Rede:
ID1701705700

insert_comment

Metadaten
  • sort_by_alphaVokabular
    Vokabeln: 9
    1. Florian: 1
    2. Toncar: 1
    3. hat: 1
    4. nun: 1
    5. das: 1
    6. Wort: 1
    7. für: 1
    8. die: 1
    9. FDP-Frak-tion.\n: 1
  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/17 Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . Dr. Anton Hofreiter (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Arnold Vaatz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sebastian Körber (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . Sabine Leidig (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . Bettina Herlitzius (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dirk Fischer (Hamburg) (CDU/CSU) . . . . . . Florian Pronold (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Daniela Raab (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Ingrid Arndt-Brauer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Florian Toncar (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Norbert Brackmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Leo Dautzenberg (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . Anlage 2 Amtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1466 D 1468 A 1469 B 1470 D 1472 C 1473 C 1474 D 1475 D 1477 A 1478 B 1500 B 1502 B 1503 D 1505 A 1507 C 1509 A 1509 D Deutscher B Stenografisch 17. Sitz Berlin, Freitag, den 2 I n h a l Tagesordnungspunkt 2 (Fortsetzung): Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2010 (Haushaltsge- setz 2010) (Drucksache 17/200) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 12 Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Peter Ramsauer, Bundesminister BMVBS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Uwe Beckmeyer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Claudia Winterstein (FDP) . . . . . . . . . . . . S H N C D D F D P D D 1461 A 1461 B 1461 B 1463 B 1465 A undestag er Bericht ung 2. Januar 2010 t : chlussrunde: aushaltsgesetz 2010 . . . . . . . . . . . . . . . . . . orbert Barthle (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . arsten Schneider (Erfurt) (SPD) . . . . . . . . . r. h. c. Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . r. Dietmar Bartsch (DIE LINKE) . . . . . . . . ritz Kuhn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . Otto Fricke (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU) . . . . . etra Merkel (Berlin) (SPD) . . . . . . . . . . . . . r. Volker Wissing (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . r. Wolfgang Schäuble, Bundesminister BMF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1479 B 1479 C 1481 B 1483 C 000 A1485 A 1488 A 1490 A 1491 C 1493 D 1495 D 1497 C Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 17. Sitzung. Berlin, Freitag, den 22. Januar 2010 1461 (A) ) (B) ) 17. Sitz Berlin, Freitag, den 2 Beginn: 9.0
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 17. Sitzung. Berlin, Freitag, den 22. Januar 2010 1509 (A) ) (B) ) – Drucksachen 17/234, 17/317 Nr. 4 –Petermann, Jens DIE LINKE 22.01.2010 Mitteilung gemäß § 37 Absatz 4 der Bundeshaushalts- ordnung über die Einwilligung in eine überplanmäßige Ausgabe bei Kapitel 12 25 Titel 632 03 – Verwaltungs- kostenerstattung an Länder – bis zur Höhe von 20,543 Mio. Euro Nietan, Dietmar SPD 22.01.2010 Özoğuz, Aydan SPD 22.01.2010 Anlage 1 Liste der entschuldigt A z z – m d n Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Bellmann, Veronika CDU/CSU 22.01.2010 Binder, Karin DIE LINKE 22.01.2010 Brase, Willi SPD 22.01.2010 Edathy, Sebastian SPD 22.01.2010 Ernst, Klaus DIE LINKE 22.01.2010 Friedhoff, Paul K. FDP 22.01.2010 Frieser, Michael CDU/CSU 22.01.2010 Dr. Fuchs, Michael CDU/CSU 22.01.2010 Günther (Plauen), Joachim FDP 22.01.2010 Hasselfeldt, Gerda CDU/CSU 22.01.2010 Jelpke, Ulla DIE LINKE 22.01.2010 Klein, Volkmar CDU/CSU 22.01.2010 Kramme, Anette SPD 22.01.2010 