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    11. SPD-Fraktion.\n: 1
  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/106 Dr. Rosemarie Hein (DIE LINKE) . . . . . . . . . Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Eckhardt Rehberg (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Willi Brase (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sylvia Canel (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Brigitte Pothmer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Albert Rupprecht (Weiden) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Oliver Kaczmarek (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Uwe Schummer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Thomas Oppermann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Antrag der Abgeordneten Rolf Hempelmann, Dirk Becker, Hubertus Heil (Peine), weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD: Pro- gramm für eine nachhaltige, bezahlbare und sichere Energieversorgung (Drucksache 17/5481) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Frank-Walter Steinmeier (SPD) . . . . . . . . Peter Altmaier (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE) . . . . . Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . Ulrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Michael Kauch (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Frank Schwabe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 12176 B 12178 C 12179 D 12180 D 12182 A 12183 B 12184 A 12185 B 12186 C 12187 C 12191 C 12191 C 12194 A 12195 A 12195 B 12196 B 12198 A 12200 C 12201 C Deutscher B Stenografisch 106. Sitz Berlin, Freitag, den I n h a l Tagesordnungspunkt 23: a) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Berufsbildungsbericht 2011 (Drucksache 17/5400) . . . . . . . . . . . . . . . . b) Antrag der Abgeordneten Priska Hinz (Herborn), Brigitte Pothmer, Krista Sager, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Aus- und Weiterbildung stärken, Abbrüche ver- ringern, Erfolgsquoten erhöhen (Drucksache 17/5489) . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Annette Schavan, Bundesministerin BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dagmar Ziegler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Heiner Kamp (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . N M T A D A s a (D in Z 12171 A 12171 B 12171 C 12173 B 12174 D Uwe Schummer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Katja Mast (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12187 D 12188 A undestag er Bericht ung 15. April 2011 t : adine Schön (St. Wendel) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ichael Kretschmer (CDU/CSU) . . . . . . . . . agesordnungspunkt 24: ntrag der Abgeordneten Rolf Hempelmann, r. Matthias Miersch, Dirk Becker, weiterer bgeordneter und der Fraktion der SPD: Ein- etzung eines Sonderausschusses „Atom- usstieg und Energiewende“ rucksache 17/5473) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Verbindung mit usatztagesordnungspunkt 6: 12188 D 12190 A 12191 C Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12202 D II Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 106. Sitzung. Berlin, Freitag, den 15. April 2011 Dr. Georg Nüßlein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Ulrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Rolf Hempelmann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Horst Meierhofer (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . Oliver Krischer (BÜNDNIS 90/ Dr. Wilhelm Priesmeier (SPD) . . . . . . . . . . . . Cornelia Behm (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 27: 12204 A 12204 D 12206 B 12207 C 12227 D 12229 B DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jens Koeppen (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Hermann Ott (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Matthias Miersch (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Andreas G. Lämmel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 25: – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Neuregelung maut- rechtlicher Vorschriften für Bundes- fernstraßen (Drucksachen 17/4979, 17/5519) . . . . . . . – Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung (Drucksache 17/5520) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Andreas Scheuer, Parl. Staatssekretär BMVBS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Uwe Beckmeyer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Patrick Döring (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Florian Pronold (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Patrick Döring (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Herbert Behrens (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Dr. Anton Hofreiter (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Jarzombek (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 26: Antrag der Abgeordneten Dr. Kirsten Tackmann, Cornelia Möhring, Dr. Dietmar Bartsch, weiterer Abgeordneter und der Frak- tion DIE LINKE: Agrarförderung in Deutschland und Europa geschlechterge- recht gestalten (Drucksache 17/5477) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Kirsten Tackmann (DIE LINKE) . . . . . . . Christoph Poland (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . A N te N s R v K h (D D C W G J S N A L A Z A E o D A A 12209 A 12210 B 12211 B 12212 B 12213 C 12215 B 12215 B 12215 C 12216 D 12218 C 12219 D 12220 B 12220 D 12221 D 12222 D 12224 C 12224 C 12225 C ntrag der Abgeordneten Dr. Konstantin von otz, Wolfgang Wieland, Jerzy Montag, wei- rer Abgeordneter und der Fraktion BÜND- IS 90/DIE GRÜNEN: Keine Vorratsdaten- peicherung von Fluggastdaten – ichtlinienvorschlag über die Verwendung on Fluggastdatensätzen OM(2011) 32 endg., Ratsdok. 