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ID1812210200

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 18/122 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 122. Sitzung Berlin, Freitag, den 11. September 2015 Inhalt Tagesordnungspunkt 1 (Fortsetzung): a) Erste Beratung des von der Bundesre- gierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haus­ haltsjahr 2016 (Haushaltsgesetz 2016) Drucksache 18/5500 . . . . . . . . . . . . . . . . . 11815 A b) Beratung der Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bun­ des 2015 bis 2019 Drucksache 18/5501 . . . . . . . . . . . . . . . . . 11815 B Einzelplan 12 Bundesministerium für Verkehr und digi­ tale Infrastruktur Alexander Dobrindt, Bundesminister BMVI . . . . . . . . . . . . . . . . 11815 B Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 11819 A Martin Dörmann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 11820 A Sören Bartol (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11821 B Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11822 D Arnold Vaatz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 11824 C Sabine Leidig (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 11826 B Bettina Hagedorn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 11827 B Dr . Valerie Wilms (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11828 D Reinhold Sendker (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 11830 A Bettina Hagedorn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . 11831 D Martin Dörmann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 11833 A Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11833 C Norbert Brackmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 11834 B Udo Schiefner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11835 D Rita Hagl-Kehl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11836 C Einzelplan 16 Bundesministerium für Umwelt, Natur­ schutz, Bau und Reaktorsicherheit Dr . Barbara Hendricks, Bundesministerin BMUB . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11837 C Heidrun Bluhm (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 11839 C Marie-Luise Dött (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 11841 A Peter Meiwald (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11842 B Dr . Klaus-Peter Schulze (CDU/CSU) . . . . 11844 A Steffen-Claudio Lemme (SPD) . . . . . . . . . . . 11844 C Birgit Menz (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . 11846 A Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 122 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 11 . September 2015II Christian Hirte (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 11847 A Christian Kühn (Tübingen) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11848 B Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11849 A Ute Vogt (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11850 B Christian Haase (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 11851 B Michael Groß (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11853 A Dr . Anja Weisgerber (CDU/CSU) . . . . . . . . . 11854 A Josef Rief (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . 11855 C Schlussrunde: Haushaltsgesetz 2016 Dr . André Berghegger (CDU/CSU) . . . . . . . . 11857 C Dr . Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . 11859 B Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11860 C Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) 11862 C Dr . Wolfgang Schäuble, Bundesminister BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . 11863 D Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11864 B Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 11866 D Petra Hinz (Essen) (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 11868 A Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11869 C Max Straubinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 11871 A Dr . Hans-Ulrich Krüger (SPD) . . . . . . . . . . . 11872 D Carsten Körber (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 11874 B Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11875 D Berichtigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11875 B Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . . 11877 C Anlage 2 Amtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11878 A (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 122 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 11 . September 2015 11815 122. Sitzung Berlin, Freitag, den 11. September 2015 Beginn 9 .01 Uhr
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    Berichtigung 121 . Sitzung, Seite 11781 C, zweiter Absatz, zweiter Satz, ist wie folgt zu lesen: „Dadurch hätten Sie die Chance, auch Migrantenkindern und Flüchtlingskindern eine Integration zu ermöglichen .“ Carsten Körber (A) (C) (B) (D) Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 122 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 11 . September 2015 11877 Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Amtsberg, Luise BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11 .09 .2015 Beck (Bremen), Marieluise BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11 .09 .2015 Becker, Dirk SPD 11 .09 .2015 Buchholz, Christine DIE LINKE 11 .09 .2015 De Ridder, Dr . Daniela SPD 11 .09 .2015 Dröge, Katharina BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11 .09 .2015 Flachsbarth, Dr . Maria CDU/CSU 11 .09 .2015 Freitag, Dagmar SPD 11 .09 .2015 Gohlke, Nicole DIE LINKE 11 .09 .2015 Grindel, Reinhard CDU/CSU 11 .09 .2015 Groth, Annette DIE LINKE 11 .09 .2015 Hartmann (Wackern- heim), Michael SPD 11 .09 .2015 Held, Marcus SPD 11 .09 .2015 Hübinger, Anette CDU/CSU 11 .09 .2015 Irlstorfer, Erich CDU/CSU 11 .09 .2015 Karawanskij, Susanna DIE LINKE 11 .09 .2015 Kiziltepe, Cansel SPD 11 .09 .2015 Klein-Schmeink, Maria BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11 .09 .2015 Kolbe, Daniela SPD 11 .09 .2015 Lenkert, Ralph DIE LINKE 11 .09 .2015 Leyen, Dr . Ursula von der CDU/CSU 11 .09 .2015 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Maizière, Dr . Thomas de CDU/CSU 11 .09 .2015 Mihalic, Irene BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11 .09 .2015 Mortler, Marlene CDU/CSU 11 .09 .2015 Movassat, Niema DIE LINKE 11 .09 .2015 Müller, Dr . Gerd CDU/CSU 11 .09 .2015 Nahles, Andrea SPD 11 .09 .2015 Pfeiffer, Sibylle