu akzeptieren, dass wir
in der Europäischen Union, in Amerika und in Kanada
noch immer unterschiedliche Standards haben, dass wir
über die Zulassung von Produkten miteinander konkur-
rieren und darüber monatelang, jahrelang streiten, wäh-
rend die anderen unsere Produkte nachmachen und sie
auf den Weltmarkt bringen. Da muss die Zusammen-
arbeit, Frau Bundeskanzlerin, die Sie begonnen haben,
energisch vorangetrieben werden. Wir dürfen nicht mehr
warten. Wir dürfen nicht zulassen, dass das, was bei uns
an geistigem Eigentum erzeugt wird und worauf unsere
Zukunftschancen beruhen, von anderen so ausgenutzt
wird. Dagegen müssen wir uns wehren.


(Beifall bei der CDU/CSU, der SPD und der FDP)


Natürlich erwarten wir, dass der Verfassungsprozess
vorangeht. Ich war sehr erfreut darüber: Ganz entgegen
der europaskeptischen Stimmung, die wir auch ausma-
chen, will doch eine große Mehrheit der Deutschen, dass
der Verfassungsprozess vorangeht; davon verspricht
man sich auch Klarheit. Ich weiß nun sehr genau, wie
schwierig diese Aufgabe im Augenblick ist. Da hat es
gar keinen Sinn, wenn von dem einen oder anderen mar-
kige Töne gegen Polen kommen. Die Polen vertreten
ihre Interessen. Da mag man anderer Auffassung sein,
aber das weiß jeder von uns: Wenn jemand Interessen
vertritt und in der Öffentlichkeit dann ständig Druck auf
ihn gemacht wird, er womöglich noch beschimpft wird,
dann wird für ihn die Möglichkeit, sich zu bewegen, we-
sentlich geringer. Deswegen sage ich den Polen: Ihr habt
eine große Verantwortung dafür, dass diese Europäische
Union vorankommt. Denkt daran: Sie ist auch eure Hei-
mat in Gegenwart und Zukunft.

Daher, Frau Bundeskanzlerin, bleibt uns wirklich nur
übrig, auf Sie zu setzen, darauf, dass Sie dies schaffen
können, dass Sie die Polen bewegen können, sodass wir

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(C (D arauf hoffen können, dass sie zur Einsicht kommen. ir begleiten Sie. Wir hoffen, dass der Verfassungspro ess vorankommt, weil darin die Zukunft von Europa nd auch die Zukunft unseres Landes liegt. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD – Dr. Guido Westerwelle [FDP]: Das wird schwierig!)


Natürlich erwarten wir von der Europäischen Union,
ass sie die Zusagen, die sie gemacht hat, auch einhält.
ch denke an die Erweiterung der EU in diesem Jahr um
ulgarien und Rumänien. Wir haben hier im Parlament

rotz einiger Bedenken und Fragen zugestimmt, und das
ar richtig, um die EU weiterzuentwickeln. Ende Juni
ird nun die Stellungnahme zum Monitoring-Verfahren
er beiden Länder vorgelegt, bei dem es um zwei Berei-
he geht: Justiz und Korruption sowie Landwirtschaft
nd Hygiene. Wir erwarten, dass darin klar gesagt wird,
ie die Situation wirklich ist. Wenn es weiteren Hand-

ungsbedarf gibt, darf die Kommission kein Auge zu-
rücken, sondern muss ganz energisch darauf drängen,
ass die Dinge, die nicht in Ordnung sind, verbessert
erden.
Die Zustimmung der Bevölkerung zur EU hängt auch

avon ab, dass sie ihre Prinzipien nicht nachlässig, son-
ern konsequent auch bei denen umsetzt, die neu in die
U gekommen sind.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


Nach dem Ende des G-8-Gipfels, nach mehreren Gip-
eln in der EU und nach diesem letzten Gipfel können
ir sagen: Es war eine erfolgreiche EU-Präsidentschaft
eutschlands und ein erfolgreicher G-8-Gipfel. Wir dan-
en der Bundesregierung und der Bundeskanzlerin da-
ür. Das sind gute Perspektiven für die Zukunft, auch un-
eres Landes.

Vielen Dank.

(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeord neten der SPD)



Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1610301000

Das Wort erhält nun Renate Künast für die Fraktion

ündnis 90/Die Grünen.


Renate Künast (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610301100

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Frau Bun-

eskanzlerin, Sie haben Ihre Rede zum nächsten Euro-
äischen Rat benutzt, um einige Worte über die deutsche
atspräsidentschaft und Ihre angeblich erfolgreiche Ar-
eit zu sprechen. Ich will auf ein paar Punkte eingehen;
eine Bilanz ist eine andere.
Erstens. Sie haben den Vertrag von Prüm und die

renzüberschreitende Zusammenarbeit in Polizeifragen
ngesprochen. Das war kein Glanzstück, weil dieser Ver-
rag den Austausch hochsensibler Daten ermöglicht. Das
urde von Deutschland forciert, und zwar ohne die Ein-
eziehung des Europäischen Parlaments und außerhalb
er europäischen Strukturen. Das war kein Erfolg, Frau
erkel.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)







(A) )



(B) )


Renate Künast
Was die Energie- und Klimapolitik angeht, Herr Kol-
lege Westerwelle, hatte ich – mit Verlaub – das Gefühl,
Sie redeten hier schon wieder als Juniorpartner. Aber die
Betonung liegt auf „Junior“.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von der FDP: Sie tun ja so, als wären Sie der Seniorpartner!)


Meine Bilanz ist eine andere. Ich gebe zu, die Kanzle-
rin hat sich bemüht. Aber was materiell vereinbart wurde
– „ernsthaft in Betracht ziehen bis 2050“ –, sind die Re-
gelungen, die die USA schon Anfang der 90er-Jahre mit
der Klimarahmenkonvention verabschiedet haben. Das
war die alte US-Position, sich nicht zu bewegen, wenn
nicht auch die Schwellenländer sich bewegen. Das war
materiell nicht die Position der Europäischen Union. In-
sofern hat sich Bush durchgesetzt und nicht Merkel oder
die EU.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


Lesen Sie sich die Texte einmal durch; es gibt sie längst
auf Deutsch. Dann stellen Sie fest, dass zwar am Ende
die UN beteiligt sein sollen, vorher aber die US-Position
kommt. Das halte ich für einen Mangel.

Beim Thema Afrika ist meines Erachtens auch zu
wenig geschehen, denn die Wiederholung alter Zusagen
ist nicht ausreichend für die Menschen in Afrika. Diese
Zusagen müssen umgesetzt und durchgesetzt werden,
und die Afrikaner müssen einbezogen werden.

Sie reden über Doha und beschwören, dass die Ent-
wicklungsrunde der WTO sich weiterentwickeln muss.
Dann machen Sie doch einfach einen konkreten Vor-
schlag! Gerade die CDU war es, die in den letzten Legis-
laturperioden Agrarreformen und den Abbau der han-
delsverzerrenden Exportsubventionen verhindert hat.
Bewegen Sie sich endlich! Machen Sie die nächste
Agrarreform, und geben Sie den Entwicklungs- und
Schwellenländern die Möglichkeit, ihre Wirtschaft auf-
zubauen und Agrarprodukte nach Europa zu exportieren.
Es ist ganz einfach; Sie müssen es nur wollen.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Rückblickend auf die Ratspräsidentschaft mein letzter
Punkt. Wir haben die Sorge – das haben wir auch bei den
Referenden mitbekommen –, dass die Menschen in
Europa, auch in Deutschland, sich fragen: Ist die Euro-
päische Union eine Union, die allein auf die wirtschaftli-
che Freiheit reduziert ist, oder bringt sie auch den Men-
schen etwas, schützt sie auch das Soziale? Da muss ich
sagen: Bei dem einzigen sozialpolitischen Punkt, der auf
der Agenda stand, nämlich der EU-Regelung zu
Betriebsrenten, sind Sie nicht weitergekommen, Frau
Merkel. Das wäre ein – wenn auch kleines, aber immer-
hin – Zeichen gewesen: Die Europäische Union ist für
das Soziale, für die Alltagssorgen der Menschen da.
Dass Sie da nicht weitergekommen sind, ist ein Mangel.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Frau Merkel, eigentlich sollte es nächste Woche beim
Europäischen Rat um den Verfassungsvertrag und damit

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(C (D m die Menschen gehen. Ich sage Ihnen, Herr Kauder, m Ende geht es nicht nur darum, mehr EU/US-Stanards zu schaffen, sondern entscheidend ist die Frage: ehen wir vor den USA in die Knie, die bei vielen Theen eine kurzfristige, nur wirtschaftsinteressenorien ierte Politik machen, oder erhalten wir die europäischen tandards? (Markus Löning [FDP]: Das ist doch Unfug, was Sie da sagen!)


uropa ist mehr als das, was die USA tun, auch im All-
agsgeschäft.


(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Jörg van Essen [FDP]: Erneut mühsamer Beifall bei den Grünen!)


Wir wollen einen europäischen Verfassungsvertrag
it folgenden harten Punkten: Wir brauchen eine ver-

indliche Grundrechtecharta. Für die Menschen ist ge-
ade dieser inhaltliche Punkt wichtig.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


ir brauchen weiterhin die Möglichkeit einer direkten
eteiligung durch ein europäisches Bürgerbegehren;
iese muss beibehalten werden. Wir brauchen mehr ge-
einsame Außenpolitik, sichtbar auch durch einen euro-

äischen Außenminister.

Wenn wir uns die Umfragen ansehen, Frau Bundes-
anzlerin, dann stellen wir fest, dass eine breite Mehrheit
er Bürgerinnen und Bürger in Europa sogar noch mehr
ill: Sie will Lösungen in Fragen der Klima- und Ener-
iepolitik sowie in Fragen der Wirtschafts- und Sozial-
olitik und ein Vorangehen auf europäischer Ebene.
eshalb fordern wir für die Bereiche Klima- und Ener-
ie- sowie Sozial- und Wirtschaftspolitik Zusatzproto-
olle zum Reformvertrag; denn nur dann kommt die
uropäische Union materiell weiter.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Wir wissen, Frau Merkel, Sie haben keine einfache
ufgabe. Ich weiß auch, dass Sie zum Teil andere Mit-
liedstaaten der Europäischen Union zur Pflicht rufen
üssen. Es geht an dieser Stelle nicht um die Kür. Hier

ürfen auch nicht einige Staaten Animositäten ausleben.
ichtig ist ein Verfassungsvertrag, eine Lösung, die

uropa wirklich weiterbringt, die es handlungsfähig
acht. Nach 50 Jahren – Sie haben es angesprochen –

nterner Regelung geht es jetzt darum, dass wir vom
irtschaftlichen zum Sozialen und Ökologischen kom-
en, dass Europa international seine Aufgaben wahr-

ehmen kann und nach seiner Herrschaft des Rechts
uch internationale Konflikte positiv beeinflussen kann.

Deshalb bleibt mir am Ende nichts anderes übrig,
rau Merkel, als Ihnen für nächste Woche viel Erfolg zu
ünschen. Der Ehrlichkeit halber füge ich hinzu, dass es
ir natürlich nicht in erster Linie um Sie geht, sondern

chlicht und einfach um Millionen europäischer Bürge-
innen und Bürger. Für diese müssen Sie verhandeln.






(A) )



(B) )


Renate Künast

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Dr. Guido Westerwelle [FDP]: Jetzt ist Europa gerettet!)



Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1610301200

Nächster Redner ist der Kollege Axel Schäfer für die

SPD-Fraktion.


Axel Schäfer (SPD):
Rede ID: ID1610301300

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Nach dem Erfolg des G-8-Gipfels brauchen wir jetzt
auch den Erfolg im Rat auf dem EU-Gipfel in Brüssel.


(Volker Beck [Köln] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Noch so ein Erfolg?)


Wenn wir als Europäer, entsprechend unserer Art, selbst-
bewusst unsere Interessen vertreten, wenn wir sie selbst-
bewusst mit Tapferkeit gegenüber den Freunden zur Gel-
tung bringen, dann werden wir gemeinsam Erfolg in
Europa haben.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Wir haben dabei eine klare Verpflichtung, nämlich
nach der erfolgreichen Erweiterung 2004 jetzt eine Ver-
tiefung zu erreichen, damit wir mit 27 Ländern in der
Lage sind zu handeln, damit die Europäische Union mit
27 Mitgliedstaaten als Gemeinschaft handlungsfähig ist.
Das steht im Zentrum der Tagesordnung, über die wir
jetzt zu reden haben.

Dabei müssen wir selbstbewusst auch über Selbstver-
ständlichkeiten reden. Dazu gehört, dass 27 plus eins
Staats- und Regierungschefs sich 2003/2004 auf etwas
verständigt haben, was nun die Grundlage sein muss.
18 Parlamente haben den Vertrag ratifiziert; vier Länder
gehören zu den Freunden der Verfassung. Bei aller Kom-
promissfähigkeit muss daher klar sein: Wir müssen uns
daran orientieren und nicht an denjenigen, die eher weni-
ger wollen.


(Beifall bei der SPD)


Auf den Punkt gebracht heißt das ganz klar: Auch
wenn wir in den Verhandlungen doch einen Schritt zu-
rückgehen werden, so darf das für das gemeinsame
Europa kein Rückschritt sein. Wir brauchen den Fort-
schritt in Europa für die Gemeinschaft, aber auch für die
einzelnen Länder.

Wir haben in diesem Parlament eine doppelte Ver-
pflichtung. Unsere erste Verpflichtung ist die Verpflich-
tung zur Kontinuität. Der Verfassungsprozess, der in
einem Reformvertrag endet und den wir jetzt zum Ab-
schluss bringen wollen, wurde während der deutschen
Ratspräsidentschaft 1999 mit Gerhard Schröder und
Joschka Fischer begonnen. 2007 werden wir diesen Pro-
zess mit dieser Kanzlerin und diesem Außenminister ab-
schließen. Was wir auf den Weg gebracht haben, wird
jetzt zu einem Erfolg werden. Dafür Glück auf, Frau
Bundeskanzlerin, und Glück auf, Herr Bundesaußenmi-
nister!


(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)


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(C (D Unsere zweite Verpflichtung ist – sie reicht von den iberalen über die Christdemokraten und den Grünen bis in zu den Sozialdemokraten –, dafür zu sorgen, dass das emeinsame europäische Verständnis, das seit ungeähr einem Vierteljahrhundert entwickelt worden ist, eiterhin zum Tragen kommt. Das muss für dieses aus, aber auch für unsere jeweiligen Parteifamilien gel en. Ich will niemanden persönlich anschauen und nicht ie einzelnen Vertreter der Regierungen in Europa nenen, die ihre Wurzeln in europäischen Parteien haben. ir als europäische Föderalisten in diesem Haus müssen en Verfassungsbogen so weit spannen, dass diese Verassung von allen gemeinsam getragen wird. Auch das gehört zu den Verhandlungen: Bei den ompromissen, die gefunden werden müssen, darf es eine Sieger und Besiegte geben. Zum Schluss muss sihergestellt sein, dass sich alle in den Ergebnissen wieerfinden. Den Skeptikern muss klar sein, dass es in fast edem europäischen Land eine breite Unterstützung daür gibt, dass wir zu einer gemeinsamen europäischen erfassung kommen. Das ist gerade für die Regierungen ichtig, die jetzt offensichtlich Schwierigkeiten haben, iesen Ergebnissen, die wir erreichen wollen, zuzustimen. Das sollten wir an dieser Stelle ganz deutlich beto en. Wir müssen tragfähige Ergebnisse erzielen. Es kann icht sein, dass wir nach all den Jahren – nach dem ountdown zur Verfassung im Jahre 1979, nämlich der irektwahl des Europäischen Parlamentes, nach der Eineitlichen Europäische Akte weitere sieben Jahre später, ach dem Vertrag von Maastricht sechs Jahre später, ach Amsterdam fünf Jahre darauf und nach Nizza drei ahre später – jetzt weitergehen, ohne zu einem Neustart u kommen. Wir müssen einen Neustart hinlegen, der ange Zeit trägt. Wir müssen die Institutionen so stärken, ass die Bürgerinnen und Bürger nicht den Eindruck geinnen, nach dieser Vertragsreform würde schon bald ie nächste kommen. Das würde bewirken, dass die Bürerinnen und Bürger nicht mehr wissen, woran sie mit uropa sind. Sie haben aber ein Recht auf Stabilität in iesem Entwicklungsprozess Europas. Daher ist es notendig, dass wir jetzt Fundamente schaffen, die für eien längeren Zeitraum gültig sind. Das muss uns allen ewusst sein. (Beifall bei der SPD sowie des Abg. Manfred Grund [CDU/CSU])


(Beifall bei der SPD)


Es geht hierbei um europäische Politik. Die Politik in
uropa zu definieren, ist relativ leicht. Sie enthält vier
entrale Elemente, nämlich gesicherten Frieden, soziale
erechtigkeit, wirtschaftliche Stärke und nachhaltige
ntwicklung. Aber diese Definition hat nicht nur etwas
amit zu tun, was uns in Europa verbindet, sondern sie
at auch mit der Frage zu tun, wie wir diese Entwicklung
n den einzelnen Ländern kommunizieren. Ich glaube, es
ird bei diesem Gipfel von großer Wichtigkeit sein,
eutlich zu machen, dass die geschlossenen Kompro-
isse, für die gekämpft werden muss, für jedes einzelne
and von Interesse sind. Denn die Staaten in Europa
önnen für ihre eigenen Bürgerinnen und Bürger, aber






(A) )



(B) )


Axel Schäfer (Bochum)

auch für alle Bürgerinnen und Bürger in der Europäi-
schen Union dann gemeinsam besser handeln. Das muss
die Denke sein.

Deshalb ist mein Appell – nicht nur an die Regierung,
wobei ich überzeugt bin, dass das Ganze bei ihr in guten
Händen ist –, dass die Kommunikation in den einzelnen
Ländern von den Regierungen ausgehen sollte, damit
wir Europa zu einem gemeinsamen Erfolg machen und
nicht zu einem Ergebnis kommen, das sich gegen dieses
oder jenes Land richtet. Das würde Europa teilen, und
das ist das Letzte, was wir gebrauchen können.


(Beifall bei der SPD)


Wir sollten in dieser Stunde, da wir wissen, dass viele
Bürgerinnen und Bürger vor allen Dingen außerhalb
Deutschlands und viele Politikerinnen und Politiker
große Erwartungen an die deutsche Ratspräsidentschaft
richten, in einem historischen Bewusstsein handeln. Der
Erste, der davon gesprochen hat, dass wir so etwas wie
eine europäische Verfassung brauchten, war der Fran-
zose Aristide Briand 1916 mitten in den Schrecken des
Ersten Weltkrieges. Der Zweite, der dann schon den Ent-
wurf eines Verfassungsvertrages für eine europäische
Föderation vorgelegt hat, war der Brite Jennings 1940 in
der tiefsten Dunkelheit europäischer Geschichte.

Der amerikanische Philosoph Rifkin hat in seinem
Buch „Der europäische Traum“ formuliert: Wir Ameri-
kanerinnen und Amerikaner glauben, für den amerikani-
schen Traum sterben zu können. – Ich bedauere sehr,
dass es jetzt in Europa Menschen gibt, die glauben, für
eine Quadratwurzel sterben zu können. Jeremy Rifkin
hat völlig recht: Wir glauben, dass wir für diesen europäi-
schen Traum leben können. Das ist unsere gemeinsame
Aufgabe.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)



Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1610301400

Das Wort erhält nun der Kollege Rainder Steenblock,

Bündnis 90/Die Grünen.


(BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Herr Präsident! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen!
Wir sind uns in ganz großer Mehrheit einig, dass wir die-
sen Verfassungsvertrag brauchen, weil die Europäische
Union handlungsfähiger, transparenter und demokrati-
scher werden muss. Der Verfassungsvertrag, so wie er
vorgelegt wurde, ist dafür eine hervorragende Grund-
lage.

Ich würde gerne zwei Punkte im Hinblick auf die Ver-
handlungen ansprechen, die mich sehr skeptisch dahin
gehend stimmen, ob wir folgende Frage, die damit ver-
bunden ist, lösen: Gelingt es uns mit diesem Vertrag, das
Vertrauen der Menschen in die Problemlösungsfähigkeit
der Europäischen Union wiederherzustellen? Es gibt ein
Misstrauen – es ist berechtigt, wird aber auch von Grup-
pen ausgenutzt – in die Fähigkeit der EU, die Globalisie-
rung tatsächlich sozialverträglich, ökologisch und nach
vorne gewandt zu gestalten.

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(C (D Der erste Punkt dabei ist der Umgang mit der Grundechtecharta. Ich halte das, was im Augenblick passiert, ämlich dass versucht wird, die Grundrechtecharta irendwo in diesem Vertragswerk zu verstecken, für ein bskures Unterfangen, das das Misstrauen und die ngste vieler Menschen nur vergrößert. enn dieser Vertrag 2009 in Kraft tritt, haben wir Euroawahlen. Wie können wir vor die Menschen, die Bürgeinnen und Bürger in Europa treten, wenn wir sagen: Die Grundrechtecharta, eure zentralen Rechte in der uropäischen Union, verschieben wir in irgendeinen Anang, irgendeinen Annex“? Nein, die Grundrechte der ürgerinnen und Bürger gehören Wort für Wort in dieses ertragswerk. Es ist die Grundlage für das Vertrauen in ieses Erfolgsprojekt, das die Menschen auch brauchen. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Der zweite Punkt ist: Es gibt eine Debatte – sie ist
ier noch nicht angesprochen worden – um die Rote
arte der nationalen Parlamente. Die Frage der Subsi-
iarität in Europa müssen wir sicherlich aus den nationa-
en Parlamenten heraus bestreiten. Es geht in Europa im
ugenblick wirklich nicht darum, neue Blockademög-

ichkeiten aufzubauen. Es geht darum, Europa hand-
ungsfähiger zu machen. Wir, die nationalen Parlamente,
aben die Aufgabe, unsere Regierung bei ihrem Wirken
uf europäischer Ebene zu kontrollieren. Wir alle wis-
en, dass wir im Deutschen Bundestag in der Vergangen-
eit nicht gerade an der Spitze waren, wenn es darum
ing,


(Beifall der Abg. Claudia Roth [Augsburg] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


ie notwendige Kontrolle zu leisten. Wir haben diese
ufgabe nicht in ausreichendem Maße wahrgenommen.

Wir haben uns in den letzten ein, zwei Jahren gemein-
am darum bemüht, die Voraussetzung zu schaffen, da-
it wir Informationen von der Bundesregierung bekom-
en können. Im Vergleich zu anderen europäischen
arlamenten sind wir diesbezüglich mittlerweile auch
ut aufgestellt. Bevor die nationalen Parlamente aber das
uropäische Parlament auffordern, die Bürgerinnen- und
ürgerrechte zu vertreten, sollten sie sich auf diese Auf-
abe konzentrieren und Initiativen unternehmen, die von
en Regierungen nach Brüssel getragen werden können.
ir dürfen keine neuen Blockademöglichkeiten, die den

uropäischen Integrationsgedanken noch weiter zurück-
rängen würden, in dieses europäische Vertragswerk
inbauen. Wir müssen vorankommen.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Michael Roth [Heringen] [SPD])


Wenn wir das Vertrauen der Menschen in die Lö-
ungsfähigkeit der Europäischen Union wiedergewinnen
ollen, dann muss die Europäische Union ihrer ökologi-

chen Verantwortung gerecht werden und Vorreiter in
achen Energie-, Klimaschutz- und Sozialpolitik sein.
ir müssen vorankommen, damit Europa die sozialen






(A) )



(B) )


Rainder Steenblock
Interessen der Menschen tatsächlich schützen kann. Am
meisten kritisiere ich an der deutschen Ratspräsi-
dentschaft, dass wir in Fragen der Sozialpolitik nicht
vorangekommen sind; null Fortschritte. Die Menschen
erwarten aber, dass wir hinsichtlich der sozialen Verant-
wortung Europas vorankommen. In einem Zusatzproto-
koll oder einem ähnlichen Dokument müssen wir die
Verantwortung Europas für den Schutz des Klimas stär-
ker betonen. Wir müssen geeignete Regelungen finden,
damit die Europäische Union ihrer Verantwortung hin-
sichtlich der Energiepolitik gerecht werden kann.

Wir müssen klare Zielvorstellungen haben und die In-
teressen, die die Menschen von der Europäischen Union
wahrgenommen wissen wollen, vertreten. Dann hat die
Europäische Union eine Zukunft, und zwar nicht nur in
der Politik, sondern auch in den Herzen der Menschen,
als die politische Organisation, die die Interessen der
Menschen wirklich vertritt.

Vielen Dank.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)



Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1610301500

Dr. Peter Ramsauer ist der nächste Redner für die

CDU/CSU-Fraktion.


(Beifall bei der CDU/CSU)



Dr. Peter Ramsauer (CSU):
Rede ID: ID1610301600

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und

Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auf
den Tag genau vor einem halben Jahr haben wir in einer
Debatte vor dem Dezembergipfel das Arbeitsprogramm
der deutschen Präsidentschaft erörtert. Wenn man heute,
vor dem Schlussgipfel unserer Präsidentschaft, so etwas
wie eine vorläufige Bilanz zieht und wenn man fair ist,
dann muss man sagen – Herr Steenblock, das hätte ich
auch von Ihnen erwartet –: Die deutsche Präsidentschaft
hat Europa auf allen Gebieten deutlich vorangebracht.


(Beifall bei der CDU/CSU)


Wenn Sie sich die Frühjahrsprognose der EU-Kom-
mission ansehen, kommen Sie zu dem Fazit: Europa
nimmt Fahrt auf. Mit Fug und Recht kann man sagen,
dass Deutschland daran einen ganz wesentlichen Anteil
hat, und zwar, indem es in der Europäischen Union beim
Abbau der Arbeitslosigkeit Platz eins und bei der Zu-
nahme des Wachstums Platz zwei einnimmt. Ange-
sichts dessen verhallt Ihre Kritik, dass wir auf sozialem
Gebiet nicht vorangekommen seien. Denn was ist sozia-
ler, als Wachstum zu generieren, sodass die Arbeitslosig-
keit in dem Maße sinken kann, wie wir es in den letzten
zwölf Monaten erlebt haben?


(Beifall bei der CDU/CSU)


Deshalb kann man sagen: Mit unserer Bundeskanzle-
rin als EU-Ratspräsidentin sitzen wir nicht mehr im
Bremserhäuschen, wie es zu Ihrer Regierungszeit, Frau
Künast, der Fall war, sondern wir haben uns wieder an
die Spitze des europäischen Zuges gesetzt. Wir sind die
Lokomotive. Da alles mit allem zusammenhängt, kön-

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(C (D en wir uns gemeinsam darüber freuen, dass das Defiziterfahren gegen Deutschland eingestellt worden ist und ine solide Finanzpolitik betrieben wird. Ich bin sehr zuversichtlich, dass auch der bevorsteende Gipfel ein großer Erfolg wird. Wir können nicht ur deswegen stärker verhandeln, weil wir die EU-Ratsräsidentschaft innehaben – das ist ganz klar –, sondern uch, weil wir nicht mehr auf der wirtschaftsund hausaltspolitischen Anklagebank sitzen, wie wir es viele ahre getan haben. Ich habe vorhin von dem Arbeitsprogramm gesprohen, das wir im Dezember erörtert haben. Wir können eute feststellen, dass wir in diesem halben Jahr eine anze Reihe von sehr wichtigen Zielvorgaben durchgeetzt haben. Stichwort „Bürokratieabbau“: Wir komen in Deutschland beim Bürokratieabbau natürlich icht viel weiter, wenn Europa nicht mitzieht. Deswegen ar es ein wichtiges Ergebnis des Rates im März, dass ir uns in Europa darauf verständigt haben, den Verwal ungsaufwand bis zum Jahr 2012 um 25 Prozent zu verindern. Des Weiteren ist es uns gelungen, der europäischen nergiepolitik wieder eine gemeinsame Stimme zu geen. Wir haben uns darauf verständigt, von der unglaubich hohen, energiewirtschaftlich extrem bedenklichen mportabhängigkeit wegzukommen. Ich bin ein alter nergiepolitiker und auch Umweltpolitiker. Deswegen in ich stolz darauf, dass wir diese Selbstverpflichtungen m Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft hinsichtlich des limaschutzes erreicht haben. Es kann nicht oft genug esagt werden – die Bundeskanzlerin hat dies in ihrer egierungserklärung gerade getan –, dass der großartige rfolg in Heiligendamm ohne die europäische Selbstverflichtung hinsichtlich der Treibhausgasreduktionen icht möglich gewesen wäre. an muss die Dinge immer im Zusammenhang sehen. Natürlich gibt es viel zu viele, die immer mehr wolen. Das sind Berufsnörgler, die kein gutes Haar an etwas assen können. Ich bedanke mich sehr, Herr Kollege esterwelle, dass Sie diesen Erfolg in so positiver Weise ewürdigt haben. Denjenigen, die nichts anderes können ls nörgeln, muss man die Frage stellen: Wenn es Ihnen icht recht ist, dass es so etwas wie G 8 gibt bzw. G 8 lus G 5, Schwellenländer, was schlagen Sie dann als lternative vor? Diese Antwort sind Sie uns schuldig. Diese Frage muss zum Beispiel auch an ATTAC geichtet werden. Meine Antwort darauf ist eine ganz einfache: Wenn es 8 nicht gäbe, müsste man diesen Zusammenschluss inrichten. Im Grunde genommen dürfte nicht gegen 8, sondern müsste für G 8 demonstriert werden. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


(Beifall bei der CDU/CSU)


(Dr. Wolfgang Gerhardt [FDP]: ATTAC!)







(A) )



(B) )


Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1610301700

Herr Kollege Ramsauer, gestatten Sie eine Zwischen-

frage des Kollegen Nouripour von den Grünen.


Dr. Peter Ramsauer (CSU):
Rede ID: ID1610301800

Ja.


Omid Nouripour (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610301900

Herr Kollege Ramsauer, wir wollen keine Nörgler

sein und auf das eingehen, was Sie gesagt haben. Sie ha-
ben ganz am Anfang gesagt, die Europäische Union sei
in allen Politikbereichen durch die deutsche Ratspräsi-
dentschaft weitergekommen. Ich stelle die sehr konkrete
Frage: Welche legislativen Fortschritte machte die Euro-
päische Union im Bereich der Sozialpolitik durch die
deutsche Ratspräsidentschaft?


Dr. Peter Ramsauer (CSU):
Rede ID: ID1610302000

Ich weiß nicht, ob Sie während der Regierungserklä-

rung schon anwesend waren. Wenn Sie aufgepasst
hätten, dann hätten Sie der Regierungserklärung der
Bundeskanzlerin Punkt für Punkt die Antwort auf Ihre
soeben gestellte Frage entnehmen können.


(Omid Nouripour [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Dann können Sie es wiederholen!)


Deswegen gehe ich jetzt wieder zu meiner Rede über
und wende mich dem Kollegen Lafontaine zu. Sie kön-
nen sich jetzt wieder setzen.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Für Ihre Verhältnisse, Herr Kollege Lafontaine, war
es eigentlich schon fast rührend, dass Sie vor dem von
mir geschilderten Hintergrund die Notwendigkeit für
solche Treffen wie G 8 anerkennen. Aber eines mutet ei-
genartig an: Auf der einen Seite sagen Sie zu Recht, dass
diese Treffen erforderlich sind. Sie fordern Transparenz
über all diese Vorgänge ein. Sie und Ihre Parteien ermun-
tern zu Demonstrationen und rufen regelrecht dazu auf,
beklagen sich dann aber – dies geschah auch gerade hier
am Rednerpult – darüber, dass darüber berichtet wird.
Wenn man das alles macht und Transparenz verlangt,
dann muss auch darüber berichtet werden dürfen. Dann
darf man sich nicht über ein sogenanntes Medienspekta-
kel beklagen. Das passt nicht zusammen.

Ich bin über jede Information froh, die in der Öffent-
lichkeit über die G 8 verbreitet wird. Zu Beginn des Gip-
fels hatte ich die Befürchtung, dass nur über Krawall be-
richtet wird. Es ist auch über Krawall berichtet worden;
diese Verbrecher – diesen Begriff hat Herr Kollege
Westerwelle zu Recht verwendet – können in der Öffent-
lichkeit gar nicht genug angeklagt werden. Aber in der
deutschen Öffentlichkeit ist Gott sei Dank auch ganz
deutlich geworden, wofür die G 8 arbeitet und welche
hervorragenden Chancen durch sie eröffnet werden kön-
nen.

Die Verabredungen von Heiligendamm stellen die In-
dustrieländer vor gewaltige Herausforderungen, was die
Treibhausgasreduktionen anbelangt. Aber das bietet im
Rahmen der Globalisierung auch hervorragende Chan-

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(C (D en, insbesondere für ein Hochtechnologieland wie das nsrige. Wir sind auf immer mehr Feldern der Hochechnologie in der ganzen Welt führend. Bei jeder Ausandsreise, die ich unternehme, wird die deutsche Techologieführerschaft gerühmt. Das, was wir in unseren öpfen entwickeln, werden Exportschlager. Das ist die rundlage für eine exzellente Entwicklung, für die Si herheit unserer Arbeitsplätze und für den Aufschwung nserer Wirtschaft. Ich habe bereits über die Zielvorgaben, die wir im ahmen unserer Präsidentschaft durchgesetzt haben, ge prochen. Dazu gehören eingedenk der sozialen Fragen, ie gerade angesprochen worden sind, natürlich auch die anz konkreten Fortschritte, die die Bundeskanzlerin in hrer Regierungserklärung dargelegt hat. Dabei geht es, uch im sozialen Bereich, um Antworten auf die konreten Fragen vieler Menschen nach dem Mehrwert, den ns Europa bietet. Die Menschen fragen sich: Was bringt ns Europa? Was haben wir trotz aller Kritik, die geübt ird, von der europäischen Einigung? Um genau diese ragen geht es. Unsere Antworten müssen im täglichen eben der Bürger spürbar sein. So gelingt es uns, Europa nicht nur mit abstrakten, erstandgesteuerten Argumenten zu begründen, sondern uch die Herzen der Menschen zu gewinnen. Europa geingt nur gemeinsam; so lautet das Leitmotiv unserer räsidentschaft. Aber Europa gelingt auch nur dann, enn wir die Herzen der Menschen für uns gewinnen. as hat Helmut Kohl schon früher so formuliert. Dieses eitmotiv gilt heute wie damals. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir wünschen uns, ass der bevorstehende Gipfel einen Beitrag dazu leistet, ass wir die Herzen der Menschen gewinnen, dass Euopa gemeinsam gelingt und dass die deutsche Präsidentchaft unter Ihrer Führung, Frau Bundeskanzlerin, als in großartiger Meilenstein in die europäische Gechichte eingehen wird. Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


(Beifall bei der CDU/CSU)


(Zuruf von der LINKEN: Volksabstimmung!)



Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1610302100

Letzter Redner zu diesem Tagesordnungspunkt ist der

ollege Michael Roth, SPD-Fraktion.


(Beifall bei der SPD)



Michael Roth (SPD):
Rede ID: ID1610302200

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ge-

egentlich werde ich von Besuchergruppen gefragt,
arum im Plenarsaal nicht nur die Deutschlandfahne,

ondern auch die Europafahne errichtet ist. Meine Ant-
ort lautet: Das ist unser Bekenntnis nicht nur zu unse-

er eigenen Nation, sondern auch zum vereinten Europa.
enn wir wissen: Ein starkes Europa liegt in unserem
eutschen Interesse.






(A) )



(B) )


Michael Roth (Heringen)

Frau Bundeskanzlerin, selbst wenn Sie es nicht schaf-
fen sollten, dafür zu sorgen, dass die Symbole der
Europäischen Union im Vertrag erhalten bleiben, wenn
wir also, formal gesehen, auf die Europahymne oder auf
die blaue Flagge mit den zwölf Sternen verzichten müs-
sen, bin ich mir sicher: Hier wird diese Flagge stehen
bleiben. Dieses Bekenntnis zum vereinten Europa wird
auch ohne Erwähnung im Verfassungsvertrag bzw. in
dem wie auch immer genannten Vertrag Bestand haben.
Das sollte uns alle ermuntern, nicht frühzeitig Dinge auf-
zugeben, die deutlich machen, dass es eben nicht um
eine papierne Gemeinschaft geht, sondern dass diese Ge-
meinschaft von einer gemeinsamen Idee getragen wird.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)


Ich bin der Bundeskanzlerin ausgesprochen dankbar,
dass sie heute auch die Schwierigkeiten aufgezeigt und
die Partner genannt hat, mit denen man noch intensiv re-
den muss. Was zeichnet die Europäische Union aus? Wir
sind eben nicht nur stolz darauf, ein Raum der Freiheit,
ein Raum der Demokratie, ein Raum der Rechtsstaat-
lichkeit zu sein, wir sind auch stolz darauf, ein Raum der
Solidarität zu sein. Aber Solidarität ist nun einmal keine
Einbahnstraße. Wir strengen uns an und wollen in den
Verhandlungen darauf hinwirken, dass im Vertrag bei-
spielsweise die Ergänzung eingeführt wird, dass die Mit-
gliedstaaten in der für die Zukunft wesentlichen Frage
der Energieversorgung solidarisch füreinander einste-
hen. Dann erwarten wir aber genauso Solidarität, wenn
es darum geht, zu verhindern, dass das nach langen,
schwierigen Verhandlungen zustande gekommene Insti-
tutionenpaket jetzt wieder aufgeschnürt wird.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)


Wer die Büchse der Pandora öffnet, wird sie nicht wieder
schließen können. Deswegen müssen wir am Prinzip der
doppelten Mehrheit festhalten. Die doppelte Mehrheit ist
inhaltlich gut begründet: Sie macht deutlich, dass es
nicht allein um eine Union der Staaten geht, sondern
auch um eine Union der Bürgerinnen und Bürger.

Wenn die Umfragen denn stimmen, dass fast
70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger Polens mit dem
vorliegenden Verfassungsvertrag einverstanden sind,
scheint es kein Problem mit Polen zu geben, sondern mit
der gegenwärtigen polnischen Regierung. Deshalb muss
unser Appell nicht an die polnischen Bürgerinnen und
Bürger gerichtet sein, sondern an die polnische Regie-
rung.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD, der CDU/ CSU und der FDP)


Für die schwierigen Verhandlungen und für die Gesprä-
che wünsche ich der Bundeskanzlerin und dem Außen-
minister alles Gute und Glückauf.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)


Ich frage mich manchmal, ob diejenigen, die sich hier
am 25. März gemeinsam mit der Bundeskanzlerin und
dem Außenminister versammelt haben, wissen, was sie
damals einmütig beschlossen haben. Denn die feierliche
Berliner Erklärung enthält einen Zeitplan. Es heißt
dort, dass rechtzeitig vor den Wahlen zum Europäischen

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(C (D arlament 2009 die Europäische Union auf eine erneurte vertragliche Grundlage zu stellen ist. Wenn dem so st – und das haben alle 27 Staatsund Regierungschefs o gesehen –, dann kann man jetzt nicht mehr Zeit einordern. Wir brauchen nicht mehr Zeit, wir brauchen ndlich klare Entscheidungen, damit die Bürgerinnen nd Bürger wissen, wie es mit dieser Europäischen nion, wie es mit dem Integrationsprozess weitergeht. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Dass jetzt verhandelt wird und dass auch Regierungs-
hefs, die damals den Verfassungsvertrag unterzeichnet
aben, neue Forderungen stellen, kann ich noch nach-
ollziehen. Was mich aber empört, ist die Diskussion
ber die Grundrechtecharta. Wenn es etwas gibt, wor-
uf wir in Europa stolz sein können, dann ist das die
rundrechtecharta. Es ist doch wunderbar, wenn wir

ndlich deutlich machen: Europa ist nicht nur eine Wirt-
chaftsgemeinschaft, es ist eine Wertegemeinschaft. Das
erbindet uns trotz aller politischen Unterschiede. Dafür
ollten wir kämpfen, dafür sollten wir einstehen. Es geht
icht darum, in den nationalen Grundrechteschutz einzu-
reifen. Es geht vielmehr darum, dass die Bürgerinnen
nd Bürger der Europäischen Union mit der Grund-
echtecharta vor etwaigen Willkürentscheidungen der In-
titutionen der Europäischen Union geschützt werden.
as muss man doch auch einem Briten und anderen er-
lären können! Ich kann nicht verstehen, wie man jetzt
ordern kann, die Grundrechtecharta müsse aus dem Ver-
rag verschwinden. Nein, sie muss rechtsverbindlicher
estandteil dieses Vertrages werden, und die Bürgerin-
en und Bürger müssen ihre Rechte einklagen können.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP und des Abg. Rainder Steenblock [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


Ich bin dem Kollegen Rainder Steenblock dankbar,
ass er noch einmal die Rolle der nationalen Parla-
ente angesprochen hat. Wir können zu Recht gemein-

am stolz darauf sein, dass wir uns auf einen schwieri-
en, aber lohnenswerten Weg begeben haben. Wir haben
ämlich deutlich gesagt, dass wir keine neuen Blocka-
en errichten wollen, sondern dass wir die Kontrollmög-
ichkeiten des Bundestages innerstaatlich ausweiten und
azu beitragen wollen, dass die Entscheidungen, die auf
er europäischen Ebene getroffen werden, näher am
ürger sind. Das geht aber nur im Dialog und manchmal
uch in der Kontroverse mit der Regierung, die unser
and im Ministerrat vertritt. Es geht eben nicht, dass die
ationalen Parlamente auf der EU-Ebene in Konkurrenz
um Europäischen Parlament und zu anderen Institutio-
en treten. Das ist das genaue Gegenteil von mehr Trans-
arenz, ein Wort, das alle Politiker gerne im Munde füh-
en.

