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ID1822900300

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 18/229 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 229. Sitzung Berlin, Freitag, den 31. März 2017 Inhalt: Tagesordnungspunkt 34: Unterrichtung durch die Bundesregierung: Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie: Neuauf- lage 2016 Drucksache 18/10910 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23079 A Peter Altmaier, Bundesminister für besondere Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23079 B Katja Kipping (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 23081 B Florian Pronold, Parl . Staatssekretär BMUB . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23082 B Katrin Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23083 B Carsten Träger (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23084 C Birgit Menz (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . 23085 B Dr . Andreas Lenz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 23086 B Dr . Valerie Wilms (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23087 A Jeannine Pflugradt (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 23088 A Matern von Marschall (CDU/CSU) . . . . . . . . 23089 A Christoph Strässer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 23090 B Peter Stein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . 23091 B Tagesordnungspunkt 35: a) Antrag der Abgeordneten Harald Weinberg, Pia Zimmermann, Sabine Zimmermann (Zwickau), weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Solidarische und gerechte Finanzierung von Gesundheit und Pflege Drucksache 18/11722 . . . . . . . . . . . . . . . . 23092 B b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Sechster Bericht über die Entwicklung der Pflegeversicherung und den Stand der pflegerischen Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland Drucksache 18/10707 . . . . . . . . . . . . . . . . 23092 B Sabine Zimmermann (Zwickau) (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23092 C Erwin Rüddel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 23093 D Maria Klein-Schmeink (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23095 C Thomas Stritzl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 23095 D Mechthild Rawert (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 23097 A Erich Irlstorfer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 23098 C Harald Weinberg (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 23100 C Dr . Edgar Franke (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 23101 C Elisabeth Scharfenberg (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23102 D Rudolf Henke (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 23103 C Sabine Dittmar (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23105 C Tagesordnungspunkt 36: Antrag der Bundesregierung: Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streit- kräfte an der durch die Europäische Union geführten EU NAVFOR Somalia Operation Atalanta zur Bekämpfung der Piraterie vor der Küste Somalias Drucksache 18/11621 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23106 D Dr . Ralf Brauksiepe, Parl . Staatssekretär BMVg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23107 A Dr . Alexander S . Neu (DIE LINKE) . . . . . . . . 23108 A Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 229 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 31 . März 2017II Dirk Vöpel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23108 D Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23109 D Julia Obermeier (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 23110 C Dr . Alexander S . Neu (DIE LINKE) . . . . . . 23110 D Tagesordnungspunkt 37: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Ersten Geset- zes zur Änderung des E-Government-Ge- setzes Drucksache 18/11614 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23111 D Dr . Ole Schröder, Parl . Staatssekretär BMI . . . 23112 A Dr . Petra Sitte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 23112 D Sebastian Hartmann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 23113 C Dr . Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23114 D Thomas Jarzombek (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 23115 D Tagesordnungspunkt 38: Antrag der Abgeordneten Matthias Gastel, Stephan Kühn (Dresden), Markus Tressel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Radverkehr konsequent fördern Drucksache 18/11729 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23116 D Matthias Gastel (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23117 A Gero Storjohann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 23118 B Matthias Gastel (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23119 C Sabine Leidig (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 23120 C Stefan Zierke (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23122 A Patrick Schnieder (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 23123 D Kirsten Lühmann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 23125 A Daniela Ludwig (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 23126 A Tagesordnungspunkt 39: a) Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD: Für gute Bildung in Europa – Er- folgreiches Programm Erasmus+ wei- terentwickeln Drucksache 18/11726 . . . . . . . . . . . . . . . . 23127 A b) Antrag der Abgeordneten Kai Gehring, Beate Walter-Rosenheimer, Özcan Mutlu, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Mit Eras- mus+ europäische Gemeinschaft erleben Drucksache 18/11737 . . . . . . . . . . . . . . . . 23127 B Thomas Rachel, Parl . Staatssekretär BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23127 B Dr . Rosemarie Hein (DIE LINKE) . . . . . . . . . 23128 B Martin Rabanus (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23129 B Kai Gehring (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23130 C Katrin Albsteiger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 23131 C Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23132 D Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . . 23133 A Anlage 2 Amtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23134 A (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 229 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 31 . März 2017 23079 229. Sitzung Berlin, Freitag, den 31. März 2017 Beginn: 9 .00 Uhr
