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ID1810114000

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    Plenarprotokoll 18/101 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 101. Sitzung Berlin, Freitag, den 24. April 2015 I n h a l t : Tagesordnungspunkt 25: a) Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD: Erinnerung und Gedenken an die Vertreibungen und Massaker an den Armeniern vor 100 Jahren Drucksache 18/4684 . . . . . . . . . . . . . . . . . 9653 D b) Antrag der Abgeordneten Ulla Jelpke, Katrin Kunert, Wolfgang Gehrcke, weite- rer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: 100. Jahresgedenken des Völ- kermords an den Armenierinnen und Armeniern 1915/1916 – Deutschland muss zur Aufarbeitung und Versöh- nung beitragen Drucksache 18/4335 . . . . . . . . . . . . . . . . . 9654 A in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 5: Antrag der Abgeordneten Cem Özdemir, Claudia Roth (Augsburg), Peter Meiwald, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Gedenken an den 100. Jahrestag des Völkermords an den Armeniern – Versöhnung durch Auf- arbeitung und Austausch fördern Drucksache 18/4687 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9654 A Präsident Dr. Norbert Lammert . . . . . . . . . . . 9653 A Dr. h. c. Gernot Erler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . 9654 B Ulla Jelpke (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . 9655 B Dr. Christoph Bergner (CDU/CSU) . . . . . . . . 9656 C Cem Özdemir (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9657 D Frank Schwabe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9659 C Dr. Norbert Röttgen (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 9660 C Dietmar Nietan (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9661 D Erika Steinbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 9663 A Dr. Bernd Fabritius (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 9664 B Tagesordnungspunkt 24: Antrag der Abgeordneten Sabine Zimmermann (Zwickau), Jutta Krellmann, Klaus Ernst, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Programm für gute öffentlich geförderte Beschäftigung aufle- gen Drucksache 18/4449 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9665 C Heike Werner, Ministerin (Thüringen) . . . . . . 9665 C Dr. Matthias Zimmer (CDU/CSU) . . . . . . . . . 9667 D Sabine Zimmermann (Zwickau) (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9669 D Dr. Matthias Zimmer (CDU/CSU) . . . . . . . . . 9670 C Brigitte Pothmer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9670 D Daniela Kolbe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9672 B Kai Whittaker (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 9674 B Dr. Matthias Bartke (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 9676 C Brigitte Pothmer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9677 D Dr. Petra Sitte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 9678 B Dr. Matthias Bartke (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 9678 D Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . . . . . . 9679 A Inhaltsverzeichnis II Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 101. Sitzung. Berlin, Freitag, den 24. April 2015 Sabine Zimmermann (Zwickau) (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9679 C Christel Voßbeck-Kayser (CDU/CSU) . . . . . . 9680 B Waltraud Wolff (Wolmirstedt) (SPD) . . . . . . . 9681 D Jutta Eckenbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 9683 A Markus Paschke (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9684 B Dr. Astrid Freudenstein (CDU/CSU) . . . . . . . 9685 C Tagesordnungspunkt 23: a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zur Verbesserung der Zusammenar- beit im Bereich des Verfassungsschutzes Drucksache 18/4654 . . . . . . . . . . . . . . . . . 9686 D b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Bericht der Bundesregierung über den Umsetzungsstand der Empfehlungen des 2. Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestages in der 17. Wahlperiode (NSU-Untersuchungs- ausschuss) Drucksache 18/710 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9686 D c) Antrag der Abgeordneten Petra Pau, Jan Korte, Dr. André Hahn, weiterer Abgeord- neter und der Fraktion DIE LINKE: Wirksame Alternativen zum nachrich- tendienstlich arbeitenden Verfassungs- schutz schaffen Drucksache 18/4682 . . . . . . . . . . . . . . . . . 