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ID1719305900

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/193 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 193. Sitzung Berlin, Freitag, den 14. September 2012 I n h a l t : Tagesordnungspunkt 1: (Fortsetzung) a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2013 (Haushaltsgesetz 2013) (Drucksache 17/10200) . . . . . . . . . . . . . . . b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2012 bis 2016 (Drucksache 17/10201) . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 12 Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Dr. Peter Ramsauer, Bundesminister  BMVBS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Florian Pronold (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Claudia Winterstein (FDP) . . . . . . . . . . . . Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Arnold Vaatz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Claudia Winterstein (FDP) . . . . . . . . . Bartholomäus Kalb (CDU/CSU) . . . . . . . . Sebastian Körber (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Lutze (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Stephan Kühn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Reinhold Sendker (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Bartholomäus Kalb (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Schlussrunde: Haushaltsgesetz 2013 Rüdiger Kruse (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Carsten Schneider (Erfurt) (SPD) . . . . . . . . . Otto Fricke (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. h. c. Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU) . . . . . Bettina Hagedorn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Otto Fricke (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . Katja Dörner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Steffen Kampeter, Parl. Staatssekretär  BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bartholomäus Kalb (CDU/CSU) . . . . . . . . Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU) . . Norbert Barthle (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Klaus-Peter Flosbach (CDU/CSU) . . . . . . . . Norbert Brackmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . Anlage 2 Amtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23209 A 23209 B 23209 B 23211 B 23214 A 23215 D 23217 A 23218 B 23220 B 23221 D 23222 D 23223 C 23225 C 23226 C 23227 C 23229 A 23230 C 23232 B 23232 D 23235 C 23237 A 23238 D 23240 B 23242 A 23245 B 23245 C 23248 A 23249 B 23250 D 23253 C 23254 A 23255 B 23256 D 23258 B 23260 A 23261 D 23263 A 23263 D Inhaltsverzeichnis Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 193. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. September 2012 23209 (A) (C) (D)(B) 193. Sitzung Berlin, Freitag, den 14. September 2012 Beginn: 9.00 Uhr
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 193. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. September 2012 23263 (A) (C) (D)(B) Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten * für die Teilnahme an Sitzungen der Parlamentarischen Versamm- lung des Europarates Anlage 2 Amtliche Mitteilung Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden Unionsdokumente zur Kenntnis genommen oder von ei- ner Beratung abgesehen hat. Auswärtiger Ausschuss Drucksache 17/8515 Nr. A.3 EuB-BReg 2/2012 Drucksache 17/8967 Nr. A.2 EP P7_TA-PROV(2012)0024 Drucksache 17/9475 Nr. A.4 EuB-BReg 24/2012 Drucksache 17/9797 Nr. A.1  Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Aigner, Ilse CDU/CSU 14.09.2012 Bär, Dorothee CDU/CSU 14.09.2012 Behrens, Herbert DIE LINKE 14.09.2012 Brase, Willi SPD 14.09.2012 Burchardt, Ulla SPD 14.09.2012 Fischer (Karlsruhe- Land), Axel E. CDU/CSU 14.09.2012 Freitag, Dagmar SPD 14.09.2012 Frieser, Michael CDU/CSU 14.09.2012 Gabriel, Sigmar SPD 14.09.2012 Göring-Eckardt, Katrin BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 14.09.2012 Gohlke, Nicole DIE LINKE 14.09.2012 Groth, Annette DIE LINKE 14.09.2012* Gutting, Olav CDU/CSU 14.09.2012 Höferlin, Manuel FDP 14.09.2012 Kamp, Heiner FDP 14.09.2012 Kilic, Memet BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 14.09.2012 Kipping, Katja DIE LINKE 14.09.2012 Kolbe (Leipzig), Daniela SPD 14.09.2012 Kuhn, Fritz BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 14.09.2012 Lindemann, Lars Friedrich FDP 14.09.2012 Maisch, Nicole BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 14.09.2012 von der Marwitz, Hans- Georg CDU/CSU 14.09.2012 Mast, Katja SPD 14.09.2012 Mücke, Jan FDP 14.09.2012 Nink, Manfred SPD 14.09.2012 Pieper, Cornelia FDP 14.09.2012 Rupprecht (Tuchenbach), Marlene SPD 14.09.2012 Schaaf, Anton SPD 14.09.2012 Dr. Schäuble, Wolfgang CDU/CSU 14.09.2012 Schlecht, Michael DIE LINKE 14.09.2012 Schmidt (Eisleben), Silvia SPD 14.09.2012 Schreiner, Ottmar SPD 14.09.2012 Dr. Schwanholz, Martin SPD 14.09.2012 Simmling, Werner FDP 14.09.2012 Dr. Strengmann-Kuhn, Wolfgang BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 14.09.2012 Trittin, Jürgen BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 14.09.2012 Winkler, Josef Philip BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 14.09.2012  Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Anlagen 23264 Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 193. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. September 2012 (A) (C) (D)(B) EuB-BReg 37/2012 Drucksache 17/10028 Nr. A.1 Ratsdokument 9180/12 Innenausschuss Drucksache 17/8227 Nr. A.9 Ratsdokument 16892/11 Rechtsausschuss Drucksache 17/136 Nr. A.29 Ratsdokument 12265/09 Drucksache 17/1100 Nr. A.6 Ratsdokument 14183/08 Drucksache 17/7423 Nr. A.17 Ratsdokument 14196/11 Drucksache 17/7423 Nr. A.18 Ratsdokument 14613/11 Haushaltsausschuss Drucksache 17/10086 Nr. A.1 EuB-BReg 41/2012 Ausschuss für Wirtschaft und Technologie Drucksache 17/10028 Nr. A.4 Ratsdokument 9299/12 Drucksache 17/10028 Nr. A.5 Ratsdokument 10977/12 Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft  und Verbraucherschutz Drucksache 17/8426 Nr. A.35 Ratsdokument 17870/11 Ausschuss für Arbeit und Soziales Drucksache 17/9797 Nr. A.7 Ratsdokument 9309/12 Ausschuss für Umwelt, Naturschutz  und Reaktorsicherheit Drucksache 17/6407 Nr. A.24 Ratsdokument 11159/11 Drucksache 17/7423 Nr. A.35 Ratsdokument 14632/11 Drucksache 17/8227 Nr. A.40 Ratsdokument 16562/11 Drucksache 17/8227 Nr. A.41 Ratsdokument 17496/11 Drucksache 17/8227 Nr. A.42 Ratsdokument 17549/11 Drucksache 17/8515 Nr. A.42 Ratsdokument 18627/11 Drucksache 17/8515 Nr. A.43 Ratsdokument 18874/11 Drucksache 17/8856 Nr. A.18 Ratsdokument 6019/12 Drucksache 17/9252 Nr. A.9 Ratsdokument 7639/12 Drucksache 17/9252 Nr. A.10 Ratsdokument 7640/12 Drucksache 17/9647 Nr. A.17 Ratsdokument 8483/12 193. Sitzung Inhaltsverzeichnis Epl 12 Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Schlussrunde Haushaltsgesetz 2013 Anlagen
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Hans Michelbach


