Rede:
ID1818513500

insert_comment

Metadaten
  • sort_by_alphaVokabular
    Vokabeln: 16
    1. Aber: 1
    2. bitte: 1
    3. nur: 1
    4. ein: 1
    5. ganz: 1
    6. kurzes,: 1
    7. Herr: 1
    8. Kollege: 1
    9. Claus;denn: 1
    10. Ihre: 1
    11. Redezeit: 1
    12. ist: 1
    13. schon: 1
    14. lange: 1
    15. abgelaufen: 1
    16. .: 1
  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 18/185 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 185. Sitzung Berlin, Dienstag, den 6. September 2016 Inhalt: Glückwünsche zum Geburtstag der Abgeord- neten Michael Groß, Anita Schäfer (Saal- stadt), Eberhard Gienger, Dr. Hans-Peter Uhl und Erika Steinbach . . . . . . . . . . . . . . . . 18309 A Begrüßung des neuen Abgeordneten Jürgen Coße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18309 B Tagesordnungspunkt 1: a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2017 (Haushaltsgesetz 2017) Drucksache 18/9200 . . . . . . . . . . . . . . . . . 18309 B b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2016 bis 2020 Drucksache 18/9201 . . . . . . . . . . . . . . . . . 18309 C Dr . Wolfgang Schäuble, Bundesminister BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18309 D Allgemeine Finanzdebatte (einschließlich Einzelpläne 08, 20, 32 und 60) Dr . Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . 18317 C Carsten Schneider (Erfurt) (SPD) . . . . . . . . . . 18319 A Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18321 B Ralph Brinkhaus (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 18323 B Dr . Petra Sitte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 18325 B Ralph Brinkhaus (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 18325 D Dr . Gesine Lötzsch (DIE LINKE) (Erklärung nach § 30 GO) . . . . . . . . . . . . . . 18326 B Dr . André Berghegger (CDU/CSU) . . . . . . . . 18326 C Dr . Axel Troost (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 18328 C Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18329 C Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18331 C Andreas Mattfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . 18332 B Bartholomäus Kalb (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 18333 A Lothar Binding (Heidelberg) (SPD) . . . . . . . . 18334 C Dr . h . c . Hans Michelbach (CDU/CSU) . . . 18335 D Antje Tillmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 18337 B Carsten Körber (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 18339 B Einzelplan 06 Bundesministerium des Innern Dr . Thomas de Maizière, Bundesminister BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18340 D Ulla Jelpke (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . 18343 C Dr . Eva Högl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18344 C Dr . Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18346 D Clemens Binninger (CDU/CSU) . . . . . . . . . 18347 D Stephan Mayer (Altötting) (CDU/CSU) . . . . . 18349 A Frank Tempel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 18349 D Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 18352 B Burkhard Lischka (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 18353 B Irene Mihalic (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18354 A Armin Schuster (Weil am Rhein) (CDU/ CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18355 B Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 185 . Sitzung . Berlin, Dienstag, den 6 . September 2016II Renate Künast (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18357 D Dr . Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18359 A Frank Tempel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 18359 C Armin Schuster (Weil am Rhein) (CDU/ CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18359 D Gabriele Fograscher (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 18360 B Dr . Reinhard Brandl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 18361 B Gerold Reichenbach (SPD) . . . . . . . . . . . . . 18362 D Matthias Schmidt (Berlin) (SPD) . . . . . . . . . . 18363 C Einzelplan 07 Bundesministerium der Justiz und für Ver- braucherschutz Heiko Maas, Bundesminister BMJV . . . . . . . 18364 C Harald Petzold (Havelland) (DIE LINKE) . . . 18366 C Dr . Stephan Harbarth (CDU/CSU) . . . . . . . . . 18367 D Renate Künast (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18370 A Dennis Rohde (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18371 C Caren Lay (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . 18372 C Mechthild Heil (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 18373 D Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18375 C Dr . Johannes Fechner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . 18376 D Dr . Volker Ullrich (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 18378 B Elvira Drobinski-Weiß (SPD) . . . . . . . . . . . . . 18379 C Klaus-Dieter Gröhler (CDU/CSU) . . . . . . . . . 18380 B Einzelplan 30 Bundesministerium für Bildung und For- schung Dr . Johanna Wanka, Bundesministerin BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18382 C Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 18385 A Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . . . 18386 D Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18389 A Michael Kretschmer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 18390 B Dr . Rosemarie Hein (DIE LINKE) . . . . . . . . . 18392 B Swen Schulz (Spandau) (SPD) . . . . . . . . . . . . 18393 C Kai Gehring (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18395 B Katrin Albsteiger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 18396 C Beate Walter-Rosenheimer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18398 A Saskia Esken (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18398 D Anette Hübinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 18400 A René Röspel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18401 D Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18403 C Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . . 18405 A Anlage 2 Neudruck: Inhaltsverzeichnis Anlage 2 (183 . Sit- zung, Seite VIII) und Anlage 2 (183 . Sitzung, Seite 18131 B) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18405 B Anlage 3 Neudruck: Antwort des Parl . Staatssekretärs Florian Pronold auf die Frage 39 der Abgeord- neten Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) (182 . Sitzung, Anlage 28) . . . . . . 18405 D (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 185 . Sitzung . Berlin, Dienstag, den 6 . September 2016 18309 185. Sitzung Berlin, Dienstag, den 6. September 2016 Beginn: 10 .02 Uhr