  • folderAnlagen
    Katrin Albsteiger (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 229 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 31 . März 2017 23133 Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Amtsberg, Luise BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 31 .03 .2017 Auernhammer, Artur CDU/CSU 31 .03 .2017 Beckmeyer, Uwe SPD 31 .03 .2017 Bergner, Dr . Christoph CDU/CSU 31 .03 .2017 Binding (Heidelberg), Lothar SPD 31 .03 .2017 Böhmer, Dr . Maria CDU/CSU 31 .03 .2017 Bosbach, Wolfgang CDU/CSU 31 .03 .2017 Buchholz, Christine DIE LINKE 31 .03 .2017 Bülow, Marco SPD 31 .03 .2017 Drobinski-Weiß, Elvira SPD 31 .03 .2017 Dröge, Katharina * BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 31 .03 .2017 Ehrmann, Siegmund SPD 31 .03 .2017 Fabritius, Dr . Bernd CDU/CSU 31 .03 .2017 Feiler, Uwe CDU/CSU 31 .03 .2017 Flisek, Christian SPD 31 .03 .2017 Fuchtel, Hans-Joachim CDU/CSU 31 .03 .2017 Gabriel, Sigmar SPD 31 .03 .2017 Gehrcke, Wolfgang DIE LINKE 31 .03 .2017 Gohlke, Nicole DIE LINKE 31 .03 .2017 Hajek, Rainer CDU/CSU 31 .03 .2017 Hänsel, Heike DIE LINKE 31 .03 .2017 Harbarth, Dr . Stephan CDU/CSU 31 .03 .2017 Heller, Uda CDU/CSU 31 .03 .2017 Huber, Charles M . CDU/CSU 31 .03 .2017 Hüppe, Hubert CDU/CSU 31 .03 .2017 Jung, Andreas CDU/CSU 31 .03 .2017 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Kaufmann, Dr . Stefan CDU/CSU 31 .03 .2017 Kindler, Sven-Christian BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 31 .03 .2017 Koenigs, Tom BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 31 .03 .2017 Korte, Jan DIE LINKE 31 .03 .2017 Krüger, Dr . Hans-Ulrich SPD 31 .03 .2017 Malecha-Nissen, Dr . Birgit SPD 31 .03 .2017 Michelbach, Dr . h . c . Hans CDU/CSU 31 .03 .2017 Möhring, Cornelia DIE LINKE 31 .03 .2017 Mosblech, Volker CDU/CSU 31 .03 .2017 Müller (Erlangen), Stefan CDU/CSU 31 .03 .2017 Müntefering, Michelle SPD 31 .03 .2017 Nouripour, Omid BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 31 .03 .2017 Pau, Petra DIE LINKE 31 .03 .2017 Pilger, Detlev SPD 31 .03 .2017 Poschmann, Sabine SPD 31 .03 .2017 Pothmer, Brigitte BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 31 .03 .2017 Rüthrich, Susann * SPD 31 .03 .2017 Sarrazin, Manuel BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 31 .03 .2017 Schipanski, Tankred CDU/CSU 31 .03 .2017 Schmidt (Fürth), Christian CDU/CSU 31 .03 .2017 Schmidt (Ühlingen), Gabriele CDU/CSU 31 .03 .2017 Schmidt, Dr . Frithjof BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 31 .03 .2017 Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 229 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 31 . März 201723134 (A) (C) (B) (D) Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Stamm-Fibich, Martina SPD 31 .03 .2017 Stauche, Carola CDU/CSU 31 .03 .2017 Steinbach, Erika fraktionslos 31 .03 .2017 Strebl, Matthäus CDU/CSU 31 .03 .2017 Vietz, Michael CDU/CSU 31 .03 .2017 Vogler, Kathrin DIE LINKE 31 .03 .2017 Wagner, Doris BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 31 .03 .2017 Wöllert, Birgit DIE LINKE 31 .03 .2017 Woltmann, Barbara CDU/CSU 31 .03 .2017 Zöllmer, Manfred SPD 31 .03 .2017 *aufgrund gesetzlichen Mutterschutzes Anlage 2 Amtliche Mitteilungen ohne Verlesung Der Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur hat mitgeteilt, dass er gemäß § 80 Absatz 3 Satz 2 der Geschäftsordnung von einer Berichterstattung zu der nachstehenden Vorlage absieht: – Unterrichtung durch die Bundesregierung Tätigkeitsbericht 2015 der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Ei- senbahnen für den Bereich Eisenbahnen mit Stellungnahme der Bundesregierung Drucksachen 18/10913, 18/11225 Nr. 1 Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden Uni- onsdokumente zur Kenntnis genommen oder von einer Beratung abgesehen hat . Petitionsausschuss Drucksache 18/10932 Nr . A .1 EP P8_TA-PROV(2016)0452 Auswärtiger Ausschuss Drucksache 18/11484 Nr . A .1 Ratsdokument 6379/17 Innenausschuss Drucksache 18/8668 Nr . A .9 Ratsdokument 7905/16 Drucksache 18/9605 Nr . A .16 Ratsdokument 11313/16 Drucksache 18/10311 Nr . A .6 Ratsdokument 12824/16 Drucksache 18/10449 Nr . A .7 Ratsdokument 13530/16 Drucksache 18/10706 Nr . A .3 Ratsdokument 14369/16 Drucksache 18/11029 Nr . A .2 Ratsdokument 15387/16 Drucksache 18/11029 Nr . A .3 Ratsdokument 15399/16 Drucksache 18/11029 Nr . A .6 Ratsdokument 15810/16 Drucksache 18/11693 Nr . A .3 Ratsdokument 6171/17 Finanzausschuss Drucksache 18/10932 Nr . A .10 Ratsdokument 14892/16 Haushaltsausschuss Drucksache 18/11029 Nr . A .16 Ratsdokument 15743/16 Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft Drucksache 18/11484 Nr . A .15 Ratsdokument 5647/17 Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 229 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 31 . März 2017 Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 229. Sitzung Inhaltsverzeichnis TOP 34 Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2016 TOP 35 Finanzierung von Gesundheitsversorgung und Pflege TOP 36 Bundeswehreinsatz EU NAVFOR Atalanta vor Somalia TOP 37 Änderung des E-Government-Gesetzes TOP 38 Förderung des Radverkehrs TOP 39 Bildung in Europa – ERASMUS-Programm Anlagen Anlage 1 Anlage 2
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Katja Kipping


