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ID1723202100

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/232 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 232. Sitzung Berlin, Freitag, den 22. März 2013 I n h a l t : Gedenken an den 23. März 1933 . . . . . . . . . . Absetzung des Zusatztagesordnungspunk- tes 11 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 30: Unterrichtung durch die Bundesregierung: Bericht der Bundesregierung zum Stand der Aufarbeitung der SED-Diktatur (Drucksache 17/12115) . . . . . . . . . . . . . . . . . Bernd Neumann, Staatsminister BK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. h. c. Wolfgang Thierse (SPD) . . . . . . . . . . Patrick Kurth (Kyffhäuser) (FDP) . . . . . . . . . Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE) . . . . . . . . Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Raju Sharma (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident (Sachsen-Anhalt) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Siegmund Ehrmann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Stefan Ruppert (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Stefan Liebich (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Michael Frieser (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Burkhardt Müller-Sönksen (FDP) . . . . . . . . . Arnold Vaatz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 31: a) Zweite und dritte Beratung des von den Abgeordneten Gabriele Hiller-Ohm, Anette Kramme, Josip Juratovic, weiteren Abge- ordneten und der Fraktion der SPD einge- brachten Entwurfs eines Gesetzes zur Durchsetzung des Entgeltgleichheitsge- botes für Frauen und Männer (Entgelt- gleichheitsgesetz) (Drucksachen 17/9781, 17/12782) . . . . . . b) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu dem Antrag der Abgeord- neten Dorothee Bär, Markus Grübel, Ingrid Fischbach, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der CDU/CSU sowie der Abgeordneten Nicole Bracht-Bendt, Miriam Gruß, Rainer Brüderle und der Fraktion der FDP: Entgeltgleichheit für Frauen und Männer verwirklichen – Familien- freundliche Unternehmen als Beitrag zur Gleichstellung der Geschlechter (Drucksachen 17/12483, 17/12782) . . . . . c) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales zu dem Antrag der Abgeordneten Renate Künast, Beate Müller-Gemmeke, Ekin Deligöz, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Frauen verdienen mehr – Entgeltdiskri- minierung von Frauen verhindern (Drucksachen 17/8897, 17/12575) . . . . . . Nadine Schön (St. Wendel) (CDU/CSU) . . . . Dr. Frank-Walter Steinmeier (SPD) . . . . . . . . Nicole Bracht-Bendt (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Diana Golze (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . Katrin Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU/CSU) . 29003 A 29004 A 29004 A 29004 A 29005 D 29008 B 29010 A 29011 D 29013 D 29015 B 29016 B 29017 D 29018 C 29020 A 29021 C 29022 B 29024 B 29024 B 29024 C 29024 D 29026 C 29027 D 29029 D 29031 C 29032 D Inhaltsverzeichnis II Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 232. Sitzung. Berlin, Freitag, den 22. März 2013 Elke Ferner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Miriam Gruß (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Yvonne Ploetz (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Beate Müller-Gemmeke (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Paul Lehrieder (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Angelika Graf (Rosenheim) (SPD) . . . . . . Christel Humme (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Katharina Landgraf (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Gabriele Hiller-Ohm (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Eckhard Pols (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 32: a) Antrag der Abgeordneten Dr. Joachim Pfeiffer, Eckhardt Rehberg, Thomas Bareiß, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der CDU/CSU sowie der Abgeordneten Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Martin Lindner (Berlin), Torsten Staffeldt, weite- rer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Den Wandel in der maritimen Wirtschaft begleiten und ihre nationale Aufgabe für den Wirtschaftsstandort Deutschland herausstellen (Drucksache 17/12817) . . . . . . . . . . . . . . . b) Antrag der Abgeordneten Uwe Beckmeyer, Sören Bartol, Martin Burkert, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD: Umsteuern in der Krise – Maritime Wirtschaft unterstützen (Drucksache 17/12723) . . . . . . . . . . . . . . . c) Antrag der Abgeordneten Herbert Behrens, Dr. Kirsten Tackmann, Dr. Dietmar Bartsch, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Soziale