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ID1813801700

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    Plenarprotokoll 18/138 Textrahmenoptionen: 16 mm Abstand oben Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 138. Sitzung Berlin, Dienstag, den 24. November 2015 Inhalt: Gedenken an die Opfer der Pariser Attentate . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13497 A Begrüßung der Delegation von Parlamentari- ern aus Usbekistan unter Vorsitz von Herrn Shadmanov . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13518 D Tagesordnungspunkt I: a) Zweite Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bun- deshaushaltsplans für das Haushalts- jahr 2016 (Haushaltsgesetz 2016) Drucksachen 18/5500, 18/5502 . . . . . . . . 13498 B b) Beratung der Beschlussempfehlung des Haushaltsausschusses zu der Unterrich- tung durch die Bundesregierung: Finanz- plan des Bundes 2015 bis 2019 Drucksachen 18/5501, 18/5502, 18/6127 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13498 B I .1 Einzelplan 01 Bundespräsident und Bundespräsidi- alamt Drucksachen 18/6124, 18/6125 . . . . . . . . 13498 B I .2 Einzelplan 02 Deutscher Bundestag Drucksachen 18/6102, 18/6124 . . . . . . . . 13498 B I .3 Einzelplan 03 Bundesrat Drucksachen 18/6124, 18/6125 . . . . . . . . 13498 C I .4 a) Einzelplan 08 Bundesministerium der Finanzen Drucksachen 18/6108, 18/6124 . . . . . . 13498 C b) Einzelplan 20 Bundesrechnungshof Drucksachen 18/6124, 18/6125 . . . . . . 13498 D Dr . Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . 13498 D Eckhardt Rehberg (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 13500 A Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13501 D Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13503 A Dr . Axel Troost (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 13504 D Dr . Wolfgang Schäuble, Bundesminister BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13506 A Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13507 B Dr . Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13508 D Carsten Schneider (Erfurt) (SPD) . . . . . . . . . . 13510 B Ralph Brinkhaus (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 13511 D Dr . Hans-Ulrich Krüger (SPD) . . . . . . . . . . . . 13513 D Bartholomäus Kalb (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 13515 A Lothar Binding (Heidelberg) (SPD) . . . . . . . . 13516 A Carsten Körber (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 13517 D I .5 Einzelplan 16 Bundesministerium für Umwelt, Na- turschutz, Bau und Reaktorsicherheit Drucksachen 18/6115, 18/6124 . . . . . . . . 13519 B Heidrun Bluhm (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 13519 B Steffen-Claudio Lemme (SPD) . . . . . . . . . . . . 13521 A Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13522 A Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 138 . Sitzung . Berlin, Dienstag, den 24 . November 2015II Josef Rief (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13523 C Dr . Barbara Hendricks, Bundesministerin BMUB . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13525 B Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 13526 C Hubertus Zdebel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 13527 C Dr . Georg Nüßlein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 13528 D Steffi Lemke (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13531 C Carsten Träger (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13532 D Christian Hirte (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 13533 D Christian Kühn (Tübingen) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13535 A Sören Bartol (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13536 B Christian Haase (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 13537 C I .6 a) Einzelplan 06 Bundesministerium des Innern Drucksachen 18/6106, 18/6124 . . . . . 13540 A b) Einzelplan 21 Bundesbeauftragte für den Daten- schutz und die Informationsfreiheit Drucksachen 18/6119, 18/6124 . . . . . . 13540 A Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 13540 B Dr . Reinhard Brandl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 13541 C Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13543 A Martin Gerster (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13544 B Dr . Thomas de Maizière, Bundesminister BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13546 B Frank Tempel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 13548 C Dr . Eva Högl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13549 D Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13551 C Stephan Mayer (Altötting) (CDU/CSU) . . . . . 