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Zunächst

    möchte ich dem Parlamentarischen Beirat für nachhalti-

    ge Entwicklung danken, dass er diese Debatte angescho-
    ben hat .


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Angesichts des Klimawandels sowie der Armut weltweit
    und hierzulande wäre eine wirkliche Nachhaltigkeitsstra-
    tegie angebracht . Leider wird das, was die schwarz-rote
    Bundesregierung vorgelegt hat, diesem Anspruch nicht
    gerecht . Das ist blamabel .


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Aus Zeitgründen kann ich das nur an zwei Punk-
    ten verdeutlichen . Nehmen wir den Klimaschutz . Der
    UN-Klimareport kommt zu dem Ergebnis, dass in Bälde
    in Afrika bis zu 200 Millionen Menschen von akuter Dür-
    re und Trinkwassermangel bedroht sind . Der Teilnehmer
    einer Klimaschutzkonferenz brachte die Situation wie
    folgt sehr plastisch auf den Punkt: Wenn meine Heimat
    ein Backofen wird, was glauben Sie, dass ich dann ma-
    che? Glauben Sie, dass ich hier sitze, bis ich verdurstet
    bin? Natürlich nicht! – Das heißt also: Der Klimawandel
    wird zu einem extremen Migrationsdruck führen . Klima-
    wandel und Umweltzerstörung werden die Fluchtursa-
    che Nummer eins der Zukunft werden . Deswegen sind
    Klimagerechtigkeit und Klimaschutz zutiefst Fragen der
    globalen Gerechtigkeit und der sozialen Gerechtigkeit,
    die wir mit aller Entschiedenheit angehen müssen .


    (Beifall bei der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Der CO2-Ausstoß muss reduziert werden . Dieses Ziel
    erreichen wir aber nicht durch das Bedrucken von ge-
    duldigem Papier . Dieses Ziel werden wir nur erreichen,
    wenn wir eine Verkehrswende einleiten . Wir brauchen
    weniger Verkehr auf der Straße und eine Umverlagerung
    zu umweltfreundlichen Verkehrsträgern, bis hin dazu,
    dass wir unnötigen Verkehr vermeiden . Wir müssen auch
    die Energiewende in Angriff nehmen. Wir müssen hin zur
    Nutzung erneuerbarer Energien, und wir brauchen dezen-
    trale Formen der Energieversorgung . Nur wenn uns das
    gelingt, werden wir auch den CO2-Ausstoß reduzieren .


    (Beifall bei der LINKEN sowie des Abg . Dr . Anton Hofreiter [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    Zu einer nachhaltigen Entwicklung gehört auch der
    entschiedene Kampf gegen Armut . Schauen wir uns ein-
    mal die Ziele, die sich die schwarz-rote Bundesregierung
    da vornimmt, an – das habe nicht ich mir ausgedacht,
    sondern in Ihrer Liste stehen dazu zwei kleine Punk-
    te –: Im Hinblick auf den Kampf gegen materielle Un-
    terversorgung sagt die Bundesregierung, ihr Ziel sei, die
    entsprechenden Zahlen hierzulande deutlich unter dem
    Durchschnitt der EU 28 zu halten . Im Klartext heißt das:
    Schwarz-Rot reicht es, wenn es im Durchschnitt der ge-
    samten EU den anderen schlechter geht .

