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    Plenarprotokoll 17/72 17/3360, 17/3441) . . . . . . . . . . . . . . . – Bericht des Haushaltsausschusses ge- mäß § 96 der Geschäftsordnung (Drucksache 17/3697) . . . . . . . . . . . . . b) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Gesundheit – zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Edgar Franke, Bärbel Bas, Petra Ernstberger, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD: Patienten- schutz statt Lobbyismus – Keine Vorkasse in der gesetzlichen Kran- kenversicherung – zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Martina Bunge, Kathrin Senger- Schäfer, Harald Weinberg, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE Dr. Philipp Rösler, Bundesminister BMG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Elke Ferner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jens Spahn (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Karl Lauterbach (SPD) . . . . . . . . . . . . Birgitt Bender (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Martina Bunge (DIE LINKE) . . . . . . . Elke Ferner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jens Spahn (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Harald Terpe (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Stephan Stracke (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 7847 B 7847 C 7858 A 7860 B 7862 B 7863 A 7864 B 7864 D 7867 B 7868 A 7869 A 7870 A Deutscher B Stenografisch 72. Sitz Berlin, Freitag, den 12 I n h a l Tagesordnungspunkt 32: a) – Zweite und dritte Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und der FDP eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Finanzierungsgesetz – GKV- FinG) (Drucksachen 17/3040, 17/3360, 17/3441) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Ent- wurfs eines Gesetzes zur nachhal- tigen und sozial ausgewogenen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Finan- zierungsgesetz – GKV-FinG) (Drucksachen 17/3360, 17/3441, U A D D B 7847 B LINKE: Solidarische Bürgerinnen- und Bürgerversicherung in Gesund- heit und Pflege einführen undestag er Bericht ung . November 2010 t : – zu der Unterrichtung durch die Bun- desregierung: Bericht des GKV-Spit- zenverbandes über die Erfahrungen mit den durch das GKV-WSG be- wirkten Rechtsänderungen in § 13 Absatz 2 des Fünften Buches Sozial- gesetzbuch (Drucksachen 17/3427, 17/1238, 16/12639, 17/3696) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . lrike Flach (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ndrea Nahles (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Rolf Koschorrek (CDU/CSU) . . . . . . . . . r. Gregor Gysi (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . irgitt Bender (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7847 D 7848 B 7849 B 7850 D 7853 A 7856 C Dr. Karl Lauterbach (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Dietrich Monstadt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 7871 A 7873 A II Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 72. Sitzung. Berlin, Freitag, den 12. November 2010 Namentliche Abstimmungen . . . . . . . . . . . . . Ergebnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kathrin Vogler (DIE LINKE) (Erklärung nach § 31 GO) . . . . . . . . . . . . . Dr. Martina Bunge (DIE LINKE) (Erklärung nach § 31 GO) . . . . . . . . . . . . . Harald Weinberg (DIE LINKE) (Erklärung nach § 31 GO) . . . . . . . . . . . . . Kathrin Senger-Schäfer (DIE LINKE) (Erklärung nach § 31 GO) . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 33: Zweite und dritte Beratung des von den Abge- ordneten Halina Wawzyniak, Ulla Jelpke, Jan Korte, weiteren Abgeordneten und der Frak- tion DIE LINKE eingebrachten Entwurfs ei- nes … Gesetzes zur Änderung des Grund- gesetzes (Einführung der dreistufigen Volksgesetzgebung in das Grundgesetz) (Drucksachen 17/1199, 17/3609) . . . . . . . . . . Ingo Wellenreuther (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Gabriele Fograscher (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Jimmy Schulz (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Katja Mast (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jimmy Schulz (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Halina Wawzyniak (DIE LINKE) . . . . . . . . . Ingrid Hönlinger (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Frieser (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Ralph Lenkert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Karl-Georg Wellmann (CDU/CSU) . . . . . . Daniela Kolbe (Leipzig) (SPD) . . . . . . . . . . . Stephan Thomae (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . Klaus Hagemann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Namentliche Abstimmung. . . . . . . . . . . . . . . . Ergebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 18: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Stärkung des Anlegerschutzes und Verbes- serung der Funktionsfähigkeit des Kapital- m b ( H D F C N K T B s J – – – ( 1 D C N C M E C N 7874 C, 7875 A 7878 A, 7880 A 7875 B 7876 A 7876 D 7877 B 7883 A 7883 B 7887 A 7888 C 7890 B 7890 B 7890 C 7892 C 7894 B 7896 C 7897 A 7898 A 7898 B 7899 D 7901 A 7901 D 7905 A arkts (Anlegerschutz- und Funktionsver- esserungsgesetz) Drucksache 17/3628) . . . . . . . . . . . . . . . . . . artmut Koschyk, Parl. Staatssekretär BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Carsten Sieling (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . rank Schäffler (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Carsten Sieling (SPD) . . . . . . . . . . . . . aren Lay (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . icole Maisch (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . laus-Peter Flosbach (CDU/CSU) . . . . . . . . Dr. Gerhard Schick (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . agesordnungspunkt 35: eschlussempfehlung und Bericht des Aus- chusses für Familie, Senioren, Frauen und ugend zu dem Antrag der Abgeordneten Christel Humme, Willi Brase, Petra Crone, weite- rer Abgeordneter und der Fraktion der SPD: Mit gesetzlichen Regelungen die Gleichstellung von Frauen im Erwerbs- leben umgehend durchsetzen zu dem Antrag der Abgeordneten Cornelia Möhring, Dr. Barbara Höll, Klaus Ernst, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Entgeltgleichheit zwischen den Geschlechtern wirksam durchset- zen zu der Unterrichtung durch die Bundesre- gierung: Dritte Bilanz der Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirt- schaft zur Förderung der Chancen- gleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft Drucksachen 17/821, 17/891, 16/10500, 7/1486) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . orothee Bär (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . hristel Humme (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . icole Bracht-Bendt (FDP) . . . . . . . . . . . . . . ornelia Möhring (DIE LINKE) . . . . . . . . . . onika Lazar (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . lisabeth Winkelmeier-Becker (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . aren Marks (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . adine Schön (St. Wendel) (CDU/CSU) . . . . 7902 A 7902 B 7903 B 7907 A 7908 A 7908 C 7909 B 7910 B 7910 D 7912 C 7912 D 7914 A 7915 B 7917 A 7918 B 7919 C 7920 D 7922 A Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 72. Sitzung. Berlin, Freitag, den 12. November 2010 III Tagesordnungspunkt 36: Beschlussempfehlung und Bericht des Aus- schusses für Wirtschaft und Technologie – zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Joachim Pfeiffer, Peter Bleser, Nadine Schön (St. Wendel), weiterer Abgeordne- Anlage 2 Erklärungen nach § 31 GO zur namentlichen Abstimmung über den Entwurf eines Geset- zes zur nachhaltigen und sozial ausgewoge- nen Finanzierung der Gesetzlichen Kranken- versicherung (GKV-Finanzierungsgesetz – ter und der Fraktion der CDU/CSU sowie der Abgeordneten Paul K. Friedhoff, Dr. Erik Schweickert, Claudia Bögel, wei- terer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Kinderfreundliche Nachbesserung der EU-Spielzeugrichtlinie dringend er- forderlich – zu dem Antrag der Abgeordneten Elvira Drobinski-Weiß, Petra Crone, Petra Ernstberger, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD: Offensive für ei- nen wirksamen Schutz der Kinder vor Gift in Spielzeug – zu dem Antrag der Abgeordneten Karin Binder, Caren Lay, Dr. Kirsten Tackmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Krebserregende Stoffe in Kinderspielzeugen durch Sofortmaß- nahmen ausschließen – zu dem Antrag der Abgeordneten Nicole Maisch, Ulrike Höfken, Cornelia