9686 D in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 6: Antrag der Abgeordneten Dr. Konstantin von Notz, Hans-Christian Ströbele, Irene Mihalic, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Für eine Zäsur und einen Neustart in der deutschen Sicherheitsarchitektur Drucksache 18/4690 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9687 A Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9687 A Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9689 B Petra Pau (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . 9690 B Burkhard Lischka (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 9691 B Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9692 B Stephan Mayer (Altötting) (CDU/CSU) . . . . . 9693 C Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9695 C Dr. André Hahn (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 9696 C Uli Grötsch (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9697 D Irene Mihalic (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9699 B Tankred Schipanski (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 9700 B Wolfgang Gunkel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 9702 A Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9704 A Armin Schuster (Weil am Rhein) (CDU/CSU) 9705 A Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9705 C Dr. André Hahn (DIE LINKE) . . . . . . . . . 9706 B Tagesordnungspunkt 26: Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD: Die NVV-Überprüfungskonferenz zum Erfolg führen Drucksache 18/4685 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9708 C in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 7: Antrag der Abgeordneten Inge Höger, Wolfgang Gehrcke, Jan van Aken, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Die europäische Sicherheitsstruktur retten – Übereinkommen in Gefahr Drucksache 18/4681 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9708 C Dr. Ute Finckh-Krämer (SPD) . . . . . . . . . . . . 9708 C Inge Höger (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . 9709 D Dr. Andreas Nick (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 9710 C Agnieszka Brugger (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9711 D Wolfgang Hellmich (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 9712 D Dr. Hans-Peter Uhl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 9713 D Dr. Katja Leikert (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 9714 B Tagesordnungspunkt 27: Antrag der Abgeordneten Elisabeth Scharfenberg, Kordula Schulz-Asche, Maria Klein-Schmeink, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Gute Versorgung am Lebensende sichern – Palliativ- und Hospizversorgung stärken Drucksache 18/4563 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9715 C Elisabeth Scharfenberg (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9715 D Emmi Zeulner (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 9717 A Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 101. Sitzung. Berlin, Freitag, den 24. April 2015 III Pia Zimmermann (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 9718 B Helga Kühn-Mengel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . 9719 B Erwin Rüddel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 9720 A Bettina Müller (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9720 D Dr. Roy Kühne (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 9721 D Tagesordnungspunkt 28: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung von Bestimmungen des Rechts des Energieleitungsbaus Drucksache 18/4655 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9722 D Uwe Beckmeyer, Parl. Staatssekretär BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9722 D Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE) . . . . . . . . 9723 B Karl Holmeier (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 9724 B Oliver Krischer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9725 C Johann Saathoff (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9726 C Tagesordnungspunkt 29: Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD eingebrachten Entwurfs eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes Drucksache 18/4683 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9727 C Johann Saathoff (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9727 D Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE) . . . . . . . 9729 B Dr. Andreas Lenz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 9730 A Dr. Julia Verlinden (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9731 C Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9732 D Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 9733 A Anlage 2 Amtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9733 D Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 101. Sitzung. Berlin, Freitag, den 24. April 2015 9653 (A) (C) (D)(B) 101. Sitzung Berlin, Freitag, den 24. April 2015 Beginn: 9.00 Uhr