    Ja, was soll das denn, bitte schön, den Menschen, die
    hierzulande von Armut betroffen sind, sagen? Der Rent-
    nerin, die nach einem langen Arbeitsleben mit 800 Euro
    im Monat über die Runden kommen muss, sagen Sie

    Bundesminister Peter Altmaier






    (A) (C)



    (B) (D)


    also: „Alles super! Im EU-Durchschnitt geht es anderen
    noch schlechter!“? Sagen Sie einem Kind, das in einer
    Hartz-IV-Familie lebt, das aus den Turnschuhen heraus-
    gewachsen ist und dessen Eltern sich die neuen Turn-
    schuhe vom Munde absparen müssen: „Stell dich nicht
    so an! Im Durchschnitt der EU 28 sieht es noch schlim-
    mer aus!“? Was für eine beschämende Kapitulation vor
    der Armut!


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Ich meine, eine Gesellschaft, in der alle vor Armut
    geschützt sind, ist möglich . Wir Linke wollen uns nicht
    damit abfinden, dass auch nur ein Kind hierzulande in
    Armut aufwachsen muss . Deswegen kämpfen wir für
    eine Gesellschaft, in der jedes Kind einen guten Start ins
    Leben hat .


    (Beifall bei der LINKEN)


    Übrigens: Auch wenn es um den Kampf gegen Un-
    gleichheit geht, sind Ihre Ziele von beredter Bescheiden-
    heit . Auch da reicht es Ihnen, wenn es den anderen im
    Durchschnitt schlechter geht .

    Ich fasse zusammen: In der vorliegenden Nachhaltig-
    keitsstrategie der Bundesregierung stehen schöne Sätze
    und schöne Metaphern zur Problembeschreibung; das
    kann man nicht leugnen . Aber wenn es um Lösungen
    geht, dann werden Sie auffällig kleinlaut. Kurzum: Geht
    es um eine Lösung der großen Menschheitsaufgaben –
    Klimaschutz und Kampf gegen Armut –, wird man von
    dieser Regierung nichts erwarten können . Ich aber meine
    bzw . die Linke meint, der Klimaschutz und der Kampf
    gegen Armut müssen mit aller Entschiedenheit angegan-
    gen werden . Deswegen streiten wir voller Energie für
    eine sozialökologische Gerechtigkeitswende .

    Vielen Dank .


    (Beifall bei der LINKEN)




Rede von Johannes Singhammer
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CSU)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CSU)

Für die Bundesregierung hat jetzt der Parlamentari-

sche Staatssekretär Florian Pronold das Wort .


(Beifall bei der SPD)


Fl
  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Florian Pronold


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)



    Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Lie-
    be Kolleginnen! Liebe Kollegen! Wenn wir unterstel-
    len, dass es im Jahr 2050 9 Milliarden Menschen auf
    der Welt geben wird, und wenn die Entwicklung anhält,
    dass ein Zuzug in die Städte stattfindet, wie derzeit welt-
    weit zu beobachten ist, dann wird in Zukunft weltweit
    eine ganze Menge zusätzlicher Wohnraum gebaut . Wenn
    die bisherige Entwicklung bis 2050 fortschreitet, sind
    40 Prozent unseres CO2-Kontos schon allein durch den
    Städtebau aufgebraucht . Es hat noch keine Kuh ihren
    Verdauungsvorgang abgeschlossen, und es ist noch kein
    Auto gefahren, und schon sind allein durch die Stadt-
    entwicklung 40 Prozent der CO2-Belastungen bis zum
    Jahr 2050 vorherbestimmt .

    Vor diesem Hintergrund müssen wir unsere Nachhal-
    tigkeitsziele auch durch eine andere Art und Weise des
    Bauens verfolgen . Betrachtet man die bestehenden Ziel-
    konflikte, so zeigt sich, wie wir Nachhaltigkeit definieren.
    Wir müssen beim Bauen viel mehr als bisher nachwach-
    sende Rohstoffe verwenden, nicht nur in Deutschland,
    sondern auch weltweit .


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD – Zuruf vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

    hier ein Fortbildungsseminar?)

    Für das Umwelt- und Bauministerium bezieht sich
    Nachhaltigkeit aber nicht nur auf Klimaschutz, sondern
    auch auf Umweltgerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit .
    Frau Kollegin Kipping, es hätte geholfen, die Nachhal-
    tigkeitsstrategie besser zu lesen, statt nur der eigenen
    Propaganda zu glauben .