6007/11 ier: Stellungnahme gegenüber der Bun- desregierung gemäß Artikel 23 Ab- satz 3 des Grundgesetzes i. V. m. § 9 Absatz 4 EUZBBG rucksache 17/5490) . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . lemens Binninger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . olfgang Gunkel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . isela Piltz (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . an Korte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . tephan Mayer (Altötting) (CDU/CSU) . . . . ächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 1 iste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . nlage 2 u Protokoll gegebene Rede zur Beratung des ntrags: Agrarförderung in Deutschland und uropa geschlechtergerecht gestalten (Tages- rdnungspunkt 26) r. Christel Happach-Kasan (FDP) . . . . . . . nlage 3 mtliche Mitteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12230 B 12230 C 12231 C 12233 B 12234 C 12235 C 12236 D 12237 D 12239 C 12241 A 12242 A 12243 A Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 106. Sitzung. Berlin, Freitag, den 15. April 2011 12171 (A) ) )(B) 106. Sitz Berlin, Freitag, den Beginn: 9.0
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    Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 106. Sitzung. Berlin, Freitag, den 15. April 2011 12241 (A) ) )(B) rischen UnionNiebel, Dirk FDP 15.04.2011 * für die Teilnahme an Sitzungen der Parlamentarischen Versamm- lung des Europarates ** für die Teilnahme an der 124. Jahreskonferenz der Interparlamenta- Lindner, Christian FDP 15.04.2011 Möller, Kornelia DIE LINKE 15.04.2011 Anlage 1 Liste der entschuldigte Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Arnold, Rainer SPD 15.04.2011 Beck (Köln), Volker BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 15.04.2011 Becker, Dirk SPD 15.04.2011 Blumenthal, Sebastian FDP 15.04.2011 Brinkmann (Hildesheim), Bernhard SPD 15.04.2011 Dr. Danckert, Peter SPD 15.04.2011 Dr. Dehm, Diether DIE LINKE 15.04.2011 Friedhoff, Paul K. FDP 15.04.2011 Friedrich, Peter SPD 15.04.2011 Dr. Fuchs, Michael CDU/CSU 15.04.2011 Dr. Geisen, Edmund Peter FDP 15.04.2011 Dr. Gerhardt, Wolfgang FDP 15.04.2011 Gerster, Martin SPD 15.04.2011 Götz, Peter CDU/CSU 15.04.2011** Heil, Mechthild CDU/CSU 15.04.2011 Hinz (Herborn), Priska BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 15.04.2011 Höfken, Ulrike BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 15.04.2011 Kampeter, Steffen CDU/CSU 15.04.2011 Kotting-Uhl, Sylvia BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 15.04.2011 Krumwiede, Agnes BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 15.04.2011 Dr. Lammert, Norbert CDU/CSU 15.04.2011** Lindemann, Lars FDP 15.04.2011 N P P P R R R D S S S S D U W W W W D W W Z A (C (D Anlagen zum Stenografischen Bericht n Abgeordneten ink, Manfred SPD 15.04.2011 ieper, Cornelia FDP 15.04.2011 loetz, Yvonne DIE LINKE 15.04.2011 oß, Joachim SPD 15.04.2011 oth (Heringen), Michael SPD 15.04.2011 oth (Esslingen), Karin SPD 15.04.2011 upprecht (Tuchenbach), Marlene SPD 15.04.2011 r. Schäuble, Wolfgang CDU/CSU 15.04.2011 chlecht, Michael DIE LINKE 15.04.2011 chmidt (Eisleben), Silvia SPD 15.04.2011 chuster, Marina FDP 15.04.2011* enger-Schäfer, Kathrin DIE LINKE 15.04.2011 r. Terpe, Harald BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 15.04.2011 lrich, Alexander DIE LINKE 15.04.2011** agner, Daniela BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 15.04.2011 einberg, Harald DIE LINKE 15.04.2011 ellmann, Karl-Georg CDU/CSU 15.04.2011* erner, Katrin DIE LINKE 15.04.2011* r. Westerwelle, Guido FDP 15.04.2011 inkler, Josef Philip BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 15.04.2011 olff (Wolmirstedt), Waltraud SPD 15.04.2011 ypries, Brigitte SPD 15.04.2011 bgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich 12242 Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 106. Sitzung. Berlin, Freitag, den 15. April 2011 (A) ) )(B) Anlage 2 Zu Protokoll gegebene Rede zur Beratung des Antrags: Agrarförderung in Deutschland und Europa geschlechtergerecht gestalten (Tagesordnungspunkt 26) Dr. Christel Happach-Kasan (FDP): Die rechtliche Gleichstellung der Frauen in Deutschland ist längst voll- zogen, ihre formale Bildung ist der der männlichen Kol- legen weitgehend überlegen und dennoch sind Frauen in der gesellschaftlichen Realität deutlich benachteiligt. Es ist kein Ruhmesblatt für unsere Gesellschaft, die gesellschaftliche Teilhabe eines Teils der Bevölkerung zu beschränken. Es ist zum Nachteil für unsere Gesell- schaft, dass ihre Kreativität und Intelligenz nicht in dem Umfang genutzt wird, wie dies in anderen Gesellschaf- ten realisiert ist. Wir haben eine Kanzlerin, zwei Vizepräsidentinnen im Deutschen Bundestag, mehrere Ministerinnen, aber gleichwohl sind wir ein weitgehend männerbestimmtes Land. Ein an der Universität Lüneburg erarbeiteter Bericht, der sich mit der medialen Präsenz von Politikerinnen be- schäftigt, kommt zu dem Schluss: „Gemessen an ihrer Vielfalt und ihrer gesellschaftlichen Bedeutung werden Frauen medial unzureichend abgebildet.