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ID1804905300

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 18/49 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 49. Sitzung Berlin, Dienstag, den 9. September 2014 I n h a l t : Tagesordnungspunkt 1: a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2015 (Haushaltsgesetz 2015) Drucksache 18/2000 . . . . . . . . . . . . . . . . . 4459 A b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2014 bis 2018 Drucksache 18/2001 . . . . . . . . . . . . . . . . . 4459 B Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4459 B Allgemeine Finanzdebatte (einschließ- lich Einzelpläne 08, 20, 32 und 60) Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE) . . . . . . . . 4466 A Carsten Schneider (Erfurt) (SPD) . . . . . . . . . . 4468 B Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4470 A Ralph Brinkhaus (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 4471 D Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4474 B Susanna Karawanskij (DIE LINKE) . . . . . . . 4476 C Norbert Barthle (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 4477 B Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4479 B Lothar Binding (Heidelberg) (SPD) . . . . . . . . 4480 B Norbert Brackmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 4481 D Bartholomäus Kalb (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 4483 A Antje Tillmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 4484 B Einzelplan 06 Bundesministerium des Innern Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4486 A Jan Korte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . 4488 C Martin Gerster (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4490 C Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4491 D Stephan Mayer (Altötting) (CDU/CSU) . . . . 4493 D Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4494 B Ulla Jelpke (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . 4496 D Dr. Eva Högl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4497 C Monika Lazar (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4499 D Dr. André Berghegger (CDU/CSU) . . . . . . . . 4500 C Gabriele Fograscher (SPD) . . . . . . . . . . . . . . 4502 A Eberhard Gienger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 4503 A Matthias Schmidt (Berlin) (SPD) . . . . . . . . . . 4504 C Dr. Reinhard Brandl (CDU/CSU) . . . . . . . . . 4505 C Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4505 D Einzelplan 07 Bundesministerium der Justiz und für Ver- braucherschutz Heiko Maas, Bundesminister BMJV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4507 C Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 4509 B Inhaltsverzeichnis II Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 49. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 9. September 2014 Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU/CSU) . 4510 B Dr. Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4512 C Dennis Rohde (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4513 D Harald Petzold (Havelland) (DIE LINKE) . . . 4514 D Dr. Patrick Sensburg (CDU/CSU) . . . . . . . . . 4516 B Katja Keul (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4518 B Elvira Drobinski-Weiß (SPD) . . . . . . . . . . . . . 4519 D Dr. Volker Ullrich (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 4520 D Metin Hakverdi (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4521 D Mechthild Heil (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 4522 D Klaus-Dieter Gröhler (CDU/CSU) . . . . . . . . . 4524 B Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 4525 D Einzelplan 15 Bundesministerium für Gesundheit Hermann Gröhe, Bundesminister BMG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4526 B Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . 4528 D Dr. Karl Lauterbach (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 4530 A Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4531 C Rudolf Henke (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 4533 A Pia Zimmermann (DIE LINKE) . . . . . . . . . . 4534 C Petra Hinz (Essen) (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 4535 D Dr. Harald Terpe (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4537 C Erich Irlstorfer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 4538 D Burkhard Blienert (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 4540 B Dietrich Monstadt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 4541 D Helmut Heiderich (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 4543 B Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4544 D Berichtigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4544 D Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 4545 A Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 49. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 9. September 2014 4459 (A) (C) (D)(B) 49. Sitzung Berlin, Dienstag, den 9. September 2014 Beginn: 10.00 Uhr
  • folderAnlagen
    Berichtigung 48. Sitzung, Seite 4447 B, Anlage 1: Der Name „Flosbach, Klaus-Peter CDU/CSU“ ist aus der Liste der entschuldigten Abgeordneten für den 01.09.2014 zu strei- chen. Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 49. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 9. September 2014 4545 (A) (C) (B) Anlage zum Stenografischen Bericht Liste der entschuldigten Abgeordneten (D) Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Alpers, Agnes DIE LINKE 09.09.2014 Dr. Barley, Katarina SPD 09.09.2014 Bartol, Sören SPD 09.09.2014 Beckmeyer, Uwe SPD 09.09.2014 Bleser, Peter CDU/CSU 09.09.2014 Buchholz, Christine DIE LINKE 09.09.2014 Connemann, Gitta CDU/CSU 09.09.2014 Dağdelen, Sevim DIE LINKE 09.09.2014 Dinges-Dierig, Alexandra CDU/CSU 09.09.2014 Ehrmann, Siegmund SPD 09.09.2014 Färber, Hermann CDU/CSU 09.09.2014 Gerdes, Michael SPD 09.09.2014 Gleicke, Iris SPD 09.09.2014 Göring-Eckardt, Katrin BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 09.09.2014 Heil (Peine), Hubertus SPD 09.09.2014 Kipping, Katja DIE LINKE 09.09.2014 Krüger, Dr. Hans-Ulrich SPD 09.09.2014 Dr. Lamers, Karl A. CDU/CSU 09.09.2014 Ostendorff, Friedrich BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 09.09.2014 Dr. Reimann, Carola SPD 09.09.2014 Schlecht, Michael DIE LINKE 09.09.2014 Vogel (Kleinsaara), Volkmar CDU/CSU 09.09.2014 Weinberg, Harald DIE LINKE 09.09.2014 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Anlagen Offsetdruc sellschaft mbH, Postfach 10 05 34, 50445 K kerei, Bessemerstraße 83–91, 1 öln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 22 49. Sitzung Inhaltsverzeichnis TOP 1 Einbringung Haushaltsgesetz 2015 – Finanzplan des Bundes 2014 bis 2018 Epl 08, Epl 20, Epl 32, Epl 60 Allgemeine Finanzdebatte Epl 06 Innen Epl 07 Justiz und Verbraucherschutz Epl 15 Gesundheit Anlagen
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Gabriele Fograscher


