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ID1703501500

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/35 weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Rüstungs- exportberichte zeitnah zum Jahresab- rüstungsbericht vorlegen (Drucksache 17/1167) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Guido Westerwelle, Bundesminister AA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Uta Zapf (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Roderich Kiesewetter (CDU/CSU) . . . . . . . . Inge Höger (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . Agnes Malczak (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Elke Hoff (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Rolf Mützenich (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christine Lambrecht (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Christian Ahrendt (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Christine Lambrecht (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Christian Ahrendt (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Jan Korte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . Ansgar Heveling (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Gerold Reichenbach (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Gisela Piltz (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jan Korte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . Gerold Reichenbach (SPD) . . . . . . . . . . . . 3309 B 3309 C 3312 A 3313 C 3315 D 3316 D 3318 D 3319 D 3329 C 3331 B 3332 C 3333 D 3333 D 3334 A 3335 C 3337 C 3339 B 3339 D 3340 D Deutscher B Stenografisc 35. Sit Berlin, Freitag, de I n h a Tagesordnungspunkt 23: a) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Bericht der Bundesregierung zum Stand der Bemühungen um Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbrei- tung sowie über die Entwicklung der Streitkräftepotenziale 2009 (Jahresab- rüstungsbericht 2009) (Drucksache 17/445) . . . . . . . . . . . . . . . . . b) Antrag der Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Deutschland muss deutliche Zeichen für eine Welt frei von Atomwaffen setzen (Drucksache 17/1159) . . . . . . . . . . . . . . . . d) Antrag der Abgeordneten Katja Keul, Dr. Frithjof Schmidt, Kerstin Andreae, 3309 A 3309 B Dr. Reinhard Brandl (CDU/CSU) . . . . . . . . . Jan van Aken (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . Philipp Mißfelder (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . 3321 D 3322 D 3324 A undestag her Bericht zung n 26. März 2010 l t : Jan van Aken (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Philipp Mißfelder (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Erich G. Fritz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 24: Antrag der Abgeordneten Dr. Konstantin von Notz, Wolfgang Wieland, Jerzy Montag, wei- terer Abgeordneter und der Fraktion BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN: Keine Vorratsdaten- speicherungen über den Umweg Europa (Drucksache 17/1168) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Grosse-Brömer (CDU/CSU) . . . . . . 3325 A 3325 C 3325 C 3327 B 3327 B 3328 C Petra Pau (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3342 A 3343 A II Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 35. Sitzung. Berlin, Freitag, den 26. März 2010 Michael Frieser (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Dr. Eva Högl (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Clemens Binninger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Daniel Volk (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Gerhard Schick (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 27: a) Antrag der Abgeordneten Ute Vogt, Ulrich Kelber, Marco Bülow, weiterer Abgeord- 3344 A 3345 C 3347 A 3347 C 3348 B 3366 C 3368 C Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 25: a) Antrag der Fraktion der SPD: Fairness in der Leiharbeit (Drucksache 17/1155) . . . . . . . . . . . . . . . . b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Elfter Bericht der Bundesregierung über Erfahrungen bei der Anwendung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (Drucksache 17/464) . . . . . . . . . . . . . . . . . Anette Kramme (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Ralf Brauksiepe, Parl. Staatssekretär BMAS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jutta Krellmann (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Dr. Heinrich L. Kolb (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Beate Müller-Gemmeke (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Heike Brehmer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Gabriele Hiller-Ohm (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Pascal Kober (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ulrich Lange (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 26: Antrag der Abgeordneten Dr. Barbara Höll, Dr. Axel Troost, Richard Pitterle, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Den Kampf gegen Steuerhinterziehung nicht dem Zufall überlassen (Drucksache 17/1149) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Barbara