Rede:
ID1716603800

insert_comment

Metadaten
  • sort_by_alphaVokabular
    Vokabeln: 10
    1. Die: 2
    2. Kollegin: 1
    3. Dr.: 1
    4. Barbara: 1
    5. Höll: 1
    6. spricht: 1
    7. jetzt: 1
    8. für: 1
    9. dieFraktion: 1
    10. Linke.\n: 1
  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/166 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 166. Sitzung Berlin, Freitag, den 9. März 2012 I n h a l t : Tagesordnungspunkt 26: a) Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und FDP eingebrachten Ent- wurfs eines Gesetzes zur Änderung des Rechtsrahmens für Strom aus solarer Strahlungsenergie und zu weiteren Än- derungen im Recht der erneuerbaren Energien (Drucksache 17/8877) . . . . . . . . . . . . . . . . b) Antrag der Abgeordneten Ralph Lenkert, Jan Korte, Dorothée Menzner, weiterer Ab- geordneter und der Fraktion DIE LINKE: Mut zum Aufbruch ins solare Zeitalter (Drucksache 17/8892) . . . . . . . . . . . . . . . . Katherina Reiche, Parl. Staatssekretärin BMU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ulrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Kauch (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Hans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Georg Nüßlein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Dirk Becker (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Horst Meierhofer (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE) . . . . . Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Maria Flachsbarth (CDU/CSU) . . . . . . . . Thomas Bareiß (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Oliver Krischer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 27: Erste Beratung des von den Abgeordneten Dr. Eva Högl, Christel Humme, Elke Ferner, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der SPD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen in Wirtschaftsunter- nehmen (ChGlFöG) (Drucksache 17/8878) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Eva Högl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Andrea Astrid Voßhoff (CDU/CSU) . . . . . . . Dr. Barbara Höll (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Marco Buschmann (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . Dagmar Ziegler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Oppermann (SPD) . . . . . . . . . . . . Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Stephan Harbarth (CDU/CSU) . . . . . . . . . Caren Marks (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jörg von Polheim (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Monika Lazar (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Silberhorn (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Silberhorn (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Elke Ferner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Nicole Bracht-Bendt (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Dr. Matthias Heider (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 19723 A 19723 B 19723 C 19725 B 19728 A 19730 B 19732 D 19734 C 19736 C 19739 A 19740 B 19741 A 19742 B 19744 B 19744 D 19747 A 19747 A 19748 C 19750 B 19752 C 19753 C 19753 D 19755 B 19756 C 19758 A 19759 C 19760 D 19761 D 19764 A 19764 D 19765 B 19767 A 19768 B Inhaltsverzeichnis II Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 166. Sitzung. Berlin, Freitag, den 9. März 2012 Tagesordnungspunkt 28: Vereinbarte Debatte: Arbeitsprogramm der Europäischen Kommission für das Jahr 2012 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Link, Staatsminister AA. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Axel Schäfer (Bochum) (SPD) . . . . . . . . . . . . Detlef Seif (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . Andrej Hunko (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Lisa Paus (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Detlef Seif (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Karl Holmeier (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Manuel Sarrazin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Stefanie Vogelsang (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 29: Antrag der Abgeordneten Jutta Krellmann, Sabine Zimmermann, Diana Golze, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Leiharbeit verbieten und in reguläre Be- schäftigung umwandeln (Drucksache 17/8794) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jutta Krellmann (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Max Straubinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Klaus Barthel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jutta Krellmann (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Klaus Barthel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Heinrich L. Kolb (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Beate Müller-Gemmeke (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Peter Weiß (Emmendingen) (CDU/CSU) . Gitta Connemann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Johannes Vogel (Lüdenscheid) (FDP) . . . . . . Tagesordnungspunkt 30: Große Anfrage der Abgeordneten Volker Beck (Köln), Tom Koenigs, Manuel Sarrazin, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Zur Situation von Roma in der Europäischen Union und in den (potentiellen) EU-Beitrittskandida- tenstaaten (Drucksachen 17/5536, 17/7131) . . . . . . . . . . Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Peter Beyer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . Angelika Graf (Rosenheim) (SPD) . . . . . . . . Pascal Kober (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Andrej Hunko (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . Anlage 2 Amtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19770 B 19770 B 19772 A 19774 B 19775 B 19776 B 19777 A 19778 A 19778 D 19779 C 19780 C 19780 D 19781 C 19782 D 19784 D 19785 A 19785 B 19786 A 19786 D 19787 D 19789 C 19790 C 19790 D 19792 C 19793 D 19795 B 19796 D 19797 D 19799 A 19800 A Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 166. Sitzung. Berlin, Freitag, den 9. März 2012 19723 (A) (C) (D)(B) 166. Sitzung Berlin, Freitag, den 9. März 2012 Beginn: 9.00 Uhr
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 166. Sitzung. Berlin, Freitag, den 9. März 2012 19799 (A) (C) (D)(B) Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Bätzing-Lichtenthäler, Sabine SPD 09.03.2012 Burchardt, Ulla SPD 09.03.2012 Dittrich, Heidrun DIE LINKE 09.03.2012 Fischer (Göttingen), Hartwig CDU/CSU 09.03.2012 Fischer (Karlsruhe- Land), Axel E. CDU/CSU 09.03.2012 Friedhoff, Paul K. FDP 09.03.2012 Dr. Fuchs, Michael CDU/CSU 09.03.2012 Gabriel, Sigmar SPD 09.03.2012 Gerster, Martin SPD 09.03.2012 Glos, Michael CDU/CSU 09.03.2012 Granold, Ute CDU/CSU 09.03.2012 Gruß, Miriam FDP 09.03.2012 Hinz (Essen), Petra SPD 09.03.2012 Höferlin, Manuel FDP 09.03.2012 Koch, Harald DIE LINKE 09.03.2012 Dr. Kofler, Bärbel SPD 09.03.2012 Kotting-Uhl, Sylvia BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 09.03.2012 Kumpf, Ute SPD 09.03.2012 Laurischk, Sibylle FDP 09.03.2012 Lay, Caren DIE LINKE 09.03.2012 Lenkert, Ralph DIE LINKE 09.03.2012 Leutheusser- Schnarrenberger, Sabine FDP 09.03.2012 Dr. Lotter, Erwin FDP 09.03.2012 Luksic, Oliver FDP 09.03.2012 von der Marwitz, Hans- Georg CDU/CSU 09.03.2012 Movassat, Niema DIE LINKE 09.03.2012 Müller (Erlangen), Stefan CDU/CSU 09.03.2012 Nietan, Dietmar SPD 09.03.2012 Nord, Thomas DIE LINKE 09.03.2012 Petermann, Jens DIE LINKE 09.03.2012 Pflug, Johannes SPD 09.03.2012 Ploetz, Yvonne DIE LINKE 09.03.2012 Remmers, Ingrid DIE LINKE 09.03.2012 Dr. Röttgen, Norbert CDU/CSU 09.03.2012 Roth (Augsburg), Claudia BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 09.03.2012 Dr. Schmidt (Bochum), Frithjof BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 09.03.2012 Schneider (Erfurt), Carsten SPD 09.03.2012 Dr. Solms, Hermann Otto FDP 09.03.2012 Süßmair, Alexander DIE LINKE 09.03.2012 Tack, Kerstin SPD 09.03.2012 Tressel, Markus BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 09.03.2012 Dr. Troost, Axel DIE LINKE 09.03.2012 Ulrich, Alexander DIE LINKE 09.03.2012 Weinberg, Harald DIE LINKE 09.03.2012 Wellenreuther, Ingo CDU/CSU 09.03.2012 Werner, Katrin DIE LINKE 09.03.2012 Dr. Winterstein, Claudia FDP 09.03.2012 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Anlagen 19800 Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 166. Sitzung. Berlin, Freitag, den 9. März 2012 (A) (C) (D)(B) Anlage 2 Amtliche Mitteilungen ohne Verlesung Der Bundesrat hat in seiner 893. Sitzung am 2. März 2012 beschlossen, den nachstehenden Gesetzen zuzu- stimmen bzw. einen Antrag gemäß Artikel 77 Absatz 2 des Grundgesetzes nicht zu stellen: – Gesetz zur Neuordnung der Organisation der landwirtschaftlichen Sozialversicherung (LSV- Neuordnungsgesetz – LSV-NOG) Der Bundesrat hat ferner die nachstehende Entschlie- ßung gefasst: 1. Der Bundesrat nimmt zur Kenntnis, dass der Deut- sche Bundestag einige Anliegen des Bundesrates aufgegriffen hat. So ist sichergestellt, dass auch nach 2017 Fachausschüsse eingerichtet werden können. Zudem ist die gesetzliche Möglichkeit geschaffen worden, auch den bisherigen bewährten Beitrags- maßstab der Sozialversicherung für den Gartenbau (Arbeitswert) unter dem Dach eines einheitlichen Trägers fortzuführen. 