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ID1722005800

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/220 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 220. Sitzung Berlin, Freitag, den 1. Februar 2013 I n h a l t : Tagesordnungspunkt 35: a) – Zweite und dritte Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und FDP ein- gebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Entbürokratisierung des Gemeinnüt- zigkeitsrechts (Gemeinnützigkeitsent- bürokratisierungsgesetz – GemEntBG)  (Drucksachen 17/11316, 17/12123) . . – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Ent- wurfs eines Gesetzes zur Entbürokra- tisierung des Gemeinnützigkeits- rechts (Gemeinnützigkeitsentbüro- kratisierungsgesetz – GemEntBG) (Drucksachen 17/11632, 17/12037, 17/12123) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Bericht des Haushaltsausschusses ge- mäß § 96 der Geschäftsordnung (Drucksache 17/12124) . . . . . . . . . . . . b) Zweite und dritte Beratung des vom Bun- desrat eingebrachten Entwurfs eines Ge- setzes zur Förderung ehrenamtlicher Tätigkeit im Verein (Drucksachen 17/5713, 17/12125) . . . . . . c) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales – zu dem Antrag der Abgeordneten Katrin Kunert, Katja Kipping, Dr. Dietmar Bartsch, weiterer Abge- ordneter und der Fraktion DIE LINKE: Aufwandsentschädigungen für kom- munale Mandatsträgerinnen und Mandatsträger sowie Amtsträgerin- nen und Amtsträger nicht auf Leis- tungen nach dem Zweiten und Zwölften Buch Sozialgesetzbuch an- rechnen – zu dem Antrag der Abgeordneten Katja Kipping, Katrin Kunert, Diana Golze, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Keine Anrech- nung von Aufwandsentschädigun- gen für bürgerschaftliches Engage- ment auf Leistungen nach dem Zweiten und Zwölften Buch Sozial- gesetzbuch (Drucksachen 17/7646, 17/7653, 17/11253 Buchstabe a und b) . . . . . . . . . . . . . . . . . . d) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Erster Engagementbericht – Für eine Kultur der Mitverantwortung – Bericht der Sachverständigenkommission  und Stellungnahme der Bundesregierung (Drucksache 17/10580) . . . . . . . . . . . . . . Christian Freiherr von Stetten (CDU/CSU) . . Petra Hinz (Essen) (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Birgit Reinemund (FDP) . . . . . . . . . . . . . Dr. Barbara Höll (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Britta Haßelmann (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Frank Steffel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Ute Kumpf (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christian Freiherr von Stetten  (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Marco Buschmann (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . Karl Holmeier (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Siegmund Ehrmann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . Markus Grübel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Florian Bernschneider (FDP) . . . . . . . . . . . . . 27337 A 27337 B 27337 B 27337 C 27337 D 27338 A 27338 B 27339 C 27341 C 27342 D 27345 A 27347 D 27348 D 27350 B 27351 B 27352 A 27353 A 27354 A 27355 A Inhaltsverzeichnis II Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 220. Sitzung. Berlin, Freitag, den 1. Februar 2013 Klaus Riegert (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Reinhard Grindel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 34: Antrag der Fraktion der SPD: Erkenntnisse der Verfassungsschutzbehörden von Bund und Ländern zur Verfassungswidrigkeit der „Nationaldemokratischen Partei Deutschlands“ (Drucksache 17/12168) . . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Oppermann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Dr. Franz Josef Jung (CDU/CSU) . . . . . . . . . Ulla Jelpke (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . Hartfrid Wolff (Rems-Murr) (FDP) . . . . . . . . Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Hans-Peter Uhl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Ralf Jäger, Minister (Nordrhein- Westfalen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Stefan Ruppert (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Petra Pau (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Bosbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Michael Hartmann (Wackernheim)  (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Patrick Kurth (Kyffhäuser) (FDP) . . . . . . . Dr. Patrick Sensburg (CDU/CSU) . . . . . . . . . Helmut Brandt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 37: a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zu dem Vertrag vom 9. Dezember 2011 über den Beitritt der Republik Kroatien zur Europäischen Union (Drucksache 17/11872) . . . . . . . . . . . . . . . b) Antrag der Abgeordneten Josip Juratovic, Dietmar Nietan, Axel Schäfer (Bochum), weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD: EU-Beitritt der Republik Kroatien zum Erfolg führen (Drucksache 17/12182) . . . . . . . . . . . . . . . Michael Link, Staatsminister  AA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Josip Juratovic (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Dörflinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Stefan Liebich (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Manuel Sarrazin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Karl Holmeier (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 36: a) Beschlussempfehlung und Bericht des Verteidigungsausschusses zu dem Antrag der Abgeordneten Paul Schäfer (Köln), Wolfgang Gehrcke, Jan van Aken, weite- rer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Kein Zugang von Kindern und Jugendlichen zu Kriegswaffen bei Bun- deswehr-Veranstaltungen (Drucksachen 17/8609, 17/9597) . . . . . . . b) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Menschenrechte und hu- manitäre Hilfe zu dem Antrag der Abge- ordneten Katrin Werner, Diana Golze, Paul Schäfer (Köln), weiterer Abgeordne- ter und der Fraktion DIE LINKE: Mili- tärische Verwendung von Minder- jährigen beenden – Ehemalige Kindersoldatinnen und Kindersoldaten unterstützen (Drucksachen 17/8491, 17/9916) . . . . . . . Jürgen Hardt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Angelika Graf (Rosenheim) (SPD) . . . . . . . . Pascal Kober (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Paul Schäfer (Köln) (DIE LINKE) . . . . . . . . Tom Koenigs (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Frank Heinrich (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 39: a) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Kultur und Medien – zu dem Antrag der Abgeordneten Wolfgang Börnsen (Bönstrup), Johannes Selle, Dorothee Bär, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der CDU/CSU sowie der Abgeordneten Dr. Claudia Winterstein, Burkhardt Müller-Sönksen, Reiner Deutschmann, weiterer Abgeordneter und der Frak- tion der FDP: Das Filmerbe stärken, die Kulturschätze für die Nachwelt bewahren und im digitalen Zeitalter zugänglich machen – zu dem Antrag der Abgeordneten Angelika Krüger-Leißner, Siegmund Ehrmann, Petra Ernstberger, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD: Ein nationales Digitalisie- rungsprogramm für unser Filmerbe 27355 D 27357 A 27358 D 27359 A 27360 C 27362 A 27363 A 27364 B 27365 B 27367 A 27368 C 27369 D 27370 D 27372 A 27373 C 27374 D 27375 C 27377 A 27378 B 27378 C 27378 D 27380 A 27381 C 27382 C 27383 C 27384 C 27385 B 27385 C 27385 C 27386 C 27388 A 27389 A 27390 B 27391 A Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 220. Sitzung. Berlin, Freitag, den 1. Februar 2013 III – zu dem Antrag der Abgeordneten Kathrin Senger-Schäfer, Jan Korte, Herbert Behrens, weiterer Abgeordne- ter und der Fraktion DIE LINKE: Fi- nanzierung zur Bewahrung des deutschen Filmerbes endlich sicher- stellen – zu dem Antrag der Abgeordneten Claudia Roth (Augsburg), Tabea Rößner, Dr. Konstantin von Notz, wei- terer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Um- fassende Initiative zur Digitalisie- rung des Filmerbes starten (Drucksachen 17/11006, 17/10098, 17/11007, 17/8353, 17/11933) . . . . . . . . . . . . . . . . . . b) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Drit- ten Gesetzes zur Änderung des Bundes- archivgesetzes (Drucksache 17/12012) . . . . . . . . . . . . . . . Bernd Neumann, Staatsminister  BK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Angelika Krüger-Leißner (SPD) . . . . . . . . . . Dr. Claudia Winterstein (FDP) . . . . . . . . . . . . Kathrin Senger-Schäfer (DIE LINKE) . . . . . . Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johannes Selle (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 38: a) Erste Beratung des von den Abgeordneten Volker Beck (Köln), Ingrid Hönlinger, Memet Kilic, weiteren Abgeordneten und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN eingebrachten Entwurfs eines ... Ge- setzes zur Änderung des Parteiengeset- zes – Begrenzung von Parteispenden und Transparenz beim Sponsoring für Parteien (Transparenzgesetz) (Drucksache 17/11877) . . . . . . . . . . . . . . . b) Antrag der Abgeordneten Raju Sharma, Jan Korte, Agnes Alpers, weiterer Abge- ordneter und der Fraktion DIE LINKE: Demokratie stärken, Lobbyismus ver- hindern und Parteienfinanzierung transparenter gestalten (Drucksache 17/9063) . . . . . . . . . . . . . . . Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Armin Schuster (Weil am Rhein)  (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gabriele Fograscher (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Dr. Stefan Ruppert (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Raju Sharma (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Berichtigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . Anlage 2 Erklärung des Abgeordneten Wolfgang Börnsen (Bönstrup) (CDU/CSU) zur nament- lichen Abstimmung über die Beschlussemp- fehlung: Fortsetzung der Beteiligung bewaff- neter deutscher Streitkräfte an dem Einsatz der Internationalen Sicherheitsunterstützungs- truppe in Afghanistan (International Security Assistance Force, ISAF) unter Führung der NATO auf Grundlage der Resolution 1386 (2001) und folgender Resolutionen, zuletzt Resolution 2069 (2012) vom 9. Oktober 2012 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (219 Sitzung, Tagesordnungspunkt 7) . . . . . . Anlage 3 Amtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27392 C 27392 D 27393 A 27394 A 27395 C 27396 C 27397 B 27398 B 27399 C 27399 C 27399 D 27400 D 27403 A 27404 B 27405 A 27406 A 27407 C 27407 B 27409 A 27410 A 27410 A Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 220. Sitzung. Berlin, Freitag, den 1. Februar 2013 27337 (A) (C) (D)(B) 220. Sitzung Berlin, Freitag, den 1. Februar 2013 Beginn: 9.00 Uhr
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    Berichtigung 219. Sitzung, Seite 27110 D, vierter Absatz, der erste Satz ist wie folgt zu lesen: „– Ich respektiere, dass Sie keinen Einsatz wollen, aber zu sagen, dass dadurch, dass wir ein unbemanntes Flugzeug gegenüber einem be- mannten Flugzeug bevorzugen, die Hemmschwelle ge- senkt würde, heißt umgekehrt, dass Sie lieber das Leben eines Piloten gefährden und auf den Einsatz dieser Waffe verzichten wollen.“ Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 220. Sitzung. Berlin, Freitag, den 1. Februar 2013 27409 (A) (C) (D)(B) Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten  Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Canel, Sylvia FDP 01.02.2013 Crone, Petra SPD 01.02.2013 Dağdelen, Sevim DIE LINKE 01.02.2013 Dittrich, Heidrun DIE LINKE 01.02.2013 Ernst, Klaus DIE LINKE 01.02.2013 Evers-Meyer, Karin SPD 01.02.2013 Dr. Fuchs, Michael CDU/CSU 01.02.2013 Gerster, Martin SPD 01.02.2013 Glos, Michael CDU/CSU 01.02.2013 Golze, Diana DIE LINKE 01.02.2013 Gottschalck, Ulrike SPD 01.02.2013 Gruß, Miriam FDP 01.02.2013 Dr. Gysi, Gregor DIE LINKE 01.02.2013 Hahn, Florian CDU/CSU 01.02.2013 Heil (Peine), Hubertus SPD 01.02.2013 Heinen-Esser, Ursula CDU/CSU 01.02.2013 Hoff, Elke FDP 01.02.2013 Humme, Christel SPD 01.02.2013 Kiesewetter, Roderich CDU/CSU 01.02.2013 Kindler, Sven-Christian BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 01.02.2013 Klein-Schmeink, Maria BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 01.02.2013 Klimke, Jürgen CDU/CSU 01.02.2013 Krellmann, Jutta DIE LINKE 01.02.2013 Kudla, Bettina CDU/CSU 01.02.2013 Lange, Ulrich CDU/CSU 01.02.2013 Laurischk, Sibylle FDP 01.02.2013 Leidig, Sabine DIE LINKE 01.02.2013 Meinhardt, Patrick FDP 01.02.2013 Menzner, Dorothée DIE LINKE 01.02.2013 Dr. h.c. Michelbach, Hans CDU/CSU 01.02.2013 Mißfelder, Philipp CDU/CSU 01.02.2013 Möller, Kornelia DIE LINKE 01.02.2013 Müller-Sönksen, Burkhardt FDP 01.02.2013 Ostendorff, Friedrich BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 01.02.2013 Otte, Henning CDU/CSU 01.02.2013 Remmers, Ingrid DIE LINKE 01.02.2013 Schaaf, Anton SPD 01.02.2013 Scharfenberg, Elisabeth BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 01.02.2013 Schlecht, Michael DIE LINKE 01.02.2013 Dr. Schmidt, Frithjof BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 01.02.2013 Schmidt (Eisleben), Silvia SPD 01.02.2013 Schmidt (Fürth), Christian CDU/CSU 01.02.2013 Schreiner, Ottmar