Rede:
ID1705916400

insert_comment

Metadaten
  • sort_by_alphaVokabular
    Vokabeln: 10
    1. Die: 1
    2. Kollegin: 1
    3. Andrea: 1
    4. Voßhoff: 1
    5. hat: 1
    6. jetzt: 1
    7. das: 1
    8. Wort: 1
    9. fürdie: 1
    10. CDU/CSU-Fraktion.\n: 1
  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/59 Elke Ferner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6176 B Einzelplan 09 Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Rainer Brüderle, Bundesminister BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . . . Dr. Michael Fuchs (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Peter Friedrich (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Ralph Lenkert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Dr. Michael Fuchs (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Sahra Wagenknecht (DIE LINKE) . . . . . . . . . Fritz Kuhn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . Dr. Claudia Winterstein (FDP) . . . . . . . . . . . . Bettina Hagedorn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Claudia Winterstein (FDP) . . . . . . . . . . . . Klaus Ernst (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . Markus Kurth (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ingrid Fischbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Bettina Hagedorn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Heinrich L. Kolb (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Anton Schaaf (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Klaus Ernst (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Katja Kipping (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . 6152 C 6152 D 6154 B 6156 D 0000 A6158 C 6160 A 6160 B 6160 C 6161 D 6178 C 6180 A 6180 C 6181 A 6182 B 6184 A 6186 C 6188 A 6189 C 6190 B 6191 A Deutscher B Stenografisch 59. Sitz Berlin, Donnerstag, den I n h a l Erweiterung und Abwicklung der Tagesord- nung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Nachträgliche Ausschussüberweisung . . . . . . Tagesordnungspunkt 1: (Fortsetzung) a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2011 (Haushaltsgesetz 2011) (Drucksache 17/2500) b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2010 bis 2014 (Drucksache 17/2501) . . . . . . . . . . . . . . . . G D M D D D 6151 A 6152 B 6152 C 6152 C Ulrike Flach (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . 6164 A 6165 A undestag er Bericht ung 16. September 2010 t : arrelt Duin (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Joachim Pfeiffer (CDU/CSU) . . . . . . . . . ichael Schlecht (DIE LINKE) . . . . . . . . . . r. Georg Nüßlein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . r. Michael Luther (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Garrelt Duin (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 11 Bundesministerium für Arbeit und So- ziales . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Ursula von der Leyen, Bundesministerin BMAS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bettina Hagedorn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . 6165 D 6167 D 6169 D 6170 C 6172 A 6172 D 6173 D 6174 A 6174 D Max Straubinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Anton Schaaf (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 6192 B 6193 C II Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 59. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 16. September 2010 Katja Mast (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Axel E. Fischer (Karlsruhe-Land) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 2: a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zum Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über Finanzbeiträge der Europäi- schen Union zum Internationalen Fonds für Irland (2007 bis 2010) (Drucksache 17/2629) b) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zur Modernisierung der Regelungen über Teilzeit-Wohnrechteverträge, Ver- träge über langfristige Urlaubsprodukte sowie Vermittlungsverträge und Tausch- systemverträge (Drucksache 17/2764) c) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Vier- ten Gesetzes zur Änderung der Wirt- schaftsprüferordnung – Wahlrecht der Wirtschaftsprüferkammer (Drucksache 17/2628) d) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Neun- ten Gesetzes zur Änderung des Bundes- Immissionsschutzgesetzes (Drucksache 17/2866) Zusatztagesordnungspunkt 1: a) Antrag der Abgeordneten Dr. Harald Terpe, Birgitt Bender, Katrin Göring-Eckardt, wei- terer Abgeordneter und der Fraktion BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN: Gesundheitliche Risiken des Drogengebrauchs verrin- gern – Drugchecking ermöglichen (Drucksache 17/2050) . . . . . . . . . . . . . . . . b) Antrag der Abgeordneten Winfried Hermann, Kerstin Andreae, Birgitt Bender, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN: Sofortiger Bau- stopp für Stuttgart 21 und die Neubau- strecke Wendlingen–Ulm (Drucksache 17/2893) . . . . . . . . . . . . . . . . c) Antrag der Abgeordneten Tabea Rößner, Agnes Krumwiede, Ekin Deligöz, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN: Kultur und Rund- funk nicht durch die Frequenzumstel- lung schädigen (Drucksache 17/2920) . . . . . . . . . . . . . . . . d e f g h i) T a 6194 B 6195 B 6196 D 6196 D 6197 A 6197 A 6197 A 6197 B 6197 B ) Antrag der Abgeordneten Markus Kurth, Fritz Kuhn, Ekin Deligöz, weiterer Abge- ordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Bedarfsgerechte Regel- sätze und ein zuverlässiges Hilfesystem für Kinder, Jugendliche und Erwach- sene statt Experimenten (Drucksache 17/2921) . . . . . . . . . . . . . . . ) Antrag der Abgeordneten Brigitte Pothmer, Beate Müller-Gemmeke, Fritz Kuhn, wei- terer Abgeordneter und der Fraktion BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN: Kein Sachgrund, keine Befristung – Befristete Arbeitsver- träge begrenzen (Drucksache 17/2922) . . . . . . . . . . . . . . . ) Antrag der Abgeordneten Daniela Wagner, Bettina Herlitzius, Markus Kurth, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN: Heizkostenkom- ponente beim Wohngeld erhalten (Drucksache 17/2923) . . . . . . . . . . . . . . . ) Antrags der Abgeordneten Sabine Leidig, Dr. Dietmar Bartsch, Herbert Behrens, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Stuttgart 21, Neubaustre- cke Wendlingen–Ulm und Sparpaket der Bundesregierung (Drucksache 17/2914) . . . . . . . . . . . . . . . ) Antrag der Abgeordneten Katja Kipping, Matthias W. Birkwald, Diana Golze, wei- terer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Maßnahmen zur Gewährleis- tung eines menschenwürdigen Existenz- und Teilhabeminimums (Drucksache 17/2934) . . . . . . . . . . . . . . . Antrag der Abgeordneten Uwe Beckmeyer, Rainer Arnold, Sören Bartol, weiterer Ab- geordneter und der Fraktion der SPD: Kein Weiterbau von Stuttgart 21 bis zur Volks- abstimmung (Drucksache 17/2933) . . . . . . . . . . . . . . . agesordnungspunkt 3: ) Beschlussempfehlung und Bericht des Haushaltsausschusses: – zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Bärbel Kofler, Sören Bartol, Dirk Becker, weiterer Abgeordneter und der Frak- tion der SPD: Marktanreizprogramm und nationale Klimaschutzinitiative fortsetzen – zu dem Antrag der Abgeordneten Oliver Krischer, Sven-Christian Kindler, Hans- Josef Fell, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN: Aufhebung der Haushaltssperre und Weiterführung des Marktan- 6197 C 6197 C 6197 C 6197 D 6197 D 6198 A Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 59. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 16. September 2010 III reizprogramms und der nationalen Klimaschutzinitiative zur Förderung erneuerbarer Energien (Drucksachen 17/2119, 17/2007, 17/2477) b) Beschlussempfehlung und Bericht des Haus- haltsausschusses zu dem Antrag des Präsi- denten des Bundesrechnungshofes: Rech- nung des Bundesrechnungshofes für das Haushaltsjahr 2009 – Einzelplan 20 – (Drucksachen 17/1730, 17/2489) . . . . . . . c) Beschlussempfehlung und Bericht des Haus- haltsausschusses – zu dem Antrag des Bundesministe- riums der Finanzen: Entlastung der Bundesregierung für das Haushalts- jahr 2008 – Vorlage der Haushalts- und Vermögensrechnung des Bun- des – (Jahresrechnung 2008) – zu der Unterrichtung durch den Bun- desrechnungshof: Bemerkungen des Bundesrechnungshofes 2009 zur Haus- halts- und Wirtschaftsführung des Bundes (einschließlich der Feststel- lungen zur Jahresrechnung 2008) – zu der Unterrichtung durch den Bundes- rechnungshof: Bemerkungen des Bun- desrechnungshofes 2009 zur Haus- halts- und Wirtschaftsführung des Bundes – Weitere Prüfungsergeb- nisse – (Drucksachen 16/12620, 17/790 Nr. 21, 17/77, 17/317 Nr. 3, 17/1300, 17/1644 Nr. 2, 17/2492) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 17 Bundesministerium für Familie, Senio- ren, Frauen und Jugend . . . . . . . . . . . . . Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin BMFSFJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dagmar Ziegler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Florian Toncar (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Steffen Bockhahn (DIE LINKE) . . . . . . . . . . Katja Dörner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Georg Schirmbeck (CDU/CSU) . . . . . . . . Ingrid Fischbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Steffen Bockhahn (DIE LINKE) . . . . . . . . Katja Dörner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Rolf Schwanitz (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . M D M D C A S S C A S C H I F B M R J S D A D 6198 A 6198 C 6198 D 6199 A 6199 B 6201 A 6201 C 6202 D 6204 B 6205 C 6206 A 6208 A 6208 B 6210 B 6211 B Thomas Jarzombek (CDU/CSU) . . . . . . . . iriam Gruß (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . iana Golze (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . onika Lazar (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . orothee Bär (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Kai Gehring (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . aren Marks (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ndreas Mattfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . önke Rix (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 07 Bundesministerium der Justiz . . . . . . . . abine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesministerin BMJ . . . . . . . . . . . . . . . Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . hristine Lambrecht (SPD) . . . . . . . . . . . . . . ndrea Astrid Voßhoff (CDU/CSU) . . . . . . . iegfried Kauder (Villingen-Schwenningen) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . hristine Lambrecht (SPD) . . . . . . . . . . . . . . alina Wawzyniak (DIE LINKE) . . . . . . . . . ngrid Hönlinger (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . lorian Toncar (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . urkhard Lischka (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . ichael Grosse-Brömer (CDU/CSU) . . . . . . Sevim Dağdelen (DIE LINKE) . . . . . . . . . Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . aju Sharma (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . erzy Montag (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . tephan Mayer (Altötting) (CDU/CSU) . . . . Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Eva Högl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . lexander Funk (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 06 Bundesministerium des Inneren . . . . . . r. Thomas de Maizière, Bundesminister BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6211 C 6213 A 6214 C 6216 A 6217 B 6219 A 6219 D 6221 A 6222 B 6223 C 6223 C 6224 C 6225 B 6227 B 6229 B 6229 C 6229 D 6231 A 6232 A 6233 B 6234 B 6235 B 6236 C 6237 D 6238 D 6239 C 6240 A 6241 B 6242 B 6243 B 6243 C IV Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 59. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 16. September 2010 Olaf Scholz (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hartfrid Wolff (Rems-Murr) (FDP) . . . . . . . . Steffen Bockhahn (DIE LINKE) . . . . . . . . . . Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Günter Krings (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Gabriele Fograscher (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Gisela Piltz (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jan Korte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . Frank Tempel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Hans-Peter Uhl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Dr. Peter Danckert (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Florian Toncar (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jürgen Herrmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Dr. Peter Danckert (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . Anlage 2 Erklärung des Abgeordneten Jörn Wunderlich (DIE LINKE) zur Abstimmung über die Be- schlussempfehlung des Haushaltsausschusses zur Entlastung der Bundesregierung für das Haushaltsjahr 2008 (Drucksache 17/2492 Nr. 1) (Tagesordnungspunkt 3 c) . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 3 Erklärung des Abgeordneten Jörn Wunderlich (DIE LINKE) zur Abstimmung über die Be- schlussempfehlung des Haushaltsausschusses zu Aufforderungen an die Bundesregierung zur Aufstellung und Durchführung der Bundes- haushaltspläne (Drucksache 17/2492 Nr. 2) (Tagesordnungspunkt 3 c) . . . . . . . . . . . . . . . 6245 D 6248 A 6249 C 6250 C 6251 D 6253 D 6255 A 6255 D 6256 C 6257 D 6258 D 6260 C 6262 A 6262 D 6264 A 6264 D 6265 A 6265 C 6265 D Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 59. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 16. September 2010 6151 (A) ) )(B) 59. Sitz Berlin, Donnerstag, den Beginn: 9.0
  • folderAnlagen
    finden. Ich sage an dieser Stelle ganz offen: Wenn wir Weitere Wortmeldungen zu diesem Einzelplan liegen Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 59. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 16. September 2010 6265 (A) (C) )(B) Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschul bgeordneten entschuldigt bis entschuldigt bis * A l A l Abgeordnete(r) einschließlich Aigner, Ilse CDU/CSU 17.09.2010 Dr. Bartels, Hans-Peter SPD 17.09.2010 Bartol, Sören SPD 17.09.2010 Beck (Bremen), Marieluise BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 17.09.2010* Bernschneider, Florian FDP 17.09.2010 Binder, Karin DIE LINKE 17.09.2010 Birkwald, Matthias W. DIE LINKE 17.09.2010 Duin, Garrelt SPD 17.09.2010 Erdel, Rainer FDP 17.09.2010 Herzog, Gustav SPD 17.09.2010 Lay, Caren DIE LINKE 17.09.2010 Lenkert, Ralph DIE LINKE 17.09.2010 Meierhofer, Horst FDP 17.09.2010 Nahles, Andrea SPD 17.09.2010 Nink, Manfred SPD 17.09.2010 Oswald, Eduard CDU/CSU 17.09.2010 Pothmer, Brigitte BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 17.09.2010 Roth (Augsburg), Claudia BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 17.09.2010 Schnieder, Patrick CDU/CSU 17.09.2010 Dr. Schui, Herbert DIE LINKE 17.09.2010 D D D W W A (D für die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Ver- sammlung des Europarates nlage 2 Erklärung des Abgeordneten Jörn Wunderlich (DIE LINKE) zur Abstimmung über die Beschluss- empfehlung des Haushaltsausschusses zur Entlastung der Bundesregierung für das Haus- haltsjahr 2008 (Drucksache 17/2492 Nr. 1) (Ta- gesordnungspunkt 3 c) Für die Fraktion Die Linke erkläre ich: Das Votum autet Ablehnung. nlage 3 Erklärung des Abgeordneten Jörn Wunderlich (DIE LINKE) zur Abstimmung über die Beschluss- empfehlung des Haushaltsausschusses zu Aufforderungen an die Bundesregierung zur Aufstellung und Durchführung der Bundes- haushaltspläne (Drucksache 17/2492 Nr. 2) (Ta- gesordnungspunkt 3 c) Für die Fraktion Die Linke erkläre ich: Das Votum autet Zustimmung. r. Seifert, Ilja DIE LINKE 17.09.2010 r. Steinmeier, Frank- Walter SPD 17.09.2010 r. Terpe, Harald BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 17.09.2010 einberg, Harald DIE LINKE 17.09.2010 ieland, Wolfgang BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 17.09.2010 bgeordnete(r) einschließlich digten A 59. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 16. September 2010 Inhalt: Redetext Anlagen zum Stenografischen Bericht
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Christine Lambrecht