Arbeitsbedingun- gen in der maritimen Wirtschaft för- dern – Flaggenflucht verhindern (Drucksache 17/12823) . . . . . . . . . . . . . . . d) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Dritter Bericht der Bundesregierung über die Entwicklung und Zukunftsper- spektiven der maritimen Wirtschaft in Deutschland (Drucksache 17/12567) . . . . . . . . . . . . . . . in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 10: Beschlussempfehlung und Bericht des Fi- nanzausschusses zu dem Antrag der Abgeord- neten Dr. Valerie Wilms, Dr. Gerhard Schick, Bettina Herlitzius, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Europäische Tonnagesteuer statt Steuer- sparmodell (Drucksachen 17/12697, 17/12878) . . . . . . . . Hans-Joachim Otto, Parl. Staatssekretär BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Uwe Beckmeyer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Enak Ferlemann, Parl. Staatssekretär BMVBS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Herbert Behrens (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Dr. Valerie Wilms (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Eckhardt Rehberg (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Ingo Egloff (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Torsten Staffeldt (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . Ingbert Liebing (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 33: Antrag der Abgeordneten Frank Tempel, Jan Korte, Agnes Alpers, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Einrichtung einer Bundesfinanzpolizei als Wirtschafts- und Finanzermittlungsbehörde (Drucksache 17/12708) . . . . . . . . . . . . . . . . . Frank Tempel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Patricia Lips (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Frank Tempel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Martin Gerster (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Birgit Reinemund (FDP) . . . . . . . . . . . . . Dr. Gerhard Schick (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Hartmann (Wackernheim) (SPD) . . . Tagesordnungspunkt 34: Erste Beratung des von den Fraktionen CDU/ CSU, SPD, FDP, DIE LINKE und BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Ent- wurfs eines Gesetzes über die Zusammenar- beit von Bundesregierung und Deutschem Bundestag in Angelegenheiten der Europäi- schen Union (EUZBBG) (Drucksache 17/12816) . . . . . . . . . . . . . . . . . Bernhard Kaster (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Axel Schäfer (Bochum) (SPD) . . . . . . . . . . . Manuel Sarrazin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Stefan Ruppert (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Alexander Ulrich (DIE LINKE) . . . . . . . . . . 29034 C 29035 C 29036 D 29037 D 29038 C 29040 A 29041 B 29042 D 29044 B 29045 B 29047 B 29047 C 29047 C 29047 C 29047 D 29048 A 29049 A 29050 D 29052 B 29054 A 29055 C 29057 C 29058 D 29059 D 29062 A 29062 A 29063 A 29063 C 29065 A 29065 D 29067 A 29067 D 29068 D 29069 A 29070 B 29070 D 29072 A 29073 A Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 232. Sitzung. Berlin, Freitag, den 22. März 2013 III Manuel Sarrazin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Stübgen (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 35: a) Zweite und dritte Beratung des von den Abgeordneten Wolfgang Wieland, Volker Beck (Köln), Ingrid Hönlinger, weiteren Abgeordneten und der Fraktion BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Ent- wurfs eines … Gesetzes zur Änderung des Waffengesetzes – Schutz vor Gefah- ren für Leib und Leben durch kriegs- waffenähnliche halbautomatische Schuss- waffen (Drucksachen 17/7732, 17/12872) . . . . . . b) Beschlussempfehlung und Bericht des In- nenausschusses zu dem Antrag der Abge- ordneten Wolfgang Wieland, Volker Beck (Köln), Kai Gehring, weiterer Abgeordne- ter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Mehr öffentliche Sicherheit durch weniger private Waffen (Drucksachen 17/2130, 17/12872) . . . . . . Günter Lach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Gabriele Fograscher (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Serkan Tören (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Frank Tempel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . Anlage 2 Amtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29074 A 29075 A 29076 B 29076 C 29076 C 29078 C 29079 D 29081 C 29082 C 29083 D 29085 A 29086 B Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 232. Sitzung. Berlin, Freitag, den 22. März 2013 29003 (A) (C) (D)(B) 232. Sitzung Berlin, Freitag, den 22. März 2013 Beginn: 9.01 Uhr