13553 A Dr . Lars Castellucci (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 13554 D Armin Schuster (Weil am Rhein) (CDU/ CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13556 A Frank Tempel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 13557 C Susanne Mittag (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13558 D I .7 a) Einzelplan 07 Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Drucksachen 18/6107,18/6124 . . . . . . 13560 B b) Einzelplan 19 Bundesverfassungsgericht Drucksachen 18/6124, 18/6125 . . . . . . 13560 B Caren Lay (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . 13560 B Dennis Rohde (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13562 A Caren Lay (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 13562 B Dr . Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13564 B Klaus-Dieter Gröhler (CDU/CSU) . . . . . . . . . 13565 C Heiko Maas, Bundesminister BMJV . . . . . . . 13568 A Harald Petzold (Havelland) (DIE LINKE) . . . 13570 B Thomas Strobl (Heilbronn) (CDU/CSU) . . . . 13571 B Renate Künast (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13573 B Elvira Drobinski-Weiß (SPD) . . . . . . . . . . . . . 13575 A Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU/CSU) . 13575 C Metin Hakverdi (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13577 D Michael Frieser (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 13578 D I .8 Einzelplan 30 Bundesministerium für Bildung und Forschung Drucksachen 18/6124, 18/6125 . . . . . . 13580 B Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 13580 C Anette Hübinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 13581 D Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13583 B Swen Schulz (Spandau) (SPD) . . . . . . . . . . . . 13584 C Dr . Johanna Wanka, Bundesministerin BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13587 A Ralph Lenkert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 13590 A Dr . Ernst Dieter Rossmann (SPD) . . . . . . . . . 13591 B Özcan Mutlu (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13593 A Stephan Albani (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 13593 D Beate Walter-Rosenheimer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13595 C Saskia Esken (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13596 A Dr. Wolfgang Stefinger (CDU/CSU) . . . . . . . 13597 B Ralph Lenkert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 13598 D Dr. Wolfgang Stefinger (CDU/CSU) . . . . . . . 13599 B René Röspel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13599 B Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13601 B Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . . 13603 A (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 138 . Sitzung . Berlin, Dienstag, den 24 . November 2015 13497 138. Sitzung Berlin, Dienstag, den 24. November 2015 Beginn: 10 .00 Uhr
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    Vizepräsidentin Claudia Roth (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 138 . Sitzung . Berlin, Dienstag, den 24 . November 2015 13603 Anlage zum Stenografischen Bericht Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Albsteiger, Katrin CDU/CSU 24 .11 .2015 Binder, Karin DIE LINKE 24 .11 .2015 Dörner, Katja BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24 .11 .2015 Ernstberger, Petra SPD 24 .11 .2015 Gundelach, Dr . Herlind CDU/CSU 24 .11 .2015 Gysi, Dr . Gregor DIE LINKE 24 .11 .2015 Hartmann, Sebastian SPD 24 .11 .2015 Heiderich, Helmut CDU/CSU 24 .11 .2015 Jung, Andreas CDU/CSU 24 .11 .2015 Kekeritz, Uwe BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24 .11 .2015 Kindler, Sven-Christian BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24 .11 .2015 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Lagosky, Uwe CDU/CSU 24 .11 .2015 Launert, Dr . Silke CDU/CSU 24 .11 .2015 Neu, Dr . Alexander S . DIE LINKE 24 .11 .2015 Nissen, Ulli SPD 24 .11 .2015 Nouripour, Omid BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24 .11 .2015 Scharfenberg, Elisabeth BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24 .11 .2015 Schick, Dr . Gerhard BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24 .11 .2015 Schnieder, Patrick CDU/CSU 24 .11 .2015 Strässer, Christoph SPD 24 .11 .2015 Westphal, Bernd SPD 24 .11 .2015 Wicklein, Andrea SPD 24 .11 .2015 Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 138. Sitzung Inhaltsverzeichnis EPL 01 Bundespräsident EPL 02 Bundestag EPL 03 Bundesrat EPL 08 Finanzen EPL 20 Bundesrechnungshof EPL 16 Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit EPL 06 Innen EPL 21 Datenschutz und Informationsfreiheit EPL 07 Justiz und Verbraucherschutz EPL 19 Bundesverfassungsgericht EPL 30 Bildung und Forschung Anlage
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Carsten Schneider