    (Katja Kipping [DIE LINKE]: Ich habe das hier!)


    Eines der zentralen Entwicklungsziele, um Armut
    zu bekämpfen, ist in Ziel 11 der Nachhaltigkeitsstrate-
    gie festgelegt: eine nachhaltige Stadtentwicklung . Da
    geht es auch um die Frage von Armutsbekämpfung . Der
    Anteil der Menschen in Deutschland und weltweit, die
    mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für Wohnen aus-
    geben müssen, nimmt zu, und zwar dramatisch . Dieser
    Entwicklung muss man entgegenwirken, und das tun
    wir auch . Wir haben zum Beispiel die Mittel für die so-
    ziale Wohnraumförderung verdreifacht, wir haben die
    Mietpreisbremse eingeführt, wir haben die Erhebung
    der Mak lergebühren geregelt, wir haben die Städtebau-
    förderung mehr als verdoppelt, um hier ganz aktiv etwas
    zu tun . Der Kampf gegen Armut und für Nachhaltigkeit
    wird nur erfolgreich sein, wenn es national wie internati-
    onal gelingt, den Schutz der planetaren Grenzen als Ziel
    mit der sozialen Gerechtigkeit und der nachhaltigen wirt-
    schaftlichen Entwicklung zusammenzubringen . Das ist
    die Grundvoraussetzung für Nachhaltigkeit .


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Da gibt es Zielkonflikte; das berücksichtigen wir alltäg-
    lich in den Debatten, die wir führen, und bei der Neuaus-
    richtung von Zielen .


    (Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie müssen in die andere Richtung schauen!)


    – Herr Krischer, Sie rufen immer gerne dazwischen; da-
    für sind Sie ja bekannt . Das ist aber nicht nachhaltig .


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD)


    Zwischenrufe sind nicht nachhaltig . Wenn Sie eine Frage
    haben, melden Sie sich; ich beantworte sie gerne .

    Ich glaube, man muss auf die Zielkonflikte aufmerk-
    sam machen und sie in diesem Hause auch diskutieren .
    Wenn wir den Klimaschutz im Gebäudebereich voran-
    bringen wollen, dann muss es uns gleichzeitig gelingen,
    dass Wohnraum für die Menschen bezahlbar bleibt .


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Katja Kipping






    (A) (C)



    (B) (D)


    Wir dürfen eben nicht zulassen, dass nur diejenigen mit
    einem großen Geldbeutel in energetisch sanierten Woh-
    nungen leben können . So werden wir die Klimaziele
    nicht erreichen . Darum ist es so wichtig, darüber nach-
    zudenken, wie man einen Quartieransatz hinbekommt,
    also nicht mehr nur das einzelne Gebäude betrachtet,
    sondern Lösungen für ganze Quartiere findet. Hier muss
    man neue Wege finden, um CO2-Ziele und die Frage der
    sozialen Gerechtigkeit zusammenzubringen .

    Die Nachhaltigkeitsstrategie wird nur Erfolg ha-
    ben, wenn alle mitmachen, auch die Zivilgesellschaft .
    Deutschland kann, wie in vielen Fällen, mit gutem Bei-
    spiel vorangehen; aber es muss deutlich werden, dass
    Nachhaltigkeit für die gesamte Gesellschaft, für unseren
    Planeten als Ganzes gelten muss. Der Begriff „Nach-
    haltigkeit“ wurde in der Forstwirtschaft geprägt; daher
    kommt dieser Begriff. Heute wissen wir, dass die pla-
    netaren Grenzen sehr schnell erreicht sind . Wir werden
    die planetaren Grenzen gerade in ökologischer Hinsicht
    nicht schützen können, wenn es uns nicht auch gelingt,
    Ungerechtigkeit und Armut auf der Welt zu bekämpfen .
    Das müssen wir zusammenbringen; nur das ist nachhal-
    tig . Die Bundesregierung hat viele gute Beispiele in die-
    sem Bereich gebracht und die Zielkonflikte benannt.

    Ich möchte mich dem Dank an den Nachhaltigkeits-
    beirat anschließen . Ich glaube, es ist wichtig, dass nicht
    nur Parlament und Regierung handeln . Letztlich kommt
    es auf das Handeln der gesamten Gesellschaft an . Nur
    dann wird es uns gelingen, neben der Nachhaltigkeitsde-
    batte auch die „Macht-Frage“ zu stellen: Wer macht was,
    wer setzt was um?


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)