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ID1716600400

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/166 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 166. Sitzung Berlin, Freitag, den 9. März 2012 I n h a l t : Tagesordnungspunkt 26: a) Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und FDP eingebrachten Ent- wurfs eines Gesetzes zur Änderung des Rechtsrahmens für Strom aus solarer Strahlungsenergie und zu weiteren Än- derungen im Recht der erneuerbaren Energien (Drucksache 17/8877) . . . . . . . . . . . . . . . . b) Antrag der Abgeordneten Ralph Lenkert, Jan Korte, Dorothée Menzner, weiterer Ab- geordneter und der Fraktion DIE LINKE: Mut zum Aufbruch ins solare Zeitalter (Drucksache 17/8892) . . . . . . . . . . . . . . . . Katherina Reiche, Parl. Staatssekretärin BMU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ulrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Kauch (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Hans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Georg Nüßlein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Dirk Becker (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Horst Meierhofer (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE) . . . . . Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Maria Flachsbarth (CDU/CSU) . . . . . . . . Thomas Bareiß (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Oliver Krischer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 27: Erste Beratung des von den Abgeordneten Dr. Eva Högl, Christel Humme, Elke Ferner, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der SPD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen in Wirtschaftsunter- nehmen (ChGlFöG) (Drucksache 17/8878) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Eva Högl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Andrea Astrid Voßhoff (CDU/CSU) . . . . . . . Dr. Barbara Höll (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Marco Buschmann (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . Dagmar Ziegler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Oppermann (SPD) . . . . . . . . . . . . Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Stephan Harbarth (CDU/CSU) . . . . . . . . . Caren Marks (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jörg von Polheim (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Monika Lazar (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Silberhorn (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Silberhorn (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Elke Ferner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Nicole Bracht-Bendt (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Dr. Matthias Heider (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 19723 A 19723 B 19723 C 19725 B 19728 A 19730 B 19732 D 19734 C 19736 C 19739 A 19740 B 19741 A 19742 B 19744 B 19744 D 19747 A 19747 A 19748 C 19750 B 19752 C 19753 C 19753 D 19755 B 19756 C 19758 A 19759 C 19760 D 19761 D 19764 A 19764 D 19765 B 19767 A 19768 B Inhaltsverzeichnis II Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 166. Sitzung. Berlin, Freitag, den 9. März 2012 Tagesordnungspunkt 28: Vereinbarte Debatte: Arbeitsprogramm der Europäischen Kommission für das Jahr 2012 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Link, Staatsminister AA. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Axel Schäfer (Bochum) (SPD) . . . . . . . . . . . . Detlef Seif (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . Andrej Hunko (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Lisa Paus (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Detlef Seif (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Karl Holmeier (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Manuel Sarrazin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Stefanie Vogelsang (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 29: Antrag der Abgeordneten Jutta Krellmann, Sabine Zimmermann, Diana Golze, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Leiharbeit verbieten und in reguläre Be- schäftigung umwandeln (Drucksache 17/8794) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jutta Krellmann (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Max Straubinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Klaus Barthel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jutta Krellmann (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Klaus Barthel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Heinrich L. Kolb (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Beate Müller-Gemmeke (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Peter Weiß (Emmendingen) (CDU/CSU) . Gitta Connemann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Johannes Vogel (Lüdenscheid) (FDP) . . . . . . Tagesordnungspunkt 30: Große Anfrage der Abgeordneten Volker Beck (Köln), Tom Koenigs, Manuel Sarrazin, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Zur Situation von Roma in der Europäischen Union und in den (potentiellen) EU-Beitrittskandida- tenstaaten (Drucksachen 17/5536, 17/7131) . . . . . . . . . . Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Peter Beyer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . Angelika Graf (Rosenheim) (SPD) . . . . . . . . Pascal Kober (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Andrej Hunko (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . Anlage 2 Amtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19770 B 19770 B 19772 A 19774 B 19775 B 19776 B 19777 A 19778 A 19778 D 19779 C 19780 C 19780 D 19781 C 19782 D 19784 D 19785 A 19785 B 19786 A 19786 D 19787 D 19789 C 19790 C 19790 D 19792 C 19793 D 19795 B 19796 D 19797 D 19799 A 19800 A Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 166. Sitzung. Berlin, Freitag, den 9. März 2012 19723 (A) (C) (D)(B) 166. Sitzung Berlin, Freitag, den 9. März 2012 Beginn: 9.00 Uhr