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Als

    wir im September mit den Haushaltsberatungen begon-
    nen haben, hatten wir drei Ziele: erstens, die nachhaltige
    Finanzpolitik fortzusetzen und die Herausforderungen,
    die vor uns liegen, möglichst ohne neue Schulden zu be-
    wältigen; zweitens, die humanitären Katastrophen, die
    dazu geführt haben, dass sich viele Flüchtlinge zu uns auf
    den Weg gemacht haben, zu bewältigen, ihnen Obdach zu
    geben und vor allen Dingen sie – langfristig – nicht nur
    unterzubringen, sondern auch zu integrieren; drittens, der
    Investitionsschwäche des Staates, die von Frau Hajduk
    angesprochen wurde, zu begegnen . Ich stelle fest: Mit
    dem Vorschlag, den wir Ihnen hier präsentieren können,
    werden wir all diesen drei Punkten gerecht .

    Ich will mich bei den Kolleginnen und Kollegen des
    Haushaltsausschusses ganz herzlich bedanken . Es war
    schwere und harte Arbeit, aber sie ist gelungen . Ich sage
    der Koalition, aber auch der Opposition: Es ist in so
    schwierigen Zeiten, wo man sich auch in einer Koalition
    das eine oder andere Mal streitet – in manchen Parteifa-
    milien etwas intensiver –, gut gewesen, dass ihr solide

    wart und einen Haushalt vorgelegt habt, dem man unbe-
    dingt zustimmen kann .

    Wir haben – Kollege Rehberg ist darauf eingegangen –
    noch einen vierten Punkt eingearbeitet, und das war vor
    den Anschlägen in Paris . Uns war klar, dass 1 Million
    Flüchtlinge in diesem Land eine besondere Stresssituati-
    on für die Bevölkerung und damit auch für die Frage der
    gesellschaftlichen Sicherheit darstellen . Wir haben aus
    diesem Grund Mittel sowohl für Maßnahmen der Repres-
    sion als auch für solche der Prävention verstärkt, sowohl
    bei den Nachrichtendiensten als auch bei den Program-
    men, die auf Demokratie und Toleranz zielen . Ich glaube,
    dass das kluge Entscheidungen in einer nicht einfachen
    Situation waren .

    Wir haben die Investitionen noch einmal deutlich ver-
    stärkt . Das können wir nur, weil wir in einer sehr guten
    wirtschaftlichen Lage sind . Ich habe mir heute die Zahlen
    des Statistischen Bundesamtes noch einmal angesehen .
    Woher kommt das Wachstum eigentlich? Es ist zum ganz
    großen Teil binnenmarktgetrieben . Die Binnennachfrage
    steigt: der private Konsum um 0,6 Prozent, der staatli-
    che Konsum um 1,3 Prozent . Die Ursachen hierfür liegen
    in höheren Tarifabschlüssen und in der Einführung des
    Mindestlohns, den wir Sozialdemokraten durchgesetzt
    haben . Ich warne alle davor, die Frage des Mindestlohns
    mit der Frage der Flüchtlinge zu verknüpfen;


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


    das wäre ein Spaltpilz für die Gesellschaft . Das Wachs-
    tum hat ferner damit zu tun, dass wir die Steuern dort, wo
    es zu zusätzlichen Belastungen durch die kalte Progres-
    sion kam, gesenkt haben und dass wir die steuerlichen
    Freibeträge erhöht haben . Wir haben insbesondere auch
    die Freibeträge für die Alleinerziehenden, die seit 2004
    nicht mehr angepasst worden waren, auf über 1 800 Euro
    deutlich erhöht. Auch hier finden sich die Leitlinien der
    Sozialdemokraten wieder .


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD)


    Wir werden in diesem Jahr eine Rentenerhöhung von
    4 bis 5 Prozent haben; auch sie ist dank der guten wirt-
    schaftlichen Lage möglich . Das sind im Schnitt monat-
    lich 60 Euro mehr, die bei den Rentnerinnen und Rent-
    nern ankommen .

