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ID1815909700

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 18/159 Textrahmenoptionen: 16 mm Abstand oben Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 159. Sitzung Berlin, Freitag, den 26. Februar 2016 Inhalt: Zur Geschäftsordnung Michael Grosse-Brömer (CDU/CSU) . . . . . . . 15665 B Britta Haßelmann (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15666 A Zusatztagesordnungspunkt 4: Wahl der vom Deutschen Bundestag zu be- nennenden Mitglieder des Kuratoriums des Deutschen Instituts für Menschenrechte gemäß § 6 Absatz 2 Nummer 4 und 5 des Gesetzes über die Rechtsstellung und Auf- gaben des Deutschen Instituts für Men- schenrechte – DIMRG Drucksache 18/7703 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15667 C Tagesordnungspunkt 19: a) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Ent- wurfs eines Dritten Gesetzes zur Än- derung des Aufstiegsfortbildungsför- derungsgesetzes Drucksachen 18/7055, 18/7676 . . . . . . 15667 C – Bericht des Haushaltsausschusses ge- mäß § 96 der Geschäftsordnung Drucksache 18/7677 . . . . . . . . . . . . . . 15667 C b) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung – zu dem Antrag der Abgeordneten Dr . Rosemarie Hein, Sigrid Hupach, Matthias W . Birkwald, weiterer Abge- ordneter und der Fraktion DIE LINKE: Durchlässigkeit in der Bildung si- chern, Förderlücken zwischen beruf- licher Bildung und Studium schlie- ßen – zu dem Antrag der Abgeordneten Beate Walter-Rosenheimer, Kai Gehring, Özcan Mutlu, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Bildungszeit PLUS – Wei- terbildung für alle ermöglichen, le- benslanges Lernen fördern Drucksachen 18/7234, 18/7239, 18/7676 . . . . 15667 D Dr . Thomas Feist (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 15668 A Dr . Rosemarie Hein (DIE LINKE) . . . . . . . . . 15669 A Martin Rabanus (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15671 A Beate Walter-Rosenheimer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15672 B Dr . Johanna Wanka, Bundesministerin BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15674 C Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . . . 15676 C Lena Strothmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 15677 D Dr . Ernst Dieter Rossmann (SPD) . . . . . . . . . 15679 A Dr. Wolfgang Stefinger (CDU/CSU) . . . . . . . 15680 C Tagesordnungspunkt 20: Antrag der Abgeordneten Nicole Gohlke, Roland Claus, Sigrid Hupach, weiterer Abge- ordneter und der Fraktion DIE LINKE: Finan- zierung der Wissenschaft auf eine arbeitsfä- hige Basis stellen – Bildung und Forschung in förderbedürftigen Regionen solide aus- statten Drucksache 18/7643 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15682 A Ralph Lenkert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 15682 A Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 159 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 26 . Februar 2016II Dr . Stefan Kaufmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . 15683 C Kai Gehring (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15685 D Dr . Ernst Dieter Rossmann (SPD) . . . . . . . . . 15687 A Alexandra Dinges-Dierig (CDU/CSU) . . . . . . 15688 D Ralph Lenkert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 15690 C Alexandra Dinges-Dierig (CDU/CSU) . . . . . . 15691 A Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 15691 B Dr . Simone Raatz (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 15692 C Katja Dörner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15694 A Tankred Schipanski (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 15695 A Elfi Scho-Antwerpes (SPD) . . . . . . . . . . . . . . 15697 A Stephan Albani (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 15698 A Martin Rabanus (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15699 D Tagesordnungspunkt 21: Unterrichtung durch die Bundesregierung: Kombinierter siebter und achter Bericht der Bundesrepublik Deutschland zum Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskrimi- nierung der Frau (CEDAW) Drucksache 18/5100 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15701 A Elke Ferner, Parl . Staatssekretärin BMFSFJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15701 B Cornelia Möhring (DIE LINKE) . . . . . . . . . . 15702 C Ursula Groden-Kranich (CDU/CSU) . . . . . . . 15704 B Ulle Schauws (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15706 B Dr . Carola Reimann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 15707 B Christina Schwarzer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 15708 B Katja Dörner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15710 A Sönke Rix (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15711 A Dr . Silke Launert (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 15712 B Tagesordnungspunkt 22: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfah- rens Drucksache 18/7457 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15714 A Dr . Michael Meister, Parl . Staatssekretär BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15714 B Richard Pitterle (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 15715 D Frank Junge (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15716 C Lisa Paus (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . 15717 D Margaret Horb (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 15719 A Lothar Binding (Heidelberg) (SPD) . . . . . . . . 