CDU/CSU 11 .09 .2015 Pilger, Detlev SPD 11 .09 .2015 Rawert, Mechthild SPD 11 .09 .2015 Renner, Martina DIE LINKE 11 .09 .2015 Röspel, René SPD 11 .09 .2015 Sarrazin, Manuel BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11 .09 .2015 Schmelzle, Heiko CDU/CSU 11 .09 .2015 Schwarzelühr-Sutter, Rita SPD 11 .09 .2015 Steinmeier, Dr . Frank- Walter SPD 11 .09 .2015 Thönnes, Franz SPD 11 .09 .2015 Tressel, Markus BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11 .09 .2015 Vries, Kees de CDU/CSU 11 .09 .2015 Wagenknecht, Dr . Sahra DIE LINKE 11 .09 .2015 Weinberg, Harald DIE LINKE 11 .09 .2015 Werner, Katrin DIE LINKE 11 .09 .2015 Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 122 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 11 . September 201511878 (A) (C) (B) (D) Anlage 2 Amtliche Mitteilungen Der Bundesrat hat in seiner 935 . Sitzung am 10 . Juli 2015 beschlossen, den nachstehenden Gesetzen zuzu- stimmen bzw . einen Antrag gemäß Artikel 77 Absatz 2 des Grundgesetzes nicht zu stellen: – Gesetz zu Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergeldes und des Kin­ derzuschlags Bundesrat hat ferner die folgende Entschließung ge- fasst: a) Mit dem vorliegenden Gesetz wird die verfas- sungsrechtlich gebotene steuerliche Freistellung des sächlichen Existenzminimums entsprechend den Vorgaben des 10 . Existenzminimumberichts sichergestellt . Schon durch die im Gesetzentwurf der Bundesregierung vorgesehenen Maßnahmen werden die öffentlichen Haushalte in Höhe von 3,745 Mrd . Euro jährlich belastet, wovon ein Be- trag in Höhe von rund 1,970 Mrd . Euro auf die Haushalte von Ländern und Kommunen entfällt . Das Gesetz in der vom Deutschen Bundestag be- schlossenen Fassung setzt auf die im Gesetzent- wurf enthaltene, verfassungsrechtlich notwendige Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrags auf, sieht nunmehr aber mit dem Ziel des Abbaus der so genannten kalten Progression zusätzlich eine Rechtsverschiebung aller übrigen Tarifeckwerte um jeweils die kumulierte Inflationsrate der Jah- re 2014 und 2015 (insgesamt 1,482 Prozent) vor . Durch diese Maßnahme geht das Gesetz über die verfassungsrechtliche Vorgabe hinaus . Die Rege- lung führt zu zusätzlichen steuerlichen Minder- einnahmen von jährlich 1,365 Mrd . Euro bei der Einkommensteuer, wovon rund 785 Mio . Euro auf die Haushalte von Ländern und Kommunen ent- fallen . Im Unterschied etwa zu dem Entwurf des früheren Gesetzes zum Abbau der kalten Progres- sion (BR-Drs . 847/11) ist im vorliegenden Gesetz keine Kompensation der entsprechenden Steu- erausfälle der Länder und Gemeinden durch den Bund vorgesehen . b) Die im Gesetz nunmehr vorgesehene weitere Ta- rifentlastung zum Abbau der kalten Progression ist aus Sicht des Bundesrates zwar dem Grundsatz nach zu begrüßen . Der Bundesrat weist allerdings darauf hin, dass die zusätzliche Belastung für die Haushalte von Ländern und Kommunen in der derzeitigen Situation nur mit Mühe tragbar sein wird . Der Verzicht auf Steuereinnahmen in der genannten Höhe erschwert die notwendige Kon- solidierung der Länder- und Kommunalhaushalte . Ab dem Jahr 2020 greift die Schuldenbremse für die Länder . Die Ausgestaltung der Schuldenbrem- se für die Länder ist strenger als die für den Bund geltende neue Schuldenregel; die Vorgaben sind für die Länder deutlich schwerer zu erreichen als für den Bund . Auch erhalten fünf Länder derzeit – bis zum Jahr 2019 – Konsolidierungshilfen zur Einhaltung der Vorgaben der neuen Schuldenre- gel, die von Bund und Ländergemeinschaft ge- meinsam finanziert werden. c) Der Bundesrat weist darüber hinaus auf den enor- men Finanzierungsbedarf in den Haushalten von Ländern und Kommunen in den Bereichen Infra- struktur, Bildung und Sicherheit sowie infolge der in den vergangenen Monaten deutlich gestiegenen Flüchtlingszahlen hin . Die Finanzierung der not- wendigen Bereitstellung öffentlicher Leistungen wird durch die entstehenden Ausfälle erschwert – und zwar in gesellschaftlich wichtigen Berei- chen wie Bildung und Forschung und nicht zuletzt auch im Bereich der Infrastruktur, wo bestehen- de Investitionsdefizite dringend abgebaut werden müssen . d) Der Bundesrat ist daher der Auffassung, dass der Abbau der kalten Progression eine solide Finan- zierung durch eine entsprechende Kompensation von Ländern und Kommunen durch den Bund vo- raussetzt . e) Nach dem vorliegenden Gesetz ergeben sich im Jahr 2015 aus der Kindergelderhöhung um 48 Euro je Kind Steuermindereinnahmen in Höhe von 820 Mio . Euro und ab dem Jahr 2016 aus der weiteren Kindergelderhöhung um 24 Euro je Kind weitere Steuerausfälle in Höhe von 420 Mio . Euro pro Jahr, von denen auf die Länder (einschl . Kom- munen) jeweils 57,5 Prozent entfallen . Aufgrund der Regelungen in Artikel 106 Absatz 3 Satz 5 des Grundgesetzes und § 1 Satz 7 des Gesetzes über den Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern ist eine Lastentragung von 74 Prozent durch den Bund und von 26 Prozent durch die Länder (ein- schl . Kommunen) sicherzustellen . Daher ergeben sich in Bezug auf die vorgesehenen Erhöhungen des Kindergelds Ausgleichsansprüche der Länder im Jahr 2015 in Höhe von 258 Mio . Euro und ab dem Jahr 2016 kumulativ in Höhe von 387 Mio . Euro . Diese Ausgleichsansprüche sind in dem vorliegenden Gesetz nicht berücksichtigt . – Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz – PrävG) Bundesrat hat ferner die folgende Entschließung ge- fasst: Der Bundesrat fordert die Bundesregierung auf, ge- meinsam mit den Ländern im Rahmen des Verfah- rens zur Benehmensherstellung nach § 20d Absatz 3 SGB V darauf hinzuwirken, dass die Vertragspartner in den bundeseinheitlichen Rahmenempfehlungen be- rücksichtigen, dass die Aufwendungen der Kranken- kassen für Leistungen nach § 20a SGB V sich insbe- sondere an deren Versichertenzahl im jeweiligen Land orientieren . Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 122 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 11 . September 2015 Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 122 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 11 . September 2015 11879 (A) (C) (B) (D) Begründung: Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Kran- kenkassen, die über ein Land hinaus geöffnet sind, die Verteilung ihrer Leistungen nach § 20a SGB V nicht entsprechend der Zahl der in den einzelnen Ländern bei ihnen Versicherten vornehmen wer- den . Neben Sachgründen könnten dabei auch Wett- bewerbsaspekte eine Rolle spielen . Letzteres wür- de der Intention des Gesetzes nicht gerecht werden . Es ist daher notwendig, dass in den Rahmenemp- fehlungen nach § 20d Absatz 3 SGB V eine Rege- lung enthalten ist, die eine weitgehend länderbe- zogen versichertenorientierte Verteilung der Mittel der Krankenkassen für Leistungen zur Gesund- heitsförderung und Prävention sicherstellt . – Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der ge­ setzlichen Krankenversicherung (GKV­Versorgungsstärkungsgesetz – GKV­VSG) Bundesrat hat ferner die folgende Entschließung gefasst: 1 . Der Bundesrat stellt fest, dass das vorliegende Ge- setz eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen enthält, die in Fortsetzung des GKV-Versorgungsstruktur- gesetzes einen weiteren Beitrag zur Stärkung der medizinischen Versorgung auch in ländlichen und strukturschwachen Gebieten leisten können . 2 . Der Bundesrat begrüßt, dass letztlich eine Rei- he sachlich begründeter Änderungswünsche des Bundesrates vom Deutschen Bundestag aufge- griffen wurden . Beispielhaft wird auf die Rege- lungen zur Beschlussfassung bei den Kassenärzt- lichen Vereinigungen, die Zusammensetzung des Verwaltungsrates der Medizinischen Dienste und auf den Auftrag an den Gemeinsamen Bundesaus- schuss zur Überprüfung der Bedarfsplanung un- ter Berücksichtigung weiterer bedarfsorientierter Kriterien verwiesen . 3 . Der Bundesrat bedauert jedoch, dass die Be- schlüsse des Bundesrates zur Mitwirkung der Länder im geplanten Innovationsausschuss und vor der Entscheidung über konkrete Förderanträ- ge nicht berücksichtigt worden sind . Die Länder haben über den Bundesrat und die Gesundheits- ministerkonferenz in der Vergangenheit wieder- holt eine stärkere Beteiligung bei der Gestaltung der Versorgung auf der regionalen Ebene einge- fordert . Die Beteiligung der Länder bei Fragen der ambulanten Bedarfsplanung im Gemeinsa- men Bundesausschuss ist hierfür ein Beispiel, das sich in der Praxis bewährt hat . Gerade die jetzt geplante Förderung von neuen Versorgungsfor- men zur Weiterentwicklung der Versorgung und von Versorgungsforschung hat in der Regel einen engen regionalen Bezug und muss mit regionalen Konzepten und Beschlüssen des Gemeinsam Lan- desgremiums nach § 90a SGB V kompatibel sein . 4 . Der Bundesrat hält weiterhin die im Gesetz – im Gegensatz zum ursprünglichen Referentenentwurf – vorgesehene Zurückführung nicht verausgabter Haushaltsmittel des Innovationsfonds an den Ge- sundheitsfonds und die Krankenkassen für nicht zielführend . Er sieht darin die Gefahr, dass Mittel entweder ohne umfassende Bewertung aller vorlie- genden Anträge vergeben werden, oder dass Mittel verfallen und damit nicht mehr für Versorgungs- (forschungs)zwecke zur Verfügung stehen . 5 . Der Bundesrat fordert daher die Bundesregie- rung auf, sowohl die Mitwirkungsmöglichkeiten der Länder im Zusammenhang mit der geplanten Förderung von innovativen Versorgungskonzep- ten über den Innovationsausschuss als auch eine Übertragbarkeit unverbrauchter Haushaltsmittel des Innovationsfonds im Rahmen weiterer Ge- setzgebungsverfahren zeitnah zu regeln . – Gesetz zur Erhöhung der Sicherheit informations­ technischer Systeme (IT­Sicherheitsgesetz) – Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2013/34/ EU des Europäischen Parlaments und des Ra­ tes vom 26. Juni 2013 über den Jahresabschluss, den konsolidierten Abschluss und damit ver­ bundene Berichte von Unternehmen bestimmter Rechtsformen und zur Änderung der Richtlinie 2006/43/EG des Europäischen Parlaments und des Rates und zur Aufhebung der Richtlinien 78/660/EWG und 83/349/EWG des Rates (Bilanzrichtlinie­Umsetzungsgesetz – BilRUG) – Gesetz über die Rechtsstellung und Aufgaben des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMRG) – Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die inter­ nationale Rechtshilfe in Strafsachen – Gesetz zur Stärkung des Rechts des Angeklagten auf Vertretung in der Berufungsverhandlung und über die Anerkennung von Abwesenheitsentschei­ dungen in der Rechtshilfe – Gesetz zur Verbesserung der internationalen Rechtshilfe bei der Vollstreckung von freiheitsent­ ziehenden Sanktionen und bei der Überwachung von Bewährungsmaßnahmen sowie zur Änderung des Jugoslawien­Strafgerichtshof­Gesetzes und des Ruanda­Strafgerichtshof­Gesetzes – Gesetz zu der Vereinbarung vom 1. April 2015 über die Beteiligung Islands an der gemeinsamen Erfül­ lung der Verpflichtungen der Europäischen Union, ihrer Mitgliedstaaten und Islands im zweiten Ver­ pflichtungszeitraum des Protokolls von Kyoto zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (Vereinbarung zur gemein­ samen Kyoto­II­Erfüllung mit Island) – Gesetz zu dem Abkommen vom 17. Septem­ ber 2012 zwischen der Regierung der Bundesrepu­ blik Deutschland und der Regierung der Vereinig­ ten Republik Tansania über den Fluglinienverkehr – Neuntes Gesetz zur Änderung des Weingesetzes – Gesetz zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 122 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 11 . September 201511880 (A) (C) (B) (D) Bundesrat hat ferner folgende Entschließung gefasst: 1 . Der Bundesrat begrüßt insbesondere die Schaffung einer alters- und stichtagsunabhängigen Bleibe- rechtsregelung für langjährig geduldete Auslände- rinnen und Ausländer im Aufenthaltsgesetz . Dies stellt einen wichtigen integrationspolitischen Schritt dar und trägt dem beim Deutschen Bundestag ein- gebrachten Gesetzentwurf des Bundesrates vom 22 . März 2013 (vgl . BR-Drucksache 505/12 (Be- schluss)) Rechnung . 2 . Der Bundesrat bedauert jedoch, dass seinen wei- tergehenden Forderungen aus seiner Stellungnah- me zum Gesetzentwurf vom 6 . Februar 2015 (vgl . BR-Drucksache 642/14 (Beschluss)) nicht ausrei- chend Rechnung getragen wurde . 3 . Der Bundesrat bedauert, dass im Aufenthaltsgesetz nicht – wie in BR-Drucksache 642/14 (Beschluss), Ziffer 17 vorgeschlagen (etwa als neuer § 25c Auf- enthG) –, ein Aufenthaltsrecht für jugendliche oder heranwachsende Duldungsinhaber geschaffen wur- de, die in der Bundesrepublik Deutschland eine Ausbildungsstelle gefunden haben . 