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ID1804300700

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 18/43 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 43. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 26. Juni 2014 I n h a l t : Glückwünsche zum Geburtstag der Vizepräsi- dentin Ulla Schmidt sowie der Abgeordneten Hans-Christian Ströbele und Christoph Strässer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3831 A Wahl des Abgeordneten Sven-Christian Kindler als stellvertretendes Mitglied für das Kuratorium der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ . . . . . . . . . . . 3831 B Erweiterung und Abwicklung der Tagesord- nung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3831 B Nachträgliche Ausschussüberweisung . . . . . . 3831 D Tagesordnungspunkt II: (Fortsetzung) II.14 Einzelplan 09 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Drucksachen 18/1009, 18/1023 . . . . . . 3832 A Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 3832 B Thomas Jurk (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3833 D Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3835 B Andreas Mattfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 3836 D Sigmar Gabriel, Bundesminister BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3839 B Michael Schlecht (DIE LINKE) . . . . . . . . 3840 A Oliver Krischer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3840 D Michael Schlecht (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . 3843 D Dr. Michael Fuchs (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 3845 C Klaus Ernst (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 3847 C Dieter Janecek (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3848 B Wolfgang Tiefensee (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 3849 B Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE) . . . . . . . 3850 C Dr. Joachim Pfeiffer (CDU/CSU) . . . . . . . . . 3851 D Dr. Julia Verlinden (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3853 C Marcus Held (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3854 C Dr. Peter Ramsauer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 3855 D Klaus Ernst (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 3857 B Andreas G. Lämmel (CDU/CSU) . . . . . . . . . 3858 A Daniela Ludwig (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 3859 A II.15 Einzelplan 30 Bundesministerium für Bildung und Forschung Drucksachen 18/1020, 18/1023 . . . . . . 3860 B Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 3860 C Anette Hübinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 3861 D Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3863 C Dr. Karamba Diaby (SPD) . . . . . . . . . . . . . 3865 A Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . . . 3866 B Kai Gehring (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3867 D Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3869 D Nicole Gohlke (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 3872 A René Röspel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3873 C Inhaltsverzeichnis II Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 43. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 26. Juni 2014 Özcan Mutlu (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3875 C Michael Kretschmer (CDU/CSU) . . . . . . . . . 3876 C Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD) . . . . . . . . . 3878 B Katrin Albsteiger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 3879 C Martin Rabanus (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3881 A Tankred Schipanski (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 3882 B Tagesordnungspunkt VIII: a) Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Achten Ge- setzes zur Änderung des Weingesetzes Drucksache 18/1780 . . . . . . . . . . . . . . . . . 3884 A b) Antrag der Abgeordneten Sylvia Kotting- Uhl, Oliver Krischer, Annalena Baerbock, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Keine Bad Bank für Atom – Rückstellungen der Atomwirtschaft in öffentlich-rechtli- chem Fonds sicherstellen Drucksache 18/1465 . . . . . . . . . . . . . . . . . 3884 B c) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Bericht der Bundesregierung nach Arti- kel 5 des Gesetzes zur Regelung von De- Mail-Diensten und zur Änderung weite- rer Vorschriften Drucksache 17/10720 . . . . . . . . . . . . . . . . 3884 B Zusatztagesordnungspunkt 1: Antrag des Präsidenten des Bundesrechnungs- hofes: Rechnung des Bundesrechnungshofes für das Haushaltsjahr 2013: – Einzel- plan 20 – Drucksache 18/1560 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3884 C Tagesordnungspunkt IX: a)–g) Beratung der Beschlussempfehlungen des Petitionsausschusses: Sammel- übersichten 60, 61, 62, 63, 64, 65 und 66 zu Petitionen Drucksachen 18/1632, 18/1633, 18/1634, 18/1635, 18/1636, 18/1637, 18/1638 . . 3884 D Zusatztagesordnungspunkt 2: Beratung der Zweiten Beschlussempfehlung des Wahlprüfungsausschusses: zu Einsprü- chen gegen die Gültigkeit der Wahl zum 18. Deutschen Bundestag am 22. Septem- ber 2013 Drucksache 18/1710 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3885 B Tagesordnungspunkt II: (Fortsetzung) II.16 a) Einzelplan 07 Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Drucksachen 18/1007, 18/1023. . . . 3885 C b) Einzelplan 19 Bundesverfassungsgericht Drucksache 18/1017 . . . . . . . . . . . . 3885 C Halina Wawzyniak (DIE LINKE) . . . . . . . . . 3885 C Dennis Rohde (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3886 D Dr. Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3888 B Klaus-Dieter Gröhler (CDU/CSU) . . . . . . . . . 3889 A Heiko Maas, Bundesminister BMJV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3891 B Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . 3892 C Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3893 C Nicole Maisch (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3895 B Burkhard Lischka (SPD) . . . . . . . . . . . . . . 