2. Der Bundesrat bittet jedoch die Bundesregierung, im Rahmen ihrer beratenden Funktion darauf hinzuwir- ken, dass – eine „fachliche umfängliche“ Betreuung der Ver- sicherten auch eine ortsnahe Betreuung umfasst und das Standortkonzept dem Rechnung zu tra- gen hat, – in den Satzungen für die Versicherungszweige Unfallversicherung und Krankenversicherung Härtefallregelungen vorgesehen werden, – Personal- und Budgetkompetenzen so weit wie möglich an die Geschäftsstellen verlagert wer- den, um den Geschäftsstellen einen angemesse- nen Handlungsspielraum zu ermöglichen, – die Aufgaben der funktionellen Landesverbände der Landwirtschaftlichen Krankenkassen den Ge- schäftsstellen übertragen werden und – zur Gewährleistung der Sozialverträglichkeit die mit diesem Gesetz geschaffenen besonderen Re- gelungen zur Ruhestandsversetzung für Dienst- ordnungsangestellte auch auf entsprechend be- dienstete Beamtinnen und Beamte angewendet werden. 3. Der Bundesrat bittet die Bundesregierung, Sorge da- für zu tragen, dass die Neuordnung der landwirt- schaftlichen Sozialversicherung für die gesamte Übergangszeit bis 2017 mit einem Zuschuss von 200 Millionen Euro pro Jahr flankiert wird. – Zwanzigstes Gesetz zur Änderung des Bundes- wahlgesetzes – Vierzehntes Gesetz zur Änderung des Luftver- kehrsgesetzes – Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die elek- tromagnetische Verträglichkeit von Betriebs- mitteln, des Gesetzes über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen sowie des Luftverkehrsgesetzes – Gesetz zu dem Abkommen vom 18. Oktober 2011 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Aufsichtsbe- hörde für das Versicherungswesen und die be- triebliche Altersversorgung über den Sitz der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versiche- rungswesen und die betriebliche Altersversor- gung Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses hat mitgeteilt, dass der Ausschuss gemäß § 80 Absatz 3 Satz 2 der Geschäftsordnung von einer Berichterstattung zu den nachstehenden Vorlagen absieht: – Unterrichtung durch die deutsche Delegation in der Parla- mentarischen Versammlung der NATO 56. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der NATO vom 12. bis 16. November 2010 in Warschau, Polen – Drucksachen 17/7763, 17/8641 Nr. 1.2 – – Unterrichtung durch die deutsche Delegation in der Parla- mentarischen Versammlung der OSZE 20. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE vom 6. bis 10. Juli 2011 in Belgrad, Serbien – Drucksachen 17/8186(neu), 17/8641 Nr. 1.3 – – Unterrichtung durch die deutsche Delegation in der Inter- parlamentarischen Union 124. Versammlung der Interparlamentarischen Union vom 15. bis 20. April 2011 in Panama-Stadt/Panama – Drucksachen 17/8314, 17/8641 Nr. 1.4 – Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden Unionsdokumente zur Kenntnis genommen oder von ei- ner Beratung abgesehen hat. Finanzausschuss Drucksache 17/8426 Nr. A.14 Ratsdokument 18288/11 Drucksache 17/8515 Nr. A.24 Ratsdokument 18870/11 Drucksache 17/8515 Nr. A.25 Ratsdokument 18932/11 Drucksache 17/8515 Nr. A.27 Ratsdokument 18939/11 Drucksache 17/8515 Nr. A.29 Ratsdokument 18953/11 Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 166. Sitzung. Berlin, Freitag, den 9. März 2012 19801 (A) (C) (D)(B) Ausschuss für Wirtschaft und Technologie Drucksache 17/8673 Nr. A.9 Ratsdokument 18964/11 Drucksache 17/8673 Nr. A.10 Ratsdokument 18966/11 Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Drucksache 17/8426 Nr. A.34 EP P7_TA-PROV(2011)0491 Drucksache 17/8515 Nr. A.37 Ratsdokument 18545/11 Drucksache 17/8673 Nr. A.11 Ratsdokument 5398/12 Ausschuss für Arbeit und Soziales Drucksache 17/8426 Nr. A.37 EP P7_TA-PROV(2011)0495 Drucksache 17/8426 Nr. A.38 Ratsdokument 17736/11 Verteidigungsausschuss Drucksache 17/8426 Nr. A.39 Ratsdokument 17606/11 Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Drucksache 17/6407 Nr. A.26 EP P7_TA-PROV(2011)0256 Drucksache 17/6985 Nr. A.70 Ratsdokument 13309/11 Drucksache 17/7423 Nr. A.38 Ratsdokument 14198/11 Drucksache 17/7423 Nr. A.39 Ratsdokument 14448/11 Drucksache 17/7423 Nr. A.40 Ratsdokument 14555/11 Drucksache 17/7918 Nr. A.21 Ratsdokument 16035/11 Drucksache 17/7918 Nr. A.22 Ratsdokument 16037/11 Drucksache 17/7918 Nr. A.23 Ratsdokument 16313/11 Drucksache 17/7918 Nr. A.24 Ratsdokument 16314/11 Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union Drucksache 17/8227 Nr. A.50 Ratsdokument 17394/11 166. Sitzung Inhaltsverzeichnis TOP 26Änderungen im Recht der erneuerbaren Energien TOP 27Geschlechterchancengleichheit in Unternehmen TOP 28Arbeitsprogramm der Europäischen Kommission 2012 TOP 29Leiharbeit TOP 30Situation von Roma in der Europäischen Union Anlagen
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Andrea Astrid Voßhoff