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kolle-

    gen! Die krisenhaften Entwicklungen in der Welt haben
    ganz konkrete und spürbare Auswirkungen auch auf
    Deutschland. Deutlich wird das an den steigenden Zah-
    len von Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Terror
    und Vertreibung sind und bei uns Zuflucht suchen. Die
    Zahl der Asylanträge steigt, ebenso die Zahl der Bewilli-
    gungen. Deshalb ist es gut und richtig, dass wir Vorsorge
    getroffen haben und bereits im Haushalt 2014 für das
    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 300 zusätzli-
    che Stellen geschaffen haben und dass jetzt im Haus-
    haltsjahr 2015 weitere 50 Stellen vorgesehen sind. Da-
    rüber, ob die im Haushalt vorgesehenen und im
    Vergleich zu 2014 konstanten Mittel für die Integrations-
    kurse angesichts der rasch steigenden Zahlen anerkann-
    ter Asylbewerber ausreichen, müssen wir in den anste-
    henden Haushaltsberatungen ergebnisoffen diskutieren.

    Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt,
    wie Sie, Herr Bundesinnenminister, auch heute wieder
    gesagt haben. Doch die internationalen Krisen sind eine
    Herausforderung für die innere Sicherheit: die Radikali-
    sierung junger muslimischer Männer, die Rückkehr von
    Extremisten aus Syrien und dem Irak, die meist deutsche
    Staatsangehörige sind, und die etwa 6 000 Salafisten, die
    in Deutschland die Scharia als islamisches Recht durch-
    setzen wollen. Wir sind hier doppelt gefordert: Auf der
    einen Seite müssen wir die Dschihadisten stärker über-
    wachen, Aus- und Einreise mehr kontrollieren, Pässe
    einziehen, alle bestehenden Möglichkeiten der deut-
    schen Gesetze nutzen. Auf der anderen Seite dürfen wir
    aber keinen Generalverdacht gegen die große Mehrheit
    der Muslime, die friedlich in unserem Land lebt, schü-
    ren. Wir brauchen einen Spagat zwischen Härte gegen-
    über den Feinden von Demokratie, Freiheit und Vielfalt
    sowie Solidarität mit unseren Mitbürgerinnen und Mit-
    bürgern.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, wir sind dankbar
    für das vielfältige ehrenamtliche Engagement von Bür-
    gerinnen und Bürgern, zum Beispiel beim THW, bei den
    Feuerwehren, bei Projekten gegen Rassismus und Frem-
    denfeindlichkeit, bei Initiativen für Toleranz und Inte-
    gration. Dieses Engagement kann sich nur entfalten,
    wenn auch der Bund und vor allem das BMI weiterhin
    finanzielle Unterstützung leisten. Wir müssen Lösungen
    finden, damit sich der Bund weiterhin aktiv am Zivil-
    schutz beteiligt und der Zivilschutz mit dem Bevölke-
    rungs- und Katastrophenschutz besser vernetzt wird.
    Eine rechtskonforme Lösung für die Ausstattung der
    Feuerwehren zu finden, wäre besser für die Motivation
    von Ehrenamtlichen als Kürzungen oder gar ein kom-
    pletter Ausstieg des Bundes.


