Rede:
ID1714011900

insert_comment

Metadaten
  • sort_by_alphaVokabular
    Vokabeln: 11
    1. Das: 1
    2. Wort: 1
    3. hat: 1
    4. nun: 1
    5. der: 1
    6. Kollege: 1
    7. Dr.: 1
    8. Martin: 1
    9. Lindner: 1
    10. fürie: 1
    11. FDP-Fraktion.: 1
  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/140Inhaltsverzeichnis Antrag der Abgeordneten Klaus-Peter Flosbach, Dr. Michael Meister, Peter Altmaier, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der CDU/CSU sowie der Abgeordneten Dr. Volker Wissing, Dr. Hermann Otto Solms, Björn Sänger, weite- rer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Ratingagenturen besser regulieren (Drucksache 17/7638) . . . . . . . . . . . . . . . . . . in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 9: Antrag der Fraktion der SPD: Neuer Anlauf zur Finanzmarktregulierung erforderlich (Drucksache 17/7641) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Gerhard Schick (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU) . . . . . Joachim Poß (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Florian Pronold (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Carsten Sieling (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . Björn Sänger (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Axel Troost (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Ralph Brinkhaus (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 29: a) Antrag der Abgeordneten Dr. Barbara 16681 B 16681 C 16689 D 16691 B 16691 D 16692 B 16693 C 16695 B 16696 B 16697 C Deutscher B Stenografisch 140. Sitz Berlin, Freitag, den 11 I n h a l Absetzung des Zusatztagesordnungspunk- tes 14 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 28: Beschlussempfehlung und Bericht des Finanz- ausschusses zu dem Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und FDP: Effektive Regulierung der Finanzmärkte nach der Finanzkrise (Drucksachen 17/6313, 17/7250) . . . . . . . . . . in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 8: Z B a D G ti z d (D K P D R 16681 A 16681 B in Verbindung mit undestag er Bericht ung . November 2011 t : usatztagesordnungspunkt 10: eschlussempfehlung und Bericht des Finanz- usschusses zu dem Antrag der Abgeordneten r. Gerhard Schick, Fritz Kuhn, Dr. Thomas ambke, weiterer Abgeordneter und der Frak- on BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Einset- ung einer Kommission des Deutschen Bun- estages zur Regulierung der Großbanken rucksachen 17/7359, 17/7665) . . . . . . . . . . laus-Peter Flosbach (CDU/CSU) . . . . . . . . eer Steinbrück (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Gerhard Schick (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Volker Wissing (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . ichard Pitterle (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . 16681 C 16681 D 16683 D 16684 D 16687 A 16689 B Höll, Richard Pitterle, Dr. Axel Troost, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Verlustverrechnung ein- II Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 140. Sitzung. Berlin, Freitag, den 11. November 2011 schränken – Steuereinnahmen sicher- stellen (Drucksache 17/5525) . . . . . . . . . . . . . . . . b) Beschlussempfehlung und Bericht des Fi- nanzausschusses zu dem Antrag der Abge- ordneten Dr. Barbara Höll, Dr. Axel Troost, Richard Pitterle, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Auswege aus der Krise: Steuerpolitische Gerechtigkeit und Handlungsfähigkeit des Staates wie- derherstellen (Drucksachen 17/2944, 17/7555) . . . . . . . Dr. Barbara Höll (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Dr. Mathias Middelberg (CDU/CSU) . . . . . . Dr. Barbara Höll (DIE LINKE) . . . . . . . . . Lothar Binding (Heidelberg) (SPD) . . . . . . . . Dr. Volker Wissing (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Thomas Gambke (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU) . . . . . Nicolette Kressl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Daniel Volk (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christian Freiherr von Stetten (CDU/CSU) . . Ralph Lenkert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Olav Gutting (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 30: Unterrichtung durch die Bundesregierung: Waldstrategie 2020 Nachhaltige Waldbe- wirtschaftung – eine gesellschaftliche Chance und Herausforderung (Drucksache 17/7292) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Cajus Caesar (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Petra Crone (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Christel Happach-Kasan (FDP) . . . . . . . . Dr. Kirsten Tackmann (DIE LINKE) . . . . . . . Cornelia Behm (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Josef Göppel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Ulrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Alois Gerig (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 31: a) Beratung der Großen Anfrage der Abge- ordneten Ulrich Kelber, Dirk Becker, Gerd Bollmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD: Klimadiplomatie der Bundesrepublik Deutschland (Drucksache 17/4705, 17/6861) . . . . . . . . b in Z A V w N P (D F A E M D K D J Z E C e S (D A M D F Z A H o G a p (D S 16700 B 16700 B 16700 C 16702 C 16703 C 16705 B 16707 D 16709 D 16711 C 16713 B 16714 D 16715 C 16716 B 16717 B 16718 D 16719 A 16720 A 16721 B 16723 A 16724 B 16725 B 16725 D 16726 D 16728 B ) Antrag der Abgeordneten Dr. Hermann E. Ott, Kerstin Müller (Köln), Hans-Josef Fell, weiterer Abgeordneter und der Frak- tion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Neue Initiative für transatlantische Koopera- tion in der Klima- und Energiepolitik (Drucksache 17/7356) . . . . . . . . . . . . . . . Verbindung mit usatztagesordnungspunkt 11: ntrag der Abgeordneten Dr. Hermann E. Ott, iola von Cramon-Taubadel, Hans-Josef Fell, eiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜND- IS 90/DIE GRÜNEN: China als wichtiger artner im Klimaschutz rucksache 17/7481) . . . . . . . . . . . . . . . . . . rank Schwabe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . ndreas Jung (Konstanz) (CDU/CSU) . . . . . va Bulling-Schröter (DIE LINKE) . . . . . . . ichael Kauch (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Hermann E. Ott (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . atherina Reiche, Parl. Staatssekretärin BMU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Matthias Miersch (SPD) . . . . . . . . . . . . . osef Göppel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . usatztagesordnungspunkt 