“ Der Anteil der Politikerinnen in Pressemedien beträgt 18 Prozent. Auf den Titelseiten der Zeitungen beträgt der Anteil der Poli- tikerinnen nur 13 Prozent. Es gibt somit eine deutliche Unterrepräsentation der Spitzenpolitikerinnen in den Me- dien. Frau Merkel ist als Bundeskanzlerin überdurch- schnittlich in den Medien präsent, aber selbst die Bundes- ministerinnen sind – wie andere Politikerinnen – nach wie vor in den Medien unterrepräsentiert. Um Frauen eine bessere gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, werden verschiedene Vorschläge disku- tiert. Zumeist wird die Quote vorgeschlagen. Ich bin skeptisch, ob eine Quote zu einer Verhaltensänderung von Männern und Frauen führen wird. Der heute von der Linken gemachte Vorschlag, das bestehende gesellschaftliche Defizit über eine Änderung der Agrarförderung zu beheben, ist zumindest innovativ. Ich bezweifele allerdings, dass er zielführend ist. Der Titel des Antrags legt nahe, dass unsere bisherige Agrarförderung und Agrarpolitik geschlechterungerecht ist und es möglich sei, diese geschlechterspezifisch und damit angeblich geschlechtergerechter zu gestalten. Ich teile diese Einschätzung nicht: Agrarpolitik, Agrarförde- rung ist geschlechterneutral und muss es auch bleiben. Frauen im ländlichen Raum sind das Rückgrat für un- sere Dörfer. Sie haben oft eine Vielzahl von Doppel- und Dreifachbelastungen in der Familie, im eigenen Beruf, in den landwirtschaftlichen Betrieben und auch in der dörf- lichen Gemeinschaft. Sie sind oft die tragende Säule im ehrenamtlichen sozialen Engagement und in vielen Ver- einen. Wir sind uns einig, dass ehrenamtliches Engage- m s U F a d z a d e F s u d d a s e D d v te D z ic d v L e li u K n g k M In te b a D fa ti V s te u le g d k s d in u (C (D ent und insbesondere das der Frauen einer höheren ge- ellschaftlichen Anerkennung bedarf. Fakt ist, dass es im ländlichen Raum Probleme und mstände gibt, die sich auf die Selbstbestimmung der rauen und ihre Entfaltungsmöglichkeiten nachteilig uswirken. Das ist jedoch in vielen Städten und im in- ustriellen Arbeitsumfeld genauso. Allerdings ist die so- iale Verbundenheit in ländlichen Regionen oft größer ls in vielen Städten, wodurch Defizite, beispielsweise ie ungenügende Zahl von Plätzen in Kinderbetreuungs- inrichtungen, weitgehend ausgeglichen werden. Der Duktus des vorliegenden Antrags suggeriert, dass rauen besonders förderungsbedürftig seien. Diese Ein- chätzung teile ich nicht. Frauen sind gut ausgebildet nd stark. Sie brauchen keine spezielle Förderung, son- ern einfach nur Gerechtigkeit. Der Bildungsbereich hat ies deutlich gezeigt. Frauen sind dort erfolgreich, wo es uf Leistung ankommt, zum Beispiel in der Schule. Uns Frauen wird mit derartigen Anträgen stets unter- tellt, es wäre eine Ausnahme, wenn wir aus eigener Kraft twas schaffen. Diese Unterstellung halte ich für eine iskriminierung, sie stärkt uns nicht, sondern schwächt ie Position der Frauen. Es ist deshalb gut, wenn Defizite, on denen wir meinen, dass sie sich besonders als nach- ilig für Frauen auswirken, als gesamtgesellschaftliche efizite begriffen werden. Frauen gehören schließlich ur Mitte der Gesellschaft und sind keine Randgruppe. Wenn wir den ländlichen Raum stärken wollen, und h halte dies für richtig, müssen wir überlegen, wie wir ie Bedingungen für Frauen, aber eben auch für Männer, erbessern, sich neue eigene Erwerbsquellen auf dem and zu erschließen. Dies ist allemal besser als frau- nspezifische Globalförderung. Der Ausbau von öffent- chen Verkehrsmitteln, Zugang zum schnellen Internet nd nicht zuletzt eine Verbreiterung des Angebots von inderbetreuungsplätzen ermöglicht Frauen und Män- ern den Start und den Ausbau eigener Erwerbsgrundla- en im ländlichen Raum. Die Möglichkeiten von Klein- rediten und Start-up-Förderungen helfen Frauen und ännern. Aber das ist keine Agrarförderung, sondern frastrukturförderung, Investitionsförderung und Wei- rbildung. Viele Projekte, die sich mit diesen Problem- ereichen beschäftigen, können für Frauen heute schon us dem Europäischen Sozialfond gefördert werden. ort gehört die Förderung auch hin. Wir sollten nicht an- ngen, mit der Gemeinsamen Europäischen Agrarpoli- k, GAP, noch eine Sozialpolitik „light“ zu machen. Wir arbeiten konstruktiv an den jetzt vorliegenden orschlägen von Herrn Ciolos zur Reform der Gemein- amen Agrarpolitik der Europäischen Union. Wir möch- n für unsere Landwirte, und damit meine ich Männer nd Frauen, dass bei der Reform der GAP das Zwei-Säu- n-Modell erhalten bleibt, dass es weiterhin einen Aus- leich für die Bereitstellung öffentlicher Güter gibt und ass der Bürokratieabbau vorangetrieben wird. Die Ent- opplung, welche in Deutschland schon fast abgeschlos- en ist, muss sich auch in anderen EU-Mitgliedstaaten urchsetzen. Wir setzen uns in der Agrarpolitik für eine die Zukunft gerichtete, multifunktionale, moderne und nternehmerische Landwirtschaft ein. Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 106. Sitzung. Berlin, Freitag, den 15. April 2011 12243 (A) (C) (D)(B) Anlage 3 Amtliche Mitteilung Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden Unions- dokumente zur Kenntnis genommen oder von einer Be- ratung abgesehen hat. Innenausschuss Drucksache 17/4509 Nr. A.8 Ratsdokument 16746/10 Rechtsausschuss Drucksache 17/4598 Nr. A.10 Ratsdokument 18122/10 Ausschuss für Gesundheit Drucksache 17/4927 Nr. A.23 Ratsdokument 2124 Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Drucksache 17/1270 Nr. A.5 Ratsdokument 6948/10 Drucksache 17/3791 Nr. A.17 Ratsdokument 14927/10 Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Drucksache 17/4927 Nr. A.36 Ratsdokument 2122 Drucksache 17/5123 Nr. A.24 Ratsdokument 2138 Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union Drucksache 17/178 Nr. A.41 Ratsdokument 15367/09 Drucksache 17/504 Nr. A.26 Ratsdokument 17193/09 106. Sitzung Berlin, Freitag, den 15. April 2011 Inhalt: Redetext Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Anlage 2 Anlage 3
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Christoph Poland