Krumwiede, Agnes BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 22.01.2010 Kurth, Undine BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 22.01.2010 Lafontaine, Oskar DIE LINKE 22.01.2010 Leutert, Michael DIE LINKE 22.01.2010 Leutheusser- Schnarrenberger, Sabine FDP 22.01.2010 Dr. de Maizière, Thomas CDU/CSU 22.01.2010 Mast, Katja SPD 22.01.2010 Nahles, Andrea SPD 22.01.2010 Nešković, Wolfgang DIE LINKE 22.01.2010 P R S S S S S S W W Z Z A (C (D Anlagen zum Stenografischen Bericht en Abgeordneten nlage 2 Amtliche Mitteilungen Der Bundesrat hat in seiner 865. Sitzung am 18. De- ember 2009 beschlossen, dem nachstehenden Gesetz uzustimmen: Gesetz zur Beschleunigung des Wirtschaftswachs- tums (Wachstumsbeschleunigungsgesetz) Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben itgeteilt, dass der Ausschuss gemäß § 80 Absatz 3 Satz 2 er Geschäftsordnung von einer Berichterstattung zu den achstehenden Vorlagen absieht: Haushaltsausschuss – Unterrichtung durch die Bundesregierung Haushaltsführung 2009 olenz, Ruprecht CDU/CSU 22.01.2010 oth (Heringen), Michael SPD 22.01.2010 ager, Krista BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 22.01.2010 chäfer (Köln), Paul DIE LINKE 22.01.2010 chlecht, Michael DIE LINKE 22.01.2010 chulz, Jimmy FDP 22.01.2010 eif, Detlef CDU/CSU 22.01.2010 üßmair, Alexander DIE LINKE 22.01.2010 agenknecht, Sahra DIE LINKE 22.01.2010 erner, Katrin DIE LINKE 22.01.2010 apf, Uta SPD 22.01.2010 immermann, Sabine DIE LINKE 22.01.2010 bgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich 1510 Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 17. Sitzung. Berlin, Freitag, den 22. Januar 2010 (A) (C) (B) ) Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union – Unterrichtung durch die deutsche Delegation in der Parla- mentarischen Versammlung der OSZE 18. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE vom 29. Juni bis 3. Juli 2009 in Wilna, Li- tauen – Drucksachen 17/7, 17/85 Nr. 1.1 – Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden Unions- dokumente zur Kenntnis genommen oder von einer Bera- tung abgesehen hat. Auswärtiger Ausschuss Drucksache 17/136 Nr. A.2 EuB-BReg 40/2009 Drucksache 17/136 Nr. A.3 EuB-BReg 41/2009 Drucksache 17/136 Nr. A.4 EuB-BReg 43/2009 Drucksache 17/136 Nr. A.6 Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Drucksache 17/136 Nr. A.59 EuB-EP 1976; P7_TA-PROV(2009)0020 Drucksache 17/136 Nr. A.60 Ratsdokument 10359/09 Drucksache 17/136 Nr. A.62 Ratsdokument 11696/09 Drucksache 17/136 Nr. A.63 Ratsdokument 11817/09 Drucksache 17/136 Nr. A.65 Ratsdokument 11978/09 Drucksache 17/136 Nr. A.66 Ratsdokument 12192/09 Drucksache 17/136 Nr. A.67 Ratsdokument 12289/09 Drucksache 17/136 Nr. A.68 Ratsdokument 12482/09 Drucksache 17/136 Nr. A.70 Ratsdokument 14270/09 Drucksache 17/178 Nr. A.24 Ratsdokument 15307/09 Drucksache 17/178 Nr. A.25 Ratsdokument 15330/09 EuB-BReg 48/2009 Drucksache 17/136 Nr. A.11 Ratsdokument 13617/09 Rechtsausschuss Drucksache 16/9538 Nr. A.2 Ratsdokument 8648/08 Drucksache 16/10666 Nr. A.2 Ratsdokument 12137/08 Drucksache 16/10958 Nr. A.4 Ratsdokument 13548/08 Ausschuss für Wirtschaft und Technologie Drucksache 17/136 Nr. A.57 Ratsdokument 12739/09 (D Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Drucksache 17/136 Nr. A.79 Ratsdokument 10940/09 Ausschuss für Gesundheit Drucksache 17/136 Nr. A.81 Ratsdokument 11970/1/09 REV 1 Drucksache 17/136 Nr. A.83 Ratsdokument 11533/09 Drucksache 17/136 Nr. A.86 Ratsdokument 13355/09 Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Drucksache 17/136 Nr. A.87 Ratsdokument 6257/1/09 REV 1 Drucksache 17/136 Nr. A.88 Ratsdokument 11294/09 Drucksache 17/136 Nr. A.89 Ratsdokument 11614/09 91, 1 0, T 17. Sitzung Berlin, Freitag, den 22. Januar 2010 Inhalt: Redetext Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Anlage 2
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Ingrid Arndt-Brauer