Deshalb lehnt meine Fraktion die rote Karte auch
anz klar ab. Wir wollen keine rote Karte für die natio-
alen Parlamente. Wir wollen eine konstruktive Rolle
er nationalen Parlamente im europäischen Integrations-
rozess. Deswegen bitte ich Sie, noch einmal darüber
achzudenken, ob man statt der dunkelgelben Karte viel-
eicht eine grüne Karte gewähren könnte.






(A) )



(B) )


Michael Roth (Heringen)

Es mag sich jetzt vielleicht etwas kompliziert anhö-
ren, weil die meisten zu Recht sagen, dass das Initiativ-
monopol für Gesetzeswerke und Rechtsakte bei der EU-
Kommission liegt. Es gibt aber auch eine Regelung, wo-
nach das Europäische Parlament eine Initiative mit
Mehrheit beschließen kann. Wäre es denn so falsch,
wenn man dies auch in Richtung der nationalen Parla-
mente konstruktiv auf den Weg bringen würde? Man
könnte sagen: Wenn ein Drittel der nationalen Parla-
mente einen Beschluss über eine Gesetzesinitiative fasst,
dann muss sich die Europäische Kommission damit kon-
struktiv auseinandersetzen. – Ich möchte weg davon,
dass die nationalen Parlamente auf der EU-Ebene als
Blockierer dargestellt und auch diskreditiert werden. Ich
möchte deutlich machen: Wir sind Gestalter und gehen
mit diesem Europa verantwortungsbewusst um.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Liebe Kolleginnen und Kollegen, mit unserem
Antrag, den wir heute als Koalition hier einbringen, do-
kumentieren wir, dass die Bundeskanzlerin und der Bun-
desaußenminister in der nächsten Woche nicht allein-
stehen. Ihr Einsatz für mehr Demokratie, mehr
Rechtsstaatlichkeit, mehr Handlungsfähigkeit und mehr
Transparenz wird von dieser eindeutigen und klaren
Mehrheit im Deutschen Bundestag getragen. Es liegt
nicht allein im nationalen Interesse, über das leider viel
zu oft geredet wird, sondern es liegt auch im europäi-
schen Interesse, dass der Durchbruch endlich gelingt.
Deswegen gelten unsere guten Wünsche der Bundes-
kanzlerin und dem Außenminister.

Zum Schluss möchte ich gerne an das anschließen,
was Hans-Ulrich Klose heute gesagt hat. Sollte meine
Generation einmal in dein Alter kommen, lieber Ulli,
dann wäre es doch wunderbar, wenn wir im Rückblick
auf das Jahr 2007 sagen könnten: Es ist nicht nur gut,
sich zu erinnern, sondern es sind auch gute Erinnerun-
gen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.


(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)



Dr. Norbert Lammert (CDU):
Rede ID: ID1610302300

Ich schließe die Aussprache.

Bevor wir zur Abstimmung über die vorliegenden
Entschließungsanträge kommen, nutze ich die Gelegen-
heit gerne, mit Blick auf die gerade in dieser Woche
stattgefundene zweite gemeinsame Parlamentarierkonfe-
renz von Mitgliedern des Europäischen Parlaments und
aller nationalen Parlamente der EU deutlich zu machen,
dass die in dieser Diskussion von allen Fraktionen arti-
kulierten Erwartungen an das erhoffte Ergebnis des
europäischen Gipfels mit Blick auf die Stärkung der
Handlungsfähigkeit, der demokratischen Legitimation
und der Transparenz der Gemeinschaft offenkundig von
einer ganz breiten Mehrheit der Parlamentarier aller Mit-
gliedstaaten getragen werden.

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(C (D Frau Bundeskanzlerin, das ist auch für das notwenige schwierige Gespräch mit den Regierungschefs der nderen Mitgliedstaaten möglicherweise keine belangose Information und sollte am Schluss dieser Debatte eute noch einmal ausdrücklich festgehalten werden. (Beifall bei der CDU/CSU, der SPD, der FDP und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Dieser Eindruck wurde im Übrigen auch auf der
OSAC-Konferenz – dem regelmäßigen Treffen der
itglieder der Europaausschüsse aller nationalen Parla-
ente –, die vor wenigen Wochen hier im Deutschen
undestag stattgefunden hat, sowie auf der Konferenz
er Parlamentspräsidenten dokumentiert, sodass in die-
em Zusammenhang mit guten Gründen von einer brei-
en Meinungsbildung unter den Parlamentariern Europas
esprochen werden kann.

Ich komme nun zur Abstimmung über die Entschlie-
ungsanträge der Fraktion Die Linke zur Regierungs-
rklärung der Bundeskanzlerin.

Wer stimmt für den Entschließungsantrag auf Druck-
ache 16/5619? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält
ich der Stimme? – Der Entschließungsantrag ist abge-
ehnt.

Wer stimmt für den Entschließungsantrag auf Druck-
ache 16/5620? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält
ich der Stimme? – Auch dieser Entschließungsantrag
at keine Mehrheit gefunden.

Interfraktionell wird die Überweisung der Vorlagen
uf den Drucksachen 16/5268, 16/5425 und 16/5441 an
ie in der Tagesordnung aufgeführten Ausschüsse vorge-
chlagen. Sind Sie damit einverstanden? – Das ist der
all. Die Überweisungen sind so beschlossen.

Wir kommen zur Beschlussempfehlung des Aus-
chusses für Angelegenheiten der Europäischen Union
u dem Antrag der Fraktion Die Linke mit dem Titel
Für eine demokratische, freiheitliche, soziale und Frie-
en sichernde Verfassung der Europäischen Union“. Der
usschuss empfiehlt in seiner Beschlussempfehlung auf
rucksache 16/5647, diesen Antrag der Fraktion Die
inke abzulehnen. Wer stimmt für die Beschlussempfeh-

ung? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich der
timme? – Dann ist diese Beschlussempfehlung ange-
ommen.

Wir stimmen ab über den Antrag der Fraktionen der
DU/CSU und der SPD auf Drucksache 16/5601 mit
em Titel „Die Verfasstheit der Europäischen Union zü-
ig klären – Für ein klares und enges Mandat einer Re-
ierungskonferenz“. Das war unser Zusatzpunkt 3. Wer
timmt für diesen Antrag? – Wer stimmt dagegen? – Wer
nthält sich der Stimme? – Der Antrag ist angenommen.

Ich rufe nun die Tagesordnungspunkte 14 a bis 14 d
uf:

14 a) – Zweite und dritte Beratung des von der Bun-
desregierung eingebrachten Entwurfs eines
Gesetzes zur Umsetzung aufenthalts- und






(A) )



(B) )


Präsident Dr. Norbert Lammert
asylrechtlicher Richtlinien der Europäi-
schen Union

– Drucksachen 16/5065, 16/5527 –

– Zweite und dritte Beratung des von den Abge-
ordneten Volker Beck (Köln), Josef Philip
Winkler, Britta Haßelmann, weiteren Abge-
ordneten und der Fraktion des BÜNDNIS-
SES 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Ent-
wurfs eines … Gesetzes zur Änderung des
Aufenthaltsgesetzes

– Drucksache 16/3198 –

Beschlussempfehlung und Bericht des Innenaus-
schusses (4. Ausschuss)


– Drucksachen 16/5621, 16/5654 –

Berichterstattung:
Abgeordnete Reinhard Grindel
Rüdiger Veit
Hartfrid Wolff (Rems-Murr)

Ulla Jelpke
Josef Philip Winkler

b) Beratung der Beschlussempfehlung und des Be-
richts des Innenausschusses (4. Ausschuss)


– zu dem Antrag der Abgeordneten Sibylle
Laurischk, Hartfrid Wolff (Rems-Murr),
Michael Kauch, weiterer Abgeordneter und
der Fraktion der FDP

Sprache schafft Identität und ist Schlüssel
zur Integration

– zu dem Antrag der Abgeordneten Hartfrid
Wolff (Rems-Murr), Dr. Max Stadler, Sibylle
Laurischk, weiterer Abgeordneter und der
Fraktion der FDP

Das Aufenthaltsrecht für Hochqualifizierte
und Selbständige ändern – Integration
maßgeblich verbessern

– zu dem Antrag der Abgeordneten Hartfrid
Wolff (Rems-Murr), Sabine Leutheusser-
Schnarrenberger, Dr. Karl Addicks, weiterer
Abgeordneter und der Fraktion der FDP

Bleiberecht großzügig gestalten – Integra-
tion verbessern

– zu dem Antrag der Abgeordneten Ulla Jelpke,
Sevim Dağdelen, Dr. Hakki Keskin, weiterer
Abgeordneter und der Fraktion der LINKEN

Auswirkungen des Zuwanderungsgesetzes
sofort evaluieren

– zu dem Antrag der Abgeordneten Sevim
Dağdelen, Petra Pau, Ulla Jelpke, weiterer Ab-
geordneter und der Fraktion der LINKEN

Für einen umfassenden Schutz religiös Ver-
folgter in der Bundesrepublik Deutschland

(C (D – zu dem Antrag der Abgeordneten Sevim Dağdelen, Ulla Jelpke, Katja Kipping, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der LINKEN Asylsuchende und geduldete Flüchtlinge beim Zugang zum Arbeitsmarkt gleichstellen – zu dem Antrag der Abgeordneten Ulla Jelpke, Sevim Dağdelen, Petra Pau, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der LINKEN Für Humanität und Menschenrechte statt wirtschaftlicher „Nützlichkeit“ als Grundprinzipien der Migrationspolitik – zu dem Antrag der Abgeordneten Josef Philip Winkler, Volker Beck Schewe-Gerigk, weiterer Abgeordneter und der Fraktion des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN Für ein integrationsförderndes, menschenrechtskonformes und humanitär ausgewogenes Zuwanderungsgesetz – zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Thea Dückert, Kerstin Andreae, Josef Philip Winkler, weiterer Abgeordneter und der Fraktion des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN Zuzug von Hochqualifizierten erleichtern – Drucksachen 16/2092, 16/4609, 16/4739, 16/1204, 16/4487, 16/4907, 16/5108, 16/5103, 16/5116, 16/5621, 16/5654 – Berichterstattung: Abgeordnete Reinhard Grindel Rüdiger Veit Hartfrid Wolff Ulla Jelpke Josef Philip Winkler c)

richts des Innenausschusses (4. Ausschuss) zu
dem Antrag der Abgeordneten Josef Philip
Winkler, Volker Beck (Köln), Britta Haßelmann,
weiterer Abgeordneter und der Fraktion des
BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Zwischenbilanz für Integrationskurse des Jah-
res 2005 vorlegen

– Drucksachen 16/940, 16/1704 –

Berichterstattung:
Abgeordnete Reinhard Grindel
Dr. Michael Bürsch
Dr. Max Stadler
Ulla Jelpke
Josef Philip Winkler

d) Beratung der Beschlussempfehlung und des Be-
richts des Innenausschusses (4. Ausschuss) zu
dem Antrag der Abgeordneten Josef Philip
Winkler, Volker Beck (Köln), Monika Lazar, wei-






(A) )



(B) )


Präsident Dr. Norbert Lammert
terer Abgeordneter und der Fraktion des BÜND-
NISSES 90/DIE GRÜNEN

Für eine wirksame Bleiberechtsregelung für
langjährig in Deutschland geduldete Personen

– Drucksachen 16/3340, 16/4828 –

Berichterstattung:
Abgeordnete Reinhard Grindel
Rüdiger Veit
Hartfrid Wolff (Rems-Murr)

Ulla Jelpke
Josef Philip Winkler

Zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Um-
setzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der
Europäischen Union liegen zehn Änderungsanträge der
Fraktion der FDP sowie zwei Änderungsanträge der
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und ein Entschlie-
ßungsantrag der Fraktion Die Linke vor. Über zwei die-
ser Änderungsanträge der Fraktion Bündnis 90/Die Grü-
nen sowie über den Gesetzentwurf der Bundesregierung
werden wir später namentlich abstimmen. Ich mache
schon jetzt darauf aufmerksam, dass nach den drei Ab-
stimmungen zu diesem Tagesordnungspunkt heute noch
zwei weitere namentliche Abstimmungen stattfinden
werden.

Für die Aussprache zu diesem Tagesordnungspunkt
ist eine Dreiviertelstunde vorgesehen. – Ich höre keinen
Widerspruch, dann ist das so vereinbart.

Ich eröffne die Aussprache und erteile das Wort zu-
nächst dem Kollegen Dr. Hans-Peter Uhl von der CDU/
CSU-Fraktion.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)



(Vorsitz: Vizepräsidentin Katrin GöringEckardt)



Dr. Hans-Peter Uhl (CSU):
Rede ID: ID1610302400

Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und

Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Jahrzehnte-
lang war die öffentliche Diskussion geprägt von dem
fruchtlosen Streit über die Frage: Ist Deutschland ein
Einwanderungsland oder nicht?


(Zuruf von der SPD: Ist es!)


Während wir hier über Definitionen gestritten haben,
fand jahrelang ungeregelte Zuwanderung nach
Deutschland statt. Man hat die Zuwanderer sich selbst
überlassen, und zwar aus finanzpolitischen, aber auch
aus ideologischen Gründen. Integration erledigt sich
aber nicht einfach von selbst. Integration ist ein Prozess,
der beiden Seiten – dem Zuwanderer und der Aufnahme-
gesellschaft – viel abverlangt. Vor allem aber ist Integra-
tion für den Staat, wenn er sie ernst nimmt, sehr, sehr
teuer. Es ist noch nicht so lange her, es war in den 90er-
Jahren,


(Wolfgang Wieland [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wir erinnern uns!)


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(C (D ährend meiner Zeit als Kreisverwaltungsreferent in ünchen, als ich das gefordert habe, was heute Gesetz ird, Herr Winkler. (Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das war ich nicht!)


enn damals jemand Deutschkenntnisse von Migranten
erlangte, wurde er vor allem von den Grünen auf
belste Weise beschimpft.


(Zuruf vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Zu Recht! – Claudia Roth [Augsburg] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ach, Herr Uhl, da gab es andere Gründe, Sie zu beschimpfen! – Silke Stokar von Neuforn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Er hat nicht begriffen, warum wir ihn beschimpft haben!)


wangsgermanisierung oder administrativer Rassismus
aren die übelsten Schimpfworte. So wurde dies diskri-
iniert.

Mittlerweile sind die meisten Politiker bis hinein in
ie Reihen der Grünen in der Realität der Zuwande-
ungsgesellschaft angekommen. Erstmals wird Integra-
ion als eine der größten Herausforderungen unserer Ge-
ellschaft verstanden. Der Paradigmenwechsel dieses
esetzes lässt sich auf den Punkt bringen: Nicht alle
enschen, die zuwandern, sind eine Bereicherung, aber

lle Menschen, die auf Dauer hier bleiben wollen, müs-
en integriert werden.

Der Unterschied zwischen Arm und Reich wird grö-
er. Der Migrationsdruck auf Europa nimmt zu. Früher
amen die Menschen hauptsächlich im Asylverfahren.
nzwischen kommen sie vermehrt durch Familiennach-
ug. Allein im vergangenen Jahr sind 43 000 Menschen
m Zuge des Ehegattennachzugs eingereist. Aber nicht
ur diese legale Zuwanderung, sondern auch die illegale
igration nimmt zu.

Angesichts dieser Situation ist es unsere Aufgabe, den
ozialen Frieden zu erhalten. Was heißt das konkret?

ir müssen die Zuwanderungsströme in unser Land
ontrollieren


(Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Welche Ströme denn?)


nd – das ist in einer Industrie- und Wissensgesellschaft
it einem ständigen Fachkräftemangel noch viel wichti-

er – dafür sorgen, dass hochqualifizierte Menschen den
eg nach Deutschland finden.


(Dr. Dieter Wiefelspütz [SPD]: Fachleute wie Sie, Herr Uhl!)


n diesem Zusammenhang sind zwei Zahlen zu beach-
en, die zusammengehören und die uns alle wachrütteln
ollten. Im vergangenen Jahr – das ist die Folge der noch
nter Rot-Grün eingeführten Greencard-Regelung – sind
anze 400 hochqualifizierte Fachkräfte nach Deutsch-
and eingereist.


(Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ach, jetzt sind wir schuld! Wer will denn immer abschotten?)


as hat keine ausländerrechtlichen Gründe gehabt.






(A) )



(B) )


Dr. Hans-Peter Uhl

(Reinhard Grindel [CDU/CSU]: So ist es!)


Denn allein 2005 haben 145 000 in der Regel hochquali-
fizierte Deutsche dieses Land verlassen. Kollege Grindel
hat gestern im Innenausschuss bereits darauf hingewie-
sen. 400 Menschen kamen aus dem Ausland; 145 000
gingen ins Ausland. Das kann doch nichts mit ausländer-
rechtlichen Bestimmungen zu tun haben. Es muss andere
Gründe haben. Ich lege großen Wert darauf, dass wir
diese Gründe näher betrachten,


(Volker Beck [Köln] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: In der modernen Welt gehen Leute und kommen Leute!)


und zwar zusammen mit der FDP, die dazu sehr vernünf-
tige Ansichten vertritt.

Es muss also arbeitsmarktpolitische, wirtschaftspoliti-
sche und gesellschaftspolitische Gründe haben, warum
so viele hochqualifizierte Menschen gehen und so we-
nige kommen.

Den sozialen Frieden zu bewahren, bedeutet auch,
sich mehr um die hier lebenden Ausländer zu kümmern
und die Integration durchzusetzen.


(Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das nennen Sie kümmern? Na bravo!)


Dazu gehört auch, dass Integrationsverweigerung
wirksamer als bisher sanktioniert wird. Einem Hartz-IV-
Empfänger in Deutschland, der sich weigert, sich zu in-
tegrieren und ein Minimum an Deutsch zu lernen, aber
gleichzeitig die Hand aufhält und Sozialleistungen in
Empfang nimmt, können diese Sozialleistungen in Zu-
kunft um bis zu 30 Prozent gekürzt werden. Das ist gut
so.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Zuruf von der LINKEN: Eine Frechheit!)


Mitten unter uns leben Frauen,


(Zuruf von der SPD: Ja, das stimmt!)


die in arrangierten Ehen eingesperrt und ihrer Rechte be-
raubt sind. Sie werden bewusst daran gehindert, Deutsch
zu lernen. Diese frauenfeindlichen Parallelgesellschaf-
ten müssen von uns aufgebrochen werden.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP – Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Machen Sie mal was!)


Diesem Problem – das ist der Paradigmenwechsel, zu
dem wir uns klar bekennen – werden wir uns mit zwei
neuen Vorschriften zuwenden. Erstens wird beim Ehe-
gattennachzug erstmals ein Mindestalter von 18 Jahren
festgelegt. Zweitens – das ist vielleicht noch wichtiger –
muss der nachziehende Ehegatte vor seiner Einreise ein-
fachste deutsche Sprachkenntnisse vorweisen.


(Volker Beck [Köln] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Art. 6! Das ist der besondere Schutz der Ehe! Sehen Sie sich als Christdemokraten?)



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(C (D Das Ziel dieser Regelung ist nicht, wie Sie, meine Daen und Herren von den Grünen, verleumderisch ver reiten lassen, dass wir Ehegattennachzug verhindern ollen. Ziel dieser Regelung ist vielmehr die Förderung er Integration. Bevor sich ein Mensch entschließt, seien Lebensmittelpunkt nach Deutschland zu verlagern, (Volker Beck [Köln] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Art. 6!)


m hier eine Ehe einzugehen, Kinder zu bekommen und
iese einzuschulen, kann man erwarten, dass er sich im
eimatland um einfachste Sprachkenntnisse bemüht, um

ich in die Lage zu versetzen, sich sprachlich in unsere
eutsche Gesellschaft einzufügen. Das ist alles, was wir
ollen.


(Beifall bei der CDU/CSU – Zuruf vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das kann er auch hier lernen!)


enn er auf diesem untersten Niveau, was seine Sprach-
enntnisse angeht, in Deutschland angekommen ist,
ann kann er hier richtig Deutsch lernen.


(Claudia Roth [Augsburg] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ein Japaner muss das aber nicht!)



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610302500

Herr Kollege, möchten Sie eine Zwischenfrage des

ollegen Beck zulassen?


Dr. Hans-Peter Uhl (CSU):
Rede ID: ID1610302600

Ja, bitte schön.


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610302700

Bitte schön, Herr Beck.


Volker Beck (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610302800

Die Regelung, wonach Grundkenntnisse der deut-

chen Sprache vorhanden sein müssen, müsste dann für
eden Ausländer gelten, egal woher er kommt. Warum
ilt dann aber diese Regelung für den Türken und nicht
ür den Amerikaner und den Japaner? Hat die Unions-
raktion eigentlich schon etwas von dem besonderen
chutz von Ehe und Familie in Art. 6 des Grundgeset-
es gehört, der nicht unter Sprachvorbehalt steht?


(Reinhard Grindel [CDU/CSU]: Aber das gilt nicht für Zwangsehen, Herr Beck!)



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610302900

Herr Kollege Uhl, Ihre Antwort wäre gleichzeitig das

nde Ihrer Rede. Ich möchte nur, dass Sie sie entspre-
hend gestalten.


Dr. Hans-Peter Uhl (CSU):
Rede ID: ID1610303000

Ich werde das Ende meiner Rede so gestalten, dass

ie, Herr Beck, eine Antwort bekommen. Diese lautet
ie folgt: Art. 6 des Grundgesetzes wurde von uns na-

ürlich berücksichtigt. Wir haben dabei externen Sach-
erstand genutzt. Die fragliche Regelung wird mit Si-
herheit in Karlsruhe überprüft werden. Das Ergebnis






(A) )



(B) )


Dr. Hans-Peter Uhl
wird lauten – das prognostiziere ich ganz kühn –: Sie ist
verfassungsgemäß.


(Zuruf von der SPD: Sehr kühn, Herr Kollege!)


Kein Mensch fordert Sprachkenntnisse auf Abiturni-
veau. Die Europäische Union unterscheidet bei den
Sprachkenntnissen zwischen den Fallgruppen A 1, A 2,
B 1, B 2, C 1 und C 2. – Bitte bleiben Sie stehen, Herr
Beck, wenn ich Sie aufkläre. Sie haben offensichtlich
davon keine Kenntnis.


(Volker Beck [Köln] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie beantworten meine Frage nicht! Ich habe nach Türken, Amerikanern und Japanern gefragt!)


– Ich beantworte Ihre Frage. – Sie wollen wissen, wie
das, was wir fordern, mit Art. 6 des Grundgesetzes in
Einklang zu bringen ist.


(Volker Beck [Köln] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ich stelle fest: Sie beantworten meine Frage nicht! – Gegenruf des Abg. Dr. Norbert Röttgen [CDU/CSU]: Vielleicht darf der Redner sagen, was er für richtig hält!)


Wir fordern, dass diejenigen, die zu uns kommen, deut-
sche Sprachkenntnisse beherrschen, die der untersten der
sechs Stufen, A 1, entsprechen. Sprachkenntnisse dieser
Stufe befähigen dazu, zum Beispiel in einem Laden eine
Flasche Milch zu kaufen, mehr nicht. Erst dann beginnt
das eigentliche Erlernen der deutschen Sprache. Dies
müssen wir voraussetzen, weil Sprachdefizite in be-
stimmten Fällen als Hauptintegrationshindernis auf-
treten. Die Kurse „Mama lernt Deutsch“ sind eine Ant-
wort auf dieses Problem. Mütter, die zugewandert sind
und hier Kinder bekommen haben, sind oft nicht in der
Lage, ihren Kindern, die eine deutsche Schule besuchen,
zu helfen, wenigstens einen Teil der Hausaufgaben zu
kontrollieren oder ein Gespräch mit dem Lehrer zu füh-
ren.


(Volker Beck [Köln] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wenn Sie meine Frage nicht beantworten, muss ich mich setzen!)


Wenn ein Geschäftsmann mit seiner japanischen Ehefrau
nach Deutschland kommt, findet diese Regelung keine
Anwendung, weil es auf diesem Gebiet gar keine Inte-
grationsdefizite gibt; das ist der Punkt.


(Dr. Norbert Röttgen [CDU/CSU]: So ist es!)


Das ist eine intelligente Lösung.


(Beifall bei der CDU/CSU)


Das Prinzip des Förderns und Forderns wird nun
– das hat sich schon auf dem Integrationsgipfel widerge-
spiegelt, der auf Veranlassung der Bundeskanzlerin
durchgeführt wurde – erstmalig durchgesetzt. Vor
50 Jahren kam der erste sogenannte Gastarbeiter. Inzwi-
schen sind Jahrzehnte ins Land gegangen. Sie rühmen
sich zwar des Leitbildes einer multikulturellen Gesell-
schaft, sind aber nie auf die Idee gekommen, einen Inte-

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(C (D rationsgipfel durchzuführen, um sich um diese Menchen wirklich zu kümmern. (Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wir sind ja auch erst 1998 an die Regierung gekommen!)



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610303100

Herr Kollege, kommen Sie bitte zum Schluss.


Dr. Hans-Peter Uhl (CSU):
Rede ID: ID1610303200

Ich habe mit dem Herrn Minister vereinbart, dass ich

och eine Minute sprechen darf.


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610303300

Gut.


Dr. Hans-Peter Uhl (CSU):
Rede ID: ID1610303400

Unter Kaufleuten gilt: Wer schweigt, stimmt zu.


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610303500

Der Minister hat genickt.


Dr. Hans-Peter Uhl (CSU):
Rede ID: ID1610303600

Er hat sogar genickt. Danke schön, Herr Minister.

Wir mussten offensichtlich Parallelgesellschaften in
nseren Großstädten sich entwickeln lassen, um zu ler-
en, dass man Integration einfordern muss. Wir mussten
ffensichtlich erst zur Kenntnis nehmen, dass in einer
tadt wie Berlin jeder zweite arbeitsfähige Mensch mit
igrationshintergrund arbeitslos ist, um zu handeln. Wir
ussten erst feststellen, dass im Bereich der Jugend-

ruppengewalt 70 bis 80 Prozent der Jugendlichen in
erlin einen Migrationshintergrund haben, um uns die-

em Personenkreis intensiv zuzuwenden.

Ich bin froh, dass wir zu einer Einigung gekommen
ind. Ich möchte mich in aller Form bei der SPD-Frak-
ion für die eineinhalbjährigen konstruktiven Verhand-
ungen bedanken. Das war nicht einfach; denn wir muss-
en Sie bei Rot-Grün abholen


(Heiterkeit bei der CDU/CSU)


nd auf den Weg einer Volkspartei führen.


(Dr. Norbert Röttgen [CDU/CSU]: Ins Land der Erkenntnis!)


ir sind gemeinsam dort angekommen. Vielen Dank für
ie konstruktiven Gespräche!


(Beifall bei der CDU/CSU)


Noch mehr bedanken möchte ich mich bei Innen-
inister Schäuble. Immer dann, wenn es in den vergan-

enen eineinhalb Jahren schwierig wurde, sagten wir ge-
einsam, Herr Wiefelspütz: „Hier hilft nur noch ein

lärendes Ministerwort“, und dann wurden die Gesprä-
he bei Minister Schäuble fortgesetzt.


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610303700

Ich bin jetzt nicht sicher, ob Herrn Schäuble über-

aupt noch Redezeit bleibt.






(A) )



(B) )


Dr. Hans-Peter Uhl (CSU):
Rede ID: ID1610303800

Mit diesem Dank an den Minister geht auch ein Dank

an die Beamten des Innenministeriums.

Danke schön.


(Beifall bei der CDU/CSU)



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610303900

Der Kollege Hartfrid Wolff hat das Wort für die FDP-

Fraktion.


(Beifall bei der FDP)


Hartfrid Wolff (Rems-Murr) (FDP):
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Die Bundesregierung hat im Zuge der Umsetzung der
aufenthalts- und asylrechtlichen Richtlinien der Europäi-
schen Union ein Sammelsurium von Änderungen im
Aufenthalts- und Ausländerrecht vorgelegt. Sie gehen
zum Teil weit über die Vorgaben der EU hinaus; zum
Teil werden die EU-Richtlinien aber auch nicht richtig
umgesetzt.

Das vorgelegte Gesetz ist Stückwerk. Das ist das Er-
gebnis der Expertenanhörung im Innenausschuss. Der
Bundesregierung wird auch attestiert: Ein Konzept zur
Steuerung der Zuwanderung fehlt.

Aber nicht nur das: Die Koalition hat zudem die
Grenzen des verfassungsrechtlich Zulässigen über-
schritten.


(Beifall bei der FDP – Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister: Das ist unglaublich!)


Der Gesetzentwurf enthält in §§ 18, 27 a und 34 a Asyl-
verfahrensgesetz dynamische Verweisungen auf Rechts-
vorschriften der Europäischen Union und völkerrechtli-
che Verträge über die Zuständigkeit für die Prüfung von
Asylanträgen.


(Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Da können wir uns gleich selbst abschaffen!)


Diese Verweisungen haben zur Folge, dass nicht nur ak-
tuelle, sondern auch alle zukünftigen Übereinkommen
und EU-Rechtsvorschriften zur Abweisung an der
Grenze, zur Unzulässigkeit des Asylantrags oder zur Ab-
schiebungsanordnung gelten sollen, ohne dass ein Parla-
ment zugestimmt hat.


(Mechthild Dyckmans [FDP]: Unerhört!)


Dadurch unterliegen wichtige Rechtsänderungen nicht
mehr der Kontrolle des Deutschen Bundestages.


(Mechthild Dyckmans [FDP]: Genau!)


Das ist nicht demokratisch und schlicht verfassungswid-
rig;


(Beifall bei der FDP sowie der Abg. Claudia Roth [Augsburg] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


denn Art. 16 a Abs. 2 Satz 2 Grundgesetz stellt aus-
drücklich den so möglichen Erlass einer Liste sicherer

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(C (D rittstaaten unter Parlamentsvorbehalt. In der Sache irgt sie zudem die Gefahr einer erheblichen Ausweiung der deutschen Drittstaatenregelung. (Zuruf vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Richtig!)


Die Unionskollegen Grindel und Uhl haben sich erst
orgestern mit Nachdruck gegen eine Entmachtung des
undestages ausgesprochen,


(Reinhard Grindel [CDU/CSU]: Zu Recht!)


ls sie auf die von EU-Kommissar Frattini gemachten
orschläge zu einer EU-weiten Migrations- und Asyl-
olitik verwiesen. Das Verhalten der Union ist paradox.
it der Zustimmung zu diesem Gesetz, zu diesen Ver-
eisungen, entmachten Sie selbst den Bundestag, Herr
rindel. Vielleicht hätte es genutzt, wenn mehr CDU-
ollegen in der Expertenanhörung genauer zugehört hät-

en.


(Beifall bei Abgeordneten der FDP)


ber Sie haben die Möglichkeit, dieses Problem noch zu
eilen, indem Sie unserem Änderungsantrag zustimmen.

Meine Damen und Herren, Bundespräsident Köhler
at sich letzte Woche ausdrücklich für eine Öffnung des
eutschen Ausländerrechts ausgesprochen, und ich
eine, zu Recht. Durch die systematische Gängelung

nsbesondere junger Menschen, die zu uns kommen, ver-
indern wir, dass sie ihre Energie und Kraft zum Nutzen
nseres Landes einbringen können. Die FDP teilt die
uffassung von Horst Köhler, dass unser Land mit
eltoffenheit besser fährt.


(Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wir auch!)


Der Bundespräsident hebt – wie die FDP-Fraktion –
ervor: Deutschland ist darauf angewiesen, als Standort
ür ausländische Mitarbeiter, Forscher und Entwickler
owie Unternehmer attraktiv zu bleiben.


(Reinhard Grindel [CDU/CSU]: Das hat mit Aufenthaltsrecht nichts zu tun!)


uch wenn sich die Koalition schwer damit tut: Der
rbeitsmarkt ist schon längst international, lieber Herr
rindel. Die Einstellung von ausländischen Hochqualifi-

ierten sorgt für weitere Investitionen in Arbeitsplätze
nd ist für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unterneh-
en essenziell. Es ist unverständlich, dass ausländische
bsolventen deutscher Hochschulen durch das Vorrang-
rinzip in Deutschland nur schwer eingestellt werden
önnen. Erst investieren wir in kluge Köpfe, und dann
ollen unsere Unternehmen sie nicht einstellen dürfen.
ie bürokratischen Hürden für die Beschäftigung von
usländischen Fachkräften generell müssen für Unter-
ehmen deutlich gesenkt werden. Die jetzige Rechtslage
enachteiligt gerade kleine und mittelständische Unter-
ehmen massiv. Die bisherigen Regelungen sind zu bü-
okratisch und abschreckend, die Einflussmöglichkeiten
er Bundesagentur für Arbeit deutlich zu weitgehend,
nd die Hürden für einen Zuzug von ausländischen
elbstständigen sind deutlich zu hoch. Die Regierung
ernachlässigt dieses wichtige Thema eklatant.






(A) )



(B) )


Hartfrid Wolff (Rems-Murr)

Schlimmer noch: Bei der Arbeitsmigration ist der
Bundesinnenminister persönlich offensichtlich orientie-
rungslos. Einerseits antwortet das Bundesinnenministe-
rium auf eine Große Anfrage der FDP-Fraktion, dass
man sich eine Zuwanderungssteuerung, sogar ein Punk-
tesystem, vorstellen könne – ganz die Linie von Peter
Müller und Rita Süssmuth –, kurz danach lehnt der In-
nenminister dieses auf dem Evangelischen Kirchentag
ab. Was gilt denn nun?


(Reinhard Grindel [CDU/CSU]: Immer das, was der Innenminister sagt!)


Um die Arbeitsmigration sinnvoll zu steuern, hat die
FDP hier konkrete Vorschläge gemacht, die auch von
den Gewerkschaften und den Unternehmen dringend an-
gemahnt werden. Wir brauchen eine Zuwanderungssteu-
erung mit nachvollziehbaren Kriterien.

Integrationspolitik muss werteorientiert sein. Zuwan-
derer sind zu fördern, aber selbst auch klar gefordert. Die
deutsche Sprache, Demokratie und Rechtsstaat, die
Grund- und Menschenrechte sind das für alle geltende
Fundament unserer Gesellschaft. Sie sind aber auch eine
attraktive Zielsetzung für Integration. Hier bedarf es so-
wohl deutlich ausgeweiteter Angebote und Anreize sei-
tens des Staates als auch verständlicher Richtsätze, um
ein klares Erwartungsbild an die Migrantinnen und Mi-
granten aufzuzeigen.

Das Gesetzespaket der Koalition bleibt leider vieles
schuldig. Einzelne Ziele mögen zwar richtig sein, aber
die Bundesregierung setzt viel zu oft auf falsche Instru-
mente. Individuelle Aspekte und behördliches Ermessen
werden zu wenig berücksichtigt. Der Gesetzentwurf ist
zuwanderungspolitisches Stückwerk, in vielen Berei-
chen unausgewogen, schadet unserer Wirtschaft und ist
darüber hinaus in verschiedenen Teilen verfassungswid-
rig.


(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/ DIE GRÜNEN)


Die FDP lehnt dieses Gesetzespaket ab.


(Beifall bei Abgeordneten der FDP)



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610304000

Der Kollege Fritz Rudolf Körper hat das Wort für die

SPD-Fraktion.


(Beifall bei der SPD)



Fritz Rudolf Körper (SPD):
Rede ID: ID1610304100

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Jeder

fünfte Einwohner in Deutschland hat einen sogenannten
Migrationshintergrund. Daran wird deutlich, welch einer
Herausforderung wir ausgesetzt sind. Die zum Teil über-
zogene und emotionale Debatte der Vergangenheit, ob
Deutschland ein Zuwanderungsland ist oder nicht, ist an-
gesichts dieser aktuellen Fakten überhaupt nicht zu ver-
stehen.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)


Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass wir uns den The-
men sachlich, nüchtern und objektiv zuwenden. Was das

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(C (D hema Integration anbelangt, haben wir – das darf man ffen bekennen – einen Nachholbedarf. (Beifall bei der SPD sowie des Abg. Reinhard Grindel [CDU/CSU])


enn beispielsweise über 30 Prozent der Migrantinnen
nd Migranten zwischen 20 und 29 Jahren ohne Berufs-
usbildung sind, dann ist das ein Zustand, den wir nicht
infach hinnehmen können.


(Beifall bei der SPD)


Deswegen ist es auch wichtig, dass das Thema Inte-
ration als gemeinsame Aufgabe verstanden wird. Ich
age an dieser Stelle ganz ausdrücklich: Auch unsere
änder haben hier ihre Hausaufgaben zu machen.


(Beifall bei der SPD sowie des Abg. Reinhard Grindel [CDU/CSU])


s ist wichtig, zu erkennen, dass das eine gemeinsame
ufgabe ist, auch eine Aufgabe, die sich in Europa stellt.
ir sind mit diesen Fragen nicht alleine. Deswegen ist

s auch wichtig, dass wir diese EU-Richtlinien umset-
en. Elf sind es insgesamt, neun sind schon verfristet.
as heißt, das Tempo hätte ein höheres sein können. Das
ill ich hier nur hinzufügen, aber nicht kritisieren.

Wir haben schwierige Verhandlungen gehabt. Das
ill ich gar nicht verkennen. Allerdings muss ich im
inblick auf Herrn Dr. Uhl sagen, dass Belehrungen der
rt, woher wir kommen und wie wir geprägt sind, nicht
ötig sind.


(Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Er hört nicht zu!)


ch denke, dass wir unsere sozialdemokratischen Posi-
ionen hier sehr deutlich gemacht haben.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)


Ich will auch zugeben, dass das Ganze schwierig ist;
er Gesetzentwurf ist ein Kompromiss. Ich möchte in
iesem Zusammenhang auf das Wiederkehrrecht von
wangsverheirateten Frauen eingehen. Unser Vor-
chlag für § 37 des Aufenthaltsgesetzes ist aufgrund be-
timmter Interventionen in den Verhandlungen gestri-
hen worden.


(Hartfrid Wolff [Rems-Murr] [FDP]: Dann könnt ihr ja uns zustimmen! Der Antrag ist da!)


a mit einer solchen Wiederkehr kein Massenproblem,
ein Massenphänomen verbunden ist, hätte es uns gut
ngestanden, es bei dem zu belassen, was wir vorge-
chlagen haben.


(Beifall bei der SPD)


Ich gebe also zu: Der Gesetzentwurf ist ein Kompro-
iss. Wir können ihm deswegen sehr gut zustimmen,
eil in ihm eine Bleiberechtsregelung verankert ist.
iese Regelung betrifft insbesondere Kinder und Ju-
endliche, die schon lange hier in Deutschland leben, die
eutsch besser als ihre Muttersprache können und die

in ganzes Stück integrationsfest sind. Es ist im Grunde






(A) )



(B) )


Fritz Rudolf Körper
genommen ein unwürdiger Zustand, sie in einem unsi-
cheren Aufenthaltsstatus zu belassen.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD – Sevim Dağdelen [DIE LINKE]: Es bleibt doch dabei!)


Man kann über diese Bleiberechtsregelung streiten;
das ist gar keine Frage. Ich sage aber ganz deutlich: Wir
können zumindest 60 000 Menschen hier in Deutschland
helfen. Ich denke, das steht uns gut an.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD – Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wir werden erst noch sehen, ob es so viele werden!)


Lieber Herr Winkler, ich wäre froh gewesen, wenn es
uns gelungen wäre – ich sage das einmal im Hinblick auf
die Vergangenheit –, eine bundesgesetzliche Bleibe-
rechtsregelung zustande zu bringen.


(Volker Beck [Köln] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist an einem Sozialdemokraten gescheitert! Das war Ihr Minister! Ihr Ministerium! – Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Da waren Sie doch Staatssekretär!)


In der Vergangenheit hat die Innenministerkonferenz
zwölf oder 13 Beschlüsse gefasst, die ein bestimmtes
Segment erfassten. Ich finde, wir können darauf stolz
sein, dass auf der Grundlage dieser Beschlüsse bundes-
einheitliche Regelungen zustande gekommen sind.


(Volker Beck [Köln] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wie war es in der letzten Wahlperiode?)


Ich will aber auch zugeben, dass wir an dieser Stelle
weiteren Handlungsbedarf sehen. Ich möchte nicht ver-
hehlen, dass diese Bleiberechtsregelung nicht verhindert
– dieses Problem bringt sie mit sich –, dass es neue Alt-
fälle gibt. Deswegen haben wir konkrete Vorschläge in
Bezug auf § 25 Abs. 2 des Aufenthaltsgesetzes gemacht.
Wir wollen, dass die Länder ein Entscheidungsinstru-
ment haben. Sie sollen ein Stück weit dafür Sorge tragen
können, dass mit Blick auf den Schutz von Kindern
und Jugendlichen zukünftig verhindert werden kann,
dass weitere Bleiberechtsfälle hinzukommen.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)


Herr Grindel, Herr Kollege Schäuble, ich darf Sie
ganz herzlich bitten, sich dazu bereit zu erklären, dass
wir darüber noch einmal miteinander reden. Wir wissen,
dass auch dieser Fakt in den Ländern umstritten ist. Im
Übrigen ist auch die Auslegung des jetzigen § 25 des
Aufenthaltsgesetzes strittig. Im Interesse der Betroffenen
wäre es notwendig, an dieser Stelle für Besserung zu
sorgen. Ich hoffe hier auf konstruktive Mitarbeit.