Behm, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Kinder- spielzeug – Risiko für kleine Verbrau- cher (Drucksachen 17/3424, 17/2345, 17/1563, 17/656, 17/3695) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Erik Schweickert (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Elvira Drobinski-Weiß (SPD) . . . . . . . . . . . . . Nadine Schön (St. Wendel) (CDU/CSU) . . . . Karin Binder (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . Nicole Maisch (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Peter Bleser (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . Nicole Maisch (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . G W D D A E D h m n z r F A E P B B F H K M A U R D ( Z z w s s z n A A 7924 A 7924 B 7925 B 7926 D 7927 D 7928 D 7929 D 7930 B 7931 C 7933 A KV-FinG) (Tagesordnungspunkt 32 a) olfgang Börnsen (Bönstrup) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Philipp Murmann (CDU/CSU) . . . . . . . . r. Ilja Seifert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . nlage 3 rklärung nach § 31 GO der Abgeordneten r. Bärbel Kofler und Angelika Graf (Rosen- eim) (beide SPD) zur namentlichen Abstim- ung über den Entwurf eines Gesetzes zur achhaltigen und sozial ausgewogenen Finan- ierung der Gesetzlichen Krankenversiche- ung (GKV-Finanzierungsgesetz – GKV- inG) (Tagesordnungspunkt 32 a) . . . . . . . . . nlage 4 rklärung nach § 31 GO der Abgeordneten eter Weiß (Emmendingen), Ernst-Reinhard eck (Reutlingen), Veronika Bellmann, Heike rehmer, Ingrid Fischbach, Ingo Gädechens, rank Heinrich, Rudolf Henke, Robert ochbaum, Axel Knoerig, Dr. Hermann ues, Katharina Landgraf, Ingbert Liebing, atthias Lietz, Rita Pawelski, Erwin Rüddel, nita Schäfer (Saalstadt), Karl Schiewerling, we Schummer, Armin Schuster (Weil am hein), Volkmar Vogel (Kleinsaara), r. Johann Wadephul, Marcus Weinberg Hamburg), Peter Wichtel, Dr. Matthias immer und Willi Zylajew (alle CDU/CSU) ur namentlichen Abstimmung über den Ent- urf eines Gesetzes zur nachhaltigen und ozial ausgewogenen Finanzierung der Ge- etzlichen Krankenversicherung (GKV-Finan- ierungsgesetz – GKV-FinG) (Tagesord- ungspunkt 32 a) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 5 mtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7933 D 7934 A 7934 B 7935 A 7935 D 7936 D Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 72. Sitzung. Berlin, Freitag, den 12. November 2010 7847 (A) ) )(B) 72. Sitz Berlin, Freitag, den 12 Beginn: 9.0
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    Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 72. Sitzung. Berlin, Freitag, den 12. November 2010 7933 (A) ) )(B) rer Gesundheitsversorgung in unserem Land erhält. tierenden Kosten machen Reformmaßnahmen unum- gänglich. Mit dem zur zweiten und dritten Lesung anste- henden GKV-Finanzierungsgesetz wird gewährleistet, dass auch in Zukunft jeder den direkten Zugang zu unse- Mücke, Jan FDP 12.11.2010 Dr. Müller, Gerd CDU/CSU 12.11.2010 Nietan, Dietmar SPD 12.11.2010* Anlage 1 Liste der entschuldigt * A t G d Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Ackermann, Jens FDP 12.11.2010 van Aken, Jan DIE LINKE 12.11.2010 Bätzing-Lichtenthäler, Sabine SPD 12.11.2010 Dr. Brandl, Reinhard CDU/CSU 12.11.2010 Buchholz, Christine DIE LINKE 12.11.2010 Bülow, Marco SPD 12.11.2010 Burkert, Martin SPD 12.11.2010 Ernst, Klaus DIE LINKE 12.11.2010 Evers-Meyer, Karin SPD 12.11.2010 Frankenhauser, Herbert CDU/CSU 12.11.2010 Friedhoff, Paul K. FDP 12.11.2010 Dr. Fuchs, Michael CDU/CSU 12.11.2010 Dr. Gerhardt, Wolfgang FDP 12.11.2010 Gottschalck, Ulrike SPD 12.11.2010 Granold, Ute CDU/CSU 12.11.2010 Griese, Kerstin SPD 12.11.2010 Dr. Hein, Rosemarie DIE LINKE 12.11.2010 Hochbaum, Robert CDU/CSU 12.11.2010 Höhn, Bärbel BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 12.11.2010 Holmeier, Karl CDU/CSU 12.11.2010 Klöckner, Julia CDU/CSU 12.11.2010 Liebich, Stefan DIE LINKE 12.11.2010 Lühmann, Kirsten SPD 12.11.2010 Luksic, Oliver FDP 12.11.2010 Dr. Merkel, Angela CDU/CSU 12.11.2010 Movassat, Niema DIE LINKE 12.11.2010 O P R R D D S S S D W W W W Z Z Z A (C (D Anlagen zum Stenografischen Bericht en Abgeordneten für die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Ver- sammlung der NATO nlage 2 Erklärungen nach § 31 GO zur namentlichen Abstimmung über den Ent- wurf eines Gesetzes zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Finanzierungsge- setz – GKV-FinG) (Tagesordnungspunkt 32 a) Wolfgang Börnsen (Bönstrup) (CDU/CSU): Ich un- erstütze die Reform der Gesetzlichen Krankenkassen, KV. Das drohende Milliardendefizit in der GKV und ie aus dem medizinisch-technischen Fortschritt resul- swald, Eduard CDU/CSU 12.11.2010 ronold, Florian SPD 12.11.2010 achel, Thomas CDU/CSU 12.11.2010 öspel, René SPD 12.11.2010 r. Röttgen, Norbert CDU/CSU 12.11.2010 r. Schäuble, Wolfgang CDU/CSU 12.11.2010 chlecht, Michael DIE LINKE 12.11.2010 chmidt (Aachen), Ulla SPD 12.11.2010* chreiner, Ottmar SPD 12.11.2010 r. Schwanholz, Martin SPD 12.11.2010 agenknecht, Sahra DIE LINKE 12.11.2010 erner, Katrin DIE LINKE 12.11.2010 icklein, Andrea SPD 12.11.2010 öhrl, Dagmar CDU/CSU 12.11.2010 apf, Uta SPD 12.11.2010 iegler, Dagmar SPD 12.11.2010 immermann, Sabine DIE LINKE 12.11.2010 bgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich 7934 Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 72. Sitzung. Berlin, Freitag, den 12. November 2010 (A) ) )(B) Allerdings wird mit dem Gesetz auch die Anglei- chung der Landesbasisfallwerte auf einen bundeseinheit- lichen Basisfallwert nach 2014 gestoppt. Traditionell hatte Schleswig-Holstein schon immer ein vergleichs- weise niedriges Budget für die somatische stationäre Versorgung und damit niedrige Fallkosten. Das heißt, für gleiche Tätigkeiten erhalten die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein weniger als Krankenhäuser in ande- ren Bundesländern. Die vorgesehene Regelung zementiert dieses Un- gleichgewicht zwischen den einzelnen Bundesländern und bedeutet eine dauerhafte Schlechterstellung der Krankenhäuser in Schleswig-Holstein. Dies lehne ich ab. Ich erwarte baldmöglichst eine alternative Lösung, die diesen Nachteil für die Krankenhäuser in Schleswig-Hol- stein behebt. Dr. Philipp Murmann (CDU/CSU): Ich unterstütze die Reform der Gesetzlichen Krankenkassen, GKV. Das drohende Milliardendefizit in der GKV und die aus dem medizinisch-technischen Fortschritt resultierenden Kos- ten machen Reformmaßnahmen unumgänglich. Mit dem zur zweiten und dritten Lesung anstehenden GKV-Fi- nanzierungsgesetz wird gewährleistet, dass auch in Zu- kunft jeder den direkten Zugang zu unserer Gesundheits- versorgung in unserem Land erhält. Allerdings wird mit dem Gesetz auch die Angleichung der Landesbasisfallwerte auf einen bundeseinheitlichen Basisfallwert nach 2014 gestoppt. Traditionell hatte Schleswig-Holstein schon immer ein vergleichsweise niedriges Budget für die somatische stationäre Versor- gung und damit niedrige Fallkosten. Das heißt, für glei- che Tätigkeiten erhalten die Krankenhäuser in Schles- wig-Holstein weniger als Krankenhäuser in anderen Bundesländern. Eine dauerhafte Schlechterstellung der Krankenhäu- ser in Schleswig-Holstein ist nicht akzeptabel. Der Pro- zess der Angleichung der Basisfallwerte muss weiterge- führt werden, um ein faires wettbewerbliches System im Krankenhausbereich zu erreichen. Dr. Ilja Seifert (DIE LINKE): In der Koalitionsver- einbarung heißt es unter dem Punkt 7.4 „Menschen mit Behinderungen“: Politische Entscheidungen, die Menschen mit Be- hinderungen direkt oder indirekt betreffen, müssen sich an den Inhalten der UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen messen lassen. Auch der heute zur Abstimmung stehende Gesetzent- wurf der Koalition zur Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung muss sich – hier stimme ich mit der CDU/CSU und FDP hoffentlich überein – daran messen lassen; denn der überwiegende Teil der Men- schen mit Behinderungen sind Mitglieder in der Gesetz- lichen Krankenversicherung. Was also sind die Inhalte der UN-Behindertenrechts- konvention, vor allem in den Art. 25 „Gesundheit“ und Art. 26 „Habilitation und Rehabilitation“, an der ich m g l t d t F g r N w (C (D eine heutige Entscheidung zur Abstimmung der vorlie- enden Gesetzentwürfe und Anträge messe? Ich zitiere aus Art. 25 der seit März 2009 in Deutsch- and geltenden Behindertenrechtskonvention: Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Men- schen mit Behinderungen, das erreichbare Höchst- maß an Gesundheit ohne Diskriminierung aufgrund von Behinderung zu genießen. … Insbesondere a) stellen die Vertragsparteien Menschen mit Behin- derungen eine unentgeltliche