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! In dieser

    Schlussrunde zum Haushalt halte ich heute meine erste
    Rede in der Opposition, aber ich will nicht so tun, als sei
    ich hier neu.


    (Dr. h. c. Hans Michelbach [CDU/CSU]: Das ist schon einmal ein guter Anfang!)


    I
    d
    u
    F
    b
    w
    F
    g

    i
    k
    k
    d
    s
    t
    k
    k

    I
    r

    F
    m
    u
    G
    A

    d
    s
    r
    B
    1
    i
    d
    u

    D
    e
    b

    i
    d
    B
    3
    g

    G
    b
    d
    ü
    p

    (C (D ch habe den letzten Haushalt mitbeschlossen, ich habe as Finanzmarktstabilisierungsgesetz mitbeschlossen, nd ich habe sogar Gesetze mitbeschlossen, die die inanzkrise – das gebe ich offen zu – mit ermöglicht haen. Dabei sind wir von der ganz rechten Seite getrieben orden: Wir sollten den Finanzmarkt entfesseln, endlich reiheit zulassen und neue Produkte auf den Markt brinen. (Dr. h. c. Jürgen Koppelin [FDP]: Das stimmt doch überhaupt nicht!)


    Bei vielen Dingen ist man im Nachhinein schlauer;
    ch bin heute bei diesen Dingen schlauer. Andere Dinge
    ann man aber voraussehen. Sie hätten gut voraussehen
    önnen, dass bei Ihren Subventionen für Hotelbesitzer
    iejenigen jubeln, die begünstigt sind, und die anderen
    ich überlegen, dass sie diese 1 Milliarde Euro auch hät-
    en gut gebrauchen können. Das hätte man voraussehen
    önnen, und damit hätten Sie sich viel Ärger ersparen
    önnen.


    (Dr. h. c. Jürgen Koppelin [FDP]: Sie haben es doch gefordert!)


    nzwischen gibt es schon Verbände, die fordern, dies zu-
    ückzunehmen.

    Man könnte das Gefühl bekommen, dass es bei der
    DP möglich ist, eine Zustimmung zu bekommen, wenn
    an nicht wie wir für Mindestlöhne auf die Straße geht

    nd Unterschriften sammelt, sondern wenn man einfach
    eld sammelt und sich dann die Zustimmung einkauft.
    uf diese Idee könnte man bei Ihnen kommen.


    (Beifall bei der SPD)


    Die Spendenkrise der FDP ist allerdings gegenüber
    er Krise, die wir in unserem Land haben, zu vernachläs-
    igen. Da gebe ich Ihnen, Dr. Schäuble, ausdrücklich
    echt. Wir haben schwierige Zeiten. Einen Versuch der
    eschreibung dieser Zeiten hat die Kanzlerin am
    0. November – leider ist sie jetzt nicht mehr hier – in
    hrer Regierungserklärung vorgenommen. Der Weg aus
    er Krise führt in ihrer Rede viermal über Nachhaltigkeit
    nd 17-mal über Wachstum.


    (Zuruf von der FDP: Das ist doch richtig!)


    er Sprachschatz von Minister Brüderle beschränkt sich
    igentlich ausschließlich auf Wachstum; deswegen
    raucht man bei ihm auch nicht so viel zu zitieren.

