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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 18/162 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 162. Sitzung Berlin, Freitag, den 18. März 2016 Inhalt Tagesordnungspunkt 19: a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zur Reform der Pflegeberufe (Pflege- berufereformgesetz – PflBRefG) Drucksache 18/7823 . . . . . . . . . . . . . . . . . 15957 A b) Antrag der Abgeordneten Pia Zimmermann, Harald Weinberg, Sabine Zimmermann (Zwickau), weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Gute Ausbildung – Gute Arbeit – Gute Pflege Drucksache 18/7414 . . . . . . . . . . . . . . . . . 15957 B in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 3: Antrag der Abgeordneten Elisabeth Scharfenberg, Kordula Schulz-Asche, Maria Klein-Schmeink, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Integrative Pflegeausbildung – Pflegeberuf aufwerten, Fachkenntnisse erhalten Drucksache 18/7880 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15957 B Hermann Gröhe, Bundesminister BMG . . . . . 15957 D Pia Zimmermann (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 15959 C Elke Ferner, Parl . Staatssekretärin BMFSFJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15960 D Pia Zimmermann (DIE LINKE) . . . . . . . . . 15961 C Elisabeth Scharfenberg (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15963 C Bettina Müller (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 15964 C Maria Michalk (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 15965 C Harald Weinberg (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 15966 C Dr . Carola Reimann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 15967 C Maria Klein-Schmeink (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15968 D Astrid Timmermann-Fechter (CDU/CSU) . . . 15970 A Dr . Karl Lauterbach (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 15971 A Erich Irlstorfer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 15972 C Marcus Weinberg (Hamburg) (CDU/CSU) . . . 15974 A Tagesordnungspunkt 20: Erste Beratung des von den Abgeordneten Kerstin Andreae, Kai Gehring, Dr . Thomas Gambke, weiteren Abgeordneten und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ein- gebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur steu- erlichen Förderung von Forschung und Entwicklung kleinerer und mittlerer Un- ternehmen (KMU-Forschungsförderungs- gesetz) Drucksache 18/7872 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15975 C Kerstin Andreae (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15975 D Ralph Brinkhaus (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 15976 D Dr . Thomas Gambke (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15978 A Dr . Petra Sitte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 15979 C Dr . Thomas Gambke (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15980 C Lothar Binding (Heidelberg) (SPD) . . . . . . . . 15982 B Dr . Philipp Murmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . 15983 D Kai Gehring (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15986 A Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 162 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 18 . März 2016II Gabriele Katzmarek (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 15987 B Dr . Philipp Lengsfeld (CDU/CSU) . . . . . . . . . 15988 A Kerstin Andreae (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15990 B Dr . Daniela De Ridder (SPD) . . . . . . . . . . . . . 15991 A Dr . Heinz Riesenhuber (CDU/CSU) . . . . . . . . 15992 B Swen Schulz (Spandau) (SPD) . . . . . . . . . . . . 15993 D Tagesordnungspunkt 21: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungs- neubaus Drucksache 18/7736 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15995 B Dr . Michael Meister, Parl . Staatssekretär BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15995 B Caren Lay (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . 15996 D Florian Pronold, Parl . Staatssekretär BMUB . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15997 D Lisa Paus (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . 15998 D Olav Gutting (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . 16000 A Cansel Kiziltepe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16001 B Philipp Graf Lerchenfeld (CDU/CSU) . . . . . . 16002 C Lisa Paus (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16003 A Tagesordnungspunkt 22: Antrag der Abgeordneten Hubertus Zdebel, Andrej Hunko, Karin Binder, weiterer Abge- ordneter und der Fraktion DIE LINKE: Risi- ko-Reaktoren abschalten – Atomausstieg in Europa beschleunigen Drucksache 18/7875 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16004 A Hubertus Zdebel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 16004 B Steffen Kanitz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 16005 C Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16007 C Hiltrud Lotze (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16008 C Florian Oßner (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 16009 C Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE) . . . . . . 16010 C Klaus Mindrup (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16011 C Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16012 D Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . . 16013 A Anlage 2 Amtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16013 D (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 162 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 18 . März 2016 15957 162. Sitzung Berlin, Freitag, den 18. März 2016 Beginn: 9 .00 Uhr