Höll (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Manfred Kolbe (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Martin Gerster (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3349 C 3350 D 3350 D 3351 A 3352 B 3353 D 3354 D 3355 C 3356 D 3358 C 3359 C 3360 B 3361 C 3361 D 3362 D 3365 A neter und der Fraktion der SPD: Keine Vorbereitungen für die Wiederauf- nahme der Erkundung des Salzstocks in Gorleben bis zum Abschluss der Arbeit des 1. Parlamentarischen Untersu- chungsausschusses (Drucksache 17/1161) . . . . . . . . . . . . . . . b) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung zu dem Antrag der Abgeordneten Ulrich Kelber, Dr. Matthias Miersch, Dorothée Menzner, Sylvia Kotting-Uhl und weiterer Abgeordneter: Einsetzung eines Untersuchungsaus- schusses (Drucksachen 17/888 (neu), 17/1250) . . . Ute Vogt (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Maria Flachsbarth (CDU/CSU) . . . . . . . . Ulrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Dorothée Menzner (DIE LINKE) . . . . . . . . . Angelika Brunkhorst (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Eckhard Pols (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Sebastian Edathy (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Reinhard Grindel (CDU/CSU) . . . . . . . . . Marco Buschmann (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . Anlage 2 Amtliche Mitteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3369 A 3369 A 3369 B 3370 B 3371 C 3372 C 3373 B 3374 B 3375 B 3377 A 3377 D 3379 C 3380 D 3381 A 3382 C Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 35. Sitzung. Berlin, Freitag, den 26. März 2010 3309 (A) (C) (D)(B) 35. Sit Berlin, Freitag, de Beginn: 9
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 35. Sitzung. Berlin, Freitag, den 26. März 2010 3381 (A) (C) (D)(B) DIE GRÜNEN Weinberg, Marcus CDU/CSU 26.03.2010 Dr. Hein, Rosemarie DIE LINKE 26.03.2010 Hempelmann, Rolf SPD 26.03.2010 Höfken, Ulrike BÜNDNIS 90/ 26.03.2010 Volkmar Wagner, Daniela BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26.03.2010 Anlage 1 Liste der entschuldi Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Alpers, Agnes DIE LINKE 26.03.2010 Barchmann, Heinz- Joachim SPD 26.03.2010 Bernschneider, Florian FDP 26.03.2010 Burchardt, Ulla SPD 26.03.2010 Burkert, Martin SPD 26.03.2010 Canel, Sylvia FDP 26.03.2010 Dr. Danckert, Peter SPD 26.03.2010 Drobinski-Weiß, Elvira SPD 26.03.2010 Duin, Garrelt SPD 26.03.2010 Erdel, Rainer FDP 26.03.2010 Ernstberger, Petra SPD 26.03.2010* Freitag, Dagmar SPD 26.03.2010 Friedhoff, Paul K. FDP 26.03.2010 Gabriel, Sigmar SPD 26.03.2010 Dr. Geisen, Edmund Peter FDP 26.03.2010 Dr. Gerhardt, Wolfgang FDP 26.03.2010* Golombeck, Heinz FDP 26.03.2010 Golze, Diana DIE LINKE 26.03.2010 Göring-Eckardt, Katrin BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26.03.2010 Gottschalck, Ulrike SPD 26.03.2010 Götz, Peter CDU/CSU 26.03.2010 Groschek, Michael SPD 26.03.2010 Groth, Annette DIE LINKE 26.03.2010 Anlagen zum Stenografischen Bericht gten Abgeordneten Keul, Katja BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26.03.2010 Krischer, Oliver BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26.03.2010 Krüger-Leißner, Angelika SPD 26.03.2010* Krumwiede, Agnes BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26.03.2010 Kunert, Katrin DIE LINKE 26.03.2010 Dr. Lehmer, Max CDU/CSU 26.03.2010 Dr. de Maizière, Thomas CDU/CSU 26.03.2010 Dr. Merkel, Angela CDU/CSU 26.03.2010 Nietan, Dietmar SPD 26.03.2010 Özoğuz, Aydan SPD 26.03.2010 Pflug, Johannes SPD 26.03.2010 Pitterle, Richard DIE LINKE 26.03.2010 Remmers, Ingrid DIE LINKE 26.03.2010 Rix, Sönke SPD 26.03.2010 Roth (Esslingen), Karin SPD 26.03.2010 Dr. Schavan, Annette CDU/CSU 26.03.2010 Scheelen, Bernd SPD 26.03.2010 Dr. Schwanholz, Martin SPD 26.03.2010 Silberhorn, Thomas CDU/CSU 26.03.2010* Dr. Steffel, Frank CDU/CSU 26.03.2010 Thiele, Carl-Ludwig FDP 26.03.2010 Ulrich, Alexander DIE LINKE 26.03.2010* Vogel (Kleinsaara), CDU/CSU 26.03.2010 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich (A) (C) (D)(B) * für die Teilnahme an der 122. Jahreskonferenz der Interparlamenta- rischen Union Anlage 2 Amtliche Mitteilung Die Fraktion der SPD hat mitgeteilt, dass sie den An- trag EU-Beitrittsgesuch Islands unterstützen und ver- antwortungsvoll begleiten auf Drucksache 17/1163 zu- rückzieht. Werner, Katrin DIE LINKE 26.03.2010 Wieczorek-Zeul, Heidemarie SPD 26.03.2010 Winkler, Josef Philip BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 26.03.2010* Zimmermann, Sabine DIE LINKE 26.03.2010 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Offsetdruc sellschaft mbH, Postfach 10 05 34, 50445 Kö 3382 Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 35. Sitzung. Berlin, Freitag, den 26. März 2010 kerei, Bessemerstraße 83–91, 1 ln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de 22 35. Sitzung Berlin, Freitag, den 26. März 2010 Inhalt: Redetext Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Anlage 2
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dr. Reinhard Brandl