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Liebe

    Kolleginnen und Kollegen! Verehrte Frau Ministerin, ich
    kann genau da weitermachen, wo Sie aufgehört haben.
    Ich glaube, das Thema „Zukunft der Sicherungsverwah-
    rung“ muss mit noch mehr Inhalt gefüllt werden, als Sie
    es gerade getan haben. Aber ich möchte gleich sagen:
    Als in diesem Sommer deutlich wurde, dass hier so lang-
    sam etwas getan wird, nachdem das Urteil bereits letztes
    Jahr im Dezember gefasst worden ist, hat Ihnen die
    SPD-Fraktion frühzeitig eine konstruktive Zusammenar-
    beit angeboten, damit wir in diesem Bereich zu einem
    Ergebnis kommen, das dann auch sachgerecht umgesetzt
    werden kann.

    Ich kann an dieser Stelle auch sagen: Wir begrüßen
    ausdrücklich, dass nach den Eckpunkten, die Sie angespro-
    chen haben, die Sicherungsverwahrung auf Gewalt- und
    auf Sexualverbrechen begrenzt sein soll. Darauf sollte es
    dann auch beschränkt bleiben. Die Bevölkerung hat kein
    Interesse daran, vor Betrügern oder vor Dieben durch Si-
    cherungsverwahrung geschützt zu werden; durch allge-
    meines Strafrecht natürlich schon, damit nicht ein fal-
    scher Eindruck entsteht. Die Sicherungsverwahrung ist in
    diesen Bereichen, glaube ich, der absolut falsche Weg.
    Deswegen begrüße ich ausdrücklich, dass Sie das auf
    diese Bereiche beschränken wollen. Das wird ebenso un-
    sere Unterstützung erfahren wie die Abschaffung der
    nachträglichen Sicherungsverwahrung, um stattdessen
    die vorbehaltene Sicherungsverwahrung auszubauen.