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    Klaus Mindrup (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 162 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 18 . März 2016 16013 Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Albsteiger, Katrin CDU/CSU 18 .03 .2016 Bas, Bärbel SPD 18 .03 .2016 Beck (Bremen), Marieluise BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 18 .03 .2016 Beck (Köln), Volker BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 18 .03 .2016 Bülow, Marco SPD 18 .03 .2016 Connemann, Gitta CDU/CSU 18 .03 .2016 Drobinski-Weiß, Elvira SPD 18 .03 .2016 Durz, Hansjörg CDU/CSU 18 .03 .2016 Freitag, Dagmar SPD 18 .03 .2016 Grindel, Reinhard CDU/CSU 18 .03 .2016 Held, Marcus SPD 18 .03 .2016 Jung, Andreas CDU/CSU 18 .03 .2016 Jung, Dr . Franz Josef CDU/CSU 18 .03 .2016 Jüttner, Dr . Egon CDU/CSU 18 .03 .2016 Karawanskij, Susanna DIE LINKE 18 .03 .2016 Klingbeil, Lars SPD 18 .03 .2016 Koenigs, Tom BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 18 .03 .2016 Korte, Jan DIE LINKE 18 .03 .2016 Kühn (Dresden), Stephan BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 18 .03 .2016 Lach, Günter CDU/CSU 18 .03 .2016 Liebich, Stefan DIE LINKE 18 .03 .2016 Maisch, Nicole BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 18 .03 .2016 Malecha-Nissen, Dr . Birgit SPD 18 .03 .2016 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Mast, Katja SPD 18 .03 .2016 Merkel, Dr . Angela CDU/CSU 18 .03 .2016 Michelbach, Dr . h . c . Hans CDU/CSU 18 .03 .2016 Rachel, Thomas CDU/CSU 18 .03 .2016 Rosemann, Dr . Martin SPD 18 .03 .2016 Roth (Augsburg), Claudia BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 18 .03 .2016 Ryglewski, Sarah SPD 18 .03 .2016 Schäuble, Dr . Wolfgang CDU/CSU 18 .03 .2016 Schlecht, Michael DIE LINKE 18 .03 .2016 Schneider (Erfurt), Carsten SPD 18 .03 .2016 Steinbach, Erika CDU/CSU 18 .03 .2016 Stracke, Stephan CDU/CSU 18 .03 .2016 Tressel, Markus BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 18 .03 .2016 Ulrich, Alexander DIE LINKE 18 .03 .2016 Veit, Rüdiger SPD 18 .03 .2016 Weiler, Albert CDU/CSU 18 .03 .2016 Wendt, Marian CDU/CSU 18 .03 .2016 Wicklein, Andrea SPD 18 .03 .2016 Anlage 2 Amtliche Mitteilungen ohne Verlesung Der Bundesrat hat in seiner 942 . Sitzung am 26 . Feb- ruar 2016 beschlossen, den nachstehenden Gesetzen zu- zustimmen bzw . einen Antrag gemäß Artikel 77 Absatz 2 des Grundgesetzes nicht zu stellen: – Gesetz zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Gefahren des Konsums von elektronischen Zigaretten und elektronischen Shishas Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 162 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 18 . März 201616014 (A) (C) (B) (D) – Gesetz zur Änderung des Hochschulstatistikgesetzes – Erstes Gesetz zur Änderung des Mess- und Eichge- setzes – Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2014/91/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Juli 2014 zur Änderung der Richtlinie 2009/65/ EG zur Koordinierung der Rechts- und Verwal- tungsvorschriften betreffend bestimmte Organis- men für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW) im Hinblick auf die Aufgaben der Ver- wahrstelle, die Vergütungspolitik und Sanktionen – Gesetz zu dem Abkommen vom 14. November 2012 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über die Zusammenarbeit im Be- reich des Eisenbahnverkehrs über die deutsch-pol- nische Staatsgrenze – Gesetz zur erleichterten Ausweisung von straffäl- ligen Ausländern und zum erweiterten Ausschluss der Flüchtlingsanerkennung bei straffälligen Asyl- bewerbern – Gesetz zur Einführung beschleunigter Asylverfah- ren – Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkre- ditrichtlinie und zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften Der Bundesrat hat hierzu ferner folgende Entschlie- ßung gefasst: 1 . Der Bundesrat bedauert, dass der Gesetzesbeschluss des Deutschen Bundestages zur Umsetzung der Wohn- immobilienkreditrichtlinie keine Festlegung einer Obergrenze für die Höhe des Dispositions- und Über- ziehungskreditzinses vorsieht . Eine gesetzliche Deckelung des Dispozinses wäre zum effektiven Schutz der Verbraucherinnen und Ver- braucher vor einer zunehmenden Überschuldung wir- kungsvoll und geboten . Die vom Bundesrat in seiner Stellungnahme vom 25 . September 2015, vergleiche BR-Drucksache 359/15 (Beschluss), vorgeschlagene Obergrenze von acht Prozent über dem Basiszins nach § 247 BGB ist maßvoll und gewährleistet eine Balance zwischen dem Interesse der Banken an ausreichenden Spielräumen und einem Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor überhöhten Zinssätzen bei der Überziehung ihrer privaten Konten . Es erscheint nicht hinnehmbar, dass angesichts der Höhe des Leitzinses der Europäischen Zentralbank von aktuell 0,05 Pro- zent Dispositionskreditzinsen von teilweise deutlich mehr als zehn Prozent erhoben werden . Ein Großteil der Kreditinstitute profitiert zunehmend von den ak- tuell historisch niedrigen Zinssätzen, gibt diese aber nicht an ihre Kunden weiter . Appelle zur freiwilligen Selbstverpflichtung und Mäßigung bei der Bemessung der Dispositionskreditzinsen sind weitgehend ergeb- nislos geblieben . 2 . Der Gesetzesbeschluss des Deutschen Bundestages sieht mit § 504a BGB eine Pflicht der Kreditinstitu- te zur Beratung der Kundinnen und Kunden erst dann vor, wenn diese die ihnen eingeräumte Möglichkeit der Kontoüberziehung ununterbrochen über einen Zeitraum von sechs Monaten in Anspruch genommen haben und die durchschnittliche Höhe des in Anspruch genommenen Betrages 75 Prozent des vereinbarten Höchstbetrages, das heißt des vereinbarten Dispositi- onskreditlimits übersteigt . Der Bundesrat hält diese Voraussetzungen für eine Beratungsverpflichtung des Kreditinstituts nicht für ausreichend, um Verbraucherinnen und Verbraucher wirksam vor einer Überschuldung zu schützen . Der Dispositionskredit soll im Interesse der Verbrauche- rinnen und Verbraucher nur zur kurzfristigen Über- brückung eines finanziellen Engpasses dienen. Der Bundesrat hält daher an seiner Forderung aus der Stellungnahme vom 25 . September 2015 fest, wonach zugunsten der Kundinnen und Kunden die Beratungs- pflicht der Bank bereits dann ausgelöst werden sollte, wenn die Kontoüberziehung ununterbrochen über drei Monate und mit mehr als 50 Prozent des vereinbarten Überziehungslimits erfolgt ist . 3 . Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die Widerrufs- rechte in sogenannten Altfällen von Immobiliar-Ver- braucherdarlehensverträgen nicht bereits nach drei Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes erlöschen dürfen . Diese kurze Frist würde die Rechte und Mög- lichkeiten von Verbraucherinnen und Verbrauchern, denen bei fehlerhafter Belehrung aktuell ein unbe- fristetes Widerrufsrecht zusteht, unverhältnismäßig einschränken . Laut Gesetzesbeschluss des Deutschen Bundestages soll die kurze Frist von drei Monaten für diejenigen Kundinnen und Kunden gelten, die zwi- schen dem 1 . September 2002 und dem 10 . Juni 2010 einen Kreditvertrag abgeschlossen haben und fehler- haft belehrt wurden . Bereits die Prüfung der Fehler- haftigkeit wie auch die anschließende Durchsetzung des Widerrufs bei der kreditführenden Bank erfordert eine längere Planung und kritische Auseinanderset- zung . Gleichzeitig müssen die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter in der Lage sein, eine verantwor- tungsbewusste Entscheidung ohne großen Zeitdruck über die Anschlussfinanzierung treffen zu können. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass Verbrauche- rinnen und Verbrauchern in diesen Fällen ein längerer Zeitraum als drei Monate zugestanden werden muss . Zugunsten der Beseitigung der Rechtsunsicherheit für das Vertragsverhältnis zwischen Kunde und Kreditin- stitut hält der Bundesrat eine Frist von zwölf Monaten und 14 Tagen nach Inkrafttreten des Gesetzes für ange- messen . Laut Gesetzesbeschluss des Deutschen Bun- destages soll diese Frist auch für nach Inkrafttreten des Gesetzes abgeschlossene Neuverträge gelten . Insoweit scheint eine Gleichbehandlung von Alt- und Neufällen sachgemäß . Die Fraktion DIE LINKE . hat mitgeteilt, dass sie den Antrag Verbot von Fracking in Deutschland auf Drucksache 18/3791 zurückzieht . Die folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass sie gemäß § 80 Absatz 3 Satz 2 der Geschäftsordnung von einer Berichterstattung zu den nachstehenden Vorlagen absehen: Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 162 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 18 . März 2016 Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 162 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 18 . März 2016 16015 (A) (C) (B) (D) Haushaltsausschuss – Unterrichtung durch die Delegation des Deutschen Bundestages in der Interparlamentarischen Konferenz gemäß Artikel 13 des Vertrags über Stabilität, Koordi- nierung und Steuerung in der Wirtschafts- und Wäh- rungsunion (Fiskalvertrag) Tagung der Interparlamentarischen Konferenz für die wirtschaftliche und finanzielle Steuerung der Europäischen Union vom 3. bis 4. Februar 2015 in Brüssel, Belgien Drucksachen 18/6500, 18/6605 Nr. 1.8 – Unterrichtung durch die Delegation des Deutschen Bundestages in der Interparlamentarischen Konferenz gemäß Artikel 13 des Vertrags über Stabilität, Koordi- nierung und Steuerung in der Wirtschafts- und Wäh- rungsunion (Fiskalvertrag) Tagung der Interparlamentarischen Konferenz über Stabilität, wirtschaftspolitische Koordinie- rung und Steuerung in der Europäischen Union vom 9. und 10. November 2015 in Luxemburg Drucksachen 18/7400, 18/7605 Nr. 3 Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur – Unterrichtung durch die Bundesregierung Tätigkeitsbericht 2014 der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Ei- senbahnen für den Bereich Eisenbahnen mit Stellungnahme der Bundesregierung Drucksachen 18/7300, 18/7605 Nr. 1 – Unterrichtung durch die Bundesregierung Nationales Hafenkonzept für die See- und Binnen- häfen 2015 Drucksachen 18/7340, 18/7605 Nr. 2 Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden Uni- onsdokumente zur Kenntnis genommen oder von einer Beratung abgesehen hat . Auswärtiger Ausschuss Drucksache 18/7422 Nr . A .1 EP P8_TA-PROV(2015)0472 Drucksache 18/7422 Nr . A .2 Ratsdokument 15477/15 Drucksache 18/7422 Nr . A .3 Ratsdokument 15503/15 Drucksache 18/7422 Nr . A .4 Ratsdokument 15504/15 Drucksache 18/7612 Nr . A .2 EuB-BReg 1/2016 Innenausschuss Drucksache 18/2533 Nr . A .18 Ratsdokument 11864/14 Drucksache 18/6417 Nr . A .7 Ratsdokument 12020/15 Drucksache 18/6417 Nr . A .8 Ratsdokument 12023/15 Drucksache 18/6417 Nr . A .9 Ratsdokument 12025/15 Drucksache 18/6417 Nr . A .10 Ratsdokument 12026/15 Drucksache 18/6607 Nr . A .8 Ratsdokument 12313/15 Drucksache 18/6711 Nr . A .3 Ratsdokument 13121/15 Drucksache 18/7422 Nr . A .8 Ratsdokument 15423/15 Finanzausschuss Drucksache 18/7286 Nr . A .12 EP P8_TA-PROV(2015)0408 Drucksache 18/7422 Nr . A .12 Ratsdokument 5003/16 Drucksache 18/7422 Nr . A .14 Ratsdokument 14650/15 Haushaltsausschuss Drucksache 18/3765 Nr . A .4 KOM(2014)907 endg . Drucksache 18/3765 Nr . A .5 Ratsdokument 16236/14 Drucksache 18/7286 Nr . A .13 EG 34/15 Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft Drucksache 18/7612 Nr . A .27 Ratsdokument 5042/16 Drucksache 18/7612 Nr . A .28 Ratsdokument 15395/15 Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur Drucksache 18/7422 Nr . A .23 Ratsdokument 15408/15 Drucksache 18/7612 Nr . A .31 Ratsdokument 15390/15 Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsi- cherheit Drucksache 18/7286 Nr . A .18 EP P8_TA-PROV(2015)0409 Drucksache 18/7422 Nr . A .24 Ratsdokument 15393/15 Drucksache 18/7422 Nr . A .25 Ratsdokument 15400/15 Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe Drucksache 18/7286 Nr . A .24 EP P8_TA-PROV(2015)0418 Drucksache 18/7422 Nr . A .27 EP P8_TA-PROV(2015)0461 Drucksache 18/7422 Nr . A .28 EP P8_TA-PROV(2015)0463 Drucksache 18/7422 Nr . A .29 EP P8_TA-PROV(2015)0464 Drucksache 18/7422 Nr . A .30 EP P8_TA-PROV(2015)0470 Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Ent- wicklung Drucksache 18/6855 Nr . A .9 EP P8_TA-PROV(2015)0374 Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 162. Sitzung Inhaltsverzeichnis TOP 19, ZP 3 Reform der Pflegeberufe TOP 20 Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen TOP 21 Steuerliche Förderung des Mietwohnungsneubaus TOP 22 Atomausstieg in Europa Anlagen Anlage 1 Anlage 2
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Lothar Binding


