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ID1703101700

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/31 2010 (Haushaltsgesetz 2010) (Drucksachen 17/200, 17/201) . . . . . . . . . b) Beschlussempfehlung des Haushaltsaus- schusses zu der Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2009 bis 2013 (Drucksachen 16/13601, 17/626) . . . . . . . 13 Einzelplan 10 Bundesministerium für Ernährung, Land- wirtschaft und Verbraucherschutz (Drucksachen 17/610, 17/623) . . . . . . . . . Rolf Schwanitz (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Georg Schirmbeck (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Dr. Kirsten Tackmann (DIE LINKE) . . . . . . . 14 Einzelplan 06 Bundesministerium des Innern (Drucksachen 17/606, 17/623) . . . . . . . . . Dr. Peter Danckert (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Jürgen Herrmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jan Korte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . . Florian Toncar (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister BMI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2833 B 2833 C 2833 D 2834 A 2835 B 2837 D 2856 B 2856 C 2857 D 2859 B 2860 B 2862 B 2864 C 2865 C Deutscher B Stenografisc 31. Sit Berlin, Donnerstag, I n h a Glückwünsche zum Geburtstag der Abgeord- neten Dr. Claudia Winterstein . . . . . . . . . . . Wahl der Abgeordneten Petra Pau zum Mit- glied des Gemeinsamen Ausschusses nach Art. 53 a des Grundgesetzes und der Abge- ordneten Kersten Steinke zum stellvertreten- den Mitglied des Gemeinsamen Ausschusses nach Art. 53 a des Grundgesetzes . . . . . . . . Nachträgliche Ausschussüberweisung . . . . . . Tagesordnungspunkt I (Fortsetzung): a) Zweite Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2833 A 2833 B 2833 B Heinz-Peter Haustein (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Alexander Bonde (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2839 B 2840 B undestag her Bericht zung den 18. März 2010 l t : Ilse Aigner, Bundesministerin BMELV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ulrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hans-Michael Goldmann (FDP) . . . . . . . . . . Caren Lay (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . . Ulrike Höfken (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Peter Bleser (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . Waltraud Wolff (Wolmirstedt) (SPD) . . . . . . Georg Schirmbeck (CDU/CSU) . . . . . . . . Dr. Erik Schweickert (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Franz-Josef Holzenkamp (CDU/CSU) . . . . . 2841 D 2844 B 2845 D 2847 A 2848 A 2849 B 2851 B 2852 D 2853 C 2854 C Dr. Peter Danckert (SPD) . . . . . . . . . . . . Katrin Kunert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . Norbert Barthle (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 2866 A 2867 D 2868 D II Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 31. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 18. März 2010 Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gabriele Fograscher (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Gisela Piltz (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Hartmann (Wackernheim) (SPD) . . Jan Korte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Stephan Kühn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Hans-Peter Uhl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Michael Hartmann (Wackernheim) (SPD) . . . Reinhard Grindel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 15 a) Einzelplan 07 Bundesministerium der Justiz (Drucksachen 17/607, 17/623) . . . . . . in Verbindung mit 15 b) Einzelplan 19 Bundesverfassungsgericht (Drucksachen 17/623, 17/624) . . . . . . Ewald Schurer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesministerin BMJ . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Nešković (DIE LINKE) . . . . . . . . . Alexander Funk (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Grosse-Brömer (CDU/CSU) . . . . . . Wolfgang Nešković (DIE LINKE) . . . . . . Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Grosse-Brömer (CDU/CSU) . . . . . . Christine Lambrecht (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Florian Toncar (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Stephan Mayer (Altötting) (CDU/CSU) . . . . . Halina Wawzyniak (DIE LINKE) . . . . . . . 2869 C 2870 A 0000 A2871 C 2872 A 2872 C 2873 C 2874 D 2876 A 2877 B 2878 D 2880 C 2880 C 2880 D 2882 C 2884 B 2886 B 2887 B 2888 B 2889 A 2891 A 2891 B 2892 C 2894 A 2894 D 2895 B 2895 C 2897 C 2899 A 2899 C Raju Sharma (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Dr. Patrick Sensburg (CDU/CSU) . . . . . . . . . 