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD)


    Auch zivilgesellschaftliche Projekte im Bereich der
    Demokratieförderung, Toleranz und Gewaltprävention
    müssen besser ausgestattet werden; denn aktuelle Ereig-
    nisse zeigen, dass im Bereich der Demokratieförderung
    und Toleranz gegenüber Andersdenken in Deutschland
    nicht alles zum Besten bestellt ist. Ich erinnere an die
    Demonstrationen in Berlin. Wütende Menschen arabi-
    scher Herkunft haben wegen des Gazakonflikts anti-
    semitische Parolen bei Demonstrationen in Deutschland
    gebrüllt. Das ist beschämend. Leider – auch das ist be-
    schämend – griff die Polizei nicht ein. Seit Jahren zeigen
    mehrere Studien konstant, dass circa 20 Prozent aller
    Deutschen – diese hohe Zahl ist besorgniserregend – an-
    tisemitische Einstellungen haben.

    Ein weiteres Beispiel: Eine Studie der Antidiskrimi-
    nierungsstelle des Bundes hat festgestellt, dass ein Groß-
    teil der Deutschen Sinti und Roma nicht als gleichbe-
    rechtigte Bürgerinnen und Bürger wahrnimmt. Die
    Vorurteile gegen diese Bevölkerungsgruppe sitzen tief.

    Auch die sinkende Wahlbeteiligung, die ihren trauri-
    gen Tiefpunkt bei der vergangenen Landtagswahl in
    Sachsen hatte, zwingt uns zum Handeln. Die Wahlbetei-
    ligung betrug nur 49,2 Prozent. Nicht einmal die Hälfte
    der Wahlberechtigten hat also den Weg zur Urne gefun-
    den oder ihre Stimme per Briefwahl abgegeben. Welche
    Legitimation hat ein Parlament, wenn nur wenige zur
    Wahl gehen? Welche Legitimation haben Entscheidun-
    gen und Gesetze, wenn sie von Parlamenten beschlossen
    werden, die von weniger als der Hälfte der Wahlberech-
    tigten gewählt sind?

    Ich begrüße daher die Initiative von Sigmar Gabriel,
    ein Bündnis aller demokratischen Parteien ins Leben zu
    rufen, um die Wahlbeteiligung zu steigern. Die SPD hat
    bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die entspre-
    chende Vorschläge erarbeiten und diese dann mit allen
    anderen interessierten Parteien diskutieren soll.

    Wir müssen weiter für unsere Demokratie werben.
    Wir müssen die wichtige Arbeit der Bundeszentrale für
    politische Bildung stärken, in den Kitas und Schulen al-
    tersgerecht über Demokratie aufklären, zum Mitmachen
    einladen, Vorurteile abbauen, Wissen über andere Reli-
    gionen und Kulturen vermitteln.

    Verehrte Kolleginnen und Kollegen, der Haushalt
    2015 wird der erste Haushalt seit 46 Jahren sein, bei dem
    keine neuen Schulden aufgenommen werden.


    (Monika Lazar [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Da ist der Satz ja wieder!)






    Gabriele Fograscher


    (A) (C)



    (D)(B)

    Der Haushalt des BMI trägt seit Jahren zur Konsolidie-
    rung bei. Wenn sich durch den künftigen Schuldenabbau
    neue Handlungsspielräume ergeben, dann muss davon
    auch das BMI mit seinen zahlreichen Aufgaben wie der
    inneren Sicherheit, der Prävention, der Integration, der
    Förderung des Ehrenamtes und der politischen Bildung
    profitieren.

    Ich danke für die Aufmerksamkeit.


    (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)




Rede von Claudia Roth
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Vielen Dank, Frau Kollegin. – Einen schönen Nach-

mittag von mir Ihnen allen!