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja,

    die SPD will mit ihrem Gesetzentwurf börsennotierte
    und mitbestimmte Unternehmen der Privatwirtschaft
    zwingen, mit einer gestaffelten gesetzlichen Mindest-
    quote den Anteil der Frauen in Aufsichtsräten und Vor-
    ständen und damit in Führungspositionen zu erhöhen.


    (Caren Marks [SPD]: Wir verhelfen ihnen zu ihrem Recht!)


    Ja, Frau Kollegin Högl, dem Grunde nach stimme ich
    Ihnen zu, und es ist unstreitig: Frauen sind in unterneh-
    merischen Führungspositionen im Jahr 2012 deutlich un-
    terrepräsentiert; Sie haben die Quoten genannt.

    Die Kollegin Strothmann wies mich gerade auf Fol-
    gendes hin – und ich will das auch gerne sagen –: An
    dieser Stelle wird immer wieder unter den Tisch fallen
    gelassen, dass dieses Thema in mittelständischen Betrie-
    ben längst kein Thema mehr ist. Dort sind sehr viele
    starke und qualifizierte Frauen auch in Führungspositio-
    nen. Ich finde, es gehört der Vollständigkeit halber dazu,
    das auch einmal zu erwähnen.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    Ja, in den großen Unternehmen sind es viel zu wenig.
    Ich will die Zahlen aus Zeitgründen nicht wiederholen,
    aber wir wissen, dass Frauen in den Vorstandsetagen
    deutlich unterrepräsentiert sind.

    Das darf uns als Politiker und Politikerinnen nicht in
    Ruhe lassen, wir dürfen diese Probleme auch nicht klein-
    reden. Das ist richtig, Frau Kollegin Högl.


    (Caren Marks [SPD]: Aha!)


    Aber wenn wir als Politiker merken, dass Handlungsbe-
    darf gegenüber der Wirtschaft besteht, dann sollten wir
    auch darauf achten, wie wir es in Unternehmen mit öf-
    fentlicher Beteiligung auf Bundes- und Länderebene hal-
    ten. Sie erwähnten vorhin das Bundesgremienbeset-
    zungsgesetz. Von den dort gesetzten Zielvorgaben sind
    wir auch nach 15 Jahren seit Inkrafttreten des Gesetzes





    Andrea Astrid Voßhoff


    (A) (C)



    (D)(B)


    noch weit entfernt. Einer neueren Studie zufolge sind
    Frauen in Aufsichtsräten von Bundesunternehmen mit
    einem Anteil von 18,2 Prozent und in Vorständen mit
    6,5 Prozent vertreten.

    Die genannten Zahlen zeigen, dass es in Bezug auf
    das Thema Frauen in Führungspositionen noch viel zu
    tun gibt – da bin ich ganz selbstkritisch –; denn in der
    Politik sollten wir eigentlich mit gutem Beispiel voran-
    gehen. Liebe Kollegin Högl, meine Damen und Herren
    von der SPD, ich frage Sie: Wie hoch ist eigentlich die
    Quote in Einrichtungen in den Bundesländern, in denen
    Sie mitregieren?

    Nehmen wir als Beispiel das Land Brandenburg, in
    dem ich leben darf. Dort regiert die SPD seit der Wieder-
    vereinigung, also seit mehr als 20 Jahren. Ich darf auf
    eine aktuelle Anfrage der CDU-Landtagsfraktion vom
    Januar dieses Jahres verweisen. Die Antwort der Lan-
    desregierung auf die Frage, wie hoch der Anteil von
    Frauen in der Geschäftsführung der Unternehmen mit
    Landesbeteiligung sei, lautete: Die Landesregierung
    konzentriert sich nur auf die Unternehmen, bei denen
    das Land Brandenburg zu nahezu 100 Prozent Anteils-
    eigner ist und auf die sie Einfluss ausüben kann – das
    setzt sie vorweg –, um dann im gleichen Atemzug zu sa-
    gen: Der Anteil von Frauen in den Geschäftsführungs-
    organen der sieben landeseigenen Unternehmen liegt
    lediglich – meine Damen und Herren, hören Sie es sich
    an – bei 15,38 Prozent.


    (Elke Ferner [SPD]: Das ist in den CDU-geführten Ländern auch nicht besser!)


    Meine Damen und Herren Sozialdemokraten, noch
    viel interessanter war die Antwort der Brandenburgi-
    schen Landesregierung auf die zweite Frage, ob die rot-
    rote Landesregierung eine Zielgröße festgesetzt hat, auf
    die der Anteil von Frauen in Führungspositionen in Un-
    ternehmen mit Landesbeteiligung erhöht werden soll.
    Nun hören Sie gut zu. Die Landesregierung antwortete:

    Das Ziel einer Erhöhung des Anteils von Frauen in
    Führungspositionen bei Unternehmen mit Landes-
    beteiligung findet seinen Ausdruck in einer Reihe
    von Handlungsempfehlungen

    – sehr erstaunlich –

    in den Regeln für die Unternehmen im Ab-
    schnitt VI. des Corporate Governance Kodex für
    die Beteiligungen des Landes Brandenburg an pri-
    vatrechtlichen Unternehmen …. Dort ist vorgese-
    hen, dass der Aufsichtsrat bei der Zusammenset-
    zung der Geschäftsführung auch auf Vielfalt …
    achten und dabei insbesondere eine angemessene
    Beteiligung von Frauen anstreben soll …


    (Dr. Stephan Harbarth [CDU/CSU]: Hört! Hört!)