4 . Der Bundesrat hält aus den bereits in seiner Stel- lungnahme vom 6 . Februar 2015 ausführlich dar- gestellten Gründen an der Forderung nach Ab- schaffung des so genannten Sprachnachweises vor Einreise beim Ehegattennachzug fest . Es ist auch aus integrationspolitischer Sicht sinnvoll, die deut- sche Sprache dort zu erlernen, wo sie auch im All- tagsleben verwendet wird . 5 . Er betont die große Bedeutung, die der Erwerb von Deutschkenntnissen für die Integration in die hiesi- gen Lebensverhältnisse hat . Vor diesem Hintergrund sind die Angebote für den Erwerb von Sprachkennt- nissen weiter zu öffnen und auszubauen . Der Bun- desrat hält daher – aber auch im Hinblick auf die derzeitige Arbeitsmarktsituation und eine Verbes- serung der Zugangschancen für Migrantinnen und Migranten – an der Forderung nach Öffnung der Integrationskurse für weitere Personengruppen fest . Er verweist auf seinen entsprechenden Gesetzent- wurf vom 19 . Dezember 2013 (vgl . BR-Drucksache 756/13 (Beschluss)) . 6 . Der Bundesrat spricht sich zudem vor dem Hinter- grund vielfältiger praktischer Erfahrungen weiterhin dafür aus, im Bereich der Aufenthaltsbeendigung nicht nur Zwangsmaßnahmen in den Blick zu neh- men, sondern insbesondere auch das Instrument der freiwilligen Ausreise sowie die Ausreiseförderung und -beratung zu stärken . Die Anordnung von Ab- schiebungshaft muss bereits nach dem europäischen Recht letztes Mittel sein und darf nur zur Durchset- zung einer unmittelbar bevorstehenden Abschie- bung angeordnet werden . In den Fällen, in denen auf eine Abschiebungshaft als letztes Mittel nicht verzichtet werden kann, muss die Haftdauer so kurz wie möglich gehalten werden . Der bisherige Re- gelungsansatz im Aufenthaltsgesetz soll insbeson- dere um Instrumente der Haftvermeidung ergänzt und mildere Mittel, wie zum Beispiel die Stellung einer Kaution, gesetzlich vorgesehen werden . Die Höchstdauer der Abschiebungshaft von 18 Mona- ten soll auf sechs Monate reduziert werden . – Gesetz zur Änderung des Bundesministergesetzes und des Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der Parlamentarischen Staatssekretäre – Gesetz zur Neuordnung des Rechts über das Inver­ kehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträg­ liche Entsorgung von Elektro­ und Elektronikgeräten Bundesrat hat ferner folgende Entschließung gefasst: Der Bundesrat weist darauf hin, dass mit dem Gesetz die von ihm geforderte Änderung in Artikel 1 § 20 Ab- satz 2 Satz 2 ElektroG nicht umgesetzt worden ist . Der Bundesrat hatte in Ziffer 16 seiner Stellungnahme vom 8 . Mai 2015 (BR-Drs . 127/15 – Beschluss –) gefordert, das Wort „Erstbehandlung“ durch das Wort „Behand- lung“ zu ersetzen . Die Bundesregierung hatte diesen Vorschlag in ihrer Gegenäußerung als sachgerecht be- zeichnet und zutreffend darauf hingewiesen, dass nicht alle der in § 20 Absatz 2 Satz 2 genannten Schritte in einer Erstbehandlungsanlage ausgeführt werden kön- nen oder zwingend müssen . Der Bundesrat bittet die Bundesregierung, diese Än- derung bei nächster Gelegenheit vorzunehmen und auf diese Weise eine entsprechende Klarstellung zur Rolle der Erstbehandlung bei der Entsorgung von Elektroalt- geräten auf den Weg zu bringen . Das bisherige weite Verständnis der Erstbehandlung dient u .a . dazu, Do- kumentationspflichten nach § 22 Absatz 3 und Nach- weispflichten bereits frühzeitig beginnen zu lassen, um insbesondere die Gefahr illegaler Abfallexporte zu minimieren . In diesem Rahmen bittet der Bun- desrat die Bundesregierung zu prüfen, inwieweit die Regelungen der § 3 Nummer 24, § 20 Absatz 2, § 21 Absatz 3 und § 22 Absatz 3 einer präziseren Formu- lierung bedürfen, um die umweltgerechte Entsorgung von Elektroaltgeräten effektiv zu gewährleisten . – Gesetz zur Entlastung insbesondere der mittelstän­ dischen Wirtschaft von Bürokratie (Bürokratieent­ lastungsgesetz) Bundesrat hat ferner folgende Entschließung gefasst: 1 . Der Bundesrat begrüßt das Ziel, Bürokratiebelastun- gen zu vermeiden . Das Regelungsvorhaben stellt ei- nen Schritt zur Umsetzung dieses Ziels dar, wobei es sich überwiegend mit Informationspflichten befasst. 2 . Der Bundesrat sieht über die Regelungen des Geset- zes hinaus zusätzlichen Handlungsbedarf, insbeson- dere die Möglichkeit für weitere Vereinfachungen, und bittet die Bundesregierung, weitere Vorschläge zur Bürokratieentlastung zeitnah vorzulegen . 3 . Der Bundesrat bittet die Bundesregierung insbe- sondere um Prüfung, inwieweit weitere Vereinfa- chungen bei den geringwertigen Wirtschaftsgü- tern umgesetzt werden können . Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 122 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 11 . September 2015 Deutscher Bundestag – 18 . Wahlperiode – 122 . Sitzung . Berlin, Freitag, den 11 . September 2015 11881 (A) (C) (B) (D) – Gesetz zu dem Übereinkommen vom 25. Janu­ ar 1988 über die gegenseitige Amtshilfe in Steu­ ersachen und zu dem Protokoll vom 27. Mai 2010 zur Änderung des Übereinkommens über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat mitgeteilt, dass sie den Antrag Für mehr Transpa­ renz in der internationalen Atomenergie­Orga­ nisation auf Drucksache 18/772 zurückzieht . Der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technik- folgenabschätzung hat mitgeteilt, dass er gemäß § 80 Absatz 3 Satz 2 der Geschäftsordnung von einer Bericht- erstattung zu den nachstehenden Vorlagen absieht: – Unterrichtung durch die Bundesregierung Zwanzigster Bericht nach § 35 des Bundesausbil­ dungsförderungsgesetzes zur Überprüfung der Bedarfssätze, Freibeträge sowie Vomhundertsätze und Höchstbeträge nach § 21 Absatz 2 Drucksache 18/460 – Unterrichtung durch die Bundesregierung Berufsbildungsbericht 2015 Drucksache 18/4680 Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden Uni- onsdokumente zur Kenntnis genommen oder von einer Beratung abgesehen hat . Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz Drucksache 18/4857 Nr . A 3 Ratsdokument 7678/15 Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur Drucksache 18/419 Nr . A 124 Ratsdokument 13555/13 Drucksache 18/2533 Nr . A 54 Ratsdokument 13562/13 Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Drucksache 18/822 Nr . A 29 Ratsdokument 5706/14 Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 122. Sitzung Inhaltsverzeichnis Epl 12 Verkehr und digitale Infrastruktur Epl 16 Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit TOP 1 Schlussrunde Haushaltsgesetz 2016 Anlagen Anlage 1 Anlage 2
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    Rede von Roland Claus