oder erschwingliche Gesundheitsversorgung in derselben Bandbreite, von derselben Qualität und auf demselben Standard zur Verfügung wie anderen Menschen …; b) bieten die Vertragsstaaten die Gesundheitsleis- tungen an, die von Menschen mit Behinderungen speziell wegen ihrer Behinderungen benötigt wer- den, soweit angebracht, einschließlich Früherken- nung und Frühintervention, sowie Leistungen, durch die, auch bei Kindern und älteren Menschen, weitere Behinderungen möglichst gering gehalten oder vermieden werden sollen; c) bieten die Vertragsstaaten diese Gesundheitsleis- tungen so gemeindenah wie möglich an, auch in ländlichen Gebieten; d) erlegen die Vertragsstaaten den Angehörigen der Gesundheitsberufe die Verpflichtung auf, Men- schen mit Behinderungen eine Versorgung von glei- cher Qualität wie anderen Menschen angedeihen zu lassen, namentlich auf der Grundlage der freien Einwilligung nach vorheriger Aufklärung, indem sie unter anderem durch Schulungen und den Erlass ethischer Normen für die öffentliche und private Gesundheitsversorgung das Bewusstsein für die Menschenrechte, die Würde, die Autonomie und die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen schärfen; e) verbieten die Vertragsstaaten die Diskriminie- rung von Menschen mit Behinderungen in der Krankenversicherung und in der Lebensversiche- rung … solche Versicherungen sind zu fairen und angemessenen Bedingungen anzubieten; f) verhindern die Vertragsstaaten die diskriminie- rende Vorenthaltung von Gesundheitsversorgung oder -leistungen oder von Nahrungsmitteln und Flüssigkeiten aufgrund von Behinderung. Spielten die Inhalte dieses Artikels der UN-Behinder- enrechtskonvention bei den politischen Entscheidungen es Bundesgesundheitsministers und der Koalitionsfrak- ionen eine Rolle? Ich meine: Nein! Wird mit dem zur Abstimmung stehenden Gesetz zur inanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung die esundheitliche Versorgung von Menschen mit Behinde- ungen in irgendeiner Weise verbessert? Ich meine: ein! Im Gegenteil: Auch Menschen mit Behinderungen erden infolge dieses Gesetzes mehr zahlen und schlech- Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 72. Sitzung. Berlin, Freitag, den 12. November 2010 7935 (A) ) )(B) tere Leistungen erhalten. Damit macht die Bundesregie- rung deutlich, wie ernst sie es mit der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und ihren in diesem Zusammenhang gegebenen Versprechungen meint. Deshalb sage ich bei der Abstimmung: Nein! Anlage 3 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Dr. Bärbel Kofler und Angelika Graf (Rosenheim) (beide SPD) zur namentlichen Abstimmung über den Entwurf eines Gesetzes zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Fi- nanzierung der Gesetzlichen Krankenversiche- rung (GKV-Finanzierungsgesetz – GKV-FinG) (Tagesordnungspunkt 32 a) „Eine Umstellung der bestehenden, am Lohn orientier- ten und sozial gerechten Arbeitnehmerbeiträge auf eine Pauschale wird es mit mir nicht geben“, erklärte der CSU- Vorsitzende Horst Seehofer noch im Februar 2010. Leider waren sämtliche Äußerungen der Herren Seehofer, Dobrindt oder Söder nur ein erbärmliches Schmieren- theater auf Kosten der Älteren, der Mittelschicht, der ein- fachen sowie der einkommensschwachen gesetzlich Ver- sicherten in unserer Gesellschaft. Mit dem Einstieg in ein Kopfpauschalenmodell, das der Gesetzentwurf vorsieht, droht diesen Bevölkerungsgruppen eine massive Belas- tung und deutlich weniger Netto vom Brutto. Der Wort- bruch der CSU führt künftig zu unbegrenzt wachsenden Kopfpauschalen. Die Christlich Soziale Union unter- schreibt mit ihrer Zustimmung zum GKV-FinG ihre Bankrotterklärung und blendet die Realität ganzer Bevöl- kerungsgruppen wie der Rentnerinnen und Rentner voll- kommen aus. Der Arbeitgeberbeitrag wird nach der im Gesetzent- wurf geplanten Erhöhung eingefroren. Die solidarische Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung durch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Rentnerin- nen und Rentner auf der einen Seite und Arbeitgeber auf der anderen Seite will die Bundesregierung damit syste- matisch beenden. Weil die Arbeitgeber von CDU, CSU und FDP aus der Solidarität entlassen werden, müssen ge- setzlich versicherte Arbeitnehmerinnen und Arbeitneh- mer sowie Rentnerinnen und Rentner die zu erwartenden künftigen Kostensteigerungen alleine stemmen. Für die Höhe der Kopfpauschale pro Kassenmitglied spielt es keine Rolle, ob die Betroffenen nur über eine kleine Rente verfügen oder zu den Gutverdienern gehö- ren. Kleine Einkommen werden also durch den Gesetz- entwurf überproportional belastet. Das bedeutet eine drastische und klare Umverteilung von unten nach oben, die ich als zutiefst unsozial ablehne. Der sogenannte „Sozialausgleich“ ist ein Abbild für die Verschleierung der unsozialen Politik der schwarz- gelben Bundesregierung und verdient den Namen nicht. Der „Sozialausgleich“ ist ein schäbiges bürokratisches Monstrum, das an Zynismus kaum zu überbieten ist und n r g d B V t d e l d c d v s s V d v d n c v d d d t S a s l n 7 i r A (C (D euerdings selbst von den eigenen Erfindern als unge- echt und überarbeitungswürdig bezeichnet wird. Er leicht auch bei kleinen Einkommen in keinster Weise ie zusätzlichen Kosten für die Zusatzbeiträge aus. Der Gesetzentwurf sieht zwar zahlreiche zusätzliche elastungen, aber leider in keinem Punkt eine bessere ersorgung der gesetzlich Versicherten vor. Im Gegen- eil: Mit der im Gesetzentwurf vorgesehenen Änderung es § 73 b SGB V werden die Hausarztverträge, die auf ine bessere Versorgung der gesetzlich Versicherten zie- en, faktisch ausgehebelt. Dies ist ein weiterer Wortbruch er CSU, die den Erhalt der Hausarztverträge verspro- hen hatte, und vergrößert insbesondere die Problematik er hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum. Es ist öllig absurd, dass die Bundesregierung eine Kommis- ion eingesetzt hat und über die Stärkung der Hausärzte pricht, aber das Gegenteil macht, wenn es konkret wird. Ich bin zutiefst entsetzt, wie hier mit den gesetzlich ersicherten umgegangen wird. Eine Bundesregierung, ie so agiert und den Privatversicherungen jeden Wunsch on den Lippen abliest, ist nicht nur sehr weit weg von en Menschen, sie untergräbt den Zusammenhalt der Ge- erationen und die Solidarität von Starken und Schwa- hen, von Gesunden und Kranken. Sie wird die Politik- erdrossenheit in unserem Land steigern. Sie schadet amit der parlamentarischen Demokratie. Es wird immer deutlicher, dass die Bürgerversicherung er SPD die einzig gerechte und nachhaltige Antwort auf ie demografische Entwicklung und die steigenden Kos- en des medizinischen Fortschritts ist. Wir brauchen mehr olidarität und nicht ein Aufbürden kommender Lasten llein auf die gesetzlich Versicherten. Für eine solidari- che Gesundheitsversorgung für alle – finanziert von al- en! Wir lehnen den unsozialen Gesetzentwurf aus den ge- annten Gründen entschieden ab und bedauern, dass die 0 Millionen gesetzlich Versicherten die einzige Gruppe m Gesundheitswesen sind, die bei dieser Bundesregie- ung keine Lobby hat. nlage 4 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Peter Weiß (Emmendingen), Ernst-Reinhard Beck (Reutlingen), Veronika Bellmann, Heike Brehmer, Ingrid Fischbach, Ingo Gädechens, Frank Heinrich, Rudolf Henke, Robert Hochbaum, Axel Knoerig, Dr. Hermann Kues, Katharina Landgraf, Ingbert Liebing, Matthias Lietz, Rita Pawelski, Erwin Rüddel, Anita Schäfer (Saalstadt), Karl Schiewerling, Uwe Schummer, Armin Schuster (Weil am Rhein), Volkmar Vogel (Kleinsaara), Dr. Johann Wadephul, Marcus Weinberg (Hamburg), Peter Wichtel, Dr. Matthias Zimmer und Willi Zylajew (alle CDU/CSU) zur namentlichen Abstimmung über den Entwurf eines Gesetzes zur nachhalti- gen und sozial ausgewogenen Finanzierung der 7936 Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 72. Sitzung. Berlin, Freitag, den 12. November 2010 (A) ) )(B) Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Fi- nanzierungsgesetz – GKV-FinG) (Tagesordnungs- punkt 32 a) „Gesundheit wird in einer älter werdenden Gesell- schaft, die den Zugang zu medizinischem Fortschritt für alle, unabhängig von Alter, Einkommen oder sozialem Status, erhalten will, teurer werden.