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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/57 Priska Hinz (Herborn) (BÜNDNIS 90/ Finanzplan des Bundes 2010 bis 2014 (Drucksache 17/2501) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Carsten Schneider (Erfurt) (SPD) . . . . . . . . . . Dr. Michael Meister (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . Otto Fricke (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Carsten Schneider (Erfurt) (SPD) . . . . . . . Alexander Bonde (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Otto Fricke (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ulrike Flach (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Kretschmer (CDU/CSU) . . . . . . . . . Klaus Hagemann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Patrick Meinhardt (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Petra Sitte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Kai Gehring (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Albert Rupprecht (Weiden) (CDU/CSU) . . . . Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD) . . . . . . . . . Eckhardt Rehberg (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 5907 B 5907 D 5917 A 5920 B 5923 B 5925 B 5926 A 5927 C 5928 D 5944 D 5945 C 5946 B 5948 A 5950 A 5951 A 5952 B 5953 D 5955 C 5957 B Deutscher B Stenografisch 57. Sitz Berlin, Dienstag, den 1 I n h a l Glückwünsche zum Geburtstag der Abgeord- neten Dr. h. c. Jürgen Koppelin, Herbert Frankenhauser, Ernst-Reinhard Beck (Reut- lingen), Klaus Breil, Josef Göppel und Manfred Zöllmer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Begrüßung des neuen Abgeordneten Bernd Siebert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 1: a) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2011 (Haushalts- gesetz 2011) (Drucksache 17/2500) . . . . . . . . . . . . . . . . b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: D N D D U D 5907 A 5907 B 5907 B Stefan Müller (Erlangen) (CDU/CSU) . . . . . . Nicolette Kressl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5930 C 5932 A undestag er Bericht ung 4. September 2010 t : Norbert Barthle (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . r. Volker Wissing (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . orbert Barthle (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 30 Bundesministerium für Bildung und For- schung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Annette Schavan, Bundesministerin BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . agmar Ziegler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . lrike Flach (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Rosemarie Hein (DIE LINKE) . . . . . . . . 5932 D 5934 C 5935 D 5938 A 5938 A 5940 B 5941 C 5943 B Dr. Petra Sitte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Eckhardt Rehberg (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 5958 D 5959 B II Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 57. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 14. September 2010 Einzelplan 15 Bundesministerium für Gesundheit . . . Dr. Philipp Rösler, Bundesminister BMG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Karl Lauterbach (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . Daniel Bahr (Münster) (FDP) . . . . . . . . . . . . . Dr. Karl Lauterbach (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . Johannes Singhammer (CDU/CSU) . . . . . . . . Dr. Martina Bunge (DIE LINKE) . . . . . . . . . . Birgitt Bender (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jens Spahn (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Karl Lauterbach (SPD) . . . . . . . . . . . . Ewald Schurer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ulrike Flach (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Harald Weinberg (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Alois Karl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . Bärbel Bas (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Stefanie Vogelsang (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Einzelplan 16 Bundesministerium für Umwelt, Natur- schutz und Reaktorsicherheit . . . . . . . . Dr. Norbert Röttgen, Bundesminister BMU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Matthias Miersch (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Heinz-Peter Haustein (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Marie-Luise Dött (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE) . . . . . Ulrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Kauch (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ulrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Kauch (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dorothée Menzner (DIE LINKE) . . . . . . . . . . B D D B I D H R F P R D U D C N J E R G N A L 5959 A 5959 A 5961 B 5962 D 5963 C 5963 D 5965 D 5966 D 5968 C 5970 B 5971 C 5973 B 5974 C 5976 A 5977 A 5978 C 5979 A 5979 B 5980 D 5983 A 5983 D 5985 C 5986 C 5988 A 5989 A 5990 A 5991 C 5993 A 5993 D 5995 B 5995 C 5995 C ärbel Höhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Kauch (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Norbert Röttgen (CDU/CSU) . . . . . . . Michael Kauch (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . r. Georg Nüßlein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ralph Lenkert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Ulrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Hans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Bärbel Kofler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Maria Flachsbarth (CDU/CSU) . . . . . . ernhard Schulte-Drüggelte (CDU/CSU) . . . Einzelplan 10 Bundesministerium für Ernährung, Land- wirtschaft und Verbraucherschutz . . . . lse Aigner, Bundesministerin BMELV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Wilhelm Priesmeier (SPD) . . . . . . . . . . . . einz-Peter Haustein (FDP) . . . . . . . . . . . . . oland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . riedrich Ostendorff (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . eter Bleser (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . olf Schwanitz (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Erik Schweickert (FDP) . . . . . . . . . . . . . . lrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Erik Schweickert (FDP) . . . . . . . . . . . . . . aren Lay (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . icole Maisch (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ulia Klöckner (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Ulrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . lvira Drobinski-Weiß (SPD) . . . . . . . . . . . . ainer Erdel (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . eorg Schirmbeck (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . ächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage iste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 5996 C 5997 A 5997 C 5998 B 5999 C 6000 A 6001 A 6001 C 6002 A 6002 D 6003 B 6004 D 6006 C 6006 D 6009 A 6010 C 6011 B 6012 C 6014 B 6016 B 6017 D 6019 A 6019 B 6019 C 6021 A 6021 D 6023 B 6023 D 6025 B 6026 A 6027 D 6029 A Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 57. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 14. September 2010 5907 (A) ) )(B) 57. Sitz Berlin, Dienstag, den 1 Beginn: 10.0
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 57. Sitzung. Berlin, Dienstag, den 14. September 2010 6029 (A) (C) (D)(B) Anlage zum Stenografischen Bericht Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Bartol, Sören SPD 14.09.2010 Bernschneider, Florian FDP 14.09.2010 Binder, Karin DIE LINKE 14.09.2010 Oswald, Eduard CDU/CSU 14.09.2010 Dr. Schockenhoff, Andreas CDU/CSU 14.09.2010 Dr. Schui, Herbert DIE LINKE 14.09.2010 Dr. Seifert, Ilja DIE LINKE 14.09.2010 Dr. Steinmeier, Frank- Walter SPD 14.09.2010 Dr. Terpe, Harald BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 14.09.2010 Ulrich, Alexander DIE LINKE 14.09.2010 Weinberg (Hamburg), Marcus CDU/CSU 14.09.2010 Widmann-Mauz, Annette CDU/CSU 14.09.2010 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich 57. Sitzung Berlin, Dienstag, den 14. September 2010 Inhalt: Redetext Anlage zum Stenografischen Bericht
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dr. Gesine Lötzsch