(Beifall des Abg. Rüdiger Veit [SPD])


Als Zwischenergebnis möchte ich heute festhalten:
Wir brauchen erneut eine Diskussion über das Thema
Staatsbürgerschaftsrecht. Wir müssen dieses heikle
Thema noch einmal aufgreifen. Ich denke dabei insbe-

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(C (D ondere an die Hinnahme der sogenannten doppelten taatsbürgerschaft. Ich finde, sie ist richtig. Wir sollten ußerdem auf das Punktesystem zurückgreifen, das das lte Zuwanderungsgesetz enthielt. Darüber wird jetzt ieder diskutiert. Die Debatte ist mit dem heutigen Tag nicht beendet, ondern sie muss fortgeführt werden. Es gibt genug Fraen, die uns beschäftigen müssen. Wir stimmen diesem esetzespaket zu. Gar keine Frage: Es gibt unsererseits in paar Kritikpunkte, auch was den Spracherwerb anbeangt. Über das Thema Härtefallregelung beim Nachzug aben wir eine verfassungsrechtliche Debatte geführt. ch glaube aber, dass die Vorteile dieser bundesgesetzlihen Bleiberechtsregelung überwiegen. Wir können 0 000 Menschen helfen. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610304200

Die Kollegin Sevim Dağdelen hat das Wort für Die

inke.


(Beifall bei der LINKEN)



Sevim Dağdelen (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1610304300

Frau Präsidentin! Sehr verehrte Damen und Herren!

ch möchte mit einem Zitat beginnen:

Die bisherige Entwicklung und die bisherigen Maß-
nahmen sind offenbar zu sehr von der Priorität ar-
beitsmarktpolitischer Gesichtspunkte geprägt wor-
den, während die ebenso gewichtigen sozial- und
gesellschaftspolitischen Postulate nachrangig er-
schienen.

ieses Zitat stammt aus dem Jahr 1979, und zwar vom
rsten Ausländerbeauftragen der Bundesregierung, dem
ozialdemokraten Heinz Kühn.

Nicht den sozialen Postulaten, sondern dem Diktat
er wirtschaftlichen Interessen folgten die Bundesregie-
ungen auch in den späteren Jahrzehnten. Am 26. Mai
993 beschloss der Bundestag die faktische Abschaffung
es Grundrechts auf Asyl. Heute, 14 Jahre später, wird
in weiterer Angriff auf die Rechte von Flüchtlingen,
igrantinnen und Migranten womöglich eine parlamen-

arische Mehrheit finden. Damals wie heute folgt die Ge-
etzesänderung der rassistischen Einteilung – und der
amit verbundenen Abwertung – von Menschen nach ih-
er ökonomischen Nützlichkeit.

So geht es der Bundesregierung in der Migrations-
olitik um die Flüchtlingsabwehr und die Auslese von
achkräften und Hochqualifizierten für ihren globalen
tandortwettbewerb. Die Integrationspolitik ist dagegen
urch einschneidende Sanktionen im Rahmen einer
ozialpolitischen Selektionspolitik gekennzeichnet.

Die Bundesregierung begründet die zahllosen Ver-
chärfungen mit der Umsetzung von elf EU-Richt-
inien. Dabei sehen diese den Großteil der Verschärfun-






(A) )



(B) )


Sevim DaðdelenSevim Dağdelen
gen gar nicht vor. Das Gegenteil ist der Fall. Nicht
einmal zwingende Normen der EU-Richtlinien wie der
subsidiäre Schutz für Kriegsflüchtlinge, die Beachtung
des Kindeswohls und die Sicherstellung der Behandlung
von besonders Schutzbedürftigen finden sich im Gesetz-
entwurf wieder. Änderungen, deren Notwendigkeit
durch die dreitägige Anhörung deutlich wurde, unter-
bleiben in Gänze.

Gar nichts mit den EU-Richtlinien haben die Ver-
schärfungen im Einbürgerungsrecht und bei den Integra-
tionskursen zu tun. Die Einführung von Einbürgerungs-
tests, die Streichung der erleichterten Einbürgerung für
Jugendliche bis 23 Jahre werden vor allem eine Auswir-
kung haben: Menschen auch weiterhin von der demokra-
tischen Mitbestimmung durch Wahlen auszuschließen.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


„Es liegt doch klar auf der Hand: Sie wollen die aus-
ländischen Arbeiter in Deutschland, aber sie sollen in
Deutschland Sklaven sein“, sagte der SPD-Abgeordnete
Karl Liebknecht bereits 1912 bei den Beratungen des da-
maligen Staatsangehörigkeitsgesetzes. Angesichts der
Diskussion heute muss ich sagen: Es hat sich kaum et-
was verändert; nur die SPD ist nicht mehr das, was sie
war.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos] – Sebastian Edathy [SPD]: Jetzt gehen Sie zu weit!)


Sie behaupten zynisch, ihr Gesetz diene der Integra-
tion und der Bekämpfung von Zwangsverheiratungen.
Tatsächlich aber greifen Sie in das Grundrecht auf Fami-
lienzusammenführung und -zusammenleben ein, indem
der Ehegattennachzug beschränkt wird. Aufenthalts-
rechtliche Maßnahmen zum Schutz Zwangsverheirateter
oder Zwangsverschleppter, wie wir sie immer gefordert
haben, wie sie auch von den Sachverständigen bei der
Anhörung im Ausschuss und sogar vom Bundesrat ge-
fordert wurden, werden hier nicht ergriffen. Bei in
Deutschland Eingebürgerten wird der Nachzug zudem
noch von der Sicherung des Lebensunterhalts abhängig
gemacht. Damit werden Eingebürgerte im Nachhinein
rassistisch diskriminiert und ganz einfach zu Deutschen
zweiter Klasse. Es geht also keineswegs um von
Zwangsverheiratung bedrohte Frauen. Aber glaubwür-
dig war es sowieso nicht, dass Sie, vor allem in der
CDU/CSU-Fraktion, sich für die Rechte von Frauen ein-
setzen.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Deutlich wird auch, was Sie unter „präventiver Inte-
gration“ verstehen: Niemanden mehr reinlassen. Wenn
niemand mehr reinkommt, muss auch niemand mehr in-
tegriert werden. Die, die hier sind, sollen mit sozial- und
aufenthaltsrechtlichen Sanktionen integriert werden. In
diesem Zusammenhang zaubern Sie diesen Popanz des
integrationsunwilligen Ausländers herbei. Nicht einmal
der Präsident des Bundesamts für Migration und Flücht-
linge, Herr Schmid, konnte Ihnen da folgen. Er hat im
Innenausschuss der Aussage zugestimmt, dass die Betei-

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(C (D igung von Alteinwanderinnen und Alteinwanderern an en Integrationskursen ausgezeichnet ist, obwohl sie einen Rechtsanspruch haben und keine Informationen ekommen. Lieber führen Sie für öffentliche Stellen eine Denuniationspflicht ein, nach der vermeintliche Integrationsefizite den jeweiligen Ausländerbehörden zu melden ind, oder verlängern die Dauer der systematischen chlechterstellung von Asylsuchenden und von gedulde en Flüchtlingen mit ihrem ohnehin um 35 Prozent geürzten Existenzminimum von drei auf vier Jahre. Die SPD hat der faktischen Abschaffung des Asylechts 1992 unter dem Vorwand einer Bürgerkriegsregeung zugestimmt. Diese Regelung wurde in der zwölfährigen Zeit ihres Bestehens genau einmal angewandt: as war 1999 bei der zeitweiligen Aufnahme von Kosooflüchtlingen. Heute stimmen Sie diesem Gesetzespaket mit inkzeptablen, grundrechtswidrigen und unbegründeten erschärfungen zu – als Preis für eine sogenannte Alt allregelung, die überhaupt gar keine ist. Während die DU/CSU nur das macht, was sie ständig propagiert, eigt die SPD wieder einmal ihren Januskopf: Integraion predigen, aber Integrationsbedingungen verschlechern. (Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Abschließend möchte ich hinzufügen: Heribert Prantl
chrieb in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 5. April
007:

Es gibt zehn Regeln, an die man sich halten muss,
um den Ausländern in Deutschland den Weg zur In-
tegration erfolgreich zu verbauen.

a kann ich nur sagen: Bravo! Die Bundesregierung hat
s geschafft, sich an alle zehn Regeln zu halten.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610304400

Jetzt spricht Josef Winkler für die Fraktion Bündnis 90/

ie Grünen.


(BÜNDNIS 90/DIE GRÜEN)

Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kolle-

en! Zunächst ein Wort an den Kollegen Körper: Sie ha-
en gerade die Position der SPD-Fraktion vorgetragen.
ch nehme Ihnen sogar ab, dass Sie in den Verhandlun-
en all das verlangt haben, was Sie eben vorgetragen ha-
en. Von heute an gilt als Position der SPD-Bundestags-
raktion aber das Gesetz, dem Sie zustimmen, und nicht
as, worüber Sie in Zukunft noch verhandeln wollen.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


Wir beraten heute in diesem Hohen Hause das um-
angreichste Paket an Einschränkungen von Bürgerrech-
en für Ausländer und Asylbewerber seit Jahrzehnten.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)







(A) )



(B) )


Josef Philip Winkler
Der heutige Tag wird für alle Ausländerinnen und Aus-
länder, die in Deutschland leben, einen Wendepunkt in
der Nachkriegsgeschichte bedeuten. Von heute an ist
klar, dass sich der Staat von jeglicher Verpflichtung zur
Förderung der Integration befreit und ab sofort nur noch
Integration unter Strafandrohung erzwingen will. Denn
die Förderung der Integration ist als Gesetzeszweck aus
dem Entwurf gestrichen worden. Nicht einmal offen-
sichtliche Verstöße gegen das Grundgesetz oder das
Europarecht wurden von Ihnen im parlamentarischen
Verfahren korrigiert. Man fragt sich eigentlich, wofür
man das überhaupt noch braucht.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Dass Sie humanitäre Maßstäbe im Umgang mit Aus-
ländern in Deutschland nicht mehr beachten, überrascht
uns als Opposition wirklich nicht mehr. Das ist wirklich
ein Armutszeugnis für Sie. Ich will einige Punkte nen-
nen.

Das grundgesetzlich geschützte Recht auf das
Zusammenleben von Ehepartnern wird in Zukunft auf
bestimmte Nationalitäten beschränkt. Die Einschränkun-
gen beim Familiennachzug werden insbesondere Türkin-
nen und Türken betreffen. Es ist überhaupt nicht klar ge-
worden, Herr Kollege Uhl, weshalb bei Türkinnen und
Türken das Grundgesetz nicht mehr oder nur einge-
schränkt gilt, wenn es um das eheliche Zusammenleben
geht, es aber bei Japanern, Amerikanern, Kanadiern und
anderen weiter gilt.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN – Dr. Hans-Peter Uhl [CDU/CSU]: Es geht um das Integrationsbedürfnis!)


Das einzige Mittel, um den Opfern von Zwangs-
heirat wirksam zu helfen, wäre die Einräumung eines
Aufenthaltsrechts auch ohne Ehemann. Das sagen alle
Fachverbände, und das war bei den Sachverständigenan-
hörungen ganz klar. Nach Ihrer Logik kann die Ehefrau,
wenn sich der Mann von ihr scheiden lässt, dann zwar
Deutsch, wird aber abgeschoben, wenn sie ins Frauen-
haus geht. Wie ist ihr denn damit geholfen? Das ist doch
lächerlich!


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Auch bei der Einbürgerung werden zum Beispiel für
junge, in Deutschland geborene und aufgewachsene
Ausländerinnen und Ausländer neue Hürden geschaffen.
Auch Bürgerkriegsflüchtlinge und Opfer von Menschen-
handel erhalten nicht den Mindestschutz, der in den EU-
Richtlinien vorgesehen ist.


(Reinhard Grindel [CDU/CSU]: Stimmt doch gar nicht! Einfach falsch!)


Eingebürgerte Ausländerinnen und Ausländer,
wie ich zum Beispiel einer bin, sollen lebenslang in einer
Datei gespeichert werden, wohl um sie in Zukunft von
„echten“ Deutschen unterscheiden zu können. Zu wel-
chem Zweck Sie das in das Gesetz geschrieben haben,
bleibt offen. Es steht weder im Gesetz noch in der Be-

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(C (D ründung, wie diese virtuelle Unterscheidung von Deutchen und „richtigen“ Deutschen die Integration fördern oll. Das glauben Sie doch selbst nicht. Das ist das Alleretzte. Diese Liste könnte ich mühelos noch um Dutzende eispiele erweitern. Wir haben dazu eine ganze Reihe on Änderungsanträgen in den Ausschüssen beraten; die urden ausnahmslos abgelehnt. Deswegen haben wir eute noch einmal exemplarisch zwei Anträge zur naentlichen Abstimmung vorgelegt. Kolleginnen und Kollegen von der SPD, ich kann es hnen nicht ersparen: Die von Ihnen hier als großer Erolg dargestellte Bleiberechtsregelung kann niemanden arüber hinwegtäuschen, dass Sie für Millionen von usländerinnen und Ausländern, von Asylbewerberinen und Asylbewerbern eine erhebliche Verringerung er Bürgerrechte in Kauf genommen haben. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


eshalb appellieren wir an Sie, wenigstens unseren Än-
erungsanträgen zur Einführung einer Härtefallklausel
eim Familiennachzug und zu Erleichterungen beim Zu-
ug Hochqualifizierter zuzustimmen.

In unserem Änderungsantrag zum Familiennachzug
chlagen wir vor, dass wenigstens dann, wenn die nach-
eisende Ehegattin in ihrem Herkunftsstaat keine Chance
atte, die deutsche Sprache zu erlernen, oder wenn sie
um Beispiel schwanger ist – eigentlich wollen wir über-
aupt nicht, dass Deutschkenntnisse vor dem Zuzug
achgewiesen werden müssen –, die Härtefallregelung
ilt. Darüber werden wir in diesem Hohen Hause na-
entlich abstimmen lassen, damit nachweisbar ist, wer

agegen war.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN und des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Auch bezüglich der Zuwanderung aus wirtschaftli-
hen Zwecken haben wir einen Regelungsvorschlag ge-
acht, der Forderungen des Bundesrates, der Wirt-

chaftsverbände, aber auch des DGB zur Liberalisierung
er Zuwanderungsregelungen für Hochqualifizierte auf-
immt.

Ich kann zusammenfassend nur sagen: Heute wird ein
rauenfeindliches, familienfeindliches, integrations-
eindliches sowie menschenrechts- und grundrechtswid-
iges Gesetzespaket von der Großen Koalition beschlos-
en. Das ist schädlich, schäbig, schändlich.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos] – Reinhard Grindel [CDU/CSU]: Schauspielerisch war das nicht schlecht!)



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610304500

Das Wort hat der Bundesminister Dr. Wolfgang

chäuble.






(A) )



(B) )

Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister des In-
nern:

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Viel-
leicht ist es wichtig, ins Bewusstsein zu rufen, dass Mo-
bilität und Migration in dieser Zeit der Globalisierung
Phänomene sind, die die Gesellschaften weltweit maß-
geblich prägen.


(Hartfrid Wolff [Rems-Murr] [FDP]: Richtig!)


Aus diesem Grund sind das Bewahren von Offenheit und
Toleranz sowie das Gelingen von Integration eine der
großen Aufgaben. Sie erfordert viel verantwortliches
Handeln. Im Übrigen erfordert sie in unserer grundge-
setzlichen Ordnung ein enges Zusammenwirken von
Bund, Ländern und Kommunen sowie der Zivilgesell-
schaft.

Deswegen liegt mir daran, dass das, was wir in – zu-
gegebenermaßen vielen und manchmal mühsamen, aber
am Ende guten – Verhandlungen zustande gebracht ha-
ben, nicht einfach als Kompromiss um des Kompromis-
ses willen verstanden wird, wie es immer dargestellt
wird, sondern als Ergebnis einer Suche nach einem Aus-
gleich zwischen den unterschiedlichen Verantwortlich-
keiten und Interessen auch zwischen Bund und Ländern.
Denn wir können Bleiberechts- oder Altfallregelungen
nicht ohne engen Kontakt mit den Ländern, die ihre ei-
genen Verantwortlichkeiten haben, gestalten. Da haben
wir einen guten Weg gefunden, und wir sind weiter ge-
kommen als viele andere.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)


Integration muss gelingen, und dieses Gesetz ermög-
licht Integration besser. Man kann bei der Frage einfa-
cher Sprachkenntnisse, auch im Zusammenhang mit
dem Ehegattennachzug, nicht einfach ignorieren, dass
bis zu 50 Prozent der zweiten und dritten Generation tür-
kischer Abstammung Ehepartner heiraten, die nicht in
Deutschland aufgewachsen sind. Hier tätig zu werden,
übrigens zusammen mit den für die Community der
Menschen türkischer Abstammung der zweiten und drit-
ten Generation Verantwortlichen, ist eine der großen
Aufgaben, damit Integration besser gelingt.


(Volker Kauder [CDU/CSU]: Sehr richtig!)


Wer das verweigert und so redet, wie Sie das getan ha-
ben, Herr Kollege Winkler, versündigt sich an dem Ziel
gelingender Integration in diesem Land.


(Beifall bei der CDU/CSU – Widerspruch beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das sagt der Richtige!)


Eine zweite Bemerkung in allem Ernst, weil Sie es
sich mit Ihrer Polemik meines Erachtens ein wenig zu
leicht machen,


(Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Dann hätten Sie etwas Besseres vorlegen müssen!)


weil Sie der Schwere der Verantwortung und der Auf-
gabe nicht gerecht werden und weil wir alle es uns nicht

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(C (D eicht gemacht haben, aber weil wir diese Verantwortung püren und sie wahrnehmen: Man kann diese Aufgaben eute nur in einem gemeinsamen europäischen Ansatz ahrnehmen. (Sevim Dağdelen [DIE LINKE]: Ja, 10 000 Tote!)


ir sind ein Europa; darüber haben wir heute schon ge-
edet und waren uns in den Grundzügen auch weitge-
end einig. Dazu gehören offene Grenzen und zum Bei-
piel die Erweiterung des Schengenabkommens Ende
ieses Jahres. Aus diesem Grund brauchen wir einen ge-
einsamen europäischen Ansatz. Wir brauchen ihn bei

er Bekämpfung illegaler Migration und bei der Steue-
ung legaler Migration.


(Hartfrid Wolff [Rems-Murr] [FDP]: Richtig!)


ch komme nachher noch darauf zurück, Herr Kollege
olff, einschließlich einer Bemerkung zum Kirchentag.


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610304600

Herr Minister, möchten Sie eine Zwischenfrage des

ollegen Nouripour zulassen?

Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister des In-
ern:

Ich möchte diesen Gedanken erst noch zu Ende füh-
en.

Deswegen ist es gut und notwendig, dass wir diese elf
ufenthalts- und asylrechtlichen Richtlinien, die schon
or Jahren erlassen wurden – Sie waren während dieser
eit lange in der Verantwortung –, nun in die nationale
esetzgebung umsetzen. Das haben wir endlich gemein-

am geschafft; es ist spät genug.

Bitte, Frau Präsidentin, jetzt möchte ich die Zwi-
chenfrage gerne zulassen.


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610304700

Herr Kollege Nouripour.


Omid Nouripour (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610304800

Herr Minister, Sie haben gerade Anmerkungen zum

amiliennachzug von Ehegatten mit Anmerkungen zur
weiten Generation vermischt und daraus eine Integra-
ionsangelegenheit gemacht. Darauf will ich jetzt nicht
ingehen.

Ich möchte aber gerne zwei Sätze aus der Begrün-
ung Ihres Gesetzentwurfes vortragen:

Gebildete Männer und Frauen sind nach dem Fami-
lienbild der betreffenden Kreise unattraktiver, sie
sind schwerer „kontrollierbar“, worauf es den
Zwang ausübenden Personen aber maßgeblich an-
kommt. Auch einfache Sprachkenntnisse bedeuten
eine solche Bildung.

orher wird erwähnt, dass diese Bildung eine präventive
aßnahme gegen Zwangsverheiratung sei. Abgesehen

avon, dass ich nicht weiß, was Sie mit „betreffenden
reise“ meinen, ist meine Frage: Worin besteht eigent-

ich die Prävention, wenn nach Ihrer Definition erst die






(A) )



(B) )


Omid Nouripour
Zwangsheirat und dann die Sprachkurse kommen? Wo
ist da, bitte schön, die Bildung, die präventiv wirken
soll?

Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister des In-
nern:

Sie haben die Begründung vielleicht gelesen, aber si-
cherlich nicht verstanden. Es geht nämlich um zwei ver-
schiedene Dinge. Das eine ist die Bekämpfung der
Zwangsheirat, und das andere ist die Förderung von In-
tegration und die Bekämpfung des Missbrauchs des Fa-
miliennachzugs, der die Integration in der dritten Gene-
ration verhindert. Darüber habe ich geredet, aber nicht
über die Bekämpfung der Zwangsheirat.

Es geht in diesem Zusammenhang schon um die Er-
kenntnis, dass die Ehepartner wenigstens Grundkennt-
nisse in unserer Sprache haben müssen, wenn sie nicht
nur im eigenen Familienverband kommunizieren wollen.
Wenn diese Menschen gewisse Grundkenntnisse haben,
dann ist die Chance, dass sie in der Obhut des Familien-
clans gehalten werden, geringer und die Chance für Inte-
gration ist höher. Hundertprozentig wirkt diese Maß-
nahme nicht, aber sie geht in die richtige Richtung. Und
Sie werden sehen, es gibt dagegen keine verfassungs-
rechtlich durchgreifenden Bedenken.


(Beifall bei der CDU/CSU)


Wir müssen illegale Migration bekämpfen. Wir müs-
sen zugleich die Fähigkeit behalten, Menschen, die in
Not sind, zu helfen.


(Hartfrid Wolff [Rems-Murr] [FDP]: Richtig!)


Deswegen haben wir in dieser Woche beim Europäi-
schen Rat der Innenminister in aller Klarheit gesagt: Es
steht völlig außer Frage, dass jeder, der in Lebensgefahr
schwebt, gerettet werden muss, unabhängig davon, in
welches Land er hinterher kommt. Das ist Europa sich
selbst schuldig; das ist die gemeinsame Politik aller eu-
ropäischen Innenminister.


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610304900

Herr Minister, es gibt jetzt den Wunsch der Kollegin

Dağdelen nach einer Zwischenfrage. Möchten Sie diese
Frage zulassen?

Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister des In-
nern:

Ich möchte gerne den nächsten Punkt ansprechen.
Ansonsten kann ich mein Versprechen, die Redezeit des
Kollegen Uhl entsprechend auszugleichen, nicht halten.

Wir müssen bei der Steuerung legaler Migration
zwei Gesichtspunkte beachten; darauf habe ich auf dem
Kirchentag hingewiesen. Dort ging es übrigens um die
Aufnahme von Flüchtlingen und nicht um Arbeits-
migranten. Ich habe in Bezug auf die Steuerung legaler
Migration gesagt, dass wir unsere Verantwortung für die
Arbeitsmärkte wahrnehmen müssen. Herr Kollege
Körper, diese Verantwortung trägt in der Regierung vor
allen Dingen der Arbeitsminister. Er hat die Solidarität
des Innenministers bei der Wahrnehmung dieser Verant-

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(C (D ortung verdient, und er hat sie auch. Wir müssen also nsere Verantwortung für die Arbeitsmärkte im Blick aben. Deswegen ist es eine Angelegenheit der einzelen Mitgliedstaaten und nicht der Europäischen Union. Wir dürfen bei dem, was mit den Stichworten Punkteystem und Attraktivität für Hochqualifizierte umrissen ird, die Interessen der Entwicklungsländer nicht ganz ergessen. Wenn die entwikkelte Welt die Leistungsfähien aus der weniger entwickelten Welt abziehen wollte, ann würde sie ihren Verpflichtungen gegenüber Afrika ur unzureichend gerecht. Auch das muss man auf eiem Kirchentag sagen. Ich habe es getan. Das ist kein iderspruch. Nun gibt es den Wunsch des Kollegen Wiefelspütz ach einer Zwischenfrage. Möchten Sie diese Frage zuassen? Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister des Inern: Diesen Wunsch kann ich nur mit Freude entgegenehmen. Herr Wiefelspütz. Das könnte mir schaden, Herr Minister. Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister des Inern: Das war Absicht. Ich unterstelle immer solche Absichten. Herr Minister Schäuble, ganz ernsthaft: Ist das Punkesystem für Sie ein Thema, über das in den kommenden onaten zu reden lohnte? (Hartfrid Wolff [Rems-Murr] [FDP]: Vielen Dank für die Frage!)


(Reinhard Grindel [CDU/CSU]: So ist es!)


(Beifall bei der CDU/CSU)

Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610305000
Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610305100
Dr. Dieter Wiefelspütz (SPD):
Rede ID: ID1610305200
Dr. Dieter Wiefelspütz (SPD):
Rede ID: ID1610305300

Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister des In-
ern:

Herr Kollege Wiefelspütz, wir haben gemeinsam
auch mit dem Kollegen Müntefering und der Kollegin
chavan – verabredet, dass wir im Laufe dieses Gesetz-
ebungsverfahrens und gegebenenfalls danach darüber
eden, welche weiteren Schritte wir in der Frage der
teuerung legaler Migration gehen. Das ist miteinander
erabredet. Im Übrigen war es insbesondere die Forde-
ung der Forschungs- und Bildungsministerin, dass wir
ns da mehr bewegen. Dann haben wir gesagt: Darüber
erden wir weiter reden.






(A) )



(B) )


Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble
Das führt mich zu meiner letzten Bemerkung, Frau
Präsidentin – Kollege Uhl hat schon darauf hingewiesen –:
Wir haben uns viel Mühe gegeben – übrigens nicht nur
in den verschiedenen Teilen unserer Koalition, sondern
auch in der Verantwortung von Bund und Ländern –, zu
den unterschiedlichen Gesichtspunkten gemeinsame Lö-
sungen zu finden. Ich werbe noch einmal dafür, dass wir
die Verantwortung der Innenpolitiker und der Arbeits-
marktpolitiker sehen. Auch der Kollege Müntefering
– das ist richtig – hat seinen Teil dazu beigetragen, dass
wir insgesamt zu einer Lösung gekommen sind.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)


Auch das darf bei dieser Gelegenheit gesagt werden.

Ich möchte mich bei allen bedanken. Ich weiß, dass
ein solch kompliziertes Unterfangen niemals allen Ge-
sichtspunkten gerecht werden kann. Aber ich glaube,
dies ist nicht nur ein mehrheitsfähiger Kompromiss. Ich
glaube, dies ist eine Regelung zwischen Bund und Län-
dern, die die Chancen für Integration und damit für
Offenheit und Toleranz in diesem Lande sowie die Si-
cherheit der Menschen deutscher Abstammung und der
Menschen mit Migrationshintergrund verbessert. Des-
wegen bitte ich um Zustimmung zu diesem Gesetzent-
wurf.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610305400

Es liegen jetzt drei Wortmeldungen zu einer Kurzin-

tervention vor, die ich im Zusammenhang aufrufe, so-
dass der Minister danach, so er das möchte, im Zusam-
menhang antworten kann. Eine Kurzintervention
angemeldet haben der Kollege Beck, die Kollegin
Dağdelen und der Kollege Winkler, der persönlich ange-
sprochen wurde.

Herr Beck, bitte.


Volker Beck (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610305500

Herr Minister, ich hätte eigentlich erwartet, dass uns

der Verfassungsminister hier erläutert, wie seine Vorstel-
lungen beim Ehegattennachzug mit dem besonderen
Schutz von Ehe und Familie in Art. 6 des Grundgesetzes
zu vereinbaren sind.


(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


Der Vorschlag, den Sie hier gemacht haben, ist offen-
sichtlich verfassungswidrig. Mir haben viele Kollegen
aus der SPD gesagt, sie stimmten dem nur zu, weil sie
wüssten, dass das Bundesverfassungsgericht in Karls-
ruhe das aufheben werde. Es ist allerdings eine merk-
würdige Auffassung von Gesetzgebung, dass man ver-
fassungswidrige Gesetze beschließt, weil man sicher ist,
dass sie keinen Bestand haben.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der FDP)


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(C (D Sie behaupten, dass das, was Sie hier vorschlagen, gut ür das Vorgehen gegen Zwangsheirat und gut für die rauen sei. Mir fällt auf, dass die CDU/CSU immer dann esonders feministisch wird, wenn sich dies gegen die usländer instrumentalisieren lässt. Wie soll das denn igentlich funktionieren? Eine Frau wird in Anatolien zu iner Ehe gezwungen. Das deutsche Ausländerrecht verindert, dass sie zu ihrem Ehemann nach Deutschland ommt. Glauben Sie wirklich, dass dieser Frau in Anatoien damit geholfen ist, oder glauben Sie nicht viel eher, ass es besser wäre, wenn sie nach Deutschland kommt, ier über ihre Rechte aufgeklärt wird und ihr unter Umtänden Frauenhilfeorganisationen helfen, aus dieser wangslage herauszukommen? Bewirkt Ihre Regelung icht das glatte Gegenteil von dem, was sie nach dem, as Sie vortragen, angeblich bewirken soll? (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der LINKEN)


Dass es Ihnen nicht um die Frauen und die Opfer
eht, sieht man sehr schön an einem weiteren Punkt in
iesem Gesetzentwurf. Sie setzen damit die Richtlinie
egen den Menschenhandel um. Wie Sie diese Richtli-
ie umsetzen, zeigt, dass Sie gerade einmal ein Mini-
um für den Schutz der Opfer festlegen. In dieser Richt-

inie ist vorgesehen, dass Frauen, die Opfer von
enschenhandel werden, sechs Monate Zeit haben, sich

u überlegen, ob sie mit der Polizei zusammenarbeiten,
evor sie in ihr Heimatland abgeschoben werden. Was
acht Ihre Koalition? Sie begrenzt diesen Zeitraum auf

rei Monate.

In dieser Richtlinie wird verlangt, dass die betroffe-
en Frauen hier eine anständige medizinische Betreuung
ekommen. Sie sehen für diese Frauen die Regelungen
ach dem Asylbewerberleistungsgesetz vor. Das heißt,
ie Frau, die von ihrem Zuhälter zur Prostitution ge-
wungen wird und die Zähne herausgeschlagen be-
ommt, bekommt keine entsprechende medizinische Be-
andlung bezahlt.


(Volker Kauder [CDU/CSU]: Ist das noch eine Kurzintervention?)


ie bekommt, wenn sie traumatisiert wurde, weil sie hier
ls Sexsklavin arbeiten musste, –


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610305600

Herr Beck!


Volker Beck (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610305700

– nach dem Asylbewerberleistungsgesetz nicht die

otwendige psychotherapeutische Betreuung bezahlt.


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610305800

Herr Beck, das ist eine Kurzintervention. Deswegen

üssen Sie bitte zum Schluss kommen.


Volker Beck (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610305900

Wenn Ihnen die Frauen so wichtig sind, warum tun

ie für die Opfer nicht das, was die Richtlinien der Euro-
äischen Union vorschreiben?






(A) )



(B) )


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610306000

Herr Beck!


Volker Beck (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610306100

Ich bin sehr betrübt darüber, dass die Sozialdemokra-

ten einem solchen Gesetz in das Bundesgesetzblatt ver-
helfen.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN)



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610306200

Das Wort zu einer weiteren Kurzintervention hat die

Kollegin Dağdelen.


Sevim Dağdelen (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1610306300

Herr Minister, nachdem Sie die Zwischenfrage nicht

zugelassen haben, bleibt mir nichts anderes übrig, als
eine Kurzintervention zu machen. Ich will auf zwei
Punkte Ihrer Rede eingehen.

Erstens. Sie können sich zwar oft dazu beglückwün-
schen und sich auf die Schulter klopfen, dass Sie mit ei-
nem solchen Gesetzespaket die Integration fördern. Es
steht allerdings immer noch die Frage im Raum, wie es
kommt, dass 22 Organisationen, die an dem Integra-
tionsgipfel teilnehmen, sich in einem offenen Brief an
die Bundeskanzlerin gewendet haben und ihre Kritik da-
rin deutlich zum Ausdruck gebracht haben. Der Gesetz-
entwurf ist ihrer Auffassung nach sowohl nicht EU-
richtlinienkonform als auch nicht verfassungskonform.

Abgesehen davon, ob ein Gesetzentwurf verfassungs-
oder richtlinienkonform ist, ist für mich entscheidend, ob
er politisch sinnvoll ist. Der Bundesausländerbeirat hat
gestern im Zusammenhang mit der Abstimmung im In-
nenausschuss eine Presseerklärung herausgegeben, in
der er sagt, dass dieses Gesetzespaket ein Integrations-
verhinderungsgesetz ist und nicht, wie Sie dauernd pre-
digen, ein die Integration förderndes Gesetz. Ich schließe
mich dieser Auffassung an.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Zweitens. Sie sprachen von Migration und Mobilität
im Zusammenhang mit der Globalisierung. An einer
Grenze der EU, im Mittelmeer, kommen 10 000 Men-
schen zu Tode; das ist mittlerweile ein großer Friedhof.
Ist das die Art von Globalisierung, von Freizügigkeit, die
Sie wollen? Wir haben auf der einen Seite die Freizügig-
keit der Waren, schränken aber auf der anderen Seite die
Freizügigkeit der Menschen – das ist ein Menschenrecht –
ein, indem wir die Grenzen im Süden Europas immer
weiter abschotten. Im letzten Jahr sind, wie gesagt,
10 000 Menschen vor den Grenzen zur EU zu Tode ge-
kommen; 351 Menschen starben auf dem Weg zu uns.
Verstehen Sie das unter Freizügigkeit, Mobilität und Mi-
gration?


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


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(C (D Der Kollege Winkler hat das Wort zu einer Kurzinter ention. Josef Philip Winkler (BÜNDNIS 90/DIE GRÜEN)

Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610306400
Danke, Frau Präsidentin. – Der Herr Bundesinnen-

inister hat mir nach seiner Meinung vorhalten müssen,
ass ich mich versündige – an was auch immer. An den
enschen? Mir ist nicht ganz klar geworden, woran.

Dazu will ich Folgendes sagen: Ich bin Mitglied im
usschuss für politische und ethische Grundsatzfragen
es Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Führen
ie sich einmal die Papiere und Forderungskataloge zu
emüte, die die Kirchen in den letzten Jahren in
eutschland zur Ausländerpolitik und Integrationspoli-

ik aus christlicher Überzeugung aufgestellt haben! Be-
enken Sie dabei, wie wenig davon in diesem Gesetzes-
aket enthalten ist! Mir stellt sich die Frage, wer sich
ier woran versündigt.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


esen Sie einmal, was die EKD-Synode, die Katholische
ischofskonferenz, das Zentralkomitee der deutschen
atholiken und eine Vielzahl anderer kirchlicher Dach-
rganisationen gefordert haben!

Mir stinkt es sowieso, dass Sie meinen, Sie hätten,
eil Sie das christliche C im Namen Ihrer Partei tragen,
iesen Anspruch gepachtet. Auch ich bin Christ, auch
ch bin Politiker. Sie versündigen sich an den Menschen!


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN)



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610306500

Herr Dr. Schäuble, Sie möchten antworten?

Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister des In-
ern:

Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kolle-
en! Ich will versuchen, es kurz zu machen. Ich bitte
ber, die Kürze meiner Ausführungen nicht als Un-
reundlichkeit zu empfinden.

Herr Kollege Beck, ich habe versucht, auf die Einwen-
ungen einzugehen – die Sie bzw. die anderen Kollegen
orgebracht haben –, dass die von uns vorgesehenen Re-
elungen zum Ehegattennachzug auf verfassungs-
echtliche Bedenken stoßen. Ich teile sie überhaupt
icht, weil ich ganz sicher bin, dass wir das sorgfältig
eprüft haben. Sie werden sehen, dass es zulässig und
ogar richtig ist. Sie sind anderer Meinung. Gott sei
ank ist es in unserer pluralistischen Demokratie mög-

ich, unterschiedlicher Meinung zu sein. Darüber streiten
ir nicht. Jetzt haben Sie nach meiner Meinung gefragt.

Wir haben sorgfältig geprüft, dass es dem Schutz von
rt. 6 GG nicht entgegensteht, zu sagen: Man erhält die
achzugserlaubnis für Ehegatten nur, wenn be-






(A) )



(B) )


Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble
stimmte Minimalvoraussetzungen gegeben sind. Für
diese Regelung gibt es einen sachlichen Grund.


(Reinhard Grindel [CDU/CSU]: So ist es!)


Diesen sachlichen Grund habe ich genannt. Er besteht
darin, dass bis zu 50 Prozent der dritten Generation be-
stimmter Zugewanderter Ehegatten haben, die nicht in
Deutschland aufgewachsen sind. Das spricht dafür, dass
es sich oft um arrangierte Ehen handelt; da geht es noch
gar nicht um die Zwangsverheiratung. Dies ist ein inte-
grationsverhindernder Missbrauch, den wir gerade im
Sinne von Art. 6 des Grundgesetzes bekämpfen müssen.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Meine zweite Bemerkung richte ich an die Kollegin
Dağdelen. Natürlich ist es wahr, dass dabei eine Vielfalt
von Gesichtspunkten und Interessen vertreten werden.
Das gilt, Kollege Winkler, auch für Stellungnahmen der
beiden Kirchen. Ich bin – das erwähne ich, da wir gerade
schon bei Bekenntnissen sind – Mitglied der Evangeli-
schen Landeskirche in Baden. Ich habe mich vielen Dis-
kussionen ausgesetzt. Kollege Wolff hat meine Ausfüh-
rungen auf dem Kirchentag erwähnt, allerdings in genau
der gegenteiligen Richtung. Daran können Sie die Viel-
falt von Gesichtspunkten sehen.

Angesichts der Vielfalt von Interessen und Ge-
sichtspunkten ist es doch geradezu zwingend, dass ein
solches Gesetz, das komplexe Gesichtspunkte berück-
sichtigen muss – in der unterschiedlichen Verantwortung
von Bund, Ländern und Kommunen; ich habe davon ge-
sprochen –, niemals die Erwartungen einer Seite zu hun-
dert Prozent erfüllen kann. Wer das glaubt, ist nicht in
der Lage, in der pluralistischen Demokratie zu verant-
wortlichen gesetzgeberischen Regelungen zu kommen.

Die beiden Kirchen haben anerkannt, dass es eine
deutliche Verbesserung ist. Die beiden Kirchen wie alle
gesellschaftlichen Gruppen erkennen an,


(Claudia Roth [Augsburg] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Stimmt doch gar nicht!)


dass diese Bundesregierung große Anstrengungen unter-
nimmt, um Integrationsdefizite in unserer Gesellschaft
zu bekämpfen; dies betrifft auch und im Besonderen das
Verhältnis zu den Muslimen, die in Deutschland leben.
Deswegen sind wir auf dem richtigen Weg.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Im Übrigen, Frau Kollegin Dağdelen, über die Men-
schen, die in den Meeren vor den Küsten Europas ertrin-
ken, habe ich gesprochen. Vielleicht haben Sie nicht zu-
gehört. Ich habe mit großem Nachdruck und großer
Klarheit dazu gesagt – auch am Dienstag in der Konfe-
renz der Innenminister –: Wenn ein Mensch aus welchen
Gründen auch immer in Seenot ist, gibt es – niemand in
Europa ist anderer Meinung – keinen Grund, zu sagen:
Um Gottes willen, da wollen wir lieber nicht hinschauen.
Wer gerettet werden kann, muss gerettet werden. Aber
gerade damit nicht so viele ertrinken, müssen wir die
kriminellen Menschenhändler, die diese Opfer auf das
Meer bringen und deren Leben gefährden, noch erfolg-
reicher bekämpfen. Das ist gemeinsame europäische
Politik. Es ist keine fruchtbare politische Debatte, wenn

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(C (D ie, nachdem ich das gesagt habe, wider besseres Wisen Ihre Vorwürfe wiederholen. Herr Kollege Winkler, ich habe Ihnen nicht vorgeworen, dass Sie anderer Meinung sind. Vielmehr habe ich esagt: Die Tonart, in der Sie dieses Problem behandeln, ird dem Anliegen, das friedliche, tolerante Zusammen eben von Menschen – 20 Prozent der Bevölkerung haen einen Migrationshintergrund – zu fördern, nicht geecht. Denn nur dem, der mit der Vielfalt der Interessen nd der Ängste, die die Menschen haben, verantwortlich mgeht, wird Integration gelingen. Daher sollten Sie hre Sprache noch einmal überprüfen. Nicht mehr, aber uch nicht weniger habe ich gemeint. Zum Abschluss dieser Debatte hat jetzt das Wort der ollege Sebastian Edathy für die SPD-Fraktion. Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! ls letzter Redner in der Debatte zu sprechen, gibt mir ie Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass es uns allen anz gut täte, wenn wir bei der Diskussion über auslänerrechtliche Fragen, aber auch über Fragen der Integraionspolitik ein Stück weit verbale Abrüstung betreiben ürden, weil das der Versachlichung dienen würde. (Beifall bei Abgeordneten der SPD und der FDP)


(Beifall bei der CDU/CSU)

Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610306600

(Beifall bei der SPD)

Sebastian Edathy (SPD):
Rede ID: ID1610306700

Wir sind mit der heutigen Beschlussfassung über den
orliegenden Gesetzentwurf nicht am Ende der Debatte
ber die Notwendigkeit der Weiterentwicklung des Aus-
änderrechts angelangt. Schon gar nicht sind wir am
nde der Debatte über die Notwendigkeit, die Integra-

ionsmaßnahmen weiterzuentwickeln und sie künftig ef-
ektiver und besser zu gestalten.

Ich möchte einige Punkte des vorliegenden Gesetz-
ntwurfs hervorheben und dazu die Meinung der SPD-
undestagsfraktion pointiert zum Ausdruck bringen:

Die SPD-Fraktion stimmt diesem Gesetzentwurf mit
roßer Mehrheit zu, weil er erstmals eine gesetzliche
leiberechtsregelung enthält, von der viele Menschen
erden profitieren können, die sich in einer misslichen
ituation befinden: Sie leben schon lange in Deutsch-

and, können aber nicht abgeschoben werden. Über ih-
en und ihren Familien schwebt das Damoklesschwert,
as Land möglicherweise innerhalb weniger Wochen
der Monate verlassen zu müssen.

