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ID1814003500

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    Plenarprotokoll 18/140 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 140. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 26. November 2015 Inhalt: Glückwünsche zum Geburtstag der Abgeord- neten Heinz-Joachim Barchmann und Alois Karl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13711 A Wahl von Herrn Michael Reiffenstuel und Herrn Ansgar Hollah als Mitglieder des Stif- tungsrates der „Stiftung Flucht, Vertrei- bung, Versöhnung“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13711 A Erweiterung und Abwicklung der Tagesord- nung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13711 B Nachträgliche Ausschussüberweisungen . . . . 13711 D Tagesordnungspunkt I: (Fortsetzung) a) Zweite Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haus- haltsjahr 2016 (Haushaltsgesetz 2016) Drucksachen 18/5500, 18/5502 . . . . . . . 13712 A b) Beratung der Beschlussempfehlung des Haushaltsausschusses zu der Unterrich- tung durch die Bundesregierung: Fi- nanzplan des Bundes 2015 bis 2019 Drucksachen 18/5501, 18/5502, 18/6127 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13712 B I .13 Einzelplan 09 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Drucksachen 18/6109, 18/6124 . . . . . . . 13712 B Dr . Diether Dehm (DIE LINKE) . . . . . . . . . . 13712 B Thomas Jurk (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13713 B Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13714 D Andreas Mattfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 13716 A Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . . . 13718 C Michael Schlecht (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 13720 A Dr . Michael Fuchs (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 13721 C Kerstin Andreae (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13723 D Sigmar Gabriel, Bundesminister BMWi . . . . . 13725 A Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13727 B Oliver Krischer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13728 A Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE) . . . . . . . . 13731 A Barbara Lanzinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 13732 B Dieter Janecek (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13734 A Peter Stein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . 13734 D Bernd Westphal (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13736 B Mark Hauptmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 13736 D Jan Metzler (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . 13738 C I .14 Einzelplan 15 Bundesministerium für Gesundheit Drucksachen 18/6114, 18/6124 . . . . . . . 13740 B Dr . Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . 13740 B Hermann Gröhe, Bundesminister BMG . . . . . 13741 C Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13743 D Petra Hinz (Essen) (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 13745 A Dr . Georg Nüßlein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 13747 A Harald Weinberg (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 13748 D Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 140 . Sitzung . Berlin, Donnerstag, den 26 . November 2015II Burkhard Blienert (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 13750 B Maria Klein-Schmeink (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13752 A Michael Hennrich (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 13753 B Dr . Edgar Franke (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 13755 B Dietrich Monstadt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 13757 A Tagesordnungspunkt III: a) Unterrichtung durch die Bundesregie- rung: Bericht der Bundesregierung über den Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und über das Unfall- und Berufskrankheiten- geschehen in der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2013 Drucksache 18/3474 . . . . . . . . . . . . . . . 13758 D b) Unterrichtung durch die Bundesregie- rung: Sechster Erfahrungsbericht der Bundesregierung über die Durchfüh- rung des Stammzellgesetzes Drucksache 18/4900 . . . . . . . . . . . . . . . 13759 A c) Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschät- zung gemäß § 56a der Geschäftsordnung: Technikfolgenabschätzung (TA): Mo- derne Stromnetze als Schlüsselelement einer nachhaltigen Stromversorgung Drucksache 18/5948 . . . . . . . . . . . . . . . 13759 A Zusatztagesordnungspunkt 1: a) Antrag der Abgeordneten Dr . Frith- jof Schmidt, Claudia Roth (Augsburg), Omid Nouripour, weiterer Abgeordne- ter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Interministerielle Zusam- menarbeit bei der Bewältigung der Fluchtkrise in Drittstaaten verbessern Drucksache 18/6772 . . . . . . . . . . . . . . . 13759 B b) Antrag der Abgeordneten Sylvia Kot- ting-Uhl, Annalena Baerbock, Bärbel Höhn, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Sicherheit hat Vorrang – Ohne Stand von Wissenschaft und Technik keine Inbetriebnahme von Schacht Konrad Drucksache 18/6773 . . . . . . . . . . . . . . . 13759 B Tagesordnungspunkt IV: a)–f) Beratung der Beschlussempfehlungen des Petitionsausschusses: Sammelüber- sichten 249, 250, 251, 252, 253 und 254 zu Petitionen Drucksachen 18/6656, 18/6657, 18/6658, 18/6659, 18/6660, 18/6661 . . . . . . . . . . 13759 C Tagesordnungspunkt I: (Fortsetzung) a) Zweite Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haus- haltsjahr 2016 (Haushaltsgesetz 2016) Drucksachen 18/5500, 18/5502 . . . . . . . 13712 A b) Beratung der Beschlussempfehlung des Haushaltsausschusses zu der Unterrich- tung durch die Bundesregierung: Fi- nanzplan des Bundes 2015 bis 2019 Drucksachen 18/5501, 18/5502, 18/6127 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13712 B I .15 Einzelplan 11 Bundesministerium für Arbeit und So- ziales Drucksachen 18/6111, 18/6124 . . . . . . . 