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CSU)


    Herr Präsident! Verehrte Kolleginnen und Kollegen!

    Abrüstung ist ein langer und ein beschwerlicher Weg. Es
    gibt auf diesem Weg meist nur kleine, oft kaum wahr-
    nehmbare Fortschritte und dazwischen immer wieder
    schmerzhafte Rückschritte. Trotzdem lohnt es sich, die-
    sen Weg zu gehen. Selbst wenn die Ziele aus heutiger
    Sicht manchmal unerreichbar erscheinen, bedeutet schon
    jeder kleine Schritt in die richtige Richtung einen Zuge-
    winn an Sicherheit.

    Der vorliegende Bericht dokumentiert die vielen klei-
    nen Schritte und die großen Anstrengungen der Bundes-





    Dr. Reinhard Brandl


    (A) (C)



    (D)(B)

    regierung für Abrüstung und Rüstungskontrolle im
    vergangenen Jahr 2009. Dafür möchte ich allen Regie-
    rungsorganisationen von ganzem Herzen danken. Ge-
    nauso danken möchte ich aber auch allen Nichtregie-
    rungsorganisationen, die sich im vergangenen Jahr für
    Frieden und Sicherheit in dieser Welt eingesetzt haben.

    Abrüstung und Rüstungskontrolle ist ein Thema, das
    uns auch hier im Deutschen Bundestag fraktionsüber-
    greifend am Herzen liegt. Ich freue mich, dass es uns ge-
    lungen ist, mit einem gemeinsamen Antrag ein deutli-
    ches Signal aus diesem Parlament heraus für eine Welt
    frei von Atomwaffen zu senden. Und das ist ein wichti-
    ges Signal; denn gerade was die Frage der atomaren Ab-
    rüstung angeht, befinden wir uns momentan in einer
    Phase, in der die Weichen für die Zukunft gestellt wer-
    den.

    Präsident Obama – das ist schon mehrfach hier er-
    wähnt worden – hat in seiner wegweisenden Rede am
    5. April letzten Jahres in Prag ein Bekenntnis zum Fern-
    ziel einer atomwaffenfreien Welt abgegeben. Mit der
    Unterstützung der USA ist dieses Ziel ein ganzes Stück
    näher gerückt. Jetzt gilt es, alles daranzusetzen, dass es
    auf dem Weg dorthin Fortschritte und keine Rückschritte
    mehr gibt.

    Ein klarer Rückschritt war das Scheitern der Überprü-
    fungskonferenz für den Nuklearen Nichtverbreitungs-
    vertrag im Jahr 2005. Bei der nun anstehenden Überprü-
    fungskonferenz im Mai brauchen wir endlich einen
    Erfolg für den Atomwaffensperrvertrag.

