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ID1804905100

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Metadaten
  • sort_by_alphaVokabular
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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 18/49 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 49. Sitzung Berlin, Dienstag, den 9. September 2014 I n h a l t : Tagesordnungspunkt 1: a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2015 (Haushaltsgesetz 2015) Drucksache 18/2000 . . . . . . . . . . . . . . . . . 4459 A b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2014 bis 2018 Drucksache 18/2001 . . . . . . . . . . . . . . . . . 4459 B Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4459 B Allgemeine Finanzdebatte (einschließ- lich Einzelpläne 08, 20, 32 und 60) Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE) . . . . . . . . 4466 A Carsten Schneider (Erfurt) (SPD) . . . . . . . . . . 4468 B Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4470 A Ralph Brinkhaus (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 4471 D Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4474 B Susanna Karawanskij (DIE LINKE) . . . . . . . 4476 C Norbert Barthle (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 4477 B Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4479 B Lothar Binding (Heidelberg) (SPD) . . . . . . . . 4480 B Norbert Brackmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 4481 D Bartholomäus Kalb (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 4483 A Antje Tillmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 4484 B Einzelplan 06 Bundesministerium des Innern Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4486 A Jan Korte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . 4488 C Martin Gerster (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4490 C Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4491 D Stephan Mayer (Altötting) (CDU/CSU) . . . . 4493 D Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4494 B Ulla Jelpke (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . 4496 D Dr. Eva Högl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4497 C Monika Lazar (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4499 D Dr. André Berghegger (CDU/CSU) . . . . . . . . 4500 C Gabriele Fograscher (SPD) . . . . . . . . . . . . . . 4502 A Eberhard Gienger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 4503 A Matthias Schmidt (Berlin) (SPD) . . . . . . . . . . 4504 C Dr. Reinhard Brandl (CDU/CSU) . . . . . . . . . 4505 C Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4505 D Einzelplan 07 Bundesministerium der Justiz und für Ver- braucherschutz Heiko Maas, Bundesminister BMJV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4507 C Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 4509 B Inhaltsverzeichnis II Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 49. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 9. September 2014 Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU/CSU) . 4510 B Dr. Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4512 C Dennis Rohde (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4513 D Harald Petzold (Havelland) (DIE LINKE) . . . 4514 D Dr. Patrick Sensburg (CDU/CSU) . . . . . . . . . 4516 B Katja Keul (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4518 B Elvira Drobinski-Weiß (SPD) . . . . . . . . . . . . . 4519 D Dr. Volker Ullrich (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 4520 D Metin Hakverdi (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4521 D Mechthild Heil (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 4522 D Klaus-Dieter Gröhler (CDU/CSU) . . . . . . . . . 4524 B Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 4525 D Einzelplan 15 Bundesministerium für Gesundheit Hermann Gröhe, Bundesminister BMG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4526 B Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . 4528 D Dr. Karl Lauterbach (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 4530 A Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4531 C Rudolf Henke (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 4533 A Pia Zimmermann (DIE LINKE) . . . . . . . . . . 4534 C Petra Hinz (Essen) (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 4535 D Dr. Harald Terpe (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4537 C Erich Irlstorfer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 4538 D Burkhard Blienert (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 4540 B Dietrich Monstadt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 4541 D Helmut Heiderich (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 4543 B Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4544 D Berichtigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4544 D Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 4545 A Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 49. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 9. September 2014 4459 (A) (C) (D)(B) 49. Sitzung Berlin, Dienstag, den 9. September 2014 Beginn: 10.00 Uhr
  • folderAnlagen
    Berichtigung 48. Sitzung, Seite 4447 B, Anlage 1: Der Name „Flosbach, Klaus-Peter CDU/CSU“ ist aus der Liste der entschuldigten Abgeordneten für den 01.09.2014 zu strei- chen. Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 49. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 9. September 2014 4545 (A) (C) (B) Anlage zum Stenografischen Bericht Liste der entschuldigten Abgeordneten (D) Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Alpers, Agnes DIE LINKE 09.09.2014 Dr. Barley, Katarina SPD 09.09.2014 Bartol, Sören SPD 09.09.2014 Beckmeyer, Uwe SPD 09.09.2014 Bleser, Peter CDU/CSU 09.09.2014 Buchholz, Christine DIE LINKE 09.09.2014 Connemann, Gitta CDU/CSU 09.09.2014 Dağdelen, Sevim DIE LINKE 09.09.2014 Dinges-Dierig, Alexandra CDU/CSU 09.09.2014 Ehrmann, Siegmund SPD 09.09.2014 Färber, Hermann CDU/CSU 09.09.2014 Gerdes, Michael SPD 09.09.2014 Gleicke, Iris SPD 09.09.2014 Göring-Eckardt, Katrin BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 09.09.2014 Heil (Peine), Hubertus SPD 09.09.2014 Kipping, Katja DIE LINKE 09.09.2014 Krüger, Dr. Hans-Ulrich SPD 09.09.2014 Dr. Lamers, Karl A. CDU/CSU 09.09.2014 Ostendorff, Friedrich BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 09.09.2014 Dr. Reimann, Carola SPD 09.09.2014 Schlecht, Michael DIE LINKE 09.09.2014 Vogel (Kleinsaara), Volkmar CDU/CSU 09.09.2014 Weinberg, Harald DIE LINKE 09.09.2014 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Anlagen Offsetdruc sellschaft mbH, Postfach 10 05 34, 50445 K kerei, Bessemerstraße 83–91, 1 öln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 22 49. Sitzung Inhaltsverzeichnis TOP 1 Einbringung Haushaltsgesetz 2015 – Finanzplan des Bundes 2014 bis 2018 Epl 08, Epl 20, Epl 32, Epl 60 Allgemeine Finanzdebatte Epl 06 Innen Epl 07 Justiz und Verbraucherschutz Epl 15 Gesundheit Anlagen
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dr. André Berghegger