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    Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 232. Sitzung. Berlin, Freitag, den 22. März 2013 29085 (A) (C) (D)(B) Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Bär, Dorothee CDU/CSU 22.03.2013 Bleser, Peter CDU/CSU 22.03.2013 Burchardt, Ulla SPD 22.03.2013 Canel, Sylvia FDP 22.03.2013 Dittrich, Heidrun DIE LINKE 22.03.2013 Dr. Franke, Edgar SPD 22.03.2013 Frankenhauser, Herbert CDU/CSU 22.03.2013 Goldmann, Hans- Michael FDP 22.03.2013 Günther (Plauen), Joachim FDP 22.03.2013 Gunkel, Wolfgang SPD 22.03.2013 Hahn, Florian CDU/CSU 22.03.2013 Heinen-Esser, Ursula CDU/CSU 22.03.2013 Hempelmann, Rolf SPD 22.03.2013 Dr. Jochimsen, Lukrezia DIE LINKE 22.03.2013 Jung (Konstanz), Andreas CDU/CSU 22.03.2013 Kamp, Heiner FDP 22.03.2013 Krischer, Oliver BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 22.03.2013 Krüger-Leißner, Angelika SPD 22.03.2013* Krumwiede, Agnes BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 22.03.2013 Kühn, Stephan BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 22.03.2013 Laurischk, Sibylle FDP 22.03.2013 Ludwig, Daniela CDU/CSU 22.03.2013 Maisch, Nicole BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 22.03.2013 Mast, Katja SPD 22.03.2013 Mayer (Altötting), Stephan CDU/CSU 22.03.2013 Menzner, Dorothée DIE LINKE 22.03.2013 Mißfelder, Philipp CDU/CSU 22.03.2013 Möller, Kornelia DIE LINKE 22.03.2013 Movassat, Niema DIE LINKE 22.03.2013 Nešković, Wolfgang fraktionslos 22.03.2013 Dr. von Notz, Konstantin BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 22.03.2013 Paus, Lisa BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 22.03.2013 Dr. Pfeiffer, Joachim CDU/CSU 22.03.2013 Rebmann, Stefan SPD 22.03.2013 Dr. Reimann, Carola SPD 22.03.2013 Remmers, Ingrid DIE LINKE 22.03.2013 Sager, Krista BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 22.03.2013 Schlecht, Michael DIE LINKE 22.03.2013 Schmidt (Eisleben), Silvia SPD 22.03.2013 Schreiner, Ottmar SPD 22.03.2013 Schulz, Jimmy FDP 22.03.2013 Dr. Schwanholz, Martin SPD 22.03.2013 Schwanitz, Rolf SPD 22.03.2013 Seif, Detlef CDU/CSU 22.03.2013 Senger-Schäfer, Kathrin DIE LINKE 22.03.2013 Silberhorn, Thomas CDU/CSU 22.03.2013* Simmling, Werner FDP 22.03.2013 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Anlagen 29086 Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 232. Sitzung. Berlin, Freitag, den 22. März 2013 (A) (C) (D)(B) * für die Teilnahme an der 128. Jahreskonferenz der Interparlamenta- rischen Union Anlage 2 Amtliche Mitteilungen Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat mit- geteilt, dass sie den Antrag Begriffe „Vegetarisch“ und „Vegan“ gesetzlich schützen auf Drucksache 17/3067 zurückzieht. Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden Unionsdokumente zur Kenntnis genommen oder von ei- ner Beratung abgesehen hat. Innenausschuss Drucksache 17/10898 Nr. A.3 Ratsdokument 13327/12 Drucksache 17/11919 Nr. A.5 Ratsdokument 16019/12 Drucksache 17/11919 Nr. A.6 Ratsdokument 17344/12 Drucksache 17/12126 Nr. A.10 Ratsdokument 17322/12 Drucksache 17/12126 Nr. A.11 Ratsdokument 17360/12 Sportausschuss Drucksache 17/8967 Nr. A.3 EP P7_TA-PROV(2012)0025 Drucksache 17/11919 Nr. A.7 Ratsdokument 16214/12 Rechtsausschuss Drucksache 17/10710 Nr. A.23 Ratsdokument 11780/12 Drucksache 17/11919 Nr. A.8 Ratsdokument 16097/12 Drucksache 17/12126 Nr. A.14 Ratsdokument 5213/13 Drucksache 17/12126 Nr. A.15 Ratsdokument 17324/12 Drucksache 17/12244 Nr. A.13 Ratsdokument 17817/12 Drucksache 17/12244 Nr. A.15 Ratsdokument 17881/12 Finanzausschuss Drucksache 17/12449 Nr. A.4 Ratsdokument 5132/13 Drucksache 17/12449 Nr. A.5 Ratsdokument 5249/13 Haushaltsausschuss Drucksache 17/12244 Nr. A.20 Ratsdokument 17929/12 Ausschuss für Wirtschaft und Technologie Drucksache 17/12449 Nr. A.6 Ratsdokument 5292/13 Drucksache 17/12587 Nr. A.3 Ratsdokument 6121/13 Drucksache 17/12587 Nr. A.4 Ratsdokument 6122/13 Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Drucksache 17/12126 Nr. A.45 Ratsdokument 17135/12 Strothmann, Lena CDU/CSU 22.03.2013 Süßmair, Alexander DIE LINKE 22.03.2013 Dr. Terpe, Harald BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 22.03.2013 Walter-Rosenheimer, Beate BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 22.03.2013 Weinberg, Harald DIE LINKE 22.03.2013 Winkler, Josef Philip BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 22.03.2013* Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich 232. Sitzung Inhaltsverzeichnis TOP 30 Stand der Aufarbeitung der SED-Diktatur TOP 31 Entgeltgleichheit für Frauen und Männer TOP 32, ZP 10 Maritime Wirtschaft TOP 33 Einrichtung einer Bundesfinanzpolizei TOP 34 Zusammenarbeit in EU-Angelegenheiten (EUZBBG) TOP 35 Waffenrecht Anlagen
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Stefan Liebich