15720 B Tagesordnungspunkt 23: Erste Beratung des von den Abgeordneten Dr . Julia Verlinden, Annalena Baerbock, Peter Meiwald, weiteren Abgeordneten und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einge- brachten Entwurfs eines Gesetzes zur Ände- rung des Bundesberggesetzes zur Untersa- gung der Fracking-Technik Drucksache 18/7551 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15721 B Dr . Julia Verlinden (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15721 C Dr . Herlind Gundelach (CDU/CSU) . . . . . . . . 15722 D Hubertus Zdebel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 15725 A Bernd Westphal (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15726 A Karsten Möring (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 15727 A Hiltrud Lotze (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15729 B Johann Saathoff (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15730 B Tagesordnungspunkt 24: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende Drucksache 18/7555 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15731 B Iris Gleicke, Parl . Staatssekretärin BMWi . . . 15731 B Ralph Lenkert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 15732 A Jens Koeppen (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 15733 A Oliver Krischer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15734 C Ralph Lenkert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 15735 A Florian Post (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15736 A Hansjörg Durz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 15736 D Johann Saathoff (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15738 B Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15739 C Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . . 15741 A Anlage 2 Neudruck: Erklärung nach § 31 GO der Ab- geordneten Petra Rode-Bosse (SPD) zu der namentlichen Abstimmung über den von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD einge- Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 159 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 26 . Februar 2016 Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 159 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 26 . Februar 2016 III brachten Entwurf eines Gesetzes zur Einfüh- rung beschleunigter Asylverfahren (158 . Sit- zung, Tagesordnungspunkt 3 a, Anlage 7) . . . 15742 A Anlage 3 Amtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15742 C Textrahmenoptionen: 30,5 mm Abstand oben (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 159 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 26 . Februar 2016 15665 159. Sitzung Berlin, Freitag, den 26. Februar 2016 Beginn: 9 .01 Uhr
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    Johann Saathoff (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 159 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 26 . Februar 2016 15741 Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Aken, Jan van DIE LINKE 26 .02 .2016 Albsteiger, Katrin CDU/CSU 26 .02 .2016 Bartol, Sören SPD 26 .02 .2016 Beckmeyer, Uwe SPD 26 .02 .2016 Bergner, Dr . Christoph CDU/CSU 26 .02 .2016 Bilger, Steffen CDU/CSU 26 .02 .2016 Binder, Karin DIE LINKE 26 .02 .2016 Brantner, Dr . Franziska BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26 .02 .2016 De Ridder, Dr . Daniela SPD 26 .02 .2016 Dörmann, Martin SPD 26 .02 .2016 Drobinski-Weiß, Elvira SPD 26 .02 .2016 Eberl, Iris CDU/CSU 26 .02 .2016 Engelmeier, Michaela SPD 26 .02 .2016 Fabritius, Dr . Bernd CDU/CSU 26 .02 .2016 Gabriel, Sigmar SPD 26 .02 .2016 Grindel, Reinhard CDU/CSU 26 .02 .2016 Gröhe, Hermann CDU/CSU 26 .02 .2016 Gutting, Olav CDU/CSU 26 .02 .2016 Höger, Inge DIE LINKE 26 .02 .2016 Holzenkamp, Franz- Josef CDU/CSU 26 .02 .2016 Jüttner, Dr . Egon CDU/CSU 26 .02 .2016 Kaczmarek, Oliver SPD 26 .02 .2016 Karawanskij, Susanna DIE LINKE 26 .02 .2016 Kindler, Sven-Christian BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26 .02 .2016 Klare, Arno SPD 26 .02 .2016 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Kömpel, Birgit SPD 26 .02 .2016 Mast, Katja SPD 26 .02 .2016 Merkel, Dr . Angela CDU/CSU 26 .02 .2016 Müller, Dr . Gerd CDU/CSU 26 .02 .2016 Nahles, Andrea SPD 26 .02 .2016 Nouripour, Omid BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26 .02 .2016 Özoğuz, Aydan SPD 26 .02 .2016 Pantel, Sylvia CDU/CSU 26 .02 .2016 Schäuble, Dr . Wolfgang CDU/CSU 26 .02 .2016 Scheer, Dr . Nina SPD 26 .02 .2016 Schlecht, Michael DIE LINKE 26 .02 .2016 Schmidt (Aachen), Ulla SPD 26 .02 .2016 Schmidt, Dr . Frithjof BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26 .02 .2016 Steffel, Dr . Frank CDU/CSU 26 .02 .2016 Steinbach, Erika CDU/CSU 26 .02 .2016 Tank, Azize DIE LINKE 26 .02 .2016 Terpe, Dr . Harald BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26 .02 .2016 Thönnes, Franz SPD 26 .02 .2016 Ulrich, Alexander DIE LINKE 26 .02 .2016 Veit, Rüdiger SPD 26 .02 .2016 Wagenknecht, Dr . Sahra DIE LINKE 26 .02 .2016 Weinberg, Harald DIE LINKE 26 .02 .2016 Werner, Katrin DIE LINKE 26 .02 .2016 Wicklein, Andrea SPD 26 .02 .2016 Zimmermann (Zwickau), Sabine DIE LINKE 26 .02 .2016 Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 159 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 26 . Februar 201615742 (A) (C) (B) (D) Anlage 2 Neudruck: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Petra Rode-Bosse (SPD) zu der namentlichen Abstimmung über den von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Einführung beschleu- nigter Asylverfahren (158. Sitzung, Tagesordnungspunkt 3 a, Anlage 7) Mit dem Gesetz werden verschiedene Maßnahmen zu Verfahren der Anerkennung, Unterbringung von Flüchtlin- gen und Asylbewerbern sowie deren Lebensbedingungen geregelt . Auch wenn ich die Zielsetzung des Gesetzes in wesentlichen Bereichen unterstütze