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CSU)


    Frau Präsidentin! Kolleginnen und Kollegen! Diese

    Haushaltswoche war eine erfolgreiche Woche für
    Deutschland, für Europa, für unser Parlament und für die
    christlich-liberale Koalition. Wir sind Stabilitätsanker,
    Impulsgeber für Wachstum und Vorbild für Wettbe-
    werbsfähigkeit. Wir senden ein starkes Signal und zei-
    gen, welche Kraft in Deutschland steckt, wenn unser
    Land richtig regiert wird.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Johannes Kahrs [SPD]: Das wird es eben nicht!)


    Wir haben die niedrigste Arbeitslosigkeit und den
    höchsten Beschäftigungsstand aller Zeiten in Deutsch-
    land. Wir halten die Vorgaben der Schuldenbremse be-
    reits drei Jahre früher als geplant ein. Das ist unser Er-
    folg, ein unbestreitbarer Erfolg.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP – Widerspruch des Abg. Johannes Kahrs [SPD])


    Herr Kollege Schneider, da Sie die Neuverschuldung
    in Höhe von rund 18 Milliarden Euro kritisieren, sage
    ich Ihnen: Denken Sie an den Schuldenansatz von
    86 Milliarden Euro in dem Jahr, als Sie zuletzt Verant-
    wortung getragen haben! Denken Sie an NRW und Ba-
    den-Württemberg! Sie kennen nichts anderes, als immer
    wieder neue Schulden zu machen.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