3896 A Katja Keul (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3896 C Dr. Eva Högl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3897 A Katja Keul (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3898 B Dr. Stephan Harbarth (CDU/CSU) . . . . . . . . . 3899 B Elvira Drobinski-Weiß (SPD) . . . . . . . . . . . . 3901 A Mechthild Heil (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 3902 A Dr. Volker Ullrich (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 3903 B II.17 Einzelplan 06 Bundesministerium des Innern Drucksachen 18/1006, 18/1023 . . . . . . 3904 C Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE) . . . . . . . . 3904 D Dr. Reinhard Brandl (CDU/CSU) . . . . . . . . . 3906 B Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3908 B Martin Gerster (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3909 C Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3912 C Dr. André Hahn (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 3914 C Michael Hartmann (Wackernheim) (SPD) . . . 3915 D Irene Mihalic (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3917 D Thomas Strobl (Heilbronn) (CDU/CSU) . . . . 3919 A Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 43. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 26. Juni 2014 III Michaela Engelmeier-Heite (SPD) . . . . . . . . . 3920 C Dr. André Berghegger (CDU/CSU) . . . . . . . . 3921 C Oswin Veith (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . 3922 D Nächste Sitzung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3924 C Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . . 3925 A Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Dr. Katarina Barley (SPD) zur namentlichen Abstimmung über den Änderungsantrag der Abgeordneten Anja Hajduk, Sven-Christian Kindler, Ekin Deligöz, Dr. Tobias Lindner, Kerstin Andreae, Uwe Kekeritz, Claudia Roth (Augsburg), Peter Meiwald, Agnieszka Brugger, Annalena Baerbock, Dr. Franziska Brantner, Dr. Thomas Gambke, Britta Haßelmann, Tom Koenigs, Omid Nouripour, Lisa Paus, Brigitte Pothmer, Corinna Rüffer, Dr. Frithjof Schmidt, Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Jürgen Trittin, Doris Wagner und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Drucksache 18/1847) zum Gesetz- entwurf der Bundesregierung über die Feststel- lung des Bundeshaushaltsplans für das Haus- haltsjahr 2014 – (Haushaltsgesetz 2014) – hier: Einzelplan 23 – Geschäftsbereich des Bun- desministeriums für wirtschaftliche Zusam- menarbeit und Entwicklung (42. Sitzung, Ta- gesordnungspunkt II.12) . . . . . . . . . . . . . . . . . 3925 D Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 43. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 26. Juni 2014 3831 (A) (C) (D)(B) 43. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 26. Juni 2014 Beginn: 9.00 Uhr
  • folderAnlagen
    (D) Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 43. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 26. Juni 2014 3925 (A) (C) (B) Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten (D) Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Alpers, Agnes DIE LINKE 26.06.2014 Bätzing-Lichtenthäler, Sabine SPD 26.06.2014 Beck (Bremen), Marieluise BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26.06.2014 Beermann, Maik CDU/CSU 26.06.2014 Dr. Böhmer, Maria CDU/CSU 26.06.2014 Brugger, Agnieszka BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26.06.2014 Dağdelen, Sevim DIE LINKE 26.06.2014 Dr. De Ridder, Daniela SPD 26.06.2014 Dr. Fabritius, Bernd CDU/CSU 26.06.2014 Dr. Felgentreu, Fritz SPD 26.06.2014 Flosbach, Klaus-Peter CDU/CSU 26.06.2014 Dr. Gauweiler, Peter CDU/CSU 26.06.2014 Gröhe, Hermann CDU/CSU 26.06.2014 Heinrich, Gabriela SPD 26.06.2014 Dr. Hendricks, Barbara SPD 26.06.2014 Hintze, Peter CDU/CSU 26.06.2014 Kaster, Bernhard CDU/CSU 26.06.2014 Kühn (Tübingen), Christian BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26.06.2014 Künast, Renate BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26.06.2014 Kunert, Katrin DIE LINKE 26.06.2014 Leutert, Michael DIE LINKE 26.06.2014 Maag, Karin CDU/CSU 26.06.2014 Özdemir, Cem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26.06.2014 Scharfenberg, Elisabeth BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26.06.2014 Dr. Schröder, Ole CDU/CSU 26.06.2014 Dr. Sieling, Carsten SPD 26.06.2014 Dr. Sütterlin-Waack, Sabine CDU/CSU 26.06.2014 Thönnes, Franz SPD 26.06.2014 Werner, Katrin DIE LINKE 26.06.2014 Zdebel, Hubertus DIE LINKE 26.06.2014 Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Dr. Katarina Barley (SPD) zur namentlichen Abstimmung über den Ände- rungsantrag der Abgeordneten Anja Hajduk, Sven-Christian Kindler, Ekin Deligöz, Dr. Tobias Lindner, Kerstin Andreae, Uwe Kekeritz, Claudia Roth (Augsburg), Peter Meiwald, Agnieszka Brugger, Annalena Baerbock, Dr. Franziska Brantner, Dr. Thomas Gambke, Britta Haßelmann, Tom Koenigs, Omid Nouripour, Lisa Paus, Brigitte Pothmer, Corinna Rüffer, Dr. Frithjof Schmidt, Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Jürgen Trittin, Doris Wagner und der Fraktion BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN (Drucksache 18/1847) zum Gesetzentwurf der Bundesregierung über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2014 (Haushaltsgesetz 2014) hier: Einzelplan 23 Geschäftsbereich des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwick- lung (42. Sitzung, Tagesordnungspunkt II.12) An der 4. namentlichen Abstimmung am 25. Juni 2014 zum Thema Bundeshaushalt BMWZ habe ich teil- genommen und mit „Nein“ gestimmt. Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Anlagen 43. Sitzung Inhaltsverzeichnis Epl 09 Wirtschaft und Energie Epl 30 Bildung und Forschung TOP VIII, ZP 1 Überweisungen im vereinfachten Verfahren TOP IX, ZP 2 Abschließende Beratungen ohne Aussprache Epl 07, 19 Justiz und Verbraucherschutz, Bundesverfassungsgericht Epl 06 Innen Anlagen
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Anja Hajduk