    Natürlich werden wir in den nächsten Jahren vor fi-
    nanziellen Belastungen stehen . Es gibt Kollegen, die zu
    mir kommen und sagen: Die fetten Jahre sind vorbei . –
    Das mag sein . Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass wir
    das Geld, die finanziellen Ressourcen zur Verfügung stel-
    len, die notwendig sind, um die Flüchtlinge zu integrie-
    ren und zu befähigen, nicht Leistungsempfänger, sondern
    Leistungsträger zu werden . Dann haben wir eine Rendite,
    die nicht nur humanitär, sondern auch gesellschaftspoli-
    tisch sinnvoll ist .


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Da gibt es natürlich immer die Frage: Wo kommt das
    Geld eigentlich her? Kollege Troost hat die Frage der
    gerechten Verteilung angesprochen . Das ist natürlich für

    Dr. Tobias Lindner






    (A) (C)



    (B) (D)


    Sozialdemokraten immer zentral: Wer zahlt hier eigent-
    lich wie viel? Es gibt da auch Unterschiede in der Koali-
    tion; das ist ganz klar . Aber wir haben zwei wahnsinnig
    große Schritte gemacht, die ich mir nicht hätte träumen
    lassen .

    Der erste Schritt ist der automatische Informations-
    austausch über Banknoten und Vermögen . Da will ich
    mich bei Bundesfinanzminister Schäuble ausdrücklich
    bedanken . Der automatische Informationsaustausch führt
    dazu, dass Privatvermögen nicht mehr versteckt werden
    kann . Über 90 Länder auf der Welt haben das Abkom-
    men unterzeichnet . Es gab in Deutschland prominente
    Fälle, in denen die Betreffenden ihr Geld in der Schweiz
    geparkt haben und auf die Zinsen keine Steuern zahlen
    wollten . Wenn man so viel Geld hat, dass man Zinsen
    erhält, und dann nicht mal hier die Steuern zahlt, ist das
    asozial . Dem haben wir jetzt einen Riegel vorgeschoben;
    dieses Geld muss künftig versteuert werden .

    Jetzt sind wir bei der Frage des Steuersatzes . Ich sage
    Ihnen für die Sozialdemokraten ganz klar: Die Abgel-
    tungsteuer bringt – anders, als Frau Lötzsch es gesagt
    hat – nicht bei den Dividenden einen Vorteil, aber bei den
    Zinserträgen, weil ein Steuersatz von nur 25 Prozent vor-
    gesehen ist, während die Einkommensteuer im Zweifel
    höher sein kann . Das müssen wir so schnell wie möglich
    beseitigen .


    (Beifall bei der SPD sowie der Abg . Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN] – Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das geht jetzt schon!)


    Wir wollen, dass die Einkommen aus Zinsen und Kapital-
    erträgen genauso besteuert werden wie die Einkommen
    aus Arbeit .


    (Kerstin Andreae [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wir machen mit! Das würde reichen!)


    – Frau Kollegin Andreae, wir sind da ja sofort dabei .

    Die Frage ist: Wieso ist es eigentlich dazu gekommen?
    Der erste Grund war eine Initiative der oftmals von vie-
    len Leuten geschmähten Vereinigten Staaten von Ame-
    rika . Sie haben mit dem FATCA-Abkommen sehr hart
    dafür gesorgt, dass die Banken ihre Bücher offenlegen;
    auch andere Länder haben dann zugestimmt .

    Der zweite Grund war eine politische Entscheidung in
    Deutschland .


    (Bettina Hagedorn [SPD]: Ja!)


    Mit dem deutsch-schweizerischen Steuerabkommen hät-
    ten wir den Ablasshandel für ewig festgeschrieben, und
    es hätte niemals einen automatischen Informationsaus-
    tausch gegeben .


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Ich will auch sagen: Da war Norbert Walter-Borjans
    als Finanzminister von NRW derjenige, der am meisten
    getrieben hat . Ich bin froh, dass er sich an dieser Stelle
    durchgesetzt hat und wir dieses Abkommen verhindert
    haben . Damit haben wir jetzt bei allen Einkommen die

    gleiche Grundlage der Besteuerung und keine Verstecke
    mehr .

