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    Plenarprotokoll 18/101 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 101. Sitzung Berlin, Freitag, den 24. April 2015 I n h a l t : Tagesordnungspunkt 25: a) Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD: Erinnerung und Gedenken an die Vertreibungen und Massaker an den Armeniern vor 100 Jahren Drucksache 18/4684 . . . . . . . . . . . . . . . . . 9653 D b) Antrag der Abgeordneten Ulla Jelpke, Katrin Kunert, Wolfgang Gehrcke, weite- rer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: 100. Jahresgedenken des Völ- kermords an den Armenierinnen und Armeniern 1915/1916 – Deutschland muss zur Aufarbeitung und Versöh- nung beitragen Drucksache 18/4335 . . . . . . . . . . . . . . . . . 9654 A in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 5: Antrag der Abgeordneten Cem Özdemir, Claudia Roth (Augsburg), Peter Meiwald, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Gedenken an den 100. Jahrestag des Völkermords an den Armeniern – Versöhnung durch Auf- arbeitung und Austausch fördern Drucksache 18/4687 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9654 A Präsident Dr. Norbert Lammert . . . . . . . . . . . 9653 A Dr. h. c. Gernot Erler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . 9654 B Ulla Jelpke (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . 9655 B Dr. Christoph Bergner (CDU/CSU) . . . . . . . . 9656 C Cem Özdemir (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9657 D Frank Schwabe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9659 C Dr. Norbert Röttgen (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 9660 C Dietmar Nietan (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9661 D Erika Steinbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 9663 A Dr. Bernd Fabritius (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 9664 B Tagesordnungspunkt 24: Antrag der Abgeordneten Sabine Zimmermann (Zwickau), Jutta Krellmann, Klaus Ernst, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Programm für gute öffentlich geförderte Beschäftigung aufle- gen Drucksache 18/4449 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9665 C Heike Werner, Ministerin (Thüringen) . . . . . . 9665 C Dr. Matthias Zimmer (CDU/CSU) . . . . . . . . . 9667 D Sabine Zimmermann (Zwickau) (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9669 D Dr. Matthias Zimmer (CDU/CSU) . . . . . . . . . 9670 C Brigitte Pothmer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9670 D Daniela Kolbe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9672 B Kai Whittaker (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 9674 B Dr. Matthias Bartke (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 9676 C Brigitte Pothmer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9677 D Dr. Petra Sitte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 9678 B Dr. Matthias Bartke (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 9678 D Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . . . . . . 9679 A Inhaltsverzeichnis II Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 101. Sitzung. Berlin, Freitag, den 24. April 2015 Sabine Zimmermann (Zwickau) (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9679 C Christel Voßbeck-Kayser (CDU/CSU) . . . . . . 9680 B Waltraud Wolff (Wolmirstedt) (SPD) . . . . . . . 9681 D Jutta Eckenbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 9683 A Markus Paschke (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9684 B Dr. Astrid Freudenstein (CDU/CSU) . . . . . . . 9685 C Tagesordnungspunkt 23: a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zur Verbesserung der Zusammenar- beit im Bereich des Verfassungsschutzes Drucksache 18/4654 . . . . . . . . . . . . . . . . . 9686 D b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Bericht der Bundesregierung über den Umsetzungsstand der Empfehlungen des 2. Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestages in der 17. Wahlperiode (NSU-Untersuchungs- ausschuss) Drucksache 18/710 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9686 D c) Antrag der Abgeordneten Petra Pau, Jan Korte, Dr. André Hahn, weiterer Abgeord- neter und der Fraktion DIE LINKE: Wirksame Alternativen zum nachrich- tendienstlich arbeitenden Verfassungs- schutz schaffen Drucksache 18/4682 . . . . . . . . . . . . . . . . . 