    a
    s
    u
    F
    A
    M
    m
    s
    e
    F
    M
    H
    q

    g
    l
    s
    d
    l
    s
    m
    w
    n
    b
    o
    E

    v
    s
    g
    k
    d

    p
    n
    k
    p
    h
    h
    p
    u
    M
    k
    g
    d
    w
    w
    W
    m

    w
    U
    P
    g
    t
    w
    n
    w
    d

    (C (D Doch ich habe mittlerweile Zweifel daran, dass dieses us unserer Sicht vernünftige Konzept zumindest in dieem Bereich tatsächlich mit Leben erfüllt wird. Auch der rsprüngliche Entwurf sah – außer dem Vorschlag, eine ußfessel einzuführen – noch keine Regel bezüglich der ltfälle vor. Das ist eigentlich keine Fessel, sondern eine öglichkeit, Straftäter zu orten. Auch da war es so, wie an es aus den Reihen der Koalition kennt – man ist es chon gewohnt, dass es in dem Moment, in dem endlich twas vorliegt, munter losgeht –: Einerseits gab es von rau Voßhoff Zustimmung zu dem Vorschlag; nach ihrer einung macht eine Fußfessel Sinn; andererseits hält es err Bosbach für Unsinn. Die Positionen gingen da uerbeet durcheinander. Es gab weitere Vorschläge, wie man mit Altfällen umehen sollte, also mit Menschen, die jetzt zum Teil entassen werden müssen. Beispielsweise gab es den Vorchlag des bayerischen Innenministers Herrmann von er CSU, einen Internetpranger einzuführen. Die Kolegen Geis und Grindel hielten das zumindest für diskusionswürdig; andere fanden es völlig absurd. Ich will dait nur aufzeigen, was für ein Chaos bei solch einem ichtigen Thema ausgebrochen ist, bei dem die Bürgerinen und Bürger ein sehr hohes Sicherheitsbedürfnis haen. Deswegen bin ich sehr zurückhaltend bei der Frage, b das, was Sie jetzt vorgestellt haben, tatsächlich von rfolg gekrönt sein wird. Ich habe meine Bedenken nicht nur, weil ich Ihnen on der Koalition momentan – aus Ihrer Sicht wahrcheinlich völlig unbegründet, aus unserer schon beründet – kaum zutraue, dass Sie zu einem Ergebnis ommen, sondern auch wegen einiger sachlicher Punkte, ie ich einmal beleuchten möchte. Frau Ministerin, Sie haben angesprochen, dass Sie für sychisch gestörte Täter eine Art der Unterbringung ach der Strafhaft schaffen wollen. Unser Strafrecht ennt den Begriff des psychisch Kranken. Wenn jemand sychisch krank ist, kommt er schon heute nicht in Strafaft, sondern sofort in die Psychiatrie; das regelt schon eute das StGB. Jetzt kreieren Sie einen neuen Begriff: sychisch gestört. Damit wollen Sie ein bisschen das mgehen, was Ihnen vom Europäischen Gerichtshof für enschenrechte vorgegeben wurde. Uns fehlt da die lare Ansage: Was ist denn bitte mit „psychisch gestört“ emeint? Jetzt kann man es natürlich so verstehen: Jeder, er ein grausames Gewaltverbrechen begeht, muss irgendie gestört, also nicht normal sein. Ich glaube aber, das äre ein bisschen zu weit gegriffen. Ich kann nur sagen: ir erwarten eine deutlichere Ansage dazu, was konkret it dem Begriff gemeint ist, damit wir mitreden können. Ich möchte einen weiteren Punkt ansprechen, bei dem ir dringend mehr Informationen brauchen: Wie soll die nterbringung ausgestaltet sein? Das ist genau der unkt, der uns vor die Füße gefallen ist: In der Regel ing es für diejenigen, die in Sicherungsverwahrung unergebracht wurden, quasi mit der Haft weiter; für sie aren keine neuen Umstände gegeben. Da kann ich Ihen nur raten: Schauen Sie sich einmal an, was beispielseise Rheinland-Pfalz hier unternimmt. Das Land – mit em Ministerpräsidenten Kurt Beck und dem zuständi Christine Lambrecht )





    (A) )

    gen Justizminister Bamberger – ist da schon einen
    Schritt weiter: Es plant gerade den Bau einer entspre-
    chenden Unterkunft in Diez. Da wird schon jetzt – quasi
    vorauseilend – versucht, entsprechende Möglichkeiten
    der Unterbringung zu schaffen. Vielleicht ist das einmal
    eine Reise wert; ich kann Ihnen das nur empfehlen.


    (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Anscheinend wie beim Nürburgring!)


    – Was dem Kollegen dazu einfällt, lassen wir jetzt ein-
    mal weg.

    Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich sage es Ihnen
    noch einmal: Hier geht es um ein ganz wichtiges Thema.
    Ich kann Ihnen im Namen der SPD-Fraktion bei all den
    Fragestellungen, die sich ergeben, den Bedenken, ob das
    Ganze verfassungs- und europarechtlich konform ausge-
    staltet werden kann, eine konstruktive Zusammenarbeit
    anbieten. Das ist kein Persilschein; uns ist nicht egal,
    was Sie uns vorlegen. Wir werden aber konstruktiv mit-
    arbeiten. Das kann ich Ihnen zusagen. Dafür brauchen
    wir jetzt endlich einen Gesetzesentwurf, nicht nur Eck-
    punkte und Diskussionsentwürfe. Es eilt: Wir brauchen
    eine Regelung, bevor alle Alttäter entlassen sind.