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Vielen Dank, Herr Präsident. – Meine sehr geehrten

    Damen und Herren! Sie, die Mitglieder der Bundesregie-
    rung, haben in Ihrem Amtseid geschworen, dem Land zu
    dienen und Schaden von ihm abzuwenden. Aber genau
    das Gegenteil geschieht. Jüngstes Beispiel: Im Wind-
    schatten der Sarrazin-Debatte werden der Hypo Real Es-
    tate 40 Milliarden Euro neue Bürgschaften in die Hand
    gedrückt. Dass die Bundesregierung kein Interesse daran
    hat, die Finanzkrise aufzuarbeiten, ist inzwischen allge-
    mein bekannt. Aber dass auch die zuständigen Abgeord-
    neten ihre Kontrollaufgaben nicht wahrnehmen, das ist
    mehr als erklärungsbedürftig.

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    (C (D Einzig und allein der Vertreter der Linken im Finanzarktgremium, Roland Claus, hat im Sommer immer ieder Sitzungen des Gremiums gefordert. Dreimal urde abgesagt, und zwar mit der Begründung – die ollte man sich gut merken –: … da die erforderliche indestzahl von drei Mitgliedern, die eine Sitzung wün chen, nicht erreicht wurde. Das heißt, weder Vertreter er Regierungsfraktionen noch der beiden anderen Opositionsfraktionen hatten Zeit und Lust, sich im ommer über die skandalösen Vorgänge bei der HRE zu nformieren. (Alexander Bonde [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist Unfug, und das wissen Sie! Nehmen Sie es zurück, Kollegin!)


    (Beifall bei der LINKEN)


    arum fordern wir als Linke: Endlich ein Ende der Ge-
    eimpolitik dieser Bundesregierung! Denn diese Ge-
    eimpolitik widerspricht den Grundregeln der Demokra-
    ie.