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kollegin-

    nen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Der Staat
    ist und bleibt Hüter unserer Rechts- und Werteordnung.
    Er allein ist für die Durchsetzung von Recht und Gesetz
    verantwortlich. Im Mittelpunkt unseres innenpolitischen
    Handelns liegt naturgemäß die innere Sicherheit – übri-
    gens eines der Themen, die die Bürger unter dem Stich-
    wort „subjektives Sicherheitsgefühl“ am meisten bewe-
    gen. Deswegen sind wir bei der gezielten Provokation
    der sogenannten Scharia-Polizei sehr wachsam; wir neh-
    men sie sehr ernst. Unsere Rechts- und Werteordnung
    steht nämlich nicht zur Disposition. Wir werden entspre-
    chend handeln.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie der Abg. Dr. Eva Högl [SPD])


    Sicherheit und Freiheit sind zwei Begriffe, die un-
    trennbar miteinander verbunden sind: Jede Maßnahme
    zur Gewährleistung der Sicherheit auf der einen Seite
    beschränkt auf der anderen Seite die Freiheit. Trotzdem
    müssen wir umsichtig und selbstbewusst handeln. Wir
    sind dankbar und glücklich zugleich, in einem in diesem
    Sinne sicheren und freien Land in Europa leben zu dür-
    fen. Der Blick in andere Teile der Welt zeigt mehr denn
    je: Es gibt viele – viel zu viele – Regionen, in denen sta-
    bile Verhältnisse fehlen und in denen die Menschen in
    Angst und Schrecken leben. Ich bin der Bundeskanzlerin
    und der Bundesregierung deswegen sehr dankbar dafür,
    dass sie sich gemeinsam mit Deutschlands Partnern für
    Stabilität und damit auch für die Freiheit der Menschen
    in diesen Regionen einsetzen.





    Dr. André Berghegger


    (A) (C)



    (D)(B)

    In dieser globalen Situation sind die wirtschaftlichen
    Rahmenbedingungen naturgemäß schwieriger gewor-
    den. Dennoch erleben wir zurzeit eine außergewöhnliche
    Situation: Das erste Mal seit 1969 haben wir einen aus-
    geglichenen Haushalt ohne neue Schulden. Ich glaube,
    das kann man gar nicht oft genug betonen.


    (Volker Beck [Köln] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist doch offensichtlich die Losung der parlamentarischen Geschäftsführung der CDU/CSU: Sagt das jeweils zweimal!)


    Dieser Einzelplan umfasst rund 5,7 Milliarden Euro.
    Das Absinken um rund 170 Millionen Euro im Vergleich
    zum letzten Jahr beruht im Wesentlichen auf dem ge-
    planten Absinken im Bereich der Einführung des Digi-
    talfunks, sprich: des Abbaus der Haushaltsreste dort, und
    der Erstattung für die Durchführung der Fluggast- und
    Reisegepäckkontrollen.