9686 D in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 6: Antrag der Abgeordneten Dr. Konstantin von Notz, Hans-Christian Ströbele, Irene Mihalic, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Für eine Zäsur und einen Neustart in der deutschen Sicherheitsarchitektur Drucksache 18/4690 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9687 A Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9687 A Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9689 B Petra Pau (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . 9690 B Burkhard Lischka (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 9691 B Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9692 B Stephan Mayer (Altötting) (CDU/CSU) . . . . . 9693 C Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9695 C Dr. André Hahn (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 9696 C Uli Grötsch (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9697 D Irene Mihalic (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9699 B Tankred Schipanski (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 9700 B Wolfgang Gunkel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 9702 A Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9704 A Armin Schuster (Weil am Rhein) (CDU/CSU) 9705 A Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9705 C Dr. André Hahn (DIE LINKE) . . . . . . . . . 9706 B Tagesordnungspunkt 26: Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD: Die NVV-Überprüfungskonferenz zum Erfolg führen Drucksache 18/4685 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9708 C in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 7: Antrag der Abgeordneten Inge Höger, Wolfgang Gehrcke, Jan van Aken, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Die europäische Sicherheitsstruktur retten – Übereinkommen in Gefahr Drucksache 18/4681 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9708 C Dr. Ute Finckh-Krämer (SPD) . . . . . . . . . . . . 9708 C Inge Höger (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . 9709 D Dr. Andreas Nick (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 9710 C Agnieszka Brugger (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9711 D Wolfgang Hellmich (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 9712 D Dr. Hans-Peter Uhl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 9713 D Dr. Katja Leikert (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 9714 B Tagesordnungspunkt 27: Antrag der Abgeordneten Elisabeth Scharfenberg, Kordula Schulz-Asche, Maria Klein-Schmeink, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Gute Versorgung am Lebensende sichern – Palliativ- und Hospizversorgung stärken Drucksache 18/4563 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9715 C Elisabeth Scharfenberg (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9715 D Emmi Zeulner (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 9717 A Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 101. Sitzung. Berlin, Freitag, den 24. April 2015 III Pia Zimmermann (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 9718 B Helga Kühn-Mengel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . 9719 B Erwin Rüddel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . 9720 A Bettina Müller (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9720 D Dr. Roy Kühne (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 9721 D Tagesordnungspunkt 28: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung von Bestimmungen des Rechts des Energieleitungsbaus Drucksache 18/4655 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9722 D Uwe Beckmeyer, Parl. Staatssekretär BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9722 D Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE) . . . . . . . . 9723 B Karl Holmeier (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 9724 B Oliver Krischer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9725 C Johann Saathoff (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9726 C Tagesordnungspunkt 29: Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD eingebrachten Entwurfs eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes Drucksache 18/4683 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9727 C Johann Saathoff (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9727 D Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE) . . . . . . . 9729 B Dr. Andreas Lenz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 9730 A Dr. Julia Verlinden (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9731 C Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9732 D Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 9733 A Anlage 2 Amtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9733 D Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 101. Sitzung. Berlin, Freitag, den 24. April 2015 9653 (A) (C) (D)(B) 101. Sitzung Berlin, Freitag, den 24. April 2015 Beginn: 9.00 Uhr