SPD 01.02.2013 Sendker, Reinhold CDU/CSU 01.02.2013 Silberhorn, Thomas CDU/CSU 01.02.2013 Süßmair, Alexander DIE LINKE 01.02.2013 Dr. Tackmann, Kirsten DIE LINKE 01.02.2013 Trittin, Jürgen BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 01.02.2013 Dr. Volk, Daniel FDP 01.02.2013 Wagenknecht, Sahra DIE LINKE 01.02.2013 Walter-Rosenheimer, Beate BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 01.02.2013 Weinberg, Harald DIE LINKE 01.02.2013 Wellenreuther, Ingo CDU/CSU 01.02.2013 Ziegler, Dagmar SPD 01.02.2013  Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Anlagen 27410 Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 220. Sitzung. Berlin, Freitag, den 1. Februar 2013 (A) (C) (D)(B) Anlage 2 Erklärung des Abgeordneten Wolfgang Börnsen (Bönstrup) (CDU/CSU) zur namentlichen Abstimmung über die Beschlussempfehlung: Fortsetzung der Be- teiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an dem Einsatz der Internationalen Sicherheits- unterstützungstruppe in Afghanistan (Interna- tional Security Assistance Force, ISAF) unter Führung der NATO auf Grundlage der Resolu- tion 1386 (2001) und folgender Resolutionen, zuletzt Resolution 2069 (2012) vom 9. Oktober 2012 des Sicherheitsrates der Vereinten Natio- nen (219. Sitzung, Tagesordnungspunkt 7) Ich habe versehentlich mit Ja gestimmt. Mein Votum lautet Nein. Anlage 3 Amtliche Mitteilungen Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss gemäß § 80 Absatz 3 Satz 2 der Geschäftsordnung von einer Berichterstattung zu den nachstehenden Vorlagen absieht: Finanzausschuss – Unterrichtung durch die Bundesregierung Bericht über die Höhe des steuerfrei zu stellenden Exis- tenzminimums von Erwachsenen und Kindern für das Jahr 2012 (Neunter Existenzminimumbericht) – Drucksachen 17/11425, 17/11614 Nr. 1.3 – Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung – Unterrichtung durch die Bundesregierung Bericht über die Tätigkeit der Verkehrsinfrastruktur- finanzierungsgesellschaft im Jahr 2011 – Drucksachen 17/11435, 17/11614 Nr. 1.5 – Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden Unionsdokumente zur Kenntnis genommen oder von ei- ner Beratung abgesehen hat. Ausschuss für Wirtschaft und Technologie Drucksache 17/11762 Nr. A.2 Ratsdokument 15737/12 Drucksache 17/11919 Nr. A.12 Ratsdokument 16202/12 Drucksache 17/11919 Nr. A.13 Ratsdokument 16374/12 Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Drucksache 17/12126 Nr. A.28 EP P7_TA-PROV(2012)0460 Drucksache 17/12126 Nr. A.29 Ratsdokument 17611/12 Ausschuss für Gesundheit Drucksache 17/10710 Nr. A.51 Ratsdokument 12751/12 Drucksache 17/11439 Nr. A.11 EP P7_TA-PROV(2012)0320 Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Drucksache 17/11762 Nr. A.3 Ratsdokument 14657/12 Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Drucksache 17/11439 Nr. A.13 Ratsdokument 14641/12 Drucksache 17/11439 Nr. A.14 Ratsdokument 14728/12 Drucksache 17/11919 Nr. A.20 Ratsdokument 16537/12 Drucksache 17/11919 Nr. A.22 Ratsdokument 16723/12 Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe Drucksache 17/9647 Nr. A.18 EP P7_TA-PROV(2012)0087 Drucksache 17/9647 Nr. A.20 EP P7_TA-PROV(2012)0094 Drucksache 17/10710 Nr. A.62 EP P7_TA-PROV(2012)0222 Drucksache 17/10710 Nr. A.63 EP P7_TA-PROV(2012)0228 Drucksache 17/10710 Nr. A.64 EP P7_TA-PROV(2012)0229 Drucksache 17/11108 Nr. A.23 Ratsdokument 13655/12 Drucksache 17/11439 Nr. A.15 EP P7_TA-PROV(2012)0355 Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Drucksache 17/10208 Nr. A.25 Ratsdokument 9944/12 Drucksache 17/10710 Nr. A.76 Ratsdokument 12393/12 Drucksache 17/10710 Nr. A.77 Ratsdokument 12398/12 Drucksache 17/11439 Nr. A.18 Ratsdokument 14531/12 Drucksache 17/11439 Nr. A.19 Ratsdokument 14616/12 Drucksache 17/11439 Nr. A.20 Ratsdokument 14662/12 Drucksache 17/11617 Nr. A.14 EP P7_TA-PROV(2012)0386 Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union Drucksache 17/8967 Nr. A.13 Ratsdokument 6228/12 Drucksache 17/10710 Nr. A.84 Ratsdokument 12827/12 Drucksache 17/10710 Nr. A.85 Ratsdokument 12828/12 220. Sitzung Inhaltsverzeichnis TOP 35 Gemeinnützigkeitsrecht TOP 34 Erkenntnisse über Verfassungswidrigkeit der NPD TOP 37 Beitritt der Republik Kroatien zur EU TOP 36 Zugang von Kindern zu Kriegswaffen TOP 39 Digitalisierung des Filmerbes TOP 38 Transparenz beim Sponsoring für Parteien Anlagen
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Volker Beck