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren!

    Heiterkeit ist ohne Ernst nicht zu begreifen“, meinte
    oriot. Also versuche ich, bei der Debatte über diesen
    ntrag, der mich sehr erheitert hat, ernst zu bleiben.


    (Karin Binder [DIE LINKE]: Das ist aber wirklich bedauerlich!)


    as Thema ruft und rief bei Frauen in der Landwirt-
    chaft, mit denen ich gesprochen habe – ich spreche täg-
    ch mit ihnen –, große Verwunderung und Heiterkeit
    ervor. Aber ich verspreche den Damen und Herren von
    er Linken, dass wir das Thema ernst nehmen. Frauen-
    rderung findet bei uns in allen Politikbereichen ihren
    iederschlag.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP – Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Dann hätten Sie mal zuhören sollen!)


    Dieser Antrag, den Sie diese Woche mit heißer Nadel
    estrickt haben und uns nun im Plenum vor die Füße
    erfen, ist eigentlich überflüssig. Ich sage Ihnen auch,
    arum:


    (Karin Binder [DIE LINKE]: Da sind wir mal gespannt!)


    ie haben von der Bundesregierung bereits eine Antwort
    uf eine Kleine Anfrage zu diesem Thema erhalten.


    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Das ändert doch nichts an der Situation!)


    sofern gilt für Sie das, was Norbert Blüm einmal ge-
    agt hat:

    Der Vorteil der Opposition ist, dass sie Fragen stel-
    len kann, die sie nicht beantworten muss.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP – Karin Binder [DIE LINKE]: Unser Antrag ist die Antwort darauf!)


    Ich kann Ihnen gerne noch einmal darlegen, was wir
    r die Frauen in ländlichen Gebieten tun. Zuallererst
    öchte ich Ihnen aber sagen, dass die CDU/CSU von

    en Linken keine Nachhilfe in Sachen Frauenförderung
    raucht.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP – Karin Binder [DIE LINKE]: Das ist ein Irrtum!)


    961 holte Konrad Adenauer die erste Frau als Ministe-
    n in das Bundeskabinett.


    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Sie sind wirklich lustig, Herr Kollege!)


    ie erinnern sich sicherlich an Elisabeth Schwarzhaupt.
    eute steht eine Frau an der Regierungsspitze.