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    Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 101. Sitzung. Berlin, Freitag, den 24. April 2015 9733 (A) (C) (B) Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten (D) Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Albsteiger, Katrin CDU/CSU 24.4.2015 Beck (Bremen), Marieluise BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24.4.2015 Dağdelen, Sevim DIE LINKE 24.4.2015 Dobrindt, Alexander CDU/CSU 24.4.2015 Dr. Fuchs, Michael CDU/CSU 24.4.2015 Gröhe, Hermann CDU/CSU 24.4.2015 Groth, Annette DIE LINKE 24.4.2015 Grund, Manfred CDU/CSU 24.4.2015 Hartmann (Wackernheim), Michael SPD 24.4.2015 Hochbaum, Robert CDU/CSU 24.4.2015 Dr. Högl, Eva SPD 24.4.2015 Hunko, Andrej DIE LINKE 24.4.2015 Irlstorfer, Erich CDU/CSU 24.4.2015 Kassner, Kerstin DIE LINKE 24.4.2015 Keul, Katja BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24.4.2015 Koschyk, Hartmut CDU/CSU 24.4.2015 Dr. Krings, Günter CDU/CSU 24.4.2015 Kühn (Tübingen), Christian BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24.4.2015 Dr. Lauterbach, Karl SPD 24.4.2015 Dr. von der Leyen, Ursula CDU/CSU 24.4.2015 Meiwald, Peter BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24.4.2015 Dr. Müller, Gerd CDU/CSU 24.4.2015 Rebmann, Stefan SPD 24.4.2015 Dr. Rosemann, Martin SPD 24.4.2015 Sarrazin, Manuel BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24.4.2015 Dr. Schäuble, Wolfgang CDU/CSU 24.4.2015 Schimke, Jana CDU/CSU 24.4.2015 Schlecht, Michael DIE LINKE 24.4.2015 Trittin, Jürgen BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 24.4.2015 Vogel (Kleinsaara), Volkmar CDU/CSU 24.4.2015 Werner, Katrin DIE LINKE 24.4.2015 Zertik, Heinrich CDU/CSU 24.4.2015 Anlage 2 Amtliche Mitteilungen Der Bundesrat hat in seiner 932. Sitzung am 27. März 2015 beschlossen, den nachstehenden Gesetzen zuzu- stimmen bzw. einen Antrag gemäß Artikel 77 Absatz 2 des Grundgesetzes nicht zu stellen: – Fünftes Gesetz zur Änderung des Vierten Buches Sozialgesetzgebung und anderer Gesetze (5. SGB IV- ÄndG) Der Bundesrat hat ferner nachstehende Entschließung gefasst: 1. Der Bundesrat begrüßt, dass im Rahmen der Assis- tierten Ausbildung mit dem vorliegenden Gesetz ein wichtiger Schritt hin zu einer besseren Unterstützung förderungsbedürftiger junger Menschen und deren Ausbildungsbetriebe erfolgt. Dadurch könnten mehr erfolgreiche Abschlüsse der Berufsausbildung er- reicht werde. 2. Die Kammern unterhalten, wie auch gesetzlich fest- gelegt, sogenannte Ausbildungsberater. Der Bundes- rat bittet die Bundesregierung, bei der Umsetzung des Gesetzes dafür Sorge zu tragen, dass die Betreuer der Assistierten Ausbildung während der Berufsaus- bildung mit diesen Ausbildungsberatern verstärkt zu- sammenarbeiten. Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Anlagen 9734 Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 101. Sitzung. Berlin, Freitag, den 24. April 2015 (A) (C) (D)(B) – Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst – Gesetz zur Steigerung der Attraktivität des Diens- tes in der Bundeswehr (Bundeswehr-Attraktivi- tätssteigerungsgesetz – BWAttrakt StG) – Gesetz zur Dämpfung des Mietanstiegs auf ange- spannten Wohnungsmärkten und zur Stärkung des Bestellerprinzips bei der Wohnungsvermitt- lung (Mietrechtsnovellierungsgesetz – MietNovG) Der Bundesrat hat ferner folgende Entschließung ge- fasst: Der Bundesrat fordert die Bundesregierung auf, für eine praxistaugliche Ausgestaltung der im Wirt- schaftsgesetz 1954 (WiStrG 1954) enthaltenen Rege- lungen zur unangemessenen Mietpreisüberhöhung Sorge zu tragen, da es sich hierbei nach wie vor um ein notwendiges Instrument zum Schutz der Mieter vor überhöhten Mieten handelt. Bei der erforderli- chen Überarbeitung bietet sich der Rückgriff auf Zif- fer 8 des Beschlusses des Bundesrates vom 7. November 2014, BR-Drucksache 447/14 (Be- schluss), an. Begründung: Nach § 5 Absatz 1 WiStrG 1954 handelt ordnungs- widrig, wer vorsätzlich oder leichtfertig für