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Eingangs

    will ich meine grundsätzliche Haltung zum NPD-Verbot
    darstellen, bevor ich zu den Problemen komme.

    Ich denke, ein NPD-Verbot könnte zu einer vorüber-
    gehenden strukturellen Schwächung der rechtsextremis-
    tischen Szene führen. Deshalb bin ich dafür, einen
    Verbotsantrag zu stellen, wenn man ihn rechtlich für aus-
    sichtsreich hält. Daher ist für mich die Frage, ob man ei-
    nen NPD-Verbotsantrag guten Gewissens unterstützt,
    zuallererst eine rechtliche und keine politische Frage.

    Ich war beim ersten NPD-Verbotsverfahren dabei; ich
    saß im Gerichtssaal. Dieses Verbotsverfahren wurde ge-
    führt, weil es einen Wettbewerb von zwei Innenminis-
    tern dieser Republik um den Sheriffstern gab: zwischen
    Herrn Beckstein und Otto Schily.


    (Dr. Stefan Ruppert [FDP]: Ja! – Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wer hat gewonnen? – Michael Hartmann [Wackernheim] [SPD]: Na ja!)






    Volker Beck (Köln)



    (A) (C)



    (D)(B)


    Die Stümperei bei der Vorbereitung dieses Verbots-
    antrags habe ich damals nicht für möglich gehalten.

    Ich habe nicht alle Erwägungen des Bundesverfas-
    sungsgerichts in seinem Urteil zur V-Mann-Problematik
    geteilt. Ich finde, hier kann man aus guten Gründen der
    geheimdienstlichen Praxis sagen: Man muss schon zwi-
    schen V-Leuten, verdeckten Ermittlern und Agents Pro-
    vocateurs unterscheiden. – Man kann aber nicht davon
    absehen, dass dieses Urteil jetzt geltendes Recht ist. Des-
    halb ist das auch die erste Hürde.

    Nach den Auskünften, die ich von der Bundesregie-
    rung zu dem vorliegenden Material bekommen habe, bin
    ich mir, ehrlich gesagt, noch nicht einmal sicher, ob wir
    diese erste Hürde zweifelsfrei nehmen würden. Das kann
    hier im Hohen Hause zumindest niemand beurteilen,
    sondern das können nur die Damen und Herren auf den
    Regierungsbänken, weil wir keine Kenntnisse darüber
    haben, was in der V-Mann-Praxis wirklich los ist.

    Die Bundesregierung sagte mir, dass aus dem ur-
    sprünglichen Bericht, der als geheim eingestuft wurde,
    viele Seiten entfernt worden sind. Dies führte zu dem
    Bericht, der uns jetzt in der Geheimschutzstelle vorliegt
    und mit „VS-NfD“ gestempelt wurde. Ich würde schon
    gerne genauer wissen: Von wann sind welche Quellen
    herausgenommen worden? Warum waren sie zu diesem
    Zeitpunkt eingeschaltet? Wenn man sich die Rechtspre-
    chung des Bundesverfassungsgerichts anschaut: Dürfen
    wir überhaupt Beweise über eine Zeit sammeln, in der
    sich in der Organisation noch eingeschaltete V-Leute be-
    fanden?

    Der zweite Punkt ist materiell-rechtlicher Natur. Neh-
    men wir die formalen Hürden, müssen wir uns fragen:
    Gilt die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts
    beim Verbot der Sozialistischen Reichspartei und der
    KPD heute noch? Wenn das so wäre, hätte ich weniger
    Sorge, dass man die Voraussetzungen für ein Verbot
    auch bei der NPD nachweisen kann.

    Aber der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte
    hat in ständiger Rechtsprechung verlangt, es müsse ein
    „pressing social need“ für ein Verbot geben, weil das In-
    strument des Parteienverbots in der europäischen
    Rechtsgemeinschaft eigentlich ein Fremdkörper ist. Es
    darf nur ausnahmsweise angewandt werden, nämlich
    dann, wenn andernfalls die Demokratie und die Rechts-
    staatlichkeit eines Landes tatsächlich akut gefährdet wä-
    ren.

    Das Bundesverfassungsgericht wird sich diese Fragen
    sicher schon selber stellen – das sagen auch viele Verfas-
    sungsrechtler –, weil es nicht riskieren will, dass ein Ur-
    teil aus Karlsruhe in Straßburg am Ende aufgehoben
    wird.

    Über all das habe ich in dem Bericht der Bund-Län-
    der-Arbeitsgruppe, der 141 Seiten umfasst, nur relativ
    wenig gefunden. Hierin setzt man sich eigentümlicher-
    weise mit der Rechtsprechung zum Vereinsverbot aus-
    einander, weil man weiß, dass die Rechtsprechung zum
    Parteienverbot viel strenger ist.

    Bei Batasuna hat man gesagt: Verbieten, weil sie ein
    parlamentarischer Arm einer Terrororganisation ist. Bei
    der Refah Partisi hat man das kurz vor deren Wahlerfolg
    und einer möglichen verfassungsändernden Mehrheit ge-
    sagt, da Demokratie und Rechtsstaatlichkeit akut gefähr-
    det waren. Das ist die ständige Rechtsprechung des
    EGMR in sieben Fällen zum Parteienverbot.