“ Diese Wahrheit ist so simpel wie offensichtlich und wird doch allzu häufig negiert. Ziel muss es daher sein, steigende Gesundheitskosten in Zukunft nicht weiterhin automatisch zulasten der Ar- beitskosten in Deutschland zu finanzieren. Denn immer weiter steigende Sozialversicherungsbeiträge belasten Investitionen und sozialversicherungspflichtige Arbeits- plätze in Deutschland. Dies ist der entscheidende An- satzpunkt der aktuell diskutierten Finanzreform für die gesetzliche Krankenversicherung: Sie entkoppelt die künftigen Ausgabensteigerungen im Gesundheitswesen von den Lohnkosten. Denn sie werden über den lohnun- abhängigen Zusatzbeitrag, den die Kassen kassenindivi- duell von ihren Mitgliedern erheben können, finanziert. Damit niemand überfordert wird, erhalten diejenigen Beitragszahler eine aus Steuermitteln finanzierte Entlas- tung, bei denen der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens über- steigt. Damit wird erstmals der Sozialausgleich in der gesetzlichen Krankenversicherung auf wesentlich brei- tere Füße gestellt, da durch die Steuerfinanzierung alle Steuerzahler – übrigens inklusive der Privatversicherten und der Arbeitgeber – nach ihrer tatsächlichen Leis- tungsfähigkeit zum Sozialausgleich beitragen. Dies ist ein beachtlicher Schritt, denn bisher lastete seit Bismarck die gesamte Beitragslast in der GKV nahezu ausschließlich auf den Schultern der abhängig Beschäf- tigten und Rentner in Deutschland. Allerdings bleibt eine Ungerechtigkeit: Für die Frage, wer überfordert ist und damit einen Sozialausgleich er- hält oder nicht, werden nur Lohn, Gehalt und Rente he- rangezogen. Einkünfte zum Beispiel aus Vermietung und Verpachtung, Zinsen oder Dividenden und andere Ein- künfte spielen dabei nach dem vorliegenden Gesetzent- wurf weiterhin keine Rolle. So kann es passieren, dass jemand mit einem kleinen Erwerbseinkommen oder ei- ner kleinen Rente einen Steuerzuschuss zum Zusatzbei- trag erhält, obwohl der Versicherte etwa über erhebliche Zins- oder Mieteinnahmen verfügt. Dies ist nicht ge- recht. Zu Recht wird übrigens bei den freiwillig Versi- cherten bereits von Anfang an das Gesamteinkommen für den Sozialausgleich berücksichtigt. Daher wäre es richtig, generell beim Sozialausgleich nicht allein auf das beitragspflichtige Einkommen aus Lohn, Gehalt und Rente abzustellen, sondern die ge- samte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des zahlenden Mitgliedes zu berücksichtigen. Ein solcher Ansatz wird bereits seit 2004 bei der Überforderungsklausel für Zu- zahlungen – unter anderem zu Medikamenten und Heil- und Hilfsmitteln – von 2 Prozent – bzw. 1 Prozent für chronisch Kranke – zugrunde gelegt. Es gibt pro Jahr bis z l s ü e t K – z W E e m k b d s d d g s W h r D z m g A v z s s – – – – – – (C (D u 7 Millionen Anträge auf Befreiung von der Zuzah- ung, die von den Krankenkassen geprüft werden müs- en, ohne dass bis heute jemand diesen Aufwand als bermäßig bezeichnet hätte. Denn natürlich bedeutet ine Berücksichtigung der tatsächlichen Einkommenssi- uation im ersten Schritt zusätzlichen Aufwand für die rankenkassen. Aber der enorme Gerechtigkeitsgewinn und auch die daraus resultierende Ersparnis beim So- ialausgleich – machte dies zumindest mittelfristig bei eitem wett. Zudem wäre die Zahl der tatsächlichen zusätzlichen inkommensprüfungen derzeit überschaubar, da nur bei inem geringen Teil der Mitglieder notwendig. So üsste zum Beispiel eine tatsächliche Prüfung der Ein- ommenssituation bei einem durchschnittlichen Zusatz- eitrag von 10 Euro wohl nur bei denjenigen erfolgen, ie weniger als 500 Euro Einkommen haben. Dies be- chränkt sich auf knapp 1 Million Menschen. Zudem arf man davon ausgehen, dass bereits ein großer Anteil avon einen Antrag auf Befreiung von der Zuzahlung estellt haben dürfte, sodass die jeweilige Einkommens- ituation den Krankenkassen bekannt ist. Erst dieser Schritt macht den nun eingeschlagenen eg einer gerechteren weil die tatsächliche Leistungsfä- igkeit der Versicherten berücksichtigenden, Finanzie- ung der gesetzlichen Krankenversicherung komplett. a sich im Gesetzgebungsverfahren zum GKV-Finan- ierungsgesetz keine Mehrheiten dafür finden ließen, uss er spätestens bei der nächsten Finanzreform fol- en. nlage 5 Amtliche Mitteilungen Der Bundesrat hat in seiner 876. Sitzung am 5. No- ember 2010 beschlossen, den nachstehenden Gesetzen uzustimmen bzw. einen Antrag gemäß Artikel 77 Ab- atz 2 des Grundgesetzes nicht zu stellen bzw. einen Ein- pruch gemäß Artikel 77 Absatz 3 nicht einzulegen: Gesetz zur Umsetzung der geänderten Banken- richtlinie und der geänderten Kapitaladäquanz- richtlinie Gesetz zum Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über Fi- nanzbeiträge der Europäischen Union zum Inter- nationalen Fonds für Irland (2007 – 2010) Bundesbesoldungs- und -versorgungsanpassungs- gesetz 2010/2011 (BBVAnpG 2010/2011) Viertes Gesetz zur Verbesserung rehabilitierungs- rechtlicher Vorschriften für Opfer der politischen Verfolgung in der ehemaligen DDR Gesetz über die weitere Bereinigung von Bundes- recht Neuntes Gesetz zur Änderung des Bundes-Immis- sionsschutzgesetzes Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 72. Sitzung. Berlin, Freitag, den 12. November 2010 7937 (A) (C) )(B) – Gesetz zu dem Änderungsprotokoll vom 21. Ja- nuar 2010 zum Abkommen vom 11. April 1967 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Belgien zur Vermeidung der Dop- pelbesteuerungen und zur Regelung verschiedener anderer Fragen auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen einschließlich der Gewerbesteuer und der Grundsteuern sowie des dazugehörigen Schlussprotokolls in der Fassung des Zusatzabkommens vom 5. November 2002 Auswärtiger Ausschuss – Unterrichtung durch die Bundesregierung Zweiter Bericht der Bundesregierung über die Umset- zung des Aktionsplans „Zivile Krisenprävention, Kon- fliktlösung und Friedenskonsolidierung“ – Krisenprä- vention als gemeinsame Aufgabe – Drucksachen 16/10034, 17/790 Nr. 2 – Finanzausschuss – Gesetz zu dem Abkommen vom 17. Februar 2010 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Arabischen Republik Syrien zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und Verhinderung der Steuerverkürzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen – Gesetz zu dem Abkommen vom 23. Februar 2010 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Malaysia zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverkürzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen – Gesetz zum Abkommen vom 25. Januar 2010 zwi- schen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Bulgarien zur Vermeidung der Doppel- besteuerung und der Steuerverkürzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen – Gesetz zu dem Abkommen vom 30. März 2010 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland zur Vermeidung der Doppelbesteue- rung und zur Verhinderung der Steuerverkür- zung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkom- men und vom Vermögen – Gesetz zu dem Abkommen vom 19. März 2010 zwi- schen der Regierung der Bundesrepublik Deutsch- land und der Regierung von Anguilla über den steuerlichen Informationsaustausch Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat mitgeteilt, dass sie den Antrag Abschaffung der Visumspflicht für Albanien und Bosnien und Herzegowina auf Drucksa- che 17/3438 zurückzieht. Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mit- geteilt, dass der Ausschuss gemäß § 80 Absatz 3 Satz 2 der Geschäftsordnung von einer Berichterstattung zu den nachstehenden Vorlagen absieht: m U n (D – Unterrichtung durch die Bundesregierung Bericht der Bundesregierung zur Steuerbegünstigung für Biokraft- und Bioheizstoffe 2008 – Drucksachen 16/13900, 17/3110 Nr. 1 – – Unterrichtung durch die Bundesregierung Bericht zur Steuerbegünstigung für Biokraft- und Bio- heizstoffe 2009 – Drucksachen 17/2861, 17/3110 Nr. 3 – – Unterrichtung durch die Bundesregierung Bericht über die Auswirkungen des vorläufigen Verfah- rens der Erhebung der Kirchensteuer auf die Kapital- ertragsteuer sowie dessen Überprüfung mit dem Ziel der Einführung eines umfassenden verpflichtenden Quellensteuerabzuges auf Grundlage eines elektroni- schen Informationssystems 2010 – Drucksachen 17/2865, 17/3110 Nr. 4 – Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben itgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden nionsdokumente zur Kenntnis genommen oder von ei- er Beratung abgesehen hat. Auswärtiger Ausschuss Drucksache 17/2994 Nr. A.4 EuB-BReg 104/2010 Innenausschuss Drucksache 17/3280 Nr. A.7 Ratsdokument 14376/10 Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Drucksache 17/3135 Nr. A.5 Ratsdokument 13146/10 Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Drucksache 17/2994 Nr. A.59 Ratsdokument 12664/10 Drucksache 17/3135 Nr. A.7 Ratsdokument 13329/10 72. Sitzung Berlin, Freitag, den 12. November 2010 Inhalt: Redetext Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Anlage 2 Anlage 3 Anlage 4 Anlage 5
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Halina Wawzyniak