Das ist zum einen unter humanitären Gesichtspunkten
ine unerträgliche Situation, zum anderen ist es eine Si-
uation, die auch volkswirtschaftlich alles andere als ver-
ünftig ist. Obwohl diese Menschen es könnten, haben
ir sie bisher nicht in die Lage versetzt, selbst für sich

u sorgen und sich in Deutschland eine Lebensperspek-
ive aufzubauen. Mit dieser Bleiberechtsregelung ändern
ir das.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)







(A) )



(B) )


Sebastian Edathy
Gleichwohl sage ich Ihnen voraus, dass wir in weni-
gen Jahren erneut über dieses Thema werden reden müs-
sen,


(Hartfrid Wolff [Rems-Murr] [FDP]: Ja, leider!)


weil es in den Verhandlungen zwischen SPD und Union
nicht gelungen ist, eine dauerhafte Regelung für die
Menschen zu schaffen, die schon einige Jahre in
Deutschland leben und künftig in die Kettenduldung
„hineinwachsen“ werden. Diese Menschen haben auf-
grund der Stichtagsregelung kein Bleiberecht. Für diese
Menschen haben wir allerdings das Recht geschaffen, ab
dem fünften Aufenthaltsjahr in Deutschland arbeiten zu
dürfen.

Als Sozialdemokrat sage ich aber: Wenn wir diesen
Menschen nach vier Aufenthaltsjahren die Erlaubnis ge-
ben, hier zu arbeiten, wenn sie also gut genug sind, hier
arbeiten zu dürfen, dann müssten sie, wenn sie nicht ab-
geschoben werden können, auch gut genug sein, ein
Bleiberecht zu erhalten. Wir werden uns dafür einsetzen.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


Ein weiterer Punkt, den ich ansprechen möchte, ist
das Thema Einbürgerung. Ich bin der festen Überzeu-
gung, dass die Hürden, die genommen werden müssen,
bevor eine Einbürgerung stattfinden kann, schon jetzt al-
les andere als niedrig sind. Nun kommt eine weitere
Hürde hinzu: Künftig soll, möglicherweise in Form ei-
nes Einbürgerungstests, ein Nachweis von Kenntnissen
über die deutsche Gesellschaft und Rechtsordnung erfol-
gen. Das kann man grundsätzlich befürworten. Wir So-
zialdemokratinnen und Sozialdemokraten werden aller-
dings sehr genau darauf achten, wie diese Regelung
ausgestaltet wird. In Deutschland gibt es nicht zu viele
Einbürgerungen, sondern zu wenige.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)


Als Demokratinnen und Demokraten wollen wir, dass
die Ausländerinnen und Ausländer, die dauerhaft in
Deutschland leben, keine Bürger zweiter Klasse sind,
sondern zur Einbürgerung eingeladen werden.

Als ich jünger war – daran kann ich mich noch gut
erinnern –, gab es bei Kindergeburtstagen ein Spiel, das
sich „Wurstspringen“ nannte. Es bestand darin, dass in
der Regel im Garten eine Leine gespannt wurde, an der
Würste befestigt wurden. Diese Leine wurde von den Er-
wachsenen gehalten, und die Kinder mussten springen
und nach den Würsten greifen. Immer dann, wenn sie sie
fast erreicht haben, wurde die Leine etwas höher gehal-
ten. Bei Kindergeburtstagen ist „Wurstspringen“ ja ganz
lustig. Die SPD wird aber darauf achten, dass wir in
Deutschland kein „Wurstspringen“ mit Ausländern ver-
anstalten.


(Beifall bei der SPD – Reinhard Grindel [CDU/CSU]: Was ist das denn für ein Vergleich?)


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(C (D Ich möchte deutlich sagen: Wir erwarten vom Integraionsgipfel unter anderem, dass eine Kampagne gestartet ird, in deren Rahmen die Menschen, die die Vorausset ungen für eine Einbürgerung erfüllen, aufgerufen und ingeladen werden, von diesem Recht Gebrauch zu mahen. Wir wollen nicht den Eindruck erwecken bzw. das lima erzeugen, als sei Einbürgerung unerwünscht. Einürgerung ist erwünscht. Seitens der SPD gilt das auf jeen Fall. Ich möchte einen weiteren Punkt ansprechen – in dieer Hinsicht bin ich mit der Regelung, die wir gefunden aben, nicht zufrieden –: Einen rechtlichen Zustand, von em wir eigentlich wissen müssten, dass er verändeungswürdig ist, verändern wir durch dieses Gesetz icht. Dabei geht es um die Frage: Wollen wir an der rist von sechs Monaten festhalten, innerhalb derer ein ensch, der ein Aufenthaltsrecht in Deutschland hat, ann, wenn er vorübergehend im Ausland lebt, hierher urückkehren muss, wenn er sein Aufenthaltsrecht nicht erlieren möchte? (Hartfrid Wolff [Rems-Murr] [FDP]: Sehr richtig!)


(Beifall bei der SPD)


Da wir in Deutschland lange über die Bekämpfung
on Zwangsehen diskutiert haben, weise ich darauf hin:
enn wir dieses Thema ernst nehmen, können wir

rauen, die ins Ausland verschleppt, möglicherweise im
rlaub zwangsverheiratet und beispielsweise von ihren
chwiegereltern festgehalten werden und daher länger
ls sechs Monate nicht in Deutschland sind, doch nicht
infach sagen: Da hast du Pech gehabt, jetzt musst du bei
ieser Familie bleiben.


(Claudia Roth [Augsburg] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das tun Sie doch! – Irmingard Schewe-Gerigk [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ja, genau! Das tun Sie! – Hartfrid Wolff [Rems-Murr] [FDP]: Dann stimmen Sie dem Änderungsantrag zu, Herr Kollege!)


iese Frauen brauchen ein Rückkehrrecht. Dieses
hema muss wieder auf die Tagesordnung.


(Beifall bei der SPD – Abg. Sevim Dağdelen [DIE LINKE] meldet sich zu einer Zwischenfrage)


Sie können gerne eine Zwischenfrage stellen, Frau
ağdelen. Ich habe sowieso nur noch eine Minute und
5 Sekunden Redezeit.


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610306800

Möchten Sie der Kollegin Dağdelen zu einer Zwi-

chenfrage und sich noch zu etwas mehr Redezeit ver-
elfen?


Sebastian Edathy (SPD):
Rede ID: ID1610306900

Ja.


Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610307000

Frau Dağdelen, bitte schön.






(A) )



(B) )


Sevim Dağdelen (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1610307100

Lieber Kollege Edathy, es ist schon bemerkenswert,

wie Sie hier versuchen, die Kolleginnen und Kollegen
Ihrer eigenen Fraktion davon zu überzeugen, diesem Ge-
setzentwurf, der hier eigentlich von jeder Seite kritisiert
wird – auch Sie stimmen, wie Ihre Kritik zeigt, mit mir
offensichtlich überein –, zuzustimmen.

Sie sprechen davon, dass Sie Einbürgerung befürwor-
ten und dass die SPD-Fraktion findet, dass zu wenig
Menschen eingebürgert werden. Wie kommt es dann,
dass in Berlin, wo Rot-Rot regiert, in einer Kampagne
dafür geworben wird, sich, weil das einfacher sei, vor In-
krafttreten dieses Gesetzentwurfes einbürgern zu lassen,
in Nordrhein-Westfalen hingegen der sogenannte Inte-
grationsminister Laschet von der CDU erklärt, man solle
das lieber nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzentwurfes
machen? Sollen sich die Leute jetzt vorher einbürgern
lassen oder nachher? Stimmen Sie mit mir überein, dass
dieser Gesetzentwurf eine Verschlechterung der jetzigen
Rechtslage des Staatsangehörigkeitsgesetzes mit sich
bringt?

Ein weiterer Punkt betrifft die Beendigung des Auf-
enthaltsrechts, wenn sich jemand länger als sechs Mo-
nate im Ausland aufhält. Stimmen Sie mir zu, dass die
Regelung, die Sie gerade gefordert haben – dass man,
wenn man verschleppt oder zwangsverheiratet worden
ist, auch nach mehr als sechs Monaten im Ausland nach
Deutschland zurückkehren darf –, in dem vorliegenden
Gesetzentwurf nicht enthalten ist?


Sebastian Edathy (SPD):
Rede ID: ID1610307200

Dass es so sein müsste, habe ich gesagt. Eine solche

Regelung steht aber nicht in dem Gesetzentwurf; das ist
richtig.

Frau Dağdelen, ich will zu dem, was Sie mich gefragt
haben, einige Ausführungen machen. Gerade die SPD-
Bundestagsfraktion hat keinen Belehrungsbedarf, was
Fragen des Einbürgerungsrechtes betrifft.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)


Wir haben in der ersten rot-grünen Wahlperiode gemein-
sam mit der Fraktion des Bündnisses 90/Die Grünen das
deutsche Staatsbürgerschaftsrecht auf ein modernes
Niveau gehoben und dabei mentale Blockaden – die bei
Teilen unseres aktuellen Koalitionspartners leider noch
bestehen – beiseiteschieben können.

Als zweiten Punkt haben Sie das Rückkehrrecht ange-
sprochen. Wir verschärfen die geltende gesetzliche Re-
gelung nicht, verbessern sie aber auch nicht, was die
Frist von sechs Monaten betrifft. Ich finde das bedauer-
lich; das will ich in aller Offenheit sagen. Denn wenn
man es mit dem Schutz von Frauen, die Opfer von
Zwangsverheiratungen geworden sind, ernst meint, liebe
Kolleginnen und Kollegen von CDU und CSU,


(Reinhard Grindel [CDU/CSU]: Wäre Ihnen das so ernst, hätten Sie das bundesweit regeln können!)


dann muss man sich auch überlegen, wie man damit um-
geht, wenn sie ins Ausland verschleppt werden.

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(C (D (Beifall bei der SPD sowie des Abg. Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


eswegen hoffe ich, dass Sie im Prozess der Entideolo-
isierung Ihrer ausländerrechtlichen Positionen weitere
ortschritte machen.


(Irmingard Schewe-Gerigk [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN]: Weshalb sitzt die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung eigentlich nicht auf der Regierungsbank?)


ie Hoffnung stirbt zuletzt. Außerdem haben es die Bür-
erinnen und Bürger in Deutschland in der Hand, für an-
ere Mehrheitsverhältnisse zu sorgen; in der Demokratie
st so etwas ja nicht unüblich.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)


Ein weiterer Punkt, den ich gerne ansprechen möchte,
st der Ehegattennachzug. Ich glaube, dass niemand in
iesem Haus ernsthaft wird bestreiten können, dass es
ünschenswert ist, wenn Menschen, die nach Deutsch-

and zuwandern, möglichst gute Integrationsvorausset-
ungen aufweisen. Das gilt auch für den Ehegattennach-
ug. Ich halte es allerdings verfassungsrechtlich und
nhaltlich für durchaus nicht unproblematisch, wenn wir
en Erwerb von Sprachkenntnissen vor einem Ehegat-
ennachzug für obligatorisch erklären. Wir geraten näm-
ich in Konflikt mit Art. 6 des Grundgesetzes.


(Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Was sagt denn Frau Zypries dazu?)


ußerdem haben wir den verpflichtenden Integrations-
nd Sprachkurs erst vor wenigen Jahren eingeführt.


(Reinhard Grindel [CDU/CSU]: Die Leute gehen doch nicht hin!)


Hinzu kommt ein Punkt, der das Ganze verschärft:
iese Regelung muss sich den Vorwurf gefallen lassen,
iskriminierend zu sein. Denn die Voraussetzung des
pracherwerbs soll nicht für alle gelten, sondern nur für
enschen aus bestimmten Ländern: Die Japanerin wird

uch dann kommen dürfen, wenn sie kein Deutsch kann,
ie Inderin hingegen nicht. Die Australierin wird trotz-
em kommen dürfen, die Türkin hingegen nicht. Ich bin
ehr gespannt darauf, wie dies in Karlsruhe beurteilt
ird, und wäre nicht traurig, wenn diese Regelung ge-
ippt wird, um das deutlich zu sagen.


(Beifall bei der SPD sowie des Abg. Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


Uns liegt heute ein Kompromissgesetzentwurf vor,
er nicht unproblematisch ist. Die SPD-Fraktion stimmt
it großer Mehrheit zu, weil wir ansonsten keine Blei-

erechtsregelung erreichen könnten und weil wir den
enschen, die davon betroffen sein werden, eine Pers-

ektive aufzeigen und eine Antwort geben müssen.

Wir tun uns mit der Zustimmung heute schwer, wir
eisten sie aber – auch in der Erwartung, dass durch die
eiteren integrationspolitischen Schritte Fortschritte er-






(A) )



(B) )


Sebastian Edathy
zielt werden. Wir erwarten hier auch, dass sich die Bun-
deskanzlerin engagiert. Vom Integrationsgipfel dürfen
nicht nur schöne Fernsehbilder, sondern muss mehr aus-
gehen. Wie wäre es denn zum Beispiel mit einem Vor-
stoß für ein kommunales Wahlrecht für Ausländer, wie
wir ihn als SPD fordern?

Vielen Dank.


(Beifall bei der SPD)



Katrin Dagmar Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610307300

Damit schließe ich die Aussprache.

Wir kommen jetzt zu einer ganzen Reihe von Abstim-
mungen. Auf Wunsch eines einzelnen Geschäftsführers
will ich hier ausdrücklich sagen, dass wir vier namentli-
che Abstimmungen vor der nächsten Debatte durchfüh-
ren werden, die durch einfache Abstimmungen unterbro-
chen werden.

Zunächst kommen wir zur Abstimmung über den von
der Bundesregierung eingebrachten Gesetzentwurf zur
Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien
der Europäischen Union. Der Innenausschuss empfiehlt
unter Nr. 1 seiner Beschlussempfehlung auf Druck-
sache 16/5621, den Gesetzentwurf der Bundesregierung
auf den Drucksachen 16/5065 und 16/5527 in der Aus-
schussfassung anzunehmen. Hierzu liegen Änderungs-
anträge vor, über die wir jetzt zuerst abstimmen werden.
Zu den zwei Änderungsanträgen der Fraktion des Bünd-
nisses 90/Die Grünen und zur Schlussabstimmung über
den Gesetzentwurf ist namentliche Abstimmung ver-
langt.

Wir kommen zur Abstimmung über die zwei Ände-
rungsanträge der Fraktion des Bündnisses 90/Die Grü-
nen. Bitte achten Sie bei der Stimmabgabe sorgfältig
darauf, dass die Stimmkarten Ihren eigenen Namen tra-
gen.

Zunächst stimmen wir namentlich über den Ände-
rungsantrag auf Drucksache 16/5632 ab. Ich bitte jetzt
die Schriftführerinnen und Schriftführer, die vorgesehe-
nen Plätze einzunehmen. – Sind jetzt alle Urnen besetzt? –
Das sieht so aus. Dann eröffne ich die Abstimmung.

Ist ein Mitglied des Hauses anwesend, das seine
Stimme noch nicht abgegeben hat? – Das ist nicht der
Fall. Ich schließe die Abstimmung und bitte die Schrift-
führerinnen und Schriftführer, mit der Auszählung zu
beginnen.1)

Wir kommen zum Änderungsantrag der Fraktion des
Bündnisses 90/Die Grünen auf Drucksache 16/5633.
Auch hier wurde namentliche Abstimmung verlangt. Ich
bitte die Schriftführerinnen und Schriftführer, ihre Plätze
wieder einzunehmen. – Sind alle Urnen besetzt? – Das
ist offensichtlich der Fall. Ich eröffne die Abstimmung.

Ich möchte noch einmal darauf aufmerksam machen,
dass wir bei der Abstimmung über den zweiten Ände-
rungsantrag sind. Falls jemand während der Gespräche

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1) Ergebnis Seite 10602 C 2)

(C (D urcheinander gekommen sein sollte: Wir sind jetzt bei er zweiten namentlichen Abstimmung. Ist ein Mitglied des Hauses anwesend, das seine timme noch nicht abgegeben hat? – Das ist nicht der all. Ich schließe die Abstimmung und bitte die Schriftührerinnen und Schriftführer, mit der Auszählung zu eginnen. Weil relativ wenige Schriftführerinnen und chriftführer anwesend sind, wird darum gebeten, dass ich diejenigen, die noch verfügbar sind, in den Auszähungsraum begeben. Das Ergebnis der namentlichen Abstimmungen wird hnen vor der Schlussabstimmung über den Gesetzenturf bekanntgegeben.2)


Wir setzen jetzt die Abstimmungen fort. Weil es sich
abei um einfache Abstimmungen handelt, bitte ich Sie,
ich zu Ihrem Platz zu begeben, damit wir den Überblick
ber das Abstimmungsverhalten der Kolleginnen und
ollegen behalten.

Wir werden jetzt über zehn Änderungsanträge der
DP-Fraktion abstimmen. Wer stimmt für den Änderungs-
ntrag auf Drucksache 16/5622? – Gegenstimmen? – Ent-
altungen? – Der Änderungsantrag ist abgelehnt bei Zu-
timmung durch die Opposition und Gegenstimmen aus
er Koalition.

Wer stimmt für den Änderungsantrag auf Druck-
ache 16/5623? – Gegenstimmen? – Enthaltungen? –
ieser Änderungsantrag ist abgelehnt mit dem gleichen
timmergebnis wie vorher.

Wer stimmt für den Änderungsantrag auf Druck-
ache 16/5624? – Gegenstimmen? – Enthaltungen? –
er Änderungsantrag ist abgelehnt mit dem gleichen
timmverhältnis.

Wir kommen zum Änderungsantrag auf Druck-
ache 16/5625. Wer stimmt dafür? – Wer stimmt dage-
en? – Enthaltungen? – Dieser Änderungsantrag ist
benfalls abgelehnt mit dem gleichen Ergebnis.

Wir kommen zum Änderungsantrag auf Druck-
ache 16/5626. Wer stimmt dafür? – Wer stimmt dage-
en? – Enthaltungen? – Dieser Änderungsantrag ist ab-
elehnt bei Zustimmung durch die Fraktionen der FDP
nd des Bündnisses 90/Die Grünen gegen Stimmen der
DU/CSU und der SPD und bei Enthaltung der Fraktion
ie Linke.

Wer stimmt für den Änderungsantrag auf Druck-
ache 16/5627? – Gegenstimmen? – Enthaltungen? –
er Änderungsantrag ist abgelehnt bei Zustimmung
urch die Opposition und Gegenstimmen der Koalition.

Wer stimmt für den Änderungsantrag auf Druck-
ache 16/5628? – Gegenstimmen? – Enthaltungen? –
er Änderungsantrag ist mit dem gleichen Stimmver-
ältnis wie vorher abgelehnt.

Wir kommen zum Änderungsantrag auf Druck-
ache 16/5629. Wer stimmt dafür? – Wer stimmt dage-

Ergebnis Seite 10604 B






(A) )



(B) )


Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt

Heinz-Peter Haustein Dr. Martina Bunge DIE GRÜNEN Wolfgang Wieland
Birgit Homburger
Dr. Werner Hoyer
Michael Kauch
Dr. Heinrich L. Kolb
Hellmut Königshaus
Gudrun Kopp
Jürgen Koppelin
Heinz Lanfermann
Harald Leibrecht
Ina Lenke
Sabine Leutheusser-

Schnarrenberger
Markus Löning
Horst Meierhofer
Patrick Meinhardt
Jan Mücke
Burkhardt Müller-Sönksen

Sevim Dağdelen
Dr. Diether Dehm
Werner Dreibus
Dr. Dagmar Enkelmann
Klaus Ernst
Wolfgang Gehrcke
Diana Golze
Dr. Gregor Gysi
Heike Hänsel
Lutz Heilmann
Hans-Kurt Hill
Cornelia Hirsch
Inge Höger
Dr. Barbara Höll
Ulla Jelpke
Dr. Lukrezia Jochimsen
Katja Kipping

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arieluise Beck (Bremen)

olker Beck (Köln)

ornelia Behm
irgitt Bender
rietje Bettin
lexander Bonde
kin Deligöz
r. Thea Dückert
r. Uschi Eid
ans-Josef Fell
ai Gehring
atrin Göring-Eckardt
nja Hajduk
ritta Haßelmann
infried Hermann

eter Hettlich
riska Hinz (Herborn)


fraktionslos

Gert Winkelmeier

Nein

CDU/CSU

Ulrich Adam
Ilse Aigner
Peter Albach
Peter Altmaier
Dorothee Bär
Thomas Bareiß
Norbert Barthle
Dr. Wolf Bauer
Günter Baumann
Elke Hoff Roland Claus Kerstin Andreae Josef Philip Winkler
gen? – Enthaltungen? – Dieser
gelehnt mit dem gleichen Ergeb

Wer stimmt für den Ände
sache 16/5630? – Gegenstimm
Der Änderungsantrag ist eben
gleichen Ergebnis wie der vorh

Wer stimmt für den Ände
sache 16/5631? – Gegenstimm
Auch dieser Änderungsantrag i
menverhältnis wie zuvor abgele

Bevor wir zur Schlussabstim
entwurf der Bundesregierung k
die Ergebnisse der namentliche
Ich mache Sie darauf aufmerks

Endgültiges Ergebnis
Abgegebene Stimmen: 576;
davon

ja: 150
nein: 426

Ja

FDP

Jens Ackermann
Christian Ahrendt
Daniel Bahr (Münster)

Uwe Barth
Angelika Brunkhorst
Mechthild Dyckmans
Jörg van Essen
Ulrike Flach
Otto Fricke
Paul K. Friedhoff
Horst Friedrich (Bayreuth)

Dr. Edmund Peter Geisen
Dr. Wolfgang Gerhardt
Hans-Michael Goldmann
Miriam Gruß
Joachim Günther (Plauen)

Dr. Christel Happach-Kasan

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nis wie vorher.

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en? – Enthaltungen? –

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erige.

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hnt.

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ommen, müssen wir auf
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am, dass wir unmittelbar

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r. Hermann Otto Solms
r. Max Stadler
r. Rainer Stinner
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r. Guido Westerwelle
r. Claudia Winterstein
r. Volker Wissing
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m Anschluss an diesen Tages
ere namentliche Abstimmung
atz im Sudan durchführen wer

Ich unterbreche die Sitzung.


(Unterbrechung von 12. Vizepräsidentin Katrin Gö Ich gebe jetzt das von den chriftführern ermittelte Ergeb ichen Abstimmungen bekan ungsantrag auf Drucksache 16 en 576. Mit Ja haben gestim estimmt 426, Enthaltungen ke erungsantrag abgelehnt. onika Knoche an Korte atrin Kunert skar Lafontaine ichael Leutert lla Lötzer r. Gesine Lötzsch lrich Maurer orothée Menzner ersten Naumann r. Norman Paech odo Ramelow lke Reinke aul Schäfer olker Schneider r. Herbert Schui r. Ilja Seifert r. Petra Sitte rank Spieth r. Kirsten Tackmann r. Axel Troost lexander Ulrich örn Wunderlich abine Zimmermann ÜNDNIS 90/ U D B T U S R M U M A N J K W O B C K E C Ir D R S H J (C (D ordnungspunkt eine weiüber den Bundeswehreinden. 30 bis 12.35 Uhr)


(Saarbrücken)


ring-Eckardt:
Schriftführerinnen und
nis der beiden nament-
nt, zunächst zum Ände-
/5632: Abgegebene Stim-
mt 150, mit Nein haben
ine. Damit ist dieser Än-

lrike Höfken
r. Anton Hofreiter
ärbel Höhn
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ylvia Kotting-Uhl
enate Künast
arkus Kurth
ndine Kurth (Quedlinburg)

onika Lazar
nna Lührmann
icole Maisch

erzy Montag
erstin Müller (Köln)

infried Nachtwei
mid Nouripour
rigitte Pothmer
laudia Roth (Augsburg)

rista Sager
lisabeth Scharfenberg
hristine Scheel
mingard Schewe-Gerigk
r. Gerhard Schick
ainder Steenblock
ilke Stokar von Neuforn
ans-Christian Ströbele

ürgen Trittin






(A) )



(B) )


Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt
Ernst-Reinhard Beck

(Reutlingen)


Veronika Bellmann
Dr. Christoph Bergner
Otto Bernhardt
Clemens Binninger
Carl-Eduard von Bismarck
Renate Blank
Peter Bleser
Antje Blumenthal
Dr. Maria Böhmer
Wolfgang Börnsen


(Bönstrup)

Wolfgang Bosbach
Klaus Brähmig
Michael Brand
Helmut Brandt
Dr. Ralf Brauksiepe
Monika Brüning
Georg Brunnhuber
Gitta Connemann
Leo Dautzenberg
Hubert Deittert
Alexander Dobrindt
Thomas Dörflinger
Marie-Luise Dött
Maria Eichhorn
Anke Eymer (Lübeck)

Georg Fahrenschon
Ilse Falk
Dr. Hans Georg Faust
Ingrid Fischbach
Hartwig Fischer (Göttingen)

Dirk Fischer (Hamburg)


(Karlsruhe Land)

Dr. Maria Flachsbarth
Klaus-Peter Flosbach
Herbert Frankenhauser
Dr. Hans-Peter Friedrich


(Hof)

Erich G. Fritz
Jochen-Konrad Fromme
Dr. Michael Fuchs
Hans-Joachim Fuchtel
Dr. Peter Gauweiler
Dr. Jürgen Gehb
Norbert Geis
Eberhard Gienger
Michael Glos
Ralf Göbel
Dr. Reinhard Göhner
Josef Göppel
Peter Götz
Dr. Wolfgang Götzer
Ute Granold
Reinhard Grindel
Hermann Gröhe
Michael Grosse-Brömer
Markus Grübel
Manfred Grund
Monika Grütters
Dr. Karl-Theodor Freiherr zu

Guttenberg
Olav Gutting
Holger Haibach
Gerda Hasselfeldt
Ursula Heinen

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r. Peter Jahr
r. Hans-Heinrich Jordan
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artholomäus Kalb
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ernhard Kaster

(VillingenSchwenningen)


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ürgen Klimke
ulia Klöckner
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ristina Köhler (Wiesbaden)

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r. Rolf Koschorrek
artmut Koschyk
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ichael Kretschmer
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r. Günter Krings
r. Martina Krogmann

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Krummacher
r. Hermann Kues
r. Karl A. Lamers

(Heidelberg)

ndreas G. Lämmel
r. Norbert Lammert
atharina Landgraf
r. Max Lehmer
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duard Lintner
r. Klaus W. Lippold
atricia Lips
r. Michael Luther
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r. Michael Meister
r. Angela Merkel
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hilipp Mißfelder
r. Eva Möllring
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(Braunschweig)


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r. Norbert Röttgen
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r. Annette Schavan
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Carl-Christian Dressel lvira Drobinski-Weiß arrelt Duin etlef Dzembritzki ebastian Edathy iegmund Ehrmann ans Eichel ernot Erler etra Ernstberger arin Evers-Meyer nnette Faße lke Ferner abriele Fograscher ainer Fornahl abriele Frechen agmar Freitag Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt Petra Heß Gabriele Hiller-Ohm Caren Marks Katja Mast Otto Schily Dr. Frank Schmidt Petra Weis Gunter Weißgerber Stephan Hilsberg Petra Hinz Gerd Höfer Iris Hoffmann Frank Hofmann Eike Hovermann Klaas Hübner Christel Humme Lothar Ibrügger Johannes Jung Josip Juratovic Johannes Kahrs Ulrich Kasparick Dr. h. c. Susanne Kastner H M P D U M D M G F D T H H Zum Änderungsantrag auf D gegebene Stimmen 565. Mit Ja Endgültiges Ergebnis Abgegebene Stimmen: 563; davon ja: 96 nein: 417 enthalten: 50 Ja SPD Christoph Strässer FDP Jens Ackermann Christian Ahrendt D U A M J U O P H D D H M J D H E B ilde Mattheis arkus Meckel etra Merkel r. Matthias Miersch rsula Mogg arko Mühlstein etlef Müller ichael Müller esine Multhaupt ranz Müntefering r. Rolf Mützenich homas Oppermann olger Ortel einz Paula U S R H C O O R S E F D D rucksache 16/5633: Ab haben gestimmt 97, mit N a aniel Bahr we Barth ngelika Brunkhorst echthild Dyckmans örg van Essen lrike Flach tto Fricke aul K. Friedhoff orst Friedrich r. Edmund Peter Geisen r. Wolfgang Gerhardt ans-Michael Goldmann iriam Gruß oachim Günther r. Christel Happach-Kasan einz-Peter Haustein lke Hoff irgit Homburger D D H G J H H I M P J B D H D C G lla Schmidt ilvia Schmidt enate Schmidt einz Schmitt arsten Schneider laf Scholz ttmar Schreiner einhard Schultz wen Schulz wald Schurer rank Schwabe r. Angelica Schwall-Düren r. Martin Schwanholz G D L D A H D E W H U M ein haben gestimmt 418, En uch dieser Änderungsantrag ab r. Werner Hoyer r. Heinrich L. Kolb ellmut Königshaus udrun Kopp ürgen Koppelin einz Lanfermann arald Leibrecht na Lenke arkus Löning atrick Meinhardt an Mücke urkhardt Müller-Sönksen irk Niebel ans-Joachim Otto etlef Parr ornelia Pieper isela Piltz J M D D D C D D D H M B D K M V (D ert Weisskirchen r. Rainer Wend ydia Westrich r. Margrit Wetzel ndrea Wicklein eidemarie Wieczorek-Zeul r. Dieter Wiefelspütz ngelbert Wistuba altraud Wolff eidi Wright ta Zapf anfred Zöllmer thaltungen 50. Damit ist gelehnt. örg Rohde arina Schuster r. Hermann Otto Solms r. Max Stadler r. Rainer Stinner hristoph Waitz r. Guido Westerwelle r. Claudia Winterstein r. Volker Wissing artfrid Wolff artin Zeil ÜNDNIS 90/ IE GRÜNEN erstin Andreae arieluise Beck olker Beck Reinhold Hemker Rolf Hempelmann Dr. Barbara Hendricks Gustav Herzog Waltraud Lehn Gabriele Lösekrug-Möller Dirk Manzewski Lothar Mark A B D M xel Schäfer ernd Scheelen r. Hermann Scheer arianne Schieder Jörg Vogelsänger Dr. Marlies Volkmer Hedi Wegener Andreas Weigel Hubertus Heil Dr. Karl Lauterbach Anton Schaaf Simone Violka Peter Friedrich Martin Gerster Iris Gleicke Günter Gloser Renate Gradistanac Angelika Graf Dieter Grasedieck Monika Griefahn Kerstin Griese Gabriele Groneberg Achim Großmann Wolfgang Grotthaus Wolfgang Gunkel Hans-Joachim Hacker Bettina Hagedorn Klaus Hagemann Alfred Hartenbach Michael Hartmann Nina Hauer U C A D W F K R A E N V D A J H U D C C lrich Kelber hristian Kleiminger strid Klug r. Bärbel Kofler alter Kolbow ritz Rudolf Körper arin Kortmann olf Kramer nette Kramme rnst Kranz icolette Kressl olker Kröning r. Hans-Ulrich Krüger ngelika Krüger-Leißner ürgen Kucharczyk elga Kühn-Mengel te Kumpf r. Uwe Küster hristine Lambrecht hristian Lange J J C D D M S M G D C W S R D M O M ohannes Pflug oachim Poß hristoph Pries r. Wilhelm Priesmeier r. Sascha Raabe echthild Rawert teffen Reiche aik Reichel erold Reichenbach r. Carola Reimann hristel RiemannHanewinckel alter Riester önke Rix ené Röspel r. Ernst Dieter Rossmann ichael Roth rtwin Runde arlene Rupprecht R R W D J D D A L R C D J D J J D J F R (Colf Schwanitz ita Schwarzelühr-Sutter olfgang Spanier r. Margrit Spielmann örg-Otto Spiller r. Ditmar Staffelt ieter Steinecke ndreas Steppuhn udwig Stiegler olf Stöckel hristoph Strässer r. Peter Struck oachim Stünker r. Rainer Tabillion örg Tauss ella Teuchner r. h. c. Wolfgang Thierse örn Thießen ranz Thönnes üdiger Veit Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt Cornelia Behm Birgitt Bender Grietje Bettin Alexander Bonde Ekin Deligöz Dr. Thea Dückert Dr. Uschi Eid Hans-Josef Fell Kai Gehring Katrin Göring-Eckardt Anja Hajduk Britta Haßelmann Winfried Hermann Peter Hettlich Priska Hinz Ulrike Höfken Dr. Anton Hofreiter Bärbel Höhn Thilo Hoppe Ute Koczy Sylvia Kotting-Uhl Renate Künast Markus Kurth Undine Kurth Monika Lazar Anna Lührmann Nicole Maisch Jerzy Montag Kerstin Müller Winfried Nachtwei Omid Nouripour Brigitte Pothmer Claudia Roth Krista Sager Elisabeth Scharfenberg Christine Scheel Irmingard Schewe-Gerigk Dr. Gerhard Schick Rainder Steenblock Silke Stokar von Neuforn Hans-Christian Ströbele Jürgen Trittin Wolfgang Wieland Josef Philip Winkler Nein CDU/CSU Ulrich Adam Ilse Aigner Peter Albach Peter Altmaier Dorothee Bär Thomas Bareiß Norbert Barthle Dr. Wolf Bauer Günter Baumann Ernst-Reinhard Beck Veronika Bellmann Dr. Christoph Bergner Otto Bernhardt Clemens Binninger Carl-Eduard von Bismarck Renate Blank Peter Bleser Antje Blumenthal D W W K M H D M G G L H A T M M A G Il In H D A D K H D E J D H D D N E M R D J P D U R H M M M M O H G U U M J B E P R K F J A H S r. Maria Böhmer olfgang Börnsen olfgang Bosbach laus Brähmig ichael Brand elmut Brandt r. Ralf Brauksiepe onika Brüning eorg Brunnhuber itta Connemann eo Dautzenberg ubert Deittert lexander Dobrindt homas Dörflinger arie-Luise Dött aria Eichhorn nke Eymer eorg Fahrenschon se Falk grid Fischbach artwig Fischer irk Fischer xel E. Fischer (KarlsruheLand)


(Hildesheim)





(A) )


(B) )


(Everswinkel)


(Frankfurt)


(Wiesloch)


(Wolmirstedt)


(Wackernheim)


(Tuchenbach)





(A) )


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(Reutlingen)


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(VillingenSchwenningen)


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r. Rolf Koschorrek
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r. Günter Krings
r. Martina Krogmann

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r. Hermann Kues
r. Karl A. Lamers

(Heidelberg)

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r. Norbert Lammert
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r. Max Lehmer
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r. Klaus W. Lippold
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r. Michael Luther
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olfgang Meckelburg
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r. h. c. Hans Michelbach
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r. Eva Möllring
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(Braunschweig)


ernward Müller (Gera)

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Rolf Mützenich homas Oppermann olger Ortel einz Paula ohannes Pflug oachim Poß D D M S M G D C S R D M O M A A B D M O D U S R H C O O R S E F D R R W D J D D A L R D J D J J D J F R S J D H A P G G D L D r. Wilhelm Priesmeier r. Sascha Raabe echthild Rawert teffen Reiche aik Reichel erold Reichenbach r. Carola Reimann hristel RiemannHanewinckel önke Rix ené Röspel r. Ernst Dieter Rossmann ichael Roth rtwin Runde arlene Rupprecht nton Schaaf xel Schäfer ernd Scheelen r. Hermann Scheer arianne Schieder tto Schily r. Frank Schmidt lla Schmidt ilvia Schmidt enate Schmidt einz Schmitt arsten Schneider laf Scholz ttmar Schreiner einhard Schultz wen Schulz wald Schurer rank Schwabe r. Martin Schwanholz olf Schwanitz ita Schwarzelühr-Sutter olfgang Spanier r. Margrit Spielmann örg-Otto Spiller r. Ditmar Staffelt ieter Steinecke ndreas Steppuhn udwig Stiegler olf Stöckel r. Peter Struck oachim Stünker r. Rainer Tabillion örg Tauss ella Teuchner r. h. c. Wolfgang Thierse örn Thießen ranz Thönnes üdiger Veit imone Violka örg Vogelsänger r. Marlies Volkmer edi Wegener ndreas Weigel etra Weis unter Weißgerber ert Weisskirchen r. Rainer Wend ydia Westrich r. Margrit Wetzel D E W H U M E D H D K D H E D R S D W D K W D D H L H C In D U D K M J K O M U D U D K D B E P V D D D F D D A J S fr G (D r. Dieter Wiefelspütz ngelbert Wistuba altraud Wolff eidi Wright ta Zapf anfred Zöllmer nthalten IE LINKE üseyin-Kenan Aydin r. Dietmar Bartsch arin Binder r. Lothar Bisky eidrun Bluhm va Bulling-Schröter r. Martina Bunge oland Claus evim Dağdelen r. Diether Dehm erner Dreibus r. Dagmar Enkelmann laus Ernst olfgang Gehrcke iana Golze r. Gregor Gysi eike Hänsel utz Heilmann ans-Kurt Hill ornelia Hirsch ge Höger r. Barbara Höll lla Jelpke r. Hakki Keskin atja Kipping onika Knoche an Korte atrin Kunert skar Lafontaine ichael Leutert lla Lötzer r. Gesine Lötzsch lrich Maurer orothée Menzner ersten Naumann r. Norman Paech odo Ramelow lke Reinke aul Schäfer olker Schneider r. Herbert Schui r. Ilja Seifert r. Petra Sitte rank Spieth r. Kirsten Tackmann r. Axel Troost lexander Ulrich örn Wunderlich abine Zimmermann aktionslos ert Winkelmeier Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt Ich bitte jetzt diejenigen, die dem Gesetzentwurf in der Ausschussfassung zustimmen wollen, um das Handzeichen. – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Damit ist der Gesetzentwurf in zweiter Beratung angenommen. Zugestimmt haben dem Gesetzentwurf Abgeordnete der Koalition. Dagegen gestimmt haben die Abgeordneten der Opposition. Es gab einige Enthaltungen bei der SPD-Fraktion. (Zuruf von der SPD: Auch Gegenstimmen bei der SPD-Fraktion!)





(A) (C)


(B) )


(Hildesheim)


(Wackernheim)


(Tuchenbach)


(Everswinkel)


(Wiesloch)


(Wolmirstedt)


(Saarbrücken)





(A) )


(B) )


– Es gab auch Gegenstimmen bei der SPD-Fraktion.
Entschuldigung, das habe ich nicht gesehen; ich trage es
hiermit nach.

Bevor wir zur dritten Beratung und Schlussabstim-
mung kommen, teile ich Ihnen mit, dass eine sehr große
Zahl von Erklärungen zur Abstimmung nach § 31 unse-
rer Geschäftsordnung vorliegt.1)

Wir kommen zur

dritten Beratung

und Schlussabstimmung. Die Linke hat hierzu namentli-
che Abstimmung verlangt. Ich bitte die Schriftführerin-
nen und Schriftführer wiederum, die vorgesehenen
Plätze einzunehmen. Sind alle Urnen besetzt? – Das ist
der Fall. Dann eröffne ich die Abstimmung.

Ist noch jemand anwesend, der noch keine Gelegen-
heit hatte, seine Stimme abzugeben? – Das scheint nicht
der Fall zu sein. Ich schließe die Abstimmung. Ich bitte
die Schriftführerinnen und Schriftführer, mit der Aus-
zählung zu beginnen. Das Ergebnis dieser Abstimmung
wird Ihnen später bekannt gegeben.2)

Jetzt ist wieder der Zeitpunkt erreicht, an dem ich Sie
bitten muss, sich auf Ihre Plätze zu begeben, damit wir
den Überblick behalten. Das gilt wiederum besonders
für Pulks, die sich direkt vor dem Präsidium gebildet ha-
ben. Es handelt sich wahrscheinlich nicht um eine ange-
meldete Demonstration. Auch vor der Regierungsbank
steht es sich offensichtlich gut. Ich kann so zumindest
die Kollegen der FDP nicht sehen, was sehr schade ist.

Wir kommen jetzt zur Abstimmung über den Ent-
schließungsantrag der Fraktion Die Linke auf Druck-
sache 16/5634. Wer stimmt für diesen Entschließungs-
antrag? – Die Gegenstimmen! – Die Enthaltungen! –
Dieser Entschließungsantrag ist abgelehnt. Dafür haben
die Abgeordneten der Fraktion Die Linke gestimmt, da-
gegen die Abgeordneten der CDU/CSU, SPD und FDP.
Die Abgeordneten des Bündnisses 90/Die Grünen haben
sich enthalten.