16 Einzelplan 17 Bundesministerium für Familie, Senio- ren, Frauen und Jugend (Drucksachen 17/616, 17/623) . . . . . . . . . Rolf Schwanitz (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Andreas Mattfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Steffen Bockhahn (DIE LINKE) . . . . . . . . . . Florian Toncar (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Katja Dörner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin BMFSFJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin BMFSFJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sönke Rix (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Miriam Gruß (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Heidrun Dittrich (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Norbert Geis (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Kai Gehring (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Miriam Gruß (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Jarzombek (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Caren Marks (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 Einzelplan 30 Bundesministerium für Bildung und For- schung (Drucksachen 17/620, 17/623) . . . . . . . . . Klaus Hagemann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Eckhardt Rehberg (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Klaus Hagemann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Dr. Petra Sitte (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD) . . . . . . . . . Eckhardt Rehberg (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Ulrike Flach (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Klaus Hagemann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Krista Sager (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Annette Schavan, Bundesministerin BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2900 C 2901 A 2902 C 2902 D 2904 D 2907 A 2908 B 2910 A 2911 C 2914 A 2914 B 2914 C 2915 D 2917 B 2918 B 2919 D 2920 C 2921 D 2923 B 2924 C 2924 D 2926 D 2928 B 2928 C 2930 A 2930 C 2931 A 2932 A 2933 B 2934 A 2935 B Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 31. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 18. März 2010 III Dagmar Ziegler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Patrick Meinhardt (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Rosemarie Hein (DIE LINKE) . . . . . . . . . Kai Gehring (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Albert Rupprecht (Weiden) (CDU/CSU) . . . . Swen Schulz (Spandau) (SPD) . . . . . . . . . . . . Michael Kretschmer (CDU/CSU) . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 2938 A 2939 B 2940 C 2942 A 2943 C 2945 A 2946 B 2947 D 2949 A Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 31. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 18. März 2010 2833 (A) (C) (D)(B) 31. Sit Berlin, Donnerstag, Beginn: 9
  • folderAnlagen
    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 31. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 18. März 2010 2949 (A) (C) (D)(B) Anlage zum Stenografischen Bericht Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Barchmann, Heinz- Joachim SPD 18.03.2010 Burchardt, Ulla SPD 18.03.2010 Cramon-Taubadel, Viola von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 18.03.2010 Götz, Peter CDU/CSU 18.03.2010 Kramme, Anette SPD 18.03.2010 Liebing, Ingbert CDU/CSU 18.03.2010 Möller, Kornelia DIE LINKE 18.03.2010 Pflug, Johannes SPD 18.03.2010 Rief, Josef CDU/CSU 18.03.2010 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Dr. Götzer, Wolfgang CDU/CSU 18.03.2010 Gohlke, Nicole DIE LINKE 18.03.2010 Golze, Diana DIE LINKE 18.03.2010 Granold, Ute CDU/CSU 18.03.2010 Heinen-Esser, Ursula CDU/CSU 18.03.2010 Hempelmann, Rolf SPD 18.03.2010 Hörster, Joachim CDU/CSU 18.03.2010* Hoff, Elke FDP 18.03.2010 Hoppe, Thilo BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 18.03.2010 Koch, Harald DIE LINKE 18.03.2010 * für die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Ver- sammlung des Europarates Roth (Esslingen), Karin SPD 18.03.2010 Scharfenberg, Elisabeth BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 18.03.2010 Dr. Scheer, Hermann SPD 18.03.2010 Senger-Schäfer, Kathrin DIE LINKE 18.03.2010 Dr. Steffel, Frank CDU/CSU 18.03.2010 Trittin, Jürgen BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 18.03.2010 Werner, Katrin DIE LINKE 18.03.2010 31. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 18. März 2010 Inhalt: Redetext Anlage zum Stenografischen Bericht Anlage
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Caren Lay