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren!

    Liebe Kollegen! Die wirtschaftliche Lage in Deutsch-
    land ist im Moment durch eine positive Reallohnent-
    wicklung gekennzeichnet. Es gibt einen insgesamt
    durchaus positiven Trend beim Geschäftsklimaindex.
    Wir haben gute Steuereinnahmen. Wir haben ein sehr
    hohes Beschäftigungsniveau. Angesichts dessen darf
    man sich schon die Frage stellen: Was machen wir ei-
    gentlich bei dieser ausgesprochen guten Basis, bei die-
    sem Potenzial, um uns auf die Herausforderungen, die
    vor uns liegen, die insbesondere vor Deutschland liegen,
    vorzubereiten?

    Auf die Frage „Was machen Sie?“ muss ich eingangs
    feststellen: Auf die unmittelbar vor uns liegende demo-
    grafische Veränderung, die sich leider schon im Fach-
    kräftemangel ausdrückt, reagieren Sie mit einer kontra-
    produktiven Rente ab 63. Es gibt noch eine durchaus
    große Herausforderung. In den letzten 40 Jahren haben
    wir nicht nur eine Menge Schulden gemacht, die wir ein-
    grenzen müssen, sondern wir haben auch unsere Infra-
    struktur auf Verschleiß gefahren. Darauf antworten Sie
    mit einer sinkenden Investitionsquote. Das sind zwei
    ganz grobe Gründe dafür, dass man sagen kann: Auf die
    wirtschaftlichen, aber auch auf die gesellschaftlichen
    Herausforderungen reagiert diese Große Koalition nur
    mit langweiligen Kompromissen, aber sie nutzt nicht die
    Möglichkeiten, die die Potenziale dieser Gesellschaft
    bieten.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Herr Gabriel, das hätte Sie eigentlich antreiben müssen,
    diese Tendenzen anders zu beeinflussen.

    Aber schauen wir einmal genauer auf den Wirt-
    schaftsetat im engeren Sinne. Das Wirtschaftsministe-
    rium – Kollege Jurk hat darauf hingewiesen – ist ein
    Ministerium, das fördert. Es soll durch Förderinstru-
    mente Innovationen unterstützen. Aber wenn wir schon
    Steuermittel in die Hand nehmen, dann muss das auch
    zielgenau sein, dann müssen wir sicher sein, dass Mit-
    nahmeeffekte verhindert werden. Deswegen sind wir da-
    von überzeugt, Herr Gabriel, dass es wichtig ist – das
    fordern wir auch –, dass Sie in Ihrem Ministerium end-
    lich eine einheitliche Mittelstandsdefinition umsetzen.
    Es geht bei Ihnen nämlich lustig durcheinander. Wir
    wollen, dass Sie die Definition der EU-Kommission nut-
    zen – 249 Beschäftigte und 50 Millionen Euro Jahres-
    umsatz – und sie nicht beliebig ausweiten. Ich erwähne
    das, weil Herr Jurk von der Hebelwirkung von Wirt-
    schaftsförderinstrumenten gesprochen hat.