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD)


    Ich möchte einen weiteren Punkt ansprechen: die
    Frage des Sorgerechts. Auch hier gibt es ein Urteil aus
    Europa und vom Bundesverfassungsgericht. Wir müssen
    die elterliche Sorge bei nichtehelichen Eltern neu regeln.
    Es kann nicht weiterhin so sein, dass Vätern das gemein-
    same Sorgerecht versagt wird und die Mutter allein da-
    rüber entscheidet. Auch da möchte ich Sie dringend bit-
    ten: Legen Sie etwas vor! Das, was da momentan wabert
    – ob es eine Regellösung oder eine Antragslösung gibt –,
    ist nicht sonderlich konkret und nicht geeignet, um sich
    damit zu beschäftigen.


    (Beifall bei der SPD)


    Ich kann für uns sagen: Wir favorisieren eine An-
    tragslösung. Wir glauben nämlich, es wäre sachgerecht,
    dass ein Vater, der sich um sein Kind kümmert, Unter-
    halt zahlt und tatsächlich ein Umgangsrecht wahrnimmt
    – also das umsetzt, was man unter elterlicher Sorge ver-
    steht –, ein Recht darauf hat, die gemeinsame elterliche
    Sorge übertragen zu bekommen. Insofern gibt es eine
    klare Ansage von uns: Wir favorisieren eine Antragslö-
    sung. Wir werden auch hier sehr konstruktiv mit Ihnen
    zusammenarbeiten.


    (Beifall bei der SPD)


    Aber auch hier fehlt es an einem konkreten Vorschlag.

    Lassen Sie mich einen weiteren Punkt ansprechen, bei
    dem etwas fehlt. Sie haben in der Koalitionsvereinba-
    rung angekündigt, dass Sie etwas gegen Mietnomaden
    tun wollen. Der erste Vorschlag, der gemacht wurde,
    war: Wir verändern die Kündigungsfristen. Als ob das
    gegen Mietnomaden auch nur im Geringsten etwas nüt-
    zen würde! Der Vorschlag ist offensichtlich vom Tisch.
    Sie haben in der Deutschen Richterzeitung erklärt, dass
    Sie das nicht infrage stellen wollten. Einige aus der Ko-
    alition sahen das anders. Gegen die Mietnomaden an

    s
    g
    W
    k
    W
    T

    w

    D
    c
    h
    b
    t
    s
    n


    w
    s

    E
    d
    n
    4

    d
    g
    A
    z
    s
    h
    s
    k
    e
    g
    b

    Z
    e

    u
    R
    w

    I
    n

    (C (D ich haben Sie bis heute nichts vorgelegt. Sie haben es roßmütig angekündigt, aber bis heute liegt nichts vor. enn Sie ernsthaft an das Problem herangehen wollen, ann ich Sie nur auffordern: Machen Sie Vorschläge! ir werden bereit sein, konstruktiv mitzuarbeiten. Nur: un Sie endlich was! Ich habe den Eindruck, Sie sind gar nicht gewillt, etas zu tun. Das muss ich ehrlich sagen. (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Der ist falsch, eindeutig falsch!)


    (Beifall bei der SPD)


    eswegen möchte ich zum Schluss ein Thema anspre-
    hen, bei dem man auf den ersten Blick den Eindruck
    aben könnte, dass es gar nichts mit der Haushaltsde-
    atte zum Bereich Justiz zu tun hat, aber nur auf den ers-
    en Blick. Es geht um die Vereinbarung zum Atomaus-
    tieg, den sogenannten Geheimvertrag, der so geheim
    icht mehr ist.


    (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Was? Das hat wirklich nichts mit Justiz zu tun!)


    Ja, darauf komme ich gleich zu sprechen. Auch Sie
    erden es verstehen, wenn ich ein paar Sätze dazu ge-

    agt habe, Herr Grosse-Brömer.

    In einem Geheimvertrag zwischen Vertretern von
    nergieversorgungsunternehmen und einem Vertreter
    er Bundesregierung – der zuständige Minister ist es
    icht, sondern es ist ein Staatssekretär – morgens um
    .30 Uhr –


    (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Sie haben früher angefangen!)


    as ist in deutscher Gründlichkeit auf diesem Vertrag so-
    ar vermerkt – wurde vereinbart, dass Laufzeiten für
    tomkraftwerke verlängert werden und dass auf Steuer-

    ahlungen verzichtet wird, wenn die Betreiber die ge-
    etzlich auferlegte Pflicht, Sicherheitsstandards einzu-
    alten, erfüllen und die Kosten die Steuerlast über-
    teigen. Ich frage Sie in Ihrer Funktion als Rechtspoliti-
    er, als Juristen, als Parlamentarier: Lassen Sie sich so
    twas allen Ernstes gefallen? Ich kenne Sie eigentlich
    anz anders. Bei Ihnen können selbst die letzten Hinter-
    änkler vor Kraft manchmal nicht mehr laufen.


    (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Die gibt es nicht!)


    wischenrufe werden einfach so hereingeblökt, aber in
    iner solchen Frage sitzen Sie stumm da, genau wie jetzt,


    (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Sollen wir dazwischenrufen oder nicht? Was jetzt?)


    nd lassen sich einfach von der Regierung Ihr höchstes
    echt nehmen. Sie lassen sich kastrieren und sitzen da
    ie die Lämmer.


    (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Vorsicht!)


    ch kann Ihnen nur sagen: Wachen Sie endlich auf und
    ehmen Sie Ihre Verantwortung wahr!