    Deshalb meine ich: Prüfaufgabe für den Innenaus-
    schuss ist – das wollen Sie ja prüfen –: Mit welchen Be-
    weisen kann man diese Hürden nehmen? – Dass man
    diese Hürden herunterredet, nützt uns vielleicht, um hier
    eine Mehrheit für einen Antrag zu erreichen. In Karls-
    ruhe nützt uns das aber überhaupt nichts. Deshalb bin ich
    hier in großer Sorge.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


    Wir sollten im Innenausschuss auch die Frage erör-
    tern, ob vielleicht die NPD mit einer Insolvenz nicht un-
    serem Parteienverbotsantrag zuvorkommt. Der Partei
    geht es finanziell bitterschlecht, weil ihr die Leute da-
    vonlaufen, weil sie den Bundestag betrogen hat und weil
    sie Geld zurückzahlen muss und keine solide Finanz-
    grundlage hat. Daher ist die Frage, ob das Verbotsverfah-
    ren hier nicht wie eine künstliche Blutzufuhr für diese
    marode Organisation wirken würde.

    Aber Verbotsverfahren hin oder her: Die eigentliche
    Gefahr des Rechtsextremismus können wir damit nicht
    beseitigen. Die Demonstrationen in Dresden sind nicht
    von der NPD organisiert, sondern von der Jungen Lands-
    mannschaft Ostdeutschland. Ich war vor drei Wochen in
    Magdeburg. Dort war ein einziger NPD-Funktionär an
    der Vorbereitung des Aufmarsches beteiligt,


    (Thomas Oppermann [SPD]: Die ducken sich zurzeit weg!)


    ansonsten waren das alles Mitglieder der Freien Kame-
    radschaften.

    Die Amadeu-Antonio-Stiftung hat eine Karte zu die-
    sem realen Problem gemacht, mit dem wir es jenseits der
    NPD zu tun haben. Jeder rote Kreis auf dieser Karte
    steht für eine Freie Kameradschaft von Rechtsextremis-
    ten in Deutschland. Diese Kameradschaften sind auch
    dann noch da, wenn die NPD verboten ist. Deshalb
    meine ich – da habe ich keinen Dissens zu Ihnen als Per-
    son, Herr Ruppert, aber zu Ihrer Koalition –: Wir müssen
    uns intensiver um die Bekämpfung des Rechtsextremis-
    mus kümmern, egal wie wir uns in der Frage eines NPD-
    Verbotsverfahrens entscheiden.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der LINKEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


    Das heißt für mich: Weg mit der Extremismusklausel,
    mit der den demokratischen Initiativen ein Knüppel zwi-
    schen die Beine geworfen wird!


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der LINKEN)






    Volker Beck (Köln)



    (A) (C)



    (D)(B)


    Weg mit dem Zwang zur hälftigen Kofinanzierung bei
    den Bundesprogrammen! Wir brauchen eine Versteti-
    gung des Programms für Demokratie, dessen Finanzie-
    rung dieses Jahr ausläuft. Kommen Sie endlich von der
    Projektförderung weg! Die Bekämpfung des Rechts-
    extremismus ist nicht innerhalb von drei Jahren mit ei-
    nem Projekt zu erledigen. Das ist eine demokratische
    Daueraufgabe.


    (Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN, der SPD und der LINKEN)


    Die Frage, wie wir damit umgehen, ist der Lackmustest
    dafür, ob wir den Rechtsextremismus ernsthaft bekämp-
    fen. Die Frage des NPD-Verbots bleibt eine juristische.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der LINKEN)




Rede von Dr. Hermann Otto Solms
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (FDP)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)

Das Wort hat jetzt der Kollege Wolfgang Bosbach

von der CDU/CSU-Fraktion.


(Beifall bei der CDU/CSU)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Wolfgang Bosbach


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    Wer vor zwölf Jahren hier im Bundestag war, der wird
    sich noch erinnern können: Die Debatte, die wir heute
    führen, haben wir vor zwölf Jahren genau so geführt.
    Auch damals waren wir alle hin und her gerissen.

    Es gibt gute Argumente für ein Verbotsverfahren. Es
    gibt auch beachtliche rechtliche, aber auch politische Ar-
    gumente und Bedenken gegen ein Verbotsverfahren. Es
    gibt Linke, die für ein Verbot sind, und Konservative, die
    dagegen sind. Es gibt Konservative, die dafür sind, und
    Linke, die dagegen sind. Man kann die Haltung schwer
    an Partei- oder Fraktionsgrenzen festmachen; das liegt in
    der Natur der Sache. Jeder hier meint, die eigene Mei-
    nung sei die einzig richtige. Ich gebe zu: Das ist eine Be-
    rufskrankheit von Politikern, von der auch ich gelegent-
    lich heimgesucht werde.


    (Heiterkeit bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD und der LINKEN)


    Aber vielleicht ist es gut, den Streit auf das zu kon-
    zentrieren, bei dem wir tatsächlich unterschiedlicher
    Auffassung sind; denn in der Bewertung der NPD sind
    wir uns doch alle einig. Ich könnte all das, was der Kol-
    lege Oppermann zum Wesen und zum Charakter der
    NPD gesagt hat, vorbehaltlos unterschreiben. Daran gibt
    es doch keinen Zweifel. Ich könnte das, was mein Innen-
    minister, der Innenminister von Nordrhein-Westfalen,
    gesagt hat, ebenso unterschreiben. Auch daran gibt es
    keinen Zweifel.