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    Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 166. Sitzung. Berlin, Freitag, den 9. März 2012 19799 (A) (C) (D)(B) Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Bätzing-Lichtenthäler, Sabine SPD 09.03.2012 Burchardt, Ulla SPD 09.03.2012 Dittrich, Heidrun DIE LINKE 09.03.2012 Fischer (Göttingen), Hartwig CDU/CSU 09.03.2012 Fischer (Karlsruhe- Land), Axel E. CDU/CSU 09.03.2012 Friedhoff, Paul K. FDP 09.03.2012 Dr. Fuchs, Michael CDU/CSU 09.03.2012 Gabriel, Sigmar SPD 09.03.2012 Gerster, Martin SPD 09.03.2012 Glos, Michael CDU/CSU 09.03.2012 Granold, Ute CDU/CSU 09.03.2012 Gruß, Miriam FDP 09.03.2012 Hinz (Essen), Petra SPD 09.03.2012 Höferlin, Manuel FDP 09.03.2012 Koch, Harald DIE LINKE 09.03.2012 Dr. Kofler, Bärbel SPD 09.03.2012 Kotting-Uhl, Sylvia BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 09.03.2012 Kumpf, Ute SPD 09.03.2012 Laurischk, Sibylle FDP 09.03.2012 Lay, Caren DIE LINKE 09.03.2012 Lenkert, Ralph DIE LINKE 09.03.2012 Leutheusser- Schnarrenberger, Sabine FDP 09.03.2012 Dr. Lotter, Erwin FDP 09.03.2012 Luksic, Oliver FDP 09.03.2012 von der Marwitz, Hans- Georg CDU/CSU 09.03.2012 Movassat, Niema DIE LINKE 09.03.2012 Müller (Erlangen), Stefan CDU/CSU 09.03.2012 Nietan, Dietmar SPD 09.03.2012 Nord, Thomas DIE LINKE 09.03.2012 Petermann, Jens DIE LINKE 09.03.2012 Pflug, Johannes SPD 09.03.2012 Ploetz, Yvonne DIE LINKE 09.03.2012 Remmers, Ingrid DIE LINKE 09.03.2012 Dr. Röttgen, Norbert CDU/CSU 09.03.2012 Roth (Augsburg), Claudia BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 09.03.2012 Dr. Schmidt (Bochum), Frithjof BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 09.03.2012 Schneider (Erfurt), Carsten SPD 09.03.2012 Dr. Solms, Hermann Otto FDP 09.03.2012 Süßmair, Alexander DIE LINKE 09.03.2012 Tack, Kerstin SPD 09.03.2012 Tressel, Markus BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 09.03.2012 Dr. Troost, Axel DIE LINKE 09.03.2012 Ulrich, Alexander DIE LINKE 09.03.2012 Weinberg, Harald DIE LINKE 09.03.2012 Wellenreuther, Ingo CDU/CSU 09.03.2012 Werner, Katrin DIE LINKE 09.03.2012 Dr. Winterstein, Claudia FDP 09.03.2012 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Anlagen 19800 Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 166. Sitzung. Berlin, Freitag, den 9. März 2012 (A) (C) (D)(B) Anlage 2 Amtliche Mitteilungen ohne Verlesung Der Bundesrat hat in seiner 893. Sitzung am 2. März 2012 beschlossen, den nachstehenden Gesetzen zuzu- stimmen bzw. einen Antrag gemäß Artikel 77 Absatz 2 des Grundgesetzes nicht zu stellen: – Gesetz zur Neuordnung der Organisation der landwirtschaftlichen Sozialversicherung (LSV- Neuordnungsgesetz – LSV-NOG) Der Bundesrat hat ferner die nachstehende Entschlie- ßung gefasst: 1. Der Bundesrat nimmt zur Kenntnis, dass der Deut- sche Bundestag einige Anliegen des Bundesrates aufgegriffen hat. So ist sichergestellt, dass auch nach 2017 Fachausschüsse eingerichtet werden können. Zudem ist die gesetzliche Möglichkeit geschaffen worden, auch den bisherigen bewährten Beitrags- maßstab der Sozialversicherung für den Gartenbau (Arbeitswert) unter dem Dach eines einheitlichen Trägers fortzuführen. 2. Der Bundesrat bittet jedoch die Bundesregierung, im Rahmen ihrer beratenden Funktion darauf hinzuwir- ken, dass – eine „fachliche umfängliche“ Betreuung der Ver- sicherten auch eine ortsnahe Betreuung umfasst und das Standortkonzept dem Rechnung zu tra- gen hat, – in den Satzungen für die Versicherungszweige Unfallversicherung und Krankenversicherung Härtefallregelungen vorgesehen werden, – Personal- und Budgetkompetenzen so weit wie möglich an die Geschäftsstellen verlagert wer- den, um den Geschäftsstellen einen angemesse- nen Handlungsspielraum zu ermöglichen, – die Aufgaben der funktionellen Landesverbände der Landwirtschaftlichen Krankenkassen den Ge- schäftsstellen übertragen werden und – zur Gewährleistung der Sozialverträglichkeit die mit diesem Gesetz geschaffenen besonderen Re- gelungen zur Ruhestandsversetzung für Dienst- ordnungsangestellte auch auf entsprechend be- dienstete Beamtinnen und Beamte angewendet werden. 3. Der Bundesrat bittet die Bundesregierung, Sorge da- für zu tragen, dass die Neuordnung der landwirt- schaftlichen Sozialversicherung für die gesamte Übergangszeit bis 2017 mit einem Zuschuss von 200 Millionen Euro pro Jahr flankiert wird. – Zwanzigstes Gesetz zur Änderung des Bundes- wahlgesetzes – Vierzehntes Gesetz zur Änderung des Luftver- kehrsgesetzes – Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die elek- tromagnetische Verträglichkeit von Betriebs- mitteln, des Gesetzes über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen sowie des Luftverkehrsgesetzes – Gesetz zu dem Abkommen vom 18. Oktober 2011 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Aufsichtsbe- hörde für das Versicherungswesen und die be- triebliche Altersversorgung über den Sitz der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versiche- rungswesen und die betriebliche Altersversor- gung Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses hat mitgeteilt, dass der Ausschuss gemäß § 80 Absatz 3 Satz 2 der Geschäftsordnung von einer Berichterstattung zu den nachstehenden Vorlagen absieht: – Unterrichtung durch die deutsche Delegation in der Parla- mentarischen Versammlung der NATO 56. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der NATO vom 12. bis 16. November 2010 in Warschau, Polen – Drucksachen 17/7763, 17/8641 Nr. 1.2 – – Unterrichtung durch die deutsche Delegation in der Parla- mentarischen Versammlung der OSZE 20. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE vom 6. bis 10. Juli 2011 in Belgrad, Serbien – Drucksachen 17/8186(neu), 17/8641 Nr. 1.3 – – Unterrichtung durch die deutsche Delegation in der Inter- parlamentarischen Union 124. Versammlung der Interparlamentarischen Union vom 15. bis 20. April 2011 in Panama-Stadt/Panama – Drucksachen 17/8314, 17/8641 Nr. 1.4 – Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden Unionsdokumente zur Kenntnis genommen oder von ei- ner Beratung abgesehen hat. Finanzausschuss Drucksache 17/8426 Nr. A.14 Ratsdokument 18288/11 Drucksache 17/8515 Nr. A.24 Ratsdokument 18870/11 Drucksache 17/8515 Nr. A.25 Ratsdokument 18932/11 Drucksache 17/8515 Nr. A.27 Ratsdokument 18939/11 Drucksache 17/8515 Nr. A.29 Ratsdokument 18953/11 Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 166. Sitzung. Berlin, Freitag, den 9. März 2012 19801 (A) (C) (D)(B) Ausschuss für Wirtschaft und Technologie Drucksache 17/8673 Nr. A.9 Ratsdokument 18964/11 Drucksache 17/8673 Nr. A.10 Ratsdokument 18966/11 Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Drucksache 17/8426 Nr. A.34 EP P7_TA-PROV(2011)0491 Drucksache 17/8515 Nr. A.37 Ratsdokument 18545/11 Drucksache 17/8673 Nr. A.11 Ratsdokument 5398/12 Ausschuss für Arbeit und Soziales Drucksache 17/8426 Nr. A.37 EP P7_TA-PROV(2011)0495 Drucksache 17/8426 Nr. A.38 Ratsdokument 17736/11 Verteidigungsausschuss Drucksache 17/8426 Nr. A.39 Ratsdokument 17606/11 Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Drucksache 17/6407 Nr. A.26 EP P7_TA-PROV(2011)0256 Drucksache 17/6985 Nr. A.70 Ratsdokument 13309/11 Drucksache 17/7423 Nr. A.38 Ratsdokument 14198/11 Drucksache 17/7423 Nr. A.39 Ratsdokument 14448/11 Drucksache 17/7423 Nr. A.40 Ratsdokument 14555/11 Drucksache 17/7918 Nr. A.21 Ratsdokument 16035/11 Drucksache 17/7918 Nr. A.22 Ratsdokument 16037/11 Drucksache 17/7918 Nr. A.23 Ratsdokument 16313/11 Drucksache 17/7918 Nr. A.24 Ratsdokument 16314/11 Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union Drucksache 17/8227 Nr. A.50 Ratsdokument 17394/11 166. Sitzung Inhaltsverzeichnis TOP 26Änderungen im Recht der erneuerbaren Energien TOP 27Geschlechterchancengleichheit in Unternehmen TOP 28Arbeitsprogramm der Europäischen Kommission 2012 TOP 29Leiharbeit TOP 30Situation von Roma in der Europäischen Union Anlagen
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Ulrich Kelber