    Der Haushalt dieser Koalition ist Ausdruck einer soli-
    den Finanzpolitik der Nachhaltigkeit. Unser Haushalt ist
    wachstumsfreundlich, krisenbekämpfend und zukunfts-
    orientiert gestaltet. Mit diesem Haushalt gelingt uns die
    zielführende Balance zwischen einer vernünftigen,
    schrittweisen Konsolidierung und notwendigen Investi-
    tions- und Wachstumsimpulsen. Eine erfolgreiche Kri-
    senbekämpfung kann nur mit Haushaltskonsolidierung
    und positiver Wachstumsentwicklung gleichermaßen ge-
    lingen.

    Deutschland ist erfolgreich als Stabilitätsanker in
    Europa.


    (Johannes Kahrs [SPD]: Trotz dieser Regierung!)


    Es liegt in unserem Interesse, dass es allen in Europa gut
    geht. Wichtig ist, dass jetzt die in den letzten Jahren ge-
    wachsene Unsicherheit in Europa beendet wird. Dafür
    stehen wir; dafür arbeiten wir. Die Überwindung der
    Vertrauenskrise ist nur mit einer Stabilitätsunion und
    nicht mit einer Schuldenunion möglich. Das ist der
    Grundsatz; das ist unsere Konzeption. Wir wollen keine
    unkontrollierte Vergemeinschaftung der Schulden. Wir

    wollen nicht Ihre Euro-Bonds. Wir wollen keinen Alt-
    lastentilgungsfonds. Wir wollen kein einheitliches Einla-
    gensicherungssystem für alle Banken in Europa. Wir
    wollen keine unbeschränkte Zahlmeisterei mit Haftung
    für alle.


    (Priska Hinz [Herborn] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Was wollt ihr dann?)


    Das ist unser Prinzip.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


    Das Bundesverfassungsgericht hat in dieser Woche
    unsere Auffassung bestätigt, die Parlamentsrechte ent-
    sprechend gewichtet sowie unseren Fiskalpakt und un-
    sere ESM-Gesetzgebung weitgehend akzeptiert. Das ist
    doch ein Erfolg. Wir sollten damit offensiv umgehen und
    der Bevölkerung sagen: Jawohl, hier wird richtige Poli-
    tik gemacht. – Die Kritiker lassen dagegen jeglichen Lö-
    sungsansatz vermissen.

    Es gibt doch nur drei Wege. Der erste Weg ist der der
    Renationalisierung und der Verweigerung jeglicher
    Hilfe. Das wäre mit ungeordneten Staatspleiten und gro-
    ßen Arbeitsplatzverlusten auch bei uns verbunden. Der
    zweite Weg – das ist der Weg der Opposition – ist die
    Vergemeinschaftung der Schulden und die Haftung für
    alles. Das lehnen wir ab, weil das langfristig nicht zum
    Ziel führt.

    Der dritte Weg – das ist unser Weg – sind Hilfen mit
    Konditionalität und Verbesserung der Wettbewerbsfä-
    higkeit aller Länder. Das ist die einzige Chance; denn die
    Schuldenkrise ist in einzelnen Ländern entstanden, und
    die Probleme können nur dort gelöst werden. Die Pro-
    bleme sind durch nichts anderes als die unterschiedliche
    Wettbewerbsfähigkeit entstanden. Deshalb ist eine Fort-
    entwicklung der Wirtschafts- und Währungsunion mit
    dem Fiskalpakt sowie mit konsequenten Prüfungen und
    Kontrollen der einzig richtige Weg; den beschreiten wir.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Johannes Kahrs [SPD]: Aber Sie tun es doch nicht!)


    Wir sind gegen eine reine Flutung mit Geld durch die
    EZB.


    (Johannes Kahrs [SPD]: Aber Sie haben es doch beschlossen!)


    Das ist sinnlos und brandgefährlich im Hinblick auf die
    Inflation. Ihre Unterstellung, wir machten unsere politi-
    schen Hausaufgaben nicht und verließen uns auf die
    EZB,


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD – Johannes Kahrs [SPD]: So ist das!)


    ist grundfalsch. Die EZB ist unabhängig, und wir sind
    dafür, dass sie unabhängig bleibt.