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    Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 101. Sitzung. Berlin, Freitag, den 24. April 2015 9733 (A) (C) (B) Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten (D) Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Albsteiger, Katrin CDU/CSU 24.4.2015 Beck (Bremen), Marieluise BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24.4.2015 Dağdelen, Sevim DIE LINKE 24.4.2015 Dobrindt, Alexander CDU/CSU 24.4.2015 Dr. Fuchs, Michael CDU/CSU 24.4.2015 Gröhe, Hermann CDU/CSU 24.4.2015 Groth, Annette DIE LINKE 24.4.2015 Grund, Manfred CDU/CSU 24.4.2015 Hartmann (Wackernheim), Michael SPD 24.4.2015 Hochbaum, Robert CDU/CSU 24.4.2015 Dr. Högl, Eva SPD 24.4.2015 Hunko, Andrej DIE LINKE 24.4.2015 Irlstorfer, Erich CDU/CSU 24.4.2015 Kassner, Kerstin DIE LINKE 24.4.2015 Keul, Katja BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24.4.2015 Koschyk, Hartmut CDU/CSU 24.4.2015 Dr. Krings, Günter CDU/CSU 24.4.2015 Kühn (Tübingen), Christian BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24.4.2015 Dr. Lauterbach, Karl SPD 24.4.2015 Dr. von der Leyen, Ursula CDU/CSU 24.4.2015 Meiwald, Peter BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24.4.2015 Dr. Müller, Gerd CDU/CSU 24.4.2015 Rebmann, Stefan SPD 24.4.2015 Dr. Rosemann, Martin SPD 24.4.2015 Sarrazin, Manuel BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24.4.2015 Dr. Schäuble, Wolfgang CDU/CSU 24.4.2015 Schimke, Jana CDU/CSU 24.4.2015 Schlecht, Michael DIE LINKE 24.4.2015 Trittin, Jürgen BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24.4.2015 Vogel (Kleinsaara), Volkmar CDU/CSU 24.4.2015 Werner, Katrin DIE LINKE 24.4.2015 Zertik, Heinrich CDU/CSU 24.4.2015 Anlage 2 Amtliche Mitteilungen Der Bundesrat hat in seiner 932. Sitzung am 27. März 2015 beschlossen, den nachstehenden Gesetzen zuzu- stimmen bzw. einen Antrag gemäß Artikel 77 Absatz 2 des Grundgesetzes nicht zu stellen: – Fünftes Gesetz zur Änderung des Vierten Buches Sozialgesetzgebung und anderer Gesetze (5. SGB IV- ÄndG) Der Bundesrat hat ferner nachstehende Entschließung gefasst: 1. Der Bundesrat begrüßt, dass im Rahmen der Assis- tierten Ausbildung mit dem vorliegenden Gesetz ein wichtiger Schritt hin zu einer besseren Unterstützung förderungsbedürftiger junger Menschen und deren Ausbildungsbetriebe erfolgt. Dadurch könnten mehr erfolgreiche Abschlüsse der Berufsausbildung er- reicht werde. 2. Die Kammern unterhalten, wie auch gesetzlich fest- gelegt, sogenannte Ausbildungsberater. Der Bundes- rat bittet die Bundesregierung, bei der Umsetzung des Gesetzes dafür Sorge zu tragen, dass die Betreuer der Assistierten Ausbildung während der Berufsaus- bildung mit diesen Ausbildungsberatern verstärkt zu- sammenarbeiten. Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Anlagen 9734 Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 101. Sitzung. Berlin, Freitag, den 24. April 2015 (A) (C) (D)(B) – Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst – Gesetz zur Steigerung der Attraktivität des Diens- tes in der Bundeswehr (Bundeswehr-Attraktivi- tätssteigerungsgesetz – BWAttrakt StG) – Gesetz zur Dämpfung des Mietanstiegs auf ange- spannten Wohnungsmärkten und zur Stärkung des Bestellerprinzips bei der Wohnungsvermitt- lung (Mietrechtsnovellierungsgesetz – MietNovG) Der Bundesrat hat ferner folgende Entschließung ge- fasst: Der Bundesrat fordert die Bundesregierung auf, für eine praxistaugliche Ausgestaltung der im Wirt- schaftsgesetz 1954 (WiStrG 1954) enthaltenen Rege- lungen zur unangemessenen Mietpreisüberhöhung Sorge zu tragen, da es sich hierbei nach wie vor um ein notwendiges Instrument zum Schutz der Mieter vor überhöhten Mieten handelt. Bei der erforderli- chen Überarbeitung bietet sich der Rückgriff auf Zif- fer 8 des Beschlusses des Bundesrates vom 7. November 2014, BR-Drucksache 447/14 (Be- schluss), an. Begründung: Nach § 5 Absatz 1 WiStrG 1954 handelt ordnungs- widrig, wer vorsätzlich oder