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Her-

    ren! Die erneuerbaren Energien in Deutschland sind eine
    einzigartige Erfolgsgeschichte. Seit der Jahrtausend-
    wende sind 380 000 neue Jobs geschaffen worden, die
    Emission von Treibhausgasen ist um 150 Millionen Ton-
    nen jährlich gesunken. Wir haben endlich wieder Wett-

    bewerb im Energiemarkt. Wir haben an der Strombörse
    übrigens niedrigere Preise, wir haben rapide sinkende
    Kosten für jede Kilowattstunde Ökostrom, und jährlich
    sind mehr als 30 Milliarden Euro zusätzliche Investitio-
    nen ausgelöst worden. Für all das war das Erneuerbare-
    Energien-Gesetz, das im Jahr 2000 in Kraft getreten ist,
    die Grundlage. Die SPD ist stolz auf diese Erfolgsge-
    schichte.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Rund 70 Staaten haben weltweit das Erneuerbare-
    Energien-Gesetz kopiert. Das ist nicht vielen deutschen
    Gesetzen vergönnt. 2000 und 2004 ist dieses Erneuer-
    bare-Energien-Gesetz in diesem Parlament durchgesetzt
    worden – durchgesetzt gegen CDU/CSU und FDP, ge-
    gen die Stimme von Angela Merkel, gegen die Stimme
    von Norbert Röttgen, gegen die Stimme von Katherina
    Reiche. Heute wird ein Gesetz vorgelegt, das ein Angriff
    auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist.

    Es ist erstens ein Angriff auf die Verlässlichkeit, weil
    in Zukunft die Rahmenbedingungen sehr schnell mit Ka-
    binettsentscheidungen verändert werden können.