    Vielleicht haben einige der älteren Anwesenden noch
    m Kopf: Es gab einen Club of Rome, der 1972 eine Stu-
    ie in Auftrag gegeben hat. Deren Ergebnis war das
    uch Grenzen des Wachstums. Im Jahre 2004 gab es ein
    0-Jahre-Update dieser Studie. Immer noch – man
    laubt es kaum – gibt es Grenzen des Wachstums:


    (Beifall bei der SPD)


    renzen im Flächenverbrauch, Grenzen im Umweltver-
    rauch, Grenzen vielfältiger Art und Weise. Würden all
    iese Grenzen über Bord geworfen und forderten wir
    berall 10 Prozent Wachstum ein, dann wäre diese Re-
    ublik, glaube ich, nicht mehr lebenswert.






    (A) )



    (B) )


    Ingrid Arndt-Brauer
    Ebenfalls gerne in den Mund genommen werden die
    Worte „Generationengerechtigkeit“ und „Verantwor-
    tung für nachfolgende Generationen“. Ich bin SPD-Spre-
    cherin im Beirat für nachhaltige Entwicklung. Dort
    haben wir eine Überprüfung der Gesetzgebung der Bun-
    desregierung im Hinblick auf die Folgen für nachfol-
    gende Generationen beschlossen. Das heißt, wir werden
    prüfen, welche Auswirkungen Gesetze für Generationen
    haben, die nach uns kommen. Beim Wachstumsbe-
    schleunigungsgesetz war dies leider noch nicht möglich;
    das wäre auch durchgefallen, ganz klar.

    Aber wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass
    auch so etwas wie ein Ausstieg aus dem Atomausstieg
    nicht zu verantworten ist.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Wer dies nicht glaubt, kann gern in meinen Wahlkreis
    kommen, wo es gestern in einer Urananreicherungsan-
    lage einen Unfall mit schlimmen Folgen für einen Mit-
    arbeiter gab. Diese Industrie ist nicht so sicher, wie Sie
    es sich wünschen. Vor allen Dingen ist sie unter dem Ge-
    sichtspunkt der Nachhaltigkeit nicht verantwortbar.

    Wir können uns jetzt darüber streiten, Herr
    Dr. Schäuble, ob die 10 Milliarden Euro verschleudert
    wurden oder nicht. Wir denken eher, man hätte sie an-
    ders ausgeben können oder gar nicht ausgeben sollen.
    Große Erbschaften zu entlasten war ein Fehler.


    (Beifall bei der SPD, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Auch war die Erhöhung der Freibeträge für Kinder ein
    Fehler.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Die Kindergelderhöhung haben wir im Finanzaus-
    schuss abgekoppelt, sodass wir ihr zustimmen konnten,
    weil wir wollten, dass die Schere zwischen armen und
    reichen Kindern zusammen- und nicht auseinandergeht.
    Wir sind ausdrücklich dafür gewesen, weil der SPD je-
    des Kind gleich viel wert ist.


    (Beifall bei der SPD)


    Diese Kinder wie auch nachfolgende Kinder wohnen
    hauptsächlich in Kommunen. Diese Kommunen haben
    Steuermindereinnahmen von 2,1 Milliarden Euro. Das
    ist sehr bedauerlich und wird die Lebensqualität dieser
    Kinder ziemlich einschränken. Die Lebensqualität der
    Eltern wird durch die zu erwartende Gebührenerhöhung
    und durch Privatisierungen eingeschränkt, die notwen-
    dig sein werden, um vermeintlich Gehälter oder andere
    Gelder einzusparen. Dadurch werden sozialversiche-
    rungspflichtige Arbeitsplätze gefährdet und vielleicht
    sogar vernichtet. Da hilft es nicht viel, mehr netto vom
    Brutto zu fordern. Es wird auch die FDP-Mitglieder
    nicht trösten, dass sie aufgrund ihrer Mitgliedschaft ei-
    nen leichteren Zugang zur PKV haben. Auch dort wer-
    den höhere Beiträge gezahlt werden müssen.