leichtfertig für die Ver- mietung von Räumen zum Wohnen oder damit ver- bundene Nebenleistungen unangemessen hohe Entgelte fordert, sich versprechen lässt oder an- nimmt. Es handelt sich um ein sogenanntes Verbots- gesetz gemäß § 134 BGB, sodass die Erfüllung des Ordnungswidrigkeitstatbestandes durch den Vermie- ter im Sinne eines umfassenden Mieterschutzes zu- gleich zivilrechtliche Rückzahlungsansprüche des Mieters begründen kann. Die von der höchstrichterli- chen Rechtsprechung für die Bestimmung eines „un- angemessenen Entgelts“ an die Tatbestandsmerkmale „Ausnutzung eines geringen Angebots an vergleich- baren Räumen“ geknüpften Voraussetzungen haben jedoch dazu geführt, dass nach einhelliger Meinung die Norm in der heutigen Fassung für die Praxis un- tauglich ist. Die Überarbeitung der oben genannten Norm ist auch nicht durch die im Mietrechtsnovellierungsge- setz vorgesehenen Neuregelungen im BGB zur Be- grenzung der Wiedervermietungsmiete entbehrlich geworden. Da hiernach selbst der vorsätzlich han- delnde Vermieter eine gesetzeswidrig überhöhte Miete nur zurückzahlen muss, wenn der Mieter einen Verstoß gegen die Regelungen der §§ 556d ff. BGB gerügt hat und die zurückverlangte Miete nach Zu- gang der Rüge fällig geworden ist (§ 556g Absatz 2 Satz 1 BGB), sind zum Schutz der Mieter weitere Regelungen im Wirtschaftsgesetz 1954 geboten. – Gesetz zur Bevorrechtigung der Verwendung elektrisch betriebener Fahrzeuge (Elektromobili- tätsgesetz – EmoG) – Gesetz zu dem Abkommen vom 19. September 2014 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik der Philippinen über Soziale Sicherheit – Gesetz zu dem Übereinkommen vom 11. April 2014 über die Beteiligung der Republik Kroatien am Europäischen Wirtschaftsraum Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat mit- geteilt, dass sie den Antrag Internationale Förderung von Kohlekraftwerken beenden auf Drucksache 18/2623 zu- rückzieht. Die folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass sie gemäß § 80 Absatz 3 Satz 2 der Geschäftsordnung von einer Berichterstattung zu den nachstehenden Vorlagen absehen: Ausschuss für Wirtschaft und Energie – Unterrichtung durch die Bundesregierung Zwölfter Bericht der Bundesregierung über die Aktivi- täten des Gemeinsamen Fonds für Rohstoffe und der einzelnen Rohstoffabkommen Drucksachen 18/3725, 18/3890 Nr. 2 Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – Unterrichtung durch die Bundesregierung Eine Agenda für den Wandel zu nachhaltiger Entwick- lung weltweit – Die deutsche Position für die Verhand- lungen über die Post 2015-Agenda für nachhaltige Ent- wicklung Drucksachen 18/3604 Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden Unionsdokumente zur Kenntnis genommen oder von ei- ner Beratung abgesehen hat. Auswärtiger Ausschuss Drucksache 18/4152 Nr. A.2 Ratsdokument 5096/15 Drucksache 18/4375 Nr. A.1 Ratsdokument 6031/15 Innenausschuss Drucksache 18/3362 Nr. A.3 Ratsdokument 14911/14 Drucksache 18/3362 Nr. A.4 Ratsdokument 14915/14 Drucksache 18/3765 Nr. A.3 Ratsdokument 15783/14 Haushaltsausschuss Drucksache 18/3898 Nr. A.13 Ratsdokument 14886/14 Drucksache 18/4152 Nr. A.4 Ratsdokument 5317/15 Drucksache 18/4152 Nr. A.5 Ratsdokument 5375/15 Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 101. Sitzung. Berlin, Freitag, den 24. April 2015 9735 (A) (C) (B) Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft Drucksache 18/4375 Nr. A.5 EP P8_TA-PROV(2015)0034 Verteidigungsausschuss Drucksache 18/4152 Nr. A.8 Ratsdokument 17036/1/14 REV 1 Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Drucksache 18/1048 Nr. A.15 Ratsdokument 7220/14 Drucksache 18/2533 Nr. A.55 Ratsdokument 11592/14 Drucksache 18/2533 Nr. A.56 Ratsdokument 11598/14 Drucksache 18/2845 Nr. A.11 Ratsdokument 12867/14 Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe Drucksache 18/3765 Nr. A.14 EP P8_TA-PROV(2014)0066 Drucksache 18/4375 Nr. A.8 EP P8_TA-PROV(2015)0040 (D) Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 101. Sitzung Inhaltsverzeichnis TOP 25, ZP 5 Vertreibung und Massaker an Armeniern 1915/16 TOP 24 Öffentlich geförderte Beschäftigung TOP 23, ZP 6 Zusammenarbeit im Bereich des Verfassungsschutzes TOP 26, ZP 7 NVV-Überprüfungskonferenz (Atomwaffensperrvertrag) TOP 27 Palliativ- und Hospizversorgung TOP 28 Recht des Energieleitungsbaus TOP 29 Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes Anlagen
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Johann Saathoff