    Christoph Poland


    (A) )


    )(B)


    (Beifall bei der CDU/CSU – Dr. Wilhelm Priesmeier [SPD]: Aber sie macht keine Frauenpolitik! – Kerstin Tack [SPD]: Das geht völlig am Thema vorbei! – Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Sie reden am Thema vorbei!)


    – Verehrte Frau Tackmann, ich komme gleich dazu.

    Sie zitieren ja gerne die Kommunistin Clara Zetkin.


    (Kerstin Tack [SPD]: Worüber redet er denn?)


    Ich wünsche mir allerdings inständig, dass Sie nicht die
    Möglichkeit haben, Ihren Glauben an die überlegene
    Macht des Kommunismus weiter als etwas Gutes zu de-
    klarieren.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    Angesichts der Diskussion, ob Oskar Lafontaine in Ihrer
    Partei wieder eine wichtige Rolle spielen soll, würde ich
    Ihnen empfehlen,


    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Reden Sie doch mal zum Thema!)


    eher das Frauenbild der Linken und ihrer Mitglieder zu
    klären, als sich über das Frauenbild anderer Parteien er-
    haben zu fühlen.


    (Beifall bei der CDU/CSU – Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Ich habe über kein Frauenbild geredet! Ich habe über die Situation geredet! – Weiterer Zuruf von der LINKEN: Sie sollten einmal den Antrag lesen!)


    – Ich komme gleich dazu.

    Sie beklagen in Ihrem Antrag die Landflucht der
    Frauen. Nehmen Sie doch einfach einmal zur Kenntnis,
    dass die Landflucht der Frauen keine neue Erscheinung
    ist. Schon seit Jahrzehnten, also auch in der früheren
    DDR und in der alten Bundesrepublik, gibt es eine Land-
    flucht von Frauen. Das hat etwas mit der Entwicklung
    und der Industrialisierung der Landwirtschaft zu tun.


    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Sie sollten sich einfach mal richtig vorbereiten!)


    Frauen streben in die Städte, in die Dienstleistungsbe-
    rufe und haben keine Lust mehr, auf dem Lande zu le-
    ben.

    Sie wollen die Agrarförderung auch in Europa ge-
    schlechtergerecht gestalten; so haben Sie es in Ihrem
    Antrag formuliert. Nehmen Sie doch bitte zur Kenntnis,
    dass wir auf europäischer Ebene bereits federführend ei-
    nen Bericht eingebracht haben mit dem Titel „Bericht
    über die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft und im
    ländlichen Raum“.


    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Ja, der hat die Probleme aufgezeigt!)


    Dieser Bericht ist, wie Sie wissen, ohne Änderungs-
    antrag vom Europäischen Parlament angenommen wor-
    den.


    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Das ist ein Bericht! Das sind keine Taten!)


    A
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    5
    k

    F

    (C (D ußerdem darf ich Sie darauf hinweisen, dass die leichstellung der Geschlechter Fundament der EU und den nationalen Verfassungen niedergelegt ist. Nieand hier braucht Ihren Antrag, Ihre Nachhilfe zum hema Frauenförderung. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)


    Die multifunktionale Rolle der Frau im ländlichen
    aum


    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Multifunktionale Rolle der Frau? – Kerstin Tack [SPD]: Das hat er doch jetzt nicht gesagt, oder?)


    istet einen wesentlichen Beitrag dazu, in der Gesell-
    chaft ein modernes Frauenbild zu prägen. Meist sind es
    ie Frauen, die in der Erschließung zusätzlicher Einkom-
    ensquellen Zukunftsperspektiven sehen und neue
    ege gehen. Durch ihr unternehmerisches Engagement
    isten Frauen einen wesentlichen Beitrag zum Fami-
    eneinkommen, zur Existenz der landwirtschaftlichen
    etriebe und zur regionalen Wirtschaftskraft. Dies gilt in
    esonderem Maße für den ländlichen Tourismus, die Di-
    ktvermarktung, den Dienstleistungsbereich und andere

    nternehmerische Initiativen.

    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Alles prekäre Beschäftigung!)

    In meinem Wahlkreis gibt es starke Unternehmerin-

    en im landwirtschaftlichen Bereich.

    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Bei mir auch!)

    Bereich der Rinderzucht hat Frau Dr. Sabine Krüger

    Woldegk zum Wohle der Landwirte und einer eigen-
    tändigen Zucht eine einheitliche, wirtschaftlich starke
    ucht- und Besamungsorganisation aufgebaut. Frau
    arola Lehmann gebietet als Vorstandsvorsitzende über
    000 Hektar.


    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Was sagt denn das?)


    s gibt dort auch Fischerinnen, die ihren eigenen Betrieb
    röffnet haben, zum Beispiel Frau Sabine Reimer-
    eißner, und junge Frauen, die einen Agrarbetrieb mit
    ourmetrestaurant, Hofladen und Ähnlichem aufgebaut
    aben.