12: rste Beratung des von den Fraktionen der DU/CSU und FDP eingebrachten Entwurfs ines Gesetzes zur Wiedergewährung der onderzahlung rucksache 17/7631) . . . . . . . . . . . . . . . . . . rmin Schuster (Weil am Rhein) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ichael Hartmann (Wackernheim) (SPD) . . . r. Stefan Ruppert (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . rank Tempel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . usatztagesordnungspunkt 13: ntrag der Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl, ans-Josef Fell, Ekin Deligöz, weiterer Abge- rdneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE RÜNEN: Euratom-Vertrag ändern – Atom- usstieg europaweit voranbringen – Atom- rivileg beenden rucksache 17/7670) . . . . . . . . . . . . . . . . . . ylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16728 B 16728 B 16728 C 16729 D 16731 A 16732 A 16733 B 16734 A 16735 A 16736 A 16736 D 16737 A 16738 D 16740 B 16741 C 16742 C 16742 D Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 140. Sitzung. Berlin, Freitag, den 11. November 2011 III Thomas Bareiß (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Hans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Bareiß (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . René Röspel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Martin Lindner (Berlin) (FDP) . . . . . . . . . Alexander Ulrich (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Dr. Georg Nüßlein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . René Röspel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . Anlage 2 Zu Protokoll gegebene Rede zur Beratung des Entwurfs eines Gesetzes zur Wiedergewäh- rung der Sonderzahlung (Zusatztagesordnungs- punkt 12) Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 3 Amtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16744 A 16745 A 16745 C 16746 A 16747 C 16749 A 16750 A 16751 B 16752 D 16753 A 16753 D 16755 B Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 140. Sitzung. Berlin, Freitag, den 11. November 2011 16681 (A) ) )(B) 140. Sitz Berlin, Freitag, den 11 Beginn: 9.0
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 140. Sitzung. Berlin, Freitag, den 11. November 2011 16753 (A) ) )(B) Pieper, Cornelia FDP 11.11.2011 Anlagen „man kann es ja mal versuchen“, gepaart mit einer auf- chen worden war? Die Antwort, so befürchte ich es, liegt bei dieser Bundesregierung, so wie in vielen anderen Be- reichen auch, in einer durchaus unheiligen Mischung aus einer Art hemdsärmeligem Populismus von der Sorte des Pflug, Johannes SPD 11.11.2011 Philipp, Beatrix CDU/CSU 11.11.2011 Anlage 1 Liste der entschuldigte A N d d d B le s c 4 s e Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Beck (Bremen), Marieluise BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11.11.2011 Becker, Dirk SPD 11.11.2011 Bluhm, Heidrun DIE LINKE 11.11.2011 Bülow, Marco SPD 11.11.2011 Burkert, Martin SPD 11.11.2011 Daub, Helga FDP 11.11.2011 Dr. Gerhardt, Wolfgang FDP 11.11.2011 Goldmann, Hans- Michael FDP 11.11.2011 Haustein, Heinz-Peter FDP 11.11.2011 Hintze, Peter CDU/CSU 11.11.2011 Höhn, Bärbel BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11.11.2011 Juratovic, Josip SPD 11.11.2011 Kiesewetter, Roderich CDU/CSU 11.11.2011 Dr. Koschorrek, Rolf CDU/CSU 11.11.2011 Krellmann, Jutta DIE LINKE 11.11.2011 Leidig, Sabine DIE LINKE 11.11.2011 Nestle, Ingrid BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11.11.2011 Neumann (Bremen), Bernd CDU/CSU 11.11.2011 Nietan, Dietmar SPD 11.11.2011 Dr. von Notz, Konstantin BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11.11.2011 Petermann, Jens DIE LINKE 11.11.2011 P S S S D T D W W W W W A (C (D Anlagen zum Stenografischen Bericht n Abgeordneten nlage 2 Zu Protokoll gegebene Rede zur Beratung des Entwurfs eines Gesetzes zur Wiedergewährung der Sonderzahlung (Zusatz- tagesordnungspunkt 12) Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- EN): Warum nicht gleich so? Diese Frage muss man er Regierungskoalition am heutigen Tage angesichts es vorliegenden Gesetzentwurfs zur Wiedergewährung er vollständigen gesetzlichen Sonderzahlung für die eamtinnen und Beamten des Bundes unweigerlich stel- n. Warum hat sich die Bundesregierung vor einem Jahr o dermaßen verrannt mit der Aufhebung der verspro- henen Anhebung des Weihnachtsgeldes für über 00 000 Beamtinnen und Beamte, dass sie heute gewis- ermaßen klein beigeben muss und sich nun doch an das rinnert, was der Beamtenschaft ohnehin fest verspro- loetz, Yvonne DIE LINKE 11.11.2011 chaaf, Anton SPD 11.11.2011 chlecht, Michael DIE LINKE 11.11.2011 eiler, Till BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11.11.2011 r. Stinner, Rainer FDP 11.11.2011 ack, Kerstin SPD 11.11.2011 r. Wadephul, Johann CDU/CSU 11.11.2011 agenknecht, Sahra DIE LINKE 11.11.2011 ellenreuther, Ingo CDU/CSU 11.11.2011 erner, Katrin DIE LINKE 11.11.2011 olff (Wolmirstedt), Waltraud SPD 11.11.2011 underlich, Jörn DIE LINKE 11.11.2011 bgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich 16754 Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 140. Sitzung. Berlin, Freitag, den 11. November 2011 (A) ) )(B) fälligen Konzeptlosigkeit im Hinblick auf die differen- zierten Anforderungen des einzelnen Politikfeldes. Das Ergebnis dieser Politik verunsichert die davon unmittel- bar Betroffenen, verstärkt die schon sprichwörtliche Wut auf „die Politik“ und lässt am Ende das vermissen, was in der Sache erforderlich ist: die Gestaltung der Zukunft des öffentlichen Dienstes als einer tragenden Säule staat- licher Aufgabenerfüllung. Ich möchte gleich zu Anfang klarstellen, dass die grüne Fraktion die Wiederaufnahme der Sonderzahlung im Ergebnis grundsätzlich begrüßt. Die wichtige Arbeit der Bundesbeamtinnen und -beamten steht zentral für die Leistungsfähigkeit unseres Gemeinwesens. Die durch die Beamtenschaft ausgeübten staatlichen Aufga- ben realisieren gemeinwohlbezogene Ziele, die auch und gerade in einer nur schwer zu bändigenden Marktwirt- schaft – das zeigt uns gerade das Ausmaß der gegenwär- tigen Finanzkrise – von besonders hoher Bedeutung sind. Grund zu lautem Beifall bietet die isolierte Weih- nachtsgeldmaßnahme der Koalition jedoch mitnichten. Denn bei dem Gegenstand der heutigen Debatte handelt es sich weder um ein großzügiges Geschenk noch um die konsequente Umsetzung einer durchdachten Strategie, sondern bestenfalls – das ist zumindest zu hoffen – um einen Akt der späten Einsicht und um den reuigen Ver- such einer Wiedergutmachung. Dass Sie, liebe Kollegin- nen und Kollegen der