  • folderAnlagen
    René Röspel (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 185 . Sitzung . Berlin, Dienstag, den 6 . September 2016 18405 Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Binder, Karin DIE LINKE 06 .09 .2016 Bluhm, Heidrun DIE LINKE 06 .09 .2016 Bülow, Marco SPD 06 .09 .2016 Dehm, Dr . Diether DIE LINKE 06 .09 .2016 Gerster, Martin SPD 06 .09 .2016 Hellmich, Wolfgang SPD 06 .09 .2016 Hintze, Peter CDU/CSU 06 .09 .2016 Karawanskij, Susanna DIE LINKE 06 .09 .2016 Kolbe, Daniela SPD 06 .09 .2016 Lerchenfeld, Philipp Graf CDU/CSU 06 .09 .2016 Menz, Birgit DIE LINKE 06 .09 .2016 Möhring, Cornelia DIE LINKE 06 .09 .2016 Neu, Dr . Alexander S . DIE LINKE 06 .09 .2016 Rosemann, Dr . Martin SPD 06 .09 .2016 Schlecht, Michael DIE LINKE 06 .09 .2016 Schmidt (Ühlingen), Gabriele CDU/CSU 06 .09 .2016 Steffen, Sonja SPD 06 .09 .2016 Träger, Carsten SPD 06 .09 .2016 Weisgerber, Dr . Anja CDU/CSU 06 .09 .2016 Zimmermann (Zwickau), Sabine DIE LINKE 06 .09 .2016 Zimmermann, Pia DIE LINKE 06 .09 .2016 Anlage 2 Neudruck: Inhaltsverzeichnis Anlage 2 (183. Sit- zung, Seite VIII) und Anlage 2 (183. Sitzung, Seite 18131 B) Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Marieluise Beck (Bremen) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Fraktion BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN zu der Abgabe einer Regierungserklärung durch die Bundeskanz- lerin zum NATO-Gipfel am 8 ./9 . Juli 2016 in Warschau (Drucksache 18/9086) (Tagesordnungspunkt 4) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18131 B Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Marieluise Beck (Bremen) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu der Abgabe einer Regierungserklärung durch die Bundeskanzlerin zum NATO-Gipfel am 8./9. Juli 2016 in Warschau (Drucksache 18/9086) (Tagesordnungspunkt 4) Ich nehme an der Abstimmung nicht teil . Wer das Agieren der NATO bewerten will, muss einen Blick auf den Charakter des Regimes Putin werfen . Das System Putin ist eine Mischung aus KGB/FSB-Struktu- ren mit Oligarchen und kriminellen Methoden . Der Staat ist auf dieses Herrschaftsmodell vollkommen ausgerich- tet . Nichts muss dieses Regime mehr fürchten als Demo- kratie, Pressefreiheit und Rechtsstaatlichkeit . Um jegli- chen demokratischen Widerstand im Lande zu ersticken, braucht das Regime „Feinde“ im Ausland und erklärt jeg- liche demokratische Bewegung im Inneren als feindlich . Deswegen kann das Regime am Frieden draußen kein Interesse haben. Es braucht Konflikte, um durch Propa- ganda nach innen sein Regime aufrechtzuerhalten . In diesem Zusammenhang müssen auch die Vorgänge in der Ukraine bewertet werden . Der Kreml wünscht weder den demokratischen und ökonomischen Erfolg der Ukraine noch echten Frieden an seinen Grenzen . Eine erfolgreiche Ukraine könnte der Anstoß für eine ähnliche demokratische Entwicklung in der Russischen Föderation werden . Die Ausrichtung der Fähigkeiten der NATO muss die- se Analyse mit einbeziehen . Das schließt den geduldigen und zähen Dialog mit dem Regime im Kreml nicht aus, sondern er bleibt un- verzichtbar . Anlage 3 Neudruck: Antwort des Parl . Staatssekretärs Florian Pronold auf die Frage der Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) (Drucksache 18/8998, Frage 39): Welche Erkenntnisse hat das Bundesministerium für Um- welt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) über den derzeitigen antragstellerseitigen Stand der Arbeiten an Anträgen zur Zwischenlagerung der insgesamt 26 ausstehen- den Castoren mit verglasten radioaktiven Wiederaufarbei- Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 185 . Sitzung . Berlin, Dienstag, den 6 . September 201618406 (A) (C) (B) (D) Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de tungsabfällen aus La Hague und Sellafield in Zwischenlagern an Atomkraftwerkestandorten (gegebenenfalls bitte auch mit zeitlichen Prognosen), und gegebenenfalls welche Fortschrit- te wurden bei etwaigen weiteren Sitzungen der gemeinsamen Arbeitsgruppe (AG) des BMUB und der Energieversorgungs- unternehmen zu diesem Thema seit der zweiten AG-Sitzung vom 16 . November 2015 erzielt (gegebenenfalls bitte mög- lichst auch mit Angabe der jeweiligen Sitzungstermine und -teilnehmer wie in Plenarprotokoll 18/142, Anlage 32; dazu, dass zwischen dem 16 . November 2015 und 8 . Juni 2016 keine betreffende AG-Sitzung stattfand, siehe Antwort der Bundesregierung auf meine mündliche Frage 11, Plenarproto- koll 18/175, Anlage 10)? Nach dem Treffen der Arbeitsgruppe aus Vertretern des Bundesumweltministeriums und der Energieversor- gungsunternehmen am 16 . November 2015 hat keine weitere Sitzung der Arbeitsgruppe stattgefunden . In einem Gespräch zu unterschiedlichen Themen ha- ben die Energieversorgungsunternehmen (EVU) Bereit- schaft signalisiert, im Zusammenhang mit der von den Energieversorgungsunternehmen erwarteten und voraus- gesetzten Umsetzung der Empfehlungen der Kommis- sion zur Überprüfung der Finanzierung des Kernener- gieausstiegs (KFK) für die vier im Gesamtkonzept zur Rückführung von verglasten radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung vom 19 . Juni 2015 genannten Standorte Unterlagen für Genehmigungsverfahren nach § 4 und § 6 Atomgesetz vorbereiten zu wollen . (182 . Sitzung, Anlage 28) 185. Sitzung Inhaltsverzeichnis TOP 1 Einbringung Haushaltsgesetz 2017, Finanzplan des Bundes 2016 bis 2020 Epl 06 Inneres Epl 30 Bildung und Forschung Epl 07 Justiz und Verbraucherschutz Epl 08, Epl 20, Epl 32, Epl 60 Allgemeine Finanzdebatte Anlagen Anlage 1 Anlage 2 Anlage 3
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Roland Claus