und darin das Ergeb- nis eines Kompromisses sehe, der weitergehende Ver- schärfungen wie etwa die Einrichtung von Transitzonen verhindert hat, kommt es jetzt darauf an, dass die Regis- trierung zügig vorangeht, dass Asylverfahren beschleunigt werden und dass Verfahren optimiert werden . Schnellere Verfahren sind auch Voraussetzung für gute Integration, damit diejenigen, die hier bleiben können, schnell durch Sprachkurse, Bildungsmöglichkeiten und Integration in den Arbeitsmarkt unterstützt werden können . Hier wird Handlungsfähigkeit des Staates erwartet, und darauf haben die Bürgerinnen und Bürger ein Anrecht . In dem vorliegenden „Asylpaket II“ kann ich deshalb den Punkten zustimmen, die die Verfahren beschleuni- gen und die Registrierung verbessern sowie den Kin- derschutz  in  den  Einrichtungen  durch  die  Pflicht  eines  erweiterten Führungszeugnisses für Helfer und Helferin- nen vorsehen . Insbesondere begrüße ich, dass dadurch der unsinnige und inhumane Vorschlag von Transitzonen an den Grenzen vom Tisch ist . Allerdings habe ich erhebliche Bedenken gegen die Wirksamkeit einzelner Regelungen des Gesetzentwurfes . Dies gilt vor allem für die deutliche Verschärfung der medizinischen Gründe, die einer Abschiebung entgegen- stehen, sowie die zweijährige Aussetzung des Familien- nachzugs für subsidiär Schutzbedürftige . Sorgen bereitet mir, dass die Regelung zum Familiennachzug auch für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gelten soll . Ich befürchte, dass durch die Aussetzung des Fami- liennachzuges die Lebensbedingungen dieser Jugendli- chen verschärft werden, Integration erschwert wird und nachziehende Angehörige auf unsichere Wege gedrängt werden . Auch wenn in der Realität insgesamt nur sehr wenige Personen davon betroffen sein werden – 2015 erhielten nur 0,6 Prozent der Antragssteller, über die entschieden wurde, subsidiären Schutz, und nur 105 Fälle von Famili- ennachzug fanden statt –, ist das ein Zeichen, das ich aus humanitären Gründen nicht für richtig halte . Ich begrü- ße deshalb, dass vereinbart wurde, dass für unbegleitete Minderjährige im subsidiären Schutz eine Einzelfallprü- fung zum Familiennachzug stattfinden soll.  Statt weiterer Verschärfungen beim Asylrecht müssen wir jetzt vorrangig ein Integrationsgesetz zur Verbesse- rung des Zugangs zu Sprachkursen, Bildung, Ausbildung und Arbeit für Asylsuchende auf den Weg bringen . Das schafft soziale Teilhabe und sorgt dafür, dass die Men- schen, die zu uns geflohen sind, so schnell wie möglich  ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können . Die Stellungnahmen von Verbänden, Hilfswerken, Kirchen und vielen weiteren Organisationen sind in mei- ne  Entscheidung  mit  eingeflossen.  Trotz  der  oben  ge- nannten Bedenken werde ich dem Gesetz zur Einführung beschleunigter Asylverfahren – auch unter Einbeziehung meiner politischen Gesamteinschätzung – zustimmen, denn was wir jetzt brauchen, sind schnellere und bessere Verfahren zur Unterbringung und Anerkennung . Zu guter Letzt: Mein besonderer Dank gilt den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften, die sich mit großem Engagement in den Unterkünften, in Sprachkur- sen, bei der Begleitung zu Ämtern, in Integrationsmaß- nahmen und in unzähligen weiteren Bereichen betätigen . Anlage 3 Amtliche Mitteilungen ohne Verlesung Die folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass sie gemäß § 80 Absatz 3 Satz 2 der Geschäftsordnung von einer Berichterstattung zu den nachstehenden Vorlagen absehen: Innenausschuss – Unterrichtung durch die Bundesregierung Bericht der Bundesregierung über den Stand der Abwicklung des Fonds für Wiedergutmachungs- leistungen an jüdische Verfolgte – Stand 30 . Juni 2015 – Drucksachen 18/6735, 18/6847 Nr. 4 Ausschuss für Wirtschaft und Energie – Unterrichtung durch die Bundesregierung Strategie Intelligente Vernetzung Drucksachen 18/6022, 18/6236 – Unterrichtung durch die Bundesregierung Energieeffizienzstrategie Gebäude – Wege zu ei- nem nahezu klimaneutralen Gebäudebestand Drucksachen 18/6782, 18/6933 Nr. 1.4 Ausschuss für Kultur und Medien – Unterrichtung durch die Deutsche Welle Entwurf der Fortschreibung der Aufgabenplanung 2014 bis 2017 der Deutschen Welle Drucksachen 18/7124, 18/7276 Nr. 8 Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden Uni- onsdokumente zur Kenntnis genommen oder von einer Beratung abgesehen hat . Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 159 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 26 . Februar 2016 Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 159 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 26 . Februar 2016 15743 (A) (C) (B) (D) Innenausschuss Drucksache 18/5982 Nr . A .8 Ratsdokument 10321/15 Ausschuss für Wirtschaft und Energie Drucksache 18/5165 Nr . A .9 Ratsdokument 8672/15 Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft Drucksache 18/7422 Nr . A .19 EP P8_TA-PROV(2015)0456 Drucksache 18/7422 Nr . A .20 Ratsdokument 13694/15 Drucksache 18/7422 Nr . A .21 Ratsdokument 15262/15 Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 159. Sitzung Inhaltsverzeichnis ZP 4 Wahl: Deutsches Institut für Menschenrechte TOP 19 Änderung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes TOP 20 Bildung und Forschung in strukturschwachen Regionen TOP 21 Übereinkommen gegen Diskriminierung der Frau TOP 22 Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens TOP 23 Änderung des Bundesberggesetzes (Fracking-Technik) TOP 24 Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende Anlagen Anlage 1 Anlage 2 Anlage 3
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dr. Julia Verlinden