Koalition, dabei den Populismus nicht lassen können, das bevorstehende Weihnachtsfest lässt grüßen, bestätigt allerdings, dass jegliche Milde Ih- nen gegenüber unangebracht erscheint. Und ob Sie da- mit, liebe Kolleginnen und Kollegen der Koalition, den vor über einem Jahr in diesem Hohen Hause begangenen Vertrauensbruch gegenüber den Beamtinnen und Beam- ten des Bundes und den damit verbundenen Vertrauens- verlust tatsächlich rückgängig machen können, wage ich zu bezweifeln. Ein Selbstläufer nach dem Motto „nun ist doch alles wieder gut“ ist das hier sicherlich nicht. Dazu ist Ihre Politik auch im Bereich des öffentlichen Dienstes viel zu unberechenbar und unkoordiniert. Man darf ge- spannt sein, mit welchen Überraschungen Sie im kom- menden Jahr aufwarten. Lassen Sie uns also kurz rekapitulieren, wie sich die Geschichte der sogenannten Besoldungsanpassung tat- sächlich zugetragen hat. Anfang Juni vergangenen Jah- res präsentierte die Bundesregierung ihre Version einer Haushaltskonsolidierung in Gestalt eines vorgeblichen 80-Milliarden-Euro-Sparpaketes. Der öffentliche Dienst war mit über 2 Milliarden Euro mitbetroffen. Die mit dem Sparpaket beabsichtigte Verringerung der Neuver- schuldung wurde nahezu unisono in ihrer sozialen Unausgewogenheit kritisiert. Sie trug und trägt die Handschrift einer Koalition, die Sozialhilfen und Fami- lienförderung streicht und eine Beteiligung der Besser- verdienenden ablehnt. Von Mövenpick mal ganz zu schweigen … Zu den berechtigten Kritikpunkten zählte auch die Streichung der versprochenen schrittweisen Wiederan- hebung der Weihnachtsgeldbezüge des öffentlichen Dienstes, ein eklatanter Wortbruch gegenüber den Ge- werkschaften, denen man im Rahmen der Großen Koali- ti z s a a s e d s m d S ru a g v „ z z te p s g d k im ö g m re m z e d g a g H F w tu g k g s c w g v R R n k L fe te In B le (C (D on 2005 eben diese Anpassung versprochen hatte, und war nicht von ungefähr. Denn diese hätten damals an- onsten einer Anhebung der Arbeitszeit um eine Stunde uf 41 Stunden ohne Ausgleich zustimmen müssen. Um lso dem geballten und berechtigten Zorn der Gewerk- chaften zu entgehen, versuchte die Bundesregierung in iner Nacht-und-Nebel-Aktion bereits zehn Tage nach er Verkündung des Sparpaketes, die entsprechende ge- etzliche Regelung per Protokollrede durch das Parla- ent zu bugsieren. Weil diese Trickserei misslang, kam er Innenausschuss in der im September 2010 erfolgten achverständigenanhörung in den Genuss einer Anhö- ng, bei der keiner der anwesenden Sachverständigen uch nur ein gutes Haar an der geplanten Weihnachts- eldkürzung ließ. Völlig zu Recht musste die Bundesregierung sich dort orhalten lassen, bei ihrem populistischen Angriff auf die Beamten“ einmal mehr übersehen zu haben, dass wei Drittel dieser Form der Einsparung bei der Sonder- ahlung die Beamten des einfachen und mittleren Diens- s treffen, und damit Gehaltsstufen, bei denen die ge- lanten Kürzungen schnell existenzielle Folgen nach ich ziehen. Damit zeigte sich die soziale Schieflage des roßen Sparpakets deutlich auch im Detail der Besol- ungsanpassung. Mit mangelnder Verlässlichkeit, Konzeptlosigkeit und leinmütiger Werkelei – so nannten wir Grüne es schon vergangenen Jahr – wird es nicht gelingen, den ffentlichen Dienst in diesem Lande zukunftsfähig zu estalten. Es sollte uns allen auch klar sein, dass Spar- aßnahmen, insbesondere bloßes Sparen um des Spa- ns willen und ohne das erforderliche soziale Augen- aß, nicht das Allheilmittel für einen modernen, ukunftsfähigen öffentlichen Dienst sind. Wie schon vor inem Jahr so möchte ich auch heute betonen, dass sich ie grüne Bundestagsfraktion in der Sache nicht starr da- egen verwahrt, dass man über Modifizierungen oder uch Kürzungen bei der Beamtenbesoldung und -versor- ung nachdenkt. Niemand kann insbesondere vor dem intergrund der äußerst unsicheren Haushalts- und inanzlage derartige Maßnahmen ausschließen, und es äre unaufrichtig, dies in pauschalisierender Weise zu n. Allerdings könnte dies immer nur vor dem Hinter- rund eines tragfähigen Konzepts erfolgen, das die Zu- unftsfähigkeit des öffentlichen Dienstes insgesamt auf- reift. Dabei müsste zum Beispiel die zunehmend chwerer begründbare Ungleichbehandlung der öffentli- hen Angestellten gegenüber den Beamten aufgegriffen erden, aber auch die dramatische Lage bei den Versor- ungsbezügen, die sich freilich auf Bundesebene noch ergleichsweise stabiler darstellt als auf Länderebene. ichtig ist zwar auch, dass der Besoldung eine wichtige olle als Motivator zukommt, auf die ohne Not eben icht zugegriffen werden sollte. Sie ist allerdings auch einesfalls der einzige Faktor, um sowohl eine hohe eistungsbereitschaft als auch die Attraktivität des öf- ntlichen Dienstes sicherzustellen. Denn zahlreiche Un- rsuchungen wie übrigens auch die unlängst bei uns im nenausschuss vorgestellte Studie zur Zufriedenheit der eamten der Bundespolizei – Strohmeier-Studie – zäh- n gleich eine ganze Reihe von Faktoren auf, denen aus Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 140. Sitzung. Berlin, Freitag, den 11. November 2011 16755 (A) ) )(B) Sicht der betroffenen Beamtinnen und Beamten sogar eine größere Bedeutung für die berufliche Zufriedenheit zukommt als bloß der Entlohnung, darunter berufliche Rahmenbedingungen wie die Versetzungspolitik, der Schichtdienst, Beurteilungssysteme und die dienstliche Belastung insgesamt. Auch angesichts der globalen Konkurrenz um Fach- kräfte, der ständig wachsenden Bedeutung moderner In- formations- und Kommunikationstechnologie und des demografischen Wandels hierzulande werden wir auf Landes- wie auf Bundesebene nicht daran vorbeikom- men, ernsthaft und systematisch über eine Anpassung oder sogar grundlegende Reform des öffentlichen Diens- tes nachzudenken. Entscheidend wird dabei sein, dass man das Ziel nicht aus den Augen verliert, die Attrakti- vität des öffentlichen Dienstes für die Menschen – sei es als Dienstleister oder als Arbeitgeber – zu erhalten bzw. zu fördern. Der Chor der Sachverständigen bei der Anhörung im September des letzten Jahres, verehrte Kolleginnen und Kollegen der Koalition, ist bei meiner Fraktion jeden- falls nicht verhallt. Einhellig wurde damals von einem Wort-, einem Vertrauensbruch im Hinblick auf das Vor- haben, die hälftige Suspendierung der Sonderzahlung zu verlängern, gesprochen. Wenn Sie schon damals nicht auf unsere Kritik bei der Einbringung des Gesetzent- wurfs über die Anpassung der Besoldungs- und Versor- gungsbezüge gehört hatten, so hätten Sie doch spätestens nach der damaligen Anhörung von Ihrem Vorhaben Ab- stand