Ich komme zur Abstimmung über den Gesetzentwurf
der Fraktion des Bündnisses 90/Die Grünen zur Ände-
rung des Aufenthaltsgesetzes. Der Innenausschuss emp-
fiehlt unter Nr. 2 seiner Beschlussempfehlung auf
Drucksache 16/5621, den Gesetzentwurf der Fraktion
des Bündnisses 90/Die Grünen auf Drucksache 16/3198
abzulehnen. Ich bitte diejenigen, die dem Gesetzentwurf

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1) Anlagen 4 bis 8
2) Ergebnis Seite 10608 D

(C (D ustimmen wollen, um das Handzeichen. – Die Gegentimmen! – Die Enthaltungen! – Der Gesetzentwurf ist n zweiter Beratung abgelehnt. Zugestimmt haben die bgeordneten des Bündnisses 90/Die Grünen, dagegen estimmt haben die Abgeordneten der CDU/CSU und er SPD. Enthalten haben sich die FDP und die Linke. amit entfällt die dritte Beratung. Tagesordnungspunkt 14 b. Wir setzen die Abstimung zu der Beschlussempfehlung des Innenausschus es auf Drucksache 16/5621 fort. Unter Nr. 3 seiner eschlussempfehlung empfiehlt der Ausschuss die Ab ehnung des Antrags der Fraktion der FDP auf Druckache 16/2092 mit dem Titel „Sprache schafft Identität nd ist Schlüssel zur Integration“. Wer stimmt für diese eschlussempfehlung? – Die Gegenstimmen! – Die Entaltungen! – Die Beschlussempfehlung ist mit den Stimen der Koalition und der Linken gegen die Stimmen er FDP bei Enthaltung des Bündnisses 90/Die Grünen ngenommen. Unter Nr. 4 seiner Beschlussempfehlung empfiehlt er Ausschuss die Ablehnung des Antrags der FDP auf rucksache 16/4609 mit dem Titel „Das Aufenthalts echt für Hochqualifizierte und Selbstständige ändern – ntegration maßgeblich verbessern“. Wer stimmt für iese Beschlussempfehlung? – Die Gegenprobe! – Die nthaltungen! – Diese Beschlussempfehlung ist eben alls mit dem gleichen Stimmenverhältnis wie vorher anenommen. Unter Nr. 5 seiner Beschlussempfehlung empfiehlt er Ausschuss die Ablehnung des Antrags der Fraktion er FDP auf Drucksache 16/4739 mit dem Titel „Bleibeecht großzügig gestalten – Integration verbessern“. Wer timmt für diese Beschlussempfehlung? – Die Gegentimmen! – Die Enthaltungen! – Diese Beschlussempehlung ist mit den Stimmen der Koalition gegen die timmen der FDP bei Enthaltung der Linken und des ündnisses 90/Die Grünen ebenfalls angenommen. Weiterhin empfiehlt der Ausschuss unter Nr. 6 seiner eschlussempfehlung auf Drucksache 16/5621 die Ab ehnung des Antrags der Fraktion Die Linke auf rucksache 16/1204 mit dem Titel „Auswirkungen des uwanderungsgesetzes sofort evaluieren“. Wer stimmt ür diese Beschlussempfehlung? – Die Gegenstimmen! – ie Enthaltungen! – Die Beschlussempfehlung ist bei ustimmung der Koalition und der FDP gegen die Stimen der Linken und bei Enthaltung von Bündnis 90/Die rünen angenommen. Unter Nr. 7 seiner Beschlussempfehlung empfiehlt er Ausschuss die Ablehnung des Antrags der Fraktion ie Linke auf Drucksache 16/4487 mit dem Titel „Für inen umfassenden Schutz religiös Verfolgter in der undesrepublik Deutschland“. Wer stimmt für diese Be chlussempfehlung? – Die Gegenstimmen! – Die Enthalungen! – Diese Beschlussempfehlung ist mit den Stim en der Koalition gegen die Stimmen von Bündnis 90/ ie Grünen und Linken bei Enthaltung der FDP angeommen. Unter Nr. 8 seiner Beschlussempfehlung empfiehlt er Ausschuss die Ablehnung des Antrags der Fraktion ie Linke auf Drucksache 16/4907 mit dem Titel „Asyl Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt lehnung des Antrags der Fraktion des Bündnisses 90/Die Grünen auf Drucksache 16/5103 mit dem Titel „Für ein Beschlussempfehlung auf Drucksache 16/4828, den Anhumanitär ausgewogenes Zuwanderungsgesetz“. Wer stimmt für diese Beschlussempfehlung? – Die Gegenstimmen! – Die Enthaltungen! – Die Beschlussempfehlung ist bei Zustimmung durch die Koalition gegen die Stimmen von Bündnis 90/Die Grünen und bei Enthaltung der Linken und der FDP angenommen. Schließlich empfiehlt der Ausschuss unter Nr. 11 seiner Beschlussempfehlung auf Drucksache 16/5621 die Ablehnung des Antrags der Fraktion des Bündnisses 90/ Die Grünen auf Drucksache 16/5116 mit dem Titel „Zuzug von Hochqualifizierten erleichtern“. Wer stimmt für diese Beschlussempfehlung? – Die Gegenstimmen! – Die Enthaltungen! – Diese Beschlussempfehlung ist bei Zustimmung durch die Koalition gegen die Stimmen von D B h m B F g A r R s f b 3 o1)





(A) )


(B) )


Endgültiges Ergebnis
Abgegebene Stimmen: 573;
davon

ja: 398
nein: 170
enthalten: 5

Ja

CDU/CSU

Ulrich Adam
Ilse Aigner
Peter Albach
Peter Altmaier
Dorothee Bär
Thomas Bareiß
Norbert Barthle
Dr. Wolf Bauer

Günter Baumann
Ernst-Reinhard Beck


(Reutlingen)

Veronika Bellmann
Dr. Christoph Bergner
Otto Bernhardt
Clemens Binninger
Carl-Eduard von Bismarck
Renate Blank
Peter Bleser
Antje Blumenthal
Dr. Maria Böhmer
Wolfgang Börnsen


(Bönstrup)

Wolfgang Bosbach
Klaus Brähmig
Michael Brand
Helmut Brandt
Dr. Ralf Brauksiepe
Monika Brüning

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(D rucksache 16/3340 abzulehnen. Wer stimmt für diese eschlussempfehlung? – Die Gegenstimmen! – Die Entaltungen! – Die Beschlussempfehlung ist bei Zustimung durch Koalition und Linke gegen die Stimmen von ündnis 90/Die Grünen und bei Enthaltung durch die DP angenommen. Ich komme zu Tagesordnungspunkt 14 a zurück und ebe Ihnen bekannt das Ergebnis der namentlichen bstimmung über den Gesetzentwurf der Bundesregie ung zur Umsetzung aufenthaltsund asylrechtlicher ichtlinien der Europäischen Union auf den Druck achen 16/5065, 16/5527 und 16/5621, das die Schriftührerinnen und Schriftführer ermittelt haben: Abgegeen worden sind 573 Stimmen. Mit Ja haben gestimmt 98 Abgeordnete, mit Nein haben gestimmt 170 Abgerdnete, und es haben sich fünf Abgeordnete enthalten. eorg Brunnhuber itta Connemann eo Dautzenberg ubert Deittert lexander Dobrindt homas Dörflinger arie-Luise Dött aria Eichhorn nke Eymer eorg Fahrenschon lse Falk r. Hans Georg Faust ngrid Fischbach artwig Fischer irk Fischer xel E. Fischer (KarlsruheLand)

r. Maria Flachsbarth
laus-Peter Flosbach
erbert Frankenhauser

Dr. Hans-Peter Friedrich

(Hof)


Erich G. Fritz
Jochen-Konrad Fromme
Dr. Michael Fuchs
Hans-Joachim Fuchtel
Dr. Peter Gauweiler
Dr. Jürgen Gehb
Norbert Geis
Eberhard Gienger
Michael Glos
Ralf Göbel
Dr. Reinhard Göhner
Josef Göppel
Peter Götz
Dr. Wolfgang Götzer
Ute Granold
Reinhard Grindel
Hermann Gröhe
Michael Grosse-Brömer
integrationsförderndes, menschenrechtskonformes und trag der Fraktion des Bündnisses 90/Die Grünen auf
suchende und geduldete Flüch
Arbeitsmarkt gleichstellen“. W
schlussempfehlung? – Die Geg
tungen! – Die Beschlussempfeh
der Koalition bei Gegenstimme
Enthaltung von Bündnis 90/Di
nommen.1)

Unter Nr. 9 seiner Beschlu
der Ausschuss die Ablehnung
Die Linke auf Drucksache 16/
Humanität und Menschenrech
„Nützlichkeit“ als Grundprinzi
tik“. Wer stimmt für diese Bes
Gegenstimmen! – Die Enthalt
empfehlung ist mit den Stimm
FDP gegen die Stimmen der L
Bündnis 90/Die Grünen angeno

Weiterhin empfiehlt der Aus
Beschlussempfehlung auf Dru
tlinge beim Zugang zum
er stimmt für diese Be-

enstimmen! – Die Enthal-
lung ist mit den Stimmen
n von der Linken und bei
e Grünen und FDP ange-

ssempfehlung empfiehlt
des Antrags der Fraktion
5108 mit dem Titel „Für
te statt wirtschaftlicher
pien der Migrationspoli-
chlussempfehlung? – Die
ungen! – Die Beschluss-
en der Koalition und der
inken bei Enthaltung von
mmen.

schuss unter Nr. 10 seiner
cksache 16/5621 die Ab-

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urch die Linke ebenfalls angen

Tagesordnungspunkt 14 c. B
nnenausschusses zu dem A
ündnisses 90/Die Grünen mi
ilanz für Integrationskurse de
er Ausschuss empfiehlt in sei

uf Drucksache 16/1704, den
ündnisses 90/Die Grünen auf

ehnen. Wer stimmt für diese
ie Gegenstimmen! – Die E

chlussempfehlung ist bei Zust
ion gegen die Stimmen von Bü
ei Enthaltung der FDP und de

Tagesordnungspunkt 14 d. B
nnenausschusses zu dem Antra
isses 90/Die Grünen mit dem
leiberechtsregelung für langj
uldete Personen“. Der Aussc

(CDP und bei Enthaltung ommen. eschlussempfehlung des ntrag der Fraktion des t dem Titel „Zwischens Jahres 2005 vorlegen“. ner Beschlussempfehlung Antrag der Fraktion des Drucksache 16/940 abzuBeschlussempfehlung? – nthaltungen! – Die Beimmung durch die Koalindnis 90/Die Grünen und r Linken angenommen. eschlussempfehlung des g der Fraktion des BündTitel „Für eine wirksame ährig in Deutschland gehuss empfiehlt in seiner Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt Markus Grübel Manfred Grund Monika Grütters Olav Gutting Holger Haibach Gerda Hasselfeldt Ursula Heinen Uda Carmen Freia Heller Michael Hennrich Jürgen Herrmann Bernd Heynemann Ernst Hinsken Peter Hintze Robert Hochbaum Klaus Hofbauer Franz-Josef Holzenkamp Joachim Hörster Anette Hübinger Hubert Hüppe Susanne Jaffke Dr. Peter Jahr Dr. Hans-Heinrich Jordan Andreas Jung Bartholomäus Kalb Hans-Werner Kammer Steffen Kampeter Alois Karl Bernhard Kaster Siegfried Kauder (Villingen Schwenningen)





(A) )


(B) )

Volker Kauder
Eckart von Klaeden
Jürgen Klimke
Julia Klöckner
Jens Koeppen
Kristina Köhler (Wiesbaden)

Manfred Kolbe
Dr. Rolf Koschorrek
Hartmut Koschyk
Thomas Kossendey
Michael Kretschmer
Gunther Krichbaum
Dr. Günter Krings
Dr. Martina Krogmann
Johann-Henrich

Krummacher
Dr. Hermann Kues
Dr. Karl A. Lamers


(Heidelberg)

Andreas G. Lämmel
Dr. Norbert Lammert
Katharina Landgraf
Dr. Max Lehmer
Paul Lehrieder
Ingbert Liebing
Eduard Lintner
Dr. Klaus W. Lippold
Patricia Lips
Dr. Michael Luther
Stephan Mayer (Altötting)

Wolfgang Meckelburg
Dr. Michael Meister
Dr. Angela Merkel
Friedrich Merz
Laurenz Meyer (Hamm)

Dr. h. c. Hans Michelbach
Philipp Mißfelder
Dr. Eva Möllring

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r. Gerd Müller
ildegard Müller
arsten Müller

(Braunschweig)


tefan Müller (Erlangen)

ernward Müller (Gera)

ernd Neumann (Bremen)

ichaela Noll
r. Georg Nüßlein
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duard Oswald
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ita Pawelski
r. Peter Paziorek
lrich Petzold
r. Joachim Pfeiffer
ibylle Pfeiffer
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homas Rachel
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r. Peter Ramsauer
eter Rauen
ckhardt Rehberg
atherina Reiche (Potsdam)

laus Riegert
r. Heinz Riesenhuber
ranz Romer
ohannes Röring
urt J. Rossmanith
r. Norbert Röttgen
r. Christian Ruck
lbert Rupprecht (Weiden)

eter Rzepka
nita Schäfer (Saalstadt)

ermann-Josef Scharf
r. Wolfgang Schäuble
artmut Schauerte
r. Annette Schavan
r. Andreas Scheuer
arl Schiewerling
orbert Schindler
eorg Schirmbeck
ernd Schmidbauer
hristian Schmidt (Fürth)

ndreas Schmidt (Mülheim)

go Schmitt (Berlin)

r. Andreas Schockenhoff
r. Ole Schröder
ernhard Schulte-Drüggelte
we Schummer
ilhelm Josef Sebastian
orst Seehofer
urt Segner
ernd Siebert
homas Silberhorn
ohannes Singhammer
ens Spahn
rika Steinbach
hristian Freiherr von Stetten
ero Storjohann
ndreas Storm
ax Straubinger

homas Strobl (Heilbronn)

ena Strothmann

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r. Hans-Peter Uhl
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olkmar Uwe Vogel
ndrea Astrid Voßhoff
erhard Wächter
arco Wanderwitz
ai Wegner
arcus Weinberg

eter Weiß (Emmendingen)

erald Weiß (Groß-Gerau)


ngo Wellenreuther
arl-Georg Wellmann
nnette Widmann-Mauz
laus-Peter Willsch
illy Wimmer (Neuss)


lisabeth Winkelmeier-
Becker
olfgang Zöller
illi Zylajew

PD

iels Annen
ngrid Arndt-Brauer
ainer Arnold
rnst Bahr (Neuruppin)

oris Barnett
r. Hans-Peter Bartels
laus Barthel
ören Bartol
laus Uwe Benneter
r. Axel Berg
te Berg
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othar Binding (Heidelberg)

olker Blumentritt
lemens Bollen
erd Bollmann
r. Gerhard Botz
laus Brandner
illi Brase
ernhard Brinkmann

(Hildesheim)


delgard Bulmahn
arco Bülow
lla Burchardt
artin Burkert
r. Michael Bürsch
hristian Carstensen
arion Caspers-Merk
r. Peter Danckert
r. Herta Däubler-Gmelin
arl Diller
artin Dörmann
r. Carl-Christian Dressel
arrelt Duin
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ebastian Edathy
iegmund Ehrmann
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ernot Erler
etra Ernstberger
arin Evers-Meyer
nnette Faße
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(C (D ainer Fornahl abriele Frechen agmar Freitag eter Friedrich artin Gerster is Gleicke ünter Gloser ieter Grasedieck onika Griefahn erstin Griese abriele Groneberg chim Großmann olfgang Grotthaus olfgang Gunkel ans-Joachim Hacker ettina Hagedorn laus Hagemann lfred Hartenbach ichael Hartmann ina Hauer ubertus Heil olf Hempelmann r. Barbara Hendricks ustav Herzog etra Heß abriele Hiller-Ohm tephan Hilsberg etra Hinz erd Höfer is Hoffmann rank Hofmann ike Hovermann laas Hübner othar Ibrügger ohannes Jung osip Juratovic ohannes Kahrs lrich Kasparick r. h. c. Susanne Kastner lrich Kelber hristian Kleiminger strid Klug alter Kolbow ritz Rudolf Körper arin Kortmann olf Kramer nette Kramme rnst Kranz icolette Kressl olker Kröning r. Hans-Ulrich Krüger ngelika Krüger-Leißner elga Kühn-Mengel te Kumpf r. Uwe Küster hristine Lambrecht hristian Lange altraud Lehn irk Manzewski atja Mast arkus Meckel etra Merkel r. Matthias Miersch rsula Mogg arko Mühlstein etlef Müller ichael Müller Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt Gesine Multhaupt Franz Müntefering Dr. Rolf Mützenich Thomas Oppermann Holger Ortel Johannes Pflug Joachim Poß Christoph Pries Dr. Wilhelm Priesmeier Steffen Reiche Maik Reichel Gerold Reichenbach Dr. Carola Reimann Walter Riester René Röspel Dr. Ernst Dieter Rossmann Michael Roth Ortwin Runde Anton Schaaf Axel Schäfer Bernd Scheelen Dr. Hermann Scheer Marianne Schieder Otto Schily Dr. Frank Schmidt Ulla Schmidt Renate Schmidt Heinz Schmitt Carsten Schneider Olaf Scholz Ottmar Schreiner Reinhard Schultz Frank Schwabe Dr. Angelica Schwall-Düren Dr. Martin Schwanholz Rolf Schwanitz Rita Schwarzelühr-Sutter Dr. Margrit Spielmann Jörg-Otto Spiller Dr. Ditmar Staffelt Dieter Steinecke Andreas Steppuhn Ludwig Stiegler Rolf Stöckel Dr. Peter Struck Joachim Stünker Dr. Rainer Tabillion Jörg Tauss Jella Teuchner Dr. h. c. Wolfgang Thierse Jörn Thießen Franz Thönnes Rüdiger Veit Simone Violka Jörg Vogelsänger Dr. Marlies Volkmer Hedi Wegener Andreas Weigel Petra Weis Gunter Weißgerber Gert Weisskirchen Dr. Rainer Wend Lydia Westrich Dr. Margrit Wetzel Andrea Wicklein Dr. Dieter Wiefelspütz Engelbert Wistuba W H U M N S D G E R A R C D J H L C H D M C S M S S E F J C D U A M J U O P H D D H M J D H E B D M D H G J H H In S M H altraud Wolff eidi Wright ta Zapf anfred Zöllmer ein PD r. Lale Akgün regor Amann lvira Drobinski-Weiß enate Gradistanac ngelika Graf einhold Hemker hristel Humme r. Bärbel Kofler ürgen Kucharczyk elga Lopez othar Mark aren Marks ilde Mattheis r. Sascha Raabe echthild Rawert hristel RiemannHanewinckel önke Rix arlene Rupprecht ilvia Schmidt wen Schulz wald Schurer DP ens Ackermann hristian Ahrendt aniel Bahr we Barth ngelika Brunkhorst echthild Dyckmans örg van Essen lrike Flach tto Fricke aul K. Friedhoff orst Friedrich r. Edmund Peter Geisen r. Wolfgang Gerhardt ans-Michael Goldmann iriam Gruß oachim Günther r. Christel Happach-Kasan einz-Peter Haustein lke Hoff irgit Homburger r. Werner Hoyer ichael Kauch r. Heinrich L. Kolb ellmut Königshaus udrun Kopp ürgen Koppelin einz Lanfermann arald Leibrecht a Lenke abine LeutheusserSchnarrenberger arkus Löning orst Meierhofer P J B D H D C G J F D M D D C D D D H M D H D K D H E D R S D W D K W D D H L H C I D U D K M J K O M U D U D K D B E P V D D D F atrick Meinhardt an Mücke urkhardt Müller-Sönksen irk Niebel ans-Joachim Otto etlef Parr ornelia Pieper isela Piltz örg Rohde rank Schäffler r. Konrad Schily arina Schuster r. Max Stadler r. Rainer Stinner hristoph Waitz r. Guido Westerwelle r. Claudia Winterstein r. Volker Wissing artfrid Wolff artin Zeil IE LINKE üseyin-Kenan Aydin r. Dietmar Bartsch arin Binder r. Lothar Bisky eidrun Bluhm va Bulling-Schröter r. Martina Bunge oland Claus evim Dağdelen r. Diether Dehm erner Dreibus r. Dagmar Enkelmann laus Ernst olfgang Gehrcke iana Golze r. Gregor Gysi eike Hänsel utz Heilmann ans-Kurt Hill ornelia Hirsch nge Höger r. Barbara Höll lla Jelpke r. Lukrezia Jochimsen atja Kipping onika Knoche an Korte atrin Kunert skar Lafontaine ichael Leutert lla Lötzer r. Gesine Lötzsch lrich Maurer orothée Menzner ersten Naumann r. Norman Paech odo Ramelow lke Reinke aul Schäfer olker Schneider r. Herbert Schui r. Ilja Seifert r. Petra Sitte rank Spieth D D A J S B D K M V C B G A E D D H K K A B W P P U D B T U S R M U M A N J K W O B C K E C Ir D R S H J W J fr G E S D G H W C (C (D r. Kirsten Tackmann r. Axel Troost lexander Ulrich örn Wunderlich abine Zimmermann ÜNDNIS 90/ IE GRÜNEN erstin Andreae arieluise Beck olker Beck ornelia Behm irgitt Bender rietje Bettin lexander Bonde kin Deligöz r. Thea Dückert r. Uschi Eid ans-Josef Fell ai Gehring atrin Göring-Eckardt nja Hajduk ritta Haßelmann infried Hermann eter Hettlich riska Hinz lrike Höfken r. Anton Hofreiter ärbel Höhn hilo Hoppe te Koczy ylvia Kotting-Uhl enate Künast arkus Kurth ndine Kurth onika Lazar nna Lührmann icole Maisch erzy Montag erstin Müller infried Nachtwei mid Nouripour rigitte Pothmer laudia Roth rista Sager lisabeth Scharfenberg hristine Scheel mingard Schewe-Gerigk r. Gerhard Schick ainder Steenblock ilke Stokar von Neuforn ans-Christian Ströbele ürgen Trittin olfgang Wieland osef Philip Winkler aktionslos ert Winkelmeier nthalten PD irk Becker abriele Lösekrug-Möller einz Paula olfgang Spanier hristoph Strässer Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt Ich rufe jetzt die Tagesordnungspunkte 17 a bis 17 k sowie die Zusatzpunkte 4 a und 4 b auf: 17 a)


(Wackernheim)





(A) )


(B) )


(Everswinkel)


(Wiesloch)


(Wolmirstedt)


(Tuchenbach)


(Frankfurt)


(Saarbrücken)





(A) )


(B) )

gebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Umset-
zung des VN-Übereinkommens vom 13. April
2005 zur Bekämpfung nuklearterroristischer
Handlungen

– Drucksache 16/5334 –
Überweisungsvorschlag:
Rechtsausschuss (f)

Auswärtiger Ausschuss
Innenausschuss
Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

b) Erste Beratung des von der Bundesregierung ein-
gebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem
Internationalen Übereinkommen der Verein-
ten Nationen vom 13. April 2005 zur Bekämp-
fung nuklearterroristischer Handlungen

– Drucksache 16/5336 –
Überweisungsvorschlag:
Rechtsausschuss (f)

Auswärtiger Ausschuss
Innenausschuss
Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

c) Erste Beratung des von der Bundesregierung ein-
gebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem
Europäischen Übereinkommen vom 26. Mai
2000 über die internationale Beförderung von
gefährlichen Gütern auf Binnenwasserstra-
ßen (ADN)


– Drucksache 16/5389 –
Überweisungsvorschlag:
Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (f)

Innenausschuss
Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

d) Erste Beratung des von der Bundesregierung ein-
gebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Vor-
bereitung eines registergestützten Zensus
einschließlich einer Gebäude- und Wohnungs-

(Zensusvorbereitungsgesetz 2011 – ZensVorbG 2011)


– Drucksache 16/5525 –
Überweisungsvorschlag:
Innenausschuss (f)

Rechtsausschuss
Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Haushaltsausschuss gemäß § 96 GO

e) Erste Beratung des von der Bundesregierung ein-
gebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Ände-
rung der Rechtsgrundlagen zum Emissions-
handel im Hinblick auf die Zuteilungsperiode
2008 bis 2012

– Drucksache 16/5617 –
Überweisungsvorschlag:
Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (f)

Finanzausschuss
Ausschuss für Wirtschaft und Technologie
Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz
Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

(C (D Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union Haushaltsausschuss f)

gebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Aufhe-
bung des Freihafens Bremen
– Drucksache 16/5580 –
Überweisungsvorschlag:
Finanzausschuss (f)

Ausschuss für Wirtschaft und Technologie
Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

g) Erste Beratung des von der Bundesregierung ein-
gebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Pro-
tokoll vom 22. April 2005 zur Änderung des
Übereinkommens vom 11. Oktober 1973 zur
Errichtung des Europäischen Zentrums für
mittelfristige Wettervorhersage
– Drucksache 16/5577 –
Überweisungsvorschlag:
Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

h) Beratung des Antrags der Abgeordneten Monika
Knoche, Heike Hänsel, Michael Leutert, weiterer
Abgeordneter und der Fraktion der LINKEN
Das Menschenrecht auf Schutz vor Binnenver-
treibung stärken – Fluchtgründe vermeiden
– Drucksache 16/3913 –
Überweisungsvorschlag:
Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe (f)

Auswärtiger Ausschuss
Innenausschuss
Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Ausschuss für Gesundheit
Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung

i) Beratung des Antrags der Abgeordneten Paul
Schäfer (Köln), Inge Höger, Monika Knoche,
weiterer Abgeordneter und der Fraktion der LIN-
KEN

Keine deutsche Beteiligung an der Europäi-
schen Verteidigungsagentur

– Drucksache 16/4489 –
Überweisungsvorschlag:
Verteidigungsausschuss (f)

Auswärtiger Ausschuss
Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union
Haushaltsausschuss

j) Beratung des Antrags der Abgeordneten Elke
Reinke, Dr. Lothar Bisky, Klaus Ernst, weiterer
Abgeordneter und der Fraktion der LINKEN

Neuregelung der GEZ-Befreiungstatbestände –
Neuverhandlung des Rundfunkgebühren-
staatsvertrages

– Drucksache 16/5140 –
Überweisungsvorschlag:
Ausschuss für Kultur und Medien (f)

Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz
Ausschuss für Arbeit und Soziales
Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend






(A) )



(B) )


Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt
k) Beratung des Antrags der Abgeordneten Grietje
Bettin, Volker Beck (Köln), Ekin Deligöz, weite-
rer Abgeordneter und der Fraktion des BÜND-
NISSES 90/DIE GRÜNEN

Besondere Rolle des öffentlich-rechtlichen
Rundfunks nach EU-Kompromiss sicherstel-
len

– Drucksache 16/5424 –
Überweisungsvorschlag:
Ausschuss für Kultur und Medien

ZP 4 a)Beratung des Antrags der Abgeordneten Laurenz
Meyer (Hamm), Dr. Martina Krogmann, Hans-
Joachim Fuchtel, weiterer Abgeordneter und der
Fraktion der CDU/CSU sowie der Abgeordneten
Dr. Uwe Küster, Dr. Rainer Wend, Dr. h. c.
Susanne Kastner, weiterer Abgeordneter und der
Fraktion der SPD

Den Wettbewerb stärken, den Einsatz offener
Dokumentenstandards und offener Dokumen-
tenaustauschformate fördern

– Drucksache 16/5602 –
Überweisungsvorschlag:
Ausschuss für Wirtschaft und Technologie (f)

Innenausschuss
Rechtsausschuss
Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz
Ausschuss für Arbeit und Soziales
Ausschuss für Bildung, Forschung und
Technikfolgenabschätzung
Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union
Ausschuss für Kultur und Medien
Haushaltsausschuss

b) Beratung des Antrags der Abgeordneten
Dr. Rainer Stinner, Birgit Homburger, Elke Hoff,
weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP

Planungen für Bundeswehr-Ehrenmal am
Bendlerblock aussetzen – Würdigung der
Toten in unmittelbarer Reichstagsnähe

– Drucksache 16/5593 –
Überweisungsvorschlag:
Verteidigungsausschuss (f)

Innenausschuss
Auswärtiger Ausschuss
Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung
Ausschuss für Kultur und Medien
Haushaltsausschuss

Es handelt sich dabei um Überweisungen im verein-
fachten Verfahren ohne Debatte.

Interfraktionell wird vorgeschlagen, die Vorlagen an
die in der Tagesordnung aufgeführten Ausschüsse zu
überweisen, wobei die Vorlage auf Drucksache 16/5140
– das ist Tagesordnungspunkt 17 j – federführend im
Ausschuss für Kultur und Medien behandelt werden soll. –
Damit sind Sie einverstanden. Dann sind die Überwei-
sungen so beschlossen.

Ich rufe jetzt die Tagesordnungspunkte 18 a bis 18 m
auf. Es handelt sich um die Beschlussfassung zu Vorla-
gen, zu denen keine Aussprache vorgesehen ist.

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1)

(C (D Tagesordnungspunkt 18 a: – Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Auswärtigen Ausschusses (3. Ausschuss)


Fortsetzung des Einsatzes bewaffneter deut-
scher Streitkräfte zur Unterstützung der
Überwachungsmission AMIS der Afrikani-
schen Union (AU) in der Region Darfur/Sudan
auf Grundlage der Resolutionen 1556 (2004)

und 1564 (2004) des Sicherheitsrates der
Vereinten Nationen vom 30. Juli 2004 und
18. September 2004
– Drucksachen 16/5436, 16/5655 –

Berichterstattung:
Abgeordnete Eckart von Klaeden
Dr. Herta Däubler-Gmelin
Marina Schuster
Monika Knoche
Kerstin Müller (Köln)


– Bericht des Haushaltsausschusses (8. Ausschuss)

gemäß § 96 der Geschäftsordnung

– Drucksache 16/5656 –

Berichterstattung:
Abgeordnete Herbert Frankenhauser
Lothar Mark
Jürgen Koppelin
Michael Leutert
Alexander Bonde

Ich mache darauf aufmerksam, dass es hierzu einen
ntschließungsantrag der Fraktion Die Linke gibt, über
en wir nach der namentlichen Abstimmung abstimmen
erden.

Der Auswärtige Ausschuss empfiehlt in seiner Be-
chlussempfehlung auf Drucksache 16/5655, den Antrag
er Bundesregierung auf Drucksache 16/5436 anzuneh-
en.

Die Fraktionen der CDU/CSU und SPD haben hierzu
amentliche Abstimmung verlangt. Ich bitte die Schrift-
ührerinnen und Schriftführer, die vorgesehenen Plätze
inzunehmen. – Sind alle Urnen besetzt? – Das ist der
all. Dann eröffne ich hiermit die Abstimmung.

Ist noch ein Mitglied des Hauses anwesend, das seine
timme nicht abgeben konnte? – Das ist nicht der Fall.
ann schließe ich die Abstimmung und bitte die Schrift-

ührerinnen und Schriftführer, mit der Auszählung zu
eginnen. Das Ergebnis der Abstimmung wird Ihnen
päter bekannt gegeben.1)

Wir setzen die Abstimmungen fort. Wir kommen zur
bstimmung über den Entschließungsantrag der Frak-

ion Die Linke auf Drucksache 16/5618 zu dem Antrag
er Bundesregierung zur Fortsetzung des Bundeswehr-
insatzes im Sudan. Wer stimmt für diesen Entschlie-
ungsantrag? – Die Gegenprobe! – Die Enthaltungen! –
amit ist dieser Antrag abgelehnt bei Zustimmung der
raktion Die Linke und Gegenstimmen aus dem Rest des
auses.

Ergebnis Seite 10617 D






(A) )



(B) )


Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt
Ich rufe auf Tagesordnungspunkt 18 b:

Zweite Beratung und Schlussabstimmung des
von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs
eines Gesetzes zu dem Fakultativprotokoll
vom 8. Dezember 2005 zum Übereinkommen
über die Sicherheit von Personal der Vereinten
Nationen und beigeordnetem Personal

– Drucksache 16/4381 –

Beschlussempfehlung und Bericht des Auswärti-
gen Ausschusses (3. Ausschuss)


– Drucksache 16/5313 –

Berichterstattung:
Abgeordnete Karl-Georg Wellmann
Detlef Dzembritzki
Dr. Werner Hoyer
Dr. Norman Paech
Kerstin Müller (Köln)


Der Auswärtige Ausschuss empfiehlt in seiner Be-
schlussempfehlung auf Drucksache 16/5313, dem Gesetz-
entwurf der Bundesregierung auf Drucksache 16/4381 zu-
zustimmen. Ich bitte diejenigen, die dem Gesetzentwurf
zustimmen wollen, sich zu erheben. – Wer stimmt dage-
gen? – Enthaltungen? – Das ist nicht der Fall. Dann ist
dieser Gesetzentwurf einstimmig angenommen.

Tagesordnungspunkt 18 c:

Zweite Beratung und Schlussabstimmung des
von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs
eines Gesetzes zu dem Abkommen vom
15. Dezember 2003 über Politischen Dialog
und Zusammenarbeit zwischen der Europäi-
schen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten
einerseits und der Republik Costa Rica, der
Republik El Salvador, der Republik Guate-
mala, der Republik Honduras, der Republik
Nicaragua und der Republik Panama anderer-
seits

– Drucksache 16/4716 –

Beschlussempfehlung und Bericht des Auswärti-
gen Ausschusses (3. Ausschuss)


– Drucksache 16/5438 –

Berichterstattung:
Abgeordnete Dr. Karl-Theodor Freiherr zu
Guttenberg
Lothar Mark
Marina Schuster
Wolfgang Gehrcke
Kerstin Müller (Köln)


Der Auswärtige Ausschuss empfiehlt in seiner Be-
schlussempfehlung auf Drucksache 16/5438, den Gesetz-
entwurf der Bundesregierung auf Drucksache 16/4716 an-
zunehmen. Ich bitte diejenigen, die dem Gesetzentwurf
zustimmen wollen, sich zu erheben. – Die Gegenstim-
men! – Die Enthaltungen! – Der Gesetzentwurf ist ohne
Gegenstimmen angenommen bei Zustimmung durch
CDU/CSU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Ent-
haltung der Linken.

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(C (D Tagesordnungspunkt 18 d: Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Stärkung der Berufsaufsicht und zur Reform berufsrechtlicher Regelungen in der Wirtschaftsprüferordnung (Berufsaufsichtsreformgesetz – BARefG)


– Drucksache 16/2858 –

Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschus-

(9. Ausschuss)


– Drucksache 16/5544 –

Berichterstattung:
Abgeordneter Christian Lange (Backnang)


Der Ausschuss für Wirtschaft und Technologie emp-
iehlt in seiner Beschlussempfehlung auf Druck-
ache 16/5544, den Gesetzentwurf der Bundesregierung
uf Drucksache 16/2858 in der Ausschussfassung anzu-
ehmen. Ich bitte diejenigen, die dem Gesetzentwurf in
er Ausschussfassung zustimmen wollen, um das Hand-
eichen. – Die Gegenstimmen! – Die Enthaltungen! –
amit ist der Gesetzentwurf in zweiter Beratung ange-
ommen bei Zustimmung der Koalitionsfraktionen und
er FDP und Gegenstimmen von Bündnis 90/Die Grü-
en und der Linken.

Dritte Beratung

nd Schlussabstimmung. Ich bitte diejenigen, die dem
esetzentwurf zustimmen wollen, aufzustehen. – Die
egenstimmen! – Die Enthaltungen! – Damit ist der Ge-

etzentwurf in dritter Beratung mit dem gleichen Stimm-
rgebnis wie zuvor angenommen.

Tagesordnungspunkt 18 e:

– Zweite und dritte Beratung des von der Bundesre-
gierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes
zu dem Abkommen vom 25. Juni 2005 zur Än-
derung des Partnerschaftsabkommens vom
23. Juni 2000 zwischen den Mitgliedern der
Gruppe der Staaten in Afrika, im Karibischen
Raum und im Pazifischen Ozean einerseits
und der Europäischen Gemeinschaft und ih-

(AKP-EGPartnerschaftsabkommen)


– Drucksache 16/4970 –

Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschus-
ses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Ent-
wicklung (19. Ausschuss)


– Drucksache 16/5648 –

Berichterstattung:
Abgeordnete Anette Hübinger
Dr. Sascha Raabe
Hellmut Königshaus
Heike Hänsel
Ute Koczy






(A) )



(B) )


Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt
– Bericht des Haushaltsausschusses (8. Ausschuss)

gemäß § 96 der Geschäftsordnung

– Drucksache 16/5649 –

Berichterstattung:
Abgeordnete Jochen Borchert
Iris Hoffmann (Wismar)

Jürgen Koppelin
Michael Leutert
Alexander Bonde

Der Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung empfiehlt in seiner Beschlussempfeh-
lung auf Drucksache 16/5648, den Gesetzentwurf der
Bundesregierung auf Drucksache 16/4970 anzunehmen.
Ich bitte diejenigen, die dem Gesetzentwurf zustimmen
wollen, um ihr Handzeichen. – Wer stimmt dagegen? –
Enthaltungen? – Der Gesetzentwurf ist in zweiter Bera-
tung ohne Gegenstimmen angenommen bei Zustimmung
der Koalitionsfraktionen und des Bündnisses 90/Die
Grünen sowie bei Enthaltung der FDP und der Linken.

Dritte Beratung

und Schlussabstimmung. Ich bitte diejenigen, die dem
Gesetzentwurf zustimmen wollen, sich zu erheben. – Die
Gegenstimmen? – Die Enthaltungen? – Der Gesetzent-
wurf ist in dritter Beratung mit dem gleichen Stimm-
ergebnis wie vorher angenommen.

Tagesordnungspunkt 18 f:

Zweite Beratung und Schlussabstimmung des
von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs
eines Gesetzes zu dem Abkommen vom 1. Juni
2006 zwischen der Bundesrepublik Deutsch-
land und Georgien zur Vermeidung der Dop-
pelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern
vom Einkommen und vom Vermögen

– Drucksache 16/5386 –

Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzaus-
schusses (7. Ausschuss)


– Drucksache 16/5650 –

Berichterstattung:
Abgeordnete Manfred Kolbe
Lothar Binding (Heidelberg)


Der Finanzausschuss empfiehlt in seiner Beschluss-
empfehlung auf Drucksache 16/5650, den Gesetzent-
wurf der Bundesregierung auf Drucksache 16/5386 an-
zunehmen. Ich bitte diejenigen, die dem Gesetzentwurf
zustimmen wollen, sich zu erheben. – Die Gegenstim-
men? – Die Enthaltungen? – Damit ist der Gesetzent-
wurf mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, FDP und
Bündnis 90/Die Grünen bei Enthaltung der Linken ange-
nommen.

Tagesordnungspunkt 18 g:

Zweite Beratung und Schlussabstimmung des
von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs
eines Gesetzes zu dem Abkommen vom
12. Oktober 2006 zwischen der Bundesrepub-
lik Deutschland und der Französischen Repu-

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(C (D blik zur Vermeidung der Doppelbesteuerung der Nachlässe, Erbschaften und Schenkungen – Drucksache 16/5388 – Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses – Drucksache 16/5652 – Berichterstattung: Abgeordnete Manfred Kolbe Lothar Binding Dr. Gerhard Schick Der Finanzausschuss empfiehlt in seiner Beschlussmpfehlung auf Drucksache 16/5652, den Gesetzenturf der Bundesregierung auf Drucksache 16/5388 an unehmen. Ich bitte diejenigen, die dem Gesetzentwurf ustimmen wollen, sich zu erheben. – Wer stimmt dageen? – Die Enthaltungen? – Damit ist dieser Gesetzenturf bei Zustimmung von CDU/CSU, SPD, FDP und er Linken ohne Gegenstimmen und bei Enthaltung urch Bündnis 90/Die Grünen angenommen. Wir kommen zu den Beschlussempfehlungen des Peitionsausschusses. Tagesordnungspunkt 18 h: Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses Sammelübersicht 226 zu Petitionen – Drucksache 16/5430 – Wer stimmt dafür? – Dagegen? – Enthaltungen? – Die ammelübersicht ist einstimmig angenommen. Tagesordnungspunkt 18 i: Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses Sammelübersicht 227 zu Petitionen – Drucksache 16/5431 – Wer stimmt dafür? – Wer stimmt dagegen? – Enthalungen? – Die Sammelübersicht ist einstimmig angeommen. Tagesordnungspunkt 18 j: Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses Sammelübersicht 228 zu Petitionen – Drucksache 16/5432 – Wer stimmt dafür? – Dagegen? – Enthaltungen? – uch diese Sammelübersicht ist einstimmig angenomen. Tagesordnungspunkt 18 k: Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses Sammelübersicht 229 zu Petitionen – Drucksache 16/5433 – Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt Wer stimmt dafür? – Wer stimmt dagegen? – Enthaltungen? – Die Sammelübersicht ist bei Zustimmung des ganzen Hauses und Enthaltung durch die Linke angenommen. Tagesordnungspunkt 18 l: Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses Sammelübersicht 230 zu Petitionen – Drucksache 16/5434 – Wer stimmt dafür? – Wer stimmt dagegen? – Enthaltungen? – Die Sammelübersicht ist bei Zustimmung des ganzen Hauses und Enthaltung der Linken angenommen.1)





(A) )


(B) )


Tagesordnungspunkt 18 m:

Beratung der Beschlussempfehlung des Petitions-
ausschusses (2. Ausschuss)


Sammelübersicht 231 zu Petitionen

– Drucksache 16/5435 –

Wer stimmt dafür? – Wer stimmt dagegen? – Enthal-
tungen? – Die Sammelübersicht ist bei Zustimmung
durch Koalition und FDP ohne Gegenstimmen bei Ent-
haltung durch Bündnis 90/Die Grünen und die Linke an-
genommen.