    Aber es gibt auch keinen Zweifel an dem, was wir
    2000/2001 erlebt haben. Am 2. August 2000 verkündete
    Regierungssprecher Heye: Die rot-grüne Bundesregie-
    rung sieht keine Chance für ein erfolgreiches NPD-Ver-
    botsverfahren. – Danach gab es eine Große Koalition.
    An der waren unter anderem Jürgen Trittin, Gerhard

    Schröder und Edmund Stoiber beteiligt. Sie wollten un-
    bedingt ein Verbotsverfahren. Alle Bedenken dagegen
    wurden beiseitegewischt. Am Ende hat derselbe Regie-
    rungssprecher erklärt, man sei voller Zuversicht, dass ein
    NPD-Verbotsverfahren in Karlsruhe erfolgreich endet.
    Die Argumentation war übrigens die gleiche wie bei Ih-
    nen, Herr Oppermann: Es gebe überhaupt keinen Zwei-
    fel.

    Das Ergebnis ist bekannt. Während des Verfahrens
    war die NPD handzahm. Nach dem Verfahren ist sie
    dreister als je zuvor aufgetreten und hatte am Ende über
    7 000 Mitglieder. Seitdem befindet sich die Partei im
    Sinkflug.

    Es gibt gute Argumente für ein Verbot: erstens das
    Zerschlagen einer organisatorischen Basis, zweitens den
    Entzug der staatlichen Unterstützung. Natürlich stört es
    die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, dass sie in Form
    der Wahlkampfkostenerstattung – die Hürde liegt bei
    1 Prozent bzw. 0,5 Prozent Stimmenanteil – mit ihren
    hart erarbeiteten Steuergroschen eine verfassungsfeindli-
    che Partei jedenfalls teilweise mitfinanzieren müssen.

    Ein Verbotsantrag ist natürlich auch ein Signal des
    Staates, dass er es mit der wehrhaften Demokratie wirk-
    lich ernst meint. Aber senden wir damit nicht gleichzei-
    tig ungewollt das Signal aus, dass wir es uns nicht zu-
    trauen, die NPD politisch und zivilgesellschaftlich so zu
    bekämpfen, dass sie in unserem Land überhaupt keine
    Chance hat? Darauf muss der Schwerpunkt liegen.

    Ein Verbotsantrag ist eine klassische Aufgabe der Exe-
    kutive. Das ist auch der Grund dafür, warum es bei den
    ersten Parteiverboten überhaupt keinen Antrag des Par-
    laments gab. Es war immer die Bundesregierung, die als
    Antragsteller aufgetreten ist. Nur die Regierungen des
    Bundes und der Länder verfügen über die Informatio-
    nen, die man haben muss, um beantworten zu können,
    ob ein Verbotsantrag hinreichend Aussicht auf Erfolg hat
    oder nicht. Woher wollen denn die Kolleginnen und Kol-
    legen im Deutschen Bundestag wissen, welches Material
    quellenfrei ist? Woher wollen wir wissen, welches Mate-
    rial von V-Leuten stammt und welches nicht? Die Zahl
    der V-Mann-Führer im Bundestag ist sicherlich über-
    schaubar. Wir können das doch gar nicht wissen. Wir
    müssen uns auf das verlassen, was uns die Behörden zu-
    liefern. Sogar viele der zuständigen Landesinnenminis-
    ter sagen: Ich testiere das gar nicht. Ich selber unter-
    schreibe das nicht, weil ich es auch nicht weiß. – Denn
    auch die Innenminister sind keine V-Leute-Führer. Sie
    lassen es ihre Abteilungsleiter oder die Präsidenten ihrer
    Ämter unterschreiben. Herr Jäger, dafür habe ich sogar
    Verständnis. Vielleicht würde ich es genauso machen.
    Aber machen wir uns nichts vor: Wenn ein falsches
    Zeugnis abgegeben wird, haben Sie als Minister den Är-
    ger und nicht der Abteilungsleiter oder der Präsident.
    Wie gesagt, das ist eine klassische Aufgabe der Exeku-
    tive.

    Weil wir uns vor zwölf Jahren unsicher waren, sind
    wir mit drei Antragstellern in Karlsruhe angetreten. Wir
    haben geglaubt: Wenn es schon ein gewisses prozessua-
    les Risiko gibt, dann wollen wir wenigstens mit mög-
    lichst vielen Antragstellern antreten. Möglicherweise
    wird das Karlsruhe beeindrucken. – Das Ergebnis ist be-
    kannt.