(Beifall des Abg. Harald Petzold [Havelland] [DIE LINKE] – Volker Beck [Köln] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das klang so, als ob wir jetzt gehen können!)


– Nein. Ich sagte nur: Guten Tag bzw. einen schönen
Nachmittag von mir! Nein, Herr Beck, Sie können jetzt
nicht gehen. Sie lauschen jetzt Herrn Gienger.


(Volker Beck [Köln] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Gibt es denn auch Kuchen heute Nachmittag?)


Eberhard Gienger hat das Wort.


(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Eberhard Gienger


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    Natürlich auch einen schönen Nachmittag von mir! Ich
    freue mich, dass auch der Sport hier zur Sprache kommt.
    Schließlich ist der Sport ein zentraler Bestandteil des ge-
    sellschaftlichen Zusammenlebens. Das zeigt sich insbe-
    sondere an den 27 Millionen Mitgliedschaften im Deut-
    schen Olympischen Sportbund und nicht zuletzt auch an
    den über 90 000 Sportvereinen in Deutschland. Sport ist
    somit die größte Bürgerbewegung in unserem Land.

    Dass der Sport auch zu einem Imagegewinn bzw. zu
    einer Veränderung der Wahrnehmung auch im Ausland
    führen kann, hat zuletzt die Fußballweltmeisterschaft
    2006 unter Beweis gestellt. Dies ist auch der Grund,
    weshalb der Bund und hier das Bundesministerium des
    Innern den Sport fördern, und zwar in diesem Jahr mit
    139 Millionen Euro und im kommenden Jahr mit
    140 Millionen Euro.

    Angesichts der gewachsenen Konkurrenz bei Olym-
    pischen Spielen, Weltmeisterschaften und anderen inter-
    nationalen Wettbewerben wollen wir durch eine gezielte
    Sportförderung dazu beitragen, dass wir weiterhin zur
    Weltspitze gehören. Dies wollen wir durch verschiedene
    zentrale Maßnahmen erreichen. Dazu gehört die Grund-
    förderung der Bundessportfachverbände, unter anderem
    für Stützpunkttraining oder Lehrgänge. Dazu gehören
    aber auch Maßnahmen zur gezielten Olympiavorberei-
    tung im Rahmen der Top-Team-Förderung. Eine solide
    finanzielle Basis muss auch für das Leistungssportperso-
    nal bereitgestellt werden. Eine weitere tragende Säule
    des Spitzensports besteht schließlich aus den Olympia-
    stützpunkten und den Bundesleistungszentren. Der ge-
    samte Umfang der Fördermaßnahmen beläuft sich auf
    immerhin fast 85 Millionen Euro.

    Spätestens seit den Olympischen Spielen 2008 in Pe-
    king erfährt auch der Behindertensport in der internatio-
    nalen Aufmerksamkeit zunehmende Bedeutung. Dies
    begrüßen wir natürlich sehr. Wir unterstützen den Leis-
    tungssport von Menschen mit Behinderungen. Dies gilt
    sowohl für die Bundesstützpunkte im Behindertensport,
    die wir mit 3,5 Millionen Euro unterstützen, als auch für
    das notwendige Leistungssportpersonal, für das wir
    1,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Im Übrigen
    werden von der Bundesregierung schon seit langem die
    gleichen Förderkriterien zugrunde gelegt, und es wird in
    Relation zur Kaderstärke die anteilig gleiche Unterstüt-
    zung gewährt wie auch bei den nichtbehinderten Athle-
    tinnen und Athleten.


    (Beifall bei der CDU/CSU)


    Liebe Kolleginnen und Kollegen, ohne das Institut für
    Angewandte Trainingswissenschaft und das Institut für
    Forschung und Entwicklung von Sportgeräten wären wir
    im internationalen Wettbewerb kaum so erfolgreich und
    konkurrenzfähig. Die komplexe Trainings- und Wett-
    kampfforschung sowie die Technologieentwicklung tra-
    gen wesentlich zum Erfolg unserer Athletinnen und Ath-
    leten bei. Die Nachfrage bei den Instituten ist nach wie
    vor sehr hoch. Deswegen werden wir auch im kommen-
    den Jahr in diese Forschungseinrichtungen 13 Millionen
    Euro investieren. Dabei stehen die Kooperationen von
    IAT und FES mit zum Teil über 20 Spitzensportverbän-
    den weit oben; über 30 dieser speziellen Projekte sind
    enorm vielschichtig und anspruchsvoll.