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    in Staat brach zusammen, und das nicht ohne Grund.
    emokratische Mitwirkungsmöglichkeiten entwickelten

    ich von null auf 100. Es herrschte Aufbruchstimmung.
    ie Menschen fühlten sich ernst genommen und mitge-
    ommen. Wichtige politische Entscheidungen wurden
    m Runden Tisch gefällt, an dem Vertreterinnen und
    ertreter aller gesellschaftlichen Organisationen saßen.
    as war gelebte Demokratie.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Der Runde Tisch entwickelte sogar einen Verfas-
    ungsentwurf. In diesem Verfassungsentwurf stand in
    rt. 89:

    Die Gesetze werden durch die Volkskammer oder
    durch Volksentscheid beschlossen.

    rt. 98 des Verfassungsentwurfs enthielt Regelungen
    um Volksentscheid. Für mich war das die demokra-
    ischste Zeit, die ich in meinem ganzen Leben erlebt
    abe. Es hätte der alten Bundesrepublik gutgetan, sich
    ieses Entwurfes des Runden Tisches anzunehmen, an-
    tatt die Ideen des demokratischen Aufbruchs einfach zu
    gnorieren; aber genau das ist geschehen.


    (Beifall bei der LINKEN)


    uch deshalb gibt es immer noch keine Möglichkeit der
    evölkerung, jenseits von Wahlen direkt auf politische
    rozesse Einfluss zu nehmen. Beantworten Sie mir die
    rage – Sie haben das bisher nicht getan –, warum das
    uf Landesebene möglich ist, aber auf Bundesebene un-
    öglich sein soll.


    (Ingo Wellenreuther [CDU/CSU]: Wir haben mit 17 Sachverständigen darüber gesprochen!)


    ovor haben Sie eigentlich Angst?

    Derzeit erleben wir eine Unzufriedenheit mit der Par-
    eiendemokratie, und zwar zu Recht. Wir erleben Unzu-
    riedenheit mit der Arbeit des Parlamentes, und zwar zu
    echt.


    (Jimmy Schulz [FDP]: Aber das liegt doch an Ihnen!)


    ir beschließen Gesetze im Hauruckverfahren. Rele-
    ante Ausschusssitzungen sind nichtöffentlich. Bei der
    esetzgebung fehlen Informationen, zum Beispiel: Wel-

    her Leihbeamte hat gerade für welches Unternehmen an
    elchem Gesetzentwurf mitgearbeitet? Im Jahr 2007 sa-
    en mindestens 100 Beschäftigte von Unternehmen und
    erbänden in den Ministerien und arbeiteten an Geset-
    esvorlagen. Wir fordern das Verbot von Leihbeamten in
    inisterien.