nehmen müssen. So hätten wir uns die heutige konkrete Debatte zwar sparen können. Die strukturellen Probleme bleiben uns jedoch erhalten, samt einer Regie- rung, die weder fähig noch willens ist, diese anzugehen. Anlage 3 Amtliche Mitteilungen Der Bundesrat hat in seiner 889. Sitzung am 4. No- vember 2011 beschlossen, den nachstehenden Gesetzen zuzustimmen bzw. einen Antrag gemäß Artikel 77 Ab- satz 2 des Grundgesetzes nicht zu stellen: – Zweites Gesetz zur Änderung des Agrarstatistik- gesetzes – Neuntes Gesetz zur Änderung des Bundesvertrie- bengesetzes – Achtes Gesetz zur Änderung des Stasi-Unterla- gen-Gesetzes – Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und An- erkennung im Ausland erworbener Berufsqualifi- kationen Der Bundesrat hat ferner folgende Entschließung ge- fasst: Der Bundesrat bittet die Bundesregierung, bereits vor den im Gesetz geregelten Evaluationsfristen den Vollzug in geeigneter Weise kontinuierlich zu beobachten und b g w v v L e e c s a d d li – – ß u te ti E n fe le E g u fa w s v b s tu w d D tu je re R V v (C (D ei offensichtlichem Anpassungsbedarf unverzüglich esetzgeberisch tätig zu werden. Begründung: Die Verbesserung der Anerkennung von im Ausland er- orbenen Berufsqualifikationen ist ein gemeinsames Ziel on Bund und Ländern aus dem Dresdner Bildungsgipfel on 2008. Darüber hinaus haben die Regierungschefs der änder Ende 2010 für die beschleunigte Schaffung von inheitlichen und unbürokratischen Regelungen der An- rkennungsverfahren von Bund und Ländern ausgespro- hen. Das Gesetz enthält eine Reihe von Regelungen, die ich in der Praxis bewähren müssen. Einem möglichen us der Umsetzungspraxis erkennbaren Anpassungsbe- arf (z. B. im Bereich der Nachqualifizierung und bei er Frage eines Beratungsnetzwerkes) sollte daher mög- chst rasch abgeholfen werden. Gesetz zur Änderung des Seesicherheits-Untersu- chungs-Gesetzes und zur Änderung sonstiger schifffahrtsrechtlicher Vorschriften Gesetz zur Änderung des Beherbergungsstatistik- gesetzes und des Handelsstatistikgesetzes sowie zur Aufhebung von Vorschriften zum Verfahren des elektronischen Entgeltnachweises Ferner hat der Bundesrat die nachstehende Entschlie- ung gefasst: Der Bundesrat fordert die Bundesregierung dazu auf, mgehend zu prüfen, welche Daten auch nach Inkrafttre- n des Gesetzes zur Änderung des Beherbergungsstatis- kgesetzes und des Handelsstatistikgesetzes sowie zur inführung von Vorschriften zum Verfahren des elektro- ischen Entgeltnachweises noch einer Löschung bedür- n, und hierzu die erforderlichen Gesetzentwürfe vorzu- gen. Im Rahmen der Bundestagsberatungen wurde der ntwurf eines Gesetzes zur Änderung des Beherber- ungsstatistikgesetzes und des Handelsstatistikgesetzes m weitere Artikel ergänzt, mit denen das ELENA-Ver- hren eingestellt und die Rechtslage wiederhergestellt ird, die vor der Einführung des ELENA-Verfahrens be- tanden hat. Artikel 4 Nummer 12 des Gesetzes sieht or, dass alle Daten, die nach den §§ 96, 97 sowie 99 is 102 SGB IV in der Zeit bis zum Inkrafttreten des Ge- etzes an die Zentrale Speicherstelle und an die Registra- r Fachverfahren übermittelt wurden und gespeichert erden, sowie alle sonstigen im Zusammenhang mit em ELENA-Verfahren entstandenen und gespeicherten aten von der Zentralen Speicherstelle und der Registra- r Fachverfahren unverzüglich zu löschen sind. Im Rahmen des ELENA-Verfahrens wurden von den weils zuständigen Rentenversicherungsträgern be- its Versicherungskonten für Beamte, Soldaten und ichter angelegt, die nach Beendigung des ELENA- erfahrens nicht mehr benötigt werden. Laut ersten orläufigen Schätzungen der Deutschen Rentenversi- 16756 Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 140. Sitzung. Berlin, Freitag, den 11. November 2011 (A) (C) )(B) V cherung Bund handelt es sich um rund 120 000 Versi- cherungskonten. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch bei anderen Behörden Daten im Rahmen des ELENA-Ver- fahrens gespeichert worden sind, die nicht mehr benötigt werden. – Gesetz zu dem Abkommen vom 21. Oktober 2010 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Großherzogtum Luxemburg über die Er- neuerung und die Erhaltung der Grenzbrücke über die Mosel zwischen Wellen und Grevenmacher Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat mit- geteilt, dass sie die Anträge Kirgisistan unterstützen – Den Frieden sichern auf Drucksache 17/3202 sowie Investitionen in Antipersonenminen und Streumuni- tion gesetzlich verbieten und die steuerliche Förde- rung beenden auf Drucksache 17/4697 zurückzieht. Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mit- geteilt, dass der Ausschuss gemäß § 80 Absatz 3 Satz 2 der Geschäftsordnung von einer Berichterstattung zu den nachstehenden Vorlagen absieht: Ausgabe bei Kapitel 08 13 Titel 699 31 – Abschließende Leistung zur Abgeltung von Härten in Einzelfällen bis zu einer Höhe von 44,5 Mio. Euro – Drucksachen 17/7251, 17/7417 Nr. 8 – Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden Unionsdokumente zur Kenntnis genommen oder von ei- ner Beratung abgesehen hat. Rechtsausschuss Drucksache 17/6010 Nr. A.3 Ratsdokument 9324/11 Drucksache 17/6407 Nr. A.6 Ratsdokument 9361/11 Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Drucksache 17/6985 Nr. A.54 Ratsdokument 11356/11 Drucksache 17/6985 Nr. A.55 Ratsdokument 11946/11 Drucksache 17/6985 Nr. A.56 Ratsdokument 12635/11 Drucksache 17/6985 Nr. A.57 Ratsdokument 13189/11 Finanzausschuss – Beratung der Unterrichtung durch die Bundesregierung Bericht zur Steuerbegünstigung für Biokraftstoffe 2010 – Drucksachen 17/6928, 17/7085 Nr. 2 – Haushaltsausschuss – Beratung der Unterrichtung durch die Bundesregierung Haushaltsführung 2011 Mitteilung gemäß § 37 Absatz 4 der Bundeshaushalts- ordnung über die Einwilligung in eine überplanmäßige Offsetdrucker ertrieb: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln (D Drucksache 17/6985 Nr. A.58 Ratsdokument 13195/11 Drucksache 17/6985 Nr. A.59 Ratsdokument 13336/11 Drucksache 17/7260 Nr. A.4 Ratsdokument 13887/11 Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Drucksache 17/6407 Nr. A.27 EP P7_TA-PROV(2011)0261 Drucksache 17/6985 Nr. A.71 Ratsdokument 12600/11 ei, Bessemerstraße 83–91, 1 , Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 140. Sitzung Inhaltsverzeichnis TOP 28, ZP 8–10 Regulierung der Finanzmärkte TOP 29Steuerpolitik TOP 30Waldstrategie 2020 TOP 31, ZP 11 Internationale Klimapolitik und Klimadiplomatie ZP 12 Wiedergewährung der Sonderzahlung ZP 13Europaweiter Atomausstieg Anlagen
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von René Röspel