    Im Moment laufen auch die bilateralen Verhandlun-
    gen zwischen den USA und Russland für ein START-I-
    Nachfolgeabkommen. Ich würde mir wünschen, dass
    von diesen beiden Ländern, die gemeinsam über 90 Pro-
    zent der weltweit verfügbaren Kernwaffen besitzen, mit
    Blick auf die Konferenz im Mai baldmöglichst positive
    Signale ausgehen.


    (Beifall bei der CDU/CSU)


    Positive Signale aus den USA gab es auch, was den
    Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversu-
    chen angeht. Die US-Regierung hat angekündigt, dessen
    Ratifizierung im Senat voranzutreiben. Das würde den
    Druck auf diejenigen Länder, die diesen Vertrag noch
    nicht unterschrieben bzw. ratifiziert haben, weiter erhö-
    hen.

    Aber die besten Verträge nutzen nichts, wenn sie nicht
    eingehalten und überprüft werden. Nehmen wir als Bei-
    spiel Syrien – das wurde heute noch nicht genannt –: Es
    gibt klare Hinweise darauf, dass die von Israel im Jahr
    2007 zerstörte Einrichtung ein noch im Bau befindlicher
    Kernreaktor war. Syrien kooperiert immer noch nicht in
    so genügendem Maße mit der IAEO, dass diese Vor-
    würfe ausgeräumt werden konnten. Wenn die Vorwürfe
    stimmen, dann wäre das ein klarer Verstoß gegen den
    Atomwaffensperrvertrag. Ich weiß nicht, was beunruhi-
    gender ist: die Existenz eines geheimen syrischen Nukle-
    arprogramms an sich oder dass es über Jahre hinweg un-
    entdeckt geblieben ist.
    Den Risiken der Proliferation steht das legitime Inte-
    resse vieler Länder gegenüber, die Kernenergie zur
    Energieversorgung zu nutzen. Ungeachtet der Diskus-
    sion in Deutschland ist die Kernenergie weltweit, aber
    gerade im Nahen Osten und in den dort angrenzenden
    Regionen, auf dem Vormarsch.


    (Ulrich Kelber [SPD]: Mit europäischen Steuergeldern!)


    Waffenfähiges Material kann entweder durch die
    Hochanreicherung von Uran oder in Wiederaufberei-
    tungsanlagen für Plutonium hergestellt werden. Es muss
    deswegen gelingen, den Betrieb solcher Anlagen von
    dem Betrieb von Kernkraftwerken zu trennen. Auch
    Deutschland hat dazu einen Vorschlag eingebracht. Wir
    müssen jetzt international um die Akzeptanz der Multila-
    teralisierung des Nuklearbrennstoffkreislaufs werben.

    Die nukleare Abrüstung ist zwar die wichtigste, aber
    bei weitem nicht die einzige Aufgabe, der wir uns bei
    Abrüstung und Rüstungskontrolle stellen. Der Bericht
    der Bundesregierung listet auch zahlreiche Anstrengun-
    gen im Bereich der konventionellen Abrüstung auf. Ich
    möchte in diesem Bereich vor allem auf die Erfolge bei
    der Ächtung von Streumunition hinweisen, die auf-
    grund von zahlreichen Blindgängern über Jahrzehnte
    hinweg eine Gefahr für die Zivilbevölkerung darstellt.
    Ende 2008 haben wir dazu die sogenannte Oslo-Konven-
    tion als einer der ersten mit unterzeichnet und im Juli
    2009 als elfter Staat auch im Parlament ratifiziert. Im
    Juni 2009 hat die Bundesregierung in Berlin eine Konfe-
    renz zur Zerstörung von Streumunition ausgerichtet.
    Aufgrund der überwältigenden Teilnahme hat sie dem
    Prozess politische Dynamik verliehen und ganz prak-
    tisch Wege zur technisch komplizierten Zerstörung die-
    ser Munition aufgezeigt.

    Das war wieder ein kleiner Schritt. Wir brauchen in
    Zukunft eine Vielzahl solcher Schritte auf dem Weg zu
    mehr Frieden und Sicherheit auf dieser unserer Welt.