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Bereits

    Bundesminister Schäuble ist wie soeben auch Bundesmi-
    nisterin Wanka auf die bemerkenswerte Langzeitbilanz
    dieses Etats eingegangen . Es ist in der Tat einzigartig,
    dass ein einzelner Etat innerhalb von zehn Jahren einen
    Zuwachs um 130 Prozent, also weit mehr als eine Ver-
    doppelung, erfahren hat .


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)


    Das ist einmalig und spricht für eine gute Absicht . Dazu
    kommt – viele wissen das nicht –, dass dieser Etat vor-
    wiegend ein Programmetat ist . Die Ministerin muss mit
    ihrem Team also relativ wenig verwalten . Sie kann sehr
    viel verteilen . Sie hat auch noch Verteilungshelfer, die ihr
    dabei zur Seite stehen . Das sind die sogenannten Projekt-
    träger .


    (Zuruf des Abg . Albert Rupprecht [CDU/ CSU])


    – Ja, ja, wenn Sie weiter mitdenken, bleibt es auch für
    Sie gut .

    Jetzt müssen wir uns natürlich die Frage stellen: Wenn
    sich eine Regierung entscheidet, einen Etat innerhalb von
    zehn Jahren so kolossal aufwachsen zu lassen,


    (Dr . Thomas Feist [CDU/CSU]: Klasse, nicht?)


    ziehen dann auch die Ergebnisse in Bildung, Forschung
    und Wissenschaft ebenso mit? Haben die sich auch ver-
    doppelt?