die Ver- mietung von Räumen zum Wohnen oder damit ver- bundene Nebenleistungen unangemessen hohe Entgelte fordert, sich versprechen lässt oder an- nimmt. Es handelt sich um ein sogenanntes Verbots- gesetz gemäß § 134 BGB, sodass die Erfüllung des Ordnungswidrigkeitstatbestandes durch den Vermie- ter im Sinne eines umfassenden Mieterschutzes zu- gleich zivilrechtliche Rückzahlungsansprüche des Mieters begründen kann. Die von der höchstrichterli- chen Rechtsprechung für die Bestimmung eines „un- angemessenen Entgelts“ an die Tatbestandsmerkmale „Ausnutzung eines geringen Angebots an vergleich- baren Räumen“ geknüpften Voraussetzungen haben jedoch dazu geführt, dass nach einhelliger Meinung die Norm in der heutigen Fassung für die Praxis un- tauglich ist. Die Überarbeitung der oben genannten Norm ist auch nicht durch die im Mietrechtsnovellierungsge- setz vorgesehenen Neuregelungen im BGB zur Be- grenzung der Wiedervermietungsmiete entbehrlich geworden. Da hiernach selbst der vorsätzlich han- delnde Vermieter eine gesetzeswidrig überhöhte Miete nur zurückzahlen muss, wenn der Mieter einen Verstoß gegen die Regelungen der §§ 556d ff. BGB gerügt hat und die zurückverlangte Miete nach Zu- gang der Rüge fällig geworden ist (§ 556g Absatz 2 Satz 1 BGB), sind zum Schutz der Mieter weitere Regelungen im Wirtschaftsgesetz 1954 geboten. – Gesetz zur Bevorrechtigung der Verwendung elektrisch betriebener Fahrzeuge (Elektromobili- tätsgesetz – EmoG) – Gesetz zu dem Abkommen vom 19. September 2014 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik der Philippinen über Soziale Sicherheit – Gesetz zu dem Übereinkommen vom 11. April 2014 über die Beteiligung der Republik Kroatien am Europäischen Wirtschaftsraum Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat mit- geteilt, dass sie den Antrag Internationale Förderung von Kohlekraftwerken beenden auf Drucksache 18/2623 zu- rückzieht. Die folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass sie gemäß § 80 Absatz 3 Satz 2 der Geschäftsordnung von einer Berichterstattung zu den nachstehenden Vorlagen absehen: Ausschuss für Wirtschaft und Energie – Unterrichtung durch die Bundesregierung Zwölfter Bericht der Bundesregierung über die Aktivi- täten des Gemeinsamen Fonds für Rohstoffe und der einzelnen Rohstoffabkommen Drucksachen 18/3725, 18/3890 Nr. 2 Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – Unterrichtung durch die Bundesregierung Eine Agenda für den Wandel zu nachhaltiger Entwick- lung weltweit – Die deutsche Position für die Verhand- lungen über die Post 2015-Agenda für nachhaltige Ent- wicklung Drucksachen 18/3604 Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden Unionsdokumente zur Kenntnis genommen oder von ei- ner Beratung abgesehen hat. Auswärtiger Ausschuss Drucksache 18/4152 Nr. A.2 Ratsdokument 5096/15 Drucksache 18/4375 Nr. A.1 Ratsdokument 6031/15 Innenausschuss Drucksache 18/3362 Nr. A.3 Ratsdokument 14911/14 Drucksache 18/3362 Nr. A.4 Ratsdokument 14915/14 Drucksache 18/3765 Nr. A.3 Ratsdokument 15783/14 Haushaltsausschuss Drucksache 18/3898 Nr. A.13 Ratsdokument 14886/14 Drucksache 18/4152 Nr. A.4 Ratsdokument 5317/15 Drucksache 18/4152 Nr. A.5 Ratsdokument 5375/15 Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 101. Sitzung. Berlin, Freitag, den 24. April 2015 9735 (A) (C) (B) Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft Drucksache 18/4375 Nr. A.5 EP P8_TA-PROV(2015)0034 Verteidigungsausschuss Drucksache 18/4152 Nr. A.8 Ratsdokument 17036/1/14 REV 1 Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Drucksache 18/1048 Nr. A.15 Ratsdokument 7220/14 Drucksache 18/2533 Nr. A.55 Ratsdokument 11592/14 Drucksache 18/2533 Nr. A.56 Ratsdokument 11598/14 Drucksache 18/2845 Nr. A.11 Ratsdokument 12867/14 Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe Drucksache 18/3765 Nr. A.14 EP P8_TA-PROV(2014)0066 Drucksache 18/4375 Nr. A.8 EP P8_TA-PROV(2015)0040 (D) Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 101. Sitzung Inhaltsverzeichnis TOP 25, ZP 5 Vertreibung und Massaker an Armeniern 1915/16 TOP 24 Öffentlich geförderte Beschäftigung TOP 23, ZP 6 Zusammenarbeit im Bereich des Verfassungsschutzes TOP 26, ZP 7 NVV-Überprüfungskonferenz (Atomwaffensperrvertrag) TOP 27 Palliativ- und Hospizversorgung TOP 28 Recht des Energieleitungsbaus TOP 29 Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes Anlagen
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Uli Grötsch