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren!

    Der Alterspräsident des 13. Deutschen Bundestages,
    Stefan Heym, dessen 100. Geburtstag wir in wenigen Ta-
    gen begehen, schrieb in seinem Buch 5 Tage im Juni:


    (Cornelia Behm [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Der ist nur im Westen veröffentlicht! Das sollte man nicht vergessen!)


    Die Arbeiterklasse, sagen wir, sei die führende
    Klasse und die Partei die führende Kraft der Klasse.
    Offensichtlich muß es Menschen geben, die stell-
    vertretend auftreten für die führende Klasse und de-
    ren führende Kraft. Aber wer verhindert, daß sie,
    stellvertretend, nur noch sich selbst vertreten?

    Dieses Buch von Stefan Heym wurde 1965 in der
    DDR von Erich Honecker kritisiert und durfte bis zum
    Ende der DDR dort nicht erscheinen.

    Ich finde es gut, dass wir uns heute mit der Vergan-
    genheit eines Teils unseres Landes befassen. Und natür-
    lich richten sich in dieser Debatte viele Augen auf unsere
    Fraktion – wie könnte es anders sein. Ich verstehe das.
    Unsere Partei Die Linke ist Rechtsnachfolgerin der PDS,
    und diese ist aus der SED hervorgegangen.


    (Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident [Sachsen-Anhalt]: Umbenannt!)


    Wir leugnen das nicht. Wir sind vor unserer Vergangen-
    heit nicht einfach davongelaufen, und wir tun das auch
    heute nicht.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Der Vorwurf allerdings, wir würden uns mit unserer
    Vergangenheit nicht auseinandersetzen, ist nun wirklich
    nachweisbar falsch.


    (Burkhardt Müller-Sönksen [FDP]: Eben nicht!)


    In unserem Parteiprogramm, das wir im Oktober 2011
    beschlossen haben, heißt es:





    Stefan Liebich


    (A) (C)



    (D)(B)


    Ein Sozialismusversuch, der nicht von der großen
    Mehrheit des Volkes demokratisch gestaltet, son-
    dern von einer Staats- und Parteiführung autoritär
    gesteuert wird, muss früher oder später scheitern.
    Ohne Demokratie kein Sozialismus.