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    Sehr geehrte Damen und Herren! Kerstin Andreae hat
    gerade gefragt, was wir, die SPD, jetzt machen werden,
    ob wir uns auf die Seite der CDU/CSU oder auf die Seite
    der Linken schlagen .


    (Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist die gleiche Seite!)


    – Ja, eben, wenn die Rede nicht ambivalent sein kann,
    dann ist sie multivalent . – Du hast aber auch gesagt: Wir
    brauchen eine Förderung, die zur Dynamik der Wissens-
    mehrung unserer Gesellschaft passt .


    (Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ja!)


    Das ist ein guter Anspruch . Jetzt muss man überlegen,
    ob der gemachte Vorschlag hinreichend dafür ist oder ob
    damit nicht möglicherweise nur eine bürokratische Stan-
    dardforschung gefördert wird . Das kann man zumindest
    nicht ausschließen . Noch wichtiger aber ist – das wurde
    schon erwähnt –, dass es sich dabei um eine Ex-post-För-
    derung handelte .


    (Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist leider auch nicht richtig!)


    Eine Innovation, also eine Forschung im Kontext mit
    erhöhten Risiken, die sich auf eine Ex-post-Förderung
    gründet, verbindet sozusagen Risiko und Kosten mit dem
    Moment der Hoffnung . Das ist aber vielleicht noch etwas
    zu vage .

    Auch das, was Ralph Brinkhaus gesagt hat, ist, glaube
    ich, etwas zu vage .


    (Beifall der Abg . Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    Er hat gesagt, es werde schon genug Forschung und Ent-
    wicklung geben, wenn die Vermögen- und die Erbschaft-
    steuer abgeschafft würden, wenn überhaupt die Steuern
    gesenkt würden und es einen Bürokratieabbau gäbe . Ich
    glaube, es wäre ein bisschen schwierig, wenn wir es uns
    so einfach machen würden .

    Was den Ländervergleich angeht, hat Petra Sitte, wie
    ich finde, sehr gut abgeleitet, wie gefährlich der ist. Man
    muss schon immer die ganze Landschaft begreifen .