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    Nun wissen Sie auch, warum ich gerade nicht schon ein
    schönes Wochenende gewünscht habe. Seien Sie gewiss:
    Für mich ist es genauso ungewöhnlich wie für Sie, zwei
    Reden hintereinander zu halten. Wir versuchen es, und
    wir bekommen es miteinander hin.

    Die Energiewende ist ein Projekt, das man nicht ein-
    fach einmal per Gesetz beschließt, und dann wird alles
    gut. Das erzähle ich immer wieder, wenn wir Besuch
    von ausländischen Delegationen bekommen, die teils
    sehr euphorisch zu uns in den Wirtschaftsausschuss
    kommen. Erst fragen sie: Meint ihr das eigentlich ernst
    mit der Energiewende? – Wenn wir das bejahen, dann
    fragen sie: Wie bekommt ihr das eigentlich hin? – Die
    Euphorie wird leicht gebremst, wenn man darüber be-





    Johann Saathoff


    (A) (C)



    (D)(B)

    richten muss, dass es nicht reicht, ein Gesetz zu verab-
    schieden, damit die Energiewende stattfindet, sondern
    dass man während des Prozesses der Energiewende stän-
    dig nachjustieren muss. Wir haben es bei der Energie-
    wende ganz oft mit Anpassungsbedarfen zu tun, aber
    nicht deshalb, weil das Gesetz etwa schlecht wäre, was
    man ab und an hört, sondern weil sich die Rahmenbedin-
    gungen auch aufgrund des guten Gesetzes, das vorher
    verabschiedet wurde, verändern.

    Was soll in diesem Rahmen neu geregelt werden? Wir
    werden zwei Branchen in die Besondere Ausgleichsre-
    gelung wieder aufnehmen, nämlich solche, die sich mit
    der Herstellung von Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanz-
    teilen, also der Wärmebehandlung von Stahl, befassen.
    Das betrifft insbesondere die Unternehmen der Umfor-
    mung, zum Beispiel den in Deutschland wichtigen Ka-
    rosseriebau. Diese Branchen erfüllen nach den neuesten
    Erkenntnissen die Voraussetzungen, die wir im letzten
    Jahr formuliert haben: Sie haben nämlich eine Handels-
    intensität von 4 Prozent und eine Stromkostenintensität
    von 20 Prozent. Die Branchen, die diese Voraussetzun-
    gen erfüllen, dürfen nicht schlechtergestellt werden. Es
    ist nur gerecht, dass sie mit aufgenommen werden.

    Der zweite Bereich, den wir ändern wollen, ist die an-
    teilige Direktvermarktung. Auch darüber haben wir im
    letzten Jahr – ich kann mich gut erinnern – im Sommer
    lange miteinander gesprochen.


    (Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ja!)


    Mehrere Anlagen werden zum Beispiel in einem Wind-
    park an einem Netzverknüpfungspunkt angeschlossen.
    Bisher war nur die Direktvermarktung insgesamt mög-
    lich; man konnte es nicht aufteilen. Nun ist das auch an-
    teilig möglich. Die durch die alte Regelung, durch die
    Verhinderung der anteiligen Direktvermarktung, entstan-
    denen wirtschaftlichen Nachteile sollen nun ausgegli-
    chen werden. Auch das ist nur mehr als gerecht.