13760 A Dr . Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . 13760 B Andrea Nahles, Bundesministerin BMAS . . . 13761 B Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13763 B Axel E . Fischer (Karlsruhe-Land) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13764 D Ewald Schurer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13766 D Klaus Ernst (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . 13768 A Sabine Weiss (Wesel I) (CDU/CSU) . . . . . . . . 13769 C Brigitte Pothmer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13771 D Katja Mast (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13772 D Stephan Stracke (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 13774 A Daniela Kolbe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13775 C Mark Helfrich (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 13776 B Dr . Martin Rosemann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . 13778 B I .16 Einzelplan 17 Bundesministerium für Familie, Seni- oren, Frauen und Jugend Drucksachen 18/6124, 18/6125 . . . . . . . 13779 B Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 13779 B Manuela Schwesig, Bundesministerin BMFSFJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13780 D Ulle Schauws (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13782 C Alois Rainer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . 13783 D Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13785 A Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 13785 C Alois Rainer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . 13785 D Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 140 . Sitzung . Berlin, Donnerstag, den 26 . November 2015 Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 140 . Sitzung . Berlin, Donnerstag, den 26 . November 2015 III Dr . Carola Reimann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 13786 A Jörn Wunderlich (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 13787 A Nadine Schön (St . Wendel) (CDU/CSU) . . . . 13788 C Beate Walter-Rosenheimer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13790 C Ulrike Gottschalck (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 13791 D Jörn Wunderlich (DIE LINKE) . . . . . . . . . . 13792 D Marcus Weinberg (Hamburg) (CDU/CSU) . . . 13793 D Sönke Rix (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13796 B Sylvia Pantel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 13797 B I .17 Einzelplan 10 Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Drucksachen 18/6110, 18/6124 . . . . . . . 13799 C Heidrun Bluhm (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 13799 D Cajus Caesar (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . 13801 B Harald Ebner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13803 B Ulrich Freese (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13804 D Christian Schmidt, Bundesminister BMEL . . . 13805 D Friedrich Ostendorff (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13807 D Dr . Kirsten Tackmann (DIE LINKE) . . . . . . . 13808 C Dr . Wilhelm Priesmeier (SPD) . . . . . . . . . . . . 13809 D Nicole Maisch (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13811 B Ingrid Pahlmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 13812 D Dr . Karin Thissen (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 13814 C Gitta Connemann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 13815 D Harald Ebner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13817 B Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13818 B Ursula Schulte (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13819 A Rita Hagl-Kehl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13820 A Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13821 B Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . . 13823 A (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 140 . Sitzung . Berlin, Donnerstag, den 26 . November 2015 13711 140. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 26. November 2015 Beginn: 9 .01 Uhr
  • folderAnlagen
    Rita Hagl-Kehl (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 140 . Sitzung . Berlin, Donnerstag, den 26 . November 2015 13823 Anlage zum Stenografischen Bericht Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Albsteiger, Katrin CDU/CSU 26 .11 .2015 Dörner, Katja BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26 .11 .2015 Ehrmann, Siegmund SPD 26 .11 .2015 Ernstberger, Petra SPD 26 .11 .2015 Hartmann, Sebastian SPD 26 .11 .2015 Heiderich, Helmut CDU/CSU 26 .11 .2015 Irlstorfer, Erich CDU/CSU 26 .11 .2015 Kekeritz, Uwe BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26 .11 .2015 Kindler, Sven-Christian BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26 .11 .2015 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Lagosky, Uwe CDU/CSU 26 .11 .2015 Launert, Dr . Silke CDU/CSU 26 .11 .2015 Pronold, Florian SPD 26 .11 .2015 Scharfenberg, Elisabeth BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26 .11 .2015 Schnieder, Patrick CDU/CSU 26 .11 .2015 Spinrath, Norbert SPD 26 .11 .2015 Strässer, Christoph SPD 26 .11 .2015 Veit, Rüdiger SPD 26 .11 .2015 Warken, Nina CDU/CSU 26 .11 .2015 Wicklein, Andrea SPD 26 .11 .2015 Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 140 . Sitzung . Berlin, Donnerstag, den 26 . November 2015 Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 140. Sitzung Inhaltsverzeichnis EPL 09 Wirtschaft und Energie EPL 15 Gesundheit TOP III Überweisungen im vereinfachten Verfahren TOP IV Abschließende Beratungen ohne Aussprache EPL 11 Arbeit und Soziales EPL 17 Familie, Senioren, Frauen und Jugend EPL 10 Ernährung und Landwirtschaft Anlage
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dieter Janecek