    (Albert Rupprecht [CDU/CSU]: Genau so ist es! Super!)


    Ist das so in der Wahrnehmung? Es wird einige im Plenum
    geben, die laut Ja rufen, es wird auch ein paar Zuwen-
    dungsempfänger geben, die das bejahen werden, aber die
    Mehrheit der Bevölkerung wird genau dies kritisch se-

    hen . Eltern, die gegen Schulschließungen angehen, Aka-
    demiker in Bildungsträgern in ständiger Konkurrenz um
    neue Aufträge – das alles sind keine von mir frei erfunde-
    nen Beispiele –, Hochschulangehörige mit auslaufenden
    Zeitverträgen, sie alle sehen das etwas anders . Deswegen
    sagen wir Ihnen hier nochmals: Viel Geld allein garan-
    tiert den Erfolg noch nicht . Es muss mehr dazukommen .


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Nun haben wir die Kritik nicht zum ersten Mal ange-
    sprochen, aber wir sind auch nicht die Einzigen, die Din-
    ge wiederholen . Man merkt Frau Wanka schon an, dass
    sie sehr bemüht ist, hier eine Ergebnisanalyse einzubrin-
    gen . Aber wenn ich mir dann anschaue, welche Unterlage
    das Bundesministerium für Bildung und Forschung dem
    Haushaltsausschuss vorgelegt hat, muss ich Ihnen sagen:
    Das ist, wenn ich das so salopp sagen darf, wirklich grot-
    tenaltes Denken . Neun Seiten ausschließlich Eigenlob,


    (Max Straubinger [CDU/CSU]: Sie können uns auch loben, Herr Claus, das nennt man Fremdlob!)


    und dieses Eigenlob ist nicht an einem einzigen Ergebnis
    festgemacht, sondern lediglich an den steigenden Ausga-
    ben . Dieses Denken müssen Sie noch überwinden .


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Tankred Schipanski [CDU/CSU]: Das müssen Sie einmal genauer lesen!)


    – Das kann man fünfmal genau lesen; es wird davon
    wirklich nicht besser . Beim zweiten Mal wird es auch Ih-
    nen langweilig vorkommen .

    Gerade von einem Bildungs- und Forschungsminis-
    terium hätte ich ein bisschen mehr intellektuellen An-
    spruch und auch selbstkritische Reflexion erwartet.


    (Beifall bei der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Kai Gehring [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Und Kreativität!)


    Einige Aspekte will ich dabei herausgreifen .

    Sie schreiben in Ihrem Haushalt: Ziel der Bundesre-
    gierung ist es, für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sor-
    gen . – Fakt ist aber – ich sage: leider –: Die soziale Aus-
    lese nimmt weiter zu .


    (Dr . Thomas Feist [CDU/CSU]: So ein Quatsch!)


    Von 100 Akademikerkindern studieren 77 und 23 nicht .


    (Dr . Thomas Feist [CDU/CSU]: Eine Berufsausbildung ist genauso gut! Das ist doch nun wirklich uraltes Denken, Herr Claus!)


    Von 100 Nicht-Akademikerkindern – da ist es genau um-
    gedreht – studieren 23, obwohl 46 die Hochschulreife
    erreicht haben, und 77 nicht .


    (Tankred Schipanski [CDU/CSU]: Nennen Sie einmal die Quelle, Herr Claus!)


    Das ist nicht nur eine soziale Selektion, die wir für un-
    gerechtfertigt halten, sondern wahrscheinlich auch ein

    Bundesministerin Dr. Johanna Wanka






    (A) (C)



    (B) (D)


    gigantisches Verschenken von Talenten, denen wir den
    Weg zu diesem Bildungsgang versperren .


    (Beifall bei der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Die Initiative „ArbeiterKind .de“ macht auf diese Proble-
    me seit 2008 aufmerksam .

    Natürlich ist das eine Ungerechtigkeit in Bildung und
    Qualifizierung, die die Linke so nicht hinnehmen wird.
    Deswegen werden wir Ihnen erneut Vorschläge für eine
    große BAföG-Reform auf den Tisch legen, die diesen
    Namen verdient und dann auch das Deutschlandstipen-
    dium überflüssig macht.