    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Ja! Das zeigt doch, dass sie es können! Warum sind es denn dann nur 10 Prozent?)


    Ich weiß nicht, ob Sie glauben, dass dann, wenn
    0 Prozent einen Hofladen hätten, alle davon leben
    önnten.


    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Wieso mit einem Hofladen? Frauen können also nur Hofladen, oder wie? – Kerstin Tack [SPD]: Peinlich!)


    Den unterschiedlichsten Anforderungen begegnen
    rauen sehr kreativ,


    (Patrick Döring [FDP]: Oh ja! Wie der Antrag der Linken beweist!)






    Christoph Poland


    (A) )


    )(B)

    vor allem im Rahmen familiärer Unterstützungsnetz-
    werke. Das Johann-Heinrich-von-Thünen-Institut hat
    festgestellt, was Frauen Kreatives leisten.


    (Lachen bei Abgeordneten der SPD und der LINKEN)


    Sie spielen für die ländliche Entwicklung eine wesentli-
    che Rolle, auch wenn dies von der Öffentlichkeit häufig
    nicht wahrgenommen wird.

    Den EU-Bericht über die Rolle der Frauen in der
    Landwirtschaft und im ländlichen Raum, den Sie in Ih-
    rem Antrag erwähnen, verstehe ich ganz anders als Sie.


    (Kerstin Tack [SPD]: Das war klar!)

    Sie schreiben:

    In vielen Regionen droht mittel- bis langfristig eine
    weitere Verschlechterung der sozialen Infrastruktur.

    (Dr. Wilhelm Priesmeier [SPD]: Aber sicher!)


    Das ist nicht richtig.

    (Dr. Wilhelm Priesmeier [SPD]: Doch!)


    Vielmehr wird in dem Bericht hervorgehoben, dass die
    Rollenvielfalt, der sich Frauen im ländlichen Umfeld
    stellen, einen wesentlichen Beitrag zum Fortschritt und
    zu Innovationen auf allen gesellschaftlichen Ebenen und
    zu einem Anstieg der Lebensqualität insbesondere im
    ländlichen Raum leistet.


    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Ja! Aber da ist Deutschland doch schon Vorreiter, denke ich!)


    Denken Sie nur an die Frauen in Verbänden, in Feuer-
    wehren, im Landfrauenverband. Es gibt bereits erste
    Feuerwehrführerinnen,


    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Das ist auch gut so! Aber die können viel mehr! – Kerstin Tack [SPD]: Das ist total peinlich, was Sie da erzählen!)


    weil Männermangel herrscht.

    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Also nur als Ersatz für Männer, oder wie?)

    Außerdem schreiben Sie in Ihrem Antrag, dass das

    Seminar „Frauen in der nachhaltigen Entwicklung des
    ländlichen Raums“ lediglich einen begrenzten Sensibili-
    sierungseffekt hatte. Diese Einschätzung kann ich so
    nicht teilen. Im Bericht wurde vielmehr festgehalten,
    dass es in der letzten Dekade im Hinblick auf die Ar-
    beitslosenzahlen von Frauen einen positiven Trend gege-
    ben hat. Nehmen Sie diese positiven Arbeitsmarktzahlen
    doch einmal zur Kenntnis! 2011 werden in Deutschland
    mehr Menschen Arbeit haben als jemals zuvor seit dem
    Zweiten Weltkrieg.


    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Es geht um existenzsichernde Bezahlung!)


    Natürlich kommen Sie auch mit Ihrem Lieb-
    lingsthema um die Ecke, dem Mindestlohn.


    (Beifall bei der LINKEN)

    Da machen wir nicht mit.

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    (C (D ir als CDU sind gegen den Mindestlohn. Wir wollen icht, dass durch die Einführung eines flächendeckenden indestlohns Arbeitsplätze im landwirtschaftlichen und ndlichen Bereich vernichtet werden. Meine Damen und Herren, in ihrem Antrag fordern ie Linken – hören Sie jetzt gut zu – deutlich höhere Anile des europäischen Agrarfonds für Frauen. Ich finde, as geht über Gleichbehandlung hinaus. (Zuruf von der CDU/CSU: Genau! Was ist daran gerecht?)


    (Beifall bei Abgeordneten der FDP)


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    ier überdrehen Sie das Rad gewaltig.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Zusammenfassend will ich ganz klar sagen: Wir leh-
    en Ihren Antrag ab.


    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Jetzt schon? Sie haben ihn ja noch gar nicht richtig gelesen! Wir diskutieren darüber doch gerade erst in erster Lesung!)


    h schenke Ihnen allerdings ein paar Minuten meiner
    edezeit. Frohe Ostern!


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP – Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Allein für diese Rede hat es sich gelohnt, herzukommen!)