    (Beifall bei der LINKEN – Wolfgang Wieland [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das soll reichen?)


    Deshalb formulierten die Mitglieder der SED/PDS
    …: „Wir brechen unwiderruflich mit dem Stalinis-
    mus als System.“


    (Cornelia Behm [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Aber Sie tun es nicht!)


    Dieser Bruch mit dem Stalinismus gilt für DIE
    LINKE ebenso.


    (Beifall bei der LINKEN – Cornelia Behm [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Aber Sie tun es doch nicht!)


    So weit unser Grundsatzprogramm.

    Ja, unsere Partei kommt aus der SED. Aber eines muss
    auch gesagt werden, Herr Wieland, Herr Kurth: Wir sind
    nicht mehr die SED. Über 90 Prozent der SED-Mitglieder
    haben die Partei bereits 1989/90 verlassen. Und schon
    damals kamen neue hinzu: Halina Wawzyniak, Angela
    Marquardt oder auch ich selbst seien hier erwähnt.

    Und auch wenn es eher die Ausnahme als die Regel
    war – ich will es an dieser Stelle erwähnen –: Auch Ver-
    treter der DDR-Opposition stritten seit der Wende an un-
    serer Seite,


    (Gunther Krichbaum [CDU/CSU]: Was ist mit dem Vermögen der SED passiert?)


    Marion Seelig zum Beispiel, unsere langjährige Abge-
    ordnete im Abgeordnetenhaus von Berlin, deren Tod wir
    erst kürzlich beklagen mussten. Herr Wieland, Ihre Rede
    war deshalb für mich so erstaunlich, weil Sie es besser
    wissen.


    (Beifall bei der LINKEN – Gunther Krichbaum [CDU/CSU]: Offene Worte zum Vermögen der SED!)


    Sie, Herr Wieland, haben mit Marion Seelig viele Jahre
    im Abgeordnetenhaus von Berlin im Innenausschuss zu-
    sammengearbeitet. Sie wissen ganz genau, welche De-
    batten Marion Seelig bei uns in der Partei und in der
    Fraktion angestoßen hat. Trotzdem bauen Sie hier so ei-
    nen Pappkameraden auf.


    (Beifall bei der LINKEN – Wolfgang Wieland [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie sagen doch selber: eine Außenseiterin! – Patrick Kurth [Kyffhäuser] [FDP]: Pappkameraden?)


    Marion Seelig hat in der DDR in der „Kirche von Un-
    ten“ gearbeitet und war Teilnehmerin am Zentralen Run-
    den Tisch. Sie war sowohl in der DDR als auch in der
    Bundesrepublik eine wirkliche Bürgerrechtlerin – ohne
    das heute so gern verwendete „ehemalig“ davor. Aber
    nicht nur wegen Menschen wie Marion Seelig ist uns der

    Blick zurück wichtig und schätzen wir die Arbeit jener,
    die hierzu ernsthaft forschen, dokumentieren und infor-
    mieren.

    Sehr geehrte Damen und Herren, der Bericht, über
    den wir hier sprechen, enthält allerdings auch Leerstel-
    len. Über die Blockparteien der DDR erfährt man, an-
    ders als über die Rolle der SED, die sehr ausführlich dar-
    gestellt wird, fast nichts.


    (Patrick Kurth [Kyffhäuser] [FDP]: Sie haben doch diese Partei daraus gemacht!)


    Richtig ist, Herr Kauder, dass die SED die führende
    Rolle in der DDR innehatte; falsch ist hingegen die An-
    nahme, dass es sich bei der CDU der DDR und der De-
    mokratischen Bauernpartei der DDR, mit der sich die
    CDU am 2. Oktober 1990 vereinigt hat, oder bei der
    LDPD und der NDPD der DDR, Herr Kurth, mit denen
    sich die FDP vereinigt hat, um Oppositionsbewegungen
    handelte. Das ist falsch.