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich will

    zunächst auf die Denkwürdigkeit der Situation eingehen,
    in der wir diese Beratungen durchführen . Aufmerksame
    Beobachter dieses Parlaments, also Medienvertreterinnen
    und -vertreter, die uns schon ein bisschen länger kennen,
    haben bei der Einschätzung dieser Haushaltswoche den
    Schluss gezogen, wir hätten sie irgendwie in einem an-
    deren, in einem besseren Klima zustande gebracht . Es ist
    nicht so, dass die Differenzen nicht wahrgenommen wor-
    den wären, aber man hat festgestellt, es habe mehr Ach-
    tung vor dem Argument der anderen gegeben . Ich gebe
    die Hoffnung nicht auf, dass eines Tages auch der Kollege
    Johannes Kahrs an dieser Verbesserung des Klimas mit-
    wirken wird .


    (Beifall bei der LINKEN – Lachen des Abg . Johannes Kahrs [SPD])


    Meine Damen und Herren, ich glaube, wir hatten noch
    nie eine so große Differenz zwischen der Kabinettsent-
    scheidung zum Bundeshaushalt – das war im Juli – und
    der Einbringung im Parlament . Das ist natürlich kein Vor-
    wurf, weil hier auf die veränderte Dynamik der gesell-
    schaftlichen Bedingungen reagiert werden musste . Es ist
    auch an uns gemeinsam, an das Parlament, die Aufgabe
    gestellt, diese veränderten Bedingungen, diese enorm ge-
    stiegene Dynamik als Herausforderung wahrzunehmen

    Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble






    (A) (C)



    (B) (D)


    und anzunehmen . Wenn wir das gut machen, können wir
    dieser Verantwortung auch entsprechen .


    (Beifall bei der LINKEN)


    Ich habe mir noch einmal genau durchgelesen, was
    Bundesminister Schäuble am Dienstag gesagt hat . Er hat
    es freundlicherweise hier noch einmal zitiert . Er hat ge-
    sagt:

    Deshalb hat die Bewältigung dieser anspruchsvollen
    Aufgabe

    – also der Flüchtlingssituation –

    absolute Priorität .

    Dann kam der Satz:

    Dem haben sich dann andere Ausgabenwünsche un-
    terzuordnen .

    Ich habe mir gesagt: Was soll denn ein Finanzminister
    anderes sagen, als einen solchen Satz? Auf der anderen
    Seite halte ich das für das Parlament für ziemlich bedenk-
    lich, weil wir natürlich von unserem Königsrecht Ge-
    brauch machen wollen, hier Veränderungen einzubringen
    und gesellschaftliche Veränderungen widerzuspiegeln .
    Auch hier kann es nicht darum gehen, dass nur der eine
    oder der andere recht hat . Auch hier ist es eine Frage der
    Balance, eine Frage von Maß und Mitte .