    (Kai Gehring [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Richtig!)


    Es geht nicht, einen Parameter – Forschung und Ent-
    wicklung für kleine und mittlere Unternehmen in einem
    bestimmten Land – zu nehmen und daraus Schlussfolge-
    rungen für das eigene Land zu ziehen . Ein solches Vor-
    gehen wäre naiv und könnte nicht funktionieren, weil wir
    die Wirkung überhaupt nicht kennen .

    Im Grundsatz finden wir gut, was die Grünen sagen.
    Die bisherige Innovationsförderung im Bereich FuE er-
    reicht die KMUs nur unzureichend .


    (Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ja!)


    Das finden wir auch. Wir finden auch den technischen
    Ansatz gut: 15 Prozent aller FuE Ausgaben könnten
    steuerlich angerechnet werden . Das haben wir auch so
    in unserem Industrie 4 .0-Papier unter dem Stichwort
    „Tax Credit“ entwickelt. Weiterhin finden wir gut, den
    Forschungsbonus zu begrenzen auf KMU Unternehmen
    mit nicht mehr als 249 Mitarbeitern und einem Umsatz
    von höchstens 50 Millionen Euro – allerdings unter Aus-
    schluss der Doppelförderung . Sie sehen also, dass wir
    Ihren Vorschlag a priori nicht schlecht finden. Er braucht
    aber sicherlich noch eine Feinjustierung .


    (Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Gerne!)


    Auch Folgendes ist gut: Wenn die Kosten für FuE den
    Einkommensteueranteil überschreiten, verwandelt sich
    die Steuergutschrift in einen echten Zuschuss . Das ist
    schon der Weg, den man gehen muss, um kleinen und
    mittleren Unternehmen an dieser Stelle zu helfen .

    Natürlich hat der Vorschlag große Tücken . Er führt
    nämlich – das wurde schon gesagt – zu Mitnahmeef-
    fekten, weil er völlig unspezifisch ist. Wenn ich der Ge-
    schäftsführer eines kleinen oder mittleren Unternehmens
    wäre, müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn ich
    nicht das, was ich sowieso schon tue, dann einfach als
    FuE deklariere, womit es förderungswürdig wäre .

    Dr. Petra Sitte






    (A) (C)



    (B) (D)


    Auch wichtig ist: Speziell in Abgrenzung zur Projekt-
    förderung ist die Zielgenauigkeit der Regelungen in die-
    sem Vorschlag mit der einer Gießkanne zu vergleichen .
    Die Zielgenauigkeit ist der große Vorteil der Projektför-
    derung .


    (Dr . Thomas Gambke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN] meldet sich zu einer Zwischenfrage)


    – Du hast doch schon zwei Zwischenfragen gestellt .

    Ralph Brinkhaus hat vorhin gesagt, dass es aber auch
    Unternehmen mit fünf Mitarbeitern gebe, die an der Pro-
    jektförderung teilnehmen . Ein solches Beispiel mag es
    geben . Projektförderung kann aber, ehrlich gesagt, nicht
    unser systemischer Förderungsansatz für KMUs sein .


    (Beifall der Abg . Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    Da muss mehr passieren . Jeder, der schon einmal einen
    Forschungsantrag gestellt hat, der ja mitunter in 500 Sei-
    ten dicken Bänden ausartet, weiß, dass hier eine Ergän-
    zung vonnöten ist . Wir wissen genau – das kann man
    nicht leugnen –: Kleine und mittlere Unternehmen schre-
    cken häufig vor bürokratischen Hindernissen zurück.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Große Unternehmen schultern – das muss man sagen –
    solche Anträge leicht . Ich habe viel mit SAP zu tun . Die
    können, weil sie eine Abteilung dafür haben, solche An-
    träge exzellent stellen . Das sind also zwei Welten, die
    nicht miteinander zu vergleichen sind . Deshalb sind wir
    auch nicht a priori gegen einen solchen Gedanken . Wir
    sind aber noch nicht so weit, ihn in der Weise zu unter-
    stützen, dass wir Ja zu eurem Antrag sagen .


    (Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Macht doch mal Vorschläge! Wär doch schön, wenn wir das zusammen machen würden!)


    Wir haben, was die Koalition bzw . die Regierung
    angeht, auch Selbstkritik vorzutragen: Wir hatten eine
    gute Gelegenheit für ein Gesetz zur Förderung von FuE;
    darauf haben wir verzichtet . Wir haben auch kein Ven-
    ture-Capital-Gesetz gemacht . Auch das wäre sehr gut
    gewesen . Ich habe da schon eine scharfe, aber abstrakte
    Kritik im Kopf:


    (Kai Gehring [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Die Union ist innovationsfeindlich! – Ralph Brinkhaus [CDU/CSU]: Wir hätten schon gewusst, was wir da reingeschrieben hätten! Es hat an der SPD gelegen!)


    Fiskalische Ziele dominieren bei uns zu stark bestimmte
    Zukunftsaufgaben .