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und

    Herren! Als der Euratom-Vertrag vor mehr als 50 Jahren
    geschlossen wurde – wir haben schon ein bisschen dazu
    gehört –, wurde die Debatte um die Kernenergie – da-
    mals hieß es noch „Kernenergie“, später hieß es „Atom-
    kraft“ – einerseits von einer dramatischen Erkenntnis in
    der Welt und andererseits von einer großen Hoffnung be-
    gleitet und getragen.

    Die dramatische Erkenntnis ist durch die Atombom-
    benabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki entstanden:
    Die Atomenergie darf niemals zu militärischen Zwecken
    genutzt werden, weil die Konsequenzen für die Mensch-
    heit verheerend wären. Gleichzeitig gab es die große
    Hoffnung, dass die friedliche Nutzung der Atomkraft ei-
    nen Beitrag zur Energieversorgung leisten könnte. Unter
    den damals herrschenden Eindrücken war es wahr-
    scheinlich folgerichtig, dass man in Europa gemeinsam
    eine neue Technologie entwickeln und friedlich nutzen
    wollte und so eben auch gemeinsam verhindern konnte,
    dass sie zu unfriedlichen Zwecken genutzt werden kann.

    Das ist jetzt mehr als 50 Jahre her. Was ist geblieben?
    Sicherlich die dramatische Erkenntnis über die verhee-
    renden Auswirkungen der militärischen Kernenergie-
    nutzung. In den letzten 50 Jahren gab es auch Vor-
    kommnisse wie die in Harrisburg, Tschernobyl und
    Fukushima, die dazu geführt haben, dass sich die große
    Hoffnung auf der anderen Seite aufgelöst hat. Die Nut-
    zung der Atomkraft ist nicht mehr rational begründbar,
    zumal die Endlagerprobleme nach wie vor nicht gelöst
    sind.