    Meine Damen und Herren Sozialdemokraten,


    (Caren Marks [SPD]: Und Sozialdemokratinnen, bitte!)


    es ist schon wohlfeil: Hier und heute wollen Sie die Pri-
    vatwirtschaft per Gesetz zu einer festgelegten gesetzli-

    chen Mindestquote von 40 Prozent zwingen. Sie wollen
    massiv in deren Eigentumsrechte eingreifen.


    (Caren Marks [SPD]: Art. 3 Grundgesetz!)


    Aber dort, wo Sie konkret Einfluss nehmen könnten, er-
    reichen Sie nicht einmal selbst die Quote, die Sie der Pri-
    vatwirtschaft auferlegen wollen.


    (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Sie hatten noch nie eine Kanzlerkandidatin! – Elke Ferner [SPD]: Wie sieht es denn in den CDUregierten Bundesländern aus?)


    Sie legen sie nicht einmal fest. Statt sich zu einer Quote
    zu bekennen, verweisen Sie lediglich auf den Corporate
    Governance Kodex, den Sie an anderer Stelle kritisieren.

    Wenn Sie es im Land Brandenburg nach 20 Jahren
    nur auf 15 Prozent geschafft haben, ist es schon eine
    Chuzpe, von der Privatwirtschaft bereits in neun Mona-
    ten eine Quote von 30 Prozent für Aufsichtsräte und
    20 Prozent für Vorstände zu verlangen.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


    Ich hege den Verdacht: Wenn wir uns die Beteiligungs-
    berichte anderer Bundesländer, in denen die SPD mitre-
    giert, anschauen würden, dann würden wir zu dem Er-
    gebnis kommen, dass die Bilanz nicht sehr viel anders
    aussieht.


    (Caren Marks [SPD]: In Berlin sieht es richtig gut aus!)


    Meine Damen und Herren Sozialdemokraten, wie hal-
    ten Sie es denn eigentlich in Ihrer Partei mit Frauen in
    Führungspositionen?


    (Dr. Eva Högl [SPD]: Das ist doch nicht das Thema! – Monika Lazar [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist nicht das Thema heute!)


    In ihrer langen Geschichte hat es zwar viele Parteivorsit-
    zende gegeben, aber wie viele davon waren weiblich?
    Keine einzige! Wie viele Bundeskanzlerinnen hat die
    SPD gestellt? Keine einzige! Wie viele weibliche Frak-
    tionsvorsitzende hatte die SPD bisher im Bundestag?
    Keine einzige!


    (Ekin Deligöz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wie viele Frauen haben Sie eigentlich in Ihrer Fraktion?)


    Frau Kollegin Högl, Sie sagten vorhin: Die Welt ist
    voll von qualifizierten Frauen. Ich denke, das trifft auch
    auf die SPD zu.


    (Sönke Rix [SPD]: Danke!)


    Aber dass sich an Ihrer Bilanz etwas ändert, steht nicht
    zu vermuten; denn in Bezug auf die Kanzlerkandidatur
    erleben wir das Warmlaufen dreier Herren: Gabriel,
    Steinmeier und Steinbrück.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP – Michael Grosse-Brömer [CDU/ CSU]: Genau! – Elke Ferner [SPD]: Abwarten!)






    Andrea Astrid Voßhoff


    (A) (C)



    (D)(B)


    Ich rege an, mit gutem Beispiel voranzugehen. Die
    Union hat es Ihnen vorgemacht. Machen Sie es uns nach.

    Das Problem der geringen Beteiligung von Frauen in
    Führungspositionen ist komplex; das wissen wir. Ich will
    den Handlungsbedarf auch gar nicht in Abrede stellen.
    Ich weiß ebenso wie Sie, dass in meiner Fraktion unter-
    schiedliche Positionen vertreten werden. Das heißt aber
    nicht, dass wir uns über den Handlungsbedarf nicht einig
    sind. Wir sind uns nur über die Wahl des Instrumentes
    nicht einig. Ich denke, es muss erlaubt sein, zu fragen,
    ob eine starre oder gesetzliche Mindestquote das Pro-
    blem lösen könnte oder ob das vielleicht ein nachhaltiger
    Eingriff in Eigentumsrechte ist.

    Auch ich glaube, dass die Wirtschaft mehr und nach-
    haltiger – wenn Sie so wollen: auch von der Politik – un-
    ter Druck gesetzt werden muss. Die Vereinbarung aus
    dem Jahr 2010 hat im Ergebnis mehr oder weniger nichts
    gebracht. Das ist vollkommen richtig. Für die politische
    Seite hat damals Bundeskanzler Schröder verhandelt.
    Jetzt hat die Familienministerin, Frau Schröder, zusam-
    men mit der Wirtschaft versucht, einen Stufenplan zu
    entwickeln.