Ich rufe den Tagesordnungspunkt 15 auf:

Beratung der Beschlussempfehlung und des Be-
richts des Ausschusses für Arbeit und Soziales

(11. Ausschuss)


– zu dem Antrag der Abgeordneten Werner
Dreibus, Hüseyin-Kenan Aydin, Dr. Dietmar
Bartsch, weiterer Abgeordneter und der Frak-
tion der LINKEN

Deutschland braucht Mindestlöhne

– zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Heinrich
L. Kolb, Dirk Niebel, Birgit Homburger, weite-
rer Abgeordneter und der Fraktion der FDP

Vorschläge des Sachverständigenrates auf-
greifen – Tarifrecht flexibilisieren, auf Min-
destlöhne verzichten, Bürgergeld einführen

– zu dem Antrag der Abgeordneten Brigitte
Pothmer, Kerstin Andreae, Dr. Thea Dückert,
weiterer Abgeordneter und der Fraktion des
BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Schnell handeln für eine umfassende Min-
destlohnregelung

– Drucksachen 16/4845, 16/4864, 16/5102,
16/5585 –

Berichterstattung:
Abgeordneter Dr. Ralf Brauksiepe

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1) Anlage 3

(C (D Ich weise darauf hin, dass wir über die Beschlussempehlung zu dem Antrag der Fraktion Die Linke später naentlich abstimmen werden. Zwischen den Fraktionen ist verabredet, eine halbe tunde zu debattieren. – Dazu höre ich keinen Widerpruch. Dann ist so beschlossen. Ich gebe das Wort dem Kollegen Klaus Brandner für ie SPD-Fraktion. (Beifall bei der SPD sowie des Abg. Dr. Ralf Brauksiepe [CDU/CSU])



(Vorsitz: Vizepräsidentin Dr. h. c. Susanne Kastner)



Klaus Brandner (SPD):
Rede ID: ID1610307400

Verehrte Frau Präsidentin! Meine lieben Kolleginnen

nd Kollegen! Die Linksfraktion stellt heute einen An-
rag zur Abstimmung, der mit dem Aufruf der SPD iden-
isch ist.


(Beifall bei der LINKEN)


m es klar zu sagen: In der Schule würde es wegen des
undertprozentigen Abschreibens eine glatte Sechs dafür
eben.


(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU – Dr. Gesine Lötzsch [DIE LINKE]: Wir sind hier aber nicht in der Schule!)


bschreiben ist weder originell noch kreativ. Wer ab-
chreibt, hat kein eigenes Profil. Wer abschreibt, bleibt
itzen. So bin ich das aus meiner Schulzeit gewohnt.


(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU – Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Wie oft kam das denn vor, Herr Brandner? – Dr. Gesine Lötzsch [DIE LINKE]: Brandner, das ewige Schulkind!)


Worum geht es Ihnen? Wir haben der Presse entneh-
en können: Sie wollen eine Politshow veranstalten. Es

eht Ihnen nicht um Inhalte. Wenn es Ihnen um Inhalte
ehen würde, dann würden Sie nicht zum gleichen Sach-
erhalt zwei unterschiedliche Anträge in das Parlament
inbringen. Ihnen geht es darum, die SPD vorzuführen,
ber es geht Ihnen nicht um Lösungen.


(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)


ie benutzen die Sorgen der Menschen, um zu skandali-
ieren, und nicht dafür, um Lösungen zu produzieren.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Ich sage Ihnen: Die Steckbriefe werden schon wieder
edruckt. Die Bilder von den Verfechtern einer Mindest-
ohnlösung werden von Ihnen an die Gewerkschaften ge-
ailt. Die Druckmaschinen sind angeworfen. Ich weiß

icht, wie viele Bäume in diesem Land sterben müssen,
amit Ihre Propagandamaschinen anlaufen können.


(Heiterkeit und Beifall bei der SPD und der CDU/CSU – Lachen bei der LINKEN)







(A) )



(B) )


Klaus Brandner
Wir sind das aber zwischenzeitlich von Ihnen gewohnt.
Ich bekomme in meiner Funktion als erster Bevollmäch-
tigter der IG Metall regelmäßig Post von Ihnen. Ich weiß
also, worüber ich spreche.

Verantwortungsvoll ist Ihr Handeln nicht. Denn die
Menschen haben uns gewählt, damit wir ihre Interessen
ernsthaft wahrnehmen.


(Beifall bei der LINKEN – Dr. Gregor Gysi [DIE LINKE]: Eben!)


Für Sandkastenspiele und Mätzchen ist da kein Raum.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD und der CDU/CSU)


Um es an dieser Stelle klar zu sagen: Wir lehnen Ihren
Antrag ab.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD und der CDU/CSU – Zurufe von der LINKEN: Oh! – Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Ihren eigenen Antrag!)


Wir lehnen aber auch ebenso klar den Antrag der FDP
ab.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Das ist ein Fehler!)


Die FDP beklagt, im Deutschen Bundestag würden
Menschen im Wachdienst zu Hungerlöhnen arbeiten.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Nur die Sekretärinnen bei der SPD-Fraktion, Herr Brandner!)


Sie sollten diesen Widerspruch selbst einmal auflösen,
sehr geehrter Herr Kolb. Wir wollen nämlich Mindest-
löhne. Damit hätte es ein Ende mit den Hungerlöhnen
im Wachdienst. Wir wollen ein Vergaberecht, bei dem
Tariftreue und Tarifverträge eine faire Grundlage für den
Wettbewerb bilden.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Wir wollen Wettbewerb zu fairen Bedingungen und kei-
nen Wettbewerb auf dem Rücken der Arbeitnehmer.

Der Parteitag der FDP lässt grüßen. Die FDP will sich
ein Sozialprofil geben und will es schärfen.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Das ist etwas anders als Ihres!)


Der vorliegende Antrag von der FDP verschafft uns si-
cherlich einen Eindruck davon, wie die FDP das tun will.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)


Unsere Position zum Mindestlohn ist klar: Wer in ei-
nem Vollzeitjob arbeitet, muss von seiner Arbeit auch
menschenwürdig leben können.


(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Beifall bei der LINKEN)


Die Friseurin in Sachsen zum Beispiel, die bei einer 37-
Stunden-Woche und 3,06 Euro Stundenlohn auf
492 Euro brutto monatlich kommt,

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(C (D ebt unter Bedingungen, die nicht fair sind. Das muss erändert werden. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU – Beifall bei der LINKEN)


(Zuruf von der LINKEN: Tun Sie was!)


Wir wollen, dass das Wegbrechen der Löhne nach un-
en beendet wird. Wir sollten uns dazu einmal die Situa-
ion in der deutschen Landwirtschaft anschauen. Immer
ehr ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitneh-
er nutzen Deutschland als Durchgangsland. Denn die
indestlöhne und die Lohnbedingungen in unseren
estlichen Nachbarländern sind günstiger als in
eutschland.


(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)


Wir sind in einer negativen Lohndrift. Das darf so
icht weitergehen. Deshalb müssen wir dem Lohnsen-
ungswettbewerb eine nachhaltige Unternehmensstrate-
ie entgegensetzen. Unsere Strategie ist es, uns für qua-
ifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
inzusetzen, die hochwertige Güter und Dienstleistun-
en produzieren. Sie haben Anspruch auf eine gute Be-
ahlung. Wir stehen für die Grundidee „Besser statt billi-
er“. Das ist die Aussage, für die die SPD in der
olitischen Auseinandersetzung eintritt.


(Beifall bei der SPD)


Wir sind für Wettbewerb. Wir wollen aber einen Wett-
ewerb zu fairen Bedingungen und keine Dum-
inglöhne.


(Zuruf von der LINKEN: Dann tun Sie was!)


Die „Geiz ist geil“-Strategie ist falsch. Das will ich
eutlich sagen. Ich denke dabei konkret an drei Bei-
piele. Ich kann nicht verstehen, dass beispielsweise

ilch zu einem Einstandspreis von unter 40 Cent pro Li-
er angeboten wird. Mineralwasser ist teurer. Hier ist et-
as nicht in Ordnung in diesem Land.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD, der CDU/ CSU und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Sie haben doch die Mehrheit! Ändern Sie es doch!)


Ich sage ganz deutlich: Wenn die Postdienstleistungen
wir wollen doch alle eine verlässliche Versorgung in
er Fläche – nur von Zustellern erbracht werden, die
Euro pro Stunde verdienen und die mit dem Hinweis

bgespeist werden, sie könnten sich den Rest vom Ar-
eitsamt holen, dann ist etwas nicht in Ordnung.


(Beifall bei der SPD und der LINKEN)


s ist auch nicht in Ordnung, dass die Sicherheitskräfte
m Deutschen Bundestag, die wir alle jeden Morgen,
enn wir das Parlamentsgebäude betreten, als positiv
nd gut ansehen,


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Dann bezahlt eure Sekretärinnen doch erst mal besser! Das ist doch heuchlerisch! Was kriegen denn die Sekretärinnen bei der SPD?)


it billigen Löhnen abgespeist werden.






(A) (C)



(B) )


Klaus Brandner


(Beifall bei Abgeordneten der SPD und der LINKEN)


nachhaltig ist und dass wir uns darauf nachhaltig verlas-
sen können.
Deshalb, Herr Kolb, brauchen wir – um es klar zu sa-
gen – Mindestlöhne. Für uns gilt: Dienstleistungen und
Güter haben ihren Wert. Arbeit hat ihren Wert. Es geht
auch um die Würde. Deshalb brauchen wir einen Min-
destlohn.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD und der LINKEN)


Klar ist: Die Grundsicherung ersetzt keine Mindest-
löhne. Es gibt in Deutschland über 500 000 Vollzeit-
arbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer, die Hartz-IV-Auf-
stocker sind. Das ist ein Zustand, der nicht in Ordnung
ist. Wir nehmen nicht hin, dass die Unternehmen weiter
ihre Löhne zurückschrauben, in der Gewissheit, dass der
Staat als Ausfallbürge eintritt. Dem müssen alle Parteien
im Deutschen Bundestag einen Riegel vorschieben.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD und der CDU/CSU – Beifall bei der LINKEN)


Staatliche Alimentierung ist kein Ersatz für Mindest-
standards. Wir verlangen von den Unternehmen anstän-
dige Löhne für anständige Arbeit.

Übrigens, Mindeststandards schützen nicht nur Ar-
beitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Lohndumping.
Sie schützen auch Unternehmen, und zwar insbesondere
kleine und mittlere Unternehmen, vor einem Vernich-
tungswettbewerb durch Konkurrenten, die mit Dum-
pinglöhnen arbeiten.


(Beifall bei der SPD und der LINKEN)


Zum Argument, Mindestlöhne vernichteten Jobs. Es
ist längst belegt: Das Gegenteil ist der Fall.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Das ist Quatsch!)


Deutschland ist nicht wegen der niedrigen Löhne, son-
dern wegen hochmotivierter und hochqualifizierter Ar-
beitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein Hochtechnolo-
giestandort. Wenn in 20 EU-Staaten ein Mindestlohn die
Regel ist und in fünf weiteren Staaten die Tarifbindung
eine so gute Basis darstellt, dass man dort keine gesetzli-
chen Mindestlöhne braucht – und das in vielen Staaten
mit konservativer Regierung –, dann zeigt das, dass das
Argument „Mindestlöhne vernichten Arbeitsplätze“
grundsätzlich Quatsch ist.


(Beifall bei der SPD und der LINKEN – Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Für die Friseurin im Erzgebirge sieht das anders aus!)


Lassen Sie mich an diesem Punkt ganz offen ein Wort
an unseren Koalitionspartner richten. In den letzten Wo-
chen und Monaten hörten wir ein hohes Loblied auf die
Tarifautonomie.


(Zuruf von der LINKEN)


– Ich höre das gern. – Ein klares Bekenntnis zur Tarif-
autonomie gab es nicht immer. Ich baue darauf, dass es

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(D (Beifall bei Abgeordneten der SPD und der CDU/CSU)


ür die SPD – das will ich klar sagen – ist die Tarifauto-
omie ein sehr hohes, bedeutungsvolles Gut, das wir
icht nur in der Koalitionsvereinbarung geschützt haben,
ondern das wir als Sozialdemokraten durchgängig in
iesem Lande schützen und verteidigen werden.


(Beifall bei der SPD)


Wir stimmen heute nicht gegen den Inhalt des An-
rags der Linksfraktion, sondern gegen die politische
how.


(Beifall bei der SPD – Zurufe von der LINKEN: Oh!)


ine Berliner Tageszeitung hat richtig getitelt, als sie
ormulierte: „Mätzchen um den Mindestlohn“. Für

ätzchen sind wir uns in diesem Hohen Hause zu
chade.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


ir wollen eine schnelle und verbindliche Lösung für
ie Menschen in diesem Land. Wir wollen unser Ziel mit
nserem Koalitionspartner erreichen. Wir wollen unser
iel erreichen, ohne, wie manche glauben, Munition für
en Wahlkampf zu sichern.

Am Montag wird der Koalitionspartner dazu beitra-
en – davon bin ich überzeugt; dafür gibt es eine Reihe
on positiven Signalen –, dass wir in dieser Angelegen-
eit zu einem fairen Kompromiss kommen.


(Zurufe von der LINKEN)


as Entsendegesetz ist eine solche Basis. Wir brauchen
ine flächendeckende Lohnunterschranke, damit das,
as ich hier beschrieben habe, nämlich die Inanspruch-
ahme öffentlicher Kassen, um zu einem menschenwür-
igen Einkommen zu kommen, beseitigt wird.

Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit.


(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610307500

Ich komme zu Tagesordnungspunkt 18 a zurück und

ebe das von den Schriftführerinnen und Schriftführern
rmittelte Ergebnis der namentlichen Abstimmung
ber die Beschlussempfehlung des Auswärtigen Aus-
chusses zu dem Antrag der Bundesregierung zur Fort-
etzung des Einsatzes bewaffneter deutscher Streitkräfte
ur Unterstützung der Überwachungsmission AMIS in
er Region Darfur/Sudan bekannt. Es handelt sich um
ie Drucksachen 16/5436 und 16/5655. Abgegebene
timmen 564. Mit Ja haben gestimmt 506, mit Nein ha-
en gestimmt 40, Enthaltungen 18. Die Beschlussemp-
ehlung – und damit der Antrag der Bundesregierung –
st angenommen.






(A) )



(B) )


Vizepräsidentin Dr. h. c. Susanne Kastner
Endgültiges Ergebnis
Abgegebene Stimmen: 564;
davon

ja: 506
nein: 40
enthalten: 18

Ja

CDU/CSU

Ulrich Adam
Ilse Aigner
Peter Albach
Peter Altmaier
Dorothee Bär
Thomas Bareiß
Norbert Barthle
Günter Baumann
Ernst-Reinhard Beck


(Reutlingen)

Veronika Bellmann
Dr. Christoph Bergner
Otto Bernhardt
Clemens Binninger
Carl-Eduard von Bismarck
Renate Blank
Peter Bleser
Antje Blumenthal
Dr. Maria Böhmer
Wolfgang Börnsen


(Bönstrup)

Wolfgang Bosbach
Klaus Brähmig
Michael Brand
Helmut Brandt
Dr. Ralf Brauksiepe
Monika Brüning
Gitta Connemann
Leo Dautzenberg
Hubert Deittert
Alexander Dobrindt
Thomas Dörflinger
Marie-Luise Dött
Maria Eichhorn
Anke Eymer (Lübeck)

Ilse Falk
Dr. Hans Georg Faust
Ingrid Fischbach
Hartwig Fischer (Göttingen)

Dr. Maria Flachsbarth
Klaus-Peter Flosbach
Herbert Frankenhauser
Dr. Hans-Peter Friedrich


(Hof)

Erich G. Fritz
Jochen-Konrad Fromme
Dr. Michael Fuchs
Hans-Joachim Fuchtel
Dr. Peter Gauweiler
Dr. Jürgen Gehb
Norbert Geis
Eberhard Gienger
Michael Glos
Ralf Göbel
Dr. Reinhard Göhner
Josef Göppel
Peter Götz

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r. Wolfgang Götzer
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einhard Grindel
ermann Gröhe
ichael Grosse-Brömer
arkus Grübel
anfred Grund
onika Grütters
r. Karl-Theodor Freiherr zu
Guttenberg
lav Gutting
olger Haibach
erda Hasselfeldt
rsula Heinen
da Carmen Freia Heller
ichael Hennrich

ürgen Herrmann
ernd Heynemann
rnst Hinsken
eter Hintze
obert Hochbaum
laus Hofbauer
ranz-Josef Holzenkamp
oachim Hörster
nette Hübinger
ubert Hüppe
usanne Jaffke
r. Peter Jahr
r. Hans-Heinrich Jordan
ndreas Jung (Konstanz)

artholomäus Kalb
ans-Werner Kammer
teffen Kampeter
lois Karl
ernhard Kaster

(VillingenSchwenningen)


olker Kauder
ckart von Klaeden
ulia Klöckner
ens Koeppen
ristina Köhler (Wiesbaden)

anfred Kolbe
r. Rolf Koschorrek
artmut Koschyk
homas Kossendey
ichael Kretschmer
unther Krichbaum
r. Günter Krings
r. Martina Krogmann

ohann-Henrich
Krummacher
r. Hermann Kues
r. Karl A. Lamers

(Heidelberg)

ndreas G. Lämmel
r. Norbert Lammert
atharina Landgraf
r. Max Lehmer
aul Lehrieder
gbert Liebing
duard Lintner
r. Klaus W. Lippold
r. Michael Luther
tephan Mayer (Altötting)

olfgang Meckelburg
r. Michael Meister
r. Angela Merkel

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riedrich Merz
aurenz Meyer (Hamm)

r. h. c. Hans Michelbach
hilipp Mißfelder
r. Eva Möllring
arlene Mortler
r. Gerd Müller
ildegard Müller
arsten Müller

(Braunschweig)


tefan Müller (Erlangen)

ernward Müller (Gera)

ernd Neumann (Bremen)

ichaela Noll
r. Georg Nüßlein
ranz Obermeier
duard Oswald
enning Otte
ita Pawelski
r. Peter Paziorek
lrich Petzold
r. Joachim Pfeiffer
ibylle Pfeiffer
eatrix Philipp
onald Pofalla
uprecht Polenz
aniela Raab
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ans Raidel
r. Peter Ramsauer
eter Rauen
ckhardt Rehberg
atherina Reiche (Potsdam)

laus Riegert
r. Heinz Riesenhuber
ranz Romer
ohannes Röring
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r. Norbert Röttgen
r. Christian Ruck
lbert Rupprecht (Weiden)

eter Rzepka
nita Schäfer (Saalstadt)

ermann-Josef Scharf
r. Wolfgang Schäuble
artmut Schauerte
r. Annette Schavan
r. Andreas Scheuer
arl Schiewerling
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ernd Schmidbauer
hristian Schmidt (Fürth)

ndreas Schmidt (Mülheim)


ngo Schmitt (Berlin)

r. Andreas Schockenhoff
r. Ole Schröder
ernhard Schulte-Drüggelte
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ilhelm Josef Sebastian
orst Seehofer
urt Segner
ernd Siebert
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ohannes Singhammer
ens Spahn
hristian Freiherr von Stetten
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ndreas Storm

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(C (D ax Straubinger homas Strobl ena Strothmann ichael Stübgen ans Peter Thul ntje Tillmann r. Hans-Peter Uhl rnold Vaatz olkmar Uwe Vogel ndrea Astrid Voßhoff erhard Wächter arco Wanderwitz ai Wegner arcus Weinberg eter Weiß erald Weiß go Wellenreuther arl-Georg Wellmann nnette Widmann-Mauz laus-Peter Willsch lisabeth WinkelmeierBecker olfgang Zöller illi Zylajew PD iels Annen grid Arndt-Brauer ainer Arnold rnst Bahr oris Barnett r. Hans-Peter Bartels laus Barthel ören Bartol irk Becker laus Uwe Benneter r. Axel Berg te Berg etra Bierwirth othar Binding olker Blumentritt lemens Bollen erd Bollmann r. Gerhard Botz laus Brandner illi Brase ernhard Brinkmann delgard Bulmahn arco Bülow lla Burchardt artin Burkert r. Michael Bürsch hristian Carstensen arion Caspers-Merk r. Peter Danckert r. Herta Däubler-Gmelin arl Diller artin Dörmann r. Carl-Christian Dressel lvira Drobinski-Weiß arrelt Duin etlef Dzembritzki ebastian Edathy iegmund Ehrmann ans Eichel ernot Erler etra Ernstberger Vizepräsidentin Dr. h. c. Susanne Kastner Karin Evers-Meyer Annette Faße Elke Ferner Gabriele Fograscher Rainer Fornahl Gabriele Frechen Dagmar Freitag Peter Friedrich Martin Gerster Iris Gleicke Günter Gloser Renate Gradistanac Angelika Graf Dieter Grasedieck Monika Griefahn Kerstin Griese Gabriele Groneberg Achim Großmann Wolfgang Grotthaus Wolfgang Gunkel Hans-Joachim Hacker Bettina Hagedorn Klaus Hagemann Alfred Hartenbach Michael Hartmann Nina Hauer Hubertus Heil Reinhold Hemker Rolf Hempelmann Dr. Barbara Hendricks Gustav Herzog Petra Heß Gabriele Hiller-Ohm Gerd Höfer Iris Hoffmann Frank Hofmann Eike Hovermann Klaas Hübner Christel Humme Lothar Ibrügger Johannes Jung Johannes Kahrs Ulrich Kasparick Dr. h. c. Susanne Kastner Ulrich Kelber Christian Kleiminger Astrid Klug Dr. Bärbel Kofler Walter Kolbow Fritz Rudolf Körper Karin Kortmann Rolf Kramer Anette Kramme Ernst Kranz Nicolette Kressl Volker Kröning Dr. Hans-Ulrich Krüger Angelika Krüger-Leißner Jürgen Kucharczyk Helga Kühn-Mengel Ute Kumpf Dr. Uwe Küster Christine Lambrecht Christian Lange Waltraud Lehn Helga Lopez Gabriele Lösekrug-Möller D L C K H M P D U M D M G F D T H H J J C D D M S M D C W S R D M O M A A B M O D U S R H C O O R S E F D D R R W D J D D A L R C irk Manzewski othar Mark aren Marks atja Mast ilde Mattheis arkus Meckel etra Merkel r. Matthias Miersch rsula Mogg arko Mühlstein etlef Müller ichael Müller esine Multhaupt ranz Müntefering r. Rolf Mützenich homas Oppermann olger Ortel einz Paula ohannes Pflug oachim Poß hristoph Pries r. Wilhelm Priesmeier r. Sascha Raabe echthild Rawert teffen Reiche aik Reichel r. Carola Reimann hristel RiemannHanewinckel alter Riester önke Rix ené Röspel r. Ernst Dieter Rossmann ichael Roth rtwin Runde arlene Rupprecht nton Schaaf xel Schäfer ernd Scheelen arianne Schieder tto Schily r. Frank Schmidt lla Schmidt ilvia Schmidt enate Schmidt einz Schmitt arsten Schneider laf Scholz ttmar Schreiner einhard Schultz wen Schulz wald Schurer rank Schwabe r. Angelica Schwall-Düren r. Martin Schwanholz olf Schwanitz ita Schwarzelühr-Sutter olfgang Spanier r. Margrit Spielmann örg-Otto Spiller r. Ditmar Staffelt ieter Steinecke ndreas Steppuhn udwig Stiegler olf Stöckel hristoph Strässer D J D J J D J F R S J D H A P G G D L D A H D E W H U M F J C D A M J U O P H D D H M J D H E B D M H G J H H I S M H P J B D r. Peter Struck oachim Stünker r. Rainer Tabillion örg Tauss ella Teuchner r. h. c. Wolfgang Thierse örn Thießen ranz Thönnes üdiger Veit imone Violka örg Vogelsänger r. Marlies Volkmer edi Wegener ndreas Weigel etra Weis unter Weißgerber ert Weisskirchen r. Rainer Wend ydia Westrich r. Margrit Wetzel ndrea Wicklein eidemarie Wieczorek-Zeul r. Dieter Wiefelspütz ngelbert Wistuba altraud Wolff eidi Wright ta Zapf anfred Zöllmer DP ens Ackermann hristian Ahrendt aniel Bahr ngelika Brunkhorst echthild Dyckmans örg van Essen lrike Flach tto Fricke aul K. Friedhoff orst Friedrich r. Edmund Peter Geisen r. Wolfgang Gerhardt ans-Michael Goldmann iriam Gruß oachim Günther r. Christel Happach-Kasan einz-Peter Haustein lke Hoff irgit Homburger r. Werner Hoyer ichael Kauch ellmut Königshaus udrun Kopp ürgen Koppelin einz Lanfermann arald Leibrecht na Lenke abine LeutheusserSchnarrenberger arkus Löning orst Meierhofer atrick Meinhardt an Mücke urkhardt Müller-Sönksen irk Niebel H D C G J F D M D D C D D D H M B D K M V C B G A E D D H K K A B W P P U D B T U S R M U M A N J K W O B C K E C Ir D R S H J W J (C (D ans-Joachim Otto etlef Parr ornelia Pieper isela Piltz örg Rohde rank Schäffler r. Konrad Schily arina Schuster r. Max Stadler r. Rainer Stinner hristoph Waitz r. Guido Westerwelle r. Claudia Winterstein r. Volker Wissing artfrid Wolff artin Zeil ÜNDNIS 90/ IE GRÜNEN erstin Andreae arieluise Beck olker Beck ornelia Behm irgitt Bender rietje Bettin lexander Bonde kin Deligöz r. Thea Dückert r. Uschi Eid ans-Josef Fell ai Gehring atrin Göring-Eckardt nja Hajduk ritta Haßelmann infried Hermann eter Hettlich riska Hinz lrike Höfken r. Anton Hofreiter ärbel Höhn hilo Hoppe te Koczy ylvia Kotting-Uhl enate Künast arkus Kurth ndine Kurth onika Lazar nna Lührmann icole Maisch erzy Montag erstin Müller infried Nachtwei mid Nouripour rigitte Pothmer laudia Roth rista Sager lisabeth Scharfenberg hristine Scheel mingard Schewe-Gerigk r. Gerhard Schick ainder Steenblock ilke Stokar von Neuforn ans-Christian Ströbele ürgen Trittin olfgang Wieland osef Philip Winkler Vizepräsidentin Dr. h. c. Susanne Kastner der CDU/CSU)


(Hildesheim)





(A) )


(B) )


(Wackernheim)


(Tuchenbach)


(Everswinkel)


(Wiesloch)


(Wolmirstedt)


(Frankfurt)





(A) )


(B) )

Herr Brandner, Sie sagten, d
ermöglicht. Was nützt das abe
birge, dem Wachmann oder ei
beit mit Hochtechnologie nicht
schen werden ihren Arbeitsplat


(Klaus Brandner [SPD]: W seuse aufgrund des gute Hightecharbeiters einen g kommen kann, eine gute kann! Das ist der Punkt! D auch etwas wert!)


Bevor die SPD Mindestlöhn
Fraktion erst einmal ihre eigen
lich bezahlen. Mit gutem Beisp
hier gefragt.


(Beifall bei d Ein gesetzlicher Mindestlo autonomie in unserem Land ass Hightech hohe Löhne r der Friseuse im Erzgenem anderen, dessen Ars zu tun hat? Diese Menz verlieren. eil genau diese Frin Einkommens des uten Verdienst be Bezahlung erreichen ienstleistungen sind e fordert, sollte die SPDen Sekretärinnen ordentiel voranzugehen, das ist er FDP)

hn untergräbt die Tarif-
und ist ein potenzieller

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Rede von: Unbekanntinfo_outline
Rede ID: ID1610307600

Herr Kollege, da Sie der M

ehaltsfindung der SPD-Frakt
en, frage ich Sie: Um wie v
teigt die Bezahlung der Sekret
ie Bezahlung der Sekretärin
itte übermitteln Sie uns doch

eicht können wir uns Ihrem o
eren Satz gelegentlich ansch
ahlen Sie mehr als wir?


(FDP Herr Kollege Tauss, Sie v angssituation unterschiedlich (Jörg Tauss [SPD]: Ach ie kommen sozusagen mit ei lenarsaal und fordern, dass n einung sind, sich in die ion einmischen zu müsiele Prozentpunkte überärinnen der FDP-Fraktion nen der SPD-Fraktion? Ihren Tarifvertrag! Vielffensichtlich deutlich höließen. Wie viel Prozent )

erkennen, dass die Aus-
ist.

so! Reicht schon!)

ner Monstranz in diesen
iemand in diesem Land
Ja, sehr gerne.
Nein

CDU/CSU

Willy Wimmer (Neuss)


SPD

Gregor Amann
Petra Hinz (Essen)


FDP

Dr. Heinrich L. Kolb

DIE LINKE

Karin Binder
Dr. Lothar Bisky
Heidrun Bluhm
Eva Bulling-Schröter
Sevim Dağdelen
Dr. Diether Dehm

Werner Dreibus
Dr. Dagmar Enkelmann
Klaus Ernst
Wolfgang Gehrcke
Heike Hänsel
Lutz Heilmann
Hans-Kurt Hill
Cornelia Hirsch
Inge Höger
Ulla Jelpke
Dr. Lukrezia Jochimsen
Katja Kipping
Monika Knoche
Jan Korte
Katrin Kunert
Oskar Lafontaine
Ulla Lötzer
Ulrich Maurer
Dorothée Menzner
Kersten Naumann
Dr. Norman Paech

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Nächster Redner in unserer jetzigen Debatte ist der
Kollege Dr. Heinrich Kolb, FDP-Fraktion.


(Beifall bei der FDP)



Dr. Heinrich L. Kolb (FDP):
Rede ID: ID1610307700

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Zum Mindestlohn gibt es in der Sache eigentlich nichts
Neues zu vermelden.


(Dr. Ralf Brauksiepe [CDU/CSU]: Das ist wahr!)


Für meine Fraktion kann ich weiterhin erklären: Die
FDP lehnt einen Mindestlohn ohne Wenn und Aber ab.
Ein Mindestlohn, der zu niedrig ist, ist wirkungslos, und
ein Mindestlohn, der zu hoch ist, bedroht Hunderttau-
sende von Arbeitsplätzen in unserem Land.


(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten S t s M V N r d s v K (C (D lke Reinke olker Schneider r. Herbert Schui r. Ilja Seifert rank Spieth r. Kirsten Tackmann r. Axel Troost abine Zimmermann raktionslos ert Winkelmeier nthaltung DU/CSU r. Wolf Bauer orbert Schindler FDP Uwe Barth DIE LINKE Hüseyin-Kenan Aydin Dr. Dietmar Bartsch Dr. Martina Bunge Roland Claus Diana Golze Dr. Gregor Gysi Dr. Barbara Höll Dr. Hakki Keskin Michael Leutert Dr. Gesine Lötzsch Bodo Ramelow Paul Schäfer Dr. Petra Sitte Alexander Ulrich Jörn Wunderlich pielball für ein „Wer bietet mehr?“ in Wahlkampfzeien. So weit, so klar. Wir wollen keine Mindestlöhne, ondern ein bedarfsorientiertes Mindesteinkommen. it unserem Bürgergeldkonzept haben wir einen klaren orschlag vorgelegt, den Sie sich ansehen sollten. Auch wenn die heutige Debatte in der Sache nichts eues bringt, ist sie doch von Reiz und zugleich lehr eich. Es ist nämlich interessant, zu beobachten, wie sich ie politische Konkurrenz nicht um der Sache willen, ondern aus taktischem Kalkül verhält. Wir erleben eine erkehrte Welt. Herr Kollege, gestatten Sie eine Zwischenfrage des ollegen Tauss? Dr. Heinrich L. Kolb weniger als 7,50 Euro pro Stunde verdienen soll. Ich bin der Meinung, dass jemand, der das derart kategorisch fordert, zunächst vor der eigenen Tür kehren sollte. Das heißt, dass Sie jedem einzelnen Arbeitnehmer Ihrer Fraktion mindestens 7,50 Euro zahlen müssen. Das ist bisher nicht der Fall. Es muss erlaubt sein, darauf hinzuweisen. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der LINKEN – Ute Kumpf [SPD]: Wie viel Geld verdienen Ihre Sekretärinnen, Kollege Kolb? – Jörg Tauss [SPD]: Was zahlt ihr?)


(Saarbrücken)


(Beifall bei der FDP)

Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610307800




(A) )


(B) )


Ich habe gesagt, dass wir heute eine verkehrte Welt
erleben. Die Linke versucht, mit ihrem Antrag die SPD
vorzuführen, obwohl von vornherein klar ist, dass das
zum Scheitern verurteilt ist. Herr Kollege Lafontaine,
dieses Scheitern ist aber genau das, was Sie eigentlich
wollen – Sie können das gern mit einem Lächeln bestäti-
gen –: Sie glauben nämlich, dadurch neues Wasser auf
Ihre Mühlen leiten zu können. Herr Lafontaine und Herr
Gysi, Sie verhalten sich an dieser Stelle wirklich phari-
säerhaft; das muss ich Ihnen sagen.


(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD)


Liebe Kollegen von der SPD, klatschen Sie nicht zu
früh. Wenn die SPD ihrerseits versucht, die Union mit
ihrer kategorischen Forderung nach einem gesetzlichen
Mindestlohn zu treiben, so steht auch dahinter nicht die
Hoffnung auf eine Einigung. Es geht vielmehr darum,
für kommende Landtagswahlkämpfe ein Thema vorzu-
bereiten, aus dem man Honig saugen kann, mit dem man
die klassische Wählerklientel wieder an die Sozialdemo-
kratie binden oder zumindest wieder heranführen kann.
Seien Sie ehrlich, liebe Kolleginnen und Kollegen von
der SPD: Für Ihre Wahlkampfstrategie in Hessen und
Niedersachsen wäre es doch geradezu fatal, wenn Sie
sich am kommenden Montag im Koalitionsausschuss
mit der Union einigen würden. Insofern ist auch Ihr Ver-
halten nicht ehrlich; aber es ist zumindest erklärbar.


(Beifall bei der FDP)


Was ich mir nicht erklären kann, ist das Verhalten der
Union. Ohne Not bewegt sie sich Stück für Stück auf die
SPD zu. Wir alle kennen doch aus dem Alltag Verhand-
lungssituationen, in denen sich eine Seite nicht oder
noch nicht wirklich einigen will. Dann kann die andere
Seite bieten, was sie will. Es wird nie genügen. Dies ver-
kennend, biedert sich die Union in den Verhandlungen
bei der SPD an.


(Dr. Ralf Brauksiepe [CDU/CSU]: Sie haben es wirklich nicht verstanden, Herr Kollege!)


Herr Kollege Brauksiepe, wenn die Bundeskanzlerin
verlauten lässt, es gebe einen Spielraum beim Mindest-
lohn, und Sie ihr als arbeitsmarktpolitischer Sprecher Ih-
rer Fraktion anschließend sekundieren und sagen, dass
Sie bereit sind, einen pragmatischen Weg zu gehen, dann
lässt das nichts Gutes erahnen. Sie haben sich auf eine
schiefe Ebene begeben und werden mehr und mehr ins
Rutschen kommen. Das sage ich Ihnen voraus.


(Beifall bei der FDP)


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(C (D rkennen Sie denn nicht, Herr Kollege Brauksiepe, woin das führt? Die SPD wird die Bewegung bei Ihnen ankbar registrieren. Sie wird es sich auch für komende Verhandlungen notieren. Aber zu einer Einigung ird es nicht kommen, weil es bei der SPD zurzeit kein inigungsinteresse gibt. Deswegen ist es fatal, wenn Sie, Herr Kollege rauksiepe, in nicht mehr zu überbietender Beflissenheit inen Vorschlag nach dem anderen präsentieren und leichzeitig verbrennen: (Dr. Ralf Brauksiepe [CDU/CSU]: Das ist jetzt ein bisschen viel der Ehre!)


as gesetzliche Verbot sittenwidriger Löhne, die Reakti-
ierung des Gesetzes über die Festsetzung von Mindest-
rbeitsbedingungen, die Ausdehnung des Entsendegeset-
es über den engen im Koalitionsvertrag vereinbarten
ereich hinaus und zuletzt die Genehmigung von Bran-
henmindestlöhnen durch das Kabinett, wenn der nach
arifvertragsgesetz vorgesehene Tarifausschuss einen
indestlohn blockiert. Das alles, Herr Kollege
rauksiepe, sind Schritte auf einem Weg, an dessen
nde ein ordnungspolitischer GAU stehen wird, nämlich
ie Einmischung der Politik in die Lohnfindung, die
ozialpolitische Instrumentalisierung der Löhne und Ge-
älter. Ich sage Ihnen: Ludwig Erhard würde sich im
rabe umdrehen, wenn er sehen könnte, wie kopflos die
nion in dieser Debatte herumirrt.


(Beifall bei der FDP)


Dabei würde ein einfacher Blick in den Koalitions-
ertrag genügen, diesen Spuk zu beenden. Ich frage
ich: Wo sind wir eigentlich, liebe Kolleginnen und
ollegen gerade von der Union, wenn ich als Vertreter
er Opposition Sie hier auffordern muss, Ihren eigenen
oalitionsvertrag einzuhalten? Das wäre vollkommen

usreichend. Mittlerweile sind alle – mit Ausnahme der
DP – von einer regelrechten Mindestlohnhysterie be-
essen,


(Klaus Brandner [SPD]: Da kann man ganz schnell unter die Räder kommen!)


ei der manche sogar vergessen zu haben scheinen,
orüber sie reden. Wenn Norbert Röttgen, der Parla-
entarische Geschäftsführer der Union, sagt, dass je-
and, der Vollzeit – etwa 30 Stunden in der Woche – ar-

eitet, in der Lage sein muss, von seinem Einkommen
ine Familie zu ernähren,


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)


ann zeugt das im günstigsten Fall von Ahnungslosig-
eit. Denn der bedarfsdeckende Mindestlohn in diesem
alle – Ehepaar mit Kindern – würde bei mindestens
2 Euro pro Stunde liegen. Das kann doch nicht Ihr
rnst sein.


(Dr. Ralf Brauksiepe [CDU/CSU]: Sie haben es wirklich nicht verstanden!)


Spätestens dieses Beispiel zeigt: Nicht ein Mindest-
ohn – jetzt erkläre ich es Ihnen noch einmal, Herr Kol-
ege Brauksiepe –, sondern ein bedarfsorientiertes

indesteinkommen ist die richtige Lösung. Es bringt






(A) )



(B) )


Dr. Heinrich L. Kolb
überhaupt nichts, wenn wir uns hier in sozialpolitischer
Neoromantik ergehen und der Eindruck erweckt wird,
das Glück der Menschen in Deutschland hänge davon
ab, ob es einen Mindestlohn gibt und wie hoch dieser ist.
Ich sage Ihnen: Das Glück der Menschen in diesem Land
hängt davon ab, ob sie einen Arbeitsplatz haben oder
nicht.


Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610307900

Herr Kollege Kolb.


Dr. Heinrich L. Kolb (FDP):
Rede ID: ID1610308000

Frau Präsidentin, ich komme zum Ende. – Genau die-

ses, die Chance auf einen Arbeitsplatz, wird mit der Ein-
führung eines Mindestlohns hunderttausendfach ver-
nichtet.

Ich fordere Sie auf, dieser Fata Morgana eines Min-
destlohnes nicht länger nachzugehen, sondern zur wirt-
schafts- und ordnungspolitischen Vernunft zurückzukeh-
ren.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.


(Beifall bei der FDP)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610308100

Das Wort zu einer Kurzintervention gebe ich der Kol-

legin Ute Kumpf.


Ute Kumpf (SPD):
Rede ID: ID1610308200

Werter Kollege Kolb und auch andere Kolleginnen

und Kollegen, damit Sie nicht weiter die Unwahrheit
über die Bezahlung der Zeitarbeitskräfte bei der SPD-
Fraktion verbreiten, gebe ich Ihnen folgende Informa-
tion: Die vier Kolleginnen, die für zwei bzw. drei Wo-
chen bei uns gearbeitet haben, erhalten rückwirkend ab
1. Mai für die Zeit, in der sie kurzzeitig bei uns gearbei-
tet haben, den Mindestlohn von 7,50 Euro.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Bravo!)


Die Firma Dr. Stern, die Zeitarbeitskräfte in die Ministe-
rien und in den Bundestag vermittelt, haben wir aufge-
fordert, nicht den CGB-Tarifvertrag zugrunde zu legen,
sondern das Arbeitgeberlager zu wechseln und den
DGB-Tarifvertrag anzuwenden.


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)


Wir haben damit erreicht, dass die Zeitarbeitskräfte,
die bei uns als Aushilfe beschäftigt werden, tarifvertrag-
lich gut abgesichert sind. Wir werden die Fraktionen auf-
fordern, bei den Verhandlungen für die Zeitarbeitskräfte
in den Ministerien und bei der Bundestagsverwaltung
darauf zu achten, dass der DGB-Tarifvertrag zur Anwen-
dung kommt und dass natürlich auch – ich bin Mitglied
der Mitarbeiterkommission – die Tarifverträge und sons-
tige arbeitsrechtliche Vereinbarungen, die normaler-
weise zu den guten Sitten gehören, bei den Abgeordne-
tenmitarbeitern eingehalten werden. Da kann sich
vielleicht die FDP die eine oder andere Scheibe ab-
schneiden.


(Beifall bei der SPD)


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(C (D Sie können antworten, Herr Kollege Kolb. Das will ich sehr gerne tun, Frau Präsidentin. – Ich atte mich, Frau Kollegin Kumpf, in meinen Ausführunen auf eine Veröffentlichung der „Badischen Zeitung“ om 26. Mai dieses Jahres bezogen. (Ute Kumpf [SPD]: Daran sehen Sie, dass die Zeitungen nicht immer richtig berichten!)

Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610308300
Dr. Heinrich L. Kolb (FDP):
Rede ID: ID1610308400

ch freue mich, zu hören, dass dieses Problem mittler-
eile gelöst ist.

Wenn jetzt noch die Mitarbeiter der Fraktion der Lin-
en einen Betriebsrat gründen könnten, wäre eitel Son-
enschein in diesem Haus.


(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD – Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Wir haben doch einen! – Klaus Brandner [SPD]: Was macht die FDP?)


ielleicht erfahren wir ja gleich noch, dass sie mittler-
eile etwas weiter sind.

Vielen Dank.


Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610308500

Nächste Rednerin ist die Kollegin Gitta Connemann,

DU/CSU-Fraktion.