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten

    Damen und Herren! Letzten Mai stand hier Umweltmi-
    nisterin Hendricks und hat den Gesetzentwurf der Bun-
    desregierung vorgestellt . Das war ein Fracking-Erlaub-
    nis-Paket . Aber die Menschen wollen ein Verbot von
    Fracking .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg . Hubertus Zdebel [DIE LINKE])


    Ministerin Hendricks sagte damals – das können Sie
    im Protokoll nachlesen –, das Parlament könne das Ge-
    setz ja auch noch ändern, und zwar gerne in Richtung
    weiterer Verschärfungen . Die Vertreter der Bundesländer
    im Bundesrat sahen auch noch ganz erheblichen Ände-
    rungsbedarf und wir Grüne auch .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von der LINKEN: Die Linke auch!)


    Auch die Experten in den Anhörungen sahen noch zahl-
    reiche Probleme beim Gesetz der Bundesregierung . Sie
    empfahlen uns Parlamentariern, dringend nachzubessern .

    Wir Grüne haben nach der Anhörung in den Ausschüs-
    sen unsere Hausaufgaben gemacht . Wir haben in unseren
    Anträgen  deutlich  gemacht,  welche  Defizite  wir  beim 
    Regierungsentwurf sehen . Und wir haben klargemacht:
    Wir Grüne wollen, dass Fracking verboten wird, und wir
    wollen, dass neue Regeln auch die Erdgas- und Erdölför-
    derung ohne Fracking sicherer und transparenter machen .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Und was ist seitdem bei Union und SPD passiert?
    Nichts! Zumindest haben Sie nicht weiter daran gearbei-
    tet, dass wir bald über ein Gesetz abstimmen können, das
    dem Wunsch der Mehrheit der Bevölkerung entspricht;
    denn mehr als zwei Drittel der Menschen wollen laut ei-
    ner repräsentativen Umfrage ein Fracking-Verbot, und
    das zu Recht .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN)


    Diese Menschen sind in bester Gesellschaft . Auch Ge-
    werkschaften, Kirchen und Wirtschaftsverbände kritisie-
    ren Fracking . Tausende Kommunen haben Resolutionen
    gegen Fracking verabschiedet .