    (Zurufe von der SPD)


    Ich muss Ihnen sagen: Dieser Vorschlag bietet eine
    gute Grundlage, um, ohne zu nachhaltig in Eigentums-
    rechte von Unternehmen einzugreifen, dem Handlungs-
    bedarf, den wir ja wohl alle sehen, entsprechend zielge-
    richtet zu handeln. Ich gestehe zu: Davon müssen wir
    unseren Koalitionspartner überzeugen. Wir arbeiten da-
    ran. Vielleicht gelingt es uns.

    Vielen Dank.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP – Elke Ferner [SPD]: Viel Spaß!)




Rede von Katrin Dagmar Göring-Eckardt
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Die Kollegin Dr. Barbara Höll spricht jetzt für die

Fraktion Die Linke.


(Beifall bei der LINKEN)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Barbara Höll


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (None)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und

    Kollegen! Ich freue mich, dass wir heute erneut über ein
    so wichtiges gleichstellungspolitisches Thema wie die
    gerechte Teilhabe von Frauen an den Entscheidungen
    der Unternehmen dieses Landes sprechen.

    Frau Voßhoff, ich hätte mich gefreut, wenn Sie sich
    mehr zum Thema geäußert hätten.


    (Beifall bei der LINKEN und der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Sie haben der SPD Nachholbedarf vorgeworfen. Ich
    wäre vorsichtig, dies als Mitglied einer Fraktion mit ei-
    nem Frauenanteil von 19 Prozent zu tun, da die SPD ei-
    nen Frauenanteil von 40 Prozent hat. In der Fraktion der
    Linken sind wir 55 Prozent Frauen.


    (Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)


    Das ist noch einmal ein ganzes Stück mehr. Ihre Art und
    Weise des Umgangs geht gar nicht. So kann man
    schwerlich vom Thema ablenken.


    (Beifall bei Abgeordneten der LINKEN, der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Ich glaube, dass mit dem vorliegenden Gesetzentwurf
    der SPD ein absolut richtiger Schritt vorgeschlagen
    wird. Ein wenig Kritik sei mir am Anfang meiner Aus-
    führungen aber erlaubt – das muss jetzt doch sein –: Ich
    verstehe nicht, warum unser Antrag, der in eine ähnliche
    Richtung zielt, hier gestern keine breite Unterstützung
    der anderen Oppositionsfraktionen erhalten hat, sondern
    sogar Gegenstimmen. Das ist für mich ein wahlkampf-
    taktisches Spielchen. Das finde ich wirklich mehr als är-
    gerlich. Frau Ziegler und Frau Fischbach haben gestern
    zu Recht betont, dass es uns weiblichen und männlichen
    Abgeordneten nur dann gelingen wird, eine geschlech-
    tergerechte Gesellschaft zu erreichen, wenn wir in die-
    sem Haus gemeinsam und fraktionsübergreifend tätig
    werden.

    Quoten sind unbeliebt, aber ohne Quote bewegt sich
    in unserem Land offenbar nichts.


    (Beifall der Abg. Halina Wawzyniak [DIE LINKE])


    Nicht die Frauen, sondern die Unternehmen haben über
    Jahrzehnte nachgewiesen, dass es ohne Quote nicht geht.


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Wir brauchen verbindliche, gesetzliche Regulierungen,
    weil die Unternehmen sonst nicht bereit sind, die Forde-
    rung des Grundgesetzes zu erfüllen. Frauen und Männer
    sind gleichberechtigt – diese Formulierung existiert seit
    60 Jahren. Aufgrund dieses Gleichstellungsauftrages des
    Grundgesetzes muss eigentlich alles Regierungshandeln
    auf die Herstellung geeigneter Rahmenbedingungen für
    eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Män-
    nern in allen gesellschaftlichen Bereichen ausgerichtet
    sein. Aber leider sind wir davon weit entfernt.

    Die entscheidenden Positionen in Politik, Wirtschaft,
    Sport, Medien und Kultur werden in der Bundesrepublik
    Deutschland leider immer noch von Männern besetzt.
    Mehrere Bundesregierungen haben versucht, die Unter-
    nehmen zu einer freiwilligen Erhöhung des Anteils von
    Frauen in Führungspositionen zu bewegen. Sie sind da-
    mit klar gescheitert. Ich möchte insbesondere Frau
    Merkel daran erinnern, dass dieses Thema bereits zu ih-
    rer Zeit als Ministerin für Frauen und Jugend eine Rolle
    spielte.


    (Monika Lazar [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Lange ist es her! – Ekin Deligöz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das hat sie schon vergessen!)