    Wolfgang Bosbach


    (A) (C)



    (D)(B)


    Zu den Risiken: Dass die NPD verfassungsfeindlich
    ist, ist sonnenklar. Um das zu erkennen, muss ich
    keine 1 000 Seiten lesen und auch nicht auf Zeugnisse
    von V-Leuten zurückgreifen. Es gibt genügend Zitate
    aus der Führungsebene der NPD selber, in denen ganz
    klar bekannt wird, dass unsere freiheitlich-demokrati-
    sche Grundordnung abgelehnt wird. Aber das alleine ge-
    nügt für ein Verbot nicht. Wir müssen aggressiv-kämpfe-
    risches Verhalten nachweisen. Dafür genügen nicht
    Entgleisungen, Exzesse, Straftaten oder Gewalttaten ein-
    zelner Mitglieder. In jedem einzelnen Fall muss der Staat
    nachweisen, dass die Straftat oder die Gewalttat der Par-
    tei als Organisation zugerechnet werden kann. Der Staat
    muss beweisen, dass die NPD die Grenze vom Bekennen
    zum Bekämpfen überschreitet, dass sie nicht nur ein Be-
    kenntnis gegen die freiheitliche demokratische Grund-
    ordnung ablegt, sondern unseren Staat auch aktiv be-
    kämpft.

    Das heißt, das Bundesverfassungsgericht wird in eine
    Beweisaufnahme eintreten müssen. Das Verfahren wird
    sich mit Sicherheit über anderthalb Jahre hinziehen. Je-
    den Tag wird die NPD in den Medien sein. Jeden Vor-
    mittag werden sich ihre Führungsmitglieder als Bieder-
    männer vor Gericht gerieren. Jeden Nachmittag werden
    sie bestreiten, dass sie irgendetwas mit Gewalt oder Ex-
    zessen einzelner Mitglieder zu tun haben. Es kommt üb-
    rigens auch prozessual nicht darauf an, wie es vor zehn
    oder zwölf Jahren in der NPD zuging, sondern darauf,
    wie es sich heute verhält. Daher muss neben der rechtli-
    chen Würdigung – insofern hat Volker Beck recht – ge-
    fragt werden: Ist es wirklich politisch klug und im
    wahrsten Sinne des Wortes notwendig?

    Zum Abschalten der V-Leute: Frau Pau, ich bin nicht
    der Auffassung, dass wir generell auf V-Leute verzichten
    können. Wir haben, Hans-Peter, neun oder zehn rechtsra-
    dikale Organisationen in den letzten Jahren verboten,
    übrigens erfolgreich und gerichtsfest. In vielen Fällen
    haben Erkenntnisse von V-Leuten dazu geführt, dass wir
    ausreichende Beweise hatten, um die Organisation ver-
    bieten zu lassen. Wir sagen, dass wir zur Beobachtung
    der NPD dringend auf den Einsatz von V-Leuten ange-
    wiesen sind, haben die V-Leute aber schon seit neun Mo-
    naten abgeschaltet, sodass wir bei einem anderthalb oder
    zwei Jahre dauernden Verfahren insgesamt rund zwei-
    einhalb Jahre auf den Einsatz von V-Leuten verzichten
    müssten. Es ist problematisch, wenn wir einerseits sa-
    gen, dass wir auf den Einsatz von V-Leuten dringend an-
    gewiesen sind, und andererseits auf ihren Einsatz offen-
    bar zwei oder zweieinhalb Jahre problemlos verzichten
    können.

    Herr Jäger, ich habe für Ihre Haltung durchaus Ver-
    ständnis. Es gibt gute Argumente dafür. Aber selbst
    wenn Sie Erfolg haben: Die Baseballschläger sind im-
    mer noch da, die Springerstiefel sind immer noch da. Sie
    können eine Partei verbieten, eine Organisationsform,
    aber nicht den Rechtsextremismus und die Gewaltbereit-
    schaft in den Köpfen der Mitglieder.


    (Michaela Noll [CDU/CSU]: Genau das ist es!)


    „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ durch einen Antrag
    oder ein Verbot wäre ein klassischer Kurzschluss. Vor
    zwölf Jahren habe ich aus Begeisterung zugestimmt,
    weil ich von der Richtigkeit überzeugt war; heute sehe
    ich das sehr skeptisch. Letztendlich muss sich jede ein-
    zelne Kollegin und jeder einzelne Kollege nach bestem
    Wissen und Gewissen entscheiden, ob sie oder er für ei-
    nen Verbotsantrag ist oder dagegen. Der Antrag wird
    kommen. Die Länder werden ihn auf jeden Fall stellen.
    Die Bundesregierung muss in eigener Verantwortung
    entscheiden.

    Scheitern dürfen wir in Karlsruhe auf keinen Fall. Das
    wäre ein gigantischer Propagandaerfolg für die NPD und
    eine riesige Blamage für den Staat. Deswegen dürfen wir
    den Antrag nur stellen, wenn wir uns hundertprozentig
    sicher sind.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP – Wolfgang Wieland [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das gibt es nicht, 100 Prozent!)