    Schauen wir uns einmal an, was wir fördern. Wir för-
    dern kleine und mittlere Unternehmen im Bereich zivile
    Luft- und Raumfahrt mit gerade einmal 4 Prozent. Wir
    fördern kleine und mittlere Unternehmen im Bereich
    neue Verkehrstechnologien mit gerade einmal 12 Pro-
    zent. Herr Minister, wo ist eigentlich Ihr Einfluss? Was
    haben Sie in den letzten Monaten getan, um zu errei-
    chen, dass wir eine zielgenauere und bessere Wirt-
    schaftsförderung durchführen,


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    die Innovationen freisetzt und verhindert, dass große
    Unternehmen Mitnahmeeffekte einstecken? Subventio-
    nierung von Tiefseebergbau und anderen Dingen können
    wir uns auch schenken. Wir Grünen sehen das nicht ein-
    seitig. Wir beantragen, die Fördermittel für das Pro-
    gramm ZIM zu erhöhen. Aber Sie lehnen sich zurück
    und ruhen sich aus auf einer schlechten und ungenauen
    Wirtschaftsförderung Ihres Vorgängers.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Kommen wir zum Bereich Energie. Ich sagte es schon
    in der ersten Lesung: Der schlafende Riese Energieeffi-
    zienz bleibt in Ihrem Haushalt ein Zwerg, Herr Minister,
    und – das muss ich auch den Fraktionen sagen – leider
    auch nach den Haushaltsberatungen. Dabei sind wir uns





    Anja Hajduk


    (A) (C)



    (D)(B)

    doch einig: Eine Steigerung der Energieeffizienz verrin-
    gert die Abhängigkeit von fossilen und nuklearen Ener-
    gieträgern. Sie senkt auch Energiekosten, über die wir
    hier so viel reden. Der Minister scheint diese Einschät-
    zung auch zu teilen. So schreibt er zusammen mit Frau
    Hendricks an die EU, dass Deutschland sich verpflichtet
    fühlt, die Einhaltung des Einsparziels von minus 20 Pro-
    zent bei der Energieeffizienz durchsetzen zu wollen.
    Aber diese Erkenntnis findet sich in keiner Weise in Ih-
    rem Haushalt wieder. Im Gegenteil: Sie kürzen die ent-
    sprechenden Programme. Sie schreiben Briefe. Aber Ih-
    ren geschriebenen Worten folgen keine Taten.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Deutschland riskiert sogar ein Vertragsverletzungsver-
    fahren bei der Energieeffizienz. Das ist eine Blamage für
    Sie, Herr Minister.

    Unsere grüne Antwort darauf ist ein 3 Milliarden star-
    ker Energieeinsparfonds. Es ist wichtig, dass wir Ener-
    giestandards für Geräte und Gebäude haben. Das ist alles
    nicht neu. Es muss finanzielle Anreize, marktwirtschaft-
    liche Instrumente geben. Auch für qualifizierte Beratung
    und Information von Unternehmen und Verbrauchern
    muss gesorgt sein. Wir schlagen einen solchen Fonds
    vor, selbstverständlich gegenfinanziert. Der wäre auch
    ökonomisch für unsere Wirtschaft mit einer nachhaltigen
    Perspektive die richtige und sinnvolle Antwort.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Herr Minister, ich möchte nicht vorwegnehmen, was
    wir morgen zum Thema erneuerbare Energien und den
    entsprechenden neuen Regelungen diskutieren. Es war
    sicherlich keine Glanzleistung, in welche Wirren Sie die-
    ses Parlament angesichts des Verfahrens gestürzt haben.
    Aber ich möchte noch einmal auf zwei Punkte eingehen.

    Erster Punkt: Industrieausnahmen. Seien Sie gewiss
    und nehmen Sie zur Kenntnis, dass wir Grünen das
    Thema differenziert angehen. Wir wissen um den Wert
    der Arbeitsplätze in Deutschland. Wir kennen auch die
    Problematik, dass die Energiewende ein negatives Image
    bekommt, wenn Arbeitsplätze nicht ausreichend ge-
    schützt werden.


    (Marcus Held [SPD]: Das ist schon einmal eine gute Voraussetzung!)