    (Beifall bei der SPD)


    In diesen 50 Jahren hat sich also viel verändert, je-
    doch eines so gut wie gar nicht, nämlich der Euratom-
    Vertrag. Herr Kollege Bareiß, wenn man in diesen Ver-
    trag schaut, kann man lesen – das haben der Kollege Fell
    und die Kollegin Kotting-Uhl richtig erwähnt –, dass das
    Ziel des Euratom-Vertrags darin bestehe – ich zitiere un-
    gefähr –, eine mächtige Kernindustrie in Europa auszu-
    bauen und die Atomkraft zu fördern.

    Wer das nach über 50 Jahren nach wie vor für ein er-
    strebenswertes Ziel einer gemeinsamen verantwortlichen
    europäischen Forschungs-, Wirtschafts- und Energie-
    politik hält, hat nichts dazugelernt.


    (Beifall des Abg. Dr. Ernst Dieter Rossmann [SPD])


    Deswegen ist es eindeutig richtig, dass der Euratom-Ver-
    trag mindestens verändert werden muss.

    R
    in
    d
    u

    b
    n
    v
    d
    E
    h
    s

    s
    d
    V


    ru
    b
    a
    A
    s
    F
    E
    m
    z
    g
    in

    in
    e
    V
    d
    k
    h
    ra
    m

    to
    w
    D
    n
    P
    d
    b
    s
    W

    A
    F
    b

    n
    D

    (C (D Bereits die rot-grüne Bundesregierung hat 2003 im ahmen der Verhandlungen über den Lissabon-Vertrag einer Anmerkung an den Konvent deutlich gemacht, ass sie glaubt, dass auch der Euratom-Vertrag verändert nd neu ausgerichtet werden müsse. 2007 hat es unter der Großen Koalition, als der Lissaon-Vertrag in die Schlussphase ging, ein Protokoll nicht ur von der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch on weiteren europäischen Staaten gegeben, die ausrücklich betonten, dass es eine Neuausrichtung des uratom-Vertrages geben müsse, weil die Zeit über ihn inweggegangen sei und die Zielsetzung eine andere ein müsse. Das war im Jahr 2007, also vor Fukushima. Jedoch hat diese Bundesregierung – es wäre interesant gewesen, zu erfahren, wie weit sie sich eigentlich in er Tradition der außenpolitischen Handlungsweise ihrer orgängerregierung aufgehoben fühlt bzw. sie weiterhrt – in den letzten sieben Jahren dazu nichts getan. Die rot-grüne nordrhein-westfälische Landesregieng hat eine Initiative im Bundesrat auf den Weg ge racht, um den Euratom-Vertrag zu verändern und neu uszurichten. Richtig ist – das spiegelt sich im Grünenntrag wider, der fast wortgleich ist –, dass die Sonder tellung der Kernenergie bezüglich Baugenehmigungen, orschungsförderung und anderer Möglichkeiten, die im uratom-Vertrag fast manifestiert ist, beendet werden uss. Kernenergie kann nicht mehr mindestens bevor ugt behandelt werden, sondern muss eher nachrangig egenüber Energieeffizienz und erneuerbaren Energien Europa und in Deutschland behandelt werden. Eine weitere Forderung in dieser Landesregierungsitiative aus Nordrhein-Westfalen lautet – anders als Sie s dargestellt haben, Herr Bareiß –, ausdrücklich dafür orkehrungen zu treffen und Forschungen zu betreiben, ass die Sicherheitsstandards beim Betrieb von Atomraftwerken in Deutschland und in Europa möglichst och sind. Ebenfalls sollen bei der Entsorgung die Voussetzungen und die Sicherheitsstandards so hoch wie öglich sein. All diese Punkte bis hin zur Neuausrichtung des Euram-Vertrags finden sich im Grünen-Antrag wieder, den ir deswegen in diesen Punkten ausdrücklich begrüßen. er Text entspricht wortgleich der Initiative der rot-grüen Landesregierung – ergänzt um zwei wichtige andere unkte. Ein Punkt ist inhaltsgleich mit einer Forderung er Bundesratsinitiative der grün-roten baden-württemergischen Landesregierung, ausdrücklich eine europäiche Gemeinschaft für erneuerbare Energien auf den eg zu bringen. uch das ist ein richtiger Schritt. Wir sind in dieser rage rot-grün-koalitionär und halten es für inhaltlich egründet, das zu unterstützen. Zu einem Punkt, der nicht in der Initiative der rot-grüen Landesregierung enthalten ist, haben wir mindestens iskussionsbedarf, wenn nicht vielleicht sogar Dissens. René Röspel )


    (Dr. Ernst Dieter Rossmann [SPD]: Sehr gut!)


    (Beifall bei der SPD)





    (A) )

    Er betrifft die Frage, ob man aus dem Euratom-Vertrag
    einseitig aussteigen bzw. ihn einseitig kündigen kann.

    Ich habe die Bundesregierung im Mai dieses Jahres
    gefragt, ob sie es für möglich halte, dass Deutschland
    einseitig aus diesem europäischen Euratom-Vertrag aus-
    steigt. Sie hat diese Frage verneint. In der Antwort der
    Bundesregierung steht auch, ein Ausstieg aus Euratom
    sei nur denkbar, wenn es einen Ausstieg der Bundes-
    republik Deutschland aus der Europäischen Union gibt.


    (Hans-Josef Fell [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Quatsch! Was glaubt denn die SPD alles dieser Bundesregierung?)


    Uns liegt glücklicherweise auch eine Antwort des
    Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages
    auf eine Anfrage des Genossen Marco Bülow vor, die
    eine Reihe guter Argumente enthält. Ich finde, sie sind
    nachvollziehbar. Darin wird – das hat auch Kollegin
    Kotting-Uhl gesagt – es ausdrücklich für möglich gehal-
    ten, dass Deutschland einseitig aus dem Euratom-Ver-
    trag aussteigt, ohne damit europäisches Recht zu verlet-
    zen. Es gibt eine Reihe guter juristischer Argumente.