    Anzumerken ist, dass es in letzter Zeit durchaus sinn-
    volle und gute Investitionen gab, die vom Bund initiiert

    w
    K
    g
    s
    D
    k
    m
    W

    k
    A
    n
    v
    m
    k
    i
    n
    e

    S
    d
    a
    ä
    s

    W
    d
    u
    d
    S
    d

    c

    D
    M
    d
    M
    h
    W
    K
    w
    S
    t
    M
    n

    U
    r
    m
    ü

    (C (D urden. Das Konjunkturpaket II zum Beispiel ist in den ommunen sehr gut angekommen. Dafür werden wir elobt. Das waren Investitionen in die Zukunft, beipielsweise in Schulen und energetische Erneuerung. as war eine gute Sache. Nicht alles, was aus Berlin ommt, schadet den Kommunen; es kann für die Komunen auch segensreich sein. Was aber schadet, ist, achstum um jeden Preis. Ich möchte auf den vorliegenden Haushalt zurückommen. Als Finanzpolitikerin liegt mir weniger an der usgabenseite als an der Einnahmeseite. Diese ist meier Meinung nach unbedingt zu stärken. Bei einer Neuerschuldung von knapp 86 Milliarden Euro frage ich ich, ob wir auf Dauer mit Ausgabenkürzungen aus ommen. Ich finde diesen Ansatz geradezu lustig. Er ernnert mich an eine Diät, bei der man sich vornimmt: Ab ächsten Montag esse ich weniger, aber dieses Wochennde haue ich noch einmal richtig rein. (Bartholomäus Kalb [CDU/CSU]: Das sollten Sie nicht tun!)


    o kommt mir das, was Sie vorhaben, vor: Erst kommt
    ie Neuverschuldung, und dann will man sie langsam
    bbauen. Ich kann Ihnen aber versichern, dass solche Di-
    ten meistens wirkungslos sind. Es hilft nur, wenn man
    ich vornimmt, sofort abzunehmen.


    (Beifall bei der SPD – Bartholomäus Kalb [CDU/CSU]: Dann bekommen Sie eine Magenverstimmung!)


    Viele verweisen darauf, dass wir ohne die Finanz- und
    irtschaftskrise ein Haushaltsvolumen von 300 Milliar-

    en Einnahmen ohne Neuverschuldung hätten. Das nützt
    ns aber nichts. Es gibt diese Krise; und ich bin sehr froh
    arüber, dass wir ab 2011 eine Schuldenbremse haben.
    onst würde das Ganze nämlich noch schlimmer wer-
    en.

    Wie gesagt, in jeder guten Familie würde man versu-
    hen, die Einnahmeseite zu stärken.


    (Otto Fricke [FDP]: Ja? Wie macht man das?)


    azu gibt es viele Vorschläge; meine Kollegin Petra
    erkel hat schon darauf hingewiesen. Es gibt Steuern,

    ie noch gar nicht ausgeschöpft wurden. Eine andere
    öglichkeit haben viele schon wieder vergessen. Wir

    atten ein Steuervergünstigungsentlastungsgesetz vor.
    ir wollten Steuervergünstigungen abbauen. Unser
    oalitionspartner hat aber leider nicht mitgemacht. Des-
    egen mussten wir die Mehrwertsteuer erhöhen. Dem
    taat fehlte Geld, und unser damaliger sehr verantwor-

    ungsvoller Finanzminister war der Meinung, dass eine
    ehrwertsteuererhöhung notwendig war, um die Ein-

    ahmen zu steigern.

    Ich befürchte übrigens, dass Sie die Abschaffung der
    mlagefinanzierung im Rahmen der Gesundheits-

    eform nicht nach dem Grundsatz „Die Starken tragen
    ehr“ durch eine Einkommensteuererhöhung, sondern

    ber eine Mehrwertsteuererhöhung finanzieren werden.


    (Florian Toncar [FDP]: Das ist frei erfunden!)