(Beifall bei der CDU/CSU)



Gitta Connemann (CDU):
Rede ID: ID1610308600

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich

uss sagen: Es zeugt von einer gewaltigen Chuzpe auf-
eiten der Fraktion der Linken, einen solchen Antrag
orzulegen, sogar namentliche Abstimmung zu verlan-
en, wenn man ihr eigenes Handeln betrachtet. Der Kol-
ege Kolb hat schon kurz auf den „Spiegel“-Artikel hin-
ewiesen. Dazu fällt mir nur der Kommentar ein: Nicht
n ihren Worten sollst du sie messen, sondern an ihren
aten.


(Ulrich Maurer gerade sagen! Um große Worte sind Sie nie verlegen, meine Damen nd Herren von der Linken, Sie geben sich immer wieer als vermeintliche Vorkämpfer für Arbeitnehmerechte und prangern die angebliche Arbeitgeberwillkür n – das wird sicherlich auch der Kollege Gysi gleich un –, und zwar mit großer Emotion, mit Pathos, ornentbrannt, wutschnaubend, manchmal sogar voller ränen. Offensichtlich sind das aber nur Krokodilsträen, jedenfalls laut „Spiegel“ der letzten Woche. (Clemens Binninger [CDU/CSU]: Ganz genau!)


ort wird unter dem Titel „Rotes Hire and Fire“ der Um-
ang der Abgeordneten der Linken-Fraktion mit ihren
itarbeitern beschrieben, wodurch übrigens die Ge-
erkschaften alarmiert wurden. Ich zitiere: – –






(A) )



(B) )


Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610308700

Frau Kollegin Connemann, jetzt habe ich Sie leider

mitten im Satz unterbrochen. Der Herr Kollege
Ramelow würde gerne eine Zwischenfrage stellen.


(Zurufe von der CDU/CSU: Auch das noch! – Muss das sein? – Oh nein!)



Gitta Connemann (CDU):
Rede ID: ID1610308800

Gerne. Ich kann auch danach zitieren.


Bodo Ramelow (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1610308900

Frau Kollegin, ich würde Sie gerne fragen,


(Zuruf von der CDU/CSU: Sie würden gerne? Tun Sie es doch!)


woher Sie die Kenntnis haben, dass wir in der Fraktion
Die Linke keinen Betriebsrat hätten. Ich darf Ihnen offi-
ziell versichern, dass die Fraktion sehr wohl über einen
kompletten Betriebsrat verfügt.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Es geht doch um die Mitarbeiter, Herr Ramelow! Nicht aufgepasst! – Wolfgang Grotthaus [SPD]: Vorsitzender ist Oskar!)


Darf ich Sie fragen, ob Sie in Ihrer Fraktion dem-
nächst auch für Ihre Wahlkreismitarbeiter einen Be-
triebsrat gründen wollen – wenn Sie eine solche Verän-
derung des Abgeordnetenrechts durchsetzen wollen,
sollten Sie eine Debatte organisieren, die wir alle mitei-
nander führen – und welche Initiative Sie im Ältestenrat
ergreifen wollen, um dieses rechtliche Problem zu lö-
sen? In unserer Fraktion zumindest gibt es einen Be-
triebsrat. Für die Mitarbeiter unserer Fraktion wenden
wir den einschlägigen Tarifvertrag, den TVöD, an. Wo-
her haben Sie also Ihre Kenntnis, und wie werden Sie
sich im Ältestenrat verhalten?


(Beifall bei der LINKEN)



Gitta Connemann (CDU):
Rede ID: ID1610309000

Herr Kollege Ramelow, Sie dürfen mich gerne etwas

fragen. Wenn Sie aber eine Frage stellen, sollte diese an
die richtige Person gerichtet sein. Ich jedenfalls habe
kein Wort von einem Betriebsrat gesagt.


(Beifall bei der CDU/CSU – Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Es ging um den Betriebsrat der Mitarbeiter in den Abgeordnetenbüros, Herr Ramelow! Da haben Sie wohl etwas verwechselt!)


Ich wollte auf einen völlig anderen Umstand hinweisen.
Im „Spiegel“ stand – ich zitiere –:

Es habe, heißt es in einem Ver.di-Papier, bereits im
„ersten Jahr der Legislatur Entlassungen in zwei-
stelliger Höhe“ gegeben.


(Clemens Binninger [CDU/CSU]: Hört! Hört!)


Mitglieder der Linksfraktion haben danach

erst reihenweise Leute auf 400-Euro-Basis beschäf-
tigt,

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(C (D später die Verträge wieder aufgelöst. Wiederum andere würden einstellen und entlassen, wie es ihnen passt … (Reinhard Grindel [CDU/CSU], zur LINKEN gewandt: Ihr Ausbeuter! Ihr Menschenschinder! – Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Pfui! Pfui!)


(Clemens Binninger [CDU/CSU]: Hört! Hört!)


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Pfui! Pfui!)


Aus unseren Hausmitteilungen weiß ich, dass Verdi
egen Ihre Fraktion vorgehen wird. Zum Schutz Ihrer
itarbeiter werden offene Sprechstunden angeboten.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Ja! Wenn die keinen Betriebsrat haben! – Anette Kramme [SPD]: Das macht Verdi klasse!)


err Kollege Ramelow, lassen Sie mich auf Ihre Frage
ie folgt antworten: Nicht an Ihren Worten werden Sie
emessen, sondern an diesen Taten.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


Wenn Sie ein wenig Bibelkenntnis hätten,


(Lachen bei der LINKEN – Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Die hat der Kollege Ramelow!)


üssten Sie, dass dieser Satz aus der Bergpredigt im
atthäusevangelium stammt, übrigens unter der Über-

chrift „Hütet euch vor den falschen Propheten!“ Dieser
atz trifft auch auf Sie zu: Hütet euch vor den falschen
ropheten!


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)


Das gilt auch für Ihren Antrag. Sie wollen niemandem
elfen. Kollege Brandner hat es wirklich treffend auf
en Punkt gebracht: Es geht Ihnen nur darum, eine
chau zu veranstalten. Was Sie hier veranstalten, ist ein
nwürdiges Politikspektakel. Sie sind sich nicht zu
chade, mit diesem Antrag etwas zu fordern, was von
em, was Sie noch vor wenigen Wochen gefordert ha-
en, inhaltlich erheblich abweicht. Darauf kann es nur
ine Antwort geben: Ablehnung.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD – Oskar Lafontaine [DIE LINKE]: Er ist von der SPD abgeschrieben!)


Ablehnen werden wir auch die Anträge der FDP und
es Bündnisses 90/Die Grünen.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Unglaublich!)


ie FDP negiert in ihrem Antrag, dass es überhaupt ein
roblem gibt. Betroffen ist zwar nur ein kleiner Teil der
rbeitnehmer, doch auch und gerade sie brauchen Lö-

ungen – die die FDP nicht anbietet.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Was Sie die ganze Zeit machen, läuft nach dem Motto „Wir haben keine Lösung, also gibt es kein Problem“!)







(A) )



(B) )


Gitta Connemann
Lösungen bietet auch die Fraktion des Bündnisses 90/
Die Grünen nicht an. Die Grünen präsentieren uns hier
einen Bauchwarenladen: von allem etwas, aber nichts
Richtiges. Das hilft nicht bei der Lösung der Probleme
am Arbeitsmarkt, die es unbestritten gibt.

Trotz der großen Erfolge beim Abbau der Arbeits-
losigkeit gibt es immer noch zu viele Menschen ohne
Arbeit. Mehr als die Hälfte davon sind Langzeitarbeits-
lose und Geringqualifizierte, Menschen ohne Schulab-
schluss, ohne Ausbildung.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Denen helfen Sie mit einem Mindestlohn nicht, Frau Connemann!)


Und dann sind da noch die Niedriglohnbeschäftigten:
500 000 Frauen und Männer arbeiten in Vollzeit, können
ihren Lebensunterhalt davon aber nicht bestreiten und
sind auf staatliche Aufstockungsleistungen angewiesen.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Denen muss geholfen werden! Aber doch nicht durch einen Mindestlohn!)


Beide Gruppen brauchen unsere Hilfe; da sind wir uns
einig, Herr Kolb, und da sind auch Union und SPD einig.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Davon hat man hier nichts gesehen!)


Wir wollen, dass jeder die Chance auf Arbeit hat. Wir
wollen, dass Familien ein angemessenes Mindestein-
kommen haben. Wir wollen, dass Menschen, die arbei-
ten, mehr haben als diejenigen, die nicht arbeiten. Wir
wollen eines nicht: sittenwidrige Löhne. In diesen Zielen
sind wir uns einig, und wir ringen gemeinsam um Lö-
sungen.

Einen Königsweg gibt es sicherlich nicht. Dafür sind
die Regionen, die Branchen, die Beschäftigten, die Ar-
beitslosen in Deutschland zu unterschiedlich. Deshalb
lehnen wir als Union einen flächendeckenden gesetzli-
chen Mindestlohn ab.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Aber nur in dieser Wortkombination! Wie viele Adjektive davon sind unverzichtbar?)


Mit einem Einheitslohn würde diesen Unterschieden
nicht Rechnung getragen. Gerade die Beschäftigungs-
aussichten von Geringqualifizierten würden weiter
sinken. Denn – so hart und kalt es auch klingt – Löhne
orientieren sich an der Produktivität, und diese ist bei
Geringqualifizierten tendenziell niedriger. Nicht jeder in
diesem Land ist gleich stark, gleich klug und gleich ge-
bildet.


(Markus Kurth [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nicht jeder Niedriglöhner ist gering qualifiziert! – Ulrich Maurer [DIE LINKE]: Wie hoch ist Ihre Produktivität, Frau Kollegin?)


– Diese Frage haben Sie schon einmal gestellt. Sie wie-
derholen sich ständig.


(Ulrich Maurer [DIE LINKE]: Klar, weil Ihre Position arrogant ist!)


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(C (D s wäre gut, wenn Sie einmal etwas Neues bringen würen. Wenn der Staat einen Einheitslohn festsetzt, haben erade die Geringqualifizierten am Arbeitsmarkt keine hance; denn sie können diesen Lohn nicht erwirtschaf en. So hat übrigens auch der Sachverständigenrat in seien letzten Jahresgutachten vor der Einführung eines flähendeckenden gesetzlichen Mindestlohns gewarnt. Ein olcher Einheitslohn würde Arbeitsplätze zerstören. (Markus Kurth [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Fahren Sie doch einmal nach Großbritannien!)


ach einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung
alle und des Ifo-Institutes Dresden würden bei einem
esetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro über
00 000 Arbeitsplätze verloren gehen. Die Einkommens-
rhöhung, die einige Arbeitnehmer erhielten, würde also
it dem Arbeitsplatzverlust anderer teuer erkauft.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Wenn Sie das alles wissen, müssen Sie anders handeln!)


Dies gilt insbesondere für die neuen Länder; denn in
en Grenzgebieten besteht die Gefahr, dass der Kunde
infach ins Nachbarland geht. In Polen zum Beispiel gibt
s zwar einen Mindestlohn; aber er liegt bei 1,35 Euro.
icherlich gibt es auch Nachbarländer mit einem höhe-
en Mindestlohn, etwa Großbritannien oder Frankreich.
ber die Bedingungen in England sind mit unseren nicht

u vergleichen: weniger Kündigungsschutz, weniger Ur-
aub, weniger soziale Sicherung. Ferner ist belegt, dass
er Mindestlohn in Frankreich die Beschäftigungsmög-
ichkeiten von Jugendlichen und Frauen beeinträchtigt
at. So lautet übrigens auch das Fazit des neuesten
tandortchecks der Bertelsmann-Stiftung.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Weil das alles so ist, müssen Sie unsere Position annehmen!)


Ich könnte viele weitere Studien anführen, etwa die
er Johannes-Kepler-Universität Linz oder des Instituts
er deutschen Wirtschaft Köln, wonach ein gesetzlicher
indestlohn von 7,50 Euro das Volumen der Schatten-
irtschaft um 7 Prozent steigen ließe.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Herr Brandner, hören Sie genau zu! – Gegenruf des Abg. Klaus Brandner [SPD]: Wir haben hochqualifizierte Partner!)


as wären 25 Milliarden Euro, die am Fiskus und an den
ozialkassen vorbeigehen. Ich könnte auf ein Gutachten
er Universität Erfurt verweisen, demzufolge die Ein-
ührung eines gesetzlichen Mindestlohns verfassungs-
idrig wäre, weil er den Nerv der Tarifautonomie träfe.

Wissenschaftler und Ökonomen sind sich einig in ih-
er Ablehnung; doch das wird in der öffentlichen De-
atte kaum wahrgenommen. Die Forderung nach einem
esetzlichen Mindestlohn ist populär und entspricht ei-
em Gerechtigkeitsgefühl. Wäre ein Mindestlohn aber
uch sozial gerecht?


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Nein!)







(A) )



(B) )


Gitta Connemann
Aus meiner Sicht nicht; denn dadurch würde nicht die
soziale Situation berücksichtigt.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Eben! Erklären Sie das einmal Ihrem Parlamentarischen Geschäftsführer Norbert Röttgen!)


Was für einen Alleinstehenden ausreichend sein kann, ist
für den Unterhalt einer ganzen Familie vielleicht viel zu
wenig.

Hier braucht es auch zur Sicherung des Lebensstan-
dards zielgenauere Instrumente; denn eines ist unbestrit-
ten richtig – das sollten auch Sie zur Kenntnis nehmen,
Herr Dr. Kolb –: Es gibt Gerechtigkeitslücken in diesem
Land.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Die muss man aber anders schließen, nicht so! – Zurufe von den Linken: Oh!)


Dies gilt zum Beispiel in den Fällen von Lohnwucher.
Er ist nicht die Regel, aber es gibt ihn in Deutschland.
Ich sage hier für die Union ganz klar: Mit uns sind sit-
tenwidrige Hungerlöhne nicht zu machen.


(Beifall bei der CDU/CSU – Lachen bei der Linken – Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Dafür sorgt schon die Rechtsprechung!)


Einem Missbrauch dürfen wir nicht tatenlos zusehen.
Wir setzen uns für eine Kodifizierung sittenwidriger
Löhne ein, weil die derzeitige Regelung nicht hilft.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Sie halten aber ein sehr kleines Feigenblatt davor!)


Im Niedriglohnsektor haben wir natürlich ein Pro-
blem. Jemand, der auf dem ersten Arbeitsmarkt nur ein
geringes Einkommen erzielt, muss unterstützt werden.
Ein Mensch, der nicht angemessen leben kann, muss
Hilfe erhalten. Er muss von seinem Einkommen leben
können. Wer 30 oder 40 Stunden in der Woche arbeitet,
der sollte natürlich mehr in der Tasche haben als derje-
nige, der Hilfeleistungen empfängt. Um gerade diesen
Menschen helfen zu können, gibt es die Idee der Kombi-
löhne bzw. Lohnzuschüsse.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Ist heute nicht das Thema!)


Natürlich wäre es das Beste, wenn der Lohn bzw. das
Gehalt für den Lebensunterhalt ausreichten. Wenn der
Markt dafür aber nicht gegeben ist, sind Zuschüsse des
Staates allemal klüger als der komplette Wegfall von Ar-
beitsplätzen.


(Beifall bei der CDU/CSU)


Ein Wegfall von Arbeitsplätzen droht in bestimmten
Branchen, in denen zum Beispiel durch die Arbeitneh-
merfreizügigkeit in der EU Druck durch ausländische
Billigkonkurrenz entstehen kann. Deshalb müssen wir
über eine Ausweitung des Arbeitnehmer-Entsende-
gesetzes sprechen, das Sie damals übrigens mit aus der
Taufe gehoben haben, Herr Dr. Kolb.

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(C (D (Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Aber unter den Bedingungen des Koalitionsvertrages sollten Sie das tun, Frau Connemann!)


eim Bau oder bei den Gebäudereinigern stellt das ein
robates Mittel dar, vor allem als Außenschutz. Der Ar-
eitsminister prüft zurzeit,


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Wo ist er eigentlich?)


elche Branchen die Voraussetzungen dafür erfüllen.


Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610309100

Frau Kollegin Connemann, Sie müssen zum Ende

ommen.


(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)



Gitta Connemann (CDU):
Rede ID: ID1610309200

Gut. – Diese Voraussetzungen sind im Koalitionsver-

rag genannt.

Auf der Grundlage dieser Maßnahme werden wir ein
aket schnüren, mit dem beiden Gruppen geholfen wird:
en Arbeitslosen ebenso wie den betroffenen Menschen
m Niedriglohnsektor; denn dauerhaft werden wir nicht
n unseren Worten, sondern an unseren Taten gemessen.

Vielen Dank.


(Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg. Klaus Brandner [SPD])



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610309300

Ich gebe das Wort dem Kollegen Dr. Gregor Gysi,

raktion Die Linke.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])



Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1610309400

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und

erren! Frau Connemann, eine arrogante Rede hilft den
etroffenen keinen einzigen Schritt weiter. Nichts ande-

es haben Sie hier geboten.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Ich sage als Erstes etwas zum Vorwurf gegenüber un-
erer Fraktion: Natürlich haben wir für unsere Fraktions-
itarbeiter einen Betriebsrat. Es gibt keine Entlassun-

en, und es wird auch ein ordentlicher Lohn gezahlt. Sie
üssen verstehen: Das, was der „Spiegel“ aufgreift, der

chon immer an Ihrer Seite schrieb, was ja nichts Neues
st


(Lachen bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)


ich wusste doch, dass ich Sie erheitern kann –,


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])







(A) )



(B) )


Dr. Gregor Gysi
bezieht sich auf persönliche Mitarbeiter von Abgeordne-
ten. Sie als Fraktion haben darauf genauso wenig Ein-
fluss wie wir.

Zweiter Punkt. Kollege Brandner, was Sie hier zu Be-
ginn Ihrer Rede geliefert haben, war ein starkes Stück.
Sie hoben auf das Abschreiben in der Schule ab. Der Un-
terschied zur Schule besteht darin, dass wir von Anfang
an erklärt haben, dass das Ihr Text ist. Das geschah mit
Absicht.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Außerdem sprachen Sie hier von Mätzchen. Sie ma-
chen Mätzchen. Sie wollen eine bundesweite Unter-
schriftenaktion für gesetzliche Mindestlöhne durchfüh-
ren und erklären im Bundestag, Sie würden ihnen nicht
zustimmen. Das sind Mätzchen.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610309500

Herr Kollege Gysi, gestatten Sie eine Zwischenfrage

des Kollegen Friedrich?


Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1610309600

Nein, die erlaube ich nicht.

Sie haben auch gesagt, dass Sie wegen unserer Mails
Papier einsparen wollen. Wissen Sie, was die Wahrheit
ist? Ihre Mitglieder sind gar nicht mehr bereit, die Unter-
schriftenaktion durchzuführen. Dadurch haben wir viel
Papier eingespart und Bäume gerettet.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Jetzt sage ich Ihnen noch etwas zum Vorwurf der
Politshow.


(Klaus Brandner [SPD]: Kamelle!)


Das Gegenteil ist richtig. Warum stimmen Sie nicht zu?
Sie stimmen aus einem Grund nicht zu, nämlich weil Ihr
Koalitionspartner, die Union, das nicht will. Sie haben
das aber nie gesagt. Sie haben in der ersten Lesung ge-
sagt, Sie hätten noch Beratungsbedarf, Sie müssten noch
über Ihren eigenen Text nachdenken.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Sie haben in den Ausschüssen gesagt, Sie wollten eine
Verschiebung, um weiter darüber nachzudenken. Warum
haben Sie nicht gleich gesagt, dass Sie das nicht dürfen,
weil die Union Ihnen das verbietet?


(Zuruf von der SPD: Wir wollen Sie nicht als Koalitionspartner!)


Die Koalitionsdisziplin ist Ihnen wichtiger als die Er-
reichung eines so wichtigen Zieles. Das darf man der Öf-
fentlichkeit doch mitteilen.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


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(C (D Ein Satz zur FDP: Ich weiß, dass Sie strikt gegen indestlöhne sind. Sie müssen nur erklären, warum Sie ei Ärztinnen und Ärzten und bei Rechtsanwälten immer afür sind, nur bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehern nicht. (Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos] – Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Das habe ich Ihnen schon einmal erklärt: Umsatz und Einkommen sind verschieden!)


Zur Union: Sie sind für Kombilöhne. Das heißt, Sie
ind für Staatsinterventionismus; der Staat soll die
eillöhne bezahlen.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


onst plädieren Sie immer für die Freiheit der Wirt-
chaft. Bei den Löhnen sehen Sie das aber genau umge-
ehrt.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Dann argumentieren Sie mit der Schwarzarbeit. Frau
onnemann, ich bitte Sie. Haben Sie je gefordert, die
arenhäuser zu schließen, weil zu viel geklaut wird?

eit wann lassen wir uns bei unseren Gesetzen von Kri-
inalität beeinflussen? Das ist doch keine Herangehens-
eise.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


Ich sage Ihnen etwas zu den Folgen: Laut Statisti-
chem Bundesamt verdienen in Deutschland 3,5 Millio-
en Vollbeschäftigte unter 900 Euro netto. Es geht um
iese 3,5 Millionen Menschen. Hinzu kommen diejeni-
en, die nur wenig mehr verdienen. Deshalb ist das keine
olitshow; das ist für diese eine ernst zu nehmende
rage. Es gibt im Bundestag eine Mehrheit. Die ist Ihnen
icht wichtig. Ihnen ist Ihre Koalitionsdisziplin gegen-
ber der Union wichtig.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


s geht aber um über 3,5 Millionen Menschen, die ent-
eder in Würde oder nicht in Würde leben können. Da-

auf verzichten Sie heute.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])


ch finde, das ist ein starkes Stück. Es ist völlig legitim,
ass wir das in der Gesellschaft politisch deutlich ma-
hen, und zwar auch zu diesem Zeitpunkt.

Danke schön.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610309700

Das Wort zu einer Kurzintervention gebe ich dem

ollegen Peter Friedrich.






(A) )



(B) )


Peter Friedrich (SPD):
Rede ID: ID1610309800

Herr Kollege Gysi, ich wollte Ihnen eigentlich eine

Zwischenfrage stellen. Aber vielleicht können wir das
auch auf diesem Wege klären.

Sie haben vorhin gesagt, selbstverständlich gäbe es
einen Betriebsrat für die Mitarbeiter Ihrer Fraktion. Das,
was bei den Abgeordneten passiere, sei Sache der Abge-
ordneten. Ich frage Sie: Wie stehen Sie dazu, dass der
Parteitag der WASG in Rheinland-Pfalz abgebrochen
werden musste, weil die Delegierten aus Protest gegen
das Arbeitgeberverhalten Ihres Fraktionskollegen Ulrich
aus dem Saal gegangen sind?


(Beifall bei Abgeordneten der SPD – Zuruf von der CDU/CSU: Hört! Hört!)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610309900

Herr Kollege Gysi.


Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1610310000

Ich finde innerparteiliche demokratische Auseinan-

dersetzungen immer spitze.


(Lachen bei der SPD und der CDU/CSU)


Ich finde es auch spitze, wenn man sich mit einzelnen
Abgeordneten auseinandersetzt.

Ich glaube, Sie hatten auch Schwierigkeiten mit ei-
nem Abgeordneten, der sein Mandat niedergelegt hat.
Man kann über die Dinge sehr unterschiedlich diskutie-
ren. Ich lasse aber nicht zu, dass Sie der Fraktion Vor-
würfe machen, die nicht angebracht sind und bei denen
es – wenn überhaupt – um das Verhalten einzelner Abge-
ordneter geht. Eines sage ich Ihnen allen: Wenn Sie ei-
nen persönlichen Mitarbeiter haben, mit dem Sie nicht
zurechtkommen, dann sind Sie alle dafür, das Verhältnis
aufzulösen. Das sollten Sie dann aber nicht anderen Ab-
geordneten vorwerfen.


(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610310100

Nachdem der Herr Kollege Ulrich persönlich ange-

griffen worden ist, gebe ich ihm das Wort zu einer per-
sönlichen Erklärung.


Alexander Ulrich (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1610310200

Lieber Kollege von der SPD, Grundvoraussetzung für

eine politische Debatte ist, dass man sich schlaumacht
und weiß, worüber man redet, dass man sich informiert
und versucht, nachzuvollziehen, was passiert ist.

In Rheinland-Pfalz ist das, was Sie hier schildern,
nicht vorgefallen. Auf diesem Parteitag habe ich ganz
offensiv und auf meine Art und Weise dargelegt, warum
ich wie gehandelt habe. Es gab keine einzige negative
Anmerkung. Der Parteitag konnte nachvollziehen, dass
diese Entscheidung in meinem Abgeordnetenbüro not-
wendig war. Deshalb reden Sie bitte keinen Unsinn, und
versuchen Sie nicht, den Sachverhalt falsch darzustellen!
Der Parteitag hat für mein Handeln vollstes Verständnis
gehabt.

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(C (D Vielen Dank. (Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos] – Klaus Brandner [SPD]: Das ist ja noch schlimmer!)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610310300

Letzte Rednerin in dieser Debatte ist die Kollegin

rigitte Pothmer, Bündnis 90/Die Grünen.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)



Brigitte Pothmer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610310400

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Vor dem

intergrund dessen, was über die Arbeitsbedingungen
ei Abgeordneten der Linksfraktion geschildert wurde,
ann man die Arbeitsuchenden nur auffordern, sich dort
esser nicht zu bewerben.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der CDU/CSU und der SPD)


Sie wetteifern in diesem Parlament immer wieder um
ie roteste Fahne in diesem Land. Das könnte mir egal
ein. Ich finde es aber schade, Herr Gysi, dass Sie damit,
hne es zu merken, den Schwarzen in die Hände spielen.


(Zurufe von der CDU/CSU: Oh!)


hnen ist vor allem eines wichtig, nämlich die SPD vor-
uführen. Den Zoff mit der SPD setzen Sie Sitzung für
itzung fort. Die lachenden Dritten sind diejenigen in
er CDU/CSU-Fraktion, die sich in Sachen Mindestlohn
einen Millimeter weit bewegen wollen.


(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der SPD)


amit schaffen Sie eine Situation, die die Wirklichkeit
n diesem Parlament nicht wiedergibt. Es gibt in diesem
arlament eine Mehrheit für den Mindestlohn. Aber mit
hrer Inszenierung verdecken Sie dies. Sie erreichen da-
it das Gegenteil von dem, was Sie vorgeben, erreichen

u wollen.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


Herr Gysi, ich wünschte, Sie würden zur Kenntnis
ehmen, dass es hier nicht um das Wohlbefinden der
inksfraktion geht.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)


s geht aber auch nicht um das Haltbarkeitsdatum der
roßen Koalition, Herr Brandner und Frau Connemann.
uch Sie funktionalisieren den Mindestlohn und die Be-

roffenen, wenn Sie das Thema zur Schicksalsfrage er-
lären.


(Dr. Ralf Brauksiepe [CDU/CSU]: Was machen Sie denn?)


s geht um fast 4 Millionen Menschen, die zu wenig
erdienen, um davon vernünftig leben zu können. Für
ieses Problem brauchen wir eine Lösung. Diese Lösung
ibt es auch, wenn Sie endlich von den Grabenkämpfen






(A) )



(B) )


Brigitte Pothmer
und dem Lagerdenken zu einer sachgerechten Debatte
zurückkehren würden.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)


Alle im Bundestag vertretenen Parteien außer der
FDP – die lassen wir aber leichten Herzens beiseite – se-
hen Handlungsbedarf.


(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Wenn Sie sich da nicht mal vertun, Frau Pothmer!)


Die CDU will doch die Ausweitung des Arbeitnehmer-
Entsendegesetzes, Frau Connemann.


(Zuruf von der CDU/CSU: Richtig!)


Auch die SPD will die Ausweitung dieses Gesetzes.

Wir haben Ihnen mit unserem Antrag einen Vorschlag
vorgelegt, der keine Maximalforderungen enthält. Wir
haben Ihnen einen Vorschlag vorgelegt, zu dem beide
großen Fraktionen Ja sagen können, weil er Regelungen
gegen Arbeitsplatzvernichtung und Schwarzarbeit
enthält. Ich fordere Sie auf – in diesem Punkt gebe ich
Herrn Gysi recht –: Geben Sie den Fraktionszwang an
dieser Stelle auf! Lassen Sie die Abgeordneten in dieser
sehr wichtigen moralischen Frage nach ihrer persönli-
chen Auffassung und ihren politischen Wertvorstellun-
gen abstimmen!


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN)


Liebe Kolleginnen und Kollegen von der CDU/CSU-
und der SPD-Fraktion, nehmen Sie sich selber ernst und
delegieren Sie diese Entscheidung nicht an den Koali-
tionsausschuss! Sie sind gewählt worden, um Entschei-
dungen zu treffen. Heute steht eine Entscheidung an. Wir
haben Ihnen einen Antrag vorgelegt, den Sie eigentlich
nicht ablehnen können. Es gibt eine Chance für den Sieg
der Vernunft. Lassen Sie uns den Menschen zeigen, dass
Politik nicht nur taktischen Erwägungen folgt, sondern
manchmal auch in der Lage ist, Probleme zu lösen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen von der CDU-Frak-
tion,


(Dr. Ralf Brauksiepe [CDU/CSU]: CDU/CSU, so viel Zeit muss sein!)


noch ein Wort: Auf dem CDU-Parteitag in Rheinland-
Pfalz Mitte Mai stand der Mindestlohn auf der Tagesord-
nung. Ihr langjähriger CDA-Vorsitzender Josef Zolk hat
dort laut „Welt“ gesagt: „Hätten wir an dem Tag darüber
abgestimmt, hätten wir für den Mindestlohn votiert.“ Sie
haben im Mai die Chance verpasst. Nutzen Sie heute die
Gelegenheit, das zu korrigieren!

Ich danke Ihnen.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Klaus Brandner [SPD])



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610310500

Ich schließe die Aussprache.1)

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1) Anlagen 9 bis 11 2)

(C (D Wir kommen zur Abstimmung über die Beschlussmpfehlung des Ausschusses für Arbeit und Soziales auf rucksache 16/5585. Unter Nr. 1 seiner Beschlussemp ehlung empfiehlt der Ausschuss die Ablehnung des Anrags der Fraktion Die Linke auf Drucksache 16/4845 it dem Titel „Deutschland braucht Mindestlöhne“. Die raktion Die Linke verlangt namentliche Abstimmung. ch bitte die Schriftführerinnen und Schriftführer, die orgesehenen Plätze einzunehmen. – Sind die Plätze an en Urnen besetzt? – Das ist der Fall. Ich eröffne die Abtimmung. Ist ein Mitglied des Hauses anwesend, das seine timme noch nicht abgegeben hat? – Das ist nicht der all. Ich schließe die Abstimmung und bitte die Schriftührerinnen und Schriftführer, mit der Auszählung zu eginnen. Das Ergebnis der namentlichen Abstimmung ird Ihnen später bekannt gegeben.2)


Wir setzen die Abstimmungen zur Beschlussempfeh-
ung des Ausschusses für Arbeit und Soziales fort. Der
usschuss empfiehlt unter Nr. 2 seiner Beschlussemp-

ehlung auf Drucksache 16/5585 die Ablehnung des An-
rags der Fraktion der FDP auf Drucksache 16/4864 mit
em Titel „Vorschläge des Sachverständigenrates auf-
reifen – Tarifrecht flexibilisieren, auf Mindestlöhne
erzichten, Bürgergeld einführen“. Wer stimmt für diese
eschlussempfehlung? – Wer stimmt dagegen? – Ent-
altungen? – Die Beschlussempfehlung ist mit den Stim-
en von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Fraktion Die
inke und CDU/CSU bei Gegenstimmen der FDP ange-
ommen.

Schließlich empfiehlt der Ausschuss unter Nr. 3 sei-
er Beschlussempfehlung auf Drucksache 16/5585 die
blehnung des Antrags der Fraktion des Bündnisses 90/
ie Grünen auf Drucksache 16/5102 mit dem Titel

Schnell handeln für eine umfassende Mindestlohnrege-
ung“. Wer stimmt für diese Beschlussempfehlung? –

er stimmt dagegen? – Enthaltungen? – Die Beschluss-
mpfehlung ist mit den Stimmen von SPD, CDU/CSU
nd FDP bei Gegenstimmen der Grünen und Stimment-
altung der Fraktion Die Linke angenommen.

Ich rufe den Tagesordnungspunkt 16 auf:

Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Thea
Dückert, Jerzy Montag, Fritz Kuhn, weiterer
Abgeordneter und der Fraktion des BÜNDNIS-
SES 90/DIE GRÜNEN

Keine Toleranz gegenüber Korruption

– Drucksache 16/4459 –
Überweisungsvorschlag:
Ausschuss für Wirtschaft und Technologie (f)

Innenausschuss
Rechtsausschuss

Nach einer interfraktionellen Vereinbarung ist für die
ussprache eine halbe Stunde vorgesehen, wobei die
raktion des Bündnisses 90/Die Grünen fünf Minuten
rhalten soll. – Ich höre keinen Widerspruch. Dann ist
as so beschlossen.

Ergebnis Seite 10630 C






(A) )



(B) )


Vizepräsidentin Dr. h. c. Susanne Kastner
Ich eröffne die Aussprache. Das Wort hat die Kolle-
gin Dr. Thea Dückert, Bündnis 90/Die Grünen.


Dr. Thea Dückert (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610310600

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

In einem sind wir uns sicherlich einig: Korruption und
Vetternwirtschaft sind Gift für die Wirtschaft und – ohne
Frage – auch für die Demokratie. Das Bundeskriminal-
amt hat festgestellt, dass die Schäden, die dadurch aus-
gelöst werden, in Milliardenhöhe liegen. Ich glaube, es
ist höchste Zeit, dass überall ankommt: Das, was wir frü-
her gedacht haben, nämlich dass der Sumpf anderswo
ist, zum Beispiel in Sizilien, oder dass es ihn nur im
Krimi gibt, gilt nicht mehr. Der Sumpf von Korruption,
Bestechlichkeit und Vetternwirtschaft ist längst bei uns
zu finden.

Es gibt eine aktuelle Diskussion beispielsweise über
die Vorkommnisse in Sachsen. Ohne irgendwelche Vor-
verurteilungen treffen zu wollen, glaube ich, dass an die-
ser Stelle eines deutlich gesagt werden muss: Wer Kor-
ruption verhindern will, muss sicherstellen, dass alles
getan wird, was mit Transparenz und Aufklärung und
mit Verfolgung der Korruption zu tun hat.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Solange die Bürgerinnen und Bürger, zum Beispiel
anhand der Diskussion über die Vorkommnisse in Sach-
sen, den Eindruck gewinnen, dass in der Politik eher da-
rüber diskutiert wird, ob beispielsweise ein Ladendieb
genetisch erfasst werden soll, als darüber, was gegen
Korruption getan werden soll, die zu Milliardenverlusten
und zu einer Schädigung der Demokratie führt, so
lange tut hier Handeln not und müssen geeignete Instru-
mente benannt werden. Deswegen haben wir unseren
Antrag zu diesem Zeitpunkt vorgelegt.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Handeln tut auch deshalb not, weil das Verbot, das
seit 1999 für deutsche Betriebe, die im Ausland tätig
sind, besteht, offenbar noch nicht durchschlägt. Ich ver-
weise auf das Beispiel Siemens, an dem übrigens in er-
schreckendem Maße deutlich wird, dass es nicht nur um
Einzelfälle, sondern letzten Endes um ein systematisches
Vergehen geht. Transparency International hält 57 deut-
schen Unternehmen vor, in Korruptionsfälle im Zusam-
menhang mit Öl für Lebensmittel im Irak verwickelt zu
sein. Auch diesen Vorwürfen muss nachgegangen wer-
den. Es werden da sehr große, bekannte Firmen genannt,
unter anderem Linde, Daimler-Chrysler, Babcock
Borsig. Diesen Dingen muss nachgegangen werden. Das
Verbot reicht offenbar nicht aus. Deswegen brauchen wir
in Deutschland ein bundesweites Korruptionsregister,
um das, was hier verbal verkündet wird, auch durchset-
zen zu können.

Aktuell wird – Sie wissen das; das läuft gerade über
den Ticker – wieder eine Diskussion um VW geführt,
insbesondere um den Kollegen Uhl, der bis vor kurzem
noch Mitglied dieses Hauses war, im Zusammenhang
mit Leugnen, mit Lügen, mit diversen Vorfällen. Ich
glaube, es ist wichtig, dass wir mit den Gewerkschaften
und den Unternehmen einen breiten Dialog über Maß-

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(C (D ahmen gegen Korruption führen. Wir müssen alles daür tun, damit das, was früher unter dem Deckmantel des avaliersdelikts verdeckt worden ist, an die Öffentlicheit kommt, damit ein solches Verhalten zukünftig verindert wird. Es muss in den Betrieben geächtet werden. Ich laube, dass wir das zu einem Thema von Corporate Goernance in den Betrieben machen müssen. ir brauchen Schutz für diejenigen, die Korruption in en Betrieben aufdecken, die sogenannten Whistlebloers. Da gibt es heute Mobbing statt Hilfe. Sie leisten ber große Hilfe, um hier voranzukommen. ir müssen mehr Kontrolle in die Unternehmen brinen. Wir müssen deswegen zukünftig auch durch Gesetz erhindern, dass Vorstandsvorsitzende einfach an die pitze von Aufsichtsräten wechseln können. Wir als rüne halten es auch für notwendig, dass es nicht mehr ls fünf Aufsichtsratsmandate pro Person geben darf. (Dr. Michael Fuchs [CDU/CSU]: Das hat mit Korruption gar nichts zu tun!)


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Natürlich hat das etwas mit Korruption zu tun, weil es
arum geht, die Aufsichtsräte in die Situation zu verset-
en, ernsthaft bei den Unternehmen, in denen sie Auf-
icht führen sollen, hinzuschauen. Sie sollen nicht durch
rbeit in einer Vielzahl von Unternehmen dieser Welt
berlastet werden.


(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Ich sage Ihnen an dieser Stelle übrigens noch etwas
nteressantes: Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass

irtschaftskriminelle in der Regel männlich und im
lter zwischen 31 und 50 Jahren sind.


(Dr. Michael Fuchs [CDU/CSU]: Lesen Sie einmal Ihr Antidiskriminierungsgesetz nach!)


ch sage das vor dem Hintergrund der Fälle, die wir ak-
uell diskutieren, zum Beispiel den Fall bei VW.


(Zuruf von der CDU/CSU: Wir fordern Gleichberechtigung von Mann und Frau ein!)


s würde der Unternehmenskultur nicht schaden, son-
ern ihr nützen, wenn mehr Frauen in die Aufsichtsräte
ämen.


(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/ DIE GRÜNEN)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610310700

Frau Kollegin, denken Sie an Ihre Zeit, bitte.


Dr. Thea Dückert (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Rede ID: ID1610310800

Ich komme zum Schluss. Wir werden noch viele De-

atten haben. Eines muss doch klar sein: Wir brauchen
ine effektive Verfolgung der Korruption. Wir sind der
nsicht, dass wir Schwerpunktstaatsanwaltschaften
rauchen, um den Tiger mit Zähnen auszustatten. Wir






(A) )



(B) )


Dr. Thea Dückert

Gitta Connemann
Leo Dautzenberg

Dr. Peter Jahr Rita Pawelski Dr. Hans-Peter Uhl
Alexander Dobrindt
Thomas Dörflinger
Marie-Luise Dött
Maria Eichhorn
Anke Eymer (Lübeck)

Georg Fahrenschon
Ilse Falk
Dr. Hans Georg Faust
Ingrid Fischbach
Hartwig Fischer (Göttingen)


Andreas Jung (Konstanz)

Bartholomäus Kalb
Hans-Werner Kammer
Steffen Kampeter
Alois Karl

(Villingen Schwenningen)

Eckart von Klaeden
Jürgen Klimke
Julia Klöckner
Jens Koeppen

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lrich Petzold
r. Joachim Pfeiffer
ibylle Pfeiffer
eatrix Philipp
onald Pofalla
uprecht Polenz
aniela Raab
homas Rachel
ans Raidel
eter Rauen
ckhardt Rehberg

Andrea Astrid Voßhoff
Gerhard Wächter
Marco Wanderwitz
Kai Wegner
Marcus Weinberg
Peter Weiß (Emmendingen)

Gerald Weiß (Groß-Gerau)

Ingo Wellenreuther
Karl-Georg Wellmann
Annette Widmann-Mauz
Klaus-Peter Willsch
Hubert Deittert
Dr. Hans-Heinrich Jordan Dr. Peter Paziorek Volkmar Uwe Vogel
freuen uns auf die Beratungen m
nen Sie unsere Vorschläge nic
gerne mit Ihnen diskutieren.