    Auch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft nimmt
    – mit einer ganzheitlichen und problembezogenen Per-
    spektive – im wissenschaftlichen Verbundsystem eine
    zentrale Stellung ein. Auch hier wollen wir durch die
    verschiedenen Forschungsprojekte Unterstützung ein-
    bringen, deren Relevanz weit über den Spitzensport hi-
    nausgeht. Hier ist exemplarisch das Forschungsprojekt
    „Rückenschmerz“ zu nennen. Den Aufwuchs im Haus-
    halt des BMI für 2015 um 1 Million Euro für das Bun-
    desinstitut für Sportwissenschaft begrüßen wir daher
    sehr.

    Im Koalitionsvertrag haben wir vereinbart, dass wir
    die Sportförderung unter die Lupe nehmen wollen. Zu-
    sammen mit dem organisierten Sport wollen wir zu einer
    Optimierung und einer Effizienzsteigerung kommen.
    Deswegen werden wir unter anderem, Frau Lazar, am
    13. Oktober 2014 eine Anhörung im Sportausschuss
    durchführen,


    (Monika Lazar [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist mir bewusst!)


    wo Sie sich dann entsprechend einbringen können.


    (Monika Lazar [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das werden wir tun!)


    Viele weitere sportpolitische Ziele fallen ebenfalls in
    die Zuständigkeit des BMI, zum Beispiel die Förderung
    der internationalen Sportbeziehungen. Dies ist besonders





    Eberhard Gienger


    (A) (C)



    (D)(B)

    wichtig im Hinblick auf die derzeitigen Herausforderun-
    gen und Konflikte. So konnte zum Beispiel in den letz-
    ten Jahren die Zusammenarbeit mit der Volksrepublik
    China, mit Israel und mit den palästinensischen Gebieten
    verbessert und ausgebaut werden. Auch auf europäischer
    Ebene haben wir viele zentrale Wegmarken erreicht,
    zum Beispiel die Förderung von Fair Play sowie die Be-
    kämpfung von Rechtsextremismus, Diskriminierung und
    Gewalt im und durch den Sport.

    Erfolge im Spitzensport und die Förderung durch den
    Bund machen nur dann Sinn und haben ihre Berechti-
    gung, wenn sie auf eine saubere Art und Weise erstritten
    werden. Der nationale und grenzüberschreitende Kampf
    gegen Doping im Sport zählt daher zu den wichtigsten
    Aufgaben. Dafür wollen wir über 5 Millionen Euro bereit-
    stellen. Die Dopingprävention fällt darunter, die Doping-
    forschung und -analytik, die Europäische Beobachtungs-
    stelle für neue Dopingsubstanzen, die Beratungsstelle
    des Vereins doping-opfer-hilfe und schließlich auch
    Maßnahmen zur direkten Dopingbekämpfung; aber auch
    der Zuschuss an die Anti-Doping-Weltagentur wird wei-
    tergeführt. Entsprechend den Zusagen im Koalitionsver-
    trag werden wir die Zuwendungen an die Nationale Anti
    Doping Agentur in Deutschland um 1,25 Millionen Euro
    erhöhen.

    Auch planen wir ein Antidopinggesetz. Aber wie
    schwierig es ist, ein solches Antidopinggesetz einzufüh-
    ren, sieht man schon allein daran, dass offensichtlich
    vonseiten der Grünen die Freigabe von Haschisch gefor-
    dert wird


    (Lachen der Abg. Monika Lazar NIS 90/DIE GRÜNEN – Jan Korte [DIE LINKE]: Von uns auch!)


    und im Antidopinggesetz dann der Konsum von Ha-
    schisch zu einer Straftat werden soll.


    (Volker Beck [Köln] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Der Hintze will Gift zum Sterben verteilen, da nehme ich doch lieber Haschisch! – Monika Lazar [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Haschisch ist eher nicht leistungssteigernd!)


    Sie sehen daran, wie schwierig es ist, ein solches Gesetz
    überhaupt durchzusetzen.