    Zur Struktur dieses Einzelplans nur wenige Stich-
    worte: Es ist ein bunter Strauß an Behörden und Aufga-
    ben. Wenn ich richtig gezählt habe, sind es 18 Behörden
    inklusive Ministerium; rund 60 Prozent der Ausgaben
    sind Personalausgaben, und zwei Drittel der Ausgaben
    entfallen auf den Bereich der inneren Sicherheit im en-
    geren, eigentlichen Sinne. Deswegen möchte ich zwei
    Themengebiete herauspicken und etwas ausführlicher
    ansprechen; sie sind heute – wen wundert es? – schon
    häufiger erwähnt worden.

    Erstens: die Asylbewerberzahlen und die Integra-
    tionsarbeit. Deutschland ist ein attraktives Land für viele
    Menschen in dieser Welt und Wunschziel. Nach den
    Zahlen des Statistischen Bundesamtes stieg die Zuwan-
    derung auf Rekordniveau. 2013 erlebten wir die stärkste
    Zuwanderung seit 20 Jahren. Die Zahl der Erstanträge
    von Asylbewerbern hat sich im Vergleich zum letzten
    Jahr um 60 Prozent auf die erwähnten gut 200 000 er-
    höht bzw. wird sich erhöhen.

    Von den Auswirkungen vor Ort kann sich, glaube ich,
    jeder persönlich ein Bild machen. In meinem Wahlkreis,
    im Landkreis Osnabrück, gibt es eine Erstaufnahmeein-
    richtung in Bramsche-Hesepe. Wenn man mit Vertretern
    der Kommunen vor Ort über die Situation spricht und sie
    selbst sieht, erkennt man unzweifelhaft sofort: Wir alle
    stehen vor einer großen Herausforderung. Der Bund leis-
    tet wichtige Beiträge zur Bewältigung dieser Herausfor-
    derung, natürlich durch die Aufnahme der Flüchtlinge
    – das ist gar keine Frage –, aber auch durch die Hilfeleis-
    tung in den Krisengebieten vor Ort. Ich glaube, das ist
    genauso wichtig; denn wenn es möglich ist, müssen wir
    versuchen, dafür zu sorgen, dass es den Menschen in ih-
    rer angestammten Heimat gut geht. Deshalb wird es im-
    mer verschiedene Maßnahmen geben, denen wir uns
    widmen müssen.


    (Beifall bei der CDU/CSU)


    Ich glaube, das hat auch der mehrfach zitierte UN-
    Flüchtlingskommissar, Herr Guterres, mit Blick auf
    Deutschland so gesagt.

    Wir erwarten, dass die Entwicklung anhält. Die Ent-
    wicklung ist aber nicht planbar. Wir werden deshalb ver-
    suchen, diese Entwicklung an verschiedenen Stellen zu
    beeinflussen. Der Minister hat vorhin den eindrucksvol-
    len Sieben-Punkte-Plan mit den verschiedenen Eingriffs-
    möglichkeiten erwähnt. Bereits 2014 wurden 300 zu-
    sätzliche Stellen im BAMF zur Beschleunigung der
    Asylverfahren eingerichtet; 50 weitere werden in diesem
    Jahr folgen, um den Menschen zu helfen, die wirklich
    der Hilfe bedürfen. Wir müssen uns weiter anstrengen
    – ohne Frage –, aber das bedeutet auch, dass Entlastung
    an anderer Stelle nottut. Die Einstufung der drei mehr-
    fach angesprochenen Länder als sichere Herkunftsländer
    würde sicherlich helfen. Das sagen nicht nur wir; das hat
    vor wenigen Tagen auch der Leiter des BAMF in einer
    Berliner Tageszeitung erwähnt. Eine Lösung wäre hier
    wünschenswert, zumal es nur um eine Verfahrensverein-
    fachung geht. Natürlich ist es im Einzelfall weiter mög-
    lich, die politische Verfolgung darzulegen. Wir hoffen
    auf ein gutes Ergebnis in diesem Sinne.

    Unser Innenminister hat gesagt: Alle haben Anspruch
    auf ein Asylverfahren; alle, die politisch verfolgt wer-
    den, haben Anspruch auf Schutz. Wir können aber nicht
    alle Mühseligen und Beladenen aufnehmen. – Dem kann
    ich mich nur anschließen. Insbesondere für die hohe
    Zahl syrischer Flüchtlinge im Rahmen des Resettlement-
    Programms sowie für Integrationskurse werden wir im
    Vergleich zu den Vorjahren 49 Millionen Euro mehr be-
    reitstellen. Damit stehen dem BAMF für die Themen In-
    tegration und Migration insgesamt über 300 Millionen
    Euro zur Verfügung. Ich denke, das ist eine beachtliche
    Summe.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Der zweite Bereich, den ich ansprechen möchte, ist
    der Bereich der Bundespolizei. Der Etat beträgt knapp
    2,5 Milliarden Euro und entspricht damit rund der Hälfte
    des gesamten Einzelplans. Auch hier sehen wir einen
    vielfältigen Aufgabenbereich. Die Absenkung in diesem
    Bereich ist im Vergleich zu anderen Aufgabenbereichen
    geringer ausgefallen, da wir durch Umschichtungen den
    Bereich „Festigung der IT-Struktur“ mit 12 Millionen
    Euro verstärken konnten.