    Zweitens ist es ein Angriff auf den schnellen Ausbau,
    den schnellen Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare
    Energien.


    (Dr. Christian Ruck [CDU/CSU]: So ein Schmarrn!)


    Ich will das nur an einem Beispiel darstellen: Die Regie-
    rung hat vor zwei Monaten bei der Netzplanung gesagt,
    sie wolle 54 Gigawatt Photovoltaik in Deutschland,
    54 Gigawatt Solarstrom. Jetzt sollen es mehr als 10 Gi-
    gawatt weniger sein. Zum Vergleich: Das ist die Leis-
    tung der noch am Netz verbliebenen Atomkraftwerke.


    (Zurufe von der SPD: Hört! Hört!)


    Die wollen Sie weniger an Solarstrom in Deutschland
    haben.


    (Thomas Bareiß [CDU/CSU]: Das ist doch unter Ihrem Niveau! – Cajus Caesar [CDU/ CSU]: Bei der Wahrheit bleiben!)


    Wir haben gestern im Bundestag über die Gefährdung
    der Energiewende durch die schwarz-gelbe Bundesre-
    gierung gesprochen, weil sie die Energiewende nur aus
    Wahltaktik akzeptieren musste, aber nicht wirklich über-
    zeugt ist. Wer keine Überzeugung hat, der hat auch kei-
    nen Plan. Unsichere Investitionsbedingungen, mangeln-
    der Netzausbau, hü und hott bei den Förderprogrammen
    und die Kreuzzüge gegen Solarenergie treffen vor allem
    die erneuerbaren Energien. Ich nenne ein Beispiel: Das
    Förderprogramm für erneuerbare Energien im Wärme-
    sektor wurde erst gekürzt, dann gestoppt, dann wieder
    aufgelegt, dann erweitert, jetzt wieder gestoppt. In nur
    zwei Jahren gab es sechsmal ein Hin und Her bei einem
    der relevantesten Förderprogramme für unser Hand-
    werk. Wer soll in diesem Chaos von Schwarz-Gelb noch
    investieren?


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)






    Ulrich Kelber


    (A) (C)



    (D)(B)


    Es geht nicht nur um die Höhe der Vergütung. Immer
    häufiger können Windenergieanlagen nicht produzieren,
    weil der Netzausbau nicht vorankommt, weil Schwarz-
    Gelb Pilotprojekte für Erdverkabelungen, Hochtempera-
    turleitungen, Stromautobahnen und andere neue Techno-
    logien verweigert.


    (Michael Kauch [FDP]: Stimmt überhaupt nicht!)


    Die Technologieförderung wird zusammengestrichen.
    Wo ist die Speicherstrategie der Regierung? Wo ist die
    Unterstützung für Kombinationskraftwerke aus ver-
    schiedenen erneuerbaren Energien, die punktgenau
    Strom liefern sollen? Stattdessen erstickt Schwarz-Gelb
    die erneuerbaren Energien auch durch Bürokratie und
    Verbote. Ein Beispiel: Das neue Luftverkehrsgesetz wird
    für jeden Luftlandeplatz ein 50 Quadratkilometer großes
    Gebiet definieren, in dem Windenergieanlagen nicht
    mehr oder nur unter erschwerten Bedingungen errichtet
    werden können. Das sind 25 000 Quadratkilometer zu-
    sätzliche Erschwerungsfläche, mehr als die Fläche von
    Rheinland-Pfalz.


    (Jürgen Trittin [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Irre!)


    Die SPD lehnt den Gesetzentwurf der Bundesregie-
    rung im Bundestag und im Bundesrat ab.


    (Zurufe des Abg. Hans-Michael Goldmann [FDP])


    So wird und so darf er keine Mehrheit bekommen. Es ist
    ein durchsichtiger Angriff auf die erneuerbaren Ener-
    gien.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


    Das wird auch durch kosmetische Veränderungen gegen-
    über den ersten Entwürfen der Regierung nicht besser.


    (Zurufe des Abg. Hans-Michael Goldmann [FDP])


    Die verschlechterten Bedingungen für erneuerbare Ener-
    gien sollen nun in drei Wochen in Kraft treten, statt, wie
    zunächst vorgesehen, heute. Das haben die schwarz-gel-
    ben Fraktionen angekündigt. Die vorgesehene Entmach-
    tung des Parlaments durch Kabinettsbeschlüsse wird nun
    minimal eingeschränkt.

    Liebe Kolleginnen und Kollegen von CDU/CSU und
    FDP: Man kann sich auch selbst zum Affen machen.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Zurufe von der CDU/CSU und der FDP)


    Diese Korrekturen sind weniger als gar nichts! Nehmen
    Sie sich doch ein Beispiel an den CDU-regierten Län-
    dern: Die lehnen das ab und wollen gegen die Inhalte
    dieses Entwurfs kämpfen. Das erwarte ich auch von den
    Fraktionen von Schwarz und Gelb.

    In Zukunft soll das Kabinett bei allen erneuerbaren
    Energien die Vergütung und die Menge des zu vergüten-
    den Stroms innerhalb weniger Tage kappen können.


    (Thomas Bareiß [CDU/CSU]: Das stimmt doch gar nicht! Lesen Sie doch mal den Gesetzentwurf durch!)