    Der zweite Meilenstein, den wir erreichen werden, be-
    trifft BEPS. Wir hatten Schlupflöcher bei den privaten
    Vermögen, und wir haben sie immer noch bei internatio-
    nalen Konzernen, die ihre Steuerlast mehr oder weniger
    in die Länder schieben, in denen die geringsten Steuer-
    sätze gelten . Es ist erstens asozial gegenüber der Gesell-
    schaft – ich sage das ganz klar –, wenn Unternehmen die
    legale Möglichkeit nutzen, Absprachen mit Staaten zu
    treffen, um ihre Steuerlast auf 1 oder 2 Prozent zu redu-
    zieren .


    (Beifall bei der SPD)


    Es führt zweitens zu einer Wettbewerbsverzerrung .
    Nehmen wir nur Amazon . Es ist nicht nur ein Buch-
    händler, aber wir nehmen mal das Beispiel Bücher . Mein
    Buchhändler in Erfurt oder in Weimar zahlt vor Ort nicht
    nur Miete für die Räume in Innenstadtlage – das ist nicht
    billig –, sondern auch den vollen Satz der Körperschaft-
    steuer . Er zahlt den vollen Satz, weil er keine Absprachen
    mit dem Finanzminister oder den Beamten in Luxemburg
    darüber treffen kann, wie viel Steuern er zu zahlen hat .
    Amazon kann das, Amazon konnte das .

    Ich bin dem Europäischen Parlament sehr dankbar,
    dass es das Thema der legalen Steuergestaltung innerhalb
    der Europäischen Union ganz oben auf die Agenda ge-
    setzt hat, es transparent gemacht hat . Wir brauchen jetzt
    die politischen Mehrheiten im Europäischen Parlament,
    aber auch im Bundestag, um es internationalen Konzer-
    nen so schwer wie möglich zu machen, ihre Steuerlast in
    Niedrigsteuerländer zu verschieben . Dieses Steuerdum-
    ping werden wir Sozialdemokraten immer bekämpfen .
    Ich hoffe, wir haben den Bundestag da auch an unserer
    Seite .


    (Beifall bei der SPD sowie des Abg . Bartholomäus Kalb [CDU/CSU])




Rede von Dr. Norbert Lammert
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)

Ich erteile dem Kollegen Ralph Brinkhaus für die

CDU/CSU-Fraktion das Wort .


(Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg . Dr . Hans-Ulrich Krüger [SPD])



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Ralph Brinkhaus


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Nachdem

    die Haushaltsdebatte irgendwie zur Steuerdebatte mutiert
    ist,


    (Bettina Hagedorn [SPD]: Das gehört zusammen!)


    muss man vielleicht mal eines klarstellen: Es hat keine
    Bundesregierung, kein Finanzminister so viel gegen in-
    ternationale Steuerhinterziehung und -verkürzung getan
    wie unser Finanzminister Wolfgang Schäuble . Das ge-
    hört auch zur Wahrheit dazu, meine Damen und Herren .


    (Beifall bei der CDU/CSU)


    Ich würde gerne über den Haushalt reden und möchte
    meine Ausführungen unter drei Überschriften subsumie-

    Carsten Schneider (Erfurt)







    (A) (C)



    (B) (D)


    ren . Die erste Überschrift ist „Lob und Dank“, dann kom-
    men „Vorsicht“ und „Zuversicht“ .

    Fangen wir mit Lob und Dank an . Wir nehmen es mitt-
    lerweile als Selbstverständlichkeit hin, dass wir wieder
    einmal trotz aller Fährnisse und Gefahren einen Haus-
    haltsplan mit einer schwarzen Null vorgelegt haben . Das
    haben Generationen unserer Vorgänger nicht hingekriegt .
    Das ist etwas Besonderes . Dass etwas Besonderes gelun-
    gen ist, liegt nicht nur an der guten Wirtschaftsleistung,
    die wir in diesem Land haben, liegt nicht nur an den nied-
    rigen Zinsen, sondern liegt auch an der vorausschauen-
    den und guten Haushaltspolitik .