    (A) )



    (B) )


    Ingrid Arndt-Brauer
    Damit würden die Schwachen über den Konsum den
    größten Teil Ihrer Einnahmen in den Umverteilungstopf
    zahlen. Das wäre furchtbar.

    Ich bin gespannt, was noch auf uns zukommt. Als ich
    in den 80er-Jahren studiert habe, gab es schon Wissen-
    schaftler, die die Meinung vertreten haben, dass durch
    Steuersenkungen Mehreinnahmen erzielt würden, weil
    die Menschen eine größere Motivation zum Arbeiten
    hätten. Das hat ein amerikanischer Präsident, der in ers-
    ter Linie künstlerisch ausgebildet war, geglaubt und sein
    Land fast in den Ruin getrieben. Diesen Weg 30 Jahre
    später selber einzuschlagen, ist ein Feldversuch, den wir
    uns nicht leisten sollten.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


    Die Wähler in NRW haben es begriffen. Ihre Wähler
    bei der letzten Wahl können ihre Entscheidung zurzeit
    nicht revidieren. Ich kann nur raten, als Lobbyist tätig zu
    werden. Dann kann man vielleicht etwas ausrichten. An-
    sonsten muss man das Ganze im Blick behalten.

    Ich hoffe, NRW wirkt nach der Wahl neutralisierend,
    was die Gesetzgebung in Bundesrat und Bundestag be-
    trifft. Dann hätten wir nicht den ganzen Blödsinn vor
    uns, der Ihnen im Kopf herumschwirrt.

    Manche Redner kommen mit einem Motto oder ei-
    nem Zitat zum Schluss. Hier ist häufig vom nachhaltigen
    Wachstum die Rede. Wachstum ist, wie ich schon ausge-
    führt habe, nicht immer nachhaltig. Wir sollten verant-
    wortungsvolle Politik machen und eine wachsende
    Nachhaltigkeit an den Tag legen. Das wäre, glaube ich,
    besser. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gute Beratun-
    gen und in einigen Wochen ein besseres Ergebnis als
    das, was bisher vorliegt.

    Danke schön.


    (Beifall bei der SPD)




Rede von Dr. Norbert Lammert
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)

Florian Toncar hat nun das Wort für die FDP-Frak-

tion.


(Beifall bei der FDP)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Florian Toncar


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (FDP)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)


    Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die

    Haushaltswoche neigt sich dem Ende zu. Es ist gut, dass
    es so etwas gibt.


    (Alexander Bonde [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das Ende!)


    Ich glaube, diese Haushaltswoche hat deutlich gemacht,
    welche Alternativen hier im Haus zur Wahl stehen und
    aufeinanderstoßen. Ich möchte die letzten vier Tage wie
    folgt zusammenfassen. Sie fragen: Was braucht der
    Staat, um diese Krise zu bewältigen? Wir fragen aber
    auch: Was brauchen die Bürger, um diese Krise zu be-
    wältigen? – Das ist der Unterschied, der in dieser Woche
    deutlich geworden ist.


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


    g
    u
    r
    a
    w
    S
    S
    g
    d
    d
    K

    I
    m
    u
    m
    w
    c
    h
    z

    f
    a
    S
    l
    t

    A
    v
    S
    d
    s
    T
    M
    P
    S
    A
    z
    s
    s
    a

    H
    d
    f
    v
    f
    d
    v
    d

    (C (D Wir haben mit dem Wachstumsbeschleunigungsesetz begonnen, dessen Elemente Punkt für Punkt in nserem Wahlprogramm enthalten sind. Es ist hochinteessant und sagt viel über Sie selber aus, dass Sie uns usgerechnet das vorwerfen. Wir haben jedenfalls das, as in unserem Programm steht, umgesetzt. Kollege chneider, Sie haben heute gesagt, es handele sich um teuersenkungen für wenige Reiche. Sie wissen genauso ut wie ich, dass der wesentliche Teil, über die Hälfte, er Entlastungen durch dieses Gesetz auf die Erhöhung es Kindergeldes, und zwar zu über 90 Prozent, und des inderfreibetrags entfällt. (Fritz Kuhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: 1,8 Millionen Kinder kriegen nichts!)