    (Beifall bei der LINKEN – Alexander Bonde [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wenn Sie nicht mit Unwahrheiten eingeleitet hätten, wäre es gut gewesen!)


    Es ist doch absurd, dass die Koalition hier in größter
    elbstzufriedenheit auf die Konjunktur schaut und die
    DP schon wieder Steuersenkungen verspricht. Die
    irtschafts- und Finanzkrise hat riesige Löcher in die

    aushalte des Bundes und der Länder gerissen, sodass
    chulen nicht saniert, Kitas nicht gebaut, Straßen nicht
    epariert und Bibliotheken geschlossen werden. Das ist
    as Gegenteil von Generationengerechtigkeit und Nach-
    altigkeit.


    (Beifall bei der LINKEN – Norbert Barthle [CDU/CSU]: Das ist nur da so, wo Die Linke regiert!)


    Der größte Skandal ist allerdings, dass diese Regie-
    ung die Haushaltslöcher wieder nicht mit dem Geld der
    anker und Spekulanten stopfen will, sondern mit dem
    eld der normalen Steuerzahler. Ich kann Ihnen das
    anz einfach erklären: Schaut man sich den Haushalt an,
    tellt man fest, dass er in zwei Teile zerfällt, in einen
    obbyteil und in einen Kürzungsteil. Wenn Sie, Herr
    chäuble, hier die Einschnitte für Empfänger von Ar-
    eitslosengeld mit dem Lohnabstandsgebot begründen
    ollen, dann kann ich Ihnen nur sagen: Es gibt ein ande-

    es, viel besseres Mittel: Führen Sie endlich den gesetzli-
    hen Mindestlohn in Deutschland ein! Dann haben wir
    uch keine Diskussionen mehr über das sogenannte
    ohnabstandsgebot.


    (Beifall bei der LINKEN – Norbert Barthle [CDU/CSU]: Das löst Grundproblem nicht, Frau Kollegin, das wissen auch Sie!)


    Ich werde Ihnen einige Beispiele zu den Kürzungen
    ennen, damit Sie in aller Deutlichkeit hören, was Sie in
    en Haushalt geschrieben haben. Nach Ihren Planungen
    uss zum Beispiel eine alleinerziehende Mutter mit ei-

    em Kind mit Einkommenseinbußen von bis zu
    2 Prozent rechnen. Stellen Sie sich einmal vor, Herr





    Dr. Gesine Lötzsch


    (A) )


    )(B)

    Ackermann müsste auf 32 Prozent seines Einkommens
    verzichten. Jede Regierung, die das vorschlagen würde,
    würde mit Großanzeigen aus dem Amt gefegt werden.
    Wir sind ja in unseren Forderungen bescheidener. Wir
    fordern nur eine fünfprozentige Vermögensabgabe für
    Millionäre, und zur Finanzierung der Krisenkosten for-
    dern wir außerdem eine Finanztransaktionsteuer und
    eine Bankenabgabe. Die Bundesregierung hat es zwei
    Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise immer noch
    nicht geschafft, die Banken und Spekulanten zur Kasse
    zu bitten. Ich denke, eigentlich wollen Sie das nicht. Wir
    haben da eine andere Auffassung: Die Verursacher der
    Krise müssen zur Kasse gebeten werden und nicht die
    normalen Menschen.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Wir sehen ja, dass diejenigen die Krise bezahlen sol-
    len und müssen, die noch nie am Tisch der Bundeskanz-
    lerin gesessen haben und dort auch nie sitzen werden.
    Das Elterngeld für Arbeitslose soll ersatzlos gestrichen
    werden. Der befristete Zuschlag für Arbeitslosengeld-II-
    Empfänger soll genauso ersatzlos wegfallen wie die
    Rentenversicherungsbeiträge für Langzeitarbeitslose.
    Die Forderung, den Heizkostenzuschuss für Wohngeld-
    empfänger auf die Streichliste zu setzen, ist nach dem
    letzten langen, harten Winter besonders zynisch und
    zeigt Ihre Politik in aller Deutlichkeit. Dieser stellen wir
    uns entgegen.


    (Beifall bei der LINKEN – Lothar Binding [Heidelberg] [SPD]: Christlich!)