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Man kann durchaus feststellen, dass es in der Koalition
    große Debatten darüber gibt . Wir sagen: Da kann man
    zukunftsorientiert sehr viel mehr machen, als wir gegen-
    wärtig in der Koalition leisten . Natürlich können jetzt

    schon die Kosten für FuE als Betriebsausgaben abgesetzt
    werden. Aber das ist die unspezifischste Förderung, die
    man sich vorstellen kann . Das ist zwar eine Hilfe, aber
    entbehrt jeder Zielgenauigkeit .

    Allerdings ist auch schon viel passiert . Ein Blick auf
    die Förderlandschaft zeigt: Es gibt eine institutionelle
    Förderung, die Vorlaufforschung ermöglicht . Es gibt den
    Pakt für Forschung und Innovation; das Stichwort „Ex-
    zellenzcluster“ ist schon erwähnt worden .


    (René Röspel [SPD]: Sehr gute Idee!)


    In diesem Zusammenhang sind auch die Hochschu-
    len und Universitäten, die Fraunhofer-Gesellschaft, die
    Max-Planck-Institute, die Helmholtz-Gemeinschaft, die
    Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz
    sowie die DFG zu nennen . Es gibt schon eine sehr aus-
    gefeilte Landschaft, die Forschung in der von uns ge-
    wünschten Weise organisiert .

    Es ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, um
    auch unseren Koalitionspartner dazu zu bringen, die von
    mir erwähnten Defizite gesetzgeberisch zu beheben. Das
    ist sicherlich eine schöne Aufgabe . Wir diskutieren sol-
    che Dinge auch sehr gern . Dabei ist unsere Hoffnung im-
    mer größer als die Befürchtung . Mit diesem ins Positive
    gewendeten Satz möchte ich das Thema heute beschlie-
    ßen .


    (Beifall bei der SPD)




Rede von Ulla Schmidt
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

Vielen Dank . – Nächster Redner ist der Kollege

Dr . Philipp Murmann, CDU/CSU-Fraktion .


(Beifall bei der CDU/CSU)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Philipp Murmann


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und

    Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist klar:
    Forschung und Entwicklung sind einer der Treiber für
    unseren Wohlstand und einer der wesentlichen Treiber
    für unsere volkswirtschaftliche Stärke der Zukunft . Ich
    denke, zumindest darin sind wir uns alle einig .

    Leider – das ist in den heutigen Zeiten so – wird das
    Thema häufig von ganz anderen Debatten überlagert. Da
    muss ich den Grünen danken: Wir führen im Moment lei-
    der zu wenig Debatten über Forschung und Entwicklung .
    Insofern ist es schön, dass Sie das Thema auf die heutige
    Tagesordnung gesetzt haben .


    (Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist ja nett!)


    Ich will ein weiteres Lob hinzufügen .


    (Kai Gehring [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie dürfen auch zwei!)


    Sie haben sich mit diesem Antrag viel Mühe gemacht .


    (Kai Gehring [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Gesetzentwurf!)


    Lothar Binding (Heidelberg)







    (A) (C)



    (B) (D)


    Das könnte man als selbstverständlich hinnehmen . Aber
    neben einigen Schatten, über die ich gleich noch spreche,
    gibt es in diesem Antrag auch viel Licht .


    (Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Jetzt aber! – Kai Gehring [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Da ist der Union doch noch ein Licht aufgegangen!)


    Insofern ist es schön, dass wir uns heute darüber unter-
    halten .

    „Forschung und Entwicklung für Mittelständler“ ist
    ein Thema, über das wir lange diskutieren sollten und
    wozu ich das eine oder andere beitragen möchte . Das
    EFI-Gutachten, das uns jedes Jahr vorgelegt wird und
    das wir immer intensiv diskutieren, zeigt uns auf, wie gut
    wir in vielen Bereichen sind . In dem Gutachten wird aber
    auch immer darauf hingewiesen, dass das Instrument der
    steuerlichen Forschungsförderung darüber hinausgehen
    und uns noch besser machen könnte . Insofern lohnt es
    sich, darüber zu diskutieren .

    Die Forschungsförderung ist ein sehr spezifisches In-
    strument . In der Zeit der Koalition mit der FDP stand die-
    ses Instrument sogar im Koalitionsvertrag . Das ist leider
    nicht zum Tragen gekommen . Einige von uns bedauern
    das; ich gehöre dazu . Wir hatten uns damals auf einige
    Eckpunkte geeinigt, die allerdings deutlich von Ihren ab-
    weichen .


    (Dr . Daniela De Ridder [SPD]: Die FDP!)


    Wir hatten zwar auch das Modell einer Steuergutschrift
    gewählt, uns dabei aber auf die Personalkosten im
    FuE-Bereich konzentriert . 10 Prozent der Personalkos-
    ten als Bemessungsgrundlage sollten für eine Steuer-
    gutschrift herangezogen werden . Ich halte das für einen
    sinnvolleren Ansatz, als Geschenke nach dem Gießkan-
    nenprinzip für alle Kosten zu verteilen, wie Sie das vor-
    schlagen, ganz abgesehen davon, dass die Bemessung
    dieser Kosten deutlich schwieriger ist als bei einer weite-
    ren Differenzierung .