    (Beifall bei der LINKEN)


    Was wir natürlich trotz dieser mahnenden Hinweise, die
    wir eben wieder gehört haben, wahrscheinlich als Einzige
    einbringen, ist die Thematisierung der Einnahmenseite . Es
    ist in dieser Woche vielfach von der gewachsenen sozia-
    len Spaltung in unserer Gesellschaft geredet worden . Die
    Tatsache, dass die Gruppe der Menschen mit dem größ-
    ten Reichtums- und Vermögenszugang – also die oberste
    Schicht – zwar immer kleiner, aber immer reicher wird,
    hat doch unter anderem auch etwas mit der Verfasstheit
    unserer Erbschaftsteuer zu tun .


    (Dr . Gesine Lötzsch [DIE LINKE]: Richtig!)


    Insofern können Sie sich auch nicht mit noch mehr Un-
    gerechtigkeiten in anderen Ländern herausreden, Herr
    Bundesfinanzminister. Wir sagen deshalb: Markenzeichen
    linker Haushaltspolitik sind nicht neue Schulden, sondern
    ist eine gerechte Steuerpolitik .


    (Beifall bei der LINKEN)


    Natürlich werden wir noch einige Veränderungen am
    Bundeshaushalt vorschlagen . Nur wenige Beispiele – über
    den sozialen Wohnungsbau haben die Kolleginnen und
    Kollegen von der SPD schon gesprochen –: Ich habe heute
    Morgen kritisiert, dass von den 4,5 Milliarden Euro aus
    der Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen nur ein relativ
    kleiner Teil in den Breitbandausbau gehen soll . Das kön-
    nen wir nicht akzeptieren . Wir werden uns hier für Verän-
    derungen einsetzen .


    (Beifall bei der LINKEN)


    In wenigen Tagen werden wir über 25 Jahre deutsche
    Einheit sprechen . Wir werden anschauen, was gelungen
    ist, aber auch darauf aufmerksam machen, dass wir es
    nach wie vor mit großen Unterschieden zu tun haben, dass

    im Osten im Vergleich zum Bundesdurchschnitt doppelt so
    viele Menschen im Niedriglohnsektor, in der Zeitarbeits-
    branche oder befristet beschäftigt sind und dass das Kauf-
    kraftvermögen noch weit auseinanderklafft .

    In dieser Situation verstehe ich die Bundesregierung an
    einer Stelle überhaupt nicht . Welche Reaktion soll denn
    jetzt dieser komische und unverständliche Vorschlag aus-
    lösen, die Hartz-IV-Bezüge um 5 Euro zu erhöhen? Da
    geht es Ihnen doch nicht anders als mir: Ich halte sehr viele
    meiner Sprechstunden im öffentlichen Raum ab . Ich wer-
    de am Montag auf dem Marktplatz von Naumburg ein Ar-
    gument hören, das mir nicht passt, das aber natürlich kom-
    men wird . Man wird mir sagen: Ihr habt die ganze Woche
    über Flüchtlinge geredet . Da habt ihr das Geld, aber für
    uns, die Ärmsten im eigenen Land, habt ihr es nicht . – So
    eine unsensible Politik ist doch regelrecht Wasser auf die
    Mühlen der ganzen „-gidas“ und dieser schrägen Truppen .
    Das müssen Sie wirklich unbedingt korrigieren .


    (Beifall bei der LINKEN)


    Ich will zum Schluss noch sagen, was mich in dieser
    Woche persönlich sehr bedrückt hat . Wir schreiben heute
    den 11 . September, 9/11 . Wir haben vor 14 Jahren hier im
    Saal zuerst den Atem angehalten und dann die Plenarde-
    batte . Ich werde auch nie vergessen, wie schwierig es für
    mich war, vor 14 Jahren genau an diesem Rednerpult als
    Fraktionsvorsitzender der PDS deren Position vorzutra-
    gen . Es ging zum einen darum, unsere Glaubwürdigkeit
    der Trauer um die Opfer niemals in Zweifel zu ziehen, auf
    der anderen Seite aber darum, darzustellen, warum wir
    uns der Aufforderung des Kanzlers Schröder zur uneinge-
    schränkten Solidarität eben nicht anschließen wollten . Wir
    haben damals gesagt, dass Krieg die falsche Antwort auf
    den Terror wäre . Wir haben auch gesagt: Jetzt wird sich
    zeigen, wie zivilisiert die zivilisierte Welt wirklich ist .

    Gregor Gysi hat hier am Mittwoch auf die PDS-Position
    zum Afghanistan-Krieg hingewiesen . Es wurde mit ziem-
    lich viel Häme quittiert . Nun hat das unser Fraktionsvor-
    sitzender, wie er es gerne so macht, etwas forsch getan .
    Aber ich will hier ausdrücklich sagen: Wenn wir diese his-
    torische Differenz hervorheben, dann geht es uns, meine
    Damen und Herren, nicht um Rechthaberei . Es geht uns
    aber sehr wohl darum, historische Lehren aus historischen
    Taten, aus parlamentarischen Entscheidungen zu ziehen .


    (Beifall bei der LINKEN)


    Deshalb sage ich Ihnen: Es ist nun an der Zeit, Kriegs-
    beteiligungen und Waffenexporte einzustellen . Das wäre
    die Lehre aus der begonnenen großen Flüchtlingsbewe-
    gung . Das wäre auch die Lehre aus 9/11 .


    (Beifall bei der LINKEN)




Rede von Dr. h.c. Edelgard Bulmahn
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

Vielen Dank . – Als nächste Rednerin hat Petra Hinz von

der SPD-Fraktion das Wort .


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


Roland Claus






(A) (C)



(B) (D)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Petra Hinz


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Liebe Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kolle-

    gen! Liebe Besucherinnen und Besucher, die Sie noch an-
    wesend sind und uns zuhören! Ihnen noch einen schönen
    Tag in Berlin .