    (Beifall bei der LINKEN)


    s fehlt auch an Zahlenmaterial. Wir reden über Netz-
    eutralität und darüber, dass es zu Datenstaus kommt,





    Halina Wawzyniak


    (A) )


    )(B)

    aber wir wissen nicht, wo und wann. Es gibt Zusatzver-
    einbarungen, die am Parlament vorbei getroffen werden,
    zum Beispiel beim Atomdeal.

    Bundestagspräsident Lammert spricht – ich habe es
    schon zitiert – von einem Hauruckverfahren in der Ge-
    setzgebung. Damit hat er recht. Bettina Gaus spricht in
    der taz von einer Alibiveranstaltung, die wir hier abhal-
    ten. Damit hat sie recht. Wir können das parlamentari-
    sche Verfahren verbessern. Einverstanden! Wir können
    aber auch weiter gehen und mehr Demokratie wagen.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Wir können innerhalb des Parlaments mehr Transpa-
    renz einführen, beispielsweise durch konsequent öffent-
    liche Ausschusssitzungen. Wir können ein verpflichten-
    des Lobbyistenregister einführen. Der Gesetzentwurf
    meiner Fraktion sieht beispielsweise vor, dass ein Ge-
    setzentwurf, sobald eine Person außerhalb des Bundesta-
    ges oder der Bundesregierung ihn erhält, für alle öffent-
    lich zugänglich sein muss. Wir können zudem das
    Akteneinsichtsrecht für Bürgerinnen und Bürger erwei-
    tern. Niemand hindert uns daran, das emanzipatorische
    Potenzial des Internets zu nutzen und auch auf diesem
    Weg den Einfluss der Bürgerinnen und Bürger zu erhö-
    hen. Warum erlauben wir den Bürgerinnen und Bürgern
    nach der ersten Lesung nicht, im Rahmen von Internet-
    portalen uns ihre Meinung kundzutun, um dann darüber
    zu entscheiden, ob wir die Anregungen aufnehmen wol-
    len?


    (Beifall bei der LINKEN)


    Wir leben in einer Zeit, in der faktisch neue Verfahren
    zur Konfliktbewältigung eingeführt werden, weil sie
    notwendig sind. Ich nenne die Schlichtung zu
    Stuttgart 21, aber auch die Mediation betreffend den
    Frankfurter Flughafen. Diese neuen Verfahren belegen:
    Das Interesse der Menschen an politischen Prozessen ist
    groß. Sie sind nicht politikverdrossen, sie sind parteien-
    verdrossen. Erweitern wir unsere parlamentarische De-
    mokratie, die mehr und mehr zu einer Demokratie der
    vermeintlichen Eliten wird. Nehmen wir Art. 20 Abs. 2
    GG ernst: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“


    (Beifall bei der LINKEN)


    Und an uns Parteien gerichtet: Setzen wir Art. 21 Abs. 1
    Satz 1 „Die Parteien wirken bei der politischen Willens-
    bildung des Volkes mit“ um. Es gibt kein Monopol von
    Parteien auf politische Willensbildung. Auch deshalb ha-
    ben wir eine Vorlage vorgelegt, die Spenden von Unter-
    nehmen und Wirtschaftsverbänden an Parteien verbietet
    und Spenden von natürlichen Personen beschränkt. Alle
    Menschen, die hier länger leben, müssen die Möglich-
    keit haben, auf politische Entscheidungsprozesse Ein-
    fluss zu nehmen, auch durch Beteiligung an Volksinitia-
    tiven, Volksbegehren, Volksentscheiden und Wahlen.

    Am 8. Juli haben wir das erste Mal über ein konkret
    auf dem Tisch liegendes Angebot für mehr direkte De-
    mokratie geredet. Heute wird sich zeigen, wie die medi-
    ale Sommerlochforderung nach mehr direkter Demokra-
    tie praktisch ihre Umsetzung findet. Auch deshalb haben
    wir namentliche Abstimmung beantragt. Sie von der

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    (C (D PD haben in den Medien im Sommer immer wieder die orderung nach mehr direkter Demokratie erhoben. Bis ang blieb es allein bei der Forderung. Sie haben keine nstalten im Bereich der direkten Demokratie unterommen. Auch Ihr großer Vorsitzender ist heute nicht a. Ich kenne die Kritik von Grünen, SPD und FDP. ber die Union rede ich nicht; die ist in dieser Frage icht satisfaktionsfähig. Obwohl: Der neu gewählte Verassungsrichter Professor Dr. Peter Huber hat sich in der estschrift „20 Jahre Mehr Demokratie“ für eine weitere eförderung der direkten Demokratie auch auf Bundesbene ausgesprochen. Vielleicht überzeugt er Sie. Grüne nd SPD wenden ein, die Quoren seien zu niedrig. Beeits am 8. Juli haben wir Ihnen angeboten, mit uns daüber zu reden. Wo sind Ihre Änderungsanträge? Statt im ommer große Töne zu spucken, hätten Sie mit uns reen können, wenn es Ihnen mit diesem Thema wirklich rnst ist. Der Justizministerin will ich in Erinnerung rufen, was ie in der Festschrift „20 Jahre Mehr Demokratie“ gesagt at: Die Zeit ist reif, dass, beginnend mit der Volksinitiative, zumindest schrittweise plebiszitäre Elemente auch auf Bundesebene eingeführt werden. ie Einwände des Rests sind absurd. Herr Brandt hat geagt – Herr Wellenreuther hat das heute wiederholt –, es andele sich um eine populistische Forderung der Linen, die keinen Nutzen für die Demokratie habe. Er hat eiter ausgeführt: „Volksabstimmungen bergen die Ge ahr des Missbrauchs und der politischen Destabilisieung in sich.“ Er hat damals sogar noch auf die Weimaer Republik – offensichtlich ohne Geschichtskenntnis – ezug genommen. Stefan Schmitz spricht im Stern von inem Zweckargument. Der Wissenschaftler Otmar Jung on der FU Berlin sagt: Nicht die Erfahrungen aus der eimarer Republik hatte der Parlamentarische Rat im lick, als er für die Nichtaufnahme direktdemokrati cher Elemente plädierte. Woher hätten im Übrigen auch ie negativen Erfahrungen aus der Weimarer Republik ommen sollen? Von acht Volksbegehren zwischen 1919 nd 1933 gelangten gerade einmal zwei zur Abstimung. Herr Brandt und Herr Wellenreuther, Sie haben geagt: Mit Volksabstimmungen kann man schwierigen nd komplexen Fragestellungen unserer pluralistischen elt nicht gerecht werden. Im Parlament würden Exper engespräche geführt, Sachverständigenanhörungen urchgeführt und Folgeabschätzungen vorgenommen. err Frieser hatte damals ergänzend gefragt: Wie wollen ie Sachverständigenanhörungen und Sachverständigenremien in Volksabstimmungen einbeziehen? – Meine ntwort könnte einfach sein. Wir könnten die Einbezieung so gestalten wie hier im Parlament: als Alibiverantaltung. (Zuruf von der FDP: Sie brauchen keine Sachverständigen!)


    (Beifall bei der LINKEN)


    ber ernsthaft: Der Prozess der dreistufigen Volksge-
    etzgebung dauert länger als die Hauruckverfahren im





    Halina Wawzyniak


    (A) )


    )(B)

    Parlament. Es gibt eine öffentlich-mediale Begleitung.
    Mehr Sachverstand ist gar nicht möglich.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Erklären Sie mir einmal: Wieso kann man mit Volks-
    abstimmungen den immer schwierigeren und komplexe-
    ren Fragestellungen der pluralistischen Welt nicht ge-
    recht werden, im Parlament aber schon? Sie haben
    wieder das Argument vorgebracht, man könne bei Volks-
    abstimmungen nur mit Ja oder Nein stimmen. Entschul-
    digung, aber das machen wir hier den ganzen Tag.