    Bei den Nichtsolarenergien soll der Bundestag dann
    noch zustimmen. Bislang hat das der Deutsche Bundes-
    tag in einem transparenten Verfahren gemacht. Diese
    Entmachtung des Parlaments, diese zu befürchtenden
    kurzfristigen Verschlechterungen greifen die Verlässlich-
    keit des Erneuerbare-Energien-Gesetzes an. Aber erst
    die Verlässlichkeit der Förderung erneuerbarer Energien
    hat die Erfolgsgeschichte möglich gemacht. Die neue
    Regelung wird für höhere Risikozinsen, weniger Investi-
    tionen und weniger Erneuerbare sorgen. Das lehnt die
    SPD ab.

    Schwarz-Gelb hat angekündigt, den Zubau von Solar-
    energie in Deutschland bis 2017 auf maximal 1,5 Giga-
    watt pro Jahr absenken zu wollen; das heißt 80 Prozent
    weniger als 2011, die Hälfte weniger als nach den bishe-
    rigen Zielen. Pardon, aber wie dumm ist das eigentlich,
    genau dann, wenn etwas billiger wird, in das man viel
    investiert hat – und Deutschland hat viel in das Billiger-
    werden der Solarindustrie investiert –,


    (Dirk Becker [SPD]: So ist das!)


    wenn man sozusagen die Ernte einfahren könnte, den
    Ausbau zurückzufahren?


    (Zurufe des Abg. Michael Kauch [FDP])


    Welcher Bauer käme denn auf die Idee, in dem Augen-
    blick, wenn das teure Saatgut Wurzeln geschlagen hat
    und die Ernte der Früchte zum Greifen nahe ist, das Feld
    abzubrennen? Niemand käme auf diese Idee.


    (Beifall bei der SPD, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von der FDP: Schön, dass Sie das wissen!)


    Nein, die SPD will beim Ausbauziel von wenigstens
    3,5 Gigawatt Solarenergie pro Jahr bleiben, damit die
    Solarenergie allein alle zwei Jahre ein Atomkraftwerk
    ersetzen kann. Wir wollen die Solarmodule endlich auch
    auf den Dächern der Mietshäuser sehen,


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Michael Kauch [FDP]: Das kann doch heute jeder machen!)


    damit der Eigenverbrauch zu niedrigeren Stromkosten
    für die Mieterinnen und Mieter führt. Diese könnten die-
    sen Strom heute bereits für 15 oder 16 Cent bekommen
    statt zum Preis von 25 Cent, zu dem ihn die Energiekon-
    zerne an die Mieterinnen und Mieter verkaufen. Wir
    wollen, dass alle profitieren können.


    (Beifall bei der SPD, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Deswegen muss Solarstrom natürlich weiterhin jedes
    Jahr billiger werden, und zwar mit einer festen monatli-
    chen Rate, die einmal pro Quartal angepasst werden





    Ulrich Kelber


    (A) (C)



    (D)(B)


    muss, wenn deutlich mehr als die 3,5 Gigawatt zugebaut
    wurden. An dieser Stelle unterstützen wir die bestehende
    Gesetzeslage.


    (Stephan Thomae [FDP]: Ah!)


    Wir wollen die Vergütung weiter senken; 30 Prozent
    wären es 2012 ohnehin gewesen. Ein maßvoller zusätzli-
    cher Schritt erscheint möglich.


    (Horst Meierhofer [FDP]: Wie viel denn?)


    Aber wir sollten die Vergütung nur so weit senken, dass
    jemand, der ein Modul unter marktwirtschaftlichen Be-
    dingungen produziert, dies auch zu einem angemessenen
    Preis verkaufen kann. Schwarz-Gelb will die Vergütung
    jedoch so weit absenken, dass nur noch hochsubventio-
    nierte Module aus China auf dem deutschen Markt eine
    Chance haben.


    (Michael Kauch [FDP]: Das ist doch völliger Unsinn!)


    China hat zweifelsohne technologisch aufgeholt.
    Aber wir wissen doch auch, dass der Staat, die Provinz-
    regierungen und die Volksarmee die Solarfirmen sub-
    ventionieren. Schwarz-Gelb akzeptiert die unfairen
    Dumpingpreise aus China. In Vieraugengesprächen wird
    gesagt: Das ist halt so; da kann man nichts machen.
    Nein! Staatlich ausgeglichene Verluste für chinesische
    Solarfirmen, subventioniertes Siliziumdioxid, subventio-
    niertes Glas, subventionierte Energie, großzügige Kre-
    ditlinien – das ist kein fairer Wettbewerb.


    (Zurufe von der FDP)


    Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutsch-
    land können erwarten, dass eine Bundesregierung einem
    solchen Dumping aus dem Ausland entgegentritt und
    nicht tatenlos zusieht.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Die SPD wird diese Zukunftstechnologien nicht auf-
    geben. Wir erwarten eine Antidumpingstrategie des
    Bundeswirtschaftsministers.


    (Dr. Maria Flachsbarth [CDU/CSU]: Das ist ja gut!)


    Die Menschen müssen sich darauf verlassen können – in
    den Hochburgen, in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thürin-
    gen, Brandenburg.


    (Michael Kauch [FDP]: Und in Bonn!)


    Das gilt aber auch für Handwerker und Zulieferer aus
    der ganzen Republik.