    (Beifall bei der LINKEN und bei der SPD – Patrick Kurth [Kyffhäuser] [FDP]: Sie haben die Leute erschossen! 19-Jährige haben sie erschossen! Das kann ja wohl nicht wahr sein, was Sie hier abliefern! Ihre Vorgänger haben die Leute erschossen und guillotiniert!)


    Alle vier Parteien – Herr Ministerpräsident Haseloff,
    ich möchte es an dieser Stelle sagen – waren bis zum bit-
    teren Ende der DDR 1990 mit 208 von 500 Abgeordne-
    ten in der Volkskammer vertreten. Alle Parteien, Herr
    Haseloff – Sie sind 1976 der Ost-CDU beigetreten, als
    ich vier Jahre alt war –,


    (Zuruf von der SPD: Hört! Hört!)


    stellten bis zum Schluss Minister in der DDR – ganz am
    Schluss die Minister für Umwelt, Post und Justiz. Inso-
    fern möchte ich Roland Jahn recht geben, der sagte, die
    Union könnte mehr zur Erforschung ihrer Vergangen-
    heit, der DDR-Blockpartei CDU, beitragen.


    (Beifall bei der LINKEN und der SPD – Patrick Kurth [Kyffhäuser] [FDP]: Das ist eine Nebelkerze!)


    Apropos Roland Jahn: Wir sind natürlich dafür, dass
    die Einsicht in die Akten des ehemaligen Ministeriums
    für Staatssicherheit gewährleistet bleibt. Unter welchem
    Namensschild dies passiert, ist hierbei nicht das Ent-
    scheidende.

    Sehr geehrte Damen und Herren, wir Linke ducken
    uns vor den Debatten über die Vergangenheit nicht weg,


    (Patrick Kurth [Kyffhäuser] [FDP]: Doch! Das machen Sie doch gerade! Sie relativieren! Das ist doch Geschichtsrelativismus!)


    auch wenn Sie hier wider besseres Wissen immer wieder
    etwas anderes behaupten. Der Sozialismus, für den wir
    streiten, der liegt nicht hinter uns, der liegt vor uns. Und
    es kann nur ein demokratischer Sozialismus sein.


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD – Burkhardt Müller-Sönksen [FDP]: Gott sei Dank nicht!)







    (A) (C)



    (D)(B)




Rede von Petra Pau
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)

Das Wort hat der Kollege Michael Frieser für die

Unionsfraktion.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)



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    Rede von Michael Frieser


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CSU)


    Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen!

    Es ist nicht ganz einfach, nach so einem Ausfall an das
    Rednerpult zu treten. Ich will mich auch nicht an dieser
    Art von Geschichtsklitterung beteiligen.


    (Beifall des Abg. Burkhardt Müller-Sönksen [FDP])


    Ich habe an der Stelle nämlich den Eindruck, dass Unbe-
    lehrbarkeit herrscht. Eine Unterrichtung durch die Bun-
    desregierung sollte man eigentlich als Unterricht nutzen,
    statt sich hier hinzustellen und zu sagen – Sie wissen es
    doch besser als jeder andere in diesem Raum; ich meine
    da auch die Kollegen aus der CDU/CSU und der FDP –,
    dass erst dieses System eigentlich demokratische Par-
    teien zu seinem Bestandteil gemacht hat, indem sie un-
    terwandert und missbraucht wurden.


    (Beifall des Abg. Holger Krestel [FDP] – Stefan Liebich [DIE LINKE]: Freiwillig!)


    Das als Argument in die Debatte einzuführen, ist eigent-
    lich pure kommunistische Dialektik.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    Das sollten Sie besser wissen. Das entbehrt auch jeder
    Grundlage.

    Und, Herr Liebich, in dieser Art und Weise mit dem
    Wort „Pappkamerad“ zu operieren –


    (Burkhardt Müller-Sönksen [FDP]: Unglaublich!)