    In den Haushaltsberatungen habe ich Sie eingehend ge-
    fragt. Wir haben leider keine Antwort darauf bekommen,
    ob es durch die Ausnahmeregelungen eine Doppelförde-
    rung geben wird. Diese würde dadurch zustande kom-
    men, dass wir nicht nur umfangreiche EEG-Ausnahmen
    haben, sondern Sie zusätzlich einen neuen Strompreis-
    kompensationsfonds von 350 Millionen Euro – das sind
    22 Prozent des Energie- und Klimafonds – vorsehen. Ihr
    Staatssekretär konnte nicht plausibel machen, wie ausge-
    schlossen werden soll, dass Unternehmen doppelt entlas-
    tet werden.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Ein zweiter Punkt: Herr Minister, ich muss noch ein-
    mal darauf kommen. Sie haben sich hier vor einiger Zeit
    sehr über meinen Kollegen Oliver Krischer empört, als
    er Sie damit konfrontiert hat, dass Waffenhersteller in
    der Liste der stromkosten- oder handelsintensiven Bran-
    chen stehen, die unter die Besondere Ausgleichsrege-
    lung fallen. Sie haben sich empört, hier werde die Un-
    wahrheit gesagt, weil Sie ja schließlich sagen könnten:
    Wenn eine Branche erwähnt sei, heiße das nicht, dass die
    Unternehmen von dieser Ausnahme Gebrauch machen
    können. – Die Antwort Ihres eigenen Staatssekretärs auf
    meine Frage im Haushaltsausschuss war: Die Handelsin-
    tensität – ein Kriterium – ist schon per se abgeprüft,
    wenn die Branche in der Liste steht, und wenn ein Unter-
    nehmen das Kriterium der Stromkostenintensität erfüllt,
    hat man keine Chance, etwa einen Waffenhersteller von
    dieser Ausnahmeregelung auszunehmen. – Angesichts
    des Vorwurfs, den Sie meinem Kollegen Krischer ge-
    macht haben, müssten Sie hier eine Garantieerklärung
    abgeben, dass Sie die Waffenhersteller doch von der Re-
    gelung ausnehmen können.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


    Rechtlich können Sie es nicht. Insofern gilt: Die Aus-
    nahmen – so schwer sie auch zu verhandeln sind – sind
    im Hinblick auf Zielgenauigkeit und damit auch Ange-
    messenheit leider nicht überzeugend.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)




Rede von Dr. Norbert Lammert
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)

Andreas Mattfeldt ist der nächste Redner für die

CDU/CSU-Fraktion.


(Beifall bei der CDU/CSU)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Andreas Mattfeldt


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr

    Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr
    Claus, wir wollen heute den vorausschauenden Etat des
    Bundeswirtschaftsministeriums mit einem Gesamtvolu-
    men von 7,4 Milliarden Euro beschließen. Dabei blicken
    wir – auch wenn eben ein anderer Eindruck erweckt
    worden ist – auf recht ruhige parlamentarische Beratun-
    gen zurück. Sie waren nicht nur von einer verlässlichen
    Zusammenarbeit mit dem Ministerium geprägt; auch der
    Minister selbst und sein Staatssekretär, Herr Dr. Sontowski,
    haben dazu beigetragen. Ganz besonders möchte ich
    mich an dieser Stelle bei den Mitarbeitern des Haushalts-
    referates bedanken, die mit enormem Arbeitseinsatz zum
    Erfolg der Haushaltsberatungen beigetragen haben. Er-
    wähnen möchte ich auch die gute sachliche und vor al-
    lem menschlich angenehme Zusammenarbeit mit den
    Kollegen aller Fraktionen.

    Meine Damen und Herren, wir von der Koalition ha-
    ben uns erlaubt, ein paar Verbesserungen am Entwurf
    des Haushalts von Herrn Minister Gabriel vorzunehmen.
    So haben wir beispielsweise den Finanzierungsbeitrag
    für Projekte des Forschungsverbunds „Maritime Sicher-
    heit“ dauerhaft fixiert. Damit sorgen wir dafür, dass zu-
    mindest das Bundeswirtschaftsministerium weiterhin die
    seinerzeit zugesagten 3 Millionen Euro dafür zur Verfü-
    gung stellt. Diese Projekte sind für die Sicherheit in





    Andreas Mattfeldt


    (A) (C)



    (D)(B)

    Nord- und Ostsee, ganz besonders aber in ausgewählten
    internationalen Gewässern von enormer Bedeutung.


    (Ingbert Liebing [CDU/CSU]: Sehr gut!)


    Ich habe eingangs von einer guten Zusammenarbeit
    mit dem Ministerium und mit Ihnen, Herr Gabriel, ge-
    sprochen. Zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass Sie,
    Herr Gabriel, und ich gerade in unserer niedersächsi-
    schen Zeit nicht immer auf der gleichen Seite des Ti-
    sches gesessen haben. Heute hingegen sind wir uns dan-
    kenswerterweise, nicht nur was den Etat angeht, einig;
    ich freue mich – sehr viele wissen, dass ich für dieses
    Thema besonders sensibilisiert bin –, dass wir uns hin-
    sichtlich einer sicheren Erdgasförderung und Geother-
    mie, die zu einem großen Teil in Ihr Ressort fallen, zu-
    mindest erheblich angenähert haben.