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und

    Herren! Es ist wohl dem Weltverbrauchertag zu ver-
    danken, dass wir heute zur Kernzeit zum Thema Ver-
    braucherpolitik sprechen können. Den Rest der Zeit
    bleibt die Verbraucherpolitik für die Bundesregierung
    eher eine Nebensache; dieses Thema wird gern in die
    Abend- und Nachtstunden verbannt. Wir haben zwar eine
    Verbraucherministerin, die immer häufiger in Funk und
    Fernsehen überaus markige Forderungen verkauft – das
    hat heute mehrfach eine Rolle gespielt –,


    (Georg Schirmbeck [CDU/CSU]: Eine aparte Frau! Die hat etwas zu sagen!)


    so häufig, dass man leider immer wieder vergisst, dass
    Ihr Ministerium in den wesentlichen Punkten gar nichts
    zu entscheiden hat, sondern bestenfalls mitsprechen
    darf; aber egal ob es um den finanziellen, um den wirt-
    schaftlichen oder um den digitalen Verbraucherschutz
    geht, um Fahrgast- oder Patientenrechte: Zuständig für
    die harten Fakten sind immer die anderen Ministerien.
    Verbraucherinnen und Verbraucher bleiben so die Rand-
    figuren der Regierungspolitik.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Das schlägt sich auch im Haushalt nieder. Frau
    Aigner, Ihre PR in eigener Sache steht in keinem Verhält-
    nis zu den Zahlen und Fakten Ihres Haushaltsentwurfs.
    Schauen wir uns die Zahlen einmal an: Von Ihrem Ge-
    samtetat von fast 6 Milliarden Euro planen Sie für ver-
    braucherpolitische Maßnahmen gerade einmal 2,5 Pro-
    zent ein; das sind 148 Millionen Euro. Das steht in
    keinem Verhältnis zu den anderen Aufgaben Ihres
    Ministeriums.

    Noch deutlicher wird die untergeordnete Stellung ver-
    braucherpolitischer Maßnahmen durch einen Vergleich
    mit dem Etat des Wirtschaftsministers Brüderle, der
    hauptsächlich für die unternehmerische Seite der Märkte
    verantwortlich zeichnet. Wirtschaftsminister Brüderle
    kann dieses Jahr allein 230 Millionen Euro, also deutlich
    mehr Mittel, als für den Verbraucherschutz zur Verfü-
    gung stehen, für das Nationale Weltraumprogramm aus-
    geben. Es ist schön und sicherlich überaus zeitgemäß,
    dass die Bundesregierung in die bemannte Raumfahrt in-
    vestiert; aber mit dem unterirdischen Stellenwert, den
    die Verbraucherpolitik für sie hat, können wir uns als
    Linke nicht zufriedengeben.

    (Beifall bei der LINKEN)


    Wir sagen: Verbraucherpolitik darf nicht länger eine Ne-
    benrolle spielen.

    Die Finanzkrise hat es gezeigt: Verbraucherinnen und
    Verbraucher sind den windigen Geschäftspraktiken der
    Banken ausgeliefert. Da ist es unsere Verantwortung als
    Politikerinnen und Politiker, die Märkte verbraucherge-
    recht zu regulieren. Wir können diese Verantwortung
    nicht einfach auf die Menschen abwälzen.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Es gibt sehr viele Vorschläge, wie das geschehen soll,
    beispielsweise die Einrichtung eines Marktwächters wie
    in Großbritannien oder einer Behörde für finanziellen
    Verbraucherschutz, wie in den USA geplant. Nichts von
    alledem finden wir in Ihrem Haushalt. Sie können sich
    nicht länger davor drücken, Verbraucherinnen und Ver-
    braucher vor betrügerischen Praktiken von Unternehmen
    zu schützen. Mit freiwilligen Infoblättern ist es hier nicht
    getan.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Ich freue mich sehr, dass Verbraucherministerin
    Aigner immer häufiger die Zusammenarbeit mit den
    Verbraucherzentralen sucht – das ist gut und schön –;
    aber es kann nicht sein, dass eine Bundesregierung im-
    mer stärker auf den Sachverstand und den Service von
    Verbraucherschutzorganisationen zurückgreift, ohne
    ihnen gleichzeitig auch nur einen einzigen Cent mehr zur
    Verfügung zu stellen.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Allein mit der Anschubfinanzierung für die Verbraucher-
    stiftung ist es hier sicherlich nicht getan. Das ist nichts
    anderes als eine Auslagerung des Problems, zumal man
    jetzt noch nicht einmal alle Gelder, die tatsächlich zur
    Verfügung gestanden hätten, zur Verfügung stellt.