    (Beifall bei der SPD)


    Die weiteren Regelungsinhalte sind eher unspannend.
    Dabei haben wir im Moment gar keinen Mangel an span-
    nenden Themen. Deswegen will ich dazu etwas sagen.

    Zuerst zum nationalen Klimabeitrag. Das 40-Prozent-
    Ziel war Konsens; es steht im Koalitionsvertrag. Die
    Einsparung von 22 Millionen Tonnen CO2 ist seit dem
    Kabinettsbeschluss vom Dezember bekannt. Im Dialog
    mit der Kraftwerkswirtschaft haben wir Lösungen zu
    finden. Dieser Dialog hat endlich begonnen. Das ist et-
    was, was wir begrüßen können. Klar ist: An der zusätzli-
    chen Einsparung von 22 Millionen Tonnen führt kein
    Weg vorbei. Wie bei den Energieleitungen würde ich
    aber auch hier sagen: Es geht nicht um das Ob, sondern
    um das Wie. Um das Wie ausreichend beleuchten zu
    können, fehlen im Moment die Alternativvorschläge.
    Fragen sind zwar besser als Antworten – Stichwort:
    „Günther Jauch“ –, aber das reicht nicht.

    Wir alle wissen, dass dieses Wochenende zwei große
    Demonstrationen in Berlin und in der Lausitz stattfin-
    den. Wir werden diesen Menschen verantwortungsvoll
    gegenübertreten müssen, und wir werden mit ihnen zu-
    sammen eine Lösung finden müssen. Wir werden die Al-
    ternativvorschläge, die von diesen Menschen kommen,
    bewerten und abwägen müssen, um gemeinsam zu einer
    Lösung zu kommen. Wir wollen nämlich nicht, dass
    durch die Einsparung von 22 Millionen Tonnen CO2,
    wie von vielen befürchtet – die Sorgen muss man ernst
    nehmen –, Strukturbrüche entstehen. Die tatsächlichen
    direkten Auswirkungen auf jedes der 1 500 Kraftwerke
    in Deutschland sind noch nicht kalkuliert. Sie müssten
    die Grundlage für eine faire Bewertung jedes Vorschla-
    ges bilden.

    Wir wollen die Menschen, die in der Stromversor-
    gung arbeiten, mitnehmen. Das sind wir ihnen schuldig.
    Darauf können sie sich auch verlassen. Deswegen sind
    Alternativvorschläge gerne gesehen, Alternativvor-
    schläge von der Wirtschaft, von den Gewerkschaften,
    von den Umweltverbänden und auch von den Bürgerin-
    nen und Bürgern.

    Durch die Diskussion zum Klimabeitrag gerät die
    Diskussion zum Strommarktdesign völlig in den Hinter-
    grund. Man kann sich fragen: Ist dies gut, oder ist es
    schlecht? – Das Grünbuch liegt vor; wir sind in der
    Phase, in der die Reaktionen ausgewertet werden. Wir
    stehen vor der Erarbeitung des Weißbuches durch das
    Ministerium, und ich habe bisher in der gesamten Dis-
    kussion keine grundsätzlichen Bedenken gegen den
    Strommarkt 2.0 vernommen. Es gibt einige, die grund-
    sätzliche Bedenken haben; jedoch haben sie diese aus
    meiner Sicht nicht ausreichend begründet.