    (Dr . Thomas Feist [CDU/CSU]: Oh ja! BAföG für alle!)


    Diese BAföG-Reform – das müssen wir zugeben – ist
    eine teure Reform .


    (Dr . Thomas Feist [CDU/CSU]: Genau! Für Kinder, für Großeltern, für alle!)


    Sie ist aus dem Bestand des BMBF nicht zu bezahlen .
    Deshalb verlangt eine solche Reform auch eine andere
    Einnahmepolitik des Bundes . Mit einem gerechten Steu-
    erkonzept wären wir in der Lage, einen gerechten Zu-
    gang zu Bildung und Qualifizierung zu finanzieren, mei-
    ne Damen und Herren .


    (Beifall bei der LINKEN)


    Wir werden uns in den Haushaltsberatungen – das
    wissen Sie, Frau Ministerin – wieder mit den Kritikpunk-
    ten befassen, die von der Opposition, von Teilen der Koa-
    lition und vom Bundesrechnungshof zur Zielgenauigkeit
    und zur Abrechenbarkeit der Förderung von Wissen-
    schaftseinrichtungen nach wie vor vorgetragen werden .
    Wir kritisieren insbesondere die von uns so genannten
    Zuwendungen an ausgewählte staatsnahe Monopolisten,
    inzwischen auch im Zusammenwirken mit anderen Mi-
    nisterien . Die Sache wird ein bisschen dreist . Im Etat des
    Bundeswirtschaftsministeriums gibt es inzwischen einen
    Vermerk, in dem ein Zuwendungsempfänger, den wir alle
    gut kennen, explizit als solcher hervorgehoben wird . Ich
    finde, das hat mit Vergaberecht nichts mehr zu tun. Wir
    lassen das gerade prüfen . Auch das Projektträgergebaren
    des BMBF lässt da einiges zu wünschen übrig .

    Wir halten die Kritik aufrecht, dass trotz der Änderung
    des Teilzeit- und Befristungsgesetzes befristete Arbeits-
    verhältnisse im Wissenschafts- und Hochschulbereich
    ein ungeheuer großes Problem sind, das wir nach wie vor
    nicht gelöst haben .


    (Dr . Thomas Feist [CDU/CSU]: Das können die Länder doch ändern! Wir haben gerade gehört: 1 Milliarde Euro mehr!)


    Dieses Problem haben Sie mit Ihrer kleinen Gesetzes-
    novelle nicht im Kern angepackt . Ich glaube, das haben
    Sie inzwischen selber verstanden .


    (Beifall bei der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Es ist ja nicht so, dass man den Leuten nur die Frei-
    heit, ihre Zukunft zu planen, raubt, sondern wir verschen-

    ken wahrscheinlich auch wissenschaftliche Leistungen .
    Wenn man immer an ein bestimmtes Datum denken muss
    und sich mitten in der Forschung befindet, wo sich nicht
    alles planen lässt, man aber genau weiß: „In drei Mo-
    naten läuft die Befristung meines Arbeitsvertrages aus“,
    dann ist das kreativitätsfeindlich, meine Damen und Her-
    ren . Diese Kritik müssen Sie sich gefallen lassen .


    (Dr . Thomas Feist [CDU/CSU]: Die Wissenschaftsplanung in der DDR hat ja super funktioniert! Das waren doch Superergebnisse! Ich sage nur: der größte Mikroprozessor der Welt!)


    Ein positives Beispiel will ich allerdings auch erwäh-
    nen .



Rede von Ulla Schmidt
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

Aber bitte nur ein ganz kurzes, Herr Kollege Claus;

denn Ihre Redezeit ist schon lange abgelaufen .


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Roland Claus


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Gut, dann höre ich mit einem positiven Beispiel auf –

    man soll ja lobend beginnen, kritisch ausführen und op-
    timistisch enden –:


    (Heiterkeit bei Abgeordneten der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Ich halte es für sehr bemerkenswert, was von der Arbeits-
    gemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen
    Jahr für Jahr geleistet wird . Dort ist zum ersten Mal eine
    wirklich sinnvolle Kooperation verschiedener Ministeri-
    en bei der Förderung anzutreffen. Davon profitiert auch
    Ostdeutschland in erheblichem Maße . Von den besten
    Initiativen können wir noch einiges lernen . Aber natür-
    lich müssen wir auch sehr viel Murks, der noch gemacht
    wird, beenden .


    (Beifall bei der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Dr . Thomas Feist [CDU/CSU]: Schwach!)