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr

    Minister! Da Sie noch hier sind: Sie haben das Thema
    Russland angesprochen . Ich würde Ihnen gerne dazu eine
    Frage stellen . Zwei Wochen nach Ihrem Besuch war ich
    auch bei Putin in Moskau . Die Frage ist: Ist es richtig,
    dass Sie bei Putin im Kreml zugesagt haben, die Sankti-
    onen schrittweise aufzuweichen? Ist es richtig, dass Sie
    zugesagt haben, beim Thema North Stream 2 die euro-
    päischen Interessen nicht zu vertreten? Das würde mich
    interessieren, wenn wir in diesem Zusammenhang über
    Wirtschaft und Russland reden .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Anja Hajduk [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Jetzt geht er!)


    Das Thema, das ich heute aufgreifen möchte – Herr
    Kollege Mattfeldt hat es auf seine eigene Art und Weise
    getan –, ist das Thema Wirtschaft und Zuwanderung . In
    der Geschichte ist es so: In der ersten Hälfte des 20 . Jahr-
    hunderts war Deutschland ein Antieinwanderungsland .
    In der zweiten Hälfte des 20 . Jahrhunderts sind wir suk-
    zessive ein Einwanderungsland geworden, haben es nur
    nicht kommuniziert . Es hat lange gedauert – übrigens
    bis zu Rot-Grün . Jetzt reden wir immer noch in solchen
    Debatten – das ärgert mich persönlich schon – von de-
    nen, die kommen, und denen, die hier sind . Aber was ist
    die Realität? 20 Prozent der Gründerinnen und Gründer
    sind Menschen mit Migrationshintergrund . Jeder achte
    Selbstständige hat einen Migrationshintergrund . In den
    Städten sind es bis zu 50 Prozent . Wir haben eine völlig
    andere Realität, und es geht hier nicht um die, die kom-
    men, und die, die hier sind; vielmehr sollte es um die
    Gemeinsamkeit aller gehen, die uns nach vorne bringt .
    Davon muss doch die Debatte handeln, wenn wir über
    Zuwanderung im Zusammenhang mit Wirtschaft reden .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Was die Frage der Syrerinnen und Syrer angeht, die
    kommen . Wir wissen, dass bei türkischstämmigen Men-
    schen die Gründungsquote, die Selbstständigenquote
    sehr hoch ist . Also müssen wir auch hier die Instrumente
    schaffen, um zu fördern, um Zugänge zu Kleinstkrediten
    zu schaffen . Sie fallen unter den Radar . Wer gründen will
    und einen Betrag von unter 25 000 Euro braucht, hat es
    schwer, weil die Sparkassen es nicht schaffen, weil die
    Gründungsinitiativen es nicht schaffen, weil es die Vor-
    rangprüfung immer noch gibt und die Drei-plus-zwei-
    Regelung nicht so greift, wie sie greifen sollte . Lassen
    Sie uns dort anfangen! Das ist ein Chancenthema . Für
    ein Land wie die Bundesrepublik Deutschland mit ihrer
    demografischen Entwicklung und ihrem wirtschaftlichen
    Potenzial ist es angezeigt, das als Chancenthema zu be-
    greifen .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Das Thema Energiewende diskutieren wir immer noch
    sehr stark anhand des EEG . Es gab eine Reform 2014;
    2016 kommt die nächste Anpassung . Wir haben unsere
    Vorschläge gemacht . Sie dürfen nachher abstimmen über
    die Frage der Batteriespeicher bei der Photovoltaik . An-

    scheinend haben Sie das positiv aufgegriffen . Ich bin ge-
    spannt, wie Sie sich verhalten werden .