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    In diesen Tagen gedenken wir alle der unzähligen Men-
    schen, die den Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg
    zum Opfer gefallen sind. In vielen Orten in Deutschland
    finden auch an diesem Wochenende Gedenkveranstal-
    tungen anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung der
    Konzentrationslager statt, so auch bei mir zu Hause in
    der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Es ist mir wichtig,
    dies auch in dieser Debatte einleitend zu sagen: Wir alle
    haben die große Verantwortung und auch die Verpflich-
    tung gegenüber den Opfern des Holocaust, dass sich so
    etwas niemals wiederholt.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Um es mit den Worten von Max Mannheimer, einem
    Überlebenden des Holocaust und einem wichtigen Zeit-
    zeugen, zu sagen:

    Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah.
    Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.

    Im Jahr 2011 mussten wir mit unsagbarer Fassungslo-
    sigkeit feststellen, dass die Neonazi-Szene in Deutsch-
    land größer, besser vernetzt und viel brutaler ist, als wir





    Uli Grötsch


    (A) (C)



    (D)(B)

    alle es uns jemals hätten vorstellen können. Was aber
    mindestens genauso schlimm ist, ist die Tatsache, dass
    der Nationalsozialistische Untergrund erst so spät aufge-
    deckt wurde. Ich denke, alle Bürgerinnen und Bürger in
    diesem Land, jeder hier in diesem Haus und im Beson-
    deren die Mitglieder der Parlamentarischen Untersu-
    chungsausschüsse haben sich gefragt, wie das eigentlich
    passieren konnte. Schließlich haben wir gleich mehrere
    Behörden, die eben genau solche schrecklichen Gewalt-
    taten wie die des NSU verhindern sollen. Gerade der
    Verfassungsschutz hat im Bund und in den Ländern an
    vielen Stellen ganz klar und auch unbestritten versagt.
    Und ja, liebe Kolleginnen und Kollegen von der Linken,
    da kann man sich schon fragen, ob der nachrichten-
    dienstlich arbeitende Verfassungsschutzverbund aufge-
    löst werden sollte, so wie Sie es in Ihrem Antrag fordern.


    (Irene Mihalic [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das muss man sich fragen!)


    Ich sage aber: Wir brauchen das Bundesamt für Ver-
    fassungsschutz, gerade weil wir es in Deutschland mit
    immer mehr im Untergrund agierenden Organisationen
    der verschiedensten Strömungen und Ausprägungen zu
    tun haben, die wir in den Griff bekommen müssen. Eine
    Koordinierungsstelle, die lediglich die Aufgabe hat, Un-
    terlagen zu sammeln, ohne handlungsfähig zu sein,
    reicht da nicht aus. Transparente Beratung allein wird
    nicht genügen.


    (Beifall des Abg. Burkhard Lischka [SPD])


    Nein, die Lösungen, die Sie hier vorschlagen, führen
    nach unserer Überzeugung nicht zu einem effektiveren
    Verfassungsschutz. Das BfV hat sehr wohl seine Da-
    seinsberechtigung. Ja, ich halte es in Deutschland für un-
    verzichtbar, und ich halte es im Grunde für eine Behörde
    mit höchster Intelligenz. Schwarz-Weiß-Denken hilft
    uns auch in diesem Bereich nicht weiter.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Aber – das sage ich auch ganz deutlich – das BfV muss
    aus seinen Fehlern lernen und daraus Lehren ziehen.


    (Hans-Christian Ströbele [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ja!)


    Im Koalitionsvertrag haben wir vereinbart, die 47 Emp-
    fehlungen des NSU-Untersuchungsausschusses noch in
    dieser Legislaturperiode umzusetzen. Ich bin der festen
    Überzeugung, dass wir uns dahin gehend auf einem sehr
    guten Weg befinden.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Die bereits umgesetzten Handlungsempfehlungen zei-
    gen, wie ernst die Große Koalition und wie ernst alle
    Abgeordneten, die sich ernsthaft und sachlich mit dieser
    Materie befassen, die Ergebnisse aus dem Abschlussbe-
    richt des NSU-Untersuchungsausschusses nehmen.