    Der Großteil der Mittel wird naturgemäß für das Per-
    sonal ausgegeben. Das Programm zur Hebung von rund
    1 300 Stellen bei der Bundespolizei, das wir 2014 be-
    gonnen haben, werden wir 2015 fortsetzen. Das schafft
    Raum für verdiente Beförderungen, motiviert die Mitar-
    beiter und steigert die Attraktivität des Arbeitgebers. Im
    Rahmen des Machbaren, das heißt unter Wahrung der
    haushaltspolitischen Grundsätze, müssen wir aber auch
    – Stephan Mayer hat das vorhin angesprochen – über
    den Stellenplan nachdenken. Das gilt auch für andere
    Behörden des Bundes; ich denke insbesondere an das
    BSI. Das erfährt, glaube ich, jeder von uns in Gesprä-
    chen vor Ort. Das oberste Ziel muss aber immer der aus-
    geglichene Haushalt sein, ein Haushalt ohne Neuauf-
    nahme von Schulden.

    Ich möchte an dieser Stelle gerne für die Solidarität
    mit unseren Polizeibeamten werben, die den Rechtsstaat
    vertreten und sich jeden Tag für ihn einsetzen. Vielen
    Dank für die tagtägliche Arbeit!


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)






    Dr. André Berghegger


    (A) (C)



    (D)(B)

    Es ist unsere Aufgabe, für einen ausgewogenen Haus-
    halt in Ihrem Einzelplan zu sorgen, Herr Minister. Ich
    glaube, dieser Entwurf bietet eine gute Grundlage dafür.
    Ich freue mich auf die kommenden Gespräche.

    Vielen Dank für das freundliche Zuhören.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)




Rede von Petra Pau
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)

Das Wort hat die Kollegin Fograscher für die SPD-

Fraktion.


(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Gabriele Fograscher


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kolle-

    gen! Die krisenhaften Entwicklungen in der Welt haben
    ganz konkrete und spürbare Auswirkungen auch auf
    Deutschland. Deutlich wird das an den steigenden Zah-
    len von Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Terror
    und Vertreibung sind und bei uns Zuflucht suchen. Die
    Zahl der Asylanträge steigt, ebenso die Zahl der Bewilli-
    gungen. Deshalb ist es gut und richtig, dass wir Vorsorge
    getroffen haben und bereits im Haushalt 2014 für das
    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 300 zusätzli-
    che Stellen geschaffen haben und dass jetzt im Haus-
    haltsjahr 2015 weitere 50 Stellen vorgesehen sind. Da-
    rüber, ob die im Haushalt vorgesehenen und im
    Vergleich zu 2014 konstanten Mittel für die Integrations-
    kurse angesichts der rasch steigenden Zahlen anerkann-
    ter Asylbewerber ausreichen, müssen wir in den anste-
    henden Haushaltsberatungen ergebnisoffen diskutieren.

    Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt,
    wie Sie, Herr Bundesinnenminister, auch heute wieder
    gesagt haben. Doch die internationalen Krisen sind eine
    Herausforderung für die innere Sicherheit: die Radikali-
    sierung junger muslimischer Männer, die Rückkehr von
    Extremisten aus Syrien und dem Irak, die meist deutsche
    Staatsangehörige sind, und die etwa 6 000 Salafisten, die
    in Deutschland die Scharia als islamisches Recht durch-
    setzen wollen. Wir sind hier doppelt gefordert: Auf der
    einen Seite müssen wir die Dschihadisten stärker über-
    wachen, Aus- und Einreise mehr kontrollieren, Pässe
    einziehen, alle bestehenden Möglichkeiten der deut-
    schen Gesetze nutzen. Auf der anderen Seite dürfen wir
    aber keinen Generalverdacht gegen die große Mehrheit
    der Muslime, die friedlich in unserem Land lebt, schü-
    ren. Wir brauchen einen Spagat zwischen Härte gegen-
    über den Feinden von Demokratie, Freiheit und Vielfalt
    sowie Solidarität mit unseren Mitbürgerinnen und Mit-
    bürgern.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, wir sind dankbar
    für das vielfältige ehrenamtliche Engagement von Bür-
    gerinnen und Bürgern, zum Beispiel beim THW, bei den
    Feuerwehren, bei Projekten gegen Rassismus und Frem-
    denfeindlichkeit, bei Initiativen für Toleranz und Inte-
    gration. Dieses Engagement kann sich nur entfalten,
    wenn auch der Bund und vor allem das BMI weiterhin
    finanzielle Unterstützung leisten. Wir müssen Lösungen
    finden, damit sich der Bund weiterhin aktiv am Zivil-
    schutz beteiligt und der Zivilschutz mit dem Bevölke-
    rungs- und Katastrophenschutz besser vernetzt wird.
    Eine rechtskonforme Lösung für die Ausstattung der
    Feuerwehren zu finden, wäre besser für die Motivation
    von Ehrenamtlichen als Kürzungen oder gar ein kom-
    pletter Ausstieg des Bundes.