    Kollege Wieland, Sie wissen, dass ich Sie sehr schätze;
    ich nehme Sie da auch in Schutz –, zeigt, wes Geistes
    Kind Sie sind,


    (Burkhardt Müller-Sönksen [FDP]: Da ist das Wort „Schießbefehl“ sehr nahe!)


    wenn es um die Art und Weise der Auseinandersetzung
    geht.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


    Wer wie die Linke in der Tradition der PDS und der SED
    steht und die Verantwortung für Tod und Stacheldraht
    und Mauer hat, der sollte sich nicht hinstellen und ande-
    ren, die kritisieren, das Wort „Pappkamerad“ vorhalten.
    Ich glaube, da wäre eine Entschuldigung notwendig.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    Herr Staatsminister, was untergeht, ist die Auseinan-
    dersetzung über die Unterrichtung durch die Bundes-
    regierung. Der Bericht ist eine Bestandsaufnahme; zu-
    gleich geht er weit darüber hinaus. Ich bedanke mich für
    die CSU innerhalb der CDU/CSU herzlich für diesen
    Bericht. Ich will deutlich machen, dass es sich bei die-
    sem Bericht – manchmal habe ich den Eindruck: die

    SPD agiert mittlerweile sehr obsessiv, wenn es um die
    Frage der Kritik geht – um ein Kompendium handelt, in
    dem wirklich ein kollektiver Bewusstwerdungsprozess
    deutlich wird. Auf der einen Seite handelt es sich um
    eine Chronik; es wird ein chronologischer Fortgang be-
    schrieben. Auf der anderen Seite handelt es sich um ei-
    nen Katalog des politisch Möglichen und des politisch
    Machbaren. Wir wissen, dass die Beispiele aus der Pra-
    xis die Voraussetzung dafür sind, dass ein Gesamtpro-
    zess in der Bundesrepublik stattfinden kann, in dem die
    Aufarbeitung das Wesentliche ist. Es handelt sich um ei-
    nen gesamtgesellschaftlichen Prozess, und genau das
    bildet dieser Bericht ab.

    Wie schon zu Recht betont wurde, ist eine Aufarbei-
    tung weder allein durch den Staat möglich, noch ist sie
    zu verordnen.


    (Dr. h. c. Wolfgang Thierse [SPD]: Richtig!)


    Wir brauchen die Menschen, und wir brauchen die Be-
    reitschaft der Menschen, diesen Weg mitzugehen.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


    Deshalb ist es ganz wichtig, dass die Opferverbände,
    UOKG natürlich, Forschung und Lehre in die Darstel-
    lung eingebunden wurden. Auch die Gedenkstättenkon-
    zeption wird angesprochen. Dass Politik, Verwaltung
    und Enquete-Kommissionen dafür den Boden bereiten,
    die Rahmenbedingungen setzen, ist das eigentlich Ent-
    scheidende, das Wesentliche.

    Die CDU/CSU hat ihren Beitrag geleistet und ihren
    Stempel mit aufgedrückt bei all den Entscheidungen, die
    getroffen wurden, etwa zum Stasi-Unterlagen-Gesetz,
    zur Opferrente und zur Stiftung zur Aufarbeitung der
    SED-Diktatur.

    So exzeptionell der Vorgang einer friedlichen, gewalt-
    freien Revolution und des damit einhergehenden Um-
    bruchs war, so dramatisch ist natürlich auch die Aus-
    einandersetzung über das Ungewöhnliche dieses Weges.

    Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich als Jugend-
    licher an der S-Bahn-Station Friedrichstraße am Grenz-
    übergang stand, nur einen Steinwurf von hier entfernt,
    mit dem Gefühl der Überwachung im Genick, der greif-
    baren Pression. Deshalb verletzt es mich fast, wenn ich
    lesen, erfahren und feststellen muss, dass sich gerade
    junge Leute in einer erschreckenden Art und Weise
    durch Nichtwissen auszeichnen.

    Meine sehr verehrten Damen und Herren, Nichtwis-
    sen führt immer zu „nicht wissen“: nicht wissen, wie
    man mit Menschen umgeht, nicht wissen, wie man Pro-
    bleme angeht, nicht wissen, wie man anderen gegen-
    übertritt, um Probleme aus dem Weg zu schaffen, wie
    man andere, die Leid und Unrecht erfahren haben, um
    Vergebung bitten kann. Das ist etwas, was tatsächlich
    fehlt. Das ist der Grund für die Ausbildung von Ostalgie.
    Die Zahl der Besucher in Hohenschönhausen aus den al-
    ten Bundesländern: gigantisch; aus den neuen Bundes-
    ländern: besorgniserregend. Darauf sollten und müssen
    wir achten.