(Beifall beim BÜNDNIS Vizepräsidentin Dr. h. c. S Ich komme zum Tagesordnu gebe das von den Schriftführer ermittelte Ergebnis der nam Endgültiges Ergebnis Abgegebene Stimmen: 532; davon ja: 431 nein: 100 enthalten: 1 Ja CDU/CSU Ulrich Adam Ilse Aigner Peter Albach Peter Altmaier Dorothee Bär Thomas Bareiß Norbert Barthle Dr. Wolf Bauer Günter Baumann Ernst-Reinhard Beck Veronika Bellmann Dr. Christoph Bergner Otto Bernhardt Clemens Binninger Carl-Eduard von Bismarck Renate Blank Peter Bleser Antje Blumenthal Dr. Maria Böhmer Wolfgang Börnsen Wolfgang Bosbach Klaus Brähmig Michael Brand Helmut Brandt Dr. Ralf Brauksiepe Monika Brüning D D K H E J D H D D N E R D J P U R H M M M M D O H U U M J B E P R K F J A H S it Ihnen. Eigentlich könht ablehnen. Wir werden 90/DIE GRÜNEN)


(Reutlingen)


(Bönstrup)


usanne Kastner:
ngspunkt 15 zurück und
innen und Schriftführern
entlichen Abstimmung

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irk Fischer (Hamburg)

r. Maria Flachsbarth
laus-Peter Flosbach
erbert Frankenhauser
rich G. Fritz
ochen-Konrad Fromme
r. Michael Fuchs
ans-Joachim Fuchtel
r. Peter Gauweiler
r. Jürgen Gehb
orbert Geis
berhard Gienger
alf Göbel
r. Reinhard Göhner

osef Göppel
eter Götz
te Granold
einhard Grindel
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arkus Grübel
anfred Grund
onika Grütters
r. Karl-Theodor Freiherr zu
Guttenberg
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olger Haibach
rsula Heinen
da Carmen Freia Heller
ichael Hennrich

ürgen Herrmann
ernd Heynemann
rnst Hinsken
eter Hintze
obert Hochbaum
laus Hofbauer
ranz-Josef Holzenkamp
oachim Hörster
nette Hübinger
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usanne Jaffke

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eit und Soziales auf Drucksa
rag der Fraktion Die Linke auf
em Titel „Deutschland brauch
ch weise in diesem Zusammen
ine große Anzahl von persön
31 unserer Geschäftsordnung
en 532. Mit Ja haben 431 g

00 gestimmt, Enthaltungen ein
ung ist damit angenommen.

ristina Köhler (Wiesbaden)

anfred Kolbe
orbert Königshofen
r. Rolf Koschorrek
homas Kossendey
ichael Kretschmer
unther Krichbaum
r. Günter Krings

ohann-Henrich
Krummacher
r. Hermann Kues
r. Karl A. Lamers

(Heidelberg)

ndreas G. Lämmel
r. Norbert Lammert
r. Max Lehmer
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ngbert Liebing
r. Klaus W. Lippold
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r. Michael Luther
tephan Mayer (Altötting)

olfgang Meckelburg
r. Angela Merkel
aurenz Meyer (Hamm)

r. h. c. Hans Michelbach
hilipp Mißfelder
r. Eva Möllring
arlene Mortler
r. Gerd Müller
ildegard Müller
arsten Müller

(Braunschweig)


tefan Müller (Erlangen)

ernward Müller (Gera)

ernd Neumann (Bremen)

ichaela Noll
r. Georg Nüßlein
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(C (D des Ausschusses für Arche 16/5585 zu dem An Drucksache 16/4845 mit t Mindestlöhne“ bekannt. hang darauf hin, dass es lichen Erklärungen nach gibt. Abgegebene Stimestimmt, mit Nein haben e. Die Beschlussempfeh laus Riegert r. Heinz Riesenhuber ranz Romer ohannes Röring urt J. Rossmanith r. Christian Ruck lbert Rupprecht eter Rzepka nita Schäfer ermann-Josef Scharf r. Wolfgang Schäuble artmut Schauerte r. Annette Schavan r. Andreas Scheuer arl Schiewerling orbert Schindler eorg Schirmbeck ernd Schmidbauer hristian Schmidt ndreas Schmidt go Schmitt r. Ole Schröder ernhard Schulte-Drüggelte we Schummer ilhelm Josef Sebastian orst Seehofer urt Segner ernd Siebert homas Silberhorn ohannes Singhammer ens Spahn rika Steinbach hristian Freiherr von Stetten ero Storjohann ndreas Storm ax Straubinger homas Strobl ena Strothmann ichael Stübgen ans Peter Thul ntje Tillmann Vizepräsidentin Dr. h. c. Susanne Kastner Willy Wimmer Elisabeth Winkelmeier Becker Wolfgang Zöller Willi Zylajew SPD Dr. Lale Akgün Gregor Amann Niels Annen Ingrid Arndt-Brauer Rainer Arnold Ernst Bahr Doris Barnett Dr. Hans-Peter Bartels Klaus Barthel Sören Bartol Dirk Becker Klaus Uwe Benneter Dr. Axel Berg Ute Berg Petra Bierwirth Lothar Binding Volker Blumentritt Clemens Bollen Gerd Bollmann Dr. Gerhard Botz Klaus Brandner Willi Brase Bernhard Brinkmann Edelgard Bulmahn Marco Bülow Ulla Burchardt Dr. Michael Bürsch Christian Carstensen Marion Caspers-Merk Dr. Peter Danckert Karl Diller Martin Dörmann Dr. Carl-Christian Dressel Elvira Drobinski-Weiß Garrelt Duin Detlef Dzembritzki Sebastian Edathy Siegmund Ehrmann Hans Eichel Gernot Erler Petra Ernstberger Karin Evers-Meyer Annette Faße Elke Ferner Gabriele Fograscher Rainer Fornahl Gabriele Frechen Dagmar Freitag Peter Friedrich Martin Gerster Iris Gleicke Günter Gloser Renate Gradistanac Dieter Grasedieck Monika Griefahn Kerstin Griese Gabriele Groneberg Achim Großmann Wolfgang Grotthaus Hans-Joachim Hacker B K A M N H R R G P G P G Ir F E K C L J J J U D U C A W F K R A N V D A J H U D C C W H G D L C K M P D U M M G F D T H H J J C D D M ettina Hagedorn laus Hagemann lfred Hartenbach ichael Hartmann ina Hauer ubertus Heil einhold Hemker olf Hempelmann ustav Herzog etra Heß abriele Hiller-Ohm etra Hinz erd Höfer is Hoffmann rank Hofmann ike Hovermann laas Hübner hristel Humme othar Ibrügger ohannes Jung osip Juratovic ohannes Kahrs lrich Kasparick r. h. c. Susanne Kastner lrich Kelber hristian Kleiminger strid Klug alter Kolbow ritz Rudolf Körper arin Kortmann olf Kramer nette Kramme icolette Kressl olker Kröning r. Hans-Ulrich Krüger ngelika Krüger-Leißner ürgen Kucharczyk elga Kühn-Mengel te Kumpf r. Uwe Küster hristine Lambrecht hristian Lange altraud Lehn elga Lopez abriele Lösekrug-Möller irk Manzewski othar Mark aren Marks atja Mast arkus Meckel etra Merkel r. Matthias Miersch rsula Mogg arko Mühlstein ichael Müller esine Multhaupt ranz Müntefering r. Rolf Mützenich homas Oppermann olger Ortel einz Paula ohannes Pflug oachim Poß hristoph Pries r. Wilhelm Priesmeier r. Sascha Raabe echthild Rawert M G D C W S R D M O M A A B D M O D U S R H C O R S E F D D R R W D J D D L R C D J D J J D J F R S J H A P G G D L D A D E H U aik Reichel erold Reichenbach r. Carola Reimann hristel RiemannHanewinckel alter Riester önke Rix ené Röspel r. Ernst Dieter Rossmann ichael Roth rtwin Runde arlene Rupprecht nton Schaaf xel Schäfer ernd Scheelen r. Hermann Scheer arianne Schieder tto Schily r. Frank Schmidt lla Schmidt ilvia Schmidt enate Schmidt einz Schmitt arsten Schneider laf Scholz einhard Schultz wen Schulz wald Schurer rank Schwabe r. Angelica Schwall-Düren r. Martin Schwanholz olf Schwanitz ita Schwarzelühr-Sutter olfgang Spanier r. Margrit Spielmann örg-Otto Spiller r. Ditmar Staffelt ieter Steinecke udwig Stiegler olf Stöckel hristoph Strässer r. Peter Struck oachim Stünker r. Rainer Tabillion örg Tauss ella Teuchner r. h. c. Wolfgang Thierse örn Thießen ranz Thönnes üdiger Veit imone Violka örg Vogelsänger edi Wegener ndreas Weigel etra Weis unter Weißgerber ert Weisskirchen r. Rainer Wend ydia Westrich r. Margrit Wetzel ndrea Wicklein r. Dieter Wiefelspütz ngelbert Wistuba eidi Wright ta Zapf M B F J D A M U O P H D H M D H E D M D H G H H P J B H D G J F D M D D C D D H M N S W D O D D H D K D H E D R S D W D K W (C (D anfred Zöllmer rigitte Zypries DP ens Ackermann aniel Bahr ngelika Brunkhorst echthild Dyckmans lrike Flach tto Fricke aul K. Friedhoff orst Friedrich r. Edmund Peter Geisen ans-Michael Goldmann iriam Gruß r. Christel Happach-Kasan einz-Peter Haustein lke Hoff r. Werner Hoyer ichael Kauch r. Heinrich L. Kolb ellmut Königshaus udrun Kopp arald Leibrecht orst Meierhofer atrick Meinhardt an Mücke urkhardt Müller-Sönksen ans-Joachim Otto etlef Parr isela Piltz örg Rohde rank Schäffler r. Konrad Schily arina Schuster r. Max Stadler r. Rainer Stinner hristoph Waitz r. Claudia Winterstein r. Volker Wissing artfrid Wolff artin Zeil ein PD olfgang Gunkel etlef Müller ttmar Schreiner r. Marlies Volkmer IE LINKE üseyin-Kenan Aydin r. Dietmar Bartsch arin Binder r. Lothar Bisky eidrun Bluhm va Bulling-Schröter r. Martina Bunge oland Claus evim Dağdelen r. Diether Dehm erner Dreibus r. Dagmar Enkelmann laus Ernst olfgang Gehrcke Vizepräsidentin Dr. h. c. Susanne Kastner Aber zu dem, was Sie hier gesagt haben, fällt mir eine Nun geht es von Ihrer Seite aus wieder vollkommen in die andere Richtung. Wenn wir dem vorliegenden Geganze Menge ein. Jetzt uns M dacht zu stellen (Heiterkeit bei der SPD NIS 90/DIE GR und zu behaupten, dass wir seien, die Korruption wollten, s kriminierungsgesetz. (Heiterkeit und Beifall bei der FDP Ich bin der Meinung, dass wi solche Äußerungen in diesem H Sie als Befürworterin des Allg gesetzes sollten als Allererste nicht funktioniert. Das lassen w (Dr. Thea Dückert [BÜND NEN]: Das ist eine stati Lassen Sie mich etwas genau gebrachte Vorhaben eingehen. Debatte zum Zweiten Mittel Ihre Kollegin Andreae hat ges änner unter Generalver und dem BÜNDÜNEN)





(A) )


(B) )


(Hildesheim)


(Wackernheim)


(Tuchenbach)


(Everswinkel)


(Wiesloch)


(Frankfurt)





(A) )


(B) )


(Beifall bei Abgeordneten der SPD)


grundsätzlich diejenigen
chreit nach dem Antidis-

der CDU/CSU und
)

r überprüfen müssen, ob
ohen Hause korrekt sind.

emeinen Gleichstellungs-
wissen, dass so etwas
ir uns nicht gefallen.

NIS 90/DIE GRÜ-
stische Wahrheit!)

er auf das von Ihnen ein-
Gestern hatten wir eine
stands-Entlastungsgesetz.
agt, wir täten in Sachen

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etzentwurf zustimmen würden
rgreifend wieder jede Meng
ufbauen.

Sie fordern in Ihrem Antrag
en unabhängige Ombudsstel

ch kann Ihnen sagen: Es gibt s
ragte in den Unternehmen. Di
as unternehmen und sich nic
endwelchen Beauftragten besc


(Beifall bei der CDU/C ir sollten den Unternehmen ichkeit geben, frei zu arbeite icht die Pflicht auferlegen, zu uptionsbekämpfung einzuricht Es wird noch besser: Es sol aut werden, die dafür verantw ionsregister zu erstellen. Das uptionspranger in Deutschlan uch noch. Mehrkosten sollen ein. Sie sind es, die ständig au en, und nun fordern Sie, neu , würden wir schlicht und e zusätzliche Bürokratie , dass in den Unternehlen eingerichtet werden. chon viel zu viele Beaufe Unternehmen sollen etht die ganze Zeit mit irhäftigen. SU und der FDP)


endlich wieder die Mög-
n, und wir sollten ihnen
sätzliche Stellen zur Kor-
en.

l eine Verwaltung aufge-
ortlich ist, ein Korrup-

wäre sozusagen ein Kor-
d. Den hätten wir dann
damit nicht verbunden
f zu hohe Kosten verwei-
e Behörden zu schaffen.
Diana Golze
Dr. Gregor Gysi
Heike Hänsel
Lutz Heilmann
Hans-Kurt Hill
Cornelia Hirsch
Inge Höger
Dr. Barbara Höll
Ulla Jelpke
Dr. Lukrezia Jochimsen
Katja Kipping
Monika Knoche
Jan Korte
Katrin Kunert
Oskar Lafontaine
Michael Leutert
Ulla Lötzer
Dr. Gesine Lötzsch
Ulrich Maurer
Dorothée Menzner
Kersten Naumann
Dr. Norman Paech
Bodo Ramelow
Elke Reinke

Paul Schäfer (Köln)

Volker Schneider


(Saarbrücken)

Dr. Herbert Schui
Dr. Ilja Seifert
Dr. Petra Sitte
Frank Spieth
Dr. Kirsten Tackmann
Dr. Axel Troost
Alexander Ulrich
Jörn Wunderlich
Sabine Zimmermann

BÜNDNIS 90/
DIE GRÜNEN

Kerstin Andreae
Marieluise Beck (Bremen)

Volker Beck (Köln)

Cornelia Behm
Birgitt Bender
Grietje Bettin
Alexander Bonde
Ekin Deligöz
Dr. Thea Dückert

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Nächster Redner ist der Kollege Dr. Michael Fuchs,
CDU/CSU-Fraktion.


Dr. Michael Fuchs (CDU):
Rede ID: ID1610310900

Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und

Herren! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! „Keine To-
leranz gegenüber Korruption“, so lautet der Titel Ihres
Antrags, Frau Kollegin Dückert. Dem kann ich im Prin-
zip absolut zustimmen.

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(C (D r. Uschi Eid ans-Josef Fell ai Gehring atrin Göring-Eckardt nja Hajduk ritta Haßelmann infried Hermann eter Hettlich riska Hinz lrike Höfken r. Anton Hofreiter ärbel Höhn hilo Hoppe te Koczy ylvia Kotting-Uhl enate Künast arkus Kurth ndine Kurth onika Lazar nna Lührmann icole Maisch erzy Montag erstin Müller infried Nachtwei Omid Nouripour Brigitte Pothmer Claudia Roth Krista Sager Elisabeth Scharfenberg Christine Scheel Irmingard Schewe-Gerigk Dr. Gerhard Schick Rainder Steenblock Silke Stokar von Neuforn Hans-Christian Ströbele Wolfgang Wieland Josef Philip Winkler fraktionslos Gert Winkelmeier Enthaltung SPD Ernst Kranz ürokratieabbau zu wenig. Ich erinnere mich an Worte on Ihnen im Ausschuss, die genauso geklungen haben. ir haben es durchgesetzt, das Gesetz ist gekommen, nd wir haben eine Reihe von Statistiken, Informationsflichten etc. abgeschafft. Wir werden dadurch Einspaungen bei den Unternehmen und auch bei den Verwalungen erzielen. (Dr. Thea Dückert [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Was hat das mit Korruption zu tun?)







(A) )



(B) )


Dr. Michael Fuchs
Wie Sie wissen, belegt die deutsche Wirtschaft im Trans-
parency-Index einen der vorderen Ränge. Uns kann
nicht nachgewiesen werden, dass Deutschland auf die-
sem Sektor besonders auffällig ist. Daher brauchen wir
so ein Register mit Sicherheit nicht und zusätzliche Bü-
rokratie schon gar nicht.

Einen weiteren Ihrer Punkte kann ich überhaupt nicht
nachvollziehen: Was hat die Tätigkeit im Aufsichtsrat
mit Korruption zu tun? Gelinde gesagt, empfinde ich es
als eine Unverschämtheit, die Mitglieder von Aufsichts-
räten unter den Generalverdacht der Korruption zu stel-
len, Frau Dückert.


(Beifall bei der CDU/CSU, der SPD und der FDP)


Ich muss Ihnen sagen: Das lasse ich nicht auf den Auf-
sichtsratsmitgliedern sitzen. Sie tun in dieser Diskussion
so, als ob jemand, der in mehr als fünf Aufsichtsräten
sitzt, automatisch der Korruption nahe wäre.


(Dr. Thea Dückert [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie sollten einmal genau nachlesen!)


Das hat überhaupt nichts miteinander zu tun. Bis jetzt
kann ein Deutscher zehn Aufsichtsratsmandate haben.
Wenn er Vorsitzender eines Aufsichtsrates ist, wird eines
abgezogen, und es sind nur neun, etc. Aufsichtsratsman-
date in dieser Anzahl kann man durchaus erfüllen. Ich
glaube, ich weiß, wovon ich rede.

Außerdem sind Sie für ein Verbot des Wechsels in
den Aufsichtsrat. Ein solches Verbot ist ziemlicher Un-
fug. Es kann nicht so sein, dass auf der Arbeitnehmer-
bank jede Menge Vertreter sitzen, die aus dem Unterneh-
men kommen und das entsprechende Wissen haben,
während auf der Arbeitgeberbank keiner die Struktur des
Unternehmens kennt. Ich halte Ihre Forderung für abso-
lut falsch. Würde man ihr folgen, führte das nicht zu ei-
ner Gleichgewichtung in den mitbestimmten Aufsichts-
räten der großen Unternehmen. Ich wiederhole: Ich halte
das für falsch.

Man kann mit mir darüber diskutieren – ich lehne
nicht unbedingt alles ab, was Sie sagen –, ob es richtig
ist, dass der Aufsichtsratsvorsitzende vorher Vorstands-
vorsitzender gewesen sein kann. Aber es kann nicht rich-
tig sein, dass die Expertise der Arbeitgeberseite nicht
mehr im Aufsichtsrat eines großen Unternehmens vertre-
ten sein darf. Ich wiederhole noch einmal: Das halte ich
für falsch. Sie müssen darüber noch einmal nachdenken.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Wie gesagt, die Umsetzung Ihrer Forderung würde zu ei-
ner Ungleichgewichtigkeit führen. Es wäre beispiels-
weise nicht richtig, dass im Aufsichtsrat von Bayer ein
Vertreter von BASF sitzt. Das würde Geheimnisverrat
und anderem Tür und Tor öffnen. Das sollte nicht passie-
ren. Denken Sie darüber also noch einmal nach. Ich
glaube, Sie haben sich damit nicht intensiv genug be-
schäftigt.


(Dr. Thea Dückert [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Es geht darum, dass der Vorstandsvorsitzende nicht Chef des Aufsichtsrates wird!)



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(C (D Über den Aufsichtsratsvorsitz können Sie mit mir disutieren. Der Aufsichtsratsvorsitzende spielt durchaus ine Doppelrolle, und seine Stimme kann bei der Mehreitsfindung ausschlaggebend sein. Auf der Arbeitgeberbank muss die Expertise des Unernehmens genauso vertreten sein, wie es auf der Areitnehmerbank der Fall ist. Darüber sollten wir uns im laren sein. Anders als Sie es in Ihrem Antrag schreien, hat das mit Filz und Korruption im Übrigen wirkich nichts zu tun. Selbstverständlich sind wir gegen Korruption. Das rauche ich nicht zu betonen. Die Bundesregierung hat m 30. Mai beschlossen, das Korruptionsstrafrecht zu rweitern; sie wird dazu eine Gesetzesinitiative ergreien. Das muss auch so sein. Wir wollen selbstvertändlich, dass Korruption bekämpft wird, und zwar auf ationaler und auf europäischer Ebene. Diese Bundesegierung ist aktiv und viel schneller, als es die Grünen blicherweise sind. Die Grünen hätten in den sieben Jahen, in denen sie an der Regierung waren, selbst entsprehend vorgehen können. Auf diese Idee sind sie aber icht gekommen. Ich wehre mich dagegen, Unternehmen und Unterehmer unter Generalverdacht zu stellen. Es steht völlig ußer Zweifel, dass wir für Nulltoleranz gegenüber Koruption sind. Unternehmer sind allerdings nicht aus sich eraus schlechte Menschen, (Dr. Thea Dückert [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Männer auch nicht!)


nd sie erliegen nicht automatisch der Korruptionsge-
ahr.

Vielen Dank.


(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610311000

Ich gebe das Wort dem Kollegen Martin Zeil, FDP-

raktion.


Martin Zeil (FDP):
Rede ID: ID1610311100

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
ir alle unterstützen den Kampf gegen jedwede Korrup-

on; denn allen ist klar: Fairer Wettbewerb kann sonst
icht funktionieren. So hat die FDP bereits 1997 mit dem
esetz zur Bekämpfung der Korruption die Weichen für
irksame Maßnahmen gegen Korruption gestellt. Dieses
esetz trägt die Handschrift der liberalen Justizminister
eutheusser-Schnarrenberger und Schmidt-Jortzig.

In dem heute vorliegenden Antrag fordert die Frak-
ion der Grünen weitergehende Maßnahmen zur Korrup-
ionsbekämpfung. Aus unserer Sicht werden dabei ei-
ige Punkte verkannt und manche falsch eingeordnet.
ir wehren uns auch dagegen – Herr Kollege Fuchs hat

s schon angesprochen –, hier mit Generalverdächtigun-
en zu arbeiten, wo doch gerade die Grünen in anderen
ereichen in Bezug darauf zu Recht sehr sensibel sind.


(Beifall bei der FDP)







(A) )



(B) )


Martin Zeil
Es gibt, Frau Kollegin Dückert, die geforderten
Schwerpunktstaatsanwaltschaften bereits in sieben
Bundesländern, und die Länder haben auch schon mit
der Einrichtung zentraler Ermittlungsstellen begonnen.

Der Aufbau eines neuen Korruptionsregisters, das
hier gefordert wird, muss genau auf seine Tauglichkeit
überprüft werden. Eine solche Einrichtung darf sich
nicht dahin entwickeln – Herr Kollege Fuchs, Sie haben
das Wort auch schon erwähnt –, dass Unternehmen sozu-
sagen auf Verdacht an den Pranger gestellt werden.
Schäden, die durch vorschnelle Verdächtigung entstehen
können, müssen gerade im Interesse derer, die ehrlich
am Wettbewerb teilnehmen, vermieden werden. Abgese-
hen davon glauben wir nicht, dass wir mit mehr Büro-
kratie hier unbedingt viel Gutes erreichen können.

Was zum Beispiel den Wechsel von Vorständen in
den Aufsichtsrat angeht, so darf man hier keineswegs
einen falschen Zusammenhang herstellen oder gar unter-
stellen, wie das in dem Antrag geschieht, dass solche
Wechsel generell die Korruption fördern. Es ist auch
nicht richtig, dass Aufsichtsräte von außerhalb stets die
besseren Kontrolleure sind, weil Detailkenntnisse der
Branche und der Strukturen des kontrollierten Unterneh-
mens bei der Bekämpfung von Korruption gerade von
großem Vorteil sein können. Es ist nach unserer Auffas-
sung ausschließlich Sache der Eigentümer des Unterneh-
mens, verantwortungsbewusst zu entscheiden, wer das
Unternehmen kontrollieren soll.

Wenn immer wieder die aktuellen Vorgänge in be-
stimmten Firmen herangezogen werden, wie es heute
von den Grünen wieder geschehen ist, möchte ich ein-
mal deutlich sagen: Diese Vorgänge werden mit den Mit-
teln des Rechtsstaats bekämpft und aufgearbeitet.


(Beifall bei der FDP)


Ich glaube nicht, dass wir hier vorschnell nach neuen
Maßnahmen rufen sollten.

Die größten Probleme mit der Korruption haben wir
aber nicht im Geltungsbereich der Gesetze, für die wir
verantwortlich sind. Die Staaten mit der größten Verbrei-
tung von Korruption sind vielmehr auf der ganzen Welt
verstreut. Wir wollen und sollten aktiv daran mitwirken,
Korruption überall einzudämmen. Mit deutschen Geset-
zen werden wir zum Beispiel in Kulturkreisen, wo Vor-
teilsgewährungen zum Abschluss von größeren Geschäf-
ten zum Teil sogar erwartet werden, sicherlich nicht
weiterkommen. Das anzuerkennen, gehört zur Ehrlich-
keit. Hier sind internationale Maßnahmen gefordert.
Die bestehenden einseitigen Verbote für Unternehmer
aus nur einem Teil der Wirtschaft reichen nicht aus.

Dennoch gilt: Wir können nicht korrupte Vergabe-
praktiken in anderen Teilen der Welt verurteilen, wenn
wir hierzulande keine klare Gesetzeslage haben. Deshalb
ist es gut, dass wir in Europa und auch in der Bundes-
republik seit Jahren mit gutem Beispiel vorangehen.

Problematisch bei der Gesetzgebung und in der Praxis
ist auch immer die Frage der Abgrenzung: Wo beginnt
eine strafbare Vorteilsannahme, und wo handelt es sich
noch um einen ganz normalen Vorgang? Ich darf als Bei-

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(C (D piel nennen, dass sich ein Bürgermeister bereits in die efahr strafrechtlicher Verfolgung begeben kann, wenn r nur Spenden für seine Gemeinde einwirbt. Unsere raktion hat zu diesem sensiblen Thema eine Anfrage an ie Bundesregierung gerichtet. Wir haben aber leider eine befriedigende Antwort erhalten. Wir bitten die undesregierung, gerade diesen Punkt bei ihrem Enturf eines Zweiten Gesetzes zur Bekämpfung der Kor uption zu bedenken. Warum die Grünen in ihrem Anrag zum Beispiel dieses Gesetz gar nicht erwähnen, leibt unklar. Wir unterstützen den Kampf gegen Korruption. Wir rkennen an, dass der Antrag der Grünen gut gemeint ist. ber „gut gemeint“ ist auch hier nicht „gut gemacht“. eswegen können wir uns Ihrem Antrag nicht anschlieen. Ich erteile das Wort dem Kollegen Christian Lange on der SPD-Fraktion. Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und erren! Die Korruptionsfälle bei Siemens und VW mahen uns in der Tat betroffen und zeitweilig sprachlos ngesichts von so viel Dreistigkeit. Es bedeutet nicht nur ür die Unternehmen und die betroffenen unschuldigen elegschaften einen riesigen Verlust von Vertrauen in ie Unternehmensführung bzw. die jeweiligen Entscheiungsträger, sondern auch für die Anlegerinnen und Aneger und – nicht zu vergessen – die Kundinnen und unden. Die Börse reagiert sofort und bestraft auch diejenien, die dieses Desaster nicht zu verantworten und nicht erursacht haben. Konzerne bewegen sich außerdem icht allein auf dem Markt. Immer mitbetroffen sind uch die kleineren und mittleren Unternehmen, die uliefererbetriebe. Oftmals fürchten sie um ihre Exis enz, wenn es um Korruption bei Großkonzernen als uftraggeber geht. „Ehrliche Arbeit für ehrliches Geld“, so denken Gott ei Dank die meisten, seien es die Mitarbeiterinnen und itarbeiter in den Unternehmen, in der öffentlichen Veraltung oder bei uns in der Politik. Nichtsdestotrotz gibt s schwarze Schafe, denen das nicht reicht und die sich uf dem Rücken anderer bereichern wollen. Es hinterässt ein schlechtes Gefühl und einen schalen Gechmack, wenn es um die Glaubwürdigkeit jener Persoen geht, denen wir unser Geld, unsere Arbeitskraft, nser Markenvertrauen oder unsere Loyalität anverrauen. Uns allen ist deshalb daran gelegen, Korruption nicht ur in unserem Land, sondern international zu bekämpen. Transparency International, Frau Kollegin Dückert, rmittelte in der Tat, dass weltweit durch Korruption ein ährlicher Schaden von 400 Milliarden US-Dollar entteht. Das sind gewaltige Summen, die den eigentlichen ntwicklungsmöglichkeiten der Länder – da haben Sie Christian Lange recht, Herr Kollege Zeil – verlorengehen. Es verschwinden in großem Umfang über dunkle Kanäle öffentliche Gelder, die dringend für Bildung, Gesundheitswesen und Armutsbekämpfung benötigt werden. Öffentliche Mittel, die sich aus Steuerleistungen der Bürger speisen, werden höchst undemokratisch und ohne jegliche Mitbestimmung im Sinne einiger weniger Vorteilsnehmer missbraucht. Deutschland zählt übrigens nach Angabe von Transparency International weltweit zu den 20 Ländern mit der geringsten Korruption. Dies geht aus dem Korruptionsindex 2006 hervor. Deutschland behauptet damit seinen Platz im vorderen Feld. Das ist ein wichtiger Punkt, wenn es um die Sicherung des Vertrauens in den Wirtschaftsstandort Deutschland geht. Die Bewertung der Vereinigten Staaten von Amerika hat sich übrigens im genannten Zeitraum deutlich verschlechtert, sicherlich auch im Zuge des Enron-Prozesses, bei dem der ExUnternehmenschef Jeff Skilling wegen Korruption zu 24 Jahren Haft verurteilt wurde. Dennoch gibt es auch in Deutschland noch das eine oder andere zu tun, und wir dürfen uns auf diesen „Erfolgen“ nicht ausruhen. Lassen Sie mich deshalb zum Antrag der Grünen einige Worte verlieren. Ihre Forderung, liebe Kolleginnen und Kollegen von den Grünen, nach einem Register für korrupte Unternehmen klingt gut. Das will ich ausdrücklich sagen; denn Sie wissen, ich bin jemand, der bei Transparenz und Korruptionsbekämpfung immer vorneweg geht. Allerdings ist es nicht ganz so einfach, wie Sie sich das vorstellen. Das Grundproblem ist: In einem solchen Register werden keine juristischen Personen geführt werden können. Denn strafrechtlich können nur reale, natürliche Personen in Erscheinung treten. Sie werden verurteilt, nicht juristische Personen. Deshalb müssen wir, wenn wir ein solches Register fordern, schon ehrlich miteinander umgehen. Die Managerinnen und Manager, die natürlichen Personen, sind allenfalls diejenigen, die in ein solches Register gehören, nicht aber, wie von Ihnen gefordert, die juristischen Personen. Diese machen sich selbst nicht strafbar. Wenn wir ein solches Register einführen würden, wie Sie es vorgeschlagen haben, wäre das ein Problem, weil es sich nicht an den Maßstab des Strafrechts hält. Deshalb bin ich da sehr zurückhaltend. In diesem Zusammenhang möchte ich einen zweiten Punkt erwähnen: Wir haben uns in der vergangenen Wahlperiode gemeinsam dem Gesetz zur Offenlegung von Managergehältern gewidmet, einem Instrument für mehr Transparenz, das seine segensreiche Wirkung in der Öffentlichkeit seit kurzem zeigt. Aktionäre und die interessierte Öffentlichkeit können endlich feststellen, ob die Vorstände eines Unternehmens ihrer Leistung entsprechend entlohnt werden. Das ist das gute Recht der Anteilseigner und hat deshalb etwas mit Anteilseignerschutz zu tun. Der Schutz der Aktionäre hat in diesem Fall Vorrang vor der Geheimniskrämerei von Managern. Denn es sind die Anteilseigner, denen das Unternehmen gehört. Es ist auch ein Schutz vor Strippenzieherei im Dunkeln durch Absprachen, von wem auch immer, bei entsprechenden Hauptversammlungen. p K K s A V n f o P n m f S s b s d n s d g b z c L f o l s C k a n s v d G a s s v h r u B i D M w z i k – n (C (D Freiwillig sind viele Unternehmen dieser Selbstverflichtung im Rahmen des Corporate-Governanceodex allerdings nicht gefolgt. Deshalb mussten die oalitionsfraktionen damals eingreifen. Seit dem Ge chäftsbericht für das Jahr 2006 müssen börsennotierte ktiengesellschaften in Deutschland angeben, welches orstandsmitglied wie viel bekommt. Dabei muss nicht ur das Grundgehalt offengelegt werden; auch der erolgsbezogene Anteil der Bezüge, zum Beispiel Aktienptionen, und vertraglich zugesagte Abfindungen oder ensionen müssen ausgewiesen werden. Nur die Aktioäre selbst können die Vorstände mit einer Dreiviertelehrheit für fünf Jahre von dieser Auskunftspflicht be reien. Ihre Forderung Nummer zwei zum arbeitsrechtlichen chutz von Hinweisgebern halte ich zumindest für chwierig. In der Atomwirtschaft – daher kommt das ja, ezogen auf Atomwaffen ebenso wie auf Atomenergie – ind die sogenannten Whistleblower durchaus notwenig; das will ich hier ausdrücklich sagen. Fehlverhalten icht nur aufgrund von Korruption kann dort schnell chlimme und nicht rückholbare Auswirkungen haben, ie wir alle mit schweren gesundheitlichen Schäden oder ar mit unserem Leben zu bezahlen haben. Whistlelower schlagen Alarm, wenn etablierte Kontrollinstanen außer Kontrolle geraten und versagen. Dort brauhen wir Menschen, die Befehle hinterfragen und die oyalität gegenüber organisierten Kontrollinstanzen not alls verweigern. Wir wollen aber eine transparente und ffene Unternehmenskultur mit leistungsbereiten und eistungsgerecht bezahlten Mitarbeitern, wo Korruption chon aufgrund dieser Rahmenbedingungen keine hance hat. Wir werden noch einmal darüber nachdenen; zumindest eine gewisse Zurückhaltung will ich hier ber signalisieren. Was die Forderung Nummer drei Ihres Kataloges ach Gesprächen mit der Regierungskommission Deutcher Corporate-Governance-Kodex über die Aufnahme on Korruption in den Kodex anbelangt, so möchte ich ies ausdrücklich begrüßen. Ich halte das für einen guten edanken. Wir müssen den Kampf gegen Korruption in lle Ebenen hineintragen, sowohl was die Arbeitgebereite als auch was die Arbeitnehmerseite, die Gewerkchaften, anbelangt. Besonders wenn es um die Führung on Unternehmen und die Unternehmenskultur geht, alte ich es für unabdingbar, das Bewusstsein für Koruption und Bestechung zu schärfen und dazu gezielte nternehmensinterne Maßnahmen zu ergreifen. Der vierte Vorschlag, den Sie gemacht haben, ist die eschränkung der Aufsichtsratsmandate. Da möchte ch mich ausdrücklich den Ausführungen des Kollegen r. Fuchs anschließen. Was das Thema der Anzahl der andate anbelangt, so hat dies mit Korruption reichlich enig zu tun. Aber es hat natürlich etwas mit Seriosität u tun. Man fragt sich, wie manche Manager es schaffen, hre Tätigkeit in zehn oder noch mehr Aufsichtsräten zu oordinieren. Bis zehn. – Das ist aber eine Frage der Seriosität und icht der Bekämpfung von Korruption. Christian Lange Für richtig halte ich – da möchte Ihren Vorschlag aufgreifen, Herr Dr. Fuchs –, dass wir uns noch einmal Gedanken darüber machen, was den Wechsel vom Vorstandsvorsitz hin zum Aufsichtsratsvorsitz anbelangt. Ich könnte mir vorstellen, dass es da Handlungsbedarf gibt. Einen weiteren Punkt aus dem Katalog der Grünen will ich aufgreifen, und zwar das Thema Schwerpunktstaatsanwaltschaften. Ich glaube, das ist ein guter Weg, aber ich sage ausdrücklich: Wir sind bereits auf diesem Weg. Überall dort in Deutschland, wo sich Schwerpunktstaatsanwaltschaften in Bezug auf Korruption etabliert haben, wo Kommunen energisch an die Trockenlegung des flächendeckend anzutreffenden Schmiergeldsumpfes gingen, schnellten die Fallzahlen sprunghaft in die Höhe, konnte man ganze Netzwerke von Firmen ausheben, die sich öffentliche Aufträge gegenseitig zugeschoben haben. Nur zur Information: Nach meinen Recherchen gibt es Schwerpunktstaatsanwaltschaften unter anderem in Frankfurt am Main, München und Stuttgart. Meine Damen und Herren, wir werden den Antrag der Grünen heute in die Ausschüsse verweisen. Was meine Fraktion anbelangt, verweisen wir ihn mit Sympathie. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. Letzte Rednerin in dieser Debatte ist die Kollegin Dr. Barbara Höll, Fraktion Die Linke. Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! „Keine Toleranz gegenüber Korruption“, das unterschreibt sicher jeder und jede in diesem Hause. Man könnte diese politische Lyrik allerdings auch klarer ausdrücken: Es geht hier um Gesetzestreue und um nichts anderes. Natürlich unterstützen auch wir die Intention des Antrages. Detailliert wird darüber in den Ausschüssen beraten werden. Aber ich möchte doch darauf hinweisen, dass ich es schon erstaunlich finde, dass Sie in Ihrem Antragstext sehr schnell von den deutschen Zuständen weggehen und auf das Ausland ausweichen. Es gibt sicher beklagenswerte Zustände in anderen Ländern. Diese Länder brauchen Hilfe und Unterstützung. Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, hier über die Binnenkorruption zu sprechen. Es wird ausgeführt, dass Deutschland als Exportweltmeister auf einem zufriedenstellenden siebten Platz liegt. Ich frage Sie aber: Warum ist der Exportweltmeister in diesem Punkt nicht auf Platz eins? Ich denke, Selbstzufriedenheit ist schädlich. Wenn die größte Wirtschaftsmacht der EU nicht auf Platz eins, sondern nur auf Platz sieben steht – diesen Platz nahm Deutschland ein, noch bevor die Korruptionsskandale bei Siemens u d Z „ w B S S n S n E S t s k E g m E w W s s l g g e d b w s g n i t a u s K u c s G a B i f (C (D nd VW die Republik erschütterten –, dann sollte uns as schon zu denken geben. Die Bürgerinnen und Bürger, die in den letzten Tagen eitungen wie die „Leipziger Volkszeitung“ oder die Berliner Zeitung“ aufgeschlagen haben, fragen sich, as in diesem Lande los ist. Der Sachsenskandal um oomtown Leipzig – inzwischen kann man fast umpftown sagen – ist Tag für Tag in den Printmedien. kandale, die scheinbar schon fast vergessen sind – ich enne beispielsweise das Paunsdorf-Center in Leipzig, achsen LB, Schommerund Heitmann-Affäre –, könen wieder nachgelesen werden. (Beifall bei der LINKEN – Jörn Wunderlich [DIE LINKE]: CDU-regiert!)


(Beifall bei der FDP)

Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610311200
Christian Lange (SPD):
Rede ID: ID1610311300




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(Dr. Michael Fuchs [CDU/CSU]: Geht nicht!)





(A) )


(B) )


(Beifall bei der SPD)

Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610311400

(Beifall bei der LINKEN)

Dr. Barbara Höll (DIE LINKE.):
Rede ID: ID1610311500

(Beifall bei der LINKEN)


s kursieren Gerüchte über die Größenordnungen der
kandale. Aber niemand weiß richtig, was los ist.

Ich finde es besonders bedenklich, wenn in dieser Si-
uation von Berlin aus nicht das eindeutige Signal ausge-
endet wird, dass es notwendig ist, vorbehaltlos aufzu-
lären.


(Beifall bei der LINKEN)


s kann doch nicht angehen, dass die Menschen mor-
ens in der Zeitung über einen neuen Skandal lesen und
ittags dann hören, dass alles nicht ganz so schlimm sei.
ine Staatssekretärin äußert intern die Meinung, es
erde bei der Aufklärung eh nicht viel rauskommen.
enn gesagt wird, es sei für die Ermittlungsbehörden

chwierig, an die Unterlagen heranzukommen – es gibt
ie also –, dann muss ich fragen: Wo leben wir eigent-
ich? Das ist ein Punkt, der nicht nur Sachsen, sondern
anz massiv uns alle betrifft.

Wenn Minister auf die Frage, ob sie in einer vorheri-
en Position gesetzestreu gehandelt haben, nicht sofort
ine klare Antwort geben, dann finde ich das schon be-
enklich. Das führt dazu, dass Menschen das Gefühl ha-
en, dass vielleicht noch ein bisschen aufgeklärt und ein
enig moralische Entrüstung gezeigt wird, dass aber an-

chließend die Politik da oben zur Tagesordnung über-
eht.


(Beifall bei der LINKEN)


Menschen wollen Sicherheit. Sie verlangen einen un-
achsichtigen Kampf gegen die Korruption. Sie wollen
ntegre Politikerinnen und Politiker, Behörden und Un-
ernehmen. Wer Korruption bekämpfen will, braucht vor
llem Öffentlichkeit. Sie folgt dem Transparenzgebot
nd bietet vor allem denjenigen den besten Schutz, die
ich unter persönlichem Risiko gegen Erscheinungen der
orruption auflehnen, die ihnen bekannt geworden sind,
nd die den Kontakt zu den Ermittlungsbehörden su-
hen.

Wir müssen gemeinsam nachdenken, intensiv an die-
em Thema arbeiten und vieles, was in dem Antrag der
rünen aufgeführt ist, positiv vorantreiben. Es darf nicht

uf die lange Bank geschoben werden. Die Politik in
erlin muss sich fragen lassen, ob es angehen kann, dass

n einem Bundesland der Eindruck entsteht, man würde
ast in einem rechtsfreien Raum leben. Von hier aus






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(B) (D)


Dr. Barbara Höll

muss Druck ausgeübt werden. Ich glaube, hier sind wir
gemeinsam in der Pflicht.

Ich danke Ihnen.


(Beifall bei der LINKEN)



Dr. h.c. Susanne Kastner (SPD):
Rede ID: ID1610311600

Ich schließe die Aussprache.

Interfraktionell wird Überweisung der Vorlage auf
Drucksache 16/4459 an die in der Tagesordnung aufge-

führten Ausschüsse vorgeschlagen. Sind Sie damit ein-
verstanden? – Das ist der Fall. Dann ist die Überweisung
so beschlossen.

Wir sind damit am Schluss unserer heutigen Tages-
ordnung.

Ich berufe die nächste Sitzung des Deutschen Bun-
destages auf Mittwoch, den 20. Juni 2007, 13 Uhr, ein.

Die Sitzung ist geschlossen.