    ch mache Ihnen folgenden Vorschlag: Wir beide neh-
    en uns nächste Woche einen Tag, um gemeinsam in

    nsere Wahlkreise zu fahren. Ich suche eine Familie aus
    einem Wahlkreis, und Sie eine aus Ihrem. Dann klären
    ir, ob es sich bei diesen Familien um die wenigen Rei-

    hen handelt, von denen Sie gesprochen haben. Was
    ierzu von Ihnen kommt, halte ich für eine völlige Ver-
    errung dessen, was wir machen.


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU – Dr. Axel Troost [DIE LINKE]: Hartz-IV-Kinder!)


    Nun zur Sache mit den Hotels, die in keiner Rede ge-
    ehlt hat. Sie sind schon am Dienstag vorgeführt worden,
    ls deutlich wurde, dass Sie alle mit der Forderung nach
    enkung des Mehrwertsteuersatzes zugunsten der Hote-

    iers an unterschiedlichster Stelle durch die Republik ge-
    ourt sind; das wurde am Dienstag sehr klar.


    (Alexander Bonde [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Lassen Sie mal das Hotel im Dorf!)


    ber auffällig und interessant ist das, was in den letzten
    ier Tagen bei der SPD passiert ist. Der Kollege
    chneider sagt noch am Dienstag: Wir hätten anstelle
    er Verabschiedung des Wachstumsbeschleunigungsge-
    etzes die Schulden reduziert. Am Abend des gleichen
    ages sagt Herr Scholz: Für das Geld, das durch diese
    ehrwertsteuersenkung verloren geht, hätten wir mehr

    olizisten eingestellt. Am nächsten Tag sagt Herr
    teinmeier: Ich hätte das Geld für Bildung verwendet.
    m Mittwochnachmittag sagen Ihre Verbraucherschüt-

    er: Wir hätten das Geld in den Verbraucherschutz ge-
    teckt. Am Donnerstag haben Ihre Familienpolitiker ge-
    agt: Dieses Geld wäre bei den Familien besser
    ufgehoben gewesen.


    (Carsten Schneider [Erfurt] [SPD]: Das sind die Fachpolitiker!)


    eute Morgen hat Kollege Pronold in der Debatte über
    en Verkehrshaushalt gesagt: Das Geld fehlt zukünftig
    ür Verkehrsinvestitionen. – Das ist bemerkenswert: In
    ier Tagen – ich habe übrigens nicht alle Debatten ver-
    olgt – haben Sie das Geld sechsmal ausgegeben. Nichts-
    estotrotz erzählt uns Ihr Fraktionsvorsitzender etwas
    on den Grundrechenarten. Ich glaube, mehr muss man
    azu nicht bemerken.






    (A) )



    (B) )


    Florian Toncar

    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU – Bettina Hagedorn [SPD]: Es wäre überall besser angelegt als bei Hotels! – Alexander Bonde [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Hat Mövenpick Ihnen dieses Argument aufgeschrieben?)


    Dieser Haushalt zeichnet sich nicht dadurch aus, dass
    wir beste Voraussetzungen mitbekommen haben. Sie
    werfen uns beispielsweise vor, dass wir zusätzlich 4 Mil-
    liarden Euro in den Gesundheitsfonds pumpen müssen.
    Dabei handelt es sich bei diesem Fonds um eine der his-
    torischen Fehllenkungen, die die schwarz-rote Koalition
    in der letzten Legislaturperiode beschlossen hat. Fal-
    scher kann man es nicht machen. Aber dass Sie uns nun
    vorwerfen, dass wir die Löcher stopfen, die Sie uns im
    Oktober übergeben haben, schlägt dem Fass wirklich
    den Boden aus.