    Ich freue mich – das meine ich so, wie ich es sage –,
    dass ich heute, am Freitag, hier in der Abschlussrunde über
    die erste Lesung unseres Haushaltes für das Jahr 2016 noch
    einmal die Themen, die schwierigen Herausforderungen,
    vor denen wir stehen und die wir gemeinsam bewältigen
    wollen, zusammenfassen darf .

    Als Haushälterin, als Kollegin, die gern mit Zahlen ar-
    beitet, wird es Sie nicht verwundern, wenn ich noch einmal
    darauf aufmerksam mache, dass wir in den zurückliegen-
    den vier Tagen über 18 Einzelpläne debattiert haben . Zum
    Verständnis für die Menschen am Bildschirm und die, die
    noch hier sind: Die Einzelpläne entsprechen dem Haus-
    halt der jeweiligen Ressorts unserer Ministerinnen und
    Minister, mit denen sie die nötigen Gelder bereitgestellt
    bekommen, um damit die Arbeit, die wir hier im Parla-
    ment beschließen, entsprechend umsetzen zu können . Wir
    haben 1 733 Minuten – das sind knapp 29 Stunden – über
    die unterschiedlichen Schwerpunkte debattiert, die wir in
    den kommenden Wochen bis Anfang Dezember im Haus-
    haltsausschuss und in den Fachausschüssen noch weiter
    beraten werden . Das sind also viele Stunden, in denen wir
    gemeinsam beraten .

    Ja, liebe Kolleginnen und Kollegen, auch ich will noch
    einmal darauf hinweisen – so habe ich das auch beim Ein-
    zelplan Gesundheit gesagt, weil es mich mit Stolz und
    großer Achtung erfüllt –, dass wir unabhängig davon, wel-
    cher Fraktion wir angehören, über die Schwerpunkte im
    Bereich der Flüchtlingshilfe diskutiert haben – wenn auch
    sehr unterschiedlich .

    Aber eines kann man keinem absprechen: Jeder ist dar-
    auf bedacht, mit diesem Haushalt – Frau Hajduk, Sie wis-
    sen ganz genau, dass man parallel sicherlich bereits über
    den Nachtragshaushalt beraten muss; auch hier muss man
    ehrlich sein und deutlich machen, dass das in den nächsten
    Wochen anstehen könnte – nicht einfach irgendetwas zu
    beschließen, sondern etwas, was Hand und Fuß hat . Das
    können wir nicht einfach über das Knie brechen . Wir wer-
    den möglicherweise parallel einen Nachtragshaushalt be-
    schließen müssen . Dieser muss dann für die nächste Zeit
    Bestand haben .


    (Anja Hajduk [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Aber Sie geben mir Recht, dass Sie demnächst einen brauchen!)


    – Ich gehe davon aus, dass wir angesichts der kommen-
    den Herausforderungen aufgrund der Flüchtlingsfrage und
    der damit verbundenen globalen Fragen parallel zu einem
    Nachtragshaushalt kommen werden .

    Lieber Roland Claus, das, was Sie am Schluss zu 9/11
    gesagt haben, hat mich sehr bewegt . Ich weiß noch genau,
    wo ich dieses Ereignis verfolgt habe: in meinem Büro in
    Düsseldorf . Ich konnte es gar nicht glauben . Danach stan-
    den wir vor den Fragen: Gehen wir in andere Länder? Wie
    gehen wir in andere Länder? Hier gebe ich Ihnen Recht .
    Wenn wir auf diese Fragen trotz aller Diplomatie die Ant-

    wort geben, dass wir ausschließlich militärisch in die Län-
    der gehen, dann müssen wir auch wissen, wie ein Plan B
    oder ein Plan C aussieht, um dort wieder herauszukom-
    men . Das erlaube ich mir, in dieser Form zu sagen, weil
    ich, seitdem ich im Bundestag bin, grundsätzlich gegen
    Auslandseinsätze stimme . Dies tue ich auch vor dem Hin-
    tergrund, dass ich sehr wohl weiß, dass das beste Instru-
    ment, das wir als Abgeordnete haben, die Diplomatie ist .

    Nicht alles, was wir unter Demokratie verstehen, kann
    man in anderen Ländern eins zu eins umsetzen . Das war
    auch meine Haltung bezüglich des Kongo . Ich wollte jetzt
    nicht – wir befinden uns in den Haushaltsberatungen – ab-
    schweifen . Ich will daher sagen, dass es mir genauso wie
    Ihnen ein Anliegen ist, darüber zu diskutieren, welche
    Schwerpunkte wir in diesem Haushalt setzen .

    Womit ich aber gar nicht einverstanden bin, ist, dass Sie
    in diesem Zusammenhang die Erhöhung der Hartz-IV-Be-
    züge um 5 Euro erwähnen . Wir können uns darüber strei-
    ten, ob das richtig oder nicht richtig ist . Aber bitte sprechen
    Sie nicht in diesem Kontext davon, weil wir damit Men-
    schen in unserer Gesellschaft gegeneinander aufbringen .

    Der Vizekanzler und Wirtschaftsminister hat bereits
    vor einem Jahr deutlich gemacht, vor welchen Herausfor-
    derungen wir stehen . Auf der einen Seite müssen wir die
    Frage der Flüchtlingshilfe klären . Auf der anderen Seite
    müssen wir uns mit allen anderen gesellschaftlichen Pro-
    blemen, die zu lösen sind, zum Beispiel im Bereich des
    Familienministeriums, beschäftigen . Dafür muss entspre-
    chend Geld vorhanden sein, und dafür werden wir uns in
    den Haushaltsberatungen einsetzen .

    Auch der Außenminister hat sehr deutlich und sehr
    früh darauf aufmerksam gemacht, wie die Situation in den
    Krisenregionen aussieht . Mit Sicherheit kann keiner von
    uns eine einfache und schnelle Lösung herbeiführen . Wir
    dürfen aber nicht nachlassen, uns eingehend damit zu be-
    schäftigen, wie wir mit den Krisenländern und -regionen
    umgehen .