Rede von Dr. h.c. Wolfgang Thierse
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

Danke schön. – Das Wort hat nun Wilhelm Priesmeier

r die SPD-Fraktion.


(Beifall bei der SPD sowie der Abg. Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE])



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Wilhelm Priesmeier


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Liebe

    olleginnen und Kollegen! Verehrter Herr Kollege
    oland, Ihre Bemerkung zu Heiterkeit und Ernst nehme
    h als gegeben hin. Aber die Sachlichkeit war in Ihrer
    ede nicht besonders stark ausgeprägt.


    (Iris Gleicke [SPD]: Ja, die Sachkunde auch nicht! – Kerstin Tack [SPD]: Das war peinlich!)


    sofern hat es auch entsprechende Bemerkungen gege-
    en.

    Ich glaube, das Thema, um das es geht, hat gravie-
    nde Auswirkungen auf den gesamten ländlichen Raum

    nd die demografische Entwicklung im ländlichen
    aum.


    (Iris Gleicke [SPD]: Richtig!)


    ie Gleichstellungsstrategie ist ein Kernziel der Strate-
    ie „Europa 2020“. Insofern hat sich Ihre Kollegin Frau
    eggle im Europaparlament besondere Verdienste erwor-
    en. Sie hat nämlich den Bericht aufgegriffen und am
    . April dieses Jahres einen wirklich hervorragenden





    Dr. Wilhelm Priesmeier


    (A) )


    )(B)

    Entschließungsantrag – Sie haben ihn vielleicht noch
    nicht gelesen –, der 39 Forderungen enthält, durch das
    Europaparlament gebracht. In diesem Antrag wurden
    viele Dinge, die im Antrag der Linken stehen, themati-
    siert und fast wortgleich eingefordert.


    (Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Das ist ja Sozialismus! Mein Gott!)


    Insofern würde ich mir das – was moderne Politik für
    Frauen im ländlichen Raum und auch was die Möglich-
    keiten betrifft, den Agrarhaushalt dort mit einzusetzen –
    zumindest einmal vor Augen führen und unter Umstän-
    den zum Konzept machen.


    (Beifall bei der SPD und der LINKEN – Christoph Poland [CDU/CSU]: Aber nicht wortgleich mit dem Linken-Antrag!)


    Wir Sozialdemokraten wollen natürlich die Rolle der
    Frauen in den ländlichen Räumen stärken, damit diese
    lebenswert bleiben. Deshalb unterstützen wir nachdrück-
    lich alle 39 Forderungen dieses Entschließungsantrags.
    Wir haben allerdings auch die Aufgabe, die Forderun-
    gen, die für Europa formuliert sind, an Deutschland und
    seine Strukturen anzupassen.

    Die Bundesregierung bekennt sich ebenfalls zur
    Gleichstellungspolitik. An der Antwort auf die Kleine
    Anfrage der Linken erkennt man aber, dass sie bislang
    keine Vorschläge erarbeitet und offensichtlich auch
    keine konkreten Vorstellungen im Hinblick auf die Um-
    setzung hat.

    Im Rahmen der Ausgestaltung der zweiten Säule nach
    ELER gibt es einen relativ großen Spielraum an Mög-
    lichkeiten, dort spezifische Frauenförderung zu veran-
    kern. Schauen Sie sich doch einmal an, wie sich der
    ländliche Raum darstellt. Schauen Sie vor allem in die
    ländlichen Räume der neuen Bundesländer: nach Nord-
    ostvorpommern, in die Prignitz oder nach Sachsen. Dann
    erkennen Sie, dass dort mittlerweile ein Missverhältnis
    zwischen den Geschlechtern besteht – ein Verhältnis im
    Extremfall von 100 zu 75, im Regelfall von 100 zu 80.
    Das heißt, 20 Prozent der Frauen in den Altersgruppen
    zwischen 18 und 29 Jahren fehlen, und es werden weni-
    ger Kinder geboren. Auch das führt dazu, dass diese
    Räume sozial instabil werden.

    Die Wanderungsbewegung – das haben Sie richtig be-
    merkt – ist sicherlich eine Erscheinung, die wir seit
    100 oder 200 Jahren haben. Das ist so, seitdem die
    Städte wachsen. Bislang waren wir aber immer in der
    Lage, dies durch einen entsprechenden Bevölkerungszu-
    wachs in den ländlichen Räumen auszugleichen. Das
    passiert schon lange nicht mehr.