    Es stellt sich eine andere Frage in diesem Bereich
    – außerhalb der juristischen Unwägbarkeit, ob es mög-
    lich ist oder nicht –, nämlich ob es sinnvoll ist, sich aus
    einem Verein zurückzuziehen, den man eigentlich verän-
    dern will. Wir halten das für nicht sinnvoll. Ohne in ei-
    nen Topf mit der rechten Seite des Hauses geworfen
    werden zu wollen – in den anderen Punkten unterschei-
    den wir uns deutlich –, sage ich: Wenn wir Euratom ver-
    ändern wollen, dann müssen wir das innerhalb Euratoms
    versuchen, und zwar mit europäischen Bündnispartnern,
    wobei die Bundesregierung längst aufgerufen ist, diese
    Bündnispartner zu organisieren.

    Es gibt in Europa unterschiedliche Sichtweisen zur
    Nutzung der Atomenergie. Es gibt Staaten, die ausstei-
    gen wollen, und es gibt Staaten, die Atomenergie weiter-
    hin nutzen wollen. Ich finde, dass die Bundesrepublik in-
    nerhalb von Euratom die Aufgabe wahrnehmen muss,
    den Vertrag zu verändern, weg von der Atomenergie hin
    zu erneuerbaren Energien.


    (Beifall des Abg. Dr. Ernst Dieter Rossmann [SPD])


    Nehmen wir uns ein Beispiel am erfolgreichsten
    Atomland der Europäischen Union, das ist Österreich.
    Österreich hat das beste Atomkraftwerk, das es weltweit
    gibt:


    (Dr. Martin Lindner [Berlin] [FDP]: Das AKW Zwentendorf!)


    Das war das AKW Zwentendorf. Es ist niemals in Be-
    trieb genommen worden.


    (Dr. Martin Lindner [Berlin] [FDP]: Ja, sehr lustig!)


    Auf dem Gelände dieses Atomkraftwerks gibt es heute
    eine sehr große Photovoltaikanlage, die 180 000 Kilo-
    wattstunden Strom erzeugt. Wir sollten gemeinsam mit
    Österreich und anderen Vorbildern versuchen, den

    E
    v

    W
    d

    d

    W
    b


    u
    d
    d
    p
    d

    te
    d
    A
    tr
    te
    s
    d

    ti
    k
    g
    h
    s

    F
    K

    u
    g
    g

    (C (D uratom-Vertrag in Richtung einer sonnigen Zukunft zu erändern. ir werden diesen Antrag weiterhin sehr interessiert iskutieren. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD)




Rede von Petra Pau
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)

Das Wort hat nun der Kollege Dr. Martin Lindner für

ie FDP-Fraktion.


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Martin Lindner


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (FDP)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)


    Frau Präsidentin! Verehrte Damen, meine Herren!

    as wir von der Opposition gehört haben, ist sattsam
    ekannt, das ist Ihre Einstellung zur Atomkraft.


    (Sylvia Kotting-Uhl [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Und jetzt kommt etwas ganz Neues!)


    Nein, darum geht es in dem Antrag nicht. Es geht nicht
    m unsere wechselseitigen Einstellungen zur Nutzung
    er Kernkraft. Vielmehr geht es in dem Antrag darum,
    en Euratom-Vertrag zu ändern, den Atomausstieg euro-
    aweit voranzubringen und das Atomprivileg zu been-
    en.


    (René Röspel [SPD]: Richtig!)


    In Ihrem Antrag fordern Sie – das steht vor allem un-
    r Punkt III.e –, dass sich dafür Deutschland einsetzt,
    ass der europaweite Ausstieg aus der Nutzung der
    tomkraft vorbereitet wird. Eine demokratische Kon-
    olle soll durch das Europäische Parlament gewährleis-
    t werden. Sie glauben doch selber nicht im Ernst – wir

    ind hier unter uns, es ist kaum einer hier im Raum –,
    ass das auch nur ansatzweise Erfolg haben kann.


    (Viola von Cramon-Taubadel [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN]: Natürlich! – Sylvia KottingUhl [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Haben Sie ein Vertrauen in die Institutionen!)


    Wie ist denn die Situation in Europa nach dem einsei-
    gen Ausstieg Deutschlands aus der Nutzung der Atom-
    raft? Wir stellen fest, dass es eine gegenteilige Bewe-
    ung gibt. Die Polen bauen ein Atomkraftwerk – die
    aben sich von Ihnen bzw. von uns – das muss man auch
    agen – nicht davon abbringen lassen –,


    (Lachen bei Abgeordneten der SPD und der LINKEN – Swen Schulz [Spandau] [SPD]: Verdammt! Verdammt!)


    rankreich genießt seine Singularität im Bereich der
    ernkraftnutzung,


    (René Röspel [SPD]: Aber im Winter mit kaltem Hintern!)


    nd Großbritannien wirbt in der deutschen Industrie
    anz offensiv für Zuwanderung mit dem Hinweis auf
    ünstige Strompreise.





    Dr. Martin Lindner (Berlin)



    (A) )


    )(B)


    (Viola von Cramon-Taubadel [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN]: Das heißt doch nicht, dass wir Steuergelder reingeben müssen! – Sylvia Kotting-Uhl [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Diese Argumentation kam im letzten Oktober auch!)


    Vor allen Dingen in Zusammenhang mit der Euro-
    Krise wird uns vorgehalten, dass wir deutsche Interessen
    massiv durchsetzen würden. Glauben Sie ernsthaft, dass
    wir insbesondere in diesem zeitlichen Kontext andere
    Staaten in der EU dazu bringen, das von ihnen genos-
    sene Privileg aufzugeben?


    (René Röspel [SPD]: Atomenergie ist ein „genossenes Privileg“?)


    Das kann nicht sein. Diese Vorstellung ist wirklich ab-
    wegig.

    Schauen wir uns den Vertag genauer an. Lassen wir
    die Präambel weg. Im Bereich der Nichtverbreitung, der
    Versorgungssicherheit und der Grundnormen für Strah-
    lenschutz funktioniert er gut. Ich habe mir angeschaut,
    wie die Förderung – dies kritisieren Sie nämlich – zah-
    lenmäßig aussieht. Für die Jahre 2012 und 2013 ist ein
    Budget von insgesamt 2,5 Milliarden Euro vorgesehen,
    davon sind 2,2 Milliarden Euro – das war vorhin Ihre
    Frage –, also 86 Prozent, für Kernfusionsforschung vor-
    gesehen.