    Herr Minister, es ist kein Geheimnis, dass ich Ihr Ent-
    gegenkommen beim Bergschadensrecht sehr begrüße.
    Mittlerweile ist wohl bewiesen, dass Erdgasförderung
    Erdbeben auslöst. Ihre Ankündigung, meine Forderun-
    gen nach einer Beweislastumkehr zugunsten der Erdbe-
    bengeschädigten umzusetzen und die Bergschadensver-
    mutung explizit auch auf die Erdgasförderung und
    Geothermie zu beziehen,


    (Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wo ist das? Wo wird das behandelt?)


    hat mich – ich darf das sagen – sehr positiv überrascht.
    Ich hoffe, dass wir uns auch bei der Aufbereitung des
    giftigen Lagerstättenwassers einig werden.


    (Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wo haben Sie das denn her?)


    – Herr Krischer, Sie können eine Frage stellen. Wir er-
    klären das nachher. Hören Sie vielleicht einmal zu.

    Änderungen zugunsten einer sicheren Erdgasförde-
    rung und Geothermie müssen selbstverständlich mit Än-
    derungen im Wasserhaushaltsgesetz einhergehen, für das
    die Kollegin Hendricks zuständig ist. Es darf eben nicht
    nur, wie im Koalitionsvertrag festgehalten, das soge-
    nannte Fracking im Schiefergas betreffen – nur darüber
    diskutieren Sie von den Grünen. Nein, ich sage hier
    deutlich: Auch die konventionelle Erdgasförderung ist
    hier mit einzubeziehen.


    (Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Legen Sie mal was vor!)


    Sie findet bereits seit mehreren Jahrzehnten auch unter
    Einsatz der Frackingtechnologie statt. Auch hier brau-
    chen wir Regelungen zum Schutz von Mensch und Um-
    welt.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Zurufe der Abg. Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN] und Sven-Christian Kindler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    Ich weiß, Herr Minister, dass Ihr Parteifreund in Nie-
    dersachsen, Wirtschaftsminister Lies, und vor allen Din-
    gen – das geht an die Adresse der Grünen – der grüne
    Umweltminister Wenzel das natürlich ganz anders se-
    hen.

    (Ingbert Liebing [CDU/CSU]: Hört! Hört!)


    Als Betroffener sage ich Ihnen, dass es auch im Bereich
    der konventionellen Erdgasförderung – Herr Krischer,
    das möchten Sie nicht hören – in Niedersachsen in der
    jüngeren Vergangenheit zu großen Verschmutzungen ge-
    kommen ist.


    (Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wer hat denn in Niedersachsen regiert?)


    Erst kürzlich wieder, in der vergangenen Woche, gab es
    eine erhebliche Quecksilberverseuchung des Erdbodens
    mit einer zigfachen Grenzwertüberschreitung. Die Land-
    wirte dort sind sensibilisiert.


    (Zuruf der Abg. Sylvia Kotting-Uhl [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    Ich sage auch in aller Deutlichkeit, dass diese mittler-
    weile immer wieder auftretenden Fälle nicht mehr pas-
    sieren dürfen. Deshalb fordere ich, viel konkreter, als Sie
    das in Ihrer grünen Partei machen, mit sehr vielen Uni-
    onskollegen ein Verbot des Verpressens des giftigen La-
    gerstättenwassers. Wir fordern ungiftige Frackfluide, wir
    fordern eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprü-
    fung, inklusive Vetorecht für die zuständigen Wasser-
    behörden, und wir fordern eine Beweislastumkehr im
    Bergschadensrecht.


    (Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Herr Oettinger und Herr Fuchs wollen nichts davon hören! – Katrin Göring-Eckardt [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Haben Sie das schon einmal in Ihrer Fraktion diskutiert?)


    All diese Fragen gilt es durch das Ressort des Wirt-
    schaftsministeriums und durch die heute zur Verfügung
    gestellten Haushaltsmittel in klugen Gesetzes- bzw. Ver-
    ordnungsentwürfen zur Regelung für eine sichere Erd-
    gasförderung abzuarbeiten, damit die Menschen wieder
    Vertrauen in die heimische Erdgasförderung, die ja be-
    kanntlich eine große wirtschaftliche Bedeutung für unser
    Land hat, bekommen. Mich jedenfalls, Herr Minister
    Gabriel, als Ihren Haushälter finden Sie an Ihrer Seite.

    Sehr begrüßt habe ich auch die Tatsache, dass Ihr
    Haus nun, entgegen den ersten Antworten aus Ihrem
    Ministerium, die ich hier im Plenum in einer der vergan-
    genen Fragestunden erhalten habe, doch noch eine au-
    ßenwirtschaftliche Prüfung des Verkaufes der RWE/Dea
    an einen russischen Oligarchen eingeleitet hat.


    (Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Plötzlich!)