    Wenn man sich überlegt, welche Rucksäcke wir uns
    dabei noch aufgeladen haben: Wir haben diese schwarze
    Null nämlich geschafft ohne Steuererhöhung, ohne neue
    Steuern, und – Sie haben darauf hingewiesen – wir haben
    die Steuern durch den Abbau der kalten Progression und
    durch die Erhöhung der Freibeträge sogar gesenkt . Wir
    haben sehr viel Geld an die Kommunen und Länder gege-
    ben; Kollege Rehberg hat darauf hingewiesen . Wir haben
    die Investitionen erhöht, auch für die Kommunen . Wir
    geben mehr Geld für Bildung und Forschung aus . Und
    wir tragen als einziges Land in Europa, vielleicht neben
    Schweden, eine unglaubliche Last infolge der Menschen,
    die zu uns kommen . Allein im nächsten Jahr wird die Zu-
    satzbelastung des Bundeshaushaltes – je nachdem, wie
    man es rechnet – 8 bis 9 Milliarden Euro betragen .

    Für all das gilt allen Beteiligten mein großes Danke-
    schön; denn das war nicht einfach . Unsere Haushälter
    mussten kurzfristig improvisieren, sie mussten priori-
    sieren, sie mussten umschichten . Sie mussten vor allen
    Dingen ganz viel Nein sagen . Das muss man den Haus-
    hältern hoch anrechnen; denn die Kunst, Nein zu sagen,
    ist nicht ganz einfach . Dafür braucht man ein dickes Fell
    und einen breiten Rücken, und beides haben sie . Dafür
    ganz herzlichen Dank .


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


    Die zweite Überschrift lautet „Vorsicht“ . Wir müs-
    sen in der Tat vorsichtig sein, weil in diesem Haushalt
    natürlich Risiken enthalten sind, und zwar nicht nur auf
    der Ausgabenseite – Thema Migration, Thema innere Si-
    cherheit, Thema äußere Sicherheit –, sondern auch auf
    der Einnahmenseite . Es ist nicht selbstverständlich, dass
    die Steuereinnahmen so gut sind . Deswegen müssen wir
    viel Kraft darauf verwenden, dass das so bleibt und dass
    wir unseren Wirtschaftsstandort stärken .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Wir müssen aber auch vorsichtig sein, dass wir uns
    insgesamt nicht übernehmen . Ich hatte in den letzten Wo-
    chen ein Gespräch mit einem ausländischen Kollegen . Er
    fragte mich: Was packt ihr Deutschen euch eigentlich
    alles in euren Rucksack hinein? Im weiteren Verlauf die-
    ses Gespräches wurde klar, was er meinte: Wir sind der
    größte Nettozahler innerhalb der Europäischen Union,
    wir stabilisieren mit unseren Garantien maßgeblich die
    Euro-Zone, wir haben eine sehr ehrgeizige Energiewen-
    de, die viel kostet, auf den Weg gebracht, und wir ha-
    ben umfangreiche Sozialpakete in den Bereichen Rente,

    Krankenhaus und Pflege auf den Weg gebracht. Wir sind
    nicht nur dabei, der Einwanderungsströme in irgendei-
    ner Art und Weise, auch mit finanziellen Mitteln, Herr
    zu werden und eine vernünftige Finanzausstattung zu
    gewährleisten, sondern wir investieren auch in innere
    Sicherheit .