    Dann geht es um die große Frage der Differenzierung
    zwischen kleinen und mittleren Unternehmen und großen
    Unternehmen . Wir haben uns damals für einen bestimm-
    ten Fördersatz für kleine und einen deutlich geringeren
    Fördersatz für große Unternehmen entschieden . Ich den-
    ke, es ist durchaus sinnvoll, die mittleren und vielleicht
    auch die großen Unternehmen in die Betrachtung einzu-
    beziehen . Die Steuermindereinnahmen waren damals mit
    1,5 Milliarden Euro berechnet worden . Sie haben jetzt
    eine Summe von 770 Millionen Euro errechnet . Ob das
    so stimmt, lasse ich einmal dahingestellt . Aus meiner
    Sicht kann das nicht plausibel sein . Sie beschränken zwar
    die Anzahl der Unternehmen . Aber dadurch, dass Sie die
    Steuergutschrift auf 15 Prozent aller FuE-Ausgaben aus-
    weiten wollen, müsste die Summe eigentlich größer als
    die damals errechnete sein .

    In meiner Brust schlagen zwei Herzen . Das eine ist
    das des Unternehmers, der natürlich – das muss ich hier

    einmal sagen – von der steuerlichen Forschungsförde-
    rung absolut begeistert ist .


    (Kai Gehring [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Dann hören Sie auf dieses Herz!)


    Was würde sie zum Beispiel für uns Unternehmer bedeu-
    ten? Wir würden uns natürlich etwas weniger mit Anträ-
    gen beschäftigen, auch wenn ich sagen muss: Das, was
    hier aufgezeigt wurde – Anträge mit 500 Seiten –, ist in
    der Regel bei mittelständischen Unternehmen nicht der
    Fall . Das ist schon relativ schmal aufgezogen . Dennoch
    muss man sich mit einem solchen Antrag beschäftigen
    und ihn auch einreichen . Darüber vergeht Zeit, und das
    ist im Bereich von Forschung und Entwicklung nicht so
    gut; denn Zeit spielt eine wesentliche Rolle .


    (Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Herr Brinkhaus, gut zuhören jetzt! Nicht twittern!)


    Was könnten speziell wir mit dieser Förderung ma-
    chen? Wenn wir von dem Modell ausgehen, das wir da-
    mals erarbeitet hatten, könnten wir wahrscheinlich vier
    zusätzliche Entwickler einstellen . Dann könnten wir ent-
    weder die Projekte beschleunigen, die schon vorhanden
    sind – das trägt zur Wettbewerbsfähigkeit bei; dann ist
    man ein bisschen früher am Markt und kann früher sei-
    nen Prototypen erstellen –, oder, was ich noch reizvol-
    ler finde, das Projekt, das sonst immer hintenrunterfällt,
    mit bearbeiten . Vielleicht generiert es später auch einen
    Ertrag, an dem wir uns als Unternehmer erfreuen, aber
    an dem ich mich auch als Finanzpolitiker erfreuen kann,
    weil der Ertrag dann besteuert wird . Insofern würde ich
    sagen: Als Unternehmer habe ich viel Sympathie dafür .


    (Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Jetzt müssen Sie noch die Kurve kriegen, warum Sie es trotzdem nicht machen!)


    Ich möchte noch kurz auf Ihre Spezifizierung von gro-
    ßen, mittleren und kleinen Unternehmen eingehen . Zu
    den kleinen und mittleren Unternehmen zählen Unter-
    nehmen, die nicht mehr als 249 Mitarbeiter haben . Wenn
    Sie sich zum Beispiel mit dem VCI genauer beschäftigen,
    dann werden Sie feststellen, dass es eine ganze Menge
    mittlerer Unternehmen gibt, die um die 300 Mitarbeiter
    haben . Deswegen ist diese Grenze – bis 249 Beschäftigte
    geht es gerade noch; bei 300 geht es aber nicht mehr – für
    mich nicht sinnvoll . Man muss sich schon ein bisschen
    genauer damit beschäftigen, was die Spezifizierung von
    kleinen, mittleren und großen Unternehmen ist .

    Die Konzerne sind allerdings ein ganz anderes The-
    ma – das wissen wir alle –; sie stehen in einem Stand-
    ortwettbewerb . Bei ihnen geht es, wenn eine neue For-
    schungsabteilung aufgebaut wird, um die Frage, welcher
    Standort am besten ist . Dabei spielt auch der Steueras-
    pekt eine Rolle, wenn auch nicht die alleinige . Insofern
    muss man auch das genau im Blick behalten .

    Ich befasse mich aber auch als Finanzpolitiker mit
    dem Thema . Einige Punkte sind schon genannt worden .
    Mitnahmeeffekte sind sicherlich nicht ganz auszuschlie-
    ßen . Gerade bei kleineren Unternehmen kann es durchaus
    sein, dass dem einen oder anderen Steuerberater dann,
    wenn eine steuerliche Förderung eingeführt wird, auf-

    Dr. Philipp Murmann






    (A) (C)



    (B) (D)


    fällt: Eigentlich haben wir in unserem Unternehmen doch
    schon immer Forschung und Entwicklung betrieben, und
    wir haben dadurch auch eine ganze Menge Kosten . Das
    ist uns zwar in den letzten Jahren noch nicht aufgefallen;
    aber jetzt fangen wir damit an . – Solche Mitnahmeeffek-
    te sind, denke ich, sicherlich nicht ganz auszuschließen .
    Damit muss man sich beschäftigen .