    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)




Rede von Dr. Norbert Lammert
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)

Das Wort hat der Kollege van Aken für die Fraktion

Die Linke.


(Beifall bei der LINKEN)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Jan van Aken


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (None)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Her-

    ren! Abrüstung muss doch zu Hause anfangen. Nehmen
    wir die Waffenexporte. Ich finde es grauenhaft, dass
    kein anderes Land in Europa so viel Waffen exportiert
    wie Deutschland. Es ist kein totes Metall, das da ver-
    kauft wird, sondern diese Waffen töten, jeden Tag. In
    praktisch jedem Krieg und in jedem Bürgerkrieg auf der
    Welt werden deutsche Maschinengewehre eingesetzt,
    manchmal auf beiden Seiten. Es ist verlogen, hier über
    Abrüstung zu reden und gleichzeitig für viele Milliarden
    Euro andere Länder aufzurüsten.





    Jan van Aken


    (A) (C)



    (D)(B)


    (Beifall bei der LINKEN – Karin Strenz [CDU/CSU]: Das ist Sicherheitspolitik! – Elke Hoff [FDP]: Haben Sie schon mal was von Verteidigungspolitik gehört?)


    Wenn jemand sagt, an den Waffenexporten hingen
    viele Arbeitsplätze, dann kann ich nur sagen: Wir wollen
    Arbeit schaffen ohne Waffen.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Wir haben noch eine Vision. Wir haben die Vision einer
    Welt, die frei ist von Waffen. Wir haben die Vision einer
    Welt, die frei ist von Atomwaffen und Kriegen.


    (Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Die haben wir auch!)


    Helmut Schmidt soll einmal gesagt haben: Wer Visionen
    hat, soll zum Arzt gehen. – Ich weiß nicht, ob er das
    wirklich ernst gemeint hat; falsch ist es auf jeden Fall.
    Ich sage: Wenn jemand Visionen hat, dann soll er nicht
    zum Arzt gehen, sondern auf die Straße,


    (Beifall bei der LINKEN)


    jetzt zum Ostermarsch und jeden Tag, immer wieder, bis
    wir endlich eine Welt ohne Atomwaffen und frei von
    Kriegen haben.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Damit komme ich zu Ihrem Antrag zur atomaren Ab-
    rüstung. Erst einmal muss ich sagen: Ich finde ihn wirk-
    lich bemerkenswert.


    (Karin Strenz [CDU/CSU]: Ach nein!)


    Ich freue mich ganz aufrichtig, dass auch die CDU/CSU
    jetzt die Forderung nach atomwaffenfreien Zonen unter-
    stützt. Besonders freue ich mich, dass nun alle fünf Frak-
    tionen im Bundestag dafür eintreten, dass endlich die
    letzten US-amerikanischen Atomwaffen aus Deutsch-
    land abgezogen werden.


    (Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Dr. Hermann Ott [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    Aber da Sie selbst regieren, frage ich Sie: Wann?
    Wenn Sie es wirklich wollen, kann das doch innerhalb
    kürzester Zeit passieren. Nennen Sie ein konkretes Da-
    tum: Abzug aller amerikanischen Atombomben noch in
    diesem Jahr. Punkt. Denn Abrüstung kann doch nur
    funktionieren, wenn sie ganz konkret und ganz verbind-
    lich ist.

    Einiges in dem Antrag finde ich gut, sogar sehr gut;
    anderes finde ich aber eher bedenklich. Sie wollen im-
    mer noch nicht auf den Ersteinsatz von Atomwaffen
    verzichten. Wie kann das zusammengehen, wenn Sie ei-
    nerseits eine atomwaffenfreie Welt fordern und anderer-
    seits immer noch daran festhalten, anderen Ländern mit
    dem Ersteinsatz von Atomwaffen zu drohen? Das passt
    nicht zusammen.