    Da stellt sich schon die Frage: Was können wir eigent-
    lich noch tragen? Was kann man noch draufpacken? Der
    ausländische Kollege hat mir dann gesagt: Das könnt
    ihr so lange stemmen, solange eure Wirtschaftsleistung
    gut ist . Aber was macht ihr eigentlich, wenn es mit der
    Wirtschaft bergab geht? Und er sagte noch etwas – und
    das ist ganz entscheidend –: Das ist dann nicht nur euer
    Problem, sondern das ist auch unser Problem, weil ihr
    mit eurer Wirtschaft die Lokomotive in Europa seid . Ihr
    zieht den Karren in Europa . Wir im Rest von Europa
    sind darauf angewiesen, dass eure Wirtschaft und euer
    Land funktionieren . – Das sollten wir immer beachten,
    wenn wir uns wieder etwas Neues in unseren Rucksack
    hi neinpacken .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Wir müssen auch vorsichtig sein, weil die ersten
    Stimmen laut werden, die fordern, dass die nationale
    Schuldenbremse oder die europäische Schuldenbremse,
    der Fiskalpakt, wegen der Migration, wegen der inne-
    ren Sicherheit und wegen der äußeren Sicherheit gelo-
    ckert oder ausgesetzt werden sollen . Meine Damen und
    Herren, es ist die Entscheidung dieser Generation, zu
    sagen: Wir nehmen in unserem Land Einwanderer und
    Flüchtlinge auf . Es ist die Herausforderung dieser Ge-
    neration, dass wir Probleme mit der inneren und äußeren
    Sicherheit haben . Andere Generationen treffen neue Ent-
    scheidungen . Sie werden vor neuen Herausforderungen
    stehen: Klimawandel, Rohstoffknappheit und was sonst
    noch kommen mag . Deswegen ist es meines Erachtens
    nicht legitim, die Belastungen, die wir heute haben, auf
    die nächste Generation zu verschieben . Wir sollten daher
    nicht darüber nachdenken, an der Schuldenbremse oder
    am Fiskalpakt zu rütteln .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD – Andreas Mattfeldt [CDU/ CSU]: Sehr gute Worte!)


    Wir müssen aber auch vorsichtig sein, weil – der Bun-
    desrechnungshof hat es uns schriftlich gegeben – mittler-
    weile eine große Unwucht bei den Bund-Länder-Finanz-
    beziehungen entstanden ist .


    (Volker Kauder [CDU/CSU]: Das ist richtig!)


    Worum geht es? Wir geben sehr viel Geld aus – Eckhardt
    Rehberg hat es ausgerechnet: von 2010 bis 2018 mehr als
    125 Milliarden Euro –, um Länder und die Kommunen
    seitens des Bundes zu unterstützen . Bei den Regiona-
    lisierungsmitteln, also den Mitteln für den öffentlichen
    Schienenpersonennahverkehr, haben wir noch einmal
    kräftig etwas draufgelegt . Meine Damen und Herren, das
    kann nicht so weitergehen . Wir müssen da wieder Klar-
    heit reinbringen . Wir müssen klare Verhältnisse schaffen .
    Deswegen müssen wir die Bund-Länder-Finanzbezie-

    Ralph Brinkhaus






    (A) (C)



    (B) (D)


    hungen neu ordnen . Das ist auch im Sinne unseres Bun-
    deshaushaltes eine ganz wichtige Aufgabe .

    Wir müssen vorsichtig sein, weil es in der Politik eine
    ungünstige Entwicklung gibt . Natürlich ist es wichtig,
    dass wir im Moment sehr viel über Migration reden . Wir
    haben aber die Tendenz – das gilt auch für die Medien –,
    eine serielle Ein-Thema-Politik zu betreiben . Im August
    haben wir nur über Griechenland gesprochen, jetzt spre-
    chen wir nur über Migration und demnächst vielleicht –
    leider – nur über innere Sicherheit . Wir dürfen bei all
    den Herausforderungen nicht vergessen, das Ganze im
    Blick zu behalten – nicht nur die Haushaltskonsolidie-
    rung, sondern auch die anderen großen Projekte –: die
    Euro-Stabilisierung, die geplante Energiewende, die so-
    ziale Gerechtigkeit in diesem Land . Vor allem aber müs-
    sen wir dafür sorgen, dass wir diesen Wirtschaftsstandort
    zukunftsfähig halten . Deswegen müssen wir über den
    Tellerrand hinausschauen .