    (Beifall bei der FDP)


    Die Bürgerinnen und Bürger wissen, wofür dieses Geld
    eingesetzt wird, nämlich um Schäden zu beheben, die
    uns übergeben worden sind. Übrigens sind die Beitrags-
    zahler gerade im Gesundheitswesen höher belastet denn
    je. Beim Thema Lohnzusatzkosten brauchen wir also
    auch nicht unbedingt Ratschläge von Ihrer Seite.

    Wir werden unseren Weg weitergehen. Wir haben
    dazu klare Vereinbarungen im Koalitionsvertrag. Natür-
    lich werden auch die Bestimmungen der Schulden-
    bremse eingehalten. Ich will auf einen Umstand hinwei-
    sen, der in den Diskussionen immer zu kurz kommt.
    Natürlich können Steuersenkungen kurzfristig zu Steu-
    ereinnahmeausfällen führen, obwohl sie die wirtschaftli-
    che Tätigkeit anregen, Leistungsanreize fördern und
    dazu führen, dass Schwarzarbeit sich weniger rentiert
    und dadurch abnimmt. Aber das Wachstum, das durch
    Steuersenkungen erzeugt wird, hat nicht nur einen Effekt
    auf die Einnahmen, sondern auch auf die Staatsausga-
    ben. Dieser Punkt wird immer wieder vergessen.


    (Beifall des Abg. Leo Dautzenberg [CDU/ CSU])


    In diesem Haushalt werden überwiegend Löcher, hervor-
    gerufen durch Beitragsausfälle in den Sozialsystemen,
    mit Steuermitteln gestopft. Wenn wir mehr Beitragszah-
    ler und damit auch mehr Steuerzahler haben, dann be-
    deutet das, dass die Sozialversicherungen höhere Bei-
    tragseinnahmen und weniger Löcher haben und dass die
    Steuerzuschüsse nicht mehr benötigt werden, ohne dass
    das Auswirkungen auf die Leistungen der Sozialver-
    sicherungen hat. Diesen Zusammenhang lassen Sie im-
    mer weg. Ich weise auf diesen ausdrücklich hin.


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


    Ganz besonders interessant – das will ich zum Ab-
    schluss noch sagen – ist Ihre Argumentation zur Finanz-
    lage der Kommunen. Wir nehmen die Sorgen der Kom-
    munen sehr ernst. Der Minister hat angekündigt, dass
    mit den Kommunen sehr bald Gespräche geführt und
    dass wir gemeinsam einen Konsens suchen werden.


    (Fritz Kuhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie haben sie erst mal mit 1,6 Milliarden Euro belastet!)



    n
    K

    D
    l
    n
    d
    u
    c
    L
    t

    I
    a
    e
    K
    t
    2
    W

    w

    W
    ß

    d

    M
    g
    g
    s
    t
    d
    g

    v
    M

    (C (D Die Kommunen haben durch das Wachstumsbeschleuigungsgesetz Ausfälle von rund 870 Millionen Euro, ollege Kuhn. (Fritz Kuhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nein, 1,6 Milliarden!)


    as ist der richtige Betrag. – Man muss eines sehr deut-
    ich sagen: Die Ausfälle bei den Kommunen – sie sind
    icht zu leugnen – resultieren zurzeit vor allem daraus,
    ass viele Gewerbesteuerzahler keinen Gewinn machen
    nd daher keine Gewerbesteuer zahlen. Das ist die Ursa-
    he dafür, dass es einigen Städten und Gemeinden im
    and hundsmiserabel geht. Das hat aber mit dem Wachs-

    umsbeschleunigungsgesetz nun wirklich nichts zu tun.


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU – Alexander Bonde [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Fragen Sie doch mal Ihre Bürgermeister! Ihre eigenen Landräte erzählen das blanke Gegenteil!)


    ch denke, wir sollten dieses Gesetz nicht für alles ver-
    ntwortlich machen, was es an Problemen gibt, nur um
    s politisch zu zerreden. Wir werden die Situation der
    ommunen mit den Betroffenen angehen. Aber das poli-

    isch auszuschlachten, weil einem der 27. September
    009 noch in den Knochen steckt, kann nicht der richtige
    eg sein.