    Wenn ich meinen eigenen Wahlkreis bzw. meine ei-
    gene Kommune anschaue, sehe ich dort ein charakteris-
    tisches Beispiel. Wir hatten, als ich anfing, Kommunal-
    politik zu machen, etwa 11 500 Einwohner. Heute haben
    wir noch 9 800 Einwohner. Im letzten Jahr sind in dieser
    Kommune – ich habe bei meinem Bürgermeister nach-
    gefragt – 48 Kinder geboren worden. Das ist die Per-
    spektive, die wir in ländlichen Räumen haben. Aktive
    Frauenpolitik, das Fördern von Frauen im ländlichen

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    (C (D aum ist ein zentrales Instrument, um dem demografichen Wandel, der sich in den ländlichen Räumen vollieht, etwas entgegenzusetzen und ihn zu bewältigen. Für uns ist aktive Gleichstellungspolitik eine Selbsterständlichkeit. Wir wollen die Agrarpolitik davon icht ausnehmen. Es geht sicherlich nicht um einen Anatz in Richtung „Bauer sucht Frau“ zur Finanzierung es Projekts. Es geht viel weiter. Aber wenn Sie in solhen Regionen leben, ist die Wahrscheinlichkeit, eine däquate Lebenspartnerin zu finden, geringer, als wenn ie am Polarkreis lebten. Man muss auch sehen, welche Entwicklungen sich in ezug auf das Wahlverhalten abspielen. Es gibt eine Unrsuchung – ich kann sie Ihnen vorlegen –, in der der achweis geführt wird, dass rechtsradikales Wählerveralten unmittelbar mit dem Phänomen der Abwanderung orreliert. Das sollte uns allen zu denken geben. Wir üssen versuchen, dort aktiv gegenzusteuern. Wir müs en versuchen, jungen Frauen Perspektiven zu bieten. enn wer wandert ab? Es wandern die ab, die am besten usgebildet sind und die besten Voraussetzungen haben. Es ist uns mittlerweile gelungen, in unserem Bilungssystem dafür zu sorgen, dass die Zahl der weiblihen Hochschulzugangsberechtigten fast 60 Prozent eies Jahrgangs ausmacht. Wenn wir auf der anderen Seite chauen, wer einen Hauptschulabschluss oder keinen chulabschluss hat, dann sind 60 Prozent der Betroffeen männlich. Das sollte uns zu denken geben. Es hat in iesen Räumen unmittelbare Auswirkungen. Jemand, der für sich eine adäquate Lebensperspektive ucht, der sucht auch eine adäquate Arbeit und ein adquates Beschäftigungsverhältnis. Insofern ist es gechtfertigt, dass man sich diesem Thema im Rahmen er Diskussion über die Neuausrichtung der Gemeinsaen Agrarpolitik in ganz besonderer Weise widmet und ie Demografie im ländlichen Raum zu einem zentralen hema bei der Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarolitik in der zweiten Säule macht. Darum kommen wir ar nicht herum; denn allen Veränderungen, die sich in iesen Räumen abspielen, müssen wir zumindest begleind etwas entgegenstellen, wenn wir diesen Prozess chon nicht verhindern können. Darum ist der Ansatz, er von der Kollegin eingefordert wird, richtig. Ich kann nicht alle Ihre Forderungen unterschreiben; ber es besteht durchaus die Notwendigkeit, das polisch anzuerkennen und auch in politisches Handeln umusetzen. Darüber, ob gerade Frau Schröder als Familinministerin an den PLANAK-Verhandlungen beteiligt erden muss, kann man sich trefflich streiten. Was wir auch brauchen, ist – das ist hier ebenfalls theatisiert worden – Entgeltsicherheit und Entgeltgleich eit für Männer und Frauen. Bislang ist es so, dass rauen im Regelfall – besonders aber in den ländlichen äumen – erheblich schlechter bezahlt werden. Es gilt em etwas entgegenzusetzen. Deshalb bedauere ich, ass Sie unseren Antrag mit dem Titel „Entgeltgleichheit Dr. Wilhelm Priesmeier )


    (Beifall bei der SPD und der LINKEN)


    (Beifall bei der SPD und der LINKEN)





    (A) )

    zwischen Männern und Frauen gesetzlich durchsetzen“
    in der letzten Woche abgelehnt haben.


    (Beifall bei der SPD)


    Damit haben Sie den Frauen und auch den ländlichen
    Räumen weiß Gott keinen Dienst erwiesen.

    Die Lohndiskriminierung von Frauen auf dem Lande
    sollte längst der Vergangenheit angehören.


    (Beifall bei der SPD und der LINKEN)


    Ich garantiere Ihnen: Hinsichtlich der Forderungen nach
    Lohn- bzw. Entgeltgleichheit und Mindestlöhnen auch in
    der Landwirtschaft und in den ländlichen Räumen stehen
    wir an der Seite der Gewerkschaften; wir unterstützen
    dies. Ich glaube, Gender Budgeting, also das Einfließen
    dieser Grundüberlegungen in alle Politik- und Haus-
    haltsbereiche, sollte in Zukunft eine Selbstverständlich-
    keit sein. Wir als Sozialdemokraten werden uns dafür
    einsetzen, dass diese Selbstverständlichkeit zur Realität
    wird.

    Vielen Dank.


    (Beifall bei der SPD und der LINKEN)