    (Johannes Kahrs [SPD]: Das ist doch getretener Quark!)


    Wir sollten das auch nicht infrage stellen.





    Dr. h. c. Hans Michelbach


    (A) (C)



    (D)(B)


    Die wichtigste Handlungsschneise sehe ich nach wie
    vor bei den Banken. Wir stehen in dieser Situation vor
    einer wichtigen Entscheidung und einer politischen He-
    rausforderung.


    (Johannes Kahrs [SPD]: Dann tun Sie doch was!)


    Deshalb verfolgen wir eine konsequente Regulierungs-
    politik gegenüber den Finanzmärkten. Da lassen wir uns
    von niemandem der Untätigkeit zeihen und uns in unse-
    ren Bemühungen von niemandem überholen. Das Funk-
    tionieren der Währungsunion und des Finanzmarktes ist
    für uns eine wesentliche Herausforderung.

    Wir haben geliefert. Wir haben in dieser Legislaturpe-
    riode über zwölf Regulierungsgesetze auf den Weg ge-
    bracht. Wir werden jetzt CRD IV mit der Basel-III-
    Eigenkapitalanforderung voranbringen. Das heißt, wir
    haben Finanzmarktregulierungen auf den Weg gebracht.
    Mit unserem Restrukturierungsgesetz und der Banken-
    abgabe haben wir Regelungen getroffen, die Vorbild für
    ganz Europa sind. In einer Bankenunion dürfen nicht
    alle gleichbehandelt werden, sondern sie muss differen-
    ziert gestaltet werden. Wir haben hier große Erfolge er-
    zielt. Wir werden den Hochfrequenzhandel einschrän-
    ken, und wir werden weitere Regulierungen auf den Weg
    bringen, weil die Handlungsschneise bei den Banken
    nach wie vor eine große Aufgabe für die Politik ist. Wir
    Finanzpolitiker werden uns dieser Aufgabe widmen und
    uns der Herausforderung stellen.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


    Was ist noch zu tun in dieser Zeit? Wir kämpfen für
    weitere Wachstumsimpulse. Das ist sicher notwendig.
    Ich habe bereits gesagt: Konsolidierung ist nur mit
    Wachstum möglich. – Daher ist auch wichtig, dass die
    steuerpolitische Agenda nicht in die falsche Richtung
    geht. Es darf nicht immer höhere Steuerbelastungen für
    die Bürger geben, sondern wir müssen die heimlichen
    Steuererhöhungen beenden und den Menschen das Geld
    zurückgeben, indem wir das Gesetz zum Abbau der kal-
    ten Progression auf den Weg bringen. Ich kann Sie nur
    bitten: Hören Sie auf mit Ihrer Blockadehaltung. Die
    richtet sich gegen die Interessen der Menschen.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)


    Mit der Beitragssenkung bei den Sozialversicherun-
    gen werden wir die Menschen um 32 Milliarden Euro
    entlasten. Das ist für die Stärkung der Kaufkraft und des
    Konsums ein wesentlicher Faktor und wird die Konjunk-
    tur verstetigen. Das ist der richtige Weg. Wir werden mit
    dem Jahressteuergesetz neue Wege beschreiten. Die
    Aufbewahrungsfrist wird auf sieben Jahre verkürzt. Das
    ist ein Abbau von Bürokratie und erspart 2,5 Milliarden
    Euro. Wir dürfen die Menschen nicht immer weiter be-
    lasten, sondern wir müssen ihnen Freiräume geben; denn
    das Geld gehört zuerst den Menschen und dann erst dem
    Staat. Deutschland hat überhaupt kein Einnahmepro-
    blem. Deutschland hat eine richtige Politik betrieben, in-
    dem es mit Wachstumsimpulsen in Verbindung mit einer

    entsprechenden Steuerpolitik zur Konsolidierung beige-
    tragen hat.

    Eines möchte ich zum Schluss deutlich sagen: Hören
    Sie auf mit Ihrem scheinheiligen Verhalten, wenn es um
    das Steuerabkommen mit der Schweiz geht! Wer dauer-
    haft Geschäfte mit kriminellen Hehlern macht, perver-
    tiert den Rechtsstaat. Die Spielchen, die Sie machen,
    sind nicht hinnehmbar. Es geht Ihnen nur darum, Neid
    im Volk zu wecken.