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD)


    Da hilft es in der Tat nicht, immer wieder zu sagen: Mit
    dem einen oder anderen Land dürfen wir nicht reden, weil
    das eine Diktatur ist . – Ganz im Gegenteil: Wir müssen mit
    jedem reden . Nur so können wir vor Ort in den Ländern
    helfen . Es sind also auch die Menschen dort, über die wir
    hier im Rahmen der Haushaltsberatungen reden .

    Wir reden aber auch über die Menschen, die hier leben .
    Ich freue mich sehr darüber, was im Etat des Familien-
    ministeriums alles umgesetzt wird . Meine Kollegin Ulrike
    Gottschalk hat im Rahmen der Haushaltsberatungen ge-
    meinsam mit unserer Ministerin hervorgehoben, dass das
    Elterngeld Plus auf den Weg gebracht wurde . Beide haben
    sich für die Verbesserung der Kita-Situation eingesetzt und
    die Leistungen unserer Erzieherinnen und Erzieher, die sie
    jeden Tag vor Ort erbringen, anerkannt; denn dies ist eine
    Arbeit an denen, die uns am wertvollsten sind: an unseren
    Kindern .


    (Beifall bei der SPD)


    Ich erinnere auch an meine Kollegin Sonja Steffen, die
    vorgestern in ihrer Rede die wirtschaftliche Zusammenar-






    (A) (C)



    (B) (D)


    beit angesprochen hat . Ich gebe der Opposition ausdrück-
    lich recht: Nicht alles ist richtig – aber es ist auch nicht
    alles falsch . In der Zeit von 2009 bis 2013 gab es einen
    Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit,


    (Max Straubinger [CDU/CSU]: Der viel getan hat!)


    der gesagt hat, dass dieses Ministerium eigentlich über-
    flüssig ist. Wir aber sind der Meinung, dass dieses Minis-
    terium überhaupt nicht überflüssig ist. Ganz im Gegenteil:
    Der Minister Gerd Müller hat deutlich gemacht, welche
    Verantwortung gerade der Bereich der wirtschaftlichen
    Zusammenarbeit hat .


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Ein weiterer wichtiger Baustein ist der Bereich der In-
    nenpolitik . Ich bin sehr froh darüber, dass Martin Gerster
    zu der Frage, wie wir mit der Flüchtlingskrise umgehen,
    den Bereich des Ehrenamtes, insbesondere die Rolle des
    THW, in der Diskussion ganz besonders hervorgehoben
    hat . Leider habe ich verschiedentlich gehört, dass in der
    Krisensituation doch bitte die Hauptamtlichen eingesetzt
    werden sollen . Nein, liebe Kolleginnen und Kollegen, die
    Helferinnen und Helfer des THW schultern diese Arbeit
    ehrenamtlich .

    Ich bin froh, dass die Kanzlerin in der schwierigen Dis-
    kussion um die Bekämpfung des Rechtsextremismus end-
    lich deutliche Worte gefunden hat . Sie hat es zwar nicht in
    der Form getan, wie ich es mir vorgestellt hätte; aber es
    ist ein erster Schritt, wenn seitens der CDU/CSU deutlich
    gemacht wird, dass wir bei der Bekämpfung des Rechtsex-
    tremismus nachlegen müssen .

    Dies ist bis vor Kurzem immer noch kleingeredet wor-
    den . Ich erinnere daran, dass wir in früheren Debatten
    immer wieder gesagt haben, dass wir etwas gegen rechts
    tun und dafür sorgen müssen, dass der Etat für die Un-
    terstützung derer, die aus der Szene aussteigen wollen,
    aufgestockt wird . Damit standen wir aber ziemlich allein
    da . Da wünsche ich meinen Kolleginnen und Kollegen im
    Bereich Innen und im Bereich Familie eine gute Hand . Ich
    denke, dass der Minister und die Ministerin in dieser Frage
    nicht Nein sagen können .


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Thema kom-
    munale Finanzen ist eben schon erwähnt worden . Es ist
    richtig und wichtig, dass wir die Kommunen in diesem
    Bereich stärken . Ja, ich würde mich auch freuen, wenn
    wir als Bundesgesetzgeber die Gelder an die Kommunen
    weitergeben könnten . Aber wir sind im föderalen System
    und müssen entsprechend gemeinsam mit den Ländern
    für all die Maßnahmen, die wir hier im Bereich der Kin-
    der-, der Familienpolitik, für Alleinstehende mit oder ohne
    Kinder, im Bereich der Pflege und der Pflegeberufe, aber
    auch in der Frage der internationalen Zusammenarbeit be-
    sprechen, Sorge tragen . Wir gemeinsam müssen hier ein
    großes Bündnis finden, nur dann wird ein Schuh daraus.

    Ich möchte mich für die zurückliegende Woche bei al-
    len Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich bedanken,

    insbesondere bei den Kolleginnen und Kollegen der Op-
    position . Sie haben viele wichtige und richtige kritische
    Anmerkungen gemacht, aber ich habe die Bitte: Führen
    Sie gerade im Bereich der Gesellschaftspolitik faire Dis-
    kussionen, und zwar in der Frage, wie wir mit der Glo-
    balisierung umgehen, in der Frage, wie wir mit Bildung
    umgehen, in der Frage, wie wir mit der Flüchtlingshilfe
    umgehen und wie wir die Menschen stärken, die jetzt
    großartige Arbeit leisten, nämlich all die Ehrenamtlichen .
    Sie sollten wir im Rahmen der Haushaltsberatungen noch
    einmal ganz besonders bedenken .


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD)


    Wenn wir all dies gemeinsam auf den Weg bringen,
    dann wird das ein großartiger Haushalt für das nächste
    Jahr, für die Menschen vor Ort .

    Ganz herzlichen Dank .


    (Beifall bei der SPD sowie des Abg . Max Straubinger [CDU/CSU])