    Ich kenne eigentlich nur eine Einzige, die Fracking
    wirklich will, und das ist die Erdgasindustrie . Doch zu
    welchem Preis? Die Erdgasindustrie will es am liebsten
    so machen, wie es leider lange Tradition in der Energie-
    wirtschaft war: die Gewinne privatisieren und die Risi-
    ken und Folgekosten der gesellschaftlichen Allgemein-
    heit überlassen . Das ist ungerecht .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN)


    So wie beim Atommüll: Jahrzehntelang fahren die Ener-
    giekonzerne Gewinne ein und schütten hohe Dividenden
    aus, und jetzt wollen sie am liebsten nichts mehr damit
    zu tun haben . Oder bei der Braunkohle: den Menschen
    die Heimat wegbaggern und das Klima auf Kosten der

    Lothar Binding (Heidelberg)







    (A) (C)



    (B) (D)


    Zukunft kaputtmachen und dann auch noch die Hand
    aufhalten und Geld dafür haben wollen, dass sie damit
    aufhören . Das ist doch verrückt!


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN)


    Ständig lesen wir neue Hiobsbotschaften, die auf Risi-
    ken für Umwelt und Gesundheit bei der Fracking-Tech-
    nik und Erdgasförderung hinweisen, und das nicht nur in
    den USA, wo massiv gefrackt wird . Dort kam es letzte
    Woche im Fracking-Bundesstaat Oklahoma zu einem
    der stärksten Erdbeben überhaupt in der Region . Dieses
    Erdbeben steht unter dringendem Verdacht, von Fracking
    verursacht worden zu sein .


    (Bernd Westphal [SPD]: Nur im Verdacht!)


    Aber wir müssen gar nicht so weit gucken . Auch hier
    in Deutschland gibt es am laufenden Band Meldungen
    über mögliche schädliche Folgen der Erdgasförderung .
    Auch rund um Förderstätten, insbesondere in Nieder-
    sachsen, gibt es regelmäßig neue Erdbeben, wie etwa
    letzte Woche im Heidekreis . Die Liste der Gegenden, in
    denen Erdöl- und Erdgas gefördert werden und signifi-
    kant erhöhte Krebsraten bei Kindern und Erwachsenen
    gemeldet werden, wird immer länger . Hinzu kommt der
    hohe Wasser- und Flächenverbrauch beim Fracking und
    die ungeklärte Frage der Entsorgung giftiger Abwässer .
    Zu Recht sind die betroffenen Bürgerinnen und Bürger
    besorgt, und sie erwarten, dass Sie als Regierungsfrakti-
    onen endlich handeln .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


    Erdgas ist kein sauberer und klimafreundlicher fossiler
    Brennstoff, wie es manche Befürworter gerne behaupten;
    denn bei der Erdgasförderung und beim Transport ent-
    weicht regelmäßig unkontrolliert Methan, und Methan ist
    klimaschädlicher als CO2 – nicht nur ein bisschen schäd-
    licher, sondern 20-mal mehr als CO2

    Ich will Generationengerechtigkeit . Ich will, dass die-
    jenigen zahlen, die Schäden verursacht haben . Ich will,
    dass die Politik nach dem Vorsorgeprinzip Entscheidun-
    gen trifft, dass Alternativen gewählt werden, die die Ri-
    siken minimieren .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Von diesen besseren Alternativen haben wir in der Ener-
    giepolitik zahlreiche .

    Die internationale Gemeinschaft hat im Dezember in
    Paris beschlossen, dass wir rauswollen aus den fossilen
    Energieträgern: Weg vom Öl! Raus aus der Kohle! Und
    wenn wir sagen „Dekarbonisierung“, dann heißt das na-
    türlich auch: perspektivisch ein Ausstieg aus der Erdgas-
    nutzung; denn wir können für Strom, Wärme und Mo-
    bilität auf erneuerbare Energien umsteigen und Energie
    effizienter einsetzen.

    Das geht nicht von heute auf morgen; klar . Aber wenn
    wir jetzt schon wissen, dass wir mindestens zwei Drittel
    der fossilen Rohstoffe eben nicht verbrennen dürfen, dass
    diese Menge unter der Erde bleiben muss, wenn wir das
    Klima retten wollen – ja, warum sollen wir denn dann

    noch die letzten Reste Erdgas aus dem Boden fracken?
    Das macht doch überhaupt keinen Sinn .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Es wäre ein fatales Signal, wenn Deutschland nach
    Paris wieder einen Schritt rückwärts macht, anstatt auf
    die Zukunft zu setzen . Die Zukunft heißt: zuverlässige
    und umweltfreundliche Energie . Jetzt heißt es, Alterna-
    tiven für unsere Energieversorgung voranzutreiben und
    Investitionen entsprechend zu lenken: in Richtung Ener-
    giesparen, Energieeffizienz, erneuerbare Energien, auch 
    im Wärmemarkt .


    (Dr . Philipp Lengsfeld [CDU/CSU]: Phrasendrescherei!)