    Um die Zahlen einmal ein bisschen ins Verhältnis zu
    setzen: In der Summe sind das knapp 2,6 Milliarden
    Euro, die die sogenannte christlich-liberale Koalition
    den Menschen nimmt, die nun wirklich keine Schuld an
    der Finanzkrise tragen. Ich setze eine andere Zahl dage-
    gen: Allein die Commerzbank bekam von der Bundesre-
    gierung in Form von verschiedenen Unterstützungsmaß-
    nahmen das Zehnfache der genannten Kürzungssumme.
    Das ist eine Schieflage, die wir nicht lange hinnehmen
    können. Darum fordern wir als Linke die Rücknahme
    aller Sozialkürzungen und endlich eine Aufstockung
    des Arbeitslosengeld-II-Satzes, zuallererst für Kinder, so
    wie es das Bundesverfassungsgericht vorgeschrieben
    hat.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Ich komme jetzt zum Lobbyteil des Haushaltes.


    (Lachen bei Abgeordneten der FDP – Dr. Dagmar Enkelmann [DIE LINKE]: Da werden Sie munter, ja?)


    Dieser Lobbyteil des Haushaltes besteht aus Luftbu-
    chungen. Eingeplant ist eine Summe in Höhe von
    2,3 Milliarden Euro für die Kernbrennstoffsteuer. Ich
    sage Ihnen: Das ist eine Luftbuchung. Eingeplant haben
    Sie eine Energiesteuer für stromfressende Industrie.
    Auch das ist eine Luftbuchung. Sie haben eine Finanz-
    transaktionsteuer eingeplant. Auch diese wird nicht um-
    gesetzt werden. Das ist nach einem Jahr so gut wie ge-
    wiss. Das alles sind Luftbuchungen. Der Finanzminister
    hat gegen die Lobby verloren. Ich habe allerdings den

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    (C (D indruck, er hat nicht einmal wirklich gekämpft. In dieem Land regiert die Lobby; nicht die Regierung oder as Parlament bestimmen. Diesen Zustand müssen wir m Sinne der Demokratie endlich beenden. Doch darüber wollen Sie von der Regierung nicht erne diskutieren. Sie palavern lieber über die Entmünigung armer Kinder und ihrer Eltern. Ich finde, die Disussion über die Chipkarten ist mehr als zynisch. Ich age Ihnen: Alle Kinder in diesem Land könnten ein Muikinstrument lernen, in einem Sportverein Flickflack ernen oder Wasserball spielen, wenn die Bundesregieung die Kommunen nicht systematisch aushungern lasen würde. Wenn wir eine Bankenabgabe nach dem bama-Modell in Deutschland einführen würden, hätten ir jährlich 12 Milliarden Euro mehr in der Kasse, die ir den Kommunen zur Verfügung stellen könnten. Das äre doch ein guter Vorschlag. Viele, die hier gern für ie Kommunen sprechen, könnten dem doch sofort zutimmen. (Beifall bei der LINKEN – Norbert Barthle [CDU/ CSU]: Das war jetzt ein Flickflack!)


    (Beifall bei der LINKEN)


    Das Haushaltsprinzip dieser Regierung lautet: Vor
    en Lobbys einknicken, nach oben katzbuckeln und
    ach unten treten. Für diese Politik sind Sie nicht beauf-
    ragt. Wir als Linke werden dieses Prinzip niemals ak-
    eptieren.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Die Linke will aber nicht nur die Krisenverursacher
    ur Kasse bitten, sondern wir sehen auch große Einspar-
    otenziale im Haushaltsentwurf der Bundesregierung.

    Ich komme zu einem Beispiel. Der Verteidigungsmi-
    ister hat eine Bundeswehrreform vorgeschlagen, die
    achweislich kein Geld spart, dafür aber – das bitte ich
    enauer zu beachten – klar regelt, wer in Zukunft auf
    en Schlachtfeldern sterben soll. Herr zu Guttenberg
    ill aus der Bundeswehr eine Freiwilligenarmee ma-

    hen, um angeblich die Wehrungerechtigkeit zu beseiti-
    en. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Bundeswehr
    ird zu einer Hartz-IV-Armee umgebaut. Wer sich Stu-
    iengebühren leisten kann, der darf studieren. Wer ar-
    eitslos ist, darf weltweit sein Leben aufs Spiel setzen.
    as ist ein Verständnis von Wehrgerechtigkeit, das wir
    icht teilen, meine Damen und Herren.