    Aber während sie mit dem Gleichberechtigungsgesetz
    Maßnahmen zur Frauenförderung in der Bundesverwal-
    tung und bei der Besetzung öffentlicher Gremien durch
    Frauen und Männer durchsetzen konnte, hat sich durch





    Dr. Barbara Höll


    (A) (C)



    (D)(B)


    die freiwillige Verpflichtung von Unternehmen auch un-
    ter ihren Nachfolgerinnen nichts, aber auch gar nichts
    geändert.

    Besonders peinlich ist dieses Schneckentempo bei der
    Gleichstellung von Frauen und Männern in Führungs-
    positionen, wenn wir einmal über den eigenen Tellerrand
    schauen. Norwegen ist zwar mit einer Quote von 40 Pro-
    zent Frauen in Führungspositionen immer noch Spitzen-
    reiter, aber auch in anderen Ländern hat sich sehr viel
    bewegt. Schauen wir nach Spanien, Frankreich, Belgien
    und Italien. Dort sind wesentlich mehr Frauen in den
    Vorstandsetagen der Wirtschaft als in der Bundesrepu-
    blik. Auch im weiteren internationalen Vergleich hinken
    wir massiv hinterher. Man muss sagen: Deutschland ist
    und bleibt ein gleichstellungspolitisches Entwicklungs-
    land.


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Die EU-Kommissarin Reding kündigte in der letzten
    Woche die Einführung einer EU-weiten verbindlichen
    Frauenquote für große Unternehmen an, nachdem die
    Aufforderung zur freiwilligen Selbstverpflichtung vor
    einem Jahr keine ausreichende Wirkung zeigt. Der Ta-
    geszeitung Die Welt gegenüber sagte Frau Reding: „Ich
    bin kein Fan von Quoten. Aber ich mag die Ergebnisse,
    die Quoten bringen.“ – Recht hat sie. An der Quote kom-
    men wir nicht vorbei.


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Wir als Gesetzgeber sollten nicht warten, bis eine
    Richtlinie der EU uns dazu zwingt, sondern wir sollten
    selbst noch in diesem Jahr dafür sorgen, dass die fort-
    dauernde Verletzung des Art. 3 des Grundgesetzes durch
    eine klare gesetzliche Quotenregelung endlich beendet
    wird. Es wäre schön, wenn die Bundesrepublik die
    EU-Kommissarin Reding in ihrem Bemühen unterstüt-
    zen würde.


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Der Gesetzentwurf der SPD-Fraktion enthält eine
    Reihe konkreter Schritte, durch die eine Besetzung von
    Aufsichtsräten und Vorständen mit mindestens 40 Pro-
    zent Frauen in den nächsten Jahren erreicht werden
    kann. Als erster Schritt wird vorgeschlagen, ab 2013
    eine gesetzliche Quote von mindestens 30 Prozent in
    Aufsichtsräten und 20 Prozent in Vorständen festzule-
    gen. Das bewegt sich in etwa in dem Rahmen, den auch
    wir in unserem Antrag vorgesehen haben. Diese Größen-
    ordnung ist realisierbar. Es ist unbedingt notwendig,
    noch in diesem Jahr diesen Schritt zu tun,


    (Dr. Eva Högl [SPD]: Ja!)


    weil in diesem Jahr eine ganze Reihe von Positionen frei
    werden. Wenn wir es nicht in diesem Jahr machen, wer-
    den uns weitere fünf Jahre einfach verloren gehen.


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    In zahlreichen Petitionen wird gefordert, dass Frauen
    Entscheidungen, auch ökonomische, endlich direkt auf
    der Führungsebene treffen können. Umfangreiche Dis-
    kussionen in den Medien belegen dies. Es ist Zeit, dass
    die Frauen endlich die Hälfte der Macht und des Ku-
    chens erhalten. Wir sind nicht länger bereit, Brosamen
    zu akzeptieren.


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Ich unterstreiche: Nicht nur Frauen haben dies erkannt,
    sondern bereits auch viele Männer. Gemeinsam müssen
    wir diese Aufgabe lösen.


    (Beifall des Abg. Dr. Wolfgang StrengmannKuhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    Im Dezember des vergangenen Jahres haben unsere
    Kolleginnen Dorothee Bär, Ekin Deligöz, Sibylle
    Laurischk, Cornelia Möhring, Rita Pawelski und Dagmar
    Ziegler gemeinsam mit den Vertreterinnen von sechs Ver-
    bänden die Berliner Erklärung vorgestellt, in der sie eine
    Mindestquote von 30 Prozent Frauen in Aufsichtsräten
    als ersten Schritt zu einer geschlechtergerechten Beset-
    zung von Entscheidungsgremien der Wirtschaft fordern.
    Dies ist eine sehr gute Initiative.