    Christine Lambrecht


    (A) )


    )(B)


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Gerade wir als Rechtspolitiker – der Vorsitzende des
    Rechtsausschusses ist anwesend – haben die Pflicht, alle
    Gesetze auf Rechtmäßigkeit und Verfassungsgemäßheit
    zu überprüfen.


    (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Genau!)


    Diese Möglichkeit wird uns dadurch genommen, dass
    der Verzicht auf Steuern am Parlament vorbei vereinbart
    wurde. Wo leben wir denn?


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Die Überprüfung ist unsere herausragende Pflicht als
    Parlament. Es kann doch nicht wahr sein, dass man sich
    so etwas entziehen lässt. Wachen Sie endlich auf, wer-
    den Sie wieder zu den selbstbewussten Parlamentariern,
    die Sie eigentlich sind.


    (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: RotGrün hat auch einen Vertrag geschlossen! Wo ist da der Unterschied?)


    Lassen Sie sich nicht rasieren. Sie werden sonst viel Zeit
    vor Gerichten verbringen müssen, um solche Vereinba-
    rungen zu vertreten. Das ist sicherlich nicht im Sinne ei-
    ner sinnvollen Haushaltsführung.

    Vielen Dank.


    (Beifall bei der SPD)




Rede von Katrin Dagmar Göring-Eckardt
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Die Kollegin Andrea Voßhoff hat jetzt das Wort für

die CDU/CSU-Fraktion.


(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Andrea Astrid Voßhoff


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Kolle-

    gen! Frau Lambrecht, Sie haben eingangs zum Thema
    Sicherungsverwahrung unter anderem gesagt, dass die
    Koalition unterschiedliche Vorschläge gemacht habe. Ich
    habe im Zuge der Diskussion irgendwo gelesen, dass
    Herr Montag gesagt habe, man habe 2004 der nachträgli-
    chen Sicherungsverwahrung nur zugestimmt, weil sonst
    die Koalition geplatzt wäre. Also, so ganz unstreitig
    dürfte das unter Rot-Grün auch nicht gewesen sein.


    (Christine Lambrecht [SPD]: Bei Ihnen ist es die eigene Partei!)


    Zu dem Thema, das Sie zum Schluss angesprochen
    haben. Die Koalition ist mehr als wach. Nach meinem
    Kenntnisstand gab es auch bei Ihnen damals Nebenver-
    einbarungen. Wenn Sie die jetzt kritisierten Nebenver-
    einbarungen rechtsförmlich zu beanstanden haben, dann
    können Sie das jederzeit gerne tun.


    (Beifall bei der CDU/CSU – Christine Lambrecht [SPD]: Da gab es ein Gesetz!)


    Meine Damen und Herren, mit der ersten Lesung zum
    Einzeletat Justiz steht auch das erste Jahr der christlich-

    l
    t
    g
    s
    R
    n
    c
    a
    k
    g
    t
    v

    p
    d
    d
    a
    s
    f
    m
    w
    S
    i
    s
    M
    a
    g

    v
    R
    p
    s
    M
    d
    C
    K
    W
    F
    k
    R
    r

    l
    s
    l
    E
    n
    p
    A
    d
    F

    g
    r
    v
    R
    S
    t
    s

    (C (D iberalen Rechtspolitik zur Debatte. Im Koalitionsverrag haben wir die Überschrift für unsere Themenfelder enannt: Freiheit und Sicherheit durch Bürgerrechte und tarken Staat. Ich finde, das ist für die Themen der echtspolitik eine sehr gute Überschrift. Dass nach eiem Jahr – um mit der Sprache der Haushälter zu sprehen – Soll und Haben in diesem Bereich noch nicht usgeglichen ist, erwarten Sie auch nicht; das ist gar eine Frage. Wir haben aber schon einiges auf den Weg ebracht, einiges auch schon verabschiedet – die Miniserin hat einiges davon genannt –: EU-Geldgesetz, Diergenzvorlage. Das wissen Sie. Auch wenn das nicht unbedingt ein typisches rechtsolitisches Thema ist, möchte ich hier doch erwähnen, ass sich der Gesetzentwurf zur SED-Opfer-Pension in er parlamentarischen Beratung befindet. Die wird bald bgeschlossen sein. Ich sagte bereits, dass das kein typiches rechtspolitisches Thema ist. Es ist uns zur Federührung zugewiesen worden. Ich finde aber schon, dass an das im Jahr 20 nach der Wiedervereinigung hier erähnen darf. Es geht dabei um die Verbesserung der ED-Opfer-Bezüge. Daran arbeiten wir. Wir treffen uns n einer großen Berichterstatterrunde des Rechtsauschusses. Ich hoffe dabei auf Ihre aktive und intensive ithilfe. Ich denke, im Jahr 20 nach der Wende darf man uch beim Thema Rechtspolitik erwähnen, dass dies ein utes und sinnvolles Unterfangen ist. Zu den umfangreicheren rechtspolitischen Gesetzesorhaben gehört – die Ministerin hat es erwähnt – die eform des Insolvenzrechts. Schon vor der Sommerause wurde ein Diskussionsentwurf des BMJ dazu verandt. Unabhängig von den Detailproblemen, auf die die inisterin hingewiesen hat, wurde er in der Fachwelt urchaus sehr positiv bewertet. Wir wollen damit die hancen für die Sanierung von Unternehmen in der rise verbessern. Die Bundeskanzlerin hat formuliert: ir wollen, dass Deutschland stärker aus der schwersten inanzund Wirtschaftskrise seit 80 Jahren herausommt, als es vorher war. Die christlich-liberalen echtspolitiker werden mit der Reform des Insolvenz echts dazu einen guten Beitrag leisten. In diesem Zusammenhang muss man selbstverständich auch das vom Kabinett beschlossene Bankenretrukturierungsgesetz nennen. Wir wollen sicherstelen, dass Bankinstitute weit unterhalb der Schwelle der nteignung in einem geordneten Verfahren frühzeitig saiert werden können. Hier werden Finanzund Rechtsolitiker der Koalition sehr intensiv zusammenarbeiten. uch das ist eine rechtsund finanzpolitische Antwort er christlich-liberalen Koalition auf die Bankenund inanzkrise. Frau Kollegin Lambrecht, Sie erwähnten die Neureelung des Sorgerechts für nichteheliche Kinder. Es ist ichtig, dass der EGMR, kürzlich aber auch das Bundeserfassungsgericht uns dazu aufgefordert haben, die echte der Väter auf den Erwerb der gemeinschaftlichen orge zu stärken. Das werden wir auch tun. Es ist rich ig, dass unterschiedliche Modelle in der Diskussion ind. Auch Sie wissen, dass die Diskussion darüber nicht Andrea Astrid Voßhoff )