    (Beifall bei der LINKEN – Zuruf von der CDU/CSU: Das ist ungeheuerlich! – Thomas Oppermann [SPD]: Schlichter geht es nun wirklich nicht! Sieht Herr Ernst das auch so?)


    Richtig Geld sparen kann man nur, wenn man die gro-
    en Rüstungsprojekte streicht. Beispiele haben wir im-
    er wieder vorgetragen, und immer mehr Menschen

    timmen dem auch zu. Ich denke an den Eurofighter, den
    ransporter A400M und an das völlig überalterte und
    icht funktionierende Raketensystem MEADS. Außer-
    em denken wir natürlich auch an den milliardenschwe-
    en Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan.





    Dr. Gesine Lötzsch


    (A) )


    )(B)

    Meine Damen und Herren, dieses Geld wäre als Ent-
    wicklungshilfe besser angelegt. Doch genau da wollen
    Sie merkwürdigerweise streichen. Sie wollen Geld zur
    Bekämpfung von HIV/Aids und Malaria streichen. Das
    ist zynisch. Das ist keine Hilfe. Das ist eine Beleidigung
    der Menschen.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Fazit. Diese Regierung wird immer mehr von mächti-
    gen Lobbyisten der Atom-, Rüstungs- und Pharmaindus-
    trie gesteuert. Augenscheinlich sind Sie auch noch stolz
    darauf. Sie haben jedes Gefühl für die Menschen und die
    Beziehungen zu ihnen verloren. Diese Regierung setzt
    nicht darauf, gemeinsam mit dem Großteil der Bevölke-
    rung etwas zu erreichen und zu verbessern, sondern sie
    setzt auf Ausgrenzung und auf die Privilegierung einer
    Handvoll von Superreichen. Das – damit komme ich
    zum Anfang zurück – widerspricht eklatant dem Amts-
    eid, den Sie alle vor dem deutschen Parlament geschwo-
    ren haben. Erfüllen Sie Ihren Eid, und brechen Sie ihn
    nicht, meine Damen und Herren!


    (Anhaltender Beifall bei der LINKEN – Zuruf von der FDP: Bei der Linken ist wieder Karneval!)




Rede von Dr. Norbert Lammert
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)

Das Wort erhält nun der Kollege Otto Fricke für die

FDP-Fraktion.


(Beifall bei der FDP)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Otto Fricke


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (FDP)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)


    Geschätzter Herr Präsident! Meine Damen und Her-

    ren! Eine alte Weisheit lautet: Spare in der Zeit, dann
    hast du in der Not. Wenn wir uns klarmachen, was die
    Aufgabe in diesem Jahr und in den nächsten Jahren ist,
    dann heißt es: Spare in der Zeit! Denn keiner von uns
    weiß, wie sich das alles in den nächsten Jahren weiter-
    entwickelt. Das ist eine Verantwortung, die wir wahrneh-
    men. Es mag Kritik daran geben – manche eher pole-
    misch vorgetragen –, aber an den Zahlen orientiert ist
    doch das, was wir machen, für zukünftige Generationen
    notwendig.

    Diese Koalition spart. Sie spart auf eine Art und
    Weise, wie es Vorgängerregierungen fast nie gelungen
    ist. Sie stabilisiert, und nur daran kann man Sparen er-
    kennen. Für Sie von der Opposition bedeutet Sparen grö-
    ßere Einnahmen und in der Folge ein geringeres Defizit.
    Für uns bedeutet Sparen einen Verzicht auf Ausgaben.
    Das ist der Unterschied zwischen einer christlich-libera-
    len Koalition und Ihrer Auffassung.