    Die schwarz-gelben Pläne bedeuten einen Zusam-
    menbruch der deutschen Solarzellen- und Solarmodule-
    fertigung.


    (Zuruf von der FDP: Quatsch!)


    Ich darf noch einmal – wenn Sie mir nicht glauben – das
    Bundesumweltministerium zitieren, Frau Staatssekretä-
    rin Reiche. Damit Sie es finden: Es geht um Ihre Presse-
    mitteilung 145/11 vom Ende letzten Jahres.

    Zum 1.1.2012 wird die PV-Vergütung nochmals um
    15 Prozent abgesenkt. Das EEG 2012 sieht zudem
    vor, dass auch zum 1.7.2012 ein weiterer Absen-
    kungsschritt erfolgt …

    Dies stellt die deutschen Unternehmen nochmals
    vor eine große Herausforderung … Viele deutsche
    Unternehmen schreiben bereits derzeit Verluste.
    Wir wollen die Photovoltaikindustrie aber nicht ab-
    würgen …

    Es ist … gelungen, eine Lösung zu finden, die die
    Kosten deutlich reduziert, marktwirtschaftliche An-
    reize erhöht und gleichzeitig Planungssicherheit ge-
    währleistet.

    Jetzt muss das neue Gesetz, das am 1. Januar 2012
    in Kraft tritt, erst einmal wirken.

    Das war die Meinung Ihres Ministers vor dreieinhalb
    Monaten, Frau Reiche. Das hat überhaupt nicht zu Ihrer
    heutigen Rede gepasst.


    (Beifall bei der SPD, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Wir haben die große Chance, aus 380 000 Jobs in den
    nächsten Jahren 750 000 Jobs zu machen. Mit Schwarz-
    Gelb drohen jetzt weitere Insolvenzen und Arbeitslosig-
    keit. Wir wollen die Energieversorgung zu 100 Prozent
    in Richtung der Erneuerbaren transformieren. Schwarz-
    Gelb will die Erneuerbaren den Spielregeln der Energie-
    konzerne unterwerfen, der Versorgung mit Großkraft-
    werken; sie sollen nur die Lücke füllen.


    (Dr. Maria Flachsbarth [CDU/CSU]: Nein! Wollen wir nicht! – Gegenrufe von der SPD: Natürlich!)


    Nicht wenige bei Schwarz-Gelb wollen doch in Wirk-
    lichkeit das Scheitern der Energiewende, damit die
    Atomkraftwerke nach 2022 weiterlaufen können. Sie
    hätten nur die Interviews der letzten Tage lesen oder ges-
    tern Herrn Paul in diesem Parlament hören müssen.


    (Beifall bei der SPD, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Dr. Michael Paul [CDU/CSU]: Das ist eine bösartige Unterstellung!)


    Wir, die SPD, stellen uns diesen Plänen entgegen. Wir
    wissen uns in einem breiten gesellschaftlichen Bündnis.
    Zu diesem Bündnis gehören auch von CDU und CSU re-
    gierte Bundesländer. Jetzt fordern wir diesen Mut, den
    die Ministerpräsidenten der Bundesländer gezeigt haben,
    als sie in den letzten Tagen gesagt haben: „Wir stimmen
    diesem Entwurf der schwarz-gelben Bundesregierung
    nicht zu“, auch von den Freunden der Erneuerbaren in
    den Fraktionen von CDU/CSU und FDP ein.

    Heute bringt die Bundesregierung ihr Anti-Erneuer-
    bare-Energien-Gesetz ein. Wir werden es in den Aus-
    schüssen und in der Anhörung zerpflücken.


    (Dirk Becker [SPD]: So ist es!)


    Ende März wird hier die Endabstimmung stattfinden.
    Die SPD wird namentliche Abstimmung beantragen, da-
    mit jeder in den Wahlkreisen weiß, wo sein Abgeordne-





    Ulrich Kelber


    (A) (C)



    (D)(B)


    ter oder seine Abgeordnete in dieser wichtigen Frage
    steht.

    Vielen Dank.


    (Beifall bei der SPD, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)




Rede von Dr. h.c. Wolfgang Thierse
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

Das Wort hat nun Michael Kauch für die FDP-Frak-

tion.


(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Michael Kauch


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (FDP)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)


    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr

    Kelber hat gerade wieder gezeigt, wer hier in diesem
    Haus der größte Lobbyist für eine bestimmte Branche
    ist.


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU – Lachen bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Die SPD-Fraktion kann hier aus meiner Sicht nicht guten
    Gewissens mit solchen Argumenten antreten.


    (Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Mövenpick!)


    Eine Partei, die darauf ausgerichtet war, die kleinen
    Leute in diesem Land zu vertreten, ist inzwischen hier
    im Deutschen Bundestag offensichtlich die Partei, die
    auf Kosten der alleinerziehenden Kassiererin im Super-
    markt


    (Lachen bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    die Umverteilung von unten nach oben propagiert, näm-
    lich zugunsten der Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer.
    Das war der Inhalt der Rede von Herrn Kelber hier im
    Deutschen Bundestag.


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU – Dr. Hermann E. Ott [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Bravo! Sie übertreffen sich selber!)


    Ich kann nur sagen: Sie sollten sich einmal Ihre ei-
    gene nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin zum
    Vorbild nehmen.