    Fracking widerspricht dem Klimaschutz . Es wider-
    spricht einer klugen Energiepolitik, weil es das fossile
    Zeitalter verlängert .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


    Deswegen sollte die Politik endlich Rechtssicherheit
    schaffen, und Rechtssicherheit bedeutet: Fracking ver-
    bieten .

    In ihren Wahlkreisen haben im letzten Jahr viele Ab-
    geordnete Besuch bekommen . Viele Abgeordnete haben
    auf öffentlichen Veranstaltungen oder in der Zeitung er-
    zählt, dass sie ja irgendwie auch ziemlich gegen Fracking
    seien . Aber warum machen Sie dann nicht endlich ein
    richtiges Gesetz, das Fracking verbietet? Sie haben doch
    die Mehrheit im Parlament und stellen die Regierung .
    Das heißt, es ist Ihre Verantwortung .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


    Es ist doch keine Lösung, wenn Sie den Kopf in den Sand
    stecken und hoffen, dass diese Legislaturperiode schnell
    vorbeigeht .

    Dabei geht es ganz einfach: Sie schreiben ein Fra-
    cking-Verbot in einen neuen § 49 a des Bundesbergge-
    setzes . Das präsentieren wir Grünen Ihnen hier heute in
    unserem Gesetzentwurf noch mal auf dem Silbertablett .
    Wir werden das in den Ausschüssen beraten, und bei der
    Abstimmung in ein paar Wochen erwarte ich, dass Sie
    Ernst machen mit dem, was Sie zu Hause in den Wahl-
    kreisen erzählen . Stimmen Sie unserem Fracking-Verbot
    zu!


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)




Rede von Dr. h.c. Edelgard Bulmahn
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

Als nächste Rednerin spricht Herlind Gundelach von

der CDU/CSU-Fraktion .


(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Herlind Gundelach


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    Ich freue mich, dass wir heute wieder einmal über Fra-
    cking sprechen; denn seit nunmehr fünf Jahren wurde

    Dr. Julia Verlinden






    (A) (C)



    (B) (D)


    in Deutschland kein Antrag auf konventionelle Gasför-
    derung mit Anwendung der Fracking-Technologie mehr
    beschieden .

    Die Gasförderung in unserem Land geht kontinuier-
    lich zurück, und ganze angegliederte Wirtschaftszweige
    fallen in Deutschland weg . Dadurch verlieren wir Ar-
    beitsplätze  in  ganz  erheblichem  Umfang,  und  qualifi-
    zierte Fachkräfte wandern ab . Solche Prozesse können in
    einer Marktwirtschaft zwar unvermeidlich sein, aber sie
    sind es nur, wenn ein Produkt nicht mehr konkurrenzfä-
    hig ist, und das ist hier ganz entschieden nicht der Fall .

    Es gibt in der Bevölkerung Bedenken zur Fra-
    cking-Technologie – das haben Sie sehr richtig erkannt,
    Frau Verlinden –,


    (Heiterkeit bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    und die nehmen wir auch sehr ernst . Wir haben daher in
    dieser Legislaturperiode an einem Gesetz gearbeitet, das
    einen neuen ordnungsrechtlichen Rahmen für eine Tech-
    nologie schafft, die wir 50 Jahre ohne größere Zwischen-
    fälle angewendet haben . Zwischen 1961 und 2011 fanden
    nämlich rund 300 Fracks im Rahmen der konventionel-
    len Förderung statt .

    Bei unserem Gesetzentwurf – genauso haben wir es
    im Koalitionsvertrag festgehalten – stehen der Schutz des
    Menschen und seiner Gesundheit sowie die Belange der
    Umwelt im Vordergrund .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie der Abg . Hiltrud Lotze [SPD])


    Wir – das unterscheidet uns ganz massiv von Ihnen –
    wollen einen Gesetzesrahmen, in dem wir Erdgas in
    Deutschland unter ökologisch verantwortbaren und wirt-
    schaftlich vertretbaren Voraussetzungen fördern können .
    Wir wollen auch international einen Beitrag leisten, in-
    dem wir zeigen, dass die Förderung von Rohstoffen auch
    unter strengen Umweltauflagen wirtschaftlich ist.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)


    Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich denke, wir sind
    uns einigermaßen einig – zumindest die meisten unter
    uns –, dass wir bis 2050 in diesem Land nicht ohne fos-
    sile Brennstoffe auskommen werden . Anders lautende
    Aussagen sind meines Erachtens Wunschvorstellungen .


    (Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Die Umweltministerin hat in Paris etwas anderes unterschrieben!)


    – Da täuschen Sie sich . Das müssen Sie etwas genauer
    lesen .


    (Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: 1,5 Grad wird schwierig!)