    Die dritte Überschrift lautet „Zuversicht“ . Wir können
    eigentlich zuversichtlich sein, weil wir auch in diesem
    Haushalt noch Reserven haben . Damit meine ich nicht,
    dass wir irgendwo kürzen sollten, sondern ich meine,
    dass wir anfangen sollten, jeden Euro effektiver und effi-
    zienter auszugeben, damit wir für jeden Euro mehr Auto-
    bahn bekommen, damit wir für jeden Euro, den wir in das
    System stecken, eine bessere Integration der Langzeit-
    arbeitslosen bekommen, damit wir mit jedem Euro, den
    wir investieren, mehr gegen den Klimawandel und für
    die Energiewende tun und, und, und . Ich glaube, das sind
    große Aufgaben . Da haben wir noch einiges zu erledigen .


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)


    Ich bin auch deswegen zuversichtlich, weil ich an un-
    sere starke Wirtschaft glaube . Wir haben eine gesunde
    Wirtschaft, bestehend aus familiengeführten mittelständi-
    schen Unternehmen, großen Unternehmen, kapitalmarkt-
    orientierten Unternehmen . Das Thema Erbschaftsteuer
    ist schon angesprochen worden, lieber Axel Troost . Wir
    müssen aufpassen, dass wir diese Struktur nicht kaputt-
    machen; denn diese Struktur ist die Basis für unseren
    wirtschaftlichen Erfolg, für hohe Steuereinnahmen und
    für gute Haushaltsergebnisse .


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Ich bin zuversichtlich, dass wir im Bereich Migration
    gute Entscheidungen treffen werden . In den vergange-
    nen fast 70 Jahren haben wir es immer geschafft, gute
    Entscheidungen zu treffen . Ich bin davon überzeugt,
    dass wir die Balance finden werden zwischen unserem
    berechtigten Anspruch auf Menschlichkeit, Humanität
    und Nächstenliebe auf der einen Seite und dem genau-
    so berechtigten Anspruch darauf, das Ganze zu ordnen,
    zu steuern, zu reduzieren und zu begrenzen . Das ist eine
    große Aufgabe, der wir uns im nächsten Jahr stellen müs-
    sen .

    Letztlich bin ich zuversichtlich, wenn ich mir an-
    schaue, was dieses Land in den letzten sieben Jahren
    geleistet hat: Wir hatten 2008 eine Bankenkrise, danach
    eine Wirtschaftskrise, danach eine Euro-Krise und eine
    Staatsverschuldungskrise . Das, was Angela Merkel in

    ihren Regierungserklärungen immer wieder gesagt hat,
    ist richtig: Wir gehen aus diesen Krisen stärker hervor,
    als wir hineingegangen sind . Das ist eine großartige Ge-
    meinschaftsleistung der Menschen in diesem Land .

    Erst recht stolz bin ich auf das, was wir in den letzten
    sieben Monaten geleistet haben, in denen viele Menschen
    sich aus ganz unterschiedlichen Gründen entschieden ha-
    ben, zu uns zu kommen . Wann hat es das in der Weltge-
    schichte schon einmal gegeben, dass binnen eines halben
    Jahres fast 1 Million Menschen aufgenommen wurden,
    die noch dazu nicht aus der unmittelbaren Nachbarschaft
    kommen – sie kommen nicht aus Holland, Frankreich
    oder so –, sondern aus anderen Erdteilen mit einer ande-
    ren Kultur, mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen? Wir
    alle zusammen, die Politiker, die Hauptamtlichen und die
    Ehrenamtlichen, haben es geschafft, dass jeder von ihnen
    ein Dach über dem Kopf hat, dass er genug zu essen hat,
    dass er Bekleidung und eine medizinische Versorgung
    hat . Ich glaube, das ist etwas, worauf wir stolz sein kön-
    nen . Das sollten wir nicht immer wieder kleinreden .

    Meine Damen und Herren, ich wünsche mir, dass wir
    diese Zuversicht bei aller Vorsicht und allen berechtigten
    Zweifeln bezüglich dessen, was in den nächsten Jahren
    passieren wird, mit in das kommende Haushaltsjahr neh-
    men; denn Zuversicht ist das, was wir am dringendsten
    brauchen .


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)