    Einigkeit besteht in großen Teilen bei den sogenann-
    ten Sowieso-Maßnahmen: Die Spot- und Regelleistungs-
    märkte sollen weiterentwickelt werden. Wir alle wissen:
    Dort steckt Potenzial. Ferner ist die EU-Marktkopplung
    zu vergrößern. Darüber sind wir uns weitestgehend ei-
    nig. Alternative Anbieter von Regelleistungen sollen zu-
    gelassen werden. Dafür würde ich eine breite Mehrheit
    prognostizieren wollen. Es geht außerdem darum, die
    Bilanzkreisverantwortung zu stärken und dadurch Effi-
    zienz zu schaffen. Ich glaube, hier sind wir uns im Gro-
    ßen einig. Dann sollen die Stromnetze ausgebaut wer-
    den, und dabei ist auch auf die Bürgerakzeptanz zu
    achten. Darüber haben wir gerade gesprochen. Schließ-
    lich soll die einheitliche Preiszone erhalten bleiben, und
    die europäische Kooperation soll intensiviert werden.
    Auch hier kann ich, so glaube ich, eine breite Mehrheit
    im Hause sehen.

    Die energiepolitische Gemengelage ist derzeit nicht
    einfach, keine Frage. Darüber, dass sie nicht einfach ist,
    können wir uns einig sein. Trotzdem sollten wir die
    Dinge, bei denen Einigkeit besteht – ich habe sie gerade
    benannt –, zügig abarbeiten und nicht warten, bis end-
    gültig weißer Rauch bei allen Fragen aufsteigt. Dass wir
    jetzt in der Energiewende zügig weiterarbeiten, das kön-
    nen die Bürger von uns erwarten; denn sie haben die
    Energiewende insgesamt eben auch gewollt.

    Dazu gehört auch das KWKG. Die Positionen liegen
    aus meiner Sicht nicht weit auseinander. Herr Krischer,
    bevor Sie eine Zwischenfrage stellen, sage ich es lieber
    gleich: Wir haben einen doppelten CO2-Einspareffekt.





    Johann Saathoff


    (A) (C)



    (D)(B)

    Ich habe schon in meiner letzten Rede dazu über die
    Möglichkeit eines Wärmebonus gesprochen. Auf jeden
    Fall müssen wir das Potenzial des KWKG in der Verbin-
    dung mit den regenerativen Energien sehen und das stär-
    ken. Ich könnte mir also vorstellen, dass zu KWKG-An-
    lagen auch thermische Solaranlagen mit Speichern
    gehören. Diese Speicher können auch eine nicht unbe-
    deutende Rolle bei der Energiewende spielen, nämlich
    dann, wenn wir zu viel Strom im Netz haben.

    Die Themen sind kompliziert. Normal ist, dass die
    Opposition und die die Regierung tragende Koalition un-
    terschiedliche Ansichten vertreten. Beide sind gut bera-
    ten, einander gut zuzuhören. De een kann rieden, un de
    anner hett dat Peerd, heißt es in Ostfriesland, wenn Ent-
    scheidungen getroffen werden. Viele Entscheidungen
    wollen gut abgewogen und gut überlegt sein. Einige
    können wir bereits jetzt treffen, damit wir die von den
    Bürgerinnen und Bürgern gewünschte Energiewende
    weiter fortführen können.

    Und nun wünsche ich Ihnen ein schönes Wochen-
    ende. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)




Rede von Petra Pau
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)

Die Kollegin Eva Bulling-Schröter hat für die Frak-

tion Die Linke das Wort.