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


    Wie war es denn in der Vergangenheit? Sie haben
    doch immer wieder gesagt: Dafür müssen wir mehr Geld
    haben, dafür müssen wir mehr Geld haben, und dafür
    müssen wir mehr Geld haben. – Was haben Sie am Ende
    machen müssen? Steuern erhöhen, Abgaben erhöhen,
    Beiträge erhöhen. Das war am Ende immer Ihr Ergebnis.
    Sie machen eine Politik – und schlagen diese leider auch
    heute wieder vor –, die besagt: Wir wollen lieber beliebt

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    (C (D ein. Lieber keine Rente mit 67; lieber dafür mehr Geld nd lieber für andere Dinge mehr Geld. Ich sage Ihnen eines: Mit Sparen macht man sich icht beliebt. (Dr. Dietmar Bartsch [DIE LINKE]: 200 Milliarden neue Schulden!)


    it dem Reduzieren von Ausgaben macht man sich
    icht beliebt. Mit dem aber, was Sie machen, macht man
    ich auch nicht beliebt, sondern nur beliebig.


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


    Meine Damen und Herren, wenn der Bürger uns fragt,
    as wir im Haushalt vorhaben, dann geht es doch da-

    um, dass wir für zukünftige Jahre eine klare Planungssi-
    herheit haben, damit die Leute wissen, wohin es geht.
    s geht uns darum – das ist uns allen ja passiert; davon
    ann sich keiner freisprechen –, dass eine Finanz- und
    irtschaftskrise nicht noch einmal so erhebliche Aus-
    irkungen auf den Haushalt hat.

    Auf Folgendes sollten wir noch am meisten stolz sein:
    at die Finanz- und Wirtschaftskrise in dem Maße
    uswirkungen auf unsere Bürger, auf unsere Rentner
    nd unsere Arbeitslosen gehabt, wie dies in anderen
    ändern der Fall gewesen ist? Schauen wir uns das doch
    inmal an. Haben wir die Renten gekürzt, wie dies in an-
    eren Ländern der Fall war? Nein. Ist in unserem Spar-
    aket eine Kürzung der Renten vorgesehen? Nein. Ha-
    en wir bei der Arbeitslosenversicherung gekürzt? Nein,
    ir haben es nicht gemacht. Haben wir die Hartz-IV-
    ätze gekürzt? Nein, wir haben es nicht gemacht. Wer
    ind diejenigen, die die Krise in den vergangenen Jahren
    inanziell getragen haben und in zukünftigen Jahren tra-
    en müssen? Diejenigen, die dafür sorgen, dass der Staat
    innahmen hat: Unsere Steuerzahler, die wir dringend
    rauchen, haben die Kosten dieser Krise zu tragen.

    Weil Sie immer davon reden, dass die Unternehmer
    ichts damit zu tun haben, sage ich Ihnen: Wenn wir
    etzt die Neuverschuldung abbauen, Stück für Stück und
    chritt für Schritt, mit einer klaren Perspektive und auf
    rundlage dessen, was uns die Verfassung vorgibt,
    eine Damen und Herren, dann trägt der Steuerzahler

    inen wesentlichen Teil dazu bei. Der Unternehmer, der
    n der Finanzkrise keine Einnahmen hatte und darum
    angen musste, dass sein Unternehmen diese Krise über-
    ebt, ist derjenige, der durch seine Steuerzahlungen jetzt
    it dafür sorgt, dass für zukünftige Generationen ausrei-

    hend Geld da ist. Das haben Sie aber völlig aus den Au-
    en verloren. Das sehen Sie nicht. Das wollen Sie auch
    icht wahrhaben. Sie wollen den Menschen noch mehr
    eld wegnehmen. Das, was Sie an dieser Stelle tun, ist
    icht verantwortbar.


    (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU – Petra Merkel [Berlin] [SPD]: Wie bitte? Die Mitarbeiter bezahlen das doch! Sie haben das Kurzarbeitergeld gekürzt! Das stimmt doch gar nicht, was Sie da sagen!)


    Warum machen wir das? Der Bürger fragt sich doch:
    üssen die das denn gerade jetzt so machen? Da muss
    an ganz klar sagen: Wir müssen die Verfassung einhal-





    Otto Fricke


    (A) )


    )(B)

    ten. Ich frage einmal in Richtung der Opposition: Wollen
    Sie die Schuldenbremse einhalten oder nicht? Wollen
    Sie das? Sind Sie wirklich fest dazu entschlossen?