    Wir Linke fordern mehr Geld für die Arbeit der Ver-
    braucherorganisationen, insbesondere für den Bereich
    finanzielle Verbraucherberatung. Wir erinnern uns:
    Innerhalb von nur wenigen Tagen war es der Bundesre-
    gierung in der Krise möglich, einen Schutzschirm für
    Banken im Umfang von 470 Milliarden Euro zu span-
    nen. Dagegen sind die 10 Millionen Euro, die wir heute
    für die Verbesserung der finanziellen Verbraucherbera-
    tung beantragen, doch wirklich ein Klacks.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Wer Banken aus der selbstverschuldeten Krise retten
    kann, der kann und darf beim Schutz der Verbraucherin-
    nen und Verbraucher nicht sparen.

    Auch an anderer Stelle wäre mehr Geld für die Ver-
    besserung des Verbraucherschutzes notwendig gewesen:
    zur Verbesserung der Forschung, für notwendige Auf-
    klärungsarbeit, für ein Siegel „Ohne Gentechnik“, für
    eine Ampelkennzeichnung oder für Modellprojekte, die
    sich vielleicht auch einmal an einkommensschwache
    Haushalte richten. An all diesen Stellen wird gespart.
    Hierfür ist kein Geld vorhanden.





    Caren Lay


    (A) (C)



    (D)(B)

    Wir Linke wären offen gewesen für die Erschließung
    alternativer Einnahmequellen. Es könnten sich ja auch
    einmal die Unternehmerinnen und Unternehmer an der
    Finanzierung des Verbraucherschutzes beteiligen.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Wenn man bedenkt, wie viele Beratungen die Verbrau-
    cherzentralen machen müssen, um die Verbraucher al-
    lein über Fallen im Bereich Internet und Telekommuni-
    kation aufzuklären, wäre das nicht zu viel verlangt
    gewesen.

    Verbraucherschutz ist eine öffentliche Aufgabe, ist
    eine notwendige Aufgabe. Wer hier spart, der spart an
    der falschen Stelle.

    Vielen Dank.


    (Beifall bei der LINKEN)




Rede von Dr. Norbert Lammert
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)

Ulrike Höfken ist die nächste Rednerin für die Frak-

tion Bündnis 90/Die Grünen.


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Ulrike Höfken-Deipenbrock


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! Sehr

    geehrte Kollegen! Die Dankbarkeit, die empfunden wer-
    den soll, Herr Schirmbeck, weil mehr Geld im Haushalt
    ist als zu Zeiten von Frau Künast, beschränkt sich wohl
    auf diejenigen, die profitieren, ist also die Dankbarkeit
    der Funktionäre, aber ganz gewiss nicht die des Volkes.


    (Georg Schirmbeck [CDU/CSU]: Mein Volk war mit mir immer zufrieden! Das können Sie nachlesen!)


    Ganz ernsthaft: Wenn Sie Drohungen gegen die Öko-
    landwirtschaft ausstoßen und fordern, dass sie für die
    Almosen, die sie bekommt, auch noch auf die Knie fal-
    len soll, mag das Ihren Vorstellungen von der gekauften
    Republik entsprechen.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Georg Schirmbeck [CDU/CSU]: Hallo! Gnädige Frau, wollen Sie die Bauern beleidigen?)


    In diesem Haushalt findet sich kein roter Faden und
    erst recht kein grüner Faden, sondern Schwarz-Gelb be-
    treibt eine aggressive Industrialisierung, eine massive
    Exportorientierung und eine Förderung der Agrogen-
    technik, und zwar zulasten von Verbrauchern, Arbeit-
    nehmern, Mittelstand und Steuerzahlern, von Umwelt
    und Klima. Mit Markt hat das nichts zu tun. Da ist so
    viel Markt drin wie früher in der DDR.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Georg Schirmbeck [CDU/CSU]: Hallo! Sagen Sie einmal, Frau Höfken!)


    Fünf Beispiele:

    Erstens. Das 750-Millionen-Euro-Milchpaket, worü-
    ber ja schon viel gesagt wurde, ist ein verantwortungs-
    loser Umgang mit Steuermitteln, weil Sie nämlich nicht
    an die Ursachen der Misere herangehen. Im Bereich des
    Milchmarktes wären vernünftige Marktanpassungsins-
    trumente nötig. Sie aber wollen bewusst Überschüsse
    herbeiführen und tun das politisch auch. Das hat nichts
    mit Markt zu tun. Wie groß die Not ist, das sieht man an
    dem entsprechenden Programm der Rentenbank: Die
    vorgesehenen Liquiditätsmittel waren innerhalb von
    16 Stunden weg. Das war ein unwirksames Programm
    zulasten der Milchbetriebe genauso wie der Steuerzah-
    ler.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Zweitens, das Thema Exportförderung. Wunderbar,
    sie wäre – das hat der Kollege Bonde ja geschildert –
    fast noch zulasten der paar Forschungsmittel für den
    Ökolandbau gegangen. Auf Vieh- und Fleischtagen wird
    der Entwicklung der Exportraten gehuldigt. Zugleich
    bringen es die Referenten des Bauernverbandes fertig,
    kein einziges Wort zur Einkommenssituation zu sagen,
    die sich gleichzeitig verschlechtert. Sie betreiben eine
    aggressive Exportpolitik. Zu Recht sagen andere euro-
    päische Länder wie auch Drittstaaten, dass das zu ihren
    Lasten geht.


    (Peter Bleser [CDU/CSU]: Deutschland lebt vom Export!)


    Das verharmlost Herr Schäuble mit dem Fußballbeispiel.
    Ich finde, eine solche Politik ist international nicht trag-
    bar.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Drittens, die Agrogentechnik. 9,5 Millionen Euro
    mindestens sind dafür im Haushalt veranschlagt. Das ist
    deutlich mehr, als für den Ökolandbau vorgesehen ist,
    und das, obwohl dieser Bereich durch die Verunreini-
    gungen einen ungeheuren wirtschaftlichen Schaden an-
    richtet, der in die Milliarden geht, obwohl er von den
    Verbrauchern und vom Markt nicht gewollt ist, obwohl
    er keine Erfolge auf der technischen Ebene zeigt. Mit der
    Amflora-Kartoffel wurde ein Kniefall vor der BASF ge-
    macht, und es ist ein veraltetes Produkt; das sagt sogar
    Sonnleitner. Dafür geben Sie Geld aus.

    Viertens, zum Bereich Ernährung. Die Ministerin
    sagt, die Verpflegung an Kitas und Schulen solle deut-
    lich verbessert werden. Aber: Es gibt unwürdige Ver-
    schiebebahnhöfe zwischen Bund und Ländern zulasten
    der Länder, zum Beispiel bei Schulobst. Wir Grüne for-
    dern ein Bund-Länder-Programm. Sie haben die Verant-
    wortung angesichts der 100 Milliarden Euro Kosten für
    ernährungsbedingte Krankheiten, aber auch angesichts
    der Situation von Kindern und Jugendlichen, die schon
    im Vorschulalter an Diabetes und Herzkrankheiten er-
    kranken. Ich finde es fahrlässig, das lächerlich zu ma-
    chen, indem Sie einfach sagen, die Kinder sollten sich
    ein bisschen mehr bewegen, Herr Schirmbeck. Es ist die
    Verantwortung der Politik, eine vernünftige, flächende-
    ckende Kindergarten- und Schulernährung zu entwi-
    ckeln und zu garantieren.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Fünftens, zur Verbraucherpolitik. Es gab Ankündi-
    gungen zu verschiedenen Punkten: ESL-Milch-Kenn-
    zeichnung, „Ohne Gentechnik“-Programme, Google Street
    View, Süßigkeiten an der Kasse. Dann haben Sie, Frau





    Ulrike Höfken


    (A) (C)



    (D)(B)

    Ministerin, von den schönen Beipackzetteln der Banken
    gesprochen. Wir konnten ja am Weltverbrauchertag erle-
    ben, wie diese vom Verbraucherzentrale Bundesverband
    in den Schredder gepackt wurden, und zwar völlig zu
    Recht. Wir brauchen keine „Wächterin“, als die Sie sich
    in den Zeitungen bezeichnet haben – Sie sind auch leider
    keine Marktwächterin, sondern Ihre Politik ist eine Politik
    der Nachtwächter –,


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


    sondern wir brauchen eine Politik, die sich an den neuen
    Herausforderungen orientiert: Klimaschutz, umwelt-
    und tiergerechte Erzeugung, eine gute Ernährung für die
    Bevölkerung, Ernährungssicherheit, besonders für die
    Kinder und Jugendlichen, ein vernünftiges Einkommen
    auch auf dem Land, eine gute Energie- und Klimapolitik
    und eine moderne Verbraucherpolitik. Dafür stehen wir
    Grüne, und dafür werden wir auch weiter kämpfen.

    Danke schön.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)