    Ich halte den Verkauf vor dem Hintergrund der ak-
    tuellen Debatte um die Versorgungssicherheit für nicht
    vereinbar mit deutschen Interessen. Ich sage deutlich:
    Wir können nicht auf der einen Seite darüber diskutie-
    ren, wie wir russisches Gas ersetzen können, und auf der
    anderen Seite tatenlos zusehen, dass in diesen mit Russ-
    land schwierigen Zeiten die Geschicke eines deutschen
    Unternehmens, das bei uns in Deutschland Erdgas för-
    dert, sich weltweit Vorkommen gesichert hat und da-





    Andreas Mattfeldt


    (A) (C)



    (D)(B)

    rüber hinaus zahlreiche Gasspeicher betreibt, in russi-
    sche Hände gelegt werden.


    (Zuruf vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das haben wir Ihnen schon vor Monaten gesagt!)


    Meine Damen und Herren, auch wenn viele im Zuge
    der Ukraine-Krise schon ein Einbrechen unserer Wirt-
    schaft befürchteten, so ist es zurzeit so, dass sich die
    deutsche Wirtschaft weiter im Aufschwung befindet.
    Verglichen mit dem Wachstum der Weltwirtschaft – in-
    sofern, Frau Hajduk, haben wir nicht alles falsch ge-
    macht –


    (Lachen des Abg. Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN] – Oliver Krischer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: „Nicht alles falsch gemacht“ ist jetzt schon das Qualitätsmerkmal!)


    ist die Entwicklung der deutschen Wirtschaft erheblich
    positiver. Auch die Erholung im Euro-Raum ist weiter
    fragil. Sie kommt zwar voran, aber von einer Entwar-
    nung oder von einem Ende der Verschuldungskrise und
    deren Ursachen im Euro-Raum möchte zumindest ich
    noch nicht sprechen.

    Als Halbfranzose bin ich natürlich oft in Frankreich
    und verfolge die Lage dort selbstverständlich sehr auf-
    merksam. Dort ist die Wirtschaftskrise noch sehr deut-
    lich für die Menschen, auch in meiner Familie, und vor
    allem in den Unternehmen spürbar. Erst im April dieses
    Jahres ist die Arbeitslosigkeit in Frankreich auf ein Re-
    kordhoch gestiegen. Das zeigt mir ganz persönlich, dass
    rein sozialistische Ideen zur Bewältigung einer Wirt-
    schaftskrise für die Menschen nur Nachteile bringen.
    Deshalb ist und war der deutsche Weg, der die Hand-
    schrift unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel trägt,
    der richtige, um derartige Krisen dauerhaft zu bewälti-
    gen. Ich warne eindringlich vor einem Aufweichen der
    Stabilitätskriterien.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Unser deutscher wirtschaftlicher Erfolg basiert nicht
    zuletzt auf einem sehr gut aufgestellten Mittelstand, das
    ist richtig. Der Mittelstand ist stark und wird in den
    nächsten Jahren hoffentlich noch weiter gestärkt. Hierfür
    gilt es auch mit diesem Haushalt die Rahmenbedingun-
    gen zu schaffen.

    Eben ist das Zentrale Innovationsprogramm Mittel-
    stand, kurz ZIM, genannt worden. Dieses Programm hat
    einen kontinuierlichen Mittelanstieg zu verzeichnen, so
    auch in diesem Jahr: Rund 513 Millionen Euro sind es
    2014, und das sind 3 Millionen Euro mehr als im vergan-
    genen Jahr. Dieses Programm unterstützt mit einem sehr
    unbürokratischen Angebot – das sage ich auch als Mit-
    telständler – die forschenden Mittelstandsunternehmen.

    Gerade der Mittelstand spielt in unserer heutigen For-
    schungslandschaft eine enorm wichtige Rolle. In unse-
    rem rohstoffarmen Land ist die Forschung ein wichtiges
    Standbein unserer Wirtschaft. Nicht zuletzt deshalb hat
    diese Große Koalition in den Verhandlungen zum Koali-
    tionsvertrag zusätzlich 3 Milliarden Euro für Forschung
    vorgesehen. Nach meinem Dafürhalten ist es sehr wich-
    tig, dass von diesen Geldern auch der Etat des Bundes-
    wirtschaftsministeriums profitiert. Hier denke ich an die
    Forschung im Luft- und Raumfahrtbereich, auch wenn
    Sie das kritisieren. Ganz besonders denke ich aber an
    Forschungsvorhaben der mittelständischen Industrie in
    den verschiedensten Bereichen.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)


    Dabei ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass das Geld, mit
    dem wir vom Bund Projekte fördern, zu einem Zuwachs
    bzw. zu einer Sicherung von Arbeitsplätzen in den unter-
    stützten Unternehmen führt. Deshalb begrüße ich es
    sehr, dass das Wirtschaftsministerium über eine fortlau-
    fende Kontrolle die Erfolge dieses Programms misst.