    (Beifall der Abg. Marie-Luise Dött [CDU/ CSU])


    Wir müssen deutlich machen: Die oberen 50 Prozent der
    Steuerzahler in Deutschland zahlen 95 Prozent der Ein-
    kommensteuer.


    (Widerspruch bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Johannes Kahrs [SPD]: Das ist doch glatt gelogen, was Sie da sagen!)


    Hier gibt es Gleichbehandlung. Hier sind keine Ände-
    rungen notwendig. Sie machen sich der Untreue schul-
    dig, wenn Sie auf die Einnahme der 10 Milliarden Euro
    verzichten, die aus dem Steuerabkommen mit der
    Schweiz dem Fiskus zufließen werden.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    In diesem Sinne sage ich: Kommen Sie zur Vernunft!
    Wir warten darauf, dass Sie im Vermittlungsverfahren
    zum Wohle und im Interesse der Menschen mitarbeiten.

    Vielen Dank.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP – Sven-Christian Kindler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Zum Wohle der Steuerhinterzieher! – Johannes Kahrs [SPD]: Peinliche Rede! Keine Ahnung!)




Rede von Petra Pau
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)

Die Kollegin Bettina Hagedorn hat nun für die SPD-

Fraktion das Wort.


(Beifall bei der SPD)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Bettina Hagedorn


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Verehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen! Liebe

    Kollegen! Herr Kollege Michelbach, Ihre Rede reiht sich
    nahtlos in die vielen Reden von Schwarz-Gelb ein, die
    wir hier diese Woche leider hören mussten. Die Redner
    haben vor Selbstgefälligkeit gestrotzt, so als seien die
    guten Arbeitslosenzahlen, die Höchstbeschäftigung, die
    sprudelnden Steuerquellen, die überquellenden Sozial-
    kassen allein Ihr Verdienst.


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Dr. Michael Meister [CDU/CSU]: So ist es auch!)


    – Nein, das ist es nicht, und das wissen Sie auch. Das hat
    draußen längst jeder wahrgenommen.

    Sie profitieren seit Jahren quasi im Schlafwagen von
    dieser guten Konjunktur. Wir Deutsche sind nur so gut





    Bettina Hagedorn


    (A) (C)



    (D)(B)


    durch die Krise gekommen – warum verleugnen Sie das
    eigentlich, liebe Kollegen von der CDU/CSU? –, weil
    wir damals in der Krise mit den Konjunkturpaketen und
    dem Kurzarbeitergeld gemeinsam die Weichen richtig
    gestellt haben. Damals hatten wir eigentlich eine hervor-
    ragende Nettokreditaufnahme: Sie wurde bei 10,5 Mil-
    liarden Euro veranschlagt. Wir Haushälter wollten sie
    damals gemeinsam unter 10 Milliarden Euro drücken.
    Das war, unmittelbar bevor Lehman Brothers pleiteging.
    Dann haben wir gemeinsam das Richtige gemacht, und
    nur deshalb sind wir so gut durch die Krise gekommen.
    Sie profitieren jetzt davon.


    (Beifall bei der SPD)


    Wir freuen uns, dass Deutschland davon profitiert. Ich
    verurteile aber die Art und Weise, wie Sie hier davon ab-
    zulenken versuchen, dass Sie keine eigenen Strukturan-
    strengungen unternommen haben. Sie wollten doch Sub-
    ventionen abbauen. Was ist denn daraus in den letzten
    drei Jahren geworden? Sie haben die Subventionen auf-
    gestockt, Stichwort „Mövenpick/Hoteliers“. Davon ver-
    suchen Sie abzulenken. Herr Kollege Michelbach, Sie
    haben mit den kriminellen Steuerhinterziehern, über de-
    nen Sie mit dem Steuerabkommen mit der Schweiz ei-
    nen Schutzschirm ausbreiten wollen, gerade wieder ein
    gutes Beispiel für Ihre Klientelpolitik geliefert.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Seien Sie ganz sicher: Da machen wir nicht mit.