    (Dirk Becker [SPD]: Jetzt kommt das wieder!)


    Sie sagt nämlich erstens: Wir müssen unsere industriel-
    len Kerne erhalten, damit wir wettbewerbsfähig bleiben.
    Zweitens sagt sie: Bei der Photovoltaik muss man mit
    der Vergütung runter. – Das ist die Zweigesichtigkeit der
    SPD: hier im Deutschen Bundestag Solarlobby, in Nord-
    rhein-Westfalen Anwalt der kleinen Leute. Das passt
    nicht zusammen, meine Damen und Herren!


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU – Lachen bei Abgeordneten der SPD – Dr. Hermann E. Ott [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Bei Ihnen passt gar nichts zusammen!)


    Im Jahr 2011 war der Anteil erneuerbarer Energien an
    der Stromproduktion so groß wie nie: Etwa 21 Prozent

    unseres Stroms stammen aus Wind, Sonne, Biomasse
    und Wasserkraft. Mit dieser schnellen Entwicklung wer-
    den wir es schaffen, unser Ziel, bis 2020 den Anteil des
    Ökostroms auf mindestens 35 Prozent zu heben, voraus-
    sichtlich weit schneller zu erreichen, als wir noch vor
    kurzem gedacht haben. Und man sieht: Es ist die Politik
    von Union und FDP, die Politik dieser Koalition, die
    wirkt. Das ist die Politik für eine schnellere Energie-
    wende, die wir nicht nur beschlossen haben, sondern die
    wir auch durchsetzen. Das beweisen die Zahlen ganz
    eindeutig, meine Damen und Herren!


    (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Aber man muss auch ehrlich bleiben. Nur jede sechste
    Kilowattstunde Ökostrom stammt aus der Solarenergie,
    und wer wie Herr Kelber hier so tut, als würde die Frage
    der Solarvergütung darüber entscheiden, ob die erneuer-
    baren Energien in Deutschland erfolgreich sind, der ver-
    zerrt die Wirklichkeit. Wir haben es hier mit einem
    Marktsegment der erneuerbaren Energien zu tun, und
    das ist nicht einmal das größte. Es sind die Windkraft
    und Biogas, die das Rückgrat des Ökostroms in Deutsch-
    land sind.


    (Ulrich Kelber [SPD]: Die behindern Sie ja auch!)


    Allerdings – das sage ich auch sehr deutlich – ist die
    Solarenergie ein Marktsegment mit weltweit großen
    Marktchancen in der Zukunft, und trotz der asiatischen
    Konkurrenz haben wir immer noch die Technologiefüh-
    rerschaft inne.

    Deshalb, meine Damen und Herren, steht die FDP zur
    Solarenergie. Wir wollen allerdings einen nachhaltigen
    Ausbau und keine Überhitzung des Marktes, wie wir es
    in der Vergangenheit erlebt haben. Das halten die Ver-
    teilnetze nicht aus, und das ist auch für die Bürgerinnen
    und Bürger in dieser Form nicht bezahlbar.


    (Beifall bei der FDP)


    Man sollte sich auch hier einmal die Ausbauzahlen
    anschauen. Im Jahr 2010 und im Jahr 2011 hat die Solar-
    industrie die gesetzlichen Ausbauziele um mehr als das
    Doppelte überschritten. Wenn man dann noch berück-
    sichtigt, dass die schwarz-gelben Ausbauziele fast dop-
    pelt so hoch sind wie die unter dem ehemaligen SPD-
    Umweltminister Sigmar Gabriel,


    (Ulrich Kelber [SPD]: Deswegen senken Sie sie jetzt, nicht wahr?)


    könnte man davon reden, dass die Ausbaurate in den
    letzten beiden Jahren viermal höher war als die Rate, die
    Sigmar Gabriel wollte. Die SPD, die uns an dieser Stelle
    vorwirft, wir würden die Solarindustrie nicht genug för-
    dern, müsste sich eigentlich selber fragen, was sie in ih-
    rer Regierungszeit getan hat. Schließlich wollte sie nur
    ein Viertel dessen, was allein im letzten Jahr erreicht
    wurde.


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


    Es ist ein Erfolg dieser Bundesregierung, dass wir die
    Förderung seit unserem Regierungsantritt in etwa hal-





    Michael Kauch


    (A) (C)



    (D)(B)


    biert haben, ohne dass der Ausbau zusammengebrochen
    wäre. Das Gegenteil ist passiert. Bei jeder Kürzungs-
    runde standen jedoch die Demonstranten da und haben
    gesagt, die Solarindustrie bricht zusammen. Jedes Mal
    haben Sie das Lied vom Tod der Solarbranche gesungen,


    (Zurufe von der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    aber jedes Mal ist das Gegenteil eingetreten, und so wird
    es auch dieses Mal sein, meine Damen und Herren.


    (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Die Anlagenpreise sinken immer weiter, und wenn
    die Anlagenpreise immer weiter sinken – und das ist ein
    Erfolg des technischen Fortschritts –, dann müssen diese
    sinkenden Preise auch an die Verbraucherinnen und Ver-
    braucher weitergegeben werden. Denn sonst machen
    sich Investoren die Taschen voll.


    (Zurufe von der SPD: Oh!)