    Unter Umständen können wir vielleicht in nicht allzu
    weiter Ferne Strom ohne fossile Energieträger herstel-
    len, was aber immer noch nicht heißt, dass das für ein
    Industrieland wie Deutschland ausreichend ist; denn wir
    brauchen verlässlich 365 Tage im Jahr und 24 Stunden
    am Tag Strom . Solange wir nicht ausreichend Speicher-

    möglichkeiten haben, könnten wir zwar rechnerisch aus-
    reichend Strom produzieren, aber deswegen noch lange
    nicht die Versorgung sicherstellen .


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Laut  der  Energieeffizienzstrategie  Gebäude,  die  wir 
    am Mittwoch im Ausschuss behandelt haben, gibt es
    in Deutschland derzeit 21,3 Millionen Wärmeerzeuger .
    Davon werden gut 10,5 Millionen mit Gas befeuert . Das
    bedeutet, dass immer noch die Hälfte aller Heizungen
    in Deutschland gasbasiert ist . Ein großes Problem im
    Wärmebereich ist, dass Alternativen wie Biomasse, Geo-
    thermie, Solarthermie und Photovoltaik nicht für jedes
    Gebäude umsetzbar sind bzw . die Umsetzung mit großen
    Kosten verbunden ist . Bei Gebäuden mit klassischen Ra-
    diatorheizungen zum Beispiel sind Wärmepumpen weni-
    ger effizient als in Gebäuden mit Flächenheizungen. Bei 
    der Solarthermie gibt es durch die Größe und Ausrich-
    tung der Dachflächen Hemmnisse. Solarthermieanlagen 
    sind übrigens eine ausgeprägte Konkurrenz für Photo-
    voltaikanlagen, die nicht zur Wärmegewinnung genutzt
    werden können . Bei der Geothermie haben wir zum Teil
    dasselbe Problem wie beim Erdgas: Auch hier muss ge-
    frackt werden .

    Jetzt werden viele von den Kolleginnen und Kolle-
    gen der Grünen sagen: Wir müssen mit Zwang auf die
    Nutzung von erneuerbaren Energien im Bereich Wärme
    umrüsten – siehe Ihr zuletzt vorgelegter Gesetzentwurf –,
    kostet es, was es wolle .


    (Dr . Julia Verlinden [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wir wollen den Planeten retten! Sie vielleicht nicht!)


    Wenn ich einen ersten Blick in die Unterlagen für den
    Klimaschutzplan 2050 werfe, der von Ihnen nahestehen-
    den Einrichtungen entworfen wurde, denke ich, dass das
    genau der von Ihnen präferierte Weg ist .

    Ich sagte soeben, dass wir in Deutschland immer noch
    sehr viele Gasheizungen haben . In den letzten Jahren
    wurden circa 600 000 bis 700 000 entsprechende Wär-
    meerzeuger pro Jahr installiert . Im Neubaubereich ist
    Gas – auch das müssen wir zur Kenntnis nehmen – noch
    immer der bedeutendste Energieträger .


    (Dr . Julia Verlinden [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Haben Sie schon einmal etwas von Power-to-X gehört?)


    – Davon habe ich durchaus schon gehört, ja . Eine solche
    Anlage werde ich übermorgen wieder besuchen .


    (Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Am heiligen Sonntag?)


    Wenn wir in Deutschland kein Erdgas mehr fördern,
    können wir nur importieren . Wir machen uns dann gänz-
    lich von ausländischen Lieferanten abhängig, die gege-
    benenfalls unter schlechten ökologischen und übrigens
    auch schlechten arbeitsrechtlichen Bedingungen fördern .
    Dass es unter Umständen auch aus außenpolitischer Sicht
    Vorbehalte und Probleme mit der innerstaatlichen De-
    mokratie in diesen Förderländern geben kann, will ich
    in diesem Zusammenhang nur kurz ansprechen und gar
    nicht weiter ausführen .

    Dr. Herlind Gundelach






    (A) (C)



    (B) (D)


    Ein Verbot hätte daher aus meiner Sicht mindestens
    zur Folge, dass wir kein eigenes Gas für die Verstromung
    hätten, obwohl Gas unter den grundlastfähigen Energie-
    trägern noch immer die beste CO2-Bilanz hat . Wir müss-
    ten für die Hälfte der Heizungen in Deutschland Erdgas
    aus dem Ausland importieren . Wir würden einem ganzen
    Wirtschaftszweig die Arbeit verbieten, und das, nachdem
    er über 50 Jahre in Deutschland eine gute Arbeit geleistet
    hat . Wir würden indirekt schlechte Arbeitsbedingungen
    und eine unter ökologischen Aspekten auch nicht nach-
    haltige Förderung im Ausland unterstützen . Ich weise
    zum Beispiel auf die Leckagen im Rahmen der Öl- und
    Gasförderung in Russland hin .