    (Beifall bei Abgeordneten der LINKEN, der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Die Reaktionen waren und sind interessant. Es gibt
    ein großes Echo in den Verbänden, den Gewerkschaften,
    den Kirchen und den Frauenverbänden aller im Bundes-
    tag vertretenen Fraktionen. Ich denke, es wäre gut, wenn
    wir hier gemeinsam ein Zeichen setzen und Sie vielleicht
    die heutige Debatte bzw. die Woche des Frauentages nut-
    zen, um diese Erklärung zu unterzeichnen. Ich helfe
    gern: www.berlinererklaerung.de. Per iPad können Sie
    das sofort erledigen.


    (Beifall bei der LINKEN – Heiterkeit der Abg. Caren Marks [SPD])


    Ich denke, der Entwurf der SPD kommt zum richtigen
    Zeitpunkt. Wir werden ihn unterstützen. Sie haben sehr
    detailliert gearbeitet und präzise dargelegt, wie man die
    Besetzung der Aufsichtsräte und der Vorstände ohne
    Ausnahmemöglichkeiten regeln kann. Das finde ich gut.
    Ich glaube aber, wir sollten noch einmal gemeinsam
    überlegen, ob die Frage der Sanktionen, die verhängt
    werden können, wenn in einem Unternehmen nichts pas-
    siert, ausreichend geregelt ist. Aber dafür ist ja genug
    Beratungszeitraum da.


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD)


    Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, natürlich ist
    für mich, für die Linke und für viele Frauen hier im
    Saale die Besetzung von Aufsichtsräten und Vorständen
    nur ein erster Schritt hin zu einer geschlechtergerechten
    Besetzung aller Arbeitsplätze in den Unternehmen. Es





    Dr. Barbara Höll


    (A) (C)



    (D)(B)


    ist absurd, dass Frau Schröder gestern versucht hat, diese
    Debatte als Elitediskussion abzuqualifizieren.


    (Beifall bei der LINKEN und der SPD)


    Dies ist vielmehr ein wichtiger erster Schritt, den viele
    Wählerinnen und Wähler unterstützen. Freiwillige Ver-
    pflichtungen haben nichts verändert. Wir müssen endlich
    tätig werden.


    (Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/ DIE GRÜNEN)


    Frau Schröder redet in der heutigen Debatte ja gar
    nicht; vielleicht ist es auch besser so.


    (Elke Ferner [SPD]: Die ist gar nicht da! – Monika Lazar [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ja! Das ist besser so! – Caren Marks [SPD]: Die ist so interessiert, dass sie gar nicht da ist! – Thomas Oppermann [SPD]: Wo ist denn Frau Schröder heute? Ist sie wieder nach Tunesien gefahren?)


    Was sie gestern gesagt hat, war schon sehr abstrus. Sie
    hat gesagt, wer sie nicht bei der Flexiquote unterstütze
    – die nichts anderes ist als wieder einmal nur eine
    Selbstverpflichtung –, der würde diesem Ziel in den Rü-
    cken fallen. Darauf muss man erst einmal kommen –
    aber okay.


    (Caren Marks [SPD]: Ganz genau! – Heinz Golombeck [FDP]: Die ist innovativ!)


    An anderer Stelle hat sie sich noch klarer geäußert.
    Dem Wiesbadener Kurier gegenüber sagte sie:

    Eine starre Quote halte ich grundsätzlich für proble-
    matisch.


    (Nicole Bracht-Bendt [FDP]: Genau! Recht hat sie!)


    Es ist nicht Aufgabe des Staates, den verschiedens-
    ten Unternehmen ein und dieselbe Quote zu verord-
    nen.


    (Nicole Bracht-Bendt [FDP]: Sehr gut!)


    Das Grundgesetz gilt doch wohl für alle, oder?


    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Frauen und Männer sind gleichberechtigt, und zwar in
    allen Unternehmen. Das ist die Zielstellung, und dazu
    bekennen wir uns.

    Ich glaube, wir haben die große Chance, noch in die-
    sem Jahr einen Gesetzentwurf zu verabschieden und
    endlich international aufzuholen. Wir können die Wei-
    chenstellung vornehmen, Frauen in der Wirtschaft in
    Führungspositionen zu bringen. So könnten wir bewir-
    ken, dass die Frauen in Führungspositionen mit dazu
    beitragen, dass alle Arbeitsplätze tatsächlich geschlech-
    tergerecht besetzt werden.

    Frauen haben einen anderen Blick. Genau deshalb ar-
    beiten Unternehmen, die gemischte Führungsgremien
    haben, erwiesenermaßen besser. Frauen sorgen nämlich
    oftmals für ein besseres Betriebsklima. Frauen ist zum

    Beispiel klar, dass man dann am besten arbeiten kann,
    wenn man weiß, dass die Kinder gut versorgt sind. Dafür
    stehen Frauen. Ich glaube, dieses Thema ist es wert, dass
    wir uns gemeinsam dafür einsetzen. In diesem Sinne
    werbe ich für den Gesetzentwurf der SPD. Unsere Un-
    terstützung haben Sie.


    (Caren Marks [SPD]: Vielen Dank!)


    Danke.


    (Beifall bei der LINKEN, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)