    In gleicher Weise haben Sie die ganze Woche gebets-
    mühlenartig versucht, die kritischen Redebeiträge der
    Opposition zu diffamieren. Wir haben immer wieder zu
    Recht gesagt – ich werde gleich darauf noch eingehen –,
    dass der Haushalt, den Sie hier vorgelegt haben, deshalb
    unverantwortlich ist, weil Sie keine Vorsorge für den
    Fall tragen, dass sich – der Kollege Sven Kindler hat
    schon darauf hingewiesen – die Konjunktur eintrübt.
    Null Vorsorge! Stattdessen plündern Sie mit diesem
    Haushalt auch noch sämtliche Sozialkassen, und nur so
    bringen Sie Ihre Prognose zustande.


    (Lachen bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP – Norbert Barthle [CDU/CSU]: Da lachen ja die Hühner bei so einem Quatsch!)


    Auch wenn darauf schon verwiesen worden ist, will
    ich es noch einmal kurz erwähnen: Die für die Zinslasten
    veranschlagten Mittel müssten aufgestockt werden,
    wenn wir es mit einer Konjunkturdelle zu tun bekom-
    men. Sie tragen keine Vorsorge für die Lasten der euro-
    päischen Rettungsaktionen, und Sie diffamieren uns alle
    salopp und lapidar als Schwarzmaler. Aber damit wer-
    den Sie der Situation nicht gerecht. Sie von Schwarz-
    Gelb haben hier einen Haushaltsentwurf vorgelegt, mit
    dem wir für eine Konjunkturdelle nicht gewappnet sind.

    Sie haben eben so unverschämt gelacht, als ich gesagt
    habe: Sie greifen in die Sozialkassen, und das ist unver-
    antwortlich mit Blick auf das, was für die Zukunft ei-
    gentlich an Vorsorge geschehen müsste. – Daher will ich
    an dieser Stelle konkret werden. Das Schlimme ist, dass
    Sie seit drei Jahren kürzen, und zwar jedes Jahr mehr.

    Und wo kürzen Sie? Einzig und allein im Haushalt von
    Frau von der Leyen, einzig und allein auf dem Rücken
    von Arbeitslosen bzw. Langzeitarbeitslosen und ihren
    Familien.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Darunter sind zu einem großen Teil, nämlich 40 Prozent,
    Alleinerziehende. Darunter sind sehr viele Migranten
    und sehr viele Menschen mit Behinderungen.


    (Dr. Michael Meister [CDU/CSU]: Herr Schneider hat erzählt, wir kürzen nicht genug! Sie erzählen, wir kürzen zu viel!)


    Dadurch, dass Sie sich an den Mitteln, die für Qualifizie-
    rung und Weiterbildung erforderlich wären, vergreifen,
    nehmen Sie diesen Menschen Chancen, obwohl es ge-
    rade die Aufgabe von Frau von der Leyen wäre, ihnen
    Chancen zu eröffnen.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN – Zuruf des Abg. Norbert Barthle [CDU/CSU])


    Diese Ministerin versucht, das Ganze zu kaschieren
    – sie hat in diesem Kabinett grandios versagt, weil sie
    eben nicht die erfolgreiche und ehrgeizige Kämpferin für
    diejenigen Menschen ist, die ihr eigentlich anvertraut
    sind –, zum Beispiel gerade mit ihrer Shownummer Zu-
    schussrente. Sie versucht, davon abzulenken, dass sie ei-
    gentlich gar keine Anwältin der Rentner ist. Sie hat es
    wieder einmal kommentarlos hingenommen, dass dieser
    Haushalt erneut mit 2 Milliarden Euro zulasten der Ren-
    tenkasse konsolidiert wird; „konsolidiert“, so nennen Sie
    das. 1 Milliarde Euro davon haben Sie im Haushalt und
    auch im Finanzplan ausgewiesen. Das addiert sich übri-
    gens bis 2016 auf satte 4,75 Milliarden Euro.