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)





    )(B)

    einfach ist. Sie können aber sicher sein, dass wir in ab-
    sehbarer Zeit einen guten Vorschlag vorlegen werden,
    über den wir dann gemeinsam diskutieren können. Viel-
    leicht können wir dann auch Sie davon überzeugen.

    Ein sehr wichtiges Unterfangen, der Gesetzentwurf
    bezüglich der Entschädigung bei überlangen Gerichts-
    verfahren, ist von der Ministerin schon genannt worden.

    Wir werden in Kürze aber auch eine Verschärfung der
    Strafbarkeitsvorschriften in Bezug auf Gewalt gegen
    Polizeibeamte auf den Weg bringen. Polizeibeamte,
    aber auch Rettungskräfte sehen sich bei ihrer Arbeit im-
    mer dreisteren Angriffen Dritter ausgesetzt, auf die eine
    angemessene Reaktion des Staates erforderlich ist. Die
    Union steht hier an der Seite der Polizeibeamten, die tag-
    täglich ihre Gesundheit für uns alle riskieren, und wird
    dafür sorgen, dass der Staat einen angemessenen Schutz
    bereitstellt.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)


    Zwei weitere Punkte hat die Ministerin genannt: Stär-
    kung des Vertrauensverhältnisses zu Rechtsanwälten und
    den Gesetzentwurf zur Stärkung der Pressefreiheit im
    Straf- und Strafprozessrecht. Auch das muss man nen-
    nen.

    Dann kommen wir zu dem Thema, das die Debatte
    heute logischerweise beherrschen muss – das ist gar
    keine Frage –, weil es eines der schwierigsten rechtspoli-
    tischen Themen überhaupt ist, zur Frage der Neuord-
    nung der Sicherungsverwahrung. Es ist überhaupt
    keine Frage, dass das bei uns oben auf der Tagesordnung
    steht. Wir wissen, dass wir durch die Entscheidung des
    EGMR zum Handeln gezwungen sind. Ich habe es ein-
    gangs gesagt: Rot-Grün hat die nachträgliche Siche-
    rungsverwahrung eingeführt, die heute zur Diskussion
    und zur Disposition steht. Heute ist schon deutlich ge-
    worden, dass mit dem Lösungsansatz, mit den Eckpunk-
    ten, die seitens des BMJ und des BMI erarbeitet wurden
    – Konzentration der primären, Ausbau der vorbehalte-
    nen, aber auch der im Detail sicherlich noch zu diskutie-
    rende Vorschläge zur Regelung der sogenannten Alt- oder
    Parallelfälle –, eine gute Regelung auf den Weg gebracht
    wurde. Ich hoffe – das ist wichtig und notwendig –, dass
    der Gesetzentwurf möglichst bald vorliegt. Dann können
    wir im Detail darüber diskutieren, was erforderlich ist
    und was nicht.

    Weil Sie es vorhin erwähnt haben, darf ich in diesem
    Zusammenhang sagen, dass die Ausgestaltung natürlich
    schwierig ist: Aber um was geht es dabei? Sie, meine
    Damen und Herren von der SPD und den Grünen, haben
    die nachträgliche Sicherungsverwahrung damals be-
    schlossen, weil vier oder fünf Straftäter, bei denen nach-
    weislich klar war, dass sie nicht auf freien Fuß gesetzt
    werden durften, drohten freizukommen. Das war das
    Motiv, warum Sie das damals gemacht haben. Im Zuge
    der EGMR-Entscheidung – das wissen Sie – steht theo-
    retisch in über 70 Fällen die Freilassung an. Deshalb war
    es gerade für uns als Union in der Diskussion in der
    Sommerpause wichtig, zu fragen: Was können wir an
    dieser Stelle tun, um dem Schutz der Bevölkerung ge-
    recht zu werden? Der Rechtsstaat verliert an Akzeptanz;

    d
    n
    f
    w


    b
    R
    A
    m

    n
    f
    d
    v
    K
    w
    r
    w
    n
    B
    v
    g

    d
    h

    t
    d
    K
    n
    V
    a
    d
    b
    F
    B
    l
    D
    c
    w
    r
    E
    u
    n

    s
    i
    s
    d
    s
    r
    w

    (C (D enn die Bürger auf der Straße fragen uns. Sie verstehen icht, was das soll, dass jemand, der nach wie vor als geährlich gilt, rund um die Uhr von 20 Polizisten überacht werden muss. (Christine Lambrecht [SPD]: Dann tun Sie etwas! Was?)