    (Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Natürlich! Das müssen wir! Aber man muss auch mal vorangehen!)


    – Ja, das muss man auch .

    Kommen wir einmal zu Projektbeispielen . Was haben
    wir denn heute? Ich glaube, dass die deutsche Projekt-
    förderung – darauf möchte ich abschließend kurz einge-
    hen – ein Erfolgsmodell in Deutschland ist, das unseren
    Standort stark macht .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Beispiele dafür gibt es viele, auch in meinem Wahlkreis .
    In der schönen Stadt Schwentinental, die Sie bestimmt
    alle kennen, gibt es ein Unternehmen, das sich auf das
    Erkennen von Verunreinigungen im Trinkwasser durch
    Mikroplastik spezialisiert hat und eine Förderung be-
    kommt . In Neumünster gibt es ein kleines Unterneh-
    men, das faserverstärkte Bauteile herstellt und auch eine
    solche Förderung erhält . In meinem Wahlkreis werden
    1,8 Millionen Euro für die Projektförderung von elf Un-
    ternehmen aufgewandt, und zwar im Wesentlichen durch
    das Programm KMU-innovativ . Das zeigt: Unsere För-
    derung kommt an .

    Das ZIM-Programm ist schon angesprochen worden .
    Es ist ein Zugpferd mit einer Superreputation internati-
    onal .


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU sowie des Abg . René Röspel [SPD])


    Ich denke, auch darüber muss man reden .

    Beim Programm KMU-innovativ ist es etwas anders .
    Damit werden verschiedene Technologiebereiche geför-
    dert . Die Frage ist immer, inwieweit man sich politisch
    entscheidet, bestimmte Bereiche wie Biotechnologie,
    Medizintechnik, IKT, Ressourceneffizienz oder zivile
    Sicherheit zu fördern, oder ob man eine gewisse Förde-
    rungsfreiheit vorzieht .

    Wir haben außerdem – auch das möchte ich noch
    erwähnen – die Arbeitsgemeinschaft industrieller For-
    schungsvereinigungen . Auch das ist ein Zugpferd, das es
    in anderen Ländern nicht gibt .


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)


    Da gibt es viele Kooperationen zwischen den Unterneh-
    men auch im Ausland mit Wissenschaftseinrichtungen,
    Universitäten und mit unseren Forschungseinrichtun-
    gen, und das alles in einer Art selbstbestimmter Überwa-
    chung . Die Mitglieder der AiF, selber Unternehmer, be-
    schäftigen sich mit der Frage, wie man dieses Instrument
    sinnvoll entwickeln kann . Es ist wichtig – leider ist kein
    Vertreter des Wirtschaftsministeriums mehr anwesend –,

    dass wir darauf achten, ausreichende Mittel im Haushalt
    für diesen Bereich bereitzustellen; denn die Projekte sind
    häufig vielfach überzeichnet.


    (Beifall des Abg . Dr . Heinz Riesenhuber [CDU/CSU])


    Vorhin wurde kurz darüber diskutiert, ob wir ein
    Wagniskapitalgesetz hinbekommen . Ich befürworte ein
    solches Gesetz sehr . Aber, lieber Herr Binding, klar ist
    auch: Bevor wir ein Wagniskapitalgesetz verabschieden,
    müssen wir die Verlustvorträge regeln . Hier gibt es leider
    noch zwei Baustellen: Seit vielen Jahren verhandelt das
    Finanzministerium mit der Europäischen Kommission
    ergebnislos . Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sind
    auch bei der SPD noch nicht alle überzeugt davon, dass
    das Instrument des Verlustvortrags eine hohe Wirkungs-
    kraft entfaltet . – Ich würde mich jedenfalls wahnsinnig
    freuen, wenn wir noch in dieser Legislaturperiode ein or-
    dentliches Wagniskapitalgesetz hinbekämen .

    Zum Schluss . Deutschland ist ein super Forschungs-
    und Entwicklungsstandort . Wir alle müssen natürlich da-
    ran arbeiten, dass es ständig besser wird . Jeder Vorschlag
    ist hier willkommen . Wir sollten weiter darüber reden,
    wie wir das machen können . In anderthalb Jahren führen
    wir wieder Koalitionsverhandlungen . Vielleicht können
    wir uns dann einigen .


    (Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Schwarz-Grün, oder was? Ihr müsst das jetzt machen!)


    – Egal, mit wem wir hoffentlich dann die Koalitionsver-
    handlungen führen . – Schon in den letzten Koalitions-
    verhandlungen haben wir darüber intensiv diskutiert . Das
    wurde zum Schluss aber herausgenommen, weil es so
    viele andere gute Vorschläge gab, die umgesetzt werden
    mussten .


    (Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Weil ihr euch bei den Finanzen über den Tisch habt ziehen lassen!)