    (Heiterkeit und Beifall bei der LINKEN)


    Formal findet hier eine Folgenabschätzung statt, aber
    eben nur formal. Tatsächlich geht es immer um einen in-
    haltlich-konkreten Vorschlag. Dieser steht allein zur Ab-
    stimmung. Alle gesellschaftlichen Aspekte dieses Vor-
    schlags werden nicht in einem breit angelegten Prozess
    beleuchtet. Wenn wir das wollen, gründen wir eine
    Enquete. Eine Volksgesetzgebung mit einem dreistufi-
    gen Verfahren dauert viel länger; darauf habe ich schon
    hingewiesen. Dadurch bleibt viel mehr Zeit, um sich Ge-
    danken über die Dinge zu machen. Hier verlassen wir
    uns auf Experten und beschließen Gesetzentwürfe wie
    den zur Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwer-
    ken.

    Herr Brandt und Herr Wellenreuther haben gesagt, die
    Gefahr bestehe, dass bei wichtigen Fragen nicht nach
    sachbezogenen Gesichtspunkten entschieden wird, son-
    dern danach, welche Interessengruppe die bessere
    Lobbyarbeit macht.


    (Helmut Brandt [CDU/CSU]: So ist es!)


    Dazu sage ich Ihnen: Total überzeugend! Tun Sie doch
    nicht so, als würde das hier im Parlament nicht so laufen.


    (Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)


    Wir entscheiden doch mitnichten allein nach sachbezo-
    genen Gesichtspunkten.


    (Helmut Brandt [CDU/CSU]: Das ist bei Ihnen sicherlich der Fall! Darin unterscheiden wir uns gerade!)


    Der Einfluss von Lobbyisten auf parlamentarische Ent-
    scheidungsprozesse ist nachgewiesen. Worin besteht
    bitte der Unterschied zwischen dem Einfluss von Lobby-
    isten auf Entscheidungen der Parlamente und dem Ein-
    fluss von Lobbyisten auf die Volksgesetzgebung? Im
    Übrigen sind Politikerinnen und Politiker genauso anfäl-
    lig für Populismus wie die Bevölkerung. Steigen wir
    also ab vom hohen Ross! Hören wir auf, so zu tun, als
    seien wir besser und kompetenter als der Durchschnitt
    der Bevölkerung! Das ist Quatsch.

    Die Linke hält, was sie verspricht. Unser konkretes
    Angebot liegt auf dem Tisch. Sie können entscheiden: Ja
    oder nein? Da für die Änderung eine Zweidrittelmehr-
    heit notwendig ist, wird das Vorhaben an der Blockade-
    haltung der Union scheitern, wie wir wissen. Insofern
    können die anderen Fraktionen ein Symbol setzen und
    zeigen, dass sie für mehr direkte Demokratie sind, dass
    sie die Bürgerinnen und Bürger mitentscheiden lassen

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    (C (D ollen. Seien Sie beruhigt: Sie stünden damit auf der eite der Mehrheit der Bevölkerung. Die neueste Forsamfrage belegt, dass sich 79 Prozent der Bürgerinnen nd Bürger Volksentscheide auch auf Bundesebene wünchen. Demokratie, insbesondere direkte Demokratie, ist Zuutung und Versprechen zugleich. Zumutung für die arteien und Abgeordneten, Versprechen für die Bürgeinnen und Bürger. Wir sollten uns diese Zumutung zuuten. (Anhaltender Beifall bei der LINKEN – Helmut Brandt [CDU/CSU]: Das ist ja wie früher bei euren Parteitagen!)




Rede von Katrin Dagmar Göring-Eckardt
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Das Wort hat jetzt Ingrid Hönlinger für Bündnis 90/

ie Grünen.


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Ingrid Hönlinger


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und

    ollegen!

    Demokratie lebt vom Streit, von der Diskussion um
    den richtigen Weg.

    as ist ein Zitat des früheren Bundespräsidenten Richard
    on Weizsäcker. Wenn wir dieses Zitat ernst nehmen,
    ann müssen wir eingestehen, dass wir momentan an
    ielen Orten der Republik wahre Sternstunden der De-
    okratie erleben. Die Bürgerinnen und Bürger machen

    on ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung selbstbe-
    usst Gebrauch. Sie streiten für ihre Positionen. Sie ge-
    en für ihre Anliegen sogar auf die Straße, wenn die Re-
    ierungspolitik ihre Anliegen nicht wahrnehmen will.

    Ich möchte zwei aktuelle Ereignisse in den Mittel-
    unkt rücken. Mein Wahlkreis ist Ludwigsburg. Das ist
    5 Kilometer von Stuttgart entfernt. In Stuttgart und an-
    ernorts gehen jede Woche Zehntausende Menschen auf
    ie Straße. Sie äußern ihre Unterstützung für den
    opfbahnhof 21. Sie äußern ihre Kritik am Bahnprojekt
    tuttgart 21. Dafür haben sie gute Gründe: Dieses Pro-
    ekt droht in finanzieller Hinsicht ein Fass ohne Boden
    u werden. Der verkehrspolitische Nutzen ist fragwür-
    ig. Außerdem ist zu befürchten, dass die Profite in die
    aschen von Banken und Baukonzernen wandern, wäh-
    end die Bürgerinnen und Bürger die Zeche zahlen.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Je schwächer die Argumente für Stuttgart 21 werden,
    esto lauter werden die Durchhalteparolen. Jetzt gibt es
    ogar Anzeigenkampagnen der Wirtschaft für Stutt-
    art 21. Auch die Joggingveranstaltungen für Stutt-
    art 21 werden mit Anzeigen der Landesregierung be-
    orben. Wir Grünen gestehen ein: Den größeren Marke-

    ingetat haben die Tunnelbauer. Aber wir haben die bes-
    eren Argumente. Diese werden sich am Ende gegen die
    erbemillionen durchsetzen.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Helmut Brandt [CDU/CSU]: Das werden wir einmal abwarten!)






    Ingrid Hönlinger


    (A) )


    )(B)

    Ein weiteres Schlaglicht auf die Lage in der Republik
    haben wir am Wochenende im Wendland erlebt. Dort
    sind wiederum Tausende Menschen auf die Straße ge-
    gangen und haben sich für den Atomausstieg eingesetzt.
    Sie haben kritisiert, dass die Laufzeiten der Atomkraft-
    werke von dieser Regierungskoalition verlängert worden
    sind. Sie haben auch stark kritisiert, dass weitere große
    Mengen an radioaktivem Müll produziert werden. Wir
    Grünen – das sage ich ganz klar – unterstützen den fried-
    lichen Protest gegen die Laufzeitverlängerung und gegen
    die Atommülltransporte.


    (Helmut Brandt [CDU/CSU]: Aber distanzieren sich nicht von den anderen!)


    Wir setzen uns für den Atomausstieg und für die ver-
    stärkte Nutzung erneuerbarer Energien ein. Wir setzen
    uns auch für einen oberirdischen Kopfbahnhof in Stutt-
    gart ein. Für uns steht nicht der Profit für wenige im Vor-
    dergrund, sondern der Nutzen für alle. Wir sind keine
    Blockadepartei; wir sind eine Zukunftspartei.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Helmut Brandt [CDU/CSU]: Ich glaube, die Zeiten sind vorbei!)