    Einer der wichtigsten Bausteine ist dabei meines Er-
    achtens die Reform des Bundesverfassungsschutzgeset-
    zes. Deshalb begrüße ich ganz ausdrücklich den Gesetz-
    entwurf der Bundesregierung zur Verbesserung der
    Zusammenarbeit im Bereich des Verfassungsschutzes,
    um den es hier heute geht. Im NSU-Untersuchungsaus-
    schuss hat sich gezeigt, dass die einzelnen Behörden un-
    genügend oder schlichtweg gar nicht zusammengearbei-
    tet haben. Fast täglich hören wir inzwischen aus den
    NSU-Untersuchungsausschüssen der Länder oder aus
    dem Gerichtsverfahren in München, wie schlecht der
    Austausch von Informationen tatsächlich abgelaufen ist
    und wie Berichtspflichten regelrecht ignoriert wurden.
    Erst vorgestern hat sich in München bei der Aussage des
    sächsischen Verfassungsschutzpräsidenten wieder ein-
    mal gezeigt, wie unzureichend der Informationsfluss
    zwischen den einzelnen Behörden war. Es ist also not-
    wendig – und ich finde es auch richtig –, dass im Zuge
    der Reform die Zentralstellenfunktion des BfV gestärkt
    wird und ein effektiver Informationsaustausch unum-
    gänglich wird.


    (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)


    Konkurrenzdenken und Eitelkeiten, wie sie der Untersu-
    chungsausschuss zum Teil festgestellt hat, müssen end-
    lich passé sein und dürften damit auch passé sein.

    Eine zweite zentrale Änderung wird beim Einsatz der
    V-Leute vorgenommen, oder, besser gesagt, der Einsatz
    wird überhaupt erst geregelt; meine Vorredner haben
    schon darauf hingewiesen. Im Gegensatz zu meinen
    Kolleginnen und Kollegen von den Grünen bin ich für
    den Einsatz von V-Leuten. Viele Informationen aus der
    Szene sind nur durch geheime Quellen, durch Insider
    also, zu erlangen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie wir
    ohne die V-Leute so direkte Einblicke in die Szene be-
    kommen sollen.


    (Hans-Christian Ströbele [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Gehen Sie mal ins Antifa-Museum! – Gegenruf des Abg. Michael GrosseBrömer [CDU/CSU]: Lieber nicht!)


    Aber wie schon erwähnt, der Einsatz muss auf einer
    Rechtsgrundlage beruhen, und das wird zukünftig auch
    so sein. Es muss unmissverständlich klar sein, dass die
    angeworbenen Personen dem Staat dienen und sich dem-
    entsprechend verhalten müssen. Auch wenn es sich im
    ersten Moment vielleicht eigenartig anhören mag, sage
    ich: V-Personen müssen unter dem Strich innere Sicher-
    heit produzieren, liebe Kolleginnen und Kollegen.


    (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)


    Ob und inwieweit die Regelungen zum Einsatz von
    V-Leuten im Gesetzentwurf ausreichen, das müssen wir
    jetzt im weiteren parlamentarischen Verfahren sehr ge-
    nau prüfen. Ich danke Ihnen, Herr Bundesinnenminister
    de Maizière, dass Sie bereits heute weitere Gesprächsbe-
    reitschaft angekündigt haben. Ich persönlich hätte mir
    noch strengere Regelungen zur Einsatzbefugnis von
    V-Leuten gewünscht. Die Einbindung der G 10-Kom-
    mission halte ich hier nach wie vor für sinnvoll.

    Ich wünsche mir mehr Transparenz und einen echten
    Mentalitätswechsel. Der Schlapphut, liebe Kolleginnen
    und Kollegen, muss endlich im Kleiderschrank verstaut
    werden.