(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Eva-Maria Bulling-Schröter


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (None)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    Eigentlich hätten die Industrierabatte beim Ökostrom zu-
    rückgefahren werden sollen, so hieß es vor gut einem
    Jahr, kurz vor der EEG-Reform 2014. Damals hatte EU-
    Kommissar Almunia wegen der Industrieprivilegien das
    ganze EEG als unerlaubte Beihilfe infrage gestellt.
    Gabriel und Almunia einigten sich schließlich, aber das
    Ergebnis war eine böse Überraschung: Die Industriepri-
    vilegien sind nicht beschränkt, sondern sogar noch aus-
    geweitet worden. Zum Tausch wurde das EEG gefled-
    dert: Ausschreibungen für die Erneuerbaren ohne Not
    schon ab 2017 und die Pflicht zur Direktvermarktung.
    So wurde im EEG quasi die eigene Abschaffung festge-
    legt. Ich finde, das war ein zu hoher Preis.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Aber die Industrie sollte ja um jeden Preis ihre Vor-
    teile behalten. 90 Prozent des produzierenden Gewerbes
    können heute Anträge stellen. Wer 4 bis 10 Prozent Han-
    del mit dem Ausland treibt und als stromintensiv gilt, be-
    kommt bei der EEG-Umlage Rabatte. Die so privilegier-
    ten Hersteller können also mit staatlicher Unterstützung
    diejenigen Hersteller niederkonkurrieren, die nur für das
    Inland produzieren. Für gerecht halte ich das nicht.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Die 4,8 Milliarden Euro Industrieentlastung werden
    von den übrigen Verbraucherinnen und Verbrauchern ge-
    stemmt – auch an dieser Stelle ein Sozialprogramm für
    die Industrie sondergleichen. Man hätte die EEG-
    Reform nutzen können, um die Industrieprivilegien auf
    ein sinnvolles Maß zurückzustutzen; darüber haben wir
    x-mal diskutiert. Das ist total versäumt worden. Stattdes-
    sen halten immer mehr Branchen die Hand auf, nun auch
    die Hersteller von Türklinken und Armaturen und aller-
    lei Stanz- und Prägeteilen. Sigmar Gabriel wird die
    Geister, die er selber rief, nicht mehr los. Es ist nur ge-
    recht, wenn die dann auch etwas fordern und bekommen.

    Hunderttausende Arbeitsplätze in der energieintensi-
    ven Industrie seien sonst gefährdet, so redete Gabriel
    damals. Wenn jemand mit 100 000 Arbeitsplätzen argu-
    mentiert, dann, finde ich, sollte man immer sehr hellhö-
    rig sein.


    (Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Wohl wahr!)


    Allmählich muss man sich schon fragen, ob nicht auch
    die Existenz der energieintensiven Friseurbetriebe, der
    familiengeführten Kleinstbäckereien und, und, und ge-
    fährdet ist, weil sie den Strompreis vielleicht nicht zah-
    len können. Wie soll man rechtfertigen, dass sie keine
    Privilegien bekommen, liebe Kolleginnen und Kolle-
    gen?


    (Beifall bei der LINKEN)


    Just in diesen Tagen fliegen Minister Gabriel wieder
    angebliche 100 000 Arbeitsplätze um die Ohren. Dies-
    mal mobilisieren Kohlelobby, IG BCE und Verdi. Auch
    dies sind, sage ich, die Geister, die der Minister selber
    rief. Wenn morgen hier in Berlin von den Gewerkschaf-
    ten mit der angeblichen Gefährdung von 100 000 Ar-
    beitsplätzen Stimmung gegen die Klimaabgabe gemacht
    wird, ist das genauso schief, wie es damals Gabriels Ar-
    beitsplatzzahlen bei der energieintensiven Industrie wa-
    ren.

    Der Klimabeitrag ist eine notwendige Abgabe für die
    dreckigsten und ältesten Kohlemeiler, um einen beschei-
    denen Beitrag dazu zu leisten, die Klimakatastrophe auf-
    zuhalten; die trifft uns alle. Die Mobilisierung der Koh-
    lelobby gegen den Klimabeitrag ist umso absurder, wenn
    man weiß, dass auch die Braunkohletagebaue nach wie
    vor privilegiert sind. Sie sind aufgrund von Eigenver-
    brauch komplett von der EEG-Umlage befreit. Das sind
    jährlich Hunderte Millionen Euro Subventionen für die
    klimaschädlichste Form der Stromerzeugung, und das ist
    schlicht unfassbar.


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Nichtsdestotrotz ist klar: Wir müssen für alternative
    Arbeitsplätze sorgen. Ich verstehe die Probleme und
    Sorgen der Kolleginnen und Kollegen. Wir müssen
    wirklich etwas tun


    (Dagmar Ziegler [SPD]: Machen Sie doch mal Vorschläge!)


    und ihnen auch die Ängste nehmen, um das hier noch
    einmal klar und deutlich zu sagen.


    (Beifall bei der LINKEN sowie der Abg. Sylvia Kotting-Uhl [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])







    (A) (C)



    (D)(B)