    Ja, natürlich, wir sind dabei; das haben Sie vorhin mit-
    ekommen. – Der Bürger verliert das Vertrauen in den
    echtsstaat, wenn wir nicht zumindest versuchen, eine
    ntwort zu finden. Die Union kämpft da um jeden Milli-
    eter.


    (Christine Lambrecht [SPD]: Nur die Union?)


    Deshalb haben wir – lassen Sie mich doch ausreden –
    icht nur diese Diskussion innerhalb der Koalition ge-
    ührt, sondern wir haben auch – da danke ich ganz aus-
    rücklich nicht nur dem Innenminister de Maizière, der
    orhin da war, sondern auch der Justizministerin – einen
    ompromiss gefunden, der diesem Anspruch gerecht
    erden kann. Mit dem Entwurf eines Gesetzes zur The-

    apierung und Unterbringung psychisch gestörter Ge-
    alttäter möchten wir das Problem, das ich vorhin ge-
    annt habe, in den Griff bekommen. Das ist eine gute
    eratungsgrundlage. Ich sagte es: Das Gesetzgebungs-
    erfahren muss jetzt laufen; der Gesetzentwurf muss ein-
    ebracht werden. Wir müssen sehen, dass wir ihn zügig
    ich hoffe, noch in diesem Jahr – verabschieden. Ich
    enke, das Thema wird uns hier in diesem Hause noch
    äufiger beschäftigen.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)


    Ich möchte noch zwei Punkte ansprechen; die Minis-
    erin hat sie genannt. Dies muss man hier ansprechen
    ürfen. Für uns als Union – ich denke, wir werden in der
    oalition einen Weg finden, auch wenn er vielleicht
    icht ganz einfach ist – ist es wichtig, dass das Thema
    orratsdatenspeicherung sobald als möglich wieder
    uf die Tagesordnung kommt. Wir wissen, dass es auf
    er europäischen Ebene einen Evaluierungsbericht ge-
    en soll. Gleichwohl ist das für uns von Bedeutung. Die
    rage muss angegangen werden. Nach dem Urteil des
    undesverfassungsgerichts ist dieses wichtige Ermitt-

    ungsinstrument in Deutschland nicht mehr verfügbar.
    as Verfassungsgericht hat klar gesagt, dass eine Spei-

    herung von Verbindungsdaten nicht per se verfassungs-
    idrig ist. Das wissen Sie; wir haben die Diskussion da-

    über schon häufig geführt. Außerdem müssen wir die
    U-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung umsetzen,
    nd zwar schon seit September 2007 bzw. für die Inter-
    etdaten seit März 2009.

    In diesem Zusammenhang – auch das ist vorhin ange-
    prochen worden – möchte ich betonen, dass die Fragen
    m Zusammenhang mit dem Zugangserschwerungsge-
    etz geklärt werden müssen, Stichwort „Darstellung kin-
    erpornografischer Abbildungen im Internet – Löschen
    tatt Sperren“. Ja, wir haben in der Koalitionsvereinba-
    ung eine Regelung getroffen. Auf dieser Grundlage
    erden wir hoffentlich gemeinsam eine Lösung finden.

    (A)






    Andrea Astrid Voßhoff


    (A) )


    )(B)

    Frau Ministerin, Sie haben vorhin auf die Daten hinge-
    wiesen. Ich kenne unterschiedliche Daten und Informa-
    tionen, zum Beispiel einen Artikel aus der Frankfurter
    Allgemeinen Zeitung vom 3. September 2010, in dem steht,
    dass die Internetwirtschaft sich korrigieren muss, weil es
    mit dem Löschen nicht so funktioniert wie gedacht. Das
    Kriminalwissenschaftliche Institut der Leibniz-Universi-
    tät Hannover hat veröffentlicht, dass 170 000 bis 180 000
    sicher zugeordnete kinderpornografische Bilder in der
    Datenbank des BKA vorhanden sind. Die Dunkelziffer
    dessen, was im Internet ersichtlich ist, ist enorm groß.

    Ich denke, dass wir an dieser Stelle zu einer Lösung
    kommen müssen. Wir dürfen uns, wie ich meine, dem
    Thema Sperren nicht in Gänze verschließen.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Wir werden aber in dieser Frage weiter miteinander ver-
    handeln. Wir haben einen Koalitionsvertrag. Uns Rechts-
    politikern ist das ein Anliegen, weil es unerträglich ist,
    diesen Schund im Internet sehen zu müssen. Wir sollten
    im Interesse unserer Kinder alles daransetzen, etwas da-
    gegen zu tun. Je eher wir löschen können, umso besser.
    Aber wenn es technische Probleme gibt, kann man schon
    einmal sozusagen den Vorhang zuziehen, bis gelöscht
    werden kann. Deshalb ist es der Union ein Anliegen – wir
    sind dabei, auch wenn es nicht ganz einfach ist –, dass wir
    dort gemeinsam einen Weg finden.

    In diesem Zusammenhang stehen viele Themen an.
    Ich hätte noch einige nennen können, zum Beispiel das
    Mietrecht; die Kollegin Lambrecht hat es angesprochen.
    Seien Sie gewiss, dass Sie demnächst von uns einen gu-
    ten Vorschlag auch zum Thema Mietnomaden bekom-
    men. Wir werden im Rechtsausschuss viel zu debattieren
    und zu diskutieren haben. Ich fordere Sie als Opposition
    auf, sich daran aktiv zu beteiligen – ich weiß, Sie werden
    es tun –, und wenn es auch noch konstruktiv erfolgt,
    würde uns das als Rechtspolitiker der christlich-liberalen
    Koalition sehr freuen.

    Vielen Dank.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)