    Uli Grötsch


    (A) (C)



    (D)(B)


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Dazu gehört – auch wenn sich das bei einem Geheim-
    dienst vielleicht etwas eigenartig anhören mag – eine
    verbesserte Öffentlichkeitsarbeit. Noch wichtiger ist, in-
    nerhalb des BfV für mehr Sensibilität und Kommunika-
    tion zu sorgen; denn bei den Fehlern rund um den NSU
    handelt es sich ja nicht nur um mangelnden Informa-
    tionsfluss zwischen den Behörden. Auch innerhalb der
    Behörden gab es – man muss es so offen sagen – ein ech-
    tes Problem der Wahrnehmung von gefährlichen Tätern.
    Um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den
    Verfassungsschutz wiederherzustellen, ist die geplante
    Reform natürlich nicht alles. Aber sie ist ein erster wich-
    tiger Schritt. Ich möchte sagen: Das ist auf diesem Weg
    ein wahrer Meilenstein, liebe Kolleginnen und Kollegen.


    (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)


    Zum Ende meiner Rede möchte ich sagen, dass wir
    die Reformprozesse, die im Bundesamt für Verfassungs-
    schutz in den letzten Jahren in Gang gesetzt wurden,
    durchaus zur Kenntnis nehmen; auch das darf hier ein-
    mal gesagt werden. Aber sie dürfen nicht ins Stocken ge-
    raten. Das muss ein kontinuierlicher Prozess sein, bei
    dem der Deutsche Bundestag das Bundesamt für Verfas-
    sungsschutz im Rahmen der parlamentarischen Kon-
    trolle und der Gesetzgebung begleiten muss und auch
    begleiten wird. Wir Parlamentarier können nur einen ge-
    setzlichen Rahmen schaffen, in dem sich das Bundesamt
    für Verfassungsschutz dann bewegen muss. Für ein ech-
    tes Umdenken, für einen Mentalitätswechsel im Denken
    und Tun ist das BfV selbst zuständig. Um am Ende
    nochmals auf das eingangs erwähnte Zitat von Max
    Mannheimer zurückzukommen: Auch das BfV ist vor al-
    lem selbst dafür verantwortlich, dass Derartiges wie in
    der Vergangenheit in Zukunft nie wieder passiert.

    Vielen Dank.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)




Rede von Dr. h.c. Edelgard Bulmahn
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

Vielen Dank. – Als nächste Rednerin hat Irene

Mihalic von Bündnis 90/Die Grünen das Wort.


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Irene Mihalic


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und

    Kollegen! Vor drei Jahren hat die Bundeskanzlerin den
    Familien der NSU-Opfer versprochen, alle zuständigen
    Behörden in Bund und Ländern würden mit Hochdruck
    an der Aufklärung arbeiten. Heute wissen wir, wie dieser
    Hochdruck aussieht. Fast jeden Tag tauchen neue Fragen
    und Widersprüche auf, aber nicht etwa weil sie von den
    Sicherheitsbehörden aufgedeckt wurden, sondern weil
    sie durch Untersuchungsausschüsse und den unabläs-
    sigen Einsatz von zivilgesellschaftlichen Initiativen,
    Journalisten, Wissenschaftlern und Vertretern der Ne-
    benklage im Münchener NSU-Prozess aufgedeckt wer-
    den. Ihnen allen kann man gar nicht genug danken.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

    Aber nicht nur bei der Aufklärung tritt die Bundesregie-
    rung auf der Stelle. Auch bei den Konsequenzen aus
    dem NSU-Skandal geht es einfach nicht voran. Deshalb
    waren wir alle sehr gespannt auf diese große Verfas-
    sungsschutzreform, die uns angekündigt wurde. Wir ha-
    ben ja eigentlich nicht zu hoffen gewagt, dass Sie tat-
    sächlich eine grundsätzliche Zäsur und einen Neustart
    wagen, so wie wir Grüne uns das eigentlich immer vor-
    gestellt haben. Aber ein paar echte Reformanstöße hätte
    ich nach all den Erkenntnissen doch schon erwartet.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Tankred Schipanski [CDU/CSU]: Das steht aber nicht in Ihrem Antrag!)