    (Dr . Julia Verlinden [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nicht nur da!)


    – Aber dort ganz besonders . – Experten sagen, dass bei
    bis zu 10 Prozent der Förderungen das von Ihnen zu
    Recht kritisierte Methan in großen Mengen in die Luft
    entweicht . Wir könnten sagen: Das berührt uns nicht; das
    ist ja nicht unsere CO2-Bilanz .


    (Dr . Julia Verlinden [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nein! Wir können auf Energieeffizienz setzen!)


    Ich nenne ein solches Verhalten absolut pharisäerhaft .


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)


    Wie gesagt, das alles wollen wir uns leisten, obwohl Erd-
    gas in Deutschland unter marktwirtschaftlichen Aspekten
    konkurrenzfähig ist .

    Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir in der CDU/
    CSU-Bundestagsfraktion nehmen die Sorgen der Bürge-
    rinnen und Bürger bezüglich der Fracking-Technologie
    sehr ernst .


    (Dr . Julia Verlinden [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Aber es gibt kein Gesetz von Ihnen!)


    Es gibt aber nur wenige Themen, die politisch und emo-
    tional derart aufgeladen sind – das merkt man auch an
    Ihren Reaktionen –, dass eine sachliche Diskussion kaum
    noch möglich ist . Das Produkt Erdgas ist unter strengen
    Auflagen in Deutschland förderbar und auch konkurrenz-
    fähig . Deshalb wäre es nach unserer Auffassung falsch,
    Fracking zu verbieten .

    Ich werbe daher für einen guten gesetzlichen Rahmen
    mit sinnvollen Regelungen .


    (Dr . Julia Verlinden [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wo ist der denn?)


    – Dazu hören Sie gleich noch etwas . – Daher haben wir
    in unserem Vorschlag nach intensiven Beratungen, auch
    mit durchaus kritischen Geistern in unseren eigenen Rei-
    hen, wie Sie wissen, festgelegt, dass zum Beispiel nur
    noch solche Frackfluide zugelassen werden – sie beste-
    hen heute ohnedies schon zu fast 97 Prozent nur noch aus
    Wasser und Sand –, die die Wassergefährdungsklasse 1
    haben . Die meisten Shampoos, mit denen wir uns täglich
    die Haare waschen, sind schon in Wassergefährdungs-
    klasse 2 . Die Gefährlichkeit ist aus meiner Sicht also
    überschaubar .

    Ferner wollen wir die Pflichten im Rahmen der Um-
    weltverträglichkeitsprüfungen massiv ausweiten, so-
    dass beispielsweise schon vor der Aufsuchung – also
    beim allerersten Schritt, noch vor der Förderung – eine
    UVP-Prüfung durchgeführt werden muss . So würde der
    gesamte Prozess der Förderung überwacht . Zu den was-
    serrechtlichen Implikationen wird, denke ich, der Kolle-
    ge Möring nachher sicher noch Stellung nehmen .

    Deutschland ist in den Augen vieler unserer Nach-
    barn – auch das möchte ich betonen – inzwischen ein
    Land geworden, das offensichtlich Innovationen scheut
    und überall nur noch unbeherrschbare Risiken sieht .


    (Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ui, ui, ui!)


    Das, meine Damen und Herren, ist aber nicht der Geist,
    mit dem unser Land großgeworden ist, und das ist mit
    Sicherheit auch nicht der Geist, mit dem wir unsere Spit-
    zenstellung als Industrieland in der Welt halten können .
    Deshalb trete ich nach wie vor für die Anwendung inno-
    vativer Techniken in Deutschland ein .


    (Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Zum Beispiel?)


    Dazu gehört für mich auch Fracking,


    (Lachen der Abg . Dr . Julia Verlinden [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    und zwar – das betone ich noch einmal – unter strengen
    Umweltauflagen.


    (Beifall der Abg . Marie-Luise Dött [CDU/ CSU] – Dr . Julia Verlinden [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN]: Das ist nicht Ihr Ernst! Das soll eine innovative Technik sein?)


    Gestatten Sie mir zum Schluss noch eine Bemerkung .
    Der Zeitpunkt, zu dem Sie Ihren Gesetzentwurf vorle-
    gen, riecht ein bisschen arg nach Wahlkampf . Uns in der
    Koalition ist aber an einer sachlichen Diskussion und an
    guten, praktikablen Lösungen gelegen .


    (Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie haben doch auch etwas eingebracht! – Dr . Julia Verlinden [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN]: Wir warten ja auf Ihren Gesetzentwurf!)


    – Den bekommen Sie . Sie müssen nur noch ein bisschen
    warten .

    Danke .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD – Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Aber Sie haben doch auch etwas eingebracht!)