    Ich würde gerne eine Debatte über die nächste Stufe
    der Energiewende führen: die Digitalisierung der Ener-
    giewende . Wir haben das Smart-Meter-Rollout-Gesetz
    vorliegen . Warum schaffen wir es nicht, kraftvoll darü-
    ber zu reden, dass die Potenziale von Digitalisierung und
    Energiewende zusammengeführt werden, eine Chance
    darin zu sehen, die Verbrauchskennzahlen von großen
    Betrieben, von mittelständischen Unternehmen erkennen
    und steuern zu können, sodass wir erneuerbare Anlagen
    besser aussteuern und mehr Wettbewerb schaffen kön-
    nen? Das wäre ein großes Chancenthema . Das haben Sie
    nicht aufgegriffen . Ich wünsche mir, dass Sie das kraft-
    voll tun .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Wenn wir über das Thema Wettbewerb reden, dann
    müssen wir über das Internet reden . Wir können keine
    wirtschaftspolitische Debatte führen und nicht über die
    Rahmenbedingungen unseres Netzes reden . Auf bei-
    den Seiten des Plenums – zugegeben: im Europäischen
    Parlament; hier wäre es nicht viel anders gewesen – hat
    jeweils eine einzige Person die Hand dafür gehoben,
    die Netzneutralität in Europa zu erhalten – eine einzi-
    ge . Wettbewerb heißt auch, dass die Rahmenbedingun-
    gen stimmen müssen . Die stimmen nicht, wenn wir ein
    Zweiklasseninternet schaffen . Das schaffen Sie . Deshalb
    müssen wir kraftvoll dagegenhalten . Wir brauchen mehr
    Wettbewerb . Wir brauchen in diesem Bereich mehr Re-
    geln . Wir brauchen eine Regulierung, die stimmig ist und
    die Digitalisierung als Chancenfeld begreift, genauso wie
    es die Energiewende ist .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Wenn wir das schaffen, dann bin ich auch frohen Mu-
    tes, dass wir hier etwas Vernünftiges schaffen .

    Vielen Dank .


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)




Rede von Ulla Schmidt
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

Vielen Dank . – Als Nächster hat für die CDU/

CSU-Fraktion der Kollege Peter Stein das Wort .


(Beifall bei der CDU/CSU)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Peter Stein


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren!

    Liebe Kollegen! Trotz aller Krisen und europäischen
    Unsicherheiten steht Deutschland sehr gut da; das gilt
    insbesondere für unsere Wirtschaft . Vielen Ländern um
    uns herum geht es da nicht so gut . Wir dürfen uns selbst
    durchaus einmal die Frage stellen, warum das so ist . Das
    kommt bei uns oft viel zu kurz . Wir nehmen vieles als
    selbstverständlich hin, als etwas, das nicht neu zu schaf-
    fen ist . Es geht uns deshalb so gut, weil wir stabile po-
    litische Verhältnisse haben . Wir leben und praktizieren
    eine freiheitliche und tolerante Demokratie, eine soziale
    Marktwirtschaft . Wir haben einen starken Mittelstand
    und ein hochqualifiziertes Handwerk. Wir sind innovativ






    (A) (C)



    (B) (D)


    und investieren mit diesem neuen Haushalt so viel wie
    noch nie in Forschung und Bildung .

    Wir reden heute über den Haushalt des Ministeriums
    für Wirtschaft und Energie . Lassen Sie mich hier einen
    kleinen, vielleicht nicht so bekannten Bereich heraus-
    greifen, der nicht vordergründig mit diesem Hause ver-
    bandelt scheint, es aber im Wesentlichen ist . Das Stich-
    wort lautet Energiepartnerschaften . Wir sind Weltspitze,
    was Technologie und Energiewirtschaft angeht . Unsere
    vielen kleinen, mittelständischen, aber auch großen Un-
    ternehmen sind breit aufgestellt und gut vernetzt . Aber
    es gibt Regionen, in denen wir noch viel präsenter sein
    könnten . Unter anderem möchte ich die Maghreb-Region
    und Subsahara-Afrika nennen . Traditionell sind dort eher
    die Franzosen sehr aktiv . Sie sind dort sprachlich meist
    klar im Vorteil und haben historisch bedingt einen beson-
    deren Zugang zu den jeweiligen kulturellen Besonderhei-
    ten . Jetzt werden absehbar – das ist heute schon mehrfach
    angesprochen worden – viele deutsche Unternehmen
    junge Menschen aus ebendiesen Herkunftsländern mit
    speziellen sprachlichen und kulturellen Kenntnissen und
    Hintergründen in ihren Reihen haben können . Ich sehe
    da neue Möglichkeiten auf unsere Wirtschaft zukommen .
    Ich möchte hier an alle appellieren, diese Chance, die die
    Flüchtlingskrise eröffnet, beherzt zu ergreifen .