    In einem Punkt hat sich ein richtig kapitaler Fehler in
    den Antrag eingeschlichen. Da kann ich nur sagen: Hät-
    ten Sie mal mit uns geredet! Wir haben vor fünf Mona-
    ten den ersten Antrag zur atomaren Abrüstung einge-
    bracht. Dann haben Sie von den anderen vier Fraktionen
    sich zusammengesetzt, ohne mit uns zu reden. Ich finde
    das ziemlich kleinkariert, aber das ist Ihr gutes Recht.
    Wenn ich jetzt diesen peinlichen Fehler in dem Antrag
    sehe, muss ich sagen: Ein bisschen mehr Expertise hätte
    Ihnen gutgetan.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Wenn ich den Antrag genau lese, komme ich zu dem
    Schluss, dass Sie darin den engsten Verbündeten der
    Bundesrepublik – England, Frankreich und den USA –
    mit Sanktionen drohen. Dazu muss man eines wissen
    – Herr Westerwelle hat es vorhin erklärt –: Der Atom-
    waffensperrvertrag kennt zwei Ländergruppen. Die ei-
    nen haben Atomwaffen; die anderen haben keine Atom-
    waffen. Die einen haben sich verpflichtet, abzurüsten;
    die anderen haben sich verpflichtet, überhaupt keine
    Atomwaffen zu erwerben.

    Es gibt fünf Länder, von denen wir ganz sicher wis-
    sen, dass sie ihre Verpflichtungen nach dem Atomwaf-
    fensperrvertrag nicht erfüllt haben. Das sind die fünf of-
    fiziellen Atomwaffenstaaten China, Russland, England,
    Frankreich und die USA. Seit Jahren tun sie nichts, aber
    auch gar nichts für die atomare Abrüstung. Alle Exper-
    ten in der Welt sind sich einig, dass das eine gravierende
    Verletzung des Atomwaffensperrvertrages ist.

    Jetzt fordern Sie in Ihrem Antrag unter der Nr. 10
    Sanktionen gegen alle Länder, die den Atomwaffen-
    sperrvertrag verletzt haben.


    (Uta Zapf [SPD]: Ach Kerlchen! – Heiterkeit bei der FDP)


    Ich weiß nicht, wie das in London, Paris und Washington
    aufgenommen wird.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Sie werden natürlich sagen: Die sind gar nicht ge-
    meint. Wir meinen nur die Länder, die noch gar keine
    Atomwaffen haben, die erst welche erwerben wollen. –
    Dazu muss ich Ihnen sagen: Diesen Unterschied kennt
    das Völkerrecht nicht. Vor dem Völkerrecht sind alle
    Verpflichtungen gleich. Danach haben die Atomwaffen-
    staaten nun einmal die Verpflichtung, abzurüsten, und
    die haben sie gebrochen.

    Das ist auch der Grund dafür, dass wir diesem Antrag
    – ich muss sagen: leider – nicht zustimmen können.


    (Zurufe von der CDU/CSU und der FDP: Och!)


    Ich hätte es gern gesehen, dass wir als gesamter Bundes-
    tag diesem Antrag zustimmen. Aber mit diesem Punkt
    zu den Sanktionen geht das nicht.

    Sie meinen mit den Sanktionen natürlich den Iran.
    Ich sage Ihnen: Da gehen Sie einen ganz gefährlichen
    Weg. Wer jetzt immer mehr Sanktionen gegen den Iran
    fordert, der kommt in eine Eskalation, die er nicht mehr
    stoppen kann. Das Ganze erinnert mich fatal an das Jahr
    2002. Damals wurden die Drohungen gegen den Irak
    immer mehr verschärft, und am Ende hatten wir einen
    Krieg, den keiner hier mehr stoppen konnte. Ich sage Ih-





    Jan van Aken


    (A) (C)



    (D)(B)

    nen als jemand, der jahrelang auf dem Gebiet der Abrüs-
    tung gearbeitet hat, auch bei den Vereinten Nationen:
    Hören Sie auf, mit Sanktionen zu drohen, und kehren Sie
    an den Verhandlungstisch zurück!


    (Beifall bei der LINKEN)


    Eine atomwaffenfreie Welt werden Sie nie, aber auch nie
    mit Sanktionen und Drohungen durchsetzen, sondern
    nur mit Verhandlungen.

    Ich bedanke mich.


    (Beifall bei der LINKEN)