    (Viola von Cramon-Taubadel [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN]: Das Geld wäre woanders besser eingesetzt!)


    Für die Forschungsprojekte im Bereich der Kernspaltung
    einschließlich Strahlenschutz werden 118 Millionen
    Euro bereitgestellt. Die Nuklearforschungsarbeiten und
    die Arbeiten zur Gewährung der kerntechnischen Sicher-
    heit der Gemeinsamen Forschungsstelle der Kommis-
    sion, JRC, werden mit 233 Millionen Euro unterstützt.
    Wo soll denn da – das haben Sie suggeriert – eine Sub-
    vention des Bereichs der Kernenergie beinhaltet sein?


    (Sylvia Kotting-Uhl [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sind das Peanuts im Vergleich zu den sonstigen Subventionen der Kernenergie?)


    Das sind im Wesentlichen, zu 86 Prozent, Projekte, die
    der Kernfusionsforschung dienen. Ansonsten fließen die
    Mittel in den Bereich der Reaktorsicherheit.

    Wenn man sich die weiteren Aufgaben von Euratom
    anschaut, stellt man fest, dass die Setzung von Sicher-
    heitsstandards dazugehört. Des Weiteren wird dort alles,
    was mit Strahlenschutz und Entsorgung zusammen-
    hängt, behandelt.


    (Sylvia Kotting-Uhl [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das geht auch alles ohne Subventionierung! Das geht auch so!)


    Es geht auch um die wechselseitige Verpflichtung und
    die Erklärung, dass sämtliches Nuklearmaterial inner-
    halb der EU Eigentum von Euratom ist, um die friedli-
    che Nutzung sicherzustellen. Für Frankreich und Groß-
    britannien gelten Sonderklauseln, für die anderen nicht.
    Das ist im Euratom-Vertrag geregelt.

    K
    ri
    G
    tu

    e
    u
    a

    D
    lo
    z

    d
    e
    P

    D
    ru
    n
    m

    is
    s

    ü
    h
    K
    s
    w
    n

    Ö

    (C (D Natürlich müssen wir an Euratom mitwirken. ollege Röspel, ich danke Ihnen, dass Sie trotz aller Lyk herausgestellt haben – wenigstens da haben wir eine emeinsamkeit –, dass jenseits der juristischen Betrachng der Frage, ob man sich einseitig von diesem Vertrag sen kann, es auf keinen Fall politisch sinnvoll ist, sich inseitig aus dieser Gemeinschaft für Reaktorsicherheit nd für Strahlenschutz zu verabschieden. Das wäre verntwortungslos. (Beifall bei der FDP sowie des Abg. Günter Baumann [CDU/CSU] – René Röspel [SPD]: Für Veränderungen eintreten! – Sylvia Kotting-Uhl [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Oh! Also wirklich! Vereinigung für Reaktorsicherheit!)


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


    as ist nichts anderes als populistische Verantwortungs-
    sigkeit. Sie können doch nicht so dumm sein, ernsthaft

    u unterstellen,


    (Sylvia Kotting-Uhl [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Jetzt aber vorsichtig! Sie haben genug dummes Zeug gesagt! Seien Sie vorsichtig!)


    ass dieser Vertrag wirklich zu ändern ist. Das heißt, der
    inzige Kerngehalt Ihres Antrags findet sich unter
    unkt IV, wo steht:

    Sollte diese Neuausrichtung auf europäischer
    Ebene nicht durchsetzbar sein, fordert der Deutsche
    Bundestag die Bundesregierung auf, den Euratom-
    Vertrag von deutscher Seite aus zu kündigen.


    (Viola von Cramon-Taubadel [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN]: Natürlich!)


    a Sie nicht so dumm sind, zu glauben, dass Ihre Forde-
    ng unter Punkt III jemals in Erfüllung geht – wir leben

    ämlich nicht im Pippi-Langstrumpf-Land: Ich bastel
    ir die Welt, so, wie sie mir gefällt –,


    (Dr. Barbara Hendricks [SPD]: Jetzt wird es langsam unangenehm!)


    t klar, dass es auf Punkt IV hinausläuft. Das wäre
    chlichtweg unverantwortlich.


    (Beifall bei der FDP sowie des Abg. Günter Baumann [CDU/CSU])


    Kündigen heißt, nicht mehr bei den Verhandlungen
    ber die Sicherheitsstandards dabei zu sein. Kündigen
    eißt, nicht mehr bei der Überwachung mitzureden.
    ündigen heißt, sich aus der Verantwortung herauszu-

    tehlen, völlig ungeachtet der Frage, dass die Kernkraft-
    erke in den allermeisten Ländern in Europa auch in den
    ächsten 20, 30, 40 Jahren weiterbetrieben werden.

    Dann haben Sie uns auch noch eine Partnerschaft mit
    sterreich empfohlen.


    (Sylvia Kotting-Uhl [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Die haben wir doch schon! Die Erklärung gibt es doch! Die hat Ihre Regierung unterschrieben!)






    Dr. Martin Lindner (Berlin)



    (A) )


    )(B)

    Zwentendorf ist ein wunderbares Beispiel. Wissen Sie,
    das Problem von Österreich war doch, dass Österreich
    aufgrund der Tatsache, dass es die Kernkraft nie genutzt
    hat und dass das Kernkraftwerk Zwentendorf nie in Be-
    trieb genommen wurde, bei allen Fragen nicht ernst ge-
    nommen wurde. Es ist doch klar: Wenn man nicht dabei
    ist, wenn man nicht in der Verantwortung steht, dann hat
    man auch nicht mitzureden, dann kann man eben nicht
    mitgestalten.


    (Lachen des Abg. René Röspel [SPD])


    Das empfehlen Sie uns als Weg für Deutschland, für die
    größte Industriemacht in Europa, die immer noch Kern-
    kraftwerke hat. Das ist unverantwortlicher Populismus.
    Dem schließt sich die Regierung selbstverständlich nicht
    an.

    Herzlichen Dank.


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)