    Lassen Sie mich insbesondere nach Nordafrika und
    dort auf die aktuelle Energiewirtschaft schauen . Rainer
    Baake, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, und
    der stellvertretende Energieminister Algeriens haben erst
    in diesem Jahr, am 25 . Mai, in Berlin die erste Sitzung
    des Steuerungskomitees der Deutsch-Algerischen Ener-
    giepartnerschaft abgehalten . Die Energiepartnerschaft
    zwischen Deutschland und Algerien wird den Rahmen
    für einen sehr intensiven energiepolitischen Austausch
    und eine verstärkte Kooperation im Energiesektor schaf-
    fen . Algerien hat, wie man sich vorstellen kann, beste
    Bedingungen für Solar- und Windenergie und ist ange-
    sichts seiner ehrgeizigen Ziele beim Ausbau ein attrakti-
    ver Partner für Deutschland . Das bringt Vorteile für beide
    Länder .

    Wir satteln dabei auf eine Reihe guter Erfahrungen
    mit Energiepartnerschaften mit anderen Ländern auf .
    So haben wir bereits seit 2012 eine Zusammenarbeit mit
    Marokko im Energiebereich . Im Haushalt 2016 ist die-
    ser Posten im Vergleich zum letzten Jahr noch einmal
    um 28 Prozent aufgewachsen . Das ist sehr zu begrüßen .
    Ein Schwerpunkt dieser Partnerschaften ist es, auch die
    Wirtschaft einzubinden . Die genaue Betrachtung des
    Energiemixes, der Ausbau erneuerbarer Energien und die
    Verbesserung der Energieeffizienz sind deutsche Kern-
    kompetenzen geworden, die gerade in Nordafrika gefragt
    sind .

    Bisher wird beispielsweise Algeriens Energiebedarf
    fast ausschließlich durch im Land geförderte fossile
    Brennstoffe gedeckt . Erneuerbare Energien machen trotz
    guter Potenziale bisher nur einen geringen Anteil an der
    Energieerzeugung aus . Um den rasant steigenden Ener-
    giebedarf in Algerien zu decken, plant die algerische
    Regierung, bis 2030 neue Solar- und Windenergiekapa-
    zitäten in Höhe von 22 Gigawatt aufzubauen . Das schafft
    sie nicht alleine . Die Energiepartnerschaft zwischen

    Deutschland und Algerien soll im Rahmen bilateraler
    Arbeitsgruppen auf Regierungsebene unter Einbindung
    der Wirtschaft umgesetzt werden und dient, wie gesagt,
    beiden Seiten .

    Marokko deckte bislang seinen Energiebedarf eben-
    falls fast ausschließlich durch fossile Brennstoffe . Bis
    2012 machten erneuerbare Energien trotz guter Potenzi-
    ale nur einen Anteil von gut 5 Prozent des Primärener-
    giebedarfs aus . Der Energiebedarf Marokkos steigt der-
    weil jedes Jahr um 6 Prozent . Das Ziel Marokkos ist es
    daher, bis 2020 42 Prozent der installierten Kapazitäten
    aus Sonnen-, Wasser- und Windkraft zu erhalten . Das
    ist noch ehrgeiziger als das, was wir uns als Ziel gesetzt
    haben . Damit kann und sollte Marokko zum Pionier für
    erneuerbare Energien in Nordafrika werden . Ich konnte
    mir dort in der letzten Woche einen Green Energy Park,
    ein Innovationszentrum, anschauen . Es ist wirklich sehr
    beeindruckend, mit welcher Energieleistung, mit welcher
    Geschwindigkeit daran dort gearbeitet wird . Deutschland
    unterstützt das nicht nur mit der Energiepartnerschaft,
    sondern auch mit der Deutschen Klima- und Technologie-
    initiative, der DKTI . Partner wie das Deutsche Zentrum
    für Luft- und Raumfahrt, die GIZ oder auch die KfW mit
    der DEG sind intensiv eingebunden .