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD)


    Auch zivilgesellschaftliche Projekte im Bereich der
    Demokratieförderung, Toleranz und Gewaltprävention
    müssen besser ausgestattet werden; denn aktuelle Ereig-
    nisse zeigen, dass im Bereich der Demokratieförderung
    und Toleranz gegenüber Andersdenken in Deutschland
    nicht alles zum Besten bestellt ist. Ich erinnere an die
    Demonstrationen in Berlin. Wütende Menschen arabi-
    scher Herkunft haben wegen des Gazakonflikts anti-
    semitische Parolen bei Demonstrationen in Deutschland
    gebrüllt. Das ist beschämend. Leider – auch das ist be-
    schämend – griff die Polizei nicht ein. Seit Jahren zeigen
    mehrere Studien konstant, dass circa 20 Prozent aller
    Deutschen – diese hohe Zahl ist besorgniserregend – an-
    tisemitische Einstellungen haben.

    Ein weiteres Beispiel: Eine Studie der Antidiskrimi-
    nierungsstelle des Bundes hat festgestellt, dass ein Groß-
    teil der Deutschen Sinti und Roma nicht als gleichbe-
    rechtigte Bürgerinnen und Bürger wahrnimmt. Die
    Vorurteile gegen diese Bevölkerungsgruppe sitzen tief.

    Auch die sinkende Wahlbeteiligung, die ihren trauri-
    gen Tiefpunkt bei der vergangenen Landtagswahl in
    Sachsen hatte, zwingt uns zum Handeln. Die Wahlbetei-
    ligung betrug nur 49,2 Prozent. Nicht einmal die Hälfte
    der Wahlberechtigten hat also den Weg zur Urne gefun-
    den oder ihre Stimme per Briefwahl abgegeben. Welche
    Legitimation hat ein Parlament, wenn nur wenige zur
    Wahl gehen? Welche Legitimation haben Entscheidun-
    gen und Gesetze, wenn sie von Parlamenten beschlossen
    werden, die von weniger als der Hälfte der Wahlberech-
    tigten gewählt sind?

    Ich begrüße daher die Initiative von Sigmar Gabriel,
    ein Bündnis aller demokratischen Parteien ins Leben zu
    rufen, um die Wahlbeteiligung zu steigern. Die SPD hat
    bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die entspre-
    chende Vorschläge erarbeiten und diese dann mit allen
    anderen interessierten Parteien diskutieren soll.

    Wir müssen weiter für unsere Demokratie werben.
    Wir müssen die wichtige Arbeit der Bundeszentrale für
    politische Bildung stärken, in den Kitas und Schulen al-
    tersgerecht über Demokratie aufklären, zum Mitmachen
    einladen, Vorurteile abbauen, Wissen über andere Reli-
    gionen und Kulturen vermitteln.

    Verehrte Kolleginnen und Kollegen, der Haushalt
    2015 wird der erste Haushalt seit 46 Jahren sein, bei dem
    keine neuen Schulden aufgenommen werden.


    (Monika Lazar [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Da ist der Satz ja wieder!)






    Gabriele Fograscher


    (A) (C)



    (D)(B)

    Der Haushalt des BMI trägt seit Jahren zur Konsolidie-
    rung bei. Wenn sich durch den künftigen Schuldenabbau
    neue Handlungsspielräume ergeben, dann muss davon
    auch das BMI mit seinen zahlreichen Aufgaben wie der
    inneren Sicherheit, der Prävention, der Integration, der
    Förderung des Ehrenamtes und der politischen Bildung
    profitieren.

    Ich danke für die Aufmerksamkeit.


    (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)