    Wir stehen kurz vor dem Beginn der Beratungen für
    den kommenden Bundeshaushalt. Frau Hajduk, ich sage
    Ihnen zu, dass wir Koalitionshaushälter im Zuge dieser
    Beratungen sorgfältig prüfen werden – das habe ich im
    Ausschuss schon gesagt –, ob der Mittelansatz für das
    ZIM angepasst werden muss. Dieses Programm muss
    möglicherweise mit mehr Geldern als bisher ausgestattet
    werden.

    Wenn Unternehmen forschen, dann dient das uns al-
    len. Wir müssen aber darauf achten, dass die Produkte
    bis zur Marktreife entwickelt und dann auch vertrieben
    werden können. Das heißt, wir müssen den Unterneh-
    men auch dann zur Seite stehen, wenn es zum Beispiel
    um Patentanmeldungen geht. Deshalb freue ich mich,
    dass der Bundeswirtschaftsminister 17,1 Millionen Euro
    für die Patentinitiative SIGNO bereitgestellt hat.

    Deutschland muss offen bleiben für Investitionen und
    neue Technologien. Es muss auch offen bleiben für
    Großprojekte und große Unternehmen; denn auch diese
    Unternehmen sind – auch das mögen Sie nicht gerne hö-
    ren – Standbeine der Versorgung und Grund dafür, dass
    Deutschland besser dasteht als manch andere europäi-
    sche Nationen.

    In diesem Zusammenhang denke ich auch an die
    Luft- und Raumfahrtindustrie. Natürlich erhält sie mit
    insgesamt 1,4 Milliarden Euro eine erhebliche Summe.
    Ich sage hier: Die deutsche Luft- und Raumfahrtindus-
    trie spielt aufgrund ihrer internationalen Technologie-
    führerschaft eine führende Rolle; sie hat weltweit Erfolg.
    Somit ist sie ein erheblicher Wachstumsmotor für die
    deutsche Wirtschaft. 105 000 Menschen waren 2013 in
    diesem Bereich beschäftigt. Das entspricht im Vergleich
    zu 2005 einem Anstieg um 24 000 Arbeitsplätze. Ich
    verrate doch kein Geheimnis, wenn ich sage, dass uns,
    der Unionsfraktion, die Luft- und Raumfahrtindustrie
    sehr am Herzen liegt. Sie liegt uns nicht zu Unrecht am
    Herzen. Das wird deutlich, wenn man auf die Beschäfti-
    gungszuwachszahlen und die Erfolge blickt. Gerade des-
    halb ist es von strategischer Bedeutung, Herr Gabriel,
    wie sich Deutschland auf der anberaumten Ministerrats-
    konferenz Ende dieses Jahres hierzu aufstellt. Ganz kon-
    kret müssen wir uns die Frage stellen: Will Europa wei-
    terhin einen Zugang zum All, oder bedienen wir uns
    Trägerraketen Dritter? Für mich ist die Antwort klar: Ich





    Andreas Mattfeldt


    (A) (C)



    (D)(B)

    bekenne mich ganz klar zum europäischen Raumfahrt-
    programm.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Noch ein Wort zum Stellenplan – ich muss das sa-
    gen –: Wir haben im Haushaltsausschuss der Schaffung
    von zahlreichen neuen Stellen im Wirtschaftsministe-
    rium zugestimmt. Knapp 100 neue Stellen werden dort
    entstehen, um die Umsetzung des reformierten EEG
    durchzuführen. Ich gehe davon aus, dass in Verbindung
    mit der von uns morgen zu beschließenden EEG-Novelle
    die Energiewende zu einem Erfolg geführt wird. Herr
    Minister, ich sage aber auch: Angesichts dieser Großzü-
    gigkeit beim Stellenaufwuchs ist der Erfolgsdruck natür-
    lich enorm.


    (Lachen bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Wir wissen alle, dass wir mit einem enormen Kraftakt
    die Umsetzung der Energiewende stemmen müssen.
    Neue Stromleitungen müssen gebaut und bei der Förde-
    rung des Bereichs der erneuerbaren Energien müssen
    neue Wege gegangen werden. Wir als Koalitionshaus-
    hälter von CDU/CSU und SPD stellen uns dieser He-
    rausforderung. Wir werden die Energiewende in den
    kommenden Jahren erfolgreich umsetzen. Dies wird ein
    zentrales, wahrscheinlich das zentrale Projekt dieser Le-
    gislaturperiode sein. Lassen Sie uns das gemeinsam an-
    packen. Ich werbe dafür, dass wir alle mit breiter Mehr-
    heit diesem Haushalt zustimmen.

    Herzlichen Dank.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)