    Dann haben Sie noch etwas ganz Bemerkenswertes
    gemacht. Sie haben im August im Kabinett eine Bei-
    tragssatzsenkung von 19,6 Prozent auf 19,0 Prozent ver-
    kündet. Damit haben Sie so getan, als sei dies eine Wohl-
    tat, obwohl es eigentlich aktuelle Gesetzeslage ist. Wir
    hätten das in der Bereinigungssitzung ohnehin beschlos-
    sen, weil wir das all die Jahre so gemacht haben. Wir ha-
    ben den Beitragssatz immer so angepasst, wie der Schät-
    zerkreis es Anfang November empfohlen hat, und er
    wird aller Voraussicht nach Anfang November eine Sen-
    kung auf 19,0 Prozent verkünden.

    Was aber haben Sie gemacht? – Sie wollten den
    Showeffekt im August. Sie wollten sich bei den Bei-
    tragszahlern einschmeicheln. Obwohl dieser Beschluss
    erst im August durch das Kabinett ging, hat Herr
    Schäuble schon bei seinem Haushaltsentwurf, den er im
    Juli vorgelegt hat, die Einsparung von 1 Milliarde Euro
    – in diesem Umfang profitiert nämlich der Bundeshaus-
    halt von einer Beitragssatzsenkung – eingerechnet und
    damit vorweggenommen. Was bedeutet das? Das bedeu-
    tet: Wenn sich Ihre CDU-Ministerpräsidenten oder auch
    Landesminister, die im Moment gern laut darüber nach-
    denken, ob nicht die Beitragssatzsenkung in dieser Höhe
    wegen anderer Maßnahmen verändert werden könnte,
    durchsetzen würden und damit der Beitragssatz nicht in
    diesem Umfang gesenkt würde oder sogar stabil bliebe





    Bettina Hagedorn


    (A) (C)



    (D)(B)


    – es gibt ja viele, die sagen, dies wäre aus demografi-
    schen Gründen ein schlauer Gedanke –, dann hätten Sie
    in Ihrem Haushalt plötzlich eine Lücke von 1 Milliarde
    Euro. Diese Art, einen Haushalt aufzustellen, ist einfach
    unsolide.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von der FDP: Das kennen wir alles von Hans Eichel)


    Sie haben Ihr Sparpaket aufgelegt, aber bei der Wirt-
    schaft und bei sich selbst sparen Sie gar nichts ein. Das
    sind alles Luftbuchungen. Sie sparen nur im Bereich von
    Frau von der Leyen. Da kürzen Sie schon seit Jahren. Sie
    versuchen, das zu kaschieren. Manche Journalisten ha-
    ben es noch nicht mitgekriegt, dass die Einsparungen in
    diesem Bereich in Wirklichkeit in jedem Jahr zunehmen.

    Nachdem in Ihrem Sparpaket schon Einsparungen
    von 5 Milliarden Euro allein 2013 zulasten der Langzeit-
    arbeitslosen und der Arbeitslosen vorgesehen waren, le-
    gen Sie mit diesem Haushalt noch etwas drauf. Jetzt
    wollen Sie nämlich mit Ihrer sogenannten Instrumenten-
    reform und der Umwandlung von Rechtsansprüchen in
    Ermessensleistungen zusätzlich zu den 5 Milliarden
    Euro um weitere 1,5 Milliarden Euro kürzen, und zwar
    ausschließlich bei den Langzeitarbeitslosen.


    (Johannes Kahrs [SPD]: Pfui!)


    Zwar ist die Arbeitslosenquote niedrig, worüber wir
    uns gemeinsam freuen. Wie gesagt, wir haben eine gute
    Konjunktur. Trotzdem haben wir in Deutschland ein Pro-
    blem. Es gibt hier nämlich eine verfestigte Langzeit-
    arbeitslosigkeit. Es gibt bei uns eine sehr große Anzahl
    von Menschen, die sich nicht erst seit einem halben, seit
    einem Jahr oder seit zwei Jahren in Arbeitslosigkeit be-
    finden, sondern schon fünf oder sechs Jahre, also in
    Langzeitarbeitslosigkeit sind. Wenn wir diese Menschen
    nicht bis an das Ende ihrer Tage abschreiben wollen,
    dann müssen wir sie qualifizieren, was unter dem Aspekt
    des Fachkräftemangels kein schlechter Gedanke ist.


    (Beifall bei der SPD)


    Das kostet Geld. Dieses Geld ist in den Jobcentern
    aber nicht mehr vorhanden.


    (Abg. Dr. Claudia Winterstein [FDP] meldet sich zu einer Zwischenfrage)