    Michael Frieser


    (A) (C)



    (D)(B)


    Als Integrationsbeauftragter meiner Fraktion wün-
    sche ich mir, dass diese Aufarbeitung im demokratischen
    Prozess auch dazu führt, dass – ich sage einmal – demo-
    kratische Wurzeln von Menschen mit Migrationshinter-
    grund gestärkt werden, die oftmals selber in ihrer Bio-
    grafie Unrecht und Willkür eines Landes, eines Staates
    erlebt haben. Diese Unterrichtung kann ein beispielge-
    bender Anlass sein, den Menschen deutlich zu machen,
    dass man auch so damit umgehen kann.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    Herr Bartsch, ich muss auch deutlich sagen, dass es
    nicht angeht, dass man sich unter Berufung auf die Tat-
    sache, dass Unrecht in sich nicht vergleichbar ist, bei
    diesem Thema immer wieder vom Acker macht. Die Be-
    zugnahme auf die Diktaturen des 20. Jahrhunderts ist
    immer schwierig, dieser Weg führt nur ganz selten zum
    Erfolg, weil er entweder das Unrecht des einen relati-
    viert oder das Unrecht des anderen bagatellisiert. Dieje-
    nigen, die Verantwortung tragen, müssen aber deutlich
    machen, dass man mit diesen Folgen leben muss. Es
    wäre jedoch aberwitzig, wenn man Fehler, die bei der
    Aufarbeitung dieser Phase des 20. Jahrhunderts began-
    gen wurden, erneut machen würde. Deshalb sage ich an
    dieser Stelle: Es war nach dem Zweiten Weltkrieg ein re-
    volutionärer Akt, die Wiege eines modernen Völker-
    strafrechtes aus den Nürnberger Prinzipien zu entwi-
    ckeln. Jetzt könnten wir genauso beispielgebend für die
    Welt sein. Der Prozess der Aufarbeitung könnte auch für
    andere beispielgebend sein.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Wenn Hohenschönhausen einlädt, dann kommen
    120 Botschafter. Ein Projekt mit Tunesien ist bereits an-
    gestoßen. Das kann etwas sein. Das verhindern Sie,
    wenn Sie engstirnig immer sagen, es dürfe doch um
    Gottes Willen nichts relativiert werden. Wenn Sie sich
    der Aufarbeitung stellen, wären wir in der Lage, ein Bei-
    spiel zu geben und den Menschen, statt ihnen den Weg
    zu verstellen, eine Perspektive zu eröffnen.

    Bedeutend in diesem Aufarbeitungsprozess ist immer
    die Absicht, dass man den Menschen, denen Unrecht
    und Leid geschah und die heute noch daran leiden, eine
    Perspektive gibt, aber auch denjenigen, die am Unrecht
    beteiligt waren. Das ist die Grundlage für ein Zusam-
    menleben, für ein gedeihliches Morgen, für ein Mitei-
    nander in einem demokratischen Staat. Wer immer das
    Klischee der Siegerjustiz bedient, wird nichts anderes er-
    reichen als eine Blockade im Kopf, eine Blockade in den
    Herzen, die die Menschen voneinander fern hält, sie aber
    nicht aufeinander zubewegt. Das sollten Sie bei der Ge-
    schichte Ihrer Partei überdenken.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    Auch ich glaube, dass Aufarbeitung immer ein
    schwieriger und schmerzvoller Prozess ist. Das liegt im
    Wesen der Dinge. Dass dieser Prozess aber möglich ist,
    zeigt die vorliegende Unterrichtung durch die Bundes-
    regierung. Deshalb, Herr Staatsminister, vielen herzli-
    chen Dank dafür, dass hier Unterrichtung zum Unterricht
    in Geschichte wird.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)