    Zum Respekt vor der Meinung anderer gehört auch
    der Respekt der Regierenden vor dem Willen der Bevöl-
    kerung. Jetzt wird kritisiert – darauf hat auch Kollege
    Wellenreuther hingewiesen –, dass in unserer Gesell-
    schaft große Politikverdrossenheit und Demokratiever-
    drossenheit herrschen. Diese Feststellung ist richtig.
    Dazu gehört aber auch, dass wir den Willen der Bevölke-
    rung ernst nehmen müssen, wenn wir die Bevölkerung
    zu Willensbekundungen auffordern. Wer den Bürgerwil-
    len als Blockadehaltung abtut, wer Schüler niederknüp-
    pelt und Bürgerargumente mit Pfefferspray bekämpft,
    hat ein falsches Verständnis von Demokratie. Wir Grü-
    nen wollen so etwas nicht mehr erleben, weder in Stutt-
    gart noch im Wendland.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Demokratie bedeutet Regierung durch und für das
    Volk. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Demokratie
    von der Einmischung und dem Engagement der Bürge-
    rinnen und Bürger lebt, dass sie dadurch lebendiger und
    manchmal auch sachlicher und kreativer wird. Deshalb
    wollen wir den Bürgerwillen stärker in politische Ent-
    scheidungen einbeziehen.

    Viele Bundesländer – auch das wurde schon gesagt –
    haben zahlreiche positive Erfahrungen mit Bürgerent-
    scheiden gemacht. Die Volksabstimmungen haben dort
    die Kluft zwischen Staatsmacht und Volk verringert.
    Hinzu kommt: Wenn Bürgerinnen und Bürger Entschei-
    dungen mitbestimmen können, sind sie eher bereit, die
    Folgen dieser Entscheidungen mitzutragen. Und die
    Menschen wollen sich an den Entscheidungen beteili-
    gen. Das hat das neueste Volksbegehren in Berlin, das
    „Wasser-Volksbegehren“, gezeigt. Es gab mehr als
    280 000 Unterschriften für dieses Volksbegehren. Das ist
    ein wichtiger Schritt in Richtung einer bürgerfreundli-
    chen, einer transparenten Politik. Wenn wir erst eine
    neue Bürgermeisterin in Berlin haben, werden wir noch

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    (C (D iel mehr Gebrauch von dieser bürgerfreundlichen Poliik machen. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Helmut Brandt [CDU/CSU]: Keine Horrorszenarien am Freitagmittag!)


    Natürlich bleibt das Parlament bei der direkten De-
    okratie der zentrale Ort der Auseinandersetzung und

    er Entscheidungen. Wir können jederzeit eigene Ge-
    etze beschließen; das ist uns allen hier klar. Wir meinen,
    ass Volksabstimmungen die Politik nicht behindern,
    ondern ergänzen. Sie sehen also, meine Damen und
    erren insbesondere von der CDU/CSU: Es gibt wenige
    ründe gegen, aber ziemlich viele gute Gründe für die
    inführung einer Volksgesetzgebung auch auf Bundes-
    bene.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Helmut Brandt [CDU/CSU]: Aber jetzt zum Vorschlag der Linken!)


    Dazu komme ich noch. – Vorher möchte ich sagen,
    ass auch wir Grünen uns schon sehr lange für diese
    eiterentwicklung der Demokratie einsetzen. Wir wol-

    en, dass durch Volksinitiativen Gesetzesvorschläge von
    ußen in das Parlament getragen werden. Wir wollen,
    ass Bürgerinnen und Bürger stärker in politische Ent-
    cheidungen einbezogen werden. Wir wollen, dass die
    evölkerung wichtige Sachfragen auch zwischen den
    ahltagen entscheiden kann.

    Wir haben dabei im Blick – auch das ist schon thema-
    isiert worden –, dass Formen der direkten Demokratie
    esonders Menschen ansprechen, die engagiert und poli-
    isch interessiert sind. Zwar kann die Politikbeteiligung
    on Interessengruppen, insbesondere von finanzstarken,
    ominiert werden. Das sind für uns aber keine Argu-
    ente gegen direkte Demokratie. Wir meinen, dass wir

    ielmehr faire Rahmenbedingungen für direkte Demo-
    ratie schaffen müssen und dass wir die Bürgerinnen
    nd Bürger möglichst frühzeitig an den Entscheidungen
    eteiligen müssen.

    Wir sehen auch den großen Nutzen der direkten De-
    okratie. Sie führt zu mehr politischer Information, zu
    ehr Motivation und zu mehr Diskussion. Auch die
    olitische Qualifikation der Bürgerinnen und Bürger
    ird dadurch verbessert.


    (Helmut Brandt [CDU/CSU]: Ich sage nur: Beispiel Schweiz!)


    enn Sie zum Beispiel einen Stuttgarter auf den Bahn-
    of ansprechen, dann werden Sie mit ihm fachgerecht
    ber die Pläne zum Ausbau des Stuttgarter Bahnhofs dis-
    utieren können. Vielleicht werden Sie sogar erfahren,
    ass die tiefen Tunnel die Mineralwasservorkommen in
    ad Cannstatt gefährden. Sie sehen: Bürgerbeteiligung

    ördert die Partizipation und das Bürgerengagement.


    (Helmut Brandt [CDU/CSU]: Jetzt haben Sie aber alle Argumente auf den Kopf gestellt!)


    enn mehr Menschen an der Gestaltung unserer Gesell-
    chaft mitwirken, dann führt dies zu mehr Identifika-
    ion mit den Entscheidungen und zu mehr Teilhabe.





    Ingrid Hönlinger


    (A) )


    )(B)

    Jetzt zu dem Symbol, das Sie, Frau Kollegin
    Wawzyniak, gefordert haben. Wir werden uns bei der
    Abstimmung über Ihren Gesetzentwurf enthalten.


    (Halina Wawzyniak [DIE LINKE]: Ui!)


    Das Thema finden wir zwar gut; aber ihr Gesetzentwurf
    hat leider einige gravierende Mängel.


    (Helmut Brandt [CDU/CSU]: „Leider“? Wieso diese Einschränkung? Sie brauchen sich doch nicht zu entschuldigen, weil Sie nicht zustimmen! – Michael Frieser [CDU/CSU]: Sie brauchen sich nicht zu rechtfertigen, Frau Kollegin!)


    Die Quoren sind zu niedrig angesetzt, die Fristen für den
    Übergang von Volksinitiative zu Volksbegehren und
    Volksentscheid zu kurz. Wir finden es nicht sinnvoll und
    nicht gut, dass Sie die Abstimmung über Sachfragen mit
    Wahlen verbinden wollen. Übrigens wollen wir nicht nur
    en passant, am Rande des Plenums, kurz über einen gu-
    ten Gesetzentwurf diskutieren. Lassen Sie uns die Sache
    richtig angehen und fraktionsübergreifend vorgehen!
    Dann finden wir gute Lösungen.

    Das wachsende Bürgerengagement, das wir derzeit
    im Hinblick auf den Kopfbahnhof 21 und den Atomaus-
    stieg erleben, ist ein Lehrstück für unsere Demokratie.
    Das Land ist durch das Bürgerengagement aufgerüttelt
    worden. Wir erleben, dass unsere Demokratie, die mehr
    als 60 Jahre alt ist, reifer geworden ist. Sie hat hinzuge-
    wonnen, und die Bürgerinnen und Bürger sind selbstbe-
    wusster geworden. Heiner Geißler, der Vermittler im
    Schlichtungsprozess zu Stuttgart 21, hat es so ausge-
    drückt: Die Zeiten der Basta-Entscheidungen sind vor-
    bei.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Helmut Brandt [CDU/CSU]: Ja! Schröder ist ja weg! Der macht jetzt die Gazprom-Geschichte für euch! – Michael Frieser [CDU/ CSU]: Schröder ist weg! Das habt ihr Grüne gut gemacht!)


    Auf diesem Weg werden wir Grüne weitergehen,
    gerne zusammen mit den anderen Fraktionen im Bun-
    destag; ich setze meine Hoffnungen hier insbesondere
    auf die FDP. Wir würden uns wirklich freuen, wenn es
    uns gelingen würde, mehr Elemente direkter Demokratie
    auf Bundesebene einzuführen. Wir Grüne wollen mehr
    Demokratie, und zwar direkt.

    Vielen Dank.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)