    Einer Ihrer wichtigsten Punkte ist die Stärkung der
    Zentralstellenfunktion des Bundesamtes für Verfas-
    sungsschutz. Was Sie dabei von den Reformen in den
    Ländern halten, haben Sie schon deutlich gemacht – das
    machen Sie auch mit dem Gesetzentwurf allzu deut-
    lich –, nämlich gar nichts. Jedenfalls erschließt sich mir
    nicht, wie Sie die Länder für Ihren Ansatz gewinnen
    wollen. Inhaltlich finde ich es grundsätzlich richtig, dass
    der Bund versucht, das Handeln aller Verfassungsschutz-
    ämter, so gut es geht, zu koordinieren;


    (Tankred Schipanski [CDU/CSU]: Sehr richtig! Sehr richtig! Gut erkannt!)


    denn der mangelnde Informationsaustausch war ja eines
    der zentralen Probleme beim NSU. Aber wenn ich nun
    in Gesprächen mit dem Bundesamt für Verfassungs-
    schutz höre, dass zum Beispiel in Sachen V-Leute-Re-
    gister – auch einer der Reformschritte – nicht vorgese-
    hen ist, die Klarnamen der V-Leute zentral zu erfassen,
    um auszuschließen, dass diese in den Ländern oder beim
    Bund doppelt abkassieren, und dass es bei diesem Regis-
    ter eigentlich nur darum geht, Quellenlücken zu schlie-
    ßen, dann muss ich ganz klar feststellen: Ihnen fehlt da-
    bei jegliches Problembewusstsein.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN – Tankred Schipanski [CDU/CSU]: Da müssen Sie genauer zuhören!)


    Denn das Problem des V-Leute-Einsatzes rund um den
    NSU war ja nicht etwa die mangelnde Quellendichte
    – V-Leute gab es ja reichlich –, sondern, dass dieser völ-
    lig aus dem Ruder gelaufen ist. Nur, daraus ziehen Sie
    keinerlei Konsequenzen.


    (Beifall der Abg. Kordula Schulz-Asche [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    Herr Lischka, als Sie sich mit Frau Högl im Januar für
    eine echte Reform des Verfassungsschutzes ausgespro-
    chen haben, hatte man noch etwas Anlass zur Hoffnung.
    Sie haben damals in Ihrem Papier immerhin ein paar
    ganz klare Kriterien für den V-Leute-Einsatz formuliert.
    Da Sie diese Regierung mittragen, habe ich gehofft, dass
    Sie die Erarbeitung dieses Gesetzentwurfs entsprechend
    beeinflussen werden. Doch offensichtlich hat sich der
    Bundesinnenminister für Ihr Papier überhaupt nicht in-
    teressiert; denn Regelungen für die Einsatzdauer von
    V-Leuten findet man im Gesetzentwurf zum Beispiel





    Irene Mihalic


    (A) (C)



    (D)(B)

    nicht. Kriterien zur Führung von V-Leuten? – Fehlan-
    zeige! Regeln, die wirksam verhindern, dass schwere
    Straftäter eingesetzt werden? – Fehlanzeige! Denn im
    Zweifelsfall entscheidet eben der Behördenleiter, und es
    gilt auch nur grundsätzlich. Herr Mayer, auch wenn Sie
    hier gebetsmühlenartig wiederholen, wie „grundsätz-
    lich“ zu verstehen ist: Es steht so nicht im Gesetz, und
    das ist der Fehler.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


    Da muss ich einfach feststellen: Die Bundesregierung
    hat offensichtlich gar nichts aus den Fehlern gelernt, die
    bei den „Piattos“ und Tino Brandts dieser Welt sowie bei
    anderen V-Leuten gemacht wurden, und nicht verstan-
    den, dass der Staat dadurch rechtsextreme Strukturen
    mindestens mitfinanziert und somit aufgebaut hat. Allen
    Kolleginnen und Kollegen hier im Haus, die intensiv an
    der NSU-Aufklärung mitgearbeitet haben und das noch
    heute tun, muss es doch in der Seele wehtun, dass die
    Bundesregierung an diesem Problem so völlig vorbei-
    läuft.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Tankred Schipanski [CDU/CSU]: Ihr Antrag!)


    Deshalb bitte ich Sie dringend, jetzt im Gesetzgebungs-
    verfahren nicht lockerzulassen. Lassen Sie sich mit die-
    sem Gesetzentwurf nicht abspeisen! Sorgen Sie mit uns
    gemeinsam dafür, dass eine echte Reform des Verfas-
    sungsschutzes auf den Weg gebracht wird.

    Vielen Dank.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)