    Wir wollen nicht, dass zweistellige Renditen der Eigen-
    heimbesitzer von normalen Stromkunden, von normalen
    Familien finanziert werden.


    (Lachen und Zurufe von der SPD: Oh!)


    Das ist auch eine soziale Frage, um die wir uns hier zu
    kümmern haben, meine Damen und Herren!


    (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU – Ulrich Kelber [SPD]: Lehnen Sie die zweistelligen Renditen bei den Netzbetreibern auch ab?)


    Wenn Sie, Herr Kelber, hier die Rechnung aufma-
    chen:


    (Ulrich Kelber [SPD]: Was ist mit den zweistelligen Renditen bei RWE?)


    „Mehr Vergütung heißt mehr deutsche Module“, dann
    zeigt das nur, dass Sie den Markt nicht verstanden ha-
    ben.


    (Ulrich Kelber [SPD]: Das haben Sie sich aufgeschrieben, obwohl ich das gar nicht gesagt habe! Gehen Sie mal auf meine Rede ein!)


    Auch bei der jetzigen Vergütungshöhe guckt sich der
    Hausbesitzer doch an, welches Modul gut und günstig
    ist.


    (Ulrich Kelber [SPD]: Nicht ablesen!)


    Leider muss man sagen, dass die Chinesen nicht mehr
    schlechter als die Deutschen sind. Wenn sie dann auch
    noch billig werden, dann kaufen die Leute die chinesi-
    schen Module, und zwar unabhängig von der Vergü-
    tungshöhe. Deshalb müssen sich die deutschen Herstel-
    ler die Frage stellen,


    (Ulrich Kelber [SPD]: Warum die Bundeswehr nicht ihre Verluste ausgleicht!)


    warum sie in den letzten Jahren im Verhältnis zum Um-
    satz weniger für die Forschung ausgegeben haben als der
    Durchschnitt der deutschen Industrie.


    (Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Warum haben Sie denn immer für Gentechnik statt für Solarforschung Geld ausgegeben? Das ist die Frage an Sie! Sie sind doch die Bundesregierung!)


    Wer nicht forscht, kann auch nicht besser werden, meine
    Damen und Herren!


    (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Deshalb müssen wir bei der Forschung ansetzen, wenn
    wir die deutschen Hersteller wieder für den Weltmarkt
    fitmachen wollen.


    (Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: So ein Quatsch! – Ulrich Kelber [SPD]: Wie wollen Sie denn mit Forschung Dumping ausgleichen?)


    Zu dem Gerede von Herrn Kelber, man müsse jetzt
    gegen das Dumping aus China vorgehen:


    (Ulrich Kelber [SPD]: Das hat Herr Röttgen gesagt! Letzte Sitzungswoche!)


    Dafür ist die Europäische Kommission zuständig, und
    die Europäische Kommission hat dazu ein Verfahren ein-
    geleitet.


    (Ulrich Kelber [SPD]: Nein! Noch nicht!)


    Aber es ist der Europäischen Kommission bisher nicht
    gelungen, nachzuweisen, dass es Dumping gibt.


    (Ulrich Kelber [SPD]: Das mit dem Verfahren stimmt doch überhaupt nicht!)


    Wir haben einen WTO-Vertrag, und insofern muss man
    Beweise bringen und darf nicht nur Behauptungen auf-
    stellen. Sie als Opposition machen es sich hier ganz
    schön leicht, Herr Kelber.


    (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU – Zuruf von der FDP: Wie immer! – Ulrich Kelber [SPD]: Herr Kauch, Sie haben gerade die Unwahrheit gesagt! Eine absichtliche Lüge! Es gibt kein EU-Verfahren! Deutschland müsste es beantragen!)


    Meine Damen und Herren, die Bundesregierung hat
    eine Formulierungshilfe gegeben. Die Fraktionen haben
    diese Formulierungshilfe abgeändert. Wir haben den Ge-
    setzentwurf, den wir heute in den Bundestag einbringen,
    nicht eins zu eins von der Bundesregierung übernom-
    men.


    (Ulrich Kelber [SPD]: Oh!)


    Den Fraktionen war es wichtig, dass in unserem Land
    Vertrauensschutz besteht. Wir sichern den Vertrauens-
    schutz für mittelständische Unternehmen. Wir sichern
    Vertrauensschutz für durchgeführte Investitionen. Des-
    halb haben wir die Übergangsfristen für Dachanlagen
    und Freiflächenanlagen verlängert. Das ist ein Erfolg für
    die Koalitionsfraktionen hier im Deutschen Bundestag.


    (Beifall bei der FDP)






    Michael Kauch


    (A) (C)



    (D)(B)


    Wir können das Spiel mit den Übergangsfristen aller-
    dings nicht immer weitertreiben; denn wer die Fristen
    immer weiter nach hinten schiebt, wird einen Schluss-
    verkaufseffekt auslösen. Das würde dazu führen, dass
    mehr Anlagen hoch gefördert würden als ohne die ge-
    plante Gesetzesänderung.


    (Ulrich Kelber [SPD]: Sie haben damit Erfahrung, Schlussverkäufe herbeizureden!)


    Klar muss sein: Wir haben die Regelungen mit Blick auf
    den Vertrauensschutz geändert, aber wir als FDP-Frak-
    tion werden einem weiteren Hinausschieben über den
    1. April hinaus nicht zustimmen.


    (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)