    Da neben der installierten Leistung der Ausbau der
    Stromnetze, die Energieeffizienz und die Energiefor-
    schung Gegenstand dieser Kooperation sind, finden sich
    hier auch bedeutende weitere Felder für die wirtschaftli-
    che Kooperation und Chancen für deutsches Know-how
    und Firmen . Deutschland hilft Marokko, Algerien und
    Tunesien, dazu beizutragen, dass ein Markt für Strom aus
    erneuerbaren Energien entstehen kann . Dort laufen Re-
    ferenzprojekte in der Größenordnung von 2,5 Gigawatt;
    davon entfallen aktuell über 500 Megawatt auf Marokko,
    maßgeblich durch deutsche Energiepartner unterstützt .
    Die Hälfte dieses Vorhabens ist bereits umgesetzt und
    auch genauer definiert. Seit 2014 wird in diesen Anlagen
    der erste Strom erzeugt . Der Solarpark Ouarzazate soll in
    Kürze mit bis zu 560 Megawatt ans Netz gehen .

    Die unter deutschem Vorsitz maßgeblich mitgestal-
    tete Afrika-EU-Energiepartnerschaft ist die mit Abstand
    am weitesten fortgeschrittene der acht im Jahre 2007
    in Lissabon gegründeten thematischen Partnerschaften
    zwischen der Afrikanischen und der Europäischen Uni-
    on . Umso wichtiger ist es, dass das in möglichst vielen
    Haushaltsansätzen verankert ist .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Dazu gehören auch Aspekte wie berufliche Ausbil-
    dung, Fachkräftemangel bei uns und auch die vielen jun-
    gen Leute in Afrika . Wir haben heute einen der höchsten
    Beschäftigungsstände der Geschichte und mit 400 000,
    vielleicht 600 000 freien Jobs und 40 000 unbesetzten
    Ausbildungsplätzen Potenzial zu bieten . Wir haben
    derzeit die höchsten Einnahmen in der Sozialversiche-
    rung . Wir haben die höchsten Steuereinnahmen und eine
    Nullverschuldung im Haushalt . Dieser Erfolg gibt uns
    Spielräume, die wir nun nutzen können, um den inter-
    nationalen Herausforderungen gewachsen zu sein . We-
    gen unserer herausgehobenen Rolle stehen wir besonders

    Peter Stein






    (A) (C)



    (B) (D)


    in der Verantwortung, unserer Wirtschaft die Chancen
    aus der momentanen Situation aufzuzeigen und diesen
    Prozess zu begleiten . Wir lernen gerade, dass uns vie-
    les, was wir in den letzten Jahrzehnten an Regelwerken
    aufgebaut haben, an einem flexiblen Agieren hemmt; die
    Bundeskanzlerin hat das bereits thematisiert . Wir müs-
    sen deutlich stärker entbürokratisieren und verkrustete
    Prozessstrukturen aufbrechen . Ich bin überzeugt, dass
    die positiven Effekte weit über die Flüchtlingsfrage, aber
    auch die Fachkräftefrage hinaus zu spüren sein werden,
    wenn wir hier entschlossen anpacken .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Junge, gut ausgebildete und motivierte Menschen sind
    eine Riesenchance für jedes Land, bei uns besonders vor
    dem Hintergrund der unbesetzten Lehrstellen . Zu wenige
    der Migranten aus den letzten Jahren haben wir in den
    Arbeitsmarkt integrieren können; zu viel ist zur Parallel-
    welt geworden . Klar ist, dass die deutsche Sprache eine
    wesentliche Voraussetzung für die Integration ist . Ja, es
    wird großer Anstrengungen unserer Gesellschaft bedür-
    fen, dies zu realisieren .

    Ich möchte zum Schluss meiner Rede noch auf die
    maritime Wirtschaft zu sprechen kommen und eine Lan-
    ze für sie brechen . Rechnet man die Zulieferer hinzu,
    umfasst diese Branche über 400 000 Arbeitsplätze . Ma-
    ritime Technologien haben enormes Potenzial, und unser
    Know-how aus Deutschland ist wie bei den erneuerbaren
    Energien international mehr als gefragt . Der Kreuzfahrt-
    tourismus ist bei uns im Norden eine Erfolgsgeschichte .
    Stetige Investitionen in unsere Häfen sind eine unabding-
    bare Grundlage unserer Exportwirtschaft .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    90 Prozent des globalen Warenverkehrs gehen per Schiff .
    Jede Investition in unsere Häfen, egal in welchem Haus-
    haltsansatz verbucht, ist sehr gut angelegtes Geld .

    Meine Damen und Herren, Wirtschaftspolitik gestaltet
    die Zukunft wahrscheinlich stärker und nachhaltiger, als
    dies in vielen anderen Feldern der Fall ist . Die Haushalts-
    ansätze 2016 werden diesem Grundsatz gerecht .

    Herzlichen Dank .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)